Schlagwort: Forschung

  • Neues Verfahren ermöglicht individuelle Gestaltung von Backsteinen

    Neues Verfahren ermöglicht individuelle Gestaltung von Backsteinen

    Keller Unternehmungen mit Sitz in Pfungen und die Hochschule Luzern (HSLU) haben ein Verfahren zur Individualisierung von Backsteinen entwickelt. Es ermöglicht Bauherren und Architekten neue Gestaltungsmöglichkeiten in der Serienproduktion für die Sichtfläche der Steine, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Demnach kommen in dem neuen Verfahren die natürlichen Unregelmässigkeiten von historischen Backsteinen in Textur und Farbe zum Tragen. Damit kann die Einzigartigkeit eines Steins gezielt zur Gestaltung einer Fassade eingesetzt werden.

    „Unser Ziel war, diese in der modernen Backsteinherstellung weitgehend verschwundenen Abweichungen wieder zu beleben und zu ergänzen“, wird Projektmanagerin Cornelia Gassler zitiert.

    Unter Mitwirkung eines interdisziplinären Forschungsteams aus Produktdesignern, Maschinenbauern und Architekten entstanden so modulare Werkzeugaufsätze für die Gestaltung der Backsteinoberfläche. „Die Herstellung von Backsteinen ist eine Jahrtausende alte Technik“, so Gassler weiter. „Unser Ansatz mit seinen technisch einfach gehaltenen Aufsätzen spiegelt das wider, ist aber dank der modernen digitalen Steuerung gleichzeitig sehr präzise kontrollierbar.“

    In der modernen industriellen Backsteinherstellung wird normalerweise Einheitlichkeit bei Backsteinen angestrebt. Dies hinterfragte Cornelia Gassler 2018 zunächst in ihrer Masterarbeit und erhielt dafür den Förderpreis Master of Arts Design von der HSLU. Daraus entwickelte sich 2019 das von Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung, geförderte Forschungsprojekt ExxE in Kooperation mit Keller Unternehmungen.

    Die neuen Designs sind ab sofort unter der Marke kelesto Signa bei der Keller Systeme AG erhältlich.

  • Innovationen und Herausforderungen – windays 2023

    Innovationen und Herausforderungen – windays 2023

    Nach der pandemiebedingten Online-Veranstaltung vor zwei Jahren konnten im Bieler Kongresshaus wieder Hände geschüttelt werden. Die Möglichkeit zum Pflegen des Netzwerkes nahmen weit über 300 Fachleute wahr. Im Zentrum der windays standen die Fachausstellung und vor allem die spannenden Referate.

    Energie, Lüftung, Behaglichkeit
    Im ersten Referat ging Nationalrätin Priska Wismer darauf ein, wie die Politik den Schweizer Gebäudepark nachhaltiger betreiben will. Er soll bis 2050 nur noch halb so viel Energie verbrauchen wie heute. Dies wird nur mit einer deutlichen Erhöhung der Energieeffizienz möglich sein, wie die Mitte-Politikerin ausführte.

    Welch grosse Bedeutung Fenster für die energetische Sanierung haben, präsentierte Kristina Orehounig von der Empa. Ihre Forschung zeigt deutlich, dass Gebäudehüllen nicht nur im Winter wichtig sind für die Energieeffizienz. Aufgrund des Klimawandels spielt der Hitzeschutz im Sommer eine immer wichtigere Rolle. Dieses Thema nahm auch Julia Bachinger von der Holzforschung Austria auf. Sie präsentierte 10 goldene Regeln, mit denen «coole Räume durch coole Fenster» möglich werden. Ein zentraler Punkt ist dabei korrektes Lüften, das aber auch für viele andere Bereiche wichtig ist, wie Julian Wenzel (Maco) und Beat Frei vom Ingenieurbüro Frei Wüst Expert in ihren Referaten aufzeigten. Laut SIA 180 ist heute ein Lüftungskonzept zwingend erforderlich. Auf die Frage, wer bei Sanierungen dafür zuständig sei, antwortete Beat Frei: «Der Fensterbauer, nur weiss er es oft nicht.»

    Fenstermontage
    Im Themenblock Montage zeigte Michael Lerch von 4B auf, dass die Fenster immer grösser, schwerer und komplexer werden. Oft ist auf den Baustellen schon das Einbringen der Elemente eine aufwändige Herausforderung. Den meisten Beteiligten ist zwar bewusst, dass Montagen ohne einwandfreie Planung nicht funktionieren. Mindestens so wichtig ist aber die Umsetzung, die stark vom eingesetzten Personal abhängt. Dominik Sieber (SFS) betonte in seinem Referat, dass zwei Drittel der Reklamationen direkt oder indirekt mit der Montage zusammenhängen.

    Eine Idee zum Vereinfachen der Fenstermontage ist das elastische Verkleben mit der Wand. Peter Schober berichtete über die Untersuchungen von Holzforschung Austria zu diesem Thema. Mit Verkleben kann man Befestigen, Dämmen sowie die Anschlüsse aussen und innen in einem Arbeitsgang zusammenfassen. Es braucht aber speziell modifizierte Klebesysteme und die entsprechenden Applikationshilfen. Peter Schober schätzt, dass in zwei bis fünf Jahren solche Systeme auf den Markt kommen können.

    Herausforderung Fachkräftemangel
    Seit der Pandemie hat sich im Baugewerbe der Mangel an Fachkräften noch einmal verstärkt. Tom Sahli, Experte für Personalgewinnung, zeigte in seinem Referat auf, dass für viele Mitarbeitende die Werte eines Unternehmens deutlich wichtiger sind als die fachlichen Themen des Jobs. Auch in verschiedenen anderen Bereichen haben sich die Vorstellungen der jüngeren Generation massgeblich verändert. Grundsätzlich gilt: Die Unternehmen bewerben sich heute bei potenziellen Mitarbeitenden, nicht mehr umgekehrt.

    Eine Podiumsdiskussion zum gleichen Thema brachte einige spannende Ansätze hervor. So schilderte Nicole Wenger, dass ihre Wenger Fenster AG inzwischen in allen Bereichen Teilzeitarbeit ermöglicht, also auch auf der Montage. Das Unternehmen beschäftigt auch Mitarbeitende mit Handicap.

    Wie Markus Stebler erzählte, führen bei seiner Stebler Glashaus AG Gleichaltrige aus dem zukünftigen Team die Bewerbungsgespräche. Die HR-Verantwortlichen stossen erst später dazu.

    Heinrich Hochuli setzt in seinem Kleinbetrieb in Reitnau AG darauf, die eigenen Schreinerlernenden nach Lehrabschluss weiter zu beschäftigen. Als Vertreter des Schreinermeisterverbandes wies er auch auf die Projekte hin, welche der VSSM lanciert, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

    Personalexperte Tom Sahli empfahl den Unternehmen, ihre bestehenden Mitarbeitenden weiterzuentwickeln. Wegen den vollen Auftragsbüchern und den fehlenden Ressourcen sei das zwar schwierig, lohne sich aber in jedem Fall.

    Nachhaltigkeit
    Zur Ökobilanzierung von Fenstern sprach Hansueli Schmid von der Lignum. Bisher war der Bedarf nach genauen Werten im Fensterbau kaum vorhanden. Das könnte sich aber in absehbarer Zeit ändern, wenn ökologische Kriterien bei der Auftragsvergabe relevant werden. BIM könnte dabei als Lösungsbringer wirken.

    Um Wege zu mehr Nachhaltigkeit ging es auch im Referat von Gerald Feigenbutz, von der Gütegemeinschaft Kunststoff-Fensterprofilsysteme. Seine Organisation ist bestrebt, den Rezyklatanteil in Kunststofffenstern weiter zu steigern. Im Moment liegt er bei 25%. Entscheidend für die Kreislauffähigkeit der Produkte ist, dass sie sich nach ihrer Lebensdauer gut in die verwendeten Werkstoffe auftrennen lassen. Dieser Prozess muss schon bei der Entwicklung berücksichtigt werden.

