Schlagwort: Gebäude

  • Basler Immobilienmarkt unter Druck

    Basler Immobilienmarkt unter Druck

    Trotz moderater Preisentwicklung im Vergleich zur übrigen Deutschschweiz bleibt Wohneigentum in der Region Basel begehrt. Insbesondere in ländlichen Gemeinden steigen die Preise deutlich, was potenzielle Käufer zunehmend dazu bewegt, ihren Suchradius zu erweitern. Laut Marco Pirelli von der Basellandschaftlichen Kantonalbank hat der Rückgang der Hypothekarzinsen in den vergangenen zwei Jahren die Nachfrage zusätzlich angeheizt. Allerdings bei gleichzeitig wachsender Tragbarkeitsproblematik. Während Einfamilienhäuser preislich stabil blieben, legten Eigentumswohnungen leicht zu. Die Folge ist eine Zunahme der Hypothekaranfragen um 35 Prozent innerhalb eines Jahres.

    Frühzeitig finanzielle Möglichkeiten prüfen
    Pirelli rät Kaufinteressierten, sich frühzeitig mit der Finanzierung auseinanderzusetzen. «Die Wahl der Hypothekenprodukte und Laufzeiten ist individuell verschieden. Eine rechtzeitige Abklärung des finanziellen Spielraums mit der Bank schafft Planungssicherheit.» Für viele sei dies heute entscheidend, um im angespannten Marktumfeld überhaupt noch erfolgreich zu sein.

    Trotz Wohnschutz steigen die Preise
    Auch auf dem Mietmarkt zeichnet sich in Basel eine Fortsetzung der Teuerung ab. Fabian Halmer von der Holinger Moll Immobilien AG verweist auf strukturelle Ursachen wie einen veralteten Gebäudebestand mit hohem Sanierungsbedarf. Trotz Wohnschutz steigen die Mietpreise weiter, insbesondere in Basel-Stadt, wo 84 Prozent der Bevölkerung zur Miete wohnen. Zwar ist die Lage nicht so angespannt wie in Zürich oder Genf, doch die geringe Leerstandsquote von 0.7 Prozent signalisiert eine akute Wohnungsnot.

    Engpass durch zu wenige Baugesuche
    Besonders alarmierend ist die Anzahl der eingereichten Baugesuche im Kanton Basel-Stadt ist stark rückläufig. Während von 2014 bis 2020 jährlich durchschnittlich 784 Baugesuche verzeichnet wurden, sank der Wert zwischen 2021 und 2023 auf lediglich 190. Halmer sieht im neuen Wohnraumfördergesetz eine Mitursache. Es schützt Bestandsmieter, behindert jedoch neue Bauprojekte und erschwert Zuzug oder Umzüge. Der dadurch entstehende Angebotsengpass dürfte zu weiter steigenden Mietpreisen führen.

    Reformbedarf in Gesetzgebung und Planung
    Die Experten sind sich einig, ohne gezielte Anpassungen im Wohnraumfördergesetz und beschleunigte Bewilligungsverfahren droht der Wohnungsmarkt in Basel weiter unter Druck zu geraten. Entwicklungsareale wie Klybeckplus oder Dreispitz Nord könnten Entlastung schaffen. Vorausgesetzt, sie werden konsequent verfolgt. Eine nachhaltige Wohnbaupolitik muss nicht nur auf Bestandsschutz setzen, sondern auch künftiges Wachstum aktiv mitdenken.

  • Bau des weltgrössten Gebäudes

    Bau des weltgrössten Gebäudes

    Mit einer Höhe und Breite von jeweils 400 Metern wird der Mukaab das Empire State Building in New York fast zwanzigfach übertreffen. Im Wüstenstaat haben die Bauarbeiten nun begonnen und das Megaprojekt soll bis 2030 abgeschlossen sein. Der Würfel wird eine Vielzahl an Wohnungen, Geschäften und Freizeitangeboten bieten und damit Riads Position als aufstrebende Tourismusmetropole stärken. Saudi-Arabien investiert 50 Milliarden Dollar in den Nordwesten der Hauptstadt, um dort eine neue Stadtlandschaft zu schaffen.

    Virtuelle Realität und Künstliche Intelligenz
    Die Aussenseiten des Mukaab sollen mit Virtual-Reality-Technologie ausgestattet werden, um Besucher in faszinierende Landschaften zu entführen. Im Inneren wird künstliche Intelligenz Hologramme und Simulationen erschaffen, die verschiedene Orte und Zeiten in atemberaubender Grösse projizieren. Das Gebäude wird so zu einer Art digitalem Erlebnispark, der Besucher aus aller Welt anziehen soll.

    Prestigeprojekte mit Herausforderungen
    Mukaab ist Teil der «Vision 2030» von Kronprinz Mohammed bin Salman, die Saudi-Arabien zu einem globalen Tourismusziel und Wirtschaftsstandort machen soll. Auch die Stadt Neom und das lineare Megaprojekt «The Line» sind Teil dieses ambitionierten Plans. Doch schon jetzt sind die Pläne für «The Line» aufgrund logistischer und finanzieller Hürden erheblich verkleinert worden. Statt 170 Kilometer Länge wird das Bauwerk bis 2030 nur 2,4 Kilometer umfassen. Ob es jemals die geplante Kapazität für 9 Millionen Menschen erreicht, ist ungewiss.

    Der Jeddah Tower – eine lange Baugeschichte
    Ein weiteres Megaprojekt, der Jeddah Tower, war ursprünglich als das höchste Gebäude der Welt geplant. Nach jahrelanger Verzögerung wurde die Höhe von 1600 Metern auf 1007 Meter reduziert. Mit dem Bau wurde 2013 begonnen, doch nach einer fünfjährigen Pause geht das Projekt nur langsam voran. Frühestens 2029 könnte der Jeddah Tower seine Fertigstellung erleben und zum neuen Rekordhalter aufsteigen.

    Kritik und Kontroversen
    Der Mukaab hat bereits für Kontroversen gesorgt. Das Design des riesigen Würfels erinnert viele an die Kaaba in Mekka, das zentrale Heiligtum des Islams. Diese Ähnlichkeit sorgt im konservativen Königreich für Kritik, da einige Bürger den Bau als respektlos empfinden.

    Ob das Mukaab-Projekt rechtzeitig verwirklicht wird oder wie andere saudische Megaprojekte auf Schwierigkeiten stösst, bleibt abzuwarten. Die Grösse und Ambition dieser Bauprojekte zeigen jedoch den Wandel, den Saudi-Arabien durchläuft. Ein Wandel, der das Land zu einem globalen Tourismus- und Wirtschaftsstandort machen soll und weit über die Ära des Erdöls hinaus reicht.

  • Mobimo erweitert Aeschbachquartier in Aarau

    Mobimo erweitert Aeschbachquartier in Aarau

    Mobimo hat mit Vertreterinnen und Vertretern von Behörden und seinen Projektpartnern laut einer Mitteilung den Grundstein für die beiden Gebäude Hof- und Hallenhaus im Aarauer Aeschbachquartier gelegt. Als Teil des Gesamtentwicklungsgebiets Torfeld Süd wird damit die nächste Ausbauetappe des 2019 neu belebten Stadtviertels realisiert.

    Nach den Plänen von Baumberger Stegmeier Architekten aus Zürich entstehen dort 126 Mietwohnungen mit 1,5 bis 5,5 Zimmern. Das Hofhaus wird als Holzbau mit Gartenhof in zukunftsorientierter, ökologischer Bauweise umgesetzt. Das Hallenhaus steche in Sachen Nachhaltigkeit und grauer Energie positiv hervor, weil so viel Fassadenbestand der früheren Halle 5 wie möglich übernommen werde, so Mobimo. Sie dient als Erdgeschoss für die Aufstockung des historischen Gebäudes.

    Die Fertigstellung ist für den Herbst 2026 vorgesehen, der Bezug für das 2. Quartal 2026. Die Vermarktung beginnt im dritten Quartal 2025. Insgesamt wird das Aeschbachquartier dann über rund 260 Miet- und Eigentumswohnungen verfügen. Zudem bietet es auf rund 4600 Quadratmetern Geschäftsfläche Raum für 1400 dort arbeitende Personen.

  • Neue Erkenntnisse zur Steifigkeit von Holzbauten

    Neue Erkenntnisse zur Steifigkeit von Holzbauten

    Holzbauten erleben in der Schweiz einen Aufschwung. Mit ihrer Nachhaltigkeit und Ästhetik werden sie immer beliebter, auch für mehrgeschossige Gebäude. Doch wie lässt sich sicherstellen, dass diese Bauwerke den Kräften von Wind und Erdbeben standhalten? Diese Frage beschäftigt die Bauforschung, insbesondere bei der Planung von Holzbauten mit bis zu 75 Metern Höhe. Denn damit Holzbauten auch bei extremen Bedingungen stabil bleiben, müssen die richtigen Aussteifungen und Tragwerkskonstruktionen vorhanden sein.

    Die Forschung auf diesem Gebiet hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Ein besonders spannendes Werkzeug dabei ist der Shaker, ein zwei Tonnen schweres Gerät, das im grössten Labor der Empa in Dübendorf zum Einsatz kommt. Der Shaker simuliert Erdbeben und starke Winde, indem er Gebäudemodelle in Schwingung versetzt. So wird das Schwingungsverhalten der Bauten unter realen Bedingungen untersucht und die Modelle zur Berechnung der Steifigkeit verfeinert.

    Der Shaker in Aktion
    Für den Tag der offenen Tür am 14. September 2024 wird der Shaker in der Bauhalle der Empa in Dübendorf vorgeführt. Dabei geht es nicht nur um wissenschaftliche Forschung – Besucher erhalten einen direkten Einblick in die Arbeit der Ingenieure. René Steiger, Pedro Palma und Robert Widmann, Bauingenieure der Empa, demonstrieren eindrucksvoll, wie der Shaker ein Tragwerksmodell in Schwingung versetzt und dabei das Verhalten der Gewichts- und Steifigkeitsverteilung analysiert.

    Diese Forschung ist von grosser Bedeutung, da in der Schweiz immer höhere Holzbauten errichtet werden. Während die meisten Gebäude im 4- bis 5-Geschosser-Bereich bleiben, zeigen Projekte mit mehr als 20 Geschossen das Potenzial des Baustoffs Holz. Doch um die Stabilität solcher Gebäude sicherzustellen, bedarf es präziser Berechnungen und praxisnaher Tests, wie sie mit dem Shaker durchgeführt werden.

