Schlagwort: CO2

  • Gebäudehülle als lebender CO₂-Filter

    Gebäudehülle als lebender CO₂-Filter

    Der Bausektor gilt als einer der grössten Verursacher von CO₂-Emissionen weltweit. Forschende der ETH Zürich verfolgen nun einen radikal anderen Ansatz. Sie haben ein lebendes, organisches Baumaterial entwickelt, das während seiner Lebenszeit aktiv Kohlendioxid aus der Atmosphäre bindet. Im Inneren dieses Materials leben Cyanobakterien, auch als Blaualgen bekannt, die über Photosynthese Biomasse erzeugen und zusätzlich karbonhaltige Mineralien ausbilden.

    Die Innovation verbindet Biologie, Materialwissenschaft und 3D-Druck zu einem vielversprechenden Konzept für klimaneutrales Bauen. Das Material ist nicht nur funktional, sondern strukturell anpassbar. Es lässt sich in frei wählbare Formen bringen, ist leicht und benötigt für das Wachstum lediglich Sonnenlicht, CO₂ und künstliches Meerwasser.

    3D-Druck mit Photosynthese im System
    Leitender Kopf des Projekts ist Mark Tibbitt, Professor für Makromolekulares Engineering an der ETH. Gemeinsam mit seinem interdisziplinären Team gelang es ihm, ein Hydrogel zu entwickeln, das die empfindlichen Cyanobakterien stabil umhüllt und zugleich druckfähig macht. So entsteht ein biologisch aktives System, das architektonisch formbar ist und zugleich kontinuierlich CO₂ bindet.

    Bemerkenswert ist die doppelte Bindungswirkung. Das Material speichert Kohlenstoff einerseits in der wachsenden Biomasse der Bakterien, andererseits in Form stabiler Mineralien. Dadurch entsteht ein dauerhafter Kohlenstoffspeicher, der potenziell den CO₂-Fussabdruck von Gebäuden deutlich reduzieren kann.

    Vom Labor zur gebauten Umwelt
    Die Forschenden sehen den primären Einsatzbereich künftig im Gebäudebereich, beispielsweise als Fassadenbeschichtung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Baumaterialien, die Emissionen verursachen, könnte dieses Material während des gesamten Lebenszyklus CO₂ aufnehmen.

    Die Umsetzung in architektonische Formate wurde bereits auf renommierten Plattformen wie der Biennale in Venedig und der Triennale in Mailand getestet. Die dort gesammelten Erfahrungen zeigen, dass sich das Konzept nicht nur im Labor, sondern auch im architektonischen Kontext bewähren kann.

    Potenzial für urbane Kreisläufe
    Das Material ist mehr als ein ökologisches Experiment. Es könnte Teil zukünftiger urbaner Stoffkreisläufe werden. Indem Gebäude nicht nur Nutzer beherbergen, sondern gleichzeitig als biologische CO₂-Senken dienen, eröffnet sich ein neues Kapitel in der klimabewussten Architektur.

    Die Ergebnisse der ETH-Forschenden wurden im Fachmagazin Nature Communications veröffentlicht. Ein Hinweis auf die wissenschaftliche Relevanz und Innovationshöhe der Entwicklung. Nun gilt es, die nächsten Schritte Richtung Skalierbarkeit und Langzeitbeständigkeit zu gehen.

  • Unterschiede bei Ökobilanzen für Bauprodukte im Vergleich

    Unterschiede bei Ökobilanzen für Bauprodukte im Vergleich

    Die Firma conspark hat ein Faktenblatt veröffentlicht, das die Unterschiede zwischen den Bilanzierungsregeln der EU und der Schweiz für Bauprodukte aufzeigt. Es steht ab sofort in deutscher und englischer Sprache zum Download zur Verfügung und soll eine kompakte Orientierungshilfe für Fachleute der Baubranche bieten, die mit Planung, Herstellung und Nachhaltigkeit betraut sind. Immerhin bilden die Ökobilanzergebnisse von Bauprodukten die Grundlage für die künftige Bilanzierung von Gebäuden.

    In der Schweiz gibt die Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren (KBOB) Bilanzierungsregeln für die Ökobbilanz von Bauprodukten vor und veröffentlicht diese Ergebnisse in der Liste Ökobilanzdaten im Baubereich. In der EU werden die Ökobilanzen nach EN 15804+A2 erstellt und deren Ergebnisse als Umweltproduktdeklarationen (EPDs) dargestellt.

    Zum Vergleich wurde beispielhaft die Ökobilanz verschiedener Sorten Recyclingbetons nach den beiden Standards erstellt. Dabei zeigte sich, dass die Treibhausgasemissionen und der Energiebedarf desselben Betons je nach Regelwerk sehr unterschiedlich ausfallen, wobei die KBOB-Ökobilanz jeweils höhere Werte ausweist. Das, so conspark, resultiert aus den verwendeten Hintergrunddatensätzen: Die EPD-Ökobilanz basiert auf aktuelleren Daten, die bereits technologische Fortschritte wie geringeren Klinkergehalt und den verstärkten Einsatz alternativer Brennstoffe berücksichtigen.

    «Die Vergleichbarkeit von Ökobilanzdaten spielt eine entscheidende Rolle für kommende Regulierungen und CO2-Grenzwerte», so der Geschäftsführer und Co-Autor dieses Faktenblatts, Florian Robineck, in einer Mitteilung. Dementsprechend lautet die Empfehlung der Autoren des Faktenblatts: «Eine regelmässige Aktualisierung der KBOB-Hintergrunddatensätze und eine stärkere Harmonisierung der beiden Ansätze würden dazu beitragen, bestehende Unterschiede zu verringern und vergleichbare Nachhaltigkeitsbewertungen zu ermöglichen.»

  • Forschung an Beton als Kohlenstoffspeicher

    Forschung an Beton als Kohlenstoffspeicher

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) wollen mit der Arbeitsgruppe Mining the Atmosphere überschüssiges Kohlendioxid in grossen Mengen aus der Atmosphäre entfernen. Laut einer Mitteilung könnten so 5 bis 10 Milliarden Tonnen Kohlenstoff jährlich als Betonzuschlagstoffe genutzt werden. Dies sei genug, um nach der Energiewende das überschüssige CO2 innerhalb von 100 Jahren dauerhaft zu speichern und so die Atmosphäre wieder auf ein klimaverträgliches Niveau zu bringen. Dabei handelt es sich um schätzungsweise 400 Milliarden Tonnen Kohlenstoff oder umgerechnet rund 1500 Milliarden Tonnen CO2.

    Für die Umsetzung wird jedoch überschüssige erneuerbare Energie benötigt. Nur so kann das Kohlendioxid zunächst in Methan oder Methanol umgewandelt werden, um es anschliessend zu Polymeren, Wasserstoff oder festem Kohlenstoff weiterzuverarbeiten «Diese Berechnungen basieren auf der Annahme, dass nach 2050 ausreichend erneuerbare Energie verfügbar ist», wird Pietro Lura, Leiter der Empa-Abteilung Beton und Asphalt, in der Mitteilung zitiert.

    Doch die weltweit benötigte Menge an Baumaterialien übersteigt den überschüssigen Kohlenstoff in der Atmosphäre bei weitem «Selbst wenn genügend erneuerbare Energie verfügbar ist, bleibt die zentrale Frage, wie diese riesigen Mengen Kohlenstoff langfristig gelagert werden können», erläutert Lura weiter. Einen Ansatz sehen die Forscher hier in der Herstellung von Siliziumkarbid, das als Füllstoff in Baumaterialien und die Herstellung von Asphalt genutzt werden kann. Dies soll den Kohlenstoff langfristig binden und mechanisch hervorragende Eigenschaften besitzen. Die Herstellung bezeichnet Lura allerdings als äusserst energieintensiv. Die Herstellung erfordert noch erhebliche Material- und Verarbeitungsforschung, um sie wirtschaftlich rentabel zu machen.

  • 101. immoTable – Wirtschaftsraum Genf

    101. immoTable – Wirtschaftsraum Genf

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    Beim 101. immoTable, der renommierten Veranstaltung für die Immobilienbranche im Signatur Rhône in Genf, standen bedeutende Themen im Mittelpunkt, die die Zukunft der Immobilienwelt massgeblich beeinflussen. Von nachhaltiger Raumentwicklung über Geothermie als Teil der Energiewende bis hin zu Gesundheitsrisiken im Wasser und rechtlichen Fragen bei Renovierungen in Genf – die Veranstaltung bot eine umfassende Plattform für den Austausch über aktuelle Herausforderungen und Innovationen in der Branche.

    Die Direktorin des Departements für Territorium des Kantons Genf, Marta Alonso, präsentierte wegweisende Projekte zur Stadtentwicklung und Raumplanung. Bis 2060 sollen auf einer Fläche von 230 Hektar über 12.000 neue Wohneinheiten, 6.000 Arbeitsplätze sowie Schulen, ein grosser Park und revitalisierte Flussbereiche entstehen. Moderne Visualisierungstechniken und 3D-Modelle ermöglichen eine transparente Darstellung der Entwicklungsszenarien.

