Schlagwort: Kosten

  • Landsgemeinde entscheidet über Braunwalds Erschliessung

    Landsgemeinde entscheidet über Braunwalds Erschliessung

    Die künftige Erschliessung von Braunwald wird von der Landsgemeinde 2025 bestimmt. Nach intensiven Diskussionen in Politik und Öffentlichkeit ermöglicht eine Revision des Gesetzes über den öffentlichen Verkehr, dass die Bürger über die Erschliessungsvariante entscheiden können. Der Regierungsrat favorisiert die Modernisierung der Standseilbahn als wirtschaftlichste Lösung mit geringem Verfahrensrisiko und kürzerer Bauzeit.

    Die favorisierte Lösung
    Nach einer langen Evaluationsphase entschied sich der Regierungsrat für eine neue Standseilbahn, die als kosteneffizienteste und praktikabelste Option gilt. Sie verursacht Investitionskosten von 24 Millionen Franken und Betriebskosten von 3 Millionen Franken pro Jahr. Im Vergleich zu einer Gondelbahn, deren Bau fast doppelt so teuer wäre und eine längere Verfahrensdauer von bis zu zehn Jahren hätte, bietet die Standseilbahn deutliche Vorteile. Eine automatisierte Standseilbahn würde zudem eine fahrplanunabhängige Nutzung ermöglichen.

    Gesetzliche Anpassungen zur Einbindung der Landsgemeinde
    Der Regierungsrat hat entschieden, die Erschliessung von Braunwald in einem neuen Artikel des Gesetzes über den öffentlichen Verkehr festzuschreiben, was eine Diskussion und Abstimmung auf der Landsgemeinde 2025 ermöglicht. Damit erhält die Bevölkerung das letzte Wort in dieser wichtigen infrastrukturellen Entscheidung. Sollte die Landsgemeinde für eine alternative Gondelbahn stimmen, würde der Regierungsrat die entsprechenden Planungsanpassungen einleiten.

    Investitionen und Zukunftsperspektiven
    Die geplanten Investitionen von 24 Millionen Franken für den Bau der Standseilbahn und 3 Millionen Franken für den Betrieb schaffen eine nachhaltige und zukunftsorientierte Erschliessung für Braunwald. Der Regierungsrat erwartet, dass durch die Entscheidung der Landsgemeinde ein wichtiger Schritt in Richtung wirtschaftlicher und umweltfreundlicher Mobilität gesetzt wird, der die Region langfristig stärkt und den Tourismus fördert.

  • Wohnraumerschwinglichkeit in der Schweiz

    Wohnraumerschwinglichkeit in der Schweiz

    Die durchschnittliche Mietbelastung aller Haushalte in der Schweiz liegt je nach Definition des Verhältnisansatzes zwischen 17% und 27,8%. Die Analyse zeigt, dass die Bewertungen zur Unerschwinglichkeit von Wohnraum je nach gewähltem Messansatz erheblich variieren: Der Anteil der Haushalte, für die Wohnraum nicht erschwinglich ist, reicht von 6,7% bis 26%. Diese Unterschiede verdeutlichen die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung der Wohnkostenbelastung.

    Einfluss der Einkommensklasse und Haushaltstypen
    Die Differenzierung der Haushalte nach Einkommensklasse und Haushaltstyp beeinflusst die Mietbelastung erheblich. Haushalte im untersten Einkommensquintil wenden bis zu 51% ihres verfügbaren Einkommens für die Bruttomiete auf, während Haushalte im obersten Quintil maximal 17,2% zahlen. Besonders stark betroffen sind Single-Haushalte über 65 im untersten Einkommensquintil mit einer Mietbelastung von bis zu 64%.

    Verhältnisansatz als bevorzugte Methode
    Der Verhältnisansatz, der die Wohnkostenbelastung als Anteil des Einkommens misst, gilt als praktikabler als der theoretisch optimale Residualeinkommensansatz. Der differenzierte Verhältnisansatz, der nach Einkommensklasse und Haushaltstyp variiert, ermöglicht eine genauere Beurteilung der Wohnraumerschwinglichkeit und ist besser anwendbar als reine Mietkostenbenchmarks. Granulare Daten zu Bevölkerung, Einkommen und Wohnungen unterstützen diese differenzierte Analyse.

    Notwendigkeit einer klaren Definition und weiterer Forschung
    Für die Planung von erschwinglichem Wohnraum müssen Konzept und Ziele klar definiert sein. Eigentümer und Entwickler können nur dann zielgerichtete Angebote schaffen, wenn präzise Schwellenwerte für verschiedene Haushaltstypen und Einkommensklassen vorliegen. Zukünftige Forschung sollte sich auf die Bestimmung geeigneter Schwellenwerte konzentrieren und klären, welche spezifischen Komponenten der Wohnkosten und des Einkommens in der Erschwinglichkeitsanalyse berücksichtigt werden sollten.

