Schlagwort: Forschung

  • Forschungsprojekt fördert Wiederverwendung von Beton im Bauwesen

    Forschungsprojekt fördert Wiederverwendung von Beton im Bauwesen

    Der Gruppe Materialien und Strukturen des Institut du patrimoine construit, d’architecture, de la construction et du territoire (inPACT) der Haute école du paysage, d’ingénierie et d’architecture de Genève (HEPIA) leitet das Forschungsprojekt Concrete Upcycling Techniques (CUT). Das von Professorin Maléna Bastien Masse geleitete Projekt zielt darauf ab, die Wiederverwendung von Betonplatten in die Baupraxis zu integrieren, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Damit soll der CO2-Fussabdruck der Branche verringert werden. Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt und in Zusammenarbeit mit dem Structural Xploration Lab der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) von Professor Corentin Fivet durchgeführt.

    Das Projekt will Betonplatten beim Abriss von Gebäuden aufbewahren. Die Platten werden vor Ort zersägt und anschliessend von den Forschern der HEPIA untersucht. Ziel ist es, herauszufinden, ob diese Platten wiederverwendet werden können. Die für die Wiederverwendung freigegebenen Platten werden anschliessend in Neubauten eingesetzt. Das Projekt untersucht auch, wie sie bei der Wiederverwendung miteinander verbunden werden können. Dabei werden fortgeschrittene Techniken und Materialien wie der hochleistungsfähige faserverstärkte Zementverbundwerkstoff (CFUP) verwendet.

    „Die Baubranche liebt Beton. Er ist ein unverzichtbarer, vielseitiger, anpassungsfähiger und kostengünstiger Werkstoff, aber auch extrem umweltschädlich. Eine Lösung drängt sich auf: die Wiederverwendung“, heisst es in der Mitteilung. „Durch die Rückgewinnung und Verwendung von Bauteilen aus bestehenden Bauwerken für neue Bauprojekte sinkt der Betonverbrauch, was zu einer geringeren CO2-Belastung führt.“

    Die HEPIA ist eine Hochschule mit Sitz in Genf, die in den Bereichen Ingenieurwesen, Architektur und Umwelt in der Ausbildung und Forschung tätig ist, insbesondere in den Bereichen Werkstoffe und nachhaltiges Bauen. Die Hochschule ist Teil der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO).

  • Switzerland Innovation Park Ticino

    Switzerland Innovation Park Ticino

    Seit 2021 ist der Tessin Teil der nationalen Initiative Switzerland Innovation. Im November 2024 wurde der Park offiziell als Standort Park Zürich anerkannt. Mit der neu gegründeten Switzerland Innovation Park Ticino SA bündeln Kanton, Wirtschaft und Hochschulen ihre Kräfte, um die Innovationskraft der Region nachhaltig zu stärken.

    Synergien mit Europa und der Greater Zurich Area
    Die strategische Lage macht den Park zu einer Brücke zwischen zwei europäischen Wirtschaftszentren Zürich und Mailand. Durch die Mitgliedschaft in der Greater Zurich Area gewinnt das Tessin an internationaler Sichtbarkeit und zieht Investitionen sowie Unternehmen aus innovativen Branchen an. Gleichzeitig bestehen enge Verbindungen mit dem Innovationsviertel MIND Milano, das auf dem Expo-Gelände in Mailand entstanden ist.

    Kompetenzzentren für Zukunftstechnologien
    Im Park Ticino entstehen derzeit drei Kompetenzzentren in Bereichen mit hohem Potenzial,  Drohnentechnologien, Life Sciences sowie Anwendungen im Freizeit- und Gesundheitssektor. Diese Zentren fördern Forschung, Entwicklung und Wissensaustausch und schaffen so ein Ökosystem, das Innovation von der Idee bis zur Marktreife unterstützt.

    Zukunftsstandort New Officine District Bellinzona
    Der endgültige Hauptsitz des Parks wird nach 2032 im New Officine District in Bellinzona eröffnet. Auf 25’000 Quadratmetern entsteht eine Plattform für Forschung und Unternehmertum, eingebettet in ein neues Stadtquartier von 120’000 Quadratmetern mit Wohnraum, Unternehmen, Verwaltung, Kultur und Freizeit. Das Areal profitiert von seiner Lage direkt am Bahnhof Bellinzona, als nördliches Tor des Tessins nach dem Gotthard-Basistunnel.

  • Lehm feiert sein Comeback

    Lehm feiert sein Comeback

    Lehm ist seit Jahrtausenden bewährt, besteht aus lokalem Ton, Schluff und Sand, ist ohne energieintensive Brennprozesse verwendbar und fast unbegrenzt verfügbar. Im Gegensatz zu Beton, dessen Herstellung mit dem Brennen von Kalkstein erhebliche CO₂-Emissionen verursacht, punktet Lehm mit minimalem Energieaufwand bei Gewinnung und Verarbeitung. Nach Abschätzung verschiedener Quellen fallen bei der Betonherstellung pro Tonne im Durchschnitt 800–900 kg CO₂ an, bei Lehm oft nur ein Zehntel davon und meist gar keine, sofern natürlich getrocknet wird.​

    Der Lehmpavillon in Horw
    Im Rahmen von «Think Earth» kooperieren die ETH Zürich, die HSLU und Industrieunternehmen, Lehm und Holz als Materialbasis in innovative Anwendung zu bringen. Ein Meilenstein ist der Lehmpavillon in Horw. Lehm- und Holzelemente werden mit recyceltem Oulesse, einem von Oxara entwickelten Mischabbruchstoff, in Hybridform kombiniert. Die Prototypen entstehen im engen Austausch mit Bauindustrie und Studierenden. Das Ziel ist modulare, vorfabrizierte Lehmbauteile mit zuverlässiger Festigkeit, vielseitig einsetzbar und rückbaubar, für mehrgeschossigen Wohnungsbau und flexible Architektur.​

    Vorteile, Herausforderungen und Kreislaufpotenzial
    Lehm ist nicht nur energiesparend, sondern auch speicherfähig für CO₂, insbesondere wenn organische Zuschläge beigegeben werden– so kann er sogar klimapositiv wirken.​ Lehmbaustoffe lassen sich bei Gebäude-Rückbau leicht trennen und wiederverwenden. Der Recyclingprozess ist nicht aufwendig und ermöglicht echte Kreislaufwirtschaft.

    Als Aushublehm oder als Nebenprodukt („Filterkuchen“) aus der Kies- und Aushubwäsche ist Lehm bereits heute regional im Überfluss vorhanden. Bislang scheitert eine breite Anwendung vor allem an fehlender Normierung und Marktreife. Daran arbeiten die Projektpartner von «Think Earth» nun intensiv.​

    Noch sind Lehmbau-Hybridlösungen kostenintensiver als konventioneller Betonbau, aber Fortschritte in der industriellen Fertigung, Materialmischung und Qualitätssicherung bringen sie zunehmend in Reichweite für die Masse.​

    Von der Nische zum Standard?
    Die Forscherinnen und Forscher um HSLU und ETH Zürich arbeiten an der Standardisierung und Normierung der neuen Lehm-Hybridbauelemente, sodass ein Markteintritt in den nächsten zehn Jahren realistisch wird. Die Industrie zeigt grosses Interesse. Insbesondere, weil «Abfall» beim Aushub zum zentralen Rohstoff wird. Mit Lehm, Holz und intelligenten Hybridtechnologien steht ein Bauprinzip bereit, das natürliche Ressourcen schont, Klimavorteile bietet und dennoch architektonische Vielfalt ermöglicht.​ Lehm erlebt ein Innovations- und Image-Revival. «Think Earth» und der Lehmpavillon zeigen, wie Forschung und Bauwirtschaft gemeinsam Lösungen für die Bauwende liefern. Kleiner ökologischer Fussabdruck, Kreislaufpotenzial und Wohngesundheit sind mehr als ein Trend – sie markieren den Weg zu urbaner Baukultur im 21. Jahrhundert.

  • Switzerland Innovation Park Basel Area Main Campus

    Switzerland Innovation Park Basel Area Main Campus

    Das Areal erstreckt sich über 115’000 Quadratmeter, gegliedert um einen zentralen Park, der als sozialer und kreativer Herzschlag die Kommunikation fördert und Begegnungen schafft. Die markanten Hauptgebäude, Main Campus HQ, HORTUS, ALL, SCALE, HOPE, Swiss TPH, ALBA Haus, Innovation Garage sowie Holiday Inn Express und die Parkhäuser, zeichnen eine visionäre Struktur. Jedes Gebäude ist mehr als reine Fläche. HORTUS gilt als Musterbeispiel für Kreislaufwirtschaft und nachhaltigen Städtebau, ALL vereint flexible Arbeits- und Laborlandschaften in einer neuen architektonischen Idee, SCALE und HOPE richten sich an wachsende Biotech- und Medtech-Branchen, während Swiss TPH und ALBA Haus die Expertise für Public Health und Forschung bündeln.

    Nachhaltigkeit und Community
    Das Cluster bietet mehr als Raum. Radikal nachhaltige Bauweise, Energie-Rückgewinnung aus Photovoltaik, begrünte Dachlandschaften und ein selbstregenerierender Campuspark setzen neue Massstäbe für urbane Entwicklung. Mit Coworking, intellektuellen Austauschzonen und Gastronomie entstehen Innovationen im Alltag. Bis zu 8’000 Arbeitsplätze werden auf dem Areal entstehen und mit Sport-, Bildungs- und Freizeitangeboten ergänzt.

