Schlagwort: News

  • Neue Finanzierung treibt Wachstum im Energiemanagement voran

    Neue Finanzierung treibt Wachstum im Energiemanagement voran

    Die Youdera Group SA sichert sich eine strategische Investition durch Amundi Energy Transition. Laut einer Mitteilung sollen die Mittel die nächste Wachstumsphase des Unternehmens sowie einen Umsetzungsplan von rund 150 Millionen Euro für dezentrale Energieinfrastruktur im europäischen Gewerbe- und Industriesektor unterstützen.  

    Youdera bietet Unternehmen Energiemanagement an, bei dem Planung und Entwicklung, Finanzierung, Bau und Betrieb von Energieanlagen übernommen werden. Ziel ist es, die Abhängigkeit vom Stromnetz zu reduzieren, Energiekosten planbarer zu machen und die Elektrifizierung voranzutreiben. Das Angebot umfasst Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Sanierungen der Gebäudehülle, Wärmepumpen sowie weitere Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. 

    Die Investition durch Amundi Energy Transition, einer Tochtergesellschaft des französischen Vermögensverwalters Amundi S.A., biete die Möglichkeit, das Modell europaweit zu skalieren, so Pedro Miranda, CEO und Mitgründer von Youdera. „In einer volatileren Welt müssen europäische Unternehmen entschlossen handeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“  

    Youdera wurde 2015 gegründet, hat seinen Sitz in Ecublens und seinen Hauptstandort im EPFL Innovation Park in Lausanne. Die Kernmärkte sind Schweiz, Spanien und Portugal, das Unternehmen sieht weiteres Wachstumspotential in Europa. „Da Gewerbe- und Industriekunden nach resilienteren und kosteneffizienteren Energielösungen suchen, sind wir überzeugt, dass Youdera bestens positioniert ist, um diesen wachsenden Marktbedarf zu decken“, lässt sich Claire Chabrier, Head of Direct Investments – Private Markets bei Amundi, zitieren. 

  • Wachsende Nachfrage nach Zutrittslösungen im Gesundheitssektor

    Wachsende Nachfrage nach Zutrittslösungen im Gesundheitssektor

    Dormakaba richtet sich auf weiteres Wachstum im Gesundheitssektor aus. Für das Geschäftsjahr 2025/2026 vermeldet der Anbieter von Zutrittslösungen eine gestiegene Zahl an Aufträgen aus der Gesundheitsbranche. Laut einer Mitteilung konnte sich dormakaba im Rahmen seiner Markteintrittsstrategie Projekte in Norwegen, Deutschland und den USA sichern.

    Das weltweit in der Schliesstechnik tätige Unternehmen mit Sitz in Rümlang bietet Lösungen für Türen, darunter Schlösser, Türbeschläge, Türautomation, Zutrittskontrollsysteme und mechanische Schliesssysteme an, die Unternehmensangaben zufolge in 130 Länder gehen. 

    In Norwegen hat dormakaba im Rahmen des Krankenhausneubaus New Aker einen Auftrag über 5500 Türen erhalten. In den USA werden im Auftrag von zwei Organisationen aus dem Gesundheitsbereich Eingangssysteme modernisiert und gewartet sowie weitere Leistungen erbracht. Und in Deutschland hat dormakaba einen Auftrag der m&i-Klinikgruppe Enzensberg erhalten, der Zugangslösungen an 4500 Türen umfasst. Das gesamte Auftragsvolumen liege im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

    „Diese jüngsten Projekterfolge zeigen die wachsende Nachfrage nach sicheren, effizienten und innovativen Zutrittslösungen“, wird dormakaba-CEO Till Reuter zitiert. „Diese Aufträge stärken unsere Position im Gesundheitswesen weiter und unterstützen unser Wachstum in diesem Sektor.“

  • Bier, Beton und Wohnen – Baden baut auf seiner Geschichte

    Bier, Beton und Wohnen – Baden baut auf seiner Geschichte

    Direkt beim Bahnhof Baden entstehen auf rund 8’000 Quadratmetern vier neue Gebäude, aufgeteilt auf zwei Baufelder. Baufeld A verantwortet Frei Architekten AG aus Aarau, Baufeld B das renommierte Harry Gugger Studio aus Basel. Das Volumen ist beachtlich, 81’888 Kubikmeter umbaut, 22’914 Quadratmeter Nutzfläche, rund 64,5 Millionen Franken Investition. Generalunternehmerin ist die Gross AG aus Brugg.

    Wohnen wo früher Malz dampfte
    136 Mietwohnungen mit 1,5 bis 4,5 Zimmern entstehen im Herzen der Stadt. Im Erdgeschoss prägen Retail- und Gastronomieflächen von insgesamt 2268 Quadratmetern das Quartier. Im Innenhof lädt ein rund 900 Quadratmeter grosser Biergarten zum Verweilen ein. Das Motto der Bauherrin, der Brauerei H. Müller AG in vierter Generation, bringt es auf den Punkt: «brauen – wohnen – geniessen».

    Geschichte bleibt sichtbar
    Nicht alles weicht dem Neubau. Kesselhaus, Sudhaus und Malzsilo bleiben erhalten, als bauliche Zeugen einer Braugeschichte, die 1897 begann. Das Müllerbräu-Bier selbst wird heute von der Schaffhauser Brauerei Falken hergestellt. Auf dem Areal aber gibt es weiterhin eine Spezialitätenbrauerei. Die Vergangenheit des Ortes bleibt damit nicht nur sichtbar, sie bleibt erlebbar.

    Zeitplan und Vermarktung
    Die Baubewilligung datiert von Oktober 2023, der Abbruch startete im April 2024. Seit wenigen Tagen sind die Fassaden der neuen Hochhäuser erstmals sichtbar. Ein Meilenstein für das Projekt. Der Vermarktungsstart der Wohnungen ist für Sommer 2026 geplant, der Erstbezug für Juni 2027.

  • Laufenburg baut Windmühlen am Bahnhof

    Laufenburg baut Windmühlen am Bahnhof

    Das Areal Schützegärte liegt an einer städtebaulich heiklen Stelle. Drei Strassen fassen es ein, ringsum treffen Bautypologien aus verschiedenen Jahrzehnten aufeinander. Genau dieses Chaos ist das Thema. AWW Architekten AG macht das «Gegensätzliche und Bilaterale» zur Grundlage des Konzepts. Die Architektur entsteht aus dem Spannungsfeld des Ortes, nicht gegen ihn.

    Versetzt, gedreht, verankert
    Zwei identische, viergeschossige Gebäudekörper bilden das Ensemble. Sie stehen nicht parallel, sondern versetzt und gedreht zueinander im leicht abschüssigen Terrain. Diese Positionierung ist kein ästhetischer Einfall, sondern eine präzise Reaktion auf Kantenbildung und Raumfluss gegenüber den Nachbarbauten. Ein Ensemble, das sich einfügt und gleichzeitig eigenständig bleibt. Die Gesamtgeschossfläche beträgt rund 4’600 Quadratmeter, das Bauvolumen rund 13’800 Kubikmeter.

    Windmühle als Wohnmodell
    Das architektonische Konzept basiert auf einer kompakten vierspännigen «Windmühlen»-Gebäudeform mit zentralem Treppenhauskern. Die auskragenden Flügel prägen die Fassade und nehmen Bezug auf typische Erkerformen im Quartier. Jede Wohnung ist dreiseitig ausgerichtet. Herzstück sind die «Vierjahreszeiten-Zimmer» mit grosszügige Räume, die als Wintergarten, Studio oder Wohn- und Essbereich nutzbar sind. Zusammen mit Loggien entsteht ein flexibles Raumangebot für unterschiedlichste Lebensentwürfe.

    Grün, gemeinschaftlich, geerdet
    Der Freiraum zwischen den Häusern ist bewusst niederschwellig gehalten. Zugänglich von innen und von der Strasse. Eine Grünschicht aus heimischen Sträuchern und Stauden schützt die Erdgeschosswohnungen und verleiht der Siedlung Charakter. An einer Ecke öffnet sich das Areal zu einer wiesenartigen Situation mit Obstbäumen.Eine Referenz an die lokale Tradition siedlungsnaher Obstgärten. Das Projekt denkt Wohnen und Gemeinschaft als Einheit.

    Nächste Schritte offen
    Die Stadt Laufenburg war nicht am Planungsprozess beteiligt. Stadtschreiber Marco Waser bestätigt, dass die Bauverwaltung lediglich die baurechtlichen Rahmenbedingungen vorgängig klärte. Eine Beurteilung seitens der Stadt liegt bislang nicht vor. Die Grundeigentümerin Erne Immo AG hat sich zum Zeithorizont der Umsetzung noch nicht geäussert.

  • DGNB-Zertifikat für Rückbau in der Schweiz

    DGNB-Zertifikat für Rückbau in der Schweiz

    Der Getreidesiloturm von 1939 wurde abgebrochen, sein Beton jedoch nicht entsorgt. Im nahegelegenen Betonwerk wurde das Material nach einer eigens entwickelten Rezeptur aufbereitet und im Neubau zu 75 bis 95 Prozent als Rezyklat wiederverwendet. Rund 60 Prozent des neuen Gebäudes bestehen aus dem alten Turm. Bauherrin ist die Gutgrün AG aus Chur, die bewusst auf kurzfristige Gewinne verzichtete, um das Nachhaltigkeitskonzept konsequent umzusetzen.

    52 Wohnungen, drei Zertifikate
    Das Projekt umfasst 37 Mietwohnungen auf elf Etagen im neuen Wohnturm sowie 15 Loftwohnungen im sanierten historischen Mühlegebäude. Die Architekten vom Büro Ritter Schumacher haben alle verbauten Materialien in einem Gebäuderessourcenpass erfasst. Ein vorausschauender Ansatz, der zukünftige Lebenszyklen bereits heute transparent macht. Für diese Leistung wurde das Projekt mit drei DGNB-Zertifikaten ausgezeichnet. DGNB-Platin für den Rückbau, DGNB-Gold für den Neubau des Turms und DGNB-Gold für die Sanierung des Altbaus.

    Brandschutz neu erfunden
    Die 30 Meter hohe Photovoltaik-Fassade stellt herkömmliche Brandschutzvorschriften vor ein Problem. Sie verlangen in jedem Geschoss Abschottungen, die ein Feuerspringen von Etage zu Etage verhindern. Das hätte die Fassade unterbrochen und ihre Effizienz empfindlich gemindert.

    Die PV-Fläche wird nirgends durch Fenster unterbrochen und ist durchgängig vom Boden bis zum Dach geführt. Fachplaner, ausführende Firmen und Versicherung entwickelten gemeinsam eine massgeschneiderte Lösung. Feuer kommt von innen nicht an die Fassade und von der Fassade nicht in die Wohnungen.

