Schlagwort: nachhaltiges Bauen

  • Strüby Unternehmungen erhalten erstes Zertifikat für realisiertes Minergie-Areal

    Strüby Unternehmungen erhalten erstes Zertifikat für realisiertes Minergie-Areal

    Die Energieeffizienz, die Energie-Autarkie und der Hitzeschutz sind aktuell grosse Themen und werden in der Zukunft noch zentraler. Seit 2023 kann nicht nur ein einzelnes Haus, sondern ein ganzes Areal von Minergie zertifiziert werden und damit auch die Umgebung verstärkt in die Planung von Wohnbauprojekten einbezogen werden. Das «Fischermätteli» in Burgdorf BE hat am 2. September 2024 von Minergie schweizweit das erste definitive Areal-Zertifikat erhalten und damit ein neues Level im nachhaltigen Bauen erreicht.

    Label mit hohen Anforderungen
    Der neue, umfassende Standard Minergie-Areal wird durch den Verein Minergie, die Kantone, die Wirtschaft und das Bundesamt für Energie getragen. Das Minergie-Areal zeichnet sich durch einen sehr geringen Energieverbrauch, minimierte Treibhausgasemissionen in Erstellung und Betrieb sowie eine maximale Selbstversorgung mit erneuerbaren Energien aus. Die Gebäude weisen einen überdurchschnittlichen Hitzeschutz sowie einen kontrollierten Luftwechsel aus. Die Gestaltung des Aussenraums erhöht die Klimaresilienz und die Aufenthaltsqualität, beispielsweise durch geeignete Bepflanzung und Beschattungen. Das Minergie-Areal bietet zudem Anreize für eine klimafreundliche Mobilität.

    Über 6600 m3 Schweizer Holz
    Das Wohnbauprojekt Fischermätteli wurde von den Strüby Unternehmungen im Herbst 2023 nach rund dreieinhalbjähriger Bauzeit erfolgreich abgeschlossen. Die zehn Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 168 Eigentumswohnungen entstanden auf einem ehemaligen Gewerbeareal in Burgdorf BE. Gebaut wurde mit über 6600 m3 Schweizer Holz, wodurch das «Fischermätteli» schweizweit das grösste Projekt ist, welches den Minergie-A-ECO-Standard und Schweizer Holz vereint.

    Klimataugliche Umgebungsgestaltung
    Die Energie für das gesamte Areal stammt zu hundert Prozent aus erneuerbaren Quellen: der Strom von den Photovoltaik-Anlagen auf den Gebäudedächern, die Wärme für Heizung und Warmwasser von einer Heizzentrale, welche mit Schweizer Pellets versorgt wird. Das feinmaschige Mobilitätskonzept setzt auf Elektromobilität, Carsharing, Velos und den öffentlichen Verkehr. Ein Co-Working-Space fördert das Homeoffice und entlastet damit indirekt die Verkehrswege. Ausserdem sorgt die klimataugliche Umgebungsgestaltung nach dem Schwammstadt-Prinzip für eine natürliche sowie effiziente Kühlung im Sommer und macht das «Fischermätteli» dank den unzähligen einheimischen Pflanzen zu einem Hotspot der Biodiversität.

    Erfolg dank klimafreundlichem Gesamtkonzept
    Dass sich das klimafreundliche Gesamtkonzept im Sinne des Standards Minergie-Areal nicht nur für die Bewohner, sondern auch für den Investor bezahlt macht, kann Pius Kneubühler, Managing Director Real Estate Development & Construction bei den Strüby Unternehmungen, bestätigen. «Der Erfolg hat sich bereits bei der Vermarktung der Eigentumswohnungen manifestiert. Die Nachfrage war derart erfreulich, dass alle Wohnungen bis Bauabschluss verkauft werden konnten.»

  • Holcim und Amazon unterstützen Start-ups für nachhaltiges Bauen

    Holcim und Amazon unterstützen Start-ups für nachhaltiges Bauen

    Das in Zug ansässige Baustoffunternehmen Holcim und der zu Amazon gehörige Climate Pledge Fund haben laut einer Mitteilung die Förderung von Start-ups beschlossen, die sich für nachhaltiges Bauen einsetzen. Die aus dem Fonds gestifteten Gelder für das in Afrika tätige Unternehmen 14Trees werden für Hochbauten in 3D-Druck-Technologie verwendet. 14Trees nutzt dabei die von Holcim und dem British International Investment (BII) entwickelte Technologie für im 3D-Druck hergestellte Bauten wie Schulen, Wohngebäude und ein kohlenstoffarmes Rechenzentrum. Das für Paebbl bereitgestellte Fördergeld will das Unternehmen nutzen, um seine Mineralisierungstechnologie, mit der sich CO2 in Beton speichern lässt, weiter voranzutreiben.

    „Indem wir mit Amazons Climate Pledge Fund in 14Trees und Paebbl investieren, können wir diese bahnbrechenden Technologien ausbauen, um die Grenzen des nachhaltigen Bauens zu verschieben – vom 3D-Druck bis hin zur Umwandlung von Beton in eine Kohlenstoffsenke“, wird Nollaig Forrest, Chief Sustainability Officer bei Holcim, in der Mitteilung zitiert.

    Francois Perrot, Managing Director von 14Trees, zeigte sich erfreut, Amazon und Holcim als Investoren gefunden zu haben. Für Marta Sjögren, Mitgründerin und Co-CEO von Paebbl, ermöglicht diese Finanzierungsrunde, „noch mutigere Schritte in unserer Mission zu unternehmen, die gebaute Umwelt zu einem Eckpfeiler der dekarbonisierten Wirtschaft zu machen“.