    Optimierung der Preisgestaltung zur Förderung von Investitionen
    Eine differenzierte Preisgestaltung, die sich an den faktischen Einkommen orientiert, kann Leerstands- und Vermietungsrisiken mindern und Investitionen in neue Wohnungen fördern. Die Anwendung eines differenzierten Verhältnisansatzes bietet eine solide Grundlage zur Beurteilung der Wohnraumerschwinglichkeit in der Schweiz und trägt zur Schaffung von nachhaltigem und bezahlbarem Wohnraum bei.

  • Erfolgreicher Abschluss des Vorprojekts für den Campus Horw

    Erfolgreicher Abschluss des Vorprojekts für den Campus Horw

    Mit dem erfolgreichen Abschluss des Vorprojekts zur Erweiterung und Erneuerung des Campus Horw rückt die Vision eines modernen Bildungsstandorts einen bedeutenden Schritt näher. Die Phase des Vorprojekts diente dem Zweck, detaillierte Erkenntnisse über die Entwicklung und Kostenstruktur des Bauvorhabens zu gewinnen. Trotz der erwarteten Mehrkosten durch externe Faktoren wie Bauteuerung und nachhaltigkeitsorientierte Massnahmen sind die ursprünglichen Projektkosten von 365 Millionen Franken weitgehend bestätigt worden.

    Kostenentwicklung und Einflussfaktoren
    Die Analyse hat gezeigt, dass neben der Bauteuerung, die rund 18 Prozent der Anstiegskosten ausmacht, auch Anpassungen der Mehrwertsteuer erheblich zu Buche schlagen. Weitere Mehrkosten im Bereich Nachhaltigkeit und Projektentwicklung sowie gesetzliche Nachhaltigkeits-Zertifizierungen erhöhen den finanziellen Rahmen. Insgesamt wird nun mit Gesamtaufwendungen von 600 Millionen Franken gerechnet, inklusive Reserven von etwa 78 Millionen Franken. Diese Summe liegt weiterhin im Rahmen vergleichbarer Projekte ähnlichen Ausmasses in der Schweiz.

    Relevanz für Bildung und Wirtschaft
    Regierungsrat und Finanzdirektor Reto Wyss betonen die kontinuierliche Überwachung und Prüfung der Kostenentwicklung durch die zuständige Dienststelle Immobilien. Das Projekt bleibt kontinuierlich im geplanten Budgetrahmen, und der zusätzliche Finanzbedarf wird durch die Überprüfungsergebnisse verständlich erklärt. Die projektbezogenen Entscheidungen und Informationsweitergaben werden transparent gehalten, um das Vertrauen der Öffentlichkeit zu sichern.

    Der Kanton Luzern hat diese Grossbaurealisierung an eine gemeinnützige Aktiengesellschaft ausgelagert, die «Immobilien Campus Luzern-Horw AG». Dies ermöglicht eine effiziente und zielgerichtete Bauausführung unter Einhaltung des Volksentscheids und ohne Einfluss auf die bereits bewilligten Sonderkredite.

    Ausblick und Bedeutung für die Region
    Bildungsdirektor Armin Hartmann unterstreicht die überregionale Bedeutung des Projekts: «Der Campus Horw wird die Bildungslandschaft und den Wirtschaftsstandort nachhaltig prägen. Seine Auswirkungen reichen weit über die Grenzen Luzerns hinaus in die gesamte Zentralschweiz.» Die Realisierung dieses visionären Projekts wird daher ausdrücklich begrüsst und unterstützt.

    Der erfolgreiche Abschluss des Vorprojekts hat den Weg zur nächsten Phase des Bauprojekts geebnet. Die Projektsteuerung wird zeitnah die weiteren Schritte einleiten, wobei der Baustart für das Jahr 2026 avisiert ist.

  • CBRE Schweiz Bericht über den Retail-Markt Q3 2023

    CBRE Schweiz Bericht über den Retail-Markt Q3 2023

    Die Analyse hebt die anhaltend hohen Spitzenmieten in Zürich und Genf hervor. Insbesondere erreicht die Zürcher Bahnhofstrasse mit CHF 11.000 pro Quadratmeter und Jahr den Spitzenwert, während die Genfer Rue du Rhone mit CHF 6.500 folgt. Diese Zahlen reflektieren die starke Nachfrage nach Luxus-Einzelhandelsflächen, die durch die Pandemie und deren Nachwirkungen noch verstärkt wurde.

    Leerstandsquoten und ihre Bedeutung
    Mit einer durchschnittlichen Leerstandsquote von nur 1,7% in den untersuchten Städten bestätigt die Analyse die hohe Marktnachfrage und -stabilität. Interessanterweise liegt die optimale Leerstandsquote laut der Studie bei 1,27%, während der durchschnittliche strukturelle Leerstand von 1980 bis 2022 bei etwa 1,07% lag. Dies zeigt, dass der tatsächliche Leerstand in der Schweiz tendenziell unter dem idealen Wert für eine stabile Preisentwicklung liegt.

    Die aktuellen Daten deuten darauf hin, dass der Schweizer Einzelhandelsmarkt für Immobilienfachleute weiterhin attraktiv bleibt. Die stabilen Mieten und geringen Leerstandsquoten sind Indikatoren für einen gesunden und dynamischen Markt, in dem Investitionen und Entwicklungen florieren können.

