Schlagwort: erneuerbare Energie

  • Weltweit grössten Elektroschmelzofen für Steinwolle in Betrieb

    Weltweit grössten Elektroschmelzofen für Steinwolle in Betrieb

    Nach einer zweijährigen Bauzeit wurde heute in Flums der grösste Elektroschmelzofen für Steinwolle weltweit eingeweiht. Dieser Meilenstein markiert eine wesentliche Weiterentwicklung für den Schweizer Steinwollproduzenten Flumroc und unterstreicht dessen Engagement für zukunftsweisende Technologien. Der neue Ofen läuft vollständig mit elektrischer Energie aus Schweizer Wasserkraft, wodurch die CO2-Emissionen des Schmelzprozesses um 80 Prozent reduziert werden. Dies entspricht einer jährlichen Einsparung von etwa 25’000 Tonnen CO2, vergleichbar mit den Emissionen von 5’500 ölbeheizten Haushalten.

    Die feierliche Eröffnung wurde von mehr als 100 Gästen aus Politik und Wirtschaft besucht, darunter Bundesrat Albert Rösti, der die Bedeutung dieser Investition für Energieeffizienz und Umweltschutz hervorhob. Er betonte, dass solche Projekte entscheidend sind, um die CO2-Emissionen zu senken und die Umwelt zu schützen.

    Der für die Produktionsstätten in Flums massgeschneiderte Elektroschmelzofen positioniert Flumroc als Vorreiter in der Steinwollindustrie. Damian Gort, Geschäftsführer von Flumroc, erklärte: «Mit dem weltgrössten Elektroschmelzofen setzen wir eine technologische Spitzenleistung um, die die Ökobilanz unserer Produkte signifikant verbessert und einen bedeutenden Beitrag zu einem energieeffizienten und nachhaltigen Gebäudebestand leistet.»

    Die Investition in den Standort Flums bekräftigt das Engagement von Flumroc für regionale Produktion und ökologische Nachhaltigkeit. «Es ist weder sinnvoll noch ökologisch vertretbar, das voluminöse Produkt über Hunderte von Kilometern zu transportieren. Nur durch die inländische Produktion können wir einen geschlossenen Kreislauf wirklich garantieren», so Gort. Flumroc produziert seit über 70 Jahren Steinwolle in Flums und ist mit 225 Mitarbeitenden einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region.

    Der Einsatz des neuen Elektroschmelzofens macht den Produktionsprozess von Flumroc wesentlich nachhaltiger. Im Vergleich zu herkömmlichen Dämmstoffen weist die Schweizer Steinwolle von Flumroc nun die geringsten Treibhausgasemissionen von der Herstellung bis zur Entsorgung auf. Dies festigt Flumrocs Position als umweltbewusster Produzent in der Baustoffindustrie.

  • WSL bezieht Sozialfaktoren bei Standortwahl für Erneuerbare ein

    WSL bezieht Sozialfaktoren bei Standortwahl für Erneuerbare ein

    Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der TU Wien haben einen innovativen Ansatz für die Auswahl von Standorten für Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien entwickelt. Laut Medienmitteilung der WSL lösen sie sich von traditionellen Methoden, die vor allem technische und wirtschaftliche Faktoren berücksichtigen. Der neue Ansatz wurde von Erstautor Boris Salak (WSL/TU Wien) und seinen Kollegen Felix Kienast und Marcel Hunziker (WSL) sowie Adrienne Grêt-Regamey, Ulrike Wissen Hayek und Reto Spielhofer (ETH) erarbeitet, heisst es weiter.

    Mit der Studie werde aufgezeigt, dass unterschiedliche Planungsprioritäten verschiedene räumliche, ökologische und soziale Kosten mit sich bringen, wird Erstautor Boris Salak zitiert. „Wir haben herausgefunden, dass es nicht die eine ‚richtige‘ Planungspriorität gibt, sondern, dass dies ein Abwägungsprozess zwischen den Prioritäten ist. Wir sehen, dass eine Optimierung nach sozialen Aspekten ein guter Kompromiss zwischen den anderen beiden Prioritäten ist.“ Diese Optimierung bringe die höchste Akzeptanz und sei räumlich gesehen vergleichbar effektiv wie eine Optimierung nach Energieeffizienz.