  • Fortschritt für CO2-reduziertes Bauen mit Lehm

    Fortschritt für CO2-reduziertes Bauen mit Lehm

    ERNE und Oxara können erste Erfolge bei ihrem Machbarkeitsnachweis für CO2-reduziertes Bauen vermelden. Die Arbeiten am Pavillon MANAL auf dem Campus der Hochschule Luzern in Horw schreiten voran, informiert das Aargauer Bauunternehmen in einem Beitrag auf LinkedIn. Beim Bau des Pavillons ist ERNE für das Mauerwerk verantwortlich. Dabei werden Produkte der Technologie Oxabrick von Oxara aus Dietikon verwendet. Die beiden Unternehmen sind im Mai eine Partnerschaft für die Entwicklung nachhaltiger Baustoffe auf Lehmbasis eingegangen.

    Im Projekt MANAL kommt der von ERNE verbaute Erdmörtel erstmals ausserhalb des Labors zur Anwendung. «Das Material verhält sich beim Mauern komplett anders als herkömmlicher Mörtel», wird ERNE-Maurer Mattia im Beitrag zitiert. «Wir mussten uns dafür zuerst eine angepasste Verarbeitungstechnik aneignen.» Als Vorteile des auf der Oxara-Technologie basiereden nachhaltigen Baustoffes nennt Mattia seine permanente Wasserlöslichkeit und lange Bearbeitbarkeit. Für Bögen und Gewölbe des Pavillons werden zementfreie Lehmsteine verbaut.

  • Auszeichnung für innovative Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

    Auszeichnung für innovative Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

    Forschende der Hochschule Luzern (HSLU) gewinnen gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) bei der Sustainability Challenge der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB). Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, erhielt das Projekt circularWOOD den ersten Platz in der Kategorie Forschung. Im Rahmen des Nachhaltigkeitstages der DGNB nahm Sonja Geier, stellvertretende Leiterin des Kompetenzzentrums Typologie & Planung in Architektur (CCTP) an der HSLU, gemeinsam mit Sandra Schuster von der TUM den Preis am 18. Juni 2024 in Stuttgart entgegen.

    Der CO2-neutrale und ökologisch hochwertige Rohstoff Holz findet einen immer grösseren Anklang in der Baubranche Mit dem Forschungsprojekt circularWOOD soll dieser wichtige Rohstoff in eine Kreislaufwirtschaft eingebracht werden. «Holz bleibt heute nicht lange genug Teil des Stoffkreislaufs», wird Sonja Geier in der Mitteilung zitiert. Durch das kreislauffähige Bauen mit dem CO2-neutralen Baustoff Holz wird ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele erreicht, heisst es in der Mitteilung.

  • Erster Einsatz von CPC-Betonplatten im Hochbau

    Erster Einsatz von CPC-Betonplatten im Hochbau

    Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) setzt die von ihr entwickelten CPC-Betonplatten (Carbon Prestressed Concrete) erstmals im Hochbau ein. Darunter versteht man Betonplatten, die mit vorgespanntem Carbon armiert sind. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, entstand in Winterthur aus diesen neuartigen Bauteilen ein Innovationslabor, das als Informations- und Veranstaltungsort für nachhaltiges Bauen fungiert. Die Carbonbeton-Platten sind dabei nicht nur wiederverwertbar, sondern sie belasten bereits bei ihrer Herstellung die Umwelt wesentlich weniger als herkömmlicher Stahlbeton. „Dank der neuen Leichtbauweise in Beton reduzieren wir den CO2-Fussabdruck um den Faktor zwei bis vier und sparen bis zu 75 Prozent Material gegenüber einer herkömmlichen Bauweise“, wird Josef Kurath, Mitbegründer der CPC AG, einer Ausgliederung der ZHAW, und Entwickler der Carbon-Betonplatten, in der Mitteilung zitiert.

    Die dafür verwendeten Carbonbeton-Platten werden derzeit im ersten CPC-Werk von Holcim in Deutschland gefertigt, verarbeitet, millimetergenau zugeschnitten und zu Bauelementen zusammengefügt. Diese Vorarbeit spart Zeit bei der Montage vor Ort, da aufwändige Armierungsarbeiten vor Ort wegfallen. „Dadurch ergeben sich viel kürzere Bauzeiten, was vor allem ein Vorteil für städtische Baustellen ist“, so Kurath weiter. Auch Erweiterungen oder Änderungen an Gebäuden sind jederzeit möglich. „Unser Bausystem aus Carbonbeton funktioniert ähnlich wie Lego, aber wie eine moderne Version davon, mit massgeschneiderten Bauteilen.“ Und sogar für den Fall eines Rückbaus hat CPC gegenüber herkömmlichen Baumaterialien Vorteile: 90 Prozent des verarbeiteten Materials liessen sich wiedereinsetzten.

  • Das Bauprojekt «ALTO»

    Das Bauprojekt «ALTO»

    Das Projekt «ALTO», initiiert vom Immobilienunternehmen HIAG, fügt sich nahtlos in die städtebauliche Transformation Zürichs Altstetten ein, einem Stadtteil, der sich von einem industriellen zu einem lebendigen Wohn- und Arbeitsgebiet wandelt. Geplant ist ein 80 Meter hohes Wohnhaus, das sich durch seine Integration in bestehende Strukturen und seine nachhaltige Bauweise auszeichnet.

    Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes ist eine öffentlich zugängliche Gewerbenutzung geplant, während das erste Obergeschoss mit Gemeinschaftsräumen, einem Dachgarten und Ateliers als soziales Zentrum für die Bewohnerinnen und Bewohner dient. Darüber hinaus werden in den 25 Stockwerken darüber moderne Wohnungen realisiert, die den neuen urbanen Lebensstil in Altstetten widerspiegeln.