    Das Botnar Institute of Immune Engineering
    Im Jahr 2027 zieht das Botnar Institute of Immune Engineering (BIIE) in ein neues Gebäude auf den Campus. Ausgestattet mit einer Milliarde Dollar durch die Fondation Botnar setzt BIIE den Fokus auf internationale immunbasierte Forschung und Therapien, vor allem für Kinder und Jugendliche. Als Ankermieter im Gebäude ALL wird das Institut bis zu 300 Forschende anziehen, die Basel als Standort auf die globale Landkarte für Spitzenforschung stellen. Die Entscheidung für Basel fiel gegen grosse internationale Bewerber aus den USA, England, Israel und Singapur und unterstreicht die Bedeutung des Research Clusters in der Region.

    Innovation, Vernetzung und Perspektiven
    Mehr als 100 Unternehmen, Hochschulen und internationale Teams aus Biotech, Digital Health und Medtech arbeiten hier an den Herausforderungen von morgen. Accelerator-Programme wie BaseLaunch, offene Community-Plattformen und die räumliche Nähe etablieren einen dynamischen Arbeitsraum, in dem Wissenstransfer direkt gelebt wird. Ein Drittel der Nutzfläche wird für Start-ups und Gründer reserviert und die Verknüpfung von Wissenschaft mit unternehmerischer Praxis gefördert.

    Der Switzerland Innovation Park Basel Area Main Campus bringt eine neue Qualität von Zusammenarbeit, Raumkonzept und wissenschaftlicher Exzellenz. Basels Vision, eine Modellstadt für zirkuläre Innovation und angewandte Forschung zu werden, kann hier Wirklichkeit werden, international sichtbar und lokal verwurzelt.

  • Statiklücke im Holzbau wird geschlossen

    Statiklücke im Holzbau wird geschlossen

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), der Berner Fachhochschule und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) eine umfangreiche Versuchsreihe durchgeführt. Ziel dieser Untersuchungen war es laut einer Mitteilung, eine Statiklücke im Holzbau zu schliessen. Mit vielfachen Tests und mathematischen Modellen sollten Erkenntnisse zur Horizontallast von Holzrahmenbauten gewonnen werden.

    „Wir untersuchen die horizontale Aussteifung von Gebäuden mit Holzrahmenbauwänden, die Fensteröffnungen enthalten“, wird Nadja Manser, Projektleiterin an der Empa, in der Mitteilung zitiert. „Weder in der Schweiz noch in anderen europäischen Ländern gibt es heute eine Regelung dazu, wieviel Horizontallast eine Holzrahmenwand trägt, wenn sie eine Fensteröffnung enthält.“

    Um diese Daten zu erhalten, führten die Forschenden in der Bauhalle der Empa zahlreiche Experimente mit zweigeschossigen und eingeschossigen Wänden durch, die jeweils zwei Fensteröffnungen enthielten. Dazu wurden die Horizontalbalken mit einer Last von über 100 Kilonewton belastet.

    Aus einer Vielzahl erhaltener Daten soll in einem weiteren Schritt ein für Bauingenieure einfach zu berechnendes Computermodell erstellt werden, mittels dessen Statikberechnungen für Holzrahmenbauten realisiert werden können. Während des gesamten Projekts arbeiten die Forschenden mit Partnern aus der Industrie wie Swiss Timber Engineers, Holzbau Schweiz oder Ancotech AG zusammen. Ein Ziel ist unter anderem das Einsparen von teuren und arbeitsintensiven Stahlverankerungen sowie bislang notwendigen Betonkernen.

  • Effizienz im Holzbau dank Statik

    Effizienz im Holzbau dank Statik

    Holzrahmenbau punktet als nachhaltige Alternative zu Beton. In der statischen Planung stellt sich jedoch ein Problem. Wände mit Fenstern galten bislang als „statistisch unsichtbar“, da belastbare Daten zum Tragverhalten fehlten. Planung, Materialeinsatz und Kosten litten darunter.

    Grossversuche für mehr Material- und Kosteneffizienz
    Um diese Wissenslücke zu schliessen, starteten Empa, die Berner Fachhochschule und die ETH Zürich ein gemeinsames Forschungsprojekt, unterstützt vom BAFU und Industriepartnern. In der Bauhalle der Empa werden Holzwände gezielt extremen Horizontallasten ausgesetzt, dabei entstehen wertvolle Daten zur Belastbarkeit von Wänden mit Fensteröffnungen. Ziel ist, die horizontalen Aussteifungswerte solcher Elemente künftig verlässlich im Ingenieuralltag zu nutzen.

    Weniger Beton, mehr Holz
    Die Erkenntnisse fliessen in ein neues, einfaches Computermodell ein. Die ersten Resultate zeigen, auch Wände mit Fenstern tragen bedeutend zur Aussteifung bei. Das reduziert den Bedarf an Stahlverankerungen sowie Betonkernen und senkt Material-, Zeit- und Kostenaufwand im Holzbau. Perspektivisch entstehen dadurch wirtschaftlichere und ökologischere Bauten.

    Kooperation von Forschung und Industrie
    Die Praxistauglichkeit des neuen Modells steht im Fokus. Im engen Dialog mit Industriepartnern wird das komplexe Forschungsmodell in eine anwendbare Lösung für die Planungspraxis übersetzt. Damit profitieren Planende, Investoren und Bewohner gleichermassen.

    Mit neuen Testverfahren und Berechnungsmodellen für Fensterwände bringt das Forschungsprojekt den Holzbau einen Schritt weiter, zu mehr Effizienz, Ressourcenschonung und Innovationskraft.

  • Licht steuert Elektrizität in Metallen

    Licht steuert Elektrizität in Metallen

    Ein Forscherteam der University of Minnesota Twin Cities hat einen bedeutenden Durchbruch erzielt. Es entwickelte ein Verfahren, mit dem sich der Fluss von Elektrizität in extrem dünnen Metallschichten bei Raumtemperatur beeinflussen lässt mithilfe von Licht. Dieser neue Ansatz könnte dabei helfen, zukünftig optische Sensoren und Quanteninformationsgeräte bedeutend effizienter zu gestalten. Die Zwischenergebnisse der Wissenschaftler wurden aktuell in der renommierten Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlicht.

    Die Basis der Studie beruht auf ultradünnen Schichten aus Rutheniumdioxid (RuO2), welche auf Titandioxid (TiO2) aufgebracht wurden. Je nach Richtung reagieren diese Schichten nicht nur verschieden auf Licht, sondern auch auf den Fluss von Elektrizität. Die Struktur dieser Schichten ermöglicht es, die Dynamik der Elektronen gezielt zu steuern und damit Energieflüsse zu regulieren.

    Neue Wege durch gezielte Lichtnutzung
    Ein zentrales Ergebnis der Forschenden ist, dass sich durch gezielte Veränderungen in der atomaren Struktur die Reaktionen des Materials auf Licht exakt beeinflussen lassen. Dieser gesteuerte Effekt tritt bei gewöhnlichen Temperaturen auf und eröffnet spannende Perspektiven für zukünftige Anwendungen. „Dies ist das erste Mal, dass jemand eine abstimmbare, gerichtete ultraschnelle Ladungsträgerrelaxation in einem Metall bei Raumtemperatur nachgewiesen hat“, bestätigt Seunggyo Jeong, Postdoktorand an der Fakultät für Chemieingenieurwesen und Materialwissenschaften der University of Minnesota.

    Solche Erkenntnisse stellen zahlreiche Vorstellungen über das Verhalten von Metallen der letzten Jahre infrage und belegen, dass die gezielte Steuerung von Elektrizität durch kontrollierte Lichtimpulse möglich ist. Dies eröffnet ganz neue Ansätze im Umgang mit Energie und Informationsverarbeitung auf kleinstem Raum.

    Elektrizität im Detail steuern
    Der bisherige Konsens in der Physik sah Metalle als ungeeignet an für solch präzise Steuerungsmechanismen, weil sie zu komplexe elektronische Eigenschaften besitzen. Das aktuelle Forschungsteam fand jedoch heraus, dass genau diese Komplexität, die sogenannte Bandverschachtelung. aktiv genutzt werden kann, um die ultraschnelle Antwort der Metalle gezielt in verschiedene Richtungen zu lenken. Dies führt dazu, dass die Eigenschaft des Materials, Elektrizität zu steuern, situationsabhängig angepasst werden kann.

    Neue Anwendungen in der Computertechnik, Datenspeicherung, Sensorik und Kommunikation könnten davon massiv profitieren. Besonders die Effizienz und Geschwindigkeit von Bauelementen ließe sich durch die gezielte Steuerung von Elektrizität deutlich verbessern. Tony Low, Mitautor und Professor für Elektro- und Computertechnik an der University of Minnesota, betont, dass die Ergebnisse tiefe Einblicke in die Art und Weise liefern, wie subtile strukturelle Verzerrungen die elektronische Struktur von Metallen verändern können. Dies könnte für zukünftige ultraschnelle und polarisationsempfindliche optoelektronische Technologien von entscheidender Bedeutung sein.

  • Tessin zählt zu Europas innovativsten Regionen

    Tessin zählt zu Europas innovativsten Regionen

    Laut dem Regional Innovation Scoreboard 2025 der Europäischen Kommission zählt der Kanton Tessin zu den zehn innovativsten Regionen Europas. In der Schweiz liegt er direkt hinter Zürich auf Platz zwei. Besonders hervorzuheben ist der hohe Anteil an kleinen und mittleren Unternehmen, die Prozess- oder Produktinnovationen einführen. Auch bei der Markenregistrierung belegt der Kanton national einen Spitzenplatz.

    Universitäre Exzellenz mit internationaler Vernetzung
    Die Università della Svizzera italiana (USI) stärkt mit über 20 spezialisierten Forschungsinstituten die akademische Innovationskraft der Region. Schwerpunkte sind u. a. Biomedizin, Computational Science und Finanzwissenschaften. Die enge Einbindung in nationale und internationale Fördernetzwerke macht die USI zu einem zentralen Akteur im Innovationssystem des Tessins.

