Kategorie: Standorte

  • Ausbau Bahnhof Basel SBB West

    Ausbau Bahnhof Basel SBB West

    Der Bahnhof Basel SBB stösst längst an seine Grenzen. Über 140’900 Personen nutzen ihn täglich, Tendenz steigend. Mit dem Projekt Basel SBB West bereiten die Partner den Bahnhof auf diese Entwicklung vor. Geplant ist eine umfassende Erweiterung im Westen des Areals, wo künftig die Zughaltestelle weiter nach Westen verlegt und zusätzliche Zugänge zum städtischen Verkehr geschaffen werden. Zwei eng miteinander verbundene Teilprojekte bilden den Kern, der Perronzugang Margarethen und der Neubau der Margarethenbrücke. 

    Die neue Personenbrücke des Perronzugangs Margarethen soll parallel zur bestehenden Margarethenbrücke verlaufen. Sie wird rund 16,5 Meter breit, verfügt über Treppen, Rolltreppen und Lifte und erschliesst sämtliche Perrons. Um dies zu ermöglichen, verlängert die SBB mehrere Perrons nach Westen und passt die Gleisführung an. Damit reagiert das Projekt auf das erwartete Wachstum des Bahnverkehrs und entlastet zugleich die bestehende Passerelle im Hauptbahnhof. 

    Verknüpfung von Bahn und Stadt 
    Neben der Bahnplanung spielt die urbane Einbindung eine zentrale Rolle. Der Kanton Basel-Stadt plant westlich des Bahnhofs, beim Areal Markthalle, einen neuen multimodalen Verkehrsknotenpunkt. Hier soll der Umstieg zwischen Bahn, Tram, Bus und Velo künftig noch effizienter werden. Diese Neuordnung entlastet den überfüllten Centralbahnplatz und ermöglicht ein ausgewogeneres Verkehrsregime im Stadtzentrum. 

    Der Perronzugang Margarethen ist dabei mehr als nur eine Brücke. Er wird zum Bindeglied zwischen den neuen städtischen Verkehrsachsen und dem Bahnnetz. Er bietet Raum, Licht und Orientierung. Eigenschaften, die gerade in hochfrequentierten Verkehrszonen entscheidend sind. 

    Eine neue Margarethenbrücke mit Signalwirkung 
    Das zweite Teilprojekt widmet sich der Erneuerung der Margarethenbrücke. Die bestehende Brücke gehört der SBB und erfüllt die heutigen Sicherheitsanforderungen nur unter Einschränkungen für den Schwerverkehr. Zudem entspricht sie sowohl bahn- wie strassenseitig nicht den künftigen Anforderungen von SBB und Kanton. Der Neubau soll daher nicht nur statisch leistungsfähiger, sondern auch deutlich breiter werden, 27 Meter im Vergleich zu 16,3 Metern heute. Damit entsteht Platz für eine barrierefreie Tramhaltestelle in der Brückenmitte sowie breitere Geh- und Velowege. 

    Während der Bauzeit ist eine temporäre Hilfsbrücke vorgesehen. Eine spätere Integration dieses Provisoriums in den Neubau wird geprüft. Diese Lösung soll Bauunterbrüche minimieren und die städtische Mobilität während der gesamten Realisierungsphase sicherstellen. 

    Das Siegerprojekt von Penzel Valier 
    Im Rahmen eines Studienauftrags beurteilten im Frühling 2025 ein Beurteilungsgremium aus unabhängigen Fachleuten und Vertretern von SBB und Kanton die Vorschläge von sechs interdisziplinären Planungsteams. Der Zuschlag ging an das Büro Penzel Valier. Dessen Entwurf überzeugt durch ein grosszügiges, flexibel erweiterbares Dach, das sowohl die neue Tramhaltestelle auf der Margarethenbrücke als auch die Perrons überspannt. So entsteht ein hallenartiger Raum, der den westlichen Bahnhofsteil prägt.  

    Das Dach erfüllt mehrere Funktionen zugleich. Es führt Tageslicht auf die Perrons, schützt vor Witterung und erlaubt die Installation von Photovoltaikanlagen sowie Begrünungselementen. Städtebaulich gelingt damit die harmonische Verbindung zwischen dem Bahnhof SBB, der denkmalgeschützten Halle des französischen Bahnhofs SNCF und den angrenzenden Quartieren Gundeldingen und St. Johann. 

    Die Halle SNCF selbst bleibt im Kontext des französischen Bahnhofteils und in ihrer Funktion als Perronüberdachung erhalten. Dies war ein zentrales Anliegen der Denkmalpflege. Die Halle wird dabei nach Westen versetzt, um Platz für die neue Gleisanordnung zu schaffen.  

    Planung, Finanzierung und Zeithorizont 
    Der Perronzugang Margarethen ist ein Teil des nationalen Bahnausbauschritts 2035. Der Bund hat die planerische Vertiefung und die Vorprojektierung bereits bewilligt. Während der Perronzugang Margarethen finanziell gesichert ist, wird für die Umsetzung der neuen Margarethenbrücke noch über die Mittel entschieden. Beide Vorhaben können technisch unabhängig voneinander gebaut werden, sollen jedoch möglichst gleichzeitig realisiert werden. 

    Die Planungsanforderungen sind hoch. Sie berücksichtigen den laufenden Bahnbetrieb, den Schutz historischer Bausubstanz sowie die Integration in den dichten Stadtverkehr. Der Baustart ist derzeit für frühenstens 2034 angesetzt. Das Projektvolumen liegt für beide Projektelemente (Perronzugang und Brücke) laut Schätzungen jeweils im unteren bis mittleren dreistelligen Millionenbereich. 

    Mehr als Infrastruktur – ein neues Entrée für Basel 
    Mit Basel SBB West erhält die Stadt nicht nur eine strategisch wichtige Verkehrsdrehscheibe, sondern auch ein neues stadträumliches Eingangstor. Die Verlagerung des Zugverkehrs nach Westen schafft Flächen für eine klarere Verkehrsführung, bessere Aufenthaltsqualität und mehr Sicherheit für Velo- und Fussverkehr. Reisende sollen künftig kürzere Wege, grosszügige Räume und intuitive Orientierung erfahren. 

    Das Zusammenspiel von Bahn, Tram, Bus und Velo wird effizienter, nachhaltiger und angenehmer. Zugleich bildet das Projekt den strukturellen Grundstein für zukünftige Erweiterungen wie den möglichen Tiefbahnhof Basel SBB. In seiner Gesamtheit steht Basel SBB West damit für eine neue Generation von Bahnhöfen, offen, vernetzt und zukunftsfähig.

  • Die fünfte Generation des Basler Agglomerationsprogramms

    Die fünfte Generation des Basler Agglomerationsprogramms

    Neue Impulse für Raum und Verkehr 
    Das Programm markiert einen entscheidenden Schritt in der gemeinsamen Planung von Landschaft, Siedlung und Verkehr über nationale Grenzen hinweg. Deutschland, Frankreich und die Schweiz ziehen an einem Strang, um die Mobilität im trinationalen Raum effizienter, sicherer und klimafreundlicher zu gestalten. In den kommenden Jahren entstehen entlang der trinationalen S-Bahn elf neue Verkehrsdrehscheiben und Basel-Stadt investiert in eine vollständig elektrifizierte Busflotte. Rund 200 Millionen Franken sind für die Aufwertung kommunaler Strassenräume und die Förderung des Fuss- und Veloverkehrs vorgesehen. 

    Mobilität mit Zukunft 
    Im Kern geht es um mehr als nur Infrastruktur. Das Agglomerationsprogramm ist eine koordinierte Antwort auf die komplexen Mobilitätsbedürfnisse einer Region, die täglich stark frequentierte internationale Verkehrsachsen nutzt. Die integrierte Planung von öffentlichem Verkehr, Individualverkehr sowie Fuss- und Radwegen soll Verkehrsbelastung und CO²-Ausstoss senken. Priorität hat die Entwicklung eines nachhaltigen Verkehrssystems, das Lebensqualität und Standortattraktivität erhöht. 

    Breite politische Unterstützung 
    Esther Keller, Regierungsrätin und Präsidentin von Agglo Basel, unterstreicht den Erfolg der grenzüberschreitenden Kooperation, die seit über 15 Jahren besteht. Isaac Reber, Baselbieter Baudirektor, sieht in der Vielzahl kleiner und mittlerer Projekte das Rückgrat des Fortschritts. Auch Jean-Marc Deichtmann aus Saint-Louis und Marion Dammann aus Lörrach heben den strategischen Horizont hervor. Dies von multimodalen Plattformen bis zu Bürgerbeteiligungen, die Klimaschutz und Raumqualität stärken. 

    Blick auf die sechste Generation 
    Die Arbeiten für das Agglomerationsprogramm 6. Generation haben bereits begonnen. Die Einreichung beim Bund ist für 2029 geplant, die Bauphase startet ab 2032. Der Verein Agglo Basel führt die Koordination weiter und sorgt dafür, dass Raum, Verkehr und Landschaft im Dreiländereck nicht getrennt, sondern als ein zusammenhängendes Zukunftsprojekt gedacht werden. 

  • Wie der alte Immobilienmarkt das neue China ausbremst

    Wie der alte Immobilienmarkt das neue China ausbremst

    Über Jahre war der Immobiliensektor Chinas wichtigster Wachstumsmotor. Bauen, verkaufen, weiterbauen. So lautete die einfache Formel, die zeitweise bis zu ein Drittel der Wirtschaftsleistung trug. Mit strengeren Vorgaben zur Begrenzung der Verschuldung hat die Führung diesem Modell die Bremse verpasst und damit eine schleichende, aber hartnäckige Krise ausgelöst.

    Evergrande war 2021 der sichtbare Wendepunkt. Der einstige Branchenstar verpasste Zinszahlungen, wurde zur globalen Warnfigur und machte schlagartig klar, wie verletzlich das Wachstumsmodell war. Seither geraten Entwickler wie Country Garden und nun auch der lange als stabil geltende Konzern Vanke unter Druck. Ein Signal, dass der Immobiliensektor die Talsohle noch nicht erreicht hat.

    Deflation, Vermögensschock und verunsicherte Haushalte
    Die Immobilienkrise frisst sich tief in die Realwirtschaft. Wohnimmobilien sind für chinesische Haushalte der zentrale Vermögensspeicher. Wenn Preise in Serie fallen, erodiert das Sicherheitsgefühl. Wer das eigene Apartment als Altersvorsorge betrachtet, wird zurückhaltend bei Konsum, Investitionen und grossen Lebensentscheidungen.

    Entsprechend schwach zeigt sich der Binnenkonsum. Der Einzelhandel wächst deutlich unter früheren Raten, die Konjunktur kämpft mit anhaltendem Deflationsdruck. Sinkende oder stagnierende Preise mögen kurzfristig attraktiv wirken, doch sie erhöhen real die Schuldenlast und verlängern den Bereinigungsprozess im Immobilien- und Finanzsystem.

    Provinzen im Schuldenschatten
    Besonders heikel ist die Lage der Lokalregierungen. Über Landverkäufe an Entwickler und ausserbilanzielle Finanzierungsgesellschaften haben sich Provinzen und Städte einen gigantischen Schuldenberg aufgeladen. Die Landverkäufe waren der wichtigste Einnahmeposten, haben aber nie gereicht, um den kreditfinanzierten Bauboom und die Infrastrukturprogramme dauerhaft zu tragen. Jetzt, da die Verkäufe einbrechen, treten die versteckten Schulden offen zutage.

    Viele Regionen geraten in eine stille Zwangsdiät. Investitionen werden verschoben, Ausgaben gekürzt, neue Infrastruktur verzögert. Dies mit direkten Folgen für Wachstum, Beschäftigung und lokale Unternehmen. Die Krise ist damit weniger ein lauter Crash als ein langsamer Druck, der das System über Jahre schwächt und Handlungsräume einengt.

    Alte immobiliengetriebene Wirtschaft trifft neue Tech-Power
    Parallel inszeniert sich China als Hightech-Supermacht. Elektroautohersteller, KI-Unternehmen und Internetkonzerne, die sich neu erfinden, stehen für das „neue China“. Die Politik setzt auf eine langfristige Technologiestrategie mit Fokus auf Elektromobilität, Halbleiter, KI, erneuerbare Energien und Robotik.