    Neben der wohnlichen Nutzung wird das Quartier durch das Projekt weiter aufgewertet. Die Shedhalle, ehemals Teil der Fiat-Garage, wird zu einem Lebensmittelmarkt mit einem attraktiven Frischesortiment umgestaltet und wird die Funktion als Nahversorger übernehmen. Des Weiteren ist die Errichtung einer Stadtloggia geplant, die als öffentlicher Treffpunkt dient , der den Community-Gedanken aufnimmt, und die urbane Qualität des Areals betont.

    Nachhaltigkeit spielt bei der Entwicklung des Bauprojekts «ALTO» eine zentrale Rolle. Die Verwendung von ressourcenschonenden Materialien und die Gestaltung durchlässiger Freiflächen unterstreichen das Engagement für eine umweltfreundliche Stadtentwicklung. Als erstes Wohnhochhaus im Kanton Zürich, wird die Fassade durchgängig mit Photovoltaikpanels ausgestattet, womit die Mieter vom eigens produzierten Strom profitieren können. Ein innovatives Mobilitätskonzept, das eine deutliche Reduktion der Parkplätze vorsieht, rundet das zukunftsorientierte Gesamtkonzept ab.

    Mit der geplanten Fertigstellung im Frühjahr 2026 wird das Bauprojekt «ALTO» nicht nur neuen Wohnraum in Zürich Altstetten bieten, sondern auch als Vorzeigeprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung und soziales Zusammenleben dienen.

  • Medusoil führt Konsortium zur Aufwertung von Bauabfällen

    Medusoil führt Konsortium zur Aufwertung von Bauabfällen

    Medusoil SA erhält laut Medienmitteilung den Zuschlag für ein Kooperationsprojekt zur Förderung der Verwertung von Abbruch- und Aushubabfällen in der Schweiz. Der Auftrag wurde vom Amt für Innovation und Wirtschaftsförderung (SPEI) des Kantons Waadt erteilt. Das 2018 gegründete Jungunternehmen ist ein Pionier innovativer und nachhaltiger Bindemittel für den Baustoffsektor.

    An der Zusammenarbeit sind Partner wie Texum SA in Payerne, ein Unternehmen im Bereich der Strassenstabilisierung und des faserverstärkten Betons, und Argramat SA, ein  Immobilienentwickler mit Fachwissen im Bereich der Materialien, beteiligt, heisst es weiter. Das Konsortium habe sich zum Ziel gesetzt, eine der drängendsten Umweltprobleme der Schweiz anzugehen: die Aufwertung von Bauabfällen durch den gross angelegten Einsatz einer Wiederverwertungs- und Biomineralisierungsanlage.

    „Projekte wie diese, die gemeinsam durchgeführt werden und sich auf das nachhaltige Bauen auswirken, beschleunigen den Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft und leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Bauwelt“, wird Dimitrios Terzis zitiert, der CEO von Medusoil. Der Fokus des Konsortiums auf die Abfallverwertung passe perfekt zu der wachsenden Notwendigkeit, Umweltprobleme in der Schweiz und im Ausland anzugehen, so Terzis weiter.

    Das Projekt füge sich in den Rahmen der von SPEI durchgeführten Kooperationsinitiativen im Bereich des nachhaltigen Bauens ein, heisst es in der Mitteilung. Zu deren wichtigsten Aspekten gehören der  Aufbau einer Produktionslinie für neue Baumaterialien oder die Aufwertung von Bauabfällen, die Entwicklung von Praktiken für die Wiederverwendung, den Rückbau, die Sanierung und den Ersatz von Bauelementen und Materialien sowie Entwicklung innovativer Bautechniken zur Verbesserung der Nachhaltigkeit.

  • Holcim übernimmt argentinische Firma Tensolite

    Holcim übernimmt argentinische Firma Tensolite

    Der Zuger Baustoffproduzent Holcim hat laut einer Medienmitteilung eine Vereinbarung zur Übernahme von Tensolite unterzeichnet, einem argentinischen Hersteller innovativer Betonbausysteme. Der Nettoumsatz des Unternehmens mit Werken und einem Vertriebsnetz in Argentinien, Paraguay und Uruguay lag 2023 bei 22 Millionen Dollar. Tensolite beschäftigt 155 Mitarbeitende. Alle sollen übernommen werden. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Quartal 2024 erwartet.

    „Mit der Übernahme von Tensolite bauen wir unser Solutions & Products-Portfolio in Lateinamerika und weltweit weiter aus“, wird Holcims Lateinamerika-Chef Oliver Osswald zitiert. „Aufgrund seiner führenden Position bei innovativen Fertigteil- und Spannbetonbausystemen wird Tensolite ein wichtiger Bestandteil unserer weiteren Expansion in die attraktivsten Märkte sein und gleichzeitig Synergien mit anderen Geschäftsbereichen wie unserem Netzwerk von Disensa-Baumärkten bieten.“ Die Holcim-Marke Disensa ist das grösste Franchise-Netz für Baumaterialien in Lateinamerika.

    Tensolite wurde 1979 gegründet. Seine Betonbausysteme reichen von Balken und Dachsteinen bis hin zu massgeschneiderten Produkten für grosse Bauvorhaben wie Brückenträger, Tribünen und Gehwege. Zu den weiteren Innovationen gehören kosteneffiziente, ineinandergreifende Fertigteilwände. Sie können von vier Personen ohne den Einsatz von Kränen oder anderen Maschinen montiert werden.