    Digitalisierung
    Wie viel Potenzial der Einsatz von Simulationen bietet, zeigten gleich zwei Beispiele. Karim Ghazi Wakili von der Berner Fachhochschule BFH präsentierte hygrothermische Simulationen von Terrassenanschlüssen. Und das Frauen-Duo Vasiliki Gkesouli/Julia Hauth stellte das Projekt «Glasfalzverklebung bei Kunststofffenstern» vor. Sie setzten für ihre Entwicklung FEM-Modelle und DIC-Technik ein. Dadurch gewannen sie nicht nur viel Zeit und Geld, sie konnten auch von der hohen Zuverlässigkeit der modernen Technik profitieren.

    Mit einem spannenden Praxisbeispiel wartete Nikita Aigner auf. Mit einem Team der BFH hat er die Renovation von Fenstern architektonisch wertvoller Bauten digitalisiert und automatisiert. Der Prozess beginnt bei der Massaufnahme auf der Baustelle. Basierend auf den dort erfassten Daten kann ein Roboter die mühsame Handarbeit beim Ausglasen und Fräsen übernehmen.

    Ausblick
    Die windays werden im Zweijahresturnus durchgeführt. Das nächste Mal finden sie am Donnerstag, 3. April und Freitag, 4. April 2025 statt.

  • Grünes Licht für digital gefertigte Betontreppe

    Grünes Licht für digital gefertigte Betontreppe

    Sie ist eine der grossen Herausforderungen in der kommenden NEST-Unit «STEP2»: eine Betontreppe, deren Form an eine menschliche Wirbelsäule erinnert. Obwohl sich die Unit noch in der Planung befindet, wurden Teile der Treppe bereits als Prototypen produziert. Denn die Unit verfolgt ein grosses Ziel: Gebaut wird nur, was in der Baubranche eine Zukunft hat. Gemeinsam arbeiten die Partner konsequent auf die Marktreife hin – so auch bei der Treppe.

    «Das Projektteam hat gemeinsam in den letzten zwei Jahren ein völlig neuartiges Konzept zur Herstellung massgeschneiderter Betonteile erarbeitet. Das war nur möglich, weil die Expertinnen und Experten entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf Augenhöhe miteinander zusammengearbeitet haben», ist Enrico Marchesi, Innovationsmanager im NEST und Projektverantwortlicher von «STEP2», überzeugt. Das interdisziplinäre Projektteam wurde gemeinsam mit den Scouting- und Inkubationsexperten des Hauptpartners BASF zusammengestellt. Es setzt sich zusammen aus dem Architekturbüro ROK, das für die Projektleitung verantwortlich ist, dem ETH-Lehrstuhl «Digital Building Technologies», 3D-Druckexperten der BASF-Tochtergesellschaft BASF Forward AM und des 3D-Druckunternehmens New Digital Craft, Fachleuten des Betonfertigteile-Herstellers SW Umwelttechnik, Ingenieurinnen und Ingenieuren des Ingenieursbüros WaltGalmarini und den Experten des Empa-Spin-offs «re-fer».

    Massgeschneiderte Lösungen
    Die «STEP2»-Treppe demonstriert eindrücklich, wie Betonbauwerke mithilfe von computergestütztem Design und neuesten 3D-Druck-Technologien realisiert werden können. Durch den Einsatz von 3D-gedruckten Schalungen ist es möglich, komplexere Formen zu kreieren als mit bisherigen Sonderschalungen. Gleichzeitig lässt sich der Materialaufwand erheblich verringern.

    Das Verfahren ermöglicht massgeschneiderte Lösungen aus Beton, die optimal auf den jeweiligen Anwendungsfall angepasst werden können und einen hohen Detaillierungsgrad aufweisen. Daneben birgt es auch grosses Potenzial bei der Restauration, etwa bei der Erneuerung historischer Bauwerke.

    Hohe Komplexität
    Das Design der Treppe stammt vom ETH-Lehrstuhl «Digital Building Technologies». Anhand dessen entwickelte das Projektteam ein komplexes, auf Parametern basierendes Schalungssystem für die einzelnen Treppenstufen, das mittels 3D-Druck produziert wird. «Es war für uns wichtig, die digitale Fabrikation so einzusetzen, dass wir extrem filigrane Betonelemente herstellen können. Ein zentrales Kriterium für das System war die Wiederverwendbarkeit der Schalung für die Produktion mehrerer Stufen. Gleichzeitig mussten wir die Anforderungen des 3D-Drucks und des Materials sowie auch die Gegebenheiten beim Befüllen der Schalung mitberücksichtigen», erklärt Benjamin Dillenburger, Leiter des «Digital Building Technologies»-Teams. Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, war der Austausch innerhalb des gesamten Projektteams von zentraler Bedeutung.

    «Damit die 3D-gedruckte Schalung für mehrere Stufen zum Einsatz kommen kann, haben wir eine geeignete Beschichtung verwendet. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit entschieden wir uns dabei für ein Material, das wieder von der Schalung gelöst werden kann. Nur so können wir die sortenreine Materialtrennung sicherstellen», sagt Jörg Petri von «New Digital Craft». Er und das «Virtual Engineering»-Team von «BASF Forward AM» brachten ihr jahrelanges Knowhow im 3D-Druck-Bereich ins Projekt ein.

    «Für BASF Forward AM ist das Projekt ein wichtiger Meilenstein um aufzuzeigen, dass die verwendeten Materialien den hohen Anforderungen standhalten. Das zahlt in unsere Strategie ein, Schalungen mithilfe von 3D-Druck zu realisieren als Alternative zum herkömmlichen Formenbau», sagt Anke Johannes, Director Sales Europe bei BASF Forward AM. Beim Schalungsmaterial hat sich das Team für das Filament Ultrafuse® PET CF15 entschieden, da dieses hervorragende Eigenschaften für die Anwendung bei Betonschalungen aufweist. Am Ende stand das Konzept zur Herstellung und zum Zusammenbau der Schalungselemente.

    Der Härtetest
    Nun war die Zeit gekommen, die Treppe in die Realität zu überführen. SW Umwelttechnik stellte die Stufen mithilfe der Schalungen im eigenen Werk her. Als Material kommt ultrahochfester faserverstärkter Beton zur Anwendung. «Unser Beton ermöglicht sehr dünne, komplexe Formen, die mit normalem Stahlbeton nicht realisiert werden könnten. Es ist schön, dass wir dies anhand der Treppe in der Unit «STEP2» so eindrücklich demonstrieren können», freut sich Klaus Einfalt, CEO von SW Umwelttechnik.

    Für die Berechnung und Beurteilung der Statik ist das Ingenieursbüro WaltGalmarini zuständig. Um zu überprüfen, ob die errechneten Werte der Realität entsprechen, wurden die Stufen an die Empa geschickt. Dort wurden sie unter der Aufsicht des Ingenieursbüros von Empa-Experten verschiedenen Belastungstests unterzogen. Der erste Prototyp bestehend aus drei Stufen, die alle einzeln getestet wurden, erfüllte die Erwartungen weitestgehend und lieferte gleichzeitig neue Erkenntnisse zur Optimierung des Systems.

    Beim darauffolgenden Prototyp wurde schliesslich nicht nur die Statik, sondern auch der Aufbau des Treppensystems auf die Probe gestellt. Drei Stufen wurden aufeinander gefädelt und mit «memory-steel», einer innovativen Vorspanntechnik des Empa-Spin-offs «re-fer», zusammengespannt. Dabei wurden Stäbe vom Typ «re-bar R18» in vordefinierte Hohlräume platziert und mechanisch verankert. Die Vorspannung erfolge durch Erhitzung mittels Strom. Danach wurden weitere Versuche durchgeführt, um zu analysieren, wie belastbar die Stufen einzeln und das System insgesamt ist. Das Ergebnis: Die Ingenieure erachteten das Gesamtsystem als zuverlässig.

    «Ich freue mich sehr, dass die Treppe nicht nur auf dem Papier, sondern nun auch in der Praxis überzeugen konnte. Das stellt für uns ein äusserst wichtiger Meilenstein im Projekt dar», sagt Michael Knauss von ROK. Mit diesem «Proof-of-Concept» kann nun die Produktion der finalen Treppe erfolgen – ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Realisierung der NEST-Unit «STEP2».

