Axpo hat auf dem Werkhofareal der Stadtwerke Gossau einen Batteriespeicher mit einer Leistung von 2,5 Megawatt installiert und in Betrieb gesetzt. Die Stadtwerke verfügten damit neu über den grössten Batteriespeicher in der Region, erläutert das Aargauer Energieunternehmen in einer entsprechenden Mitteilung. Ihr zufolge ist der Speicher auf die spezifischen Bedürfnisse der Gemeinde Gossau und die Netztopografie der Region zugeschnitten. Über den finanziellen Umfang des Projekts werden in der Mitteilung keine Angaben gemacht.
Die Stadtwerke Gossau wollen den Batteriespeicher für den Ausgleich von Bedarfsschwankungen und Leistungsspitzen einsetzen. Darüber hinaus soll er Blindleistung verarbeiten und zur Erhaltung der Netzspannung in der Region beitragen. Über Systemleistungen für die nationale Netzwerkgesellschaft Swissgrid unterstützt er zudem die Stabilisierung des Netzes in der Region.
Der neue Batteriespeicher ist inselbetriebs- und schwarzstartfähig. Das bedeutet, dass er im Falle eines Stromausfalls die Stromversorgung für an den Inselbetrieb angeschlossene Einheiten autonom wiederherstellen kann. Relevante Betriebe für die Aufrechterhaltung der Versorgung von Gossau können sich dies zunutze machen. «Was 2019 mit einem parlamentarischen Vorstoss initiiert wurde, darf sich fünf Jahre später zeigen lassen», wird Claudia Martin, Stadträtin und Departementsvorsteherin Versorgung Sicherheit der Stadt Gossau in der Mitteilung zitiert. «Ein Energiespeicher, der die Versorgungssicherheit von Gossau gewährleistet.»
Die Regionalwerke AG Baden (RWB) hat laut einer Ad hoc-Mitteilung die Anteile der AEW Energie AG in Aarau an der Fernwärme Siggenthal AG (FWS) gekauft. Damit will die RWB ihr Engagement für eine nachhaltige Energieversorgung in der Region erweitern. Die AEW Energie ist im Kanton Aargau auf Solarstrom fokussiert. Über den Verkaufspreis wurde nichts bekannt.
Die RWB arbeitet den Angaben zufolge seit vielen Jahren erfolgreich mit der FWS zusammen. Mit dem Erwerb des Anteils von 27,3 Prozent an der FWS soll die Partnerschaft vertieft werden. Die FWS mit Firmensitz in Nussbaumen sei stabil und finanziell unabhängig aufgestellt und habe sich seit der Gründung über die letzten Jahre sehr positiv entwickelt, heisst es weiter. Daher bezeichnet sie die RWB als ideale Partnerin.
«Die Beteiligung an der Fernwärme Siggenthal AG passt optimal zu den Aktivitäten der RWB im Bereich der Fernwärme», wird Geschäftsführer Michael Sarbach zitiert. «Beide Unternehmen messen dem weiteren Ausbau der Fernwärme in der Region eine hohe Bedeutung zu.» FWS-Verwaltungsratspräsident Adrian Hitz verweist auf die bisherige gute Zusammenarbeit mit RWB: «Nachdem die AEW entschieden hat, die Aktien zu verkaufen, sind wir nun erleichtert, dass wir den künftigen Aktionär schon gut kennen, haben wir doch gemeinsam mit der Verbindungsleitung SIBANO schon ein sehr gutes Projekt entwickelt und realisiert.» SIBANO ist eine 3,3 Kilometer lange Fernwärme-Transportleitung von der KVA Turgi zur Heizzentrale Baden Nord.
CKW hat zum 27. August 2024 den Wärmeverbund Uettligen übernommen. Wie es in einer Mitteilung heisst, will der zur Axpo-Gruppe gehörende Zentralschweizer Energieversorger damit seine Strategie zur Dekarbonisierung ausweiten. Die Anlagen des Wärmeverbunds nördlich von Bern werden im Auftrag der CKW von der bisherigen Betreiberin und Hauptaktionärin a energie AG aus Schüpfen BE weiter unterhalten. Wegen einer Strategieanpassung von a energie und dem anstehenden weiteren Ausbau des Wärmeverbunds war den Angaben zufolge aktiv nach einem Käufer für den Wärmeverbund gesucht worden.
Die Akquise des Wärmeverbundes Uettligen reiht sich in das bereits bestehende CKW-Portfolio von Fernwärmeverbünden wie Schüpfheim LU und Meggen LU ein. Die CKW wird sich laut der Mitteilung auf die Modernisierung der Anlagen und einen Ausbau des Fernwärmenetzes konzentrieren.
«CKW freut sich auf die Zusammenarbeit und ist stolz, den gut funktionierenden Wärmeverbund Uettligen weiterführen und weiterentwickeln zu dürfen», wird Rafael Mesey, Leiter Neue Energien bei CKW, zitiert. «Mit der CKW AG engagiert sich zukünftig eine zuverlässige und starke Partnerin für unsere Kundinnen und Kunden im Wärmeverbund», ergänzt der abtretende Verwaltungsratspräsident des Wärmeverbunds Uettligen, Christian Cappis.
Vier Projekte erhalten Unterstützung durch die EKT Energiestiftung. Im Rahmen der zweiten Vergaberunde lagen dem Stiftungsrat laut einer Mitteilung 20 Gesuche zur Prüfung vor. Alle Projekte arbeiten an einer sicheren nachhaltigen Energieversorgung und an der Umsetzung der Klimaziele. Überzeugt hätten sie durch eine hohe Praxisorientierung und ihren Bezug zum Kanton Thurgau. Zudem seien es „gute Beispiele dafür, wie sowohl die Thurgauer Wirtschaft als auch die Thurgauer Landwirtschaft von der EKT profitieren können“, wird Stiftungsratspräsident Fabian Etter zitiert.
Eines der Forschungsprojekte ist im Bereich Agri-Photovoltaik angesiedelt. Untersucht werden Wege zur Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen, sowohl zur Erzeugung von Kulturpflanzen als auch von Solarstrom. Eine Versuchsanlage mit halbtransparenten Photovoltaikmodulen des Landwirtschaftlichen Kompetenzzentrums Arenenberg soll Erkenntnisse zu Sorteneignung, Witterungsschutz, Bewässerung und Lichtmanagement liefern.
Als weitere Projekte werden zwei Vorhaben rund um Energiespeicherung gefördert, da diese zentral beim Umbau der Energieversorgung sind. Das eine wird bei der Tierkörpersammelstelle in der Stadt Frauenfeld durchgeführt, die an dem Pilotprojekt beteiligt ist. Untersucht wird der Prototyp einer Sorptionswärmepumpe. Damit lasse sich während der Sommermonate die beim Kühlen entstehende Abwärme zusammen mit der elektrischen Energie der Photovoltaikanlage thermochemisch speichern. Beim zweiten Energiespeicherprojekt handele es sich um eine Vorstudie, die Chancen und Rahmenbedingungen beim Einsatz von modularen Sandbatterien als Wärmespeicher erforscht.