    Doch diese neue Wirtschaft steht auf einem Fundament aus der alten, immobiliengetriebenen Wirtschaftsstruktur. Ohne stabile Binnennachfrage, verlässliche Kreditkanäle und Vertrauen der Haushalte kann auch der Tech-Sektor seine Dynamik nicht voll entfalten. Der Erfolgsweg führt deshalb nicht an einem geordneten Rückbau des Immobiliensektors vorbei, sondern durch ihn hindurch.

    Wachstumsziele als Bumerang
    Peking hält an ehrgeizigen Wachstumszielen fest. Das Ziel „rund 5%“ ist erreichbar, weil Staat und Staatsunternehmen an vielen Stellen gegensteuern. Für bewusste Kader vor Ort bleibt das Signal klar, Zahlen müssen stimmen, notfalls mit weiteren Projekten, die wirtschaftlich wenig tragen.

    Das Resultat sind neue Infrastruktur- und Bauvorhaben, die zwar kurzfristig das BIP stützen, aber die strukturellen Probleme nicht lösen. Im Gegenteil, sie verlängern den Schuldenzyklus. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen offizieller Wachstumsstory und dem realen Deleveraging-Bedarf im Immobilien- und Lokalschuldenkomplex.

    Was bis 2026 auf dem Spiel steht
    Die kommenden Jahre entscheiden, ob China den Übergang von einem schuldengetriebenen, immobilienlastigen Modell zu einem innovationsbasierten Wachstumspfad schafft. Gelingt eine kontrollierte Schrumpfung des Immobiliensektors bei gleichzeitiger Stärkung von Konsum, Produktivität und Zukunftsbranchen, kann das Land trotz Dellen robust bleiben. Misslingt dieser Balanceakt, droht ein Szenario anhaltend niedrigen Wachstums mit wiederkehrenden Deflationsschüben und wachsendem Misstrauen der Investoren.

    Die Immobilienkrise ist kein Randthema, sondern die zentrale Bewährungsprobe für Chinas Fähigkeit zur wirtschaftlichen Kurskorrektur. Entscheidend wird sein, ob politische Führung und Verwaltung den Mut finden, kurzfristige Wachstumsziele zugunsten eines tragfähigeren, weniger immobiliengetriebenen Modells zu relativieren und damit das neue China nicht vom alten erdrücken zu lassen.

  • Immobilienmarkt 2026 stabiler Rückenwind aus Tiefzins, KI-Boom und knappen Flächen

    Immobilienmarkt 2026 stabiler Rückenwind aus Tiefzins, KI-Boom und knappen Flächen

    Die Schweizerische Nationalbank belässt den Leitzins gemäss Einschätzungen für 2026 bei 0 Prozent und signalisiert, dass die Hürden für eine Rückkehr in den Negativzinsbereich hoch bleiben. Die bedingten Inflationsprognosen von rund 0,3 Prozent für 2026 und 0,6 Prozent für 2027 liegen klar im Bereich der Preisstabilität und stützen ein moderates Wachstumsszenario. Für den Immobilienmarkt bedeutet dies, kurzfristige Finanzierungen, insbesondere SARON-Hypotheken bleiben attraktiv, während lange Festhypotheken nur zögerlich von der geldpolitischen Lockerung profitieren.

    Immobilien als Anlage
    Wüest Partner beobachtet, dass Renditeliegenschaften mit Mietwohnungen 2025 nochmals deutlich teurer geworden sind, was eine hohe Zahlungsbereitschaft und starkes Vertrauen in die Anlageklasse widerspiegelt. Gleichzeitig haben die Preise für Mehrfamilienhäuser ein sehr hohes Niveau erreicht, während Ertragsaussichten und Regulierungsrisiken die Fantasie dämpfen. Für 2026 wird deshalb mit einer abflachenden Preisdynamik gerechnet, sowohl bei Wohnrenditeobjekten als auch bei Geschäftsliegenschaften. Dort mit klarer Differenzierung nach Lage, Objektqualität und ESG-Profil. Indirekte Anlagen wie Aktiengesellschaften und Fonds profitieren weiterhin vom Tiefzinsumfeld, tragen aber bereits hohe Erwartungen in Form von überdurchschnittlichen Aufgeldern in sich.

    Schub im Umbau, moderater Neubau
    Die Kombination aus tiefen Zinsen und nachlassender Baupreisdynamik stabilisiert die Investitionsbereitschaft im Bau. Für 2026 werden nominale Zuwächse der Bauinvestitionen von rund +3,4 Prozent im Neubau und +8,5 Prozent im Umbau erwartet, wobei der Umbaubereich von Vorzieheffekten rund um die geplante Abschaffung des Eigenmietwerts zusätzlich Anschub erhält. Viele Eigentümerinnen und Eigentümer dürften energetische Sanierungen und Erneuerungen vorziehen, solange Unterhaltskosten steuerlich noch voll absetzbar sind. Mittelfristig könnte sich die Neubautätigkeit wieder etwas abschwächen, da die Zahl der neuen Wohnungen in den Baugesuchen zuletzt rückläufig war.

    Miet- und Eigentumsmarkt
    Nach den starken Mietanstiegen der Jahre 2023 und 2024 hat sich das Wachstum der Angebotsmieten deutlich verlangsamt. Für 2026 wird ein moderater Zuwachs im Landesmittel erwartet. Gleichzeitig bringen die Senkungen des hypothekarischen Referenzzinssatzes Entlastung bei den Bestandesmieten. Dies könnte zu leicht rückläufigen Durchschnittsmieten im Bestand führen. Im Wohneigentum bleibt die Nachfrage trotz höherer Preisniveaus intakt. Für 2026 werden Preiszuwächse im Bereich von rund 3 Prozent bei Einfamilienhäusern und knapp darunter bei Eigentumswohnungen erwartet, jedoch mit weniger Tempo als in den Vorjahren.

    Anlageausblick 2026
    Die Zürcher Kantonalbank erwartet für 2026 ein moderates globales Wirtschaftswachstum, getragen von sinkendem Inflationsdruck und verbesserten Finanzierungsbedingungen. Fortschritte bei der Künstlichen Intelligenz treiben Investitionen und verleihen insbesondere US-Aktien zusätzlichen Rückenwind, gleichzeitig bleiben die Unsicherheiten an den Finanzmärkten hoch. In diesem Umfeld empfiehlt sich eine breite Diversifikation über Anlageklassen und Währungen, mit ausgewählten Schwerpunkten. Unternehmensanleihen, Schweizer Immobilien und Small Caps gelten als attraktiv, ergänzt um globale Unternehmensanleihen und Gold als stabilisierende Beimischungen. Für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger bleiben direkte und indirekte Immobilienanlagen damit ein wichtiger Baustein. Eingebettet in ein Portfolio, das vom KI-getriebenen Wachstum und vom anhaltenden Tiefzinsumfeld gleichermassen profitiert.

  • Wie viel Vergangenheit verträgt die Verdichtung?

    Wie viel Vergangenheit verträgt die Verdichtung?

    Die Siedlung Brunnergut entstand in zwei Etappen Mitte der 1950er- und frühen 1960er-Jahre und markiert den Übergang zur funktionalistischen, automobilen Stadt. Als eines der ersten Winterthurer Wohnensembles mit Tiefgarage ersetzte sie die Villa Malabar und prägte ein ganzes Blockinnere zwischen Lind-, Kreuz-, Sulzberg- und St.-Georgenstrasse neu. Schon das Baugesuch von 1954 löste eine heftige Kontroverse aus. Frühe Debatten über Dichte, Verkehr und Stadtbild, wie sie heute die ganze Agglomeration beschäftigen.​

    2016 nahm die Stadt Winterthur Brunnergut in das Inventar der schutzwürdigen Bauten auf, 2018 folgte der Eintrag ins kantonale Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung. Damit war klar, die Siedlung gilt nicht nur als Alltagsarchitektur, sondern als Ensemble mit baukulturellem und sozialgeschichtlichem Gewicht, das bei jeder weiteren Planung mitzudenken ist.​

    Juristisches Pingpong um den Schutz
    Mit der kantonalen Entlassung 2024 wollte die Baudirektion den Schutzstatus wieder lockern. Gestützt auf ein Gutachten der Kantonalen Denkmalpflegekommission und späteren Ergänzungen. Der Zürcher Heimatschutz focht das an, das Baurekursgericht forderte bereits in diesem Verfahren ein Ergänzungs- oder Obergutachten und kritisierte Lücken in der fachlichen Beurteilung.​

    Parallel plante der Winterthurer Stadtrat, Brunnergut auch aus dem kommunalen Inventar zu streichen. Dagegen reichte der Zürcher Heimatschutz erneut Rekurs ein. Im Entscheid vom 6. November 2025 hält das Baurekursgericht nun fest, die Stadt stützte sich unzulässig einseitig auf das KDK-Gutachten, der Sachverhalt sei für eine Inventarentlassung nicht genügend abgeklärt. Die Richter verlangen ein Gutachten einer unabhängigen, bisher nicht involvierten Fachperson. Ein deutliches Signal für höhere Anforderungen an die Begründung von Entschutz-Entscheiden.​

    Mehr als eine Fachfrage der Denkmalpflege
    Im Zentrum der Kritik stehen nicht nur formale Mängel, sondern auch inhaltliche Lücken. Unpräzise Pläne, ungenügende Auseinandersetzung mit den im Inventarblatt ausgewiesenen Qualitäten und eine zu knappe Würdigung der sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Bedeutung. Konkret bemängelt das Gericht, dass die Rolle der Siedlung als frühes Beispiel dichter, autoorientierter Nachkriegsmoderne und als Teil der Winterthurer Siedlungsgeschichte nicht seriös in den Vergleich mit anderen Anlagen einbezogen wurde.​

    Für Stadtplanung und Immobilienwirtschaft ist Brunnergut damit weit mehr als ein Einzelfall. Das Verfahren zeigt, wie stark Inventarentscheide heute juristisch und fachlich unterlegt sein müssen, wenn sie in einem Umfeld von Wohnraummangel, Verdichtungsdruck und politisch aufgeheizten Debatten um Einsprachen und Heimatschutz bestehen sollen.​

    Was der Fall für zukünftige Projekte bedeutet
    Der Zürcher Heimatschutz wertet den Entscheid als Stärkung des Inventargedankens. Inventare sind nicht blosse Listen, sondern Planungsinstrumente, deren Abbau hohe Anforderungen erfüllt haben muss. Für Städte wie Winterthur bedeutet das, wer nachträglich Schutz aufheben will, muss transparent darlegen, weshalb baukulturelle, städtebauliche und sozialgeschichtliche Argumente weniger stark wiegen als die Interessen von Verdichtung, Erneuerung oder Rendite.​

    Für Investoren, Eigentümer und Planer steigt damit die Bedeutung sauber dokumentierter Bestandesaufnahmen und frühzeitiger Einbindung der Denkmalpflege. Gerade bei Siedlungen der Nachkriegszeit, die lange als „gewöhnlicher“ Bestand galten. Brunnergut macht sichtbar, dass die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend als Teil des baukulturellen Erbes verstanden wird und dass der Weg zu Umnutzung oder Ersatzneubau künftig öfter über unabhängige Fachgutachten und sorgfältig austarierte Schutzkonzepte führen wird.​

  • Modernes Arealprojekt im Sittertobel setzt auf erneuerbare Energien

    Modernes Arealprojekt im Sittertobel setzt auf erneuerbare Energien

    Die Sitter Projekt AG und die Mettler Entwickler AG realisieren im St.Galler Sittertobel das Sitter Valley. Die beiden St.Galler Unternehmen wollen hier auf 50‘000 Quadratmetern ein Areal für Büro, Gewerbe und Industrie mit bis zu 600 Arbeitsplätzen entwickeln.

    Die St.Galler Stadtwerke werden das Areal mit Energie für Wärme und Kühlung versorgen. Sie setzen dabei laut einer Mitteilung auf eine kombinierte Energieversorgung mit Holzpelletkessel und einer reversiblen Luft/Wasser-Wärmepumpe. Die Pelletheizung soll vornehmlich in den Wintermonaten eingesetzt werden. Die erste Wärmelieferung soll im Winter 2026/2027 erfolgen.

    Das Sitter Valley soll auch mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Diese werden einen Beitrag an die Stromversorgung des Areals leisten.