    Praxisorientierte Forschung für Unternehmen
    Auch die Fachhochschule Südschweiz (SUPSI) ist ein Schlüsselakteur der Innovationslandschaft. Sie verfügt über hohe Fachkompetenz in Industrieautomation, Robotik und Materialwissenschaften und zeichnet sich durch die höchste Erfolgsquote beim Zugang zu europäischen Fördermitteln unter allen Schweizer Fachhochschulen aus. Unternehmen profitieren durch praxisnahe Kooperationen in angewandten Forschungsprojekten.

    Gesetzliche Innovationsförderung mit Breitenwirkung
    Der Kanton unterstützt Innovation gezielt über das Gesetz für wirtschaftliche Innovation. Dieses bietet umfassende Fördermöglichkeiten, von der Unterstützung bei Forschungsprogrammen über Investitionsvorhaben bis hin zur Teilnahme an Messen und Internationalisierungsprojekten. Die Umsetzung erfolgt über das Amt für wirtschaftliche Entwicklung.

    Switzerland Innovation Park Ticino als Drehscheibe
    Mit dem Switzerland Innovation Park Ticino fördert der Kanton den Transfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Die entstehenden Kompetenzzentren fokussieren sich auf Schlüsselbereiche wie Life Sciences, IKT, Drohnentechnologien und Freizeitindustrie. Ziel ist die Entwicklung technischer und technologischer Lösungen mit hoher Relevanz für die kantonale Wirtschaft.

    https://projects.research-and-innovation.ec.europa.eu/en/statistics/performance-indicators/european-innovation-scoreboard/eis#/ris?compare_year=2025&year=2025
  • Netzwerk 6G Europa gestaltet digitalen Umbruch

    Netzwerk 6G Europa gestaltet digitalen Umbruch

    Die drahtlose Übertragung zeitkritischer Daten galt bislang als technische Hürde, insbesondere in industriellen Anwendungen mit hohem Sicherheitsanspruch. Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme hat nun eine Lösung entwickelt, die neue Massstäbe setzt. Ein modulares Testbed für Time-Sensitive Networking, das Echtzeitanalyse mit energieeffizientem Betrieb verbindet und erstmals drahtlose Datenübertragung über Li-Fi ermöglicht.

    Li-Fi nutzt Licht für die Datenübertragung und bietet hohe Geschwindigkeit, geringe Latenz und hohe Zuverlässigkeit. Ideale Voraussetzungen für den mobilen Einsatz autonomer Roboter oder Maschinen in Fabrikhallen. In Kombination mit TSN entsteht so eine Infrastruktur, die nicht nur flexibler, sondern auch robuster und kosteneffizienter ist. Aufwendige Verkabelungen werden überflüssig, ohne Einbussen bei der Datensicherheit.

    Energieeffizienz als Schlüsselfaktor
    Ein zentrales Thema der Entwicklung war der Energieverbrauch. Gerade in mobilen Anwendungen ist die Energieeffizienz entscheidend für die Betriebsdauer. Mit dem neuen Testbed bietet das Fraunhofer IPMS erstmals eine realitätsnahe Vergleichsgrundlage für TSN-Netzwerke und deren Energieverbrauch.

    Ziel ist es, durch gezielte Optimierung die Einsatzzeit von Geräten zu verlängern und gleichzeitig die Belastung von Infrastrukturen zu senken. Unterstützt wird dies durch TSN-Standards wie IEEE 802.1AS, die für hochpräzise Zeitsynchronisation und redundante Datenpfade sorgen – essenziell für sicherheitskritische Szenarien.

    Forschung für 6G
    Auch an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg wird an der Zukunft der digitalen Kommunikation gearbeitet. Auf der renommierten European Conference on Antennas and Propagation (EuCAP) 2025 präsentierten Professorin Dr. Susanne Hipp und ihr Team neueste Forschung zur Wellenausbreitung im 6G-Frequenzbereich jenseits von 100 GHz.

    Verena Marterer erforscht dielektrische Eigenschaften von Textilien für smarte Sensoren im Gesundheitswesen. Franziska Rasp arbeitet an Antennenkonzepten für die Fahrzeugkommunikation, ein Kernelement für autonomes Fahren. Beide Projekte zeigen eindrucksvoll, wie breit und praxisnah die Anwendungsmöglichkeiten künftiger Mobilfunktechnologien sein werden.

    6G als Plattform für die digitale Transformation
    Mit der Einführung von 6G ab 2030 stehen enorme Veränderungen bevor. Übertragungsraten von bis zu 1’000 Gigabit pro Sekunde, extrem niedrige Latenzzeiten, massive Gerätedichte und neue Dienste wie immersive Umgebungen im Metaversum oder medizinische Fernversorgung in Echtzeit.

    Europa positioniert sich aktiv. Mit Fraunhofer, Telekom, Vodafone und andere Akteure treiben die Grundlagenforschung voran. Deutschland fördert die Entwicklung mit über 700 Millionen Euro. Erste Pilotprojekte sind ab 2028 geplant. Neue Geräte, Chips und Frequenztechnologien werden die technische Basis bilden, mit KI, Cloud-Edge-Computing und Nachhaltigkeit als Leitlinien.

    Europa erfindet die digitale Infrastruktur neu
    Was bisher als Zukunftsmusik galt, wird Realität. Drahtlose Echtzeitkommunikation, energiesparende Netzwerke und ultrapräzise Hochfrequenztechnologie verschmelzen zu einer neuen Infrastrukturgeneration. Die Impulse aus Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer IPMS oder der OTH Regensburg belegen, dass Europa bereit ist, eine führende Rolle in der 6G-Ära einzunehmen, nachhaltig, intelligent und vernetzt.

  • Baukultur im Fokus, NFP 81 beginnt

    Baukultur im Fokus, NFP 81 beginnt

    Am 13. und 14. Mai 2025 traf sich die NFP-81-Community erstmals persönlich in Thun. Rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus 13 Forschungsteams präsentierten ihre Projekte in kurzen Vorträgen und gewährten dabei Einblick in die beeindruckende thematische Breite des Programms. Ergänzt wird diese akademische Vielfalt durch die 45 Praxispartnerinnen und -partner, die mit ihrem Praxiswissen die Forschungsarbeiten bereichern. Insgesamt sind über 130 Personen direkt am Programm beteiligt. Ein klares Zeichen für die starke Verankerung des NFP 81 in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft.

    Impulse aus der Praxis: Stadt Thun als Gastgeberin
    Der erste Veranstaltungstag endete mit zwei aufschlussreichen Vorträgen von Dr. Raphael Lanz, Stadtpräsident von Thun und Florian Kühne, Stadtarchitekt von Thun. Beide betonten die entscheidende Rolle eines offenen Dialogs in der Baukultur und die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit. Diese Perspektiven lieferten wichtige Impulse für die Arbeit in den Forschungsprojekten, die das Ziel haben, ökologische und soziale Fragen in der Baukultur stärker zu verknüpfen.

    Austausch über gemeinsame Herausforderungen
    Der zweite Veranstaltungstag diente dazu, die gemeinsamen Herausforderungen und Schnittmengen der vielfältigen Forschungsvorhaben zu identifizieren. Dr. Oliver Martin vom Bundesamt für Kultur und Prof. Ivana Katurić, Co-Autorin eines Handbuchs für das New European Bauhaus, gaben den Auftakt für einen intensiven Austausch. In gemischten Breakout-Sessions diskutierten die Teilnehmenden engagiert darüber, wie sich unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen bündeln lassen, um innovative und nachhaltige Lösungen für den gebauten Raum zu entwickeln.

    Gemeinsame Vision und positives Fazit
    Zum Abschluss des Treffens zeigte sich Prof. Dr. Paola Viganò, Präsidentin der Leitungsgruppe, erfreut über den intensiven Austausch und die Aufbruchstimmung: «Ich freue mich zu sehen, dass hier eine Gruppe entsteht, die ein gemeinsames Ziel teilt. Wir alle möchten mit diesem Programm den Diskurs über den ökologischen und sozialen Wandel des gebauten Raums voranbringen.» Dieser Satz bringt das gemeinsame Selbstverständnis der Teilnehmenden auf den Punkt: Das NFP 81 ist keine Aneinanderreihung isolierter Projekte, sondern eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Mission.

    Transparenz und Partizipation
    In den kommenden Tagen werden auf der Webseite des NFP 81 die Porträts der einzelnen Projekte aufgeschaltet. Neben prägnanten Beschreibungen der Forschungsvorhaben werden dort auch die Praxispartner vorgestellt, die im Programm eine tragende Rolle einnehmen. Dieser transparente Einblick soll nicht nur den Austausch innerhalb der Community fördern, sondern auch eine breitere Öffentlichkeit ansprechen und zum Mitdenken und Mitwirken einladen.

  • Grundstein für biomedizinische Spitzenforschung gelegt

    Grundstein für biomedizinische Spitzenforschung gelegt

    Die Universität Basel hat am 23. Mai zusammen mit Projektpartnern sowie Gästen aus Politik und Wissenschaft die Grundsteinlegung für den Neubau Biomedizin auf dem Life-Science-Campus Schällemätteli gefeiert. Ab 2030/31 sollen hier rund 700 Forschende eine hochmoderne Infrastruktur zur Verfügung gestellt bekommen, informiert die Universität Basel in einer Mitteilung. „Mit diesem Gebäude schaffen wir nicht nur Raum für exzellente Forschung, sondern fördern auch die enge räumliche Vernetzung zwischen Universität, Kliniken und Industrie“, wird dort Rolf Borner, Direktor Infrastruktur & Betrieb der Universität Basel, aus seiner Ansprache an der Grundsteinlegung zitiert.