    Allianz statt Konflikt
    Das Projekt wurde im Allianzmodell gebaut. Bauherrschaft, Planer und ausführende Firmen sassen von Beginn an gemeinsam am Tisch. Probleme aus der Baupraxis flossen so direkt in die Planung ein. Die Grundhaltung waren Vertrauen und Fairness statt reiner Risikoabsicherung. Auch ein Detail zeugt vom unkonventionellen Geist, die Graffiti, die das leerstehende Gebäude zierten, wurden als Dekorelemente im Treppenhaus erhalten.

    Ein Signal für die Branche
    Gegen das Umbau-Projekt gab es keinen einzigen Einspruch. Das ist für ein Bauprojekt dieser Grössenordnung aussergewöhnlich. Die Mühle Grüsch zeigt, dass zirkuläres Bauen auch in einer Randregion funktioniert und dass Nachhaltigkeit kein Widerspruch zu wirtschaftlicher Tragbarkeit ist.

  • Das Vertrauen der Konsumenten bricht ein

    Das Vertrauen der Konsumenten bricht ein

    Der Rückgang ist abrupt. Noch im Januar und Februar 2026 bewegte sich der Index bei rund – 30 Punkten und lag damit leicht über dem Vorjahresniveau. Der Einbruch im März auf – 43 Punkte ist damit einer der stärksten monatlichen Rückgänge der letzten Jahre. Die Wende kam schnell und trifft mehrere Bereiche gleichzeitig.

    Wo die Stimmung am stärksten kippt
    Drei der vier SECO-Teilindizes liegen klar unter dem Niveau von März 2025. Die Erwartungen zur wirtschaftlichen Entwicklung sind am stärksten eingebrochen. Auch die erwartete finanzielle Lage der Haushalte und die Bereitschaft zu grösseren Anschaffungen haben deutlich nachgegeben. Einzig der Blick auf die vergangene finanzielle Lage blieb gegenüber dem Vorjahr stabil.

    Geopolitik als Stimmungskiller
    Als zentraler Auslöser gilt der Iran-Krieg und der damit verbundene Anstieg der Ölpreise. Die Inflationserwartungen sprangen im März markant nach oben: von 98,3 auf 121,4 Punkte. Gleichzeitig stiegen die Arbeitslosigkeitserwartungen. Beides belastet das Vertrauen der Haushalte direkt und spürbar.

    Was das für den Konsum bedeutet
    Sinkende Konsumentenstimmung ist kein bloss statistisches Signal. Sie zeigt, dass Haushalte grössere Ausgaben aufschieben und auf Sicherheit setzen. Für Detailhandel, Immobilienmarkt und Bauindustrie bedeutet das, weniger Impulse aus dem Binnenkonsum, zumindest kurzfristig. Trading Economics erwartet eine schrittweise Erholung auf rund – 34 Punkte bis Mitte 2026 und – 26 Punkte bis 2028.

    Ob sich die Stimmung erholt, hängt stark von der geopolitischen Lage und der Preisentwicklung ab. Die Schweizer Wirtschaft zeigt sich bislang robust, doch das Vertrauen der Konsumenten ist ein Frühindikator. Wenn die Kauflaune anhaltend gedämpft bleibt, folgen die Wachstumszahlen meist mit Verzögerung.

  • Das Holz, das sich selbst schützt

    Das Holz, das sich selbst schützt

    Weltweit fallen jährlich Millionen Tonnen Sägemehl an. Der grösste Teil davon wird verbrannt, das im Holz gebundene CO2 gelangt zurück in die Atmosphäre. Genau hier setzt das Forschungsteam um Doktorand Ronny Kürsteiner an, unter der Leitung von Ingo Bungert, Professor für holzbasierte Materialien an der ETH Zürich. Ziel ist das Sägemehl länger im Materialkreislauf halten.

    Der Trick mit dem Wassermelonenkern
    Das Bindemittel ist Struvit, ein kristallines Ammoniummagnesiumphosphat mit bekannten Brandschutzeigenschaften. Das Problem bis anhin war, dass Struvit sich schlecht verbinden lies mit Sägemehl wegen seines Kristallisationsverhaltens. Die Lösung fanden die Forschenden in einem Enzym aus Wassermelonensamen. Es steuert die Kristallisation so, dass grosse Struvit-Kristalle entstehen, die die Hohlräume zwischen den Sägemehlpartikeln ausfüllen und diese fest miteinander verbinden. Das verpresste Material wird danach bei Raumtemperatur getrocknet.

    Dreimal länger als Fichtenholz
    Die Brandtests am Polytechnikum Turin sprechen für sich. In einem Kegelkalorimeter, einem standardisierten Prüfverfahren für Hitzeeinwirkung, fing unbehandeltes Fichtenholz nach rund 15 Sekunden Feuer. Das Struvit-Sägemehl-Komposit brauchte mehr als dreimal so lang. Einmal brennend, bildet das Material rasch eine Schutzschicht aus anorganischem Material und Kohlenstoff, die die weitere Ausbreitung bremst. Dazu setzt das Struvit unter Hitze Wasserdampf und Ammoniak frei, was kühlend wirkt und dem Feuer Sauerstoff entzieht.

    Leichter als Zement, besser für das Klima
    Herkömmliche zementgebundene Spanplatten, heute im Innenausbau weit verbreitet, bestehen zu 60 bis 70 Gewichtsprozent aus Zement. Sie sind schwer und klimaschädlich in der Herstellung. Die neuen Struvit-Sägemehl-Platten kommen mit 40 Prozent Bindemittelanteil aus. Sie sind leichter, haben eine deutlich bessere Klimabilanz und landen nach dem Abbruch nicht auf der Sondermülldeponie.

    Rezyklierbar und düngetauglich
    Das Komposit lässt sich in seine Bestandteile zerlegen. Mechanisch in der Mühle, dann auf etwas über 100 Grad erhitzt, worauf Ammoniak freigesetzt und das Sägemehl abgesiebt wird. Das mineralische Ausgangsmaterial Newberyit fällt als Feststoff aus und kann erneut zu Struvit verarbeitet werden. Wer das Material nicht wieder verbaut, kann es als Langzeitdünger nutzen. Struvit gibt Phosphor, Stickstoff und Magnesium langsam und kontrolliert an den Boden ab.

    Kläranlage als Rohstoffquelle
    Ein weiterer Kreislauf zeichnet sich ab. Struvit entsteht in grossen Mengen als unerwünschtes Nebenprodukt in Kläranlagen, wo es Rohre verstopft und teuer entsorgt werden muss. «Diese Ablagerungen könnten wir als Ausgangsmaterial für unseren Baustoff verwenden», sagt Kürsteiner. Ob sich das Material auf dem Markt durchsetzt, hängt primär von den Bindemittelkosten ab. Ein Problem, das sich mit dieser Quelle lösen liesse.

  • Die Baustelle will auch Flexibilität

    Die Baustelle will auch Flexibilität

    Adrian Dinkelmann, Geschäftsführer Infra Suisse, brachte es auf den Punkt. Vereinbarkeit gelingt nicht durch einzelne Massnahmen, sondern durch eine grundlegende Verankerung in der Unternehmenskultur. Zwei vom Bund geförderte Projekte zeigen konkrete Handlungsfelder auf. Der Rahmen muss so gestaltet sein, dass unterschiedliche Lebensrealitäten der Mitarbeitenden darin Platz finden.

    Nicht alle wollen dasselbe
    Jan Malmström, CEO der JMS-Gruppe, hat in seinem Unternehmen nachgefragt. Das Ergebnis überrascht. Der Wunsch nach Teilzeit ist im Büro stark ausgeprägt, auf der Baustelle deutlich weniger. Aber auch dort besteht ein klares Bedürfnis nach mehr Flexibilität im Alltag. Standardmodelle greifen zu kurz. Wer alle Mitarbeitenden gleich behandelt, verpasst den Kern.

    Co-CEO als Realitätscheck
    Sandra Werneyer und Lea Ott leben bei der werneyer ott architektur gmbh vor, was möglich ist, geteilte Führung im Co-CEO-Modell. Das funktioniert mit hohen organisatorischen und kommunikative Anforderungen. Ihr Auftritt machte deutlich, neue Arbeitsformen sind kein Selbstläufer. Sie verlangen Klarheit darüber, welche Verantwortung wirklich teilbar ist.

    Stereotype bremsen die Branche
    Dörte Resch, Professorin für Angewandte Psychologie an der FHNW, machte klar, Bilderkampagnen allein verändern nichts. Stereotype, die nicht mehr mit der Realität der Bauberufe übereinstimmen, müssen aktiv angegangen werden. Es braucht ein authentisches Berufsmarketing, das die attraktiven Aspekte der Branche für alle sichtbar macht. Caroline Farberger, schwedische Unternehmerin, ergänzte mit einer persönlichen Perspektive. Inklusion beginnt damit, bestehende Denkmuster zu hinterfragen.

    Kultur schlägt Konzept
    Im Podium wurde deutlich, was den Unterschied macht. Olivier Imboden, CEO Ulrich Imboden AG, beschreibt es so. Wenn Mitarbeitende die Werte eines Unternehmens mittragen, wirkt sich das direkt auf dessen Attraktivität als Arbeitgeber aus. Sven Stingelin von der Frutiger AG ergänzte die Baustellen-Perspektive und spricht die Rahmenbedingungen an, die anders sind als im Büro. Thomas Weber von Walo Bertschinger wies darauf hin, dass Projektabläufe den Handlungsspielraum wesentlich prägen. Cornel Müller, Gründer Work-ID AG, zeigte, wie gezieltes Berufsmarketing neue Zielgruppen erschliesst, auch durch frühzeitige Berufsorientierung.

  • Kein Bonus mehr, sondern Pflicht

    Kein Bonus mehr, sondern Pflicht

    Vom ESG-Label zur strategischen Realität
    Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft hat ihre lauten Jahre hinter sich. Nachdem sie sich als Differenzierungsmerkmal einiges an Ansehen erlangt hat, hat sie mittlerweile eher einen Platz als strategisches Kernthema in Form von ESG-Kriterien eingenommen. Doch genau deshalb droht das Thema zwischen Reportingpflichten und Tagesgeschäft leise zu werden. Was zur Norm wird, verschwindet aus dem Rampenlicht. Doch Routine ist kein Schutzschild. Schon gar nicht in einer Branche, die zwar in Jahrzehnten denkt, aber oft in Jahren entscheidet.

    Denn während Nachhaltigkeit vielerorts als erledigte Pflicht abgelegt wird, bleiben die strukturellen Herausforderungen bestehen. Immobilien denken in Zyklen von 30, 40 oder mehr Jahren. Netto-Null bis 2050 ist also keine ferne Vision, sondern ein realer Planungshorizont. Dies bedeutet auch, dass ein Grossteil der heutigen Bestandsliegenschaften nur noch einmal richtig instandgesetzt oder totalsaniert werden können.

