Schlagwort: CO2

  • Papieri erstes «2000-Watt-Areal» im Kanton Zug

    Papieri erstes «2000-Watt-Areal» im Kanton Zug

    Mehr als 360 Jahre prägte die Papierfabrik die Gemeinde Cham und die Region Zug West. Nun entsteht auf dem ehemaligen Industrie-Areal ein neues Wohn- und Arbeitsquartier mit industriellem Charme. Direkt an der Lorze werden prägende Bestandesbauten mit markanten Neubauten ergänzt und nachhaltig realisiert. Die Geschichte wird weitergesponnen und Brücken werden geschlagen zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Mensch und Natur, zwischen Wohnen und Arbeiten. Dabei spielt «Nachhaltigkeit» seit Beginn der Arealentwicklung als gesamtheitliches Thema eine wichtige Rolle. Die Cham Group als Bauherrschaft hatte sich schon früh im Planungsprozess zu den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft bekannt und den Entscheid einer fossilfreien Wärmeversorgung aus Überzeugung und noch vor der Absicht einer Zertifizierung gefasst. Als krönender Abschluss der stetigen Nachhaltigkeits-Bemühungen wurde der Papieri heute als erstes Areal im Kanton Zug das «2000-Watt-Areal»-Zertifikat überreicht. Im Namen des Bundesamtes für Energie dankte Daniel Kellenberger der Cham Group für ihr Engagement und ihre Beharrlichkeit, nicht nur von Energie- und CO2-Zielen zu reden, sondern diese unter anderem mit dem Zertifikat «2000-Watt-Areal» konkret umzusetzen.

    Null CO2-Emission
    Das Papieri-Areal bietet komplett neue Grundlagen für eine energieeffiziente, klimaneutrale und nachhaltige Gesellschaft. Damit ist es schweizweit ein Pionierprojekt. Praktisch seit Beginn der Arealentwicklung entschied sich die Cham Group, bei der Wärmeerzeugung komplett auf fossile Energieträger zu verzichten, und voll auf die günstigen Standortfaktoren mit Wasserkraft, Erdsondenfeldern und Photovoltaik zu setzen. Highlight des Areals ist das komplett CO2-freie Energiesystem. Die gesamte Energieversorgung auf dem Areal beruht auf 100% erneuerbaren Energien. Erreicht wird dies mittels Erdsonden und einer Flusswasser-Fassung, welche über Wärmepumpen je ein zentrales Wärme- und Kältenetz bedienen. Dank eines ZEV (Zusammenschluss zum Eigenverbrauch) mit dem erneuerten Kleinwasserkraftwerk an der Lorze und grossflächigen Photovoltaik-Anlagen von 6’500m2 auf den Neubauten können rund 40% der gesamthaft benötigten Energie vor Ort erzeugt werden. «Zudem werden in praktisch jedem Projekt weitere Aspekte einer umfassenden Nachhaltigkeit ausgelotet, sei es durch «Gebäuderecycling», d.h. intelligente Umnutzung des Bestandes, den Einsatz von CO2-optimierten Konstruktionsprinzipien wie Holzbau, oder durch intelligente Sharing-Angebote im Bereich der Mobilität,» führt Lukas Fehr, Leiter Entwicklung der Cham Group aus.

    Leuchtturm-Charakter für Gemeinde und Kanton
    Schweizweit wurden bisher erst 43 Areale vom Bundesamt für Energie mit diesem Label zertifiziert –
    26 davon als 2000-Watt-Areal «in Entwicklung». Dass der Kanton Zug dabei eine Rolle spielt, freut auch Regierungsrat Florian Weber. «100 Prozent für 2000 Watt: Die Cham Group erschliesst beim Papieri-Areal das neue Zeitalter der umfassenden und nachhaltigen Energiekonzeption für Grossüberbauungen», so der Baudirektor. Als Energiestadt Gold feiert auch die Einwohnergemeinde Cham die Auszeichnung der Papieri als «2000-Watt-Areal». «Die Auszeichnung ist ein Gütesiegel für die Areal-Entwicklung der Cham Group, Ansporn für andere und deckt sich zeitgleich mit dem Engagement der Gemeinde für den Klimaschutz. Schliesslich will Cham verwaltungsintern bereits 2030 klimaneutral werden; bis 2050 sollen sogar für das ganze Gemeindegebiet «Netto-Null»-Treibhausgasemissionen erreicht werden», erklärt Drin Alaj, Vorsteher Verkehr und Sicherheit der Einwohnergemeinde Cham. Und Gemeindepräsident Georges Helfenstein ergänzt: «Wir sehen die Entwicklungen auf dem Papieri-Areal als Chance und freuen uns über diese Zertifizierung sowie auf das neue, pulsierende und nun auch zertifiziert nachhaltige Quartier».

    Vermarktungsstart der ersten Büro- und Gewerberäume
    Am 10. Februar 2022 erfolgt auf der Webseite papieri-cham.ch der Vermietungsstart der Laden-, Büro- und Gewerbeflächen in den Erdgeschossen der Objekte der ersten Bauetappe, welche Ende 2022 bezugsbereit sind. Das Papieri-Areal bietet Raum für jedes Businessmodell und unterschiedliche Unternehmensgrössen. Nicht austauschbar und beliebig, sondern nachhaltig, durchdacht und mitten in einem lebendigen Quartier.

  • Holcim und Eni wollen CO2 in Zement speichern

    Holcim und Eni wollen CO2 in Zement speichern

    Der Zuger Baustoffspezialist Holcim spannt mit dem in Rom ansässigen Energieunternehmen Eni zusammen. Gemeinsam wollen sie untersuchen, wie sich Kohlenstoffdioxid (CO2) abscheiden, in dem Mineral Olivin speichern und anschliessend in Zement einbauen lässt, heisst es in einer Medienmitteilung. Damit will Holcim den ökologischen Fussabdruck seines Betriebes weltweit verringern und sein Angebot an nachhaltigem Zement erweitern.

    Eni verfügt über Wissen, wie sich CO2 abscheiden und mineralisieren lässt, um es in Olivin zu speichern. Im Innovationszentrum von Holcim wollen Forschende „die Verwendung dieses karbonisierten Olivins als neuen emissionsarmen Rohstoff für die Formulierung eines grünen Zements untersuchen“, heisst es in der Medienmitteilung. Das Forschungsteam von Holcim will sich dabei auf die Charakterisierung der mechanischen Eigenschaften von karbonisiertem Olivin in der Betonproduktion konzentrieren.

    Olivin ist ein auf der Erde weit verbreitetes Mineral. Dies in Kombination mit den weltweiten Aktivitäten von Holcim und Eni würde diese Lösung „in hohem Masse skalierbar machen“ und so Materialien für umweltfreundliches Bauen weltweit ermöglichen.