    Bei einer repräsentativen Umfrage in der ganzen Schweiz sahen die Teilnehmenden jeweils zwei Szenarien. Auf den Bildern waren Windkraftanlagen, Photovoltaikanlagen auf Dächern oder auf Freiflächen sowie Hochspannungsleitungen zu sehen. Die Befragten sollten entscheiden, welches Bild für sie am stimmigsten ist oder ob ihnen keines der gezeigten Energieszenarien zusagt.

    Das landwirtschaftlich geprägte Mittelland werde von der Bevölkerung für die Entwicklung von Energielandschaften gegenüber naturnahen Landschaften deutlich bevorzugt, heisst es zum Ergebnis von der WSL.

  • Freesuns erhält 1 Million Franken

    Freesuns erhält 1 Million Franken

    Das auf innovative Solarziegel spezialisierte Start-up Freesuns SA aus Colombier gibt eine Kapitalerhöhung von 1 Million Franken bekannt. Darunter ist laut Medienmitteilung eine strategische Investition der PHIDA Groupe mit Sitz in Renens. Die Zusammenarbeit eröffne neue Perspektiven für die Zukunft der erneuerbaren Energien in der Westschweiz. Das Familienunternehmen PHIDA Groupe in Renens umfasst nach eigenen Angaben 20 Unternehmen in den vier Geschäftsbereichen: Bauwesen, Veranstaltungen, Dienstleistungen und Investitionen.

    Freesuns glaube an eine Welt, in der die Energieerzeugung nachhaltig, umweltfreundlich und ästhetisch sei, heisst es auf der Internetseite des Unternehmens. Aus diesem Grund hat Freesuns eine Reihe besonderer Solarziegel entwickelt, die für jede Dachform und jeden Dachstil eine maximale Abdeckung der Photovoltaikzellen ermöglichen. Bis heute wurden in der Schweiz rund 130 Dächer so gedeckt.

    „Diese Kapitalspritze wird es uns ermöglichen, unser Geschäft auszubauen, die Grenzen der gebäudeintegrierten Photovoltaik zu erweitern und unserer Vision näher zu kommen: Solardachziegel auf jedem Dach“, wird Deborah Learoyd in einem Artikel bei startupticker.ch zitiert, die  Geschäftsführerin von Freesuns. Das Start-up will das Kapital nutzen, um Forschung und Entwicklung im Bereich der Software- und Hardwarelösungen fortzusetzen und seinen Vertrieb auf neue Märkte auszuweiten.

    „Wir freuen uns sehr, mit Freesuns bei seiner Mission zusammenzuarbeiten, Dachmaterialien mit wunderschönen Solardachziegeln zu revolutionieren. Dadurch können wir unseren Kunden die neuesten Technologien für Solardachziegel anbieten und unsere Position als Marktführer im Bereich der Gebäudehülle in der Westschweiz behaupten“, wird Bastien Sauve zitiert, CEO der PHIDA Groupe.

  • Energie 360° liefert Fernwärme nach Effretikon

    Energie 360° liefert Fernwärme nach Effretikon

    Die Stadt Illnau-Effretikon hat mit Energie 360° einen Konzessionsvertrag über den Bau und den Betrieb eines Fernwärmenetzes in Effretikon abgeschlossen. Der über 50 Jahre laufende Vertrag sieht laut einer Mitteilung vor, in den Stadtgebieten Vogelbuck und Watt, dem Industriegebiet in Bietenholz und den Gebieten östlich und westlich des Bahnhofs Effretikon rund 3000 Haushalte mit Fernwärme zu versorgen.

