Das Kraftwerk Gurtnellen blickt auf ein positives Geschäftsjahr zurück. Es hat im vergangenen Jahr 36.8 Millionen Kilowattstunden Strom aus Wasserkraft produziert, womit im vergleich zu einem Kohlekraftwerk 46’000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden wurden.
Somit habe das Kraftwerk Gurtnellen 2019 trotz des Unterbruchs eine hohe Anlagenverfügbarkeit von 99,7 Prozent erreicht. Mitte Juni 2019 hatten schwere den Bachrandbereich im Bereich der Kraftwerkszentrale beschädigt und Teile des Vorplatzes und des Schutzdamms unterspült. Das Kraftwerk konnte die Schäden rasch beheben, der Betrieb musste nur für einen Tag ausgesetzt werden.
Kategorie: Energie
Energie – Aktuelle Immobiliennews zu Energie, erneuerbaren Konzepten, Effizienz & Energietrends in der Schweizer Immobilienbranche.
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Altdorf: Wasserkraftwerk trotz Unwetter erfolgreich
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Kernkraftwerk erzeugte weniger Strom
Trotz der 86.2 Millionen investierten Franken in Brennelemente, anlagentechnische Verbesserungen und Substanzerhaltung, wurden im Vergangenen Jahr das nur netto 7.82 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Somit betragen die normalisierten Jahreskosten vom Jahr 2019 331.1 Millionen Franken. Das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) hatte im Vorjahr noch 8.25 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt, was 322.5 Millionen Franken bezifferte.
Bei den normalisierten Jahreskosten werden keine kurzfristigen Entwicklungen an der Börse berücksichtigt, sondern eine langfristige Bruttorendite von 3,5 Prozent für Stilllegungs- und Entsorgungsfonds. Deshalb stiegen die normalisierten Produktionskosten von 3.91 auf 4.23 Rappen pro Kilowattstunde.
Da die Fondsperformance 2019 jedoch weit über 12 Prozent lag, betragen die tatsächlichen Jahreskosten 152,5 Millionen Franken. mit 1,95 um 3,86 Rappen pro Kilowattstunde lagen tatsächlichen Produktionskosten unter dem Vorjahreswert. -

Im Juni wird das Wasserkraftwerk Schächen eingeweiht
Am 27. Juni 2020 soll die offizielle Einweihung des neuen Kraftwerks (KW) Schächen stattfinden. Trotz der aktuellen Corona-Krise verläuft der Abschluss des Baus nach Plan. Das Kraftwerk wurde acht Jahre lang aufwendig geplant. Dafür konnte es bereits nach einem Jahr Bauarbeiten in Betrieb genommen werden. Denn es ging am 20. November 2019 ans Netz und produziert seit dem Strom für das Verteilnetz der Elektrizitätswerk Altdorf AG (EWA). Mit einer Leistung von 16,4 Gigawattstunden versorgt es 3600 Haushalte.
Die Herausforderungen beim Bau waren der Bau im dichtbesiedelten Wohn- und Wirtschaftsraum sei, auch die Verlegung der Druckleitung entlang der Klausenstrasse in Bürglen und Kirchenrütti und jetzt noch die Lieferungen mit der Corona-Krise. Doch aus heutiger Sicht kann man sagen, dass Termin- und Budgetplan eingehalten werden können. Insgesamt wurden 21.4 Millionen Franken investiert, dabei fliessen Aufträge in Höhe von 16 Millionen Franken in Unternehmen aus dem Kanton Uri. -

Holzbau: Neue Bauart mit Brettsperrholz
Das fünfstöckige Wohnhaus wurde von Architekten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und dem Design- und Bauunternehmen Placetailor geplant. Die Bauelemente aus dickem Holz werden vorproduziert und anschliessend auf der Baustelle montiert. Das Holz isoliert sehr gut, weshalb mit einem sehr niedrigen Bedarf für Heizung und Kühlung gerechnet werden kann. Deshalb soll das Haus so energieeffizient sein, dass die CO2-Emissionen praktisch bei null liegen.
Holz soll nun dank neusten Entwicklungen auch für Gebäude mit bis zu 18 Stockwerken verwendet werden und nicht mehr nur für Einfamilienhäuser oder kleinere Apartmenthäuser. Das Gebäude in Boston wird über 14 Wohnungen verschiedener Grössen und ein Gemeinschaftsbüro im Erdgeschoss verfügen.
Das Wohnhaus soll als Demonstrativobjekt für Passivhäuser dienen und der Beginn eines neuen Aufschwungs für Holzgebäude oder Hybridkonstruktionen sein. So würde sowohl ein Markt für nachhaltige Forstwirtschaftsprodukte als auch für die nachhaltigen Nullenergiehäuser entstehen. -

Ein identitätsstiftender Baustein in Etappen
Auf einer Fläche von rund 40 000 Quadratmetern – das entspricht etwa der Grösse der Luzerner Altstadt – wird ein neues Stadtquartier unter den Zielvorgaben der 2000-Watt-Areale realisiert, schreiben die SBB in einer Mitteilung. Entwicklerin des neuen Quartiers «Rösslimatt» – dieses liegt zentral direkt neben dem Bahnhof Luzern – ist die SBB. Die Projektverantwortlichen nennen das entstehende Quartier einen neuen und identitätsstiftenden Stadtbaustein.
Neben dem neuen Standort der Hochschule Luzern entstehen in den nächsten rund zwanzig Jahren auf fünf weiteren Baufeldern Gebäude mit Wohn-, Büro-, Dienstleistungs- und Gastronomieflächen. Ausserdem sollen neue Aussenräume und Grünflächen geschaffen und bestehende aufgewertet werden. Diese grosse Zeitspanne für die Entwicklung des Areals liegt daran, weil die späteren Etappen erst nach dem Bau des Durchgangsbahnhofs und der Freistellung der weiteren Arealflächen umgesetzt werden können, wenn das gesamte Areal umgezont wird und die Nutzungsbestimmungen angepasst werden.
Vielseitige Geschäftszone
«perron» ist das erste Gebäude, welches auf dem Areal «Rösslimatt» realisiert wird. Die erste Bauetappe sieht neben der Hochschule eine Geschäftszone für Dienstleistungsbetriebe sowie Gastronomie und Retail vor. Als Witterungsschutz dienen beim Geschäftshaus «perron» umlaufende Veranden. Gemeinsam mit den die Höhe betonenden vertikalen Elementen verleihen sie der Fassade Struktur. Im Erdgeschoss mit zweigeschossiger Arkade sollen Verkaufs-, Gastronomie und Schulnutzungen das Quartier beleben. Mit diesem Bürokomplex und den folgenden Bauetappen B und C komme die SBB der aktuellen und künftigen Nachfrage nach zusammenhängenden Dienstleistungsflächen in Luzern nach.Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen
Zudem würden die Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft erfüllt. Das Zertifikat für «2000-Watt-Areale» zeichnet Siedlungsgebiete aus, die einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen für die Erstellung der Gebäude, deren Betrieb und Erneuerung sowie die durch den Betrieb verursachte Mobilität nachweisen können. Die Auszeichnung wird durch das Bundesamt für Energie (BFE) übergeben. ■ -

Neues Quartier für Wohnen, Arbeiten und Freizeit

Auf einer Arealfläche von 30 000 Quadratmetern entstehen in
Etappen 490 Wohnungen und ein 60-Meter-Hochhaus.
In den nächsten Jahren sollen in Luzern Süd rund tausend neue Wohnungen auf den Markt kommen. Das Nidfeld gehört neben dem Eichhof, Mattenhof, Schlund, Horw Mitte und Horw See/Campus zu den sechs Teilgebieten in Luzern Süd.
Acht Gebäude und ein Hochhaus
Das Areal Nidfeld in Kriens, auf dem früher der Pilatusmarkt seine Bleibe hatte, lag zehn Jahre brach. An diesem Standort entsteht nun ein neues innovatives Quartier für Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Es besteht aus acht Gebäuden sowie einem 15-geschossigen Hochhaus. Insgesamt werden rund 500 Wohnungen für etwa 900 Personen realisiert. Das brachliegende Areal soll zum pulsierenden Mittelpunkt von Luzern Süd werden, betonen die Projektverantwortlichen. Anfang Juni 2019 zertifizierte «EnergieSchweiz» 2000-Watt-Areale, darunter auch die Nidfeld-Überbauung in Kriens, schreibt das Onlineportal Zentralplus. Alle Gebäude werden nach Minergie-P-Eco-Standard zertifiziert.Neben den Wohnungen werden Büro-räume sowie in den Erdgeschossen Gewerbeflächen zur Verfügung stehen. Geschäfte, Restaurants und Ateliers sollen den Quartierbewohnern eine Infrastruktur bieten und das Areal beleben.
In den acht Wohngebäuden werden 325 Wohnungen mit zwischen 1½ und 5½ Zimmern gebaut. Im Erdgeschoss sind Gewerbeflächen geplant. Die einzelnen Gebäude werden über eine Höhe von 24 Metern verfügen. Eingeplant sind auf dem Areal auch zwei begrünte Innenhöfe, die auch für Quartierfeste oder für einen Marktplatz genutzt werden können.
Wohnungen mit exzellenter Aussicht
Im Norden des Areals wird bei diesem Grossprojekt ein 60-Meter-Hochhaus mit fünfzehn Obergeschossen realisiert. Dieses wird über 120 Wohnungen, Büros und Retailflächen verfügen. Während letztere im Erdgeschoss auf eine reine Gewerbe- beziehungsweise Verkaufsfläche ausgerichtet ist, sollen die ersten zehn Obergeschosse aus Wohnungen und Dienstleistungsflächen bestehen. Auf den oberen fünf Etagen sind ausschliesslich Wohnungen mit exzellenter Aussicht auf Pilatus, Stadt Luzern und Vierwaldstättersee vorgesehenApropos Energie: Die Wärme- und Kälteerzeugung erfolgt über Seewasser aus dem Vierwaldstättersee, Solar-Anlagen produzieren einen Teil des benötigten Stroms. ■
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Urbaner, vielfältiger und ökologischer Lebensraum

Das ewl Areal mit dem Quartierplatz und dem sanft renovierten «Roten Haus». 
Die verschiedenen zukünftigen ewl-Areal-Nutzer.
Die Stadt Luzern, die abl allgemeine baugenossenschaft luzern (abl) und ewl energie wasser luzern, realisieren gemeinsam auf dem heutigen ewl Areal ein neues Sicherheits- und Dienstleistungszentrum inklusive Wohnungen. Dazu haben die drei Parteien im Dezember 2018 die ewl areal ag gegründet.
Objekte für verschiedene Bedürfnisse
Die abl plant auf dem rund 20 000 Quadratmeter grossen Areal ein vielfältiges Angebot an gemeinnützigem Wohnraum. Die Palette reicht von 72 2½- bis 5½-Zimmer-Wohnungen. Dies ergänzend zum benachbarten Projekt Kooperation Industriestrasse. Zusammen mit den 81 Zimmern des Pflegezentrums der Viva Luzern AG soll so auf dem ewl Areal Wohnraum für verschiedene Bedürfnisse und Lebensformen entstehen. Dies in einem lebendigen Quartier mit Entwicklungspotenzial. So soll ein durchmischtes, nachhaltiges, ökologisches Vorzeigequartier für Wohnen, Arbeit und Freizeit entstehen. Für die Architektur des ewl-Areals zeichnen Masswerk Architekten Luzern und E2A Architekten Zürich verantwortlich. Gemeinsam hat das Team das Siegerprojekt «Rotpol» entworfen.Gemeinsamer Nutzen
Ziel der Überbauung ist, dass die Aussenräume von den Anwohnerinnen und Anwohnern wie auch von den Mitarbeitenden aller Bereiche gemeinschaftlich genutzt werden können. Die bauliche Vergangenheit und das industrielle Erbe des Gaswerkareals bleiben im Projekt «Rotpol» mit dem Erhalt des «Roten Hauses» – ein Zeitzeuge Luzerner Industriekultur – erhalten. Sanft restauriert, wird diesem Haus eine neue Bedeutung zugesprochen. Das «Rote Haus» soll zum sozialen und kulturellen Treffpunkt der Überbauung werden. Um das «Rote Haus» – im Herzen des Areals – kreiert die Architektur einen Quartierplatz. Dieser wird von drei unterschiedlich geformten Gebäudekomplexen gefasst, die sich in Struktur und Ausdruck stark voneinander unterscheiden.Ökologisches Vorzeigeprojekt
Das ewl Areal soll einen Meilenstein im verantwortungsbewussten und nachhaltigen Städtebau darstellen, betonen die Projektverantwortlichen. Die zukünftigen Nutzer sollen in der Lage sein, ihren Energiebedarf selber zu optimieren und dadurch ihren Teil für die verantwortungsbewusste Gestaltung der Zukunft beizutragen. Vorgesehen ist, dass die Seewassernutzung hierfür eine Schlüsselrolle einnehmen wird. Das Zusammenspiel von thermischer Energieversorgung durch einen Mix aus Seewasser-, Solarenergie- und Abwärmenutzung soll den Energiebedarf zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energiequellen decken. Zudem strebt die Überbauung das Zertifikat für «2000-Watt-Areale» an.Baubewilligung wird 2021 erwartet
Noch sind nicht alle Hürden überwunden: In der Stadt Luzern entscheiden 2021 die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über die städtische Finanzierung dieses Projekts. Die ewl areal ag rechnet mit Baubewilligung im gleichen Jahr. Der Baustart der ersten Etappe ist für 2022 vorgesehen. Gebaut wird in zwei Etappen. Der Betrieb der vorhandenen Nutzungen auf dem Areal werde während der gesamten Bauphase ohne Provisorien gewährleistet, teilt das ewl mit. Der Baustart der zweiten Etappe ist für 2024 geplant. Zwei Jahre später sollen die Wohnungen, Pflegeplätze und Büroräumlichkeiten bezogen werden. ■ -