    David Faehndrich, Leiter der Westschweizer Abteilung bei EKZ Contracting SA, betonte die Rolle nachhaltiger und wirtschaftlicher Energieversorgungssysteme. Es wurden bereits mehrere bedeutende Projekte wie die geothermische Energieversorgung der neuen Wohnungen in den „Jardins du Bourg“ in Châtel-St-Denis realisiert. Diese Massnahmen reduzieren CO₂-Emissionen und fördern die Energiewende.

    Pierre Descloux, CEO von Dipan SA, hob in seinen Ausführungen die Bedeutung der Behandlung von hydraulischen Systemen hervor, insbesondere in Bezug auf Rost, Kalk und Legionellen. Er betonte, wie wichtig die Sicherung der Hygiene und Effizienz dieser Systeme ist.

    Cosima Trabichet-Castan, eine Spezialistin im Bereich Immobilienrecht bei MLL Legal, thematisierte in ihrem Referat die Herausforderungen bei der Einholung von Baugenehmigungen und der Einhaltung lokaler Bauvorschriften. Sie sprach auch über die komplexen regulatorischen Anforderungen in Genf, wo gemäss einer aktuellen UBS-Studie die längsten Wartezeiten für Baugenehmigungen in der Schweiz bestehen. Ihre Ausführungen beleuchteten, wie wichtig die Integration nachhaltiger Praktiken in diesem kontextreichen regulatorischen Umfeld ist.

    Fabio Nairi von IWG Switzerland sprach über Massnahmen zur Reduzierung von Pendelzeiten und CO₂-Emissionen sowie über den Übergang zu hybriden Arbeitsmodellen.

    Der 101. immoTable stellte erneut unter Beweis, warum die Veranstaltung eine der Top-Plattformen für die Immobilienbranche ist. Die behandelten Themen sind von zentraler Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Branche und bieten wertvolle Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen.

    Weitere Informationen zur Veranstaltung und künftigen Terminen finden Sie www.immotable.ch

  • Grüne Städte als Wegbereiter für globale Klimawirkung

    Grüne Städte als Wegbereiter für globale Klimawirkung

    Die MCC-Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nature Cities, beleuchtet vier zentrale Methoden zur CO2-Entnahme in urbanen Umgebungen, die bis zur Mitte des Jahrhunderts jährlich eine Gigatonne CO2 binden könnten. Zu den untersuchten Methoden zählen die Beimischung von Pflanzenkohle zu Zement, der verstärkte Einsatz von Holz im Bauwesen, die Anreicherung städtischer Böden mit Pflanzenkohle und die Installation von CO2-Filtern in Geschäftsgebäuden. Diese Ansätze könnten zusammen einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung städtischer Netto-null-Emissionen leisten.

    Städtische Strategien für das Klima und mehr
    Quirina Rodriguez Mendez, Doktorandin am MCC und Hauptautorin der Studie, betont, dass diese Techniken nicht nur im Hinblick auf den Klimaschutz, sondern auch für die Umweltqualität und das Wohlbefinden in Städten von grossem Nutzen sind. So könnte die Anwendung spezieller Farbpigmente und Oberflächenmaterialien zur Verbesserung des Rückstrahlvermögens urbaner Flächen die Temperatur in Städten signifikant senken und den Energiebedarf für Klimaanlagen reduzieren.

    Lokale Aktionen mit globaler Wirkung
    Die Studie unterstreicht die Rolle von Städten als «Versuchslabore» für den Klimaschutz, in denen lokale Massnahmen schnell umgesetzt werden können und potenziell global ausweitbar sind. Felix Creutzig, Leiter der MCC-Arbeitsgruppe und Co-Autor der Studie, hebt hervor, dass lokale Klimalösungen, obwohl oft unterschätzt, eine beeindruckende Wirkung erzielen und die Lebensqualität verbessern können. Die Forschungsergebnisse bieten wichtige Einsichten und Empfehlungen für Politiker, die städtische Infrastrukturen und Richtlinien gestalten.

  • Implenia kooperiert mit Empa und Eawag für NEST-Projekt „Beyond Zero“

    Implenia kooperiert mit Empa und Eawag für NEST-Projekt „Beyond Zero“

    Implenia, ein führender Anbieter im Schweizer Bau- und Immobilienmarkt, hat sich mit der Empa und Eawag zusammengeschlossen, um an der Planung und Errichtung einer neuen NEST-Unit namens „Beyond Zero“ mitzuwirken. Diese Einheit soll mehrheitlich aus CO2-reduzierten und CO2-negativen Baumaterialien bestehen, die während des gesamten Lebenszyklus von Gebäuden und Infrastrukturen getestet und bewertet werden. Zu den innovativen Materialien zählen unter anderem Wärmedämmstoffe und Zement, die CO2 aus der Luft binden, sowie lehmbasierte Mauersteine, die ohne Brennvorgang auskommen.

    Die Partnerschaft mit NEST unterstreicht Implenia’s Engagement in der Nachhaltigkeit. Das Unternehmen wurde bereits für seine nachhaltigen Bestrebungen von verschiedenen Organisationen wie Sustainalytics, Ecovadis und MSCI anerkannt. Jens Vollmar, Head Division Buildings bei Implenia, betont die Bedeutung dieser Kooperation für das zukünftige Bauwesen und die nachhaltige Entwicklung der Branche. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in alle Divisionen von Implenia einfließen, einschließlich in der Bewirtschaftung durch Wincasa und im nachhaltigen Immobilienportfolio von Ina Invest.

    Prof. Dr. Tanja Zimmermann, Direktorin der Empa, sieht in der Partnerschaft ein großes Potenzial für die praxisnahe Anwendung nachhaltiger Innovationen. Bereits realisierte Projekte auf dem Empa Campus in Dübendorf, wie ein Labor- und Bürogebäude sowie das erste Parkhaus in Holz-Hybridbauweise in der Schweiz, zeigen die Fortschritte in der nachhaltigen Bauweise. Diese neue Kooperation soll den Transfer innovativer Baumaterialien in die Praxis weiter vorantreiben und den Weg für zukunftsträchtige Anwendungen im Bauwesen ebnen.

  • Neue Ära der Umweltpolitik

    Neue Ära der Umweltpolitik

    Die UREK-N hat den Entwurf des CO2-Gesetzes für 2025-2030 mit einer Mehrheit von 18 zu 7 Stimmen angenommen. Dieser Entwurf beinhaltet die Halbierung der Treibhausgasemissionen der Schweiz bis 2030 im Vergleich zu 1990, wobei 75% der Reduktionen im Inland erzielt werden sollen. Die Kommission unterstützt viele Aspekte des Bundesrates, wie das Festhalten am maximalen CO2-Abgabebetrag von 120 Franken pro Tonne und lehnt eine Erhöhung ab.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Förderung erneuerbarer Energien. Die Kommission hat vorgeschlagen, bis zu 45 Millionen Franken aus dem Ertrag der CO2-Abgabe für diesen Zweck zu verwenden, einschliesslich der Unterstützung von Anlagen zur saisonalen Energiespeicherung. Auch die Elektromobilität wird gefördert, indem die Basisinstallation von Ladeinfrastrukturen für Elektrofahrzeuge unterstützt wird, mit einem Budget von maximal 20 Millionen Franken pro Jahr.

    Im Bereich des Strassenverkehrs schlägt die Kommission eine reduzierte leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA) für emissionsarme Lastwagen vor, die mit Elektro-, Wasserstoff- oder erneuerbaren Treibstoffen betrieben werden. Bei den Emissionsvorschriften für neue Fahrzeuge setzt die Kommission konkrete Zwischenziele für Personenwagen fest, um eine lineare jährliche Reduktion der CO2-Emissionen zu erreichen.

    Zur Förderung erneuerbarer Treibstoffe im Luftverkehr plant die Kommission, eine Beimischpflicht für erneuerbare Flugtreibstoffe einzuführen und eine Abgabe für Flüge von Privat- und Businessjets einzuführen.

    Die UREK-N hat auch wichtige Entscheidungen zum Beschleunigungserlass getroffen, der darauf abzielt, die Genehmigungsverfahren für Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien zu beschleunigen. Die Kommission unterstützt den Bundesratsentwurf weitgehend, fordert aber einige Ergänzungen, um die Einbindung von Standortgemeinden in das Verfahren zu gewährleisten.

    Insgesamt setzt die UREK-N mit diesen Entscheidungen ein starkes Zeichen für den Umweltschutz und die Förderung erneuerbarer Energien in der Schweiz.

    Die Kommission hat vom 6. bis 8. November 2023 unter dem Vorsitz von Nationalrat Jacques Bourgeois (FDP/FR) und teilweise in Anwesenheit von Bundesrat Albert Rösti in Bern getagt.