    Energie 360° liefert die Fernwärme über eine vier Kilometer lange Transportleitung von seiner Energiezentrale in Volketswil. Der Bau der Leitung hat bereits begonnen. Erste Lieferungen sind für die Heizperiode 2027/28 vorgesehen. Die Erschliessung des gesamten Gebiets ist bis 2030 geplant. Energie 360° investiert einen dreistelligen Millionenbetrag.

    Der Wärmeverbund ist aus Sicht von Stadtpräsident Marco Nuzzo ein wichtiger Schritt in eine fossilfreie Energieversorgung. „Wir unterstützen eine nachhaltige Energieversorgung, weil sie eine Grundlage für die Entwicklungsstrategie unserer Stadt ist“, wird er in der Mitteilung zitiert. Stadträtin Rosmarie Quadranti fügt hinzu: „Der Energieverbund bietet der Bevölkerung von Illnau-Effretikon Wärme aus lokaler, erneuerbarer Quelle.“

  • CKW geht neue Holzheizzentrale in Schüpfheim an

    CKW geht neue Holzheizzentrale in Schüpfheim an

    CKW ersetzt die alte Heizzentrale im Chlosterbüel in Schüpfheim durch eine neue, leistungsstarke Holzheizzentrale. Am 29. Februar wurde dafür der Spatenstich begangen, informiert CKW in einer Mitteilung. Die neue Energiezentrale soll hauptsächlich mit Brennholz aus der Region betrieben werden. Zur Abdeckung von Spitzenlasten ist eine Hybridkesselanlage für Öl und Strom geplant.

    Herzstück der neuen Anlage ist ein Blockheizkraftwerk mit Vergasungstechnologie. Damit kann nicht nur klimaneutrale Wärme, sondern auch klimaneutraler Strom erzeugt werden. Dabei gelte, «je grösser der Wärmebedarf, desto höher die Stromproduktion», wird Rafael Mesey, Leiter Neue Energien von CKW, in der Mitteilung zitiert. «Das heisst, wir produzieren im Winter unter Volllast auch wertvollen Winterstrom.»

    Tief- und Hochbauarbeiten für die neue Anlage sollen in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die Installation und Inbetriebnahme der technischen Ausrüstung sind ab Anfang 2025 geplant. Dann werden auch Speicher und Kaminanlage montiert.

    Parallel zu den Bauarbeiten für die Anlage geht CKW den Bau einer neuen Fernwärmeleitung an. «Damit die neue Heizzentrale möglichst rasch auch am alten Netz angeschlossen werden kann, starten die Bauarbeiten von beiden Seiten», erläutert Mesey. Bis August 2025 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Im Anschluss könne die erste Wärmelieferung von der neuen Zentrale erfolgen, schätzt Mesey.

  • ETH Zürich und EPFL lancieren grüne Energie-Koalition

    ETH Zürich und EPFL lancieren grüne Energie-Koalition

    Die Schweiz sieht sich mit einer kombinierten Energie-​ und Klimakrise konfrontiert. Um das gesetzte Netto-​Null-Ziel bis 2050 zu erreichen und gleichzeitig eine Energielücke zu vermeiden, ist das Land auf erneuerbare Energiequellen, saisonale Speichermöglichkeiten und eine effiziente Anbindung an den europäischen Strommarkt angewiesen. Neben Pumpspeicherkraftwerken, Batterien oder Wärmespeichern bieten insbesondere synthetische Kraftstoffe und Gase wie Wasserstoff eine interessante Möglichkeit, um günstigen Strom aus Fotovoltaikanlagen im Sommer für den Winter zu speichern, zu transportieren und zu handeln. Es gibt zahlreiche vielversprechende Technologien, die sich derzeit in Entwicklung befinden, aber noch nicht voll einsatzfähig sind. Hier setzt die «Coalition for Green Energy and Storage» an, die am 8. Juni auf dem Swiss Economic Forum in Interlaken öffentlich vorgestellt wurde. 

