Schlagwort: Projekte

  • ProKilowatt-Ausschreibungen 2025 setzen neue Massstäbe

    ProKilowatt-Ausschreibungen 2025 setzen neue Massstäbe

    Seit November 2024 läuft die Einreichungsphase für Projekte und Programme zur Steigerung der Stromeffizienz im Industrie- und Dienstleistungsbereich sowie in Haushalten. Mit 49 Anträgen allein bis Mitte April 2025 liegt das Interesse rund 30 Prozent über dem Vorjahr. Ein Rekord, der das Potenzial zur nachhaltigen Energieeinsparung unterstreicht.

    Flexibilität für Unternehmen – papierlos und planbar
    Die unkomplizierte, digitale Antragstellung sowie die zeitnahe Bearbeitung innerhalb von nur vier Wochen erleichtern es Unternehmen, Effizienzprojekte passgenau in ihre Betriebsplanung zu integrieren. Auch grössere Projekte mit einem Förderbeitrag von bis zu sechs Millionen Franken können seit diesem Jahr jederzeit eingereicht werden – ein Meilenstein für ambitionierte Vorhaben wie den Austausch grosser Produktionsanlagen oder die Bündelung kleinerer Massnahmen.

    Konkrete Einsparungen
    Ein Projekt im Detailhandel erhielt bereits eine Zusage für bis zu sechs Millionen Franken. Durch den Ersatz bestehender Kühlmöbel werden jährlich Strommengen eingespart, die dem Verbrauch von 4’500 Haushalten entsprechen. Auch in der Industrie reichen die Projekte vom Ersatz von Pressen über die Optimierung von Druckereimaschinen bis hin zu effizienteren Gebläsen in Abwasserreinigungsanlagen.

    Wettbewerbliche Ausschreibungen als Zukunftsinstrument
    Das Programm ProKilowatt wird vom Bundesamt für Energie finanziert und von CimArk SA in Sion umgesetzt. Durch den Förderbeitrag, finanziert über einen Zuschlag auf die Hochspannungsnetze, entstehen Impulse für eine stromsparende und wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die nächste Frist für Projektanträge endet am 2. November 2025. Ein wichtiges Datum für alle Unternehmen, die mit innovativen Massnahmen ihre Energiekosten senken und gleichzeitig zur Energiewende beitragen möchten.

  • Smart City Aarau Strategie 2034

    Smart City Aarau Strategie 2034

    Mit «Smart Aarau 2034» verfolgt die Stadt einen zukunftsorientierten Ansatz. Die Strategie setzt nicht auf technologische Impulse allein, sondern versteht Digitalisierung als Werkzeug, um komplexe Herausforderungen zu lösen. Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse der Bevölkerung, die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen und eine ressourcenschonende Umsetzung. Aarau orientiert sich an den bestehenden Entwicklungszielen der Stadt und integriert das smarte Denken in sämtlichen städtischen Vorhaben.

    Ein Methodengerüst für echten Fortschritt
    Der Strategiewechsel bedeutet auch ein Umdenken in der Umsetzung. Projekte sollen künftig nicht mehr im stillen Kämmerlein geplant, sondern im Dialog mit den Betroffenen entwickelt werden. Dabei unterstützt ein städtisches Team, das Mitarbeitende methodisch begleitet. Von der ersten Idee bis zum real getesteten Vorhaben. Die Erfahrungen aus der bisherigen Smart-City-Periode zeigen, dass dieser Ansatz Wirkung entfaltet, wenn er konsequent angewendet wird.

    Smart bedeutet vernetzt und nutzbar
    Die neue Strategie macht Schluss mit isolierten Innovationsinseln. Stattdessen sollen Projekte künftig systemisch gedacht und stadtweit vernetzt sein. Ziel ist eine Stadt, die ihre Ressourcen effizient einsetzt, auf Veränderungen reagieren kann und neue Lösungen einführt, wo sie tatsächlich gebraucht werden. Digitale Mittel kommen nur dann zum Einsatz, wenn sie zur Lebensqualität oder zur Effizienz beitragen.

    Wirksamkeit statt Symbolpolitik
    Aarau misst den Erfolg nicht an der Anzahl digitaler Projekte, sondern an deren Wirkung. Der neue strategische Rahmen setzt auf messbare Fortschritte. Dies in der Umsetzung, im Verhalten, im Bewusstsein und in der alltäglichen Nutzung. Damit wird das smarte Denken zur neuen Basis der Stadtentwicklung, nachvollziehbar, nutzerzentriert und klimaverträglich.

  • Business-Chancen im Urner Talboden

    Business-Chancen im Urner Talboden

    Die Werkmatt Uri ist eine der letzten grossen Landreserven im Urner Talboden. Bereits während des Ersten Weltkriegs entstanden hier erste industrielle Nutzungen mit direktem Bahnanschluss. Besonders prägend sind die denkmalgeschützten Getreidemagazine der Architekten Eduard Züblin und Robert Maillart aus den Jahren 1912/13. Diese Bauten bleiben als Wahrzeichen erhalten und werden als Ausstellungsort und Kunstlager umgenutzt. Der Kanton investiert in die Infrastruktur, um das Gebiet zwischen dem neuen Kantonsbahnhof Altdorf und dem künftigen Autobahn-Halbanschluss Altdorf Süd weiterzuentwickeln.

    Optimale Lage und wirtschaftliche Impulse
    Uri liegt strategisch an der wichtigsten europäischen Nord-Süd-Achse mit dem Gotthard-Basistunnel und der Autobahn A2. Die unmittelbare Nähe zum Intercity-Bahnhof Altdorf sowie ein modernes Buskonzept fördern die Erreichbarkeit der Werkmatt. Aus der besseren Erreichbarkeit entstehen Impulse für Wirtschafts- und Siedlungsprojekte. Mit «Vena», «Cubo» und der «Strickermatte» realisierten private Investoren moderne Wohnbebauungen in Gehdistanz.

    Entwicklung mit Weitblick
    Die Kässbohrer Schweiz AG hat den Mehrwert der Werkmatt bereits erkannt und verlegte ihren Hauptsitz 2019 nach Altdorf. Mit dem neuen Dienstleistungsgebäude entstanden 30 qualifizierte Arbeitsplätze in den Bereichen Verwaltung, Verkauf, Service, Schulung, Endmontagen und Produktion von Spezialfahrzeugen, hauptsächlich von Pistenfahrzeugen. Daneben entwickelt die Werkmatt AG auf den Baufeldern 9 und 13 ein innovatives Nutzungskonzept. Geplant ist ein multifunktionales Zentrum mit einem Business-Hotel mit 80 Zimmern, Co-Working-Spaces, Gewerbe- und Kulturräumen, Gastronomie sowie Fitness- und Erholungsbereichen.

    Gezielte Planung für nachhaltiges Wachstum
    Als Eigentümerin strebt der Kanton Uri eine Win-win-Situation mit den zukünftigen Besitzern, Nutzern und Investoren im Areal an. In den nächsten Jahren sollen die Parzellen schrittweise verkauft und bebaut werden. Der Kanton entwickelt das Areal Werkmatt Uri koordiniert, so dass nachhaltige wirtschaftliche Nutzungen im regionalen Gesamtinteresse entstehen. Darum stellt er Richtlinien auf – unter anderem bezüglich der Arbeitsplatzdichte. Der Quartiergestaltungsplan dient bauwilligen Investoren und Firmen als eigentümerverbindliches, parzellenscharfes Planungsinstrument. Er setzt Leitplanken hinsichtlich Nutzung, Gestaltung und Infrastruktur.

    Erfolg durch Zusammenarbeit
    Die Werkmatt Uri ist ein Beispiel für eine koordinierte und nachhaltige Standortentwicklung. Unternehmen profitieren von einer engagierten Verwaltung, kurzen Entscheidungswegen und bedarfsgerechten Lösungen. Die Region erwartet durch das Projekt langfristige wirtschaftliche Impulse und eine Schaffung von mehr als 1’000 Arbeitsplätzen.
    Die Werkmatt Uri ist somit weit mehr als ein Industriegebiet, sie ist Wirtschaftsmotor und ein attraktiver Standort für zukunftsweisende Unternehmen.

  • Innovationscampus im Herzen des Engadins

    Innovationscampus im Herzen des Engadins

    Das Engadin ist bekannt für seine kulturelle Vielfalt und seine atemberaubende Natur. Gleichzeitig setzt die Region verstärkt auf Innovation und nachhaltige Entwicklung. Mit dem InnHub La Punt entsteht ein Ort, an dem Forschung, Unternehmertum und Bildung aufeinandertreffen.

    Das Zentrum bietet auf einer Fläche von 7’700 Quadratmetern eine breite Palette an Nutzungsmöglichkeiten. Dazu gehören Workshop- und Unterrichtsräume, Coworking-Arbeitsplätze, ein Auditorium mit 250 Sitzplätzen, eine sportliche Trainingsinfrastruktur, ein Spa, ein Restaurant mit Bar und Lounge, ein Sportgeschäft, eine Tourist-Info sowie 44 Hotelzimmer und 8 touristisch bewirtschaftete Wohnungen. Die multifunktionalen Räumlichkeiten schaffen ein dynamisches Umfeld für Innovation und interdisziplinären Austausch.

    Bau beginnt im Frühjahr 2025
    Nach einer umfassenden Planungsphase, in der das Konzept weiter verfeinert wurde, beginnt im Frühjahr 2025 der Bau des InnHub La Punt. Die Gemeinde erteilte die Baubewilligung im Herbst 2023. Zunächst erfolgt der Rückbau bestehender Gebäude, gefolgt vom Aushub und der Errichtung der Tiefgarage bis Sommer 2026. Mitte 2027 wird der Rohbau stehen, bevor der Innenausbau beginnt. Die Eröffnung ist für Ende 2028 vorgesehen.

    Parallel zu den Zukunftsprojekten der Gemeinde La Punt Chamues-ch, darunter die Strassenumfahrung und die Renaturierung des Chamuerabachs, wird mit dem InnHub ein neues Zentrum geschaffen, das den Ort belebt und neue Impulse setzt.

