Schlagwort: Immobilien Digitalisierung

  • Die Top 10 PropTechs der Schweiz 2020–2025

    Die Top 10 PropTechs der Schweiz 2020–2025

    1. properti
    properti ist eine der führende Schweizer Anbieter für digitale Immobilienvermittlung. Das Unternehmen kombiniert die Expertise erfahrener Makler mit einer eigenen Plattform (Propchain®), auf der Immobilien gelistet, vermittelt und mit Servicepartnern verknüpft werden können. properti deckt dabei verschiedene Segmente ab: Luxusimmobilien, Renditeobjekte und Gewerbeimmobilien. Durch die Digitalisierung der Maklerprozesse können Kunden schneller passende Objekte finden und Makler effizienter arbeiten. Das Startup wurde mehrfach als #1 PropTech der Schweiz ausgezeichnet und zeigt, wie klassische Branchen mit digitaler Technologie transformiert werden können. Das Geschäftsmodell ist skalierbar, sowohl national als auch international, und die Plattform dient als zentraler Hub für alle Akteure der Immobilienvermittlung. Unter CEO Levent Künzi wächst das Unternehmen kontinuierlich und etabliert sich als Innovationsführer.

    2. PriceHubble
    PriceHubble nutzt Big Data und künstliche Intelligenz, um präzise Immobilienbewertungen und Standortanalysen zu liefern. Das Unternehmen verarbeitet Millionen von Datenpunkten und erstellt Marktprognosen, die Investoren, Makler und Banken bei Entscheidungen unterstützen. Mit Büros in Zürich, Berlin, Paris und Tokio ist PriceHubble international aufgestellt und zeigt, dass Schweizer PropTechs global relevant sind. Strategische Partnerschaften, etwa mit Check24 oder WealthPark, stärken die Marktposition zusätzlich. Der Fintech Germany Award 2023 in der PropTech-Kategorie unterstreicht die Innovationskraft. Das Unternehmen konnte seine Marktpräsenz durch Series-B-Finanzierung über 34 Mio USD erheblich ausbauen. PriceHubble ist ein Paradebeispiel dafür, wie datengetriebene Lösungen die Immobilienbranche revolutionieren.

    3. Crowdhouse
    Crowdhouse ist die führende Plattform für Crowdinvesting in Schweizer Renditeimmobilien. Investoren können bereits ab CHF 100’000 Anteile an Immobilien erwerben und so vom Schweizer Immobilienmarkt profitieren, ohne die Objekte direkt zu besitzen. Die Plattform verwaltet über 1’600 Investoren und ein Immobilienvolumen von CHF 2,1 Mrd. Besonders stark ist die wiederkehrende Investorenquote von 55 %, die auf Vertrauen und stabile Performance hinweist. Crowdhouse digitalisiert und vereinfacht damit den Investitionsprozess in Immobilien erheblich. Sie bietet detaillierte Informationen zu Objekten, prognostizierte Renditen und Transparenz in der Verwaltung. Damit hat das Startup ein skalierbares Modell geschaffen, das Anlegern und Projektentwicklern gleichermassen Nutzen bringt.

    4. Flatfox
    Flatfox digitalisiert den Vermietungsprozess für Wohnungen und Häuser in der Schweiz. Die Plattform ermöglicht es Eigentümern, Maklern und Verwaltungen, Inserate zu erstellen, Interessenten zu verwalten und Kommunikation zentral zu steuern. 2021 wurde Flatfox von der Mobiliar übernommen, was die Marktposition und Relevanz unterstreicht. Über die Plattform können Makler alle grossen Schweizer Immobilienportale angebunden nutzen, was den Aufwand deutlich reduziert. Flatfox löst damit ein klassisches Problem der Immobilienbranche: die fragmentierte und ineffiziente Kommunikation zwischen Mietern, Maklern und Verwaltungen. Die Kombination aus intuitiver Plattform und Integration in bestehende Systeme macht das Unternehmen erfolgreich.