    «Mit der Koalition wollen wir bestehende Technologien zur CO2-​Abscheidung und zur Produktion und Speicherung von kohlenstoffneutralen Gasen und Treibstoffen schnell zur Marktreife bringen und auf einen industriellen Level heben», erklärt ETH-​Präsident Joël Mesot den Plan. Ziel ist es, innert nützlicher Frist ein skalierbares, klimaneutrales und flexibles Energiesystem zu ermöglichen. 

    Gesucht: Partner aus Politik, Industrie und Wissenschaft 
    Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. «Allein die beiden ETH’s verfügen über 150 Forschungsgruppen im Bereich Energie, sowie rund 460 Forschende und vier erfolgreiche Spin-​offs im Bereich CO2-​Abscheidung und Energiespeicherung. Zusammen mit weiteren Forschungsgruppen von PSI und Empa verfügt der ETH-​Bereich sowohl über das Know-​how als auch die Grösse, um gemeinsam mit Unternehmen auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren», sagt EPFL-​Präsident Martin Vetterli. Nun suchen die beiden Hochschulen nach Technologie-​ und Umsetzungspartnern, sowie nach Geldgebern und Unterstützern aus Politik und Gesellschaft. 

    Rund 20 Unternehmen und Organisationen haben bereits ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet: Alpiq, AMAG, BKW Energie, SBB / CFF, Carvolution AG, Cemsuisse, Emil Frey Gruppe, Edelweiss, FIR Group AG, Gaznat, Genève aéroport, GE Vernova, Gruyère Hydrogen Power SA, Implenia, MAN Energy Systems, Migros Industry, Romande Energie, Rolex, Swissmem, SWISS International Air Lines, VBSA, Viteos SA, Verband der Schweizerischen Gasindustrie / Association Suisse de l’Industrie Gazière. 

    Mit der Fluggesellschaft Swiss International Air Lines (SWISS) und dem Energiedienstleister Alpiq – die neben den beiden Präsidenten auf dem SEF anwesend waren – sind zwei Schwergewichte der Schweizer Wirtschaft von Anfang an mit an Bord. «Wir sind stolz, Teil dieser Energie-​Koalition zu sein. Gemeinsam treiben wir die Produktion synthetischer Treibstoffe voran, die für uns einer der grössten Hebel sind, um künftig immer nachhaltiger zu fliegen. Gleichzeitig werden neue Möglichkeiten zur Energiespeicherung geschaffen, was die Versorgungssicherheit der Schweiz erhöht und der ganzen Gesellschaft dient», sagt Swiss CEO Dieter Vranckx. Die Fluggesellschaft braucht rasch wirtschaftliche Lösungen, um ihre eigenen Klimaziele zu erreichen. Synthetische Treibstoffe spielen dabei eine wichtige Rolle. Alpiq wiederum verfügt über ein breites Portfolio an Wasserkraft-​ und Speicherwerken in der Schweiz und zählt mit der Produktion von grünem Wasserstoff in Gösgen zu den Pionieren in der Schweiz. Mit zahlreichen Projekten für den Zu- und Ausbau von erneuerbaren Energien und verschiedenen Speichertechnologien in der Schweiz und im benachbarten Ausland kann Alpiq einen wesentlichen Beitrag leisten: «Mit einer breiten Koalition aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft können wir das gesetzte Netto-​Null-Ziel und gleichzeitig eine nachhaltige Energieversorgung erreichen. Damit können wir den Wirtschafts-​ und Wissenschaftsstandort Schweiz stärken», begründet Alpiq-​CEO Antje Kanngiesser die klare Zusage ihres Unternehmens. Auch der bekannte Philanthrop Hansjörg Wyss hat der Koalition bereits seine Unterstützung zugesichert. 