    Zugang zum Detailbericht
    Für vertiefte Einblicke und detaillierte Daten steht der vollständige Bericht in englischer Sprache über das webbasierte Retail Tool von CBRE Schweiz zur Verfügung.

  • Zweitwohnungssteuer: WAK-N startet Konsultationsprozess

    Zweitwohnungssteuer: WAK-N startet Konsultationsprozess

    Im Kontext der geplanten Reformen bei der Wohneigentumsbesteuerung hat die WAK-N eine Initiative ins Leben gerufen, die eine Anpassung der Verfassung vorsieht. Ziel ist es, den Kantonen die Möglichkeit zu geben, bei selbstgenutzten Zweitwohnungen eine besondere Liegenschaftssteuer einzuführen, vor allem in Regionen, in denen die Abschaffung des Eigenmietwerts finanzielle Einbussen bedeuten könnte.

    Diese Massnahme soll den Kantonen helfen, potenzielle finanzielle Verluste durch den Systemwechsel auszugleichen. Die WAK-N hat diesen Vorschlag in ihrer Sitzung am 30. Oktober 2023 einstimmig angenommen. Durch diese Änderung können Kantone von den üblichen Besteuerungsgrundsätzen abweichen, sofern sie auf die Besteuerung des Eigenmietwerts verzichten und stattdessen auf selbstgenutzte Zweitliegenschaften eine erhöhte Liegenschaftssteuer erheben.

  • Kooperative Planungsprozesse für mehr bezahlbaren Wohnraum im Berggebiet

    Kooperative Planungsprozesse für mehr bezahlbaren Wohnraum im Berggebiet

    Die Sorge um bezahlbaren Wohnraum ist spätestens mit Corona von den Ballungszentren in die Berggebiete geschwappt: die ungebrochene Nachfrage nach Zweitwohnungen, die vom Raumplanungsgesetz gewollte Verknappung von Bauland und die durch das Zweitwohnungsgesetz angefeuerte Preisspirale im altrechtlichen Bestand tragen dazu bei, dass bezahlbare Wohnungen für Fachkräfte und Familien knapper werden und die Wohnmobilität abnimmt.

    Vor dem Hintergrund steigender Bau- und Finanzierungskosten stellt sich die Frage, ob die Bereitstellung bezahlbarer (Miet-) Wohnungen im alpinen Raum mit kooperativen Planungsprozessen ermutigt werden kann. Dazu müssen Dialogverfahren, die sich im Unterland in Grossprojekten mit professionellen Entwicklern und institutionellen Investoren bewährt haben, auf kleinere Projekte von Privateigentümern ausgerichtet werden.

    Die erste Voraussetzung für einen erfolgreichen Eigentümerdialog ist, dass Gemeindevorstände klären, wo sie stehen, und was sie wollen: Es braucht einen möglichst breiten politischen Konsens darüber, was die Gemeinde als Wohnstandort auszeichnet, welche Zielgruppen sie ansprechen will, was die Gemeinde diesen Zielgruppen bieten kann und wie das Wohnungsangebot ergänzt werden soll.

    Die zweite Voraussetzung ist, dass Gemeindevorstände Grundeigentümern vermitteln, welche planrechtlichen Weichenstellungen kurz-, mittel- und langfristige anstehen, und wie sich Handlungsmöglichkeiten verändern. Ziel ist nicht, bauwilligen Grundeigentümern eine Richtung vorzuschreiben, sondern mit möglichst vielen Eigentümern abzuklären, wer unter welchen Bedingungen bereit wäre, Bauland- und Planungsreserven zu aktivieren oder in den Wohnungsbau zu investieren.

    Eine grosse Herausforderung ist dabei die Vermittlung der komplexen und für Laien kaum nachvollziehbaren planerischen und planrechtlichen Auflagen und Prozesse, und die emotional an-spruchsvolle und ordnungspolitisch kontroverse Debatte um Auszonungen und Markteingriffe.

    Eine weitere Herausforderung ist die soziale Kleinräumigkeit in vielen Berggemeinden: Vorstände und Eigentümer kennen sich, es gibt Vorgeschichten. Gerade in kleineren Gemeinden können schriftliche Befragungen oder gemeinsame Informations- und Diskussionsveranstaltungen mit Nachbargemeinden Missverständnisse und Misstrauen etwas entschärfen.

    Schliesslich müssen Gemeinden Wege finden, Zweitwohnungsbesitzer besser zu verstehen und einzubinden. Obwohl die Beziehungen vielerorts vorbelastet sind, zeigen Befragungen und Fo-kusgruppen, dass rund ein Drittel der Zweitwohnungsbesitzer aus dem In- und Ausland bereit wären, einen Beitrag an die Wohnraumversorgung für Einheimische und Fachkräfte zu leisten.