Luzern Nord: Bauliches Energiewunder trotzt Hitze und Kälte
Das visuelle Gesicht Emmens ist geprägt durch eine industrielle Baukultur, die sich seit einigen Jahren transformiert, wie in der Viscosistadt beim Seetalplatz im neuen Stadtteil Luzern Nord oder in der westlich angrenzenden Vorderen Emmenweid. Aktuelle Bauprojekte beweisen einen respektvollen und zukunftsweisenden Umgang mit Emmens reicher «Industrie-DNA». So auch der Bau 2226 in ebendieser Vorderen Emmenweid, der als energetisches Pilotprojekt Geschichte schreibt. Weltweit wurde ein solcher Bau erst einmal realisiert, und schweizweit stellt das Gebäude, das ohne Heizung, mechanische Lüftung und Kühlung auskommt, eine Premiere dar. Über das Spannungsfeld zwischen Zukunft und Vergangenheit, Innovation und historischem Erbe sowie ökologischen und ökonomischen Ansprüchen.
Von der Masse abheben
Die Sanierungsbedürftigkeit des Crinolbaus an der Emmenweidstrasse war hoch. Zu hoch. Das teilweise mit Spannvorrichtungen zusammengehaltene Bauwerk konnte deshalb nicht effektiv genutzt werden. Dieser Umstand veranlasste den Eigentümer, die BRUN Real Estate AG, im Jahr 2014 eine Studie in Auftrag zu geben für die künftige Entwicklung des Gebäudes. Eine Herausforderung für einen solch geschichtsträchtigen Bau. Um den grossen Ansprüchen an den Neubau gerecht zu werden, wurde der Wettbewerb deshalb eng durch die Gemeinde Emmen und die Kantonale Denkmalpflege begleitet. Dies mit dem Ziel, eine zeitgemässe und wirtschaftliche Lösung zu finden. Mit Erfolg: «Das Siegerprojekt hat am meisten überzeugt, weil es innovativ und energetisch sinnvoll ist. Ausserdem hebt es sich von der Masse ab und entspricht dem Zeitgeist und dem nachhaltig ökologischen Wandel. Als Immobilien-Entwickler müssen Sie heute innovativ sein», begründet Adrian Brun, Inhaber der BRUN Real Estate AG, die Wahl des Projektes vom Architekturbüro Baumschlager Eberle.Siegerprojekt ohne Heizung, Lüftung und Kühlung
«Ein selbstbewusstes […] Gebäude gesellt sich als Ersatzneubau und Nachfolger des Crinolbaus zu den bestehenden Bauten und verhilft dem Ensemble zu einer neuen, starken Identität», hält der Bericht der Jury fest. Das Beachtliche an dem viergeschossigen Neubau ist, dass er ohne Heizung, mechanische Lüftung und Kühlung auskommt. Dennoch wird stets eine angenehme Innentemperatur geboten: Für die Temperaturstabilität sorgt die thermische Masse. Die Aussenwände sind fast 80 cm dick und verfügen über einen zweischaligen Wandaufbau, der einerseits eine hohe Druckfestigkeit aufweist und andererseits effizient isoliert. Dadurch weisen die Aussenwände eine sehr gute Wärmedämmung auf. Geheizt wird das Gebäude mit der Abwärme der Menschen, der Computer, des Lichts und weiterer Maschinen. Bei sommerlicher Hitze wird nachts mit Zugluft gekühlt. Eine ausgeklügelte Regelungstechnik betätigt Klappenlüftungen und sorgt stets für eine angenehme Raumtemperatur und die richtige Luftqualität.Ein vergleichbares Projekt wurde weltweit erst einmal verwirklicht: In Lustenau (Österreich) realisierten die Baumschlager Eberle Architekten im Jahr 2013 bereits ein ähnliches Bürogebäude. Dieser Bau diente energetisch auch als Prototyp und trägt den pragmatischen Namen 2226, weil die Innentemperatur stets im Bereich zwischen 22 und 26 Grad Celsius gehalten wird.
Verbindung zwischen alt und neu
Der alte Crinolbau war ein wesentlicher Bestandteil der südlichen Backsteinfront in der Emmenweid sowie ein bedeutender Zeitzeuge der Emmer Industriegeschichte. Es handelte sich um eine Mischkonstruktion mit Sichtbacksteinmauern sowie einer inneren Tragkonstruktion aus Eisen und Holz. Das mächtige Walmdach, bestehend aus vier Dachflächen, war charakteristisch für das Gebäude. Diesen historischen Merkmalen sollte der Neubau gerecht werden. Die Wuchtigkeit der Aussenwände des neuen Gebäudes erinnert deshalb stark an den Späthistorismus im 19. Jahrhundert, insbesondere an die Jugendstilzeit.Geschichtsträchtiger Ort
Die Vordere Emmenweid hat die Geschichte Emmens stark geprägt. Als 1906 die französische Société de la Viscose ihre Kunstseidenfabrik in der Vorderen Emmenweid öffnete, nahm die Entwicklung richtig Fahrt auf und katapultierte Emmen innerhalb weniger Jahre an die Spitze der Industriegemeinden rund um Luzern. Entsprechend entstanden von 1906 bis 1945 in der Vorderen Emmenweid zahlreiche Fabrikanlagen. Mit den tiefgreifenden wirtschaftlichen Veränderungen und der Stagnation in den 1970er- bis 1990er-Jahren verlor das Industriequartier in der Vorderen Emmenweid zunehmend an Bedeutung. Die traditionsreichen Crinolhallen wurden nach wie vor genutzt und boten anderen industriellen Betrieben und Unternehmen ein zuhause.Zeit stand still
Während die Vordere Emmenweid, wie es schien, baulich still stand, entwickelten sich die umliegenden Gebiete in den letzten Jahren rasant. Die Viscosistadt hat sich zu einem städtischen Zentrum mit über 100 Mietern aus 15 Branchen weiterentwickelt, unter ihnen die Hochschule Luzern-Design & Kunst. Sie bezog im November 2019 bereits ihren Erweiterungsbau. Die Vordere Emmenweid reiht sich mit dem Bau 2226 also nahtlos in diese Transformation ein. «Emmen ist im Aufschwung und wird seine Position als wichtiger regionaler Wirtschaftsstandort ausbauen», erklärt Brun. Durch den Neubau hat die Vordere Emmenweid ein schweizweites Leuchtturmprojekt erhalten, das sowohl ökologisch funktioniert als auch eine moderne Mieterschaft anspricht – tiefere Nebenkosten inklusive. ■ -

Walter Ineichen: «Integrale Energielösungen steigern die Attraktivität von Immobilien»

Integrale Energielösung «Stockacker» in Reinach (BL)
1. Energiezentrale mit Wärmepumpen, 2. Leitungen zu den Gebäuden (Wärme/Kälte), 3. Erdsondenfeld, 4. Photovoltaikmodule, 5. Batterieraum, 6. Ladestationen für Elektroautos
Wofür steht Energie 360°?
Die Energie 360° AG gehört zu rund 96 Prozent der Stadt Zürich und bringt Wärme, Kälte, Strom sowie Mobilität zu integralen Energielösungen zusammen und macht nachhaltige Energie in der gesamten Schweiz nutzbar. Die Kunden wollten zunehmend Wärme statt Gas kaufen, weshalb wir uns nach und nach neu ausrichteten. Ein Meilenstein war sicherlich das Ja der Stadt Zürich zur 2000-Watt-Gesellschaft im Jahr 2008. Seit 2014 sind wir unter dem neuen Namen Energie 360° aktiv. Heute versorgen wir die Stadt Zürich sowie rund 40 Gemeinden mit immer mehr erneuerbarem Biogas und erneuerbaren Energieverbünden. Zudem entwickeln wir für Neubau-Areale zusammen mit den Bauherren individuelle und integrale Energielösungen.Welches sind Ihre Hauptkunden?
Wir arbeiten vor allem mit Gemeinden, Investoren, Bauherren sowie Architekten und Arealentwicklern zusammen. Bei Wohnbauprojekten kommen wir in der Regel ab 50 geplanten Wohnungen ins Spiel.Aus welchen Quellen stammt die Energie, die Sie anbieten?
In der Stadt Zürich liefern in erster Priorität die Kehrichtheizkraftwerke Hagenholz und Josefstrasse Abwärme, welche in Form von 90 bis 120 Grad heissem Wasser über ein Leitungsnetz direkt in die Gebäude gelangt. Wo diese Energie nicht genutzt werden kann, greifen wir auf Umweltenergie wie Grund- oder Seewasser zurück. Weitere Quellen für Energieverbünde sind Holzschnitzel und Holzpellets. Für dezentrale Lösungen setzen wir oft Erdsonden- und Luftwärmepumpen ein.«Ölheizungen wird man eines Tages nicht mehr ersetzen dürfen»
Warum sollen sich Kunden für eine nachhaltige Energielösung entscheiden und nicht auf eine vielleicht günstigere, «herkömmliche» Energieversorgung setzen?
Wenn man es hart auf hart vergleicht, ist die fossile Energielösung kurzfristig gesehen aktuell oft noch günstiger. Eine Ölheizung zu ersetzen, kostet fast nichts, die CO2-Abgabe ist mit 95 Franken pro Tonne noch niedrig. Aber die CO2-Abgabe soll auf 210 Franken pro Tonne erhöht werden, und weitere verstärkte Anforderungen werden mit der Umsetzung der «Mustervorschriften» der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) erfolgen. Ölheizungen wird man eines Tages nicht mehr ersetzen dürfen, und der Preis für Öl und Gas schwankt stark.Wie unterscheidet sich Energie 360° von den Schwesterfirmen wie dem EWZ, ERZ und EKZ?
Jedes Unternehmen ist ein Marktplayer, der ähnliche Segmente bedient, aber dennoch eine spezifische Ausrichtung hat. Wir fokussieren uns bei Energie 360° auf innovative, integrale und langfristige Energie- und Mobilitätslösungen, die individuell für die Bedürfnisse des Kunden entwickelt werden.Was verstehen Sie unter einer integralen Energielösung?
Hier geht es darum, Synergien optimal zu nutzen. Idealerweise werden wir bei Bauprojekten schon in einer sehr frühen Phase hinzugezogen. Dann klären wir mit dem Bauherrn bzw. dem Investor die langfristigen Nutzungsabsichten und die Anforderungen an Wärme-, Kälte-, Strom- und Mobilitätsinfrastruktur ab. Diese Sektoren können bei einer integralen Energielösung optimal gekoppelt werden. Ebenfalls wichtig ist, ob eine spätere Umnutzung des Areals vorgesehen ist. Dazu bringen wir die Anforderungen des Bauherrn an Wirtschaftlichkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit in Erfahrung. Neubauten sollen für 50 oder sogar 100 Jahre genutzt werden können, weshalb sich bereits heute ein Bau gemäss den Leitlinien der Energiestrategie 2050 lohnt.«Von einer integralen Energielösung profitiert der Bauherr wie auch der Mieter»
Haben Sie ein konkretes Beispiel dafür, wie eine solche integrale Energielösung aussehen kann?
Wir haben zum Beispiel für das Areal Stockacker in Reinach (BL), welches vier Mehrfamilienhäuser und insgesamt 77 Wohnungen umfasst, eine integrale Energielösung entwickelt. Sie beinhaltet Wärme, Kälte, Strom, Elektromobilität sowie Smart Solutions. Mit der Photovoltaikanlage werden die Wärmepumpen für die Erdsonden betrieben. Das Erdreich liefert damit die Energie zum Heizen. Über die Bodenheizung entziehen wir den Räumen im Sommer wiederum Wärme, welche wir den Erdsonden zuführen – das sogenannte Free Cooling. Die Erdsonden können sich dadurch regenerieren und die Bewohner profitieren gleichzeitig von einer leichten Abkühlung der Wohnräume. In der Garage werden wir bei 16 der 80 Parkplätze Ladestationen für Elektroautos installieren, welche über Solarstrom geladen werden. Nach Bedarf können später weitere Ladestationen hinzukommen.Wie profitieren die Bewohner und der Bauherr konkret von dieser Lösung?
Die Bewohner bezahlen weniger für den Strom als bei einer konventionellen Energielösung, während der Bauherr von einer hohen Versorgungssicherheit und tieferen Investitionskosten profitiert. Ausserdem ist unsere Lösung sehr preisstabil und ökologisch: Wir konnten beispielsweise Erdsonden einsparen. Eine Erdsonde ist immer mit Bohrungen und Ölverbrauch verbunden – sogenannte graue Energie. Zudem ist ein Batterieraum geplant, für welchen wir Second-Life-Batterien, also solche, die nicht mehr hinreichend geladen werden können und somit für Elektroautos nicht mehr taugen, verwenden werden. Diese Batterien werden tagsüber per Solarstrom geladen und stehen dann abends, wenn viel Strom verbraucht wird, zur Verfügung.Elektroautos sind stark im Kommen. Wie sehen Sie die Durchsetzungskraft dieser Mobilitätsform?
Elektroautos sind sicherlich eine Lösung unter anderen. Aber sie ist extrem spannend, da wir dezentral Solarstrom für die Elektromobilität nutzen können. Wenn man mit Methanol, Wasserstoff oder Gas tanken würde, wäre eine Versorgung auf dem eigenen Areal nicht so einfach möglich.
«Wir müssen schon heute für die nächsten 30 Jahre vorausdenken»
Wie lauten Ihre Empfehlungen für Neubauprojekte: Wie viele Ladesta-
tionen sollten prozentual in einer Einstellhalle bereitgestellt werden?
Wir orientieren uns an der Empfehlung der SIA 2060, welche eine erste vollständige Ausrüstung von 20 Prozent empfiehlt. Unsere Lösung sieht jedoch vor, dass mittel- bis langfristig ein Grossteil der Parkplätze ohne grosse Mehrkosten elektrisch erschlossen werden kann.Welche Herausforderungen bringt die Elektromobilität in diesem Zusammenhang mit sich?
Wir müssen bei Neubauprojekten bereits heute die Installationen so berücksichtigen, dass der Bedarf der nächsten 30 Jahre gedeckt werden kann. Über Stromschienen definieren wir die Grundversorgung einer Einstellhalle und rüsten danach Ladestationen nach Bedarf auf. Wir müssen uns aber immer überlegen, wie viele Reserven wir einplanen müssen und wie viel Mobilität tatsächlich dezentral geladen werden kann, bis die Kapazität des Netzanschlusses erreicht ist. Auch der Netzbetreiber wird mit immer mehr Herausforderungen bezüglich Lastenmanagement konfrontiert.Wie sieht Ihre Lösung hierfür aus?
Wir versuchen mit dezentraler Solarstromproduktion und aktivem Lastenmanagement der grossen Stromverbraucher wie den Wärmepumpen oder den Elektrofahrzeugen, die Stromspitzen zu reduzieren. Mittelfristig könnten die Elektrofahrzeuge mittels bidirektionalem Laden zu Zeiten, in denen die Bewohner besonders viel Strom verbrauchen, ebenfalls für die Stromversorgung zur Verfügung stehen. Dadurch muss das Areal nicht auf das Stromnetz zurückgreifen, sondern kann sich einen gewissen Prozentsatz Energie aus den einzelnen Elektroautos ziehen, welche tagsüber wieder mit Solarstrom geladen werden.Dann entlädt sich ja aber das Auto?
Wir sprechen hier lediglich von 10 bis 20 Prozent, die einem Auto im Falle einer Energieknappheit entzogen würden. Der Autobesitzer würde natürlich auch davon profitieren und eine Entschädigung erhalten. Ausserdem kommen hier intelligente Interaktionen zum Zuge: Ein Autolenker wird mit Hilfe einer App definieren können, welcher Ladestand sein Auto jeweils am nächsten Morgen aufweisen muss. Man muss auch bedenken, dass das Auto nicht nur zu Hause geladen wird, sondern auch beim Arbeitgeber. Zudem gibt es bereits viele öffentliche Ladestationen. Unsere Tochterfirma «GOFAST» stellt beispielsweise Schnell-Ladestationen an Raststätten zur Verfügung, welche bei längeren Fahrten ebenfalls genutzt werden können.
«Die Energiewende ist ein europäisches Gesamtprojekt»
Das heisst, dass die Digitalisierung auch bei integralen Energielösungen immer wichtiger wird?
Genau. Um nochmals auf das Areal Stockacker zurückzukommen: Mit Hilfe der Lösung unserer Tochterfirma Smart Energy Link (SEL) können wir Bewohnern beispielsweise per App einen günstigen Solartarif anbieten, welchen sie für das Heizen des Backofens oder für das Trocknen der Wäsche verwenden können. Wenn tagsüber viel Strom zur Verfügung steht, kann dieser günstiger genutzt werden. Zudem rüsten wir heute immer mehr Anlagen mit Sensoren aus. So sehen wir, wenn die Energieversorgung irgendwo ins Stocken gerät und können reagieren, bevor es zu einem Ausfall kommt.Und noch ein Blick in die Zukunft: Schaffen wir die Energiewende?
Irgendwann werden wir sicher zu 100 Prozent erneuerbare Energie verwenden, weil es auch ökonomisch sinnvoll ist. Grundsätzlich gilt: Je schneller, desto besser. Wir können natürlich versuchen, die Kunden von einer nachhaltigen Energielösung zu überzeugen, aber um die Wende zu schaffen, müssen alle an einem Strang ziehen. So müssen auf Gesetzesebene alle Hebel in Bewegung gesetzt werden, es braucht langfristig denkende Investoren und innovative Lösungsanbieter. Hilfreich ist sicher auch, dass fossile Energielösungen entsprechend den Kosten verteuert werden. Die Energiewende wird am Ende ein europäisches und globales Zusammenspiel sein. Sie ist ein Gesamtprojekt. ■ -