    Geplant: Forschungsplattformen im Megawatt-​Bereich 
    Mit neuen technischen Lösungen will die Koalition zusätzliche Möglichkeiten schaffen, um die saisonalen Unterschiede in der Stromproduktion mittels Energiespeicherung in der Schweiz und in Europa zu nutzen. So wird die Versorgungsicherheit der Schweiz verbessert und der Energiehandel mit den europäischen und internationalen Partnern diversifiziert, wodurch neue Geschäftsfelder entstehen und Chancen für Technologie-​Startups und die Schweizer Industrie geschaffen werden. Die technischen Optionen sollen systemisch analysiert werden, um möglichst optimale Lösungen hinsichtlich Versorgungssicherheit und Kosten zu finden und zu implementieren. 

    Die Koalition wird bis Ende 2023 formell gegründet, um Anfang 2024 die ersten Projekte zu starten. Auf Basis bestehender Technologien werden Demonstratoren im Megawatt-​Bereich gebaut, die ab 2028 produktiv sein sollen und als Forschungsplattformen dienen werden. Für dieses Vorhaben wird in einer ersten Phase ein Budget von rund 100 Mio. Franken benötigt. 

  • Greenpower: Einzigartiges Energie-Ökosystem in Dagmersellen

    Greenpower: Einzigartiges Energie-Ökosystem in Dagmersellen

    In Dagmersellen soll in den nächsten Jahren ein schweizweit einzigartiges Energie-Ökosystem entstehen. Das Transportunternehmen Galliker, die Milchverarbeiterin Emmi, die Indu- striegase-Produzentin PanGas und die Energieversorgerin CKW haben Ende 2022 eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet.

    Das Projekt ist für die Partner ein wichtiger Schritt zur Erreichung der Energiestrategie-Ziele der beteiligten Unternehmen und der Schweiz. «Zusammen wollen wir die Energiewende vorantreiben und mit dem geplanten Energie-Ökosystem einen signifikanten Beitrag zur Dekarbonisierung und Diversifizierung der Energieversorgung leisten», erklärt Martin Schwab, CEO von CKW.

    Am Anfang des Energie-Ökosystems steht ein von CKW betriebenes Holzheizkraftwerk zur Produktion von Wärme und Strom. PanGas wird einen Teil des Stroms für die Herstellung von Wasserstoff zur Versorgung der LKW-Flotte von Galliker verwenden. Zusätzlich gewinnt PanGas aus dem Verbrennungsprozess grünes CO2; beispielsweise für den Einsatz in der Nahrungsmittelindustrie.

    «Bei PanGas beschäftigen wir uns seit jeher mit Wasserstoff. Es freut uns sehr, dass wir mit diesem Projekt massgeblich zur CO2-Reduktion beitragen können und dem Schweizer Dekarbonisierungsziel ein grosses Stück näherkommen», so Roger Britschgi, Managing Director PanGas.

    Mit der erneuerbaren Energie aus dem Holzheizkraftwerk deckt Emmi einen Teil der am Produktionsstandort Dagmersellen benötigten Wärmeenergie für die Produktion von Frischkäsespezialitäten wie Mozzarella oder Ricotta sowie Milchpulver ab. Mit Blick auf die Kreislaufschliessung liefert Emmi zudem demineralisiertes Wasser aus der Produktion von Milchprodukten für die Wasserstoff-Herstellung.

    Das Energie-Ökosystem soll als geschlossener Kreislauf funktionieren.

    «Dieses im Verbund mit drei regional verankerten nationalen Partnern konzipierte einzigartige Energie-Ökosystem ermöglicht eine nachhaltigere Produktion unserer Milchprodukte und verringert unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen», so Marc Heim, Leiter Emmi Schweiz.

    Das Holzheizkraftwerk wird im Vollausbau Strom und Wärme produzieren. Gut einen Drittel der Wärme nutzt Emmi. Weitere mögliche Wärme-Abnehmer sind die örtliche Industrie sowie Wärmeverbunde in den umliegenden Dörfern. Das Holzheizkraftwerk soll soweit möglich mit regionalen Waldhackschnitzeln und Altholz betrieben werden. Dafür sind bis zu 200’000 Tonnen Holz pro Jahr notwendig.

