PriceHubble übernimmt 100 Prozent der Anteile der Checkmyplace GmbH, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Damit will das Unternehmen laut Mitgründer Markus Stadler seine Position im deutschsprachigen Raum stärken. „Wir können neu auch im DACH-Raum multinational tätigen Unternehmen der Immobilienwirtschaft zusätzlichen Mehrwert bieten“, sagt er.
PriceHubble ermöglicht es, aus grossen Datenmengen nützliche Erkenntnisse für die Bewertung von Immobilien zu gewinnen. Es bezieht beispielsweise Daten zum Standort, der Nachbarschaft oder zur Lärmbelastung in die Bewertung mit ein. Die Daten werden mithilfe von Big Data-Analytics sowie Künstlicher Intelligenz ausgewertet und anschaulich präsentiert. PriceHubble richtet sich an alle Parteien der Immobilienwertschöpfungskette, etwa an Immobilienportale, Banken, Vermögensverwalter, Versicherungen, Immobilieninvestoren sowie Privatpersonen.
Checkmyplace liefert Dienstleistungen und Produkte basierend auf verschiedenen Daten und unterstützt professionelle Anwender in der Immobilienwirtschaft dabei, effizienter zu arbeiten. Nach Abschluss der Übernahme wird das Unternehmen neu mit dem Namen PriceHubble Österreich auftreten.
PriceHubble wurde 2016 gegründet. Das Zürcher Unternehmen unterhält bereits Standorte in Paris, Berlin und nun auch in Wien. Durch die Übernahme sind über 70 Mitarbeiter für das Unternehmen tätig.
Die Fachhochschule (FH) Graubünden hat untersucht, wie die Wertschöpfung bei oftmals leerstehenden Luxusresidenzen verbessert werden kann. In diesem Zusammenhang ging das Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) der Frage nach, wie deren Besitzerinnen und Besitzer zu überzeugten Vermietenden werden können. Sie seien in Graubünden bisher „eher stiefmütterlich behandelt“ worden, schreibt die FH in einer Mitteilung. Weil der Trend jedoch von Hotellogiernächten zur eigenen Ferienwohnung gehe, dürfe diese Klientel nicht vernachlässigt werden.
Für eine Bedürfnisanalyse sei jedoch die bestehende Datenlage zu dünn. Deshalb untersuchten die Forschenden in ihrer Studie die Vermietungsbereitschaft bei ähnlichen Prestigeobjekten. Im globalen Yacht-Chartermarkt machten sie neben hohen administrativen Hürden auch psychologische Motive als Hemmnis für eine Vermietung aus. Dazu zählen Eingriffe in die Privatsphäre und eine limitierte Flexibilität bei der Eigennutzung.
Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Bedürfnisanalyse laute jedoch, „dass es sich sowohl bei der Vermietung von Superyachten als auch Luxusresidenzen um Vertrauenssache handelt“. Damit das Potenzial der oftmals leerstehenden Luxusimmobilien in den alpinen Hochpreisdestinationen genutzt werden könne, müssten „alle anfallenden Aufgaben von einer Koordinatoren-Rolle verwaltet werden“. Ihre Aufgabe sei es, ein möglichst reibungsloses Ineinandergreifen aller Service-Beteiligten zu garantieren. „Der Rest kommt dann wie von selbst, denn zufriedene Vermietende generieren zufriedene Mietende“, heisst es in der Mitteilung.
Die Idee zur Home-E-Fair wurde aus der Not geboren, heisst es in einer Medienmitteilung. Denn die Immobilien-Messesaison ist bisher aufgrund der Covid-19-Krise komplett ins Wasser gefallen. Georges Luks, CEO und Delegierter des Verwaltungsrats von Zurich Sotheby’s International Realty, erläutert, wie es zum Gedanken kam, Messen mit physischer Präsenz durch ein virtuelles Angebot zu ersetzen: „Uns wurde im Home-Office klar, dass eine solche Messe eigentlich auch problemlos virtuell stattfinden kann. Mit Crowdhouse konnten wir in kurzer Zeit dieses Pilotprojekt auf die Beine stellen. Wir glauben, dass dieses Modell auch in Zukunft relevant sein wird und sind motiviert, weitere virtuelle Messen in einem noch grösseren Rahmen auf die Beine zu stellen.“
Bei der fünftägigen virtuellen Messe ab dem 22. Juli können sich Interessierte von zuhause auf der Messeplattform einloggen, Immobilienangebote studieren, sich per Live- oder Videochat mit Beratern austauschen. Ausserdem wird, wie auf jeder Immobilienmesse auch, eine Anzahl von Gesprächsrunden und Vorträgen angeboten.
Auf der Messe ergänzen sich die Partner Zurich Sotheby’s International Realty und Crowdhouse beim Immobilienangebot, von der Eigentumswohnung bis zum Mehrfamilienhaus, auf das Crowdhouse spezialisiert ist. Ardian Gjeloshi, Gründer und Verwaltungsratspräsident von Crowdhouse: „Sowohl Zurich Sotheby’s International Realty wie auch Crowdhouse sprechen mit der gleichen Zielgruppe – allerdings aus unterschiedlichen Perspektiven: Wohnen und Investieren.“
Swiss Prime Site Solutions entwickelt für die Swiss Prime Anlagestiftung einen neuen „Lebensraum“, wie es in einer Medienmitteilung von Swiss Prime Site Solutions heisst.Der Grundstein für das Projekt Riverside ist am 10. Juli 2020 gelegt worden. Die Entwicklung steht unter dem Motto „Urban leben – von der Natur umgeben“. Gestartet werden die Bauarbeiten im Nordwesten, wo das Areal direkt an der Aare und am nächsten bei der Stadt Solothurn liegt. Von dort aus entwickelt sich das neue Quartier in weiteren Bauetappen nach Süden und Osten.
„Wer im Riverside lebt und arbeitet, hat dort neben einer schicken Wohnung oder einem modernen Arbeitsplatz mit zeitgemässer Infrastruktur auch ein facettenreiches Quartier inklusive Naherholung an der Aare, das höchsten Ansprüchen gerecht wird“, erklärt Anastasius Tschopp, CEO Swiss Prime Site Solutions. Er spricht von einem „Leuchtturmprojekt für unsere Mandantin Swiss Prime Anlagestiftung (SPA) und gleichzeitig bedeutend für die ganze Region Solothurn“.
Zunächst sollen 140 Mietwohnungen direkt am Uferweg der Aare gebaut werden. Die ersten Mieterinnen und Mieter sollen im Winter 2021 einziehen können. Kapitalgeber und gleichzeitig Investoren der SPA sind über 280 Schweizer Pensionskassen. „Für die SPA führen wir derzeit die sechste Emission durch“, so Tschopp. Die Zeichnungsfrist dauert noch bis zum 22. Juli 2020. Das Entwicklungsprogramm des Kunden SPA belaufe sich aktuell auf rund 600 Millionen Franken und umfasst schweizweit Projekte und Immobilien.