    Bedingung ist, dass Gemeinden Zweitwohnungsbesitzer auf Augenhöhe einbinden, investitionsreife Projekte vor-bereiten und mit ins Risiko gehen. Informationsanlässe zur Gemeindeentwicklung und ein regelmässiger Austausch mit interessierten (auch nicht-organisierten) Zweitwohnungsbesitzern helfen, Beziehungen aufzubauen und Vertrauen zu schaffen.

    Die dritte Voraussetzung für einen erfolgreichen Eigentümerdialog ist, dass alle beteiligten Akteure bereit sind, Kompromisse einzugehen, um bezahlbaren und bedürfnisgerechten Wohnraum für Einheimische und Zuzüger zu schaffen. Das zeigt sich beispielhaft an der Umnutzung von Bestandsbauten in geschützten Ortsbildern, bei der es Goodwill und Pragmatismus braucht, um Zielkonflikte zu entschärfen und tragbare Lösungen zu finden.

    Kooperative Planungsprozesse verlaufen selten geräuschlos: sie erfordern eine gute Vorbereitung, politisches Kapital und Dialogbereitschaft. Sie schaffen keine Planungssicherheit. Ein klarer Fokus und ein starkes Bekenntnis zur gemeinsamen Lösungsfindung erhöhen aber die Chancen, dass private Eigentümer einen Beitrag an die Bereitstellung von bezahlbaren Wohnungen in Berggebieten leisten können.

  • Angebotsmieten ziehen schweizweit an

    Angebotsmieten ziehen schweizweit an

    Der vom digitalen Immobilienmarktplatz Homegate in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank monatlich erhobene Mietindex hat im Oktober auf dem Stand von 123,8 Punkten geschlossen. Im Vergleich zum Vormonat legte der Index damit insgesamt um 0,4 Prozent zu, informiert Homegate in einer Mitteilung. Im Jahresvergleich wurde schweizweit ein Anstieg um 4 Prozent beobachtet.

    Im Jahresvergleich bewegten sich dabei die Mieten in allen Kantonen nach oben, informiert Homegate. Am stärksten zogen sie mit 7,5 Prozent in Glarus an. Es folgen das Wallis, die beiden (zusammengefassten) Appenzeller Kantone, Zürich, Schaffhausen und Schwyz mit Steigerungen zwischen 6,9 und 5,3 Prozent. Auch die im Index erfassten acht Schweizer Städte weisen im Jahresvergleich gestiegene Angebotsmieten auf.

    Im Vergleich zum September zogen die Mieten in den meisten der Kantone und sechs der acht erfassten Städte an. Einen leichten Rückgang der Angebotsmieten haben die Fachleute von Immobilienmarktplatz und Kantonalbank lediglich in den Kantonen Obwalden, Nidwalden und Schwyz sowie in den Städten Genf und St.Gallen beobachtet. Innerhalb der Kantone legten die Mieten am stärksten in Glarus, Schaffhausen und Uri zu. Bei den Städten wurde die höchsten Anstiege in Zürich, Genf, Bern und Lugano beobachtet.

    Homegate ist ein Geschäftsbereich der SMG Swiss Marketplace Group AG. In dieser sind die digitalen Marktplätze von TX GroupRingier und Mobiliar vereint.

  • Einschätzung des Zinsmarktes

    Einschätzung des Zinsmarktes

    Die aktuellen Daten zur Inflation zeigen eine Kerninflation von 1,50%, was als positives Zeichen gesehen wird. Miet- und Energiekosten tragen wesentlich zu den jüngsten monatlichen Anstiegen bei, wobei Mieten sowohl im Quartals- als auch im Jahresvergleich gestiegen sind. Zukünftige Auswirkungen von Mietpreisanpassungen, die durch den im Juni 2023 aktualisierten hypothekarischen Referenzzinssatz verursacht wurden, werden ab November sichtbar sein.

    Das Bundesamt für Wohnungswesen hat bestätigt, dass der Referenzzinssatz im September bei 1,50% bleibt. Dennoch könnte eine Erhöhung des Durchschnittszinssatzes auf über 1,625% im Dezember zu weiteren Mietpreisanstiegen und damit zu Inflationsspitzen im kommenden Jahr führen.

    Die verzögerten Auswirkungen der Geldpolitik werden zunehmend spürbar, insbesondere auf dem Arbeitsmarkt der Schweiz, wo die Arbeitslosigkeit allmählich ansteigt und die Zahl der offenen Stellen abnimmt.

    Die Quartalsdaten für das zweite Quartal zeigen im Vergleich zum starken ersten Quartal (+0,90%) nur ein geringes Wachstum von 0,02%. Die SECO erwartet dennoch ein positives Wirtschaftswachstum für das Jahr 2023 und einen kontinuierlichen Rückgang der Inflation. Diese Trends untermauern die Erwartung, dass keine weiteren Zinsanpassungen durch die SNB erforderlich sind.

    Die Swapkurve hat sich im Vergleich zum letzten Monat abgeflacht und zeigt weiterhin eine gewölbte Struktur. Die kurzfristigen Swapsätze deuten auf eine geringe Chance für eine Zinserhöhung im September hin.