    Komplexe Anforderungen an den Holzbau
    Die Herausforderung bei mehrgeschossigen Holzbauten liegt nicht nur in der Tragfähigkeit der Wände, sondern auch in der Balance zwischen Steifigkeit und Flexibilität. Während dickere Bauteile und zusätzliche tragende Wände oft als Lösung gesehen werden, können sie zu erhöhten Kosten führen. Manchmal ist es sogar vorteilhafter, wenn ein Bauwerk bis zu einem gewissen Grad nachgiebig auf Erdbebenstösse reagiert. Diese Nuancen müssen in den Computerberechnungen berücksichtigt werden, und genau hier liefert der Shaker wertvolle Daten aus der Praxis.

    Die Experimente in der Bauhalle und an realen Gebäuden wie in Oberglatt im Kanton Zürich zeigen auf, wie das Tragwerk während verschiedener Bauphasen an Steifigkeit gewinnt. So konnten die Forschenden genau beobachten, wie sich die Tragfähigkeit der Bauten veränderte, als tragende Wände, nicht tragende Wände und Fenster eingebaut wurden.

    Praxisnahe Daten für Planer und Architekten
    Lange Zeit stützten sich Planer auf rechnerische Näherungswerte, um die dynamischen Eigenschaften von Holzbauten zu bestimmen. Diese Werte basierten oft auf Versuchen aus Japan und Nordamerika, die jedoch aufgrund anderer Bauvorschriften und Anforderungen nicht ohne Weiteres auf die Schweiz übertragbar sind. Hier setzt die Arbeit der Empa-Forscher an: Durch den Shaker und die Messungen an realen Gebäuden werden präzise Daten zur Steifigkeit und Dämpfung geliefert, die speziell auf die hiesigen Bauanforderungen abgestimmt sind.

    Bauingenieure und Architekten erhalten damit verlässliche Informationen, um ihre Planungen zu optimieren und das Material Holz effizient und nachhaltig einzusetzen. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen, Normen und Richtlinien weiterzuentwickeln und den Holzbau als ettbewerbsfähige Lösung für mehrgeschossige Bauten zu stärken.

    Holz als Baustoff der Zukunft
    Die Forschungsergebnisse der Empa zeigen, dass Holz als Baustoff für mehrgeschossige Bauten enormes Potenzial hat. Mit dem Einsatz des Shakers erhalten Bauingenieure und Architekten praxisnahe Daten, die es ermöglichen, Holzbauten sicherer und effizienter zu gestalten. Durch die Kombination von moderner Technik und wissenschaftlicher Expertise trägt die Empa entscheidend dazu bei, den Holzbau in der Schweiz weiter voranzutreiben und ihn als nachhaltige Alternative im Bauwesen zu etablieren.

  • Nachhaltiger Sonnenschutz im Olympischen Dorf

    Nachhaltiger Sonnenschutz im Olympischen Dorf

    Das französische Architekturbüro KOZ gehört zu den Hauptarchitekten, die mit dem Bau des Olympischen Dorfes in Paris beauftragt wurden. Bei der Beschattung im Quartier Belvédères des Dorfes setzt KOZ auf das Thurgauer Unternehmen Griesser. Der international aktive Entwickler von Sonnenschutzprodukten für Gebäude hat in Belvédères verschiedene Gebäude mit drei unterschiedlichen Sonnenschutzlösungen ausgestattet.

    Dabei kamen zum einen 265 Lamellenstore des Modells Lamisol 70 zum Einsatz, erläutert Griesser in einer Mitteilung. Vom Lamellenstoren-Modell Grinotex III wurden insgesamt sieben Einheiten verbaut. Vervollständigt wurde der Sonnenschutz durch 108 Rollläden des Modells Tradi PUR. Im Verbund schaffen die Sonnenschutzlösungen ein angenehmes Raumklima und tragen zur Einsparung von Heiz- und Kühlenergie bei.

    «Griesser hat sich mit seinen Qualitätsprodukten durchgesetzt», wird das Architekturbüro KOZ in der Mitteilung zitiert. «Zudem haben sich die Sonnenschutzprodukte bereits bei anderen Projekten von uns bewährt.» Beim Olympischen Dorf hat sich KOZ dabei für einen eigens von Griesser für das Projekt entwickelten metallischen Rosaton bei Lamellenstoren und Rollläden entschieden.

  • Siegerprojekt für Hochhaus bei Regensbergbrücke in Zürich

    Siegerprojekt für Hochhaus bei Regensbergbrücke in Zürich

    Bei der Regensbergbrücke in Zürich Oerlikon plant die SBB ein rund 40 Meter hohes Bürogebäude mit öffentlichen Nutzungen im Erdgeschoss. Das Gewinnerprojekt, entwickelt vom «Team Esch Sintzel», nutzt die anspruchsvolle Grundstücksform und Topografie geschickt aus. Es erreicht zudem einen hohen Grad an Energieautarkie, was es besonders zukunftsweisend macht.

    Effiziente Nutzung und Nachhaltigkeit im Fokus
    Das geplante Hochhaus wird zu 80 Prozent energieautark sein. Durch eine fortschrittliche Haustechnik, passive Kühlung sowie Solarzellen auf Dach und Fassade kann das Gebäude seinen Energiebedarf grösstenteils selbst decken. Dies passt perfekt zu den ambitionierten Klimazielen der SBB.

    Acht Bürogeschosse und öffentliche Nutzungen im Erdgeschoss
    Der Neubau wird als neungeschossiger Gewerbebau realisiert, wobei die flexiblen Grundrisse ideal für Dienstleistungen, Gesundheit und Bildung sind. Das Erdgeschoss wird durch gastronomische und Verkaufsflächen belebt, während das Aussenraumkonzept mit naturnaher Gleisebene und barrierefreier Stadtebene für hohe Aufenthaltsqualität sorgt.

    Öffentliche Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge
    Die Wettbewerbsbeiträge werden vom 12. bis zum 15. Juli 2024 im 8. Stock des Franklinturms an der Hofwiesenstrasse 349 in Zürich-Oerlikon ausgestellt. Interessierte können die Ausstellung Freitag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr und am Montag von 11 bis 15 Uhr besuchen.

    Rahmenplan für Bahnhof Zürich Oerlikon Baufeld Südwest
    Die Grundlage für das Projekt bildet der 2012 gemeinsam mit der Stadt Zürich erarbeitete Rahmenplan «Bahnhof Zürich Oerlikon Baufeld Südwest». Dieser legte städtebaulich ein achtgeschossiges Gebäude westlich des Franklinturms fest. Die baurechtlichen Voraussetzungen sind gegeben, der Baubeginn ist für 2027 geplant.

  • Weiterentwicklung YOND Campus im Albis-Areal

    Weiterentwicklung YOND Campus im Albis-Areal

    Die geplante Erweiterung des YOND Campus um die Gebäude YOND.02/03 auf einer Gesamtnutzfläche von etwa 31.000 m2 greift das Konzept von YOND.01 auf und passt es gezielter an die Anforderungen produzierender Unternehmen an. Dabei stehen die Bereitstellung robuster und leistungsfähiger Bauten, die Flexibilität durch grosse, teilbare Flächen sowie eine optimierte Logistik im Vordergrund. Diese Anpassungen umfassen eine effiziente Anlieferung, Laderampen, ein logistikgerechtes Untergeschoss sowie eine fortschrittliche vertikale Erschliessung des Gebäudes. Zusätzlich ermöglichen Zwischengeschosse aus Holz eine flexible Raumnutzung, die sich den individuellen Bedürfnissen der Unternehmen anpasst.

    Parallel dazu wird das historische Labor- und Werkstattgebäude in der Albisriederstrasse 203 in ein Zentrum für Klein- und Kreativgewerbe umgewandelt. Die geplante Renovation und Erweiterung um ein Stockwerk zielen darauf ab, die Geschichte des Ortes zu bewahren und einen Arbeitsraum für die Kreativwirtschaft zu schaffen. Die Umgestaltung des Kesselhauses in einen vertikalen Garten und die Einrichtung eines Bistros im Erdgeschoss unterstreichen das Bestreben, einen Campus zu schaffen, der Lebensqualität und Arbeitswelt harmonisch vereint.

    Die öffentlich zugänglichen gastronomischen Einrichtungen entlang der Albisriederstrasse und am angrenzenden Park wird das Areal als attraktiven Standort für Unternehmen und Besucher etablieren. Die Nutzung des Erdgeschosses soll den YOND Campus als Ort des Miteinanders positionieren und zur Aktivierung des Raumes beitragen. Mit dieser Erweiterung wird ein zukunftsweisender Raum geschaffen, der sowohl die dynamischen Anforderungen moderner Unternehmen als auch das Bedürfnis nach sozialem Austausch und Kreativität unterstützt.

  • Was im Hochschulgebiet in den nächsten Jahren gebaut wird

    Was im Hochschulgebiet in den nächsten Jahren gebaut wird

    Das ambitionierte Projekt sieht die Errichtung neuer Gebäude für die medizinische Versorgung, Bildung und Forschung sowie eine gesamthafte Aufwertung des Hochschulgebiets vor. Zur Neugestaltung gehört im Herzen des Gebiets das ehemalige, unterirdische Trinkwasserreservoir an der Rämistrasse, welches in ein Café mit Innen- und Aussensitzplätzen umgewandelt wird. Dieses Projekt, betreut von SQUADRAT Architekten, integriert Teile der historischen Wasserhallen und schafft einen einladenden öffentlichen Raum.

    Ein weiteres Highlight ist die Umgestaltung der Rämi- und Gloriastrasse, die zukünftig mehr Raum für Fussgänger bieten und den Lärmpegel durch Verkehrsberuhigungsmassnahmen senken soll. Die Neugestaltung dieser Achsen zielt darauf ab, die Mobilität zu verbessern und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität zu erhöhen.

    Das FORUM UZH, ein neues Kollegiengebäude gegenüber dem Hauptgebäude der UZH, wird Lehre und Forschung auf neun Stockwerken beherbergen und zusätzlich eine Mensa sowie Geschäfte umfassen. Der Bau soll bis Ende 2029 fertiggestellt sein und einen modernen Arbeitsplatz für etwa 6.000 Studierende und Mitarbeitende bieten.

    Bereits begonnen haben die Vorarbeiten für den Bau des neuen Campus MITTE des Universitätsspitals. Diese Erneuerung der medizinischen Infrastruktur wird die Patientenversorgung revolutionieren und die Weichen für die Medizin der Zukunft stellen.

    Diese und weitere Projekte im HGZZ unterstreichen Zürichs Engagement für Bildung, Forschung und Gesundheitsversorgung. Sie tragen nicht nur zur städtischen Entwicklung bei, sondern fördern auch die wissenschaftliche Exzellenz und stärken Zürichs Position als führendes Zentrum für Innovation und Wissen.