    Die Partnerschaft mit Eni ist eines von weltweit 30 Projekten von Holcim, die sich mit Lösungen zur Abscheidung, Nutzung und Speicherung von Kohlenstoffdioxid beschäftigen.

  • Zürich investiert 573 Millionen Franken in die Fernwärme

    Zürich investiert 573 Millionen Franken in die Fernwärme

    Die Stadt Zürich hat über die Verabschiedung des Rahmenkredits „Thermische Netze des Elektrizitätswerks“ in Höhe von 573 Millionen Franken in einer Medienmitteilung informiert. Der Betrag soll in den Umstieg von fossiler zu erneuerbarer Heiz- und Kälteversorgung in der Stadt fliessen und den zur Erreichung des Klimaziels erforderlichen Umbau der Wärmeversorgung finanziell absichern. Die Stimmberechtigten sollen in 2022 über die Bewilligung entscheiden.

    Die Weichen für die klimapolitischen Ausbaupläne Netto Null 2040 des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (ewz) stellte die Stadt im Frühjahr 2021 mit der Eröffnung der Beratungsstelle Wärme Zürich. Mit der Wärmeversorgungsverordnung wurde im November 2021 das rechtliche Fundament gelegt.

    Die städtische, in sechs Teilprojekte unterteilte Massnahme leiste einen „wichtigen Beitrag bei der Dekarbonisierung im Wärmebereich“, wird Stadtrat Michael Baumer zitiert. Der finanzielle Puffer sei „nur ein erster Schritt, die eigentliche Arbeit beginnt erst“, kündigt Baumer an.

  • Künstliche Intelligenz analysiert CO2-Ausstoss des Verkehrs

    Künstliche Intelligenz analysiert CO2-Ausstoss des Verkehrs

    Eine an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) entwickelte Analysemethode kann Aussagen darüber treffen, wie sich der Verbrauch der Fahrzeugflotte eines Landes von Jahr zu Jahr verändert. Diese neue Methode basiert auf Mathematik und Deep Learning-Techniken. Laut einer Mitteilung ist sie in der Lage aufzuzeigen, wo die Politik sowie Autokäuferinnen und -käufer ansetzen könnten, um die CO2-Emissionen zu reduzieren.

    Das zu analysieren, sei in den vergangenen Jahren zunehmend schwierig geworden. Denn Fahrzeuge liessen sich aufgrund technischer Neuerungen nicht mehr in klassische Segmente wie Klein-, Mittel- und Oberklasse einteilen. Zudem würden Neufahrzeuge immer grösser und schwerer. Dazu nähmen die Hubräume ab, bei gleichzeitig immer besseren Wirkungsgraden der Motoren.

    Deshalb bezeichnet die Empa-Abteilung Fahrzeugantriebssysteme ihre Analysetechnik als „wichtigen Durchbruch“: Sie ermögliche es, „die CO2-Emissionen separat zu bewerten und durch die Analyse grosser Datenbanken eine genaue automatische Fahrzeugklassifizierung vorzunehmen“, erläutert Forscherin Naghmeh Niroomand. „Dies erleichtert die Analyse von Flottenveränderungen in einem Land oder einem grossen Unternehmen.“ Dank dieser neuen Methode würden „subjektive und expertenbasierte Faktoren“ beseitigt und die Datenbanken aus der ganzen Welt vergleichbar.

    Für die Schweiz konnte das Team die durchschnittlichen CO2-Emissionen neu zugelassener Personenwagen berechnen. Wären weniger schwere Fahrzeuge wie SUVs auf Schweizer Strassen unterwegs, würde dies die Dekarbonisierung am wirksamsten voranbringen, so Niroomand. Hilfreich wäre es auch, Fahrzeuge mit geringerer Leistung in derselben Fahrzeugklasse zu kaufen.

  • In Zug entsteht Meilenstein für nachhaltiges Bauen

    In Zug entsteht Meilenstein für nachhaltiges Bauen

    Das Bauprojekt für das neue Produktions- und Montagegebäude der V-ZUG namens Zephyr Ost im Tech Cluster Zug ist das bislang grösste, bei dem CO2-angereicherter Beton zum Einsatz kommt. Er entsteht aus Recyclingbeton des Baustoffkonzerns Holcim, der durch ein Verfahren von neustark mit CO2 angereichert wird. Die Bauarbeiten sind laut einer Medienmitteilung am Mittwoch gestartet. Das Gebäude soll 2023 in Dienst gestellt werden.

    Für diesen klimafreundlichen Beton wird zum ersten Mal CO2 aus der Schweiz eingesetzt. Das in Bern ansässige und 2019 aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) ausgegliederte Start-up neustark gewinnt das CO2 aus der Abwasserreinigungsanlage der ara region bern AG.

    Das rezyklierte Granulat für die Betonproduktion wird von der Recycling-Aufbereitungsanlage Arge EvoREC in Oberdorf NW aufbereitet. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen der Holcim Kies und Beton AG und der Zimmermann Umweltlogistik AG. Anschliessend wird das Granulat mit dem Trockenverfahren von neustark karbonatisiert. Die Technologie sei in den vergangenen Monaten getestet worden und werde nun kommerziell eingesetzt.

    Mit dem Einsatz von 4200 Kubikmeter Recyclingbeton und der CO2-Bindung werde im Vergleich zu einer konventionellen Bauweise insgesamt eine Einsparung von 71 Tonnen CO2 erreicht. Das entspreche etwa der jährlichen CO2-Aufnahme von 3500 Schweizer Tannen.

    „Wir freuen uns, mithilfe des innovativen neustark-Verfahrens unserer Vision einer klimaneutralen und zirkulären Betonproduktion einen Schritt näher zu kommen“, so Giovanni Barbarani, Head Concrete Performance bei Holcim Schweiz. „Dieses Projekt ist ein Meilenstein auf dem Weg zum nachhaltigen Bauen in der Schweiz, auch dank seiner Regionalität und kurzer Transportwege.“

    Die Metall Zug Gruppe will im Tech Cluster Zug „ein neues Stück Stadt für ein industriell geprägtes Ökosystem“ schaffen. Dort sollen auch andere Industriebetriebe, Start-ups, technologienahe Dienstleister, Ausbildungseinrichtungen und Wohnungen angesiedelt werden.

  • Zweiter Wärmeverbund für Steinhausen ist finanzierbar

    Zweiter Wärmeverbund für Steinhausen ist finanzierbar

    Bau und Betrieb eines zweiten Wärmeverbunds für die Gemeinde Steinhausen sind wirtschaftlich realisierbar. Das bestätigt eine Machbarkeitsstudie, die WWZ Energie und die Gemeinde vor einem Jahr begonnen haben. Deren Ergebnisse werden der Bevölkerung laut einer Medienmitteilung beider Akteure am 20. Oktober um 19.30 Uhr im Gemeindesaal Steinhausen präsentiert.