Die Coronavirus-Pandemie habe ihre ersten Spuren am Wohnungsmarkt hinterlassen, schreibt SVIT Schweiz in einer Mitteilung zum aktuellen Online-Wohnungsindex (OWI). Er wird halbjährlich vom Verband der Immobilienwirtschaft in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) ermittelt.
Dem aktuellen OWI zufolge hat die Zahl der auf Schweizer Immobilienmarktplätzen platzierten Inserate für Mietwohnungen zwischen April 2019 und März 2020 im Jahresvergleich insgesamt um 4 Prozent auf rund 380’000 Mietwohnungen zugelegt. Eine gleichzeitig gesunkene Insertionsdauer weise dabei auf eine weiter gestiegene Nachfrage nach Mietwohnungen hin, erläutert SVIT.
Der im März zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie behördlich angewiesene Lockdown habe in der zweiten Märzhälfte jedoch schweizweit zu einem Rückgang der Zahl der Inserate um 31 Prozent gegenüber der ersten Märzhälfte geführt, informiert SVIT in der Mitteilung weiter. Die Insertionszeit sei „trotz dieses massiven Angebotseinbruchs“ nur um knapp 5 Tage oder 12 Prozent gefallen. Dies bedeute, „dass auch die Nachfrage um mehr als ein Drittel zurückgegangen ist“, schreibt SVIT.
In den zwölf grössten Städten der Schweiz sei der Rückgang „noch markanter“ ausgefallen, erläutert der Immobilenwirtschaftsverband. In Lugano gingen die Inserate im Berichtszeitraum um 75 Prozent zurück, in Bern, Zürich und Winterthur wurden 40 Prozent weniger Inserate als in der ersten Märzhälfte gezählt. Ein gleichzeitig nur unterdurchschnittlicher Rückgang bei den Insertionszeiten zeige, „dass die Nachfrage noch stärker eingebrochen ist oder ganz zum Erliegen kam“, schreibt SVIT. Der Verband nimmt an, dass es im zweiten Halbjahr dieses Jahres möglicherweise zu einem Nachholeffekt kommen könnte.
Im Rahmen der Konzentration auf die Kernbereiche des Unternehmens gibt die Migros die Bewirtschaftung von Immobilien auf. Dabei hat der Genossenschaftsbund nun sein Einkaufzentrum Glatt in Wallisellen an Swiss Life verkauft. Die Käuferin werde das Glattzentrum „im Rahmen ihrer Tätigkeiten im Asset Management für Drittkunden“ übernehmen, erläutert Migros in einer entsprechenden Mitteilung. Ihr zufolge haben die Partner Stillschweigen über den Kaufpreis vereinbart.
Swiss Life übernimmt das Einkaufszentrum bei unveränderten Mietverträgen und will es langfristig weiterentwickeln, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Das Glattzentrum gehöre „in der Schweiz zu den Vorreitern, was die Kombination aus Einkauf, Erlebnis und Treffpunkt betrifft“, wird Stefan Mächler, Anlagechef von Swiss Life, dort zitiert. „Diese Marktposition wollen wir auch in Zukunft stärken und wir sind überzeugt, dass das Glattzentrum mittel- bis langfristig ein sehr attraktives Investitionsobjekt ist.“ Die im Glattzentrum angesiedelten Geschäfte der Migros sollen unverändert und mit langfristigen Mietverträgen weitergeführt werden.
Madaster ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Zürich, welche die Kreislaufwirtschaft in der Bau- und Immobilienbranche fördern will. Sie bietet dafür eine Plattform an, auf der ressourcenrelevante Daten von Bauten inventarisiert werden. Diese Materialpässe können zur Wiederverwertung der Materialen genutzt werden.
Per Anfang Juli können Eigentümer ihre Liegenschaften nun auf Madaster registrieren und einen Materialpass für ihre Gebäude erstellen, informiert Madaster in einer Mitteilung. Das Schweizer Material-Kataster gibt damit Auskunft über den finanziellen Wert der verbauten Materialien und über deren Möglichkeiten zur Wiederverwendung. Dafür werden alle Produkt- und Materialdaten der Gebäude gespeichert und visualisiert.
„Unser Ziel ist es, dass wir in der Schweiz konsequent neue Häuser aus alten bauen“, wird Patrick Eberhard, neuer Vorsitzender des Präsidiums von Madaster Schweiz, in der Mitteilung zitiert. „Mit Madaster können Gebäude als Rohstofflager und Städte als Rohstoffminen geplant und genutzt werden.“
Trotz Coronavirus mache The Circle gute Fortschritte und es werde nur mit leichten Verzögerungen bis zur Fertigstellung gerechnet, heisst es in der Medienmitteilung des Flughafens Zürich. Inzwischen seien die Büroflächen von 70‘000 Quadratmetern fast vollständig vermietet. Fünf von sechs Circle-Gebäuden hätten jetzt ihre Mieter. Es seien nur noch knapp 10‘000 Quadratmeter Fläche verfügbar. Erst in den vergangenen Wochen seien drei weitere Mieter dazugekommen.
Unispace Global zieht von der Zürcher Innenstadt in den Circle. Das Unternehmen ist auf die Gestaltung von Arbeitswelten und innovativen Büroflächen spezialisiert. Für Benji Tiso, Principal Unispace Schweiz, ist dieser Standortentscheid von grosser Bedeutung: „Der neue Standort im Flughafen Zürich The Circle stellt für Unispace einen weiteren, wichtigen Meilenstein dar in unserer kontinuierlichen Entwicklung im Schweizer und globalen Markt. Das zukunftsweisende Konzept vom Circle unterstreicht unsere Position als marktdefinierende Visionäre im Workplace Design.“ Neben Microsoft und SAP verlege damit ein weiteres weltweit tätiges IT-Unternehmen seinen Schweizer Hauptsitz in den Circle, betont die Flughafen Zürich AG.
Neben den Büroflächen gibt es im Circle zwei Hotels der Hyatt-Gruppe, Kongressflächen für Veranstaltungen mit bis zu 2500 Teilnehmern, Shopping-Möglichkeiten, Gastronomie und sogar ein ambulantes Gesundheitszentrum des Universitätsspitals Zürich.
Realisiert wird das Projekt durch eine Miteigentümergemeinschaft, woran die Flughafen Zürich AG mit 51 Prozent und die Swiss Life AG mit 49 Prozent beteiligt sind.
Das Kunstwort «PropTech» setzt sich aus den englischen Begriffen «Property» (Liegenschaft) und «Technology» (Technologie) zusammen. Man kann es also mit «Immobilien-Technologie» übersetzen, wobei diese Übersetzung unzulänglich ist: Spricht man heute von PropTech, meint man damit alle technologischen Entwicklungen in der Immobilien- und Bau-Branche, die mit der digitalen Transformation – also mit der Verlagerung klassischer Geschäftsabläufe in die digitale Welt – zu tun haben.
Was machen PropTechs genau?