  • Winterthurs Innovationslabor Grüze – Vorreiter für zirkuläres Bauen

    Winterthurs Innovationslabor Grüze – Vorreiter für zirkuläres Bauen

    Winterthur bereitet sich auf die Eröffnung des bahnbrechenden Innovationslabors im Stadtteil Neuhegi-Grüze vor. Dieses Gebäude, das im Frühjahr 2024 seine Pforten öffnen wird, ist nicht nur ein Zentrum für Informationsaustausch, Veranstaltungen und innovative Bauexperimente, sondern dient auch als gemütliches Kaffeehaus und Begegnungsort. Mit seinem Engagement für nachhaltiges Bauen und seiner vielseitigen Nutzung wird das Labor die Entwicklung des gesamten Stadtteils maßgeblich beeinflussen.

    Im Zentrum des Projekts steht ein revolutionäres Konzept, das von der Stadt Winterthur, der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Holcim entwickelt wurde. Es basiert auf dem Prinzip des „Leihens statt Besitzens“ von Bauteilen, wodurch eine nachhaltige Ressourcennutzung und eine signifikante CO₂-Einsparung erreicht wird. Die verwendeten CPC-Elemente, eine Innovation der ZHAW und der CPC AG, sind sowohl belastbar als auch filigran und ermöglichen eine Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks um bis zu vierfach sowie Materialeinsparungen von bis zu 75%.

    Der Ansatz des Innovationslabors Grüze besteht darin, Bauteile als wiederverwendbare Ressourcen zu behandeln. Holcim übernimmt dabei die Verantwortung für die Demontage und Wiederaufbereitung der Bauelemente für den zukünftigen Einsatz. Dieses Konzept stellt eine Win-Win-Situation für Bauherren und die Umwelt dar, da der herkömmliche Gebäuderückbau entfällt.

    Die innovative CPC-Technologie, entwickelt von der ZHAW und unterstützt von Holcim, markiert einen Wendepunkt im Hochbau. Sie ermöglicht eine effizientere Bauweise mit reduzierten Ressourcen und bietet neue gestalterische Freiheiten, insbesondere bei der Integration von Haustechnik.

    Die erfolgreiche Umsetzung des Innovationslabors ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen Partnern mit umfassender Fachexpertise. Martin Joos vom Tiefbauamt Winterthur hebt hervor, dass das Ziel von Anfang an war, Neues zu wagen und Nachhaltigkeit in den Vordergrund zu stellen. Das Innovationslabor Grüze spiegelt den fortschrittlichen, aufgeschlossenen Geist des Stadtquartiers Neuhegi-Grüze wider, das als eines der wichtigsten Entwicklungsgebiete in Winterthur gilt.

  • «co-operate» – ein Modell für klimagerechtes Bauen

    «co-operate» – ein Modell für klimagerechtes Bauen

    Was den schonenden Umgang mit Ressourcen und die Reduzierung des CO2-Ausstosses betrifft, soll der Campus, der auf dem Empa-Areal in Dübendorf Gestalt annimmt, durchaus ein Musterschüler werden – vom Scheitel bis zur Sohle, von den Dächern bis in 100 Meter Tiefe, wo die Erdsonden eines einzigartigen experimentellen saisonalen Energiespeichers enden. Im Sommer wird in diesen «Röhren» die Abwärme etwa von den Kältemaschinen, Lüftungen und Laborgeräten gespeichert, um sie dann im Winter zum Heizen oder für die Produktion von Warmwasser zu nutzen. Das Ziel: den CO2-Ausstoss der Gebäude auf dem gesamten Campus auf ein Minimum senken und zugleich diese innovative Technologie für eine nachhaltige Energiezukunft erkunden.

    Den Ausstoss von Treibhausgasen minimieren: Dieser Anspruch prägt auch die Konstruktionen des neuen Campus. Das dreistöckige Gebäude rechter Hand der Einfahrt ist ein einzigartiges «Holz-Beton-Parkhaus», dessen Decken eine anspruchsvolle Konstruktion aus Fichtenträgern und -platten mit Betonüberzug sind. Durch diese Hybridbauweise liess sich die Dicke der Betonschichten laut dem Bauunternehmen Implenia auf rund ein Drittel reduzieren. Eine deutliche Einsparung also beim «Klimasünder» Zement: Rund 9’300 m2 Betonrippendecken wurden mit Holzbalkendecken ersetzt – auch ein Beitrag zum aktuellen Trend, Beton, wo möglich und sinnvoll, zum grossen Teil mit Konstruktionen aus Holz zu ersetzen.

    Anspruchsvoll bei diesem Vorhaben war laut Kevin Olas, Leiter «Immobilien» der Empa, unter anderem die geschickt unauffällig integrierte Installation von Beleuchtung, Elektrotrassen und Abwasserleitungen, um die Ästhetik dieser raffinierten Hybridkonstruktionsweise nicht zu beeinträchtigen. Zudem musste die Planung auch künftige Aspekte berücksichtigen: Das Parkhaus wurde mit Blick auf den Klimawandel in Modulbauweise aus demontierbaren Fertigteilen geplant – mit Blick in eine fernere Zukunft, in der die individuelle Mobilität womöglich eine geringe Rolle spielt als heute. Dann liessen sich Teile des Bauwerks auch zu Werkstätten oder für andere Zwecke umwidmen.

    Urin als Rohstoff für Dünger
    In dieser Zukunft wird auch umweltfreundliche Kreislaufwirtschaft das Bauen bestimmen: Nicht nur Stahl, Beton oder Holzelemente lassen sich klimaschonend wiederverwerten, sondern auch menschliche «Rohstoffe». Beispiel Urin: Im grossen Laborgebäude im Zentrum von «co-operate» sind «NoMix»-WCs installiert, die Fachleute des Wasserforschungsinstituts Eawag in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Ohne die gewohnte Benutzung zu verändern, trennen sie den menschlichen Urin vom so genannten Schwarzwasser aus Fäkalien, Spülwasser und Toilettenpapier.

