Kategorie: immo!nvest+

  • BIM und digitale Zwillinge die digitalen Partnern der Gebäude

    BIM und digitale Zwillinge die digitalen Partnern der Gebäude

    BIM, Building Information Modeling ersetzt statische 2D-Pläne durch ein gemeinsames, digitales Gebäudemodell, in dem Architektur, Technik und Kosten in Echtzeit zusammenspielen. Alle Bauteile werden als BIM-Objekte mit Abmessungen, Leistungen, Preisen, Gewährleistung und Wartungsinfos erfasst, vom Mauerwerk bis zur Tür, vom Sensor bis zur Pumpe.

    Statt Pläne hin- und herzuschicken, arbeiten alle Beteiligten im selben 3D-Modell, erkennen Kollisionen früh und erleben das Gebäude virtuell, bevor der erste Bagger anrollt. Das senkt Fehlerrisiken, macht Termine planbarer und legt die Basis für klare Budgets statt späterer Nachträge.

    Vom BIM-Modell zum Building Twin
    Aus dem BIM-Modell entsteht im Betrieb der digitale Zwilling. Der Building Twin, der bis zu 95 Prozent der Planungsinformationen übernimmt und mit Live-Daten aus dem Gebäude verknüpft. Er bildet die «Single Source of Truth» für Flächen, Technik und Sensorik und macht Performance, Belegung und Komfortzustände in Echtzeit sichtbar.

    Cloudbasierte Building-Twin-Plattformen ermöglichen es, Gebäude virtuell zu überwachen, Szenarien zu simulieren und neue Anwendungen schnell zu skalieren, vom Energiemonitoring bis zur nutzerzentrierten Service-Suite mit KI-Analytik. So wird aus dem starren Plan ein lernendes System, das sich mit den Anforderungen von Betreibern, Mietern und Städten weiterentwickelt.

    Wertschöpfung im Betrieb statt nur auf der Baustelle
    Rund 80 Prozent der Lebenszykluskosten eines Gebäudes fallen im Betrieb an. Genau dort entfaltet BIM im Zusammenspiel mit digitalen Zwillingen den grössten Hebel. Facility Manager greifen im 3D-Modell auf Wartungszyklen, Bedienungsanleitungen, Hersteller- und Garantiedaten zu, planen Umbauten präzise und reduzieren Ausfallzeiten und Fahrten.

    Strukturiert hinterlegte Produkt- und Live-Daten erlauben vorausschauende Instandhaltung, gebündelte Beschaffung oder automatisierte Reaktionen wie das Schliessen von Storen bei Unwetterwarnungen. Gleichzeitig unterstützt die transparente Datenbasis ESG-Ziele, Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft, vom Energie- und Wasser-Tracking bis zur werthaltigen Wiederverwendung von Materialien im Rückbau.

    Digitale Ökosysteme als Zukunftsmodell
    Digitale Zwillinge verbinden Gebäude, Campus und Quartiere zu intelligenten Ökosystemen, in denen Energie, Nutzung und Mobilität aufeinander abgestimmt werden. Sie liefern Einblicke in Komfort, Gesundheit, Auslastung und Emissionen und helfen, Netto-Null-Strategien, neue Arbeitswelten und gemischt genutzte Stadtbausteine datenbasiert zu steuern.

    Für Eigentümer und Betreiber werden BIM und digitale Zwillinge damit zum Marktdifferenzierer. Wer den eigenen Bestand digital versteht, kann Investitionen besser priorisieren, Risiken steuern und den «Return on Investment» von Sanierungen, Umbauten und Services belegen. In einer Branche zwischen Dekarbonisierungsdruck und Nutzererwartungen werden sie zum Schlüssel, um Immobilien von statischen Objekten zu lernfähigen, zukunftsfähigen Infrastrukturen zu machen.

  • Vier Achsen, die die Immobilienwirtschaft neu ordnen

    Vier Achsen, die die Immobilienwirtschaft neu ordnen

    Daten & KI
    Branchenreports sehen datengetriebene Entscheidungen und KI-basierte Analytics als einen der stärksten Treibe. Von Predictive Analytics für Mieten, Leerstände und Capex über automatisierte Bewertungen bis zu AI-gestützter Due Diligence und Dokumentenverarbeitung.

    Entlang des Lebenszyklus beginnt das bei Landakquisition und Projektentwicklung (Standort-Scoring, Risiko- und Szenario-Modelle) und reicht bis in Betrieb und Portfolio-Steuerung (Predictive Maintenance, Portfolio-Optimierung, dynamische Preis- und Flächensteuerung).

    Dekarbonisierung und ESG
    Netto-Null-Ziele, Taxonomie-Regeln und ESG-Investing machen Green-Proptech zu einem eigenen Cluster. Smart-Building-Systeme, IoT-Sensorik und ESG-Datenplattformen messen Emissionen, Energie und Ressourcen, automatisieren Reporting-Pflichten und unterstützen Sanierungs- und Investitionsentscheidungen.

    Gesellschaftlich wirkt das über strengere Regulierung und Investoren-Druck, wirtschaftlich über den wachsenden Wertunterschied zwischen «stranded assets» und klimafitten Beständen. Vom CO²-Screening bei Landkauf bis zur Dekarbonisierungs-Roadmap im laufenden Betrieb.

    Nutzererlebnis und Flexibilität
    Digitale Tenant-Experience, hybride Arbeitsmodelle und flexible Wohn- und Gewerbeflächen gelten als Kerntrend. Gefordert werden mobile Zugänge, Self-Service-Portale, Echtzeit-Kommunikation und dynamisch buchbare, nutzungsbasierte Flächen.

    Entlang des Lebenszyklus verschiebt das schon in der Planung den Fokus auf nutzerzentrierte Konzepte und Mischnutzungen und verlangt im Betrieb nach Plattformen für Buchung, Community-Building und personalisierte Services, was direkt die Wertschöpfungslogik von Objekten verändert.

    Plattform-Ökosysteme
    Viele Quellen sehen eine Bewegung weg von isolierten Insellösungen hin zu vernetzten Plattformen, in denen Daten, Prozesse und Services verschiedener Akteure zusammenlaufen. Offene Schnittstellen und Integrationen gelten als wichtigste Anforderung der Entwickler- und Betreiberseite.

    Ökonomisch entstehen damit neue Plattformbetreiber, gesellschaftlich verschieben sich Transparenz, Macht- und Rollenbilder. Vom Landkauf-CRM über Development-Tools bis zu Betriebs- und ESG-Plattformen, die den gesamten Lifecycle digital verbinden.

  • Wohnhochhaus Rankstrasse

    Wohnhochhaus Rankstrasse

    Um den knappen Raum an der Rankstrasse optimal und zukunftsfähig zu nutzen, stützt sich das Basler Wohnbauprogramm «1000+» auf einen breit ausgeschriebenen, anonymen Architekturwettbewerb. 78 Teams zeigten Interesse, 15 ausgewählte eingereichte Projekte rangen um die beste Lösung. Die Fachjury überzeugte schliesslich «Miranda» des Zürcher Studios DIA, Haller Ingenieure und Hefti Hess Martignoni.

    Nachhaltigkeit integriert in Architektur und Sozialgefüge
    Das 88 Meter hohe Gebäude bringt über 100 neue Mietwohnungen nach dem Modell «Mietvertrag Plus», günstige, an Einkommens- wie auch Belegungsregeln gebunden. Herausragendes Merkmal ist das innovative Nachbarschaftskonzept. Jeweils drei Etagen sind vertikal verbunden, wodurch inklusive Begegnungszonen für vielfältig zusammengesetzte Mietergruppen entstehen. Die Wohnungen sind kompakt und funktional gestaltet, ermöglichen sparsamen Flächenverbrauch und erfüllen hohe Anforderungen an Ökologie und Wirtschaftlichkeit. Begrünte Aussenbereiche, gemeinschaftsfördernde Räume und ressourcenschonende Bauweise unterstreichen den Nachhaltigkeitsanspruch. Die Stadt bekennt sich damit offensiv zu einem verantwortungsvollen, sozialintegrativen Stadtwachstum.

    Neuer Massstab für Wohnen am Stadtrand
    Mit «Miranda» startet Basel-Stadt eine Weiterentwicklung am östlichen Stadtrand. Das Hochhaus markiert einen markanten Auftakt für künftige Quartiersentwicklungen und setzt ein architektonisches Zeichen der Öffnung. Frühester Baustart ist 2028, zuvor folgen Bebauungsplan und öffentliche Information. Die Ausrichtung auf Gemeinschaft, Durchmischung, Nachhaltigkeit und architektonische Qualität positioniert das Projekt als Referenz für modernes, urbanes Bauen in der Schweiz.

  • Roche-Arealentwicklung Basel

    Roche-Arealentwicklung Basel

    Die erste Entwicklungsphase des Roche-Areals wurde Ende 2023 abgeschlossen, nun folgt eine neue Etappe. Auf dem Nordareal entsteht bis 2030 eine der bedeutendsten Forschungsinfrastrukturen Europas. Kernprojekt ist Bau 12, ein 72 Meter hohes Forschungs- und Entwicklungsgebäude mit Platz für rund 450 Forschende. Der Neubau ersetzt die veraltete Infrastruktur und schafft optimale Bedingungen, um neuartige Wirkstoffe von der Grundlagenforschung bis zur Produktionsreife zu entwickeln. Mit einem Investitionsvolumen von rund 500 Millionen Franken wird Bau 12 zur zentralen Schnittstelle zwischen Forschung und klinischer Entwicklung.

    Parallel wird das Institute of Human Biology im Bau 92 zum neuen Zentrum für biologische Modellforschung ausgebaut. Rund 100 Millionen Franken fliessen in die Modernisierung und den Umbau. Ziel ist die Verknüpfung akademischer und industrieller Forschung, um komplexe menschliche Zellmodelle für die Arzneimittelentwicklung nutzbar zu machen.