    Prognose von Avobis
    Es erscheint sehr wahrscheinlich, dass die SNB den Leitzins in der kommenden Sitzung am 21. September unverändert lassen wird. Der Einfluss von Mietpreissteigerungen auf die Inflation bleibt eine Variable, die genau beobachtet werden sollte. Falls bis zum Jahresende keine besorgniserregenden Inflationsanstiege festgestellt werden, könnte die Zinskurve eine inverse Struktur annehmen.

  • Borobotics baut Prototypen seines Bohrroboters für Geothermie

    Borobotics baut Prototypen seines Bohrroboters für Geothermie

    Borobotics geht seiner ersten Testbohrung über 20 Meter entgegen. Dem Firmen-Newsletterzufolge soll diese Ende September mit dem Prototypen des selbst entwickelten Bohrroboters namens Grabowski stattfinden. Die meisten Teile und die Motoren seien nun eingetroffen, mit der Montage könne begonnen werden. Er soll den Bohrprozess für erdgekoppelte Wärmepumpen revolutionieren.

    Problematisch bei den derzeitigen Techniken zur Erschliessung von Erdwärme sind laut Borobotics der grosse Platzbedarf für die Baumaschinen von mindestens 50 Quadratmetern und der zur nächsten Bohrung notwendige Abstand von 10 Metern. Zudem könne die Schlagenergie des herkömmlichen Bohrers Erdbeben auslösen. Wasserschichten würden zu spät erkannt und durchdrungen. Zudem seien diese Geräte sehr laut, teuer und personalintensiv.

    Im Gegensatz dazu ist beim Grabowski alle Gerätschaft für das Bohren im Bohrloch integriert. Der Roboter gräbt sich autonom und energieeffizient bis in 250 Meter Tiefe. Durch die Kompaktheit des Systems können Bohrungen auch dort realisiert werden, wo bisher nicht genug Platz war. Und die Kosten sollen nur einen Bruchteil betragen.

    „Während der erste Prototyp kurz vor seinen ersten Einsätzen steht, sind wir bereits mit dem Bau des zweiten, weiter entwickelten Prototyps beschäftigt“, so Borobotics in seinem Newsletter. Er wird über ein System von Fluid-Muskeln verfügen. Sie werden es ihm ermöglichen, sich wie ein Wurm im Bohrloch auf und ab zu bewegen. Diese Bewegungseinheit wird in einem 50-Meter-Test Anfang 2024 getestet. Borobotics ist derzeit im RUNWAY Startup Incubator am Technopark Winterthur ansässig.

  • Wohneigentum wird teurer

    Wohneigentum wird teurer

    Die Preise für Wohneigentum haben im zweiten Quartal 2023 weiter angezogen, informiert das Amt für Statistik (BFS) in einer Mitteilung. Der von ihm erhobene Wohnimmobilienpreisindex legte im Quartalsvergleich um 1,2 Prozent zu und steht aktuell bei 115,9 Punkten. Im Jahresvergleich haben die Fachleute des BFS einen Anstieg um 2,4 Prozent beobachtet. Die Basis des Index wurde im vierten Quartal 2019 bei 100 Punkten fixiert.

    Die Preise von Eigentumswohnungen zogen im Quartalsvergleich um 1,6 Prozent, im Jahresvergleich um 2,1 Prozent an. Bei den Einfamilienhäusern wurde ein Anstieg um 0,7 Prozent im Quartalsvergleich und um 2,7 Prozent im Jahresvergleich beobachtet. Der Immobilienpreisindex für Einfamilienhäuser schloss zum Quartalsende bei 117,4 Punkten. Sein Pendant für Eigentumswohnungen fiel mit 114,6 Punkten etwas geringer aus.

    Im Berichtsquartal zogen die Preise für Einfamilienhäuser mit 3,4 Prozent am stärksten in städtischen Gemeinden ausserhalb von Agglomerationen oder in einer kleinen Agglomeration an. In städtischen Gemeinden grosser Agglomerationen und in intermediären Gemeinden blieben die Preise im Vergleich zum Vorquartal hingegen weitgehend unverändert. Bei den Eigentumswohnungen haben die Fachleute des BFS im Quartalsvergleich steigende Preise in sämtlichen Gemeindetypen beobachtet. Am stärksten fiel der Anstieg mit 2,4 Prozent bei Eigentumswohnungen in städtischen Gemeinden einer mittelgrossen Agglomeration aus.

  • Schlieren schliesst Planervertrag für neues Alterszentrum ab

    Schlieren schliesst Planervertrag für neues Alterszentrum ab

    Bereits im März hatte die Schlieremer Stimmbevölkerungen einen Kredit von 44’317’000 Franken für den Bau des Alterszentrums Wohnen am Stadtpark gutgeheissen. Der Neubau mitten in der Stadt soll das Alterszentrum Sandbühl ablösen. Nun hat der Stadtradt Liechti Graf Zumsteg Architekten aus Brugg AG den Auftrag für die entsprechenden Architekturarbeiten erteilt, informiert die Schlieremer Stadtverwaltung in ihren aktuellen Stadtratsnachrichten. Das Volumen des Planervertrags beträgt 3,7 Millionen Franken.

