Fernwärme ist ein wichtiger Bestandteil der Basler Klimastrategie. Über mittlerweile 130 Kilometer Fernwärmeleitungen werden über 6500 Haushalte und Betriebe mit umweltfreundlicher Wärme versorgt. Diese entsteht grösstenteils durch Nutzung von Abwärme aus der Kehrichtverwertungsanlage und Holzkraftwerken, was den CO²-Ausstoss bedeutsam reduziert. Bis 2037 wird das Netz auf 180 Kilometer anwachsen und einen Grossteil der Stadt versorgen. Der Kreislauf funktioniert effizient, indem heisses Wasser zentral erhitzt, zu den Kunden geleitet, dort abgenommen und in die Anlagen zurückgeführt wird.
Innovative Produktion
Ein Masterplan bildet die Basis dafür, dass ab 2035 nur noch erneuerbare Quellen und Abwärme zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Für den durch Kundenzuwachs steigenden Wärmeabsatz setzt IWB auf eine grosse Wärmepumpe, die einst Abwärme aus der Abwasserreinigung nutzen und auszeichnen wird.
Dekarbonisierung und koordinierter Ausbau
Der politische Auftrag ist klar. Bis 2037 muss der Kanton Basel-Stadt klimaneutral werden. Über 450 Millionen Franken investiert IWB in den Ausbau des Fernwärmenetzes und die dazugehörige Infrastruktur. Parallel dazu wird das Gasnetz in Etappen stillgelegt. Für gasbeheizte Liegenschaften wird der Wandel frühzeitig und transparent geplant. Die Eigentümerschaft wird mindestens drei bis vier Jahre vor der Abschaltung informiert und kann für den Heizungsersatz Fördermittel beantragen. Für die Überbrückung bis zum Fernwärmeanschluss kann zudem eine Übergangslösung eingesetzt werden.
Die Planung des Netzausbaus ist eine logistische und organisatorische Meisterleistung. Der Ausbau der Fernwärme wird mit Strassensanierungen, Begrünungen, der Erneuerung von Strom- und Wasserleitungen sowie mit verkehrsplanerischen Massnahmen koordiniert. In dicht besiedelten Quartieren sind optimierte Bauzeiten und effiziente Arbeitsabläufe entscheidend. Von der Planung bis zur Umsetzung arbeiten das Bau- und Verkehrsdepartement, IWB und die Basler Verkehrs-Betriebe partnerschaftlich und eng abgestimmt.
Attraktive Anschlusslösungen für Eigentümerinnen und Eigentümer
Ob Einzel-, Mehrfach- oder Gemeinschaftsanschluss, die Fernwärme kann je nach Kundenwunsch bezogen werden. Besonders in der Basler Innenstadt, aber auch in verdichteten Quartieren, gewinnen kooperative Anschlussmodelle an Bedeutung. Beim Mehrfachanschluss werden benachbarte Gebäude über Haus-zu-Haus-Leitungen verbunden, beim Gemeinschaftsanschluss teilen mehrere Liegenschaften eine zentrale Wärmestation, das spart Raum und Kosten. Jede Liegenschaft bleibt technisch unabhängig, profitiert aber von attraktiven Konditionen und effizientem Betrieb.
Basel als Vorbild der urbanen Wärmewende
Mit dem ambitionierten Ausbau der Fernwärme und dem schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen setzt Basel-Stadt auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung im städtischen Umfeld. Die Kombination aus erneuerbarer Produktion, intelligenten Netzen, koordiniertem Ausbau und kooperativen Anschlussmodellen macht die Transformation zum Erfolgsbeispiel einer zukunftsfähigen Energiepolitik. Für Basel, die Region und die Schweiz.

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