Michèle Graber: «Es ist ein Gebot der Stunde, die weitere Zersiedelung zu verhindern»
Frau Graber, herzliche Gratulation zur Wahl zur Präsidentin von LuzernPlus. Was hat Sie bewogen, sich für das Amt zur Wahl zu stellen?
Vielen Dank. Warum ich mich zur Wahl gestellt habe? Es waren die spannenden Herausforderungen, die mich gereizt haben. Ich möchte mich gerne vermehrt direkt für die prosperierende Weiterentwicklung unserer wunderschönen Region Luzern einsetzen.Wurden Sie für dieses Amt angefragt oder haben Sie sich hierfür «beworben»?
Die interne Findungskommission für die Nachfolge von Pius Zängerle hat mich für das Amt angefragt. Das hat mich natürlich sehr gefreut. Nach verschiedenen Gesprächsrunden bei der Findungskommission und dem Vorstand wurde ich schliesslich als Kandidatin der Delegiertenversammlung vorgeschlagen und einstimmig gewählt.Was sind Ihre Hauptaufgaben als Präsidentin?
Das Präsidium von LuzernPlus ist für die strategische Führung des Gemeindeverbandes zuständig. Dazu werde ich vom Vorstand unterstützt. Auf operativer Ebene kann ich mich auf ein eingespieltes Team in der Geschäftsstelle verlassen.Seit dem 1. Januar 2020 präsidieren Sie den Gemeindeverband LuzernPlus. Wo setzen Sie Ihre Prioritäten und Schwerpunkte?
Die ersten Wochen möchte ich dazu nutzen, um mir einen guten Überblick zu verschaffen. Grundsätzlich ist es mir sehr wichtig, den regelmässigen Austausch mit unseren Gemeinden und Partnern zu pflegen und so für alle ein offenes Ohr zu haben. Als zentralen Punkt für unsere Region erachte ich die Weiterentwicklung des Durchgangsbahnhofs. Das ist aus meiner Sicht das wichtigste Infrastrukturprojekt der Region LuzernPlus für diese Generation.Es ist zu lesen, dass Sie als Kantonsrätin und Geschäftsführerin der GLP über grosse politische und strategische Erfahrung verfügen und gewohnt sind, im politischen Prozess geeignete Lösungen zu finden. Was heisst geeignete Lösungen?
Ich vertrete seit mehreren Jahren die GLP im Luzerner Kantonsrat. Als Fraktionsvorsitzende einer kleinen Partei bin ich gefordert, Lösungen über die eigene Partei hinaus zu fördern. Für mich steht immer die Sache im Zentrum.Als Präsidentin möchten Sie die Siedlungs-, Landschafts- und Verkehrsentwicklung in der Region gemeinsam mit den 24 Gemeinden anpacken und damit zur Attraktivität der Region LuzernPlus beitragen. Wo setzen Sie hier die Prioritäten?
Die Abstimmung von Siedlung und Verkehr ist ein zentraler Baustein unserer Entwicklung. Dazu gehört die Förderung von flächeneffizienten Verkehrsmitteln im urbanen Raum. Es ist ein Gebot der Stunde, die weitere Zersiedelung zu verhindern und beispielsweise die Zentren mit der Versorgung zu stärken. Das ist gelebter Klimaschutz. Als einen sehr wichtigen Teil in der Gestaltung von verdichteten Siedlungsgebieten erachte ich die Erhaltung und Erstellung von hochwertigen Angeboten an multifunktionalen Flächen, grosszügigen Begegnungszonen und attraktiven Grünanlagen.Sie sprechen auch von gemeindeübergreifenden Themen. Will heissen?
Besonders die Fragen der Mobilität und der Energieversorgung enden nicht an den Gemeindegrenzen. LuzernPlus möchte diese Synergien noch stärker in den Vordergrund rücken. Hier sind wir alle gemeinsam gefordert.Ihr Vorgänger, Pius Zängerle sagte, dass das enorme Potenzial der Region LuzernPlus nur durch eine zielgerichtete Zusammenarbeit zwischen den 24 Gemeinden möglich ist. Ist das nicht eine Herkulesaufgabe?
Das ist wahrlich eine grosse Herausforderung. Ich glaube aber, dass LuzernPlus bisher verschiedene wichtige Meilensteine setzen konnte. So sind zum Beispiel die Gebietsmanagements, welche die Nahtstelle zwischen den Gemeinden, dem Kanton, der Wirtschaftsförderung und den Investoren bilden, schweizweit einzigartig. Wir werden die Gemeinden weiterhin unterstützen, Projekte gemeinsam zu entwickeln. Auf diesem Weg möchte ich gerne weiterfahren.Wie stark können Sie die Strategie respektive den Kurs von LuzernPlus prägen, beziehungsweise umsetzen?
Ich möchte gerne meine Funktion dazu nutzen, die Gemeinsamkeiten herauszuschälen und diese Stärken zu stärken. Nur gemeinsam können wir den grossen zukünftigen Herausforderungen entgegentreten und gute Lösungen erarbeiten.Welches sind die Gemeinsamkeiten und was bedeutet es, diese herauszuschälen und zu stärken?
Die Region LuzernPlus steht gemeinsam für die Realisierung des Durchgangsbahnhofs Luzern ein. Dieser bringt für die kommende Generation einen Meilenstein in der schienengebundenen Mobilität: einerseits für den Fernverkehr, andererseits aber auch für die S-Bahn Luzern. So wird die dringend notwendige Taktverdichtung im Regionalverkehr erst mit dem Durchgangsbahnhof Luzern möglich sein.
Auch wollen Sie in Ihrem Amt zur Attraktivität der Region beitragen. Das ist ein allgemeiner Begriff. Können Sie etwas konkreter werden?
Unsere Region bietet nicht nur das «Touristen-Luzern », wie es den meisten bekannt ist. Zu einer attraktiven Region gehören ausserdem eine nachhaltige Energieversorgung, vielfältige Freizeitmöglichkeiten und ein attraktives Kultur- und Sportangebot. Gerade was die Naherholung auch für uns Einheimische betrifft, sind wir sicherlich gut unterwegs – aber wir dürfen hier nicht stehen bleiben.Für Armin Camenzind, Geschäftsführer von LuzernPlus, zählt die Mobilität zu einem bedeutenden Standortfaktor, denn die Standortattraktivität hängt massgeblich von der Erreichbarkeit ab. Wie ist diese zu bewerkstelligen respektive was heisst optimale Erreichbarkeit?
Die Erreichbarkeit unserer Region muss mit allen Verkehrsträgern möglich bleiben. Dazu gehört der Durchgangsbahnhof, aber auch das Gesamtsystem Bypass, welcher für das Strassennetz eine merkliche Entlastung geben dürfte. Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Grossteil des öffentlichen Verkehrs auf der Strasse stattfindet. Hier hat für mich die konsequente Bevorzugung des Busverkehrs eine hohe Priorität. Als passionierte Velofahrerin ist aber ebenso die Nutzung des Velos wichtig. Das Miteinander von ÖV, dem motorisierten Individual- und Langsamverkehr macht es aus.Als Kantonsrätin der GLP machen Sie sich stark für eine gesunde Umwelt und florierende Wirtschaft und möchten diese in Einklang bringen. Sie bezeichnen diese als Lebensgrundlagen von morgen. Wie wollen Sie diese Bereiche unter einen Hut bringen?
Die beiden Begriffe sind keineswegs Gegensätze: Energiestrategie, Klimaschutz und CO2-Gesetze bieten grosse Chancen für unsere Wirtschaft. Diese können durch wirksame und sozialverträgliche Lenkungsmassnahmen rasch und effizient genutzt werden. Damit werden viele Subventionen und Regulierungen überflüssig. Umweltbewusstes Handeln muss und kann sich für Unternehmen lohnen.
Was heisst umweltbewusstes Handeln muss und kann sich für Unternehmen lohnen?
Immer noch verschwenden wir sehr viel Energie, weil sie zu wenig kostet. Dabei ist die wertvollste Kilowattstunde diejenige, welche nicht verbraucht wird, denn diese muss nicht produziert, transportiert und gespeichert werden. Mit einem verursachergerechten Energiepreis würden Energieeffizienzmassnahmen endlich rentabel und längst vorhandene Cleantech-Lösungen würden umgesetzt. Investitionen in erneuerbare Energie sind bei einer Vollkostenrechnung der fossilen und atomaren Energie schon heute wirtschaftlich überlegen und lohnen sich. Auch der dringend nötige Umstieg auf eine umweltfreundliche Mobilität wird mit den richtigen Anreizen rasch folgen. Der Mensch und die Wirtschaft funktionieren nun mal so, dass er nur etwas ändert, wenn es sich für ihn lohnt.
«Wir verschwenden sehr viel Energie, weil sie zu wenig kostet.»
Sie führen unter anderem eine eigene Firma für Managementberatung. Wie gross wird Ihr Arbeitspensum als Präsidentin von LuzernPlus sein?
Das Pensum als Präsidentin liegt bei knapp zwanzig Prozent, wobei sicherlich die erste Phase ein deutliches Mehr an Arbeit bringen wird. Ich freue mich auf mein neues Engagement.Worauf freuen Sie sich am meisten?
Es sind die vielen neuen Themen, in welche ich mich am Einlesen bin. Sie sind sehr spannend. Dass LuzernPlus vernetzt, spüre ich bei der Lektüre der verschiedenen Dossiers immer wieder.Apropos Engagement: Sie sind seit 1997 Vorstandsmitglied der Fallschirmgruppe Titlis und seit 2013 deren Präsidentin. Wie sind Sie zum Fallschirmspringen gekommen und was bedeutet Ihnen dieser Sport?
Zur Erstkommunion habe ich von meinem Götti – er war Flugbegleiter bei der damaligen Swissair – einen Flug von Zürich nach Genf geschenkt bekommen. Schon damals wäre ich am liebsten aus dem Fenster gesprungen, um auf den Wolken spazieren zu können. Als Zwanzigjährige habe ich meinen ersten Fallschirmsprung verwirklicht. Fasst dreissig Jahre lang habe ich meine Passion für das Fallschirmspringen gelebt. Dies zum Teil sehr intensiv als Wettkämpferin und Fallschirmsprunglehrerin. Nur «auf den Wolken spazieren zu können» hat nicht geklappt (lacht).Zählt Fallschirmspringen – nebst Biken und Langlaufen – noch heute zu Ihren Hobbys?
Nein, das aktive Springen habe ich aufgegeben. Mein letzter Sprung war vor eineinhalb Jahren.Oft hört man von Fallschirmspringern, dass es das Gefühl der absoluten Freiheit, der Adrenalinkick und Nervenkitzel ist, was die Faszination ausmacht. Ist dem so?
Die grosse Faszination waren für mich die freien, aber auch sehr kontrollierten Bewegungen im dreidimensionalen Raum. Als Fallschirmsprunginstruktorin ist es sehr bereichernd, den Lernenden ihre Angst vor dem Neuen zu nehmen und ihnen das Vertrauen zu geben, dass sie die Extremsituationen sicher meistern können. Der Nervenkitzel und Adrenalinkick wechseln bald in pure Lebensfreude und münden in einem gesunden Respekt gegenüber den Naturkräften.Vertrauen zu haben und Extremsituationen zu meistern, gilt sicherlich auch am «Boden». Welche Situationen kommen Ihnen dabei spontan in den Sinn?
Die politische Arbeit ist oftmals vergleichbar. Harte Verhandlungen und das Ringen um Kompromisse können mitunter durchaus schwierig sein. Aber das reizt mich. ■ -

Der SUPSI Universitätscampus in Mendrisio

Ein Innenraum des Hofes
Der neue Campus ist eine regionale Einrichtung. Der Standort entlang der Nord-Süd-Hauptbahnachse ermöglicht es, die Zugehörigkeit des Gebäudes zu einer Region und nicht zu einem Ort zuzuordnen, wodurch es als territoriale Infrastruktur charakterisiert wird, während seine Identität kantonal ist. Der voluminöse Körper fügt sich perfekt in das gegenwärtige Stadtgefüge ein: eine klare Präsenz entlang der Eisenbahnachse und ein abnehmendes Volumen in Richtung der vorderen Nachbarschaft.
Entlang der Eisenbahn
Das Funktionsprogramm des Instituts ist in verschiedene Bereiche unterteilt: Laboratorien, Klassenzimmer, Forschungs- und Verwaltungsbüros. Bestimmte Räume wie die Bibliothek, der Mehrzweckraum, das Schulrestaurant und die Ausstellungsbereiche vervollständigen eine komplexe Funktionskonstellation. Der Vorschlag des Genfer Studios Bassi Carella Marello Architectes organisiert die Funktionen „nach Schichten“, die aneinander gelehnt sind, wie in einem für ein Schienensystem typischen Serialitätsprinzip. Die Analogie zur Eisenbahn wird durch den Wunsch vervollständigt, eine für ein städtisches Programm charakteristische räumliche Intensität zu erzeugen. Die verschiedenen Höhen der Räume, die mit jeder Funktion verbunden sind, führen zu Lücken zwischen den verschiedenen Bereichen und ermöglichen einen großen volumetrischen Reichtum.Eine interne Straße
Die Größe des Territoriums und die programmatische Dichte werden in der internen Organisation des Gebäudes durch eine „Fußgängerrampe“ ausgedrückt, eine interne städtische Treppe, die alle Räume der Universität verbindet. Diese Infrastruktur definiert den Charakter des Gebäudes, ermöglicht eine globale Vision des Ganzen und erleichtert die Beziehungen zwischen den Menschen, die dort häufig sind und zirkulieren.
Die Fließfähigkeit der von den Rampen erzeugten Wege erleichtert Bewegungen und den Austausch zwischen den Schülern. Die leichte Neigung ermöglicht es auch, diesen Raum für Veranstaltungen, zur Unterhaltung oder zum Lesen oder Lernen zu nutzen.Die Struktur, die organisiert
Der architektonische Ausdruck des Projekts ist eng mit der statischen und konstruktiven Struktur des Gebäudes verbunden. farbiges beton ist das einzigartige und wesentliche material, das seinen körper ausmacht. Unterschiedliche statische Kapazitäten, die mit der Nutzung der Räume, der Vorfertigung und der Korrelation zwischen Struktur und Techniken verbunden sind, ermöglichen es, auf die verschiedenen Bauprobleme des Gebäudes zu reagieren.
Architektur entsteht daher aus einer Herausforderung, einem Interesse an architektonischen Lösungen von Großarbeiten. Das Know-how der Ingenieure ermöglichte es, die Berechnungs- und Konstruktionstechniken optimal zu nutzen und die Materialien optimal zu nutzen. Die Größe des Gebäudes und das sich wiederholende und modulare Prinzip haben wirtschaftliche Lösungen ermöglicht, die schnell umgesetzt werden können, aber auch eine große Ausdruckskraft haben.
Eine Fachhochschule, die lehrt, wie man ähnliche Fächer entwirft, baut und behandelt, wird in der Lage sein, sich zu Themen, die sie betreffen, bei Studenten, die für diese Themen sensibel sind und sie verstehen möchten, umfassend zu äußern.
Transparenz gegenüber dem zentralen Raum ist ein wesentlicher Aspekt des Projekts und ermöglicht visuelle Interaktion und Austausch, die für den Charakter des Gebäudes wesentlich sind.
Eine aktive Energiemasse Die Ausbeutung der gebäudeigenen Mineralmasse ist einer der wesentlichen Faktoren des Energieaspekts. Der wichtige Betonkörper ermöglicht nicht nur eine bessere Kontrolle der Phasen der Außentemperaturen, sondern nutzt dank seiner Aktivierung durch aktive Platten seine Energiequalitäten optimal aus. Die Verwendung eines einzigartigen Hauptmaterials, die radikale Reduzierung von Beschichtungsmaterialien und die Analyse der Grauenergie sind ein wesentlicher Auftakt zur Erreichung des Minergie-Standards. Lösungen, die auch große Wärmedämmstärken, einstellbaren Sonnenschutz und mechanische Belüftung sowie einen geringen Stromverbrauch für die Beleuchtung und ein perfekt von der Luft isoliertes Gebäude umfassen. ■ -

Nachhaltigkeit für Pian Scairolo

Darstellung eines Teils des grünen Parks mit dem Heilpflanzengarten und den Vogelhäuschen. 
Detail des Projekts vom «rechten Ufer» aus gesehen, mit dem Schutz der zukünftigen Straßenbahn zwischen Lugano und Grancia.
IBSA wuchs exponentiell von 40 Mitarbeitern im Jahr 1985 auf die heutigen 660 allein im Tessin und war im Laufe der Jahre gezwungen, kontinuierlich neue Büros zu eröffnen. Die Notwendigkeit, alles an einem einzigen Standort zu konzentrieren, geht auf das Jahr 2001 zurück, als das Unternehmen 240 Mitarbeiter beschäftigte (heute beschäftigt die IBSA-Gruppe 1600), und ist inzwischen dringend geworden. Leider endete dieses erste Projekt jedoch aufgrund verschiedener bürokratischer Hindernisse, die vor einigen Jahren endgültig freigeschaltet wurden, in einer Pattsituation.
Daher definiert die Vision der Zentralisierung in einem einzigen Viertel, einer Art „pharmazeutischem Campus“, alle „Inhalte“ des Unternehmens, wie sie die Architektin Christophe Almeida Direito, Leiterin Gebäude & Infrastruktur bei IBSA, definiert: Hauptsitz, Produktionsabteilungen, Forschung und Entwicklungslabors und Logistik.
Ein titanisches Projekt
Pian Scairolo ist sicherlich eines der größten Industriebauprojekte, die jemals im Tessin begonnen wurden. In der Tat ist die Umwandlung von über 68’000 m2 Gebäudefläche die Rede. Die geplante finanzielle Investition ist ebenfalls enorm: zwischen 80 und 100 Millionen Franken. Ebenso groß war die bürokratische Herausforderung, die es zu bewältigen galt, da sich das Gebiet, in dem die künftige CorPharma IBSA entstehen wird, zwischen zwei Gemeinden befindet, nämlich Lugano und Collina d’Oro. Der Großteil der Arbeiten wird voraussichtlich bis 2025 abgeschlossen sein.Die erste Phase des Projekts – die bereits begonnen hat – umfasst die vollständige Renovierung des Gebäudes des ehemaligen Titanic-Fitnessstudios, in das der derzeitige Hauptsitz in Massagno mit rund hundert Arbeitsplätzen verlegt wird. Ein Gebäude mit einer Fläche von ca. 5500 m2, das sich auf vier Ebenen erhebt und eine Bruttonutzfläche von ca. 11’000 m2 bietet. Allein für diese Struktur rechnet die IBSA mit einem Aufwand von rund 55/60 Millionen Franken.
Im Einklang mit der Umwelt
Neben diesem Bau umfasst das künftige Zentrum drei weitere Gebäude (Lager, Laboratorien, Produktion, technische Einrichtungen), die bereits teilweise von IBSA bewohnt werden und sich auf der anderen Seite der Kantonsstraße befinden, die die Grenze zwischen den Gemeinden Lugano und Lugano markiert Collina d’Oro. Besonderheiten: Sie werden über einen unterirdischen Tunnel mit Schienen für den Materialtransport und Rohrleitungen für Flüssigkeiten mit dem ehemaligen Titanic-Standort verbunden. Eine Wahl, letztere, die keine Auswirkungen auf die Umwelt hat. Wie der Bogen. Almeida, die harmonische Einfügung in die Umgebung, ist in der Tat ein grundlegendes Kriterium des Projekts, das auch mit anderen architektonischen Maßnahmen wie beispielsweise mit Grün bedeckten Dächern und Wänden sowie allen in der Gebäudehülle enthaltenen Industrieanlagen verfolgt wird .Der Aspekt der ökologischen Nachhaltigkeit wird auch durch die Photovoltaikanlage auf dem Dach des ehemaligen Titanic-Gebäudes gefördert, wodurch das IBSA-Zentrum hinsichtlich der Wärmeerzeugung völlig autark wird. Nachhaltigkeit wurde auch durch die Auswahl möglichst nachhaltiger Baustoffe gefördert: Beton, Glas und Aluminium. Darüber hinaus erfüllen die Gebäude die Minergie-Standardparameter: Pflege der Gebäudehülle und extrem niedriger Energieverbrauch bei hohem Anteil an erneuerbarer Energie.
Weniger Verkehr und grüner
Besonderes Augenmerk wurde auch auf die Mobilität gelegt, ein besonders heißes Thema in diesem stark frequentierten Bereich. Die 492 Parkplätze im ehemaligen Titanic-Gebäude werden gemäß den kantonalen Vorschriften auf 200 reduziert, um die Nutzung des Autos zu verhindern. Darüber hinaus hat die IBSA eine Studie zur Unternehmensmobilität gestartet und hält sich an den Mobilitätsplan des Distrikts, der die Einführung konzerninterner Shuttles vorsieht, mit denen Grenzgänger direkt über die Grenze in den Gebieten Como und Varese abgeholt werden. Der Service wird bereits mit zwei täglichen Shuttles getestet.Ein wichtiger Bestandteil des Projekts wird der sogenannte „grüne Park“ sein, ein Gebiet von 10’000 m2, in dem sich auch ein geschütztes Biotop befindet, in dem einige seltene Arten von nationaler Bedeutung vorkommen . Der Park wird am „rechten Ufer“ in der Gemeinde Collina d’Oro entstehen und, wie der Architekt erklärt. Almeida „wird unsere Pflanzen mit einer“ vertikalen grünen Front „betrachten, die den gesamten Komplex einheitlich macht“. Auf der anderen Hälfte des Gebiets wird es das Land geben, auf dem die IBSA Heilpflanzen anbaut. Der Park wird zu einem Erholungsgebiet für die Öffentlichkeit, insbesondere für Schulkinder, mit Bildungswegen. ■
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IRB, ein neues Forschungszentrum für das Tessin