    Weil der Urin wertvolle Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält, lässt er sich nutzen, um Dünger für die Landwirtschaft herzustellen. In einem eigens entwickelten Verfahren der Eawag wird das Rohmaterial im Kellergeschoss des NEST-Gebäudes zunächst mit einem biologischen Prozess stabilisiert und verliert so den strengen Geruch. Ein Aktivkohle-Filter entfernt sämtliche Medikamentenrückstände, bevor die Flüssigkeit schliesslich eingedampft wird – zu einem hochwertigen Dünger namens «Aurin», den der Eawag-Spin-Off Vuna GmbH vermarktet. Aus 1000 Litern Urin entstehen 100 Liter von diesem Dünger, der seit 2018 vom Bundesamt für Landwirtschaft auch für den Einsatz bei essbaren Pflanzen zugelassen ist.

    Viele Mosaiksteine für eine gute Klimabilanz

    Neben dem unauffälligen Urin-Sammelsystem dokumentieren viele offensichtliche Details den Anspruch des Campus als Wegweiser für umweltfreundliches Bauen. Photovoltaik-Installationen werden die Eigenstrom-Produktionen massiv erhöhen. Und auf mehr als 14’000 m2 Fläche bewegen sich die Menschen auf Recycling-Asphalt mit einem hohen Anteil von 80 Prozent wiederverwertetem Material in der Tragschicht und 20 Prozent in der dünnen Deckschicht.

    Zugleich haben die Landschaftsarchitekten freilich auf Asphalt verzichtet, um naturnah zu gestalten: Bislang versiegelte Flächen werden «befreit», wie die Ludwig-Tetmajer-Strasse auf dem Empa-Areal. «Aus dieser ‹Parkplatz-Asphalt-Wüste› wird eine begrünte und schattige Zone», erklärt Kevin Olas. Und auch hinter den grossen Neubauten wird die Biodiversität mit vielfältigen Pflanzen und Bäumen gefördert – dank ausgewählter hitzeresistenter Arten, die sich auch bei künftigen Klimabedingungen wohlfühlen werden.

  • Neuer Campus von Empa und Eawag nimmt Gestalt an

    Neuer Campus von Empa und Eawag nimmt Gestalt an

    Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und das Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs, Eawag, erweitern auf dem Empa-Gelände in Dübendorf ihren Campus, der laut einer Medienmitteilung in Kürze unter dem Namen co-operate in Betrieb gehen soll. Architektur und Gestaltung der Erweiterung seien als „Wegweiser“ für klima- und umweltfreundliches Bauen konzipiert und zeigen Ansätze für weniger Ressourcenverbrauch und minimalen CO2-Ausstoss, für mehr Kreislaufwirtschaft durch weniger Materialverbrauch sowie zum Gewinnen und Einsparen von Energie, heisst es.

    In der Nähe des Eingangsbereichs zum Campus ist ein attraktives Gebäude errichtet worden. Die Konstruktion ist ein Holz-Beton-Parkhaus, welches von Implenia in Hybridbauweise umgesetzt wurde. Statt Betonrippendecken wurden auf einer Fläche von 9300 Quadratmeter Holzbalkendecken verwendet. Dadurch komme der Bau mit erheblich dünneren Betonschichten aus und senke den Verbrauch des „Klimasünders“ Zement.

    Beleuchtung, Elektrotrassen und Abwasserleitungen mussten laut Kevin Olas, Leiter des Immobilienbereichs der Empa, mit Rücksicht auf die Ästhetik der Hybridkonstruktion installiert werden. Zudem galt es, mit Blick auf den Klimawandel die Modulbauweise aus Fertigteilen anzuwenden. So liessen sich bei Bedarf Teile des Gebäudes beispielsweise in Werkstätten umwandeln.

    Neben Baustoffen Stahl, Beton oder Holzelemente seien auch menschliche „Rohstoffe“ wiederverwertbar: So eigne sich Urin durch die enthaltenen Nährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium als Rohstoff für die Düngerherstellung. Das im Laborgebäude eingebaute Urin-Sammelsystem NoMix-WCs schaffe den Rohstoff für das Recycling-Düngemittel Aurin. Dieses wird vom Eawag-Spin-Off Vuna vertrieben.

    Weitere Bausteine auf dem Campus seien Photovoltaik, Recycling-Asphalt sowie Asphaltverzicht bei der Landschaftsgestaltung, die auf eine Förderung der Biodiversität fokussiert und das Anpflanzen einer vielfältigen Flora vorsehe.

    Quelle: empa.ch

  • Bauauftraggeber engagieren sich für Kreislaufwirtschaft

    Bauauftraggeber engagieren sich für Kreislaufwirtschaft

    Der Bau und der Betrieb von Gebäuden und Infrastrukturen machen rund die Hälfte des gesamten Rohstoffbedarfs der Schweiz aus. Gleichzeitig fallen hier ein Drittel der CO2-Emissionen und über 80 Prozent des Abfallaufkommens an. Zwölf der grössten öffentlichen und privaten Bauauftraggeber wollen hier Abhilfe schaffen, informiert die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in einer Mitteilung. Sie hat gemeinsam mit Allreal, AXA Investment Managers Schweiz AG, der Baudirektion Kanton Zürich, dem Bundesamt für Bauten und Logistik, dem Hochbaudepartement Stadt Zürich, Post Immobilien Management und Services AG, Swiss Prime Site, Swiss Life Asset Management AG, UBS Fund Management (Switzerland) AG, Zug Estates und Zurich Invest AG die „Charta kreislauforientiertes Bauen“ unterzeichnet.