  • Effiziente Nutzung der Gebäudewärme — Projekt HEATWISE von EMPA

    Effiziente Nutzung der Gebäudewärme — Projekt HEATWISE von EMPA

    In einer Zeit, in der nachhaltiges Energiemanagement immer wichtiger wird, stellt die ungenutzte Abwärme von IT-Systemen in Gebäuden eine beträchtliche Verschwendung dar. Spitäler, Universitäten und Bürokomplexe verfügen über eine umfangreiche IT-Infrastruktur, deren Betrieb nicht nur Energie verbraucht, sondern auch eine erhebliche Menge an Wärme produziert, die bisher grösstenteils ungenutzt bleibt. Das Horizon Europe-Projekt HEATWISE nimmt sich dieser Herausforderung an und vereint zwölf Forschungs- und Industriepartner aus acht Ländern, um innovative Lösungen für die Nutzung dieser Abwärme zu entwickeln.

    Das Projekt, das Anfang 2024 gestartet wurde und über drei Jahre läuft, wird von der Europäischen Union im Rahmen von Horizon Europe und vom Schweizerischen Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation gefördert. Ein Schlüsselelement von HEATWISE ist die Entwicklung von vorausschauenden Regelalgorithmen, die nicht nur die IT-Infrastruktur und Gebäudetechnik miteinander verknüpfen, sondern auch einen energieeffizienten, CO2-armen und kostengünstigen Betrieb ermöglichen sollen.

    Ein Beispiel für die praktische Umsetzung dieser Ziele ist das Forschungsgebäude «NEST» der Empa in Dübendorf, das als reale Pilotanlage dient. Hier wird die Abwärme eines Mikrorechenzentrums bereits erfolgreich zur Beheizung genutzt, unterstützt durch innovative Kühltechnologien wie die «On-Chip-Flüssigkeitskühlung» des israelischen Projektpartners ZutaCore. Diese ermöglicht eine optimale Wärmerückgewinnung und die Nutzung der gewonnenen Wärme für hochtemperaturintensive Anwendungen, wie beispielsweise die Warmwasserversorgung.

    Für Fachkräfte aus der Immobilien- und Standortförderungsbranche bietet HEATWISE nicht nur Einblicke in zukunftsweisende Technologien der Wärmerückgewinnung und Energieeffizienz, sondern auch konkrete Anwendungsbeispiele, die zeigen, wie IT-Infrastrukturen und Gebäudetechnik synergistisch für ein nachhaltigeres Energiemanagement genutzt werden können.

  • Mehr Anreize für verdichtetes und ökologisches Bauen

    Mehr Anreize für verdichtetes und ökologisches Bauen

    In einer Zeit, in der der Kampf gegen die Klimaerwärmung und die Wohnungsnot immer dringlicher wird, sind alle, die im Baubereich tätig sind, mehr denn je gefordert. Der Gebäudepark ist für einen erheblichen Anteil des CO2-Ausstosses verantwortlich und der Bedarf an neuen Wohnungen wächst schneller als jemals zuvor. Es ist daher unerlässlich, schnell zu handeln.

    Trotz zahlreicher Initiativen und politischer Vorstösse scheint der Fortschritt in der Lösung dieser Probleme immer noch zu langsam zu sein, und die Fronten verhärten sich zunehmend. Bernhard Lanzendörfer plädiert für eine gemeinsame Suche nach schnellen, innovativen, erschwinglichen und sozialen Lösungen, anstatt sich in ideologischen Standpunkten zu verlieren.

    Ein Beispiel für einen ideologischen Standpunkt ist die Petition des Vereins Countdown 2030, die sich vehement gegen den Abriss von Gebäuden ausspricht. Bernhard Lanzendörfer argumentiert, dass rigide Ideen wie diese die Probleme nicht lösen werden und fordert eine differenzierte Betrachtung unter baulichen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten.

    Angesichts der Wohnungsnot ist eine substanzielle Verdichtung des Wohnraums oft nur durch einen Ersatzneubau möglich. Der Bauen-im-Bestand-Ansatz stösst hier schnell an Grenzen, insbesondere wenn es um die Modernisierung und Aufstockung von bestehenden Gebäuden geht.

    Um ökologisches und soziales Bauen zu fördern, schlägt Lanzendörfer vor, dass die Politik konkrete Anreize schaffen sollte. Dies könnte beispielsweise durch Belohnungen für die ökologische Ertüchtigung von Gebäuden oder eine höhere Ausnützungsziffer für ökologische Vorzeigeprojekte geschehen.

    Angesichts der steigenden Bevölkerungszahlen und der zunehmenden Zersiedelung ist es unumgänglich, auch in die Höhe zu bauen. Obwohl dies auf Widerstand stossen mag, ist es laut Lanzendörfer die einfachste Lösung, um jeden Quadratmeter besser zu nutzen.

    Es ist wichtig, innovative Konzepte nicht durch ideologische Barrieren zu behindern. Die Bauindustrie hat bereits grosse Fortschritte bei der Entwicklung klimafreundlicher Produkte gemacht, und auch die Politik unterstützt den Einsatz von umweltfreundlichen Baustoffen durch neue Regulatorien im Umweltschutzgesetz.

  • MAG bringt Immobilien-Luxusmarke von Dubai ins Tessin

    MAG bringt Immobilien-Luxusmarke von Dubai ins Tessin

    MAG wird sein erstes internationales Projekt in der Schweiz verwirklichen. In der Gemeinde Stabio im Tessiner Bezirk Mendrisio plant der Entwickler von Luxusimmobilien mit Sitz in Dubai das Projekt Stabio Garden Living by Keturah. Dafür wird MAG mit der weltweit tätigen und in Massagno TI ansässigen A++ Group zusammenarbeiten, die MAG in einer Medienmitteilung als «anerkannten Marktführer in Immobiliendesign und -entwicklung» bezeichnet.

    Das auf 185 Millionen Franken veranschlagte Projekt wird 180 Einheiten in 14 Gebäuden im Minergie-Standard umfassen, samt Fitnessbereich, Kinderspielplatz und Co-Working-Space. Die Fertigstellung ist für 2026 geplant.

    «Wir vereinen unsere umfassende Erfahrungen bezüglich Technik und Immobilien mit den hervorragenden Leistungen der Gruppe bei Design und Entwicklung», wird MAG-CEO Talal Moafaq Al Gaddah zitiert. Diese Zusammenarbeit werde «bemerkenswerte Ergebnisse und innovative Lösungen» hervorbringen, die «den Lebensstil der Bewohnenden anheben und den Immobiliensektor weltweit neu definieren».

    Das neue Keturah-Projekt folge auf die Einführung der The Ritz-Carlton Residences, Dubai, Creekside, die Teil des Keturah Resorts sind, des Luxuswohngebäudes Keturah Reserve und des in Kürze zu errichtenden urbanen Wohnkomplexes Keturah Downtown. Alle liegen im Stadtgebiet von Dubai.

  • Touristischer Meilenstein in Graubünden

    Touristischer Meilenstein in Graubünden

    Die Andermatt Swiss Alps AG setzt neue Massstäbe in der touristischen Entwicklung von Andermatt-Sedrun mit dem geplanten Resort Dieni. Das Resort wird bestehen aus 13 Gebäuden mit insgesamt 1’800 Betten, die sich auf Hotelzimmer und Wohneinheiten verteilen. Das Konzept umfasst 410 Hotelzimmer, davon 204 Hostel- und 206 Doppel- und Dreibettzimmer, sowie 119 verkaufbare Wohneinheiten, die touristisch bewirtschaftet werden.

    Raphael Krucker, CEO der Andermatt Swiss Alps AG, betont die Bedeutung des Projekts für die Region und den Kanton Graubünden. Das Resort Dieni soll nicht nur die Zahl der Hotelbetten in der Surselva um über 20 Prozent erhöhen, sondern auch das touristische Angebot durch preisgünstige Wohnungen und Hotelzimmer für Familien und Gruppen erweitern. Die Lage des Resorts ermöglicht direkten Zugang zu den Skipisten (ski-in/ski-out) und trägt somit zur Stärkung des Tourismus in der Region bei.

    Die Nachhaltigkeit spielt bei der Entwicklung des Resorts eine zentrale Rolle. Es wird angestrebt, dass der Bau und Betrieb CO2-neutral erfolgen, unterstützt durch eine Holzpellet-Heizung und eine umfangreiche Photovoltaikanlage. Die Resort Dieni Development AG, eine Tochtergesellschaft der Andermatt Swiss Alps AG, ist für das Projekt verantwortlich.

    Insgesamt plant die Andermatt Swiss Alps AG Investitionen von rund 350 Millionen Franken in Immobilien und touristische Infrastruktur, um ihre Vision als führende alpine Destination zu realisieren. Dies schliesst eine Partnerschaft mit Vail Resorts, Inc. und zusätzliche Investitionen in Höhe von 149 Millionen Franken ein, um das Erlebnis am Berg weiter zu verbessern.

  • Bob Gysin + Partner wird Schulanlage Zelgli erweitern

    Bob Gysin + Partner wird Schulanlage Zelgli erweitern

    Die Stadt Schlieren lässt die Quartier- und Primarschulanlage Zelgli um einen Vierfachhort mit Mittagstisch, vier weitere Klassenzimmer und neue Aufenthaltsräume für das Lehrpersonal erweitern. In einem 2023 ausgeschriebenen Architekturwettbewerb hat sich das Projekt Lilia von Bob Gysin + Partner durchgesetzt, informiert die Stadtverwaltung in einer Mitteilung. Insgesamt hatten sich zehn Projekte in der Ausschreibung beworben.

    Lilia sieht die Ergänzung der Schulanlage durch einen dreigeschossigen Holzbau an der Westseite des heutigen Pausenhofs vor. Im Erdgeschoss sind ein Aufenthaltsraum für das Lehrpersonal und die Mediathek untergebracht. Im ersten Obergeschoss sind Räumlichkeiten für die restliche Tagesbetreuung und die Schulleitung sowie ein Multifunktionsraum geplant. Die neuen Unterrichtsräume werden im zweiten Obergeschoss eingerichtet.

    Der Vorschlag des Zürcher Architekturbüros minimiere die nötigen Eingriffe in die bestehenden Aussenanlagen und integriere das neue Gebäude schlüssig in die bestehende Anlage, heisst es in der Mitteilung. Alle eingereichten Projekte können am 26. und 27. Januar im Stadthaus Schlieren sowie am 2. und 3. Februar in der Schule Zelgli in Augenschein genommen werden.

  • Europas luxuriösester Coworking Space eröffnet in Zürich

    Europas luxuriösester Coworking Space eröffnet in Zürich

    Nach dem Großbrand, der das Gebäude einsturzgefährdet hinterließ und einen Schaden von 25 Millionen Franken verursachte, war es ein langer Weg bis zur Wiedereröffnung. Die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich bezeichnete den Vorfall als den „teuersten Feuerschaden in der über 200-jährigen Geschichte der GVZ“.