    Nachhaltigkeit als zentraler Baustein
    Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist sein nachhaltiger Ansatz. Das Gebäude wird aus lokalem Holz, Granit und Kalkmörtel gebaut und steht exemplarisch für Kreislaufwirtschaft und ökologisch verantwortliches Bauen. «Der InnHub ist für mich eine Herzensangelegenheit, da ich seit Jahren im Engadin lebe. Er ist ein Beispiel für Nachhaltigkeit und innovative Bauweise», betonte Architekt Norman Foster in einer Videobotschaft.

    Auch der Betrieb des Campus wird nachhaltig gestaltet. Die Initianten, darunter Caspar Copetti, legen den Fokus nicht auf kurzfristige Gewinne, sondern auf langfristige positive Effekte für die Region. Der InnHub soll neue Arbeitsplätze schaffen, den Ganzjahrestourismus fördern und ein Innovationsökosystem im Engadin etablieren.

    Neue Impulse für die Wirtschaft und die Gemeinschaft
    Der InnHub La Punt wird nicht nur Unternehmen, Start-ups und Fachkräfte anziehen, sondern auch eine starke Vernetzung mit der lokalen Bevölkerung ermöglichen. Die Gemeinde La Punt Chamues-ch sieht das Projekt als bedeutenden Schritt für die Weiterentwicklung der Region. «Der Campus schafft einen kulturellen und gesellschaftlichen Treffpunkt in unserem Dorf. Die Projekte, die hier entstehen, werden künftige Generationen für La Punt begeistern», so Gemeindepräsident Peter Tomaschett.

    Zusätzlich zu den langfristigen Effekten für die Region bietet der InnHub bereits vor seiner Fertigstellung einen InnHub PopUp, der bis zur Eröffnung als Co-Working- und Veranstaltungsort für Einheimische, Feriengäste und Fachkräfte genutzt werden kann.

    Ein Meilenstein für das Engadin
    Der InnHub La Punt vereint Innovation, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft auf einzigartige Weise. Mit einem klaren Fokus auf verantwortungsbewusste Entwicklung wird er weit über das Engadin hinausstrahlen und als Modell für nachhaltige Innovationszentren im Alpenraum dienen. Die Kombination aus modernster Architektur, innovativen Arbeitswelten und regionaler Verankerung macht den InnHub zu einem zukunftsweisenden Projekt, das neue Impulse für den Wirtschaftsstandort Graubünden setzt.

  • Areale im Kanton Zug

    Areale im Kanton Zug

    Der kantonale Richtplan regelt die Grundzüge der angestrebten räumlichen Entwicklungen. Dieser hält in Text und Karte fest, wie sich die Kantone und Gemeinden entwickeln sollen.

    Das Bedürfnis nach mehr bezahlbaren Wohnraum wird von der Politik und dem Kanton wahrgenommen: In den verschiedenen Arealen entstehen neben «herkömmlichen» Wohnungen auch Wohnungen für Familien, preisgünstige Wohnungen sowie Wohnungen für die ältere Bevölkerungsschicht.

    Nahezu auf dem ganzen Perimeter der «Talgemeinden» erstrecken sich verschiedenste Arealentwicklungen. Neben den Arealen wird auch die Verkehrslage weiterentwickelt und an die erhöhte Nutzung angepasst: Beispiele gehen vom Umbau der Bushaltestellen bis zur Umfahrung, um das Stadtzentrum Cham zu entlasten. Dazu zählen auch Car-Sharing Konzepte, wie zum Beispiel auf dem Areal Papieri in Zusammenarbeit mit der AMAG.

    Auch im öffentlichen Verkehr tut sich einiges. In Zukunft soll das Papieri Areal in Cham einen Schnellbus über die Schnellstrasse der Umfahrung erhalten und das Areal Unterfeld Süd eine Haltestelle im Quartier.

    Insbesondere bei neuen Projekten spielt die Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle. Der Raum Zug nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein. Das Papieri-Areal in Cham wurde mit dem renommierten Watt d’Or des Bundesamts für Energie ausgezeichnet. Dies unterstreicht die Initiative des Areals im Bereich erneuerbarer Energien. Hier wird ein klimaneutraler Stadtteil geschaffen, der vollständig auf erneuerbare Energiequellen setzt und 75% seines Energiebedarfs vor Ort deckt. Zu den innovativen Technologien, die zur hohen Energieautarkie beitragen, zählen Wasserkraftwerke und Photovoltaikanlagen. Geothermie wird für die Wärme- und Kälteversorgung genutzt.

    Das Nachhaltigkeitszertifikat, vergeben von der Schweizer Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft der Suurstoffi in Rotkreuz, würdigt die nachhaltige Bauweise und die ganzheitliche Planung des Projekts. Die Auszeichnung belegt, dass hier höchste Standards in Bezug auf Energieeffizienz, Mobilität und Biodiversität eingehalten werden. Die Projekte zeigen, dass Zug nicht nur ökologische Verantwortung übernimmt, sondern auch als Modell für zukunftsweisende Stadtentwicklung in der Schweiz dient. Durch den Einsatz innovativer Konzepte und Technologien positioniert sich der Kanton Zug als Vorreiter in der nachhaltigen Gestaltung urbaner Lebensräume.

    Auch die übrigen Areale wissen zu überzeugen. Auf dem Tech-Cluster-Areal ist der Bau eines Hochhauses in Holzbauweise vorgesehen. Das «Leuchtturmprojekt» mit dem Namen «Projekt Pi» sieht die Erstellung eines innovativen Wohnhochhauses vor. Mit einer Höhe von 80 Metern ist der Bau eines der höchsten Holzhochhäuser der Schweiz mit preisgünstigen Wohnungen geplant.

    Baar – Unterfeld Süd
    Im Gebiet Unterfeld Süd ist die Erstellung eines gemischt genutzten Quartiers mit rund 400 Wohneinheiten und zirka 1’000 Arbeitsplätzen vorgesehen. Die Grundstrukturen wurden von Vertreterinnen und Vertretern der Bevölkerung von Baar gemeinsam mit Expertinnen und Experten unter der Führung der Gemeinde festgelegt. Der Baarer Bevölkerung wurde am 22. September 2024 der Bebauungsplan der ersten von drei Bauetappen zur Abstimmung vorgelegt. Mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 74 Prozent wurde der Plan angenommen.

    Die Realisierung der ersten Etappe umfasst das Hochhaus bei der Stadtbahnhaltestelle Baar Lindenpark sowie das benachbarte Gewerbegebäude. Diese werden in einen gemeinsamen Bebauungsplan überführt. Der frühestmögliche Baubeginn der ersten Etappe ist für das Jahr 2025 vorgesehen. Die übrigen Baufelder werden parallel dazu entwickelt und in nachfolgenden Bauetappen realisiert. Das Projekt von Implenia wird nach derzeitigem Stand der Planung im Jahr 2029 vollendet sein, sofern die nachfolgenden Pläne von den zuständigen Stellen angenommen werden und der Bau nach Plan verläuft.

    Hinterberg Süd (Städtler Allmend)
    Auf dem Areal Hinterberg Süd im Chamer Arbeitsgebiet Städtler Allmend wird ein neuer, lebendiger und gut erschlossener Arbeits- und Einkaufsort für die Bevölkerung entstehen. Er bietet attraktiven Raum für die Ansiedlung neuer Unternehmen und in den Erdgeschossen Nutzungen fürs Quartier. Die Obergeschosse der Bürobauten bieten flexible und auf die individuellen Bedürfnisse zukünftiger Unternehmungen anpassbare Räume. In den Erdgeschossen sind öffentlich zugängliche Nutzungen wie zum Beispiel ein Restaurant, ein Café oder eine Bäckerei angeordnet. Sie bieten den Arbeitenden, Einkaufenden, Besucherinnen, Besuchern sowie Passantinnen und Passanten diverse Konsummöglichkeiten und tragen zur Belebung des Areals bzw. des gesamten Quartiers bei. Die vier Gebäude umfassen einen öffentlichen Platz – das eigentliche Herzstück des Areals, welcher der Allgemeinheit als Aufenthalts- und Begegnungsort offensteht.

    Bösch Hünenberg
    Um den Anforderungen eines wachsenden Dienstleistungs- und Gewerbegebietes gerecht zu werden, ist eine Anpassung der Infrastruktur notwendig. Das Gebiet Bösch soll für Arbeitskräfte und Unternehmen attraktiver werden und künftig Platz für 6000 Arbeitsplätze bieten. Diese Verdichtung ist im kantonalen Richtplan vorgesehen. Er ist für die Gemeinde Hünenberg behördenverbindlich. Die Vision sieht vor, dass sich das Gebiet Bösch zu einem modernen und urbanen Arbeitsort entwickelt, der für Investorinnen und Investoren attraktiv ist. Dafür soll durch bauliche Verdichtung Raum geschaffen werden, was auch zu einer Erhöhung der Arbeitsplätze führen kann. Eine ganzheitliche Landschaftsgestaltung und eine gut organisierte Mobilität sorgen dafür, dass mehr Lebensqualität im Bösch ermöglicht wird. Neue Freizeit-, Versorgungs- und Gastronomieangebote ergänzen den Arbeitsalltag im Bösch ideal.

    Am 9. Dezember 2024 entscheidet die Gemeindeversammlung über den Strassenkredit von 2,9 Millionen Franken für die Finanzierung der 1. Etappe zur Umsetzung des Betriebs- und Gestaltungskonzepts im Bösch.

    LG Zug
    Das LG-Areal hat aufgrund seiner Grösse und prominenten Lage eine zentrale Bedeutung für die städtebauliche Wahrnehmung und den urbanen Charakter von Zug. An der Stelle des ehemaligen Industrieareals soll ein lebendiger Stadtteil mit einer überzeugenden architektonischen Gestaltung entstehen. Mit dem erforderlichen Bebauungsplan stellt das Planungs- und Baugesetz des Kantons Zug eine qualitativ hochwertige Entwicklung und Realisierung sicher.