    Die Charta verfolgt das Ziel, die Kreislaufwirtschaft im Schweizer Bauwesen voranzutreiben. Dazu wird angestrebt, die Verwendung nicht erneuerbarer Primärrohstoffe auf die Hälfte der Gesamtmasse zu verringern. Indirekte Treibhausgasemissionen sollen in einem ersten Schritt erfasst und im Weiteren stark reduziert werden. Dazu wollen die Charta-Partner innovative Lösungen entwickeln. Als Beispiele werden in der Mitteilung sanieren statt neu bauen, langfristig bauen, Materialeinsatz verringern und Rohstoffe wiederverwenden genannt.

    Die zwölf Erstunterzeichnenden der Charta zeichnen zusammen jährlich rund 4 Milliarden Franken Hochbauinvestitionen, erläutert die Empa. Weitere Bauherrschaften sind eingeladen, sich der Charta und ihren Zielen anzuschliessen.

  • Holcim und Norman Foster Foundation bauen nachhaltige Flüchtlingsunterkunft

    Holcim und Norman Foster Foundation bauen nachhaltige Flüchtlingsunterkunft

    Der Baustoffhersteller Holcim mit Sitz in Zug und die Norman Foster Foundation mit Sitz in Madrid spannen bei einem Architekturprojekt namens Essential Homes zusammen. Ein Prototyp der Häuser wird ab 17. Mai in Originalgrösse auf der Architekturbiennale 2023 in Venedig zu sehen sein, heisst es in einer Medienmitteilung. Es ist bereits die zweite Kooperation für beide Partner.

    Die Norman Foster Foundation hat die Essential Homes entworfen und dabei Baustoffe von Holcim genutzt. So kamen der kohlenstoffarme ECOPact-Beton und der wasserdurchlässige Hydromedia-Beton zum Einsatz. Thermische und akustische Dämmung werden durch Elevate-Platten und Airium-Schaumstoff des Baustoffherstellers realisiert.

    Insgesamt sollen die Essential Homes vertriebenen Gemeinschaften bis zu 20 Jahre lang Sicherheit, Komfort und Witterungsbeständigkeit bieten. „Wir bei Holcim wollen, dass nachhaltige Gebäude für alle zugänglich sind, um den Lebensstandard zu verbessern und gleichzeitig eine Netto-Null-Zukunft zu schaffen“, wird Jan Jenisch, CEO bei Holcim, in der Medienmitteilung zitiert. Daher war es selbstverständlich, der Kooperation einzuwilligen, als der Stiftungsgründer und britische Architekt, Baron Norman Foster, und sein Team auf Holcim zukamen.

    Für die Norman Foster-Stiftung und Holcim ist es bereits das zweite gemeinsame Projekt auf der Architekturbiennale in Venedig. Bei der ersten Kooperation entwickelten sie gemeinsam einen Hangar für Drohnen, die medizinische Hilfsgüter in Afrika verteilen.

    Der Prototyp der Essential Homes wird in den Marinaressa-Gärten in Venedig aufgestellt. Eine ergänzende Ausstellung dazu wird im Palazzo Mora zu sehen sein.

  • Implenia erhält fünf Hochbauaufträge in Deutschland

    Implenia erhält fünf Hochbauaufträge in Deutschland

    Für die Division Buildings von Implenia beginnt das neue Jahr mit einem attraktiven Hochbauauftrag mit einem Volumen von 227 Millionen Franken in Deutschland. Laut Medienmitteilung hat der in Opfikon ansässige Bau- und Immobilienspezialist den Zuschlag für den Bau mehrerer nachhaltiger Wohn- und Geschäftshäuser in fünf deutschen Städten erhalten.

    Der Mitteilung zufolge errichtet die Division Buildings von Implenia zwei Wohn- und Geschäftshäuser in Kiel, ein Wohnhochhaus für das gemäss Mitteilung „aktuell grösste Arealentwicklungsprojekt in Deutschland“, das Franklin-Areal in Mannheim, ferner den teilmodularen Neubau eines Rehazentrums in Mosbach am Neckar, ein Wohnquartier in Neunkirchen am Brand sowie ein Schulzentrum in Delitzsch bei Leipzig.

    Bei Planung und Ausführung der Neubauprojekte soll die modellbasierte und softwaregestützte Arbeitsmethode Building Information Modeling (BIM) zum Einsatz kommen. Lean Construction soll die Koordination aller Abläufe und Gewerke während der Bauphase garantieren.

  • Neubau des Bundes erhält Zertifikat für Nachhaltigkeit

    Neubau des Bundes erhält Zertifikat für Nachhaltigkeit

    Der Verwaltungsneubau des Bundes in Zollikofen ist mit dem Platin-Zertifikat des Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz ausgezeichnet worden. Für den Bund ist es die dritte Auszeichnung für nachhaltiges Bauen seit 2019, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Im Jahr 2020 hatte der Verwaltungsneubau an der Pulverstrasse in Ittigen das Gold-Zertifikat erhalten, 2019 war das Verwaltungszentrum am Guisanplatz in Bern gekürt worden. „Mit der dritten Auszeichnung innert kurzer Zeit wird das Bundesamt für Bauten und Logistik für seinen konsequenten Fokus auf nachhaltiges Bauen belohnt“, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Das Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz ehrt mit seinen Zertifikaten „hochwertige und in die Zukunft gerichtete Objekte“, die einen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Beitrag leisten. Bei der Bewertung berücksichtigt der Verein mit Sitz in Zürich insgesamt 45 Indikatoren aus den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt, darunter der Energieverbrauch eines Gebäudes, Flora und Fauna der Umgebung und die regionale Wertschöpfung. Auch die Wahl des Architekturbüros mittels Wettbewerbsverfahren und die Kommunikation spielen eine Rolle.