    Unsicherheit als neue Planungsrealität
    Die aktuelle geopolitische Lage, volatile Märkte und unklare Rahmenbedingungen erschweren derzeit belastbare Klimaabsenkpfade. In der Praxis führt das oft dazu, dass Entscheide vertagt oder auf die kurzfristig günstigste Lösung reduziert werden. Wer jedoch im linearen Denken verharrt, schränkt sich langfristig selbst ein. Klimaschutzfahrpläne, Graue Energie, Lebenszykluskosten und Klimarisiken müssen integraler Teil jeder Entscheidung sein, um Klimaneutralität wirtschaftlich tragfähig zu erreichen. Und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt.

    In der Praxis zeigt sich: Bestandshalter:innen denken Nachhaltigkeit zunehmend differenziert. Neben klassischen CSR-Ansätzen etabliert sich ein klar risikoorientierter Zugang. Im Fokus stehen belastbare Daten zu Zustand, Verbrauch und Emissionen sowie gebäudespezifische Risikoprofile, die als Steuerungsgrössen in die Portfoliostrategie einfliessen. Damit wird Nachhaltigkeit zum strategischen Entscheidungsfaktor jenseits von Reporting. Besonders der Standort rückt ins Zentrum: Immobilien müssen nicht nur effizient, sondern auch resilient gegenüber Hitze, Wasser, Extremereignissen und sozialen Spannungen sein. Wer diese Risiken systematisch bewertet, kann gezielt steuern. Alle anderen reagieren später auf die Konsequenzen.

  • Wenn Kantone vom Bremsklotz zum Standortfaktor werden

    Wenn Kantone vom Bremsklotz zum Standortfaktor werden

    In mehreren Kantonen ist die digitale Baubewilligung keine Zukunftsvision mehr, sondern Alltag. Baugesuche werden über zentrale Plattformen eingereicht, digital verteilt und in standardisierten Abläufen geprüft. Das entlastet Verwaltungen, Planende und Bauherrschaften und macht Verfahren für alle Beteiligten nachvollziehbarer.

    Vorreiter setzen auf klare kantonale Lösungen und Kooperation. Gemeinsame Plattformen senken Kosten, bündeln Know-how und verhindern Insellösungen. Gleichzeitig zeigt sich, Digitalisierung wirkt nur, wenn sie nicht als IT-Projekt, sondern als Veränderung des ganzen Prozesses gedacht wird, von der Eingabe bis zum Entscheid.

    Wer schon digital bewilligt
    Mehrere Kantone haben kantonsweite Plattformen im Einsatz, über die Baugesuche elektronisch eingereicht und bearbeitet werden. Bern mit «eBau», Zürich mit «eBaugesucheZH», Graubünden mit ebau.gr.ch oder Wallis mit «eConstruction» zeigen, wie ein digital geführtes Verfahren aussieht, teils obligatorisch oder mit Übergangsfristen. Andere Kantone wie Solothurn oder Aargau setzen auf die gemeinsame Open-Source-Lösung Inosca und führen ihre Systeme etappiert ein.

    Der Digitalisierungsgrad unterscheidet sich dennoch deutlich. In einigen Kantonen ist die digitale Einreichung verbindlich, in anderen laufen analoge und digitale Kanäle parallel oder es existieren nur Pilotgemeinden. Eine schweizweit vollständige, tagesaktuelle Übersicht fehlt und nicht jede Plattform bildet den Prozess schon Ende-zu-Ende volldigital ab.

    Politik zwischen Tempo und Rechtsschutz
    Politisch steht das Baubewilligungsverfahren im Kreuzfeuer. Auf der einen Seite stehen Wohnungsnot, Energie- und Klimaziele, auf der anderen Seite Föderalismus, Einsprache Recht und komplexe Fachvorgaben. Wirtschaftsverbände fordern kürzere Fristen und mehr Verbindlichkeit, Gemeinden und Kantone pochen auf eigene Zuständigkeiten und begrenzte Ressourcen.

    Die Digitalisierung legt diese Spannungen offen. Sie macht sichtbar, wie viele Stellen ein Dossier berühren, wo es hakt und wie unterschiedlich die Praxis zwischen den Kantonen ist. Sie ersetzt aber keine politischen Entscheidungen. Ob Einsprachen eingeschränkt, Verfahren harmonisiert oder Fristen verkürzt werden, bleibt eine Machtfrage, nicht eine Softwarefrage.

    Kosten, Nutzen und Risiken
    Für Verwaltungen ist die Umstellung auf digitale Verfahren ein Kraftakt. Neue Fachapplikationen, Schnittstellen, Schulungen und Change Management kosten Zeit und Geld. Gerade kleinere Gemeinden sind auf kantonale Plattformen und gemeinsame Lösungen angewiesen, um die Last zu tragen.

    Demgegenüber stehen handfeste Effekte. Weniger Unterbrechung eines Prozesses, weniger Mehrfacherfassungen, schnellere Abläufe. Noch wichtiger sind die indirekten Wirkungen. Jede verkürzte Bewilligungswoche reduziert Projekt- und Finanzierungskosten, erhöht die Planbarkeit und macht einen Standort attraktiver. Gleichzeitig bleibt der Umgang mit Daten sensibel. Transparenz, Datenschutz und Akzeptanz müssen sauber austariert werden.

    Vom E-Dossier zur intelligenten Prüfung
    Die Digitalisierung der Baubewilligung steht erst am Anfang. Kurzfristig geht es darum, kantonale Plattformen flächendeckend einzuführen, Medienbrüche zu beseitigen und Baugesuche durchgängig digital zu führen. Parallel wachsen die Erwartungen. Planende wollen digitale Schnittstellen, Investoren verlässliche Fristen, Kommunen mehr Steuerungsmöglichkeiten.

    Mittelfristig rücken automatisierte Plausibilitäts- und Regelprüfungen, die Integration von Planungs- und Baudaten sowie KI-gestützte Assistenz in den Fokus. Sie können Verfahren beschleunigen, Standardisierung erzwingen und Ressourcen auf jene Fälle lenken, in denen wirklich politisch oder fachlich zu entscheiden ist. Ob die Baubewilligung in der Schweiz vom Bremsklotz zum strategischen Standortvorteil wird, entscheidet sich daran, wie konsequent Politik und Verwaltung diesen Wandel steuern und ob sie bereit sind, auch an Regeln, Rollen und Routinen zu rütteln.

  • Von Daten zu KI in der Immobilienwelt

    Von Daten zu KI in der Immobilienwelt

    Gerade deshalb lohnt sich der Blick zurück. Denn in den letzten 30 Jahren hat sich die Art, wie Immobilien geplant, betrieben und gesteuert werden, grundlegend verändert.

    Vor 30 Jahren waren viele Prozesse noch erstaunlich analog. Daten lagen in Ordnern und Papierdokumenten, Entscheidungen basierten stark auf Erfahrung, weniger auf systematischen Analysen. Bald begann eine Phase, in der sich die Branche Schritt für Schritt entwickelte: Prozesse wurden digitaler, Daten wichtiger, Gebäude und Unternehmen zunehmend vernetzt.

    In diesem Umfeld entstand Mitte der 1990er-Jahre auch pom+ als Spin-off der ETH Zürich – mit der Idee, Aufgaben, Daten und Prozesse im Bau- und Immobilienbereich stärker zu integrieren. Dreissig Jahre später feiert pom+ Jubiläum und die Grundfrage ist nach wie vor sehr aktuell: Wie lassen sich Immobilien, Organisation und Technologie sinnvoll zusammendenken?

    Technologisch stehen wir heute an einem neuen Wendepunkt. Die Digitalisierung der Immobilien schreitet weiter voran: Cloud-Technologien, IoT und digitale Modelle ermöglichen immer präzisere Abbildungen von Gebäuden. Der sogenannte Digital Twin entwickelt sich zunehmend zur Realität und schafft neue Möglichkeiten zur Automatisierung von Prozessen.

    Parallel dazu verändert sich die Art, wie Unternehmen arbeiten. Künstliche Intelligenz wird in den kommenden Jahren viele Prozesse verändern – insbesondere dort, wo grosse Mengen Informationen verarbeitet und Entscheidungen heute noch manuell getroffen werden müssen. Unterschiedliche Daten können einfacher analysiert, fertige Ergebnisse automatisiert erstellt und Entscheidungen auch mit Einbezug des Menschen massiv beschleunigt werden. Assistenzsysteme, sogenannte Agents, werden Teil des Arbeitsalltags.

    Gleichzeitig zeigt der Blick auf die Branche ein interessantes Spannungsfeld: Die technologische Entwicklung schreitet schnell voran, die Umsetzung in den Unternehmen hingegen deutlich langsamer.

    Seit 2016 misst die pom+Consulting AG jedes Jahr im Rahmen der Digital Real Estate & Construction Studie den digitalen Reifegrad der Bau- und Immobilienwirtschaft. Aktuell liegt der Digital Real Estate Index bei 4,3 von 10 Punkten – eine leichte Erholung gegenüber dem Vorjahr, aber definitiv kein Quantensprung.

    Künstliche Intelligenz rückt, wenig überraschend, immer stärker in den Fokus. Gemäss der aktuellen Studie zählt Artificial Intelligence & Machine Learning, neben Platforms & Portals sowie Data Analytics erneut zu den am häufigsten eingesetzten Technologien. Die Bewertung von KI fällt jedoch deutlich differenzierter aus als in Vorjahren: Rund zwei Drittel der Befragten sehen darin einen hohen Nutzen. In der letztjährigen Erhebung waren es noch 75 Prozent. Mit häufigerem Einsatz von KI werden zwar die Möglichkeiten der Technologie, aber auch ihre Grenzen deutlich sichtbarer und dadurch Erwartungen realistischer.

    Technologie allein entscheidet also nicht über den Erfolg. Der entscheidende Faktor bleibt die Organisation: Datenqualität, Umsetzungsstärke, klare Verantwortlichkeiten – und die Bereitschaft, bestehende Arbeitsweisen zu hinterfragen.

    Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Parallele zu den letzten 30 Jahren.

    Auch damals ging es nicht nur um neue Technologien, sondern um neue Denkweisen. Künstliche Intelligenz könnte damit zum nächsten grossen Entwicklungsschritt der Branche werden – nicht, weil sie alles verändert, sondern weil sie hilft, die wachsende Komplexität von Immobilien und Organisationen besser zu beherrschen.

  • Zürich bleibt weltweite Nummer eins der smarten Städte

    Zürich bleibt weltweite Nummer eins der smarten Städte

    Zürich liegt auch in der siebten Ausgabe des IMD Smart City Index auf dem Spitzenplatz. Auf dem zweiten Rang wird Oslo notiert vor Genf, das laut einer Mitteilung auch in diesem Jahr Platz 3 belegt. Lausanne konnte sich gegenüber 2025 um drei Plätze verbessern und erreicht Rang 7. Für den Index wurden vom World Competitiveness Center (WCC) der IMD Business School Bürgerinnen und Bürger in insgesamt 148 Städten befragt.

    Wie der Index zeigte, schätzen die Bürger die Qualität ihrer Stadt auch nach deren politischer Transparenz sowie ihrer Möglichkeiten ein, sich zu beteiligen. „Smartness“ betrifft daher nicht nur die Einführung neuester Technologien, sondern auch eine stärkere Wahrnehmung einer guten Städteführung, der Realisierung digitaler Dienstleistungen. Dabei schneiden Städte, in denen die Menschen das Gefühl haben, gehört zu werden, deutlich besser ab, heisst es in der Mitteilung.