  • Ecospeed vereinfacht Energiebuchhaltung für Gebäude

    Ecospeed vereinfacht Energiebuchhaltung für Gebäude

    Der auf Bilanzierung von Umweltkennzahlen spezialisierte Zürcher Softwareentwickler Ecospeed hat neue Funktionen in seine Software integriert. Laut einer Medienmitteilung wurden diese im Rahmen eines Relaunch der Enercoach-Software entwickelt und sollen den Kunden des Unternehmens noch in diesem Jahr zur Verfügung stehen.

    Die Software zeigt den Anwendern den energetischen Zustand von Gebäuden auf und vermittelt ein genaues Bild der Entwicklung von Verbräuchen, Emissionen und Kosten über einen bestimmten Zeitraum. Bislang tauchte bei der Berechnung der Verbräuche von Strom, Heizöl, Gas, und Fernwärme die Schwierigkeit auf, dass die Abrechnungen nicht dem Ablauf des Kalenderjahres folgten. Mit der Software-Erneuerung soll dieses Problem behoben und die Berechnung vereinfacht werden.

    „Man gibt einfach in der entsprechenden Maske die Rohdaten ein, d.h. den aktuellen Zählerstand oder den Verbrauchswert und das Erfassungsdatum“, wird Thomas Herzberger, Geschäftsführer von Ecospeed, in der Mitteilung zitiert. „Die Software rechnet die Werte auf das Kalenderjahr um.“

    Somit ist ein genauer Vergleich einschliesslich anschaulicher Visualisierung möglich. Die Daten können in Form von Tabellen, Grafiken und über den Zeitraum von mehreren Jahren angezeigt werden. Ebenso lässt sich die Wirksamkeit von Verbesserungsmassnahmen exakt ermitteln.

  • 10 Millionen Franken Fördermittel für Betonrecycling-Technologie

    10 Millionen Franken Fördermittel für Betonrecycling-Technologie

    Fast 40% der globalen CO2-Emissionen sind auf den Bau- und Gebäudesektor zurückzuführen. Jährlich werden weltweit rund 30 Milliarden Tonnen Beton hergestellt und die Nachfrage steigt weiter an. Das Bindemittel Zement und der Verbundwerkstoff Beton sind wichtige Baustoffe – ihre Produktion trägt allerdings zum Klimawandel bei. Schätzungen gehen davon aus, dass alleine die Zementindustrie für mehr als 8% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Mit reCO2ver® hat Sika eine innovative Technologie entwickelt, die eine vollständige Wiederverwertung von Beton-Abbruchmaterial ermöglicht und in der Betonbranche einzigartig ist.

    17’000 Tonnen CO2-Speicherung in  Beton-Abbruchmaterial bis ende 2030

    Sikas bereitet Altbeton nicht nur in die qualitativ hochwertigen Einzelteile Kies, Sand und Zementstein auf, sondern kann dank eines chemischen Verfahrens zusätzliches CO2 binden. Zirka 15 Kilogramm CO2 können pro Tonne Abbruchmaterial dauerhaft gespeichert werden. Darüber hinaus wird das im Prozess entstehende Zementsteinpulver durch Sika

    Additive in seiner Leistungsfähigkeit optimiert und kann so erneut als Zementersatz in der Betonproduktion eingesetzt werden. Seit Oktober 2021 ist eine Pilotanlage in der Schweiz in Betrieb – die Testphase wurde nun erfolgreich abgeschlossen.

    Um den Klimamehrwert der Anlagen standardisiert belegen zu können, entwickelt Sika gemeinsam mit South Pole ein Klimaschutzprogramm gemäss den Vorgaben des Schweizer Bundesamts für Umwelt (BAFU). Ein bedeutender Meilenstein in Bezug auf die Umsetzung und Verwendung dieser Technologie zur CO2-Abscheidung und -Speicherung wurde nun erreicht: Die Schweizer Stiftung Klimarappen garantiert den Kauf von CO2-Zertifikaten aus diesem Programm von anfänglich CHF 10 Millionen bis Ende 2030.

    Die Implementierung der industriellen Anlagen ist zentraler Bestandteil des zertifizierten Klimaschutzprogramms. Bis Ende 2030 sollen so rund 17’000 Tonnen CO2 in Beton-Abbruchmaterial gespeichert werden. Dies entspricht ungefähr der CO2-Menge, die beim Bau von 850 Einfamilienhäusern aus Beton freigesetzt wird. Philippe Jost, Head Construction Sika: «Mit unserer Innovationsstärke und unseren nachhaltigen Technologien ermöglich wir es unseren Kunden in der Bau- und Fahrzeugindustrie, ihren ökologischen Fussabdruck zu verkleinern und den Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit zu vollziehen. Wir freuen uns sehr, dass die reCO2ver®-Technologie gezielt gefördert wird. Wir sind davon überzeugt, dass wir durch das Programm einen grossen Mehrwert für die Baubranche, die Umwelt und für die nachfolgenden Generationen schaffen.»

  • EPFL schlägt CO2-Mineralisierung direkt in Industrieprozessen vor

    EPFL schlägt CO2-Mineralisierung direkt in Industrieprozessen vor

    EPFL-Ingenieurinnen und -Ingenieure des Labors für industrielle Prozess- und Energiesystemtechnik in Sitten schlagen die Zusammenführung bisher getrennter industrieller Prozesse in einem System vor, um die CO2-Emissionen in Schlüsselsektoren erheblich zu senken. Dafür zeigen sie das Potenzial zur Erreichung von Netto Null und Negativemissionen durch die Abscheidung und Mineralisierung von Kohlenstoff direkt vor Ort auf. Für ihre nun veröffentlichte Studie konzentrierten sie sich auf die Sektoren Zementproduktion, Stahlherstellung und Kehrichtverbrennung.

    In dieser Studie wird eine Lösung vorgestellt, bei der die CO2-Abscheidung und -Mineralisierung in den Produktionsprozess selbst integriert wird. Die daraus entstehenden Karbonate können laut einer Mitteilung der EPFL sicher gelagert oder als Baumaterial verwendet werden. Nebenprodukte der Mineralisierung können in die Zementmischung integriert werden.

    „Netto-Null kann nicht allein durch den Ersatz fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Energien erreicht werden“, erläutert Professor und Laborleiter François Marechal. „In dieser Studie zeigen wir, wie wichtig es ist, einen prozessintegrierten Ansatz zu verfolgen, um die Kosten für die CO2-Abscheidung und -Speicherung zu senken.“ Dass diese Studie auch das Potenzial für netto-negative Emissionen aufgezeigt hat, hält Sarah Holmes von der Royal Society of Chemistry für entscheidend.

    Die Studie zeigt, dass diese Art der Speicherung von CO2 zu Kosten von bis zu 85 Euro pro Tonne CO2 möglich ist. Sie rechnet auch vor, dass diese Lösung auf dem europäischen Kontinent jährlich zu einer Verringerung von 860 Millionen Tonnen CO2 führen würde. Die Einsparungen im Vergleich zu den sozialen Kosten der Untätigkeit lägen pro Jahr bei 107 Milliarden Euro.

  • Mit Mikroorganismen gegen die Winterstromlücke

    Mit Mikroorganismen gegen die Winterstromlücke

    Die gemeinsame Studie von Energie 360° und Partnern zeigt nun, dass eine Umsetzung möglich und wirtschaftlich interessant ist, wenn dabei bestehende Gasspeicher genutzt werden. Diese gibt es in den Nachbarländern der Schweiz. Zu diesem Zweck muss die Schweiz mit ihren Nachbarländern Regeln für den Import von erneuerbarem Gas vereinbaren. Bei der Geo-Methanisierung wird im Sommer überschüssige erneuerbare Energie, beispielsweise Solarstrom, in Wasserstoff (H2) umgewandelt. Dieser wird zusammen mit CO2, das etwa aus Biogasanlagen stammt, in einen natürlichen Untergrundspeicher eingebracht. In mehr als 1000 Metern Tiefe verbinden Mikroorganismen – Urzeitbakterien, sogenannte Archaeen – Wasserstoff und Kohlenstoff zu erneuerbarem Methangas (CH4). Im Winter, wenn der Bedarf an Strom und Wärme hoch ist, lässt sich das erneuerbare Gas ausspeichern und vielseitig nutzen.

    Realisierung im nahen Ausland möglich
    Das Forschungsprojekt «Underground Sun Conversion – Flexible Storage» (USC-FlexStore) von Energie 360° und dem österreichischen Energiespeicherunternehmen RAG Austria AG untersuchte technische, betriebliche, wirtschaftliche, ökologische und regulatorische Aspekte des innovativen Verfahrens. Als Schweizer Forschungspartner arbeiteten die Universität Bern, die Empa und die Ostschweizer Fachhochschule mit. Die Ergebnisse des Projekts zeigen nun, dass solche Speicher realisierbar sind – aus wirtschaftlichen Überlegungen idealerweise dort, wo bereits Lagerstätten vorhanden sind, beispielsweise im österreichischen Pilsbach.