    Die Universität will im Neubau Biomedizin ihre derzeit über sechs verschiedene Standorte verteilten Einheiten des Departements Biomedizin zusammenführen. Es forscht an der Schnittstelle zwischen Grundlagenwissenschaft und medizinischer Anwendung hauptsächlich zu Tumorerkrankungen, Immunsystem, regenerativer Medizin und Neurowissenschaften.

    Die Bauarbeiten für das über 40 Meter hohe Gebäude mit elf Geschossen laufen seit 2023, im nächsten Jahr soll der Rohbau stehen. Neben Laborräumen sehen die Planungen Hörsäle, Seminarräume und eine Lounge zur Förderung des wissenschaftlichen Austauschs vor. Das Projekt wird von der Bau- und Immobiliengesellschaft Implenia aus Opfikon als Totalunternehmerin realisiert.

    An der Grundsteinlegung hat die Universität Basel zudem die neue Konferenzreihe Basel BioMed Symposium lanciert. Die erste Ausgabe am 23. Mai war den Wertschöpfungsketten der biomedizinischen Forschung gewidmet.

  • Empa gewinnt Brückenbauer

    Empa gewinnt Brückenbauer

    Matthias Sulzer ist kein typischer Forscher. Sein Weg führte ihn vom Handwerk über ein Ingenieurstudium bis zur Unternehmensgründung und schliesslich zurück in die Forschung. Heute steht er an der Spitze des Empa-Departements Ingenieurwissenschaften, wo er die gebaute Umwelt von morgen mitgestaltet. Sein Büro ist ebenso strukturiert wie seine Denkweise. Auf einem selbst gezeichneten Poster zeigt eine Bergstrasse die Etappen einer strategischen Entwicklung. Für Sulzer sind Visualisierungen nicht nur Arbeitsmittel, sondern Ausdruck eines pragmatischen, zielgerichteten Denkens.

    Früh erkannte er, dass nachhaltige Veränderungen nur gelingen, wenn Forschung und Praxis eng zusammenarbeiten. Bereits bei der Gründung seines Unternehmens setzte er auf wissenschaftliche Kooperationen. Diese Haltung führte ihn später als Senior Researcher an die Empa, wo er nationale Innovationsprojekte leitete und wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Anwendungen übersetzte.

    Innovation als Verbindung von Systemdenken und Verantwortung
    Heute beschäftigt sich Sulzer mit einer breiten Palette an Themen, von nachhaltiger Robotik über neue Werkstoffe bis zur Dekarbonisierung ganzer Energiesysteme. Besonders eindrücklich ist seine Arbeit im Kontext des Klimawandels. Denn die gebaute Umwelt ist für einen Grossteil des Ressourcenverbrauchs verantwortlich. Sulzer sieht darin nicht nur eine technologische, sondern eine gesellschaftliche Aufgabe. Seine Vision reicht vom geschlossenen Materialkreislauf bis zur Rückgewinnung atmosphärischen Kohlenstoffs. Der Klimaschutz beginnt für ihn im Labor, aber er endet in der Anwendung.

    Dabei deckt sein Departement die gesamte Skala der Forschung ab, von molekularen Materialentwicklungen bis hin zur Bewertung nationaler Energiestrategien. Ob Drohnen für Infrastrukturreparaturen oder biokompatible Implantate, die Arbeit der Empa-Teams ist so vielfältig wie relevant. Entscheidend sei, so Sulzer, dass die verschiedenen Disziplinen zusammenarbeiten. Wo früher einzelne Experten nebeneinander arbeiteten, wird heute auf echte Teamarbeit gesetzt.

    Forschung, die Menschen stärkt
    Für Sulzer steht jedoch nicht die Technologie im Zentrum, sondern der Mensch. Forschung dürfe sich nicht nur an Exzellenz messen, sondern müsse die nächste Generation befähigen, Verantwortung zu übernehmen. Er versteht sich als Ermöglicher, der Räume für wissenschaftliche Exzellenz schafft. Und er glaubt an den Mehrwert von Teams, in denen sich individuelle Stärken zu kollektiver Intelligenz verbinden. Dort, wo disziplinäre Grenzen überschritten werden, entstehen neue Lösungen, nicht selten mit Wirkung über die Forschung hinaus.

    Mit Matthias Sulzer gewinnt die Empa nicht nur einen fachlich versierten Departementsleiter, sondern eine Führungspersönlichkeit, die Wissenschaft, Unternehmertum und gesellschaftliche Verantwortung zusammenführt. In einer Zeit, in der technologische Entwicklungen allein nicht mehr genügen, setzt Sulzer auf Haltung, Kooperation und eine klare Vision. Forschung, die wirkt durch Menschen, für Menschen.

  • Tanja Zimmermann übernimmt das Präsidium

    Tanja Zimmermann übernimmt das Präsidium

    Am 6. Mai 2025 wurde Tanja Zimmermann zur neuen Präsidentin des Stiftungsrats des Technoparks Zürich gewählt. Sie tritt die Nachfolge von Lothar Thiele an, der das Gremium seit 2019 leitete. Mit dem Wechsel erhält der Innovationsstandort nicht nur eine neue Führung, sondern auch ein klares Zeichen für Diversität und Zukunftsorientierung.

    Impulse aus Forschung und Technologie
    Zimmermanns Werdegang ist geprägt von interdisziplinärer Forschung und dem gezielten Brückenschlag zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Als Direktorin der Empa fördert sie seit Jahren nachhaltige Innovationen an der Schnittstelle von Labor und Markt. Dieses Know-how bringt sie nun in die strategische Weiterentwicklung des Technoparks ein, einem Ökosystem, das Startups, Forschungseinrichtungen und Unternehmen vernetzt.

    Technopark als Zukunftswerkstatt
    Für Zimmermann ist der Technopark Zürich ein Ort, an dem Ideen wachsen und Wirklichkeit werden. «Hier treffen visionäre Forschung und unternehmerisches Handeln aufeinander. Das ist der ideale Nährboden für Innovation», sagt sie. Als neue Präsidentin will sie gezielt Rahmenbedingungen schaffen, die zukunftsweisende Entwicklungen fördern und Synergien stärken.

    Ein klares Bekenntnis zur Innovationskraft der Schweiz
    Mit der Wahl von Tanja Zimmermann setzt der Technopark Zürich ein starkes Zeichen für strategische Kompetenz, nachhaltige Ausrichtung und die Förderung eines zukunftsfähigen Wirtschaftsstandorts.

  • FORUM UZH Zentrum für Bildung und Forschung

    FORUM UZH Zentrum für Bildung und Forschung

    Das FORUM UZH ist ein Meilenstein für die bauliche und akademische Entwicklung der Universität Zürich. Der Neubau umfasst insgesamt 37’000 m² Hauptnutzfläche und wird nicht nur das prognostizierte Wachstum der Studierendenzahlen auffangen, sondern auch neue Massstäbe in Lehre, Forschung und Nachhaltigkeit setzen. In dem neuen Zentrum werden die Fakultäten für Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaften und Neuere Philologien zusammengeführt. Ergänzt werden diese durch moderne Bibliotheken, Sportanlagen für Mittelschulen und den Akademischen Sportverband sowie öffentlich zugängliche Cafeterias und Gewerbeflächen.

    Architektur und Raumkonzept
    Das FORUM UZH besteht aus einem terrassierten Sockel für Lehre und universitäres Leben, einem darüber schwebenden trapezförmigen Baukörper für Forschung sowie einem zentralen Innenhof. Der Baukörper wird von der Rämistrasse zurückversetzt, um eine grosszügige Vorzone mit Stadtbalkonen zu schaffen, die sich in die städtebauliche Umgebung einfügt. Die Fassadengestaltung mit horizontalen Deckenplatten und vertikalen Brise Soleils verleiht dem Gebäude eine markante Tiefenwirkung und ermöglicht eine flexible Lichtregulierung im Inneren.

    Im Zentrum des Gebäudes liegt das namensgebende Forum, eine lichtdurchflutete Halle, die Aufenthalts-, Begegnungs- und Arbeitsraum zugleich ist. Sie verbindet sämtliche Ebenen und kann für universitäre sowie öffentliche Veranstaltungen mit bis zu 2’000 Personen genutzt werden.

    Flexibles Lernumfeld und moderne Infrastruktur
    Das FORUM UZH bietet eine Vielzahl an innovativen Lehr- und Lernräumen. Fünf Hörsäle und mehrere Seminarräume sind flexibel nutzbar und mit modernster Technik ausgestattet, um hybride Lehrmodelle zu ermöglichen. Zudem entsteht ein grosszügiges Lehr- und Lernzentrum mit über 700 studentischen Arbeitsplätzen. Auf den oberen Stockwerken wird die Universitätsbibliothek unter einem Dach vereint.

    Nachhaltigkeit und innovative Bauweise
    Das FORUM UZH setzt auf eine nachhaltige Holz-Beton-Hybridbauweise, die CO²-Emissionen reduziert und gleichzeitig eine hohe Aufenthaltsqualität bietet. Das intensiv begrünte Dach dient nicht nur als fünfte Fassade, sondern auch als ökologische Ausgleichsfläche mit Lebensraum für Flora und Fauna. Eine Photovoltaikanlage liefert eigenen Strom, während über 50 Grossbäume auf dem neugestalteten Stadtplatz das Mikroklima positiv beeinflussen.

    Dank der modularen Bauweise spart die UZH so viel CO², wie durch die Erstellung von 77 Einfamilienhäusern freigesetzt würde. Das Gebäude wird gemäss SGNI-Standard Gold und nach Minergie P zertifiziert.