    Die vier Unternehmen planen, insgesamt rund 200 Mio. Franken in die Produktion, die Verteilung und die Nutzung der erneuerbaren Energien zu investieren. Bis das Energie-Ökosystem gebaut werden kann, braucht es weitere Planungs- und Bewilligungsschritte. In der Detailplanung soll die gesamte Wertschöpfungskette organisiert werden. Bevor Baugesuche eingereicht werden können, muss auch die Zonenplanung der Gemeinde Dagmersellen angepasst werden.

    Die Bevölkerung wird regelmässig über den Projektstand informiert. Die aktuelle Planung rechnet mit einer Inbetriebnahme frühestens im Jahre 2027.

  • Grundstein für die internationale Renera Group

    Grundstein für die internationale Renera Group

    Seit der Gründung setzt sich Energie Zukunft Schweiz für eine rasche Umsetzung der Energiewende ein. Das Unternehmen ist spezialisiert auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz. 2022 verkaufte seine italienische Tochterfirma eine 375 MWp starke Photovoltaik-Projektpipeline an einen der grössten europäischen Energieversorger. «Die Energiewende ist ein weltumspannendes Projekt, deshalb war immer klar, dass wir unser Energiewende-Know-how auch über unsere Schweizer Grenzen hinaus in weitere Länder tragen wollen», sagt Geschäftsleiter Aeneas Wanner.

    Um Synergien zwischen den Ländergesellschaften besser zu nutzen und der Internationalisierung besser Rechnung zu tragen, reorganisieren sich die Firmen jetzt neu als international tätige Gruppe mit Hauptsitz in der Schweiz unter einem gemeinsamen Namen. In Anlehnung an die anbrechende Ära der Erneuerbaren wird die Firmengruppe «Renera» heissen. Der Bereich Energiehandel und Biogas ist der erste, der wechselt. Für Mitarbeitende und Kund:innen habe die Reorganisation positive Konsequenzen, so Aeneas Wanner: «Alle Dienstleistungen werden in der gewohnten Qualität weitergeführt und ausgebaut. Aufgrund der hohen Nachfrage werden wir weiterhin viele neue Arbeitsplätze schaffen und alle bestehenden erhalten. »

    Eine einzige starke Unternehmensmarke für alle Tätigkeiten in Europa soll aufgebaut und gepflegt werden. Die neue Markenstrategie soll die Mitarbeitenden näher zusammenbringen, die Komplexität für Kund:innen reduzieren und Synergien zwischen Ländergesellschaften sowie Geschäftsbereichen schaffen. Um die Positionierung auch visuell zu unterstützen, wurde ein neues Logo und Corporate Design in Zusammenarbeit mit einer spanischen Branding-Agentur entwickelt.

    Warum das Unternehmen so erfolgreich wächst, erklärt sich Aeneas Wanner so: «Unser Erfolgsrezept sind unsere talentierten und engagierten Mitarbeitenden. Dank ihnen werden Projekte Realität, die für Kund:innen und die Umwelt gleichzeitig profitabel sind.» Das Unternehmen ist bekannt für seine «hands-on»-Mentalität, die Mitarbeitenden bezeichnen sich als «Energiewende-Macher:innen». «Unternehmen aus der Energie- und der Immobilienbranche schätzen unsere ganzheitliche Herangehensweise und unser vielfältiges Know-how. Wir können komplexe Energieprojekte nicht nur ausdenken und planen, wir können auch die Umsetzung begleiten und die Resultate anschliessend monitoren.» Aeneas Wanner blickt auch sehr optimistisch in die Zukunft. Die Nachfrage nach Energieeffizienz und erneuerbaren Energien ist gerade enorm. Der Wunsch nach sauberer, verlässlicher Energie und hohe Energiepreise haben dazu beigetragen. «Wir sind jetzt in knapp vier Jahren von 40 auf 200 Mitarbeitende gewachsen, in den nächsten vier Jahren werden wir wohl weitere 500 Arbeitsplätze schaffen.» Nur so könne das Unternehmen seine Vision verwirklichen, eine führende Kraft auf dem Weg in eine vollständig erneuerbare Energiewelt zu sein.