Weitere innovative Ansätze für die Energiewende sieht die EKT Energiestiftung in dem Projekt Thurgauer Energienutzung aus dem Untergrund 2023. Die Fördersumme werde in Kombination mit einem Darlehen vergeben und soll Grundlagen und Planungsarbeiten unterstützen, welche zur Beantragung von Fördermitteln beim Kanton und beim Bund benötigt werden. Forschungsziel seien Erkenntnisse zur Nutzung von geothermischen Energiequellen.
Thurplus zieht eine positive Bilanz des PV-Ausbaus der vergangenen sieben Jahre. Zwischen 2016 und 2023 konnte der städtische Energieversorger Frauenfelds die Leistung von 144 auf rund 1500 Kilowatt-Peak mehr als verzehnfachen. Allein 2023 seien über 700 Kilowatt-Peak hinzugebaut worden, heisst es in einer Medienmitteilung.
Gesamthaft produzieren diese Solaranlagen pro Jahr rund 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von etwa 330 Haushalten. In den Jahren von 2016 bis 2023 ist den Angaben zufolge auch die Zahl der Anteilseignerinnen und -eigner an den PV-Bürgerbeteiligungsmodellen von 50 auf 240 gestiegen.
«Durch aktives Gestalten und die erfolgreiche Umsetzung vieler nachhaltiger PV-Projekte ist es Thurplus gelungen, diese Leistung zu erbringen», wird Fabrizio Hugentobler zitiert, Stadtrat und Vorsteher des Departements Thurplus, Freizeit und Sport. «Mit ihren Angeboten rund um Solarstrom, SolarInvest, PV-Contracting und weiteren Lösungen ist Thurplus gut aufgestellt.»
Gemäss der städtischen PV-Strategie für Thurplus soll bis 2027 jährlich ein zusätzlicher Anteil von 5 Prozent am Gesamtstromverbrauch von etwa 150 Gigawattstunden zugebaut werden. Das entspricht pro Jahr einer installierten PV-Gesamtleistung von 8 Megawatt-Peak oder einer Stromproduktion von etwa 7,5 Gigawattstunden. Dafür sucht Thurplus geeignete Dächer von Firmen und Institutionen. «Gemeinsam wollen wir weiterkommen und unseren Beitrag dazu leisten, dass die PV-Ausbauziele gelingen», so Thurplus-Geschäftsleiter Peter Wieland.
Im Sommer 2022 hatten Energie Kreuzlingen, KVA Thurgau und Stadtwerke Konstanz über ihre Pläne zum Bau einer grenzübergreifenden Fernwärmeleitung informiert. Nun geht das Projekt in die nächste Phase, informiert Stadtwerke Konstanz in einer Mitteilung. Die drei Partner haben sich darauf geeinigt, die Eckpunkte des Projekts zu definieren und ein Vorprojekt zu erarbeiten. Auf dessen Grundlage soll dann der Realisierungsentscheid gefällt werden.
Die geplante Fernwärmeleitung soll von der künftigen Ersatz-Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) in Weinfelden nach Kreuzlingen und weiter nach Konstanz verlaufen. In einer Absichtserklärung haben die Partner die Rollen und die Verteilung der Aufgaben bei der Planung festgelegt. Danach wird KVA Thurgau Finanzierung und Umsetzung der für die Projektierung nötigen Arbeiten übernehmen. Energie Kreuzlingen und Stadtwerke Konstanz steuern die technischen und planerischen Grundlagen bei.
KVA Thurgau soll auf Grundlage der vorgegeben technischen und betrieblichen Parameter die bereits durchgeführte Machbarkeitsstudie aktualisieren und die Planung der Linienführung einleiten. Gleichzeitig wollen die Partner Gespräche mit potenziellen Partnern für die Finanzierung des Projekts führen. In einer zweiten Etappe sollen die Grundlagen für die Erwirkung eines Realisierungskredits entwickelt werden. Gemäss aktueller Planung könnte die Ersatz-KVA Ende 2031 erste Wärme liefern. Zu diesem Zeitpunkt soll möglichst auch die Fernwärmeleitung stehen.
Beim 101. immoTable, der renommierten Veranstaltung für die Immobilienbranche im Signatur Rhône in Genf, standen bedeutende Themen im Mittelpunkt, die die Zukunft der Immobilienwelt massgeblich beeinflussen. Von nachhaltiger Raumentwicklung über Geothermie als Teil der Energiewende bis hin zu Gesundheitsrisiken im Wasser und rechtlichen Fragen bei Renovierungen in Genf – die Veranstaltung bot eine umfassende Plattform für den Austausch über aktuelle Herausforderungen und Innovationen in der Branche.
Die Direktorin des Departements für Territorium des Kantons Genf, Marta Alonso, präsentierte wegweisende Projekte zur Stadtentwicklung und Raumplanung. Bis 2060 sollen auf einer Fläche von 230 Hektar über 12.000 neue Wohneinheiten, 6.000 Arbeitsplätze sowie Schulen, ein grosser Park und revitalisierte Flussbereiche entstehen. Moderne Visualisierungstechniken und 3D-Modelle ermöglichen eine transparente Darstellung der Entwicklungsszenarien.
David Faehndrich, Leiter der Westschweizer Abteilung bei EKZ Contracting SA, betonte die Rolle nachhaltiger und wirtschaftlicher Energieversorgungssysteme. Es wurden bereits mehrere bedeutende Projekte wie die geothermische Energieversorgung der neuen Wohnungen in den „Jardins du Bourg“ in Châtel-St-Denis realisiert. Diese Massnahmen reduzieren CO₂-Emissionen und fördern die Energiewende.
Pierre Descloux, CEO von Dipan SA, hob in seinen Ausführungen die Bedeutung der Behandlung von hydraulischen Systemen hervor, insbesondere in Bezug auf Rost, Kalk und Legionellen. Er betonte, wie wichtig die Sicherung der Hygiene und Effizienz dieser Systeme ist.
Cosima Trabichet-Castan, eine Spezialistin im Bereich Immobilienrecht bei MLL Legal, thematisierte in ihrem Referat die Herausforderungen bei der Einholung von Baugenehmigungen und der Einhaltung lokaler Bauvorschriften. Sie sprach auch über die komplexen regulatorischen Anforderungen in Genf, wo gemäss einer aktuellen UBS-Studie die längsten Wartezeiten für Baugenehmigungen in der Schweiz bestehen. Ihre Ausführungen beleuchteten, wie wichtig die Integration nachhaltiger Praktiken in diesem kontextreichen regulatorischen Umfeld ist.