    5. Houzy
    Houzy bietet ein umfassendes digitales Ökosystem für Eigenheimbesitzer. Die Plattform unterstützt Nutzer bei Bewertung, Sanierung, Planung und der Vernetzung mit Handwerkern und Dienstleistern. Sie ist kostenlos für Nutzer, während Partner für Vermittlungen zahlen. Mit über 100’000 registrierten Usern und 3’500–5’000 neuen Usern pro Monat zeigt die Plattform enormes Wachstumspotenzial. Investoren wie UBS und Baloise unterstreichen das Vertrauen in das Geschäftsmodell. Houzy erleichtert Hausbesitzern die Verwaltung komplexer Aufgaben, die früher zeitaufwendig und unübersichtlich waren, und kombiniert digitale Tools mit praktischen Services. Das Startup hat damit eine führende Position im Schweizer Eigenheimsegment etabliert.

    6. Archilyse
    Archilyse ist ein ETH-Spin-off, das 2D-Grundrisse automatisch in 3D-BIM-Modelle konvertiert und diese digital analysiert. Über 100 qualitative Merkmale wie Sichtachsen, Lichtverhältnisse oder Energieverbrauch werden bewertet. So können Architekten, Investoren und Immobilienentwickler die Qualität eines Projekts objektiv beurteilen. Mit einem YoY-ARR-Wachstum von über 250 % zeigt Archilyse hohe Skalierbarkeit. Die Software löst ein fundamentales Informationsproblem der Architektur: den objektiven Vergleich von Objekten. Das Unternehmen verbindet technologische Tiefe mit praktischer Anwendung und zeigt, wie digitale Tools die Planungs- und Bewertungsprozesse revolutionieren können.

    7. viboo
    viboo entwickelt KI-basierte Thermostate und intelligente Gebäudeautomationslösungen für Nichtwohngebäude. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu minimieren, ohne den Komfort zu beeinträchtigen. Pilotprojekte zeigen Energieeinsparungen von bis zu 22 % und eine CO²-Reduktion von 13 Tonnen pro Schule. Über 5’000 Thermostate sind bereits im Einsatz, unterstützt durch Finanzierungen von €3,3 Mio. Das Unternehmen kombiniert fundierte Forschung aus ETH und Empa mit praktischen Lösungen für den Markt. viboo zeigt, wie Climate- und PropTech in der Praxis miteinander verknüpft werden können. Durch messbare Einsparungen und intelligente Steuerung etabliert sich das Startup als führender Anbieter in der Schweiz.

    8. Scandens
    Scandens ist eine KI-basierte Softwarelösung zur Sanierungs- und Investitionsplanung von Gebäuden. Sie simuliert automatisch über 500 Sanierungskombinationen und optimiert gleichzeitig Rentabilität und CO²-Reduktion. Das Startup adressiert ein zentrales Schweizer Problem: die zu niedrige Sanierungsquote von Gebäuden. Durch Partnerschaften, etwa mit HEV Zürich, wird die Lösung auch privaten Eigentümern zugänglich gemacht. Als ETH-Spin-off kombiniert Scandens technologische Tiefe mit praktischer Relevanz. Das Unternehmen zeigt, wie KI die Sanierungsplanung effizienter und nachhaltiger gestalten kann.

    9. vyzn
    vyzn entwickelt webbasierte 3D/BIM-Software für Nachhaltigkeitsanalysen in Neubau- und Sanierungsprojekten. Die Plattform unterstützt Zertifizierungen wie Minergie oder SNBS und analysiert den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes von Bau über Nutzung bis Abriss. vyzn ermöglicht Planern und Architekten, Kosten, Nachhaltigkeit und Qualität in Einklang zu bringen. Die Lösung wurde international anerkannt, u. a. als Halbfinalist der EXPO REAL Impact Awards. Als ETH-Spin-off zeigt vyzn die Kombination aus akademischer Forschung und praxisnaher Anwendung. Das Startup positioniert sich klar in einem wachsenden Marktsegment für nachhaltige und effiziente Bauplanung.

    10. Immowise
    Immowise digitalisiert die Verwaltung von Stockwerkeigentum und Eigentümerversammlungen. Die Plattform unterstützt Eigentümer und Verwaltungen bei Budgetplanung, Nachrichtenkommunikation, Kostenvoranschlägen und Versammlungen. Sie erleichtert so die bisher fragmentierten Prozesse und reduziert administrative Aufwände erheblich. Seit der Gründung 2021 expandierte Immowise von der West- in die Deutschschweiz. Mit praxisnahen Lösungen und einem klaren Fokus auf den Schweizer Immobilienmarkt bietet Immowise Effizienzsteigerung und Transparenz für Eigentümergemeinschaften. Das Unternehmen zeigt, wie digitale Tools klassische Verwaltungsaufgaben revolutionieren können.