    Enormes Potenzial für Energiebedarf in der Schweiz
    Die existierende und gute internationale Zusammenarbeit in Energieversorgungsfragen bleibt zentral. Somit kann die bestehende Infrastruktur, also das Europäische Gasnetz, genutzt und die gespeicherte Energie als erneuerbares Gas oder Strom beispielsweise für Industrieprozesse und Spitzenlastabdeckungen eingesetzt werden. Jörg Wild, CEO von Energie 360°: «Das Potenzial ist enorm: Jährlich kann mit diesem Verfahren erneuerbare Energie von einigen Terawattstunden saisonal gespeichert werden. Damit wird die Winterstromlücke in der Schweiz substanziell entschärft.» Voraussetzung für die Nutzung der Winterenergie ist jedoch, dass die Schweiz mit ihren Nachbarländern verbindliche Regelungen für den Bezug von erneuerbaren Gasen abschliesst.

    Energie 360° prüft Beteiligung an Projekt
    In einem nächsten Schritt will Energie 360° die gewonnene Expertise für die Geo-Methanisierung und -Speicherung vertiefen sowie das Know-how in zukünftige Projekte in der Schweiz und international einbringen. Zudem prüft das Unternehmen die Beteiligung an einem erneuerbaren Gasspeicher-Projekt in einem Nachbarland.

  • Energie 360° will Sommerstrom mit Methan im Untergrund speichern

    Energie 360° will Sommerstrom mit Methan im Untergrund speichern

    Die Energiedienstleisterin Energie 360° hat in einer neuen Studie die Geo-Methanisierung als Möglichkeit zur Speicherung überschüssigen Stroms im Sommer zur Verwendung bei Stromknappheit im Winter aufgezeigt. In der gemeinsam mit dem Energiespeicherunternehmen RAG Austria AG in Wien durchgeführten Studie geht es laut Medienmitteilung um die wirtschaftliche Nutzung dieser Methode.

    Bei der Geo-Methanisierung wird im Sommer überschüssige erneuerbare Energie, beispielsweise Solarstrom, in Wasserstoff (H2) umgewandelt. Dieser wird zusammen mit CO2, das etwa aus Biogasanlagen stammt, in einen natürlichen Untergrundspeicher eingebracht. In mehr als 1000 Metern Tiefe verbinden Mikroorganismen Wasserstoff und Kohlenstoff zu Methangas (CH4). Im Winter, wenn der Bedarf an Strom und Wärme hoch ist, lässt sich das erneuerbare Gas ausspeichern und vielseitig nutzen, heisst es zur technischen Erläuterung in der Mitteilung.

    Am Forschungsprojekt Underground Sun Conversion – Flexible Storage (USC-FlexStore) von Energie 360° und RAG Austria arbeiteten die Universität Bern, die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und die OST – Ostschweizer Fachhochschule mit. Die gemeinsame Studie zeigt, dass eine Umsetzung möglich und wirtschaftlich interessant ist, wenn dabei bestehende Gasspeicher genutzt werden. Diese gibt es in den Nachbarländern der Schweiz, wie im österreichischen Pilsbach.

    „Das Potenzial ist enorm: Jährlich kann mit diesem Verfahren erneuerbare Energie von einigen Terawattstunden saisonal gespeichert werden. Damit wird die Winterstromlücke in der Schweiz substanziell entschärft“, wird Jörg Wild zitiert, CEO von Energie 360°. Voraussetzung sei, dass die Schweiz mit ihren Nachbarländern verbindliche Regelungen für den Bezug von erneuerbaren Gasen abschliesst.

  • Kone will nachhaltiges Bauwesen fördern

    Kone will nachhaltiges Bauwesen fördern

    Mehr als ein Viertel aller CO2-Emissionen werden im Bauwesen verursacht, informiert Kone in einer Mitteilung. Hier will der weltweit tätige Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen zur Abhilfe beitragen. Dazu haben die Kone-Töchter in der Schweiz, Deutschland und Österreich zusammen mit Martin Pfeiffer von der Universität Hannover einen umfassenden Leitfaden für eine nachhaltige Bau- und Instandhaltungsbranche erarbeitet. Das Whitepaper „Green Buildings“ zeige dabei ein enormes Potenzial für die Reduktion von Emissionen in allen Phasen eines Gebäudes auf, schreibt Kone.

    Als Beispiele werden in der Mitteilung Recyclingbaustoffe und der kreislaufwirtschaftsgerechte Rückbau von Gebäuden genannt. Zudem werden abfallarme Fertigbauteile empfohlen, die nach dem Rückbau erneut zum Einsatz kommen können. Generell wird die Devise Demontage statt Abbruch ausgegeben.

    Kone achtet auch im eigenen Kerngeschäft auf Nachhaltigkeit. So setzt der Aufzugbauer etwa bei seinen Aufzugsanlagen auf Energie-Rückgewinnung und verringert Störungen mit Hilfe des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz bei der Wartung. „Mit dem Whitepaper wollen wir aufzeigen, dass Nachhaltigkeit im Gebäudebereich verschiedenste Facetten hat und über alle Bau- und Betriebsphasen hinweg gedacht und gelebt werden muss“, wird Petru Huurinainen, Geschäftsführer von Kone Österreich und Schweiz, in der Mitteilung zitiert. Deshalb installiere Kone nicht nur CO2-freie Aufzüge, sondern warte sie auch CO2-neutral und baue sie kreislaufwirtschaftsgerecht zurück. „Die Publikation soll den Horizont auf die Green Buildings von morgen erweitern.“

  • Pflanzliche Dämmstoffe als CO2-Senke?

    Pflanzliche Dämmstoffe als CO2-Senke?

    Der Gebäudebereich ist verantwortlich für 40% des globalen Energieverbrauchs, 30% der Treibhausgasemissionen und 36% des Abfalls in der EU. Energieeffi­zienzmassnahmen haben Emissionen im Betrieb reduziert. Die Materialherstellung bleibt eine unter­schätzte Quelle. «Graue» Emissionen aus modernen Gebäuden sind vergleichbar mit Betriebsemissionen. Baumaterialien, die CO2 langfristig binden, reduzieren den ökologischen Fussabdruck.

    Wie sich CO2 langfristig binden lässt
    Die Empa entwi­ckeln neue Dämmstoffe für Gebäude, die CO2 langfristig binden können. Pflanz­liche Abfallprodukte aus der Land- und Forstwirtschaft werden in Dämmma­terialien verarbeitet und bei einer Hit­zebehandlung fixiert. Diese «Pflanzenkohle» bleibt während der Le­bensdauer des Gebäudes gebunden und kann beim Rückbau des Gebäudes direkt in Äcker einge­bracht werden, wo sie die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht und stabil bleibt. Im Gegensatz zu anderen Baustoffen, wie Holz oder Zellulosedämmung, die das gespeicherte CO2 bei Verrottung oder thermischer Verwertung freisetzen.

    Physiker Wernery von der Empa forscht mit seiner Gruppe und der ZHAW an Dämmstoffen aus Pflanzenkohle. Das Dämmmaterial muss thermisch isolie­ren, brandsicher und für eine spä­tere Verwendung als Dünger geeignet sein. Pflanzenkohledämmung könnte die CO2-Bilanz der Schweiz um gut 1% ver­bessern, indem Dämm­stoffe wie EPS oder Mineralwolle durch Pflanzenkohle ersetzt werden. Das würde jährlich eine halbe Million Tonnen CO2-Äquivalente einsparen, indem Emis­sionen bei der Produktion von konventio­nellen Dämmstoffen vermieden und CO2 in der Pflanzenkohle langfristig gespei­chert wird.

    Finanzielle Unterstützung – gleich aus mehreren Quellen
    Wernery erhält finanzielle Unterstützung für sein vielversprechendes Konzept von Förderinstitutionen wie der Minerva-Stiftung, dem ETH-Rat und dem Bundesamt für Energie. Der Kli­mafonds vom Stadtwerk Winterthur hat einen Beitrag für die Erarbeitung der Grundlagen geleistet, der aus frei­willigen Beiträgen von Kunden stammt, die zwei Rappen pro Ki­lowattstunde Strom bezogen.

  • Dormakaba beliefert Hörmann mit CO2-neutralen Produkten

    Dormakaba beliefert Hörmann mit CO2-neutralen Produkten

    Die Unternehmen dormakaba in Rümlang und Hörmann im deutschen Steinhagen haben eine Zusammenarbeit im Bereich der Nachhaltigkeit vereinbart. Laut Medienmitteilung wird Hörmann ab dem 1. Juni 2023 CO2-neutrale Produkte von dormakaba Deutschland beziehen. Diese Massnahme sei ein wichtiger Schritt im Klimaschutzengagement des Tor- und Türherstellers Hörmann, heisst es weiter.