  • Zukunftsareal im Norden Basels schafft Wohn- und Arbeitsraum

    Zukunftsareal im Norden Basels schafft Wohn- und Arbeitsraum

    Das Klybeck-Areal im Dreiländereck von Basel soll ein moderner Stadtteil am Rheinufer werden. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, haben die Planungspartner Kanton Basel-Stadt, Swiss Life und Rhystadt hierzu das Richtprojekt klybeckplus initiiert, welches die Grundlage für die Nutzungsplanung bildet.

    Das etwa 30 Hektaren grosse Areal soll ein von Wohnanlagen, Wirtschaftsgebäuden und Parkanlagen durchmischter Stadtteil werden. Dabei soll Wohnraum für 8500 Menschen geschaffen werden. Gemäss der Planung soll ein Drittel der Wohnungen gemeinnützig zur Kostenmiete zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen 7500 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die beiden Eigentümer Swiss Life und Rhystadt werden für die Umbauten 3 Milliarden Franken investieren, heisst es in der Mitteilung.

    „Das konkretisierte Richtprojekt, wie es nun vorliegt, bietet eine gute Voraussetzung, um das enorme Potential des Areals zu realisieren und für die Bevölkerung und die ganze Region viel und vor allem langfristigen Mehrwert zu schaffen“, wird Christian Mutschler von Rhystadt in der Mitteilung zitiert. Jürgen Friedrichs von Swiss Life ergänzt: „Das Richtprojekt zeigt, wie die vielfältigen Ziele von Wohn- bis Freiraum vereint werden können und gleichzeitig die bauliche, raumplanerische und ökonomische Machbarkeit gesichert bleibt.“ Regierungspräsident Conradin Cramer zeigt sich überzeugt, mit dem Projekt ein „attraktives neues Stück Stadt zum Wohlergehen der Bevölkerung“ zu schaffen. 

  • Umbau schafft modernen Raum für Forschung und Lehre in Zürich

    Umbau schafft modernen Raum für Forschung und Lehre in Zürich

    Das Careum Hochhaus wurde nach rund zweieinhalb Jahren Umbauzeit Mitte November offiziell eingeweiht. Somit ist laut einer Mitteilung der federführenden Careum Stifung aus dem ehemaligen Schwesternhochhaus des Universitätsspitals Zürich (USZ) ein moderner Arbeits- und Begegnungsort für Bildung und Gesundheit geworden. Hierdurch werde in Zürich auf 17 Stockwerken mehr Raum für den geplanten Ausbau im Bereich Medizin geschaffen, heisst es. Bei der Einweihung wurde dies unter anderem mit der Bildungsdirektorin des Kantons Zürich, Silvia Steiner, und der Direktorin der Universitären Medizin Zürich, Beatrice Beck Schimmer, gefeiert.

    Die Careum Stiftung hat mit dem USZ eine Mietvereinbarung über 40 Jahre mit Option auf Verlängerung abgeschlossen. Es stehen nun 6000 Quadratmeter Nutzfläche mit der Möglichkeit auf 350 Arbeitsplätzen zur Verfügung. Die Stiftung selbst, die Aus- und Weiterbildungen im Gesundheitswesen anbietet, will drei der 17 Stockwerke selbst nutzen. Etwa werden der Careum Verlag und das Careum Zentrum für Gesundheitskompetenz Räume beziehen. Die übrigen Flächen seien an Institute der Universitären Medizin Zürich vermietet, heisst es.

    „Damit erweitern wir unseren Campus und schaffen zusätzlichen Raum für Vernetzung und Inspiration zwischen Disziplinen und Institutionen. Ganz im Sinne unseres Stiftungszwecks nutzen wir das Potenzial im Zürcher Hochschulquartier, um Bildung und Forschung im Gesundheitswesen weiter zu fördern und einen Beitrag zur Gesundheitsversorgung zu leisten“, wird Careum-Stiftungspräsident Hans Werner zitiert.

    Der historische Charakter spielte laut einer Dokumentation bei der Sanierung eine zentrale Rolle. So seien zwei Stockwerke im Originalzustand belassen worden. Die verantwortlichen Fachleute von Bhend & Schlauri Architekten haben gemäss Mitteilung eng mit der Denkmalpflege der Stadt Zürich zusammengearbeitet. 

  • Baueinsprachen Bundesrat will härter durchgreifen

    Baueinsprachen Bundesrat will härter durchgreifen

    Eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen und des Bundesamts für Raumentwicklung zeigt, Einsprachen und Rekurse sind der häufigste Grund, weshalb Wohnbauprojekte verzögert oder gar verhindert werden. Das treibt Kosten in die Höhe, bremst die Bautätigkeit und trägt zur Verschärfung der Wohnungsknappheit bei. Problematisch sind insbesondere Fälle, in denen Einsprachen nicht dem Schutz öffentlicher Interessen dienen, sondern primär private Vorteile sichern oder als Druckmittel eingesetzt werden. Wie etwa wenn für den Rückzug einer Beschwerde Geld verlangt wird.​

    Neue Regeln gegen Rechtsmissbrauch
    Mit der Motion «Missbräuchliche Baueinsprachen sanktionieren» soll der Bundesrat beauftragt werden, eine Grundlage zu schaffen, um Einsprecherinnen und Einsprecher ohne schutzwürdiges Interesse oder mit klar rechtsmissbräuchlicher Absicht zu Kosten- und gegebenenfalls Schadenersatzzahlungen zu verpflichten. Der Bundesrat ist bereit, die bestehenden Sanktionsmöglichkeiten zu prüfen und auszuloten, wie weit er gestützt auf Artikel 75 BV im Raumplanungsgesetz Leitplanken zur Einsprachelegitimation und zu den Folgen missbräuchlicher Einsprachen vorgeben kann. Die konkrete Ausgestaltung der Verfahren soll weiterhin bei den Kantonen liegen, aber innerhalb eines bundesrechtlichen Rahmens erfolgen.​

    Heikle Abgrenzung und offene Risiken
    Juristen weisen darauf hin, wie schwierig es in der Praxis ist, eine Einsprache klar als missbräuchlich zu qualifizieren. Finanzielle Abgeltungen für den Rückzug eines Rechtsmittels können etwa legitim sein, wenn Nachbarn auf Aussicht, Ruhe oder andere Positionen verzichten. Zudem warnen Akteure wie der Schweizer Heimatschutz davor, dass strengere Hürden und Sanktionsdrohungen den Schutz von Ortsbild und Denkmälern schwächen könnten. Insbesondere in Kantonen ohne Verbandsbeschwerderecht, wo Nachbarn oft als letzte Schutzinstanz auftreten. Das Parlament wird deshalb einen Balanceakt vollziehen müssen. Die Verfahren beschleunigen und Missbrauch eindämmen, ohne berechtigte Einsprachen und demokratische Mitsprache zu entwerten.

  • Alle Gebäude der Welt im 3D-Modell

    Alle Gebäude der Welt im 3D-Modell

    Der GlobalBuildingAtlas umfasst rund 2,75 Milliarden digitale Gebäudemodelle und ist damit die bisher umfangreichste Sammlung räumlich expliziter Baudaten. Erfasst sind alle Gebäude, für die im Jahr 2019 geeignete Satellitenbilder vorliegen. Die 3D-Modelle weisen eine räumliche Auflösung von 3×3 Metern auf und sind damit etwa 30-mal feiner als frühere globale Datensätze. Entwickelt wurde der Atlas von einem Team um Prof. Xiaoxiang Zhu, Inhaberin des Lehrstuhls für Datenwissenschaft in der Erdbeobachtung an der TUM, das Fernerkundung, Künstliche Intelligenz und datengetriebene Stadtforschung in einem globalen Ansatz verbindet.​

    Detaillierte 3D-Modelle und globale Abdeckung
    Von den 2,75 Milliarden Einträgen liegen für rund 2,68 Milliarden standardisierte LoD1-3D-Modelle vor, die Grundform und Höhe der Gebäude in vereinfachter Geometrie abbilden. Damit lassen sich Volumina berechnen, Stadtstrukturen analysieren und Siedlungsmuster weltweit vergleichbar machen. Besonders wichtig ist die systematische Abdeckung bisher unterrepräsentierter Regionen wie Afrika, Südamerika und ländliche Räume, die nun mit derselben Genauigkeit wie dichte Metropolen erfasst sind.​

    Werkzeug für Planung, Klima und Risiko
    Die Daten ermöglichen es, Wachstumsdynamiken in schnell wachsenden Städten zu untersuchen, stark verdichtete Quartiere mit potenziell angespanntem Wohnraum zu identifizieren und den Infrastrukturbedarf präziser zu bestimmen. Forschende und Verwaltungen können damit Indikatoren entwickeln, die zeigen, wo der Ausbau von Verkehr, Energie- und Wassernetzen, zusätzlicher Wohnraum oder Klimaanpassungsmassnahmen besonders dringlich sind. Gleichzeitig schafft der GlobalBuildingAtlas ein global einheitliches Referenzsystem, das Analysen zu Urbanisierung, Energieverbrauch und Katastrophenrisiken auf vergleichbarer Datengrundlage erlaubt.

  • Bassersdorf plant den nächsten Wachstumsschritt

    Bassersdorf plant den nächsten Wachstumsschritt

    Heute arbeiten auf dem Areal Pöschen, Gmeindwisen rund 90 Personen auf über 90’000 Quadratmetern. In den nächsten 20 Jahren sollen dort 600 bis 800 neue Arbeitsplätze entstehen und Wohnraum für rund 1’200 Menschen geschaffen werden.
     Mit der weitergehenden Umnutzung aller Parzellen ist zusätzlich Platz für 100 bis 200 weitere Arbeitsplätze und rund 300 zusätzliche Einwohnende vorgesehen. Die Grundlage dafür bildet die Umzonung in eine fünfgeschossige Wohn- und Gewerbezone mit Gestaltungsplanpflicht, die seit Februar 2024 rechtskräftig ist. Die Entwicklung erfolgt etappenweise und über mehrere Jahrzehnte, bestehende Gewerbebetriebe behalten ihren Platz.

    Verkehr, ÖV und «autoarmes» Konzept
    Im Dialog mit der Bevölkerung stand der Verkehr im Zentrum. Gefragt wurde nach Parkierung, Erschliessung und der Zukunft des Busbahnhofs. Das Planungsteam betonte die klare Ausrichtung auf den öffentlichen Verkehr. Das Quartier soll keinen Durchgangsverkehr aufnehmen, Autos der Bewohnenden werden in Tiefgaragen parkiert, neue Park-and-Ride-Flächen sind nicht vorgesehen. Trotz Gebietsentwicklung bleibt die geplante Umfahrungsstrasse möglich. Die Verantwortlichen rechnen damit, eher eine jüngere, stärker ÖV-orientierte Bewohnerschaft anzuziehen.

    Grünräume, Quartierleben und Etappierung
    Die rund 50 Anwesenden nahmen insbesondere die grosszügigen Grün- und Freiräume, Plätze und Verbindungswege positiv auf. Das Siegerprojekt strukturiert das Gebiet in klar erkennbare Nachbarschaften, mit einem lärmabschirmenden Riegel entlang der Zürichstrasse, Arbeitsplatzorientierten Nutzungen zu den Gleisen hin und dazwischen vielfältigen Wohnlagen. Diese Gliederung erleichtert die Umsetzung in Etappen. Mit einer vollständigen Realisierung wird in zehn bis fünfzehn Jahren gerechnet.

    Politischer Rückhalt und Mitwirkung
    Gemeindepräsident Christian Pfaller und die Grundeigentümer bekräftigten ihre Unterstützung für das Siegerprojekt und den langfristigen Aufbau eines vielseitigen, nachhaltigen Quartiers. Da die Gemeinde selbst kein Land besitzt, ist sie auf kooperatives Vorgehen mit den Eigentümerschaften angewiesen. Ein Schulhaus wird nicht benötigt. Vorgesehen sind Kindergarten- und Tagesstrukturen, in die sich die Gemeinde einkaufen will. Mit der Bau- und Zonenordnung 2022 hat die Stimmbevölkerung der Transformation zur Mischzone grundsätzlich zugestimmt, gleichzeitig aber eine Gestaltungsplanpflicht verankert. Der aktuelle Mitwirkungsanlass ist Teil dieses Verständigungsprozesses. Die Rückmeldungen fliessen nun in das Richtprojekt ein, das die Basis für den öffentlichen Gestaltungsplan bildet, die voraussichtlich im nächsten Jahr erneut diskutieren wird.