    Sie zeigen, dass in weiten Teilen der Gemeinde die Voraussetzungen bezüglich Energiedichte und -nachfrage für den Bau und den wirtschaftlichen Betrieb eines zweiten und grösseren Verbunds gegeben sind. Dieser soll mit regionalem Holz als Energiequelle betrieben werden.

    Der Wärmeverbund Steinhausen Zentrum ist seit 2017 in Betrieb. Mit diesem könne der neue Verbund mittelfristig ebenso verbunden werden wie mit dem von WWZ geplanten Wärmeverbund Ennetsee. Das erhöhe die Versorgungssicherheit und erlaube eine effiziente Dimensionierung der Heizzentrale.

    „Der Wärmeverbund, wie wir ihn mit WWZ planen, leistet einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050“, so Gemeindepräsident Hans Staub. Darüber hinaus steigere er „die Attraktivität und Lebensqualität in unserer Gemeinde“.

  • Bund nutzt Geothermie für Gebäude

    Bund nutzt Geothermie für Gebäude

    Die meisten Gebäude des Nationalen Sportzentrums in Magglingen werden aktuell mit Gas beheizt, wie aus einer Medienmitteilung des Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL) hervorgeht. Das BBL realisiert aktuell eine Reihe von Neubau- und Sanierungsprojekten für das Bundesamt für Sport am Sportzentrum. Dabei wird erstmals vom Bund Geothermie für die Wärmeversorgung von Gebäuden eingesetzt. Ein neues Fernwärmenetz wird sowohl die bestehenden als auch die neuen Gebäude versorgen.

    Für die Wärmeversorgung wird Erdwärme aus einer Tiefe von 1300 Metern genutzt. Es wird erwartet, dass das geförderte Wasser eine Temperatur von 30 bis 50 Grad Celsius hat. Dazu werden zwei Bohrschächte realisiert. Über einen wird das warme Wasser nach oben gepumpt, über den anderen das abgekühlte Wasser wieder in die Tiefe gelassen. Zwischendurch entnimmt ein Wärmetauscher an der Oberfläche dem Wasser die Wärme und nutzt diese für die Versorgung der Gebäude.

    Während aktuell mit der Gasversorgung jährlich ein CO2-Ausstoss von 1300 Tonnen entsteht, soll dieser in Zukunft nur noch 70 Tonnen betragen.

  • Schweiz hat hohes Potenzial an geothermischer Energie

    Schweiz hat hohes Potenzial an geothermischer Energie

    Bei der Nutzung alternativer Energiequellen wie der geothermischer Energie und bei der unterirdischen Speicherung von CO2 hat die Schweiz beträchtliches Potenzial. Das geht aus einer Medienmitteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) hervor. Professor Lyesse Laloui von der Fakultät für Architektur, Bau- und Umweltingenieurwesen (ENAC) an der EPFL war Leiter der Forschungsgruppe zur Geoenergie im Rahmen des von 2013 bis 2020 laufenden Förderprogramms Energie der Innosuisse. Es wurden acht Kompetenzzentren eingerichtet. Die EPFL war federführend im Bereich der Geoenergie. Laloui ist Autor des Kapitels dazu im Schlussbericht der Innosuisse.

    Lyesse Laloui sieht ein grosses Potenzial für die Nutzung von geothermischer Energie. Die Schweizer Regierung hat für 2035 das Ziel ausgegeben, 11 Prozent der für die Heizung und Kühlung von Gebäuden verwendeten Energie aus geothermischer Energie zu gewinnen. Laloui geht von über 20 Prozent aus. „Die Projektergebnisse zeigen, dass dieser Anteil leicht verdoppelt werden könnte“, wird er in der Mitteilung zitiert. Untersucht wurden auch die Möglichkeiten der Nutzung geothermischer Energie zur Stromerzeugung. Laloui weist dazu auf Probleme etwa bei der Tiefenbohrung ohne Auslösen seismischer Bewegungen hin. „Eines Tages werden wir es sicher schaffen, aber wir sind noch nicht so weit.“

    Gute Möglichkeiten ergeben sich laut dem Bericht Lalouis bei der unterirdischen Speicherung von CO2-Emissionen in der Schweiz, vor allem im Mittelland von Freiburg bis Zürich. Von den rund 40 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent, die in der Schweiz jährlich emittiert werden, könnten etwa 12 Millionen unterirdisch gelagert werden, wird Professor Laloui zitiert.

  • UZH will auf begrüntem Dach Strom erzeugen

    UZH will auf begrüntem Dach Strom erzeugen

    Die Universität Zürich soll bis 2028 mit dem FORUM UZH ein neues Lehr- und Lernzentrum erhalten. Das kantonale Hochbauamt hat laut einer Mitteilung am Montag die Bauvoreingabe eingereicht. Danach wird das vom Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfene siebenstöckige Gebäude als Holzhybridbau mit einem Tragwerk aus Beton errichtet werden. Die Verwendung von Holz soll so viel CO2 einsparen, wie für den Bau von 77 Einfamilienhäusern benötigt wird.

    Das Dach soll intensiv begrünt werden und damit die Kühlung im Sommer und die Wärmedämmung im Winter verbessern. Zugleich erhält das Dach eine Photovoltaikanlage. Diese soll etwa 150 Megawattstunden pro Jahr erzeugen, genug Strom für 50 Haushalte.

    Der Bau soll 2024 beginnen. Das Gebäude soll künftig 700 Arbeitsplätze für Studierende umfassen und Arbeitsraum für 6000 Angehörige der Universität.

  • ewz rüstet 70 Aldi-Dächer mit Solarmodulen aus

    ewz rüstet 70 Aldi-Dächer mit Solarmodulen aus

    Rund 70 Filialen von Aldi Suisse können bereits jetzt oder in naher Zukunft selbstproduzierten Solarstrom verwenden. Laut einer Medienmitteilung von Aldi befindet sich „eines der grössten Sonnenenergieprojekte der Schweiz“ auf der Zielgeraden. Auf den etwa 70 Aldi-Suisse-Filialdächern werden dann insgesamt 45’000 Solarmodule verbaut worden sein. Installiert und betrieben werden die Photovoltaikanlagen von ewz.

    Der daraus generierte Strom von rund 14 Millionen Kilowattstunden entspreche etwa dem Jahresverbrauch von 5000 Haushalten. Gemeinsam mit der „grössten zusammenhängenden Solaranlage der Schweiz“ auf dem Dach des Aldi Suisse-Verteilzentrums in Perlen ZH würden dann insgesamt über 22 Millionen Kilowattstunden Strom produziert. Damit könnten etwa 8400 Haushalte ein Jahr lang versorgt werden.