    Das Unternehmen Hörmann wolle sein Klimaschutzengagement verstärken, heisst es in der Mitteilung. Dabei sei man sich bewusst, dass die Emissionen in der vor- oder nachgelagerten Lieferkette am schwierigsten zu beeinflussen seien. Dieser Scope 3 genannte Bereich mache aber  den grössten Anteil aller Emissionen aus. Deshalb wolle Hörmann auch Lieferanten und Partner in sein Klimaschutzengagement mit einbeziehen. Mit dormakaba habe man einen Partner gefunden, der als Vordenker in Sachen Nachhaltigkeit in der Branche gelte.

    „Wir von dormakaba setzen mit diesem Schritt ein klares Signal, wie wichtig uns das Thema Nachhaltigkeit ist und übernehmen als Unternehmen Verantwortung“, wird Michael Hensel zitiert, Geschäftsführer der dormakaba Deutschland GmbH in Ennepetal.

    „Unser langjähriger Partner dormakaba ist bereits im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz als Vorreiter in der Branche bekannt“, wird Martin J. Hörmann zitiert, persönlich haftender Gesellschafter der Hörmann Gruppe. „Seine dort erreichten Leistungen wurden von führenden Stellen anerkannt. Daher freuen wir uns, dass dormakaba alle Produkte mit Umwelt-Produktdeklaration ab dem 01.06.2023 CO2-neutral liefert.“

  • Fünf Technologien auf dem Weg zu Netto-Null

    Fünf Technologien auf dem Weg zu Netto-Null

    Die TA-Swiss-Studie hat zum Ziel, Politik und Öffentlichkeit über Chancen, Grenzen und Risiken verschiedener Methoden zur CO2-Entnahme und Speicherung zu informieren. Dabei wurden Aspekte wie Machbarkeit, Klimawirksamkeit, Kosten, Ressourcenverbrauch und Auswirkungen auf Umwelt und Bevölkerung betrachtet.

    Bei den fünf Technologien handelt es sich um:

    • die Speicherung von CO2 als Biomasse im Wald und die Verwendung von Holz
    • die Speicherung in Form von Humus im Boden und den Einsatz von Pflanzenkohle
    • die Abscheidung und Speicherung von CO2 bei der Verbrennung von Biomasse  (BECCS)
    • die Entnahme aus der Luft und Speicherung  (DACCS)
    • die beschleunigte Verwitterung von Abbruchbeton und Gestein (Carbonatisierung)

    Jede der fünf NET wurde anhand des aktuellen Wissensstands und mithilfe von Experteninterviews bewertet. Mögliche Chancen, Risiken, Synergieeffekte und Konflikte wurden aus Systemsicht identifiziert und betrachtet. Darauf basierend wurden allgemeine und spezifische, technologiebezogene Handlungsoptionen und Empfehlungen abgeleitet und zusammen mit ausgewählten Stakeholdern reflektiert.

    Die wichtigsten allgemeinen Empfehlungen der Studie
    Damit der Beitrag von NET zum Netto-Null-Ziel umwelt- und gesellschaftsverträglich umgesetzt werden kann, sollten sich Politik und Gesellschaft frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen. Dies erfordert insbesondere, dass die Öffentlichkeit mittels faktenbasierter und nachvollziehbarer Informationen in die Gestaltung der Einsatzbedingungen der NET einbezogen wird.

    Es braucht eine übergreifende Strategie zur Nutzung begrenzter Ressourcen, wie erneuerbarer Energie, Wasser, Biomasse und Boden, und zur Finanzierung für die Entwicklung und Umsetzung der NET.

    Um das Potential der unterschiedlichen Technologien zu bestimmen, sind weitere Untersuchungen nötig.

    Die langfristig der Atmosphäre entzogene Menge an CO2 muss transparent und einfach erfasst werden können, um einen verlässlichen Bewertungsrahmen zu schaffen und zu vermeiden, dass dasselbe CO2 mehrmals gezählt wird.

    Die Mindestzeitdauer der CO2-Fixierung, ab welcher eine Technologie bzw. ein NET-Projekt im Sinne der Klimastrategie anerkannt wird, sollte reflektiert werden.

    NET können beim Erreichen des Netto-Null-Ziels nur ergänzend zur prioritären Reduktion der Treibhausgasemissionen zum Einsatz kommen. Daher ist es wichtig, dass für die Reduktion von CO2-Emissionen und für die CO2-Entfernung getrennte Ziele gelten.

    Die Schweiz hat momentan eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von NET. Dieser Wettbewerbsvorteil sollte mit der Förderung der entsprechenden Forschung und Entwicklung, sowie von Demonstrationsprojekten weiter gestärkt werden.

  • Materialforschende arbeiten an klimafreundlichem Beton

    Materialforschende arbeiten an klimafreundlichem Beton

    Eine Gruppe von Materialforschenden um Franco Zunino vom Institut für Baustoffe der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich forscht an Zusammensetzungen für Beton, mit denen dessen CO2-Ausstoss deutlich reduziert werden kann. Der weltweit wichtigste Baustoff ist für bis zu 9 Prozent der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen verantwortlich, informiert der Schweizerische Nationalfonds (SNF) in einer Mitteilung. Er unterstützt die Forschungen mit einem Ambizione-Stipendium für Zunino.

    Für die Entwicklung eines klimafreundlichen Betons setzen die Forschenden auf zwei Ansätze. Im ersten geht es darum, den besonders CO2-intensiven Zementanteil des Betons um 60 bis 70 Prozent zu senken. Dazu werden neuartige chemische Zusatzstoffe eingesetzt, insbesondere sogenannte polymere Dispergiermittel. Im zweiten Ansatz wird der Einsatz von Bindemitteln reduziert.

    Bei ihren Forschungen arbeitet die Gruppe „eng mit einem grossen Zementhersteller zusammen“, erläutert der SNF. Eine Alternative zu Beton ist nach Ansicht von Zunino unrealistisch. So brauche es „einen Wald in der Grösse Indiens“, um Beton durch Holz zu ersetzen. Auch ein komplett neuer Baustoff werde sich  „auf der Strasse in Nigeria, wo der Beton vielleicht auch mal mit den blossen Händen zusammengemischt wird“, kaum durchsetzen können. Mit einem klimafreundlichen und alltagstauglichen Beton aber hätte „die Industrie eine Lösung in der Hand, um ihre CO2-Ziele umzusetzen und CO2-Abgaben zu sparen“.

  • Materialforschende arbeiten an klimafreundlichem Beton

    Materialforschende arbeiten an klimafreundlichem Beton

    Eine Gruppe von Materialforschenden um Franco Zunino vom Institut für Baustoffe der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich forscht an Zusammensetzungen für Beton, mit denen dessen CO2-Ausstoss deutlich reduziert werden kann. Der weltweit wichtigste Baustoff ist für bis zu 9 Prozent der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen verantwortlich, informiert der Schweizerische Nationalfonds (SNF) in einer Mitteilung. Er unterstützt die Forschungen mit einem Ambizione-Stipendium für Zunino.

    Für die Entwicklung eines klimafreundlichen Betons setzen die Forschenden auf zwei Ansätze. Im ersten geht es darum, den besonders CO2-intensiven Zementanteil des Betons um 60 bis 70 Prozent zu senken. Dazu werden neuartige chemische Zusatzstoffe eingesetzt, insbesondere sogenannte polymere Dispergiermittel. Im zweiten Ansatz wird der Einsatz von Bindemitteln reduziert.

    Bei ihren Forschungen arbeitet die Gruppe „eng mit einem grossen Zementhersteller zusammen“, erläutert der SNF. Eine Alternative zu Beton ist nach Ansicht von Zunino unrealistisch. So brauche es „einen Wald in der Grösse Indiens“, um Beton durch Holz zu ersetzen. Auch ein komplett neuer Baustoff werde sich  „auf der Strasse in Nigeria, wo der Beton vielleicht auch mal mit den blossen Händen zusammengemischt wird“, kaum durchsetzen können. Mit einem klimafreundlichen und alltagstauglichen Beton aber hätte „die Industrie eine Lösung in der Hand, um ihre CO2-Ziele umzusetzen und CO2-Abgaben zu sparen“.

  • Materialforschende arbeiten an klimafreundlichem Beton

    Materialforschende arbeiten an klimafreundlichem Beton

    Eine Gruppe von Materialforschenden um Franco Zunino vom Institut für Baustoffe der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich forscht an Zusammensetzungen für Beton, mit denen dessen CO2-Ausstoss deutlich reduziert werden kann. Der weltweit wichtigste Baustoff ist für bis zu 9 Prozent der vom Menschen verursachten CO2-Emissionen verantwortlich, informiert der Schweizerische Nationalfonds (SNF) in einer Mitteilung. Er unterstützt die Forschungen mit einem Ambizione-Stipendium für Zunino.