    Papieri Cham
    Auf dem Papieri-Areal entwickelt die Cham Group ein neues Wohn- und Arbeitsquartier mit industriellem Charme. Direkt an der Lorze werden die prägenden Bestandsbauten der ehemaligen Papierfabrik mit markanten Neubauten ergänzt und nachhaltig realisiert. Hier entsteht ein neuer Begegnungsort mit überregionaler Ausstrahlung, an dem sich Geschichte und Gegenwart die Hand reichen. Auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik entsteht in mehreren Etappen auf elf Hektaren ein neuer Stadtteil mit rund 1’000 Wohnungen und 1’000 Arbeitsplätzen. Er entsteht nicht auf der grünen Wiese, sondern inmitten geschichtsträchtiger Bauten: Mit der Umnutzung prägender Bestandesbauten wird der Bezug zur Vergangenheit gewahrt – die industriellen Wurzeln des Quartiers bleiben spürbar.

    Ergänzt werden sie durch markante Neubauten, darunter fünf Hochhäuser mit beeindruckender Fernsicht. Das neue Quartier direkt an der Lorze bietet einen attraktiven Mix aus Gewerbeflächen, Wohnungen, Lofts, Arbeitsplätzen, Ateliers, Freiräumen und publikumsorientierten Nutzungen. Dies alles auf einem nachhaltig und ausgewogen gestalteten Areal, das seine eigene Geschichte pflegt – und weiterschreibt.

    Das Papieri-Areal schafft neue Grundlagen für eine energieeffiziente, klimaneutrale und nachhaltige Gesellschaft. Es ist ein schweizweit wegweisendes Projekt.

    Spinnerei an der Lorze
    Einst liefen in der grössten Spinnerei der Schweiz viele Fäden zusammen. Der Bau der Spinnerei an der Lorze prägte zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Entwicklung Baars. Rund um das historische Spinnereigebäude entsteht ein neues, lebendiges Quartier mit Läden, Cafés und anderem lokalem Gewerbe, welches die öffentliche Fussgängerzone prägt. Neben den Familienwohnungen und preisgünstigen Wohnungen entstehen zudem solche für die ältere Bevölkerung. Diese werden mit Gemüsegärten, begrünten Fassaden und schattenspendenden Bäumen ergänzt.

    Suurstoffi
    Das Suurstoffi-Areal wurde von der Schweizerischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (SGNI) als erstes Areal in der Schweiz mit dem DGNB-Zertifikat in Platin für nachhaltige Quartiere in Planung und Realisierung ausgezeichnet. Die DGNB-Zertifizierung bestätigt, dass Zug Estates mit dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz ein Musterbeispiel für nachhaltige Arealentwicklung realisiert hat. Es erfüllt die umfassenden Qualitätsanforderungen des DGNB-Zertifizierungssystems, das Kriterien wie Energieeffizienz, CO2-Emissionen, Ökobilanz, Graue Energie, Nutzungsflexibilität und Rezyklierbarkeit der eingesetzten Materialien umfasst. Das Suurstoffi-Areal ist eines der ersten Leuchtturmprojekte der letzten 10 Jahre. Dazu gehört auch das Gesundheitsbildungszentrum «XUND», für das derzeit eines der letzten Gebäude fertiggestellt wird.

    Tech Cluster
    Mit einer Gesamtleistungsstudie, an der fünf namhafte schweizer und ein österreichisches Team teilgenommen haben, wurde von Juni 2018 bis Mai 2019 ausgelotet, wie preisgünstiges Wohnen in einem Hochhaus mit modernsten Bauverfahren und nachhaltiger Materialisierung ermöglicht werden kann. Parallel dazu wurde ein Studienauftrag für ein städtebauliches Gesamtkonzept zum umliegenden Geviert der Stadt Zug zwischen Baarerstrasse, Göblistrasse, Industriestrasse und Mattenstrasse erarbeitet.

    Der Tech Cluster Zug baut auf den Vorinvestitionen von V-Zug und weiterer Firmen der Metall Zug Gruppe auf. Sein Potenzial liegt in den vielfältigen Beziehungen und Synergien zwischen den zukünftigen Nutzern. Diese verwandeln das heutige Werkgelände in einen innovativen und spannenden Teil der Stadt Zug.

  • Wirtschaftsraum Zug – Facts and Figures Zug

    Wirtschaftsraum Zug – Facts and Figures Zug

    Innerhalb des Wirtschaftraums Greater Zurich Area (GZA) gelegen gehört Zug zu einer der weltweit führenden Wirtschaftsregionen. Der Standort überzeugt durch eine exzellente Infrastruktur, ein grosses Potenzial an jungen Talenten sowie politische und wirtschaftliche Stabilität.

    Sowohl die Gemeinden als auch der Kanton Zug entwickeln sich stetig weiter und passen sich den Anforderungen an. Mit innovativen Projekten, wie z. B. einer Umfahrung, um das Stadtzentrum Cham zu entlasten, mit Seewasser, das künftig die Temperatur in den Häusern der Wohngebiete regulieren wird, sowie mit spannenden Projekten, wie z. B. dem Verein zur Dekarbonisierung oder der Klima Charta Zug, prägt der Kanton mit Ambitionen ein modernes Bild.

    Zahlreiche Areale, die von historischer Bedeutung sind, werden renoviert und umgebaut, um attraktive Nutzungsmischungen aus Wohn-, Arbeits- und Gewerbeflächen zu schaffen.

    Damit bleibt Zug ein der lebenswerter Kanton, was sich auch in einer hohen Lebenszufriedenheit widerspiegelt.

    Zug wird nicht nur von den 133’000 Bewohnerinnen und Bewohnern geschätzt, auch zahlreiche unabhängige Ratings und Studien bestätigen Zugs herausragende Position. So belegt Zug seit 24 Jahren in den Ranglisten von Credit Suisse und UBS den ersten Platz unter den Schweizer Kantonen. Die Grundprinzipien der Wirtschaftsfreundlichkeit, Serviceorientierung und Innovationskultur machen den Kanton Zug zu einem idealen Partner für Unternehmen, Bildungsseinrichtungen sowie auch Forschungsinstitute.

    Testimonials

    Andreas Klopp
    General Manager Roche Diagnostics International AG

    «Rotkreuz liegt im Life Sciences Cluster Zürich–Zug und bietet dank ausgezeichneter Infrastruktur und hoher Lebensqualität ideale Rahmenbedingungen, um Innovation voranzutreiben. Seit über 50 Jahren leistet Roche in Rotkreuz mit diagnostischen Lösungen einen Beitrag zur Gesundheit von Patient:innen weltweit.»

    Dr. Katja Buller
    Vice President, Head of Corporate Affairs International, Biogen

    «Lokale und internationale Fachkräfte,
    eine vielschichtige Infrastruktur und die professionelle Zusammenarbeit mit den Behörden machen den Kanton Zug seit mehr als 20 Jahren zum idealen Standort für unseren internationalen Hauptsitz»

    Katharina Gasser
    Präsidentin Zuger Wirtschaftskammer

    «Unsere Mitglieder schätzen die wirtschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen im dynamischen und innovativen Kanton Zug. Die Behörden sind dienstleistungsorientiert, entscheiden rasch und arbeiten effizient; der einzigartige «Spirit of Zug» ist spürbar.»

    Hanspeter Rhyner
    Präsident der Geschäftsleitung, Zuger Kantonalbank

    «Die Zuger Kantonalbank verbindet Tradition und Moderne. Genau das ist die DNA des attraktiven Standortes Kanton Zug. Digital UND persönlich –
    so decken wir entlang dieser DNA die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden ab. Und wir können alle Bedürfnisse erfüllen und begleiten Sie im Leben.»

  • Herausragende Projekte beim Real Estate Award 2024

    Herausragende Projekte beim Real Estate Award 2024

    Der Anlass beginnt mit einem Networking-Apéro um 17 Uhr, der die Gelegenheit bietet, sich mit führenden Persönlichkeiten aus der Branche auszutauschen. Im Rahmen eines Gala-Dinners werden im Anschluss die Sieger in den Kategorien Nachhaltigkeit, Projektentwicklung/Innovation, Digital und Vermarktung bekanntgegeben. Zudem wird die Immobilien-Persönlichkeit des Jahres ausgezeichnet.

    Als Gastrednerin wird Patrizia Laeri, Einblicke in die Themen Finanzen und Diversität geben. Ständerat und FDP-Präsident Thierry Burkart diskutiert im Gespräch mit Annina Campell die aktuellen Herausforderungen und Chancen der Immobilienbranche.

    Die Auftritte von Comedian Joël von Mutzenbecher und der Rockabilly-Band «the B-Shakers» runden den Abend ab. Der Real Estate Award 2024 bietet ein abwechslungsreiches Programm, das fachlichen Austausch mit Unterhaltung kombiniert.

  • Holzbauunternehmen führt neue Organisationsstruktur ein

    Holzbauunternehmen führt neue Organisationsstruktur ein

    Pirmin Jung Schweiz AG, in Sursee angesiedeltes Holzbauunternehmen, will seine Organisationsstruktur neu überarbeiten. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, strebe das Unternehmen eine flexible und agile Struktur an, die auf den Expertisen aller Mitarbeitenden beruht. Entscheidungen sollen dabei unabhängig von einer vorgegebenen Hierarchie direkt  am Ort der Entscheidungsfindung getroffen werden, heisst es in der Mitteilung. Ein Führungsteam aus 16 Personen kümmert sich um strategische Entscheidungen. Zugleich sollen die neue Organisationsformen Ideen aus allen Bereichen aufnehmen und umsetzen.

    „Wir sind der Meinung, dass wir die immer komplexeren Aufgaben und Fragestellungen für uns als Firma und in den Projekten dann erfolgreich meistern können, wenn jeweils die Personen mit der grössten Kompetenz im Thema die Fragenstellungen im Sinn von Pirmin Jung bearbeiten und entscheiden“, wird Firmeninhaber Pirmin Jung in der Mitteilung zitiert. „Die neue Organisationsform ist ein agiler Organismus, der es erlaubt, flexibel auf Herausforderungen zu reagieren und Innovationen voranzutreiben. Im Zentrum unserer Organisation stehen die Projekte und Aufgaben, die wir als Firma bearbeiten.“

  • Kanton Bern setzt auf Solarenergie entlang seiner Strassen

    Kanton Bern setzt auf Solarenergie entlang seiner Strassen

    Unter den Bewerbern konnten sich zwei Zusammenschlüsse aus den Kantonen Zürich und Basel durchsetzen, die mit ihrer Expertise und innovativen Ansätzen überzeugten. Die Vergabe der Projekte an das Konsortium der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), Helion AG und mha gmbh sowie das Konsortium der Industriellen Werke Basel (IWB) und TNC Consulting AG (TNC) markiert einen entscheidenden Schritt zur Förderung erneuerbarer Energien in der Region.