    Auch die Produktion erfährt eine grundlegende Erneuerung. In den Bauten 50 und 51 entstehen bis 2028 modernste Anlagen für die Entwicklung und Kommerzialisierung synthetisch hergestellter Wirkstoffe. Mit modularer Bauweise, digitaler Steuerung und hoher Energieeffizienz wird hier eine neue Ära pharmazeutischer Prozessinnovationen eingeläutet. Der Investitionsrahmen dieser Projekte liegt bei rund 570 Millionen Franken.

    Nachhaltige Stadtentwicklung auf dem Südareal
    Parallel zur Forschung auf der Nordseite verfolgt Roche auf dem Südareal eine langfristig nachhaltige Entwicklungsstrategie. Das Areal am Rhein wird in enger Abstimmung mit der Basler Politik umgestaltet. Der überarbeitete Bebauungsplan sieht grosszügige Grünräume, ökologische Vernetzung entlang des Rheinufers sowie eine Integration in den Solitude-Park vor. Alte Gebäudestrukturen werden schrittweise rückgebaut, Baumaterialien nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft wiederverwendet.

    Der Kanton Basel-Stadt begleitet diesen Prozess aktiv. Regierungsrat und Grosser Rat unterstützen den Ansatz, das Südareal städtebaulich aufzuwerten, ohne dabei öffentliche Durchwegungen oder Enteignungen vorzusehen. Damit bleibt das Areal im unternehmenseigenen Zugriff, öffnet sich aber perspektivisch über landschaftliche Verbindungen und neue Freiraumkonzepte.

    Signal für den Standort Schweiz
    Seit 2015 hat Roche rund acht Milliarden Franken in die Schweizer Standorte investiert, über 33 Milliarden in nationale Forschung und Entwicklung. Allein in Basel entstehen bis 2029 weitere Anlagen für Forschung, Produktion und Infrastruktur, darunter eine neue unterirdische Wärme- und Kältezentrale zur Versorgungssicherheit des gesamten Areals. Die Bauarbeiten auf dem Nord- und Südareal stehen sinnbildlich für eine zukunftsfähige, ressourcenschonende Standortentwicklung, die Wirtschaft, Stadt und Wissenschaft verbindet.

    Die nächsten Jahre werden von intensiven Bauphasen, städtebaulichen Abstimmungen und technologischen Innovationen geprägt sein. Mit der fortschreitenden Arealentwicklung stärkt Roche nicht nur den Pharmastandort Basel, sondern setzt ein starkes Zeichen für die langfristige Bindung an die Schweiz, als Ort für Spitzenforschung, nachhaltige Architektur und urbane Zukunftsgestaltung.

  • Neues Zentrum für Gesellschaftswissenschaften

    Neues Zentrum für Gesellschaftswissenschaften

    Die Alte Gewerbeschule, einst im Stil der deutschen Neurenaissance erbaut, bleibt nach der umfassenden Erneuerung architektonisch und kulturell prägend. Der Kanton Basel-Stadt investiert rund 63 Millionen Franken in die Sanierung, die sich an strengen Denkmalschutzvorgaben und aktuellen Standards für Barrierefreiheit und Energieeffizienz orientiert. Fachstellen und Generalplaner arbeiten eng mit der kantonalen Denkmalpflege zusammen, um Fassade, Innenräume und historische Details zu bewahren.

    Mit der Sanierung werden acht universitäre Fachbereiche, das Dekanat und zentrale Dienste am Petersplatz konzentriert, was den wissenschaftlichen Dialog und die Nutzung gemeinsamer Ressourcen stärkt. Die UVB Gesellschaftswissenschaften erhält eine neue, moderne Bibliothek im Innenhof und attraktive Lern- sowie Arbeitsbereiche im Hochparterre. Damit entsteht ein universitäres Zentrum für Geistes- und Kulturwissenschaften mit hoher Aufenthaltsqualität und optimaler Infrastruktur.

    Sanierung unter dem Zeichen der Zukunftsfähigkeit
    Die Bauarbeiten begannen im November 2025 und dauern bis Sommer 2029. Das Gebäude wird dabei energetisch modernisiert, erdbebensicher gemacht, Altlasten werden. Die neue Raumgestaltung vereint Funktionalität und Denkmalschutz. Charakteristische Bauelemente werden restauriert, technische Infrastruktur und Nutzungsflexibilität auf das Niveau eines modernen Campus gebracht. Sie erfolgt unter Federführung der kantonalen Denkmalpflege und spezialisierter Architekten, begleitet durch eidgenössische Expertengremien, um einen maximalen Schutz der historischen Substanz sicherzustellen.

    Die Alte Gewerbeschule Basel wird zum innovativen Brückenschlag zwischen akademischer Exzellenz und historischer Identität. Ein starkes Signal für die Zukunft des urbanen Lernens.

  • Klybeckquai und Westquai als Scharnier von Stadt und Zukunft

    Klybeckquai und Westquai als Scharnier von Stadt und Zukunft

    Der Klybeckquai und der Westquai zählen seit über hundert Jahren zu den pulsierenden Orten der Schweiz. Hier trifft die Stadt auf Hafen, Rhein, den Fluss Wiese und drei Länder. Die im Gang befindliche Modernisierung der Hafeninfrastruktur, insbesondere die Verlegung der Hafenbahn an den Südquai, öffnet das Tor zur urbanen Transformation dieses markanten Stadtareals. Für die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen erwachsen daraus einmalige Chancen. Sie rücken schrittweise näher an den Rhein und den Fluss Wiese heran und gewinnen an Lebens- und Aufenthaltsqualität. Urbanes Wachstum, soziale Vielfalt und nachhaltige Integration.

    Herzstück des neuen Entwicklungskonzepts ist die konsequente Erweiterung des Quartiers Klybeck in Richtung Rhein. Vorgesehen sind vielfältige, preisgünstige Wohnungen, quartierfreundliche Nutzungen und grosszügige Blockrandbebauungen, die mit begrünten Höfen das urbane Klima stärken. Der markante Quartierpark, der sich aus dem Ackermätteli entwickelt, und eine verlängerte, verbreiterte Rheinpromenade verbinden das Quartier noch stärker mit dem Fluss und bieten Raum für Begegnung, Freizeit, Erholung und Natur. Die Barriere des bisherigen Gleisfelds verschwindet, doch die Spuren der industriellen Geschichte bleiben als Identität erhalten. Die Fokussierung auf Fuss- und Veloverkehr sowie eine neue Tramlinie fördern eine nachhaltige, zukunftsfähige Quartiersmobilität.

    Westquai Raum für die Zukunft
    Der Westquai bleibt zunächst Industrie- und Gewerbezone, entwickelt sich jedoch ab 2030 sukzessive zu einem neuen urbanen Hotspot. Der Innovationsraum zwischen Hafen, Rhein und Dreiländereck bietet Raum für Arbeiten, urbane Produktion, Freizeit, Gastronomie, Kultur und vielfältige Grün- und Freiräume. Die künftige Nutzung soll offenbleiben, um flexibel auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren zu können. Bestehende Gebäude werden im Sinne des Netto-Null-Ziels 2037 bestmöglich erhalten.

    Mehr Grün, mehr Chancen, mehr Lebensqualität am Wasser
    Mit der Vergrösserung der Natur- und Freiflächen um um 20’000 m² umfasst nun die Hälfte des Areals hochwertige Grünflächen. Ein substanzieller Beitrag zum Biotopverbund und Stadtklima. Der neue Quartierpark und die zwei Kilometer längere Rheinpromenade machen den Fluss für die Stadtbevölkerung erlebbar. Der gestärkte Freiraum erfüllt zentrale Forderungen der Stadtentwicklung und wird zum sozialen Herz im urbanen Netz von Basel.

    Mit dem Klybeckquai und dem Westquai entsteht urbanes Leben am Wasser. Basel nutzt die Schnittstelle von Vergangenheit und Zukunft, von Industrie und Innovation und gibt so der Stadt ein neues Gesicht am Rhein.

  • Zukunftsmodell für Life Sciences, Forschung und Clusterpower

    Zukunftsmodell für Life Sciences, Forschung und Clusterpower

    Das Herzstück des Campus bildet ein kilometerlanger, durchgängiger Park, der alle Gebäude physisch und sozial verbindet. Die markanten Bauwerke Main Campus HQ, HORTUS, ALL, HOPE, SCALE sowie Swiss TPH, ALBA Haus und viele mehr gruppieren sich rund um das grüne Band und schaffen mit mehr als fünf Fussballfeldern Parkfläche einen Raum für Dialog, Erholung und Vernetzung. Mit über 5 000 Arbeitsplätzen nach Fertigstellung und über 115 000 m² Nutzfläche setzt das Areal neue Standards für Infrastruktur und Kollaboration in der Schweiz und Europa.

    Architektur und Nachhaltigkeit als Treiber
    Die Architekturen von Herzog & de Meuron und Felippi Wyssen tragen die Innovationsidee sichtbar nach aussen. Der Main Campus HQ ist praktisch vollvermietet und als multifunktionaler Forschungs- und Kommunikationsstandort Magnet für Unternehmen wie JNJ, SKAN, Basilea, die Universität Basel und weitere Akteure. Flexible Parkhäuser und Mobilitätsservices unterstützen die nachhaltige Standortnutzung. SENN agiert dabei als Investorin, Entwicklerin und Totalunternehmerin – von der Planung und Realisierung bis hin zur langfristigen Vermarktung. Entwickelt wird das Projekt in enger Zusammenarbeit mit Basel Area Business & Innovation, dem Kanton Basel-Landschaft und weiteren Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft.

    Herausragend ist HORTUS, ein Bürogebäude, das seine Herstellungsenergie in 30 Jahren amortisiert. Es wurde aus Holz, Lehm und Altpapier gebaut, gewinnt Energie über Photovoltaik und erfüllt höchste ESG-Kriterien. Jedes Bauteil ist Teil der Kreislaufwirtschaft und für künftige Nutzungszyklen vorbereitet. Der Innenhofgarten von Piet Oudolf trägt zur Biodiversität und zum Raumklima bei. HOPE und SCALE bieten ab 2028 weitere flexible, publikums- und produktionstaugliche Flächen. Die Nachbarn Swiss TPH und ALBA Haus stärken die gesundheitswissenschaftliche Ausrichtung des Standorts, während das Holiday Inn Express das internationale Business- und Netzwerkangebot ergänzt.