    Das nun revitalisierte Gebäude bietet auf 5000 Quadratmetern in den obersten sechs Stockwerken Platz für 76 private Büros und 600 hochmoderne Arbeitsplätze. IWG hat sich damit ihren größten Standort in der Schweiz gesichert und bietet neben Arbeitsplätzen auch eine Reihe von Extras: eine Rooftop-Terrasse mit Panoramablick auf Zürich, ein Fitness-Center mit Personal Trainer, einen privaten Member-Club mit italienischem Restaurant und Bar, ein Gaming-Center und sogar einen Meditations- sowie einen Stillraum.

    Patrizia Statelli, Geschäftsführerin von IWG Schweiz, Monaco und Gibraltar, betont die Bedeutung von hybriden Arbeitsmodellen in der Post-Pandemie-Ära und die veränderten Ansprüche an Arbeitsplätze. Die flexibel nutzbaren Büros, Meeting-Räume und Netzwerk-Zonen können stundenweise oder langfristig gebucht werden, wobei die Kosten von circa 1500 Franken pro Person und Monat alle Nebenkosten sowie die Nutzung des Fitness-Centers und der Unterhaltungsangebote einschließen.

    Der Brand verzögerte den Einzug von IWG um zwei Jahre, doch das Unternehmen hatte bereits vor dem Unglück Pläne für dieses Gebäude. Im Erdgeschoss beleben nun eine Filiale von DQ Solutions, Yumi Hana mit koreanischen und japanischen Artikeln und der neue Club Mini Market das Gebäude.

    Mit dem ambitionierten Ziel, in den nächsten zwei Jahren von 53 auf 70 Standorte in der Schweiz zu wachsen, plant IWG, auch die Vororte der Großstädte abzudecken. Statelli ist überzeugt, dass neue, flexiblere Arbeitsmodelle die Zukunft prägen und das Pendeln reduzieren werden, ein Konzept, das Europas luxuriösester Coworking Space in Zürich nun verkörpert.

  • ⁠Nachhaltiges Wohnbauprojekt «Neue Freistatt» nimmt Form an

    ⁠Nachhaltiges Wohnbauprojekt «Neue Freistatt» nimmt Form an

    In Thun nimmt das nachhaltige Wohnbauprojekt «Neue Freistatt» Form an, das von Brügger Architekten und Studio Vulkan Landschaftsarchitektur entworfen wurde. Ziel des Projekts ist eine Innenentwicklung, die erschwinglichen Wohnraum für eine breite Bevölkerungsschicht bietet. Geplant sind 260 Wohnungen, eine Poststelle, ein Quartierzentrum mit Café, ein Kindergarten und eine Kita. Die Stadt Thun sowie die Bauträger, GBWG Freistatt und die Städtische Pensionskasse, haben das Projekt im letzten Jahr gemeinsam geschärft, und nun liegt das Richtprojekt vor, das als Basis für das konkrete Bauprojekt dient.

    Die Städtische Pensionskasse Thun und die GBWG Freistatt sind sich bei der Aufteilung einig. Die Pensionskasse übernimmt die Bauten an der Länggasse bis zum Kreisel Mattenstrasse-Länggasse, während die GBWG Freistatt die Bauten entlang des Jägerwegs sowie alle Bauten an der Mattenstrasse und stadtauswärts des Kreisels übernimmt. Beide Parteien arbeiten eng bei der Infrastruktur, den Aussenbereichen und den Parkplätzen zusammen.

    Das städtebauliche Konzept basiert auf einer Gartenstadtidee mit einem hohen Grünanteil optimierter Wegführung und hohen ökologischen Ansprüchen. . Die Gebäude entlang des Jägerwegs und der Länggasse unterstreichen die Gliederung des Areals. Hier sind vier- bis siebengeschossige Gebäude geplant, die verschiedene Wohnformen ermöglichen. Ein öffentlicher Freiraum zwischen den Häusern sowie der Lindenplatz mit Gemeinschaftshaus bilden das Herz der «Neuen Freistatt».

    Bei der Weiterbearbeitung wurden Themen wie Volumenstaffelung, Dachgestaltung und Beschattung in den Fokus gerückt, wobei die Gebäudehöhen und der Schattenwurf als verträglich bewertet wurden. Ein überarbeitetes Verkehrskonzept rundet das Projekt ab. Die Volksabstimmung ist im Frühling – Sommer 2024 vorgesehen und der Baustart ist für 2025 geplant. Die Realisierung erfolgt in drei aufeinanderfolgenden Etappen, wobei die ersten Wohnungen voraussichtlich ab 2027 bezugsbereit sein werden. Interessenten können über die Website neuefreistatt.ch kontinuierlich auf dem Laufenden gehalten werden.

  • Kantonale Liegenschaften in Riehen gewinnen Nachhaltigkeitspreis

    Kantonale Liegenschaften in Riehen gewinnen Nachhaltigkeitspreis

    Die Liegenschaften des Kantons Basel-Stadt am Hirtenweg 16 bis 28 in Riehen haben den diesjährigen internationalen Preis für nachhaltige Architektur gewonnen, informiert das kantonale Finanzdepartement in einer Mitteilung. Mit dem Preis zeichnen die Fakultät für Architektur der Universität Ferrara und das Baustoffunternehmen Fassa Bortolo jedes Jahr Projekte aus, „die sich auf die Bedürfnisse der Menschen ausrichten und eine Vorbildfunktion im schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen einnehmen“, heisst es dort weiter. Die kantonalen Liegenschaften haben sich im diesjährigen Wettbewerb gegen zahlreiche weitere Projekte aus aller Welt durchgesetzt.

    Die international zusammengesetzte Jury wurde dabei vor allem durch zwei Aspekte der Liegenschaften in Riehen überzeugt. Dies war zum einen die sozialverträgliche Verdichtung von Wohnraum. Von den fünf bereits auf der Parzelle befindlichen Gebäuden hat der Kanton drei saniert. Die übrigen beiden wurden abgerissen und durch drei Neubauten ersetzt. Dadurch konnte die Anzahl der Wohnungen von 32 auf 63 fast verdoppelt werden.

    Zum anderen gab die ressourcenschonende Massivholzbauweise im von Projektteam Harry Gugger Studio AG, Erne AG Holzbau und Fontana Landschaftsarchitektur realisierten Projekt den Ausschlag. Dabei wurden die Holzmodule in einer Produktionshalle vorgefertigt und dann innerhalb kürzester Zeit vor Ort montiert. Während der gesamten Bauarbeiten konnten die Bewohnenden der Liegenschaften zudem vor Ort bleiben. Bewohnende der rückgebauten Gebäude zogen vor dem Abriss ihres alten Hauses in einen bereits fertiggestellten Neubau um.

  • Digitaler Wandel erreicht städtische Baulinienpläne

    Digitaler Wandel erreicht städtische Baulinienpläne

    Die Stadt Schaffhausen unternimmt entscheidende Schritte in Richtung Digitalisierung, indem sie ihre städtischen Baulinienpläne digitalisiert und in das Geoportal überträgt. Dieser Umzug markiert nicht nur den Übergang zu einer modernen, digitalen Plattform, sondern bietet auch die Möglichkeit, die Baulinien zu bereinigen, wo es nötig erscheint. Der Stadtrat hat grünes Licht für die aktualisierten Pläne gegeben, die nun auf der E-Mitwirkungsplattform öffentlich zugänglich gemacht werden.

    Baulinien sind integraler Bestandteil der Nutzungsplanung und definieren den Mindestabstand von Gebäuden und Einrichtungen zu öffentlichen Verkehrs- und Versorgungsanlagen sowie Waldgebieten. Sie dienen nicht nur der Sicherheit, sondern auch ästhetischen Zwecken, wie im Artikel 12 des Baugesetzes (BauG) festgelegt.

    Im Zuge der Erstellung des Katasters der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (ÖREB-Kataster) wurde die Gemeinde vom Kanton Schaffhausen beauftragt, die kommunale Nutzungsplanung als Geo-Basisdaten bereitzustellen. Dazu müssen die über 60 rechtsgültigen Baulinienpläne der Stadt digitalisiert und im Anschluss in den ÖREB-Kataster integriert werden. Im Geoportal wird dieser Abschnitt der Nutzungsplanung als „linienbezogene Festlegungen“ sichtbar sein.

    Die Digitalisierung bietet die perfekte Gelegenheit zur Aktualisierung der kommunalen Baulinien. Veraltete oder nicht mehr benötigte Linien bzw. Teilstücke werden entfernt, während keine Veränderungen im Verlauf der Baulinien vorgenommen oder neue Linien hinzugefügt werden. Auf der Grundlage der digitalen Erfassung wurde ein neuer, übersichtlicher Baulinienplan für das gesamte Stadtgebiet erstellt, der sich aus fünf Teilplänen zusammensetzt.

    Nach der kantonalen Vorprüfung hat der Stadtrat die Baulinienpläne genehmigt, und nun werden sie im Geoportal für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Pläne sind auch auf der E-Mitwirkungsplattform einsehbar und liegen bei der Stadtplanung auf. Betroffene Grundeigentümer werden direkt über Änderungen oder die Digitalisierung informiert. Nach der öffentlichen Auflage werden etwaige Einsprüche behandelt, und die Planungsunterlagen werden dem Kanton zur endgültigen Genehmigung vorgelegt.

  • Räte streiten weiter um Nutzungen ausserhalb von Bauzonen

    Räte streiten weiter um Nutzungen ausserhalb von Bauzonen

    Der Ständerat hielt am Montag unerschütterlich an seiner Position fest, während der Nationalrat die Regelung auf Gebirgsregionen begrenzen möchte. Die große Kammer muss sich nun erneut mit dem Thema auseinandersetzen. Dabei wird sie auch wieder über die genauen Vorschriften für die Installation von Mobilfunkantennen außerhalb der Bauzone entscheiden müssen. Auch bei dieser Frage gibt es noch eine Differenz.

    In vielen weiteren Punkten hatten sich die Räte in der Vorwoche geeinigt. Insbesondere stimmte der Nationalrat zu, unter bestimmten Bedingungen die Umwandlung nicht mehr benötigter landwirtschaftlicher Gebäude in Wohnhäuser zu erlauben.

    Die Vorlage betrifft Bauvorhaben außerhalb der Bauzone und stellt den indirekten Gegenvorschlag zur Landschaftsinitiative dar. Im Zentrum der Gesetzesrevision steht ein Stabilisierungsziel. Die Kantone müssen im Richtplan festlegen, wie sie außerhalb der Bauzone die Anzahl der Gebäude und das Ausmaß der Versiegelung stabil halten wollen. Sie müssen dem Bund regelmäßig Bericht erstatten und bei Bedarf Anpassungen vornehmen. Um zu erreichen, dass nicht mehr genutzte Gebäude aus der Landschaft entfernt werden, möchten die Räte Anreize setzen. Neu sollen die Kantone unter bestimmten Bedingungen Abbruchprämien für solche Gebäude auszahlen können.