Fabio Nairi von IWG Switzerland sprach über Massnahmen zur Reduzierung von Pendelzeiten und CO₂-Emissionen sowie über den Übergang zu hybriden Arbeitsmodellen.
Der 101. immoTable stellte erneut unter Beweis, warum die Veranstaltung eine der Top-Plattformen für die Immobilienbranche ist. Die behandelten Themen sind von zentraler Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Branche und bieten wertvolle Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und künftigen Terminen finden Sie www.immotable.ch
Houzy, in Zürich angesiedelte Plattform für Wohneigentümer, hat eine aktuelle Studie in Auftrag gegeben und veröffentlicht. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, wollte das Unternehmen Daten sammeln, wie sich Wohneigentümer in der Schweiz aktuell und künftig verhalten. Für die repräsentative Studie wurden online 80‘000 Haushalte von Houzy befragt. 1906 Haus- und Wohneigentümer beantworteten den Fragebogen von Januar bis Ende März 2024. Von ihnen waren drei Viertel Haus- und ein Viertel Wohnungseigentümer.
Im Fokus der Studie stehen die Bereiche Sanierung, Heizung und Energieversorgung. Dabei zeigte sich, dass im vergangenen Jahr 69,4 Prozent aller Wohneigentümer Handwerkerdienstleistungen in Anspruch genommen haben. Im Durchschnitt lag ein Auftragsvolumen bei 15‘000 Franken.
Neben Sanierungen richtete sich der Blick auch auf alternative Heizungen. 5 Prozent der Eigentümer planen für 2024, ihre Heizungen zu modernisieren und Alternativen zu fossilen Brennstoffen zu finden. Dabei wollen 33,5 Prozent der Haushalte, die noch mit Öl, und 8,85 Prozent derjenigen, die mit Gas heizen, ihre Heizungen umstellen. Ein Zehntel der Schweizer Wohneigentümer plant für das laufende Jahr, Solaranlagen zu installieren, um benötigten Strom zumindest teilweise selbst zu produzieren.
Ein weiterer Blick richtete sich auf Absichten, das Wohneigentum zu veräussern. Ein Siebtel der befragten Wohneigentümer bekundete derartige Absichten. 20 Prozent davon möchten ihr Wohneigentum noch 2024 verkaufen. Hochgerechnet bedeutete dies, dass in diesem Jahr 3,2 Prozent aller Häuser und Wohnungen in der Schweiz auf den Markt kämen, heisst es in der Mitteilung.
In Reaktion auf die bevorstehende Einführung einer globalen Mindeststeuer für grosse internationale Unternehmen ab 2024, welche die Wettbewerbsfähigkeit des Kantons potenziell beeinträchtigen könnte, hat der Kanton Zug Pläne entwickelt, um etwaige Standortnachteile auszugleichen. Die vorgesehenen Massnahmen umfassen die vollständige Reinvestition der erwarteten Mehrerträge von jährlich etwa 200 Millionen Franken in drei prioritäre Bereiche: soziale Infrastrukturen, innovative Projekte und nachhaltige Entwicklungsinitiativen.
Fokus auf soziale und innovative Projekte Die geplanten sozialen Massnahmen zielen darauf ab, das Leben für die Bevölkerung und die lokale Wirtschaft attraktiver zu machen. Dazu gehören Investitionen in ein bedarfsgerechtes Kinderbetreuungsangebot, höhere Beiträge an Privatschulen und Massnahmen zur Verbesserung des Wohn- und Arbeitsumfeldes. Im Bereich der Infrastruktur und Innovation stehen zukunftsorientierte Projekte im Mittelpunkt. Initiativen wie die «Blockchain Zug Joint Research Initiative» und die «ETH Learning Factory Zug» sollen durch Förderung nachhaltiger Energieversorgung und -speicherung die Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität im Kanton steigern.
Gesetzliche Rahmenbedingungen und finanzielle Planung Um diese Ziele zu erreichen, schlägt der Regierungsrat ein neues «Gesetz über Standortentwicklung» vor, das ein effizientes und flexibles Förderbeitragssystem für Nachhaltigkeit und Innovation einführen soll. Ab 2026 sind jährlich 150 Millionen Franken für Förderbeiträge vorgesehen, wobei die maximale Fördersumme ab 2029 jährlich vom Kantonsrat genehmigt wird. Dieses Vorgehen soll den Unternehmen im Kanton Zug Planungs- und Rechtssicherheit bieten.
Der Finanzdirektor Heinz Tännler betont, dass die geplanten Massnahmen essenziell sind, um Zug als bevorzugten Wohn- und Wirtschaftsstandort zu erhalten. Die öffentliche Vernehmlassung zum neuen Gesetz läuft bis zum 15. September 2024, und das Gesetz soll am 1. Januar 2026 in Kraft treten. Diese strategischen Entscheidungen verdeutlichen Zugs Engagement, trotz globaler steuerlicher Veränderungen seine führende Position zu bewahren und weiterhin ein attraktiver Standort für Unternehmen und Fachkräfte zu bleiben.
Das Kernstück der Technologie von 247Solar ist ein von David Gordon Wilson, emeritierter Professor am MIT, entwickelter Hochtemperatur-Wärmetauscher. Durch die Integration dieses Wärmetauschers in eine herkömmliche, einem Düsentriebwerk ähnliche Turbine, wird eine effiziente und emissionsfreie Energieerzeugung möglich. Die Turbine nutzt heisse Luft, die durch Solarenergie auf etwa 1.000 Grad Celsius erwärmt wird, um sowohl Strom als auch Wärme zu produzieren.
Solarkraftwerk mit integrierter Energiespeicherung Eine innovative Komponente dieses Systems ist die Kraft-Wärme-Kopplung, ergänzt durch thermische Energiespeicher. Diese speichern die Hitze in festen Materialien, die dann die Turbine antreiben können, wenn keine Sonneneinstrahlung verfügbar ist. Dies ermöglicht eine kontinuierliche Energieversorgung, unabhängig von Tageszeit und Wetterbedingungen. Die Erzeugungskapazität des vorgestellten Modells liegt bei 400 Kilowatt Strom und 600 Kilowatt Wärme.
Das modulare Design des Systems bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, insbesondere für abgelegene oder autarke Gemeinschaften. Diese Technologie eignet sich hervorragend für die Kombination mit anderen erneuerbaren Energiequellen wie Windkraft, um eine ganzheitliche und nachhaltige Energieversorgung zu gewährleisten.