PropTech-Unternehmen bieten der Immobilien- und Baubranche (B2B), aber auch Endkunden (B2C) Produkte und Dienstleistungen an, die neuste Informations- und Kommunikationstechnologien wie Cloud Computing, künstliche Intelligenz, Sensorik (IoT), Blockchain, Virtual und Augmented Reality, Robotik oder 3D-Druck, etc. nutzen. Die Bandbreite der PropTech-Angebote ist sehr gross, und sie decken den ganzen Lebenszyklus von Immobilien ab – von der Planung, Finanzierung über die Realisierung, die Vermietung und den Verkauf bis zum Betrieb und Unterhalt. Als Beispiele können Smart-Home-Geräte und -Steuerungen, Software für die Erstellung von Verkaufsdokumentationen, virtuelle Wohnungsbesichtigungen, Gebäudeautomation, Immobilien-Crowdfunding-Plattformen oder Anwendungen für das digitale Facility Management genannt werden.
Was bringt das alles?
Für den Endkunden bietet PropTech neue Nutzererlebnisse, Transparenz und Zeitersparnis im komplexen Immobilien-Markt. Unternehmen der Immobilien- und Bau-Branche können ihren Kunden umfangreichere Dienstleistungen, bessere Qualität und mehr Flexibilität anbieten. Überdies steigert PropTech die Effizienz im Arbeitsalltag, was sich in Kosteneinsparungen niederschlägt.
Und was geht mich das an?
Die «digitale Revolution» findet schon lange statt. In manchen Bereichen der Gesellschaft und der Wirtschaft ist sie früher angekommen, in anderen später. Die Immobilien- und die Bau-Branche zählen zu letzteren: Sie sind so genannte «late followers», die technologische Entwicklungen in der Regel erst sehr spät annehmen und implementieren. In Bezug auf PropTech ist das nicht einfach nur bedauerlich, sondern geradezu gefährlich: Die digitale Transformation lässt sich nicht aufhalten, sondern schreitet im Gegenteil immer rascher voran. Unternehmen, die sich nicht damit beschäftigen, laufen Gefahr, den Anschluss zu verpassen – und damit über kurz oder lang Marktanteile und Kunden zu verlieren. Deshalb geht das Thema PropTech auch Sie etwas an – und zwar besser heute als morgen.
Wie lerne ich mehr über PropTech?
Zugegeben: Für «Neulinge» ist das Themenfeld anfangs verwirrend und die Menge und Angebote der PropTech-Unternehmen unübersichtlich. Und ja: Es braucht personelle und finanzielle Ressourcen ebenso wie ein gewisses Know-how, um sich mit PropTech auseinanderzusetzen und Innovationen im eigenen Unternehmen zu implementieren. Aber zum Glück gibt es Unterstützung beim Einstieg: Das Netzwerk SwissPropTech vernetzt PropTech-Unternehmen mit der Immobilien- und Bau-Branche. Wir stellen unseren Mitgliedern Know-how, Informationen und Kontakte zur Verfügung, die es ihnen erleichtern, sich in der PropTech-Welt zurecht zu finden. An zahlreichen Anlässen in der ganzen Schweiz können sich unsere Mitglieder präsentieren und wertvolle Kontakte knüpfen; so fällt der Einstieg in PropTech gleich viel leichter. Nutzen Sie diese Chance! Gerne stehen wir Ihnen für weitere Informationen über eine Mitgliedschaft zur Verfügung:
Kontakt: Mario Facchinetti, Initiator & Repräsentant von PropTechMarket Telefon 044 931 20 24, info@swissproptech.ch
Heute
beantworten Andreas Ingold, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Livit AG, Karsten
Hell, CEO Steiner Gruppe sowie Dieter Sommer, CEO Privera, die Frage:
Welches grössere Projekt haben Sie
in nächster Zeit geplant?
Andreas Ingold, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Livit AG: Die Livit richtet sich weiter digital aus. Dabei steht elementar der Kundennutzen im Fokus. Mit dieser Zielsetzung stehen Projekte wie die Einführung eines Customer Services, die Entwicklung eines Mieter- und Eigentümerportals sowie der digitale Arbeitsplatz im Vordergrund.
Karsten Hell, CEO Steiner Gruppe: Das Glasi-Quartier, unser derzeit grösstes Projekt, befindet sich in Bülach direkt beim Bahnhof. Hier entsteht auf einem rund 42‘000 m² grossen Areal ein neues Stadtquartier mit mehr als 500 Wohnungen, einem Wohn- und Pflegezentrum, einem Hotel und über 20 000 m² Gewerbe- und Dienstleistungsflächen. Bereits im kommenden September werden wir die Aufrichte des Glasi-Quartiers feiern. Darüber hinaus verfolgen wir ähnliche Entwicklungsprojekte in anderen Regionen – so beispielsweise das Bell Areal in Kriens und das Feldmühle Areal in Rorschach, wo wir alte Industriebrachen in neue städtische Quartiere transformieren wollen.
Dieter Sommer, CEO Privera: Wir verfolgen auf Unternehmensebene stets mehrere Projekte, um uns stetig weiterzuentwickeln. Aktuell planen wir die Einführung einer neuer Bewirtschaftungssoftware. Zudem beschäftigen wir uns mit der Frage, wie wir uns als Unternehmen und unsere Dienstleistungen noch nachhaltiger gestalten können.
Madaster möchte die Kreislaufwirtschaft im Bau und Immobiliensektor stärken, indem sie sich für die Entwicklung von Materialpässen neuer und bestehender Gebäude einsetzt. Dafür arbeitet der gemeinnützige Verein mit Partnern zusammen, die „sowohl einen finanziellen als auch einen strategischen Beitrag zur Weiterentwicklung der Madaster-Plattform und zur Ausgestaltung des Materialpasses als Marktstandard“ leisten, erläutert Madaster.
Als jüngster Partner konnte dabei die Drees & Sommer Schweiz AG gewonnen werden. Das Beratungs-, Planungs- und Projektmanagementunternehmen mit Standorten in Zürich, Basel, Bern und Lausanne will in seinen Projekten Ökonomie und Ökologie vereinen.
„Durch die Partnerschaft mit Madaster können wir die Zirkularität in unseren Projekten noch weiter verbessern und helfen so, die Grundlage für eine enkelfähige Zukunft mit gesundem Wohn- und Arbeitsraum, lebenswerten Städten und einer funktionierenden Infrastruktur zu schaffen“, wird Jürgen M. Volm, Partner und Vorsitzender der Geschäftsführung der Drees & Sommer Schweiz AG, in der Mitteilung zitiert.
Madaster wiederum will über die
internationale Vernetzung und das Fachwissen seines neuen Partners im Bereich
Cradle-to-Cradle „die Chancen und Potenziale, welche eine zirkuläre Bau- und
Immobilienbranche mit sich bringt, nutzen können“, sagt Marloes Fischer,
Präsidentin Madaster Schweiz.