  • Landschaft und Energieanlagen müssen zusammenpassen

    Landschaft und Energieanlagen müssen zusammenpassen

    In den vergangenen vier Jahren ist die Zustimmung der Schweizer Bevölkerung zu Photovoltaik- und Windanlagen in Bergregionen, die schon über touristische Infrastruktur verfügen, massiv gestiegen. Eingriffe in das Landschaftsbild der unberührten Alpen und Voralpen werden dagegen weiterhin abgelehnt. Das zeigt die Wiederholung einer Umfrage, die die Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) schon 2018 durchgeführt hatte.

    „Touristisch geprägte Alpenlandschaften werden von der Bevölkerung mittlerweile – und da liegt die grösste Veränderung zu 2018 – für die Entwicklung von Energieinfrasrukturen gleichermassen deutlich bevorzugt wie Landschaften in den Siedlungsgebieten des Mittellands“, wird Boris Salak von der WSL in einer Medienmitteilung zur Umfrage zitiert. Bei Projekten in unberührten Berggebieten sei dagegen „nicht nur mit dem Widerstand seitens des Natur- und Landschaftsschutzes zu rechnen, sondern von grossen Teilen der Bevölkerung“, so Projektleiter Marcel Hunziker. Daran ändere sich auch nichts, wenn die befragten Personen den Ausbau der Erneuerbaren grundsätzlich befürworten.

    Um vermehrt Solarparks zu realisieren, sollten die demokratischen Mitsprachemöglichkeiten deutlich verbessert werden, meint Hunziker. „Dabei geht es darum, die Bevölkerung vermehrt mit positiven Deutungen zu überzeugen und sie so für die Energiewende bis hin zu Netto-Null zu gewinnen. Das wäre gesellschaftlich nachhaltiger und schliesslich effizienter, weil es von der Bevölkerung getragen würde.“

  • Stockacker-Areal:Ganzheitliche Energielösung lohnt sich auch wirtschaftlich

    Stockacker-Areal:
    Ganzheitliche Energielösung lohnt sich auch wirtschaftlich

    Das Wohnareal Stockacker in Reinach zeigt, dass sich der Einsatz von erneuerbaren Energien bei einer integralen Energie- und Mobilitätslösung auch wirtschaftlich lohnt. Es besteht aus vier Gebäuden mit insgesamt 77 Wohnungen. Das Areal ist eine Art «Smart City» im Kleinen, die zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien setzt. Das Schweizer Unternehmen Energie 360° hat für das Areal eine integrale Energielösung entwickelt.

    Alles spielt zusammen
    Die Energielösung beinhaltet Wärme, Kälte, Strom, Elektromobilität sowie Smart Solutions. Wärmepumpen, Solaranlagen, ein Batteriespeicher und Elektroladestationen werden mit einer intelligenten Steuerung verbunden und bilden so ein integrales Energiesystem. Das heisst: Alle Elemente sind optimal aufeinander abgestimmt und kommunizieren miteinander. Dadurch lassen sich der Eigenverbrauch des Solarstroms erhöhen, Stromspitzen brechen sowie Synergien zwischen Wärme, Kälte, Strom und Mobilität dynamisch nutzen.

    Wärmepumpen nutzen die Erdwärme mittels Erdsonden als Energiequelle. Betrieben werden sie mit der Photovoltaikanlage. Im Winter werden so die 77 Wohnungen der Überbauung beheizt, im Sommer durch sogenanntes «Free Cooling» gekühlt.

    Dabei wird den Wohnungen über die Bodenheizung Wärme entzogen und ins Erdreich abgegeben. Die Erdsonden können sich dadurch regenerieren, und die Bewohner profitieren gleichzeitig von einer leichten Abkühlung der Wohnräume. In der Garage gibt es Ladestationen für Elektroautos, welche über Solarstrom geladen werden.