  • Schweizer Büromarkt unter Druck

    Schweizer Büromarkt unter Druck

    Die verfügbaren Büroflächen in der Schweiz verharren auf 2,12 Millionen Quadratmeter. Ein stabiler Wert auf der Oberfläche. Doch dahinter verbirgt sich eine beunruhigende Entwicklung. Die durchschnittlichen Quartalsumsätze 2025 liegen mit 425’000 Quadratmetern deutlich unter dem Vorjahr (2024: 540’000 m²). Das entspricht einem Rückgang von etwa 21 Prozent. Unternehmen zögern, treffen langsamere Entscheidungen oder ziehen sich aus Anmietungsprozessen zurück.

    Beschäftigung bleibt aus – Kosten steigen
    Die Ursache liegt in der schwachen Arbeitsmarktdynamik. Das Beschäftigungswachstum in typischen Bürobranchen ist von ohnehin mageren 0,3 Prozent im Jahr 2024 auf 0,1 Prozent im dritten Quartal 2025 geschrumpft. Besonders dramatisch zeigt sich die Situation in der Industrie. Hier verschärfte sich der Stellenabbau von minus 0,2 Prozent (2024) auf minus 1,1 Prozent (2025). Hohe amerikanische Importzölle und ein starker Franken belasten Schweizer Unternehmen zusätzlich. Die geplante Zollreduktion könnte Abhilfe bringen, muss es aber noch unter Beweis stellen.

    Zentren halten, Peripherie unter Druck
    Die räumliche Polarisierung auf dem Büromarkt verschärft sich. In den fünf grössten Schweizer Zentren bleibt die Verfügbarkeit niedrig, mit Ausnahme von Basel. In den City Centern liegen die Quoten bei durchschnittlich 3,7 Prozent, in den umliegenden Stadtgebieten bei 3,6 Prozent. Die Vororte hingegen kämpfen mit 9 Prozent Leerstand. Dabei zeigt sich ein Ost-West-Gefälle. Die Westschweizer Vororte haben deutlich mehr Neubautätigkeit erlebt als die Deutschschweiz.

    Risiken für 2026
    Sollten die Flächenumsätze auf diesem tiefen Niveau verharren, droht die Leerstandsquote im kommenden Jahr anzusteigen. Die Stabilität von heute kann schnell zur Bremse von morgen werden, wenn nicht wieder Beschäftigungswachstum und unternehmerische Investitionsbereitschaft zurückkehren.

  • Basel setzt auf Kreislaufwirtschaft

    Basel setzt auf Kreislaufwirtschaft

    BaselCircular ist keine klassische Förderinitiative, sondern bildet die Grundlage für ein neues Innovationsökosystem in der Region. Als Public-Private-Partnership entwickelt die Initiative gemeinsam mit der Basler Wirtschaft Strukturen, die Wissen, Forschung und Unternehmertum verbinden. Im Zentrum steht dabei die Vernetzung von etablierten Firmen, Start-ups und Hochschulen. Sie bilden ein System, das Innovation fördert, Wissen teilt und zirkuläre Geschäftsmodelle marktfähig macht – nach dem Prinzip „Enabling the Enabler”.

    Wissen, Technologie und Kooperation
    Ein zentrales Handlungsfeld ist die Schaffung digitaler Plattformen für Wissensaustausch und Kooperation. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz und weiteren wissenschaftlichen Partnern werden praxisnahe Werkzeuge und Expertensysteme entwickelt. Geplant sind KI-basierte Tools, die es Unternehmen erleichtern sollen, zirkuläre Lösungen zu adaptieren. Entscheidend bleibt jedoch der persönliche Austausch, denn Technologie dient hier als Verstärker menschlicher Zusammenarbeit.

    Impulse für die nächste Generation
    Das Netzwerk will junge Menschen gezielt für das Unternehmertum im Bereich Kreislaufwirtschaft begeistern. Gemeinsam mit Bildungsinstitutionen werden Programme zur Förderung von Gründerinnen und Gründern entwickelt. Bereits bestehende Startup-Förderstellen werden dabei unterstützt, Nachhaltigkeit fest in ihre Wettbewerbe und Trainings zu integrieren.

    Zukunft gestalten
    Eine Umfrage unter Basler Unternehmen hat ergeben, dass die Kenntnisse und Umsetzungsgrade in der Kreislaufwirtschaft stark variieren. Darauf reagiert BaselCircular mit maßgeschneiderten Angeboten und engen Kooperationen, zunächst in den Sektoren Bauwirtschaft und Life Sciences. Ab 2025 werden weitere Themenfelder hinzukommen. Dies ist ein klares Signal, dass Basel seine Rolle als Innovationsstandort aktiv stärkt und die Transformation hin zu einer ressourceneffizienten Wirtschaft entschlossen vorantreibt.

  • Transparenz in drei Dimensionen – Wie Geodaten der Immobilienwirtschaft helfen können

    Transparenz in drei Dimensionen – Wie Geodaten der Immobilienwirtschaft helfen können

    Verdichtung, Klimaanpassung und steigende Regulierungsdichte stellen die Immobilienwirtschaft vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig eröffnen digitale Geodaten eine ganzheitliche Sicht auf den Raum. Mit dem 3D-Viewer MapBS 3D, dem ÖREB-Kataster und der Grundstückinformation stehen im Kanton Basel-Stadt digitale Werkzeuge bereit, die Eigentümern, Bauherren und Investoren helfen den Blick auf den Kanton und seine Grundstücke zu schärfen.

    MapBS 3D – Stadt und Gebäude als digitaler Zwilling
    Was früher nur auf Plänen erkennbar war, lässt sich heute im Browser dreidimensional erleben:

    • Basel als digitales 3D-Stadtmodell mit Gebäu-
    den, Gelände, und Bäumen.
    • 3D-Luftbilder und Schrägluftbilder für einen
    fotorealistischen Blick auf den Kanton.
    • Die Gebäude lassen sich z.B. nach Höhe filtern,
    und die Daten können frei bezogen und in ei-
    gene Anwendungen integriert werden.
    • Mit der Werkzeugkiste lassen sich z.B. Verschattungen im Jahreslauf oder Sichtbarkeitsachsen simulieren.

    So wird ein Standort räumlich begreifbar. Ob eine Aufstockung realistisch ist, wie sich ein Neubau in die Silhouette einfügt oder welche Sichtachsen betroffen sind – erste Antworten liegen wenige Klicks entfernt.

    Man erkennt schnell, wie sich ein Grundstück in den städtischen Kontext einfügt und wo Potenziale schlummern. Damit ist MapBS 3D ein wertvolles Werkzeug – nicht nur für Planer, sondern auch für Entscheider.

    Der ÖREB-Kataster – Rechtssicherheit auf einen Klick
    Wer entwickelt oder erwirbt, muss wissen, was gilt. Der ÖREB-Kataster – das Kürzel steht für öffentlich-rechtliche Eigentumsbeschränkungen – bündelt relevante Vorgaben zu einem Grundstück: Bauzonen, Schutzgebiete, Lärm- oder Gewässerschutz usw.

    In Basel-Stadt umfasst der Kataster derzeit über zwanzig Themenbereiche, abrufbar online und auch als PDF-Auszug. In jedem Fall stets aktuell. Risiken lassen sich so früh erkennen und rechtliche Rahmenbedingungen effizient prüfen – ein Vorteil, der in Zeiten komplexer Planungsprozesse nicht zu unterschätzen ist.

    Was ist darüber hinaus noch möglich?
    Werden ÖREB-Themen in MapBS 3D mit dem Werkzeug «Layer hinzufügen» eingeblendet entsteht ein digitaler Entscheidungsraum.

    Weitere interessante Themen finden sich auch im kantonalen WebGIS MapBS. Dort kann man mit dem Werkzeug «Grundstückinformation» Informationen zu einem Grundstück und seinen Gebäuden direkt abrufen. Dieselben Informationen können auch mit einer API automatisiert in eigene Applikationen eingebunden werden.

    Mit all dem kann man z.B. prüfen, ob ein Bauabsicht Zonenplankonform ist oder ob Lärm eine Wohnnutzung ggf. ungünstig machen. Das schafft Klarheit und vermeidet Missverständnisse. So wird komplexes Wissen räumlich sichtbar, und man erkennt Lagequalitäten, Risiken und Entwicklungsspielräume besser.

    Was ist in Zukunft geplant?
    Mit twinbs will der Kanton Basel-Stadt Geoinformationen zukünftig noch transparenter und verlässlicher zugänglich machen. Das volle Potential räumlicher Daten soll nutzbar gemacht werden. Die Fachstelle für Geoinformation sammelt hierzu regelmässig Rückmeldungen von Nutzerinnen und Nutzern. Wer Fragen hat zu MapBS 3D, dem ÖREB-Kataster oder Geodaten allgemein, kann sich gerne direkt an sie wenden.

  • Dynamik der wirtschaftlichen Zukunft im Tessin

    Dynamik der wirtschaftlichen Zukunft im Tessin

    Die Urbanisierung von Pian Faloppia war ein strategisches Zukunftsprojekt. Moderne Verkehrsanbindungen, ein Hochleistungsstromnetz und fortschrittliche Wasserversorgung schaffen optimale Rahmenbedingungen, die insbesondere Unternehmen mit Innovationsanspruch überzeugen. Die spezifische Standortplanung des Gemeindeverbunds Balerna wurde im engen Austausch mit Eigentümern und Unternehmern erarbeitet, um den Siedlungsraum nachhaltig zu stärken.

    Innovationsdynamik und Netzwerkkompetenz
    Im Zentrum agieren Unternehmen aus der Präzisionsmechanik, Uhrenindustrie, Solartechnologie und fortschrittlichen Logistik. Entscheidender Erfolgsfaktor ist das Zusammenwirken von Forschung, Industrie und Unternehmertum. Angesiedelte Betriebe profitieren von der Anbindung zu Forschungszentren und Universitäten sowie vom Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften, wodurch eine leistungsfähige und zukunftsorientierte Wirtschaftsdynamik entsteht.

    Management mit Weitblick und Synergien
    Mit der neu geschaffenen Rolle des Area Managers setzt Pian Faloppia auf aktive Betreuung und Entwicklung der Standort-Qualität. Diese Position bündelt regionale Entwicklungsstrukturen und sorgt für gezielte Vernetzung zwischen Unternehmen, Behörden und weiteren Akteuren. So entstehen Synergien, die den Wirtschaftsraum kontinuierlich weiter stärken und attraktive Rahmenbedingungen für Unternehmensansiedlungen sicherstellen.

    Lebensqualität als Standortargument
    Der Standort überzeugt nicht nur durch betriebswirtschaftliche Vorteile, sondern auch durch eine hohe Lebensqualität. Vielfältige Freizeit- und Kulturangebote sowie die naturnahe Umgebung garantieren attraktive Bedingungen für Fach- und Führungskräfte. Das gemäßigte Klima und die Schweizer Stabilität bieten zusätzliche Planungssicherheit für langfristige Entwicklungen. Das Entwicklungszentrum Pian Faloppia steht beispielhaft für zukunftsorientierte Regionalentwicklung im Tessin. Die konsequente Ausrichtung auf nachhaltige Innovation, Vernetzung und Synergie schafft einen attraktiven Wirtschaftsraum, der für Unternehmen und Fachkräfte gleichermaßen Perspektiven bietet.

  • Schlieren bleibt Energiestadt Gold

    Schlieren bleibt Energiestadt Gold

    Schlieren ist zum zweiten Mal nach 2021 als Energiestadt Gold ausgezeichnet worden, wie aus einer Mitteilung der Stadt hervorgeht. Die Auszeichnung hat eine Gültigkeit von vier Jahren. Als Energiestadt gilt Schlieren bereits seit 2008. „Die erneute Auszeichnung mit dem Energiestadt Gold-Label ist eine grosse Ehre und zeigt uns, dass wir als Stadt auf dem richtigen Weg sind“, wird Beat Kilchenmann, Stadtrat und Vorsteher des Ressorts Werke, Versorgung und Anlagen, in der Mitteilung zitiert.

    Das Label Energiestadt Gold dient dazu, besonders ambitionierte Energie- und Klimaschutzziele zu würdigen. Die Stadt führt hierbei die konkreten Massnahmen an, die in verschiedenen Handlungsfeldern im Rahmen der 2023 beschlossenen Netto-Null-Strategie mit dem Zieljahr 2040 definiert wurden. Diese Massnahmen dienten für die Re-Zertifizierung als Energiestadt Gold als Aktivitätenprogramm. Dazu gehören der Ausbau des Fernwärmenetzes, der Gebrauch erneuerbarer Energie in städtischen Liegenschaften und eine Stärkung der Kreislaufwirtschaft.