Bruce Anderson, der Geschäftsführer von 247Solar, hebt hervor, dass das Hauptziel der Entwicklung dieses Systems die Überwindung der Intermittenzproblematik herkömmlicher erneuerbarer Energien war. Die Fähigkeit, ununterbrochen Energie zu liefern, stellt einen entscheidenden Fortschritt in der Nutzung erneuerbarer Energiequellen dar und könnte eine Schlüsselrolle in der globalen Energiezukunft spielen.
Ein Forscherteam des Energy Science Center der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hat in einem sechsmonatigen Forschungsprojekt herauszufinden versucht, welche Rolle synthetische Brennstoffe im Schweizer Stromsystem spielen können. Mit Hilfe der Modellierungsplattform Nexus-e wurde laut einer Medienmitteilung drei Hauptszenarien für das Schweizer Stromsystem im Jahr 2050 entworfen: die potenzielle Rolle von Wasserstoff und E-Methan für die Schweizer Stromversorgung, wenn sie importiert werden, die saisonale Speicherung von Strom in der Schweiz sowie die potenziellen Kosten der Produktion von Wasserstoff und E-Methan in der Schweiz.
Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass Wasserstoff- und E-Methan-Importe nur bei niedrigen Importpreisen Teil einer kosteneffizienten Stromversorgung in der Schweiz sein können. Bei sehr niedrigen Preisen könnte Wasserstoff bis zu 12 Prozent des jährlichen Strombedarfs decken. Inländisch produzierter Wasserstoff oder E-Methan sehen sie nicht als kosteneffiziente Lösung für die saisonale Stromspeicherung.
Die Ergebnisse dieser Studie sollen einen Einblick in die Rolle der synthetischen Brennstoffe in einem Netto-Null-Emissions-Stromsystem in der Schweiz geben, dienen jedoch nicht als Prognosen. Sie wurde von Heinz M. Buhofer, dem früheren Präsidenten des Verwaltungsrats von Metall Zug, in Auftrag gegeben und vom Stromversorger Eniwa mitfinanziert. Den Projektbeirat bildeten Mitglieder der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt, des Tech Clusters Zug, des Verbands der Schweizerischen Gasindustrie und der Zuger Unternehmensberatung Steinmann Consulting.
Die Basler Energieversorgerin IWB lanciert den Nanoverbund als eine neue Lösung für das Heizen ausserhalb der Fernwärmeversorgung im Kanton Basel-Stadt. Dabei werden laut Medienmitteilung bei einem Austausch von Heizungen in dicht nebeneinander stehenden Häusern oder Reihenhäusern die Heizanlagen miteinander verbunden und mit einer zentralen Steuerung ausgestattet. IWB hat den Nanoverbund am Mittwoch, 6. März, interessierten Eigentümern aus dem Reinacher Mausacker-Quartier zum ersten Mal präsentiert.
In der Regel kümmert sich jede Eigentümerschaft um eine eigene Heizung. Dabei werden die einzelnen Heizungen aus Sicherheitsüberlegungen oft überdimensioniert ausgelegt, heisst es in der Mitteilung. Installations- und Heizkosten seien höher als notwendig. In einem Nanoverbund werden die Heizungen von zwei bis acht Liegenschaften physisch miteinander verbunden und durch eine intelligente Steuerung ergänzt. Es können alle Arten von Heizungen zusammengeschlossen werden.
Die Steuerung ermöglicht, dass zuerst die Anlagen eingesetzt werden, die umweltfreundlich heizen. Über eine Internet-Applikation können sich alle angeschlossenen Eigentümer jederzeit einen Überblick über Energieproduktion, den Verbrauch und die Kosten verschaffen. In einem zweiten Schritt können alte, fossile Heizungen ausser Betrieb genommen werden.
In einem Pilotprojekt habe der Zusammenschluss von drei Liegenschaften zu einer finanziellen Einsparung von bis zu 15 Prozent. Zudem konnten die drei Liegenschaften, in welchen eine Wärmepumpe, Solarthermieanlagen und Gasheizungen eingebaut waren, durch den Zusammenschluss zu 90 Prozent erneuerbar heizen.
Integrierte Energielösungen für Areale und Überbauungen bringen Mehrwerte für alle Stakeholder*innen. Sie vernetzen sämtliche Komponenten der Energieversorgung intelligent miteinander, wodurch Produktion, Verbrauch und Speicherung als Gesamtsystem optimal zusammenspielen. Auf diese Weise lassen sich Effizienzpotenziale nutzen, der Autarkiegrad erhöhen und die sichere Versorgung neuer und bestehender Liegenschaften langfristig gewährleisten. Das neue Whitepaper «Integrierte Energielösungen für Areale und Überbauungen» von ewz und Faktor dient Eigentümerschaften als Wissensgrundlage bei der Planung.
Komponenten integrierter Energielösungen Um die Synergien nutzen zu können, muss die Energielösung bereits in einer frühen Phase als vernetztes System geplant werden.
Wärme und Kälte aus lokalen, erneuerbaren Quellen Eine gute Möglichkeit, Areale oder Überbauungen mit CO2-freier bzw. neutraler lokaler Wärme und Kälte zu versorgen, sind thermische Netze. Diese lassen sich in verschiedenen Massstäben (für Überbauungen, Areale und ganze Quartiere) und auf verschiedenen Temperaturniveaus realisieren und betreiben: Hochtemperaturnetze nutzen als Energiequelle meist Holz oder die Abwärme von Kehrichtverbrennungsanlagen. Erdwärme, See-, Fluss- und Grundwasser oder Abwärme (z.B. aus Rechenzentren) kommen meist in Netzen mit einem mittleren oder tiefen Temperaturniveau zum Einsatz. Die tiefsten Betriebstemperaturen erreichen Anergienetze respektive Niedertemperaturnetze, die im Sommer über ein Freecooling Gebäude auch kühlen. Um die Effizienz zu erhöhen, lassen sich verschiedene Netztypen und Energiequellen miteinander kombinieren (siehe Coté Parc und Greencity).
Solarstrom mit hohem Eigenverbrauchsanteil nutzen Ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) trägt dazu bei, einen möglichst hohen Eigenverbrauchsgrad zu erzielen und so die Photovoltaikanlage schneller zu amortisieren. Dazu kommt: Für die ZEV-Teilnehmenden ist der Solarstrom oftmals günstiger als der Strom aus dem öffentlichen Netz. Lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG), deren Einführung auf 2025 oder 2026 zu erwarten ist, ermöglichen die Versorgung mit Solarstrom über Grundstücke hinweg und nutzen dabei das Verteilnetz.
Microgrids schaffen Planungs- und Versorgungssicherheit Mit Strom-Arealnetzen können Überbauungen, Areale oder Quartiere mit elektrischer Energie versorgt werden. Microgrids respektive die mit den smarten Komponenten ausgestatteten Smart Grids integrieren sowohl Stromerzeuger als auch Stromverbraucher. Sie tragen zur Netzstabilität bei, indem Verbraucher selektiv zugeschaltet, Speicher geladen oder die Produktion gedrosselt werden kann.