    Wohnen am Stadtpark ist als Gebäudekomplex mit zeitgemässen und bezahlbaren Wohnungen für ältere Menschen konzipiert. Das Konzept von Liechti Graf Zumsteg Architekten sieht einen doppelgeschossigen Sockel mit Betonelementen vor, in dem Restaurant und Pflegezimmer untergebracht sind. Vier Obergeschosse für die Alterswohnungen werden im Holzbau entstehen. Laut Angaben der Stadtverwaltung zum Projekt soll der Neubau „die Anforderungen einer gesunden und ökologischen Bauweise gemäss Minergie-P ECO erfüllen und entsprechend zertifiziert werden“. Die Fertigstellung des neuen Alterszentrums ist für 2026 geplant.

  • Basler Hafenareal will Energie sparen

    Basler Hafenareal will Energie sparen

    Die Akteure auf dem Basler Hafenareal könnten ihre Energiekosten um 20 bis 25 Prozent senken, erklärt Industrielle Werke Basel (IWB) in einer Mitteilung. Der Energieversorger stützt sich dabei auf eine Analyse, die IWB gemeinsam mit den auf dem Hafenareal ansässigen Unternehmen Schweizerische Rheinhäfen, Rhenus Alpina AG und Ultra-Brag AG sowie dem Jungunternehmen Sympheny aus dem Technopark Winterthur erstellt hat. Im Ergebnis weist die Analyse ein weitreichendes Energiekonzept aus, das auf einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch setzt.

    „Die Planung für das Hafenareal war komplex, da es die zahlreichen elektrischen Verbraucher wie zum Beispiel Kräne und Gebäude zu berücksichtigen galt“, wird Bernd Weinmann, Senior Strategie Entwickler bei der IWB, in der Mitteilung zitiert. Hier kamen die Lösungen der Empa-Ausgründung Sympheny ins Spiel, mit denen belastbare Modelle erstellt und tragfähige Szenarien entwickelt wurden. „Damit ist das Konsortium in der Lage, objektivierte strategische Entscheidungen für die zukünftige Entwicklung des Hafengebiets zu treffen“, meint Weinmann.

    Zwei bereits im Einsatz befindliche Photovoltaikanlagen sollen durch eine dritte auf dem Dach von Terminal 4 ergänzt werden, erläutert Rhenus Alpina-CEO Andreas Stöckli. Letztendlich wollen die Partner im Hafen mehr Strom produzieren, als sie selbst benötigen. „Für uns war klar, dass wir darum ein Gesamtkonzept für das Hafenareal brauchen“, sagt Stöckli. „Durch IWB und Sympheny wurden wir in diesem komplexen Prozess sehr gut begleitet.“

  • Stromtarife 2023 auch CKW muss erhöhen

    Stromtarife 2023 auch CKW muss erhöhen

    In den vergangenen zwölf Monaten sind die globalen Energiepreise massiv angestiegen. Die Strompreise am Markt haben sich verzehnfacht. Haupttreiber sind neben dem Krieg in der Ukraine unter anderem auch Nachwirkungen der Coronapandemie und eine tiefere Verfügbarkeit ausländischer Kraftwerke. Diese Preissteigerungen führen zu höheren Strombeschaffungskosten. Hinzu kommen auch deutlich höhere Kosten der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid für das Übertragungsnetz.

    Daher steigen die Energie- und Netztarife auch von CKW – wie bei den meisten Energieversorgern in der Schweiz – im Jahr 2023 an. Für einen Privatkunden mit mittlerem Stromverbrauch ergibt dies eine Erhöhung der Mehrkosten von rund 23 Franken pro Monat, für KMU in der Grundversorgung mit mittlerem Stromverbrauch belaufen sie sich auf rund 500 Franken pro Monat.

    Die regulatorischen Vorgaben verlangen, dass sowohl die eigene Produktion wie auch die Strombeschaffung am Markt in die Preiskalkulation einfliessen. In Zeiten steigender Marktpreise führt dies zu höheren Tarifen. Bei tiefen Marktpreisen wirkt sich dies positiv für die Stromkundinnen und -kunden aus.

    Die Produktion von Solarstrom lohnt sich mehr denn je
    Positiv wirken sich die hohen Preise hingegen für die Solarstromproduzenten aus. Denn die ins Netz eingespeisten Strom wird nach dem BFE-Referenzmarktpreis vergütet, der sich nach dem Marktpreis richtet. Dieser lag im ersten Halbjahr 2022 im Schnitt bei 23.0 Rappen pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Zwei Jahre zuvor betrug er 3 Rappen pro Kilowattstunde. Der Erlös des Solarstroms hat sich somit verachtfacht. Eine durchschnittliche 15 kWp Solaranlage auf dem Dach eines Einfamilienhauses wird einen Mehrertrag von über 2’000 Franken pro Jahr erzielen. Die Produktion von Solarstrom lohnt sich demnach zurzeit mehr denn je.

    Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie hoch die Abhängigkeit der Schweiz vom Ausland noch immer ist. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist zentral, um als Land unabhängiger zu werden.