Die Olma Messen St.Gallen haben entschieden, die Immo Messe Schweiz 2020 definitiv nicht durchzuführen. Ursprünglich wurde die Messe vom 20. bis 22. März auf den 28. bis 30. August verschoben. Die Neubeurteilung der Situation hat jedoch ergeben, dass eine zufriedenstellende Durchführung für alle Beteiligten nicht gewährleistet werden kann.
Olma Messen St.Gallen will Besuchern jederzeit eine ausgewogene Messe mit einem gewohnt kompetenten Angebot bieten. Da dieser Anspruch aufgrund eingegangener Rückmeldungen seitens der Aussteller nicht erfüllt werden kann, haben die Messe-Verantwortlichen entschieden, die Immo Messe Schweiz 2020 definitiv abzusagen.
Die nächste Immo Messe Schweiz findet vom 26. bis 28. März 2021 statt.
Laut einer Untersuchung der Zürcher Kantonalbank sind Gewerbeimmobilien am meisten von der Krise betroffen. „Der konjunkturelle Einbruch sorgt mittelfristig für steigende Leerstände bei Gewerbe- und Büroflächen und übt damit Druck auf deren Mieten aus“, sagt Ursina Kubli, Leiterin Immobilien Research. Zudem sei es nach der Krise auf längere Sicht möglich, dass vermehrt von zu Hause gearbeitet werde. Das beeinflusse die zukünftigen Anforderungen hinsichtlich Flächenbedarf und Standortwahl von Büroliegenschaften. So werde etwa die Erreichbarkeit nicht mehr das wichtigste Kriterium sein.
Mietwohnungen sind weniger von der Krise tangiert. Mehr Risiken hingegen sieht die Zürcher Kantonalbank im Luxussegment. Ein Grossteil dieser Kundschaft dürfte von den Einbrüchen an den Aktienmärkten stark betroffen sein. Dies werde die Nachfrage hemmen – die Preise dürften entsprechend sinken.
Durch die Corona-Krise rücken die Klimaziele in den Hintergrund: So würden 71 Prozent der Wohngebäude in den Städten weiterhin mit Öl oder Gas geheizt. Ohne eine raschere Sanierung zahlreicher Altbauwohnungen werde das Klimaziel 2050 frühestens in 100 Jahren erreicht, warnt die Bank.
Eigentumswohnungen Die Handänderungspreise für Eigentumswohnungen sind im 1. Quartal 2020 durchschnittlich um 0.73% gestiegen. Trotz des Coronavirus hat sich dieses Segment auch in den letzten drei Monaten stabil entwickelt. Abgesehen von der Südschweiz, wo die Preise um -0.23% gesunken sind, waren Preiseanstiege in der restlichen Schweiz zu verbuchen. Auch im Vergleich zum Vorjahresquartal zeichnet sich mit einem Plus von 1.58% eine solide Wertentwicklung ab.
Einfamilienhäuser Das Interesse an Einfamilienhäusern ist nach wie vor gross, denn das Finanzierungsumfeld für einen Hauskauf ist immer noch attraktiv. Der Nachfrage steht als Folge der rückläufigen Neubautätigkeit ein begrenztes Angebot gegenüber, was die Preise in diesem Segment beflügelt. So kam es innert Jahresfrist erneut zu deutlichen Preisanstiegen um 3.46%. Allein im 1. Quartal 2020 war ein Anstieg von 1.71% zu registrieren.
Mietwohnungen Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ist im Mietwohnungssegment infolge des regen Neubaus in den letzten Jahren noch immer gross. Dies hat dazu geführt, dass die inserierten Mieten seit nunmehr fast fünf Jahren sinken – in den vergangenen zwölf Monaten um 1.07%. Im Vergleich zum 4. Quartal 2019 haben die Mieten um 0.37% abgenommen. Da die Nachfrage nach Mietwohnungen im laufenden Jahr gestört werden dürfte, könnte sich der Druck auf die Angebotsmieten nochmals erhöhen. Da aber auch die Zahl der Neubaubewilligungen für Mietwohnungen seit dem letzten Jahr abnimmt, dürfte sich das Überangebot nicht zu stark ausdehnen.
Der Immobilienmarktplatz Homegate bietet ab sofort die Möglichkeit, die ausgeschriebenen Immobilien virtuell zu besichtigen. Das erleichtert die Wohnungssuche während der Corona-Krise, soll aber auch danach weitergeführt werden.
Seit gut einem Monat sind auf homegate.ch Anbieter, welche eine Online Besichtigung via WhatsApp, Facetime oder ähnlichem ermöglichen, speziell gekennzeichnet. Nun hat der Schweizer Immobilien Marktplatz die Online Live-Besichtigungen perfektioniert: Ab sofort kann der Anbieter einer Immobilie die Besichtigung über eine App durchführen. Damit können mehrere Interessenten gleichzeitig das Objekt per Videoschaltung anschauen.
Interessierte müssen keine Software installieren – die Teilnahme funktioniert über einen Link. Während der Besichtigung können Fragen im Chat gestellt werden. Die Besichtigung wird aufgezeichnet – das Video kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgerufen werden.
Die erste online Live-Besichtigung wurde auf homegate.ch am 9. April 2020 für ein Objekt im Jura von einem langjährigen Anbieter durchgeführt, der selbst zur Corona-Risikogruppe gehört.
Der Logistikimmobilienbericht Schweiz 2020 ist unter dem Titel «Hohes Anlageinteresse in dynamischem, aber wenig liquiden Marktumfeld» erschienen.
Wie fragil die globalen Logistikketten sind und wie wichtig eine funktionierende Grundversorgung ist, zeigt sich in der Coronakrise deutlich. Im aktuellen Marktumfeld dürfte sich die zunehmende Diversifikation im Schweizer Logistikimmobilienmarkt weiter verstärken. David Schoch, Director Research & Consulting bei CBRE Switzerland, sagt: «Die vielen Händler, die ihr Sortiment bis anhin nur stationär angeboten haben, müssen sich gerade jetzt neu erfinden. Dieser Strukturwandel wird die Nachfrage nach Logistikflächen für den Online-Handel weiter verstärken.»
Alexandre Monney, Fondsmanager des Immobilienfonds «Procimmo Swiss Commercial Fund», ist grundsätzlich positiv gestimmt: «Der Markt profitiert von der Dynamik der Schweizer Industrie- und KMU-Struktur. Die Nachfrage nach Logistikflächen entwickelt sich gut, während das Angebot begrenzt ist, insbesondere im grossflächigen Marktsegment, was wiederum den Druck auf die Mieten aufrechterhält.» Über die starken Fundamentaldaten hinaus bietet die Logistik laut Monney trotz der starken Renditekompression in den letzten Jahren immer noch attraktive Erträge im Vergleich zu anderen Vermögenswerten und eine grosse Chancen zur Risikostreuung.