  • Neubau soll veraltetes Einkaufszentrum ersetzen

    Neubau soll veraltetes Einkaufszentrum ersetzen

    Eine Machbarkeits- und Potenzialstudie hat ergeben, dass das Migros-Einkaufszentrum im Areal „Im Funken“ in Zofingen hinsichtlich Nutzung und Betrieb veraltet ist. Ein geprüfter Teilerhalt ist laut einer Mitteilung der Stadt Zofingen keine Option, so dass nun ein Ersatzneubau geplant werden soll. Dieser Neubau steht im Zentrum der Pläne für ein „durchmischtes Quartier für Einkauf, Wohnen und Arbeiten“, welches von Migros Aare, der Stadt Zofingen und dem Immobilienunternehmen Zofimmo AG geplant wird.

    Nachdem mit der Studie nun ein „erster Meilenstein“ erreicht wurde, sollen nun durch einen Studienauftrag von mehreren Teams „tragfähige und konkrete Projekte“ entwickelt werden. In einem folgenden Schritt sollen diese dann rechtlich gesichert werden, durch entsprechende kommunale Planungsinstrumente beziehungsweise einen Gestaltungsplan.

    Die Ergebnisse des Studienauftrages sollen bis Ende 2026 vorliegen, der Baustart wäre frühestens 2029 möglich. Während der möglichen Bauphase würde ein Provisorium Einkäufe auch weiterhin ermöglichen. Mit Abschluss der Arbeiten soll auf dem bisherigen Parkplatz an den Bahngleisen Wohnraum entstehen. Auch für den begrünten Arealteil gegenüber der Altstadt sind neben Gewerbe- auch Wohnflächen angedacht – der grüne Charakter soll aber erhalten bleiben.

  • 27 Jahre Engagement für Schlierens Transformation

    27 Jahre Engagement für Schlierens Transformation

    Seit 1998, also über 27 Jahre, prägt Albert Schweizer die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Schlieren. In dieser Zeit hat er nicht nur Unternehmen angesiedelt und Flächen organisiert, sondern auch Dialoge zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung geführt. Stets mit einer klaren Philosophie, Netzwerke und Vertrauen statt blinder Zahlenoptimierung.

    «Schlieren ist rasant gewachsen, aber kontrolliert, mit einer Standortförderung, die nicht nur auf Zahlen, sondern auf Netzwerke und Vertrauen baut», beschreibt diese Herangehensweise von Albert Schweizer  treffend. Aus einer klassischen Industriestadt wurde ein dynamischer Technologiestandort.

    Von der Industrie zur Biotechnologie
    Schweizers Fähigkeit, Chancen konsequent in Projekte umzusetzen, machte den Unterschied. Er organisierte Flächen, löste Knoten, lancierte Feste und schuf die Bedingungen für Unternehmen, um sich in Schlieren niederzulassen und zu wachsen. Besonders beeindruckend ist die Umwandlung früherer Industriebrachen zu Zentren der Biotechnologie und Medizintechnik. Ein strategischer Wandel, der Schlieren neu positionierte.

    Verdiente Pensionierung
    Im kommenden Frühling 2026 tritt Albert Schweizer seine wohlverdiente Pensionierung an. Für die Stadt Schlieren endet damit eine Ära, deren Spuren aber bleiben – in den Netzwerken, die er aufgebaut hat, in den Projekten, die er initiierte, und in der Kultur der Standortförderung, die er mitgestaltete.

    «Wir sind stolz darauf, wie sich Schlieren entwickelt hat», würdigt auch Stadtpräsident Markus Bärtschiger die Leistungen von Albert Schweizer.

    Mit der Pensionierung von Albert Schweizer geht nicht nur ein erfahrener Standortförderer, sondern auch der Architekt des modernen Schlieren. Seine Auszeichnung ist ein verdientes Finale einer einflussreichen Karriere, die zeigt, dass nachhaltige Entwicklung von Menschen kommt – von solchen, die nicht nur Wirtschaft managen, sondern Vertrauen aufbauen.

  • ImmoTable Basel – Von Superclustern, neuen Brücken und dem Weg aus der digitalen Antike

    ImmoTable Basel – Von Superclustern, neuen Brücken und dem Weg aus der digitalen Antike

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    Den Auftakt machte Christof Klöpper, CEO von Basel Area Business & Innovation. Er zeichnete das Bild einer Region, die weit mehr ist als «nur» ein Pharma-Standort. Zwar bleibt der Life Sciences Supercluster weltweit führend, doch das Innovationsökosystem hat sich diversifiziert.

    Getragen von den drei Kantonen Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Jura, fokussiert sich die Organisation auf internationale Start-ups und eine Public Private Partnership, die stark von der Industrie getrieben wird. Klöppers Botschaft war klar, die Aufgabe ist nicht nur klassische Standortpromotion, sondern das aktive Bereitstellen von Innovationsinfrastrukturen für ein Ökosystem, das stetig wächst.

    Basel-Stadt und der 500-Millionen-Hebel
    Julian Kamasa vom Amt für Wirtschaft und Arbeit unterstrich, wie der Kanton Basel-Stadt seine Position als führender Innovationsstandort, gestützt auf rund 800 Life-Sciences-Firmen und zahlreiche Start-ups, weiter ausbauen will. Im Zentrum dieser Offensive steht das neue «Basler Standortpaket», mit dem der Kanton ab 2025 eine schweizweite Pionierrolle einnimmt.

    Mit einem jährlichen Budget von 150 bis zu 500 Millionen Franken werden gezielt Investitionen gefördert. 80 Prozent der Mittel fliessen in einen Innovationsfonds, der insbesondere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten am Standort belohnt. Die restlichen 20 Prozent unterstützen gesellschaftliche und ökologische Ziele wie Elternzeit oder Klimaschutzmassnahmen.

    Die Kernbotschaft ist klar. Wer substanziell in Basel forscht, profitiert am meisten. Mit diesem finanziellen Hebel will der Kanton seine Position als führender europäischer Gesundheitsstandort festigen, gezielt Tech-Kompetenz aufbauen und die Wirtschaft in Richtung Kreislaufwirtschaft transformieren. Das grosse Potenzial der städtischen Transformationsareale spielt dabei eine Schlüsselrolle.

    Ein städtebaulicher Befreiungsschlag
    Konkret wurde es beim Referat von Marko Kern (SBB) und Marc Février (Kanton Basel-Stadt), die das Siegerprojekt für die neue Margarethenbrücke und den Perronzugang vorstellten. Ein Schlüsselprojekt für die künftige Mobilität. Angesichts massiv steigender Passagierzahlen durch den SBB-Ausbauschritt 2035 und dem Wunsch nach mehr Platz für Tram- und Veloverkehr muss die alte Brücke ersetzt werden.

    Nach einem Studienauftragsverfahren, bei dem die denkmalgeschützte Halle SNCF eine besondere Herausforderung darstellte, überzeugte das Projekt der Penzel Valier AG. Es sieht eine schlanke, erhöhte Brücke mit grüner Überdachung vor. Diese schafft mehr Raum für alle Verkehrsteilnehmer und integriert eine neue, barrierefreie Tramhaltestelle in der Brückenmitte.

    Der Nutzen des Projekts ist vielfältig. Es verbessert das Umsteigen am Bahnhof SBB, entlastet den Centralbahnplatz, optimiert die Velo- und Fusswegverbindungen zwischen Gundeldingen und der Innenstadt und schafft mit über 11’000 neuen Veloabstellplätzen und zusätzlichen Grünflächen einen klaren städtebaulichen Mehrwert. Die Kosten im niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbereich werden von Bund und Kanton gemeinsam getragen, wobei das Projekt als Paradebeispiel für eine gelungene Zusammenarbeit gilt.

    Raus aus der «digitalen Antike»
    Einen kritischen Spiegel hielt Isabel Gehrer (pom+) der Branche vor. Ihr Referat «Von der digitalen Antike zur Zukunftsbranche» zeigte die Diskrepanz zwischen der Schweiz als Innovationsweltmeisterin und einer Bau- und Immobilienwirtschaft, die beim digitalen Reifegrad provokant in der «digitalen Antike» verharrt.

    Während die Schweiz im Global Innovation Index 2025 erneut den ersten Platz belegt und Basel mit Roche, Novartis und Syngenta drei der Top-10-Investoren in beheimatet, investiert die Immobilienbranche deutlich weniger in Innovation als andere Sektoren. Einzig BIM hat sich wirklich durchgesetzt.

    Gehrer verwies auf Bill Gates‘ Konzept der «Green Premium». Nachhaltige Lösungen müssen so effizient werden, dass sie keinen Aufpreis mehr kosten. Als Erfolgsbeispiel nannte sie die Automobilindustrie, wo Batteriekosten seit 2010 um 80 Prozent sanken und Elektroautos massentauglich machten.

    Ihr Lösungsansatz umfasst vier Punkte. Forschungsinfrastruktur sichern durch bessere Vernetzung von Hochschulen und Wirtschaft, Forschungs- und Entwicklungsintensität erhöhen, Venture Capital für PropTechs mobilisieren und Strategic Foresight betreiben, um Transformationsareale wie Klybeckplus als Experimentierräume zu nutzen. Ihr Appell an die Branche: «Lasst es uns real machen.»

    Immobilienpreis 2026
    Zum Abschluss des ImmoTable richtete Mara Schlumpf den Blick auf das kommende Jahr. Der nächste Real Estate Award findet am 22. Oktober 2026 im Trafo Baden statt und wird rund 300 Entscheidungsträger aus der Branche zusammenbringen. Die Gala kombiniert Award-Verleihungen mit hochkarätigem Networking. Ausgezeichnet werden herausragende Projekte und Unternehmen in fünf Kategorien, wie Nachhaltigkeit, Digital, Vermarktung, Projektentwicklung & Innovation sowie die Immobilien-Persönlichkeit des Jahres. Die Zielgruppe umfasst Projektentwickler, Immobilien- und Bauunternehmen, Investoren, Politik und Medien. Für Partner bietet der Award exklusive Sichtbarkeit und Zugang zu einem erstklassigen Netzwerk.

    Der immoTable Anlass zeigte eindrücklich, dass Basel über das Kapital, die Infrastruktur und den politischen Willen zur Veränderung verfügt. Nun liegt es an der Immobilienbranche selbst, die bereitgestellten Mittel und Areale mit der nötigen Innovationsfreude zu nutzen und den Sprung aus der digitalen Antike in die Zukunft zu wagen.

  • Zwischen Stabilität, Wohnraumschutz und Wachstumsdruck

    Zwischen Stabilität, Wohnraumschutz und Wachstumsdruck

    Aktuelle Stimmung der Basler Immobilienwirtschaft
    Die Ausgangslage präsentiert sich ambivalent. Einerseits herrschen in Basel eine grosse wirtschaftliche Stabilität und eine starke realwirtschaftliche Basis, wie aktuelle Marktanalysen bestätigen. Andererseits drückt der Schuh bei der eigentlichen Produktion von Wohnraum. Im internationalen Vergleich, etwa mit Paris, San Francisco oder London, ist die Kostenbelastung für Wohnen im Verhältnis zu den Löhnen in Basel zwar noch moderat. Doch die Stimmung ist getrübt. Der Wohnungsproduktion geht es nicht gut. Das liegt weniger an fehlenden Investoren, sondern vielmehr an komplexen Planungsprozessen und hausgemachten Hürden.

    Herausforderung Wohnraumschutz
    Ein zentrales Thema der Debatte ist der Basler «Wohnraumschutz». Das Gesetz, ursprünglich gedacht, um die Sozialverträglichkeit von Sanierungen zu sichern und Mieter zu schützen, erweist sich in der Praxis als Investitionshemmnis.

    Kritisiert wird, dass der Wohnschutz zwar gut gemeint ist, aber faktisch das Angebot verknappt. Wenn Sanierungen durch überbordende Vorgaben unwirtschaftlich werden, finden sie schlicht nicht statt. Zwar wurden bereits Anpassungen an der Verordnung vorgenommen, um beispielsweise energetische Erneuerungen zu erleichtern, doch die Unsicherheit bleibt. Es kommen weniger neue Wohnungen auf den Markt, während die Zuwanderung anhält. Dies verschärft genau jene Knappheit, die man eigentlich bekämpfen wollte. Wer heute eine Wohnung sucht, sei es wegen Familiären belangen, Jobwechsel oder Zuzug, der trifft auf einen ausgetrockneten Markt und hohe Preise. Die Regulierung schützt somit den Bestand, benachteiligt aber jene, die neu in den Markt eintreten wollen.