    Den Grossteil davon verbrauche Aldi Suisse etwa für Beleuchtung oder Kühlung der eigenen Filialbetriebe und für Elektroladestationen. Sie seien bislang an 10 Prozent der Standorte errichtet worden. Überschüsse würden von ewz ins Netz eingespeist. „Wir sind stolz“, so Aldi-Landesgeschäftsführer Jérôme Meyer, „dass wir mit Sonnenenergieprojekten wie diesem dazu beitragen, den unternehmenseigenen CO2-Fussabdruck weiter systematisch zu verringern“.

  • Sulzer und Blue Planet arbeiten an CO2-negativem Beton

    Sulzer und Blue Planet arbeiten an CO2-negativem Beton

    Sulzer und Blue Planet wollen gemeinsam den Wandel zu einer nachhaltigen Zementindustrie beschleunigen. Dafür sind sie nun eine Partnerschaft eingegangen. Der kalifornische Spezialist für CO2-Abscheidung und -Mineralisierung nutzt Technologien des Winterthurer Unternehmens zur CO2-Reduzierung, um Treibhausgasemissionen aus dem industriellen Betrieb zu senken.

    Laut einer Medienmitteilung von Sulzer hat Blue Planet hat eine profitables System zur CO2-Abscheidung, -Nutzung und -Lagerung entwickelt, das CO2 aus einer Vielzahl von Emissionsquellen wie Kraftwerken, Raffinerien, Stahl- und Zementwerken abscheidet. Das CO2 wird in fester, kristalliner Form mineralisiert und damit dauerhaft gebunden. Das Granulat wird Beton als 70- bis 90-prozentiger Hauptbestandteil beigefügt. Wie üblich werden diese Zuschlagstoffe dann durch Zement gebunden. Zement trägt mit einem Anteil von 7 Prozent wesentlich zu den globalen CO2-Emissionen bei. Doch werde der CO2-Fussabdruck des Zements im Beton durch das in den synthetischen Kalksteinzuschlägen gebundene CO2 „mehr als kompensiert“, so Sulzer.

    „Wir freuen uns, unsere Expertise für zirkuläre Anwendungen in ein solch zukunftsweisendes Projekt einbringen zu können“, wird Sulzers Divisionsleiter Chemtech, Torsten Wintergerste, in der Mitteilung zitiert. „Es wird dazu beitragen, die Kohlenstoffemissionen aus industriellen Anwendungen und dem Zemetsektor zu reduzieren – ein Hauptanliegen unserer Kunden.“

  • Gebäude der Zürcher Stadtverwaltung werden CO2-neutral

    Gebäude der Zürcher Stadtverwaltung werden CO2-neutral

    Bis 2035 sollen alle Liegenschaften der städtischen Verwaltung CO2-neutral werden, wie aus einer Medienmitteilung der Stadt Zürich hervorgeht. Dafür hat Stadtrat André Odermatt (SP), Vorsteher des Hochbaudepartements, diese Woche eine Strategie vorgestellt.

    Ein grosser Teil der Betriebsemissionen ist laut Mitteilung auf die fossile Wärmeerzeugung zurückzuführen. Unter anderem sollen daher sämtliche fossilen Heizungen durch alternative Wärmequellen ersetzt werden. Die Wärme wird dabei aus Wärmeverbunden oder Fernwärmeanlagen kommen. Weitere Massnahmen umfassen technische Erneuerungen, Verbesserung der Energieeffizienz sowie Verhaltensänderungen.

    Das Portfolio der Immobilien Stadt Zürich (IMMO) umfasst unter anderem Schulanlagen, Amtshäuser und Werkhöfe. Seit 2007 konnte der jährliche CO2-Ausstoss der Gebäude dank verschiedenen Massnahmen bereits um circa 23’000 Tonnen auf rund 20’000 Tonnen mehr als halbiert werden. Bis 2030 soll eine Reduktion um 90 Prozent erreicht werden, bevor die Gebäude 2035 komplett CO2-neutral werden.

    „Das Ziel ist ambitioniert, aber die Grösse von unserem Portfolio mit rund 1800 Gebäuden verpflichtet uns auch zu ambitionierten Zielen. Die IMMO kann einen wesentlichen Beitrag zur städtischen Klimapolitik leisten“, wird Odermatt zitiert.

  • Stadtwerk Winterthur forciert Umbau auf Erneuerbare

    Stadtwerk Winterthur forciert Umbau auf Erneuerbare

    Stadtwerk Winterthur verfolge den Umbau der Energieversorgung auf erneuerbare Energien konsequent weiter, erläutert das Energieunternehmen der Stadt Winterthur in einer Mitteilung zum Jahresabschluss 2020. Im Berichtsjahr hat Stadtwerk Winterthur dabei unter anderem 14 neue Photovoltaikanlagen installiert. Seit April werden zudem bei den Gasprodukten der Grundversorgung nur noch Biogas und CO2-kompensiertes Erdgas angeboten.

    Um den Umstieg auf Fernwärme zu fördern, verzichtet das Unternehmen darüber hinaus auf den aktiven Verkauf neuer Gasanschlüsse. Die Grundversorgung mit Strom wird seit Anfang 2020 ausschliesslich über Strom aus erneuerbaren Energiequellen angeboten.

    Über die gesamte Absatzmenge hinweg betrage der Biogasanteil derzeit rund 13 Prozent, erläutert Stadtwerk Winterthur in der Mitteilung weiter. Noch in diesem Jahr soll der Anteil auf 33 Prozent gesteigert werden. Bis 2025 will das Unternehmen zudem 100 neue Photovoltaikanlagen installieren. Darüber hinaus ist geplant, die Verbrennungslinie 2 der Kehrichtverbrennungsanlage in der Grüze zu erneuern. Damit könnten zusätzliche Gebiete mit Fernwärme versorgt werden, schreibt Stadtwerk Winterthur.

    Im Berichtsjahr hat Stadtwerk Winterthur einen leicht unter dem Vorjahreswert liegenden Gesamtumsatz von 239 Millionen Franken erwirtschaftet. Der Gewinn sei dagegen auf 33 Millionen Franken deutlich gesteigert worden, erläutert das Unternehmen. Als Hintergrund werden in der Mitteilung sehr gute Einkaufspreise für Strom und Gas genannt.