Hier die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Immobilienbericht:
Sinkende Spitzenrenditen
Die Top-Renditen sind auf 4,1% (netto) gesunken und werden durch den anhaltenden Anlagedruck in einem spätzyklischen Marktumfeld weiter zu den tiefen Renditen anderer Assetklassen aufschliessen. Die Differenz zwischen erstklassigen Logistikimmobilien und Büroliegenschaften liegt damit noch bei rund 150 bis 200 Basispunkten. Bei einzelnen Investoren kann eine allgemeine Lockerung der Anlagestrategien konstatiert werden. Bereits in Logistik investierte Schweizer Immobilienfonds, Aktiengesellschaften und Anlagestiftungen haben angekündigt, ihre Allokation in Logistikimmobilien in den nächsten Jahren weiter zu erhöhen.
Steigendes Mietangebot bei hohem Eigennutzeranteil
Das Angebot ist im Vorjahresvergleich von 390’000 m2 (Angebotsquote von 1,6%) auf 465’000 m2 (Angebotsquote von 1,9%) angestiegen und wird nach wie vor durch Kleinflächen dominiert. Damit ist jedoch nicht auf einen Nachfragerückgang zu schliessen, denn ein Grossteil der geschätzten Nettoabsorption von rund 200’000 m2 pro Jahr wird durch Neuentwicklungen abgedeckt. Der Schweizer Logistikbestand ist nach wie vor durch eine hohe Eigennutzerquote von rund 60 – 70% geprägt.
Divergierende Angebotsmieten
Die teuersten und die günstigsten Angebotsmieten haben sich weiter auseinander divergiert. Die grossflächigen Angebote ab 1’000 m2 zeigen dabei das stärkste Mietzinswachstum.
Hohe Bauinvestitionen in der französisch-sprachigen Schweiz
Die anhaltend hohen Neubauvolumen zeugen von einer guten Nachfrage nach Flächen mit entsprechender Qualität und Grösse. Die Investitionen in Lagerhallen und Depots haben in der letzten Dekade insbesondere in der Romandie zugenommen. Die Kantone Waadt und Freiburg fungieren dabei immer mehr als Bindeglied zwischen der Deutsch- und Westschweiz für duale Logistikkonzepte.
Teil der Schweizer Flächennachfrage fällt aufs grenznahe Ausland
Die grossen Anbieter von Heimelektronik dominieren die nationale Nachfrage nach Verteilzentren. Dennoch verzeichnen die ausländischen Online-Riesen das höchste Umsatzwachstum. Alleine Zalando und Amazon betreiben unweit der Schweizer Grenze E-Fulfillment-Center mit knapp 800’000 m2.
Umnutzung von suburbanen Detailhandelsimmobilien
Insbesondere in den bestehenden Einkaufsgebieten ausserhalb der Städte könnten sich durch die Schwierigkeiten im stationären Handel Opportunitäten für Logistiknutzungen auftun, die dort von guten bau- und zonenrechtlichen Rahmenbedingungen profitieren.
«Real Estate Brains» heisst das neue Online-Format von Immobilienprofis für Immobilienprofis aus der DACH-Region, welches ein Gemeinschaftsprojekt von Swiss Circle, SwissPropTech und Builtworld ist. Die erste Ausgabe stiess auf reges Interesse: 140 Branchenprofis verfolgten am Dienstagmorgen online die Referate von Dr. Christoph Schumacher, Global Head Real Estate bei Credit Suisse Asset Management, Thomas Schnabel, Rechtsanwalt und Partner bei Osborne Clarke sowie Dr. Stefan Fahrländer, Gründer und Partner von Fahrländer und Partner. Durch die kurzweilige Stunde führte Roman H. Bolliger, CEO Swiss Circle.
«Die Spreu trennt sich vom Weizen»
Den Anfang machte Dr. Stefan Fahrländer von Fahrländer und Partner. Er hielt fest: «Der Lockdown hat massive Auswirkungen auf die Staatshaushalte und grossen Einfluss auf die Nutzer- und Transaktionsmärkte.» Grundsätzlich verhielten sich die Länder ähnlich. Die Regulierung werde nicht abnehmen – im Gegenteil: «Es besteht die Gefahr, dass die Regulierung stärker zunehmen wird wie auch die Besteuerung.»
Dr. Stefan Fahrländer, Gründer und Partner, Fahrländer und Partner
Man müsse zwischen kurzfristigen und mittelfristigen Wirkungen unterscheiden, sagte Fahrländer. Kurzfristig, das heisst bei einer Dauer von 2-3 Monaten, dürfte sich der Wohnflächenmarkt in der DACH-Region rasch wieder erholen. Die primären Auswirkungen werde man im gehobenen Segment spüren. Der Geschäftsflächenmarkt hingegen sei von Ausfällen und Reduktionen bei Mietzinseinnahmen betroffen. «Hier ist mit kurzfristigen Ertragsausfällen zu rechnen», sagte Fahrländer. Bei einer kurzen Dauer könne der Leerstand bei Geschäftsflächen steigen und das Konsumverhalten sowie die Büroraumnachfrage eine leichte dauerhafte Verschiebung erfahren. Bei den Transaktionsmärkten würden die laufenden Deals aber weitergehen. Die Budgetziele 2020 sollten erreicht werden können.
Anders sieht es gemäss Fahrländer bei einer Dauer der Krise von 6 Monaten und mehr aus: Der Wohnflächenmarkt dürfte dann zusammenrücken, es sei vor allem in der Peripherie mit Leerständen zu rechnen. Der Geschäftsflächenmarkt sähe sich mit massiven Ausfällen durch Konkurse und Kapazitätsabbau konfrontiert. Das Konsumverhalten und die Büroraumnachfrage würden sich durch einen langanhaltenden Lockdown dauerhaft stark verschieben. Fahrländer hielt fest: «Die Spreu trennt sich vom Weizen. Die Risikoaversion drückt auf Bauland- und Projektpreise. Wer verkaufen muss, muss Preisnachlässe gewähren. Teilweise werden Aktien- und Rohimmobilien vom Markt genommen, da jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist.»
Die Gretchenfrage formulierte Fahrländer so: «Wie lange dauern die Einschränkungen an?» Wie stark die Rezession sein werde und wie man die Verschuldung weginflationieren könne, bleibe abzuwarten. Er ist aber positiv gestimmt, dass die Immobilienbranche trotz allem gut wegkommen werde. Denn Immobilien könnten sich tatsächlich als «das Betongold» von morgen erweisen, wie Roman H. Bolliger festhielt.
«Es wird Anpassungen im Bürosektor und im Einzelhandel geben»
Die durch das Coronavirus verursachten massiven Einschränkungen in der Real-Estate-Branche hat Dr. Christoph Schumacher, Global Head Real Estate, Credit Suisse Asset Management, zunächst unterschätzt. Heute sagt er: «Die Volatilität an der Börse sehen wir auch in den Immobilienmärkten. Mit dem Lockdown waren wir als Branche vor allem im Einzelhandel und im Hotelbereich eingeschränkt.» Schumacher ist grundsätzlich derselben Ansicht wie Fahrländer: «Wir müssen mittel- und langfristige Konsequenzen unterscheiden.» Im Moment sehe er, dass die meisten Transaktionen, die begonnen wurden, auch zu Ende gebracht werden. «Gerade beim Core-Immobiliengeschäft werden die Massnahmen erfreulicherweise so umgesetzt, wie sie schon vor der Krise beschlossen wurden.»