  • Ecospeed vereinfacht Energiebuchhaltung für Gebäude

    Ecospeed vereinfacht Energiebuchhaltung für Gebäude

    Der auf Bilanzierung von Umweltkennzahlen spezialisierte Zürcher Softwareentwickler Ecospeed hat neue Funktionen in seine Software integriert. Laut einer Medienmitteilung wurden diese im Rahmen eines Relaunch der Enercoach-Software entwickelt und sollen den Kunden des Unternehmens noch in diesem Jahr zur Verfügung stehen.

    Die Software zeigt den Anwendern den energetischen Zustand von Gebäuden auf und vermittelt ein genaues Bild der Entwicklung von Verbräuchen, Emissionen und Kosten über einen bestimmten Zeitraum. Bislang tauchte bei der Berechnung der Verbräuche von Strom, Heizöl, Gas, und Fernwärme die Schwierigkeit auf, dass die Abrechnungen nicht dem Ablauf des Kalenderjahres folgten. Mit der Software-Erneuerung soll dieses Problem behoben und die Berechnung vereinfacht werden.

    „Man gibt einfach in der entsprechenden Maske die Rohdaten ein, d.h. den aktuellen Zählerstand oder den Verbrauchswert und das Erfassungsdatum“, wird Thomas Herzberger, Geschäftsführer von Ecospeed, in der Mitteilung zitiert. „Die Software rechnet die Werte auf das Kalenderjahr um.“

    Somit ist ein genauer Vergleich einschliesslich anschaulicher Visualisierung möglich. Die Daten können in Form von Tabellen, Grafiken und über den Zeitraum von mehreren Jahren angezeigt werden. Ebenso lässt sich die Wirksamkeit von Verbesserungsmassnahmen exakt ermitteln.

  • Frühe Planungsphase ist entscheidend für Netto Null bei Immobilien

    Frühe Planungsphase ist entscheidend für Netto Null bei Immobilien

    Eine breit angelegte Portfoliostudie von Implenia zeigt, wie klimaneutrale Gebäude realisiert werden können. Für diese Studie hat die Division Real Estate des Bauunternehmens 36 eigene Entwicklungsprojekte in der Schweiz untersucht. Wie es dazu in einer Medienmitteilung heisst, lassen sich aus dieser Studie die wichtigsten Hebel zur Dekarbonisierung von Gebäuden über ihren gesamten Lebenszyklus ableiten, sowohl hinsichtlich der Emissionen während ihrer Erstellung als auch im Betrieb.

    Diese Einflussfaktoren hat Implenia in einem White Paper aufbereitet. Es richtet sich an Investorinnen und Investoren, Entwickelnde und Auftraggebende, die ihr Projekt auf einen Netto-Null-Zielpfad bringen wollen.

    Laut dieser Analyse sind die wirksamsten Hebel zur Dekarbonisierung in der frühen Planungsphase zu finden, beginnend mit der Standortwahl. Denn wenn die Standortbedingungen hinsichtlich erneuerbarer Energien ungünstig sind, sei es viel schwieriger, eine Netto-Null-Nutzung zu erreichen.

    Daneben hätten auch früh festgelegte Gebäudeparameter „einen erheblichen Einfluss auf die Emissionsziele“. Dazu zählen Form, Kompaktheit, Ausrichtung, Unterkellerung und Tragstruktur. „Mit der richtigen Kombination aus Standort, Design, dem Einsatz erneuerbarer Energien, intelligenten Systemen und ökologischen Materialien entwickeln wir Gebäude, in denen künftige Generationen nachhaltig wohnen und arbeiten können“, so Marc Lyon, Head Real Estate Development Schweiz bei Implenia.

  • Wärmepumpenmarkt beruhigt sich

    Wärmepumpenmarkt beruhigt sich

    Der Verkauf von Wärmepumpen hat sich auf hohem Niveau eingependelt. Dies zeigt ein Blick auf die von GebäudeKlima Schweiz erfassten Marktzahlen. In den Jahren 2021 und 2022 verzeichnete der Schweizer Hersteller- und Lieferantenverband der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik regelmässig über 20 Prozent Absatzwachstum bei den Wärmepumpen. Im zweiten Quartal 2023 war es gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres noch ein Plus von zehn Prozent. «Das hat etwas Ruhe in den Markt gebracht und ermöglicht es uns, den angestauten Wärmepumpen-Bestelleingang vom vergangenen Jahr schrittweise abzubauen», so Luigi Di Cola, Geschäftsführer von Hoval Schweiz und Vorstandsmitglied von GebäudeKlima Schweiz. Tatsächlich hatte man die letzten zwei Jahre teilweise Lieferfristen von bis zu zwölf Monaten. Der Wärmepumpenmarkt sei seit 2020 vor dem Hintergrund der gestiegenen Preise für fossile Brennstoffe und der angestrebten Energiewende um über 50 Prozent gewachsen, erklärt Luigi Di Cola. Gleichzeitig gingen die Zahlen bei den fossilen Wärmeerzeugern vor allem im kleinen Leistungsbereich stark zurück. «Für grössere Öl- und Gasheizungen besteht jedoch weiterhin eine Nachfrage, dies unter anderem im Zusammenhang mit bivalenten Heizsystemen.»

    Zunahme bei Fernwärme
    Als Reaktion auf die Nachfrageexplosion hat beispielsweise Hoval die Produktion von Wärmepumpen um 300 Prozent ausgebaut, was nun seine Wirkung zeigt. Hinzu kommt, dass sich auch die Lieferketten wieder etwas stabilisiert hätten, wenn auch noch nicht ganz. «Leider kamen nicht ganz alle Zulieferer nach mit dem Ausbau der Kapazitäten. Das hat nun zur Folge, dass manchmal plötzlich spezifische Elemente wie beispielsweise Plattenwärmetauscher fehlen und wir dadurch einzelne Wärmepumpenmodelle nicht mehr produzieren können. Oder aber es fehlt an Wasserspeichern, so dass die Gesamtanlage nicht installiert werden kann.» Die Lieferketten dürften sich gemäss Luigi Di Cola in den nächsten Monaten jedoch weiter normalisieren. Auch rechnet der Geschäftsführer von Hoval Schweiz in absehbarer Zeit nicht mehr mit so hohen Wachstumszahlen bei den Wärmepumpen wie in den vergangenen Jahren. Zum einen, da viele Anlagenbesitzer mit geringeren finanziellen und/oder planerischen Hürden bereits gewechselt hätten. «Zum anderen beobachten wir in urbanen Gebieten nun eine starke Absatzzunahme von Fernwärmestationen, was natürlich Einfluss auf andere Heiztechnologien hat.»

    Weiterhin früh planen
    Als Hausbesitzer sollte man sich trotzdem noch immer frühzeitig Gedanken zur Zukunft der eigenen Heizung machen. So hat sich auf Seiten der Hersteller und Lieferanten die Situation zwar beruhigt. «Jetzt werden die bestellten Anlagen aber umgesetzt, entsprechend hoch ist die Auslastung bei den Installationsbetrieben», beobachtet Luigi Di Cola. Seitens Hersteller und Lieferanten unternehme man deshalb alles, um den Planern und Installateurinnen die Arbeit mit guten Dokumentationen und weiteren Hilfestellungen so weit wie möglich zu vereinfachen. Gleichzeitig wirbt der Geschäftsführer von Hoval Schweiz um Verständnis bei den Endkunden für allfällige entstehende Installationsengpässe und rät weiterhin, die Planung mit allen Beteiligten rechtzeitig in Angriff zu nehmen sowie die Gas- oder Ölheizung keinesfalls zu früh auszubauen.

    Quelle www.gebaeudetechnik-news.ch

  • ABB übernimmt deutschen Smart Home-Spezialisten Eve

    ABB übernimmt deutschen Smart Home-Spezialisten Eve

    ABB hat die Eve Systems GmbH gekauft. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht bekannt. Der 1999 gegründete Spezialist für Produkte für ein intelligentes Heim ist in München ansässig und unterhält Niederlassungen in Europa und den USA. Insgesamt beschäftigt er rund 50 Mitarbeitende.

    Mit dieser Akquise wird ABB einer Medienmitteilung zufolge führend bei Matter und Thread, dem neuen Standard für Smart Home-Konnektivität. Das drahtlose Protokoll wird von allen wichtigen Technologieunternehmen unterstützt.

    Die ergänzende Produktpalette von Eve, die auf den Nachrüstungsmarkt zugeschnitten sei, werde es ABB erlauben, Lösungen für sichere, intelligente und energieeffiziente Gebäude schneller zur Verfügung zu stellen. Laut ABB erfolgt die Übernahme in einer Zeit, in der die Nachfrage nach intelligenter Haustechnik als Reaktion auf das wachsende Interesse der Verbrauchenden an Energieeffizienz steigt und die Behörden Anreize für die Nachrüstung bestehender Gebäude schaffen wollen. Immerhin seien diese für fast 40 Prozent der weltweiten Kohlenstoffemissionen verantwortlich.

  • Nachhaltigkeit & Wirtschaftlichkeit – mit klimafreundlichen, intelligenten Energielösungen Rendite erzielen.

    Nachhaltigkeit & Wirtschaftlichkeit – mit klimafreundlichen, intelligenten Energielösungen Rendite erzielen.

    Integriert und intelligent
    Integrierte Energielösungen verbinden verschiedene Energiequellen und Technologien, um eine hohe Energieeffizienz und -flexibilität zu erreichen. Um den Energieverbrauch zu optimieren und die CO2-Emissionen zu reduzieren, kommen intelligente Energiemanagementsysteme zum Einsatz. Sie tragen dazu bei, die Betriebskosten zu senken und den Immobilienwert zu steigern. IWB bietet Unternehmen im Bau- und Immobiliensektor sorglose Packages für eine hohe Rendite an. Dabei können Kunden je nach Standort und Portfoliostrategie zwischen zentralen, dezentralen oder kombinierten Lösungen wählen. Für eine optimale nachhaltige Energieversorgung und -nutzung zu erreichen, ist die frühe Einbindung des Energiepartners entscheidend.