  • Zirkulit-Beton wird erstmals ausgeliefert

    Zirkulit-Beton wird erstmals ausgeliefert

    In Stadel ist der kreislauffähige Beton zirkulit erstmals ausgeliefert worden. An der Hinterdorfstrasse entstehen damit drei Mehrfamilienhäuser. „Mit der Lieferung der ersten Kubikmeter zirkulit-Beton beginnt das zirkuläre Zeitalter“, schreibt das neu gegründete Unternehmen, das sich genauso nennt wie sein Produkt, in seiner Medienmitteilung.

    Dank des Einsatzes von 1850 Kubikmeter zirkulit-Beton spare die Bauherrin EBI Immobilien 3260 Primärrohstoffe. Zudem reduziere sie den CO2-Fussabdruck des Bauprojekts um 18’500 Kilogramm. Dies werde dadurch erreicht, dass eine „neuartige Technologie“ CO2 im Beton speichere.

    Dieser Baustoff „gibt mir die Möglichkeit, beim grössten Einflussfaktor, dem Beton, eine deutliche Reduktion zu erzielen“, wird Sarah Heinle von EBI Immobilien in der Mitteilung zitiert. „Wir hoffen, dass weitere Bauherrschaften nachziehen, damit wir gemeinsam die ehrgeizigen Umweltziele erreichen.“

    Theoretisch, so zirkulit, könne die Bauwirtschaft jährlich 7,5 Millionen Tonnen Bauabfall beseitigen und gleichzeitig über 42 Millionen Kilogramm CO2 im Beton speichern. Die Technologie sei marktreif und die nationale Expansion gestartet.

  • AKB Green Hypothek spart tonnenweise CO2 ein

    AKB Green Hypothek spart tonnenweise CO2 ein

    Die Aargauische Kantonalbank hat sich für ihre Strategieperiode 2021 bis 2024 das Ziel gesetzt, zur nachhaltigsten Bank im Kanton Aargau zu werden. Dazu wurden 2020 die Green Hypothek und der Green Bond lanciert. Jetzt hat die AKB die Wirkung der Grünen Finanzierungsangebote auf den Energieverbrauch und CO2-Ausstoss von Gebäuden prüfen lassen.

    In dem Impact Reporting des Informations- und Ausbildungszentrums für Immobilien AG (IAZI) wird laut Medienmitteilung der AKB die Gesamteinsparung der CO2-Emissionen pro Jahr mit rund 232 Tonnen angegeben. Die Berechnungsgrundlage bildet laut dem IAZI-Prüfbericht eine Liste von 93 Eigenheimen, welche mithilfe der AKB Green Hypothek im Berichtsjahr finanziert oder als zweckgebundene Kredite für nachhaltige Sanierungsmassnahmen vergeben wurden. Der IAZI-Bericht wurde durch die Wirtschaftsprüfer von EY geprüft.

    Die 232 Tonnen CO2-Einsparung in den Hochrechnungen des IAZI-Prüfberichts entsprechen laut der Mitteilung den jährlichen Emissionen von rund 190 neuen, handelsüblichen Personenwagen. Oder sie entsprechen dem durchschnittlichen Schweizer Jahresverbrauch von 16 Einzelpersonen.

    Die Förderung einer umweltverträglichen Bautätigkeit führe also zu Emissionsreduktionen bei Gebäuden, wird in der AKB-Mitteilung festgestellt. Mit der Green Hypothek biete die AKB umweltbewussten Liegenschaftsbesitzern die Möglichkeit, ihr Eigenheim nach klimafreundlichen Kriterien zu bauen oder zu renovieren. Die Finanzierung erfolge durch einen Green Bond, den die AKB emittiert hat.

    Die Kantonalbank verweist darauf, dass neben Neubauten und Einzelmassnahmen zur Energieeinsparung durch die Green Hypothek auch umfassende Gesamtsanierungen zur Steigung der Energieeffizienz oder zur Nutzung von erneuerbaren Energien abgedeckt seien.

  • Kraftwerk Schächen versorgt 3600 Haushalte

    Kraftwerk Schächen versorgt 3600 Haushalte

    Das Wasserkraftwerk Schächen hat in seinem ersten, nicht ganz vollen Betriebsjahr 14,8 Millionen Kilowattstunden Strom für die Versorgung von rund 3300 Haushalten produziert. Im Vollbetrieb werden es 3600 Haushalte sein. Das neue Kraftwerk leiste damit einen wichtigen Beitrag zur CO2-freien Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Quellen, betonte Verwaltungsratspräsident Werner Jauch auf der Generalversammlung der KW Schächen AG.

    Zudem hat er gemäss einer Medienmitteilung hervorgehoben, dass zwei der drei Maschinengruppen des im November 2019 in Betrieb genommenen Kraftwerks jeweils sechs Wochen vor dem Zeitplan ihre Arbeit aufnahmen. Das sei vor allem in Corona-Zeiten keine Selbstverständlichkeit gewesen. „Dadurch konnten wir das gute Wasserangebot im Winter und Frühling 2020 optimal nutzen.“

    Überhaupt seien die Bauarbeiten mitten im belebten Urner Talkessel „eine grosse Herausforderung“ gewesen, so Jauch: „Das Projekt erlebte in einem Planungs- und Bewilligungsmarathon von rund acht Jahren viele Höhen und Tiefen und auch die Bauphase gestaltete sich sehr anspruchsvoll.“ Es habe sich jedoch „auf jeden Fall gelohnt, beim KW Schächen alle Herausforderungen bis hin zur Corona-Pandemie anzunehmen und erfolgreich zu meistern“.

  • LafargeHolcim findet Partner für CO2-Abscheidung

    LafargeHolcim findet Partner für CO2-Abscheidung

    Der Baustoffkonzern LafargeHolcimund die texanische Schlumberger New Energy wollen am Beispiel zweier Zementwerke von LafargeHolcim eine Lösung zur Abscheidung und Speicherung von CO2 finden. Mithilfe der CO2-Sequestrierungstechnologien von Schlumberger planen die beiden Unternehmen, ein Konzept für den grossangelegten industriellen Einsatz zu entwickeln. Darüber informieren die Firmen in einer gleichlautenden Medienmitteilung.

    Beide sind in diesem Feld bereits aktiv. LafargeHolcim testet eigenen Angaben zufolge derzeit mehr als 20 Abscheidungsprojekte in Europa und Nordamerika. So will der Konzern die vielversprechendsten, hochskalierbaren Projekte identifizieren. Schlumberger New Energy arbeite mit führenden Unternehmen in einer Reihe strategischer Sektoren zusammen, um mögliche Lösungen in einer Vielzahl von Projekten zu demonstrieren.