Ladeinfrastruktur und Elektromobilität als neuer Standard Ein wichtiger Aspekt nachhaltiger Areale ist auch die Elektromobilität. Um der steigenden Nachfrage nach Elektroladestationen gerecht zu werden, ist es ratsam, den Bau der Ladeinfrastruktur frühzeitig anzugehen. Über ein Lastmanagement lässt sich der Strombedarf der Ladestation(en) mit dem der anderen Verbraucher im Gebäude koordinieren und das Aufladen regeln.
Energiespeicherung für mehr Effizienz Da der Anteil erneuerbarer Energien künftig zunehmen wird, kommt der Energiespeicherung eine immer grössere Bedeutung zu. Als Speicher kommen beispielsweise Batterien von Elektroautos infrage, die sich für das bidirektionale Laden eignen. Auch stationäre Batteriespeicher dienen dazu, überschüssigen Solarstrom aufzunehmen und bei Bedarf wieder zur Verfügung zu stellen. Thermische Speicher lassen sich mit Solarstrom aufladen, der sonst ins öffentliche Netz eingespeist werden müsste. Damit können sie Lastspitzen brechen, aber auch dazu beitragen, Wärmeerzeuger kleiner zu dimensionieren. Auch Erdsondenfelder nehmen überschüssige Wärme (z.B. von Sonnenkollektoren oder Abwärme) auf, um das Erdreich zu regenerieren und Räume zu kühlen.
Emissionen und Kosten langfristig senken Um Energiekosten und Treibhausgasemissionen langfristig zu senken, lohnt sich ein kontinuierliches Energiemonitoring. Dieses überwacht die Verbrauchswerte beispielsweise für Strom, Wärme oder Kälte einer Liegenschaft laufend und dient als Basis für die Justierung. Ein Energiemonitoring ist auch mit Blick auf das ESG-Reporting relevant, das für gewisse Firmen bereits heute Vorschrift ist. Die laufende Überprüfung der Verbrauchsdaten und ein professioneller Betrieb bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Effizienz- und Umweltziele zu erreichen und Transparenz gegenüber verschiedenen Anspruchsgruppen zu schaffen.
Energy-as-a-Service Nutzen statt besitzen – dieses Prinzip eignet sich hervorragend für integrierte Energielösungen ganzer Überbauungen oder Areale. Für Kunden reduziert sich neben dem zeitlichen Aufwand auch das finanzielle Risiko bei einer deutlich höheren Versorgungssicherheit. Entscheidet sich eine Bauherrschaft für ein Energy-as-a-Service-Modell, lagert sie Planung, Bau, Betrieb und/oder Finanzierung der gesamten Energieinfrastruktur über Jahrzehnte aus. Damit verbunden ist auch die Gewissheit, dass die Anlagen zuverlässig und effizient betrieben werden.
Mehr erfahren Sie in unserem neuen Whitepaper«Integrierte Energielösungen für Areale und Überbauungen».
Die beiden Stromversorger der Stadt Kriens, Energie Wasser Luzern (ewl) und Centralschweizerische Kraftwerke (CKW), werden auch zu Wärmeversorgern: Der Krienser Stadtrat hat sich laut seiner Medienmitteilung im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung zu Bau und die Planung eines Wärmeverbunds für die ARGE Wärmeverbund Kriens mit ewl und CKW entschieden.
Der Wärmeverbund soll mithelfen, weitere Liegenschaften in Kriens, nämlich die Gebiete Obernau, Zentrum und Kupferhammer-Kehrhof, mit Wärmeenergie zu versorgen. Dies, so der Stadtrat, entspreche den Zielen der städtischen Klimastrategie, bei Gebäuden bis 2045 das Netto-Null-Ziel für Treibhausgasemissionen zu erreichen.
Den Angaben zufolge sichert das Siegerprojekt Kriens eine hohe Gebietsabdeckung zu und sieht Übergangslösungen vor, die der Bevölkerung eine hohe Planungssicherheit für den Umstieg bei ihrer Wärmeversorgung garantieren. CKW und ewl planen bei ihrem Projekt mit einem breiten Mix aus verschiedenen erneuerbaren Energiequellen inklusive regionalem Holz. Damit wird nach den Worten von Stadtrat Maurus Frey ein attraktives Angebot geschaffen, „sodass wir gemeinsam einen Schritt auf unsere Klimaziele hin machen können“.
Bei der bevorstehenden Bauarbeiten in der Hergiswaldstrasse sollen die Sanierungsarbeiten möglichst zeitgleich mit dem Leitungsbau für den Wärmeverbund durchgeführt werden. Weitere Einzelheiten wollen Stadt und ARGE nach Ablauf der rechtlich vorgeschriebenen Fristen bekanntgeben.
Der Immobilienentwickler Halter aus Schlieren hat bei der Ausschreibung zur Entwicklung des ewb-Areals im Berner Quartier Ausserholligen gewonnen. Dort soll eine „nachhaltige, lebendige und vielfältig durchmischte Arbeits- und Wohnwelt entstehen“, heisst es in einer Medienmitteilung.
Demnach sieht die Planung des Halter-Teams drei Hochhäuser auf dem bisher vorwiegend industriell genutzten Gebiet zwischen der Sport- und Freizeitanlage Weyermannshaus und dem Europaplatz vor. Ein Hochhaus soll der neue ewb-Hauptsitz werden. In den beiden anderen Gebäuden will die neu gegründete Genossenschaft Viadukt 220 Wohnungen unterbringen.
Der öffentliche sowie Fuss- und Veloverkehr erhalten eine Vorrangstellung gegenüber dem motorisierten Individualverkehr. Das sollen unter anderem drei S-Bahnhaltestellen sowie Tram und Bus sicherstellen.
Der Strom für das Quartier soll aus Photovoltaikanlagen auf Dächern und Fassaden kommen. Für die lokale Wärme- und Kälteproduktion sowie Speicherung sollen Fundationspfähle, Grundwasser und Abwärmequellen genutzt werden.
„Das Konzept des Siegerprojekts gibt uns die Möglichkeit, unseren neuen Hauptsitz in einer neu geschaffenen Umgebung zu realisieren, das den hohen Nachhaltigkeitsansprüchen der Stadt Bern und von ewb entspricht“, sagte Cornelia Mellenberger, CEO der ewb, laut Medienmitteilung bei der Präsentation des Gewinnerprojektes am 3. April im Beisein von Stadtpräsident Alec von Graffenried sowie weiteren Akteuren.