    Nachhaltig und wirtschaftlich
    Durch die Implementierung von erneuerbaren Energien und intelligenten Energiemanagementsystemen lassen sich nicht nur Kosten sparen und den Wert von Immobilien steigern, sondern auch ökologische Nachhaltigkeit erreichen. Ein gutes ESG-Scoring wird immer wichtiger und kann auch Einfluss auf die Finanzierungsmöglichkeiten haben.
    Immobilieneigentümerinnen können durch den Einsatz von Photovoltaikanlagen und klimafreundlichen Wärmelösungen wie Wärmepumpen oder Fernwärme aus erneuerbaren Quellen den CO2-Ausstoss reduzieren und den Energieverbrauch von Gebäuden optimieren. Intelligente Energiemanagementsysteme überwachen dabei in Echtzeit den Energieverbrauch und regulieren diesen durch die automatische Steuerung von Heizung, Lüftung und Abschneiden von Energiespitzen.

    Sinnvoll und rentabel
    Eine Investition in gute Energielösungen und intelligentes Energiemanagement ist sinnvoll und rentabel für ein nachhaltiges Immobilienportfolio. Mit IWB als Partner im Bereich Energie und Nachhaltigkeit können Unternehmen im Immobiliensektor von massgeschneiderten, effizienten und smarten Lösungen profitieren. Dabei steht die Entwicklung individueller Lösungen im Vordergrund, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Ziele der Kunden zugeschnitten sind. Zusammen kann in eine nachhaltige Zukunft investiert werden, die nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Vorteile bietet.

  • Raumplanung, das Mass aller Dinge?

    Raumplanung, das Mass aller Dinge?

    Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft

    Tatsächlich sind die kantonalen und kommunalen Planungsinstrumente jedoch unvollständig, starr, rein quantitativ und verfolgen kein dreidimensional entwickeltes Zukunftsbild. Die Folgen sind bekannt: Unstimmige Stadtbilder, zu niedriges Verdichtungspotenzial, wachsendes Verkehrsaufkommen, unkoordinierte infrastrukturelle Anlagen und schliesslich eine unzufriedene Bevölkerung.

    Eine vorausschauende Raumplanung mit neuen Konzepten ist unumgänglich, denn die heutigen trägen Planungsinstrumente der Raumplanung stehen offensichtlich im Widerspruch zum dynamischen Prozess der Stadtplanung und verfehlen bis heute die im RPG definierten Ziele.

    Mit dem Einsatz der bereits vorhandenen GIS-Daten könnten schweizweit, anhand von qualitativen Zukunftsszenarien, vorausschauend die potenziellen Auswirkungen auf sämtliche relevante Themen wie Innenverdichtung, Flächennutzung, Verkehr, Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen und viele weitere, visualisiert, bewertet und partizipativ kommuniziert werden – und zwar über die kantonalen Grenzen hinaus.

    Gebäude im Kontext der Raumplanung
    Die Raumplanung schafft denn auch die Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Quartieren und letztlich des Gebäudebestands. Redet man von nachhaltigen Gebäuden, so greift die isolierte Betrachtung und reine Fokussierung auf deren Substanz zu kurz. Gebäude sind in ihrem Kontext und somit unter Berücksichtigung ihres Beitrags zur Reduktion des Verkehrsaufkommens, zur Verdichtung sowie zur sozialen Integration zu verstehen. Dieser Logik folgend sind in der Schweiz die beiden Standards SNBS Hochbau fürs Bauen und SSREI für den Bestand entwickelt worden. Beide sind in ihrer inhaltlichen Ausprägung im internationalen Vergleich stets einzigartig.

    Quelle www.ssrei.ch

  • Gebäudedämmung – Lichtes Mauerwerk

    Gebäudedämmung – Lichtes Mauerwerk

    Verglaste Bauelemente sind in der Architektur eine beliebte Methode, um Licht in ein Gebäude zu lassen. So lässt sich das umweltfreundliche Tageslicht besser nutzen, und es wird weniger künstliche Beleuchtung benötigt. Um diesen Vorteil zu maximieren, sollten aus den Glaselementen jedoch möglichst ganze Wände für die Gebäudehülle gebaut werden, was voraussetzt, dass die Elemente über eine wirksame Wärmedämmung verfügen und eine gewisse Last tragen können – eine Kombination, die so auf dem Markt bislang nicht verfügbar war. 

     Beide Anforderung erfüllt: hochdämmend und lichtdurchlässig 
    Silikat-Aerogele sind thermische Hochleistungsdämmstoffe, die im Bausektor zunehmend Verbreitung finden. Am gebräuchlichsten sind undurchsichtige Dämmmatten und -putze. Empa-Forscher Jannis Wernery und seine Kollegen aus der Abteilung «Building Energy Materials and Components» hatten bereits 2017 die Idee, den Dämmstoff direkt in einen Baustein zu integrieren und stellten einen neuartigen, mit Aerogel gefüllten Ziegelstein vor, den sogenannten «Aerobrick». Dieser spart dank seiner hervorragenden Wärmedämmung Heizkosten – ganz ohne zusätzlich auf das Mauerwerk aufgebrachte Dämmschicht. 

    Aerogel kann jedoch auch nahezu transparent sein, was ein lichtdurchlässiges, isolierendes Bausystem ermöglicht. Um das auszunutzen und die Dämmleistung des «Aerobrick» noch weiter zu verbessern, entwickelten Wernery, Michal Ganobjak und Co. ein neuartiges modulares Bauteil auf der Basis von Floatglas und Silikat-Aerogel-Granulat, das beide Eigenschaften vereint – es ist lichtdurchlässig und wärmedämmend: der Aerogel-Glasbaustein. 

    Die mit lichtdurchlässigem Aerogel-Granulat gefüllten Glasbausteine lassen den Bau von ästhetisch ansprechenden und sogar tragenden Fassadenelementen zu, die einen grossflächigen Tageslichteintrag ermöglichen. Diese Kombination von Festigkeit, Dämmung und Lichtdurchlässigkeit erreichten die Empa-Forschenden durch versetzte Abstandshalter zwischen den Glasscheiben innerhalb des Glasbausteins, die die statische Stabilität bei minimalem Wärmedurchgang gewährleisten. 

    Der Glasbaustein hat eine gemessene Wärmeleitfähigkeit von 53 mW/(m∙K) und eine Druckfestigkeit von fast 45 MPa. Dies ist die höchste Dämmleistung eines Ziegels, die in der Fachliteratur, geschweige denn auf dem Markt zu finden ist. Gleichzeitig kommt die Eigenschaft der Lichtdurchlässigkeit hinzu. 

     Vielfältige Anwendungen im Blick 
    Der Aerogel-Glasbaustein eignet sich für Anwendungen, in denen gleichzeitig Anforderungen an hohen Tageslichteintrag, Blendschutz und Schutz der Privatsphäre bestehen, etwa in Büros, Bibliotheken und Museen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei, dass eine Gebäudehülle aus solchen Glassteinen das Gebäudeinnere in Sachen Tageslicht an den Aussenraum koppelt. Dies kann sich positiv auf den Tagesrhythmus der Gebäudenutzer auswirken. Mögliche Anwendungen sind etwa: 

    • Räume, die keine Sichtverbindung nach aussen haben sollen, zum Beispiel aus Gründen der Privatsphäre, der Sicherheit oder der Vermeidung von Störungen, aber dennoch diffuses Tageslicht ins Innere lassen sollen, also etwa Bibliotheken, Galerien, Museen, Foyers, Büros, Treppenhauskerne, Turnhallen, Mehrzweckhallen, Wohnhäuser oder Kunstwerkstätten. 
    • Räume, in denen Tageslicht für einen gesunden zirkadianen Rhythmus notwendig ist, wie Wohnheime, Krankenhäuser und Sanatorien, aber auch Zoos, Ställe und Tierzuchten bis hin zu Gewächshäusern 
    • Orte, an denen ein Maximum an Tageslicht eingebracht und Platz gespart werden soll, etwa in dicht bebauten Stadtquartieren mit Hochhäusern und vielen Stadtwohnungen 
    • Architektonische Elemente wie Trombe-Wände in der Solararchitektur, in Innenhöfen oder Atrien, die aus der Infrarotstrahlung des Sonnenlichts Wärme generieren 

    Eine Analyse der Materialkosten zeigt, dass der Isolierglasbaustein in solchen Anwendungen durchaus wettbewerbsfähig sein kann. Der Glasbaustein bietet somit der Architektur neue Gestaltungsmöglichkeiten für mehr Tageslicht in Gebäuden – und zwar sowohl für Neubauten als auch bei Renovierungen. Die Forschenden haben den Aerogel-Glasbaustein inzwischen zum Patent angemeldet und sind auf der Suche nach möglichen Industriepartnern.

  • Infotech errichtet Neubau in Grenchen

    Infotech errichtet Neubau in Grenchen

    Infotech Automation zieht von Solothurn nach Grenchen. Der Landkauf für einen grossen Neubau im neuen Industriepark an der Lebernstrasse ist vor wenigen Tagen erfolgt, die Baubewilligung liegt vor. Am 5. April beginnen die Bauarbeiten. In eineinhalb bis zwei Jahren sollen sie abgeschlossen sein. Darüber informiert das Unternehmen mittels eines Artikels im „Grenchner Tagblatt“ der „Solothurner Zeitung“, den es auf seiner Internetseite publiziert hat.

    Infotech konstruiert, produziert und implementiert hochautomatisierte Produktionsanlagen, vor allem für die Herstellung von Halbleiter-Leistungselektronik. Dafür werden am neuen Standort statt der bisherigen 4400 Quadratmeter neu auf drei Geschossen 9600 Quadratmeter Büro- und Produktionsfläche zur Verfügung stehen.

    Die Firma, die als sogenannter Hidden Champion gilt und kontinuierlich wächst, könnte später sogar noch ein Geschoss daraufsetzen. Der von den Solothurner SSM Architekten geplante Bau wird den Angaben zufolge grösstenteils verglast sein. Das Material regelt seine Lichtdurchlässigkeit selbst. Geheizt und gekühlt wird mit Erdsonden, die per Photovoltaik auf dem Dach gespeist werden.

    Das Erfolgsrezept des kontinuierlich wachsenden Unternehmens besteht laut seinem Mitgründer, CEO und Aktionär Ernest Fischer in Qualität, Innovation, Support und ausnahmslos kundenspezifischen Entwicklungen: „Die Erwartungen der Kunden müssen in jeder Hinsicht übertroffen werden. Wir sind bei Offerten meist am teuersten und doch bleiben unsere Kunden uns treu.“ Personal werde für alle Abteilungen gesucht.