    „Unsere Partnerschaft mit Schlumberger, dem weltweit führenden Anbieter von Technologien für die globale Energiewirtschaft, wird neue Fortschritte bei der Speicherung bringen“, so Magali Anderson, Nachhaltigkeitsbeauftragte bei LafargeHolcim. „Diese sollen dann in grossem Massstab an unseren Standorten repliziert werden.“

  • CO2-Reduktion treibt den Immobilienmarkt

    CO2-Reduktion treibt den Immobilienmarkt

    Der neue Vizepräsident des Verwaltungsrats der Herzog Kull Group Holding AG (HKG) stellt in einem Interview Gebäude, bauliche Massnahmen und das nachhaltige Gebäudemanagement in den Fokus der Diskussion um die Reduktion des CO2-Ausstosses. „Mit zunehmender Pönalisierung des CO2-Ausstosses geraten auch vermehrt Eigentümer von Immobilienportfolios unter Zugzwang“, wird Beat Huber zitiert. Seitens der Investoren, aber auch Mieter würden höhere Anforderungen an Energieeffizienz und ökologische Energieversorgung gestellt. So würden Strom vom eigenen Dach und ökologische Wärmeversorgung bei vielen Gebäuden künftig zum Standard gehören.

    Huber, der als ausgewiesener Energiespezialist gilt, erwartet, dass das neue CO2-Gesetz die Entwicklung in der Schweiz sicherlich beschleunigen werde. Wegen der im Vergleich zu anderen Ländern niedrigeren Energiekosten hier seien Kosteneinsparungen in der Vergangenheit kein besonderes Thema gewesen. Das habe sich durch den Druck zur CO2-Einsparung geändert. In der Schweiz gebe es aktuell viele Bestrebungen, neue Dienstleistungen und Firmen rund um das Thema Gebäudetechnik.

    Finanzielle Anreize, respektive Abgaben bei zu hohen CO2-Werten werden nach Meinung Hubers dazu führen, dass  zukünftig eine Immobilie mit Solaranlage und ökologischer Wärmeversorgung nicht mehr ein besonders attraktives Angebot sei. Stattdessen werde man „von Investoren und Mietern abgestraft, wenn man dies nicht bieten kann respektive umgesetzt hat.“, wird Huber zitiert. Diese Erwartungshaltung werde viele Investitionen in Immobilien und Arealen auslösen. „Grosse Immobilienportfoliobesitzer sind aktuell daran, ihre Immobilien hinsichtlich Reduktion des CO2 zu analysieren und Mittel bereitzustellen.“ Er sehe dabei ein grosses Potenzial für entsprechende Dienstleistungen, wie sie HKG schon anbiete.

  • Methanology setzt auf Schwarmfinanzierung

    Methanology setzt auf Schwarmfinanzierung

    Methanology hat ein Verfahren entwickelt, mit dem aus Wasser, CO2 und erneuerbarem Strom Methanol produziert werden kann, erläutert Methanology in einer Mitteilung. Mit der patentierten willpower energy-Technologie  kann überschüssige Energie aus erneuerbaren Quellen in Form von Methanol gespeichert werden. Der für Menschen giftige Alkohol eignet sich als Kraftstoff für Maschinen oder als Ersatz für Heizöl. Mit seiner Technologie will das Jungunternehmen aus Neuhausen am Rheinfall zur Energiewende beitragen.

    Ein von Methanology entwickelter Prototyp des willpower energy-Reaktors finde als Einzelsystem in den meisten Kellerräumen Platz, schreibt das Jungunternehmen in der Mitteilung weiter. Seine modulare und skalierbare Bauweise ermögliche aber auch die Produktion grösserer Mengen Methanol, wie sie beispielsweise für den Betrieb eines Schiffes nötig wären. Methanology will seine Technologie innert drei Jahren zur Marktreife bringen. Für die entsprechende Weiterentwicklung des Prototypen hat das Jungunternehmen jetzt eine Kampagne für Schwarmfinanzierung lanciert.

  • Grüner Asphalt holt CO2 dauerhaft aus der Luft

    Grüner Asphalt holt CO2 dauerhaft aus der Luft

    In Dornbirn wird im Zuge des Ausbaus des Fernwärmenetzes auf einem Strassenteilstück neuer Asphalt aufgetragen. Dabei wird erstmals sogenannter grüner Asphalt verwendet. Dem Asphalt werden dabei 1,7 Prozent Holzkohle aus der Produktion des EnergieWerks Ilg beigemischt. Damit kann der in der Holzkohle enthaltene Kohlenstoff gespeichert und das mit ihm gebildete CO2 dauerhaft der Atmosphäre entzogen werden. Das Unternehmen verbessert damit seine CO2-Bilanz.

    Eine erste Testmischung wurde am 24. September eingebaut, heisst es in einer Mitteilung des EnergieWerks Ilg. Erfüllt diese Mischung die Erwartungen, soll am 14. und 15. Oktober eine Teststrecke von 30 Metern verlegt werden.

    Wenn das Pilotprojekt im Bundesland Vorarlberg erfolgreich ist, dann können Strassen zu neuen CO2-Senken werden. Asphalt darf im Schnitt rund 5 Prozent solcher Zusatzstoffe enthalten. Damit könnten 100‘000 Tonnen Asphalt bald schon weit über 10‘000 Tonnen CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen.

    Das Pilotprojekt wird von einer Reihe von Partnern getragen. Der Asphalt wird von Migu Asphalt in Lustenau hergestellt, das damit ein neues Produkt einführen und seine Marktposition stärken will. Die Technologie zur Herstellung der Holzkohle stammt von der Firma Syncraft in Schwaz im Bundesland Tirol. Das EnergieWerk Ilg, das die Beimischung liefert, ist schon bisher klimaneutral gewesen und kann mit diesem Produkt klimapositiv werden. Die Stadt Dornbirn profiliert sich als Vorzeigeregion der Energiewende.

    Hans-Peter Schmidt vom Ithaka Institut in Arbaz VS berät das Projekt. Die carbonfuture GmbH in Freiburg i.Br. zertifiziert die Kohlenstoffspeicherung. Damit können Zertifikate für die Entnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre erteilt und der grüne Asphalt mitfinanziert werden.

    Das Projekt wurde vom Konsortium European Biochar Industry (EBI) initiiert. EBI will neue, verifizier- und zertifizierbare CO2-Senken mit Holz- und Pflanzenkohle schaffen und etablieren.

  • Aus Treibhausgasen entsteht nachhaltiger Treibstoff

    Aus Treibhausgasen entsteht nachhaltiger Treibstoff

    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) arbeiten an nachhaltigeren Treibstoffen und Kunststoffen. Dafür haben sie einen neuartigen Katalysator entwickelt. Laut einer Medienmitteilung könnte dieser Katalysator fossile Kohlenwasserstoffe durch klimafreundlichere Alternativen ersetzen. Eine entsprechende Studie wurde jetzt im Fachblatt „Nature Communications“ publiziert.