    „Die fortschrittlichsten städtischen Zentren, in denen sich die Bürger am glücklichsten fühlen, sind nicht unbedingt jene, die sich durch utopische Skylines, sichtbare Sensornetzwerke oder reine technologische Raffinesse auszeichnen“, wird Arturo Bris, Direktor des WCC, in der Mitteilung zitiert. „Sie zeichnen sich dadurch aus, wie effektiv sie Verwaltungsstrukturen, Nachhaltigkeitsprioritäten, Entscheidungen über öffentliche Investitionen und – was vielleicht am wichtigsten ist – das Vertrauen der Bürger aufeinander abstimmen.“

    Hinter Zürich, Oslo und Genf rangieren London, Kopenhagen und Dubai auf den Plätzen vier bis sechs. Hinter Lausanne komplettieren Canberra, Singapur und Abu Dhabi die Top 10.

  • Wasserkraftprojekt an der Grimsel geht in die Umsetzung

    Wasserkraftprojekt an der Grimsel geht in die Umsetzung

    Der Verwaltungsrat der Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) mit Sitz in Innertkirchen hat laut einer Mitteilung der Investition von 300 Millionen Franken in den Bau des neuen Pumpspeicherwerkes Grimsel 4 zugestimmt. Die Anlage erlaubt es, das Wasser der beiden Speicherseen, des Räterichsboden- und des Grimselsees, für die Sicherung der Netzstabilität zu nutzen. Die Konzession und die Baubewilligung liegen bereits vor.

    Grimsel 4 besteht aus einer unterirdischen Kraftwerkszentrale zwischen den beiden Seen. Zwei reversible Pumpturbinen mit einer Ausbauwassermenge von je 35 Kubikmetern in der Sekunde und einer installierten Leistung von je 84 Megawatt pumpen das Wasser je nach Bedarf hoch in den Grimselsee oder turbinieren es beim Abfluss in den Räterichsbodensee. Der Wasserstollen zwischen den beiden Seen ist rund 1200 Meter lang und hat einen Durchmesser von 6 Metern. Der Erschliessungsstollen zur Kraftwerkszentrale hat eine Länge von rund 1800 Metern.

    Der Bau beginnt im Juni, sein Abschluss ist für Februar 2032 vorgesehen. Der Ausbruch für die Kraftwerkszentrale beginnt Anfang 2028.

    Die KWO wurde 1925 gegründet. Sie betreibt heute 13 Wasserkraftwerke und acht Speicherseen. Die BKW hält 50 Prozent des Unternehmens. Die Stadtwerke Basel (IWB), Bern (ewb) und Zürich (ewz) teilen sich die andere Hälfte zu gleichen Teilen.

  • Neue Partnerschaft treibt Innovation bei Wärmespeichern voran

    Neue Partnerschaft treibt Innovation bei Wärmespeichern voran

    Cowa Thermal Solutions hat seine weltweite Partnerschaft mit Innova bekanntgegeben. In deren Rahmen wird die nahe Turin beheimatete italienische Firma Innova die auf Phasenwechselmaterial (Phase Change Material, PCM) basierende Wärmespeichertechnologie von Cowa in ihre eigenen Wärmepumpensysteme integrieren. Wie es in einer Mitteilung der 2019 gegründeten und im Technopark Luzern ansässigen Ausgliederung der Hochschule Luzern heisst, ermöglicht diese Zusammenarbeit „eine neue Generation von Lösungen, die kompaktes Design, hohen Komfort und nachhaltige Technologie vereinen“.

    Diese Kooperation baut den Angaben zufolge auf technischen Validierungen und Bewertungen auf, die die Eignung von Cowas PCM für die Wärmepumpensysteme von Innova bestätigt haben. Die Tests zeigten Cowa zufolge die hohe Leistungsfähigkeit und Effizienz der integrierten Lösung.

    Innova zeichnet seinerseits für die Konzeption, Entwicklung und Fertigung der Systeme verantwortlich. Das Piemonteser Unternehmen ist auf moderne Lösungen für Heizung, Kühlung, Warmwasser und Raumluftqualität spezialisiert und unterstützt seine weltweite Kundschaft beim Austausch fossiler Heizsysteme zugunsten nachhaltiger Alternativen.

  • Nachfolgeplanung bei regionalem Versorger gestartet

    Nachfolgeplanung bei regionalem Versorger gestartet

    An der Spitze der Industriellen Betriebe Interlaken AG kommt es zu einem Wechsel. CEO Helmut Perreten hat laut einer Mitteilung den Verwaltungsrat darüber informiert, dass er auf Mitte 2027 seine Funktion abgeben will. Er will anschliessend ausserhalb der Energiebranche tätig sein.

    Die Suche nach einer Nachfolgelösung wird in den kommenden Monaten eingeleitet. Die frühe Ankündigung des Wechsels erlaube eine sorgfältige und strukturierte Regelung der Nachfolge, heisst es in der Mitteilung. Der Verwaltungsrat bedaure und respektiere die Entscheidung.

    Perreten war seit 2015 CEO der IBI. Zuvor war der gelernte Mechaniker und Maschineningenieur Leiter der Region Oberland der BKW Energie AG und davor Geschäftsführer des Elektrizitätswerkes Grindelwald gewesen.

    IBI hat 2025 insgesamt 96 Millionen Kilowattstunden Strom, 35,9 Millionen Kilowattstunden Gas und 1,8 Millionen Kubikmeter Wasser verkauft.

  • Experimentierraum zeigt Zukunft des Handels

    Experimentierraum zeigt Zukunft des Handels

    Mit dem OF GOODS entsteht in Bern ein „neuer Ort für die Begegnung von Produktion, Handel und Publikum“, wie es in einer Mitteilung heisst. Das Handelshaus öffnet am 10. April auf drei Etagen im Kaiserhaus. Die Initianten wollen dabei einen Experimentierraum erschaffen, um ein mögliches Handelshaus der Zukunft zu realisieren.

    Da sich Konsumierende zunehmend für die Herkunft von Materialien und auch für deren Kreisläufe interessieren, soll OF GOODS in diesen Bereich Kontext schaffen. Dazu tragen offene Werkstätten und kuratierte Ladengeschäfte ebenso zu bei wie begleitende Formate. So wird einerseits Handwerk sichtbar und andererseits lernen die Kundinnen und Kunden an einer Do-it-yourself-Station, wie sie Kleidungsstücke flicken oder Schuhe pflegen können.

    Zusätzlich werden in dem Handelshaus Workshops, Ausstellungen und weitere Veranstaltungen durchgeführt. Wechselnde Formate sollen dazu einladen, „Materialien, Prozesse und Ideen neu zu entdecken“.

    Bislang gehören mehr als 60 etablierte sowie unbekannte Marken, Ateliers und Manufakturen zu den Anbietern des OF GOODS, welches seine Eröffnung am 10. und 11. April feiert. Auch Gastronomiebetriebe wie die Brasserie Kaiser, Kaiser Deli und Hof-Bar sind Teil des Konzeptes.

  • Städtischer Energieversorger baut Infrastruktur und Fernwärme konsequent aus

    Städtischer Energieversorger baut Infrastruktur und Fernwärme konsequent aus

    Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich hat 2025 einen Umsatz von 1,44 Milliarden Franken erwirtschaftet, informiert ewz in einer Mitteilung. Im Jahresvergleich entspricht dies einer Steigerung um 11 Millionen Franken. Der Betriebsaufwand legte im selben Zeitraum um 64 Millionen auf 1,02 Milliarden Franken zu. Hier schlugen die Integration des Fernwärmenetzes von Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ-Fernwärme) sowie zusätzliche Energiebeschaffung zu Buche. Als Gewinn wurden 303 Millionen Franken ausgewiesen gegenüber 391 Millionen Franken im Vorjahr.

    „Dieses gute Ergebnis ist vor allem zurückzuführen auf den Energieverkauf im freien Markt, einem Gewinn bei der Vermarktung der Windproduktion im Ausland und des gezielten Einsatzes der Mittel“, wird ewz-Direktor Benedikt Loepfe in der Mitteilung zitiert. „Die erfolgreiche Integration der Fernwärme mit über 100 zusätzlichen Mitarbeitenden beweist, die Anpassungsfähigkeit unserer Unternehmung eindrücklich.“

    Im Berichtsjahr hat ewz zudem 244 Millionen Franken in Netze, Kraftwerke und Beteiligungen investiert. Das sind 48 Millionen Franken mehr als im Vorjahr, schreibt der Energieversorger. „Der Kapitalbedarf wird in den nächsten zehn Jahren massiv steigen, damit die erforderlichen Investitionen von über 3 Milliarden Franken getätigt werden können“, erläutert Loepfe. „Die aktuell gute finanzielle Ausgangslage von ewz ermöglicht es, diese Investitionen in die Energiezukunft und Versorgungssicherheit in den kommenden Jahren mit eigenen Mitteln zu tätigen.“ Vom diesjährigen Gewinn werden 80 Millionen Franken an die Stadt überwiesen.

  • Winterthur setzt auf Solarstrom aus der Nachbarschaft

    Winterthur setzt auf Solarstrom aus der Nachbarschaft

    Seit Jahresbeginn gibt es in Winterthur die Möglichkeit, den eigenen Solarstrom in der Nachbarschaft zu verkaufen. Dazu muss die eigene Solaranlage in einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) des Stadtwerks Winterthur angemeldet werden. Aktuell stellt das Stadtwerk flächendeckend bereits 155 solcher LEG zur Verfügung, informiert die Stadtverwaltung Winterthur in einer Mitteilung. Damit haben rund sieben von zehn Haushalten in Winterthur die Möglichkeit, Solarstrom aus der Nachbarschaft zu beziehen.

    In den aktuell vorhandenen 155 LEG sind derzeit 535 von insgesamt 2500 im Stadtgebiet installierten Photovoltaik-Anlagen angemeldet. Wer seine eigene Anlage anmelden oder Strom aus einer LEG beziehen möchte, kann dies auf der Plattform leghub.ch tun. Auch die Gründung einer eigenen LEG ist über die Plattform möglich.

    Der Bund fördert den Bezug von Solarstrom aus der Nachbarschaft mit einem Rabatt auf den Strompreis-Bestandteil Netznutzung. Der Preis für LEG-Solarstrom fällt damit um bis zu 15 Prozent niedriger als der normale Strompreis aus. In der Mitteilung weist der Vorsteher des Winterthurer Departements für Technische Betriebe, Stefan Fritschi, auf einen weiteren Vorteil der Elektrizitätsgemeinschaften hin: „LEG ermöglichen auch Mieter:innen und Hausbesitzer:innen ohne eigene Anlage Zugang zu lokal produziertem Solarstrom“.