    Bild: Switzerland Innovation Park Basel Area Main Campus

    Cluster, Community und Innovation
    Mehr als 100 Unternehmen – von Global Playern über Spin-offs bis zu jungen Scale-ups – prägen das Areal und nutzen Programme wie BaseLaunch und DayOne für Gründung, Vernetzung und Wissenstransfer. Clusterveranstaltungen, Community-Plattformen und moderne Coworking-Infrastrukturen fördern den Austausch und die Entstehung gemeinsamer Projekte. Bildungseinrichtungen, Kinderbetreuung, Gastronomie, Sport- und Konferenzangebote schaffen ein vollwertiges, urbanes Arbeitsökosystem.

    Das Botnar Institute of Immune Engineering als Leuchtturm
    Ein besonderer Impuls kommt mit dem Botnar Institute of Immune Engineering (BIIE), das 2027 ins ALL, ein neues, nachhaltiges Gebäude auf dem Campus zieht. Die Entscheidung für den Standort unterstreicht Basels Bedeutung als Forschungsstandort. Das Institut, durch die Fondation Botnar mit rund 1 Milliarde Dollar getragen, bringt bis zu 300 Spitzenforscher aus aller Welt zusammen, um neuartige immunbasierte Diagnostika und Therapien zu entwickeln. Ziel ist, Lücken in Gesundheitstechnologien zu schliessen und Lebensqualität weltweit zu verbessern. Die Community des BIIE wird das Fachcluster und die Region Basel wesentlich prägen und mit Partnern wie Oxford und ETH Zürich globale Netzwerke stärken.

    Wirkung und Perspektive
    Der Switzerland Innovation Park Basel Area Main Campus bündelt Wissen, Infrastruktur und Community in einer international sichtbaren Innovationsmeile. Durch die Integration von Nachhaltigkeit, Empathie und Exzellenz entsteht am Standort Allschwil ein globaler Knotenpunkt für Spitzenforschung, lebensstarke Unternehmertum und zukunftsoffene Stadtentwicklung. Das Modell zeigt, wie Arealentwicklung, Architektur und Science-Cluster heute und morgen den Weg für wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformation ebnen können.

  • Graue Energie Steilpass für den Mieterschutz

    Graue Energie Steilpass für den Mieterschutz

    Grauen Energie im Kontext
    Die Stärke des Arguments kommt aus der absoluten Aussage, dass «der Erhalt von Bestand und damit von Grauer Energie immer besser ist als der Abriss». Dieser Haltung stimmt gemäss einer Befragung in Fachkreisen die überwiegende Mehrheit der Fachplaner, Architekten und Dienstleister im Immobiliensektor zu. Die Haltung ist allerdings auch bei knapp der Hälfte der Immobilieneigentümer vertreten, wenn auch mit Vorbehalten.

    Genauer nachgefragt differenzieren die Befragten ihre Haltung. Gegen den Erhalt könne eine schlechte Gebäudesubstanz oder schlechte Energieeffizienz, nicht zeitgemässe Nutzungsstruktur, nicht aktivierbare Ausnützung für die Realisierung von mehr Wohnraum oder die Wirtschaftlichkeit sprechen. Die Branche betont richtigerweise, dass es keine absolute Wahrheit gibt und der Umgang jeder Liegenschaft zwischen ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Aspekten abgewogen werden muss.

    Eine Regulierung für zwei unterschiedliche Anliegen
    Parallel zur Intensivierung des Diskurses um den Erhalt von Grauer Energie hat sich der Ton zum Mieterschutz verschärft. Diverse Initiativen auf kantonaler und Bundesebene wollen verhindern, dass Mieterinnen und Mieter ihre Wohnung aufgrund von umfassenden Erneuerungen oder Gebäudeersatzen verlassen müssen. Auch diese Initiativen stellen sich kompromisslos auf den Standpunkt, dass keine Entmietung immer besser ist als eine Entmietung. Der Kanton Basel-Stadt zeigt, wie schnell Regulierungen wirken. Kaum drei Jahre nach der Einführung der Wohnschutzinitiative wird bereits weniger abgerissen, und damit werden auch weniger Liegenschaften entmietet. Der Wohnschutz wirkt dabei vorwiegend über die Wirtschaftlichkeit, mit den regulierten Preisen für die neuen Wohnungen werden Ersatze und Erneuerungen für Bauherren finanziell weniger attraktiv. In der Folge werden weniger Projekte realisiert.

    Verhaltene Diskussion um soziale und gesellschaftliche Kosten
    So wenig die absolute Aussage zum Erhalt von Grauer Energie richtig ist, so wenig greift die pauschale Aussage, dass keine Entmietung immer besser ist als eine Entmietung. Für die einzelne betroffene Mieterin oder den einzelnen Mieter mag die Aussage zutreffen, nicht jedoch, wenn es um die Wohnraumversorgung der gesamten Bevölkerung geht. Erweiterungen und Ersatze können mehr Wohnraum für mehr Menschen schaffen und dies häufig an bereits gut erschlossenen und versorgten Lagen. Ohne Eingriffe in die Gebäudestruktur können strukturelle Defizite von Wohnungen nicht behoben werden.

    Was es bräuchte, ist eine sachlichere Diskussion, wie der Zielkonflikt zwischen dem Schutz des Einzelnen und dem Interesse der Gesellschaft bestmöglich gelöst werden kann. In manchen Fällen kann das Herauszögern eines Ersatzes oder eine Ertüchtigung des Bestands für einen weiteren Lebenszyklus Sinn machen, in anderen Fällen überwiegt der gesellschaftliche Nutzen an mehr Wohnraum. Im Vordergrund sollte die Diskussion stehen, wie Entmietungen sozial bestmöglich abgefedert werden können. Regulierungen müssten auf die Lösungsfindung für Härtefälle gelenkt werden.

    Es braucht einen ausgewogenen Diskurs
    Absolute Betrachtungen blenden aus, dass Entscheidungen oft komplex sind und eine Güterabwägung von divergierenden Anliegen erfordern. Nachhaltige Lösungen mitten sich in der Regel zwischen unterschiedlichen Argumenten ein.

    Vertreterinnen und Vertreter der Branche sollten sich bewusst sein, dass pauschale Aussagen den Spielraum für kontextspezifische Diskussionen reduzieren. Wenn sich die Branche unreflektiert hinter den Erhalt von Grauer Energie oder gegen Entmietungen stellt, schliesst sich die Tür für die Diskussion gemässigter Regulierungen.

  • Interdisziplinarität als Schlüssel für Innovation im Bauwesen

    Interdisziplinarität als Schlüssel für Innovation im Bauwesen

    Im Studium treffen Studierende aus Architektur, Ingenieurwesen, Gebäudetechnik, Geomatik, Informatik und Nachhaltigkeitsmanagement aufeinander. Diese Vielfalt eröffnet neue Perspektiven, verlangt aber auch Offenheit und Lernbereitschaft. Unterschiedliche Denkweisen, Fachsprachen und Prioritäten müssen zu einem gemeinsamen Ziel zusammengeführt werden. Entscheidend ist die Haltung. Wer bereit ist zuzuhören, voneinander zu lernen und Vertrauen aufzubauen, schafft Raum für echte Innovation.

    Kommunikation als Fundament
    Ohne präzise Kommunikation scheitert selbst die beste Technik. Schon ein Begriff wie «Modell» kann je nach Disziplin völlig verschieden verstanden werden. In dieser Weiterbildung lernen Studierende, solche Unterschiede bewusst anzusprechen, ein gemeinsames Vokabular zu entwickeln und Missverständnisse zu vermeiden. Kollaborative Plattformen wie Miro oder modellbasierte Datenräume unterstützen den Prozess, ersetzen aber nicht den persönlichen Austausch. Nur wenn Sprache, Visualisierung und digitale Werkzeuge intelligent kombiniert werden, entsteht ein gemeinsames Verständnis.

    Struktur schafft Vertrauen
    Transparente Rollen, klare Zuständigkeiten und nachvollziehbare Abläufe bilden das Rückgrat erfolgreicher Teams. Sie verhindern doppelte Arbeit, fördern Eigeninitiative und geben Sicherheit, damit Teams Verantwortung übernehmen können. Das Studium trainiert diese Haltung in praxisnahen Projekten, bei denen Studierende Verantwortung übernehmen, Feedback geben und reflektieren. So wächst Vertrauen, die Voraussetzung für produktive Flexibilität.

    Denken über Fachgrenzen hinaus
    Interdisziplinarität bedeutet, über den eigenen Tellerrand hinaus neue Perspektiven einzunehmen. So entstehen Lernräume, in denen technisches Know‑how, digitale Methoden und Projektmanagement ineinandergreifen. Die Studierenden lernen, datenbasierte Entscheidungen zu treffen, nachhaltige Ziele zu integrieren und den Menschen im Prozess mitzudenken.

    Diese Verbindung aus Haltung, Struktur und Kommunikation macht aus Vielfalt eine Stärke und aus interdisziplinärer Zusammenarbeit den Motor für Innovation im digitalen Planen und Bauen.

  • Basel zwischen Regulierung und Realität

    Basel zwischen Regulierung und Realität

    Die jüngsten politischen Eingriffe allen voran die im Mai 2022 in Kraft getretene Wohnschutz-Initiative, haben die Branche aufgerüttelt. Das Wohnschutzgesetz schützt den Bestand und wird dabei zur Bremse der Erneuerung. Viele Eigentümer fragen sich, lohnt sich noch, was wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll wäre? Die derzeitigen Diskussionen in der lokalen Immobilienbranche zeigen, Realismus dominiert, Optimismus ist rar, Unsicherheit weit verbreitet. Immerhin hat die Politik die Problematik erkannt und erste Anpassungen vorgenommen. Per 1. November 2025 wurde die Verordnung zum Wohnschutzgesetz angepasst und Korrekturen angebracht. Die Anpassung der Verordnung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Viel mehr aber auch nicht. Damit tatsächlich wieder renoviert, saniert und damit investiert wird, braucht es eine Anpassung auf Gesetzesebene.