    Einbindung in das städtische Umfeld
    Das FORUM UZH wird nicht nur der universitären Gemeinschaft, sondern auch der Stadtbevölkerung offenstehen. Die Bibliotheken, Gastronomiebereiche und Quartierläden sind öffentlich zugänglich und die Gloriaterrasse wird als grüner Treffpunkt zum Verweilen einladen. Durch die städtebauliche Gestaltung entsteht eine direkte Verbindung zwischen dem Hochschulquartier und den umliegenden Stadtteilen.

    Bauzeitplan und nächste Schritte
    Nach dem Abschluss des Vorprojekts wurde im August 2024 mit den Bauarbeiten begonnen. Die Fertigstellung ist für 2028 geplant, der Bezug erfolgt 2029. Bis dahin werden die Studierenden und Forschenden der Universität Zürich die Entwicklung dieses Jahrhundertprojekts hautnah mitverfolgen können.

  • EPFL-Forschende verbessern mit Rubidium Effizienz von Solarzellen

    EPFL-Forschende verbessern mit Rubidium Effizienz von Solarzellen

    Forschende der EPFL haben laut einer Mitteilung eine Methode zur Reduzierung des Energieverlustes von Perowskit-Solarzellen entdeckt. Perowskit-Solarzellen basieren auf Halbleitern mit breitem Bandabstand, die jedoch häufig unter Phasentrennung leiden, welches mit der Zeit einen Leistungsabfall verursacht. Die Integration von Rubidium (Rb) soll das Material der Halbleiter stabilisieren und gleichzeitig die Energieeffizienz der Solarzelle verbessern. Durch das Ausnutzen der Gitterspannung des Perowskit-Films konnten die Forschenden zudem sicherstellen, dass die Rb-Ionen an richtiger Stelle fixiert sind.

    Die Forschenden um Lukas Pfeifer und Likai Zheng der Gruppe von Michael Grätzel an der EPFL nutzten zudem die Methode der Röntgenbeugung, um diesen Effekt zu verifizieren und zu analysieren. Dabei fanden sie heraus, dass neben der Gitterspannung die Einführung von Chloridionen ebenfalls entscheidend zur Stabilisierung des Materials beiträgt. Die Chloridionen gleichen die Grössenunterschiede zwischen den eingebauten Elementen aus und gewährleisten dadurch eine gleichmässigere Ionenverteilung. Das Ergebnis sei ein gleichmässigeres Material mit weniger Defekten und einer stabileren elektronischen Struktur.

    Die neue Perowskit-Zusammensetzung erreichte mit einer Leerlaufspannung von 1,30 Volt 93,5 Prozent ihres theoretischen Grenzwerts. Dies sei einer der niedrigsten Energieverluste, die jemals bei Perowskit-Halbleitern gemessen wurde. Eine verbesserte Photolumineszenzquantenausbeute weist darüber hinaus auf eine effizientere Umwandlung von Sonnenlicht in Strom hin.

    Die Steigerung der Effizienz von Perowskit-Solarzellen könnte zu effizienteren und kostengünstigeren Solarmodulen führen und damit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren. Perowskite könnten ausserdem für LEDs, Sensoren und andere optoelektronische Anwendungen genutzt werden. Die Ergebnisse der EPFL könnten daher auch die Kommerzialisierung dieser Technologien beschleunigen.

  • Ein globales Zentrum für Künstliche Intelligenz

    Ein globales Zentrum für Künstliche Intelligenz

    Ein wesentlicher Baustein dieser Initiative ist der neue Alpen-Supercomputer, der im Februar 2024 im Swiss National Supercomputing Centre in Lugano in Betrieb genommen wurde. Mit über 10’000 Grafikprozessoren zählt er zu den leistungsstärksten Computern weltweit und bietet Schweizer Wissenschaftlern eine Infrastruktur, die bislang nur den grössten Technologieunternehmen zur Verfügung stand.

    KI-Entwicklung mit Fokus auf spezialisierte Branchen
    Statt allgemeine KI-Modelle zu entwickeln, konzentriert sich die Schweiz auf branchenspezifische Lösungen, insbesondere in den Bereichen Robotik, Medizin, Klimawissenschaften und Diagnostik. Bereits jetzt wurde an der EPF Lausanne ein medizinisches KI-Modell veröffentlicht, das speziell auf den Gesundheitssektor zugeschnitten ist.

    Offene und transparente KI-Modelle
    Die Organisation setzt bewusst auf Transparenz und Open Source. Im Gegensatz zu den proprietären Modellen grosser Konzerne sollen die neuen grossen Sprachmodelle der Schweiz für alle nachvollziehbar sein. Das betrifft sowohl die verwendeten Daten als auch die Trainingsmethoden und Ergebnisse.

    Forschung für digitale Souveränität
    Der ETH-Vizepräsident für Forschung, Christian Wolfrum, betont die Bedeutung für die digitale Unabhängigkeit der Schweiz: «Die Wissenschaft muss eine Vorreiterrolle übernehmen, um KI nicht allein den multinationalen Konzernen zu überlassen. Nur so können wir unabhängige Forschung und digitale Souveränität garantieren.»

    Grosses Rechenvolumen für ambitionierte Ziele
    Innerhalb der nächsten 12 Monate ist geplant zehn Millionen GPU-Stunden auf dem Alpen-Supercomputer zu nutzen. Dies entspricht einer enormen Rechenleistung, denn mit einem GPU müsste das gleiche Volumen über 1’100 Jahre durchgehend arbeiten. Damit setzt die Schweiz neue Massstäbe in der KI-Forschung.

    KI für Industrie und Verwaltung
    Die Initiative soll nicht nur der Wissenschaft, sondern auch Schweizer Unternehmen, Start-ups und öffentlichen Verwaltungen zugutekommen. Swisscom-CTO Gerd Niehage sieht die Initiative als wichtigen Baustein für die digitale Zukunft der Schweiz: «Sie beschleunigt die digitale Transformation und schafft neue Fähigkeiten, die unser Land braucht, um eine führende Rolle im Bereich generativer KI einzunehmen.»

    Internationale Zusammenarbeit und Netzwerkbildung
    Um ihre Forschung weiter voranzutreiben, arbeiten die ETH Zürich und die EPFL eng mit dem Swiss Data Science Center sowie rund einem Dutzend weiterer Schweizer Universitäten und Forschungsinstitute zusammen. Zudem ist die Initiative Teil des europäischen Netzwerks KI-Exzellenz, das etwa 40 führende KI-Forschungsstandorte in Europa umfasst.

    Die Initiative setzt damit ein klares Zeichen. Die Schweiz positioniert sich als weltweit führende Drehscheibe für die Entwicklung transparenter und verantwortungsbewusster
    KI-Technologien.

  • Prof. Nora Dainton übernimmt Leitung Instituts Digitales Bauen FHNW

    Prof. Nora Dainton übernimmt Leitung Instituts Digitales Bauen FHNW

    Mit der interimistischen Institutsleitung übernimmt Prof. Nora Dainton eine doppelte Verantwortung. Sie führt das Institut Digitales Bauen und bleibt zugleich Studiengangleiterin des MSc in Virtual Design and Construction. Diese Kombination ermöglicht eine enge Verzahnung von Forschung, Lehre und strategischer Entwicklung. „Ich freue mich, die Zukunft des digitalen Bauens gemeinsam mit unseren Studierenden und Fachkollegen aktiv mitzugestalten“, betont sie.

    Seit 2021 ist Prof. Dainton am Institut tätig und prägt dort die inhaltliche und strategische Ausrichtung des Masterprogramms VDC. Einem Studiengang, der digitale Prozesse im Bau- und Immobilienwesen in den Mittelpunkt stellt.

    Brücke zwischen Forschung und Praxis
    Ein zentrales Anliegen von Prof. Dainton ist die angewandte Forschung in enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern. Als Bindeglied zwischen Industrie, Lehre und Forschung will sie den digitalen Wandel im Bauwesen aktiv begleiten. Im Fokus stehen dabei neue Planungs- und Bauprozesse, innovative Organisationsformen und digitale Werkzeuge, die Effizienz, Nachhaltigkeit und Qualität im Bauprozess steigern.

    Ihre institutsübergreifende Rolle innerhalb der Hochschule ermöglicht es ihr, auch auf strategischer Ebene zur Weiterentwicklung der Fachbereiche und zur Hochschulentwicklung beizutragen.

    Stabsübergabe mit Perspektive
    Prof. Dainton folgt auf Prof. Manfred Huber, der das Institut Digitales Bauen über acht Jahre hinweg mit grossem Engagement aufgebaut und geprägt hat. Ab August 2025 wird Prof. Huber als Direktor des Departements Technik & Architektur der Hochschule Luzern eine neue Führungsaufgabe übernehmen.

    Der Übergang markiert einen neuen Abschnitt für das Institut, das sich als Impulsgeber regional, national und international für die digitale Transformation im Bauwesen positioniert.

  • Zug als globales Zentrum für Blockchain-Technologie

    Zug als globales Zentrum für Blockchain-Technologie

    Mit einem finanziellen Engagement von rund 40 Millionen Franken unterstützt der Kanton Zug den Aufbau der «Blockchain Zug – Joint Research Initiative». Dieses innovative Kooperationsprojekt zwischen der Universität Luzern und der Hochschule Luzern soll das Crypto Valley zum internationalen Zentrum der Blockchain-Forschung entwickeln. Der Kantonsrat gab im Februar 2024 grünes Licht für das Vorhaben.