  • ETH-Campus Hönggerberg entwickelt sich weiter

    ETH-Campus Hönggerberg entwickelt sich weiter

    Der Kernauftrag der ETH Zürich ist die Lehre und Forschung sowie der Transfer von Wissen in die Wirtschaft und Gesellschaft. Eine zeitgemässe Infrastruktur ist ein Schlüsselfaktor dafür. Um der steigenden Anzahl an Studierenden und Forschenden gerecht zu werden und den nötigen Raum für neue Forschungsgebiete und innovative Unterrichtsmethoden zu schaffen, arbeitet die ETH Zürich an der Weiterentwicklung ihrer Hauptstandorte Zürich Zent-rum und Zürich Hönggerberg. Mit Blick auf den künftigen Raumbedarf spielt der Campus Hönggerberg eine zentrale Rolle. Als Grundlage für seine Weiterentwicklung erarbeitete die ETH Zürich zusammen mit der Stadt und dem Kanton Zürich den Masterplan «Campus Hönggerberg 2040». Er beschreibt das langfristig angestrebte räumliche Entwicklungsziel. Die bauliche Verdichtung und Weiterentwicklung des Campus sollen die heutigen Gegebenheiten des Areals wie etwa die sensible Einbettung im Naherholungsgebiet sowie denkmalgeschützte Gebäude und Gärten wahren und nur entsprechend dem sich abzeichnenden Bedarf erfolgen. In den nächsten Jahren entstehen unter anderem ein Neubau für die Quantenphysik, ein Rechenzentrum sowie ein Zentrum für studentische und unternehmerische Initiativen. Ebenso wird die zentrale Wolfgang-Pauli-Strasse als wichtiges Masterplan-Element saniert und aufgewertet. Bis zum vollständigen Ausbau des Campussind bei rund einemDutzendder Gebäude einUmbau, Neubau, eine Erweiterungoder Sanierung geplant, dabei sind vier neue Hochpunkte vorgesehen. Diverse Grünflächen sollen erweitert werden. Mit dem neuen Masterplan knüpft die ETH an den bisherigen Masterplan «Science City» von 2005 an. Die ETH Zürich möchte ihren Campus nachhaltig entwickeln und dies auf verschiedenen Ebenen: ökologisch, ökonomisch und sozial. Unter anderem will sie der Klimaneutralität einen grossen Schritt näherkommen und setzt dafür auf Energieversorgung ohne fossile Energieträger. Ein zentrales Element dabei ist der Ausbau des heutigen Energienetzes. Auch in Bezug auf nachhaltiges Bauen, Lokalklima, Biodiversität sowie Retention und Entwässerung sind Projekte geplant. Die ETH Zürich ist für die Weiterentwicklung des Campus mit internen und externen Interessensgruppen im Dialog und bindet punktuell ausgewählte Personen partizipativ ein.

    Attraktive Freiräume sollen für eine hohe Aufenthaltsqualität sorgen und die Biodiversität auf dem Campus unterstützen.

    Um die umgebende Landschaft zu schützen, wird der Campus nach innen entwickelt und im bestehenden Areal verdichtet. Eine begrünte Ringstrasse rund um den Campus versinnbildlicht diese Entwicklung und dient als Übergang vom Campus zur Landschaft. Attraktive Freiräume sollen für eine hohe Aufenthaltsqualität sorgen und die Biodiversität auf dem Campus weiter fördern. Der Campus soll mit umweltfreundlichen Transportmitteln wie ÖV oder Velo gut erreichbar sein. Zur Entlastung der lokalen öffentlichen Verkehrsmittel verkehrt für ETH-Angehörige zwischen dem Campus Hönggerberg und dem Campus Zent-rum bereits heute ein direkter elektrisch betriebener Bus, der sogenannte eLink. Weitere lokale Angebote wie Bike Sharing sind vorhanden und werden laufend ausgebaut. Der heutige Stadtquartiercharakter des Campus soll weiter verstärkt werden. Die zentrale Wolfgang-Pauli-Strasse wird zu einer belebten und grünen Flaniermeile mit vielseitigen Erdgeschossnutzungen für die Öffentlichkeit werden. Auch die zentrale «Piazza» gewinnt zukünftig an Bedeutung und soll zu Begegnungen und Austausch einladen.

  • Bund führt neuen Wegweiser für Standortförderung ein

    Bund führt neuen Wegweiser für Standortförderung ein

    Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) hat einer neue Beratungsplattform für Unternehmen und weitere Organisationsformen eingeführt. Laut einer Medienmitteilung soll die ab dem 16. Februar angebotene Plattform die Nutzenden bei der Suche nach Wirtschaftsstandorten und Fördermitteln unterstützen. Dabei erweitert das aktuell eingeführte Beratungswerkzeug die bereits vorhandenen Portale auf der Internetseite des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO).

    Der jetzt angekündigte mehrsprachige Standortförder-Guide führt verschiedene Förderprojekte zusammen und soll für Interessierte und Gesuchstellende leicht via Internet zugänglich sein. Die aktuelle Palette umfasst 16 Förderinstrumente mit rund 50 unterschiedlichen Angeboten. Primäre Zielgruppen sind Unternehmerinnen und Unternehmer, Behörden aller föderalen Ebenen sowie Einzelpersonen. Der neue Wegweiser soll laut WBF den Wirtschaftsstandort Schweiz noch attraktiver und transparenter machen. Erreichbar ist er unter promotion.guide.

  • Im Kanton Aargau entsteht das «Swiss Photonics Integration Center»

    Im Kanton Aargau entsteht das «Swiss Photonics Integration Center»

    Im Kanton Aargau entsteht ein neues Technologietransferzentrum: Das «Swiss Photonics Integration Center» Swiss PIC wird den Know-how-Transfer von akademischen Partnern anbieten und in den Dienst der Photonik-Industrie stellen. In der Photonik verwendet man Licht zur Informationsübertragung. Unter Photonik versteht man die Nutzung von Licht zur Übertragung von Informationen in so genannten photonischen integrierten Schaltkreisen. Die Lichtteilchen – die Photonen – sind dabei das Äquivalent zu den Elektronen in mikroelektronischen Systemen. Diese Art Systeme wird in zukunftsgerichteten Industriezweigen benötigt, darunter der optischen Kommunikation, der Sensorik, der Entwicklung von Quantencomputern, dem autonomen Fahren, künstlicher Intelligenz sowie erweiterter beziehungsweise virtueller Realität.

    Eine komplexe Aufgabe im Bereich der integrierten photonischen Systeme ist die Einbettung in geschlossene Bauteile mit etablierten Schnittstellen zu Lichtleiterfasern. Dieses sogenannte «photonic packaging» ist eine Voraussetzung, damit die Industrie diese Technologie kommerziell nutzen kann, und einer der Ansatzpunkte von Swiss PIC. «Neben dem photonic packaging sind die derzeit kritischen Schritte die Montage, die Prüfung sowie die Zulassung photonischer Systeme», sagt Kirsten Moselund, Leiterin des Labors für Nano- und Quantentechnologien am Paul Scherrer Institut PSI und Mitinitiatorin des neuen Technologietransferzentrums. «Swiss PIC wird in all diesen Punkten Expertise entwickeln und sie der Photonik-Industrie anbieten.»

    Die Schwerpunktbereiche von Swiss PIC werden mikro-optische hybride Photoniksysteme, photonische integrierte Schaltungen sowie die Quantenphotonik sein. Das Technologietransferzentrum wird vor allem Start-ups und KMU seine Dienste anbieten. Diese werden ein breites Spektrum abdecken: Reine Beratung ist genauso möglich wie das Design oder sogar der Aufbau einer massgeschneiderten, umfassenden Infrastruktur des photonic packaging, sodass die Kunden Kleinserienproduktionen starten können.

    Gründungspartner aus Industrie und Forschung
    Swiss PIC wird neben dem auf Materialanalytik spezialisierten ANAXAM das zweite Technologietransferzentrum im Park Innovaare sein, einem von sechs Standorten des Schweizerischen Innovationsparks Switzerland Innovation.

    Die Gründung von Swiss PIC geschieht dank finanzieller Förderung durch das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung und dem Dachverband der Technologietransferzentren im Bereich fortschrittlicher Fertigungstechnologien («Advanced manufacturing technology transfer centers», AM-TTC). Die Förderung erfolgt zum einen aus Mitteln des ETH-Rats, der den Aufbau des AM-TTC in der Schweiz als Massnahme seiner strategischen Planung 2021–2024 definiert hat. Ausserdem erhält Swiss PIC Fördergelder vom Bund gemäss Artikel 15 des Bundesgesetzes über die Förderung der Forschung und der Innovation. Darüber hinaus erhält Swiss PIC Sachleistungen von Partnern aus Industrie und Forschung.