    Tipps zum Stromsparen
    Mit einfachen Massnahmen lassen sich der eigene Stromverbrauch und damit auch die Kosten senken.• Die Erzeugung von Wärme ist einer der grössten Stromverbraucher. Es lohnt sich darum, die Heizung richtig einzustellen: im Wohnzimmer auf 20 Grad, im Schlafzimmer auf 16 Grad. Pro Grad weniger Temperatur sparen Sie 6 Prozent Heizkosten.• Geschirr in der vollen Maschine zu spülen, braucht halb so viel Energie wie von Hand.• Das Duschen mit Wassersparaufsätzen spart bis zu 50 Prozent Wasser – und damit auch viel Energie für die Warmwasseraufbereitung.• Duschen statt baden spart rund 70 Liter Wasser – oder 65 Rappen pro Dusche.• Licht ausschalten, wenn man es nicht braucht, lohnt sich immer – auch wenn es nur für kurze Zeit ist.• In Schweizer Haushalten verpuffen etwa 10 Prozent Strom ungenutzt, insbesondere durch den Standby-Verbrauch. Es lohnt sich, Geräte wie TV, Spielkonsolen, Kaffeemaschinen usw. bei Nichtgebrauch ganz auszuschalten. Zum Beispiel mit einer abschaltbaren Steckdosenleiste.• Wasser statt in der Pfanne im Wasserkocher zu erhitzen, verbraucht etwa halb so viel Energie.• Mit dem Ersatz von herkömmlichen Glühbirnen oder Stromsparlampen durch LED-Leuchten lässt sich der Verbrauch deutlich reduzieren.

    Quelle und weitere Stromspartipps www.ckw.ch/energiespartipps

  • Wohnen wird für alle spürbar teurer

    Wohnen wird für alle spürbar teurer

    Die gestiegene Zinsbelastung kann der Nachfrage nach eigenen vier Wänden bisher nichts anhaben. Kaufinteressierte für Eigenheime sind „weiterhin in Kauflaune“, heisst es in einer Medienmitteilung auf immoscout24.ch. Die dort vorgestellten Daten stützen sich auf den Real Estate Offer Index. Er wird von der SMG Swiss Marketplace Group in Zusammenarbeit mit dem Immobilien-Beratungsunternehmen IAZI erhoben. Immoscout24.ch ist ein Marktplatz der SMG.

    Demnach hat sich auf Anbieterseite die Preiserwartung trotz der Anhebung des Leitzinses um 0,5 Prozentpunkte nicht reduziert. Einfamilienhäuser kosteten 2 Prozent mehr, Eigentumswohnungen wurden innert Monatsfrist zu 0,7 Prozent höheren Preisen inseriert. „Mit der erhöhten Zinslast und der generellen Kostensteigerung für Unterhalt und Investitionen wird das Wohnen im Eigenheim spürbar teurer“, wird Martin Waeber von SMG zitiert. Entsprechend sei eine Verlangsamung der Preisentwicklung wahrscheinlich.

    Die inserierten Mietpreise sind im vergangenen Monat mit 0,3 Prozent ebenfalls leicht gestiegen. Zusätzlich würden die deutlich teureren Erdöl- und Gaspreise zu „signifikant höheren Auslagen“ führen.

    Bei institutionellen Investoren könnte die Nachfrage nach Renditeliegenschaften sinken. Dies habe womöglich eine verminderte Bautätigkeit und damit eine Verknappung des Angebots an Mietwohnungen zur Folge. Abzuwarten sei, wie sich die Angebotsmieten langfristig entwickeln.

  • Gestiegene Kosten schmälern Profitabilität von Forbo

    Gestiegene Kosten schmälern Profitabilität von Forbo

    Einer Mitteilung von Forbo zufolge hat der international aktive Hersteller von Bodenbelägen, Bauklebstoffen sowie Antriebs- und Leichtfördertechnik aus Baar im ersten Halbjahr 2022 Umsätze in Gesamthöhe von 667,3 Millionen Franken erwirtschaftet. Im Jahresvergleich entspricht dies einem Wachstum um 7,1 Prozent. Das Unternehmen führt den Zuwachs vorwiegend auf die Erhöhung der Verkaufspreise zurück. Die Nachfrage vieler Kundensegmente habe sich mittlerweile „auf einem Vor-Pandemie-Niveau“ eingependelt, schreibt Forbo.

    Bei Betriebs- und Reingewinn musste das Unternehmen Rückgänge hinnehmen. „Negative Währungseffekte, markante Kostensteigerungen bei Rohmaterialien, Transport und Energie sowie erhöhte Personal- und andere Kosten haben die operative Profitabilität deutlich geschmälert“, heisst es in der Mitteilung. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT fiel mit 78,6 Millionen Franken um 4,3 Prozent geringer als im Vorjahr aus, die entsprechende Marge ging um 1,4 Prozentpunkte auf 11,8 Prozent zurück. Der Konzerngewinn lag mit 60,3 Millionen Franken um 5,0 Prozent unter dem Vorjahreswert.