Dr. Christoph Schumacher, Global Head Real Estate, Credit Suisse Asset Management
Zurückhaltung sieht Schumacher aktuell bei neuen Transaktionen. Es gebe aber auch solche, die in der Krise Opportunitäten sehen: «Vor allem Familienbetriebe und Anleger, die auf erstaunlich viel Liquidität sitzen, steigen jetzt in den Immobilienmarkt ein.» Dabei seien vor allem börsennotierte Immobilien von Interesse und gerade in den volatilen Märkten von England und Asien sehe man derzeit Discounts von bis zu 40 Prozent und mehr. Bei den nicht börsennotierten Immobilien, wo die Credit Suisse sehr aktiv ist, seien die Möglichkeiten beispielsweise aufgrund der Lock-up-Perioden beschränkt. In Deutschland sei bei den Immobilienfonds durch die gesetzlichen Vorgaben mit den verlängerten Rückgabefristen weniger Druck zu spüren, was sei sehr positiv sei.
Ein wichtiger Aspekt bei der Credit Suisse sind die Mieter. Die Wohnmietportfolios seien nicht betroffen, aber man habe das eine oder andere Shoppingcenter, wo gerade kleinere Mieter im Einzelhandel unter Druck stehen. Vielen habe man deshalb die Aprilmiete erlassen, sagte Schumacher. «Das war eine einmalige Aktion, um den Mietern Zeit zu verschaffen und die Interessen der Anleger zu wahren, indem drohenden Insolvenzen entgegengewirkt werden konnte.» Für Anleger mache der Erlass weniger als 1 Prozent der Mieterträge aus. Schumacher ist überzeugt: «Die Zeit nach der Krise wird eine andere sein. Wir selber haben trotz vieler Sparmassnahmen das Digitalisierungsbudget hoch gelassen. Wir glauben das PropTec und Digitalisierung langfristig verstärkt auf der Agenda stehen. Es wird Anpassungen im Bürosektor und Einzelhandel geben. Alles in allem werden wir gestärkt rausgehen und auch mittelfristig rechnen wir mit mehr Interesse im Immobiliensektor.»
«Die Rechtslage ist schwierig»
Thomas Schnabel, Rechtsanwalt und Partner bei Osborne Clarke, ist aktuell « an der Front ». Er leitet den Sektor Real Estate and Infrastructure in Deutschland. Zu seinen Mandanten zählen unter anderem Fondsgesellschaften, Projektentwickler, und Einzelhandelsunternehmen sowie eine Vielzahl von Unternehmen als Mieter. Deshalb bekommt er derzeit viel von der Mieterseite mit.
Thomas Schnabel, Rechtsanwalt und Partner, Osborne Clarke
In Deutschland hat der Bundestag erlassen, dass Vermieter von April bis Juni keine fristlose Kündigung aufgrund Zahlungsverzugs aussprechen können, wenn der Mieter seine Miete wegen der Coronakrise nicht bezahlen kann. «Hier sehe ich vor allem die Gastronomie, Hotellerie und den Einzelhandel betroffen», führte Schnabel aus. Er sieht aber auch das Problem der Vermieterseite. In England beispielsweise würden die Mieten quartalsweise anfallen. «Ende März wären die Mieten für das 2. Quartal 2020 fällig gewesen. Bezahlt ein Mieter nicht, fehlen hier also Einnahmen für ein ganzes Quartal.»
In Deutschland sei Aussetzen das Wort der Stunde: «Viele verzichten im April auf die Miete.» Ob die Miete ganz erlassen oder gestundet werde, müsse individuell entschieden werden. «Die Rechtslage ist in Deutschland extrem schwierig. Es gibt keine klaren Richtlinien», sagte Schnabel. Die Diskussion unter den Juristen drehe sich aktuell immer um dieselben Themen: Zur Mietminderung würde zum einen das Vorliegen des Mangels an der Mietsache berechtigen. Beruht die Schliessung auf einer behördlichen Anordnung, sei für die Mietminderung entscheidend, ob die Anordnung einen Mangel an der Mietsache darstelle. Und als dritte Option komme die Mietminderung aufgrund Einschränkung der Gebrauchsüberlassung in Frage.
«Mittlerweile werden von den Juristen Entscheide von 1915 ausgegraben und anhand dieser versucht, die damaligen Urteile auf heute zu translatieren», so Schnabel. Für den Rechtsanwalt ist klar: «Anstatt am Ende die Gerichte entscheiden zu lassen, wer die besseren Argumente hat, müssen wir gemeinsam Lösungen suchen und diskutieren, was man kurz-, mittel- und langfristig macht.»
Die langfristigen Folgen der aktuellen Situation sind zwar noch nicht abzusehen, jedoch steht die Schweizer Immobilienwirtschaft vor gewaltigen Herausforderungen.
Nach Einschätzung der Befragten weisen Wohn- und Logistikimmobilien eine vergleichsweise hohe Stabilität auf. Logistikimmobilien könnten aufgrund der steigenden Belieferungen sogar profitieren, jedenfalls aber ihr Preisniveau halten. Bei den Büro- und Detailhandelsimmobilien rechnen hingegen 76 Prozent mit fallenden Preisen. Vor der grössten Herausforderung stehen jedoch Hotelimmobilien. Entscheidend sei, wie lange die Krise anhält und welche langfristigen Auswirkungen die Pandemie habe.
Es gehen 89 Prozent der Befragten von einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld aus und 62 Prozent denken, dass künftige Kreditvergaben restriktiver werden. Für die Milderung der Notlage wünschen sie sich Erleichterungen im Besteuerungs-, Erhebungs- und Vollstreckungsverfahren. Zudem schlägt ein Drittel werden erhöhte Abschreibungsmöglichkeiten vor und ein Viertel hält den vorübergehenden Verzicht auf die Erhebung der Mehrwertsteuer für ein hilfreiches Instrument.
Erstmals in seiner Geschichte nimmt Curem unter seinem Managing Director Andreas Loepfe zu einer Tagesaktualität Stellung. So stehen für einmal nicht langfristige Themen wie etwa das Real Estate Management im Fokus, sondern das Corona-Virus, das sich rasend schnell verbreiten und noch schnellere Entscheidungen abverlangt. Rolf Frey, Leiter Indirekte Immobilien, Maerki Baumann und Co. AG, verdeutlichte dies anhand der Nachfrage nach Dividendentiteln: «Vor Corona war die Nachfrage gross. Man musste investieren. Dann jedoch brach der Markt zusammen. Viele Leute brauchten Geld und mussten verkaufen. Viele Immobilientitel waren überbewertet. Teilweise wurden 500’000 Titel pro Tag gehandelt. Dieser Verkaufsdruck führte zu Kurseinbrüchen.»