    Gleichzeitig darf man festhalten, der Basler Wohnungsmarkt bleibt robust. Die Nachfrage nach gutem Wohnraum ist ungebrochen, Leerstände bleiben tief (wenn auch weniger tief als in anderen Städten) und die Standortattraktivität im Dreiländereck, mit der lokal verankerten Pharma- und Life Science Branche bleibt hoch. Doch auch das Umland schläft nicht, die regulatorischen Eingriffe in Basel fördern eine schleichende Verlagerung von Investitionen in die umliegenden Kantone und darüber hinaus. Das betrifft nicht nur Investoren und Anleger, sondern auch das lokale Gewerbe, dass sich seine Aufträge ausserhalb von Basel-Stadt suchen muss. Dabei kommen stellenweise die Preise ins Wanken. Das ist kein gesunder Trend, sondern ein Warnsignal.

    Dabei steigen die Anforderungen an ESG-Konformität und Energieeffizienz kontinuierlich und mit ihnen der Kostendruck. Wer heute neu baut oder saniert, muss nicht nur rechnen, sondern sich auch rechtfertigen gegenüber Banken, Behörden und einer zunehmend kritischen Öffentlichkeit.

    Kurzfristig dominiert die Suche nach Stabilität und Planungssicherheit. Mittelfristig rückt die energetische Sanierung des Bestands in den Fokus, nicht zuletzt unter ESG-Gesichtspunkten.

    Langfristig wird sich der Basler Immobilienmarkt daran messen lassen müssen, ob er zwischen Regulierung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit eine neue Balance findet. Die Zuversicht bleibt, getragen von der Überzeugung, dass Qualität, Innovationsgeist und regionale Stärke auch in anspruchsvollen Zeiten Bestand haben.

    Fabian Halmer,
    Präsident SVIT beider Basel
  • Standortpolitik im Wandel

    Standortpolitik im Wandel

    Basel-Stadt hat auf die internationalen Entwicklungen im Steuer- und Standortförderungsbereich mit einer Revision des Standortförderungsgesetzes reagiert, die 2025 vom Grossen Rat und der Stimmbevölkerung klar angenommen wurde. Herzstück des Basler Standortpakets sind zwei Fonds, in die der Regierungsrat je nach Finanzlage des Kantons jährlich 150 bis 500 Millionen Franken einzahlen kann. 80 Prozent der Mittel fliessen in die Innovationsförderung, 20 Prozent in die Gebiete Gesellschaft und Umwelt. Die Förderung erfolgt bereits im laufenden Jahr im Umfang von maximal 300 Mio. Franken.

    Gesellschaftlicher Mehrwert durch Elternzeit
    Ein Bestandteil ist die Unterstützung freiwilliger Elternzeit über das gesetzliche Mass hinaus. Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden freiwillig über das Erwerbsersatzgesetz hinausgehende Elternzeit gewähren, können für Mütter und Väter je bis zu drei Wochen zusätzliche Lohnkosten ersetzt bekommen. Diese Regelung stärkt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und fördert eine moderne, inklusive Arbeitskultur. Ein Faktor, der im internationalen Standortwettbewerb zunehmend Bedeutung gewinnt.

    Energiewende als Standortvorteil
    Der Umweltbereich des Programms unterstützt baselstädtische Unternehmen, die gezielt in Dekarbonisierung und Energieeffizienz im Kanton und in der Schweiz investieren. Beiträge werden nach erzielten CO²-Einsparungen oder eingesparter Energie gewährt. Der Kanton kann bis zu 40 Prozent der Investitionskosten von umgesetzten Massnahmen übernehmen. Förderfähig ist auch die Reduktion der Emissionsintensität direkter Treibhausgasemissionen weltweit. Das Basler Standortpaket ergänzt und verstärkt die übrigen Massnahmen der kantonalen Klimaschutzstrategie mit dem Ziel von Netto-Null bis 2037. Damit setzt Basel-Stadt schweizweit Massstäbe für eine praxisorientierte Klimapolitik, die Verantwortung mit wirtschaftlicher Vernunft kombiniert.

    Innovationskraft aus Basel für die Schweiz
    Der wichtigste Teil des Basler Standortpakets ist der Bereich Innovation. Hier beteiligt sich der Kanton Basel-Stadt an Personalaufwendungen von baselstädtischen Unternehmen für Forschung und Entwicklung. Unternehmen profitieren je nach Grösse von abgestuften Fördersätzen von bis zu 28 % und zusätzlich von Beiträgen für Abschreibungen auf Anlagen für Forschung und Entwicklung sowie Hochtechnologieproduktion. Zudem fördert der Kanton auch Aufwände von Unternehmen für klinische Studien in der Schweiz. Damit stärkt der Kanton sein Profil als führender Innovationsstandort und Life-Sciences-Hub in Europa.

    Ein neues Gleichgewicht zwischen Wirtschaft und Gesellschaft
    Das Basler Standortpaket ist mehr als ein Förderprogramm. Es ist eine strategische Weichenstellung, um Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in Einklang zu bringen. Durch die enge Einbindung von Wirtschaft und Politik entsteht ein Modell, das über Basel hinausstrahlt – als Beispiel für eine moderne, zukunftsorientierte Standortförderung.

  • Erneuerbar heizen mit Fernwärme

    Erneuerbar heizen mit Fernwärme

    Fernwärme ist ein wichtiger Bestandteil der Basler Klimastrategie. Über mittlerweile 130 Kilometer Fernwärmeleitungen werden über 6500 Haushalte und Betriebe mit umweltfreundlicher Wärme versorgt. Diese entsteht grösstenteils durch Nutzung von Abwärme aus der Kehrichtverwertungsanlage und Holzkraftwerken, was den CO²-Ausstoss bedeutsam reduziert. Bis 2037 wird das Netz auf 180 Kilometer anwachsen und einen Grossteil der Stadt versorgen. Der Kreislauf funktioniert effizient, indem heisses Wasser zentral erhitzt, zu den Kunden geleitet, dort abgenommen und in die Anlagen zurückgeführt wird.

    Innovative Produktion
    Ein Masterplan bildet die Basis dafür, dass ab 2035 nur noch erneuerbare Quellen und Abwärme zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Für den durch Kundenzuwachs steigenden Wärmeabsatz setzt IWB auf eine grosse Wärmepumpe, die einst Abwärme aus der Abwasserreinigung nutzen und auszeichnen wird.

    Dekarbonisierung und koordinierter Ausbau
    Der politische Auftrag ist klar. Bis 2037 muss der Kanton Basel-Stadt klimaneutral werden. Über 450 Millionen Franken investiert IWB in den Ausbau des Fernwärmenetzes und die dazugehörige Infrastruktur. Parallel dazu wird das Gasnetz in Etappen stillgelegt. Für gasbeheizte Liegenschaften wird der Wandel frühzeitig und transparent geplant. Die Eigentümerschaft wird mindestens drei bis vier Jahre vor der Abschaltung informiert und kann für den Heizungsersatz Fördermittel beantragen. Für die Überbrückung bis zum Fernwärmeanschluss kann zudem eine Übergangslösung eingesetzt werden.

    Die Planung des Netzausbaus ist eine logistische und organisatorische Meisterleistung. Der Ausbau der Fernwärme wird mit Strassensanierungen, Begrünungen, der Erneuerung von Strom- und Wasserleitungen sowie mit verkehrsplanerischen Massnahmen koordiniert. In dicht besiedelten Quartieren sind optimierte Bauzeiten und effiziente Arbeitsabläufe entscheidend. Von der Planung bis zur Umsetzung arbeiten das Bau- und Verkehrsdepartement, IWB und die Basler Verkehrs-Betriebe partnerschaftlich und eng abgestimmt.

    Attraktive Anschlusslösungen für Eigentümerinnen und Eigentümer
    Ob Einzel-, Mehrfach- oder Gemeinschaftsanschluss, die Fernwärme kann je nach Kundenwunsch bezogen werden. Besonders in der Basler Innenstadt, aber auch in verdichteten Quartieren, gewinnen kooperative Anschlussmodelle an Bedeutung. Beim Mehrfachanschluss werden benachbarte Gebäude über Haus-zu-Haus-Leitungen verbunden, beim Gemeinschaftsanschluss teilen mehrere Liegenschaften eine zentrale Wärmestation, das spart Raum und Kosten. Jede Liegenschaft bleibt technisch unabhängig, profitiert aber von attraktiven Konditionen und effizientem Betrieb.

    Basel als Vorbild der urbanen Wärmewende
    Mit dem ambitionierten Ausbau der Fernwärme und dem schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen setzt Basel-Stadt auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung im städtischen Umfeld. Die Kombination aus erneuerbarer Produktion, intelligenten Netzen, koordiniertem Ausbau und kooperativen Anschlussmodellen macht die Transformation zum Erfolgsbeispiel einer zukunftsfähigen Energiepolitik. Für Basel, die Region und die Schweiz.

  • Die fünfte Generation des Basler Agglomerationsprogramms

    Die fünfte Generation des Basler Agglomerationsprogramms

    Neue Impulse für Raum und Verkehr 
    Das Programm markiert einen entscheidenden Schritt in der gemeinsamen Planung von Landschaft, Siedlung und Verkehr über nationale Grenzen hinweg. Deutschland, Frankreich und die Schweiz ziehen an einem Strang, um die Mobilität im trinationalen Raum effizienter, sicherer und klimafreundlicher zu gestalten. In den kommenden Jahren entstehen entlang der trinationalen S-Bahn elf neue Verkehrsdrehscheiben und Basel-Stadt investiert in eine vollständig elektrifizierte Busflotte. Rund 200 Millionen Franken sind für die Aufwertung kommunaler Strassenräume und die Förderung des Fuss- und Veloverkehrs vorgesehen. 