    Insbesondere die Initiative des EKZ-Helion-mha Konsortiums, grossflächige Solarcarports an kantonalen Raststätten zu errichten, repräsentiert eine doppelte Innovation.

    Neben der Produktion sauberer Energie tragen diese Carports zur Reduzierung des Klimaanlageneinsatzes bei, indem sie Schatten spenden. Mit einer geplanten Kapazität von annähernd 8,5 Megawatt streben sie die Umsetzung von zehn Photovoltaikanlagen an und erkunden zudem die Möglichkeit, Solarpanels auf Lärmschutzwänden, Stützmauern und einer Brücke zu installieren.

    Das IWB-TNC Konsortium konzentriert sich auf die Installation von nahezu 1,8 Megawatt starken Photovoltaikanlagen in der Region Berner Oberland, verteilt auf verschiedene Strukturen wie Stützmauern und Brücken. Die Realisierbarkeit dieser Vorhaben wird durch umfassende Studien sichergestellt.

    Die ersten Planungsschritte für diese zukunftsweisenden Solaranlagen beginnen im April 2024, was den kantonalen Einsatz für die nationale Energiestrategie 2050 und das Erreichen des Netto-Null-Ziels bis 2040 unterstreicht. Dieses Auswahlverfahren unterstreicht den Wunsch des Kantons Bern, eine führende Rolle bei der Implementierung von Energielösungen einzunehmen und fördert zugleich die Beteiligung von lokalen Akteuren an der Energiewende.

  • 4. Wettbewerb Gärten & öffentliche Räume Wallis 2024

    4. Wettbewerb Gärten & öffentliche Räume Wallis 2024

    Für den Wettbewerb können sich innovative und qualitativ hochstehende Projekte im Bereich der öffentlichen Anlagen und Infrastrukturen bewerben, die in den letzten fünf Jahren realisiert wurden und der Öffentlichkeit zugänglich sind. Der Preis würdigt die Arbeit von Landschaftsarchitekten, Planern und Gartenbauunternehmen, die mit ihren Projekten die Verbindung zwischen bebauter und natürlicher Umwelt gestärkt und die landschaftliche Ästhetik des Wallis bereichert haben.

    Die diesjährige Jury, die sich aus Fachleuten der Westschweizer Gartenbaubranche zusammensetzt, hat die Aufgabe, bis zum 30. April 2024 die preiswürdigsten Projekte auszuwählen. Die detaillierten Bewerbungsrichtlinien www.jardinsuisse-valais.ch einsehbar.

  • Neue Wege in der Schweizer Umwelt- und Baugesetzgebung

    Neue Wege in der Schweizer Umwelt- und Baugesetzgebung

    In einer jüngsten Sitzung hat die UREK-N mit einer Mehrheit von 14 zu 8 Stimmen bei einer Enthaltung einen entscheidenden Gesetzesentwurf angenommen. Der Entwurf, der im Rahmen der parlamentarischen Initiative 19.409 entwickelt wurde, sieht vor, das Verbandsbeschwerderecht im NHG so zu modifizieren, dass kleinere und mittelgrosse Bauprojekte, insbesondere Wohnbauten mit einer Geschossfläche unter 400 Quadratmetern, nicht mehr unter dieses Recht fallen. Diese Projekte müssen sich innerhalb der Bauzonen befinden, um von der Regelung ausgenommen zu werden. Die Kommission hebt hervor, dass diese Änderung im Einklang mit dem im Umweltschutzgesetz (USG) verankerten Beschwerderecht steht, das sich lediglich auf grössere Projekte mit Umweltverträglichkeitsprüfungen bezieht.

    Trotz der Zustimmung zur Änderung gab es auch Opposition innerhalb der Kommission. Eine Minderheit unterstrich die Bedeutung des Verbandsbeschwerderechts für den Schutz des historischen und natürlichen Erbes und sprach sich gegen die Neuerungen aus. Andere Minderheiten schlugen vor, die Referenzfläche auf 250 Quadratmeter zu reduzieren oder bestimmte Wohnungen von den neuen Regelungen auszunehmen.

    Neben dieser wichtigen gesetzgeberischen Änderung behandelte die Kommission auch das Bundesgesetz über die Aufsicht und Transparenz in den Energiegrosshandelsmärkten. Die Kommission trat ohne Gegenantrag in die Beratungen ein, da sie die Bedeutung einer angemessenen Aufsicht über diese Märkte anerkennt, insbesondere in Anbetracht der volkswirtschaftlichen Relevanz einer sicheren Stromversorgung. Dabei wurde die Notwendigkeit betont, die Schweizer Regelungen nicht unnötig von den EU-Vorgaben abweichen zu lassen.

    Des Weiteren wurden Differenzen bei der Vorlage zur Schweizer Kreislaufwirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die Lockerung des Siedlungsabfallmonopols, grösstenteils ausgeräumt. Uneinigkeit herrschte jedoch weiterhin über die Entpackung unverkaufter biogener Produkte.

    In weiteren Geschäften lehnte die Kommission eine Motion zur Verdichtung und zum gemeinnützigen Wohnungsbau ab und reichte einstimmig ein Postulat zur Optimierung der Nutzung von Energieholz ein. Abschliessend wurden verschiedene Wirtschaftsdachverbände, Umweltorganisationen und Branchenvertretungen zur Umsetzung der parlamentarischen Initiative «Grundlagen für ein CO2-Grenzausgleichssystem schaffen» angehört.

    Die Sitzungen der Kommission fanden unter dem Vorsitz von Nationalrat Christian Imark und zum Teil in Anwesenheit von Bundesrat Albert Rösti in Bern statt, wobei wichtige Schritte zur Anpassung der Schweizer Umwelt- und Baugesetzgebung unternommen wurden.

  • Einblick in die Auswahl für zirkuläres Bauen

    Einblick in die Auswahl für zirkuläres Bauen

    Der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein (SIA) hat für seinen erstmalig vergebenen Preis eine Shortlist von neun Projekten und Prozessen veröffentlicht. Emanuel Christ, der Jurypräsident, erläutert den Auswahlprozess und die Kriterien, die für die Nominierungen ausschlaggebend waren.

    In intensiven Diskussionen an zwei Jurytagen wurden 169 Projekte begutachtet und bewertet. Dank einer sorgfältigen Vorbereitung und der Aufteilung der Jury in Arbeitsgruppen konnte jedes Projekt eingehend analysiert werden. Diese Herangehensweise ermöglichte eine effiziente und gründliche Prüfung der Einreichungen.

    Für die Bewertung der Projekte griff die Jury auf die acht Kriterien des Davos Qualitätssystems für Baukultur zurück. Diese umfassenden Kriterien ermöglichten eine multidimensionale Analyse der Projekte und unterstützten die Jury in ihrer interdisziplinären Arbeit. Diese Herangehensweise gewährleistete eine umfassende Betrachtung jedes Projekts, was essenziell für die Bewertung im Bereich Planung und Bau ist.

    Die nominierten Projekte zeichnen sich durch ihre klaren Konzepte, qualitativ hochwertige Umsetzung und überzeugende Präsentation aus. Sie umfassen eine breite Palette von Entwürfen, von kleineren bis zu großangelegten Projekten, die sowohl mit der Landschaft und Natur interagieren als auch klassische Bauprojekte umfassen. Trotz ihrer Vielfalt teilen alle Projekte ein gemeinsames Verständnis für zirkuläres Bauen. Sie reflektieren die Idee, dass Bauen Teil eines ökologischen Kreislaufs ist, unabhängig davon, ob mit neuem oder altem Material gearbeitet wird.

    Christ betont, dass zirkuläres Bauen nicht zu zurückhaltenden Projekten führt, sondern im Gegenteil zu solchen, die einen starken und leidenschaftlichen Gestaltungswillen zeigen. Für ihn persönlich war die Mitwirkung in der Jury eine bereichernde Erfahrung, die ihm neue Einblicke in die aktuelle Baupraxis und die Vielfalt der Planungs- und Bauprojekte in der Schweiz vermittelte.

  • Bob Gysin + Partner wird Schulanlage Zelgli erweitern

    Bob Gysin + Partner wird Schulanlage Zelgli erweitern

    Die Stadt Schlieren lässt die Quartier- und Primarschulanlage Zelgli um einen Vierfachhort mit Mittagstisch, vier weitere Klassenzimmer und neue Aufenthaltsräume für das Lehrpersonal erweitern. In einem 2023 ausgeschriebenen Architekturwettbewerb hat sich das Projekt Lilia von Bob Gysin + Partner durchgesetzt, informiert die Stadtverwaltung in einer Mitteilung. Insgesamt hatten sich zehn Projekte in der Ausschreibung beworben.

    Lilia sieht die Ergänzung der Schulanlage durch einen dreigeschossigen Holzbau an der Westseite des heutigen Pausenhofs vor. Im Erdgeschoss sind ein Aufenthaltsraum für das Lehrpersonal und die Mediathek untergebracht. Im ersten Obergeschoss sind Räumlichkeiten für die restliche Tagesbetreuung und die Schulleitung sowie ein Multifunktionsraum geplant. Die neuen Unterrichtsräume werden im zweiten Obergeschoss eingerichtet.

    Der Vorschlag des Zürcher Architekturbüros minimiere die nötigen Eingriffe in die bestehenden Aussenanlagen und integriere das neue Gebäude schlüssig in die bestehende Anlage, heisst es in der Mitteilung. Alle eingereichten Projekte können am 26. und 27. Januar im Stadthaus Schlieren sowie am 2. und 3. Februar in der Schule Zelgli in Augenschein genommen werden.