    Neues Forschungsinstitut an der Universität Luzern
    Ein zentraler Bestandteil der Initiative ist die Gründung eines Zuger Instituts für Blockchain-Forschung an der Universität Luzern. Mit neun neuen Lehrstühlen wird ein interdisziplinäres Forschungsumfeld geschaffen, das sich mit den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekten der Blockchain-Technologie auseinandersetzt. Die HSLU bringt ihre Expertise aus den Bereichen Informatik, Finance und Technik ein und schafft so eine einzigartige Synergie zwischen technologischer Innovation und humanwissenschaftlicher Perspektive.

    Leuchtturmprojekt mit internationaler Strahlkraft
    Ziel der Initiative ist es, Zug als globales Zentrum für Blockchain-Forschung zu etablieren. Finanzdirektor Heinz Tännler betont die Bedeutung dieses Vorhabens: «Blockchain hat das Potenzial, viele Bereiche unseres Lebens zu transformieren. Mit dieser Initiative stellen wir sicher, dass wir an der Spitze dieser Entwicklung stehen.» Dies ist nicht nur eine Investition in die Zukunftstechnologie, sondern auch eine strategische Massnahme zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Zug.

    Technologie trifft Gesellschaft
    Anders als viele reine Technologieforschungen verfolgt die «Blockchain Zug – Joint Research Initiative» einen breiten Ansatz. Neben den technischen Grundlagen werden auch die Auswirkungen auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft untersucht. Dies unterstreicht den einzigartigen Charakter des Projekts, das nicht nur Innovationen vorantreiben, sondern auch gesellschaftliche Transformationen verstehen und gestalten will.

    Langfristige Perspektive und nachhaltige Finanzierung
    Die Initiative ist langfristig angelegt. Nach der fünfjährigen Anschubfinanzierung durch den Kanton Zug soll das Forschungsnetzwerk auf nachhaltige Finanzierungsgrundlagen gestellt werden. Eine externe Evaluation nach drei Jahren wird über den weiteren Weg entscheiden.

  • Innovation Park Ticino strategisches Zukunftsprojekt

    Innovation Park Ticino strategisches Zukunftsprojekt

    Der Switzerland Innovation Park Ticino wird sich auf einer 25’000 Quadratmeter grossen Fläche mitten im neuen Quartier ansiedeln. Die Nähe zum Bahnhof Bellinzona und die hervorragende Anbindung an die Wirtschaftszentren Zürich und Mailand machen den Standort besonders attraktiv. Im Zentrum des Quartiers wird die historische «Kathedrale» der ehemaligen Werkstätten bewahrt und als Wahrzeichen der industriellen Vergangenheit in das moderne Stadtbild integriert. 

    Förderung von Forschung und Entwicklung 
    Der Innovationspark wird zum Dreh- und Angelpunkt für hochmoderne Forschungsprojekte und Unternehmenskooperationen. Geplant sind Kompetenzzentren für Drohnentechnologie, Life Sciences und Lifestyle-Tech. Diese sollen die Innovationskraft der Region stärken und die Zusammenarbeit zwischen Start-ups, etablierten Unternehmen und akademischen Einrichtungen intensivieren. Das Life Sciences Competence Center beispielsweise wird neue Wege in der Biotechnologie erschliessen und an tierversuchsfreien Arzneimitteltests arbeiten. 

    Ein strategisches Gemeinschaftsprojekt 
    Die Finanzierung erfolgt durch eine breite Partnerschaft aus öffentlichen und privaten Akteuren, darunter der Kanton, die BancaStato, Industrie- und Wirtschaftsverbände sowie renommierte Hochschulen wie die Università della Svizzera italiana (USI) und die Fachhochschule SUPSI. Die Switzerland Innovation Park Ticino SA wurde als gemeinnützige Organisation gegründet und wird die Entwicklung des Parks leiten. 

    Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung des Tessins 
    Mit der offiziellen Anerkennung durch das nationale Innovationsnetzwerk Switzerland Innovation wird der Standort Ticino eng mit dem Innovationspark Zürich vernetzt. Diese Zusammenarbeit soll Synergien zwischen den beiden Regionen schaffen und den Wissensaustausch zwischen Forschung und Industrie fördern. Die Verbindung zum MIND Milano Innovation District unterstreicht die internationale Ausrichtung des Projekts und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Tessins als Hightech-Standort. 

    Die Staatsräte Christian Vitta und Marina Carobbio Guscetti betonen die strategische Bedeutung des Innovationsparks für das Tessin. Für den Wirtschaftsstandort Tessin ist der Innovationspark ein strategisches Projekt für die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons. Ziel ist es, die Region als Innovationshub zu etablieren, hochqualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und Investitionen anzuziehen. Der Switzerland Innovation Park Ticino wird somit zu einem zentralen Motor der wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung der Region und festigt die Position des Tessins als bedeutender Akteur im schweizerischen Innovationsökosystem.

  • Gebäude tragen zur Netzstabilität bei

    Gebäude tragen zur Netzstabilität bei

    Die Transformation des Energiesektors bringt Herausforderungen mit sich. Erneuerbare Energien wie Photovoltaik liefern nicht konstant Strom, sondern unterliegen Wetterbedingungen und Tageszeiten. Die Stromversorgung muss daher flexibler werden, um Produktionsspitzen zu nutzen und Engpässe auszugleichen. Genau hier setzen automatisierte Gebäudesysteme an. Sie steuern Verbrauch und Einspeisung intelligent und entlasten das Netz.

    Vorausschauende Steuerung für maximale Effizienz
    Ein innovativer Algorithmus der Empa analysiert die Energieverfügbarkeit und das Nutzerverhalten, um den Energieverbrauch optimal zu steuern. So wird etwa überschüssige Solarenergie bevorzugt genutzt oder gespeichert, anstatt das Netz zu überlasten. Gleichzeitig bleibt der Komfort erhalten. Warmwasser oder Heizung stehen genau dann zur Verfügung, wenn sie benötigt werden.

    Erfolgreicher Praxistest im NEST-Gebäude
    In einem Pilotprojekt im NEST-Gebäude der Empa wurde der Algorithmus unter realen Bedingungen getestet. Dabei kamen eine Photovoltaik-Anlage, Batteriespeicher, eine Wärmepumpe und eine Ladestation für Elektrofahrzeuge zum Einsatz. Die Ergebnisse zeigen, die CO2-Emissionen konnten um mehr als 10 Prozent gesenkt werden, ohne den Nutzerkomfort zu beeinträchtigen. Zudem konnte das Gebäude eigenständig mit dem Netz kommunizieren, um Lastspitzen abzufangen.

    Digitalisierung als Voraussetzung für skalierbare Lösungen
    Die Studie belegt, dass intelligente Energiesteuerung ein zentraler Baustein für eine nachhaltige Energiezukunft ist. Damit solche Lösungen flächendeckend eingesetzt werden können, ist eine konsequente Digitalisierung erforderlich. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass die IT-Infrastruktur nachhaltig bleibt. Empa-Forscher untersuchen daher bereits Möglichkeiten, alte Smartphones als Steuerungseinheiten für die Gebäudeautomation einzusetzen.

    Die Zukunft der Energieversorgung liegt in der Vernetzung intelligenter Systeme. Durch vorausschauendes Management können Gebäude nicht nur ihren eigenen Energiebedarf decken, sondern aktiv zur Netzstabilität beitragen.

  • Faltbare und wieder verwendbare Schalung revolutioniert Betonbau

    Faltbare und wieder verwendbare Schalung revolutioniert Betonbau

    Unfold Form heisst die leichte und mehrfach verwendbare Schalung für Gewölbebauten aus Beton. Sie wurde von der Architektur-Doktorandin Lotte Scheder-Bieschin in der ETH-Forschungsgruppe von Philippe Block entwickelt. Gegenüber herkömmlichen Decken spart sie laut einem Bericht der ETH bis zu 60 Prozent Beton und bis zu 90 Prozent Stahl.

    Unfold Form besteht aus dünnen, flexiblen Sperrholzstreifen. Sie sind durch Textilscharniere miteinander verbunden und lassen sich wie Fächer entfalten. In einem Holzrahmen werden vier solcher Formen einfach und schnell zu einer tragfähigen Schalung mit Zacken zusammengefügt. Darauf wird der Beton gegossen. «Der Beton nimmt diese Riffelung auf als Rippen», so die Erfinderin. «Diese Rippen helfen dabei, Lasten abzutragen.»

    Ist der Beton ausgehärtet, lässt sich die Schalung von unten entfernen, wieder zusammenfalten und erneut gebrauchen. Den Angaben zufolge wiegt das ganze System für den Prototyp nur 24 Kilogramm, kann aber bis zu 1 Tonne Beton tragen.

    «Man braucht neben dem Material nur eine Schablone für die Form und ein Heftgerät.» Das Material für den Prototyp kostete 650 Franken. Wie die Forscherin betont, lässt sich die Schalung ohne Fachwissen oder Hightech produzieren und aufstellen. So sei sie weltweit und auch mit beschränkten Mitteln einsetzbar, etwa in Entwicklungsländern. Denn gerade dort sei die Nachfrage nach Neubauten sehr hoch.

    Von der südafrikanischen Partnerfirma nonCrete, die sich für nachhaltige Bauten und erschwinglichen Wohnraum einsetzt, wurde vor Ort der zweite Prototyp gegossen. «Mit dem neuartigen Schalungssystem», so Scheder-Bieschin, «sollen in südafrikanischen Townships dereinst Wohnhäuser entstehen, die qualitativ gut, würdig und nachhaltig sind».

  • KI beschleunigt Perowskit-Solarzellen für den Massenmarkt

    KI beschleunigt Perowskit-Solarzellen für den Massenmarkt

    Perowskit-Solarzellen erreichen bereits Wirkungsgrade von über 26% und sind dabei leicht, flexibel und kostengünstig herstellbar. Sie gelten als vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Silizium-Modulen. Doch Herausforderungen wie Langzeitstabilität und Skalierbarkeit stehen der industriellen Nutzung noch im Weg.