    Learnings für andere Kantone
    Der Blick über die Kantensgrenzen zeigt, Basel dient derzeit eher als Warnung denn als Vorbild in Sachen Regulierung. Die Einführung strenger Schutzbestimmungen erinnert an Fehler der Vergangenheit (Zins- und Regulierungspolitik vor 40 Jahren). Die Lehre für andere Kantone lautet deshalb, man darf das Angebot nicht künstlich verknappen, wenn die steigt.

    Ein weiteres Phänomen ist die Umnutzung von Büroflächen. Was vor vier Jahren aufgrund der Renditeerwartungen noch kaum denkbar war, wird durch gestiegene Zinsen und veränderte Büromärkte plötzlich attraktiv. Doch diese Transformationen schaffen meist keinen günstigen Wohnraum, sondern eher hochpreisige Angebote.

    Basel in der 10-Millionen-Schweiz
    Die Schweiz wächst und Basel wächst mit. Die Stadt verfügt über enorme Potenziale durch ehemalige Industrieareale (z. B. Klybeck Plus) und Transformationsgebiete. Investoren wären bereit, diese Flächen zu entwickeln und zu verdichten. Doch die Problematik ist die Zeitdauer. Planungsprozesse, wie jene für das Klybeck-Areal, ziehen sich über 5 bis 6 Jahre hin, bevor überhaupt gebaut werden kann.

    Für eine Schweiz mit 10 Millionen Einwohnern ist die Innenverdichtung alternativlos. Dabei müssen Kompromisse gefunden werden, wie etwa bei der «Klimakardinals»-Initiative. Areale über 30’000 m² sollen dichter bebaut werden dürfen, müssen dafür aber strenge ökologische und soziale Kriterien erfüllen. Wichtig ist hier das Verständnis für die Investorenseite, insbesondere Pensionskassen. Diese verwalten Treuhandgelder für die Altersvorsorge und können Wohnraum nicht einfach quersubventionieren. Planungssicherheit ist hier die härteste Währung.

    Zukunft und Lösungsansätze
    Wie sieht die Zukunft aus? Die Branche fordert vor allem Beschleunigung und Flexibilität. Ähnlich wie in Deutschland sollten wir den Planungs-Turbo diskutieren und es bräuchte Mechanismen, um Bewilligungsverfahren drastisch zu verkürzen. Die Immobilien der Zukunft müssen flexibel sein. Was heute ein Büro ist, muss morgen eine Wohnung sein können und übermorgen vielleicht wieder ein Büro oder eine Logistikfläche. Fragmentierte Monostrukturen sind nicht mehr zeitgemäss. Die Angst vor dem Wachstum muss einer Gestaltungslust weichen. Qualität entsteht durch gute Innenverdichtung und Nutzungsmischung, nicht durch Stillstand.

    Die Mittel und das Kapital wären vorhanden, um den Basler Wohnraummangel zu lindern. Was fehlt, ist ein regulatorisches Umfeld, das Investitionen ermöglicht statt verhindert und ein Planungsprozess, der mit der Geschwindigkeit der gesellschaftlichen Veränderungen Schritt hält.

  • Norman Gobbi setzt auf Nachhaltigkeit im Tessin

    Norman Gobbi setzt auf Nachhaltigkeit im Tessin

    Herr Gobbi, Sie sind seit kurzem für das Bauwesen im Kanton Tessin zuständig. Was sind Ihre ersten Prioritäten in diesem Bereich?
    „In meiner neuen Funktion als Leiter der Bauabteilung, die ich seit dem 1. September innehabe, besteht die Priorität darin, Kontakte mit allen wichtigen Akteuren des Tessiner Bausektors zu knüpfen, um deren Sicht auf die aktuelle Situation und die Aussichten – kurz-, mittel- und langfristig – zu verstehen.“

    Wie wollen Sie die Raumplanung im Tessin nachhaltiger gestalten, insbesondere im Hinblick auf das empfindliche Gleichgewicht zwischen Verdichtung und Landschaftsschutz?
    „Der Kanton Tessin hat eine ganz andere geografische Beschaffenheit als die Kantone des Mittellandes. Alles konzentriert sich auf die wenigen Quadratmeter der Talsohlen, die bereits im 20. Jahrhundert stark anthropisiert wurden: Das macht es sehr schwierig, alle Funktionen, die das Gebiet erfüllen muss, unter einen Hut zu bringen und gleichzeitig ein Höchstmaß an Nachhaltigkeit und Lebensqualität zu gewährleisten. Der Schlüssel liegt in einer vorausschauenden Planung und in der Geduld, die Fehler der Vergangenheit Schritt für Schritt zu korrigieren.“

    Welche Rolle spielt der Klimawandel in Ihrer Baupolitik? Gibt es konkrete Pläne für klimaresilientes Bauen im Kanton?
    „Das Tessin erstreckt sich von 200 bis über 3.000 Meter über dem Meeresspiegel und ist daher den Auswirkungen des Klimawandels besonders ausgesetzt. Der Staatsrat ist sich dessen bewusst und hat die Abschwächung dieser Phänomene in die Ziele seines langfristigen Programms aufgenommen.“

    Wie stehen Sie zur Förderung des Einsatzes von Holz und modularer Bauweise in öffentlichen Gebäuden?
    „Mehr als 50 Prozent der Fläche unseres Kantons sind von Wäldern bedeckt. Es ist daher klar, dass wir ein Interesse daran haben, die Nutzung dieser reichlich vorhandenen und hochwertigen Ressource zu fördern. Der Staat ist da und wird seinen Teil dazu beitragen: Ich erwarte auch kreative Impulse von unserer Akademie für Architektur und natürlich eine wachsende Sensibilität seitens des Privatsektors.“

    Der Wohnraum im Tessin wird immer knapper und teurer. Welche Strategien wollen Sie anwenden, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen?
    „Unsere Verfassung überträgt die Verwaltung dieser Fragen in erster Linie den Gemeinden: Ich halte dies für eine kluge Entscheidung, denn die lokalen Behörden kennen das Geschehen vor Ort sehr genau und können daher rasch auf Veränderungen im Wohnungswesen reagieren. Abgesehen davon verfolgt der Kanton das Thema sehr genau und ist bereit, auf regulatorischer Ebene zu intervenieren, wenn es angebracht ist.“

    Wie gedenkt der Kanton mit den Gemeinden zusammenzuarbeiten, um eine kohärente und einheitliche Raumplanung zu gewährleisten?
    „Das neue Bundesgesetz hat einen völligen Paradigmenwechsel bewirkt, den das Tessin in seinen Masterplan aufgenommen hat: Es ist klar, dass das Thema der Verdichtung – aus Gründen, die mit der von mir erwähnten Beschaffenheit des Gebiets zusammenhängen – für unseren Kanton besonders heikel ist. Die Umsetzung dieser Strategie wird eine breite Debatte sowohl unter den Institutionen als auch in der Gesellschaft insgesamt erfordern.“

    In der deutsch- und französischsprachigen Schweiz ist die Wirtschaftsförderung sehr aktiv. Wie viel Energie investieren der Kanton bzw. die einzelnen Wirtschaftsbezirke in die Positionierung, und was tun sie konkret?
    „Das Tessin arbeitet ständig daran, sich als dynamische Region zu positionieren, die offen für Innovationen ist. Wir sind nur knapp zwei Stunden von den wirtschaftlichen Zentren Zürich und Mailand entfernt, und wir können in Zukunft danach streben, Realitäten zu beherbergen, die mit der Dynamik dieser Metropolen verbunden bleiben wollen, ohne notwendigerweise Nachteile in Bezug auf die Lebensqualität in Kauf nehmen zu müssen.“

    Welche Lehren ziehen Sie aus Ihrer Zeit als Sicherheitsdirektor für Ihre neue Rolle in der Bauindustrie?
    „Die Aufmerksamkeit für Sicherheit ist eine ‚Denkweise‘, und sie hilft in allen Lebenssituationen – besonders in Berufen, in denen Menschen dem Risiko schwerer oder sogar tödlicher Unfälle ausgesetzt sind. Daher wird es für mich eine Priorität sein, das Bewusstsein für diese Themen zu schärfen und eine Bauindustrie anzustreben, in der Menschen arbeiten können, ohne jemals um ihre Sicherheit fürchten zu müssen.“

    Wie schaffen Sie den Übergang von einem stark auf Sicherheit ausgerichteten Bereich zu einem eher technischen?
    „Unser Milizsystem ermutigt uns, ‚aufgeklärte Amateure‘ zu sein, eine Überspezialisierung zu vermeiden und das Bewusstsein zu bewahren, dass die Arbeit des Staates nicht aus wasserdichten Abteilungen besteht, sondern aus miteinander verbundenen Organen, die in ständigem Dialog arbeiten müssen.“

    Sehen Sie Ihre neue Rolle als eine langfristige Aufgabe oder eher als eine Übergangslösung bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2027?
    „Wie ich schon oft gesagt habe, ist die Landverwaltung meine große Leidenschaft nach den Institutionen.“

  • Zürich justiert Wohnbau- und Verkehrspolitik neu

    Zürich justiert Wohnbau- und Verkehrspolitik neu

    Mit rund 51 Prozent Ja-Stimmen wird der Gegenvorschlag zur Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» angenommen. Der Kredit für die kantonale Wohnbauförderung steigt von 180 auf 360 Millionen Franken. Genossenschaften und gemeinnützige Bauträger erhalten damit zusätzliche Mittel, um Projekte im preisgünstigen Segment zu realisieren, ohne in die Eigentumsverträge direkt einzugreifen.​

    Die eigentliche Vorkaufsinitiative fällt mit knapp 60 Prozent Nein-Stimmen deutlich durch, obwohl die Wohnungsnot breit anerkannt ist. Das Stimmvolk akzeptiert damit die Diagnose eines angespannten Markts, lehnt aber das Instrument eines systematischen Vorkaufsrechts der Gemeinden als zu starken Eingriff in Eigentums- und Vertragsfreiheit ab.​

    Kanton übernimmt das Tempo-Zepter
    Die Mobilitätsinitiative wird mit knapp 57 Prozent Ja angenommen und verankert Tempo 50 als Regelfall auf Hauptverkehrsachsen, Tempo 30 bleibt auf kurzen Abschnitten und in begründeten Ausnahmefällen möglich. Künftig entscheidet nicht mehr Zürich und Winterthur, sondern der Kanton über Temporeduktionen auf Hauptstrassen. Ein Machtwechsel, der städtischen Verkehrspolitiken enge Grenzen setzt.​

    Damit stärkt die Stimmbevölkerung die kantonale Steuerung des motorisierten Verkehrs und schwächt kommunale Versuche, mittels Tempo 30 Lärm- und Sicherheitsziele breiter umzusetzen. Für Planerinnen und Investoren bedeutet dies mehr Regulierungsklarheit auf der Netzebene, aber weniger Spielraum für quartierbezogene verkehrs- und stadtentwicklungspolitische Experimente.​

    Digitale Rechte und Prämienverbilligung scheitern
    Die Initiative «Für ein Grundrecht auf digitale Integrität» findet mit rund 25 Prozent Ja-Stimmen kaum Unterstützung. Auch der moderatere Gegenvorschlag wird mit gut 55 Prozent Nein verworfen. Weder ein explizites Recht auf ein «handyfreies Leben» noch zusätzliche verfassungsmässige Garantien gegen Überwachung und Datenanalyse überzeugen. Der Kanton erhält damit keinen verfassungsrechtlich aufgewerteten Auftrag im digitalen Raum.​

    Ebenfalls abgelehnt wird die Erhöhung der kantonalen Prämienverbilligung, obwohl bereits heute rund 1,3 Milliarden Franken in diesen Topf fliessen. Das Nein zu zusätzlichen 50 Millionen Franken pro Jahr signalisiert finanzpolitische Zurückhaltung und lässt einkommensschwache Haushalte im Spannungsfeld steigender Gesundheitskosten und stagnierender Transferleistungen zurück.​

    Signale für Wohnungsmarkt und Planung
    Für die Wohnbaupraxis im Kanton Zürich bedeutet das Paket, mehr Fördergelder, aber keine neuen planungsrechtlichen Zwangsinstrumente wie ein allgemeines Vorkaufsrecht. Gemeinden und Genossenschaften müssen ihre Strategien damit stärker auf Kooperation, Mobilisierung von Bauland und Beschleunigung von Bewilligungsverfahren ausrichten, statt auf direkte Markteingriffe.​

    In der Summe zeigt die Abstimmung eine städtisch-ländliche Spannungslinie. Die Wohnungsnot wird anerkannt, doch bevorzugt werden finanzielle Anreize und kantonale Steuerung gegenüber tiefgreifenden Eingriffen in Eigentumsrechte oder Alltagsmobilität. Für die Immobilienwirtschaft, Planung und Politik öffnet sich damit ein Feld, in dem die Umsetzung der erhöhten Wohnbauförderung zum entscheidenden Hebel wird.