    Zu den Gründungspartnern von Swiss PIC zählen der gemeinnützige Verein Swiss Photonics, die beim Projektantrag federführend war, das Paul Scherrer Institut PSI, die Ostschweizer Fachhochschule OST sowie die auf integrierte Optik spezialisierten Firmen Ligentec und Polariton Technologies.

    Ein Photonik-Cluster am Park Innovaare
    «Swiss PIC ist ideal aufgestellt, um Schweizer Industriepartner sowie Start-ups zu unterstützen und den Technologietransfer seiner akademischen Partner zu verstärken», so Moselund. Das Technologietransferzentrum befindet sich im Aufbau und sucht aktuell Mitarbeitende.

    «Swiss PIC ist ein weiterer Meilenstein beim Aufbau des Photonic-Clusters, welches wir am Park Innovaare etablieren», ergänzt Benno Rechsteiner, CEO des Park Innovaare. Industrie-Cluster fördern den effizienten Austausch von Wissenschaft und Industrie, sie bringen rasche Innovationen für marktfähige Produkte hervor und optimieren damit die Wertschöpfungskette von Unternehmen. «Die Ansiedlung des Technologietransferzentrums Swiss PIC stellt einen attraktiven Mehrwert sowohl für uns als auch für die Region dar und trägt zum Aufbau unseres gesamten Business-Ökosystems bei.»

  • NEST-Rechenzentrum hilft beim Heizen

    NEST-Rechenzentrum hilft beim Heizen

    Das Projekt ECO-Qube untersucht, wie die elektrische und die thermische Welt mit der IT-Infrastruktur zusammengebracht werden können. Dafür soll das Abwärmepotenzial von Mikro-Rechenzentren für die Gebäudeheizung untersucht werden. Die Feldtests finden im neu installierten Rechenzentrum im Forschungsgebäude NEST der Empa sowie an zwei weiteren Standorten in der Türkei und den Niederlanden statt.

    ECO-Qube ist auf drei Jahre angelegt. Danach will das Team Richtlinien für Planer und Betreiber von Gebäuden bereitstellen. Das Projekt wird durch das EU-Förderprogramm Horizon 2020 unterstützt. Es bringt Forschungs- und Industriepartner aus der Schweiz, der Türkei, Spanien, Deutschland, Schweden und den Niederlanden zusammen. „Unser Ziel ist es, sowohl den Energiebedarf als auch die CO2-Emissionen von kleinen Rechenzentren um je ein Fünftel zu senken“, wird Çağatay Yılmaz, Innovation Manager beim türkischen IT-Lösungsanbieter Lande und Projektleiter von ECO-Qube, in einer Medienmitteilung der Empa zitiert.

    Mithilfe von Big Data-Strukturen und Künstlicher Intelligenz werden Sensordaten der einzelnen IT-Komponenten akkumuliert und mit Luftstromsimulationen zur punktuell genauen Kühlung kombiniert. Gleichzeitig würden die Rechenlasten so verteilt, dass die Anlagen so energieeffizient wie möglich arbeiten.

    Die drei Rechenzentren werden ausserdem in die Energiesysteme der umliegenden Quartiere integriert. Sie sollen möglichst mit erneuerbarer Energie gespeist werden. „Für uns ist es interessant, das Mikro-Rechenzentrum nicht nur als elektrischen Verbraucher zu betrachten, sondern als eine dynamische Komponente im Gesamtsystem“, erklärt Philipp Heer, Leiter der Energieforschungsplattform Energy Hub an der Empa.

  • Den Innovationsstandort Schweiz stärken und den Vorsprung ausbauen

    Den Innovationsstandort Schweiz stärken und den Vorsprung ausbauen

    Die Schweizer Wirtschaft zeichnet sich durch eine enorm hohe Innovationskraft aus und konnte in den vergangenen Jahren ihre Spitzenposition weltweit trotz des starken Frankens sichern. Das Berufsbildungssystem, das enge Zusammenspiel von Forschung und Wirtschaft, Startups und Konzernen sowie die hohe Bereitschaft zur Gründung neuer Unternehmen sind wesentliche Eckpfeiler des Erfolgsrezepts. Die Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen haben die Wirtschaft in allen europäischen Ländern stark unter Druck gesetzt.
    Dies ist eine wertvolle Gelegenheit für die Schweiz, ihren Vorsprung in Schlüsselbereichen durch gezielte Förderung mit den bestehenden oder auch neuen Instrumenten weiter auszubauen.

  • Bauwerk Schweiz steht unter Druck

    Bauwerk Schweiz steht unter Druck

    Fünf Schweizer Fachleute haben herausgearbeitet, warum das Bauwerk Schweiz vor grossen Herausforderungen steht und wie dem sinnvoll und effizient beizukommen ist. Dafür haben sie eine sogenannte Roadmap mit dem Titel „Das Bauwerk Schweiz steht unter Anpassungsdruck“ entworfen.

    Mit ihrer Vogelperspektive auf die Gesamtheit von Gebäuden, Strassen, Ver- und Entsorgungsnetzen, Verkehr und vielem mehr will die Gruppe laut einem Bericht der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) dem vor zehn Jahren begonnenen Projekt Entwicklung Bauwerk Schweiz neuen Schub verschaffen und damit Forschung und Praxis voranbringen. Heute stehe das Bauwerk Schweiz etwa durch Klimawandel, Naturgefahren und Bevölkerungswachstum vor massiv gewachsenen Herausforderungen.

    Unter der Leitung von Peter Matt haben Fritz Hunkeler, Hans Rudolf Ganz, Laurent Vulliet, Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne, und der stellvertretende Empa-Direktor Peter Richner fünf Segmente identifiziert, die von den anstehenden Herausforderungen besonders betroffen sind: der Gebäudebestand, die Infrastrukturen für den Güter- und den Personenverkehr sowie die Trinkwasser- und die Abwassernetze. Handlungsbedarf und Wirkungspotenzial stufen sie beim Personenverkehr und bei den Gebäuden als besonders hoch ein.

    Mit der Roadmap verfolgt die Gruppe laut Richner mehrere Ziele: „Die Bedeutung des Bauwerks Schweiz für unsere Gesellschaft aufzuzeigen, den Handlungsbedarf zu konkretisieren und vor allem auch das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass wir nur aus einer übergeordneten Gesamtsicht heraus eine zielführende Strategie entwickeln können.“

  • «Der Switzerland Innovation Park Ost hat eine Ausstrahlung weit über die Kantonsgrenzen hinweg»

    «Der Switzerland Innovation Park Ost hat eine Ausstrahlung weit über die Kantonsgrenzen hinweg»

    Zur Person
    Beat Tinner ist seit 2020 Mitglied der St. Galler Kantonsregierung und steht dem Volkswirtschaftsdepartement des Kantons St. Gallen vor. Er absolvierte eine kaufmännische Ausbildung beim Schweizerischen Bankverein (heute UBS) und danach einen Sprachaufenthalt in der Westschweiz. Er wurde 1997 im Alter von 26 Jahren Gemeindepräsident von Wartau und bekleidete das Amt bis 2020. Von 2000 bis 2020 war er Mitglied des Kantonsrats und davon die letzten vier Jahre Fraktionschef der FDP.

    Herr Regierungsrat Tinner, wie kann man die St. Galler Wirtschaft am treffendsten porträtieren?
    Wir sind primär ein Industriestandort, der sich ausgehend von der Textil- und Maschinenindustrie inzwischen erfolgreich im Hochtechnologiebereich etabliert hat. Dies verdanken wir besonders der Innovations- und Tatkraft vieler Unternehmer, die sich wie Bühler Group, Leica Geosystems oder SFS Group vom KMU zum Konzern entwickelt haben. Wir haben eine starke Bildungstradition: vom dualen Bildungsweg ausgehend über die regional verankerte, interkantonale Fachhochschule Ost bis zur internationalen Spitzenuniversität HSG. Die Wirtschaftsstruktur ist regional zwar recht heterogen, dafür sind wir breit diversifiziert und somit krisenresistenter. Dies alles, kombiniert mit einem technologie- und wirtschaftsfreundlichen Umfeld, bildet unseren einzigartigen Charakter.