  • Neues Whitepaper «Klimagerecht bauen»

    Neues Whitepaper «Klimagerecht bauen»

    Der Klimawandel führt auch in der Schweiz zu immer heisseren Temperaturen im Sommer. Besonders bemerkbar macht sich dies in Städten mit dichter Bebauung und vielen versiegelten Flächen. Gebäude und ihre Umgebung müssen daher so geplant werden, dass sie auch im Klima der Zukunft eine hohe Aufenthaltsqualität bieten. Das neue Whitepaper «Klimagerecht bauen» von ewz bietet einen Überblick über das Thema. Die Publikation dient als Wissensgrundlage und Inspiration für das Bauen im Kontext des Klimawandels und kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

    Städte im Fokus
    Grünflächen mit schattenspendenden Bäumen und Kaltluftkorridore, die Abkühlung bringen sollen, sind vielerorts nicht oder nur in ungenügendem Masse vorhanden. Als Folge davon bilden sich in Stadtgebieten Hitzeinseln, in denen das Thermometer nachts bis zu 10 °C mehr anzeigt als in umliegenden Gebieten. Um diesem Hitzeinseleffekt entgegenzuwirken, braucht es einen für den jeweiligen Standort erstellten Massnahmenkatalog. Wichtige Grundsätze für stadtklimagerechtes Planen und Bauen sind zum Beispiel die Gebäudestellung und -dimensionierung, aber auch begrünte Flächen, Fassaden und Dächer sowie die Beschattung.

    Copyright Roland Bernath

    Moderater Fensteranteil
    Nicht nur Aussenräume müssen klimagerecht geplant und gebaut werden, sondern auch die Gebäude selbst. Damit ihr Inneres bei hohen Aussentemperaturen möglichst kühl bleibt, sind bereits Entwurfsparameter wie etwa die Gebäudeausrichtung, die Fensterflächen oder die Speicherfähigkeit des Baus ausschlaggebend. Massive Decken und Böden speichern beispielsweise aufgrund ihrer Masse die Wärme und die Raumtemperatur steigt langsamer an. Besonderes Augenmerk gilt auch den Fenstern. Grosse Verglasungen haben zwar den Vorteil, dass viel Tageslicht ins Innere gelangt und in den Wintermonaten der solare Wärmeeintrag hoch ist. Im Sommer jedoch ist diese Wärme nicht gewünscht. Es empfiehlt sich daher, möglichst auf bodentiefe Fenster zu verzichten und ein Gleichgewicht zwischen visueller und thermischer Behaglichkeit zu finden. Als Orientierungsgrösse gilt in Wohnbauten ein Fensteranteil von bis zu 30%, in Bürobauten von maximal 40%.

    Lüften und Kühlen
    Bei länger anhaltender Hitze wärmt sich selbst ein gut geplantes Gebäude auf. Äusserst wirksam ist es, die angestaute Wärme nachts abzuführen. Dies kann beispielsweise durch Querlüften erreicht werden. Noch besser ist es, Gebäude so zu konzipieren, dass sich ein Kamineffekt entwickelt. Über Lüftungsflügel in der Fassade – beispielsweise neben den Fenstern – gelangt kühle Aussenluft ins Innere und wird über das Treppenhaus und eine Öffnung im Dach abgeführt. Solche Lösungen haben keine oder minimale Mehrkosten zur Folge und funktionieren effizienter als Klimageräte.

    Bürogebäude sind im Gegensatz zu Wohnbauten schon heute oft mit einer Kühlung ausgestattet. Das liegt an den hohen internen Lasten durch die Nutzer*innen und die IT-Infrastruktur, oft aber auch am hohen Glasanteil der Fassaden. Es gibt Bürobauten, deren Kühlenergiebedarf schon heute den für das Heizen egalisiert. Bis 2100 könnten Bürogebäude je nach klimatischer Entwicklung bis zu zehnmal mehr Energie für das Kühlen als für das Heizen benötigen. Dies dürfte die Betriebskosten stark erhöhen und einen wirtschaftlichen Gebäudebetrieb erschweren.

    Vielfältige lokale Energiequellen
    Den Grundkühlbedarf von Büro- oder Wohnobjekten übernimmt optimalerweise eine umweltfreundliche passive Kühlung. In der Schweiz kommen für dieses sogenannte Freecooling verschiedene Energiequellen infrage.

    Häufig wird über Sonden erschlossene Erdwärme genutzt. Im Winter dient die thermische Energie aus dem Boden als Wärmequelle, im Sommer dient sie aber auch der Kühlung, weil die geförderten Temperaturen deutlich unter den Raumtemperaturen liegen. Als weitere Energiequelle kommt vor allem Seewasser infrage, denn die vielen Schweizer Seen stellen eine wertvolle thermische Speichermasse dar. Da ihre Ufer oft dicht besiedelt sind, lässt sich das Seewasser gut zur Versorgung zahlreicher Gebäude nutzen.

    Ob mit Erdsonden, Seewasser oder anderen Varianten: Entscheidend ist, dass das Kühlen im Betrieb möglichst wenig Energie verbraucht. Bauherrschaften, Investierende und Architekturfachleute sollten das Thema deshalb rechtzeitig mit einem Energiedienstleister wie ewz diskutieren und prüfen, welche Optionen infrage kommen. So lassen sich Gebäude realisieren, die auch im heissen Sommer der Zukunft hohen Klimakomfort bieten, ohne eine zusätzliche Belastung für die Umwelt darzustellen.

    Ökologisch heizen bleibt wichtig
    Dabei darf man nicht ausser Acht lassen, dass bei Wohnbauten die benötigte Kühlenergie im Vergleich zum Heizwärmebedarf eher gering bleibt. Deshalb muss die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ein vorrangiges Ziel bleiben, um Netto-Null zu erreichen. Ökologisches Heizen ist heute problemlos möglich, stehen doch verschiedene technisch ausgereifte und wirtschaftlich attraktive erneuerbare Heizsysteme zur Verfügung.

    Das Whitepaper «Klimagerecht bauen» bietet Ihnen weiterführende Informationen, detaillierte Einblicke sowie verschiedene Best-Practice-Beispiele, die konkrete Lösungen für die Umsetzung des Themas zeigen. Das neue Whitepaper  steht für alle Interessierten zum freien Download bereit.

    www.ewz.ch/energielösungen

  • Leuchtturmprojekt für nachhaltiges Sanieren

    Leuchtturmprojekt für nachhaltiges Sanieren

    Das Geschäftsgebäude in zentraler Lage in Zürich wurde 1980 erbaut und besitzt ein Gebäudevolumen von rund 86 000 m3. Swiss Prime Site Immobilien konnte das Bürohaus 2018 erwerben. Bis Anfang 2024 wird der Bau derzeit auf insgesamt 26 500 m2 und elf Geschossen innen und aussen umfassend saniert und zu einem modernen Bürogebäude umgebaut. Zur Gesamtsanierung gehören die Erneuerung der Fassade und des Dachs sowie der gesamten Gebäudetechnik. Die Transformation der Liegenschaft wird ganz im Sinne der integralen Nachhaltigkeit und «Circular Economy» durchgeführt. So werden alle abgebauten Materialien, wann immer möglich, verändert, aufbereitet und am Objekt in neuer Form wiederverwendet. Dies spart Transportwege, ist ressourcen- und CO₂-schonend und wahrt die bestehende Identität des Gebäudes innerhalb der Stadt. Das Ziel für den sanierten Bau ist seine Zertifizierung nach Minergie und SNBS. Dafür kommen unter anderem Photovoltaik sowie eine besondere Verglasung zum Einsatz. Die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes erfolgt über Fernwärme und teilweise aus erneuerbarer Energie.

    Alte Fassade neu genutzt
    Ein wichtiger Aspekt im Rahmen des Projekts an der Müllerstrasse ist die Wiederverwendung der bestehenden Aluminiumfassade. Die vorhandenen Gussaluminiumplatten werden demontiert, aufbereitet und in neuer Form weitergenutzt: Aus den vorhandenen Platten werden Streifen herausgeschnitten, die rund um das Gebäude für die neue Brüstungsverkleidung eingesetzt werden. Überschüssiges Metall wird für die Gestaltung des Eingangsbereichs eingesetzt. Aus den alten Betonbalustraden der Fassade entstehen unterdessen neue Sitzgelegenheiten. Um dem neuesten technischen Standard zu entsprechen, erhält die Fassade einen neuen Aufbau, sowie grossformatige Scheiben. Dank Flüssigkristalltechnologie ist damit eine dynamische Verdunkelung auf Knopfdruck möglich. Auf diese Weise kann eine übermässige Erhitzung der Innenräume vermieden und die benötigte Kühlenergie tief gehalten werden. Sie werden vollständig in Europa hergestellt, und die Produktionsstätte nutzt nachhaltige Energie, was sich jeweils positiv auf die graue Energie zur Herstellung der Fassade auswirkt. Verantwortlich für die Entwicklung der gesamten Gebäudehülle ist die Aepli Metallbau AG, welche die total 1082 Stück Fassadenelemente vom Erdgeschoss bis zum sechsten Obergeschoss auch produziert und vor Ort selbst montiert.

    Hohes Kreislaufpotenzial: Aluminium
    Das Wiederverwerten von Materialien und Bauteilen hat nach Jahren der Skepsis an Fahrt aufgenommen. Nicht zuletzt, da die Politik europaweit die Kreislaufwirtschaft zum Erreichen der Klimaziele dringend einfordert. Der Kreislaufgedanke zielt darauf ab, alle Baumaterialien bei Um- oder Rückbauten von Gebäuden wieder verfügbar zu machen und weiter zu nutzen.

    Schliesslich verursacht alleine die Baubranche 84 Prozent des jährlichen Abfallaufkommens in der Schweiz. Gleichzeitig werden europaweit gemäss WWF 65 Prozent des Zements, 33 Prozent des Stahls, 25 Prozent des Aluminiums und 20 Prozent der Kunststoffe für den Gebäudebau verbraucht. Dabei hinterlassen Baumaterialien einen CO₂-Fussabdruck von rund 250 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr.

    Zwar setzt in der Bauwirtschaft langsam ein Umdenken ein, das sich verstärkt auf den Kreislaufgedanken stützt. Und die Weiterverwertungsquote von 90 Prozent, wie sie unter anderem in Deutschland erbracht wird, scheint hoch. Doch aktuell kommen nach Angaben von Prof. Dr. Anja Rosen im Atlas Recycling noch «viel zu viele Materialien nicht gleich- oder höherwertig wieder in Einsatz, sondern enden geschreddert als Deponie- und Füllgut – ein Downcycling also». Es handle sich «nicht um echtes Recycling, sondern um sogenanntes Downcycling, also um eine Verwertung mit geringerem Leistungsspektrum gegenüber dem Ausgangsmaterial».  

    Ein wichtiger Ansatz für die Schweiz ist, den Erhalt von Gebäuden vor ihren Neubau zu setzen. Auch bei der Sanierung sollte jedes Bauteil auf seine Wiederverwertbarkeit geprüft werden. Im Sinne des Recyclings gilt hier, dass alle vermeintlichen Abfälle wieder in Materialien oder Stoffe zerlegt werden können, die erneut nutzbar sind. 