  • Neubauprojekt stärkt Forschungsstandort im Berner Oberland

    Neubauprojekt stärkt Forschungsstandort im Berner Oberland

    Die Kosten für den Neubau der Empa auf dem Baufeld B5 des Areals Thun Nord belaufen sich auf 47 Millionen Franken. Dafür liegt nun laut einer Mitteilung eine Finanzierungslösung auf dem Tisch. Danach wird das Projekt über eine neu zu gründende Arealentwicklungsgesellschaft finanziert, an der sich vier Partner beteiligen, schreibt die Stadt Thun in einer Mitteilung.

    Die Stadt Thun gewährt gemäss dem Vorschlag ein grundpfandgesichertes, zinsloses Darlehen von 16 Millionen Franken. Sie gewährt auch eine Bürgschaft für ein Darlehen, für das der Kanton Bern eine Absichtserklärung im Rahmen der Neuen Regionalpolitik in der Höhe von 10 Millionen Franken abgegeben hat. Die Empa investiert 16 Millionen Franken in Labore und die Technikzentrale. Die Halter AG als Entwicklungspartnerin des Baufeldes beteiligt sich mit 5 Millionen Franken. Die Arealentwicklungsgesellschaft soll nach Projektabschluss an Investoren übertragen werden.

    Der Thuner Stadtrat entscheidet an seiner Sitzung vom 30. April über den nun vorliegende Vorschlag. Die Baubewilligung für die erste Etappe auf dem Baufeld B5 liegt bereits vor. Der Baubeginn ist für Frühling 2027 vorgesehen, die Fertigstellung Ende 2029.

    „Die Stadt Thun hat ein grosses Interesse an der Realisierung des Neubaus“, wird Stadtpräsident Raphael Lanz in der Mitteilung zitiert. „Die Empa sichert langfristig hochqualifizierte Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung, generiert regionale Wertschöpfung und stärkt Thun als Technologie- und Innovationsstandort innerhalb des Kantons Bern“

    Die Empa ist seit 1994 mit einem Forschungsstandort in Thun präsent. Sie forscht hier im Bereich Hochtechnologie und Werkstoffen.

    In Thun Nord ein neuer Stadtteil entstehen. Neben dem ersten konkreten Vorhaben auf dem Baufeld B5 spielt dabei die geplante S-Bahn-Haltestelle Thun Nord eine zentrale Rolle. Das Gesamtpotenzial des Areals Thun Nord umfasst rund 6500 Arbeitsplätze.

  • Ehemaliges Industrieareal wird zum gemischten Quartier

    Ehemaliges Industrieareal wird zum gemischten Quartier

    Die Halter AG hat laut einer Mitteilung Aufrichte auf dem Aebiareal gefeiert. Das Bauunternehmen mit Sitz in Schlieren realisiert auf dem Areal bis Anfang 2027 weitläufige Gewerbe-, Büro- und Wohnflächen. Der Spatenstich fand im Februar 2025 statt. Die Firma Aebi hat bis 2010 auf dem Areal Landmaschinen produziert. Der Burgdorfer Stadtpräsident Stefan Berger sowie Marcel-Jann Blattert und Marc Weber von der Halter AG bedankten sich bei der Aufrichte für den Einsatz aller Beteiligten.

    Insgesamt entstehen auf dem Areal 26 Eigentums- und 79 Mietwohnungen sowie rund 3,625 Quadratmeter Nutzfläche für vielseitige Gewerbe-, Büro und Verkaufsflächen. Die Nutzflächen könne dabei teils gemietet, teils im Eigentum erworben werden. Laut Projektbeschreibung schaffen besonders die zentrale Lage am Bahnhof sowie die Nähe zu Bern (ideale Voraussetzungen für Unternehmen), die Wert auf Präsenz, Erreichbarkeit und ein lebendiges Umfeld legen.

    Die Halter AG ist eine schweizweit tätige Immobilien- und Baufirma. Das Unternehmen bearbeitet an sieben Standorten ein Bauvolumen von rund 800 Millionen Franken pro Jahr und zählt derzeit rund 320 Projekte in Entwicklung und Ausführung.

  • Start-up treibt Elektrifizierung industrieller Prozesse voran

    Start-up treibt Elektrifizierung industrieller Prozesse voran

    SolidWatts gibt den Abschluss einer Seed-Finanzierungsrunde bekannt. Dabei hat das Ende 2022 gegründete Waadtländer Start-up 1,8 Millionen Franken erhalten. Laut einer Mitteilung haben die bestehenden Investoren Evercurios VC (Athen), Kickfund (Basel) und Axel Carbon Capital (Mailand) ihr Engagement fortgesetzt. Neu gewonnen werden konnten Uni.Fund und Investing for Purpose, beide aus Athen, Loggerhead Ventures aus Thessaloniki und der britische Investor Almanac Ventures.

    Bei der Entwicklung seiner Festkörper-Hochfrequenzplattform hat sich SolidWatts-CTO und -Gründer Dr. Markus Aicheler, damals noch Postdoktorand am CERN, von der Pionierarbeit des Genfer Kernforschungszentrums in der Hochleistungsfestkörper (HF)-Technologie inspirieren lassen. Während das CERN diese Technologie für wissenschaftliche Anwendungen nutzt, erkannte der Wissenschaftler ihr Potenzial, fossile Brennstoffe in der Industrie zu ersetzen. HF ermöglicht dielektrische Hochleistungserwärmung „mit einer Effizienz und einem Umfang, die sie erstmals zu einem direkten Einsatz für herkömmliche, auf fossilen Brennstoffen basierende Verfahren machen“, so das von der Klimastiftung Schweiz unterstützte Start-up in der Mitteilung.

    „Diese Investition ist eine enorme Bestätigung unserer Mission, den Energieverbrauch der Industrie grundlegend zu verändern“, wird Aicheler zitiert. „Sie ermöglicht es uns, die HF-Technologie auf die Leistungs- und Effizienzniveaus zu bringen, die die Industrie tatsächlich benötigt.“ Die Anschubfinanzierung dient dem Ausbau der SolidWatts-Plattform auf höhere Leistungsstufen und der Durchführung von Pilotprojekten mit Industriepartnern und Kunden, die aktiv ihren Energieverbrauch und ihre Energiekosten durch die Elektrifizierung von Heizprozessen senken möchten.

    „SolidWatts gestaltet die Zukunft der industriellen Resilienz“, so George Georgiadis, Partner bei Evercurious VC und Vertreter der Investorengruppe. „Dessen Technologie steigert die Effizienz und bietet einen klaren Weg weg von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.“ Die Gruppe fördere „einen in Europa gegründeten und für die Welt gerüsteten Innovator“.

  • Stadt Biel sieht sich bei Klimazielen trotz Hürden auf Kurs

    Stadt Biel sieht sich bei Klimazielen trotz Hürden auf Kurs

    Angesichts der fortschreitenden Klimaerwärmung verfolgt die Stadt Biel seit 2020 eine umfassende Klimastrategie. Damals verabschiedete das Parlament das entsprechende Klimareglement. Nun zieht die Stadt erstmals in einem Berich Bilanz über die bisherigen Entwicklungen – mit datenbedingten Verzögerungen von rund zwei Jahren.

    Die zentrale Erkenntnis der Direktion für Bau, Energie und Umwelt: Biel befindet sich grundsätzlich auf Zielkurs. Die Treibhausgasemissionen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken und liegen aktuell leicht unter dem im Klimareglement festgelegten Absenkpfad. Laut Emissionsmonitoring beliefen sich die Emissionen im Jahr 2023 auf rund 174’000 Tonnen CO2-Äquivalente – ein Rückgang von etwa 34 Prozent gegenüber 2010. Gleichzeitig stieg der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch auf 39 Prozent.

    Mit Blick in die Zukunft wird jedoch betont, dass die weitere Reduktion anspruchsvoller wird. Besondere Herausforderungen bestehen bei städtischen Gebäuden sowie im Verkehrs- und Wärmesektor.

    Zudem gehen die Emissionen bei Verkehr und Wärme nur langsam zurück. Der Anteil an Elektrofahrzeugen ist mit 13 Prozent soll steigen. Weiterhin werden viele fossile Heizsysteme installiert, die aufgrund ihrer langen Lebensdauer die Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 gefährden.

    Vor diesem Hintergrund unterstreicht die Stadt die zentrale Rolle der Bevölkerung: Nur durch deren aktives Engagement und die Nutzung bestehender Förder- und Beratungsangebote können die Klimaziele erreicht werden, so der Tenor.

  • Robotik im Bau gewinnt an Bedeutung durch neue Investitionen

    Robotik im Bau gewinnt an Bedeutung durch neue Investitionen

    Der in Baar ansässige Spezialitätenkonzern Sika hat nach 2022 ein weiteres Mal in die Mesh AG investiert. Das Jungunternehmen Mesh ist auf robotische Baukonstruktion, Bewehrung und Schalung spezialisiert und hat laut einer Mitteilung von Sika eine Finanzierungsrunde über insgesamt 2,9 Millionen Euro abgeschlossen. Beteiligt haben sich neben Sika unter anderem auch ABB Robotics und die Shimizu Corporation aus Tokio.

    MESH wurde 2022 als Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich gegründet. Mit Partnern wie Sika hat Mesh zwischen 2019 und 2021 das erste robotische Verfahren entwickelt, mit dem komplexe Formen ohne Schalung hergestellt werden können. „In der robotergestützten Produktion spielt es keine Rolle, ob etwas gerade oder gekrümmt ist: Komplexität ist gratis beziehungsweise verursacht keine Mehrkosten“, erklärt Mesh-CEO und Mitgründer Ammar Mirjan in einem von Sika veröffentlichten Interview. „Dadurch erhalten Architekten und Bauherrschaften neue gestalterische Freiheiten.“

    Bis heute wurden Sika zufolge in der Schweiz bereits über eine Million Bewehrungselemente mit der Mesh-Technologie verbaut. Unter anderem kamen diese Lösungen in anspruchsvollen Grossprojekten wie dem neuen Gotthard-Strassentunnel zum Einsatz.

    „Mit unserer Beteiligung an Mesh investieren wir in eine der weltweit innovativsten Technologien für die robotergestützte Fertigung in der industriellen Serienproduktion“, wird Sikas Head of Construction Ivo Schädler in der Mitteilung zitiert. „In Kombination mit unserer Materialexpertise schaffen wir neue Möglichkeiten für signifikante Steigerungen bei Effizienz, Qualität und Nachhaltigkeit im Bauwesen.“

    Nach den Worten von Ammar Mirjan markiert die Partnerschaft mit Sika und weiteren internationalen Branchenführern „für Mesh einen entscheidenden Wendepunkt auf dem Weg vom regionalen Innovator zum globalen Technologieanbieter“. Die Finanzierungsrunde bezeichnet er als einen zentralen Meilenstein, um Wachstum durch die Kombination von digitaler Fertigung mit fortschrittlichen Materiallösungen voranzutreiben „und gemeinsam neue Geschäftspotenziale in aller Welt zu erschliessen“.