Dreigeteilter CH-Markt Jan Eckert, CEO Switzerland von Jones Lang LaSalle Ltd, erzählte von einem Hongkong-Kollegen, der 16 Wochen Home-Office hinter sich hat: «Und es funktioniert recht gut.» Seine Beobachtung: «Alle grossen Vermietungsverhandlungen ab 5’000 Quadratmetern laufen weiter. Bei kleineren Deals warten man ab. Einzig direkt von Corona betroffene Unternehmen wie Airlines oder Hotels verzichten ganz auf neue Flächen. Aktuell würde «der berühmteste Makler der Nation» Jan Eckert, den Markt dreiteilen: Es läuft weiter wie bisher (I), rigoroses Repricing (II) und gestoppte Deals (III).
Zurückhaltende Käuferschaft Claude Ginesta, CEO und Inhaber von Ginesta Immobilien AG, zeigt die Wirkung der aktuellen Situation bei private Immobilienanlagen: «Viele Kunden sind bereit, ihre Zusagen aufrechtzuerhalten. Wir sehen aber auch, dass nur wenige neue Liegenschaften auf den Markt kommen. Viele Investoren hoffen auf einen günstigeren Kaufpreis in den nächsten Monaten. Verkäufer vertrauen dagegen weiter auf die noch immer starke Immobilien-Währungen. Die Käufer halten sich aber ganz klar zurück. Entwicklungsprognosen sind daher im Moment schwierig.»
Bitte kein Ausgangsverbot! Für Béatrice Schaeppi, CEO von Schaeppi Grundstücke Verwaltungen AG, hat sich die Lage massiv verändert: «Wir haben einen gewaltigen Mehraufwand, da vieles neu geregelt werden muss. Die anstehenden Wohnungswechsel Ende dieses Monats können jedoch weitgehend durchgeführt werden. Die Mieter sind durch immer wieder neue Weisungen des BAG etwas verunsichert. Es läuft aber im Allgemeinen sehr gut. Bei der Wohnungsübergabe wird Abstand gehalten, wir tragen Handschuhe, sicher gibt es einige Mieter die nicht anwesend sein wollen, was den administrativen Aufwand massiv erhöht. Ein Ausgangsverbot würde uns momentan massiv treffen. So suchen wir täglich nach neuen kreativen Lösungen.»
Stabiles Zins-Niveau Dr. Stefan A. Heitmann, Founder & CEO von MoneyPark AG, spricht puncto Hypothekargeschäft von einem sehr volatilen Kapitalmarkt, aber kaum veränderten Prognosen: «Die Hypothekarzinsen bleiben attraktiv. Sie sind zwar kürzlich gestiegen, dann gab es eine Gegenbewegung dank FED-Massnahmen. Die Swap-Sätze (Refinanzierungssatz für Banken; Anm. d. Red.) sind im Jahresvergleich auf einem tiefen Niveau. Wir verändern unsere Prognose aktuell nicht gross, da der Schweizer Hypothekarmarkt stark reguliert, gesund und tief belegt ist. Wenn keine lange Rezession stattfindet, erwarten wir eine Delle in unserem strukturell gesunden Markt.»
Stabil, aber … «Die Schweizer Volkswirtschaft ist einem «perfekten Sturm» ausgesetzt», sagt Dr. Adriel Jost, Head of Economics bei Wellershoff & Partners. Er vergleicht sie mit einem stabil gebauten Haus. «International sind dagegen viele Häuser nur notdürftig reparierte. Die internationale Unternehmens- und Staatsverschuldung ist gigantisch – siehe etwa die USA. So gesehen war die Schweiz während der letzten 10 Jahre sehr verwöhnt. Durch die kritische Weltwirtschaftslage wird sich zeigen wie gesund und sicher die Banken wirklich sind.»
Blosse Symptom-Bekämpfung Prof. Dr. Thorsten Hens, Professor für Finanzmarktökonomie an der Universität Zürich, verweist auf die Historie der Aktienmärkte, die immer wieder von Abstürzen gekennzeichnet war. «Viele Staaten haben via ihre Nationalbanken massive Hilfsprogramme gestartet. Die eingepumpte Liquidität kann jedoch nur die Symptome bekämpft, nicht das effektive Problem. Wir vermuten, dass wir nicht aus der Finanzkrise der 30iger Jahre lernen können, da sich die Märkte insgesamt nicht schnell genug erholen. Es ist zu erwarten, dass wir in eine Rezession gleiten. Oder anders gesagt: Nicht ganz freie Gesellschaften kommen mit einer Corona-Krise besser zurecht, weil man die Leute zwingen kann. Die Leute wollen aus der Finanzkrise lernen, aber die Corona-Krise wiegt stärker und langfristiger.»
Frosch- statt Vogelperspektive Dr. Dr. Urs Hausmann, Inhaber von Dr. Urs Hausmann Strategieberatung, fasst abschliessend einige Gedanken seiner Vorredner zusammen und sagt: «Die Schweiz hat eine gute Ausgangslage. Aber es herrscht ein Mangel an Marktinformationen. Wir argumentieren alle aus der Frosch-Perspektive und es ist höchst schwierig, eine Vogelperspektive einzunehmen. Momentan ist eine akkurate Marktanalyse sehr schwierig. Der Immobilienmarkt ist spät-zyklisch und sehr träge. Jetzt ist ein professionelles Risikomanagement bedeutend, um sich auf das Schlimmste vorzubereiten».
Es bleibt spannend Zusammenfassend lässt sich sagen, das Alte ist aus den Fugen geraten und das Neue noch nicht da. Die Asset-Märkte werden noch von der alten Welt dominiert. Wir wissen heute nicht wie die Banken global reagieren. So gesehen sind Prognosen schwierig und die Meinungen gehen weit auseinander. Es bleibt spannend und wir bleiben dran. (MnM)
Der geräumige Wohnbereich befindet sich im 1. Stock.
Jede der vier Villen erhielt einen Namen von den vier Dryaden Schwestern: Orea, Balanis, Karya und Syke.
Baden mit Blick auf den Vierwaldstättersee: Das bietet die in die Fensterbank eingelassene Corean-Badewanne.
Die Gemeinde Vitznau wird nicht umsonst «Luzerner Riviera» genannt: Liegt sie doch direkt am Ufer des Vierwaldstättersees und am Südfuss der Rigi. Sie ist gut geschützt, so dass hier problemlos Palmen und Wein gedeihen. Neu besitzt Vitznau mit der vier Villen umfassenden Siedlung «Dryade» auch ein besonderes architektonisches Werk, welches die Schweizer Architektin Ivana Calovic-Putincanin, Inhaberin von LakeSideDevelopment AG, erschaffen hat.
In der griechischen Mythologie sind Dryaden die Baumnymphen. Und so stehen die vier Bauten wie die griechischen Naturwesen im direkten Dialog mit ihrer Umwelt und dazu noch an unverbaubarer Südlage mit Seeblick am Ende einer privaten Strasse. Ohne erkennbare Grenzen, einem Dach oder einem Sockel verbinden sich die Häuser mit dem Hang und setzen sich mit ihrer weissen Farbe dennoch von der Natur ab. Die 56-jährige Architektin ist bekannt für extravagante Bauten, die sich wie selbstverständlich ins Gelände einfügen.