    Mobilität mit Zukunft 
    Im Kern geht es um mehr als nur Infrastruktur. Das Agglomerationsprogramm ist eine koordinierte Antwort auf die komplexen Mobilitätsbedürfnisse einer Region, die täglich stark frequentierte internationale Verkehrsachsen nutzt. Die integrierte Planung von öffentlichem Verkehr, Individualverkehr sowie Fuss- und Radwegen soll Verkehrsbelastung und CO²-Ausstoss senken. Priorität hat die Entwicklung eines nachhaltigen Verkehrssystems, das Lebensqualität und Standortattraktivität erhöht. 

    Breite politische Unterstützung 
    Esther Keller, Regierungsrätin und Präsidentin von Agglo Basel, unterstreicht den Erfolg der grenzüberschreitenden Kooperation, die seit über 15 Jahren besteht. Isaac Reber, Baselbieter Baudirektor, sieht in der Vielzahl kleiner und mittlerer Projekte das Rückgrat des Fortschritts. Auch Jean-Marc Deichtmann aus Saint-Louis und Marion Dammann aus Lörrach heben den strategischen Horizont hervor. Dies von multimodalen Plattformen bis zu Bürgerbeteiligungen, die Klimaschutz und Raumqualität stärken. 

    Blick auf die sechste Generation 
    Die Arbeiten für das Agglomerationsprogramm 6. Generation haben bereits begonnen. Die Einreichung beim Bund ist für 2029 geplant, die Bauphase startet ab 2032. Der Verein Agglo Basel führt die Koordination weiter und sorgt dafür, dass Raum, Verkehr und Landschaft im Dreiländereck nicht getrennt, sondern als ein zusammenhängendes Zukunftsprojekt gedacht werden. 

  • Basel setzt auf Kreislaufwirtschaft

    Basel setzt auf Kreislaufwirtschaft

    BaselCircular ist keine klassische Förderinitiative, sondern bildet die Grundlage für ein neues Innovationsökosystem in der Region. Als Public-Private-Partnership entwickelt die Initiative gemeinsam mit der Basler Wirtschaft Strukturen, die Wissen, Forschung und Unternehmertum verbinden. Im Zentrum steht dabei die Vernetzung von etablierten Firmen, Start-ups und Hochschulen. Sie bilden ein System, das Innovation fördert, Wissen teilt und zirkuläre Geschäftsmodelle marktfähig macht – nach dem Prinzip „Enabling the Enabler”.

    Wissen, Technologie und Kooperation
    Ein zentrales Handlungsfeld ist die Schaffung digitaler Plattformen für Wissensaustausch und Kooperation. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz und weiteren wissenschaftlichen Partnern werden praxisnahe Werkzeuge und Expertensysteme entwickelt. Geplant sind KI-basierte Tools, die es Unternehmen erleichtern sollen, zirkuläre Lösungen zu adaptieren. Entscheidend bleibt jedoch der persönliche Austausch, denn Technologie dient hier als Verstärker menschlicher Zusammenarbeit.

    Impulse für die nächste Generation
    Das Netzwerk will junge Menschen gezielt für das Unternehmertum im Bereich Kreislaufwirtschaft begeistern. Gemeinsam mit Bildungsinstitutionen werden Programme zur Förderung von Gründerinnen und Gründern entwickelt. Bereits bestehende Startup-Förderstellen werden dabei unterstützt, Nachhaltigkeit fest in ihre Wettbewerbe und Trainings zu integrieren.

    Zukunft gestalten
    Eine Umfrage unter Basler Unternehmen hat ergeben, dass die Kenntnisse und Umsetzungsgrade in der Kreislaufwirtschaft stark variieren. Darauf reagiert BaselCircular mit maßgeschneiderten Angeboten und engen Kooperationen, zunächst in den Sektoren Bauwirtschaft und Life Sciences. Ab 2025 werden weitere Themenfelder hinzukommen. Dies ist ein klares Signal, dass Basel seine Rolle als Innovationsstandort aktiv stärkt und die Transformation hin zu einer ressourceneffizienten Wirtschaft entschlossen vorantreibt.

  • Der Immobiliensektor ist eine Stütze für den Kanton und die Bürger

    Der Immobiliensektor ist eine Stütze für den Kanton und die Bürger

    Innovative Wohnprojekte, die wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltig sind, könnten dazu beitragen, die Wirtschaft im Tessin anzukurbeln.

    Die Bedingungen, um Vermieter zu werden, werden immer restriktiver, und immer weniger Familien können es sich leisten, Eigentum zu erwerben. Im Tessin müssen nicht nur Familien, die zum wirtschaftlich schwächeren Teil der Bevölkerung gehören, mit zu vielen Ausgaben für Miete und Nebenkosten fertig werden. Unweigerlich bitten viele Familien den Staat um finanzielle Unterstützung. Durch eine aktive Politik zugunsten von moderatem Mietwohnungsbau könnten wir die Voraussetzungen schaffen, um die Ansprüche an den Staat zu verringern.

    Private Akteure des Immobiliensektors könnten in dieser Richtung eine aktive und entscheidende Rolle spielen, wie dies bereits in anderen Teilen der Schweiz der Fall ist, und so einen öffentlichen Nutzen bringen und gleichzeitig mittelfristig die Leerstandsquote senken.

    Durch eine koordinierte und sorgfältige Planung der Renovierung, Sanierung und des Umbaus bestehender Gebäude könnten wir den Flächenverbrauch durch die Verbesserung des Wohnungsbestands verringern und gleichzeitig eine bessere soziale Wirkung in Bezug auf die Umwelt erzielen.

    Mehr Aufmerksamkeit und ein Gefühl der individuellen Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft könnten zu Einsparungen seitens des Staates führen, der derzeit unter Druck steht, Lösungen zu finden und die Bedürfnisse der Bürger zu erfüllen.

    Ein größeres Bewusstsein für die Vorteile der gemeinsamen Nutzung von Räumen und Dienstleistungen würde zu einer Steigerung der Lebensqualität und zu Einsparungen führen. Durch die Optimierung der Ausgaben für das Wohnen könnten Familien den Anstieg der Lebenshaltungskosten, einschließlich der Gesundheitskosten, besser verkraften.

    Eine der vielen Möglichkeiten ist die Entwicklung von gemeinnützigen Wohnungen (die von gemeinnützigen Gesellschaften, Stiftungen oder Wohnungsbaugenossenschaften betrieben werden können) mit Mieten, die sich an den tatsächlichen Kosten orientieren, unter Nutzung von Mitteln aus der
    Bundesmitteln und Bürgschaften. Diese Projekte sollten sich vor allem auf die Renovierung bestehender Gebäude, die Realisierung von Qualitätsprojekten und die Optimierung des Raums konzentrieren, so dass, wenn möglich, weniger Fläche pro Einwohner verbraucht wird.

    Damit die Kosten für die Realisierung von Wohnungsbauprojekten, wie oben erwähnt, auch ausgehend von bestehenden Gebäuden, niedrig sind, ist es wichtig, dass die Grundstückskosten nicht zu hoch sind. Um vernünftig zu sein, sollten die Grundstückskosten etwa 20 Prozent, in zentralen Gebieten sogar 25 Prozent der Gesamtkosten betragen. In städtischen Gebieten ist dies oft das größte Hindernis.

    Der Wohnungsbestand im Tessin ist alt. Viele Eigentümer haben trotz niedriger Hypothekenzinsen nicht in die Renovierung investiert, und wenn sie sich zum Verkauf entschließen, sind die wirtschaftlichen Anforderungen zu hoch, um Einkommenswohnungen mit Mieten zu schaffen, die für einen großen Teil der Bevölkerung erschwinglich sind. Es sollte nicht vergessen werden, dass der Aufwand für Wohnraum 33% des Einkommens einer Familie, die zur oberen Mittelschicht der Bevölkerung gehört, nicht übersteigen sollte. Dieser Satz sollte 25% nicht überschreiten, wenn es sich um eine Familie aus der unteren sozialen Schicht handelt. Die zum Verkauf stehenden Grundstücke werden daher häufig von Bauträgern mit bestimmten Zielvorgaben erworben, die nicht immer Projekte realisieren, die den Bedürfnissen oder wirtschaftlichen Möglichkeiten der Familien entsprechen, wenn man bedenkt, dass die Löhne im Vergleich zum Rest der Schweiz niedrig sind und die Bevölkerung schneller altert.

    Das Instrument der Flächenrechte, das hauptsächlich für gewerbliche Immobilienprojekte eingesetzt wird, wird im Tessin kaum für Wohnprojekte genutzt. Dabei könnte es helfen, alternative Lösungen für die Entwicklung ‚innovativer‘ Projekte zu finden. Es könnte sowohl für den Eigentümer des Grundstücks sehr interessant sein, der regelmäßig eine Miete (Erbpacht) erhält und am Ende des Vertrags über die Nutzung des Grundstücks entscheiden kann, als auch für den Grundstückseigentümer, der sein Projekt mit eigenem Kapital nach seinen Bedürfnissen entwickelt, ohne Mittel für den Kauf des Grundstücks aufbringen zu müssen, das vielleicht in einer gut erschlossenen Gegend liegt. Da er kein Kapital für den Kauf des Grundstücks benötigt, hätten viel mehr Familien die Mittel, um in Wohnraum zu investieren, in dem sie leben können.

    Nördlich der Alpen verpachten Gemeinden oder andere Akteure der öffentlichen Hand ihre Grundstücke, indem sie darauf Anleihen für Privatpersonen, einschließlich Anonymer Gesellschaften, platzieren, um Kapital in bestimmte Projekte zu investieren, darunter auch in angemessenen und erschwinglichen Wohnraum.