  • Treuhandunternehmen erweitert Angebot mit Branchensoftware für Bau-KMU

    Treuhandunternehmen erweitert Angebot mit Branchensoftware für Bau-KMU

    Die Gewerbe-Treuhand AG mit Sitz in Luzern erweitert ihr Angebot von Branchensoftware. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, bietet das Unternehmen für KMU aus dem Baunebengewerbe die Software AbaBau von Abacus Business Solutions AG an.

    Das Unternehmen in Thalwil ZH ist eine Tochter der Abacus Research AG. Es entwickelt diese Spezialsoftware mit einem Expertenteam von 80 Mitarbeitenden.

    Die Gewerbe-Treuhand als Abacus-Partner organisiert nicht nur den Vertrieb der Bausoftware, sondern begleitet die nutzenden KMU auch bei der praxisorientierten und prozessoptimierenden Einführung und Umsetzung in der Praxis.

    Nutzende Unternehmen erhalten zudem die Möglichkeit, bei personellen Engpässen oder temporären Stellvertretungen für administrative Aufgaben ihren Treuhandpartner beizuziehen, heisst es in der Mitteilung.

    Die Gewerbe-Treuhand ist bereits 2019 Vertriebspartnerin der Abacus Research AG. Die neue Partnerschaft mit der Abacus Business Solutions baut auf dieser Zusammenarbeit auf.

  • Strategische Neuausrichtung mit Fokus auf Energie und Technologie

    Strategische Neuausrichtung mit Fokus auf Energie und Technologie

    Die BKW gibt einen Wechsel in ihrer Konzernleitung bekannt: Am 1. April dieses Jahres soll Margarita Aleksieva von Philipp Hänggi die Leitung des Geschäftsbereichs Energy Production übernehmen, informiert die Berner Energieversorgerin in einer Mitteilung. Gleichzeitig zieht Aleksieva in die Konzernleitung der BKW ein. Aktuell ist die designierte Geschäftsbereichsleiterin bei der BKW als Leiterin der Geschäftseinheit Wind & Solar aktiv.

    „Die erneuerbare Energieproduktion liegt mir sehr am Herzen“, wird Aleksieva in der Mitteilung zitiert. „Umso mehr freue ich mich, die Energiewende in der Konzernleitung der BKW aktiv mitgestalten zu dürfen.“ Vor ihrem Einstieg bei der BKW war Aleksieva laut Mitteilung „in verschiedenen Führungspositionen bei internationalen Energieunternehmen“ tätig, darunter Alpiq.

    Der 2014 zur BKW gestossene Philipp Hänggi zieht sich nach sechs Jahren Leitung des Geschäftsbereichs Energy Production aus der Konzernleitung zurück. Er will sich künftig auf strategische Aufgaben insbesondere bei Kernenergie und der Entsorgung radioaktive Abfälle konzentrieren und sich „vermehrt Themen der Künstlichen Intelligenz“ widmen, heisst es in der Mitteilung. Bereits während seiner Tätigkeit in der Konzernleitung hat Hänggi sich bei der Gestaltung und Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der BKW engagiert.

  • Neue Stiftung soll KMU nach vorne bringen

    Neue Stiftung soll KMU nach vorne bringen

    In nationalen Rankings zur Wettbewerbsfähigkeit schneidet Luzern solide ab. Bei der Innovationskraft aber belegt der Kanton hintere Ränge. Wer diesen Rückstand nicht angeht, riskiert langfristig Verluste im Standortwettbewerb. Dieser Befund ist der Ausgangspunkt für die geplante Stiftung Luzern Innovation und für den Sonderkredit, den der Regierungsrat nun beantragt.

    Die Stiftung als Dreh- und Angelpunkt
    Die neue Stiftung soll keine parallele Struktur schaffen, sondern bestehende Partnerorganisationen koordinieren und deren Angebote besser vernetzen. Der Fokus liegt auf Unternehmen in frühen Entwicklungsphasen. Also dort, wo der Bedarf am grössten und die Ressourcen am knappsten sind. Neben der Koordination kann die Stiftung auch konkrete Umsetzungsprojekte wie Machbarkeitsstudien mitfinanzieren. Der Stiftungsrat soll aus mindestens fünf Mitgliedern bestehen, eine Leistungsvereinbarung auf vier Jahre sichert Planungssicherheit.

    24 Millionen mit klarer Zweckbindung
    Von den beantragten 24 Millionen Franken fliessen eine Million in das Stiftungskapital. Die verbleibenden 23 Millionen Franken sind für die Leistungen der Stiftung in den Jahren 2026 bis 2029 vorgesehen. Damit positioniert sich Luzern als Kanton, der nicht auf Bundesförderung wartet, sondern selbst handelt. Ergänzend zu nationalen Programmen wie jenen von Innosuisse, die KMU-Innovation schweizweit unterstützen.

    Teil eines grösseren Umbaus
    Die Stiftung ist eingebettet in das breitere Standortförderungspaket des Kantons. Im Januar 2026 beschloss der Kantonsrat ein Massnahmenpaket von jährlich rund 300 Millionen Franken. Dies als Reaktion auf die OECD-Mindestbesteuerung, die bisherige Steuervorteile abschwächt. Der Luzerner Innovationsbeitrag allein umfasst 110 bis 160 Millionen Franken jährlich für Unternehmen, die in Forschung und Entwicklung investieren. Die Stiftung Luzern Innovation ist damit nicht Einzelmassnahme, sondern Teil einer koordinierten Offensive.

    Volksabstimmung im September
    Das übergeordnete Standortförderungsgesetz hat der Kantonsrat bereits gutgeheissen. Das letzte Wort hat jedoch das Stimmvolk. Die Abstimmung ist für September 2026 vorgesehen, die Inkraftsetzung per Oktober 2026. Die Stiftung kann jedoch bereits auf Basis der aktuell gültigen Rechtsgrundlagen gegründet werden. Der Startschuss muss nicht auf das Volksvotum warten.

  • PropTech bleibt unsichtbar und unverzichtbar

    PropTech bleibt unsichtbar und unverzichtbar

    Herr Schwyter, Sie zählen zu den Pionieren der Schweizer PropTech-Szene. Wie begann Ihre Reise im digitalen Immobilienmarkt?
    Nach meiner Zeit bei Homegate stellte sich für mich die Frage, wie ich mein Wissen weiter einsetzen möchte. Die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft lag nahe. Vor der Pandemie hat dieses Thema allerdings kaum jemanden interessiert. Erst Covid-19 brachte einen enormen Schub. Ab da wurde Digitalisierung breit akzeptiert und ich fand meinen Platz in der PropTech-Szene.

    Welche frühen Erfahrungen bei Homegate prägen noch heute Ihre Sicht auf PropTech?
    Vor allem die Freude am Experimentieren und am gemeinsamen Entwickeln neuer Ansätze. Wir wollten Lösungen schaffen, die die Branche als Ganzes weiterbringen. Diese Haltung begleitet mich bis heute. Offen sein, interdisziplinär arbeiten und mutig testen.

    Wie digital ist die Schweizer Immobilienbranche wirklich, wenn man den Marketing-Sprech weglässt?
    Der Digital Real Estate Index von Pom+ liegt seit Jahren unter fünf auf einer Skala von null bis zehn. Das zeigt deutlich, die Branche hat viel Potenzial nach oben. Es gibt Fortschritte, aber keinen durchgehenden Digitalisierungsschub. Insgesamt stehen wir eher am Anfang einer professionellen digitalen Transformation.

    Wo steht die Schweiz im internationalen Vergleich? Vorreiter oder Nachzügler?
    Die Schweiz hat rund 480 PropTech-Unternehmen, die klein, aber qualitativ stark und vielfältig sind. Deutschland liegt mit mehr als 1’200 Unternehmen deutlich darüber. Wir haben Bereiche, in denen wir sehr gut sind und andere, in denen Ausbaupotenzial besteht. Insgesamt würde ich uns als solides, gut entwickeltes Ökosystem bezeichnen.

    Welche PropTech-Segmente sind Ihrer Ansicht nach am weitesten fortgeschritten?
    Plattformlösungen im breiten Sinn, also nicht nur Marktplätze, wie Datenplattformen, Serviceplattformen, Ökosysteme. Dort sehen wir die stärkste Professionalisierung und Reife.

    Welche Art von Startups wird aus Ihrer Sicht als erstes verschwinden und warum?
    Startups, die nur einen isolierten Prozessschritt abdecken und nicht integrierbar sind. Immobilienfirmen brauchen Lösungen, die mehrere Prozessschritte verbinden oder sich mühelos in bestehende Systeme einfügen. Silo-Produkte sind künftig kaum überlebensfähig, weder technisch noch wirtschaftlich.

    Wo sehen Sie Hemmnisse für die Digitalisierung in Schweizer Immobilienunternehmen?
    Die Branche ist stark kleinteilig organisiert. Eine Firma mit 20 oder 30 Mitarbeitenden gilt schon als gross. Viele haben weder interne IT-Kompetenzen noch Budget für grössere Digitalisierungsprojekte. Für Anbieter bedeutet das zudem hohen Aufwand. Statt fünf Grosskunden betreut man hunderte kleine. Diese Struktur bremst die Digitalisierung.

    Welche drei Megatrends werden die PropTech-Landschaft in den nächsten Jahren prägen und warum?
    Ganz klar Daten, Nachhaltigkeit und künstliche Intelligenz. Daten sind die Grundlage für jede fundierte Entscheidung. Nachhaltigkeit ist ohne Daten nicht möglich, insbesondere bei ESG, und KI ist ein Trend, der stark polarisiert. Die Wirkung entsteht aber erst, wenn Datenqualität und Organisation stimmen.

    Gibt es Technologien, die international längst marktreif sind, in der Schweiz aber noch nicht angekommen sind?
    Nein. Alles, was international relevant ist, ist in der Schweiz grundsätzlich in hoher Qualität vorhanden. Die Herausforderung liegt nicht bei der Technologie, sondern bei der konsequenten Anwendung und Integration.

    Was braucht es, damit Verwaltungen offener für Technologie und mutiger werden?
    Eine klare Digitalisierungsstrategie, denn ohne Zielbild ist jede Tool-Einführung reiner Aktionismus. Firmen müssen verstehen, dass Digitalisierung ein Kultur- und Transformationsprozess ist und kein IT-Projekt. Mitarbeitende müssen begleitet und motiviert werden, gerade in einem Umfeld mit hoher Fluktuation.

    Woran erkennt man die Qualität eines PropTech-Unternehmens?
    Am Team. Die entscheidende Frage lautet, haben die Menschen die Fähigkeiten, Beharrlichkeit und Offenheit, eine Idee wirklich umzusetzen? Märkte drehen sich, Produkte verändern sich und nur ein starkes Team kann diesen Wandel tragen. Das Team steht deshalb über der Idee.