Alle Wettbewerbsprojekte können vom 22. bis 26. Mai in der Energiezentrale Forsthaus besichtigt werden.
Energie 360° kann mit dem Umbau seines Hauptsitzes in Zürich Altstetten beginnen. Der mehrheitlich von der Stadt Zürich gehaltene Energieversorger investiert knapp 28 Millionen Franken in die Umgestaltung und Erweiterung seiner Büroräume zu einer offenen Bürolandschaft, den Bau einer grossflächigen Photovoltaikanlage sowie die Optimierung der Haustechnik, heisst es in einer Medienmitteilung.
Demnach hatte Energie 360° die Baubewilligung im Januar erhalten. Ab Ende März kann nun die Baustelle eingerichtet werden. Bis zum Spätherbst 2024 sollen die Renovierungsarbeiten beendet sein. In der Zwischenzeit verlegen die Mitarbeitenden ihre Arbeitsplätze in einen temporären Hauptsitz in Zürich Altstetten.
Das Gebäude wird bereits jetzt vollständig mit erneuerbarer Energie versorgt und ist energetisch optimiert. Im Zuge des Umbaus erhält es weitere Solaranlagen nach einem Entwurf von Jessenvollenweider Architektur aus Basel. Das Büro ist den Angaben zufolge Pionier im Bereich Photovoltaikanlagen. Die Module sollen künftig rund die Hälfte des Strombedarfs von Energie 360° produzieren.
„Die zusätzlichen Photovoltaikanlagen an der Fassade und die Erweiterung auf dem Dach machen den Hauptsitz zum grünen Kraftwerk mit Vorbildfunktion und starker Wirkung nach aussen“, wird Jörg Wild, CEO von Energie 360°, in der Medienmitteilung zitiert.
Das Unternehmen will bis 2040 seinen Kunden und Kundinnen ausschliesslich erneuerbare Energie anbieten. Als nachhaltiger Energie- und Mobilitätsdienstleister hat es daher auch seinen eigenen Energieverbrauch im Blick.
Der Klimawandel führt auch in der Schweiz zu immer heisseren Temperaturen im Sommer. Besonders bemerkbar macht sich dies in Städten mit dichter Bebauung und vielen versiegelten Flächen. Gebäude und ihre Umgebung müssen daher so geplant werden, dass sie auch im Klima der Zukunft eine hohe Aufenthaltsqualität bieten. Das neueWhitepaper «Klimagerecht bauen» von ewz bietet einen Überblick über das Thema. Die Publikation dient als Wissensgrundlage und Inspiration für das Bauen im Kontext des Klimawandels und kann hier kostenlos heruntergeladen werden.
Städte im Fokus Grünflächen mit schattenspendenden Bäumen und Kaltluftkorridore, die Abkühlung bringen sollen, sind vielerorts nicht oder nur in ungenügendem Masse vorhanden. Als Folge davon bilden sich in Stadtgebieten Hitzeinseln, in denen das Thermometer nachts bis zu 10 °C mehr anzeigt als in umliegenden Gebieten. Um diesem Hitzeinseleffekt entgegenzuwirken, braucht es einen für den jeweiligen Standort erstellten Massnahmenkatalog. Wichtige Grundsätze für stadtklimagerechtes Planen und Bauen sind zum Beispiel die Gebäudestellung und -dimensionierung, aber auch begrünte Flächen, Fassaden und Dächer sowie die Beschattung.
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Moderater Fensteranteil Nicht nur Aussenräume müssen klimagerecht geplant und gebaut werden, sondern auch die Gebäude selbst. Damit ihr Inneres bei hohen Aussentemperaturen möglichst kühl bleibt, sind bereits Entwurfsparameter wie etwa die Gebäudeausrichtung, die Fensterflächen oder die Speicherfähigkeit des Baus ausschlaggebend. Massive Decken und Böden speichern beispielsweise aufgrund ihrer Masse die Wärme und die Raumtemperatur steigt langsamer an. Besonderes Augenmerk gilt auch den Fenstern. Grosse Verglasungen haben zwar den Vorteil, dass viel Tageslicht ins Innere gelangt und in den Wintermonaten der solare Wärmeeintrag hoch ist. Im Sommer jedoch ist diese Wärme nicht gewünscht. Es empfiehlt sich daher, möglichst auf bodentiefe Fenster zu verzichten und ein Gleichgewicht zwischen visueller und thermischer Behaglichkeit zu finden. Als Orientierungsgrösse gilt in Wohnbauten ein Fensteranteil von bis zu 30%, in Bürobauten von maximal 40%.
Lüften und Kühlen Bei länger anhaltender Hitze wärmt sich selbst ein gut geplantes Gebäude auf. Äusserst wirksam ist es, die angestaute Wärme nachts abzuführen. Dies kann beispielsweise durch Querlüften erreicht werden. Noch besser ist es, Gebäude so zu konzipieren, dass sich ein Kamineffekt entwickelt. Über Lüftungsflügel in der Fassade – beispielsweise neben den Fenstern – gelangt kühle Aussenluft ins Innere und wird über das Treppenhaus und eine Öffnung im Dach abgeführt. Solche Lösungen haben keine oder minimale Mehrkosten zur Folge und funktionieren effizienter als Klimageräte.
Bürogebäude sind im Gegensatz zu Wohnbauten schon heute oft mit einer Kühlung ausgestattet. Das liegt an den hohen internen Lasten durch die Nutzer*innen und die IT-Infrastruktur, oft aber auch am hohen Glasanteil der Fassaden. Es gibt Bürobauten, deren Kühlenergiebedarf schon heute den für das Heizen egalisiert. Bis 2100 könnten Bürogebäude je nach klimatischer Entwicklung bis zu zehnmal mehr Energie für das Kühlen als für das Heizen benötigen. Dies dürfte die Betriebskosten stark erhöhen und einen wirtschaftlichen Gebäudebetrieb erschweren.
Vielfältige lokale Energiequellen Den Grundkühlbedarf von Büro- oder Wohnobjekten übernimmt optimalerweise eine umweltfreundliche passive Kühlung. In der Schweiz kommen für dieses sogenannte Freecooling verschiedene Energiequellen infrage.
Häufig wird über Sonden erschlossene Erdwärme genutzt. Im Winter dient die thermische Energie aus dem Boden als Wärmequelle, im Sommer dient sie aber auch der Kühlung, weil die geförderten Temperaturen deutlich unter den Raumtemperaturen liegen. Als weitere Energiequelle kommt vor allem Seewasser infrage, denn die vielen Schweizer Seen stellen eine wertvolle thermische Speichermasse dar. Da ihre Ufer oft dicht besiedelt sind, lässt sich das Seewasser gut zur Versorgung zahlreicher Gebäude nutzen.