Atelier 4 Architekten (von links) Alex Braggion, Aurelio Galfetti, Carola Barchi,
Luciano Schiavon
Das große Atrium in voller Höhe, das den Haupteingang zum IRB bildet.
Das IRB, das Forschungsinstitut für Biomedizin, ist ein Kompetenzzentrum auf dem Gebiet der Immunologie, verfügt über ein aktives Netzwerk von Kooperationen mit den renommiertesten Institutionen der Welt, ist seit 2010 mit USI verbunden und bietet ein einzigartiges wissenschaftliches Umfeld. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 ist es kontinuierlich gewachsen und arbeitet eng mit dem Research Oncology Institute (IOR, seit 2017 mit USI verbunden) und den Grundlagenforschungslabors des Cantonal Hospital (EOC) zusammen. Dank dieser Zweckeinheit wurde das Projekt für ein neues Hauptquartier für das IRB, das IOR und die EOC-Forschung ins Leben gerufen, das darauf abzielt, die heute in Bellinzona und Taverne vorhandenen operativen Büros unter einem Dach zusammenzuführen.
Das Projekt
2014 startete die IRB-Stiftung einen internationalen Wettbewerb für die Gestaltung eines neuen Hauptquartiers im ehemaligen Militärlager in Bellinzona auf einem von der Stadt Bellinzona zur Verfügung gestellten Grundstück. Laut der kommunalen Botschaft wollen wir in diesem Bereich den wissenschaftlichen Pol und einen Campus für biomedizinische Wissenschaften schaffen.
Am Ende des Evaluierungszeitraums wurde das Projekt «Nel Parco» des Aurelio Galfetti-Teams ausgewählt. Der Hauptgrund für die Wahl liegt in der Tatsache, dass im Gegensatz zu den anderen sowohl die durch die Besonderheiten des Instituts vorgegebenen Bedürfnisse als auch die ideale Integration in den Stadtpark berücksichtigt wurden. Die vorgeschlagene Lösung bietet dem IRB einen würdigen und funktionalen Sitz, der gleichzeitig das freie Territorium der Stadt integriert und mit ihm kommuniziert.
Aurelio Galfetti, zusammen mit dem Atelier4architetti-Konsortium, zu dem die Architekten Carola Barchi und Alex Braggion sowie der Ingenieur Luciano Schiavon gehören, wollte mit dem Projekt einen Campus anstelle eines monumentalen Gebäudes schaffen, das die R6-Bauindizes gewährt hätten, und bevorzugte ein niedriges Gebäude, das den Blick auf die Burgen offen lässt: ein Gebäude, das in den Park eingetaucht ist und ihn nicht überblickt. Das Gebäude erstreckt sich nicht über 3 Stockwerke und ist perfekt in die Landschaft integriert. Es stellt keine Stadtarchitektur dar, die aufgrund ihrer Lage auf jeden Fall schwierig mit der Stadt zu verbinden gewesen wäre.Alle gemeinsamen Aktivitäten finden im Erdgeschoss statt: die Verwaltung, die Cafeteria, die Seminarräume und die Foyers sowie die Unterstützungsräume; Im ersten und zweiten Stock befinden sich stattdessen alle Forschungslabors und Büros der Teamleiter, die den Umfang des Gebäudes überblicken. Der Keller wird eine Garage mit 52 Plätzen haben. Die Einfahrt von Autos wird im Süden auf der Höhe der Via Bramantino erwartet. Das Tierhaus, die Lagerhäuser, die Archive und die technischen Zentren werden ebenfalls im Keller untergebracht.
Anlagenbau
Das Rückgrat des Gebäudes bilden alle Systeme, der eigentliche Kern des Instituts, der rund ein Drittel der Gesamtinvestition ausmacht. Die architektonische Herausforderung bestand darin, es zu einem integralen Bestandteil des Projekts zu machen. Die Systeme befinden sich tatsächlich entlang der Mittelachse des Gebäudes: Die Innenräume befinden sich im Erdgeschoss, die Außenbereiche (Generatoren und Lüftungsgeräte) in den Innenhöfen der oberen Stockwerke.In den beiden oberen Stockwerken, seitlich zu den zentralen technischen Innenhöfen, sind geschlossene Maschinen und Hilfsdienste wie Schränke und Schränke eingefügt.
Die Workshops
Die Forschungslabors mit einer vorgegebenen Größe von 90 bis 120 m2 Oberfläche sind mit hohen biologischen Sicherheitskoeffizienten ausgelegt, um eine Kontamination von außen zu vermeiden und die Ergebnisse der Versuche nicht irrezuführen. Sie sind nach Osten und Westen ausgerichtet und haben alle eine vollständig verglaste Fassade, die aus modularen Doppelhautelementen der neuen Generation (Closed Cavity Facade) mit einer Oberfläche von 3,20 × 3,20 m und einer Dicke von 30 cm besteht, um maximale Transparenz zu ermöglichen und natürliches Licht zum Leuchten zu bringen alle Räume. Die Innenwände der Labors sind ebenfalls verglast, mit Licht und Blick nach außen auf die Korridore, die sie bedienen.Zu den vom Kunden festgelegten Bedingungen gehörte der Wunsch nach gemeinsamen Räumen, um die Verbindungen zwischen den verschiedenen Funktionseinheiten des Gebäudes zu erleichtern und die Möglichkeit des Treffens und der Kommunikation zwischen Benutzern zu fördern.
Daher wurde ein großes Atrium in voller Höhe konzipiert, das den Haupteingang bildet und den öffentlichen und monumentalen Raum des Instituts darstellt.
Die architektonischen Energien dieses Projekts wurden bei der Gestaltung des Atriums, in der vollständig transparenten Fassade der Laboratorien und bei der maximalen Belegung der verfügbaren Fläche über die gesamte Länge des Grundstücks genutzt, um auf alle Kundenwünsche ohne zu reagieren Das Gebäude über die drei Stockwerke hinaus zu erheben, einen Dialog mit dem Grün zu gewährleisten und dem Park eine physische Grenze zu geben.
Die verwendeten Materialien sind Beton für die Struktur und Glas und Aluminium für die Verkleidung. Die 3000 m2 des horizontalen Daches, das im ursprünglichen Projekt eine fünfte grüne Fassade hätte bilden sollen, werden vollständig mit Photovoltaik-Modulen zur Stromerzeugung abgedeckt, die von AMB gekauft wurden. ■
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"Das städtische Leben attraktiver machen"

Luftaufnahme des Maggia Delta Park, einer naturalistischen Oase, die für die Locarnese zum Bezugspunkt für die Freizeit wird. Foto Rémy Steinegger. 
Geometrische Genauigkeit und Nüchternheit sind die Merkmale der Gebäude des Architekten. Giovanni Guscetti. Hier eine Residenz in Minusio gebaut. 
Die Lago Maggiore Residence wurde vom Architekturbüro Guscetti am Muralto-See erbaut.
In Bezug auf Siedlungen besteht die derzeitige Strategie in der ganzen Schweiz darin, das städtische Leben attraktiver zu machen. In der Praxis geht es darum, die Streuung der genutzten Räume bei zu großen Gebäudeflächen mit geringer Dichte aufgrund der Besetzung von Grundstücken außerhalb des Zentrums zu begrenzen. Wie der Architekt Giovanni Guscetti, Mitglied der Arbeitsgruppe, die mit dem Agglomerationsprogramm von Locarnese (PALoc) betraut ist, erklärt, hat diese Art des Bauens negative Auswirkungen auf die Landschaft, die Mobilität, die Kosten der Infrastruktur und den Energieverbrauch. Zum Beispiel haben wir im Tessin viel Platz in den R2-Gebieten – das heißt, wo es Häuser gibt – und relativ wenig in den R5-R6-Gebieten, die zentral und gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind, wo wir das Beste machen sollten der verfügbaren Reserven.
PALoc ist auch Teil dieser nationalen Strategie, deren Ziel es ist, eine koordinierte Vision zwischen Landschaft, Siedlungen und Infrastrukturen zu haben. Insbesondere unterstreicht der Architekt Guscetti: "Wir haben versucht, eine Verbindung zwischen diesen Elementen herzustellen."
Platz für viel Grün
Die Landschaft von Locarno ist reich an weitläufigen Grünflächen wie dem Delta della Maggia Park, der sich im Zentrum der Stadt erhebt, oder dem Piano di Magadino, das wie eine Fortsetzung des Sees ist. Dann haben wir dieses Gebiet, das vom Wasser geformt wurde, sowohl von den großen Flüssen als auch von den Bächen, die aus den kleineren Tälern herabfließen. Heute haben wir in der Nähe des Wassers mehrere öffentliche Infrastrukturen für Sport, Freizeit und Kultur. Die Idee ist, ein miteinander verbundenes System zu schaffen: Grünflächen, Wasser und öffentliche Funktionen, die dank langsamer Mobilität miteinander verbunden sind, d. H. Fußgänger und Fahrräder. Dieses Landschaftssystem aus Grünflächen und Wasser ist das "tragende Skelett" der Agglomeration von Locarnese.
Das wichtigste Projekt für die Grünflächen ist das des Maggia-Delta-Parks, der als Bezugspunkt für die Freizeit dienen muss und auch eine landwirtschaftliche, natürliche Funktion hat. Zugänglichkeit, langsame Mobilität und Benutzerfreundlichkeit im Allgemeinen müssen daher verbessert werden. Das große Potenzial dieses grünen Elements liegt in der Tatsache, dass es sehr nahe an den Siedlungen liegt und direkt vor der Haustür liegt. Anschließend werden natürliche Freizeitgebiete wie der Monte Verità, der Maia-Wald, die Brissago-Inseln und der Paron-Teich in Gambarogno aufgewertet, um eine Reihe von Grünflächen und Parks zu schaffen, die mit dem Netzwerk verbunden sind.Kehre in die Mitte zurück
Der zweite strategische Punkt betrifft die sogenannte "zentripetale Entwicklung". Dies bedeutet, dass sichergestellt werden muss, dass in den "peripheren" Gebieten kein Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum stattfindet, um eine weitere Streuung der bewohnten Gebiete zu vermeiden und die Menschen in die zentraleren Gebiete zurückzubringen. «Unsere Arbeitsgruppe – erklärt den Bogen. Guscetti – identifizierte daher diese Gebiete und versuchte, konkrete Maßnahmen zu entwickeln, die ihre Stadtentwicklung ermöglichen, den öffentlichen Verkehr verbessern und den öffentlichen Raum sanieren würden ». Letztendlich geht es darum, die Zentren attraktiver zu machen, um ein "interessanteres" städtisches Leben zu ermöglichen. In diesem Zusammenhang wird die Sanierung von Largo Zorzi und Piazza Grande, die das Herz von Locarno neu gestalten wird, eine wichtige Rolle spielen. In Bezug auf das Gebiet von Locarno sind die Punkte, die von den Maßnahmen betroffen sind, diejenigen in der Nähe des neuen Bahnhofs Muralto, der Haltestellen Tilo di Minusio, Tenero und Gordola sowie des gesamten Streifens, der von den öffentlichen Verkehrslinien zwischen Locarno und Bellinzona bedient wird. Ein dritter strategischer Punkt ist die Sanierung der historischen Straßen des Gebiets Locarno, die derzeit durch Verkehr und Lärm sowie durch eine geringe Gebäudedichte gekennzeichnet sind. Durch die Verbesserung und Wiederherstellung der Lebensqualität entlang dieser Straßen könnten die großen verfügbaren Gebäudereserven genutzt werden.Die im PALoc-Bogen skizzierte. Guscetti – ist auf jeden Fall ein "gewünschtes" Szenario, daher ein ideales, das bis 2030 umgesetzt werden sollte. Offensichtlich wird dieses Szenario angemessen sein, wenn sich die Wachstumstrends ändern sollten. Es scheint jedoch erwiesen zu sein, dass das zukünftige Gesicht des Gebiets Locarno urbaner, aber vor allem grün gestrichen sein wird. ■
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"Locarno wird eine eigene ökologisch nachhaltige Nachbarschaft haben"