    Welche Ansätze schaffen es, den gesamten Lebenszyklus abzubilden?
    Nicht einzelne All-in-One-Produkte, sondern integrierte Kreisläufe. Wenn etwa Zustandsanalyse, Sanierungsplanung und Facility Management über saubere Datenflüsse verbunden sind, entsteht ein echter Lebenszyklus. Integration ist der Schlüssel.

    In welchen Phasen sehen Sie das grösste ungenutzte Potenzial?
    Ganz klar im Bereich Construction Technology. Wie wir bauen, welche Materialien wir einsetzen, wie Planungs- und Bauprozesse funktionieren, hier stehen grosse Veränderungen bevor. Im Betrieb und in der Vermarktung sind wir schon viel weiter.

    Sind die regulatorischen Rahmenbedingungen eher Treiber oder Bremse?
    Startups wünschen sich weniger Hürden und einiges wurde verbessert. Doch Themen wie steuerliche Behandlung von Gründeranteilen bleiben komplex. Insgesamt sollten wir Regulierung eher abbauen. Innovation entsteht nicht durch neue Vorgaben, sondern durch unternehmerischen Spielraum.

    Welche politischen Schritte wären nötig, damit die Branche schneller digitalisiert?
    Ich bin klar für weniger Staat. Die Immobilienwirtschaft wird sich aus wirtschaftlichen Gründen selbst digitalisieren. Wenn Unternehmen mit denselben Mitarbeitenden mehr Mandate gewinnen und die Qualität steigern können, setzen sie digitale Lösungen ein. Ganz ohne neue politische Vorgaben.

    Welche kulturellen und organisatorischen Stolpersteine begegnen Ihnen am häufigsten?
    Der Irrglaube, die Digitalisierung sei ein Tool-Thema. In Wahrheit geht es um Prozesse, Zusammenarbeit und Rollen. Viele unterschätzen den kulturellen Wandel. Hohe Fluktuation macht es zusätzlich schwierig, eine digitale Kultur zu etablieren.

    Welche Entwicklungen werden die Branche unumkehrbar verändern?
    Alles, was repetitive Aufgaben vereinfacht oder automatisiert und dadurch Produktivitätsgewinne schafft. Ob man das Digitalisierung oder Effizienzsteigerung nennt, spielt wenig Rolle. KI ist ein Baustein, aber nicht der einzige.

    Wenn Sie heute ein neues PropTech gründen müssten, in welchem Bereich wäre das?
    Wahrscheinlich im Bereich Vermarktung, weil dort viel kreatives Potenzial liegt. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass bestehende Lösungen stärker wachsen können. Wir haben genug gute Anbieter, es braucht nicht zwingend weitere.

    Wo steht PropTech Schweiz im Jahr 2030?
    PropTech wird unverzichtbar sein, aber nicht im Rampenlicht. Es ist nicht «sexy» wie Klima- oder Energiethemen. PropTech macht keine grossen Schlagzeilen, sorgt aber dafür, dass die Branche überhaupt digital, datenbasiert und effizient funktioniert. Genau deshalb wird PropTech langfristig eine zentrale Rolle spielen.

  • Wie digitale Systeme die Stadtentwicklung neu ordnen

    Wie digitale Systeme die Stadtentwicklung neu ordnen

    Moderne Städte müssen gleichzeitig Verkehr, Energieversorgung, Wohnen, Infrastruktur, Verwaltung und Klimaanpassung stemmen. Dies bei wachsender Bevölkerung und knapper werdenden Ressourcen. Smart-City-Ansätze verstehen die Stadt als Ökosystem, in dem Mobilität, Energie, Gebäude, Klima und Governance ineinandergreifen. Sensoren, Datenräume und digitale Plattformen schaffen Transparenz, liefern Echtzeitinformationen und verbessern die Grundlage für langfristige Entscheidungen. Entscheidend ist nicht die Digitalisierung einzelner Silos, sondern das Zusammenspiel der Systeme.

    Schweiz in der internationalen Spitzengruppe
    Im IMD Smart City Index belegt Zürich seit Jahren einen Spitzenplatz und führt 2025 erneut die weltweite Rangliste an. Genf und Lausanne rangieren ebenfalls in den Top 10, was die Stärke des Schweizer Ansatzes mit hoher Datenqualität, gut ausgebauter Infrastruktur und starker Forschungslandschaft unterstreicht. Parallel dazu entwickeln mittelgrosse Städte wie St. Gallen, Winterthur oder Lugano eigene Smart-City-Strategien, Datenplattformen und Pilotprojekte. Oft mit Fokus auf Mobilität, Verwaltung und Energie.

    Internationale Vorbilder und unterschiedliche Wege
    Singapur gilt als Referenz für integrierte nationale Digitalstrategien, bei denen Mobilität, Energie, Verwaltung und Gesundheit über Daten und Plattformen verknüpft werden. Kopenhagen kombiniert Smart-City-Technologien mit konsequenter Nachhaltigkeitspolitik und emissionsarmer Mobilität, während Helsinki mit weitgehenden Open-Data-Ansätzen und digitaler Verwaltung punktet. Städte wie Dubai, London oder Amsterdam setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Von grossen Infrastrukturprogrammen über datengetriebene Mobilität bis hin zu datenethischer Governance. Gemeinsam ist ihnen jedoch ein klarer politischer Wille und langfristige Strategien.

    Governance, Daten und föderale Realität
    Smart City ist nur bedingt eine Technikfrage. Ohne belastbare Datenräume, geklärte Zuständigkeiten, Datenschutzregeln und transparente Entscheidungsprozesse bleiben Projekte Stückwerk. In der föderalen Schweiz kommt hinzu, dass Gemeinden, Städte, Kantone und Bund ihre Rollen koordinieren müssen. Für viele Kommunen bedeutet Smart City deshalb vor allem Prozessmodernisierung, ressortübergreifende Zusammenarbeit und ein neues Verständnis von Stadtentwicklung. UrbanTech und PropTech verbinden dabei Verwaltung, Immobilienwirtschaft, Energie- und Mobilitätssysteme. Je enger diese Systeme gekoppelt sind, desto grösser wird der Hebel für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung.

    Technik als Mittel, nicht als Ziel
    Die erfolgreichsten Smart Cities der Welt zeichnen sich nicht durch die Anzahl ihrer Sensoren, sondern durch ihren Umgang mit Komplexität aus. Sie setzen Technologie gezielt ein, um Lebensqualität, Resilienz und Effizienz zu steigern. Sie betten digitale Lösungen in gesellschaftliche und ökologische Ziele ein. Smart City ist damit weniger ein IT-Projekt als ein Stadtentwicklungsprojekt, in dem Technologie Werkzeug bleibt. Entscheidend ist, wie Städte mit Hilfe von Daten und digitalen Systemen klügere, inklusivere und nachhaltigere Entscheidungen treffen.

    Was genau ist eine Smart City?
    Smart City – präzise definiert:

    Eine Smart City ist eine Stadt, die digitale Technologien, Daten und vernetzte Systeme einsetzt, um Lebensqualität, Nachhaltigkeit, Effizienz und Teilhabe zu verbessern. Sie integriert Energie, Mobilität, Gebäude, Verwaltung und Umwelt in einem gemeinsamen Daten- und Organisationsmodell und nutzt diese Informationen, um Dienstleistungen, Infrastruktur und Stadtplanung intelligent zu steuern.
    Entscheidend ist nicht die Technologie selbst, sondern die Fähigkeit, sie verantwortungsvoll, sicher und zielgerichtet einzusetzen, im Interesse der gesamten Bevölkerung.

    Smart Cities versprechen Effizienz, Nachhaltigkeit und bessere urbane Dienstleistungen. Gleichzeitig bergen sie Risiken, die sorgfältig adressiert werden müssen. Besonders kritisch sind die folgenden Bereiche:
    Datenschutz und Überwachung

    Durch Sensoren, Kameras, Mobilitätsdaten und vernetzte Infrastrukturen entstehen riesige Datenmengen über Verhalten, Bewegungen und Nutzungen der Bevölkerung. Ohne klare Regeln kann daraus ein Überwachungsrisiko entstehen, sei es durch Staat oder Privatwirtschaft.

    Macht der Algorithmen
    Wenn datenbasierte Systeme Entscheidungen steuern, etwa im Verkehr, in der Verwaltung oder im Energieeinsatz, entsteht die Gefahr intransparenter oder schwer nachvollziehbarer Prozesse. Fehlende Erklärbarkeit oder nicht überprüfbare Modelle können das Vertrauen der Bevölkerung schwächen.

    Demokratische Kontrolle
    Smart-City-Entscheidungen liegen oft an der Schnittstelle zwischen Verwaltung, Technologieanbietern und Infrastrukturbetreibern. Kritiker warnen davor, dass wichtige Stadtentwicklungsentscheidungen zunehmend durch technische Systeme oder private Firmen beeinflusst werden könnten.

    Soziale Ungleichheit
    Digitalisierung ist teuer. Städte mit weniger Ressourcen laufen Gefahr, zurückzufallen. Auch innerhalb einer Stadt kann ein «digital divide» entstehen. Zwischen jenen, die alle Services nutzen können und jenen, die ausgeschlossen bleiben. Sei es aus finanziellen, technischen oder sozialen Gründen.

    Komplexität und Abhängigkeit
    Je smarter eine Stadt, desto stärker ist sie auf digitale Systeme, Plattformen und externe Technologiepartner angewiesen. Ausfälle, Cyberangriffe oder technische Störungen können erhebliche Folgen für Infrastruktur, Sicherheit oder Versorgung haben.

    Fehlende Standards und Governance
    Ohne klare Governance-Modelle entstehen Insellösungen, inkompatible Systeme und unklare Verantwortlichkeiten. Dies kann Effizienzgewinne zunichtemachen und langfristige Investitionen erschweren.

    Internationale Smart-City-Gadgets, die Schlagzeilen gemacht haben
    Smart Lamp Posts, vernetzte Strassenlaternen (Barcelona, Los Angeles, London)
    Smarte Laternen mit Sensorik für Verkehr, Lärm, Wetter, Luftqualität und Parkplatzdetektion.
    Aufsehen erregten sie, weil sie als harmlose Infrastruktur getarnt sind, aber grosse Datenmengen sammeln.
    – Symbol für „sichtbare unsichtbare“ Smart-City-Technologie.

    «Quayside Project» Sidewalk Labs Sensor-Masten (Toronto)
    Alphabet/Google plante ein Quartier mit vollsensorierter Umgebung.
    Temperatur, Bewegung, Mobilität, Müll, Energie, alles sollte in Echtzeit gemessen werden.
    – Wurde nach Kritik am Datenschutz gestoppt. Weltweit diskutiert.

    «Lampposts-as-a-Platform» (Singapur)
    Singapur stattete Laternen mit Kameras, Mikrofonen und IoT-Modulen aus, als Infrastruktur für autonomes Fahren und Sicherheitssysteme.
    – International bekannt wegen KI-basierter Überwachung und Effizienz.