  • Basel Area hat sich zum Life Sciences Supercluster entwickelt

    Basel Area hat sich zum Life Sciences Supercluster entwickelt

    Konkret bemüht sich Basel Area Business & Innovation einerseits darum, ausländische Firmen, die sich auf Expansionskurs befinden, in der Region Basel anzusiedeln. Anderseits unterstützt die Non-Profit-Organisation innovative Startups bei der Gründung. Bei beiden Tätigkeitsgebieten liegt der Fokus auf den in der Region führenden Industrien Life Sciences, Gesundheitstechnologie und Produktionstechnologie.  

    Als drittes Standbein betreibt Basel Area Business & Innovation den Switzerland Innovation Park Basel Area, wo auch die eigenen Accelerator-Programme BaseLaunch und DayOne beheimatet sind. Der Innovationspark bietet an seinen drei Standorten auf dem Main Campus in Allschwil, dem Novartis Campus in Basel und im Kanton Jura einer Vielzahl von Startups eine hochmoderne Infrastruktur sowie ein breites Spektrum an Dienstleistungen, damit sie sich auf Forschung und zukunftsträchtige Vorhaben konzentrieren können. 

    Die Basel Area hat sich wirtschaftlich in den vergangenen Jahrzehnten enorm entwickelt. Entscheidend war die konstante Transformation des Wirtschaftsstandorts. Aus der Seidenbandproduktion im 19. Jahrhundert entstand die Chemie- und Pharmaindustrie. Ende des 20. Jahrhunderts gingen Chemie und Pharma schliesslich getrennte Wege und die Pharmakonzerne Roche und Novartis prägten den Standort in der Folgezeit. In den vergangenen 20 Jahren bereicherten kleine, agile Biotechstartups sowie private Forschungsinstitutionen das Ökosystem. Heute gilt die Basel Area als Europas wichtigster Standort für Pharma und Biotech und als eigentlicher Life Sciences Supercluster, in dem auch die Bereiche Healthtech and Medtech stark vertreten sind. 

    Aktuell besteht das Life Sciences Ökosystem der Basel Area aus mehr als 800 Unternehmen, über 1‘000 Forschungsgruppen und rund 35‘000 Fachkräften. Europaweit einmalig ist, dass in der Region Basel die gesamte Wertschöpfungskette vertreten ist. Von der Grundlagenforschung an universitären Instituten über die Weiterentwicklung von Innovationen im Labor durch Startups oder den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der etablierten Pharmaunternehmen bis hin zur Markteinführung, Herstellung und dem Vertrieb von Arzneimitteln.  

    Zudem besteht in der Basel Area die Möglichkeit, an hiesigen Spitälern klinische Studien durchzuführen und von diversen Pharmazulieferern mit Wirkstoffen versorgt zu werden. So sind die CDMO Lonza, Bachem, Primopus, Celonic, Corden Pharma und ten23 health in der Region Basel präsent. Ebenfalls ausreichend vor Ort vorhanden sind Dienstleister, die für das Funktionieren der Life Sciences Industrie nötig sind, zum Beispiel in den Bereichen Logistik, Beratung oder ICT.  

    Die akademische Landschaft hat sich parallel zum Wachstum der Industrie entwickelt. Während die Universität Basel seit Langem einen Schwerpunkt auf Life Sciences legt, ist vor einigen Jahren das Department of Biosystems Science and Engineering der ETH Zürich dazu gekommen. Es erweitert die Forschungskapazitäten der privat finanzierten Institute wie beispielsweise dem Friedrich-Miescher-Institut, dem Institut für Humanbiologie von Roche und dem Botnar Institute of Immune Engineering. 

    Schliesslich ist auch die Infrastruktur ein As, das die Basel Area aus dem Ärmel schütteln kann. In den vergangenen Jahren sind zusätzliche Laborflächen erstellt worden, weitere werden in den kommenden Jahren folgen. Wer als Unternehmen auf Labore angewiesen ist, kann mittlerweile aus zahlreichen Anbietern auswählen wie beispielsweise Superlabs, iCITY Reinach, Tech Park Basel oder Switzerland Innovation Park Basel Area. Auch Büroflächen mit Sitzungsräumen sind leicht zu finden, sei es in einem Coworking-Bereich, in einem eigenen Office oder einem Grossraumbüro. 

    Kurzum: Die Basel Area besticht mit einer einmalig hohen Dichte an Unternehmen und Fachkräften im Bereich Life Sciences. Kein anderer Standort weltweit hat auf so wenig Raum so viel zu bieten.

    Mehr erfahren:
    www.baselarea.swiss 
    www.baselsupercluster.com

  • Basel baut Zukunft mit Verantwortung

    Basel baut Zukunft mit Verantwortung

    Herr Hess, Sie begleiten den Wirtschaftsraum Basel seit vielen Jahren in unterschiedlichen Funktionen. Welche Meilensteine oder prägenden Entwicklungen sind Ihnen in dieser Zeit besonders in Erinnerung geblieben? 
    Heute interessieren sich Politik und Verwaltung viel stärker für die Bedürfnisse der Wirtschaft als zu Beginn meiner Tätigkeit für den Kanton. Sichtbare Beispiele des gegenseitigen Vertrauens sind die Arealentwicklungen von Novartis, Roche oder Lonza und die milliardenschweren Investitionen dieser und weiterer Unternehmen am Standort. Neben der Pflege der bestehenden Unternehmen hat Basel-Stadt auch die Innovationsförderung massiv verstärkt. Knapp 68 Millionen Franken fliessen seit 2024 über acht Jahre in neun Programme in den Bereichen Life Sciences, Digitale Innovation und Nachhaltige Wirtschaft. Das jüngste Kind ist das Basler Standortpaket. Der Kanton investiert hier je nach Haushaltslage 150 bis 500 Mio. Franken pro Jahr in die Stärkung der Standortattraktivität. Die Gelder gehen fast gänzlich an baselstädtische Unternehmen. 

    Basel gilt als einer der dynamischsten Wirtschaftsstandorte der Schweiz.  
    Wie beurteilen Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage im Kanton Basel-Stadt? 
    Dank unserer Branchenstruktur geht es Basel-Stadt wirtschaftlich gut. Auch die erratische Wirtschaftspolitik der USA hat noch kaum Spuren hinterlassen, auch wenn sie unsere Unternehmen vor Herausforderungen stellt. Die aktuelle Position des Standorts lässt sich zum Beispiel am kantonalen Wettbewerbsindikator der UBS ablesen, wo Basel-Stadt auch dieses Jahr den zweiten Platz aller Schweizer Kantone belegt. Oder am Triple A-Rating, das die Ratingagentur S&P dem Kanton erneut verliehen hat. Beides ermutigt uns, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen – als innovative und verlässliche Partnerin der Wirtschaft. 

    Was ist der aktuelle Fokus der Standortförderung bei urbanen Arealen und beim Wohnungsbau? 
    Der kantonale Richtplan sieht vor, bis 2035 eine Einwohner- und Beschäftigtenzahl von je 220’000 anzustreben. Menschen benötigen Wohnraum, aber auch Flächen zum Arbeiten und idealerweise kurze Wege zwischen Wohn- und Arbeitsort. Wir streben an, Unternehmen im Kanton Basel-Stadt genügend verfügbare Flächen in hoher Qualität als Standortvorteil bereitzustellen. Ein besonderer Fokus gilt dabei der Sicherung von Produktionsflächen und einem optimierten Flächenangebot für Scale-Ups.  

    Welche Herausforderungen ergeben sich durch knappe Flächen und eine hohe Nachfrage? Wie löst Basel-Stadt diese? 
    Eine grosse Herausforderung ist in Basel-Stadt die Flächenkonkurrenz im durch Kantons- und Landesgrenzen begrenzten verfügbaren Raum. Von Akteuren aus der Immobilienprojektentwicklung hören wir oft, dass es in Basel kein Problem sei, in die Höhe zu bauen. Wichtig ist auch, das Potenzial der Transformationsareale optimal zu nutzen, um mehr Raum für Wohn- und Arbeitsflächen zu schaffen.  

    Was sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Basler Standortpaket für die Arealentwicklung? 
    Das Basler Standortpaket ist für Arealentwickler und Investorinnen attraktiv, da in Basel-Stadt steuerpflichtige Unternehmen mit Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Elternzeit sowie Klimaschutz und Energieeffizienz substanzielle Förderbeiträge erhalten können. Dies erleichtert die Ansiedlung und fördert das Wachstum von Unternehmen auf Arealen im Kanton.   

    Wie begleitet und unterstützt der Kanton Basel-Stadt die Umwandlung von Industriearealen in moderne Wohn- und Arbeitsquartiere? 
    Durch einen aktiven und systematischen Austausch mit Unternehmen und mit Grundeigentümerinnen. Im AWA wissen wir nicht nur über vertrauliche, potenzielle Entwicklungsschritte eines Unternehmens Bescheid, sondern können dem Unternehmen auch dafür benötigte Entwicklungsflächen vermitteln.  

    Welche Rolle spielen Investoren und Entwickler heute für den Standort Basel? 
    Beide spielen eine wichtige Rolle. Sie investieren in unternutzten, teilweise brach liegenden Boden, um diesen zu entwickeln und einen substanziellen Mehrwert für den Standort Basel zu generieren. Transformationsareale stehen aufgrund ihrer Grösse aber auch im Fokus der Öffentlichkeit. Dieser Verantwortung müssen alle Beteiligten Rechnung tragen. 

    Wie trägt die Förderung von Start-ups und Life Sciences zur Immobilienentwicklung bei? 
    Ein konkretes Beispiel: Der Kanton betreibt seit 14 Jahren den Tech Park Basel. Wir bieten dort kleinteilige Labor- und Büroflächen zu attraktiven Mietkonditionen an. Startups, die dem Tech Park Basel entwachsen, suchen dann grössere Flächen zu kommerziellen Konditionen. Wir produzieren also eine Pipeline von reifen, gut finanzierten Startups (meist Biotechs) zu Gunsten des privaten, nicht subventionierten Immobilienmarktes. 

    Welche Zukunftstrends sehen Sie für Basel bis 2030, vor allem hinsichtlich Digitalisierung und neuer Arbeitsformen? 
    Die Arbeitsplatzqualität ist heute viel wichtiger als früher. Die Digitalisierung könnte die Flexibilisierung der Flächenanmietung weiter vorantreiben. Unsere Erfahrung zeigt, dass einige Unternehmen Mietflächen suchen, bei denen etwa ein Meetingraum flexibel per App gebucht werden kann. Derartige Büroflächen sind, obwohl Basel ein gesundes Flächenangebot hat, bei Immobilienvermittlungen noch gar nicht so einfach zu finden.  

    Sie werden in den nächsten Jahren in den wohlverdienten Ruhestand treten.  
    Welche Fähigkeiten sind für Ihre Nachfolge besonders wichtig?
    Fähigkeiten sind wichtig. Noch wichtiger sind aber persönliche Eigenschaften. Zu diesen zählen unternehmerisches Denken, Begeisterungsfähigkeit, Lernbereitschaft, Ausdauer und Freude, gemeinsam in einem tollen Team jeden Tag den Standort weiterzuentwickeln. Mit dem Begriff «Ruhestand» habe ich ohnehin etwas Mühe. Ich liebe meine Arbeit als «öffentlicher Unternehmer» und möchte mich auch nach dem Abschied von meiner heutigen Position im Mai 2027 auf Gebieten, die mir persönlich wichtig sind, engagieren.