    Im Hinblick auf die Kreislaufwirtschaft ist Aluminium, ebenso wie Stahl, als Baumaterial besonders prädestiniert, da es einen hohen Materialwert hat und gute Recycling-Eigenschaften. Recycling spielt hier auch deshalb eine grosse Rolle, weil der Bedarf an Rohstoffen durch frisch gefördertes Erz nicht mehr zu decken ist. Wiederum lässt sich Metall als nahezu einziger Baustoff ohne Qualitätsverlust praktisch unendlich wiederverwerten. Darüber hinaus wird durch die Metallrückgewinnung im Vergleich zur Primärproduktion der Energiebedarf je nach Metall bzw. metallhaltigem Produkt um 60 bis 95 Prozent gesenkt. Aluminium als Baustoff der Moderne besitzt ein breites Einsatzspektrum: Aufgrund seiner Langlebigkeit, Korrosionsbeständigkeit und Leichtigkeit wird es fast überall am Bau eingesetzt.

    Fassaden-Recycling im Fokus
    Die Fassade steht beim Thema Nachhaltigkeit besonders im Blickfeld. Als Schnittstelle zwischen Innen- und Aussenraum birgt sie besonders viel Potenzial für Verbesserungen. Je nach Objekt ist eine Fassaden-Renovation einer der wirksamsten Schlüssel, um ein bestehendes Gebäude aufzuwerten. Das trifft speziell für Metallfassaden zu und gilt ebenso für ihr Erscheinungsbild wie auch für ihre Funktionalität, die langfristig ökologisch verträglich, ökonomischer und komfortabler zu gestalten ist. Mit neuartigen Fassaden, ihren Füllungen und Unterkonstruktionen können heute energiesparende oder sogar energiebringende Lösungen für zeitgemässes Wohnen und Arbeiten geboten werden. Wo zu diesem Zweck neu produzierte Elemente notwendig sind – sei es zur klimatischen oder sicherheitstechnischen Verbesserung –, ist ein möglichst hohes Mass an Langlebigkeit wie auch Recyclingfähigkeit sicherzustellen. Dafür sollte es sich um leicht reversible und homogene Materialverbindungen handeln; das vereinfacht deren Trennung und reduziert auch die Anzahl der Entsorgungswege. So sollen bei der Sanierung einerseits Elemente übernommen sowie andererseits rezyklierte Produkte eingesetzt werden. Nicht mehr Nutzbares wird wiederum in den Zyklus zurückgegeben und für anderweitige Zwecke verwertbar gemacht. Dabei hilft die noch junge Online-Plattform Madaster, die Tools zur Erfassung von abgebautem Baumaterial zur Verfügung stellt. Auch auf der Baustelle an der Müllerstrasse wird der zirkuläre Umgang mit den Materialien in Form eines Pilotprojekts auf der BIM-basierten Plattform nachverfolgt, dokumentiert und damit messbar gemacht. Sämtliche verbauten Materialien und Produkte werden in einem digitalen Materialpass mit Produktinformationen und Standort auf Madaster hinterlegt.

    Gute Ökobilanz 
    Der stetig steigende Aluminium-Recycling-Anteil, der aus rückgeführten Aluminiumfenstern und -fassaden erzielt wird, wirkt sich positiv auf die Ökobilanzdaten in der KBOB-Liste (sustainblog.ch) aus. Aluminiumfenster und -fassaden sind oft seit den 1950er-Jahren im Einsatz. Werden diese Gebäude gesamtsaniert oder weichen einem Neubau, kann das Aluminium durch Recycling wieder in den Aluminium-Werkstoffkreislauf zurückgeführt werden.

  • Pflanzliche Dämmstoffe als CO2-Senke?

    Pflanzliche Dämmstoffe als CO2-Senke?

    Der Gebäudebereich ist der materialintensivste Sektor und einer der wichtigsten Treiber des globalen Klimawandels. Er ist verantwortlich für rund 40 Prozent des globalen Energieverbrauchs, für 30 Prozent der Treibhausgasemissionen und sorgt in der EU für 36 Prozent des anfallenden Abfalls. Nachdem in den letzten Jahrzehnten erhebliche Anstrengungen unternommen wurden, damit Gebäude weniger Energie verbrauchen, und im Betrieb des Gebäudeparks vermehrt erneuerbare Energie eingesetzt wird, haben sich die Treibhausgasemissionen hier merklich reduziert. Über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden spielt jedoch deren Erstellung sowie die Herstellung der Baustoffe ebenfalls eine wesentliche, im Vergleich zum Betrieb aber noch wenig beachtete Rolle. Bei modernen Gebäuden sind die «grauen» Treibhausgasemissionen, die auf die Erstellung des Gebäudes zurückgehen, ähnlich hoch wie die Emissionen aus dem Betrieb. Daher haben Baumaterialien, die der Atmosphäre langfristig CO2 entziehen, grosses Potenzial, den ökologischen Fussabdruck von Gebäuden zu senken.

    Wie sich CO2 langfristig binden lässt
    Ein neues Forschungsvorhaben von WissenschaftlerInnen um Jannis Wernery vom «Building Energy Materials and Components Lab» der Empa basiert auf der Idee, CO2 in neu entwickelten Dämmstoffen langfristig zu binden. Dazu sollen pflanzliche Rohstoffe – idealerweise Abfallprodukte aus der Land- und Forstwirtschaft – zu Dämmmaterialien für Gebäude verarbeitet werden. Der grösste Teil des in der Biomasse gebundenen Kohlenstoffs, den die Pflanzen während ihres Wachstums in Form von CO2 aus der Atmosphäre aufgenommen und gebunden haben, kann durch eine spezielle Hitzebehandlung dauerhaft fixiert werden; er bleibt in der so entstandenen «Pflanzenkohle» während der gesamten Lebensdauer des Gebäudes – und sogar weit darüber hinaus – gebunden: Wird dieses zurückgebaut, kann die Pflanzenkohle nämlich direkt in Äcker eingebracht werden. Dort erhöht sie die Fruchtbarkeit des Bodens und bleibt über Jahrhunderte bis Jahrtausende stabil – im Gegensatz zu anderen pflanzlichen Baustoffen, etwa Holz oder Zellulosedämmung, die bei der Verrottung oder thermischen Verwertung das gespeicherte CO2 wieder freisetzen.

    «Bis die Idee in die Praxis umgesetzt werden kann, gibt es aber noch viel zu tun», sagt Physiker Wernery, der sich mit seiner Forschungsgruppe an der Empa auf die Erforschung und Entwicklung von Dämmstoffen spezialisiert hat und für diesen neuen Ansatz auch mit Forschenden an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zusammenarbeitet. Dabei ist es unter anderem wichtig sicherzustellen, dass sämtliche Inhaltsstoffe der neuartigen Dämmmaterialien für eine spätere Verwendung als «Dünger» geeignet sind; ein marktfähiges Dämmmaterial muss natürlich auch punkto thermischer Isolation mit etablierten Produkten mithalten können sowie zudem einen ausreichenden Brandschutz gewährleisten.

    Empa-Forscher Wernery ist überzeugt, dass Pflanzenkohledämmung die CO2-Bilanz der Schweiz künftig deutlich verbessern könnte – wenn es gelingt, dieses anspruchsvolle «Anforderungsprofil» zu erfüllen. Eine erste Analyse hat gezeigt, dass sich durch einen realistischen Teilersatz konventioneller Dämmstoffe wie EPS oder Mineralwolle durch Pflanzenkohle gut eine halbe Million Tonnen CO2-Äquivalente jährlich einsparen liesse, einerseits durch Vermeidung von Emissionen bei der Produktion der konventionellen Materialien, andererseits durch die Langzeitspeicherung des CO2 in der Pflanzenkohle. Dies entspricht gut einem Prozent der gesamten Schweizer Treibhausgasemissionen.

    Finanzielle Unterstützung – gleich aus mehreren Quellen
    Ein ambitioniertes Konzept mit einem grossen Potenzial – das fanden auch diverse Förderinstitutionen und unterstützen daher Wernerys Ansatz finanziell: Nämlich die Minerva-Stiftung, die sich unter anderem für einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen einsetzt, der ETH-Rat sowie das Bundesamt für Energie (BFE). Nicht zuletzt hat zudem erst vor kurzem der Klimafonds vom Stadtwerk Winterthur für die Erarbeitung der Grundlagen einen Förderbeitrag gesprochen, der aus freiwilligen Beiträgen von zwei Rappen pro bezogener Kilowattstunde Strom der Kundinnen und Kunden vom Stadtwerk Winterthur stammt.

  • Intelligente Gebäudetechnik dank Shared Innovation

    Intelligente Gebäudetechnik dank Shared Innovation

    Immobilien müssen heute einer Vielzahl von Anforderungen genügen. Als bedeutende Treiber des hiesigen CO2-Austosses spielen sie in der Schweizer Klima- und Energiepolitik eine zentrale Rolle. Entsprechend hoch sind die Vorgaben bezüglich sparsamer und effizienter Energienutzung in Gebäuden. Dem gegenüber stehen immer höhere Ansprüche an Sicherheit und Komfort seitens der Nutzenden – bei gleichzeitiger Reduktion der Komplexität in der Anwendung. Eine Komponente zur Lösung dieser bisweilen widersprüchlich anmutenden Anforderungen liegt in der digitalen Vernetzung von Sensoren und Geräten in Gebäuden.

    Wertvolle Partnerschaften als Innovationstreiber
    Als äusserst wertvolle und im Hinblick auf die Entwicklung intelligenter und nachhaltiger Gebäude fruchtbare Partnerschaft gestaltet sich dabei die Kooperation mit der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in Dübendorf. Im modularen Forschungs- und Innovationsgebäude NEST entwickelt und testet die Empa gemeinsam mit Partnern aus Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand Technologien, Systeme und Materialien.

    Im Rahmen der NEST-Unit HiLo («High Performance – Low Emissions») lieferte Bouygues Energies & Services vorgefertigte HLKS-Komponenten. Mittels Building Information Modeling (BIM) wurden eine Werks- und Montageplanung inkl. Herstellerangaben erstellt, die es erlaubt, Materialien direkt aus dem Modell zu bestellen. In der NEST-Unit «Sprint» hat die Empa kreislaufgerechtes Bauen sowie «Urban Mining» erfolgreich in die Tat umgesetzt. Aus wiederverwendeten Materialien und Bauteilen konnten innerhalb kürzester Zeit ressourcenschonend flexible Büroräume geschaffen werden.

    Im Bereich der vorausschauenden Steuerung («predictive control») ermöglichen lernende Algorithmen gegenüber konventionellen, regelbasierten Kontroll-Algorithmen eine erhebliche Einsparung von Energie bei gleichzeitiger Steigerung des Komforts sowie der Benutzerfreundlichkeit der Gebäudesysteme.