    Wie meistert die St. Galler Wirtschaft die gegenwärtige Pandemie?
    Dank der wirtschaftlich bedeutenden, wiedererstarkenden Exportwirtschaft, der stabilen Bauwirtschaft und erneuter Konsumfreude ist wieder Optimismus zu spüren. Die nicht direkt betroffenen Branchen sind stabil durch die Krise gekommen. Dabei hat sicher auch das Instrument der Kurzarbeit mitgeholfen. Es wird jetzt wieder investiert und gebaut. Ausserdem konnten wir die schwerwiegenden Härtefälle mit Bundes- und Kantonsmitteln überbrücken.

    Ein von Ihnen erklärtes Ziel in der Pandemiezeit ist die Wiederbelebung und Stärkung der St. Galler Unternehmen. Welche Massnahmen haben Sie getroffen?
    Die aktuellen kantonalen Massnahmen umfassen die Unterstützung in Härtefällen, einen Schutzschirm für Sportanlässe sowie eine Unterstützung der Seilbahnunternehmen und Tourismusdestinationen. Die ersten beiden Instrumente werden vom Bund mitfinanziert, das dritte vom Kanton. Die Unterstützungsvorlage ist am 26. September vom St. Galler Stimmvolk gutgeheissen worden. Letztes Jahr wurden bereits Covid-Kredite bereitgestellt. Uns ist es gelungen, die direkt betroffenen Unternehmen wo nötig zu stützen, auch dank engem Dialog zwischen Kanton, Bund und Wirtschaft. Eine allgemeine Strukturbereinigung können und wollen wir mit den Massnahmen jedoch nicht aufhalten.

    Welche Vorzüge hat der Kanton St. Gallen als Standort für Unternehmen?
    Der Kanton liegt anteilsmässig beim Maschinenbau, der Präzisionstechnik, Elektronik und den optischen Technologien sowie bei unternehmensbezogenen IT-Dienstleistungen signifikant über dem Schweizer Mittelwert. In diesen Technologieschwerpunkten gibt es viele, gut ausgebildete Fachkräfte und bestens funktionierende Netzwerke. Im Vergleich zu anderen Landesregionen ist hier Bauland zu erschwinglichen Preisen erhältlich, und die Mieten sind moderat. Generell sind die Rahmenbedingungen sehr unternehmerfreundlich, beispielsweise durch schlanke Bewilligungsprozesse und kurze Wege. Einfach gesagt: Wer in St. Gallen etwas umsetzen will, ist willkommen und kommt mit seinen Projekten schneller und meist günstiger ans Ziel als anderswo.

    Wo muss sich der Kanton noch verbessern, wenn er für ansiedlungswillige Unternehmen attraktiver werden will?
    Bei der Unternehmensbesteuerung gibt es sicher noch ein paar Punkte zu verbessern. Bei der Infrastruktur haben wir im öffentlichen Verkehr einen Quantensprung mit der schnellen Bahnverbindung nach München gemacht, bezüglich Strasse fehlt bislang noch eine internationale Hochleistungsverbindung im Osten. Die Umsetzung der neuen Bau- und Planungsgesetzgebung ergab einen Moment lang eine gewisse Planungsunsicherheit, was mit einer weiteren Revision des Gesetzes abgefedert werden kann. Der Vollzug spielt sich jedoch inzwischen ein und bietet erneut verlässliche Rahmenbedingungen.

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    Der Park Ost soll
    international wahrgenommen werden
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    Welches sind die Schwerpunkte der Standortförderung im Kanton St. Gallen?
    Innovation und Start-ups sind ein wesentlicher Schwerpunkt, was sich beispielsweise mit der erfolgreichen Bewerbung bei Switzerland Innovation zeigt. Bezüglich Promotion sind wir mit unseren Nachbarkantonen Thurgau, Appenzell und mit der St. Gallen-Bodensee-Area unterwegs. Momentan sind wir durch Corona etwas eingeschränkt – wir hoffen aber, dass die stark auf persönlichen Kontakten beruhende Promotion bald wieder in Schwung kommt. Punkto Bereitstellung von Immobilien und der Arealentwicklung nehmen wir eine aktive Rolle ein; wir initiieren und begleiten als Kanton selber Entwicklungen, das heisst: Wir unterstützen Gemeinden bei überkommunalen Arealentwicklungen und vermitteln Immobilienangebote an Interessenten.

    Welche Vorhaben in Sachen Verkehr und Mobilität stehen ganz oben auf Ihrer Agenda?
    Ein Doppelspurausbau im Rheintal, der ab 2024 einen Halbstundentakt zwischen Chur und St. Gallen erlaubt, der laufende Doppelspurausbau für die S-Bahn nach Rapperswil sowie Kapazitätssteigerungen Richtung Zürich durch den Ausbau am Bahnknoten Wil. Zudem arbeiten wir bereits an den Ausbauschritten für kommende Generationen. Eine Trambahn in St. Gallen soll vertiefter geprüft werden, ebenso eine Anbindung zu Cargo sous Terrain.
    Welche gelungenen Mobilitäts-Projekte würden Sie als Ihre bisherigen «ÖV-Meilensteine» bezeichnen?
    Im Juni konnte ich den Doppelspurausbau mit dem neuen Bahnhof Rorschach einweihen. Dies ist ein Teil der laufend verbesserten Eurocity-Verbindung zwischen Zürich, St. Gallen und München. Der Spatenstich zum vorher erwähnten Doppelspurausbau nach Rapperswil ist im September erfolgt. Allein diese Beispiele zeigen, dass bezüglich Infrastruktur einiges läuft.

    Das Vorantreiben von Innovationen ist Ihnen ein grosses Anliegen. Wie wichtig ist die kürzlich erfolgte Gründung des Innovationsparks Ost?
    Die Gründung der «Switzerland Innovation Park Ost AG», wie es jetzt offiziell heisst, ist der Schlüssel. Damit können wir einerseits die Ostschweizer Innovationsnetzwerke nachhaltig festigen und uns gleichzeitig mit dem Thema auf der internationalen Landkarte positionieren. Wir sind überaus glücklich, dass die Ostschweiz nun auch Teil dieses Schweizer Netzwerks ist. Bereits bei der Erarbeitung des Bewerbungsdossiers sind die Akteure von Forschung, Wirtschaft und der öffentlichen Hand in eine sehr konstruktive Zusammenarbeit getreten. Jetzt ist es entscheidend, dass die konkrete Manifestation der Infrastruktur gelingt. Ich bin zuversichtlich, dass wir dies schaffen, weil wir auf einem lebendigen Innovations- und Unternehmensstandort bei der Empa St. Gallen aufbauen können.

    Was ist der aktuelle Stand des Campus-Projekts Buchs?
    Buchs ist als Standort der Ostschweizer Fachhochschule, der Berufsschule und des Forschungs- und Innovationszentrums Rheintal RhySearch bereits gut aufgestellt. Aus diesem Grund, und da auch Baulandreserven vorhanden sind, ist der Campus Buchs zum Aussenstandort des Park Ost deklariert worden. Aktuell sind mehrere Projekte für die Aufwertung des Campus in Arbeit, unter anderem ein Motel für Studenten, Dozenten und Arbeitskräfte. In Kürze wird für die Brusa Elektronik AG ein Neubau eröffnet. Dieser Neubau ist als privatwirtschaftlich finanziertes Projekt gelungen, das dennoch zum Campus Buchs gerechnet wird. Der Brusa Neubau stellt ein Element im Konzept des «Zentrums Präzisionsindustrie» dar, wofür weitere baureife Flächen beim Campus verfügbar sind.

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    Co-Working-Spaces haben von der Pandemie profitiert
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    Welche Bedeutung haben die beiden Projekte für die Region und den Kanton St. Gallen?
    Der Park Ost hat eine Ausstrahlung weit über die Kantonsgrenzen hinweg und soll schliesslich auch international wahrgenommen werden. Die in der Ostschweiz und Liechtenstein bereits gelebte Innovationskultur wird damit klar sichtbar. Der Campus Buchs ist für das industriell geprägte Alpenrheintal ein Nukleus für Innovation, Bildung und Technologie.