    Smart Waste Bins, solarbetriebene Abfallcontainer (Bigbelly, New York, Berlin, Wien)
    Pressen Müll zusammen, melden Füllstände und dienen teilweise als WLAN-Hotspots.
    – War in Schlagzeilen, weil manche Modelle heimlich Daten sammeln konnten („WLAN Tracking“).

    Intelligente Parkflächen, Sensorparkplätze (San Francisco, Amsterdam)
    Bodensensoren melden freie Parkplätze in Echtzeit.
    – Bekannt durch das Projekt SFpark, das den Verkehr messbar reduzierte.

    Autonomous Delivery Robots (London, Tallinn, San Francisco)
    Roboter, die Lebensmittel und Pakete transportieren.
    – Medienaufreger, weil sie als „neue Verkehrsteilnehmer“ auf den Gehwegen gelten.

    KI-basierte Verkehrsampeln (Hangzhou, Tel Aviv, Los Angeles)
    Kameras und KI steuern Ampeln dynamisch, reduzieren Stauzeiten um bis zu 30 %.
    – Besonders bekannt wurde das System „City Brain“ von Alibaba in Hangzhou.

    Drohnenprogramme für Rettung und Logistik (Ruanda, Dubai, Zürich)
    Drohnen liefern Medikamente, Defibrillatoren und Medizinisches Material.
    – Bekannt durch Zipline (Ruanda) und die medizinische Drohnenlogistik in der Schweiz.

    Smart Benches mit Ladefunktion und Sensorik (Prag, New York, Dubai)
    Solarmodule laden Smartphones, integrierte Sensoren messen Umweltwerte.
    – Viral, weil sie Design, Energie und Technologie vereinen.

    Holographische Bürgerinformationen und AR-Karten (Seoul, Tokio, Shanghai)
    Interaktive AR-Displays zur Navigation, Beteiligung oder Verwaltung.
    – Erste Prototypen wurden auf Messen gefeiert und global geteilt.

    Sound Traffic Light, Lärmradarsysteme (Paris)
    Kameras und Mikrofone messen zu laute Fahrzeuge und lösen automatisch Bussgelder aus.
    – Grosses Medienecho durch Privatsphäre vs. Lärmbekämpfung.

    Roboterpolizei und autonome Sicherheitsfahrzeuge (Dubai)
    Dubai präsentierte als eine der ersten Städte „Robocop“-ähnliche Überwachungsroboter.
    – Globales Medienthema, futuristisch und kontrovers zugleich.

    Top 20 Smart Cities 2025 – Internationale Rangliste

    1. Zürich (Schweiz)
    Überragende Kombination aus Lebensqualität, digitaler Verwaltung, Mobilität und Energieeffizienz.

    2. Oslo (Norwegen)
    Führend im Klimaschutz, in autonomen Mobilitätslösungen und in digitaler Governance.

    3. Singapur (Singapur)
    Smart Nation als staatliches Leitprinzip, vollintegrierte Mobilität & Verwaltung.

    4. Genf (Schweiz)
    Internationale Governance, smartes Mobilitätsmanagement, hohe urbane Servicequalität.

    5. Kopenhagen (Dänemark)
    Weltweit führend in nachhaltiger Stadtentwicklung und vernetzter Mobilitätsplanung.

    6. Lausanne (Schweiz)
    Starke Forschung (EPFL), innovative Stadtplanung, Mobilitäts- und Energiedatenräume.

    7. Helsinki (Finnland)
    Offene Daten, digitale Verwaltung und eine der höchsten Transparenzstandards weltweit.

    8. London (Vereinigtes Königreich)
    Mobilitätsdaten, KI-Pilotzonen, Sharing Economy und weltweit führende GovTech-Szene.

    9. Abu Dhabi (VAE)
    Massive Digitalisierung der Verwaltung, Smart Mobility & automatisierte Infrastruktur.

    10. Amsterdam (Niederlande)
    Pionier in Datenethik, Circular Economy und bürgerorientierten Smart-City-Projekten.

    11. Stockholm (Schweden)
    Starke IoT-Infrastruktur, Energieeffizienz, digitaler Zugang zu öffentlichen Diensten.

    12. Seoul (Südkorea)
    Smart Governance, KI-Ampelsysteme, hochvernetzte Stadtinfrastruktur.

    13. Dubai (VAE)
    Eine der technologiegetriebensten Städte der Welt: autonomer Verkehr, 3D-Druck, GovTech.

    14. Wien (Österreich)
    Exzellente Verwaltung, Smart Living, soziale Innovation und urbane Resilienz.

    15. Barcelona (Spanien)
    Urbane Sensorik, Mobilitätsplattformen, Open-Data-Bewegung und Civic Tech.

    16. Prag (Tschechien)
    Aufstieg in Europa: Smart Mobility, digitale Verwaltung, Open-Data-Initiativen.

    17. Tokio (Japan)
    Autonome Mobilität, Robotik, smarte Infrastruktur im Megastadtmaßstab.

    18. Tallinn (Estland)
    E-Government-Weltmeister, Blockchain-basierte Verwaltung, digitale Identität.

    19. Canberra (Australien)
    Digitale Verwaltung und Mobilitätssysteme auf sehr hohem Niveau.

    20. Vancouver (Kanada)
    Nachhaltige Stadtplanung, Smart Mobility, starke Tech- und Innovationsszene.

  • Wasserstoff kann viel, aber nicht alles

    Wasserstoff kann viel, aber nicht alles

    Das Fraunhofer ISI analysierte im Rahmen eines Meta-Faktenchecks 774 Einzelaussagen und verdichtete sie zu 77 Kernaussagen. Dabei entstand kein neues Meinungspapier, sondern eine Synthese des aktuellen Wissensstands. Das Resultat ist differenziert, aber in den Kernpunkten unmissverständlich. Hauptautor Nils Bittner bringt es auf den Punkt, Wasserstoff kann enorme Wirkung entfalten, wo es keine gleichwertigen Alternativen gibt. Wo es solche Alternativen gibt, kostet sein Einsatz wertvolle Ressourcen und Zeit.

    Der Effizienz-Engpass
    Das Grundproblem liegt in der Physik. Grüner Wasserstoff entsteht durch Elektrolyse. Dabei werden je nach Verfahren rund 50 bis 60 kWh Strom pro Kilogramm benötigt. Kompression, Transport und Rückumwandlung schlucken weitere Energie. Am Ende bleibt oft nur ein Bruchteil der ursprünglich eingesetzten Kilowattstunden übrig. Wärmepumpen und Batteriefahrzeuge nutzen denselben Strom deshalb um ein Vielfaches effizienter.

    Wo H₂ unverzichtbar bleibt
    Trotzdem gibt es Bereiche, in denen Wasserstoff keine sinnvolle Alternative hat. Die Stahlindustrie braucht ihn zur Reduktion von Eisenerz, die Chemieindustrie als Grundstoff für Ammoniak und Methanol. Luftfahrt, Schifffahrt und Schwerlastverkehr lassen sich kaum direkt elektrifizieren . Hier ist Wasserstoff das Mittel der Wahl. Auch für die saisonale Langzeitspeicherung von Energie über Wochen und Monate gibt es derzeit keine vergleichbare Alternative. In der Schweiz deckt sich diese Einschätzung mit der Wasserstoffstrategie des Bundes, die H₂ primär für Hochtemperatur-Prozesswärme und schwer dekarbonisierbare Verkehrssektoren vorsieht.

    Das Henne-Ei-Problem bremst den Hochlauf
    Eine funktionierende Wasserstoffwirtschaft braucht Infrastruktur, wie Pipelines, Kavernenspeicher, Elektrolyseanlagen. Doch Unternehmen investieren erst, wenn die Versorgung gesichert ist und Netzbetreiber bauen erst, wenn genügend Nachfrage vorhanden ist. Dieses Henne-Ei-Problem verlangsamt den Markthochlauf erheblich. Das Fraunhofer ISI empfiehlt deshalb eine Konzentration auf industrielle Cluster statt ein flächendeckendes Netz bis in Wohngebiete.

    Importe lösen das Problem nur halb
    Deutschland wird bis zu 80 Prozent seines Wasserstoffbedarfs importieren müssen. Der Transport über grosse Distanzen erfordert meist eine Umwandlung in Ammoniak oder Flüssigwasserstoff, mit weiteren Energieverlusten. Statt fossiler Abhängigkeiten entstehen so neue globale Lieferketten. Auch die Schweiz wird nicht zum Wasserstoff-Selbstversorger. Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben im Februar 2026 erstmals eine gemeinsame Wasserstoffstrategie verabschiedet und kalkulieren für 2050 mit einem Bedarf von 0,4 bis 3,4 Prozent des Gesamtenergiebedarfs, konzentriert auf Industrie und Schwerverkehr.

  • Drei Ausnahmen der Planungssicherheit für Bremgarten

    Drei Ausnahmen der Planungssicherheit für Bremgarten

    Vor über sieben Jahren startete Bremgarten die Gesamtrevision seiner Nutzungsplanung. In mehreren Etappen wurden Reglemente und Dokumente überarbeitet, immer unter Einbezug der Bevölkerung. Im Oktober 2024 hiess die Gemeindeversammlung die Revision gut, im Dezember 2025 folgte die Genehmigung durch den Regierungsrat. Zwei dagegen eingereichte Beschwerden wurden beide abgewiesen.

    Umzonung als Herzstück
    Die wichtigste Massnahme im Siedlungsgebiet ist die Umzonung des Gebiets Oberebene, von der reinen Arbeitszone in eine neue Wohn- und Arbeitszone. Gleichzeitig wird eine Kernzone zur Entwicklung des Bahnhofareals festgelegt und die Arbeitszone Oberebene als wirtschaftlicher Schwerpunkt von regionaler Bedeutung gestärkt. Das schafft Spielraum für Investitionen und Stadtentwicklung.

    Kulturland und Altstadt neu geregelt
    Im Kulturlandplan werden übergeordnete Freihaltegebiete und Gewässerräume verbindlich verankert. Darunter fallen das Wasser- und Zugvogelreservat von nationaler Bedeutung. Auch das Reglement für das Bauen in der Altstadt wurde überprüft und präzisiert. Ein wichtiges Signal für Eigentümerschaft und Investoren, die Planungssicherheit brauchen.

    Drei Punkte noch offen
    Der Regierungsrat schickte drei Änderungsanträge zurück. Die Nichtunterschutzstellung von zwei Liegenschaften an der Birrenbergstrasse 10 und am Glärnischweg 5/7 sowie die beantragte ersatzlose Streichung eines Paragrafen zu Dachdurchbrüchen in der Bau- und Nutzungsordnung. Bereits im November 2025 hatte der Stadtrat vorausschauend einen Kredit von 200’000 Franken für die erneute Aufbereitung gesichert.

    Gemeinde entscheidet im Juni
    Am 11. Juni 2026 kommt die Einwohnergemeindeversammlung nochmals zusammen. Dann sollen die drei zurückgewiesenen Punkte abschliessend geregelt werden. Bremgarten steht kurz vor dem Ende eines langen Planungsprozesses und vor dem Beginn einer neuen Phase der Stadtentwicklung.