    Für die Entwicklung eines klimafreundlichen Betons setzen die Forschenden auf zwei Ansätze. Im ersten geht es darum, den besonders CO2-intensiven Zementanteil des Betons um 60 bis 70 Prozent zu senken. Dazu werden neuartige chemische Zusatzstoffe eingesetzt, insbesondere sogenannte polymere Dispergiermittel. Im zweiten Ansatz wird der Einsatz von Bindemitteln reduziert.

    Bei ihren Forschungen arbeitet die Gruppe „eng mit einem grossen Zementhersteller zusammen“, erläutert der SNF. Eine Alternative zu Beton ist nach Ansicht von Zunino unrealistisch. So brauche es „einen Wald in der Grösse Indiens“, um Beton durch Holz zu ersetzen. Auch ein komplett neuer Baustoff werde sich  „auf der Strasse in Nigeria, wo der Beton vielleicht auch mal mit den blossen Händen zusammengemischt wird“, kaum durchsetzen können. Mit einem klimafreundlichen und alltagstauglichen Beton aber hätte „die Industrie eine Lösung in der Hand, um ihre CO2-Ziele umzusetzen und CO2-Abgaben zu sparen“.

  • Ecospeed entwickelt Software zur CO2-Bilanzierung von Spitälern

    Ecospeed entwickelt Software zur CO2-Bilanzierung von Spitälern

    Die Ecospeed AG beginnt in Kürze mit dem sogenannten Roll-out ihrer Software zur CO2-Bilanzierung von Spitälern. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, sei die Entwicklungsarbeit nahezu abgeschlossen. „Unser Ziel ist es, den Krankenhäusern und ihren Betreibergesellschaften eine ganz einfach zu bedienende Software zur Gesamtbilanzierung der Treibhausgasemissionen zur Verfügung zu stellen“, wird Ecospeed-Geschäftsführer Christoph Hartmann zitiert. „Für diese Aufgabe bauen wir eine branchenspezifische Plattform auf.“

    Wie Hartmann weiter erklärt, werde jedes Krankenhaus die Software einsetzen können, „um seinen individuellen ,Corporate Carbon Footprint‘ zu ermitteln. Damit sind die Kliniken in der Lage, Handlungsfelder zu erkennen und die Pfade zur schrittweisen Dekarbonisierung zu planen.“ Auch Erfolge könnten damit dokumentiert werden. Ausserdem kämen die Spitäler der künftigen CSR-Berichtspflicht nach, mit der Unternehmen in der EU ab dem 1. Januar 2024 offenlegen müssen, wie und in welchem Umfang sie ihrer Verantwortung bezüglich der Auswirkungen auf Gesellschaft und Umwelt nachkommen.

    Erster Pilotkunde ist ein Krankenhausverbund mit 17 Kliniken im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Erste Ergebnisse liegen bereits vor. „Bei den direkten Emissionen zeigen sich grosse Unterschiede, die auf den Zustand der Gebäudehülle sowie das Alter und den Zustand der Heizungsanlagen zurückzuführen sind“, so Hartmann. „Die Scope 3-Emissionen sind aber deutlich höher, verursacht insbesondere durch die zugekauften Materialien und den Verkehr. Die erfassten und aufbereiteten Daten geben den Kliniken klare Hinweise, wo es Verbesserungspotenzial gibt.“

  • Holcim setzt sich ehrgeizigere Klimaziele

    Holcim setzt sich ehrgeizigere Klimaziele

    Holcim dokumentiert die Fortschritte bezüglich seiner Klimastrategie im nun veröffentlichten zweiten Klimabericht. Mit diesem Bericht gebe das Unternehmen, einer der grössten Baustoffproduzenten der Welt, auch seine beschleunigten Klimaziele bekannt, heisst es dazu in einer Medienmitteilung.

    Diese seien im Einklang mit dem 1,5 Grad-Rahmen der Scienced Based Targets Initiative aktualisiert worden, so Nachhaltigkeits- und Innovationschefin Magali Anderson. Holcim wolle „eine Vorreiterrolle beim kohlenstoffarmen und zirkulären Bauen“ einnehmen.

    Demnach hat Holcim die Investitionen in grüne Technologien 2022 um 15 Prozent auf 403 Millionen Franken erhöht. Aufgrund dessen konnte der Konzern den Angaben zufolge seine CO2-Emissionen pro Einheit Nettoumsatz um 21 Prozent senken. 2023 sollen es weitere 10 Prozent sein.

    Desweiteren verpflichtet sich Holcim, bis 2030 kumulativ 2 Milliarden Franken in ausgereifte Technologien zur CO2-Abscheidung aus der Luft zu investieren. Damit sollen pro Jahr mehr als 5 Millionen Tonnen CO2 aus der Atmosphäre entfernt werden.

    6,8 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfälle wurden in neuen Gebäuden wiederverwertet. Mit diesem Zwischenergebnis wird das Unternehmen voraussichtlich sein Ziel übertreffen, bis 2025 rund 10 Millionen Tonnen zu erreichen. „Wir setzen uns dafür ein“, so CEO Jan Jenisch, „kohlenstoffarmes und zirkuläres Bauen voranzutreiben und Gebäude nachhaltiger zu nutzen, um Städte zu bauen, die für Menschen und den Planeten funktionieren.“

    Dieser zweite Klimabericht wird der Generalversammlung am 4. Mai zur Abstimmung vorgelegt. Dies spiegelt laut der Mitteilung Holcims Verpflichtung wider, dem Aktionariat ein Mitspracherecht bei der Klimastrategie einzuräumen.

  • Beim Duschen Energie und CO2 einsparen

    Beim Duschen Energie und CO2 einsparen

    Warmes Wasser braucht in etwa so viel Energie wie das Heizen. Allein fürs Duschen wird bis zu 80 Prozent des gesamten Warmwassers benötigt. Doch während seit Jahren Entwicklungen im Fokus stehen, um effizienter und energiesparender zu heizen, fließt noch immer viel warmes Wasser einfach ungenutzt in den Abfluss. Doch das muss nicht sein! Die neue Kaldewi Duschrinne nutzt die Wärme des abfließenden Duschwassers, um damit das kalte Frischwasser auf dem Weg zur Duscharmatur vorzuwärmen. Ein in den Abfluss integrierter Wärmetauscher sorgt so für eine effiziente Wärmerückgewinnung. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit muss für eine angenehm warme Duschtemperatur deutlich weniger Heißwasser zugemischt werden. Das spart viel Energie, senkt spürbar die Kosten und verringert den CO2-Fußabdruck.

    Die neuen Duschrinnen wurden vom international renommierten Studio Aisslinger gestaltet und erfüllen höchste Designansprüche. Eine patentierte Handhabung zum einfachen Öffnen und Schließen der Abdeckung, große Flexibilität bei der Rinnenpositionierung sowie die große Maßvielfalt sind weitere überzeugende Argumente. Und mit exklusiven Farben und Oberflächen wird die Marken-Rinne zu einem wahren Schmuckstück im Bad.

  • Flumroc schmilzt Gestein künftig mit erneuerbarer Energie

    Flumroc schmilzt Gestein künftig mit erneuerbarer Energie

    Im Rahmen der umfassenden Erneuerungsarbeiten ersetzt die Steinwollproduzentin ihre bisher mit Kokskohle betriebenen Kupolöfen durch einen Elektroschmelzofen. Den Energiebedarf des Elektroschmelzofens wird die Flumroc AG vollständig mit zertifiziertem, nachhaltigem Strom aus Schweizer Wasserkraft abdecken. Mit der Umstellung des Produktionsprozesses senkt Flumroc ihren CO2-Ausstoss um 80 Prozent und verbessert damit ihren ökologischen Fussabdruck massiv. «Für die Zukunft brauchen wir in allen Bereichen klimafreundliche Lösungen – auch in der Industrie. Von der Erneuerung profitieren unsere Kunden, unsere Umwelt, der Standort Flums und unser Unternehmen», sagt Flumroc-Geschäftsführer Damian Gort. Die Inbetriebnahme der Anlagen erfolgt voraussichtlich im Sommer 2023. Nur noch ein kleiner Teil des Gesamtenergiebedarfs wird mit fossilen Energieträgern gedeckt.

  • Pflanzliche Dämmstoffe als CO2-Senke?

    Pflanzliche Dämmstoffe als CO2-Senke?

    Der Gebäudebereich ist der materialintensivste Sektor und einer der wichtigsten Treiber des globalen Klimawandels. Er ist verantwortlich für rund 40 Prozent des globalen Energieverbrauchs, für 30 Prozent der Treibhausgasemissionen und sorgt in der EU für 36 Prozent des anfallenden Abfalls. Nachdem in den letzten Jahrzehnten erhebliche Anstrengungen unternommen wurden, damit Gebäude weniger Energie verbrauchen, und im Betrieb des Gebäudeparks vermehrt erneuerbare Energie eingesetzt wird, haben sich die Treibhausgasemissionen hier merklich reduziert. Über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden spielt jedoch deren Erstellung sowie die Herstellung der Baustoffe ebenfalls eine wesentliche, im Vergleich zum Betrieb aber noch wenig beachtete Rolle. Bei modernen Gebäuden sind die «grauen» Treibhausgasemissionen, die auf die Erstellung des Gebäudes zurückgehen, ähnlich hoch wie die Emissionen aus dem Betrieb. Daher haben Baumaterialien, die der Atmosphäre langfristig CO2 entziehen, grosses Potenzial, den ökologischen Fussabdruck von Gebäuden zu senken.