  • San Bernardino setzt Zeichen für touristische Entwicklung

    San Bernardino setzt Zeichen für touristische Entwicklung

    Der Plan im Detail
    Das Projekt, getragen von der San Bernardino Swiss Alps SA, plant eine umfassende Renovierung und Neugestaltung des Dorfkerns. Hierzu gehört die Wiedereröffnung der historischen Hotels Brocco & Posta und Ravizza, der Bau von neuen Aparthotels und Privatwohnungen, sowie der Ausbau von Sportanlagen und Dienstleistungen. Eine mit dem Resort verbundene Tiefgarage wird zudem ein fast autofreies Zentrum ermöglichen. Das Wasser des San Bernardino soll als zentrales Element im geplanten Spa- und Wellness-Resort dienen.

    Zeitliche und rechtliche Rahmenbedingungen
    Das Kaufrecht für das Projekt des Acuforta-Grundstücks wurde bis zum Ende des Jahres 2025 mit einer Option auf Verlängerung bis 2031 gesichert. Dies gibt dem Projekt einen klaren rechtlichen und zeitlichen Rahmen und ermöglicht eine langfristige Planung und Umsetzung.

    Institutionelle und öffentliche Unterstützung
    Der breite Konsens für das Projekt ist beeindruckend. Niccolò Meroni, Marketingleiter des San Bernardino Swiss Alps, betont die geringe Opposition und die Offenheit für konstruktive Dialoge. «Dieses Votum zeigt, dass das Projekt im Einklang mit den Wünschen der Bevölkerung steht», so Meroni.

    Nachhaltigkeit und Modernität
    Stefano Artioli, Verwaltungsratspräsident von San Bernardino Swiss Alps, unterstreicht die Bedeutung von Modernität und Nachhaltigkeit im Projekt. «Wir wollen ein modernes und zugleich nachhaltiges Dorf schaffen. Der erzielte Konsens gibt uns den nötigen Rückenwind, um diese Vision in die Tat umzusetzen», erklärt Artioli.

    Nächste Schritte und Erwartungen
    In den kommenden Wochen sind weitere Ankündigungen zu konkreten Entwicklungen des Projekts zu erwarten. Die ersten Baugesuche sind bereits eingereicht, und mit der Wiedereröffnung der Hotels sowie der Einführung neuer Dienstleistungen soll in absehbarer Zeit begonnen werden.

    Fazit
    Die grosse Mehrheit für das Renovierungsprojekt in San Bernardino ist ein klares Signal für Veränderung und Fortschritt. Mit institutioneller und öffentlicher Unterstützung, einem klaren Zeitplan und einer Vision für Nachhaltigkeit und Modernität steht das Projekt auf soliden Füssen und verspricht, San Bernardino in ein florierendes touristisches Zentrum zu verwandeln.

  • Implenia gewinnt Bauaufträge für 220 Millionen Franken

    Implenia gewinnt Bauaufträge für 220 Millionen Franken

    Das Bau- und Immobilienunternehmen Implenia mit Sitz in Opfikon hat laut Medienmitteilung Hochbauaufträge in der Schweiz und Deutschland mit einem Auftragsvolumen von über 220 Millionen Franken erhalten. „Diese neuen Projekte bestätigen das Vertrauen der Kunden in Implenia. Die Gruppe ist auf Kurs, die für 2023 gesetzten Ziele zu erreichen“, wird Implenia-CEO André Wyss zitiert. Am 28. Februar 2024 soll auf einer Analysten- und Medienkonferenz das Jahresergebnis 2023 veröffentlicht werden.

    Zu den neuen Aufträgen gehören der Bau eines Logistikzentrums in Birsfelden BL, das vom Universitätsspital Basel (USB) angemietet wird. An der Passage Morillons in Genf ist der Neubau von drei Gebäuden mit Wohnungen, Gewerbe und Parking auf einer Fläche von 24‘700 Quadratmetern geplant. In Lausanne werden zwei Gebäude mit insgesamt 76 Mietwohnungen aus dem Jahr 1960 renoviert. In Oberwil BL ist Implenia Totalunternehmer bei der Sanierung des Einkaufszentrums Mühlemattcenter.

    Die Bau- und Wohngenossenschaft Kraftwerk1 hat Implenia mit dem Bau eines Wohn- und Gewerbehauses im künftigen Koch-Quartier in Zürich beauftragt. Von der Flughafen Zürich AG wurde Implenia mit den Hochbauarbeiten für den Triebwerksprüfstand am Flughafen Zürich in Kloten beauftragt.

    Für den Bauherrn Cham Immobilien AG entstehen zwei neue Gebäude mit 10‘000 Quadratmetern Büro-, Verkaufs- und Gewerbeflächen sowie 64 Mietwohnungen. Von der Gemeinde Risch Immobilien AG wurde der Zuschlag für das neue Pflegezentrum Dreilinden sowie den Neubau „Leben im Alter“ mit 60 Alterswohnungen erteilt.

    In Deutschland erhielt Implenia von der GBG Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft mbH den Auftrag für ein weiteres Projekt auf dem Franklin-Areal in Mannheim. Für die Analytik Jena GmbH + Co. KG realisiert Implenia den Neubau eines Fertigungs-, Labor- und Bürogebäudes in Ilmenau.

    Implenia hat auch den Auftrag für den Umbau einer denkmalgeschützten Liegenschaft gewonnen. In der Innenstadt von Leipzig wird der 1914 eingeweihte Zentral-Messepalast umgebaut.

  • Auszeichnungen im Schweizer Stahl- und Metallbau

    Auszeichnungen im Schweizer Stahl- und Metallbau

    Am 28. November wurden im Forum Fribourg sechs beeindruckende Bauwerke ausgezeichnet, die alle durch ihren überzeugenden Einsatz von Stahl bestechen. Zu den prämierten Projekten gehören der Pavillon public in Bulle, das Kreislaufwohnhaus Herbstweg in Zürich, das Sammlungszentrum Augusta Raurica in Augst und die Passerelle RC76 in Ecublens.

    Bedeutung des Prix Acier
    Der Prix Acier, der 2023 zum neunten Mal verliehen wurde, ist ein Aushängeschild für Qualität und Innovation im Stahl- und Metallbau. Der Preis, unterstützt vom SZS und seinen Partnerverbänden, hebt die architektonische Qualität und die Leistungsfähigkeit des Stahlbaus hervor.

    Kriterien und Innovation
    Die Auszeichnung würdigt den kreativen, nachhaltigen und wirtschaftlichen Einsatz von Stahl sowie technische und konstruktive Innovationen in Neubau, Umbau, Sanierung und zirkulärem Bauen.

    Würdigung der Zusammenarbeit
    Der Prix Acier betont die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Bauherren, Architekten, Ingenieuren und Stahlbauunternehmen. Die Jury, bestehend aus Fachleuten aus diesen Bereichen, wählt die Preisträger aus.

    Auswahlprozess und Anerkennungen
    Aus 30 eingereichten Projekten wählte die Jury vier Hauptpreisträger und vergab zwei weitere Anerkennungen. Die Finalisten wurden erstmalig auch in einem öffentlichen Voting präsentiert, wodurch die Öffentlichkeit Teil des Entscheidungsprozesses wurde.

    Preisträger Prix Acier 2023
    Ultraleichter Pavillon, Bulle, Kreislaufwohnhaus Herbstweg, Zürich, Passerelle RC76, Ecublens, Sammlungszentrum Augusta Raurica, Augst

    Anerkennungen Prix Acier 2023
    Ersatz dreier Stahlbrücken, Oberengadin, EWZ Werkhof Herdern, Zürich

    Publikumspreis Prix Acier 2023
    Ultraleichter Pavillon, Bulle

  • Auf dem ehemaligen Comadur-Areal wird ein neues Kapitel aufgeschlagen

    Auf dem ehemaligen Comadur-Areal wird ein neues Kapitel aufgeschlagen

    Qualitätsvolle und identitätsstiftende Entwicklung
    Die Projektvision für die Entwicklung /
    Neunutzung des ehemaligen Comadur-Areals besteht darin, kurz- bis mittelfristig einen urbanen, gemischtgenutzten, identitätsstiftenden Quartierbaustein mit einer hohen Qualität der Bauten und Freiräume- zu entwickeln. Entsprechend führten die Stadt Thun und die Bauherrschaft (Pensionskasse des Schweizerischen Anwaltsverbands (PKSAV)) einen mehrstufigen Planungsprozess durch. Ziel war es, die Potenziale des Areals im Entwurfsvariantenstudium auszuloten, die städtebaulichen Qualitäten im Rahmen eines Projektwettbewerbs nach SIA-Ordnung 142 zu sichern und diese planungsrechtlich in einer Zone mit Planungspflicht (ZPP) festzulegen.

    Das Siegerprojekt «Capybara»
    Die Grundlage für die Entwicklung des Comadur- Areals an der Bernstrasse 11 bildet das Siegerprojekt «Capybara». Es setzt mit innovativen städtebaulichen und architektonischen Massnahmen neue Akzente in einem heterogenen Umfeld. Die drei charakterstarken Baukörper – das «Stadthaus», das «Gartenhaus» und der «Anbau» – verschmelzen auf kreative Weise mit der bestehenden Struktur des Quartiers. Sie bilden ein zusammenhängendes Ensemble, das durch seine Dichte, Vielfalt und klare Identitäten besticht. Ein zentrales Element des Entwurfs ist der verbindende Innenhof. Er schafft nicht nur eine nahtlose Integration der neuen Baukörper, sondern fördert auch den Dialog mit dem umgebenden Quartier. Durch die gekonnte Kombination von Materialien, Farben und Texturen entsteht ein Spiel zwischen der Historie der Comadur und den zeitgenössischen Elementen des Projekts.

    Nachhaltige Gestaltung
    Das Projekt weist in verschiedenen Aspekten eine sehr hohe Qualität auf. Neben der sichtbaren und ansprechenden Gestaltung spielen Überlegungen zur Nachhaltigkeit und die Berücksichtigung der grauen Energie sowie ein bewusster und sorgfältiger Umgang mit Materialien eine bedeutende Rolle. Das Projekt bietet eine ausgewogene Mischung aus Ästhetik, Nachhaltigkeit und Integration ins bestehende Quartier.