    Welche weiteren wichtigen Projekte in Sachen Innovation und Forschung stehen in naher Zukunft an?
    Priorität hat momentan sicher die Umsetzung des Park Ost. Aus den Netzwerken der Empa, HSG, Kantonsspital sowie der Industrie gilt es konkrete Angebote und Innovationsprojekte zu kreieren. Besonders innovative Kooperationsformen werden angeregt und bei Bedarf unterstützt. Im Erstkontakt mit den KMU spielt dabei das Innovations-Netzwerk Ostschweiz INOS mit seinen regionalen Kontaktstellen eine wichtige Rolle.

    Das Thema Co-Working-Spaces ist auch im Kanton St. Gallen von grosser Bedeutung. Wie sind die neu gegründeten Co-Working-Spaces durch die Krisenzeit gekommen?
    Nach den mir vorliegenden Informationen gab es zwar im Lockdown einige Leerstände und Einbussen. Die Büros, auch die neu gegründeten, haben jedoch insgesamt von der Situation profitiert: Einige sind vom Homeoffice in das Co-Working ausgewichen und haben jetzt Gefallen an der neuartigen Arbeitsform gefunden.

    Welche Entwicklung erwarten Sie in diesem Bereich?
    Aufgrund der Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt entspricht diese Arbeitsform zunehmend einem Bedürfnis. Zukunftsfähig erscheint mir besonders das Modell, wenn beispielsweise in Inkubatoren wie dem Startfeld eine innovative Atmosphäre durch ähnlich interessierte Arbeitskräfte, Start-ups und Freiberufliche entsteht.

    Mit dem «Energiekonzept 2021–2030» stehen bis 2030 rund 150 Millionen Franken für energetische Investitionen zur Verfügung. Welche Punkte sind für Eigentümer von Wohn- und Geschäftsliegenschaften die wichtigsten?
    Zusätzlich zur bisherigen Förderung von energetischen Sanierungen werden die Beratungsangebote ausgeweitet, beispielsweise die finanzielle Unterstützung für die Betriebsoptimierung von Mehrfamilienhäusern und Dienstleistungsbauten. Weitere Zusätze sind die Produktion und Nutzung erneuerbarer Energien, etwa durch eigene Solarmodule sowie der sommerliche Wärmeschutz.

  • Park Ost: Unternehmertum trifft Forschung

    Park Ost: Unternehmertum trifft Forschung

    Drei Kilometer vom Stadtkern St. Gallen entfernt passiert schon heute viel Innovation. Hier steht die Empa, das interdisziplinäre Forschungsinstitut des ETH-Bereichs für Materialwissenschaften und Technologie. Gleich daneben befindet sich eine 35’000 Quadratmeter grosse Gewerbeliegenschaft, wo sich seit zehn Jahren eine Gemeinschaft von Start-ups, KMU und technologisch orientierten Unternehmen entwickelt hat. Ausserdem befindet sich hier der Standort des Vereins Startfeld, einem Netzwerk für Innovationen und Start-ups. Es stellt bewirtschaftete Räumlichkeiten – Veranstaltungsräume, Sitzungszimmer, Treffpunkte, einen Makerspace und ein Co-Working-Space – zur Verfügung. Zudem gibt es eine öffentlich zugängliche Kantine.

    In diesem Areal will sich bis im Jahr 2022 der Switzerland Innovation Park Ost etablieren. Zurzeit gibt es hier Reserven von 9000 Quadratmetern Gewerbe- und Industriebauland. Das ergibt bei einer Regelbauweise von 18 Metern Höhe Entwicklungspotenzial von fast 18’000 Quadratmetern Nutzfläche. Für eine erste Ausbauetappe bestehen Planungsabsichten für zunächst rund 6500 Quadratmeter Nutzflächen. Voraussichtlich bis 2025 könnten diese realisiert sein. Zwei weitere Ausbauetappen können je nach Bedarf umgesetzt werden.

    Die bereits verfügbaren Flächen eignen sich als Reinräume, Labors sowie als Räume für die industrielle Fertigung. In den meisten verfügbaren Räumlichkeiten gibt es viel Tageslicht, und sie sind daher auch als Büros, Sitzungszimmer oder für Veranstaltungen geeignet.

    Der Park Ost soll ein weltweit anerkanntes Zentrum werden, wo Unternehmen der Ostschweiz auf Basis der Forschung der Empa, des Kantonsspitals St. Gallen sowie der Universität St. Gallen Innovationen in ausgewählten Bereichen vorantreiben. Die Innovationsschwerpunkte des Park Ost widmen sich der Entwicklung von Technologien für die Gesundheits- und Medizintechnik sowie in der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Bezüglich dieser Technologien beschäftigt er sich auch mit Digitalisierung – insbesondere künstlicher Intelligenz und dem «Internet of Things».

    Wie schafft der Park Ost konkret Synergien zwischen Wirtschaft und Forschung? Unternehmen können ihre Projekte in den Park Ost bringen. Je nach Umfang der Projekte entsenden sie dabei auch Mitarbeitende an den Standort des Parks. Auch die Forschungsinstitutionen können Mitarbeitende in den Park entsenden und so Forschungskompetenz in den Projektbetrieb bringen. Sie unterstützen damit die Projektteams eines Unternehmens oder arbeiten als eigenes Projektteam.

    Trägerin des Park Ost ist eine private Aktiengesellschaft. Die Switzerland Innovation Park AG wurde Anfang September 2021 gegründet. Sie gibt sich zehn Jahre Zeit, um den Innovationspark Ost finanziell selbsttragend zu gestalten.

    Ein Aussenstandort des Parks Ost ist RhySearch in Buchs. Dort ist ein Campus geplant, wo die Ostschweizer Fachhochschule, das Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs sowie das Zentrum Präzisionsindustrie Alpenrheintal ansässig sind. Der Campus Buchs hat 8000 Quadratmeter Industriebaulandreserven.

  • Empa forscht an Erdspeicher

    Empa forscht an Erdspeicher

    Die Empa richtet unter ihrem neu entstehenden Forschungscampus in Dübendorf einen experimentellen, saisonalen Energiespeicher ein, informiert die Forschungsanstalt in einer Mitteilung. In dem unter dem Areal liegenden Erdreich soll die Abwärme von Lüftungen und Laborgeräten gespeichert werden. Ziel ist es, das gesamt Empa-Areal mit Energie zu versorgen, schreibt die Empa.

    Als Wärmespeicher dient ein Erdsondenfeld mit einem Temperaturgradienten, in das 144 bis zu 100 Meter tief im Boden verankerte Erdsonden installiert werden. Mit ihrer Hilfe wollen die Empa-Forschenden einen optimalen Mix zwischen Temperatur, Wirkungsgrad und Energiespeicher einstellen. Dabei können die Temperaturen im Erdspeicher von bis zu 50 Grad im Zentrum und 10 Grad in den Randbereichen schwanken. In einer Tiefe von 100 Metern arbeite der Speicher besonders effektiv und verliere nur wenig Wärme an die Umgebung, erläutert die Empa.

    Die Forschungsanstalt kann den Wärmespeicher über zehn Jahre vorwiegend für eigene Forschungszwecke nutzen. Ein Erdspeicher sei einerseits sehr effektiv, aufgrund seiner grossen Masse aber auch träge, heisst es in der Mitteilung. Die Forschenden gehen davon aus, dass die Einstellung der endgültigen Betriebstemperatur etwa drei bis vier Jahre in Anspruch nehmen wird.

  • Innovationspark Dübendorf ist einen Schritt weiter

    Innovationspark Dübendorf ist einen Schritt weiter

    Das Flugplatzareal in Dübendorf soll sich in den kommenden Jahren zu einem lebendigen Stadtquartier entwickeln. Es soll ein Zentrum für Innovation, Forschung und Arbeitsplätze entstehen. Die aviatische Infrastruktur soll als strategische Reserve gesichert werden.

    Der Zürcher Regierungsrat hat dem Kantonsrat nun einen Synthesebericht vorgelegt, wie es in einer Mitteilung heisst. Dieser wurde von Bund, Kanton, Standortgemeinden und weiteren Beteiligten erarbeitet. Er bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung des Areals. Er soll nun zunächst von einer Spezialkommission vorberaten werden, den der Kantonsrat eingesetzt hat.

    Bis zum Frühling 2022 will der Regierungsrat dem Kantonsrat dann drei Anträge vorlegen. Diese befassen sich mit der Schaffung von Planungsrecht, einer Revision des Richtplans sowie einem Planungskredit.