    Wie sich CO2 langfristig binden lässt
    Ein neues Forschungsvorhaben von WissenschaftlerInnen um Jannis Wernery vom «Building Energy Materials and Components Lab» der Empa basiert auf der Idee, CO2 in neu entwickelten Dämmstoffen langfristig zu binden. Dazu sollen pflanzliche Rohstoffe – idealerweise Abfallprodukte aus der Land- und Forstwirtschaft – zu Dämmmaterialien für Gebäude verarbeitet werden. Der grösste Teil des in der Biomasse gebundenen Kohlenstoffs, den die Pflanzen während ihres Wachstums in Form von CO2 aus der Atmosphäre aufgenommen und gebunden haben, kann durch eine spezielle Hitzebehandlung dauerhaft fixiert werden; er bleibt in der so entstandenen «Pflanzenkohle» während der gesamten Lebensdauer des Gebäudes – und sogar weit darüber hinaus – gebunden: Wird dieses zurückgebaut, kann die Pflanzenkohle nämlich direkt in Äcker eingebracht werden. Dort erhöht sie die Fruchtbarkeit des Bodens und bleibt über Jahrhunderte bis Jahrtausende stabil – im Gegensatz zu anderen pflanzlichen Baustoffen, etwa Holz oder Zellulosedämmung, die bei der Verrottung oder thermischen Verwertung das gespeicherte CO2 wieder freisetzen.

    «Bis die Idee in die Praxis umgesetzt werden kann, gibt es aber noch viel zu tun», sagt Physiker Wernery, der sich mit seiner Forschungsgruppe an der Empa auf die Erforschung und Entwicklung von Dämmstoffen spezialisiert hat und für diesen neuen Ansatz auch mit Forschenden an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zusammenarbeitet. Dabei ist es unter anderem wichtig sicherzustellen, dass sämtliche Inhaltsstoffe der neuartigen Dämmmaterialien für eine spätere Verwendung als «Dünger» geeignet sind; ein marktfähiges Dämmmaterial muss natürlich auch punkto thermischer Isolation mit etablierten Produkten mithalten können sowie zudem einen ausreichenden Brandschutz gewährleisten.

    Empa-Forscher Wernery ist überzeugt, dass Pflanzenkohledämmung die CO2-Bilanz der Schweiz künftig deutlich verbessern könnte – wenn es gelingt, dieses anspruchsvolle «Anforderungsprofil» zu erfüllen. Eine erste Analyse hat gezeigt, dass sich durch einen realistischen Teilersatz konventioneller Dämmstoffe wie EPS oder Mineralwolle durch Pflanzenkohle gut eine halbe Million Tonnen CO2-Äquivalente jährlich einsparen liesse, einerseits durch Vermeidung von Emissionen bei der Produktion der konventionellen Materialien, andererseits durch die Langzeitspeicherung des CO2 in der Pflanzenkohle. Dies entspricht gut einem Prozent der gesamten Schweizer Treibhausgasemissionen.

    Finanzielle Unterstützung – gleich aus mehreren Quellen
    Ein ambitioniertes Konzept mit einem grossen Potenzial – das fanden auch diverse Förderinstitutionen und unterstützen daher Wernerys Ansatz finanziell: Nämlich die Minerva-Stiftung, die sich unter anderem für einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen einsetzt, der ETH-Rat sowie das Bundesamt für Energie (BFE). Nicht zuletzt hat zudem erst vor kurzem der Klimafonds vom Stadtwerk Winterthur für die Erarbeitung der Grundlagen einen Förderbeitrag gesprochen, der aus freiwilligen Beiträgen von zwei Rappen pro bezogener Kilowattstunde Strom der Kundinnen und Kunden vom Stadtwerk Winterthur stammt.

  • Rechner von Madaster zeigt CO2-Fussabdruck von Gebäuden

    Rechner von Madaster zeigt CO2-Fussabdruck von Gebäuden

    Die Madaster Services Schweiz AG hat einen CO2-Rechner aufgelegt. Mit dessen Hilfe lässt sich laut einer Medienmitteilung das in einem Bauwerk gebundene CO2 auf Knopfdruck bestimmen. Der CO2-Rechner kann sowohl bei neuen als auch bei Bestandsimmobilien zum Einsatz kommen.

    Die Informationen schöpft der CO2-Rechner aus Modellen des sogenannten Building Information Modeling (BIM) mit maschinell auslesbaren Umwelt-Produkt-Daten. Dabei werden alle relevanten Bauwerksdaten digital modelliert, kombiniert und erfasst. Diese Daten werden in Zusammenarbeit mit der in Deutschland ansässigen EPEA GmbH (Environmental Protection Encouragement Agency) generiert, dem Innovationspartner für umweltverträgliche und kreislauffähige Industrieprodukte, Gebäude und Stadtquartiere. Das Ergebnis wird im gängigen Format Kilogramm CO2-Äquivalent pro Quadratmeter bereitgestellt.

    Madaster ist ein Online-Register für Materialien, Komponenten und Produkte in der gebauten Umgebung. Ziel von Madaster ist die Förderung der Kreislaufwirtschaft im Bau- und Immobiliensektor der Schweiz. Dafür stellt das Unternehmen Materialpässe aus. Denn „Material mit Identität behält seinen Wert“, so Madaster in einer Video-Präsentation.

    ­Der CO2-Rechner soll für Eigentümer von Liegenschaften mehr Transparenz schaffen. Madaster rechnet damit, dass sich der CO2-Fussabdruck künftig auf die finanzielle Bewertung der Materialien auswirkt, indem die CO2-Bepreisung vom Materialwert abgezogen wird. Ausserdem, so heisst es in der Mitteilung, ermögliche dieser Rechner in Zukunft eine Kopplung des Zirkularitätsindex mit den CO2-Emissionen.

  • Ernst Schweizer ist Energiewendemacher 2022

    Ernst Schweizer ist Energiewendemacher 2022

    Die Ernst Schweizer AG wurde gemäss einer Medienmitteilung für ihr Projekt Klimaoptimiertes Photovoltaik-Montagesystem MSP beim 8. nationalen Kongress von AEE Suisse als eine von acht Innovationen im Energiesektor zum Energiewendemacher 2022 ernannt.

    Das für die Positionierung von Solarmodulen entwickelte Montagesystem MSP schafft die bauliche Grundlage zur Anbringung von Photovoltaikmodulen und damit für die Solarstromproduktion. Es lässt sich Unternehmensangaben zufolge jeder Dachtopografie anpassen und nutzt emissionsarm erzeugtes Aluminium mit einem überdurchschnittlichen Recycling-Anteil. Diese klimaoptimierte Bauweise verspreche im laufenden Jahr eine CO2-Ersparnis von voraussichtlich 7400 Tonnen im Vergleich zum EU-Durchschnitt für die gleiche Produktionsmenge.

    Von zentraler Bedeutung und in der Branche selten sei zudem die Eigenschaft des MSP-Systems, die erzeugten Treibhausgasemissionen der jeweiligen Photovoltaikinstallation transparent aufzuzeigen. „Umweltbewusste Investoren, Architekten, Planer und Installateure können so den CO2-Fussabdruck ihres Bauvorhabens optimieren“, heisst es.

    AEE Suisse ist die Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz und vertritt gemäss eigener Angaben 35’000 Unternehmen und Energieversorger aus 32 Branchenverbänden.

  • UBS arbeitet mit Climeworks und neustark zusammen

    UBS arbeitet mit Climeworks und neustark zusammen

    Die UBS ist mit Climeworks und neustark eine langfristige Zusammenarbeit eingegangen. Die beiden Cleantech-Unternehmen sollen laut Medienmitteilung der UBS für das Bankhaus insgesamt 39’500 Tonnen CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen. Die Vereinbarung hat eine Laufzeit von 13 Jahren. Sie soll Climeworks und neustark Planungssicherheit geben und einen Beitrag zum Netto-Null-Ziel der UBS bis 2025 liefern.

    Sowohl Climeworks als auch neustark sind Ausgliederungen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Beide widmen sich der dauerhaften Entfernung von CO2 aus der Luft, aber mit je unterschiedlichen Methoden.

    Climeworks mit Sitz in Zürich zählt mit einer Marktkapitalisierung von über 1 Milliarde Franken mittlerweile zu den sogenannten Einhörnern. Das Unternehmen scheidet in seiner mit erneuerbaren Energien in Island betriebenen Anlage Orca CO2 aus der Luft ab. Anschliessend wird es mit der Carbfix-Methode für Tausende von Jahren unterirdisch in Basaltgestein gespeichert. Orca ist die grösste Anlage zur CO2-Abscheidung und -speicherung der Welt.