    Vielfältiges und lebendiges «Quartiersstück»
    Der Schwerpunkt der Arealentwicklung liegt auf der Realisierung zeitgemässer Wohnformen. Es sind rund 60 neue Wohnungen geplant. Die Wohneinheiten sind divers und gezielt gestaltet, um den vielfältigen Bedürfnissen der potenziellen Bewohnenden gerecht zu werden. Diese Wohnnutzung wird durch ortsangepasste und auf das Publikum ausgerichtete Zusatznutzungen erweitert. Auf diese Weise entsteht ein lebendiger und identitätsstiftender Quartiersbaustein.

    Fazit
    Die Arealentwicklung an der Bernstrasse 11 präsentiert sich als ein visionäres Vorhaben, das die Vergangenheit ehrt und zugleich zukunftsweisende Impulse setzt. Das Siegerprojekt «Capybara» zeigt, wie man in einem dicht besiedelten Raum Geschichte und Gegenwart verknüpfen kann, wobei der Fokus stets auf Qualität und Sorgfalt liegt.

  • Freiburg im Zeichen des Bausektors und der Energieeffizienz

    Freiburg im Zeichen des Bausektors und der Energieeffizienz

    Die Freiburger Baubranche ist Teil der Bioökonomie, einer der beiden Achsen der Wirtschaftsstrategie des Kantons. Sie erweist sich als sehr robust und ist auf die grossen Umwälzungen vorbereitet, die sich aus den Herausforderungen des Klimawandels, der Ressourcenknappheit und des digitalen Fortschritts ergeben werden.

    «Ob in den Bereichen Holzbau, Metallbau, Beton, Kunststoff, Bauingenieurwesen oder Energieeffizienz, die Freiburger Unternehmen geniessen dank ihres Know-hows im ganzen Land und darüber hinaus einen ausgezeichneten Ruf», freut sich Olivier Curty, Volkswirtschafts- und Berufsbildungsdirektor des Kantons Freiburg.

    Die Akteurinnen und Akteure der Branche werden bei ihren Projekten und Aktivitäten insbesondere vom Building Innovation Cluster, der eine wichtige Rolle bei der Dynamisierung der Branche spielt, und vom Smart Living Lab, dem führenden Kompetenzzentrum für die Zukunft der gebauten Umwelt, unterstützt. Jerry Krattiger, Direktor der Wirtschaftsförderung Kanton Freiburg (WIF): «Das Umfeld ist günstig für die Entwicklung von Partnerschaften und innovativen Projekten. Die Rahmenbedingungen sind ausgezeichnet, die Kompetenzen und der Wille sind vorhanden… wir müssen sie nur nutzen, um unsere Zukunft zu gestalten!

    Präsentation des Magazins
    Die Ausgabe 2023 von Fribourg Network Freiburg wurde anlässlich einer von der WIF organisierten Podiumsdiskussion im Innovationsquartier bluefactory vorgestellt. In Anwesenheit von Jacques Boschung, Präsident der Bluefactory Fribourg-Fribourg SA, und Remo Daguati, Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Standortmanagement (SVSM), tauschten Vertreter des Forschungs- und Entwicklungszentrums Smart Living Lab, der Unternehmen JPF Holding SA und Lutz Architectes sowie die Gründerin von Mobbot ihre Erfahrungen aus und diskutierten über Trends, Innovationsmöglichkeiten und Herausforderungen im Bausektor.

    Link auf das Magazin Fribourg Network Freiburg www.fribourgnetwork.ch

  • Jury nominiert drei Projekte für den SVIT Award 2023

    Jury nominiert drei Projekte für den SVIT Award 2023

    Mit dem SVIT AWARD werden Liegenschaftsverwaltungen ausgezeichnet, die in den letzten drei Jahren innovative Lösungen für kleinere oder grössere Herausforderungen in der Bewirtschaftung von Mietliegenschaften oder Stockwerkeigentum umgesetzt haben.

    Dabei beurteilt die Jury die Einreichung anhand von drei Fragenkomplexen:

    • Wie innovativ ist die Herangehensweise?
    • Wie gut lässt sich die Wirkung messen?
    • wie leicht kann der Lösungsansatz transferiert und skaliert werden?

    Die Auswahl der Projekte für das Publikumsvoting fiel nicht leicht. Einstimmig konnte sich die Jury für die Projekte digitaler Schnittstellen von Welcome Immobilien, Online-Navigator für Wohnsiedlungen von Previs Immobilien und eine App-Lösung für Stockwerkeigentum von Matma Immobilien entscheiden.

    Bis zum 12. Juni 2023 haben die SVIT-Mitglieder nun Zeit, die Lösungsansätze auf der Homepage von Svit kennenzulernen und ihren Favoriten auszuwählen.

  • «Die zentrale Lage ist ein grosses Plus»

    «Die zentrale Lage ist ein grosses Plus»

    Herr Zettel, welche Ziele verfolgt die Wirtschaftsförderung Luzern?

    Wir verfolgen drei Hauptziele. Das erste sind spannende und gute Arbeitsplätze für unsere Bevölkerung. Das zweite ist, Steuererträge für die Leistungen von Kanton und Gemeinden zu generieren. Und das dritte ist die positive Wahrnehmung des Wirtschaftsstandorts Luzern nach innen und aussen.

    Wofür sind Sie als Leiter Unternehmensentwicklung zuständig?

    Als Leiter Unternehmensentwicklung liegt mein Hauptfokus auf den bestehenden Unternehmen des Kantons Luzern. Wir haben etwas mehr als 30’000 Unternehmen und unterstützen diese dabei, sich positiv zu entwickeln. Meist drehen sich unsere Projekte mit Unternehmen um deren Standort. Wenn ein Unternehmen beispielsweise wächst, ändern sich seine Bedürfnisse. In diesem Zusammenhang können sich Fragen nach Erweiterungen oder einem Standortwechsel stellen. Welches sind aktuell die grössten Herausforderungen der Unternehmen? Themen rund um begrenzte Ressourcen wie Bauland und Gewerbeflächen stellen Unternehmen häufig vor Herausforderungen. Ein anderes grosses Thema ist aktuell der Fach- und Arbeitskräftemangel. Aktuell sind grössere Unsicherheiten vorhanden, wie etwa der Ukraine-Krieg oder die Inflation. Dazu gehören auch Themen wie Energiepreise und Lieferengpässe. Diese Herausforderungen zeigen uns einmal mehr auf, wie abhängig wir letztlich davon sind, was ausserhalb der Schweiz passiert.

    Welches sind aktuell die bedeutendsten Bauprojekte im Kanton Luzern?

    Der ganze Kanton Luzern hat eine hohe Baudynamik. Sehr viel läuft aktuell in den beiden Entwicklungsschwerpunkten Luzern Nord und Luzern Süd. In der Smart City Luzern Nord entsteht die neue zentrale kantonale Verwaltung. In Luzern Süd gibt es bereits viele Projekte in Realisierung wie das Nidfeld-Areal oder die Pilatus-Arena mit dem Pilatus Tower, dem höchsten Hochhaus Luzerns. Der Campus Horw der Hochschule Luzern wird bis Ende dieses Jahrzehnts erweitert und erneuert.

    Was macht den Kanton Luzern als Wohnort attraktiv?

    Im Kanton Luzern ist für alle etwas dabei. Wir haben tolle Wohnlagen und ganz unterschiedliche Regionen und Landschaften. Wir haben eine grossartige Stadt mit einem wunderbaren kulturellen Angebot. Wir haben Seen, Berge und ein touristisches Angebot, das auch der Bevölkerung zur Verfügung steht. Das alles macht Luzern zu einem attraktiven Gesamtpaket. Ausserdem ist Luzern von der Grösse her ein überschaubarer Ort. Man kann sich hier gut integrieren, wir haben viele Vereine und tolle Veranstaltungen. Insgesamt ist die Lebensqualität in Luzern herausragend.

    Wie sieht es aus mit freiem und günstigem Wohnraum aus im
    Kanton Luzern?

    Wohnraum ist auch in Luzern ein Thema. Wir haben eine Leerwohnungsziffer von etwas unter einem Prozent. Das ist ein Durchschnittswert: Manche Gemeinden haben praktisch keine freien Wohnungen, in anderen gibt es durchaus Angebote. Auch bei den Preisen ist es so: Während etwa der Wohnraum in der Stadt Luzern relativ teuer ist, gibt es auch Gemeinden, in denen es günstigere Angebote gibt. Gleichzeitig wird viel gebaut. Das ist auch das Wichtigste im Moment: Dass Bauprojekte realisiert werden und neue Wohnungen zügig auf den Markt kommen.

    Welche Gemeinden sind neben der Stadt Luzern bei Unternehmen besonders beliebt?

    Wir haben 80 tolle Gemeinden im Kanton Luzern, und jede Gemeinde hat ihre eigenen Stärken. Bezogen auf die Anzahl Unternehmen sind neben der Stadt Luzern die grossen Gemeinden in der Agglomeration wie Emmen, Kriens, Horw und Ebikon bedeutende Standorte. Sursee als zweites Zentrum des Kantons ist aufgrund seiner Lage ebenfalls attraktiv für Unternehmen. Aber auch in Regionen wie Willisau oder Hochdorf gibt es viele tolle Unternehmen, besonders in der Industrie. Diese breite und vielfältige Wirtschaftsstruktur ist eine der Stärken von Luzern.

    Warum sollte ein Unternehmen nach Luzern kommen anstatt nach Zürich, Bern oder Basel?

    Die zentrale Lage mitten in der Schweiz ist ein grosses Plus. Man ist schnell in Basel oder Zürich, aber auch in Italien oder Deutschland. Zusätzlich haben wir sehr attraktive Unternehmenssteuern, eine breite Bildungslandschaft und gute Fach- und Arbeitskräfte.

    Wo steht der Kanton Luzern in Sachen Digitalisierung?