  • Preise für Immobilien bleiben hoch

    Preise für Immobilien bleiben hoch

    Die Preise für Immobilien bleiben auch 2026 im Aufwärtstrend. Prognosen der Zürcher Kantonalbank (ZKB) gehen von einer Preissteigerung um 4,5 Prozent aus. Die Abschaffung des Eigenmietwerts habe darauf keinen Einfluss, auch die Babyboomer ändern nichts an der Situation, heisst es in einer Mitteilung zur jüngsten Studie Immobilien aktuell.

    Auf dem Wohnungsmarkt gesamt wachse infolge von Wohnungsknappheit und Zuwanderung der Druck auf Eigentümer, Mietende und Handwerker. Die Schweiz sei auf Zuwanderung angewiesen, doch verschärfe der Zuzug „die Wohnraumnachfrage in ohnehin angespannten Märkten“. Jeder vierte Zugezogene ziehe in die fünf grössten Städte – jeder zehnte nach Zürich.

    Infolge eines Nachfragestaus bei Mietwohnungen rechnen die Experten der ZKB mit einer gleichbleibend angespannten Lage. Die Wohnungsleerstände zeigten ein Rekordtief und wirkten sich besonders auf das Umzugsverhalten junger Erwachsener aus. Im Jahr 2023 seien 15 Prozent weniger Menschen im Alter zwischen 21 und 25 Jahren umgezogen als noch 2020. „Viele bleiben im Hotel Mama, weil kein passender Wohnraum verfügbar ist“, heisst es.

    Der demografische Wandel wird sich nicht preissenkend auswirken. „Babyboomer erhöhen bis 2035 das Angebot an Einfamilienhäusern voraussichtlich um rund 14%, beim Stockwerkeigentum um 10%“, heisst es. „Der demografische Wandel wird den Markt zwar verändern, aber keinen Preiseinbruch auslösen“, wird Ursina Kubli, Leiterin Immobilien Research bei der ZKB, zitiert. Die Preise von Zweitwohnungen sind 2019 und 2024 um 40 Prozent gestiegen, bleiben aber nach einem leichten Rückgang 2025 auf hohem Niveau.

    Die Prognosen der ZKB stützen sich auf Untersuchungen der Eigenmietwertsabschaffung, der Angebotsbeschränkung bei Mietwohnungen, einer möglichen Verkaufswelle durch die Babyboomer-Generation, von Markteinflüssen durch Zuwanderung und vom geänderten Ferienwohnungsmarkt.

  • Moderner Logistikbau setzt auf Effizienz und Nachhaltigkeit

    Moderner Logistikbau setzt auf Effizienz und Nachhaltigkeit

    Die zu Pestalozzi gehörende Transstahl AG soll künftig die Transporte von Lang- und Sperrgut noch effizienter und flexibler schweizweit durchführen können. Deshalb baut die Pestalozzi Gruppe in Pieterlen ein neues Logistikzentrum, für welches nun laut einer Mitteilung der feierliche Spatenstich gesetzt wurde. Daran haben neben Vertretern von Pestalozzi und Transstahl auch Beat Rüfli, Gemeindepräsident von Pieterlen, und Simon Enderli, Leiter Standortförderung Kanton Bern, sowie weitere Gäste teilgenommen.

    Das Logistikzentrum wird 100 Meter lang, 30 Meter breit und 12 Meter hoch sein. Eine energieeffiziente Heizung ist ebenso geplant wie eine Photovoltaikanlage sowie Ladestationen für Elektro-Last- und Personenwagen. Ein Grossteil der verbauten Materialien stammt aus dem Sortiment der auf Stahltechnik und Haustechnik spezialisierten Pestalozzi Gruppe.

    „Mit diesem Spatenstich investieren wir in die Entwicklung unserer Unternehmensgruppe und bekennen uns klar zum Werkplatz Schweiz und zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Gemeinden und Regionen“, wird Matthias Pestalozzi in der Mitteilung zitiert. Er ist Inhaber und Delegierter des Verwaltungsrates der Pestalozzi Gruppe.

  • Neue Impulse für die Region Schwarzbubenland

    Neue Impulse für die Region Schwarzbubenland

    Das Forum Schwarzbubenland hat die Standortförderung für die Bezirke Dorneck und Thierstein neu besetzt. Wie die Vereinigung mitteilt, hat es den Nationalrat Christian Imark mit dem Mandat betraut. Sie wolle damit den Bedürfnissen einer dynamischen Wirtschaftslage noch besser gerecht werden.

    Der Standortförderer soll zum einen neue Unternehmen ansiedeln helfen, um die Wirtschaftsbasis zu stärken. Zum anderen soll er lokale Unternehmen bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen und beim Wachstum unterstützen. Schliesslich soll Imark die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Bildung und Politik intensivieren.

    „Christian Imark bringt als erfahrene Persönlichkeit aus Politik und Wirtschaft das ideale Rüstzeug mit, um unsere Region bekannter zu machen, erfolgreich zu positionieren und neue Impulse zu setzen“, wird Dieter Künzli, Präsident des Forums Schwarzbubenland, in der Mitteilung zitiert.

    Christian Imark (Jahrgang 1982) gehört seit 2015 für die Schweizerische Volkspartei (SVP) dem Nationalrat an. Er ist zugleich Inhaber der Airboxx GmbH, einem auf die Vermietung von Festzelten spezialisierten Unternehmen mit Sitz in Fehren SO. Das Mandat Standortförderung umfasst ein Pensum von 30 Prozent.

    Imark tritt an die Stelle von Karoline Sutter, welche die Standortförderung 2022 übernommen hat. Damals bestand das Mandat noch aus der Standortförderung des Schwarzbubenlandes und des angrenzenden Baselbieter Laufentals. Sutter hatte das Mandat zusammen mit Rita Stoffel-Meury übernommen.

  • Frauenfeld integriert Parkhaus Altstadt ins Smart Parking

    Frauenfeld integriert Parkhaus Altstadt ins Smart Parking

    Die Stadt Frauenfeld erweitert ihr Smart Parking-System um das Parkhaus Altstadt. Das hat die Stadt jetzt mitgeteilt. Dafür ist es mit Sensoren ausgestattet worden, die in der Regio Frauenfeld-App freie Parkplätze anzeigen. Das Pilotprojekt war 2023 begonnen und nach einer umfassenden Bewertung 2024 weitergeführt worden. Es umfasst mittlerweile insgesamt sechs Parkanlagen und 24 Kameras.

    Dort wird die Belegung im Zweiminutentakt erfasst und auf der App sichtbar gemacht. Damit sollen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer schneller zu einem freien Parkplatz kommen und von flüssigerem Verkehr profitieren.

    Das Parkhaus Altstadt ist als einziges davon nicht mit Kameras ausgestattet. Eigentümer ist die Wohnpark Promenade AG, verwaltet wird es von der Tobler Immobilien AG. Mit den Verantwortlichen beider Firmen wurde ein einjähriger Versuchsbetrieb vereinbart. Die Tiefgarage bietet 66 Parkplätze in zentraler Lage.

    Nach dem Umbau des Einkaufszentrums Passage wird auch dessen Parkhaus mit seinen rund 260 Parkplätzen aufgeschaltet werden. Die Baumassnahmen sollen Ende 2027 beendet sein.

    Das Smart Parking-Konzept von Frauenfeld basiert auf einem Projekt der Innovation-Sandbox für Künstliche Intelligenz im Kanton Zürich. Dabei hat die Parquery AG aus Zürich, eine Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), mit ihrer Bilderkennung eine effiziente Erfassung und Analyse der Parkplatzbelegung in Echtzeit ermöglicht.

  • Ausbau des Unternehmensstandorts für zukünftiges Wachstum

    Ausbau des Unternehmensstandorts für zukünftiges Wachstum

    Das in der Gebäudetechnik und Energieberatung angesiedelte Unternehmen HKG aus Aarau bezieht in Baden neue Räumlichkeiten. Vom 1. März 2026 an wird es an seinem Standort in der Täfernstrasse 14a im Badener Stadtteils Dättwil tätig sein. Aktuell ist HKG noch auf der Suche nach zusätzlichen Mitarbeitenden für den neuen Standort, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Dort werden die neuen Büros als „topmoderner Arbeitsplatz mit Licht, Raum und Atmosphäre zum Wohlfühlen“ sowie als „Workplace der Zukunft“ mit Dachterrasse, Fokuszonen und moderner Infrastruktur beschrieben.

    Die 1978 gegründete Herzog Kull Group Holding operiert in verschiedenen Feldern der Elektrotechnik. Dazu gehören Elektroengineering, Gebäudeautomation, Gebäudeinformatik und Sicherheit ebenso wie Beratung, Energie, Digitalisierung und die Gesamtplanung. Während die Herzog Kull Group Holding ihren Sitz in Rotkreuz hat, sind zur Gruppe gehörende Firmen wie HKG Engineering und HKG Consulting in Aarau ansässig.

  • Bildungscluster Polyfeld Muttenz

    Bildungscluster Polyfeld Muttenz

    Der Kanton Basel-Landschaft bündelt am Polyfeld das BBZ BL, das Gymnasium Muttenz und das Zentrum für Brückenangebote zu einem gemeinsamen Sek-II-Campus. In der Etappe 1 stehen der Rückbau und die Umnutzung des bestehenden Turms im Fokus, der von oben nach unten entkernt, schadstoffsaniert und im Kernbereich vollständig zurückgebaut wurde. Auf einer Grundfläche von rund 20 mal 20 Metern wurden Kernwände, Treppenanlagen, Bodenplatte und Fundamente kontrolliert entfernt.

    Damit der schlanke Turm während Umbau und Neubau stabil bleibt, wurde pro Geschoss eine temporäre Aussteifung mit schweren Stahlrahmen eingebaut. Parallel dazu starteten der Neubau des Gebäudekerns und die Ausführung der neuen Haupttreppe, die als freihängende Fertigteilkonstruktion in Sichtbeton zu einem gestalterischen Zentrum des BBZ werden soll.

    Sichtbeton, Werkstattgebäude und Dreifachsporthalle
    Alle Neubauten der Etappe 1 werden in hochwertigem Sichtbeton erstellt, mit einem projektbezogenen Schalungs- und Betonierkonzept für gleichmässige Oberflächen. Das rund 55 Meter lange und 26 Meter breite Werkstattgebäude entsteht in drei Etappen, sodass Wände, Stützen, Erdbebenwände und Decken geschossweise parallel bearbeitet werden können.

    Die neue Dreifachsporthalle erhält ein komplexes Tragwerk aus vorgespannten Spannbetonträgern, die schrittweise montiert, provisorisch abgestützt und nach dem Betonieren der Decke vorgespannt werden. Dadurch kann die Halle später flexibel in drei kleinere Einheiten unterteilt werden. Eine aussenliegende Wendeltreppe mit speziell entwickelter Schalung setzt einen architektonischen Akzent. Die angrenzende Aula-Mensa entsteht in Fertigteilbauweise, kombiniert Sichtbeton mit einer Holzverbunddecke und vernetzt die unterschiedlichen Gebäudeteile funktional.

    Life-Science-Ausbildungsbau im Polyfeld
    Parallel zum kantonalen Campusvorhaben erhält das Polyfeld mit einem neuen Life-Science-Ausbildungszentrum eine zusätzliche inhaltliche Schärfung. Der Baselbieter Landrat hat dafür einen Beitrag von rund zwei Millionen Franken gesprochen. Rund 1,7 Millionen für den Bau des neuen Ausbildungsstandorts an der Birsfelderstrasse 46 und rund 390’000 Franken für besondere Laborausstattungen. Der Neubau wird eine Nettogeschossfläche von etwa 19’500 Quadratmetern aufweisen. Kantonal gefördert wird eine anrechenbare Nutzfläche von rund 1’400 Quadratmetern.

    Trägerin des Projekts ist der Ausbildungsverbund Aprentas, der seine bisherigen Standorte an der Lachmattstrasse und in Schweizerhalle im neuen Gebäude bündeln will. Aprentas, ursprünglich aus dem Umfeld von Novartis entstanden, bietet überbetriebliche Kurse für EFZ-Ausbildungen in Chemie, Biologie sowie Chemie- und Pharmatechnologie. Die kantonale Förderung stärkt den Life-Science-Ausbildungsstandort Muttenz und ergänzt den Sek-II-Campus Polyfeld um eine klar profilierte, praxisorientierte Ausbildungsinfrastruktur für die regionale Industrie.