    Neustark aus Bern speichert das der Luft entnommene CO2 dauerhaft in Recyclingbeton. Das so angereicherte Betongranulat erlaubt die Reduktion des Zementanteils in Frischbeton und verbessert dessen Klimabilanz um etwa 10 Prozent. Damit ermöglicht neustark die Produktion des gemäss eigenen Angaben klimafreundlichsten Betons der Schweiz.

    „Mit dieser Verpflichtung zeigt UBS ihre Vorreiterrolle im Bereich des Klimaschutzes und inspiriert hoffentlich andere, diesem Beispiel zu folgen“, wird Valentin Gutknecht, Mitgründer und Co-CEO von neustark zitiert. „Langfristige Abnahmeverträge sind eine wichtige Voraussetzung für die dringend erforderliche Ausweitung von Technologien zur Kohlendioxidabscheidung.“

  • Klimaneutral bis 2050

    Klimaneutral bis 2050

    Viele Hausbesitzer können sich eine Sanierung nicht leisten. Mit langfristigen Darlehen sollen nun Bauherren unterstützt werden, die ihre Immobilie klimatauglich machen möchten, aber nicht über ausreichend Finanzmittel verfügen oder ihr Geld lieber in ihr Kerngeschäft investieren. So will es zumindest der Staat. Ob und wie das machbar ist, bleibt noch fraglich. Denn die dafür vorgesehenen Finanzinstitute, wie beispielsweise Banken und Versicherungen, sind an Darlehen mit Laufzeiten über mehr als 30 Jahren kaum interessiert. Der Bund will deshalb als Sicherheitsgarant auftreten. In einem Pilotprojekt in Bern soll nun geprüft werden, ob diese Finanzierungsidee realistisch ist.

    Einen anderen Weg schlägt die Zuger Energeek Group AG vor. «Mit Energeek®, das Solar Panel mit Miete für Sie», bringt sie Menschen dazu, in Solarenergie zu investieren, egal ob mit oder ohne Immobilien- oder Grundbesitz. Energeek stellt die Solarpanels und die Immobilienprojekte. Wer investieren möchte, kann ein oder mehrere Panels online kaufen und diese im Anschluss an eine Projektgesellschaft vermieten. Beim Erwerb profitiert der Käufer sofort auch von der Einmalvergütung (EIV), den Fördergeldern des Bundes für Solaranlagen. Die erworbenen Panels werden in einen grösseren Panelverbund integriert, der nachhaltig Strom erzeugt; der Käufer von diesen Panels wird so zum Stromproduzenten durch erneuerbare Energie mit Recht auf Mieteinnahmen. Ein Mindestmietpreis wird beim Vertragsabschluss garantiert. Mietanpassungen nach oben sind dagegen jederzeit möglich. Beispielsweise wenn der Strompreis mit der Teuerung steigt. Die erworbenen Solar Panels können zudem jederzeit zusammen mit dem Mietvertrag und dem dazugehörenden Mietertrag weiterverkauft, vererbt oder verschenkt werden.

    Ein weiterer grosser Vorteil: damit Solar Panels und die Projekte sehr effizient arbeiten, werden wann immer möglich und ergänzend, zu der fest installierten PV-Fläche, Solar-Tracker eingesetzt. Mit diesen werden die Panels nicht fest installiert, sondern drehen sich nach der Sonne. Das heisst, dass zum Beispiel auch Morgen- und Abendsonne optimal genutzt wird. Oder an einem wolkigen Tag die kleinste Wolkenlücke entdeckt und zur Stromproduktion nutzt. Hierdurch wird eine Produktionssteigerung von zusätzlichen + 63% kWh im Durchschnitt erreicht. Dies im Vergleich zu fest installierten Solar Panels.

    Die Energeek Group AG stellt die Projekte, bei welchen Solar Panels gekauft werden können, jeweils auf ihrer Webseite vor. An welches Projekt die erworbenen Panels vermietet werden sollen, kann der Käufer so selbst bestimmen. Zum Angebot steht zum Beispiel derzeit ein Projekt auf einem Pferdehof und Hotel in den Freibergen. Dort errichtet die Gruppe zusammen mit ihren zertifizierten Partnern auf einer Fläche von geplanten 1’590 Quadratmetern Photovoltaik Systeme und versorgt so die Hotel-Gebäudeinfrastruktur, Nachbarn, Wärmepumpe und E-Ladestation(en) mit Elektrizität. Ein Panel kostet bei diesem Projekt momentan etwas mehr als CHF 900, die jährlichen Mieteinnahmen liegen bei CHF 82,50. Eine ansehnliche Rendite also.
    Weitere Infos auf www.energeek.biz

  • Whitepaper: Energetische Sanierungen als Chance

    Whitepaper: Energetische Sanierungen als Chance

    Mit dem Wissen, dass der Gebäudesektor etwa einen Viertel der Emissionen verursacht, ist es dringend notwendig, dass der Gebäudebestand saniert wird. Denn die wenigen klimafreundlichen und energieeffizienten Neubauten werden keinen grossen Effekt auf den gesamten Sektor haben. Im Moment befinden wir uns in einem Sanierungsstau. Die aktuelle Sanierungsrate von einem Prozent muss verdoppelt werden, damit die Klimaziele erreicht werden können.

    Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass bei Erneuerungsprozessen die energetische Sanierung im Vergleich zu Ersatzneubauten noch zu wenig beachtet wird. Oftmals fehlen den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern grundsätzliche Informationen, die ihnen die ökonomischen, ökologischen und sozialen Potenziale energetischer Sanierungen aufzeigen. Das Whitepaper soll genau dazu einen Beitrag leisten. Es gibt eine grundlegende Übersicht über Dringlichkeit, gesetzlichen Rahmen, Nutzen, Chancen und mögliche Strategien von energetischen Sanierungen.

    Ausgezeichnete Entscheidungsgrundlagen bilden beispielsweise die Ergebnisse einer Ökobilanz (Lebenszyklusanalyse, LCA) und einer Analyse der Lebenszykluskosten (LCC). Diese quantitativen Bewertungsmethoden berücksichtigen den gesamten Gebäudelebenszyklus.

    Zum Whitepaper

    Umfassende Sanierung Grosssiedlung Webermühle
    Ein Beispiel einer erfolgreichen Sanierung ist die Grossüberbauung Webermühle in Neuenhof. 368 Mietwohnungen mit rund 1’500 Bewohnenden beherbergt die 1984 bezogene ehemalige Göhner-Siedlung, die seit 2008 im Besitz eines Immobilienfonds von Credit Suisse Asset Management ist.

    Kernstück der energetischen Sanierung der Webermühle ist die Neuausrichtung der Wärmeversorgung. Dazu definierte die Bauherrschaft von Beginn weg ein klares Ziel: Die Wärmeversorgung sollte künftig zu mindestens 70% CO₂-frei sein. Aufgrund der Grösse der Anlage wollte Credit Suisse Asset Management den Ersatz des Heizsystems durch einen Contractor vornehmen, statt selber Wärme zu produzieren. Die Nachhaltigkeit der von ewz vorgeschlagenen Lösung mit einer Flusswasserwärmepumpe hat die Bauherrschaft überzeugt.

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  • Microsoft kauft CO2-Zertifikate von neustark

    Microsoft kauft CO2-Zertifikate von neustark

    Der Technologieriese Microsoft setzt bei der Reduzierung seines CO2-Fussabdrucks auf das Jungunternehmen neustark. Die Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) mit Sitz in Bern hat eine Technologie entwickelt, mit der CO2 aus der Atmosphäre dauerhaft in Recyclingbeton gespeichert werden kann. Dafür wird flüssiges CO2 in Abbruchmaterial eingeleitet. Die Technologie der Firma ist bereits mehrfach in einer Pilotanlage getestet worden.

    Neustark setzt im Rahmen seines Geschäftsmodells auch auf den Verkauf von CO2-Zertifikaten. Damit können Unternehmen ihren CO2-Ausstoss kompensieren. Microsoft wird einer Medienmitteilung zufolge solche Zertifikate von neustark beziehen. Das Technologieunternehmen will bis 2030 mehr CO2 aus der Atmosphäre entfernen als es selbst ausstösst.

    „Microsoft hat sich für neustarks technologiebasierte Lösung für Carbon Removal entschieden, weil die Leistung bereits 2022 erbracht werden kann und ein erhebliches Skalierungspotenzial hat“, heisst es in der Mitteilung.

    Weiter wird Microsoft neustark auch im Rahmen seines Förderprogramms für Schweizer Start-ups unterstützen. Dabei erhält das Jungunternehmen kostenlosen Zugriff auf verschiedene Software-Lösungen von Microsoft.