Darstellung des ehemaligen Schlachthofbereichs des künftigen ökologisch nachhaltigen Stadtteils Locarno.
Avvocato Caroni, zu den Projekten, die von Ihrer Abteilung abhängen, gehört auch das sogenannte PALoc. Können Sie kurz erklären, was es ist?
Beginnen wir damit, dass das Akronym «PALoc» für das Agglomerationsprogramm von Locarnese steht. Hierbei handelt es sich um mehrjährige Programme, die in der Regel vier Jahre dauern und Maßnahmen von regionalem Interesse beinhalten, die im Wesentlichen auf die Verbesserung und Stärkung des öffentlichen Verkehrs und die langsame Mobilität in einem Ballungsraum sowie auf die Sanierung und Sicherung städtischer Gebiete abzielen. Diese Maßnahmen werden nach sorgfältiger Bewertung der Projekte vom Kanton und vom Bund kofinanziert. Wie bereits erwähnt, handelt es sich hierbei um Pläne, die im Laufe der Zeit definiert wurden. In Bezug auf das Gebiet von Locarno laufen derzeit Projekte der "zweiten Generation", das Genehmigungsverfahren der "dritten Generation" ist abgeschlossen und wir beginnen die Studienphase von PALoc 4.Nach welchen Kriterien beurteilt und finanziert der Bund die verschiedenen Projekte?
Der Prozess ist ziemlich lang und dauert mehrere Jahre. Zunächst bewertet Bern die von den verschiedenen Regionen ausgearbeiteten und durch den Kanton gesendeten Vorschläge nach Kriterien der Wirksamkeit und der Kosten und definiert dann einen Prozentsatz der Kofinanzierung, der 50% erreichen kann. Als Beispiel erhielt unser PALoc 3 eine sehr hohe Punktzahl, und der Bund gewährte ihm ein Darlehen in Höhe von 40% der Kosten der kofinanzierten Arbeiten. Die Arbeiten der Priorität A belaufen sich auf rund 44 Millionen Franken. Bern prüft dann, ob die geplanten Maßnahmen tatsächlich in der Art und Weise und im Zeitplan umgesetzt werden, unter Strafe eines "Malus" in nachfolgenden Agglomerationsplänen. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, der impliziert, dass Projekte nicht mit jedem Wechsel der politischen Mehrheit geändert werden können.Können Sie uns einige Arbeiten nennen, die im Rahmen dieses Mehrjahresplans durchgeführt werden?
Zu den prägnantesten Maßnahmen möchte ich die bevorstehende Stärkung des Angebots an regionalen und interregionalen öffentlichen Verkehrsmitteln auf der Straße erwähnen, deren Häufigkeit sich sogar verdoppeln wird. Zu den Arbeiten mit hoher Priorität gehört auch der intermodale Knotenpunkt des Bahnhofs Locarno-Muralto, das sogenannte Proximity-Freizeitgebiet, zu dem das Maggia-Delta, die Auen von Maggia und Melezza sowie Ponte Brolla gehören. Hinzu kommen die Sanierung des Freizeitgebiets und der Landschaft des Riva Lago Gambarogno sowie die Stadtsanierung des Largo Zorzi in der Nähe der Piazza Grande und des Bezirks des ehemaligen Macello.Wenn Sie vom ehemaligen Schlachthaus sprechen, ist es wahr, dass Sie es zu einem "ökologisch nachhaltigen" Viertel machen wollen? Was genau bedeutet das?
Um den Umfang dieses Projekts zu skizzieren, wollen wir zunächst spezifizieren, dass es sich um das Land «ex Macello, ex Gas, Pharmanalitica» handelt. Wir beziehen uns daher auf etwas, etwa 40'000 m2, mit sogar 71'500 m2 Nutzfläche (SUL), das sich in einem sehr interessanten Gebiet im Stadtzentrum befindet. Hier wollen wir ein neues Viertel schaffen, das sich durch ökologische Nachhaltigkeitsparameter auszeichnet, daher sehr grün und mit einem sehr genauen Konzept aus Sicht der Energie- und öffentlichen Verkehrsdienste ausgestattet ist.Welche Strukturen werden im neuen Stadtteil gebaut?
Offensichtlich wird das Wohnangebot vorherrschen, auch weil Locarno nach der Eröffnung des Ceneri-Basistunnels sehr attraktiv sein wird, mit schnellen Bahnverbindungen und niedrigeren Immobilienpreisen als beispielsweise in Lugano. Um seine Attraktivität zu erhöhen, muss der neue Bezirk natürlich über kommerzielle Aktivitäten und Dienstleistungen verfügen. Es wird auch ein Altenheim geben, ein Turmhotel mit 180 Zimmern, einen Kindergarten, Mehrzweckräume, Bildungs- und Kulturräume, ein Jugendzentrum und schließlich das ehrgeizige Projekt des Technologiezentrums, genauer gesagt Mechatronik und Robotik.Gibt es schon einen Starttermin?
Derzeit ist das Mandat für parallele Studien abgeschlossen, dessen Ergebnisse vor einigen Monaten veröffentlicht wurden. Für uns als Gemeinde war es wichtig, dass es schrittweise gebaut werden konnte, dass das Projekt modular aufgebaut war. Einerseits gibt es eine Privatperson, die schnell genug abreisen möchte, andererseits gibt es die Gemeinde, die auch bewerten muss, wie sie vorgehen soll. Darüber hinaus gibt es auf diesen Grundstücken einige Gebäude, deren Oberflächenrechte 2024 auslaufen. Die Frage nach dem Datum stellt sich daher derzeit nicht, da wir uns noch in der Planungsphase befinden.Und was wird aus der historischen Struktur des ehemaligen Schlachthauses?
Es ist ein Gebäude, das Teil der Geschichte von Locarno ist, und sein Schicksal hat Diskussionen ausgelöst. Der Kanton hatte vorgeschlagen, es als Kulturgut zu schützen, aber die Gemeinde hatte beschlossen, es nicht in das Kulturgut aufzunehmen, um die Wahlfreiheit zu wahren und zu bewerten, was damit zu tun ist. Tatsächlich haben wir den fünf Gruppen, die am Wettbewerb für das Projekt teilgenommen haben, keine Einschränkungen auferlegt. Es muss jedoch gesagt werden, dass vier von fünf die Struktur in ihren jeweiligen Projekten beibehalten haben. Die Gruppe, die wir ausgewählt haben, hat den Mechatronik-Hub in den ehemaligen Schlachthof aufgenommen, fast einen Campus mit einem Platz geschaffen und es geschafft, diese historische Struktur sehr gut zu integrieren.Wird die Gesamtarchitektur des neuen Stadtteils beibehalten oder hat die Privatperson, die sich für eine Investition entscheidet, genügend Freiheit?
Dies ist ein Punkt, der eine große Herausforderung darstellt. Lassen Sie mich erklären: Das parallele Studienmandat wird verwendet, um die Variante des Masterplans zu erstellen. Derzeit prüfen wir mit der ausgewählten Gruppe, welche Regeln einzuführen sind, um sicherzustellen, dass die allgemeine Idee des Öko-Distrikts ihre einheitlichen Eigenschaften beibehält, da sonst die gesamte Operation keinen Sinn ergibt. Natürlich ist ein faires Gleichgewicht erforderlich, aber besondere Aufmerksamkeit wird den städtebaulichen und energetischen Aspekten gewidmet, die im Masterplan festgelegt werden. Es ist keine leichte Herausforderung, da diese Parameter, die wir als qualitativ bezeichnen können, normalerweise in historischen Zentren gelten.Ist in Locarno ein weiteres Großprojekt geplant?
Die Sanierung der Piazza Grande und Largo Zorzi steht mit Sicherheit auf dem Tisch. Dies ist eine weitreichende Operation, die den gesamten zentralen Bereich der Stadt betrifft, der praktisch vom Debarcadero bis zur Piazza Remo Rossi reicht. Wir sprechen von 40.000 m2 und einer Investition von 22 Millionen Franken. Es wird einen Wettbewerb für öffentliche Einrichtungsgegenstände geben, mit besonderen Einschränkungen für Straßenpflaster, Beleuchtung, Terrassen, Bänke usw. Alle Unterkonstruktionen des Platzes müssen ebenfalls erneuert werden, die zuletzt vor etwa 100 Jahren berührt wurden. Dieses Projekt wird dann in einen weiteren sehr wichtigen strategischen Punkt integriert, nämlich die Politik der Sanierung öffentlicher Oberflächen.Was genau meinst du?
Einfach gesagt, es sind die Parkplätze. Unsere Parkrichtlinien sehen den Bau oder die Erweiterung von Tiefgaragen vor, um die Parkplätze von öffentlichen Oberflächen zu entfernen. Die so freigewordenen Räume könnten für öffentliche Plätze wie Quadrate genutzt werden. Wir glauben, dass Parkplätze nicht einfach beseitigt werden können, weil sie für die Bewohner, den Handel und den Tourismus unverzichtbar sind. Das Transportmittel muss komplementär sein, und in dieser Komplementarität spielt das Auto eine Rolle.Wird es also auch ein Parkhaus unter der Piazza Grande geben?
Es besteht das Problem, die Piazza Grande angemessen zu bedienen. Derzeit befinden sich in der Umgebung des Platzes die Parkplätze Largo Zorzi und Piazza Castello, die jedoch von den Nutzern als weit entfernt wahrgenommen werden. Und der Platz leidet. Das Ideal wäre sicherlich der Bau eines neuen Parkplatzes unter der Piazza Grande, aber das ist praktisch unmöglich. Die derzeitige Idee besteht daher darin, die Tiefgarage Largo Zorzi in Richtung Piazza Grande zu erweitern und einen Fußgängerausgang auf der Oberfläche in unmittelbarer Nähe des Platzes bereitzustellen, beispielsweise dort, wo sich die Post befindet und / oder möglicherweise unter den Arkaden. Dem Benutzer ist es eigentlich egal, wo er mit dem Auto auf den Parkplatz fährt, sondern wo er zu Fuß abfährt. ■ -

Haus der Zukunft mit Eternit

Komplementäre Gebäudehülle mit Eternit Fassadenplatte, Solarfassade und Holz. 
Perfekte Eingliederung von Eternit Solarmodulen in die Dachlandschaft.
Der Campus Chavacots gilt seit jeher als Haus der Zukunft, werden in dem Ausbildungszentrum doch jedes Jahr rund 900 neue Gebäudehüllen-Spezialisten ausgebildet. Der Bau aus den 70er-Jahre musste erneuert werden, um mit moderner Gebäudeinfrastruktur den heutigen Bedürfnissen gerecht zu werden. Das Ausbildungszentrum wurde in nur einem Jahr mithilfe innovativer und ökologischer Eternit Produkte und Solarlösungen umgebaut.
Eternit (Schweiz) AG mit Sitz in Niederurnen und seiner 125-jährigen Erfolgsgeschichte stellt unbrennbare Dach- und Fassadeprodukte aus Faserzement her, die sich durch hohe Qualität, Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit auszeichnen. So wurden für die Gebäudehülle Dachschiefer und Fassadenplatten aus Faserzement eingesetzt und zugleich Solarlösungen von Eternit optimal integriert. Im Innenbau kam der neue mineralische Boden Eternit floor zur Anwendung.
Sunskin roof und Sunskin facade – der Campus Chavacots wird zum Energielieferanten
Sunksin roof und Sunskin facade von Eternit sind ökologische Systemlösungen für Photovoltaikanlagen, welche alle Anforderungen des Bauherrn Verein Polybau an ein modernes Solarsystem erfüllten. Mit ihrer rahmenlosen, flachen Form fügen sich die Photovoltaikmodule perfekt in die Dach- und Fassadenlandschaft ein. Sie sind für beinahe jede Dachform geeignet.
Komplementäre Gebäudehülle
Komplementiert wurden die Solarmodule auf dem Dach durch langlebige und robuste Dachschiefer-Elemente aus Eternit Faserzement. An einer Holzfassade hielt man fest, weil es die Bauordnung der Gemeinde Les Paccots nicht anders zulässt. Dieser Umstand verhinderte jedoch nicht, aus dem Ausbildungsgebäude einen modernen, ökologischen Campus mit Eternit Produkten zu entwickeln.«Die Schwarztönung der vertikalen Holzlatten bei den Geschossen und das Grau der Eternitplatten des Sockels interagieren mit dem gegenüberliegenden Studiengebäude für praktische Arbeiten und wirken mit einer Logik von Ort und Bild», zeigt sich das Architekturbüro Atelier 78 stolz.
Eternit floor – der natürliche, mineralische Boden
Für die Klassenräume des Campus Chavacots wurde nach einem Boden gesucht, der einiges aushält. Eine zentrale Frage war es, den traditionellen Bau mit neuen Materialien zu modernisieren, ohne dabei die Authentizität zu verlieren. Die natürliche, mineralische Beschaffenheit und die dezente Tonalität vom Eternit floor erwies sich hier als die richtige Wahl. ■Zahlen & Fakten
Bauherr
Verein Polybau, UzwilArchitekt
Atelier 78, Châtel-St. DenisVerarbeiter
Facetec SA, Crissier (Fassade)
B. Schnider SA, Clarens (Dach)
Helion, Yverdon-les-Bains
(Sunskin roof und Sunskin facade)
AGM Entreprise Générale Sàrl,
Monthey (Boden)Eingesetzte Materialien
Sunskin facade – 48 Module
Sunskin roof – 228 Module in Verbindung
Eternit Dachschiefer Natura Standard
40 × 40 / Farbe: 6505
Fassadenplatten Largo Nobilis 214 (634 m2)
Eternit floor – trend collection Intense (262 m2) -

Das höchste Holzhochhaus in der Schweiz

Das Projekt «Pi» bietet ein neuartiges Wohnkonzept mit Piazza und vertikalen Nachbarschafts-Clustern.
Das höchste Holzhochhaus der Schweiz soll achtzig Meter hoch werden und stelle ökologische wie soziale Nachhaltigkeit ins Zentrum, schreibt Implenia in einer Mitteilung. Mit dem Projekt «Pi» möchte die V-Zug preisgünstige Wohnungen für ihre Mitarbeitenden erstellen, die auch dem Wunsch nach urbanem Wohnen und individuellen Lebensformen gerecht werden. Angestrebt werden sozial durchmischte Nachbarschaften. Das heisst, dass man das Zusammenleben mit geschossweise geclusterten Begegnungsorten und Gemeinschaftsräumen fördern möchte. In einer Gesamtleistungsstudie überzeugte das Team von Duplex Architekten aus Zürich mit WaltGalmarini und Implenia, welches als Siegerprojekt erkoren wurde.
Das vom Duplex-Team geplante Gebäude weist 27 Geschosse mit insgesamt 199 Wohnungen auf. Nach jeweils sechs Geschossen überragt das nächstfolgende das darunterliegende, so wächst das Hochhaus etwas in die Breite. Im Gebäude werden verschiedene Wohnungstypen realisiert: So soll jeweils eine dreigeschossige «Piazza» das Zusammenleben der Bewohner fördern. Dabei entstehen geschossübergreifende «Nachbarschaften» von 20 bis 24 Wohnungen des gleichen Typs.
Rahmentragwerk aus Buchenholz
Beim Bau wird der Rohstoff Holz mit bewährten Bauweisen kombiniert. Mit einem äusseren und inneren Rahmentragwerk – einem sogenannten Tube-in-Tube-System – wird eine grosse Spannweite und grosse Flexibilität in der Grundrissgestaltung erreicht, betonen die Projektverantwortlichen. Ein lineares, sichtbar bleibendes Holzrahmentragwerk stabilisiert das Hochhaus.«Die neu entwickelten Holz-Beton-Verbunddecken haben die gleiche Konstruktionsstärke wie herkömmliche Betondecken, sind aber wesentlich leichter und erzeugen in der Herstellung bedeutend geringere Treibhausgasemissionen», sagt
Anita Eckardt, Leiterin Division Spezialitäten bei Implenia. Bei dem Bauvorhaben versuche man zudem, Baustoffe mit hohen CO2-Emissionen in der Tragstruktur und den Innenräumen durch Holz zu ersetzen. Von aussen wird viel Keramik und Glas zu sehen sein. Durch Photovoltaikmodule in der Fassade soll das Gebäude zum Energieproduzenten werden und einen Teil seines Strombedarfs selbst decken. Erneuerbare Wärme und Kälte aus dem Boden sowie dem Zugersee versorgen das Gebäude zusätzlich energetisch. Die ökologische Nachhaltigkeit soll auch später im Betrieb gewährleistet werden.In einem nächsten Schritt wird ein Bebauungsplan für das Geviert Baarer-, Göbli-, Industrie- und Mattenstrasse erarbeitet. Läuft alles nach Plan, soll mit dem Bau Ende 2021 gestartet werden. Die Fertigstellung ist auf 2024 vorgesehen. Das Holzhochhaus bildet auch den Auftakt für die Entwicklung eines Tech Clusters Zug auf dem Stammareal der V-Zug. ■
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Von der Industriebrache zum Wohnquartier
Die Bauarbeiten auf der Melser Grossbaustelle in «Uptown Mels» auf dem Stoffel Areal laufen auf Hochtouren. Das Areal befindet sich oberhalb von Mels, einem Wahlkreis im Sarganserland, Kanton St. Gallen. Das 34 000 Quadratmeter grosse Areal umfasst Fabrikbauten, ein Kraftwerk sowie eine Villa. «Mit seiner schutzwürdigen Spinnerei und Weberei bildet das Areal ein Ensemble der Textilindustrie und zählt zu den bedeutendsten wirtschaftlichen Zeitzeugen», sagt Dieter von Ziegler, Verwaltungsratspräsident Alte Textil Stoffel AG und Co-Investor.
Viel von der historischen Bausubstanz erhalten
Die markanten Fabrikgebäude stammen aus dem 19. Jahrhundert. Einerseits werden sie umgenutzt, andererseits durch Neubauten ergänzt. Ziel ist, möglichst viel von der historischen Bausubstanz und den stilprägenden Elementen zu erhalten. Dazu gehören die Aussenfassade, die Stahlgusssäulen im Innern und die raumhohen Fabrikfenster. In vier Etappen vollzieht sich der Wandel zum Wohnquartier mit insgesamt 220 Eigentums- und Mietwohnungen. Die Bauarbeiten haben 2017 begonnen. Die Fassaden der Weberei sowie der Spinnerei stehen unter Denkmalschutz. Ebenso die Fenster und das Dach. Die Transformierung trägt die Handschrift der Meier & Hug Architekten aus Zürich.Erste Etappe: Im Gebäude der ehemaligen Weberei sind Fabriklofts und Wohnungen mit markanten, fast «schwebenden» Balkonen entstanden. Einige Einheiten bieten durch ihre Grundrisse einen Blick in drei Himmelsrichtungen. Auf Wunsch der Besitzer können die Wohnungen mit unterschiedlichen Grundrissen individuell ausgestaltet werden. «Im frühen Baustadium ist es je nach Käuferwunsch möglich, die Raumeinteilung zu verändern und aufzuteilen», erklärt Dieter von Ziegler. Sei dies, indem man Wände entfernt oder zusätzliche einzieht. Das sei auch in einem späteren Zeitpunkt möglich.
Raumhöhen bis zu vier Metern
«Aus diesem Grund bauen wir die Wohnungen auch nicht von Beginn zu Sechseinhalb-Zimmer-Wohnungen aus, da man sie in dieser Grösse ideal aufteilen kann.» Im standardmässigen Ausbaumodus kommt der Industrie- oder Loft-Charakter mit Raumhöhen bis zu fast vier Metern, den charakteristischen Säulen und den grossen Fenstern am besten zum Vorschein. Beim Innenausbau zeigen der Bauherrschaft bei der Weberei wie bei der Spinnerei die bestehenden Mauern Grenzen auf. Die alten Säulen haben keine statischen Funktionen mehr. «Wir hätten sie entfernen können. Doch wir beliessen sie als dekoratives, wichtiges Element, welches den Industriecharme und die Zeitepoche unterstreicht. Ebenso die ursprünglichen Deckenträger, die in Sachen Statik keine Rolle spielen», betont Dieter von Ziegler. Die ersten Wohnungen – von der Attikawohnung zur grosszügigen Stirnwohnung – konnten im September 2019 bezogen werden. Im Erdgeschoss stehen auch Gartenwohnungen und Atelierräume zum Verkauf. Der Verkaufspreis des Gros der Wohnungen liegt zwischen fünf- und sechstausend Franken pro Quadratmeter.Mittlerweile nimmt der Neubau der zweiten Etappe Gestalt an. Wo einst eine grosse Lagerhalle stand, entsteht unter der Bauherrschaft der Pensionskasse Thurgau ein L-förmiges Gebäude mit 76 Mietwohnungen und im Erdgeschoss Gemeinschaftsräume und Ateliers. Dieser Bau bildet den nordwestlichen Abschluss des Projekts. Der Spatenstich für die «Öffnerei» fand im Sommer 2018 statt. 2020 soll das Gebäude bezugsbereit sein.
In Sachen Akustik und Wärmedämmung auf neustem Stand
Nach dem Vorbild der Weberei wird in einer dritten Etappe die ehemalige Spinnerei zu Lofts umgebaut. Sie werden in Sachen Akustik und Wärmedämmung auf den neusten Stand gebracht. Es ist das zweite historische Gebäude mit seiner denkmalgeschützten Fassade. Das Geschoss mit den hohen Gewölbedecken wird, analog zur Weberei, zu Ateliers, Büro- und Gewerberäumen transformiert. Durch den Neubau der angrenzenden «Passarelle» an die Spinnerei entstehen bis Ende 2021 insgesamt sechzig Wohneinheiten. Die Neubauten übernehmen die äusseren architektonischen Hauptelemente von den Altbauten und ergänzen diese. Im Zentrum des Areals öffnen sich für die Bewohner Hofräume. Für die Beheizung der Bauten kommt eine Kombiheizung mit achtzig Prozent Holzschnitzel (geliefert von der Ortsgemeinde Mels) und erneuerbarer Energie sowie zwanzig Prozent Gas zum Einsatz.Die abschliessende Etappe von «Uptown Mels» bildet der Neubau des Wohngebäudes «Färberei», direkt auf der Hangkante. Zum Abschluss des Vorhabens soll die Fabrikantenvilla renoviert werden. Nach Abschluss des Grossprojekts werden rund 500 Personen in «Uptown Mels» leben, welches neu «Stoffel Mels» heisst. ■
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SVSM Awards 2019