    KI als Schlüssel zur Produktionsoptimierung
    Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erforscht, wie maschinelles Lernen den Herstellungsprozess von Perowskit-Zellen verbessern kann. Deep-Learning-Modelle analysieren Materialeigenschaften in Echtzeit und optimieren die Parameter für maximale Effizienz.

    Fehler erkennen, bevor sie entstehen
    Mithilfe von In-situ-Bildgebungstechniken überwacht KI die Dünnschichtbildung und erkennt Fehler frühzeitig. So können Prozessabweichungen sofort korrigiert und teure Ausschussproduktionen vermieden werden.

    Simulationen für maximale Effizienz
    Durch KI-gestützte Simulationen lassen sich Produktionsbedingungen präzise anpassen. Besonders die Steuerung der Vakuumabschreckzeit spielt eine entscheidende Rolle. Die KI optimiert diesen Prozess, um die bestmögliche Materialstruktur zu gewährleisten.

    Der Weg zur Marktreife
    Die KIT-Studie zeigt, dass KI ein entscheidender Treiber für die Weiterentwicklung der Perowskit-Photovoltaik ist. Die Technologie könnte den Solarenergiemarkt revolutionieren und mit KI schneller denn je industriell nutzbar werden.

  • Beton als CO₂-Speicher

    Beton als CO₂-Speicher

    Die Reduktion von Treibhausgasemissionen allein reicht nicht aus, um den Klimawandel zu bremsen. Es ist ebenso wichtig, bereits ausgestossenes CO₂ aktiv aus der Atmosphäre zu entfernen. Forschende der Empa haben berechnet, dass durch gezielte CO₂-Speicherung in Beton jährlich bis zu zehn Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden werden könnten. Dieser Prozess könnte langfristig helfen, das CO₂-Niveau der Atmosphäre auf den Zielwert von 350 ppm zurückzuführen.

    Das Konzept basiert auf der Umwandlung von CO₂ in feste Kohlenstoffverbindungen, die als Betonzuschlagstoffe genutzt werden. Neben Beton könnten auch andere Baumaterialien wie Asphalt oder Kunststoffe zur Speicherung beitragen. Die Herausforderung liegt darin, grosse Mengen Kohlenstoff effizient und schnell in diese Materialien einzubringen, ohne deren Eigenschaften zu verschlechtern.

    Siliziumkarbid als Schlüsseltechnologie
    Ein vielversprechender Ansatz ist die Herstellung von Siliziumkarbid als Betonzuschlagstoff. Diese Verbindung kann Kohlenstoff nahezu dauerhaft binden und verbessert gleichzeitig die mechanischen Eigenschaften des Betons. Allerdings ist die Produktion von Siliziumkarbid sehr energieintensiv, weshalb der vollständige Einsatz dieser Technologie erst nach der Energiewende realistisch ist.

    Ohne den Einsatz von Siliziumkarbid würde es mehr als 200 Jahre dauern, das überschüssige CO₂ aus der Atmosphäre zu entfernen. Durch eine Kombination aus porösem Kohlenstoff und Siliziumkarbid liesse sich dieser Prozess jedoch erheblich beschleunigen.

    Neue Wege für eine CO₂-bindende Wirtschaft
    Die Forschungsinitiative «Mining the Atmosphere» verfolgt das Ziel, CO₂ nicht nur zu reduzieren, sondern als wertvollen Rohstoff zu nutzen. Neben der Speicherung in Baumaterialien kann Kohlenstoff auch für die Herstellung von Polymeren, Karbonfasern oder Graphen genutzt werden.

    Für eine erfolgreiche Umsetzung sind jedoch technologische Fortschritte sowie wirtschaftliche und regulatorische Anreize erforderlich. Die Forschenden betonen, dass eine Kombination aus CO₂-Reduktion und aktiver Entfernung notwendig ist, um den Klimawandel langfristig einzudämmen.

    Mit der Nutzung von Beton als Kohlenstoffspeicher könnte ein entscheidender Beitrag zur Stabilisierung des Klimas geleistet werden. Eine nachhaltige Lösung für die Zukunft der Bauindustrie.

  • Schweizer Datenökosystem

    Schweizer Datenökosystem

    Daten sind eine zentrale Ressource für wirtschaftliche Entwicklung, Forschung und gesellschaftlichen Fortschritt. Um zu verhindern, dass Daten in isolierten Silos verbleiben, setzt der Bund auf ein nationales Datenökosystem. Dieses umfasst themenspezifische Datenräume, in denen Unternehmen, Hochschulen, Behörden und Organisationen sicher und kontrolliert Daten austauschen können.

    Der Bundesrat hat die Bundeskanzlei beauftragt, eine zentrale Anlaufstelle zur Koordination dieser Datenräume zu schaffen. Die Anlaufstelle Datenökosystem Schweiz, die am 15. Januar 2025 ihren Betrieb aufgenommen hat, wird von der Bundeskanzlei in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Kommunikation, dem Bundesamt für Statistik und der Direktion für Völkerrecht betrieben.

    Koordination, Beratung und internationale Vernetzung
    Die Hauptaufgabe der Anlaufstelle besteht darin, Grundlagen für ein interoperables Datenökosystem zu schaffen. Dazu gehören Regelwerke, technische Standards und organisatorische Strukturen. Gleichzeitig unterstützt sie laufende Datenraumprojekte mit konzeptioneller, organisatorischer und rechtlicher Beratung.

    Ein zentrales Element ist die Vernetzung der relevanten Akteure. In sogenannten Communities of Practice können Fachleute Wissen und Erfahrungen austauschen, um die Entwicklung gemeinsamer Datenlösungen zu beschleunigen. Darüber hinaus arbeitet die Anlaufstelle mit internationalen Partnern wie dem Fraunhofer-Institut zusammen, um die Kompatibilität schweizerischer Datenräume mit europäischen und globalen Initiativen sicherzustellen.

    Daten für Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft nutzbar machen
    Mehrere Datenraumprojekte befinden sich bereits im Aufbau, etwa in den Bereichen Gesundheit («DigiSanté»), Tourismus («Nationale Dateninfrastruktur für den Tourismus») und Landwirtschaft («agridata.ch»). Ein weiteres Beispiel ist der geplante Mobilitätsdatenraum, in dem Akteure des öffentlichen Verkehrs, der Logistik und der Behörden Mobilitätsdaten austauschen. Dies ermöglicht effizientere Verkehrssteuerung, optimierte Routenplanung für Spediteure und schnellere Reaktionszeiten für Blaulichtorganisationen.

    Mit der neuen Anlaufstelle setzt die Schweiz einen wichtigen Schritt, um das Potenzial von Daten nachhaltig zu nutzen und digitale Innovationen über Branchen- und Verwaltungsgrenzen hinweg zu fördern.

  • Pilzbatterien die Energiequelle

    Pilzbatterien die Energiequelle

    Die Komponenten der Pilzbatterie werden mittels 3D-Druck gefertigt. Hierbei werden die Pilzzellen direkt in die Drucktinte eingearbeitet. Diese besondere Tinte, auf Cellulose-Basis entwickelt, unterstützt das Wachstum der Pilze und ist gleichzeitig elektrisch leitfähig. Der Herstellungsprozess stellt hohe Anforderungen. Die Tinte muss biologisch abbaubar, leicht extrudierbar und nährstoffreich sein, ohne die empfindlichen Pilzzellen zu schädigen.

    Einsatzmöglichkeiten und Potenziale
    Die Pilzbatterie erzeugt zwar nur geringe Strommengen, doch sie reicht aus, um Sensoren in der Landwirtschaft oder Umweltforschung über mehrere Tage zu betreiben. Durch einfache Zugabe von Wasser und Nährstoffen kann die Batterie am Einsatzort aktiviert werden. Nach der Nutzung zersetzen sich die Materialien durch die Pilze selbstständig.

    Herausforderungen und Zukunftspläne
    Die Arbeit mit lebenden Materialien erfordert interdisziplinäres Wissen aus Mikrobiologie, Materialwissenschaft und Elektrotechnik. Die Forschenden planen, die Leistung und Lebensdauer der Pilzbatterie zu verbessern und weitere Pilzarten als Stromlieferanten zu erforschen. Das Ziel ist die Entwicklung einer noch effizienteren, nachhaltigen Energiequelle.

    Grüne Biotechnologie mit Holz und Pilzen
    Holz, ein nachwachsender Rohstoff, wird von Empa ebenfalls für innovative Anwendungen genutzt. Neben der Pilzbatterie entstehen hier Umweltsensoren und grüne Elektronik aus Cellulose-Fasern. Diese Projekte fördern eine nachhaltige Nutzung von Holz und Pilzen in der Materialwissenschaft und tragen zur Energiewende bei.

  • Klimaneutrale Industrie – Vision 2026

    Klimaneutrale Industrie – Vision 2026

    Der 2022 gegründete Verein zur Dekarbonisierung der Industrie setzt sich zum Ziel, Emissionen durch innovative Technologie auf ein Minimum zu senken. An vorderster Front steht das Verfahren der Methan-Pyrolyse, das durch die Abspaltung von Wasserstoff aus Methan eine emissionsfreie Energienutzung ermöglicht. Der verbleibende Kohlenstoff wird als Ressource genutzt, etwa als Humus in der Landwirtschaft oder als Baustoff, wodurch der Kohlenstoff langfristig gebunden wird.

    Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Forschung und Politik
    Ohne die Zusammenarbeit von 16 führenden Unternehmen, der Empa und der Politik des Kantons Zug wäre das Projekt kaum realisierbar. Gemeinsam leisten sie einen Beitrag zur Entwicklung und Skalierung des Pyrolyse-Verfahrens, das bis 2026 von der Labor- auf die Industriegrösse hochskaliert werden soll. Die Partner stellen finanzielle Mittel von über 8 Millionen CHF bereit und setzen damit ein starkes Zeichen für die Dekarbonisierung der Industrie.