    Dieser neue Katalysator des Forschungsteams um ETH-Professor Christoph Müller und Studienautor Alexey Fedorov ermöglicht die Umwandlung von CO2 und Methan in Synthesegas um ein Vielfaches effizienter als bisherige Katalysator-Materialien. Synthesegas ist ein wichtiges Ausgangsmaterial für die chemische Industrie. Daraus lassen sich Flüssigtreibstoffe ebenso herstellen wie Basischemikalien für die Produktion von Kunststoffen.

    Neu an diesem Katalysator ist, dass er aus hauchdünnen Metalloxidkarbiden besteht. Anders als herkömmliche Katalysatoren aus Metallkarbiden oxidieren sie beim Kontakt mit CO2 nicht. Dadurch behält der ETH-Katalysator seine Reaktivität, so Christoph Müller, Professor für Energiewissenschaft und Energietechnik am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik.

    Da man das CO2 aus der Atmosphäre gewinnen könne und nur das Methan aus jahrmillionenalten fossilen Lagerstätten stamme, hätten solche synthetischen Kraftstoffe und Chemikalien einen geringeren Kohlenstofffussabdruck als fossile Brennstoffe, heisst es in der Mitteilung.

    Eventuell könnte der neue Reaktionsbeschleuniger auch teure Edelmetallkatalysatoren ersetzen. Obwohl es bis zur industriellen Anwendung noch ein weiter Weg sei, hoffe das Team laut Fedorov, „dass unser neues Katalysator-Material eine attraktive Option für die Herstellung von Synthesegas sein wird“.

  • Matériaux Sabag druckt Betonelemente

    Matériaux Sabag druckt Betonelemente

    Matériaux Sabag erweitert sein Angebot um eine 3D-Drucklösung für Betonelemente. Das Unternehmen mit Sitz in Delémont setzt seit Ende September einen Roboter ein, der den 3D-Druck im Betonspritzverfahren ermöglicht. Die Betonelemente können damit in der Vorfertigung massgeschneidert werden. Die Lösung erlaube die Verwendung von Rohstoffen aus lokaler Produktion, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Zudem könne der CO2-Ausstoss um 30 Prozent gesenkt werden. „Auf diese Weise werden wir in der Lage sein, dringende Aufträge anzunehmen und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren, sodass wir den Anforderungen der Baustellen gerecht werden“, wird Cédric Theubet, Betriebsleiter von Matériaux Sabag, in der Mitteilung zitiert.

    Der jurassische Spezialist für Baumaterialien verwendet damit als erstes Unternehmen in der Schweiz diese Lösung von Mobbot. Das Start-up aus Freiburg i.Ue. entwickelt Roboterplattformen für den 3D-Betondruck. Sein 3D-Druck von Betonteilen erlaubt den Verzicht auf Verschalungen und verringert die nötige Handarbeit. Mobbot wurde 2018 on Agnès Petit gegründet und hat heute elf Mitarbeitende.

  • Coop und Energie 360° bauen Ladestationen in Einkaufszentren

    Coop und Energie 360° bauen Ladestationen in Einkaufszentren

    In diesem Herbst beginnt Energie 360° laut einer Medienmitteilung mit den Bauarbeiten an den ersten Standorten von Coop. Die Ladesäulen entstehen sowohl an Coop-Verkaufsstellen als auch in Einkaufszentren. Bis Ende Jahr will die Zürcher Energie- und Mobilitätsdienstleisterin 20 von rund 100 geplanten Coop-Standorten ausstatten. Die weiteren Ladestationen folgen bis Mitte 2023.

    Martin Kessler, Leiter Mobilität bei Energie 360°, wird in der Mitteilung zitiert: „Unser Ziel ist, die Elektromobilität einfach und breit verfügbar zu machen. Da soll keine Region der Schweiz länger warten müssen als die andere.“ Das bedeutet, dass bei der Umsetzung des gemeinsamen Projekts von Energie 360° und Coop alle Regionen – von Basel bis ins Tessin und von Genf bis nach St.Gallen – von Beginn an gleichmässig berücksichtigt werden sollen.

    Salome Hofer, Leiterin Nachhaltigkeit/Wirtschaftspolitik bei Coop: „Mit den Elektroladestationen möchten wir dem Bedürfnis unserer Kundinnen und Kunden nach Lademöglichkeiten bei unseren Verkaufsstellen nachkommen und gleichzeitig die Verringerung der Treibhausgasemissionen vorantreiben.“

    Dem jetzt beginnenden Bau der Ladesäulen ist eine zweijährige Pilotphase vorausgegangen. Danach hat sich Coop für die Zusammenarbeit mit Energie 360° und deren Tochtergesellschaft swisscharge.ch entschieden.

    Der an den Stationen angebotene Ladestrom – 22 Kilowatt Wechselstrom – stamme vorwiegend aus ökologischer Produktion, hebt Energie 360°hervor. Je nach Ladestärke des Elektroautos lädt es damit in einer Stunde Energie für bis zu 150 Kilometer Fahrt. Der Strompreis ist bei allen Coop-Ladestationen gleich. Die Ladestationen sind ins Netz von swisscharge.ch, das über 48’000 Lademöglichkeiten in ganz Europa umfasst, eingebunden.

  • LafargeHolcim verstärkt Anstrengungen für Klimaziele

    LafargeHolcim verstärkt Anstrengungen für Klimaziele

    Als erster global aktiver Baustoffkonzern habe LafargeHolcim sich zu wissenschaftlich fundierten Zielen bei der Reduktion seines CO2-Fussabdrucks verpflichtet, erläutert der Zuger Zementriese in einer Mitteilung. Konkret wird LafargeHolcim sich an der Kampagne der Science-Based Targets Initiative (SBTi) beteiligen. Sie verfolgt das Ziel, Unternehmen zu wissenschaftlich fundierten, messbaren Zielsetzungen zu motivieren, mit denen das Klimaziel der Beschränkung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius eingehalten werden kann.

    Im Rahmen der Kampagne werde LafargeHolcim die CO2-Emissionen pro Tonne zementartiger Baustoffe auf 475 Kilogramm senken, erläutert das Unternehmen in der Mitteilung. Des Weiteren will der Zuger Baustoffkonzern den Einsatz von kohlenstoffarmen und CO2-neutralen Baustoffen stärken. Zudem soll der Fussabdruck des Unternehmens durch die Steigerung der Wiederverwendung und Wiederverwertung von Abfällen und Nebenprodukten verkleinert werden. Insgesamt will LafargeHolcim die direkten Treibhausgasemissionen und die CO2-Emissionen aus zugekaufter Elektrizität bis 2030 gegenüber 2018 um über 20 Prozent senken.