    Es gibt auch andere Wege, die beschritten werden könnten. Die Stiftung Soliterra könnte eine Hilfe sein, wenn es sich um ein Projekt handelt, das von einem gemeinnützigen Wohnbauprojektentwickler entwickelt wurde. Ihr Ziel ist es nämlich, den Bau von bezahlbarem Wohnraum in der ganzen Schweiz zu fördern. Dies geschieht insbesondere durch den Erwerb von Grundstücken und die Vergabe von Nutzungsrechten an diesen. Die Soliterra Stiftung unterstützt kleine oder junge Wohnbaugenossenschaften finanziell, insbesondere beim Kauf von Grundstücken mit bestehenden Gebäuden oder bei genehmigten Neubauprojekten. Aber was ist das Besondere an der Soliterra-Stiftung? Das Land kann zurückgekauft werden, sobald die finanzielle Situation stabil ist und das Darlehenskapital ausreichend zurückgezahlt wurde. Die Kosten für das Landrecht sind niedrig, denn sie entsprechen dem Referenzzinssatz zuzüglich eines Zuschlags für Verwaltungskosten und eines Inflationsausgleichs von 50%.
    Die Formel ähnelt der des revolvierenden Fonds der Bundesregierung, der dank der Darlehensrückzahlungen, die keine Kosten für den Staat darstellen, weil sie vergütet werden, im Laufe der Zeit wieder Mittel für den Kauf weiterer Grundstücke zur Verfügung stellt und so neue Wohnungsbauprojekte von öffentlichem Interesse fördert.

    Eine Umstrukturierung des Wohnungsbestands im Tessin, die den Bedürfnissen aller Generationen gerecht wird, könnte neue Möglichkeiten eröffnen, von denen die gesamte Gemeinschaft profitieren würde. Die gesamte Gesellschaft würde davon profitieren.

  • Dynamik der wirtschaftlichen Zukunft im Tessin

    Dynamik der wirtschaftlichen Zukunft im Tessin

    Die Urbanisierung von Pian Faloppia war ein strategisches Zukunftsprojekt. Moderne Verkehrsanbindungen, ein Hochleistungsstromnetz und fortschrittliche Wasserversorgung schaffen optimale Rahmenbedingungen, die insbesondere Unternehmen mit Innovationsanspruch überzeugen. Die spezifische Standortplanung des Gemeindeverbunds Balerna wurde im engen Austausch mit Eigentümern und Unternehmern erarbeitet, um den Siedlungsraum nachhaltig zu stärken.

    Innovationsdynamik und Netzwerkkompetenz
    Im Zentrum agieren Unternehmen aus der Präzisionsmechanik, Uhrenindustrie, Solartechnologie und fortschrittlichen Logistik. Entscheidender Erfolgsfaktor ist das Zusammenwirken von Forschung, Industrie und Unternehmertum. Angesiedelte Betriebe profitieren von der Anbindung zu Forschungszentren und Universitäten sowie vom Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften, wodurch eine leistungsfähige und zukunftsorientierte Wirtschaftsdynamik entsteht.

    Management mit Weitblick und Synergien
    Mit der neu geschaffenen Rolle des Area Managers setzt Pian Faloppia auf aktive Betreuung und Entwicklung der Standort-Qualität. Diese Position bündelt regionale Entwicklungsstrukturen und sorgt für gezielte Vernetzung zwischen Unternehmen, Behörden und weiteren Akteuren. So entstehen Synergien, die den Wirtschaftsraum kontinuierlich weiter stärken und attraktive Rahmenbedingungen für Unternehmensansiedlungen sicherstellen.

    Lebensqualität als Standortargument
    Der Standort überzeugt nicht nur durch betriebswirtschaftliche Vorteile, sondern auch durch eine hohe Lebensqualität. Vielfältige Freizeit- und Kulturangebote sowie die naturnahe Umgebung garantieren attraktive Bedingungen für Fach- und Führungskräfte. Das gemäßigte Klima und die Schweizer Stabilität bieten zusätzliche Planungssicherheit für langfristige Entwicklungen. Das Entwicklungszentrum Pian Faloppia steht beispielhaft für zukunftsorientierte Regionalentwicklung im Tessin. Die konsequente Ausrichtung auf nachhaltige Innovation, Vernetzung und Synergie schafft einen attraktiven Wirtschaftsraum, der für Unternehmen und Fachkräfte gleichermaßen Perspektiven bietet.

  • «Wir investieren laufend in unsere Zukunft»

    «Wir investieren laufend in unsere Zukunft»

    Herr Tamagni, seit Ihrem Amtsantritt im Januar 2021 haben Sie die Position von Schaffhausen als attraktiven Wohn- und Wirtschaftsstandort weiter gestärkt. Welche konkreten Massnahmen haben Sie dazu ergriffen? Was hat gut funktioniert und was weniger gut?
    Das ist richtig – der Kanton Schaffhausen entwickelt sich sehr gut! Immer mehr Menschen entdecken die Vorzüge von Schaffhausen als lebenswerte Alternative im Grossraum Zürich und ziehen hierhin. Für Unternehmen gilt dies schon lange – gerade für KMU ist der Kanton mit einer Steuerbelastung von 12 bis 12.5% sehr attraktiv. Unsere Rahmenbedingungen sind hervorragend, die Wege kurz, und wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit den Unternehmen, um gemeinsam neue Impulse zu setzen. Der Kanton Schaffhausen ist eine Region, deren Umfeld und Dynamik engagierte Menschen und Unternehmen anzieht. Eine Region, in der man Wurzeln schlägt, weil sie – trotz aller Hektik – Nähe und Vertrautheit bietet.

    Welche spezifischen Standortförderungsmassnahmen planen Sie in Ihrer nächsten Amtsperiode, um Schaffhausen noch attraktiver zu machen?
    Oberstes Ziel des Regierungsrates bleibt die weitere Stärkung von Schaffhausen als Lebens- und Wirtschaftsstandort im nationalen und internationalen Standortwettbewerb. Es werden steuerliche Entlastungsmassnahmen zugunsten der Bevölkerung und von Unternehmen erarbeitet und wir planen Fördermassnahmen für innovationsstarke Unternehmen und KMU. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat weiterhin hohe Priorität. Sehr zentral für Investoren in Wohn- und Gewerbeimmobilien werden die Fertigstellung der direkten Zugverbindung nach Basel und der Doppelspurausbau der A4 nach Winterthur ab ca. 2027 sein.

    Sie möchten Investitionen in strategische Vorhaben wie Digitalisierung und Demografie vorantreiben. Können Sie uns mehr über diese Projekte und ihre Bedeutung für Schaffhausen erzählen?
    Wir haben in Schaffhausen bereits 2017 die erste Demografiestrategie erstellt – als einer der ersten Kantone. Unsere Strategie orientiert sich an vier Schwerpunkten: Massnahmen zur Erhaltung des Arbeitskräfte-Pools, Sicherstellung wohnortnaher Pflege- und Gesundheitsdienstleistungen mit Wohnformen, die Autonomie im Alter unterstützen. Weiter wird die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung auf demografische Entwicklungen ausgerichtet sowie das Bildungswesen auf die zunehmende diverse Bevölkerung angepasst.

    Bei der Digitalisierung wiederum fokussiert der Regierungsrat auf übergeordnete Ziele: Digital First für die Bevölkerung und die Wirtschaft und eine vollständig durchgehende Digitalisierung der Verwaltung. Jede Dienstleistung und jeder Prozess sollen optimiert und digital verfügbar sein – um Ressourcen und Zeit zu sparen.

    Wie sehen Sie als Schaffhauser Volkswirtschaftsdirektor den aktuellen Immobilienmarkt im Kanton und welche Trends erwarten Sie für die nächsten Jahre?
    Schaffhausen hat noch bezahlbaren Wohnraum sowie Bauland und dadurch Potenzial in der Wohnraumentwicklung. Zusätzlichen Schub erhält die Region durch den Ausbau der Direktverbindung mit der Bahn nach Basel und die Engpassbeseitigung auf der A4 in Richtung Winterthur. So wird Schaffhausen zur Drehscheibe zwischen Zürich, Winterthur und Basel, was die Attraktivität als Wirtschafts- und Wohnregion zusätzlich erhöht.

    Wie findet der Kanton Schaffhausen die Balance zwischen der Entwicklung des urbanen Zentrums und der Erhaltung der Schaffhauser Naturlandschaften und historischen Architektur?
    Der ländliche Raum ist ein wertvoller Bestandteil der hohen Lebensqualität des Kantons. Mit der Regional- und Standortentwicklung, dem regionalen Naturpark und der Tourismusförderung hat Schaffhausen spezifische Programme, welche auf dieses Gleichgewicht Rücksicht nehmen und die Stärkung der Landschaft fördern. Schaffhausen steht für die Nähe zur Natur und die Vielfalt an Genussprodukten. In der neuen Tourismusstrategie werden diese Aspekte von Schaffhausen besonders berücksichtigt.

    Mit Ihrem Fokus auf effizienten und bürgerfreundlichen und bürgernahen öffentlichen Dienstleistungen, gibt es Pläne, die Prozesse im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften oder Baubewilligungen?
    Mit der Digitalisierungsstrategie legt der Regierungsrat den Weg der kantonalen Verwaltung in die digitale Zukunft fest. Er nutzt mit der «Digitalen Verwaltung Schaffhausen» die Chance der digitalen Transformation, um benutzerfreundliche Dienstleistungen für die Bevölkerung und die Wirtschaft auszubauen. Interne Prozesse werden noch effizienter strukturiert und die Zusammenarbeit der Mitarbeitenden mit agilen Methoden und modernen Technologien neu strukturiert. Die Digitalisierung ist bereits seit mehreren Jahren ein wichtiges Thema im Kanton Schaffhausen und einzelne Angebote sind weit fortgeschritten. So zum Beispiel das Geoportal, wo Daten offen verfügbar sind. Davon profitieren Eigentümer, Käufer und auch die Verwaltung.