    Aufgrund volatiler Märkte und „einer schwierigen geo- und finanzpolitischen Situation“ nimmt Forbo keine Einschätzung hinsichtlich Umsatz und Ertrag für das Gesamtjahr vor. Das Unternehmen sieht sich jedoch gut für die anstehenden Herausforderungen gewappnet.

  • Spatenstich für neues Gemeindehaus in Spreitenbach ist erfolgt

    Spatenstich für neues Gemeindehaus in Spreitenbach ist erfolgt

    Mit dem ersten Spatenstich hat der Bau des neuen Gemeindehauses in Spreitenbach begonnen. Das neue Verwaltungsgebäude ist laut einer Medienmitteilung der fsp Architekten aus Spreitenbach für eine Bevölkerungszahl von 15‘000 ausgelegt. Beim Bau des alten Gemeindehauses 1964 hatte Spreitenbach noch rund 9000 Einwohnerinnen und Einwohner. Heute sind es laut der Internetseite der Gemeinde 12’079, davon 5986 Schweizer und 6093 Ausländer.

    Die Planung für das neue Gemeindehaus begann 2016. Ein erster Entwurf mit einem geplanten Kostenaufwand von mehr als 18 Millionen Franken wurde abgelehnt. Der neue Kostenplan sieht Ausgaben von 13 Millionen Franken vor und wurde Anfang 2020 genehmigt.

    Bei Baubeginn waren laut einem Artikel der „Aargauer Zeitung“ neben Architekten, Unternehmern und Mitgliedern der Baukommission auch Gemeindepräsident Markus Mötteli (Mitte) sowie Gemeinderat Roger Mohr (SVP) anwesend. „Für die Baukommission und die beteiligten Planer ist das ein grosser Moment und der Schritt von der Theorie in die Praxis“, wird Architekt und Gesamtprojektleiter Markus Schärer von fsp Architekten zitiert. Die Bevölkerung erhalte mit dem neuen Gemeindehaus an zentraler Stelle zwischen Dorf und Gewerbezone einen Zentrums- und Identifikationspunkt, heisst es in der Mitteilung der fsp Architekten.

    Das neue Gemeindehaus soll laut Planung im Juni 2023 fertig sein. Es wird auch über eine Tiefgarage sowie einen Parkplatz verfügen. Zur Energieversorgung wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage errichtet. Das alte Gemeindehaus dürfe später zu einem Schulgebäude umgebaut werden.

  • ZHAW-Forscher und Zühlke verbilligen Solaranlagen

    ZHAW-Forscher und Zühlke verbilligen Solaranlagen

    Beim Bau einer eigenen Photovoltaikanlage sind Planungs- und Bürokratiekosten oft kostspieliger als die Anschaffung der stromerzeugenden Module. Der Forscher Franz Baumgartner von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften hat sich mit diesem Problem befasst. Er setzt laut Medienmitteilung  auf moderne Technik, um die Planungskosten zu senken. Baumgartner, Leiter des Studiengangs Energie- und Umwelttechnik an der ZHAW School of Engineering, wird zitiert: „Bei kleinen Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern entfällt heute nur noch ein Fünftel der Kosten auf die Module selbst.“ Ähnlich teuer sei mittlerweile die Planung der Anlage und die administrativ notwendige Dokumentation.

    Baumgartner und das ZHAW-Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering setzten in Zusammenarbeit mit dem Schlieremer Innovationsspezialisten Zühlke genau an dieser Stelle an. Baumgartner hat laut der Medienmitteilung die Anwendung von HoloLens-Brillen im Medizinbereich kennen gelernt und wolle deren Vorteile in der Photovoltaik nutzen.

    „Für die administrativen Aufwände fallen bis zu 15 Arbeitsstunden pro Anlage an“, so Baumgartner. Bauanträge, feuerpolizeiliche Pläne und Abnahmen trügen dazu bei, die Kosten in die Höhe zu treiben. Mit effizienteren Abläufen könne man einfacher Geld sparen als durch billigere Module. Teil der Lösung könnte laut Baumgartner die HoloLens sein. Die HoloLens-Brille zeigt in einem Visier bei Vermessungen etwa auf Flachdächern die Montagepunkte geplanter Anlagen auf zwei Zentimeter genau und lässt dann ein virtuelles Bild der Anlage entstehen.

    Baumgartner: „Neben ihrem Potenzial zur Dokumentation des gesamten Prozesses hat sie einen grossen Vorteil: Sie kann aus einer Hand vermessen, planen, offerieren und der Endkundschaft die Anlage demonstrieren.“ Der Einsatz von Fachpersonal werde reduziert, was die Kundschaft finanziell entlaste. Baumgartner: „Wegen der hohen Löhne wird sich das System zuerst in der Schweiz bezahlt machen.“

    ZHAW-Forscher Baumgartner will seine Anwendung auf alle Arten von Flachdächern und auf überdachte Parkplätze ausweiten. „Wir sind dabei, einen Projektantrag fürs Bundesamt für Energie zu formulieren und haben bereits positive Signale aus Bern erhalten.“