    Ich betrachte das Thema vor allem aus der Perspektive der Wirtschaftsstruktur. Wir haben beispielsweise viele IT-Dienstleister, die sich auf Digitalisierung spezialisiert haben. Bei den meisten Unternehmen ist das Thema schon lange angekommen. Aber Digitalisierung hört ja nicht auf. Der Wandel ins digitale Geschäftsmodell ist fortlaufend, und es kommen ständig neue Themen dazu. Auch wir greifen diese Themen auf. Vergangenes Jahr haben wir beispielsweise einen Hub für künstliche Intelligenz mitgegründet. Dieser macht das Thema KI sichtbar und hilft den Unternehmen in der Anwendung. Wir unterstützen Unternehmen auch dabei, sich für Digitalisierungsprojekte mit passenden Partnern zu vernetzen.

    Als Wirtschaftsförderer haben Sie einen relativ jungen Beruf. Was zeichnet diesen Beruf für Sie aus?

    Ich komme mit unglaublich vielen interessanten Leuten in Kontakt – sei es aus Unternehmen, aus der Politik oder aus der Verwaltung. Ausserdem sind wir an der Quelle neuer Ideen und Projekte. Auch fachlich hat dieser Beruf viele Facetten: Von Betriebswirtschaft über Raumplanung und Immobilien bis hin zu Politik und Kommunikation. Für mich ist es ein Privileg, diese Arbeit machen zu dürfen.

  • 96. immoTable Luzern

    96. immoTable Luzern

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    Monika Schärer begrüsste Regierungsrat Reto Wyss, der uns über die aktuellen Themen im Kanton Luzern informierte.  Herr Zettel, Leiter Unternehmensentwicklung, Wirtschaftsförderung Luzern, gab einen Einblick in die laufenden Geschäfte und stellte aktuelle Immobilienprojekte vor. Markus Weber HSLU Co-Leiter Studiengang Digitales Bauen, Präsident Bauen digital Schweiz zeigte das Potenzial von BIM, IoT und Lifecycle Data Management auf. Sabine Ruoss Gesamtkoordinatorin und Massimo Guglielmetti Projektleiter Durchgangsbahnhof Luzern zeigten uns, was in den nächsten 20 Jahren für den Durchgangsbahnhof geplant ist und entstehen wird. Zum Abschluss zeigte uns Clemens Högger von Energie360° eine zukunftsweisende und wirtschaftliche Energielösung im Hinblick auf die energiestrategische Herausforderung auf. Beim Apéro Riche wurde die Gelegenheit rege genutzt, sich mit den Referenten und Partnern auszutauschen und mehr zu erfahren.

  • Ein solides Jahr 2022 für die Wirtschaftsförderung Kanton Freiburg

    Ein solides Jahr 2022 für die Wirtschaftsförderung Kanton Freiburg

    Bei den 41 begleiteten Projekten handelt es sich um 25 Erweiterungen und 16 Neuansiedlungen von Unternehmen. Von den 16 Ansiedlungen sind 3 aus der Schweiz und 13 aus dem Ausland. Wie z.B. das japanische Unternehmen Epson, das sich im Marly Innovation Center niedergelassen hat oder die brasilianische Firma Carob House in Freiburg. Bei den Erweiterungen sind beispielsweise die Projekte von Immomig in Düdingen oder Wago Contact in Domdidier zu erwähnen.

    Auch wenn die WIF im 2022 beträchtliche Ressourcen dafür eingesetzt hat, ist das Rolex-Projekt nicht in den Zahlen des Jahresberichts berücksichtigt. Mit dem Abschluss des Raumplanungs- und Bauverfahrens sowie der Einrichtung von provisorischen Produktions- und Ausbildungsstätten wird das Projekt 2023 Form annehmen. Dieses Projekt von ausserordentlicher Tragweite und Qualität wird eine Stärkung des Freiburger Industriestandorts und eine Beschleunigung der kantonalen Kompetenzen in den Bereichen der Automatisierung, der Robotisierung sowie ganz allgemein der Industrie 4.0 zur Folge haben.

    Staatsrat Olivier Curty, Volkswirtschafts- und Berufsbildungsdirektor, sagte an der Medienkonferenz: «Die Freiburger Unternehmen haben in den letzten Jahren und Monaten ihre Resilienz eindrücklich unter Beweis gestellt. Weder die weltweite Pandemie noch der Krieg in Europa kann sie davon abhalten, zu investieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Der Kanton Freiburg setzt seine wirtschaftliche Entwicklung erfolgreich und tatkräftig fort.»

    WIF-Direktor Jerry Krattiger fasst zusammen: «Die WIF hat trotz schwierigem weltwirtschaftlichem Kontext ein gutes Jahr hinter sich. Nachdem der Staatsrat vor bald drei Jahren die Biowirtschaft und die Industrie 4.0 als Hauptachsen der kantonalen Wirtschaftsförderungsstrategie definiert hat, hat der Kanton Freiburg seine Positionierung in diesen Bereichen erfolgreich fortgesetzt.»

    Neue Regionalpolitik mit 15 neuen Projekten
    Im Rahmen des Umsetzungsprogramms 2020-2023 der Neuen Regionalpolitik (NRP) wurden letztes Jahr 15 Projekte genehmigt, mit einem Unterstützungsbeitrag von 1,35 Millionen Franken. Diese Projekte verteilen sich auf folgende Bereiche: Gemeinschaftsprojekte (9), Programm für die Bergregionen (3), Tourismus (2) und neue Themen (1).

    Ausserdem haben die Arbeiten für das NRP-Umsetzungsprogramm 2024-2027 begonnen. Industrie und Tourismus sind nach wie vor die beiden Schwerpunktthemen. Neu kommen als fachübergreifende Themen die lokale Wirtschaft, die nachhaltige Entwicklung und die Digitalisierung hinzu. Neben ihrer üblichen Tätigkeit zur Unterstützung der Gründung, Ansiedlung und Entwicklung von Unternehmen sowie ihren Aktivitäten im Bereich der NRP hat die WIF im vergangenen Jahr das letzte COVID-Unterstützungspaket für Unternehmen abgeschlossen.

  • Gemeinsam der Sonne entgegen 

    Gemeinsam der Sonne entgegen 

    2021 konnten Bearth & Deplazes Architekten diese Auszeichnung für ein Mehrzweckgebäude in Fläsch entgegennehmen. Schon zum dritten Mal wurden sie mit dem renommierten Preis ausgezeichnet, der für diejenigen Solarbauten vergeben wird, die aus architektonischer Sicht überzeugen, einen schonenden Umgang mit Ressourcen berücksichtigen und in Bezug auf Nachhaltigkeit so konzipiert sind, dass sie mehr elektrische Energie gewinne als sie selbst nutzen. 

    Das Unternehmen beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit dem Thema Energie. Es gehört für sie zum Entwerfen und Bauen, genau wie die Konstruktion. Ihre Bauten spiegeln dabei deutlich wider, dass Architektur für sie mehr ist als Ästhetik. Dass es ihnen um Verantwortung gegenüber dem Ort, der Gesellschaft und der Umwelt geht.  

    Dies haben sie in Fläsch bewiesen. Das bestehende Mehrzweckgebäude aus den 1970er-Jahren wurde umgebaut und um einen Kindergarten und einen Gemeindesaal erweitert. Die zusätzlichen Räume schmiegen sich im Norden und Osten an das bestehende Haus an und werden unter der verlängerten Dachfläche integriert. Wegen Anforderungen an die Erdbebensicherheit musste das Dach zwar ersetzt werden, seine ursprüngliche Silhouette und der Firstpunkt wurden aber beibehalten. Die Ausrichtung des Daches erlaubte den Einsatz einer grossflächigen PV-Anlage, mit dessen Planung und Fachbauleitung die Firma Reech beauftragt wurde. Neben optischen Gesichtspunkten stand für diese die Erfüllung technischer Anforderungen im Vordergrund. Das in der Schweiz entwickelte und in Österreich hergestellte Indach-System «Sunskin Roof» von Eternit überzeugte die PV-Spezialisten nicht nur durch Energieeffizienz, Leistung und Qualität. «Die widerstandsfähigen Doppelglas-Solarmodule können selbst bei flachen Neigungswinkeln eingebaut werden. Ausserdem sind sie betretbar, was bei der Wartung der Anlage grosse Vorteile bringt», erklärt Tamás Szacsvay, Leiter Technik & Engineering und Partner bei Reech. Er schätzt darüber hinaus den guten technischen Support von Eternit und die umfassende Dokumentation, aus der sämtliche Anschlussdetails direkt übernommen werden können.  

    Auch die Montage der handlichen Module ist schnell und einfach, da durch die flexible Verlegung von verschiedenen Seiten gleichzeitig gearbeitet werden kann. 

    Eternit (Schweiz) AG arbeitet bei der Entwicklung neuer Produkte eng mit Architektinnen und Technikern zusammen. Das zahlt sich aus. So fliessen konstruktive, funktionale und ästhetische Aspekte schon früh in den Planungsprozess ein. Seit 2010 setzt das Unternehmen ihr Know-how gezielt bei der Entwicklung von rahmenlosen Photovoltaiksystemen ein, die sowohl auf dem Dach als auch an der Fassade vollständig integriert werden und die herkömmliche Gebäudehülle ersetzen. Dank gestalterisch durchdachter Detaillösungen erfüllen sie auch die hohen ästhetischen Anforderungen der Architekten. 

    Das grossflächige Eternit Solardach in Fläsch liefert 179‘700 kWh/a und damit 175% mehr Energie als für den Eigenbedarf benötigt wird. Die überschüssige Energie von 114‘200 kWh/a wird von der benachbarten Klinik genutzt, die damit einen Drittel ihres Energiebedarfes decken kann. 
    So ist es den Architekten durch ihren klugen Entwurf gelungen, das ortsbauliche Ensemble aus Schulhaus, Klinik und Mehrzweckbau zu stärken und dabei eine zeitgemässe Lösung zur Energiegewinnung und -nutzung zu integrieren, die gestalterisch überzeugt und die Besonderheit dieses Ortes respektiert. 

    «Natürlich müssen wir die Energiewende schaffen», sagt Daniel Ladner, der neben Valentin Bearth und Andrea Deplazes dritter Büropartner und Gesamtprojektverantwortlicher des Baus in Fläsch ist. «Aber nicht auf Kosten des Ortsbildes. Deshalb muss die Gestaltung mit Energie immer eingefordertund mit dem Betreiber abgestimmt werden.»