    Welche Rolle spielen Ihrer Meinung nach nachhaltige und energieeffiziente Gebäude bei der zukünftigen Immobilienentwicklung in Schaffhausen und auch in anderen Wirtschaftssektoren?
    Die kantonale Standortpolitik berücksichtigt die globalen Klimaziele und verfolgt seit jeher eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Schaffhauser Unternehmen sind lokal innovativ, global erfolgreich und leisten mit ihren Investitionen, Produkten und Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Wirtschaft. In Bezug auf energieeffizientes und nachhaltiges Bauen versucht der Kanton Schaffhausen eine Vorbildfunktion einzunehmen. Eine spannende regionale Initiative zu diesem Thema ist das «Schaffhauser Haus», bei der das Bauen mit regionalen Bezug im Vordergrund steht. Damit werden die regionale Wirtschaft mit dem Handwerk gestärkt, der Nachwuchs gefördert und Stoffkreisläufe nachhaltig geschlossen.

    Welche Strategien gibt es angesichts des Wachstums der Stadt Schaffhausen, um angemessenen Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten zu schaffen?
    Der Kanton Schaffhausen verzeichnete über die letzten zehn Jahre ein moderates und nachhaltiges Bevölkerungswachstum von unter einem Prozent – das ist nicht vergleichbar mit anderen Regionen. Wenn wir einen Blick auf die Leerwohnungsziffern werfen, wird deutlich, dass der Leerstand zwar auch tief, bezahlbarer Wohnraum aber vorhanden ist. Warteschlangen wie in Zürich gibt es bei uns nicht. Mit weiteren steuerlichen Entlastungsmassnahmen und Investitionen in die Kinderbetreuung verbessert der Kanton die Situation für Familien und gutverdienende zusätzlich.

    Als Leiter des Volkswirtschaftsdepartements: Wie sehen Sie Ihre Rolle bei der Umsetzung der wirtschaftspolitischen Ziele des Kantons?
    Als Volkswirtsdirektor bin ich der oberste, direkte Ansprechpartner. Kurze Wege, schnelle Entscheide, hohe Dienstleistungsorientierung – das ist unser Credo. Stellvertretend für die kantonale Wirtschaftsförderung, die als «One-Stop-Shop» als Anlaufstelle für Fragen von Unternehmen oder Wohnortinteressierten funktioniert. Unternehmen stossen in Schaffhausen überall auf offene Türen.

    Welche langfristigen Auswirkungen erwarten Sie von Ihren bisherigen politischen Massnahmen auf den Kanton Schaffhausen?
    Die Auswirkungen zeigen sich im Rückblick der letzten 25 Jahre – die wirtschaftliche Entwicklung der Region ist eine Erfolgsgeschichte. Der Kanton befand sich in den 90er Jahren aufgrund des Strukturwandels in einer wirtschaftlichen Krise. Heute ist Schaffhausen ein international anerkannter Headquarter-Standort mit einer starken Industriebasis. Kein anderer Kanton hat sich gemäss UBS im Vergleich der Standortfaktoren so stark verbessert wie wir. Die Finanzsituation mit erfolgshohen Steuereinnahmen spricht für sich. Mittlerweile zählt Schaffhausen zum kleinen Kreis der Zahler im nationalen Finanzausgleich.

    Schaffhausen ist ein Grenzkanton. Welche Vor- und Nachteile in der Immobilienwirtschaft bringt das für den Kanton?
    Wegen der speziellen Lage zwischen Rhein und Deutschland blieb Schaffhausen zu Unrecht lange im Schatten anderer Kantone – für viele hört die Schweiz am Rhein auf. Diese Sicht ändert sich immer mehr! Schaffhausen ist heute auf dem Radar vieler Unternehmen und Investoren, die das Potenzial erkennen. Für Einwohnerinnen und Einwohner hat die moderate Entwicklung ihr Gutes: offene Landschaft und freie Natur sind im Kanton Schaffhausen erhalten geblieben.

    Welche Visionen und konkreten Projekte haben Sie für die zukünftige Entwicklung des Lebens- und Wirtschaftsstandorts Schaffhausen?
    Pioniergeist und Industrietradition prägen den Wirtschaftsstandort Schaffhausen. Oberstes Ziel des Regierungsrats ist die Stärkung von Schaffhausen als Lebens- und Wirtschaftsstandort. Weiterhin gilt es, die nationale und internationale Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Schaffhausen zu sichern, zu festigen und zu verstärken. Dank der sehr guten Finanzlage im Kanton können Massnahmen und Projekte zugunsten der Standortattraktivität und der Bevölkerung erarbeitet und umgesetzt werden. Ebenso Priorität haben die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Verbesserung der Verkehrsverbindungen auf Strasse und Schiene innerhalb des Kantons und insbesondere in die Regionen Zürich und Basel, die Umsetzung der Ziele im Bereich Energie und Klima und der Bau wichtiger Infrastrukturprojekte.

    Wo sehen Sie Schaffhausen in den nächsten 20 Jahren?
    Im Jahr 2022 haben wir im Kanton im Rahmen der Entwicklungsstrategie 2030 «next.» in einem partizipativen Prozess Projekte und Massnahmen für einen erfolgreichen Weg in die Zukunft entwickelt. Die Vision von Schaffhausen als eine Schwarm- und Nestregion bildet nun unseren übergeordneten Kompass, aus dem der Regierungsrat Handlungsfelder identifiziert hat, die besonders zentral für die Nutzung des Entwicklungspotenzials der Region sind. Zur Verbesserung der Dynamik der Schwarmregion sollen zum Beispiel Ökosysteme von neuen Technologien aufgebaut und die Innovationsfähigkeit gestärkt werden. Um die Qualität der Nestregion zu erhalten will der Regierungsrat exzellente Standortfaktoren sicherstellen – von der Fachkräfteausbildung über Produktionsflächen bis zu Rahmenbedingungen für Unternehmen – und die soziale Energie nutzen. Zum Beispiel durch ein gutes Grundversorgungsangebot oder die Stärkung des Tourismus als Teil der Lebensqualität der Bevölkerung. So kann Schaffhausen den Pioniergeist fördern, offen und innovativ sein und ein Ort sein, an dem man Wurzeln schlägt und zu Hause sein will. Mit dieser Grundhaltung ist Schaffhausen ein Anziehungspunkt für Firmen und Personen, die sich in der Gesellschaft und im Wirtschaftsleben engagieren wollen.

  • Planung in Genf: eine schwierige Übung

    Planung in Genf: eine schwierige Übung

    Das Office de l’urbanisme ist für die Raumplanung im Kanton Genf zuständig. Können Sie uns einen Überblick über Ihre Zuständigkeiten geben?
    Das Stadtplanungsamt erarbeitet und setzt eine Bodennutzungspolitik um, die darauf abzielt, den Wohnungsbau, die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung zu fördern und gleichzeitig den Lebensraum im Hinblick auf den ökologischen Wandel zu verbessern sowie das natürliche und bauliche Erbe aufzuwerten. Er ist das Eingangstor für alle territorialen Projekte und gewährleistet einen ständigen und iterativen Dialog zwischen den lokalen und regionalen Ebenen sowie zwischen den öffentlichen Politiken, die auf diese Projekte einwirken (Natur, Landschaft, Mobilität, Grund und Boden, Soziales, Gesundheit, Wirtschaft usw.).

    Zu den Instrumenten gehört der kantonale Richtplan, der eine allgemeine Orientierung über die grossen räumlichen Gleichgewichte gibt, insbesondere in Abstimmung mit den Nachbarn in Frankreich und im Waadtland. Das Stadtplanungsamt ist auch für Zonenänderungen zuständig, um die Nutzungen an die Bedürfnisse des Gebiets anzupassen, sowie für Leitplanungen wie die Quartierrichtpläne oder die lokalisierten Quartierpläne, die die Anordnung der Gebäude präzisieren, die Aussenräume organisieren und die Baurechte verteilen.

    Seit 2015 verfügt das Stadtplanungsamt über eine Abteilung für Bürgerbeteiligung, die ein Kompetenzzentrum für alle Abstimmungsprozesse ist, die alle Projekte begleiten. In der Tat hat sich die Berücksichtigung der Bevölkerung und ihrer Nutzungsexpertise bei den Projekten durch die Konzertierungsansätze weiter verstärkt. Um zu verstehen, wie das Gebiet bewohnt wird, und um eine bessere Berücksichtigung der Wohnwünsche der Bewohner durch die Projekte zu ermöglichen, werden in Ergänzung zu den partizipativen Ansätzen immer häufiger soziologische Studien in die Grundstudien der Projekte integriert.

    Um den Bau der Schnittstellen des Léman Express zu begleiten, hat das Stadtplanungsamt auch eine operative Direktion geschaffen, die für Projekte im öffentlichen Raum zuständig ist: Plätze, grüne Wege für den Langsamverkehr, Schulhöfe, Parks etc.

    Mit welchen Herausforderungen und Chancen ist die Stadtentwicklung in Genf konfrontiert, insbesondere im Vergleich zu anderen Schweizer Kantonen?
    Die grösste Herausforderung besteht heute darin, dieses Wachstum qualitativ hochwertig in einem immer engeren und beschränkteren Raum unterzubringen.

    Über Jahrzehnte hinweg hat das Genfer Territorium seine landwirtschaftlichen und natürlichen Gebiete sowie seine Landschaften bewahrt, wodurch es seinen Bewohnern eine hohe Lebensqualität bieten konnte. Diese ständige Aufmerksamkeit zwischen Bewahrung und Entwicklung hat dazu geführt, dass es im städtischen Prozess des Wachstums nach innen eine Vorreiterrolle einnimmt. Die Herausforderung besteht heute darin, dieses Wachstum in den bestehenden Siedlungsstrukturen unterzubringen, aber auch positive Prozesse der Regeneration und Sanierung bereits urbanisierter Gebiete in Gang zu setzen. Die Klimaresistenz verlangt von uns, die öffentlichen Räume zu überarbeiten, indem wir die Wasserinfiltration, die Entsiegelung von Böden und die Erhöhung der Vegetationsdecke besser steuern. Gleichzeitig muss die energetische Sanierung bestehender Gebäude zu erheblichen Einsparungen führen und gleichzeitig auf erneuerbare Energiequellen umgestellt werden.