Michael Domeisen: Presidente della giuria degli SVSM Awards e membro del comitato dell’SVSM 
Presidente dell’SVSM Beny Ruhstaller.
La campagna illustrativa «Willkommen in Biel» e il progetto «Lattich» di S. Gallo sono riusciti ad aggiudicarsi uno degli ambitissimi SVSM Awards. Karl Brander è stato nominato Manager territoriale dell’anno 2019 per l’impegno profuso nello stabilimento della sede di Biogen a Luterbach, nel Canton Soletta.
Gli SVSM Awards sono riconoscimenti pensati dall’Associazione svizzera per la gestione della piazza economica per i progetti particolarmente innovativi nell’ambito del marketing e dello sviluppo territoriale e della promozione economica. Per i premi di quest’anno si sono candidati dieci progetti, di cui cinque sono stati nominati dalla giuria e due si sono aggiudicati gli ambitissimi riconoscimenti.
Willkommen in Biel
Un SVSM Award è andato a Bienna con la premiazione della campagna illustrativa willkommeninbiel.ch. La campagna contro i pregiudizi nei confronti di Bienna intende contrastare l’acuta scarsità di specialisti nella città.
L’intento della campagna è trasmettere questo messaggio: il fatto che a Bienna si trovi un determinato lavoro non è una cattiva notizia, anzi. In questo modo, su una piattaforma online, gli interessati possono prendere contatti con oltre 230 cittadini purosangue di Bienna per conoscere cosa significa vivere e lavorare realmente nel territorio. I riscontri ottenuti dal mondo dell’industria sono assolutamente positivi: la campagna aiuta a reclutare il personale specializzato ed è finanziata dalla città in collaborazione con le aziende. Michael Domeisen, Presidente della giuria degli SVSM Awards, ha elogiato il progetto a nome della giuria: «L’approccio della campagna è semplice e pragmatico, ma altamente efficace; oltretutto si basa su un budget minimo. La campagna consente di instaurare un contatto analogo nel mondo digitale e di unire i due canali. Inoltre, con la scelta di un’idea non convenzionale, Bienna ha dimostrato fiducia e coraggio».Centro sinergico per l’industria creativa
Il secondo SVSM Award è stato assegnato al progetto «Lattich» di S. Gallo dove, nell’ambito di un uso temporaneo eccezionale dell’area dello scalo merci, è nato un centro sinergico per l’industria creativa. Un piano stradale in progetto impediva l’utilizzo a lungo termine di una delle ultime grande aree di sviluppo della cittadina di S. Gallo. Pertanto l’area doveva essere destinata a un uso temporaneo. Nella primavera del 2016 è stato avviato un esperimento di tre mesi per l’utilizzo e la ripresa dell’area. Nelle due primavere successive fu ripetuta questa strategia di impiego. Il «periodo di incubazione» è servito a dare completamente in affitto i 48 moduli del Lattich, finiti nella primavera 2019. Per uno sviluppo ulteriore l’area dovrà essere sottoposta a una trasformazione costante: l’intento è vedere cosa può funzionare su quell’area. Per il momento si tratta di una specie di laboratorio urbanistico sperimentale con un orizzonte relativamente ampio. Questo è stato anche uno dei principali argomenti per la giuria: «L’uso temporaneo in sé non è niente di innovativo, ma lo è il tentativo di aprire nuove possibilità all’interno dell’uso temporaneo». Come sostenuto dal presidente della giuria Domeisen nella sua laudatio, particolarmente degni di nota sono il «carattere sperimentale» dell’urbanistica e il lungo periodo di tempo impiegato in veste di «incubatore».Le altre nomination (la piattaforma grhome.ch, il progetto «Zukunft St. Galler Innenstadt» e il modello in 3D di Limmatstadt) hanno ricevuto soltanto un attestato. Il Presidente della giuria Domeisen ha però tenuto a precisare: «La nomination per un SVSM Award è già un risultato notevole. In un mercato spietatamente competitivo c’è bisogno di lungimiranza e di idee innovative, qualità che tutte le nomination hanno dimostrato di avere».
Karl Brander è Manager territoriale dell’anno
Un altro momento chiave della manifestazione che si è tenuta a Thun è stata la premiazione del Manager territoriale dell’anno. L’onore di ricevere il premio è andato a Karl Brander, Direttore della promozione della piazza economica e degli insediamenti nel Canton Soletta. «I suoi meriti per l’apertura della sede dell’azienda americana del biotech Biogen a Luterbach sono straordinari. Per il polo di ricerca svizzero, questa nuova sede avrà un effetto catalizzatore da non sottovalutare». Così ha giustificato la scelta l’ambasciatore Eric Jakob, capo della Direzione della promozione della piazza economica SECO e membro della giuria degli SVSM Awards. Sonja Wollkopf Walt, amministratrice della Greater Zurich Area AG (GZA) e membro della giuria, ha aggiunto: «Per far sì che questa famosissima azienda ponesse la sua sede sul territorio, Karl Brander non ha investito solo tantissime ore di lavoro, ma anche molte energie e il suo know-how. Ha mosso cielo e terra per preparare la sede per Biogen. La cura che ha posto non solo nei confronti della ditta che deve insediarsi, ma anche delle aziende già presenti nel territorio è d’esempio per qualsiasi progetto d’investimento estero». ■Associazione svizzera per la gestione della piazza economica (SVSM)
La SVSM conta circa 90 membri nei settori della gestione della piazza economica, del marketing regionale e della promozione economica e immobiliare. L’associazione promuove lo scambio di esperienze e il networking, favorendo lo scambio di informazioni interdisciplinari. È impegnata a creare un collegamento tra teoria, ricerca e pratica e a promuovere la professionalità nella gestione territoriale. Ogni anno la SVSM invita a partecipare alla Giornata della gestione della piazza economica, in cui prestigiosi relatori presentano i temi e i casi più attuali e i rappresentanti del settore hanno la possibilità di incontrarsi per sviluppare una rete di networking. Dal 2007 la SVSM assegna gli SVSM Awards ai progetti innovativi nell’ambito del marketing e dello sviluppo territoriale e della promozione economica, scegliendo una persona benemerita come Manager territoriale dell’anno.
www.svsm-standortmanagement.ch
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Eintauchen in das Grün – Parco Casarico Residence

Komplett von viel Grün umgeben: Rendering mit Panoramablick auf den im Bau befindlichen Wohnkomplex Parco Casarico in Sorengo.
«Es ist ein umgekehrt geborenes Projekt. Normalerweise werden zuerst die Gebäude entworfen und dann die Bäume darin platziert, während wir zuerst einen Park entworfen und dann die Gebäude hineingelegt haben ", beginnt Attilio Panzeri, renommierter Lugano-Architekt, der für die Gestaltung des Parks verantwortlich ist Casarico. Mit einer Bruttogeschossfläche von 13.000 m2 und einer Investition von rund CHF 100 Millionen ist es wahrscheinlich das größte vollständig private Wohnprojekt im Tessin.
Auf der Hälfte der Grünfläche befinden sich fünf vierstöckige Gebäude mit insgesamt 143 Wohnungen, von denen 69 zum Verkauf stehen (die ersten werden in diesen Tagen geliefert) und die restlichen zur Miete. Auf dem Gelände wird auch ein sechstes Gebäude untersucht. Auf der anderen Hälfte des Landes ist jedoch geplant, in Zukunft einige Villen zu bauen.
Kein Verkehr
Wie der Architekt Panzeri betont, "gibt es in diesem Projekt viel Experimentieren". Beispielsweise haben alle zum Verkauf stehenden Wohnungen je nach den Wünschen und Bedürfnissen des Kunden unterschiedliche Grundrisse und Größen. Dies kann getan werden, fährt der Architekt fort, da die Gebäude keine tragenden Innenwände haben, außer natürlich die der Treppen, so dass jede Wohnung frei gewählt werden kann. Das Fehlen tragender Wände ermöglicht auch vollständig gläserne Fassaden mit dem offensichtlichen Vorteil der Helligkeit und eines Panoramablicks. Ein weiteres Merkmal betrifft die Bauweise. Tatsächlich werden die meisten Gebäude mit vorgefertigten Elementen gebaut.Eine weitere Besonderheit des Casarico Park betrifft die motorisierte Mobilität. Da es keine Transitstraßen gibt, die die Nachbarschaft durchqueren, sondern nur einige interne Nebenstraßen, sind auf der Straße keine Autos zu sehen. Am Rande des Gebiets befindet sich eine einzige Zufahrtsstraße, die zum Eingang einer riesigen Tiefgarage mit 180 Parkplätzen führt, sodass alle Fahrzeuge am Eingang der Nachbarschaft anhalten und unterirdisch verschwinden. Im Park hingegen bewegen Sie sich nur auf Fußgängerwegen. Die Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel befindet sich in unmittelbarer Nähe, nur wenige Gehminuten entfernt.
Ein Park im Park
Besonderes Augenmerk wurde auf die Landschaft gelegt. Der Bogen. Panzeri beobachtet, wie "ein Park im Park" geschaffen wurde. In der Mitte des Gebiets, zwischen den Gebäuden, befindet sich tatsächlich ein öffentlicher Raum mit einem Gewässer, das sich auf natürliche Weise gebildet hat und das Wasser aus dem Grundwasser leitet und sammelt. Die extreme Aufmerksamkeit für Grün zeigt sich in den Namen der fünf Gebäude, von denen jedes einen botanischen Namen trägt: Eiche, Buche, Kiefer, Birke, Kastanie. Sogar die Dächer werden grün sein, mit einem natürlichen Flechten-Teppich bedeckt sein und als Rückhaltung von Regenwasser dienen. Und um eine maximale Integration des Wohnkomplexes in die Umgebung zu ermöglichen, wurden nicht einmal die Niveaukurven des Geländes verändert.
Energieautarkie
Ein weiterer grundlegender Aspekt ist der energetische. In der Praxis ist jedes Gebäude nicht nur perfekt isoliert, sondern auch aus energetischer Sicht autark. Das gesamte Heizsystem ist eine Erdwärmepumpe, und der Strom, der die gemeinsamen Teile antreibt, wird von Photovoltaik-Modulen erzeugt, die horizontal auf dem Dach angeordnet sind, so dass sie vollständig in die Struktur integriert sind. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Parco Casarico-Projekt ein Projekt ist, das die Bedürfnisse des Umweltschutzes und der hohen Lebensqualität derjenigen, die dort leben werden, am besten erfüllt. Oder um es mit den Worten des Architekten Panzeri selbst auszudrücken: «Wir haben versucht, allem einen menschlichen Charakter zu geben». ■ -