    Batterieraum könnte Solarstrom speichern
    Auch ein Batterieraum ist bereits vorbereitet, wo später Speicher installiert werden können – beispielsweise mit ausgedienten «Second-Life»-Fahrzeug
    batterien. Diese würden tagsüber per Solarstrom geladen und stünden abends, wenn viel Strom verbraucht wird, zur Verfügung. Zum jetzigen Zeitpunkt rechnet sich dies finanziell noch nicht, das Energiesystem wäre aber einsatzfähig. Mittelfristig sollen zudem Elektrofahrzeuge bi-direktional ins System eingebunden werden: Das Auto wird zum Pufferspeicher, ist also sowohl Stromlieferant als auch Strombezüger.

    Die Energielösung im Stockacker-Areal sorgt für eine hohe Versorgungssicherheit bei tiefen Investitions- und Betriebskosten. Mieterinnen und Mieter profitieren von tieferen Energiekosten und höherem Wohnkomfort.

  • Bundesrat will mehr erneuerbaren Strom im Winter

    Bundesrat will mehr erneuerbaren Strom im Winter

    Der Bundesrat will die Sicherheit der Stromversorgung stärken. Er hat dafür die Botschaft zum Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien verabschiedet. Diese sieht laut einer Mitteilung des Bundesrates unter anderem vor, den Ausbau der heimischen erneuerbaren Energien stärker als bisher vorgesehen voranzutreiben. Insbesondere will er die Versorgungssicherheit im Winter stärken.

    Laut der Botschaft sollen 2035 neu 17 Terawattstunden Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden, davon 14 Terawattstunden aus Photovoltaik. Bisher lag der Zielwert bei 11,4 Terawattstunden. 2050 soll die Produktion 39 Terawattstunden betragen, der bisherige Zielwert lag bei 24,2 Terawattstunden.

    Um die Versorgung im Winter zu sichern, sollen bis 2040 zusätzlich zu den bisherigen Zielwerten 2 Terawattstunden klimaneutralen Stroms erzeugt werden, die im Winter sicher abrufbar sein müssen. Dies soll vorrangig durch grosse Speicherkraftwerke erreicht werden, die über einen Winterzuschlag entschädigt werden. Ausserdem soll eine strategische Energiereserve etabliert werden, die auch die Stromversorgung gegen Ende des Winters absichert.

    Der Bundesrat will die Finanzierung der heutigen Förderinstrumente, die bis Ende 2022 und 2030 befristet sind, bis 2035 verlängern. Die Höhe des Netzzuschlags soll dabei weiter 2,3 Rappen pro Kilowattstunde betragen.

    Ausserdem soll der Strommarkt vollständig geöffnet und damit die dezentrale Stromproduktion gestärkt werden. Eine weiter bestehende Grundversorgung soll kleine Endverbraucher schützen.

  • Zürich erhält Goldauszeichnung als Energiestadt

    Zürich erhält Goldauszeichnung als Energiestadt

    Zürich ist im Rahmen des Hackathons Climathon Zürich erneut mit dem Energiestadt-Label in Gold ausgezeichnet worden. Damit fördert der Trägerverein Energiestadt die Umstellung auf erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Laut einer Medienmitteilung der Stadt hätten der Ausbau der Photovoltaikanlagen auf stadteigenen Liegenschaften zu dieser Anerkennung ebenso beigetragen wie die Realisierung des Energieverbunds Altstetten und Höngg. Auch die neue Tramlinie Hardbrücke und die weitere Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs hätten ihren Anteil daran.

    Zum ersten Mal war Zürich die Auszeichnung als Energiestadt vor 20 Jahren verliehen worden. Seither seien die langfristigen Ziele der Stadt „kontinuierlich angepasst worden“. Dazu gehörten etwa die Verankerung der 2000-Watt-Gesellschaft in der Gemeindeordnung und die aktuellen Bestrebungen in Richtung Klimaneutralität. Grundlage dafür seien die im Masterplan Energie der Stadt Zürich definierten energiepolitischen Schwerpunkte.