Ob mit Erdsonden, Seewasser oder anderen Varianten: Entscheidend ist, dass das Kühlen im Betrieb möglichst wenig Energie verbraucht. Bauherrschaften, Investierende und Architekturfachleute sollten das Thema deshalb rechtzeitig mit einem Energiedienstleister wie ewz diskutieren und prüfen, welche Optionen infrage kommen. So lassen sich Gebäude realisieren, die auch im heissen Sommer der Zukunft hohen Klimakomfort bieten, ohne eine zusätzliche Belastung für die Umwelt darzustellen.
Ökologisch heizen bleibt wichtig Dabei darf man nicht ausser Acht lassen, dass bei Wohnbauten die benötigte Kühlenergie im Vergleich zum Heizwärmebedarf eher gering bleibt. Deshalb muss die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ein vorrangiges Ziel bleiben, um Netto-Null zu erreichen. Ökologisches Heizen ist heute problemlos möglich, stehen doch verschiedene technisch ausgereifte und wirtschaftlich attraktive erneuerbare Heizsysteme zur Verfügung.
Das Whitepaper «Klimagerecht bauen» bietet Ihnen weiterführende Informationen, detaillierte Einblicke sowie verschiedene Best-Practice-Beispiele, die konkrete Lösungen für die Umsetzung des Themas zeigen. Das neue Whitepaper steht für alle Interessierten zum freien Download bereit.
Als erstes Unternehmen in Europa nutzt Leuk TDC Satellitenschüsseln zur Energieproduktion. Anstatt ausgediente Satellitenschüsseln zu entsorgen, wird die vorhandene Infrastruktur umfunktioniert. Dieses Solarprojekt wurde von CKW realisiert. Die Solarpanels werden auf der Innenseite der Satellitenschüsseln montiert, wo die Sonneneinstrahlung am stärksten wirkt.
Mit Satellitenschüsseln zur Selbstversorgung Ehemalige Satellitenschüsseln eignen sich optimal als Solaranlage. Sie können flexibel nach der Sonne ausgerichtet werden und erzeugen dadurch mehr Strom als herkömmliche Solaranlagen. Schnee bleibt auf den Solarpanels zudem kaum haften und dank ihrer Lage auf rund 1’000 Metern über Meer liegen das Rechenzentrum und die Satellitenschüsseln meist über der Nebelgrenze. Somit kann Leuk TDC auch im Winter sehr viel Energie durch Sonneneinstrahlung gewinnen.
Eine Schüssel generiert jährlich rund 110’000 kWh, was dem Energiebedarf von 25 Haushalten entspricht. Die Solarpanels auf dem Dach des Rechenzentrums produzieren zusätzliche 550’000 kWh pro Jahr. Bei Leuk TDC sind weitere Solarprojekte angedacht: Solarpanels auf zwei weiteren Satellitenschüsseln und auf Freiflächen, um in Leuk künftig noch mehr Sonnenenergie zu gewinnen. Die Baubewilligung für die zweite Satellitenschüssel liegt bereits vor, die im Frühling gebaut werden soll.
Dank des eigens produzierten Solarstroms und zusätzlicher Wasserkraft wird das Rechenzentrum von Leuk TDC in Zukunft zu 99 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben. Auch CKW nimmt eine Vorreiterrolle in der klimafreundlichen Energieproduktion ein: Bis 2030 will die Zentralschweizer Energiedienstleisterin massiv in erneuerbare Energien investieren und mit Kraftwerksprojekten in den Bereichen Photovoltaik, Windkraft, Biomassekraftwerke, Wasserkraft und mit weiteren Technologien zusätzlichen Strom für 165’000 Haushalte und Wärme für 55’000 Haushalte produzieren.
Zukunftsmodell Solar Contracting In der Zusammenarbeit mit CKW profitiert Leuk TDC vom Solar Contracting. Bei diesem Modell wird die Solaranlage von CKW installiert und Leuk TDC bezieht den Solarstrom zu einem Fixpreis und einer festgelegten Vertragsdauer. Auch Wartungs- und Servicearbeiten erledigt CKW. Nach Ablauf der Vertragsdauer gehört die Solaranlage Leuk TDC. Durch den eigens produzierten Strom ist Leuk TDC unabhängiger und weniger betroffen von steigenden Strompreisen. So kann Leuk TDC auch in Zeiten von Stromunsicherheit die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden nach geringer Latenzzeit und High-Computing-Services im Rechenzentrum erfüllen. Die Partnerschaft von Leuk TDC und CKW beweist, dass Rechenzentren trotz ihres Energiebedarfs auch nachhaltig betrieben werden können. John Harris, CEO von Leuk TDC, bekräftigt: «Dies ist möglich, wenn man auf Solarprojekte setzt und deren Ausbau fördert. Indem Unternehmen bei ihrer Energiebeschaffung mehr auf eigene Solarlösungen setzen, tragen sie einen wichtigen Teil zum Erreichen der Schweizer Energieziele bei.»
Im Solarbereich liegt in der Schweiz ein enormes Potenzial brach. Insbesondere Freiflächenanlagen im alpinen Bereich sind in der Schweiz eine Seltenheit. «Wir wollen verstärkt auch im alpinen Bereich Grossanlagen realisieren, denn diese sind effizienter und können im Winter sogar mehr Strom produzieren als im Sommer», sagt CKWCEO Martin Schwab. Die neue Anlage in der Satellitenschüssel von Leuk TDC ist bestes Beispiel für eine innovative, effiziente Solaranlage mit hoher Winterstromproduktion.
IWB beteiligt sich mit 30 Prozent an Sympheny. Das Jungunternehmen mit Sitz in Dübendorf hat eine Software entwickelt, die mögliche Energielösungen für Gebäude in Sekundenschnelle vergleichen kann. Daraus gezogene Erkenntnisse will IWB bei eigenen Planungen zum klimafreundlichen Umbau der Energieversorgung nutzen.
„Bezahlbarer Klimaschutz braucht optimierte Energieversorgungen“, leitet IWB einen Beitrag auf LinkedIn zum Einstieg bei Sympheny ein. Ihm zufolge will das Unternehmen für Energie, Wasser und Telekommunikation im Kanton Basel-Stadt die Ausgründung der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) mit dem frischen Kapital bei der Weiterentwicklung ihrer Software unterstützen. Man freue sich auf die vertiefte Zusammenarbeit mit den Sympheny-Mitgründern Andrew Bollinger, Matthias Sulzer, Boran Morvaj und Julien Marquant, schreibt IWB.