«Weltweiter Life Sciences Hot-Spot mit ländlichen Vorzügen»
Frau Hopp, was heisst für Sie Standortförderung?
Standortförderung heisst, wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Dies dank Einbringen der Wirtschaftsinteressen in die Ausgestaltung der Steuer-, Finanz-, Bildungs-, Arbeitsmarkt-, Verkehrs-, Raum- und Energiepolitik. Standortförderung heisst auch, den Austausch mit ansässigen Unternehmen im Sinne eines Key Account Managements zu pflegen, die Ansiedlung von Firmen zu unterstützen sowie ein breites Angebot attraktiver Flächen für die Wirtschaft sicherzustellen. Dazu gehören auch die Förderung eines Umfeldes, welches Innovationen begünstigt und die Standortpromotion, welche in unserer Region überkantonal durch BaselArea.swiss umgesetzt wird.Was macht den Wirtschafts-standort Kanton Basel-Landschaft attraktiv?
Der Kanton Basel-Landschaft lässt sich gut als weltweiter Life Sciences Hot-Spot mit ländlichen Vorzügen umschreiben. Die ganze Region Basel ist ein exzellenter Wirtschafts-, Innovations- und Bildungsstandort von internationalem Renommée und verbindet dadurch globale Vernet-
zung mit lokaler Lebensqualität. Auch deshalb findet man hier ein hervorragendes Potenzial an Arbeitskräften, welche die gute Erreichbarkeit und die hochqualitativen Bildungsangebote schätzen. Einen sehr grossen Beitrag zur Attraktivität leisten die bereits ansässigen Unternehmen, insbesondere in den Schlüsselbranchen Pharma, Bio- und Medtech, Chemie, Präzisionstechnik und zunehmend auch in der IT und Robotik.Worin sehen Sie die grössten Unterschiede zwischen dem Standort Baselland und anderen Wirtschafts-standorten der Schweiz?
Einzigartig ist tatsächlich das Nebeneinander von «ländlich-seriöser Haltung» sowie Internationalität und Weltoffenheit auf sehr kleinem Raum. So findet man hier Naherholungsgebiete in den Jurahöhen oder am Rhein, Wohnraum mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis, die Stadt Basel in nächster Nähe und rasch erreichbar ein Museums-, Kunst- und Messe-
angebot von Weltrang.Wie wettbewerbsfähig ist Basel-Landschaft?
Die «harten Fakten» zeigen, dass der Standort attraktiv und wettbewerbsfähig ist. Im kantonalen Wettbewerbsindikator 2018 der UBS belegt Baselland den neunten Rang aller Kantone mit dem Prädikat solid. Das Ziel ist aber klar, Baselland muss möglichst rasch wieder in die Gruppe «Hoch» beim kantonalen Wettbewerbsindikator aufsteigen.Warum soll sich ein Unternehmen in Ihrer Region niederlassen?
Weil die Region ein sehr innovatives und dynamisches Umfeld bietet, spannende Entwicklungsflächen für individuelle Bedürfnisse vorhanden sind und die Unternehmen im trinationalen Metropolitanraum Basel ein hervorragendes Potenzial an Arbeitskräften vorfinden.Das bedeutet?
In unserer Region finden Sie Spitzenhochschulen und -institutionen für Life Sciences und verwandte Gebiete – insbesondere die Universität Basel, das Departement für Biosysteme der ETH, die Hochschule für Life Sciences FHNW in Muttenz sowie das Universitätsspital Basel – und ausgezeichnete, in der Wirtschaft verankerte Berufsschulen. Auch weitere Institutionen wie der Switzerland Innovation Park Basel Area, das CSEM oder das Swiss Tropical and Public Health Institute (Swiss TPH) liefern einen zentralen Beitrag für die ausserordentliche Innovationskraft. Zudem entstehen derzeit auf verschiedenen Arealen im Kanton neue Flächenangebote für die Wirtschaft.Auf Ihrer Website ist zu lesen, dass der Kanton Basel-Landschaft zu den erfolgreichsten Wirtschaftsregionen der Welt gehört. Genau. Gemäss einer Studie der BAK zum Technologiestandort Baselland von 2018 liegt die grösste Stärke des Standorts Basel-Landschaft in der beeindruckenden Dynamik: Die Anzahl aktiver Patentfamilien im Kanton Basel-Landschaft ist in den letzten Jahren im Schweizer Vergleich am stärksten gestiegen, bei gleichbleibender Qualität. Insbesondere in der Messtechnik und im Medtech Bereich sind hochwertige Patente im Kanton Basel-Landschaft überdurchschnittlich häufig vorhanden.
In welchen Bereichen sehen Sie die grössten Herausforderungen?
Die Prosperität der Region ist eng verknüpft mit der Offenheit und dem Austausch über die Grenzen hinweg. Um den internationalen Spitzenplatz halten zu können, ist es die grosse Herausforderung, den Zugang zu den benötigten Fachkräften sicherzustellen. Eine liberale Lösung bei den Grenzgängern und Grenzgängerinnen ist für die Region zwingend – ebenso zent-ral erachte ich den Zugang der Unternehmen und Hochschulen zu internationalen Forschungsgemeinschaften, namentlich auch zu den europäischen Forschungsprogrammen. Die Digitalisierung beschleunigt und verstärkt den Strukturwandel und dürfte tiefgreifende Auswirkungen – sowohl positive wie negative – haben.Das heisst?
Die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit liegt in der Förderung der Verflechtung und intelligenten Verknüpfung von Technologien und auch in der engeren Zusammenarbeit und Kooperation zwischen Wissenschaft, Forschung, Bildung und Industrie, um möglichst breit von dem Wissen in der Region zu profitieren und dieses unternehmerisch zu nutzen. Und schlussendlich ist die Steuervorlage 17 für die Region Basel Area von höchster Wichtigkeit – mit ihr rückt der Kanton Basel-Landschaft auf Platz 5 im schweizweiten Vergleich der Standortqualität vor.Wie wird sich der Wirtschafts-standort Baselland in 20 Jahren präsentieren?
Die Region Basel ist weiterhin ein führender Life Sciences Standort und Vorreiter bei der Entwicklung und Anwendung neuer Technologien insbesondere in der IT und Robotik. Die ansässige chemische Industrie hat den Strukturwandel vollzogen und ist mit innovativen Produkten wie Rohstoffen für 3D-Drucker weltweit erfolgreich. ■ -

Ein Kompetenzzentrum für die Industrie
Bis zum Jahr 2025 ist vorgesehen, dass sich das rund 70’000 Quadratmeter grosse Schorenareal in Arlesheim, wo einst die Elektrizitätsgesellschaft Alioth Lokomotiven für die SBB produzierte, zu einem Smart Manufacturing Hub entwickelt. In «uptownBasel» sollen sich dereinst rund fünfzig Technologieunternehmen mit insgesamt 2’000 Arbeitsplätzen ansiedeln. Das Kompetenzzentrum wird aus sieben Produktionshallen und 35’000 Quadratmetern Bürofläche bestehen. Dazu werden neue Hallen erstellt und bestehende Gebäude umgenutzt. Auch zum Thema Nachhaltigkeit soll «uptownBasel» Akzente setzen: Vorgesehen ist unter anderem, die Abwärme der geplanten Rechenzentren zu nutzen. Eine Holzschnitzelanlage mit Altholz wird das gesamte Areal mit Energie versorgen.
70 Prozent der Fläche bereits vermietet
Die ersten Mietverträge sind nach Angaben der Initianten bereits unterschrieben: Die Technologiekonzerne Axians und Bouygues werden Mieter im ersten Gebäude von «uptownBasel» mit dem Namen «The Pioneer». Das fünfstöckige Gebäude umfasst drei stützenfreie Hallen, die von Stahlträgern überspannt werden. Über den Produktionshallen werden auf 9’000 Quadratmetern Bürofläche für etwa 600 Mitarbeitende entstehen. Der Bau wird eine Gesamtnutzfläche von 25’000 Quadratmetern haben und soll Ende kommenden Jahres bezugsbereit sein. 70 Prozent der Fläche sind bereits vermietet. Die Investition für «uptownBasel» liegt bei 400 bis 500 Millionen Franken und erfolgt durch das Family Office des langjährigen Präsidenten der Handelskammer beider Basel, Thomas Staehelin. ■ -

«Nachhaltige Entwicklung ist heute keine Lifestylefrage mehr»
Herr von Graffenried, herzliche Gratulation: Im Städteranking 2019 von Wüest & Partner liegt die Stadt Bern in Sachen höchste Lebensqualität neu an dritter Stelle. Worauf führen Sie das zurück?
Bern hat einen Lauf. Die Stadt hat eine starke Identität – die Bernerinnen und Berner lieben ihre Stadt und haben konkrete Vorstellungen, was gut ist für Bern. Das sind beste Voraussetzungen, um eine hohe Lebensqualität zu entwickeln. Politik und Verwaltung waren erfolgreich darin, die Interessen der Einwohnerinnen und Einwohner aufzunehmen. Das hat spürbar zur Erhöhung der Lebensqualität beigetragen.Seit 2017 sind Sie Stadtpräsident von Bern. Was bedeutet Ihnen dieses Amt?
Es ist schlicht das schönste, vielfältigste Amt, und das in der schönsten Stadt der Welt. Was will man mehr.Filippo Leutenegger, 2018 Anwärter auf das Zürcher Stadtpräsidium, sagte in einem Interview: «Als Stadtpräsident hat man keine Macht, höchstens Einfluss». Stimmen Sie dem zu?
Wo er recht hat, hat er recht! In der Schweiz ist die Macht vielfach geteilt. So bin ich kein CEO der Stadt, sondern muss für alle Entscheide Mehrheiten gewinnen. Im Gemeinderat, im Stadtparlament oder auch in einer Volksabstimmung. Das ist zwar mitunter anstrengend, ist aber im Erfolgsfall befriedigend und führt zu einer besseren Akzeptanz. Dieses System ist die wichtigste Voraussetzung für die gut integrierte Gesellschaft in der Schweiz, das ist für mich unser wichtigster Erfolgsfaktor überhaupt.Auf Ihrer Homepage ist zu lesen, dass Bern eine ökologische Vorbildstadt sein soll. Was heisst das konkret und wie möchten Sie das umsetzen?
Als Hauptstadt haben wir eine Leaderfunktion. Wir haben den Anspruch an uns, im Bereich der Nachhaltigkeit die innovativste und fortschrittlichste Schweizer Stadt zu sein. Im Verkehr – Stichwort Verkehrsberuhigung in den Wohnquartieren – gelingt uns dies bereits sehr gut. Dasselbe wollen wir auch in anderen Bereichen wie Energie, Raumplanung, Städtebau umsetzen.Von 2007 bis 2011 waren Sie bei Losinger Marazzi AG verantwortlich für nachhaltige Entwicklung und von 2012 bis 2016 Direktor «Immobilienentwicklung Mitte». Wie definieren Sie nachhaltige Entwicklung?
Gemäss den gängigen Definitionen: Die Befriedigung unserer heutigen Bedürfnisse soll nicht die Möglichkeiten künftiger Generationen beeinträchtigen. Wichtiger als die präzise Begriffsdefinition ist mir aber die Erkenntnis, dass nachhaltige Entwicklung heute keine Lifestylefrage mehr ist, sondern eine Überlebensfrage.Das heisst?
Vor 10’000 Jahren, in der letzten Eiszeit, lag über Berlin ein 200 Meter dicker Eispanzer. Was meinen Sie, wieviel tiefer lag damals die Durchschnittstemperatur in Berlin? Die Antwort ist: Fünf Grad. Ich glaube, das zeigt gut, wie wichtig und dringend ein sorgsamer Umgang mit der Klimaerwärmung ist. Nachhaltige Entwicklung heisst Verantwortung übernehmen; Verantwortung für eine sozial, ökologisch und wirtschaftlich tragbare Zukunft.Welche Kriterien müssen erfüllt werden, damit man diesem Begriff bei Arealentwicklungen gerecht wird?
Wir bauen Neubauten für 50, 80 oder über 100 Jahre. Wenn wir sehen, wie aufwändig Sanierungen sind, ist es logisch, dass wir künftige Entwicklungen antizipieren müssen. Nachhaltige Arealentwicklung beinhaltet auch Ansprüche der sozialen Nachhaltigkeit. Dies fängt im Partizipationsprozess der Arealentwicklung an und setzt sich mit einem schlauen Mix der zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer fort, damit unsere neuen Stadtquartiere bereits beim Bezug mit Leben erfüllt werden.Sie plädieren für die Planung von 2’000-Watt-Quartieren und Plusenergie-Bauten. Können Sie das etwas genauer erläutern?
Es geht um unsere Zukunft! Wir wollen nicht, dass sich künftige Städterankings an Kriterien wie einer funktionierenden Wasserversorgung oder der Anzahl der Hitzetoten bemessen. Dafür müssen wir den CO2-Ausstoss drastisch senken. Nun ist der Gebäudesektor in der Schweiz mindestens für ein gutes Viertel der hier ausgestossenen Klimagase verantwortlich. Daher ist es zentral, bei der Sanierung bestehender oder der Erstellung neuer Gebäude die grossen Potenziale zu nutzen, um den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoss zu senken. Das können wir nur mit der Förderung von 2’000-Watt-Quartieren und Plusenergie-Bauten erreichen.Was wurde in diesen Bereichen bereits verwirklicht?
Bei städtischen Gebäuden setzt die Stadt Bern Massstäbe für umwelt- und energiegerechtes Bauen. Im Bereich der Wohnüberbauungen haben wir die vorbildhaften Siedlungen «Stöckacker Süd» und «Burgunder» realisiert. Weitere Planungen wie das «Warmbächli-Areal» oder das «Viererfeld» werden bald folgen.Das Projekt «Aarerain» in Worblaufen der Gemeinde Ittigen soll das erste Plusenergie-Quartier der Schweiz werden und einen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundes leisten?
Um den Standard Plusenergie-Quartier zu erreichen, ist es notwendig, pro Jahr mehr Energie zu produzieren als das Quartier verbraucht. Es lohnt sich auf jeden Fall, dieses Ziel anzustreben. Auch wir in Bern sind gewillt, bei geeigneten Arealen mit den Grundeigentümerschaften Regelungen anzustreben, welche die Realisierung von Plusenergie-Quartieren ermöglichen.«Partizipation wird in Bern grossgeschrieben.»
Welche weiteren Grossprojekte stehen an, respektive welche Projekte liegen Ihnen besonders am Herzen?
Die Bebauung des «Viererfelds» mit Wohnungen für über 3’000 neue Einwohnerinnen und Einwohner. Ebenso am Herzen liegen mir Infrastrukturprojekte wie der Ausbau des Bahnhofs Bern oder die Tunnellösung Bypass A6; diese haben einen enormen Einfluss auf das zukunftsfähige Funktionieren der Stadt. Sehr viel erhoffe ich mir schliesslich von unserem Projekt «Kooperation Bern», das der Stärkung der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit dient, bis hin zu Fusionen.Als Stadtpräsident möchten Sie den Städtebau vorantreiben, denn Sie würden über ein «Planungsgen», verfügen, berichtete die Neue Zürcher Zeitung. Können Sie dieses «Gen» anwenden?
Ob es ein Gen ist, bezweifle ich. In der Sache ist es aber in der Tat so, dass wir in Bern derzeit viele und ausgesprochen spannende Planungsprojekte haben.Sie sagen: Wenn eine Stadt wächst, treffen unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander. Wie kann man diesen gerecht werden?
Indem man in erster Linie gut zuhört. Dann erfährt man, was die Menschen brauchen und möchten. Partizipation wird in Bern grossgeschrieben. In unterschiedlichen Arten der Mitwirkung holen wir die Bedürfnisse ab, also zum Beispiel die Anliegen der Wohnbevölkerung, der Gewerbetreibenden, der Kultur-, Sport- oder Eventszene. Beispielsweise können sich die Menschen momentan in einem breit angelegten Mitwirkungsprozess zur Zukunft des Freibads Marzili einbringen.«Die Leute möchten den öffentlichen Raum nutzen.»
In welche Richtung wird sich Bern und die umliegenden Quartiere entwickeln?
Dynamisch. Ich spüre einen grossen Gestaltungswillen aus der Baubranche, der Politik, aber auch aus der Bevölkerung. Die Leute möchten den öffentlichen Raum nutzen und mitgestalten, was zu lebendigen Quartieren beiträgt. Gleichzeitig möchte ich dafür sorgen, dass Investitionen in Neubauten und Sanierungen sorgfältig erfolgen. Qualität soll von zentraler Bedeutung sein. Im Städtebau, Wohnraum, Sozial- und Aussenraum, in der Ökologie, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Entwicklung der Stadt soll – kurz gesagt – nachhaltig erfolgen.Wo setzen Sie als Stadtoberhaupt Ihre Prioritäten?
Ich möchte dafür sorgen, dass sich die Menschen in Bern zuhause fühlen. Damit schliesse ich unterschiedlichste Lebenswelten ein: Ob dies das Zuhause des Wohnens, Arbeitens, der Bildung, von Gästen oder von Freizeit und Sport ist. Und ich will der Bevölkerung Mitbestimmung und Selbstverantwortung ermöglichen und zu einer tragfähigen Gesellschaft beitragen, in der sich die Menschen auch für andere und für die Gemeinschaft engagieren. ■ -