  • NEST-Büroeinheit belegt Kreislaufpotenzial

    NEST-Büroeinheit belegt Kreislaufpotenzial

    Im Forschungs- und Innovationsgebäude NEST der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und des Wasserforschungsinstituts des ETH-Bereichs (Eawag) ist am Dienstag eine neue Einheit in Betrieb genommen worden. Wie die Empa in einer Mitteilung betont, sei das Büromodul namens Sprint in nur zehn Monaten fertiggestellt worden. Das demonstriere, dass das Bauen mit wiederverwendeten Materialien und Bauteilen „eine valable Alternative zum Bauen mit Neumaterial“ sei. Es werde „den Marktanforderungen an flexibles und schnelles Bauen gerecht“.

    Die gesamte Einheit folge dem sogenannten Design for Disassembly-Ansatz. Bei Bedarf könnten die flexiblen Trennwände rückgebaut werden. Dies ermögliche eine flexible Raumnutzung und die kreislaufgerechte Rückgewinnung verbauter Stoffe.

    Die noch bestehende Skepsis der Bauwirtschaft gegenüber der Wiederverwendung von Materialien sei unberechtigt. Entgegen anfänglicher Bedenken bezüglich des knappen Zeitplans „konnten wir die Re-Use-Materialien sogar schneller als neues Material finden“, wird Kerstin Müller zitiert, Architektin und Geschäftsleistungsmitglied beim Basler baubüro in situ, das die Sprint-Unit geplant hat.

    Zudem sei Wiederverwendung bei der heutigen Marktlage noch nicht billiger. Das werde sich jedoch ändern, sobald sich ein wettbewerbsfähiger Markt gebildet habe, glaubt Bauteiljäger Oliver Seidel von in situ. Ausserdem brauche es eine CO2-Besteuerung, „die kostenmässig neue Materialien be- und gebrauchte Materialien entlastet, um so den ökologischen Mehrwert beziffern zu können.“

  • ETH-Modell ebnet Weg zur Energiewende

    ETH-Modell ebnet Weg zur Energiewende

    Am Energy Science Center (ESC) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) arbeitet eine interdisziplinäre Forschungsgruppe an der Plattform Nexus-e. Sie soll helfen, die grundlegenden Fragen zu beantworten, die die beschlossene Energiewende jetzt und in den kommenden Jahren für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft aufwirft. Das Projekt wird vom Bundesamt für Energie unterstützt.

    Wie ein Video der ETH veranschaulicht, soll Nexus-e das ganze komplexe Schweizer Stromsystem abbilden. „Um Lösungen für die Zukunft zu finden, braucht es mehr Flexibilität“, wird Projektmanager Marius Schwarz in einem Artikel der ETH zitiert. „Mit Nexus-e wollen wir eine Plattform bereitstellen, mit welcher wir verschiedene Szenarien modellieren und so die Transformation des Energiesektors in den nächsten Jahrzehnten erleichtern können.“

    Dabei soll diese transparente Plattform eine Art Werkzeugkasten sein. Ihre flexibel einsetzbaren Module sollen die Schweizer Gesamtwirtschaft und den Strommarkt ebenso repräsentieren wie den Strommarkt, Investitionen in dezentrale und zentrale Energieanlagen, die Netzsicherheit und den Netzausbau.

    Sie diene auch als Modellierungsinfrastruktur, die kontinuierlich in Forschung und Lehre zum Einsatz kommt. Damit werde sie zur Modellierungsplattform für die fachübergreifende Forschung innerhalb der Hochschule. Doch auch ausserhalb soll sie als Testumgebung genutzt und weiterentwickelt werden. „Wir sind daher offen für neue Kooperationen im akademischen Bereich, aber auch mit politischen Entscheidungsträgerinnen oder Vertretern der Industrie“, so ESC-Leiter Christian Schaffner.

  • Stahl-Kleber der Empa halten 50 Jahre

    Stahl-Kleber der Empa halten 50 Jahre

    Im grossen Prüflabor der der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in Dübendorf läuft seit 50 Jahren ein Versuch, bei dem das Langzeitverhalten von verklebten Stahlbewehrungen an einem Betonträger untersucht wird. Bei diesem laut Medienmitteilung weltweit einzigartigen Langzeitversuch wurden mehrere Stahlbetonträger durch auf der Unterseite aufgeklebte Stahllamellen verstärkt. Eine der Träger, der seit 50 Jahren mit 87 Prozent seines Sollbruchwertes belastet wird, hat bisher problemlos durchgehalten An den Klebestellen wurden keinerlei Verschiebungen festgestellt.

    „Nach 50 Jahren unter 87 Prozent der mittleren Bruchlast zeigt die Epoxidharz-Verklebung keine Schwächen. Somit haben geklebte Stahllamellenbewehrungen den Langzeittest bestanden“, wird Ingenieur Christoph Czaderski zitiert, der den Versuch in den letzten Jahren betreut hat.

    Der Träger ist laut der Mitteilung eines von ursprünglich sechs identischen Exemplaren, die alle unterschiedlichen Tests unterzogen wurden. Die fünf anderen verstärkten träger fielen recht erfolgreichen statischen Bruch- und dynamischen Ermüdungsversuchen zum Opfer, bei denen ihre Belastungsgrenze überschritten wurde. Ziel der Tests war es herauszufinden, wie gut sich Epoxidharz als Kleber zur Befestigung einer Stahllamelle an einem Betonträger bewährt. Beim Langzeitversuch zeigen sich nach 50 Jahren laut Czaderski in der Klebefuge „praktisch keine Verschiebungen“.

    Was zu Beginn des Test noch Neuland war ist heute Stand der Technik. Bedeutung bekommt das Verfahren, weil damit ältere Bauten zuverlässig verstärkt werden können, anstatt abgerissen und durch Neubauten ersetzt zu werden.

    Die Empa-Abteilung „Ingenieur-Strukturen“ entwickelt und erforscht schon seit vielen Jahren neue, einfache und günstige Verstärkungsmethoden mit modernen Materialien wie Epoxidharzen, Kohlefaserverstärkten Kunststoffen und Formgedächtnislegierungen.

  • Empa verleiht drei Innovation Awards

    Empa verleiht drei Innovation Awards

    Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat drei ihrer bahnbrechenden Projekte und Leistungen mit dem Empa Innovation Award geehrt. Der mit 5000 Franken dotierte Preis wird seit 2006 alle zwei Jahre verliehen. Damit honoriert die Empa die Anstrengungen ihrer Forschenden, mit angewandter, marktorientierter Forschung weitere Brücken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu schlagen.

    Der erste Preis geht laut einer Medienmitteilung der Empa an die neuartige Gewebekleber-Technologie Nanoglue. Entwickelt wurde sie von Forschenden des Particles-Biology Interactions-Labors der Empa in St.Gallen in Zusammenarbeit mit dem Nanoparticle Systems Engineering Lab der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Ihr radikal neuer Ansatz nutze die wundheilenden Eigenschaften anorganischer Nanopartikel. Die kostengünstigen Materialien könnten in grossem Massstab hergestellt werden. Die „einzigartige Technologie“ werde jetzt vom noch zu gründenden Zürcher Start-up anavo medical zur Marktreife gebracht.

    Ausgezeichnet wurde auch die transparente Gesichtsmaske des Hello Mask-Projekts von Empa und Eidgenössischer Technischer Hochschule Lausanne (EPFL). Sie besteht aus einer feinen Membran von etwa 100 Nanometern Porengrösse. Diese Membran lässt zwar Luft durch, hält aber Viren und Bakterien zurück. „Die vollständig durchsichtige Maske wurde vor allem mit dem Ziel entwickelt, die Beziehung zwischen Pflegepersonal und Patienten zu verbessern“, so Forscher Joshua Avossa. Seit 2020 arbeitet das Genfer Start-up HMCare von Empa und EPFL an der Markteinführung der Hello Mask. Mitte 2021 soll sie erhältlich sein.

    Die Software-Plattform Urban Sympheny zur Planung nachhaltiger Energiesysteme ist die dritte Preisträgerin. Die Empa-Ausgründung gleichen Namens mit Sitz in Dübendorf hilft Planern beim Identifizieren optimaler Lösungen für ihren Standort und ihre Kunden. Das Ziel ist Energie- und Kosteneffizienz. Die innovative Plattform wurde in der Empa-Abteilung Urban Energy Systems entwickelt. Im vergangenen Jahr hat Venture Kick Urban Sympheny bereits mit 50’000 Franken ausgezeichnet.