    Der zertifizierte Neubau am Eichenweg 3 beherbergt laut Medienmitteilung Teile des Bundesamts für Informatik und Telekommunikation sowie das Informatik-Service-Center des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements.

  • Sulzer und Blue Planet arbeiten an CO2-negativem Beton

    Sulzer und Blue Planet arbeiten an CO2-negativem Beton

    Sulzer und Blue Planet wollen gemeinsam den Wandel zu einer nachhaltigen Zementindustrie beschleunigen. Dafür sind sie nun eine Partnerschaft eingegangen. Der kalifornische Spezialist für CO2-Abscheidung und -Mineralisierung nutzt Technologien des Winterthurer Unternehmens zur CO2-Reduzierung, um Treibhausgasemissionen aus dem industriellen Betrieb zu senken.

    Laut einer Medienmitteilung von Sulzer hat Blue Planet hat eine profitables System zur CO2-Abscheidung, -Nutzung und -Lagerung entwickelt, das CO2 aus einer Vielzahl von Emissionsquellen wie Kraftwerken, Raffinerien, Stahl- und Zementwerken abscheidet. Das CO2 wird in fester, kristalliner Form mineralisiert und damit dauerhaft gebunden. Das Granulat wird Beton als 70- bis 90-prozentiger Hauptbestandteil beigefügt. Wie üblich werden diese Zuschlagstoffe dann durch Zement gebunden. Zement trägt mit einem Anteil von 7 Prozent wesentlich zu den globalen CO2-Emissionen bei. Doch werde der CO2-Fussabdruck des Zements im Beton durch das in den synthetischen Kalksteinzuschlägen gebundene CO2 „mehr als kompensiert“, so Sulzer.

    „Wir freuen uns, unsere Expertise für zirkuläre Anwendungen in ein solch zukunftsweisendes Projekt einbringen zu können“, wird Sulzers Divisionsleiter Chemtech, Torsten Wintergerste, in der Mitteilung zitiert. „Es wird dazu beitragen, die Kohlenstoffemissionen aus industriellen Anwendungen und dem Zemetsektor zu reduzieren – ein Hauptanliegen unserer Kunden.“

  • Netzwerk Nachhaltiges Bauen entwickelt neuen Standard

    Netzwerk Nachhaltiges Bauen entwickelt neuen Standard

    Das Zürcher Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS) hat ein neues Mess- und Steuerinstrument für nachhaltiges Bauen veröffentlicht. Per April kümmert sich ein eigens dafür eingerichtetes technisches Sekretariat um die Bekanntmachung des neuen Standards, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Die Abteilung soll Anlaufstelle für Ingenieure, Planer und Bauherren in allen Bauphasen sein.

    Die Leitung des Sekretariats übernimmt der Bauingenieur und Professor für nachhaltiges Bauen an der Berner Fachhochschule in Burgdorf, Stephan Wütherich. Des Weiteren bringt Erdjan Opan von der Firma OPAN concept SA sein Wissen in das Sekretariat ein. Er hat den Standard für nachhaltiges Bauen im Bereich Infrastruktur massgeblich mitentwickelt.

    Der Standard misst anhand von 75 Indikatoren die Nachhaltigkeit eines Projektes. Er kann in allen Projektphasen vom Standortentscheid über Projektentwicklung und Bauprozess bis hin zu Betrieb, Unterhalt und Rückbau angewendet werden. Checklistenartig beurteilen die Anwender damit verschiedene Themen wie zum Beispiel Gesundheit und Sicherheit, Kosten und Nutzen, Energie und Boden sowie Gemeinschaft, Klima und Landschaft.

    Der Katalog hilft ausserdem, etablierte Prozesse zu hinterfragen, Finanzmittel zu beschaffen und unterstütze bei der Kommunikation mit politischen Akteuren und der Bevölkerung, so die Mitteilung.

    Der Standard baut auf der Norm SIA 112/2 „Nachhaltiges Bauen – Tiefbau und Infrastrukturen“ auf und ist kompatibel mit anderen Bewerbungssystemen.

  • Kokosfasern werden zu Baumaterial

    Kokosfasern werden zu Baumaterial

    Bereits 2014 habe das Institut für Werkstoffe und Holztechnologie (IWH) an der Berner Fachhochschule (BFH) ein Forschungsprojekt begonnen, bei dem günstiges und nachhaltiges Baumaterial an Kokosfasern entwickelt werden sollte, informiert die BFH in einer Mitteilung.  Die dabei gewonnen Erfahrungen werden von Michail Kyriazopoulos in einer Ausgründung der BFH weiterentwickelt. Der ehemalige Student und wissenschaftliche Mitarbeiter am IWH hat zusammen  mit Daniel Dinizo das Jungunternehmen NaturLoop gegründet.

    Als erstes Produkt hat NaturLoop eine aus Kokosfasern hergestellte Bauplatte lanciert. Für ihre Herstellung werden Ernteabfälle philippinischer Kokosnussbauern verwertet. „Mit Cocoboard bieten wir eine nachhaltige, günstige und lokale Alternative zu den herkömmlichen Baumaterialien“, wird Kyriazopoulos in der Mitteilung zitiert. Als nächstes steht bei NaturLoop die Eröffnung einer Produktionsanlage auf den Philippinen auf dem Programm.