    Diese Herausforderung, die Stadt auf bereits bebauten Flächen zu errichten, muss sich auch mit der Erhaltung des baulichen Erbes und der Bäume sowie der Berücksichtigung der Biodiversität im städtischen Umfeld auseinandersetzen.

    Welche Gebiete in Genf sind für Unternehmen besonders attraktiv und warum?
    Das bebaute Gebiet von Genf ist besonders dicht und kompakt. Die Unternehmen des sekundären Sektors profitieren von den hochwertigen Industriegebieten, die über die «Ecoparc» sowohl auf eine Dynamisierung des Wirtschaftsgefüges als auch auf die Berücksichtigung der Herausforderungen bei der Anpassung an den Umweltwandel abzielen: besseres Wassermanagement, Begrünung, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft etc. Diese Industriegebiete sind in der Regel gut an Verkehrsachsen angebunden und verfügen zum Teil über einen Bahnanschluss.

    Die mobileren Dienstleistungsaktivitäten haben in letzter Zeit bedeutende Umsiedlungen erlebt, um von neuen «Adressen» zu profitieren, die besser gelegen, moderner und vor allem besser an die Mobilitätsnetze angebunden sind. In diesem Streben nach Optimierung haben die neuen Geschäftsviertel des PAV eine grosse Attraktivität bewiesen, insbesondere diejenigen, die direkt in der Nähe der Bahnhöfe des Léman Express liegen. Man kann feststellen, dass die Unternehmen auf verschiedene Parameter achten, darunter die Lage, die Verkehrsanbindung (öffentlich und privat), die im Viertel angebotenen Nahversorgungsdienste sowie die Flexibilität der Räumlichkeiten und die Umweltfreundlichkeit der Gebäude.

    Welches sind die wichtigsten Bauprojekte im Kanton Genf und wie tragen sie zur Stadt- und Raumentwicklung bei und welche Projekte würden Sie als Leuchtturmprojekt bezeichnen und aus welchen Gründen? Wo sieht die Stadt- und Raumentwicklung in Genf noch Entwicklungspotenzial und wie könnte dieses ausgeschöpft werden?
    Die aktuelle Stadtentwicklung besteht hauptsächlich aus drei grossen Projektfamilien:

    Die «Grossprojekte» als Stadterweiterung auf landwirtschaftlichem Gebiet. Diese Projekte wurden vor etwa zehn Jahren konzipiert und durchliefen den gesamten Prozess von der Aufnahme in den kantonalen Richtplan über die Zonenänderung bis hin zum Quartierrichtplan. Jedes dieser Projekte umfasst mehrere tausend Wohnungen, Gewerbeflächen, Annehmlichkeiten und öffentliche Einrichtungen. Sie befinden sich alle in der Bauphase, die in Etappen bis 2040 dauern wird.

    Die Stadterneuerungsprojekte in der Villa-Zone. Diese Projekte haben ein grosses Potenzial für neue Wohnungen, aber ihre Planung ist aufgrund der Auswirkungen auf das bestehende Gefüge heikel, das nicht nur eine natürliche Widerstandsfähigkeit gegenüber Veränderungen aufweist, sondern stellenweise auch über patrimoniale und ökologische Qualitäten verfügt, die heikle Interessenabwägungen erfordern.

    Die dritte grosse Familie betrifft die Verdichtung der Stadtkrone, darunter der Sektor «Praille-Acacia-Vernet (PAV)» und die Bahnhofsviertel des Léman Express. Während letztere sich in der Endphase der Fertigstellung befinden und Wohnungen und Gewerbeflächen mit hervorragender Verkehrsanbindung bieten, zielt der PAV-Sektor auf die Umwandlung eines über 200 Hektar grossen Industriegebiets in ein neues Stadtzentrum ab. Weit entfernt von einer Brache ist dieser dynamische Sektor heute in Betrieb und erfordert die Umsiedlung von Unternehmen, um deren Fortbestand im Genfer Wirtschaftsgefüge zu gewährleisten.

    Gibt es in Genf noch ungenutzte Flächen, die für neue Entwicklungsprojekte in Frage kommen? Wenn ja, wo befinden sie sich?
    Wie bereits erwähnt, ist der Kanton Genf gezwungen, sich nach innen zu entwickeln und sein Siedlungsgebiet zu regenerieren. Im Gegensatz zu anderen Städten gibt es in Genf keine städtischen Brachflächen, da diese häufig mit der Deindustrialisierung in Verbindung stehen. So wird die Urbanisierung hauptsächlich durch die Mutation der bestehenden Bauzonen vorangetrieben, mit der Perspektive, das Gebiet auszustatten, um die Praktiken der Nähe zu fördern.

    Die Lebensqualität wird durch die Erneuerung von Stadtvierteln verbessert. Dazu gehören die Neugestaltung der öffentlichen Räume, die Bereitstellung von Einrichtungen und Dienstleistungen für die Nachbarschaft, die Erhaltung des baulichen und natürlichen Erbes sowie ein leichterer Zugang zu Erholungsräumen. In diesem Sinne stellen die Villengebiete aus dem letzten Jahrhundert heute das grösste Potenzial für eine Mutation für Entwicklungsprojekte im Kanton dar.

    Die Ambitionen Genfs, seine Natur- und Landwirtschaftsflächen zu erhalten, werden durch den Sektorplan für Fruchtfolgeflächen (SDA) unterstützt, der darauf abzielt, eine Quote von 8400 Hektar qualitativ hochwertiger landwirtschaftlicher Flächen zu erhalten, um zur Genfer Selbstversorgung beizutragen. Da diese Grenze praktisch erreicht ist, sind zukünftige grosse Stadterweiterungen in der Landwirtschaftszone nicht mehr möglich.

    Hat die Pandemie zu langfristigen Veränderungen in der Planung Genfs geführt? Wenn ja, welche?
    Die Pandemie war ein Moment, in dem das kollektive Bewusstsein für die enge Verbindung zwischen Lebensstilen und der Produktion der Stadt geschärft wurde.

    Tatsächlich war der Einschluss für alle eine echte Erfahrung der städtischen Widerstandsfähigkeit in einem Kontext, in dem eine Anpassung an den Klimawandel notwendig ist. Er hat auch den Bedarf an einer vielfältigen Stadt aufgezeigt, die in der Lage ist, in der Nähe eines Stadtviertels Dienstleistungen, Orte der Entspannung und der Erholung anzubieten. Die Qualität der öffentlichen Räume ist daher von entscheidender Bedeutung, ebenso wie die Vernetzung von Parks und Gärten. In Hitzesommern ist der Zugang zu Wasser ebenfalls wichtig und hat dazu geführt, dass die Nutzung der Seeufer und Wasserläufe völlig neu gestaltet wurde, indem Spazierwege freigegeben und neue Erholungsmöglichkeiten geschaffen wurden (Rhône-Ufer, Strand von Eaux Vives, Strand von Vengeron usw.).

    Das Bedürfnis nach Freizeit und Erholung setzte auch die landwirtschaftlichen und natürlichen Flächen unter Druck, mit einer starken Frequentierung während der Pandemie, die vor allem auf die Schliessung der Grenzen zurückzuführen war. Heute wird über die «sozio-ökologische» Verwaltung dieser Gebiete nachgedacht, um zu versuchen, die landwirtschaftliche Tätigkeit und die Erhaltung der Ökosysteme miteinander in Einklang zu bringen und gleichzeitig einen vernünftigen Zugang für die Öffentlichkeit zu ermöglichen.

    Wie stellen Sie sich die ideale Entwicklung des Kantons Genf vor? Was wären die Schlüsselelemente?
    Die Entwicklung des Kantons Genf erfordert vorrangig den Erhalt und die Aufwertung seiner landwirtschaftlichen und natürlichen Flächen, sowohl aus Gründen der Biodiversität, der Nahrungsmittelproduktion als auch des Landschaftsbildes.

    Neue Potenziale werden daher idealerweise im bereits bebauten Gebiet liegen, teils in der Stadterneuerung, teils in der Verdichtung der Villenzone.

    Die Vision, die der Entwicklung zugrunde liegt, zielt darauf ab, eine dichte, grüne Stadt zu fördern, die Dienstleistungen und Annehmlichkeiten in der Nähe anbietet und die zukünftigen Entwicklungen in Bereichen ansiedelt, die gut an die Mobilitätsnetze (aktive Mobilität und öffentliche Verkehrsmittel) angebunden sind. Quartiere, die vielfältige Aufnahmebedingungen bieten und eine Generationenmischung unterstützen, die begrünt und für alle Arten von Menschen konzipiert sind, sanfte Mobilitätsnetze, die die Lebensräume (Wohnen, Arbeit, Bildung, Freizeit usw.) miteinander verbinden Eine selbstbewusste Urbanität einer dichten Stadt, die es versteht, die Bautypologien zu kontextualisieren und die Bewohnerinnen und Bewohner voll in ihre Planung und Umsetzung einzubeziehen.

  • UZH will auf begrüntem Dach Strom erzeugen

    UZH will auf begrüntem Dach Strom erzeugen

    Die Universität Zürich soll bis 2028 mit dem FORUM UZH ein neues Lehr- und Lernzentrum erhalten. Das kantonale Hochbauamt hat laut einer Mitteilung am Montag die Bauvoreingabe eingereicht. Danach wird das vom Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfene siebenstöckige Gebäude als Holzhybridbau mit einem Tragwerk aus Beton errichtet werden. Die Verwendung von Holz soll so viel CO2 einsparen, wie für den Bau von 77 Einfamilienhäusern benötigt wird.

    Das Dach soll intensiv begrünt werden und damit die Kühlung im Sommer und die Wärmedämmung im Winter verbessern. Zugleich erhält das Dach eine Photovoltaikanlage. Diese soll etwa 150 Megawattstunden pro Jahr erzeugen, genug Strom für 50 Haushalte.

    Der Bau soll 2024 beginnen. Das Gebäude soll künftig 700 Arbeitsplätze für Studierende umfassen und Arbeitsraum für 6000 Angehörige der Universität.