  • Verein für nachhaltiges Bauen ist gegründet

    Verein für nachhaltiges Bauen ist gegründet

    Der neu geschaffene Verein Nachhaltiges Baubiologische Bauen (VNBB) verfolgt das Ziel, die Baubranche nachhaltiger und klimafreundlicher zu gestalten. Zu diesem Zweck sollen Wissen und Kompetenzen gefördert und in die Berufsbildung integriert werden.

    Wie es in einer Medienmitteilung heisst, sei die nicht-gewinnorientierte Organisation auf Initiative von Dr. Thea Rauch-Schwegler vom Verein Baubioswiss in den vergangenen Jahren aufgebaut worden. Als Gründungsmitglieder haben sich Holzbau Schweiz, Gebäudehülle Schweiz, JardinSuisse, Lignum – Holzwirtschaft Schweiz sowie der Schweizerische Maler- und Gipserunternehmer-Verband angeschlossen. Dessen neue Geschäftsstelle in Wallisellen ist auch Sitz des VNBB. Die Leitung der VNBB-Geschäftsstelle ist ausgeschrieben. Neue Vereinsmitglieder und Partner sind ausdrücklich erwünscht.

    2019 wurde die Prüfungsordnung für die Höhere Fachprüfung Expertin/Experte Gesundes und Nachhaltiges Bauen vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation anerkannt. Damit, so der VNBB, „kann die Lücke in der höheren Berufsbildung im Bereich des nachhaltigen Bauens geschlossen werden“. 2022 werde der erste Vorbereitungskurs zum Diplom starten. Gleichzeitig hätten auch Berufsverbände die Wichtigkeit des Themas erkannt und sich entschieden, das Thema Nachhaltigkeit in der Berufsbildung gemeinsam anzugehen.

  • Wirtschaftsraum Zürich überzeugt mit Zugang zu Talenten

    Wirtschaftsraum Zürich überzeugt mit Zugang zu Talenten

    Der Wirtschaftsraum Zürich bietet Unternehmen Zugang zu einem grossen Pool an erstklassigen Talenten. Sonja Wollkopf Walt, CEO der Standortmarketingorganisation Greater Zurich Area (GZA), bezeichnet dies in einem Interview mit der Organisation The Place Brand Observer (TPBO) als eines der wichtigsten Anziehungskräfte des Standorts. Die Schweiz werde in mehreren Ranglisten als die Weltmeisterin für Innovation geführt. Dies haben auch Unternehmen wie Google, IBM, Disney oder Biogen erkannt, welche ihre Forschungsstandorte im Wirtschaftsraum Zürich angesiedelt haben.

    Im Wirtschaftsraum Zürich treffen sich erstklassige Technologie, Schweizer Verlässlichkeit und Stabilität, hebt Wollkopf Walt im Interview hervor. Insbesondere vor dem Hintergrund von globalen Handelskonflikten oder der Corona-Pandemie sei dies ein wichtiger Mehrwert für Unternehmen.

    Trotz der negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie als Ganzes habe diese bei manchen Unternehmen auch neue Entwicklungen hervorgebracht oder die Forschungsaktivitäten beschleunigt. Wollkopf Walt hebt etwa HeiQ hervor. Die Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) entwickelt eine Technologie, durch welche Textilien gegen Viren geschützt werden können. Mit der Technologie behandelte Stoffe können das Corona-Virus zu 99,9 Prozent blockieren.

    Die Kosten in der Schweiz seien zwar höher sind als in vielen europäischen Ländern. Gleichzeitig sei aber fair zu sagen, dass das Verhältnis von Preis und Leistung im Wirtschaftsraum Zürich gut ist, so Wollkopf Walt. Die Arbeitnehmende in der Schweiz hätten eines der höchsten Produktivitätsniveaus der Welt, fügt sie hinzu.

    Wenn es um Start-ups geht, seien in der Greater Zurich Area die drei wichtigsten Faktoren vorhanden, welche für ein blühendes Start-up-Ökosystem nötig sind: Talent, Kapital und Kunden. Wollkopf Walt hebt auch hervor, dass 2019 ein Rekordjahr für Start-up-Investitionen gewesen ist. Ausserdem haben vier Start-ups aus der Greater Zurich Area den Einhorn-Status erreicht – sie werden also mit mehr als 1 Milliarde Dollar bewertet.

  • Vergünstigungen für Forschung stärken Standorte

    Vergünstigungen für Forschung stärken Standorte

    „Mit der Schweizer Steuerreform und AHV-Finanzierung (STAF) wurden anfangs 2020 Instrumente zur steuerlichen Begünstigung von Forschungs-und Entwicklungsaktivitäten eingeführt“, erläutert BAK Economics in einer Mitteilung. Das Wirtschaftsforschungsinstitut hat die Auswirkungen dieser Begünstigungen auf die Steuerbelastung von Unternehmen in den einzelnen Kantonen untersucht.

    Den Ergebnissen zufolge senken sie die effektive Durchschnittssteuerbelastung eines Unternehmens im Schweizer Schnitt von 13,5 auf 12,2 Prozent, erläutert BAK Economics. Sehr forschungsintensive Unternehmen könnten ihre Belastung sogar um durchschnittlich 4,3 Prozentpunkte auf 9,2 Prozent reduzieren. Für die Kantone stellten die Begünstigungen bei Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) neben der Innovationsförderung auch einen international akzeptierten Ersatz für die durch die STAF abgeschafften Steuerprivilegien dar.

    Mit der flexiblen Umsetzung der Vorgaben durch die Kantone habe sich die Rangliste der Kantone bei der Steuerbelastung für sehr forschungsintensive Unternehmen verschoben, erläutert BAK Economics weiter. Die Tiefsteuerkantone Nidwalden und Obwalden belegten hier zwar weiterhin die Spitzenplätze. „Einige Hochsteuerkantone mit einer grosszügigen Ausgestaltung der FuE-Instrumente können ihre Belastung aber deutlich reduzieren“, schreibt BAK Economics.

    Konkret seien „die drei Schlusslichter bei der ordentlichen Besteuerung“, Bern, Zürich und Aargau, „für Unternehmen mit sehr hoher FuE-Intensität in Richtung Mittelfeld des Rankings“ aufgestiegen. Die höchste durchschnittliche Steuerbelastung von Unternehmen mit hohen FuE-Ausgaben weist der Kanton Genf auf.

  • Bündner Luxusresidenzen sollen seltener leer stehen

    Bündner Luxusresidenzen sollen seltener leer stehen

    Die Fachhochschule (FH) Graubünden hat untersucht, wie die Wertschöpfung bei oftmals leerstehenden Luxusresidenzen verbessert werden kann. In diesem Zusammenhang ging das Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) der Frage nach, wie deren Besitzerinnen und Besitzer zu überzeugten Vermietenden werden können. Sie seien in Graubünden bisher „eher stiefmütterlich behandelt“ worden, schreibt die FH in einer Mitteilung. Weil der Trend jedoch von Hotellogiernächten zur eigenen Ferienwohnung gehe, dürfe diese Klientel nicht vernachlässigt werden.

    Für eine Bedürfnisanalyse sei jedoch die bestehende Datenlage zu dünn. Deshalb untersuchten die Forschenden in ihrer Studie die Vermietungsbereitschaft bei ähnlichen Prestigeobjekten. Im globalen Yacht-Chartermarkt machten sie neben hohen administrativen Hürden auch psychologische Motive als Hemmnis für eine Vermietung aus. Dazu zählen Eingriffe in die Privatsphäre und eine limitierte Flexibilität bei der Eigennutzung.

    Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Bedürfnisanalyse laute jedoch, „dass es sich sowohl bei der Vermietung von Superyachten als auch Luxusresidenzen um Vertrauenssache handelt“. Damit das Potenzial der oftmals leerstehenden Luxusimmobilien in den alpinen Hochpreisdestinationen genutzt werden könne, müssten „alle anfallenden Aufgaben von einer Koordinatoren-Rolle verwaltet werden“. Ihre Aufgabe sei es, ein möglichst reibungsloses Ineinandergreifen aller Service-Beteiligten zu garantieren. „Der Rest kommt dann wie von selbst, denn zufriedene Vermietende generieren zufriedene Mietende“, heisst es in der Mitteilung.