Eine Garage wie ein Ballsaal Die schönste und grösste der vier Villen ist die Villa Orea mit 7½ Zimmern und einer Wohnfläche von 404 Quadratmetern: Hier spielt die Architektur mit dem Licht, das sich im See spiegelt, und dem Grün der umliegenden Natur. Dank klaren Linien und akribischer Perfektion verschmilzt die Naturkulisse mit der Architektur. Die Villa Orea strahlt auf einer Grundstückfläche von 630 Quadratmetern Ruhe und Eleganz aus.
Bereits die Garageneinfahrt ist aussergewöhnlich: Die Kronleuchter, die von der hohen Betondecke hängen, und die goldene Rückwand geben einem das Gefühl, als würde man direkt in einen Ballsaal fahren. Zur Villa Orea gehört eine Garage mit drei Abstellplätzen. Betritt man das Haus von aussen, führt der Weg über eine Steinbrücke. Die Eingangshalle ist knapp 5 Meter hoch und mit einem 8,5 Meter langem beleuchteten Aquarium ausgestattet. Heller Kalkstein und Einbauten aus dunklem Wenge-Holz ziehen sich durch alle drei Stockwerke. Im 1. Stock erwarten einem auf 150 Quadratmeter Ganzglasfenster, seitliche Terrassen sowie eine moderne Küche mit einer grosszügig ausgestatteten Hausbar. Von der Küche aus hat man den gesamten Raum im Blick. Bei Nichtgebrauch verschliessen sich Hausbar, Küchengeräte und Arbeitsflächen hinter raumhohen Wenge-Türen. Schaut man in die Ferne, sieht man weit über den Vierwaldstättersee auf den Bürgenstock und den Pilatus.
Rahmenlose Fenster, Dampfbad und Teppanyaki Zwei Treppen führen in das nächste Geschoss: Hier befinden sich die privaten Räumlichkeiten. Drei Zimmer sind gegen die Abendsonne ausgerichtet. Die Master-Suite befindet sich an der prominentesten Lage ganz vorne Richtung See. Zur Suite gehört ein Ankleidezimmer, eine Wellness-Dusche mit Lichttherapie sowie ein Bad mit Armaturen aus Edelstahl und mit einer in die Fensterbank eingelassenen Corian-Badewanne mit Weitsicht. Eine Treppe führt von hier aus direkt zum Dampfbad und auf die Dachterrasse.
Die Dachterrasse ist dann auch das Herzstück der Villa Orea: Steinwege führen durch den 230 Quadratmeter grossen, begrünten Garten. Vorne überblickt man die Siedlung, das Park-Hotel, den See und die Berge. In der Mitte findet man die Aussenküche samt Gasgrill und Teppanyaki sowie einen erhöhten Wellnessbereich mit Swimmingpool inklusive Gegenstromanlage, Whirlpool und Aussendusche mit Blick auf den Rigi-Südfuss und den Parkwald.
Die Villa ist barrierefrei und verfügt über einen internen Lift, eine Alarmanlage, Bodenheizung und Kühlung. Eine kontrollierte Lüftung, die zentrale Staubsaugeranlage sowie ein Wäscheabwurf und viele weitere Extras sorgen für maximalen Wohnkomfort. Der öffentliche Verkehr ist 450 Meter entfernt. Geschäfte, Kindergarten und Grundschule befinden sich im Umkreis von 1100 Metern. ■
Das Projekt «Pi» bietet ein neuartiges Wohnkonzept mit Piazza und vertikalen Nachbarschafts-Clustern.
Das höchste Holzhochhaus der Schweiz soll achtzig Meter hoch werden und stelle ökologische wie soziale Nachhaltigkeit ins Zentrum, schreibt Implenia in einer Mitteilung. Mit dem Projekt «Pi» möchte die V-Zug preisgünstige Wohnungen für ihre Mitarbeitenden erstellen, die auch dem Wunsch nach urbanem Wohnen und individuellen Lebensformen gerecht werden. Angestrebt werden sozial durchmischte Nachbarschaften. Das heisst, dass man das Zusammenleben mit geschossweise geclusterten Begegnungsorten und Gemeinschaftsräumen fördern möchte. In einer Gesamtleistungsstudie überzeugte das Team von Duplex Architekten aus Zürich mit WaltGalmarini und Implenia, welches als Siegerprojekt erkoren wurde.
Das vom Duplex-Team geplante Gebäude weist 27 Geschosse mit insgesamt 199 Wohnungen auf. Nach jeweils sechs Geschossen überragt das nächstfolgende das darunterliegende, so wächst das Hochhaus etwas in die Breite. Im Gebäude werden verschiedene Wohnungstypen realisiert: So soll jeweils eine dreigeschossige «Piazza» das Zusammenleben der Bewohner fördern. Dabei entstehen geschossübergreifende «Nachbarschaften» von 20 bis 24 Wohnungen des gleichen Typs.
Rahmentragwerk aus Buchenholz Beim Bau wird der Rohstoff Holz mit bewährten Bauweisen kombiniert. Mit einem äusseren und inneren Rahmentragwerk – einem sogenannten Tube-in-Tube-System – wird eine grosse Spannweite und grosse Flexibilität in der Grundrissgestaltung erreicht, betonen die Projektverantwortlichen. Ein lineares, sichtbar bleibendes Holzrahmentragwerk stabilisiert das Hochhaus.
«Die neu entwickelten Holz-Beton-Verbunddecken haben die gleiche Konstruktionsstärke wie herkömmliche Betondecken, sind aber wesentlich leichter und erzeugen in der Herstellung bedeutend geringere Treibhausgasemissionen», sagt
Anita Eckardt, Leiterin Division Spezialitäten bei Implenia. Bei dem Bauvorhaben versuche man zudem, Baustoffe mit hohen CO2-Emissionen in der Tragstruktur und den Innenräumen durch Holz zu ersetzen. Von aussen wird viel Keramik und Glas zu sehen sein. Durch Photovoltaikmodule in der Fassade soll das Gebäude zum Energieproduzenten werden und einen Teil seines Strombedarfs selbst decken. Erneuerbare Wärme und Kälte aus dem Boden sowie dem Zugersee versorgen das Gebäude zusätzlich energetisch. Die ökologische Nachhaltigkeit soll auch später im Betrieb gewährleistet werden.
In einem nächsten Schritt wird ein Bebauungsplan für das Geviert Baarer-, Göbli-, Industrie- und Mattenstrasse erarbeitet. Läuft alles nach Plan, soll mit dem Bau Ende 2021 gestartet werden. Die Fertigstellung ist auf 2024 vorgesehen. Das Holzhochhaus bildet auch den Auftakt für die Entwicklung eines Tech Clusters Zug auf dem Stammareal der V-Zug. ■
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