Überbauung mit günstigem Wohnraum
Die Stadt Bern trägt seit 2020 das Label Energiestadt Gold und möchte ihre Vorreiterrolle bei der Energiewende ausbauen. Hierfür setzt sie bei den stadteigenen Liegenschaften auf einen reduzierten Energieverbrauch und baut nach energetischen Standards. So auch am Standort der ehemaligen Krankenpflegeschule Engeried, wo die Stadt eine Wohnüberbauung realisiert. Das Projekt umfasst nebst Gewerbe- und Gemeinschaftsflächen rund hundert Wohnungen, eine Bibliothek, eine Basisstufenklasse sowie eine Tagesschule. Alle Wohnungen sollen als gemeinnütziger Wohnungsbau vermietet werden. 24 Wohnungen davon werden im Segment «Günstiger Wohnraum» realisiert, betonen die Projektverantwortlichen.
Im Sommer 2017 gewann das Büro B Architekten aus Bern mit dem Projekt «milet» den Projektwettbewerb. Das Siegerprojekt sieht vier Gebäude vor, die zu einem gemeinsamen Innenhof ausgerichtet sind und der rechtwinkligen Struktur des Quartiers Rechnung tragen sollen. Die Erschliessung aller Nutzungen erfolgt ausschliesslich über den klar gefassten und abwechslungsreich gestalteten Hofraum. Die Aussen- und Zwischenräume sollen parkähnlich mit einem Anteil an naturnahem Lebensraum realisiert werden. Die Dächer der vier Neubauten werden zu bestmöglichen Nutzung der erneuerbaren Energien mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Beheizt werden die Gebäude mit einer Erdsonden-Wärmepumpe. Angestrebt wird, dass die vier Gebäude die Anforderungen an ein 2’000-Watt-Areal erfüllen. Läuft alles nach Planung soll die Überbauung im Jahr 2022 fertiggestellt sein. ■
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Der Campus ist für die Zukunft gewappnet
Die Berner Fachhochschule (BFH) ist historisch gewachsen. Die verschiedenen Departemente sind heute auf rund 26 Standorte in Bern, Biel, Burgdorf, Magglingen und Zollikofen verteilt. Das erschwere die Zusammenarbeit im Lehrbetrieb, führe zu Doppelspurigkeiten, hohen Mietkosten und Platznot, betonen die Verantwortlichen der BFH. Zudem seien viele der heute belegten Gebäude in die Jahre gekommen.
Aus diesen Gründen soll auf dem Areal Weyermannshaus Ost – es ist Teil des Premium-Entwicklungsschwerpunktes (ESP) Ausserholligen – bis 2026 der neue Campus Bern entstehen – parallel zum Campus Biel, dessen Bau 2019 starten soll. Im Campus Bern werden die heute auf zahlreiche Standorte verteilten BFH-Departemente Gesundheit, Soziale Arbeit und Wirtschaft sowie die performativen Künste der Hochschule der Künste und die Bereiche Rektorat und Services unter einem Dach vereint.
Ineinandergreifendes Campusgelände
Das Siegerprojekt für den neuen Campus Bern der Berner Fachhochschule (BFH) steht seit Januar 2019 fest: «Dreierlei» hat das Preisgericht unter der Leitung des Amts für Grundstücke und Gebäude (AGG) am meisten überzeugt, schreibt der Campus Bern in einer Mitteilung. Das Projekt kombiniere die eigenständigen Departementsgebäude der BFH mit einem gemeinsamen Sockelgebäude und einem grosszügigen Aussenraum zu einem ineinandergreifenden Campusgelände. Verantwortlich für «Dreierlei» ist ein Planerteam unter der Leitung der Wulf Architekten GmbH, Stuttgart. Das Architektenteam entwickelt das Projekt auf der Grundlage der Empfehlungen des Preisgerichts weiter. Nach heutiger Planung werden die Bauarbeiten 2022 beginnen.Mit dem neuen Campus Biel/Bienne kann die BFH Synergien im Betrieb von Lehre und Forschung nutzen und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, betonen die Verantwortlichen der BFH. Der Kanton Bern hat Ende Januar 2017 mit den SBB, welchen das Grundstück in Weyermannshaus Ost gehört, einen über achtzig Jahre laufenden Baurechtsvertrag für die Baufelder Nord und Süd abgeschlossen.
Mehr Nachhaltigkeit, mehr Interaktion
Der Bau müsse in Sachen Energieeffizienz hohen Ansprüchen genügen: Bei der Ausschreibung des Projektwettbewerbs wurden die kantonalen Baustandards, der Standard Minergie-P-ECO sowie die Prüfung eines Holzbaus vorgegeben. Nicht zuletzt fördert die Zusammenlegung der verschiedenen Departemente und Fachbereiche die themenübergreifende Lehre, Forschung und Innovation. Dozierende, Studierende und Verwaltung erhalten Gelegenheit, sich über Disziplinen hinweg auszutauschen und zu inspirieren.Entwicklungsschwerpunkt Ausserholligen aufwerten
Dass die Umgebungsflächen des Campus Bern den Entwicklungsschwerpunkt Ausserholligen prägen und aufwerten werden, davon sind die Projektverantwortlichen überzeugt. Geplant sind beispielsweise neue Spazier- und Velowege, grosszügige Spielplätze und Begegnungszonen. Die BFH plant zudem, im Sommer in den Aussenanlagen öffentliche Konzerte und Theatervorführungen zu veranstalten. Wichtiges Element der Aussenraumgestaltung ist auch die von der Stadt geplante neue Velo- und Fussgängerunterführung. Gemäss Berechnungen werden täglich mehr als 6’000 Studierende, Beschäftigte und Besuchende diese direkte Verbindung zwischen Campus und Europaplatz nutzen. ■ -

Ein Quartier wird zum Elektrizitätswerk

Die Bewohner der knapp hundert Wohneinheiten im Energiequartier «Hohlen» in Huttwil
werden sich weitgehend selbstständig mit Solarstrom versorgen.
Die Energiestrategie 2050 ermöglicht neu Zusammenschlüsse zur Produktion und Nutzung von lokal produziertem Strom. Im Zuge dessen realisiert die IGD Grüter AG in Huttwil das erste eigenständige Energiequartier der Schweiz.
Die Wohnüberbauung «Hohlen Südhang» wird mit Solarstromanlagen ausgestattet und der Strom innerhalb des gesamten Quartiers vernetzt. Somit wird das Quartier zum Elektrizitätswerk. Die selbst erzeugte Energie ist im gesamten Quartier von allen Bewohnern nutzbar. Die Idee ist, dass keine einzelnen Hausanschlüsse von Stromlieferanten mehr benötigt werden. In den vier Häusern sind 24 3½- und 16 4½-Zimmer Wohnungen untergebracht.
Das Plusenergie-Quartier besteht aus 22 Gebäuden. Die Bewohner der knapp hundert Wohneinheiten im Energiequartier «Hohlen» in Huttwil werden sich weitgehend selbstständig mit Solarstrom versorgen. Photovoltaik-Anlagen auf allen Dächern und Balkongeländern produzieren mehr Energie als das Quartier im Jahr braucht und das zu einem tieferen Preis als mit einer konventionellen Energieversorgung.Der eigene Strom wird im Quartier zum Wohnen, Arbeiten, Autofahren sowie zur Wärmeerzeugung verwendet. Ein Carsharing mit Elektroautos soll persönliche Zweitfahrzeuge überflüssig machen. Vorgesehen ist, dass ein Batteriespeicher die Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit erhöht. Angestrebt wird, dass mit diesen technischen Innovationen sichergestellt wird, dass möglichst viel der selber produzierten Energie auch selber verbraucht werden kann. ■
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Erstes Plusenergie-Quartier der Schweiz

Die Photovoltaikpanels sind in der Fassade und auf dem Dach installiert.
Das erste Plusenergie-Quartier (PEQ) der Schweiz soll einen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundes leisten. Das über 23’000 Quadratmeter grosse Landstück liegt am Aarehang, oberhalb der ehemaligen Hammerwerke. Das Projekt «Aarerain» bietet mit 167 Wohnungen Wohnraum für rund 350 bis 500 Bewohner. Das Spezielle daran: Im Quartier wird über das ganze Jahr mehr Energie produziert als verbraucht. Seit Frühling 2016 entwickelt Losinger Marazzi gemeinsam mit der Grundeigentümerin CPV/CAP Pensionskasse Coop – das Land ist in ihrem Besitz – und der Gemeinde Ittigen das Projekt «Aarerain». Dieses Konsortium hat einen Architekturwettbewerb durchgeführt, den die Fischer Architekten AG aus Zürich gewonnen haben. Das Siegerprojekt sieht sechs Mehrfamilienhäuser mit bis zu acht Stockwerken vor. Dadurch entstehen 167 Wohnungen für 350 bis 500 Bewohner. Von jeder Wohnung blickt man auf die Aare. Interessant ist das Energiekonzept: «Wir wollen den Energiebedarf minimieren, aber nicht zulasten des Komforts», sagt Christian Leuner, Chef der Fischer Architekten AG.
Massnahmen um den Energiebedarf klein zu halten
Um den Standard Plusenergie-Quartier zu erreichen, ist es notwendig, pro Jahr mehr Energie zu produzieren als das Quartier verbraucht. Die Energieproduktion kann beispielsweise durch die Stromgewinnung mittels Photovoltaikpaneelen auf dem Dach oder/und der gedämmten Fassade umgesetzt werden. So gelinge es, gesamthaft mehr Energie zu produzieren als zu verbrauchen. Im Sommer sorgen die Photovoltaikelemente für eine Überproduktion an Energie, die ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Speichermöglichkeiten seien momentan im «Aarerain» noch nicht vorgesehen. Der Energieverbrauch kann durch die Verwendung von intelligenten Stromnetzen (sogenannten Smart Grids) oder durch die Vernetzung der Quartierbewohner durch eine App, mit der unter anderem der eigene Verbrauch (Elektrizität, Wärme, Wasser) eingesehen, gesteuert und reduziert werden kann. Die Heizung erfolgt über den Wärmeverbund der ARA Worblaufen, die dem gereinigten Abwasser künftig vier bis sechs Grad entziehen und so Energie gewinnen will. ■ -

Bubenbergzentrum: Am Puls der Mobilität
Der Neubau des Bubenbergzentrums 10 bis 12 gilt als Bestandteil des Ausbauprojekts am Bahnhof Bern und wird neben dem heute bestehenden Haupteingang zum wichtigsten Zugang des Berner Verkehrsknotenpunkts. Das Bubenbergzentrum als modernes Bürogebäude mit Retail- und Gastronomieflächen im Erd-, Unter- und Mezzaningeschoss gelte als erste Adresse für eine Standortwahl, betonen die Projektverantwortlichen. Sämtliche Mietflächen im energieeffizient konzipierten Gebäude können individuell ausgebaut werden. Die erstklassige Lage direkt am Bahnhof sei ein weiterer Vorteil für die Kundschaft und Mitarbeitende. ■
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«Wir wollen unseren Beitrag zur Verdichtung und Ressourcenschonung leisten»
Herr Schoilew, das Motto der Firma Häring heisst innovatives Bauen
mit System. Was heisst das konkret?
Innovation ist das Streben nach der bestmöglichen individuellen Lösung für den Kunden. Wirtschaftlich und technisch. Dabei darf Bewährtes durchaus hinterfragt werden. Ansonsten ist eine gute Lösung, welche zum wiederholten Mal umgesetzt wird, gut, aber nicht besser. Innovation kann auch Bauen mit eigenem Rohstoff bedeuten, vor allem wenn er sich aus Sonne und Wasser entwickelt. Warum sollte eine Bürgergemeinde nicht die Eigenmittel für den benötigten Neubau einer Sporthalle oder eines Gemeindehauses mit Holz aus dem eigenen Wald bereitstellen können? Innovation ist Bauen ohne Land.Das heisst?
Warum sollte ein Immobilieneigentümer nicht die Nutzfläche durch eine Aufstockung erhöhen können? Ganz ohne auf zusätzliche Landressourcen angewiesen zu sein. Wir haben ein System entwickelt, welches Mehr-familienhäuser und Bürobauten mit Aufstockungspotenzial identifiziert. Die vertikale Nachverdichtung mit dem Leichtbaustoff Holz findet innerhalb kürzester Zeit statt und kann durchaus im bewohnten Zustand erfolgen. Innovation kann auch eine flexible, vorgespannte und erdbebensichere Tragkonstruktion in Holz sein. Warum sollte ein Architekt nicht ein grünes Hochhaus damit kreieren können? Ebenso kann Innovation faserverstärktes Brettschichtholz bedeuten. Dadurch wird auch die Verwendung von minderwertigen Holzqualitäten möglich.Die Firma Häring prüft die Machbarkeit hinsichtlich Lage, Grösse, Potenzial und gesetzlichen Punkten. Wie gehen Sie vor, wenn das Marktpotenzial vorhanden ist?
Die Standortprüfung kann eine kleine Testplanung aber auch eine umfassende Portfolioanalyse beinhalten. Sollte Marktpotenzial erkennbar sein, geht es um die richtige Lösung. Stellen Sie sich eine Blockrandbebauung in der Stadt vor. Mehrfamilienhäuser aneinander gereiht und von mehr oder weniger vergleichbarer Breite und Höhe. Gelegentlich finden sich jedoch Bebauungslücken. Hier ist ein Neubau Mittel der Wahl.Der moderne Holzbau bietet aus Ihrer Sicht unbegrenzte Möglichkeiten. Wie ist das zu verstehen?
Holz ist extrem vielseitig, leicht, schnell, grün und digital bearbeitbar. Durch neue Verordnungen, insbesondere im Bereich des Brandschutzes, sind dem Baustoff Holz nahezu keine Grenzen mehr gesetzt. Heute werden weltweit Holzhochhäuser gebaut. Auch in der Schweiz ist diese Tendenz erfreulich. Doch es muss nicht immer ein Hochhaus sein. Ein nach oben strebendes Gebäude geringer oder mittlerer Höhe kann durchaus auch faszinieren. Eine Aufstockung in Holzbauweise ist oft auch mit komplizierten statischen Gegebenheiten vereinbar. Die Flexibilität der Tragwerklösung und somit der Grundrissgestaltung kann auch nach Fertigstellung von Vorteil sein. Umbauten sowie die Zusammenlegung oder nachträgliche Trennung von Nutzeinheiten sind mit einfachsten Mitteln möglich.Als ideenreicher und umsetzungsstarker Schweizer Holzbau-Partner, entwickelt, plant und realisiert Häring seit 140 Jahren für Private, Unternehmen und die öffentliche Hand Gebäude- und Raumlösungen
aus Holz für nachhaltige Bauwerke. Können Sie uns ein Beispiel nennen?
Für die Schweizer Rheinsalinen AG haben wir in Rheinfelden zwei Salzlagerhallen geplant und realisiert. Mit dem geringstmöglichen Aufwand sollte die grösstmögliche stützenfrei überdachte Lagerfläche entstehen. Das Ergebnis sind zwei Holznetzschalenkuppeln mit Durchmessern von 94 und 120 Metern. Mit dem besten Aufwand-Ertrag-Verhältnis für Schuttgüter. Form «follows function». Pragmatisch betrachtet, ist mit dem sogenannten «Saldome 2» der grösste Kuppelbau Europas entstanden. Unempfindlich gegenüber den aggressiven Eigenschaften des Lagermaterials Salz. Die industriellen Anwendungsmöglichkeiten sind neben der Schuttgutlagerung sehr vielseitig. Industriebauten sind einem breiten Publikum jedoch selten zugänglich. Was aus architektonischer Sicht bedauerlich ist.Mit dem Projekt «Green City House» in Basel entstehen Stadthäuser in
Holzsystembauweise und tragen zu einer nachhaltigen Städteverdichtung bei. Zudem weisen sie eine CO²-Einsparung von über 35 Prozent im Vergleich zu konventionellen Bauten auf. Wann sprechen Sie von nachhaltiger Städteverdichtung?
Nachhaltigkeit ist als Begriff ausgesprochen vielseitig anwendbar. Die ökologische Nachhaltigkeit ist aufgrund der Holzbauweise naturgemäss gegeben. Sei es bei der CO²-neutralen Produktion des Baustoffes oder bei der grauen Energiebilanz. Wirtschaftlich nachhaltig wirken sich die kompakten Wandquerschnitte und die damit verbundene Optimierung der Nutzflächen aus. Ebenso die substanzielle Dauerhaftigkeit, der geringere Wartungsaufwand und die niedrigen Instandhaltungs- und Betriebskosten.Wie stark hat bei der Immobilienentwicklung die durchgängige Digitalisierung (BIM) Einzug gehalten?
BIM ist bei unserer Arbeitsweise unentbehrlich. Die Wertschöpfungskette ist lang, und die Immobilienentwicklung steht ganz am Anfang. Es folgen Planung, Konstruktion, Produktion und Realisierung. Wir können eine hohe Kosten- und Terminsicherheit nur mittels durchgängig digitalisierten Prozessabläufen sicherstellen. Nach der Planungs- und Bauphase ist das digitale Bauwerksdatenmodell ebenfalls sehr hilfreich. Die Bewirtschaftung der erstellten Immobilie kann darauf basieren. Im Übrigen ist «simultaneous engineering» im Holz- und Systembau schon lange kein Fremdwort mehr. Wir haben bereits in den frühen 1990er Jahren erste Projekte nach dem damaligen Stand der CAD/CAM-Technik realisiert.«Architekten bieten wir die Möglichkeit, Ideen umzusetzen.»
Dieses Jahr feiert die Häring & Co. AG ihr 140-jähriges Bestehen. Welche Strategie verfolgen Sie im Bereich Immobilienentwicklung?
Architekten bieten wir die Möglichkeit, Ideen umzusetzen. Es geht darum, ohne Einschränkung der Kreativität, nachhaltig zu bauen. Als General- oder Totalunternehmer gehen wir für Investoren renditeorientiert heran. Das bedeutet jedoch nicht, dass Abstriche bei Qualität und Gestaltung in Kauf zu nehmen sind. Bei der Bauweise gilt, so viel Holz wie nötig. Hybridbauten stellen, falls für die Rendite zuträglich, denkbare Lösungen dar. Landeigentümern bieten wir die Möglichkeit, ihre Parzellen direkt zu veräussern oder, falls erwünscht, in den unterschiedlichsten Varianten als Partner bei der Projektumsetzung zu amten. Aus soziologischer Sicht geht es uns um Verdichtung, um lebenswerten Wohn- und Arbeitsraum ohne Zersiedlung und ohne Kompromisse beim Umweltschutz.Wo steht das Unternehmen in zwanzig Jahren in Sachen Immobilienentwicklung?
Die Bedürfnisse des Kunden stehen für uns heute und in zwanzig Jahren unverändert im Zentrum. Unser Spektrum, von der kompletten Immobilienentwicklung über den klassischen und spezialisierten Holzbau bis hin zur umfassenden Aufstockungskompetenz, ist bereits breit gefächert. Mit 160 Jahren wollen wir als der Partner im Bereich der nachhaltigen Immobilienentwicklung schweizweit wahrgenommen werden. Wir wollen unseren Beitrag zur Verdichtung und Ressourcenschonung leisten. ■