    Methan-Pyrolyse Reduktion von CO2-Emissionen
    Der Verein konzentriert sich auf die Methan-Pyrolyse, ein Verfahren, das den CO2-Ausstoss bei der Nutzung von Erdgas minimiert. Anstelle der traditionellen Verbrennung wird Wasserstoff aus Methan gewonnen, während der Kohlenstoff in fester Form vorliegt und so keine Emissionen verursacht. Diese Technologie könnte pro erzeugter Kilowattstunde bis zu 270 g CO2 einsparen und ist damit ein potenzieller Schlüssel für die Netto-Null-Ziele bis 2050.

    Nachhaltiges Ökosystem ohne Abfall
    Der Verein arbeitet daran, ein Ökosystem zu schaffen, das alle Komponenten des Verfahrens optimal nutzt. Durch den Kreislaufgedanken sollen nicht nur Wasserstoff, sondern auch Kohlenstoff und Abwärme effizient weiterverwendet werden, um Abfälle zu vermeiden. Diese ganzheitliche Strategie schafft ein Modell, das sich ideal in eine klimafreundliche Zukunft einfügt.

    Mitgliedschaft im Verein zur Dekarbonisierung der Industrie
    Unternehmen, die sich für die klimaneutrale Zukunft der Industrie engagieren und von den Erkenntnissen des Vereins profitieren möchten, können Mitglied werden. Der Verein ist steuerbefreit und Spenden sind im Kanton Zug abzugsfähig. Mitglieder gewinnen Zugang zu fortschrittlichem Wissen und unterstützen eine Initiative, die den Grundstein für eine emissionsfreie
    Industrie legt.

  • Neue Technologien zur Geothermienutzung in der Schweiz entwickelt

    Neue Technologien zur Geothermienutzung in der Schweiz entwickelt

    Forschende der ETH vollen Energie aus dem Untergrund zur Erzeugung von Strom und Wärme nutzbar machen. Gleich mehrere Forschungsgruppen der Hochschule erkunden Möglichkeiten der Geothermie, informiert die ETH in einer Mitteilung. Ihr zufolge ist die Schweiz technisch, regulatorisch und hinsichtlich der Akzeptanz der Bevölkerung besser auf die Nutzung von Geothermie vorbereitet als noch vor einigen Jahren.

    Eine Gruppe um Stefan Wiemer, Professor am Departement Erd- und Planetenwissenschaften der ETH und Direktor des Schweizerischen Erdbebendienstes, forscht im BedrettoLab an der Minimierung von Erdbebenrisiken bei sogenannten Enhanced Geothermal Systems. Ein sensorgestütztes System überwacht die Erzeugung der nötigen künstlichen Risse, in denen sich Wasser erwärmt. Die im BedrettoLab gewonnenen Erkenntnisse werden bei der Planung des Geothermie-Pilotkraftwerks in Haute-Sorne JU genutzt.

    Die Gruppe von Martin Saar, Professor für Geothermische Energie und Geofluide im Departement der Erd- und Planetenwissenschaften an der ETH, erkundet die Möglichkeiten von geschlossenen Rohkreisläufen, in denen CO2 zirkuliert. Diese sogenannten deep closed-loop Advanced Geothermal Systems könnten «eine klimafreundliche Alternative zu CO₂-intensiven Reservegaskraftwerken sein», erläutert Saar in der Mitteilung. Die Gruppe hat sich zudem bereits sogenannte CO2-Plume Geothermal Systeme patentieren lassen. Hier wird die dauerhafte Speicherung von CO2 in Gestein mit dessen Nutzung zur Produktion von Wärme und Strom verbunden. Darüber wird die Speicherung von Prozess- und Sommerwärme von Gebäuden im Gestein untersucht, die im Winter zum Heizen genutzt werden kann.

  • Neue Projekte für Dekarbonisierung der Gasbranche starten 2025

    Neue Projekte für Dekarbonisierung der Gasbranche starten 2025

    Die EPFL und der Westschweizer Gasversorger Gaznat haben laut einer Mitteilung eine Rahmenvereinbarung über den Ausbau ihrer Zusammenarbeit unterzeichnet. Diese sieht drei Ausschreibungen für Projekte der Forschung und Entwicklung vor, die einen erheblichen Beitrag zu einer sauberen Gasversorgung leisten können. Die erste Ausschreibung ist für Anfang 2025 vorgesehen.

    Die Siegerprojekte werden von einem wissenschaftlichen Beirat ausgewählt, dem jeweils vier Vertreter beider Seiten angehören.  Dazu gehören der Gaznat-CEO Gilles Verdan, Wendy Lee Queen und Yasmine Calisesi vom EPFL Energy Center sowie EPFL-Vizepräsident Edouard Bugnion. Ein Programmmanager wird die Ausschreibungen koordinieren und die ausgewählten Projekte begleiten.

    Die EPFL und Gaznat haben im Rahmen von drei Ausschreibungen bereits 17 Projekte gemeinsam finanziert. Gaznat eröffnete 2023 sein Innovationslabor in Aigle.

    Gaznat mit Sitz in Lausanne beschafft und transportiert Gas für Partnerunternehmen in der Westschweiz. Das Unternehmen will sein Angebot bis 2050 klimaneutral gemacht haben. „Dank unserer Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit mit der EPFL kommen wir unserem Ziel der Klimaneutralität näher und können unsere Branche dekarbonisieren“, werden Gaznat-Verwaltungsratspräsident René Bautz und CEO Gilles Verdan in der Mitteilung zitiert.

  • Meilenstein für die zweite Etappe des Innovationsparks

    Meilenstein für die zweite Etappe des Innovationsparks

    Der Innovationspark Zürich verbindet Forschung, Entwicklung und aviatische Nutzung auf einzigartige Weise. Im südwestlichen Teil des Flugplatzes Dübendorf wird ein Areal für den Innovationspark sowie für einen Forschungs-, Test- und Werkflugplatz entstehen. Diese Vision umfasst nicht nur moderne Infrastruktur, sondern auch öffentlich zugängliche Grün- und Freiräume. Das Projekt ist von zentraler Bedeutung für die Region, den Kanton Zürich und die gesamte Schweiz.

    Gestaltungsplan als Basis für nachhaltige Entwicklung
    Der neu festgesetzte Gestaltungsplan für Teilgebiet B schafft verbindliche Rahmenbedingungen. Er regelt die Nutzung, die Lage der Bauflächen sowie gestalterische, ökologische und verkehrliche Vorgaben. Gleichzeitig werden die Auswirkungen auf das regionale Verkehrsnetz vertieft untersucht und Grünräume optimal integriert.

    Fortschritte durch Beteiligung und Planungssicherheit
    Nach einer öffentlichen Auflagephase und der Berücksichtigung eingegangener Einwendungen wurde der Gestaltungsplan überarbeitet und verabschiedet. Ab dem 22. November 2024 tritt er in Kraft und bildet die Grundlage für zukünftige Bauvorhaben. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Verwirklichung des Innovationsparks Zürich getan.

  • Revolutionäre Bauwerksüberwachung

    Revolutionäre Bauwerksüberwachung

    Die Überwachung der Statik und Stabilität von Bauwerken erfordert höchste Präzision. Genau hier setzt das neuartige Metamaterial des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) an. Dieses Metamaterial, mit künstlich hergestellten Strukturen, zeigt aussergewöhnliche Dehnungseigenschaften, die herkömmliche Materialien nicht bieten. Entwickelt von einem Forschungsteam unter der Leitung von Professor Martin Wegener, kann das Material Kräfte und Verformungen über grössere Distanzen «kommunizieren», was in der Bauwerksüberwachung bislang als undenkbar galt.

    Überwindung lokaler Begrenzungen
    Metamaterialien waren bisher auf lokale Wechselwirkungen beschränkt. Das neue Material des KIT jedoch ermöglicht es, dass die Bausteine auch über grosse Distanzen hinweg miteinander interagieren. Dr. Yi Chen vom KIT vergleicht diese Eigenschaft mit einer «Direktkommunikation» innerhalb des Materials. Eine Entwicklung, die die Materialforschung und Bauwerksüberwachung revolutionieren könnte. Mit dieser neuartigen Struktur eröffnet sich die Möglichkeit, Bauwerke grossflächig zu überwachen und frühzeitig auf strukturelle Veränderungen zu reagieren.

    Ungewöhnliche Dehnungseigenschaften für mehr Sicherheit
    Ein bemerkenswertes Merkmal dieses Metamaterials ist seine Reaktion auf Dehnung. Es zeigt eine ungleichmässige Ausdehnung und Kompression in verschiedenen Abschnitten. Anders als bei Materialien wie Gummi entstehen sogar Stauchungen an einigen Stellen, die spezifische Belastungen anzeigen können. Diese hohen Sensibilitätseigenschaften des Materials machen es für Ingenieurteams ideal, um kritische Stellen eines Bauwerks genau zu überwachen und präventiv auf Veränderungen zu reagieren.

    Mehr als Bauüberwachung
    Die hohe Sensibilität des Metamaterials eröffnet nicht nur im Bauwesen, sondern auch in der Biotechnologie neue Möglichkeiten. Die Fähigkeit, Kräfte über grosse Flächen präzise zu messen, könnte auch für die Charakterisierung von Zellkräften oder biologische Anwendungen genutzt werden. Die Entwicklung bringt daher nicht nur die Bauwerksüberwachung voran, sondern bietet auch neue Ansätze in der biologischen Forschung.