  • Wo steht die Schweizer PropTech-Branche?

    Wo steht die Schweizer PropTech-Branche?

    In der Schweiz sind heute rund 430 PropTech-Unternehmen aktiv, viele davon mit Wurzeln an ETH oder EPFL. Dies ist ein Hinweis auf den ausgeprägten DeepTech- und Forschungsfokus. Ein grosser Teil der Firmen befindet sich noch in frühen Entwicklungsphasen, etwa die Hälfte erwirtschaftet weniger als 0.5 Millionen Franken Jahresumsatz. Dennoch erwarten Mehrheiten der Unternehmen steigende Erlöse, was die Mischung aus jungen Startups, wachsenden Scale-ups und etablierten Technologiefirmen prägt.

    Funding, Segmente und Nachhaltigkeitsdruck
    Duch die hohe Zahl abgeschlossenere Finanzierungsrunden im 2024 und Schätzungen zufolge flossen in den letzten Jahren mehrere hundert Millionen Franken in Schweizer PropTechs. Besonders gefragt sind Lösungen für Smart Buildings, Energieeffizienz, digitale Transaktionen, Datenanalyse und KI-basierte Services. Rund ein Fünftel der Unternehmen bewegt sich im Digital Brokerage, gefolgt von Smart-Building-Lösungen und Daten- beziehungsweise KI-Produkten. Stark an Bedeutung gewinnt der Bereich Sustainability und Lifecycle Management, getrieben von ESG-Vorgaben und Netto-Null-Strategien. Ein signifikanter Anteil der PropTechs integriert ökologische Nachhaltigkeit heute als Kernfunktion ihrer Angebote.

    Internationalisierung und Sichtbarkeit im Startup-Ökosystem
    Zwischen 30 und 40 Schweizer PropTech-Unternehmen sind bereits in europäischen oder globalen Märkten aktiv, exportieren ihre Technologien oder testen sie in internationalen Pilotprojekten. Parallel tauchen PropTechs regelmässig in Rankings der vielversprechendsten Schweizer Startups auf und gehören dort zu den wachstumsstärksten Jungunternehmen. Damit verschiebt sich das Bild von der Nische hin zu einem sichtbaren Wachstumssegment im nationalen Innovationsökosystem.


    Langsame Adoption trifft steigenden Digitalisierungsdruck
    Trotz skalierbarer Produkte bleibt die Kundengewinnung anspruchsvoll. Entscheidungs- und Beschaffungsprozesse in der Immobilienwirtschaft dauern oft ein bis anderthalb Jahre, was Markteintritte verzögert und Roll-outs streckt. Gleichzeitig nimmt der Druck zu, Prozesse zu digitalisieren, Daten besser zu nutzen und Gebäude nachhaltiger zu betreiben. Von regulatorischen Anforderungen bis zu steigenden Energiepreisen. Für PropTechs entsteht daraus ein Spannungsfeld zwischen langen Zyklen auf Kundenseite und hohem Tempo bei Technologie- und Kapitalanforderungen.

    Europa als Wachstumshebel und Chance für die Schweiz
    Der europäische PropTech-Markt wächst dynamisch und soll sein Volumen bis zum Ende des Jahrzehnts deutlich ausbauen, angetrieben von Investitionen in KI, Smart Buildings und nachhaltige Sanierungstechnologien. Europa hält heute einen substanziellen Anteil am globalen PropTech-Markt, wovon die Schweiz mit ihrer hohen Innovationsdichte, starken Hochschullandschaft und exportfähigen Lösungen überproportional profitieren kann. Insgesamt zeigt sich, die Szene ist klein, aber hochgradig innovationsstark. Sie ist dabei, sich zu professionalisieren, international auszurichten und die Immobilienbranche langfristig zu verändern.

    Fact & Figures PropTech Schweiz 2025