    Die Produkte des Berner Jungunternehmens sollen die Abhängigkeit der Philippinen von importierten Baumaterialien verringern. Der Verkauf der Kokosnussfasern bietet den einheimischen Kokosnussbauern zudem eine zusätzliche Einnahmequelle. „Als Technologie-Dienstleister wollen wir komplette Lösungen zur Entwicklung nachhaltiger, natürlicher Biokomposite, hergestellt aus landwirtschaftlichen Nebenprodukten, anbieten“, meint NaturLoop-CEO  Dinizio. Für ihn bedeute Nachhaltigkeit, „die gegenseitige Abhängigkeit von Natur und Mensch zu berücksichtigen.“

  • Schweizer und Deutsche beraten über nachhaltiges Bauen

    Schweizer und Deutsche beraten über nachhaltiges Bauen

    Der Schweizerisch-deutsche Austausch zum nachhaltigen Bauen 2021 findet vom 1. bis 2. März statt. Die Online-Veranstaltung will bilaterale Diskussionen zum Thema fördern sowie über gewonnene Erfahrungen und Beispiele für gelungene Umsetzungen informieren. Ziel ist aber auch, mögliche Kooperationspartner aus der Schweiz und aus Deutschland miteinander zu vernetzen.

    Das Strategieberatungsunternehmen Dreberis organisiert diese Veranstaltung im Auftrag des deutschen Ministeriums für Wirtschaft und Energie. Ihre Schweizer Partner sind das Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz und Bauen digital Schweiz/buildingSmart Switzerland. Zur Zielgruppe gehören Architektur- und Ingenieurbüros ebenso wie Planer, Bauunternehmen und Immobilienverwalter. Ausdrücklich wendet sich diese Online-Konferenz auch an Anwender von digitalen Lösungen zur Optimierung von Geschäftsabläufen in der Baubranche sowie an alle, die sich für nachhaltiges Bauen einsetzen.

    Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen sind bis 24. Februar möglich. Termine für individuelle Kooperationsgespräche mit deutschen Konferenzteilnehmern am zweiten Veranstaltungstag können vorab vereinbart werden. Eine Liste der deutschen Unternehmen, die Kooperationspartner in der Schweiz gewinnen möchten, findet sich auf der Internetseite der Kooperationstage.

  • Verein für nachhaltiges Bauen ist gegründet

    Verein für nachhaltiges Bauen ist gegründet

    Der neu geschaffene Verein Nachhaltiges Baubiologische Bauen (VNBB) verfolgt das Ziel, die Baubranche nachhaltiger und klimafreundlicher zu gestalten. Zu diesem Zweck sollen Wissen und Kompetenzen gefördert und in die Berufsbildung integriert werden.

    Wie es in einer Medienmitteilung heisst, sei die nicht-gewinnorientierte Organisation auf Initiative von Dr. Thea Rauch-Schwegler vom Verein Baubioswiss in den vergangenen Jahren aufgebaut worden. Als Gründungsmitglieder haben sich Holzbau Schweiz, Gebäudehülle Schweiz, JardinSuisse, Lignum – Holzwirtschaft Schweiz sowie der Schweizerische Maler- und Gipserunternehmer-Verband angeschlossen. Dessen neue Geschäftsstelle in Wallisellen ist auch Sitz des VNBB. Die Leitung der VNBB-Geschäftsstelle ist ausgeschrieben. Neue Vereinsmitglieder und Partner sind ausdrücklich erwünscht.

    2019 wurde die Prüfungsordnung für die Höhere Fachprüfung Expertin/Experte Gesundes und Nachhaltiges Bauen vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation anerkannt. Damit, so der VNBB, „kann die Lücke in der höheren Berufsbildung im Bereich des nachhaltigen Bauens geschlossen werden“. 2022 werde der erste Vorbereitungskurs zum Diplom starten. Gleichzeitig hätten auch Berufsverbände die Wichtigkeit des Themas erkannt und sich entschieden, das Thema Nachhaltigkeit in der Berufsbildung gemeinsam anzugehen.

  • Landwirtschaftliches Zentrum Salez gewinnt Architekturpreis

    Landwirtschaftliches Zentrum Salez gewinnt Architekturpreis

    Mit Constructive Alps werden Projekte ausgezeichnet, die im Hinblick auf nachhaltiges Bauen und Sanieren in den Alpen überzeugen können. Die Schweiz und Liechtenstein haben diesen Preis nun zum fünften Mal vergeben, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Insgesamt sind knapp 330 Projekte eingereicht worden. Eine Jury hat daraus zehn Beiträge ausgewählt, von denen die ersten drei insgesamt 50’000 Franken erhalten. Das Landwirtschaftliche Zentrum Salez hat den ersten Platz erreicht.

    Das Landwirtschaftliche Zentrum Salez ist damit eines der Projekte, welche zeigen, dass Architektur Ästhetik und Klimavernunft kombinieren kann, wie es in der Mitteilung des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE) heisst. Das Gebäude des Zentrums setze auf eine möglichst einfache Bauweise und eine lange Lebensdauer. Kanton und Architekt Andy Senn hätten somit im Hinblick auf die Klimaeffizienz neue Massstäbe gesetzt. Eine Montagehalle in Vorarlberg und ein Berggasthaus in Glarus haben es auf die Plätze zwei und drei geschafft. Neben sieben Anerkennungspreisen ist auch erstmals ein Publikumspreis ermittelt worden.

    Das Landwirtschaftliche Zentrum Salez besteht aus Tagungszentrum, Gutsbetrieb, Staatswingert und Obstanlage. Gemeinsam mit den Praxisversuchsparzellen in Flawil wird es vom Landwirtschaftlichen Zentrum SG (LZSG) betrieben. Dieses verfügt auch über Beratungsstellen in Kaltbrunn und Sargans.