    „Als weltgrösster Zementhersteller übernehmen wir eine Schlüsselrolle, um die Herausforderungen der heutigen Klimakrise zu bewältigen“, wird Magali Anderson, Chief Sustainability Officer von LafargeHolcim, in der Mitteilung zitiert. „Auf unserem Weg zu einem ,Net-Zero‘-Unternehmen sind wir nicht nur Teil der Lösung, sondern wir unterstützen auch unsere Kunden dabei, ihre Ziele in der Reduktion von Kohlenstoffen zu erreichen.“

  • ETH-Ausgründung bindet CO2 in Betonbruch

    ETH-Ausgründung bindet CO2 in Betonbruch

    Wäre die Betonindustrie ein Land, dann wäre sie der drittgrösste Emittent der Welt. Sie produziert etwa viermal so viel CO2 wie der gesamte globale Flugverkehr. Dem setzt das Start-up Neustark, eine Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), sein Konzept entgegen: die Mineralisierung von Kohlendioxid aus der Luft, um Kalkstein zu erhalten.

    Neustark bindet CO2 in den Poren und an der Oberfläche von Betongranulat. Dieses aufgewertete Granulat kann dann als Sand- und Kiesersatz in frischen Beton gemischt werden. Dank dieses Granulats benötigt man dafür weniger Zement, bei gleichbleibenden Eigenschaften. Das geht aus einer Mitteilung der ETH hervor.

    „Mich hat gereizt, dass die Lösung nicht erst in fünf oder zehn Jahren, sondern schon jetzt greifbar ist“, sagt Betriebswirtschaftler Valentin Gutknecht, der sich im immer grösser werdenden Team von Neustark um die operativen Aspekte des Geschäfts kümmert. Gemeinsam mit Johannes Tiefenthaler will er diese klimapositive Geschäftsidee in die Realität umsetzen. Tiefenthaler doktoriert am Departement Maschinenbau und Verfahrenstechnik (MAVT) über die nächste Technologiegeneration für die Mineralisierung von Kohlendioxid.

    Im Baubereich werde zwar viel geforscht, trotzdem habe die Industrie bisher nur kleine Emissionsreduktionen erzielt, so Tiefenthaler. Der Vorteil des Betongranulats sei, dass es hochreaktiv sei und der Betonbruch auch ohne klimaschädliche Vorbehandlung mit dem Kohlendioxid eine sehr stabile chemische Verbindung forme.

    Ihre Pilotanlage zur Wiederverwertung von Beton wird vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und der Klimastiftung Schweiz gefördert. Das Projekt soll jetzt den Wertzuwachs entlang der ganzen Wertschöpfungskette demonstrieren. Neustarks Ziel: negative Emissionen, für die es nur „ganz wenige technische Ansätze“ gebe. Das Jungunternehmen will zeigen, „dass negative Emissionen nicht nur Kosten, sondern sogar einen wirtschaftlichen Gewinn bringen können“.

  • Stromfahrzeuge eigenen sich gut für Zürich

    Stromfahrzeuge eigenen sich gut für Zürich

    Eine Studie hat im Auftrag des Kantons und der Stadt Zürich die Gesamtökobilanzen verschiedener Fahrzeuge und Antriebsarten verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass batteriebetriebene Fahrzeuge grundsätzlich eine deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen pro Kilometer ermöglichen, insofern sie mit CO2-armen Strom betankt werden. Allerdings sind auch Stromfahrzeuge noch nicht perfekt. So verursacht ihre Herstellung insbesondere ausserhalb der Schweiz Feinstaubemissionen.

    Im Rahmen der Studie wurde auch der Zürich Mobilitäts-Umweltindex (ZMU) erstellt, der die Umweltindikatoren spezifisch für Zürich gewichtet. Die Ergebnisse des ZMU zeigen, dass die Gesamtumweltbelastung im urbanen Raum mit batterielektrischen Fahrzeugen am wirkungsvollsten reduziert werden kann.

    Die Ergebnisse sollen eine Entscheidungsgrundlage bei der Fahrzeugpolitik der Stadt und des Kanton Zürich bilden. Der Stadtrat will den Angaben zufolge eine konsequente Umstellung der Fahrzeugflotte auf alternative Antriebe. Diese Umstellung ist bereits im Gang. So setzt etwa ERZ Entsorgung + Recycling Zürich seit Juli 2019 für die Leerung der Abfallbehälter auf öffentlichem Grund auch elektrobetriebene Lieferwagen ein. Im April 2020 hat ERZ auch das erste elektrobetriebene Abfallsammelfahrzeug in Betrieb genommen.

  • Kanton Zürich will CO2-neutrale Gebäude

    Kanton Zürich will CO2-neutrale Gebäude

    Rund 40 Prozent des CO2-Ausstosses im Kanton Zürich gehen auf Gebäude zurück. Um dies zu ändern, hat der Regierungsrat entsprechende Änderungen, orientiert an den Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (muKEN 2014), im kantonalen Energiegesetz vorgeschlagen. Künftig sollen neue Gebäude CO2-neutral geheizt und gekühlt werden. Ausserdem ist vorgesehen, dass Neubauten einen Teil des benötigten Stroms durch Photovoltaikanlagen auf dem Dach oder in der Fassade selbst erzeugen.

    Die Vorlage der Regierung sieht auch bei den Altbauten Massnahmen vor: Öl- und Gasheizungen sollen durch klimaneutrale Anlagen wie Wärmepumpen ersetzt werden. Laut einer Mitteilung der Regierung dürfen nur Öl- und Gasheizungen eingebaut werden, wenn die klimaneutrale Wärmeversorgung über die Lebensdauer über 5 Prozent mehr kosten würde.

    Förderbeiträge unterstützen den Ersatz fossiler Heizungen. Für die Jahre 2020 bis 2023 stehen insgesamt 180 Millionen Franken zur Verfügung. In diesem Zusammenhang bewilligte der Kantonsrat im März einen Rahmenkredit in Höhe von 33 Millionen Franken. Damit werden zusätzliche Mittel aus der CO2-Abgabe des Bundes verfügbar.

    Mit dem Ziel der Vorlage, den Energieverbrauch von Gebäuden niedrig zu halten, ist die Zürcher Handelskammer (ZHK) einverstanden. Jedoch kritisiert sie den Ansatz des Regierungsrates als planwirtschaftlich und zu teuer. „Zielführender wären marktwirtschaftliche Instrumente“, schreibt sie in einer Mitteilung. „Die ZHK ist erstaunt, dass der Regierungsrat seine Energiegesetz-Änderung als wirtschaftliches Impulsprogramm bezeichnet.“ Denn Subventionen müssten dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden, die Förderung der einen Branche erfolge auf Kosten anderer Branchen.