Einem Bericht auf startupticker.ch zufolge wurde die Software des erst 2020 gegründeten Jungunternehmens bereits in mehr als 20 grösseren Planungsprojekten verwendet. Zu den Kunden von Sympheny gehörten „unter anderem Energieversorger und Generalunternehmen aus der ganzen Schweiz“, heisst es dort weiter. Die von Sympheny entwickelte Energieplanungssoftware simuliert das zu untersuchende Energiesystem mit einem digitalen Zwilling. Über Algorithmen und standardisierte Geoinformationsdaten (GIS-Daten) können Produktion, Speicherung und Verbrauch von Energie simuliert werden.
Die Vela Solaris AG aus Winterthur hat mit Polysun eine Lösung entwickelt, welche die Planung vom Energiesystemen für Gebäude und Quartiere erleichtern soll. Sie ermöglicht es, Energiesysteme in diesen Umgebungen zu simulieren. So können mögliche Energiesysteme zur Erstbetrachtung dargestellt und miteinander verglichen werden.
Basierend auf Polysun hat Vela Solaris gemeinsam mit dem Gebäudetechnikverband suissetec die Web App Gebäudetechnikrechner aufgebaut. Der Verband stellt die Lösung nun seinen Mitgliedern sowie Kundinnen und Kunden zur Verfügung, wie es in einer Mitteilung heisst.
„Mit dem Gebäudetechnikrechner ermöglichen wir unseren Kunden den Schritt zur digitalen Konzeption von Energiesystemen“, wird Lars Kunath, Verantwortlicher digitale Lösungen bei suissetec, zitiert. Er hebt auch die „Zuverlässigkeit der Simulationsergebnisse und die hohe Professionalität von Vela Solaris als Entwicklungspartner“ hervor.
„Die Zusammenarbeit mit Verbänden sowie Herstellern und Händlern stellt für Vela Solaris eine echte Bereicherung dar“, so Angela Krainer, Geschäftsführerin von Vela Solaris. „Wir sind immer bestrebt, unsere Lösungen einer möglichst grossen Nutzergruppe zur Verfügung zu stellen“.
Stadtwerk Winterthur verfolge den Umbau der Energieversorgung auf erneuerbare Energien konsequent weiter, erläutert das Energieunternehmen der Stadt Winterthur in einer Mitteilung zum Jahresabschluss 2020. Im Berichtsjahr hat Stadtwerk Winterthur dabei unter anderem 14 neue Photovoltaikanlagen installiert. Seit April werden zudem bei den Gasprodukten der Grundversorgung nur noch Biogas und CO2-kompensiertes Erdgas angeboten.
Um den Umstieg auf Fernwärme zu fördern, verzichtet das Unternehmen darüber hinaus auf den aktiven Verkauf neuer Gasanschlüsse. Die Grundversorgung mit Strom wird seit Anfang 2020 ausschliesslich über Strom aus erneuerbaren Energiequellen angeboten.
Über die gesamte Absatzmenge hinweg betrage der Biogasanteil derzeit rund 13 Prozent, erläutert Stadtwerk Winterthur in der Mitteilung weiter. Noch in diesem Jahr soll der Anteil auf 33 Prozent gesteigert werden. Bis 2025 will das Unternehmen zudem 100 neue Photovoltaikanlagen installieren. Darüber hinaus ist geplant, die Verbrennungslinie 2 der Kehrichtverbrennungsanlage in der Grüze zu erneuern. Damit könnten zusätzliche Gebiete mit Fernwärme versorgt werden, schreibt Stadtwerk Winterthur.
Im Berichtsjahr hat Stadtwerk Winterthur einen leicht unter dem Vorjahreswert liegenden Gesamtumsatz von 239 Millionen Franken erwirtschaftet. Der Gewinn sei dagegen auf 33 Millionen Franken deutlich gesteigert worden, erläutert das Unternehmen. Als Hintergrund werden in der Mitteilung sehr gute Einkaufspreise für Strom und Gas genannt.
Die Projektgemeinschaft Chroobach Windenergie besteht aus den beiden regionalen Energieversorgern Elektrizitätswerke des Kantons Schaffhausen AG (EKS) und SH POWER. Ihr Ziel ist es, das Potenzial für Windenergie am Chroobach auszunutzen. Insgesamt will sie dort 25 bis 27 Millionen Kilowattstunden erneuerbaren Strom pro Jahr produzieren, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Das ist in etwa doppelt so viel Strom, wie derzeit von der Bevölkerung des oberen Kantonsteils im Jahr verbraucht wird.
Im Jahr 2019 hat der Bund den kantonalen Richtplan zur Windenergie gutgeheissen. Mit der Festsetzung des Windenergiegebietes auf dem Chroobach in der Gemeinde Hemishofen habe er damit eine wichtige Basis für das Projekt gelegt. Seither konnten die Planungsarbeiten den Angaben zufolge erfolgreich vorangetrieben werden. In einem nächsten Schritt soll nun die Teilrevision der Nutzungsplanung bei der Gemeinde Hemishofen beantragt werden. Die Projektgemeinschaft sei bereits für die Besprechung der nächsten Planungsschritte im Dialog mit der Gemeinde.
Weiter will Projektgemeinschaft auch die lokale Bevölkerung am neuen Projekt teilhaben lassen. So soll sie sich mit einer Windaktie am Windpark beteiligen können. Weitere Details dazu will die Projektgemeinschaft „in Kürze“ veröffentlichen.
IWB wächst weiter mit erneuerbaren Energien. Sie steigt nach eigenen Angaben in den Wärmeverbund der Agro Energie Schwyz AG (AES) ein. Diese hat seit 2006 im Schwyzer Talkessel ein modernes Netz von über 100 Kilometern Länge mit modernsten Produktionsanlagen aufgebaut. Ein Holzheizkraftwerk, eine ORC-Anlage und eine Biogasanlage versorgen rund 1500 Abnehmer. Ziel von AES sei der Bau und Betrieb einer regionalen, unabhängigen und CO2-neutralen Energieversorgung in der Region. Grossen Wert lege der Betreiber auch auf eine lokale Wertschöpfung.
IWB übernimmt Anteile des grössten Anteilseigners, der Vorsorgeeinrichtung Profond. Profond hatte nach einem Investor mit ausgewiesener Kompetenz in der Wärmeversorgung und glaubwürdiger ökologischer Ausrichtung gesucht. Mit dieser Investition folge IWB ihrer Strategie, die Wärmeversorgung zu dekarbonisieren, gezielt auch ausserhalb des Kantons Basel-Stadt.
„Die Agro Energie Schwyz ist ein innovatives, stark wachsendes Unternehmen mit klarem Fokus auf der erneuerbaren Energieversorgung“, begründet IWB-CEO Dr. Claus Schmidt die Wahl seines Unternehmens. „Als Betreiberin des grössten Schweizer Fernwärmenetzes kann IWB im Wärmeverbund ihre grosse Erfahrung beisteuern und gleichzeitig ihre führende Position bei der erneuerbaren Wärme ausbauen.“
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