  • Metropolitankonferenz Zürich geht demografischen Wandel an

    Metropolitankonferenz Zürich geht demografischen Wandel an

    Die Metropolitankonferenz Zürich hat in ihrem dritten Kooperationsprogramm unter über 35 Einreichungen vier Projekte ausgewählt, „die innovativ und praxistauglich dazu beitragen, den demografischen Wandel zu verstehen, einzuordnen und zu bewältigen“, informiert die Konferenz in einer Mitteilung. Die bewilligten Projekte zeigten auf, „welche Chancen mit dem Wandel verbunden sind und wie sie im Metropolitanraum in Wert gesetzt werden können“, wird Walter Schenkel, Geschäftsführer Metropolitankonferenz Zürich, dort zitiert.

    Im Projekt Care Resco – Pflege-Community Projekt bauen das Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie und das Instituts für Pflege an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften mit der Careanesth AG eine Vermittlungsplattform zur Reaktivierung von Pflegenden auf. Das Projekt Silber Bridge – Standortbestimmungs- und Vermittlungsplattform für die Silver Society von der HR ConScience GmbH wil kurz vor oder bereits nach der Pensionierung stehenden Personen Arbeitsmodelle und Perspektiven für eine Weiterbeschäftigung an die Hand geben.

    QuartierLeben – Räume für intergeneratives Zusammenleben von Pro Senectute Schweiz und Pro Senectute Kanton Luzern erarbeitet für Gemeinden, Investoren und Immobilienentwickler Werkzeuge für die Entwicklung nachhaltiger, intergenerativer Quartiere. Das Projekt Zukunft EFH – Einfamilienhausquartiere revitalisieren von Ernst Basler & Partner AG und dem Planungsdachverband Region Zürich und Umgebung dient der Unterstützung von Gemeinden bei der Verdichtung von Einfamilienhausquartieren und unterstützt ältere Hauseigentümer im Umgang mit ihrem Wohneigentum.

  • Die Branche ist hungrig nach Veränderung

    Die Branche ist hungrig nach Veränderung

    The Branch wurde 2020 gegründet. Was ist und macht der Verein genau?
    W.S. Seidel: The Branch ist ein gemeinnütziger Verein, der neue Prozesse und Lösungsansätze für die Weiterentwicklung und Produktivitätssteigerung der Bau -und Immobilienindustrie entwickelt und damit die Transformation in der Branche vorantreibt. Der Verein stützt sich breit ab: Einerseits bei seinen Mitgliedern – Organisationen aus der ganzen Branche, private und öffentliche Bauherren, Unternehmer:innen, Planer:innen, Logistiker:innen und IT-Fachleute. Andererseits auch auf der Ebene der Bundespolitik: The Branch soll zur Umsetzung der Ziele beitragen, die der Bundesrat in seiner Agenda für nachhaltige Entwicklung 2030 und in seiner Energiestrategie 2050 vorgibt.

    Welches sind die Ziele von The Branch?
    Y. Körber: The Branch setzt sich ein für eine prozessbezogene und int -egrierte Zusammenarbeit innerhalb der Baubranche. Die Branche ist heute sehr disziplinbezogen unterwegs, teilweise fast schon mit Scheuklappen. Man denkt vor allem in Phasen, und es gibt eine auffällige Trennung zwischen Planung und Ausführung. Eine übergreifende Zusammenarbeit wäre jedoch enorm wichtig. Damit meinen wir etwa, dass die verschiedenen Player von Anfang an viel enger zusammenarbeiten, und viel früher in der Planung bereits die Ausführung berücksichtigt wird. Wir arbeiten intensiv daran, integrierte Modelle im Markt zu etablieren und Grundlagen, Lösungen und Antworten zu erarbeiten. Das soll letztlich auch zu mehr Produktivität und Innovation sowie zu besseren Resultaten führen.

    St. Zanetti: Anhand konkreter Projekte möchten wir zeigen, dass neue Modelle funktionieren. Wir wollen ein reichhaltiges Inventar an praxiserprobten Instrumenten aufbauen. Ausserdem organisieren wir Veranstaltungen, bei denen wir mit den Teilnehmenden praxisbezogene Fragen diskutieren.

    Wie funktioniert die Zusammenarbeit innerhalb des Vereins?
    St. Zanetti: Der Verein organisiert sich in aktuell acht Arbeitsgruppen, die sich dynamisch zusammensetzen und mit verschiedenen Aufträgen in unterschiedlichen Themenbereichen befassen. Eine der Arbeitsgruppen beschäftigt sich etwa mit der Frage, wie sich der Umgang mit Daten in Bauprojekten verbessern lässt. Anlass dazu gibt die Einführung des neuen Datenschutzgesetzes 2023. Wir sind aktuell dabei, Templates zu erstellen, etwa für den gesetzeskonformen Austausch von Daten. Mit solchen Vorlagen lässt sich viel Aufwand sparen, weil nicht jedes Unternehmen das Rad neu erfinden muss.

    Woran misst sich der Erfolg von The Branch langfristig?
    Y. Körber: An die Veränderungen, die wir in der Branche erzeugen können: mehr Innovation, mehr Nachhaltigkeit, eine ganz konkrete Kulturveränderung. Dass unsere Idee ankommt, sehen wir auch am Zuwachs des Vereins – wir haben in den ersten drei Jahren in der Deutschschweiz und in der Romandie über 500 Mitglieder gewonnen und unser Vorstand umfasst fast 20 Personen. Das zeigt auch, dass die Branche hungrig nach Veränderung ist.

    Das Thema graue Energie und Kreislaufwirtschaft ist aktuell sehr präsent. Welche Rolle spielt es bei The Branch?
    W.S. Seidel: Das ist eines unserer Kernthemen. Mit grauer Energie einen besseren Umgang zu finden und Bauprojekte nachhaltiger zu gestalten ist nur durch Innovation möglich. Und Innovation braucht kollektives Know-how – und damit die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen in einer frühen Phase.

    St. Zanetti: Am Ende wird man eine nachhaltige Immobilienwirtschaft nur dann erreichen können, wenn man in integrierten Kreisläufen denkt. Denn nur so wissen wir, was passiert ist, was verbaut wurde und welche Emissionen entstehen. Auch die Nachhaltigkeitsziele des Bundesrats werden sich nur mit einer integrierten Sicht erreichen lassen.

    Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für The Branch?
    St. Zanetti: Erst wenn wir integriert unterwegs sind, können wir als Branche Technologien optimal einsetzen und nutzen. Digitalisierung unterstützt dann wiederum die integrierte Zusammenarbeit. Bei der Nutzung von Technologien ist die Kompatibilität verschiedener Softwares und Technologien zentral. Wir beschäftigen uns zum Beispiel mit der Frage, wie die Schnittstellen der Systeme verschiedener Player und in verschiedenen Phasen aussehen und wie Unternehmen ihre Software auswählen müssen, damit die Datendurchgängigkeit gewährleistet ist. Auch in dieser Frage wollen wir der Branche Standarts setzen.
    Die Kritik an Proptech-Unternehmen lautet oft, dass diese die Bedürfnisse der Branche gar nicht kennen und nur einzelne Puzzleteil zur Verfügung stellen.

    Y. Körber: Eine der grossen Herausforderungen für junge Proptech Unternehmen ist ja genau diese fragmentierte und nicht integrierte Prozesssicht in derBaubranche. Das macht es für Start – ups schwierig, skalierbare Lösungen zu entwickeln. Sie entwickeln eine Lösung für ein Projekt – und beim nächsten soll alles wieder anders aussehen. Das Wirken von The Branch wird auch in diesem Bereich zu einer Standardisierung führen und es jungen Unternehmen einfacher machen, passende Lösungen zu entwickeln.

    Eine Frage zum Abschluss: Warum sind Sie persönlich im Vorstand?
    St.Zanetti: Ich finde es spannend, in einem pragmatischen Format mit Menschen aus den unterschiedlichsten Unternehmen anhand ganz konkreter Praxisbeispiele Themen voranzutreiben.

    Y. Körber: Mich fasziniert, dass The Branch Innovation gestaltet und allen zugänglich macht. Die Immobilienbranche ist ein wichtiges Standbein der Schweizer Wirtschaft – unser Ansatz dient deshalb nicht nur auf Branchen-, sondern auch auf nationaler Ebene. Dafür engagiere ich mich gern.

    W.S.Seidel: Ich bin im Vorstand, um die konfliktgeladene Situation zwischen den verschiedenen Akteuren in der Baubranche, durch die viel Wertschöpfung verloren geht, langfristig in eine proaktive produktions- und zusammenarbeitsfördernde Kultur weiterzuentwickeln, von der alle profitieren.

    Wolf S. Seidel ist Rechtsanwalt und ein ausgewiesener Experte für Bau-, Planungs-, und Iimmobilienrechtliche Fragestellungen. Die praxisbezogene, rechtliche Gestaltung von integrierten Projektabwicklungsmodellen bildet einen Schwerpunkt seiner aktuellen Studien und Arbeiten. Er engagiert sich in verschiedenen Gremien und Organisationen, die kollaborative und prozessoptimierte Realisierungsformen namentlich fürin derdie Schweizer Bauherren – öffentlich und privat – praktisch verfügbar machen.

    Yvette Körber ist Co-Founderin von mehreren Unternehmen, unter anderem auch von Amberg Loglay AG.. Sie ist seit mehreren Jahren erfolgreich in der Bauindustrie tätig und hilft der Branche zu mehr Effizienz mit einer smarten und digitalen Baulogistik. Sie engagiert sich in “The Branch” bei den Gruppen Design Build sowie Bestellerkompetenz.

    Stefan Zanetti hat mehrere Spin-offs aus der ETH Zürich ausgegründet; zuletzt Allthings Technologies AG, eine Integrations- und Orchestrierungsplattform für die Immobilienwirtschaft, die zahlreiche Systeme nahtlos miteinander verknüpft. Er engagiert sich in verschiedenen Gremien für eine durchlässige und nahtlos vernetzbare Softwarelandschaft in der Immobilienindustrie in der Schweiz und in Europa, und ist zudem regelmässig Dozent an verschiedenen CAS und MAS Ausbildungsgängen.

  • Liestal gestaltet sein Stadtzentrum um

    Liestal gestaltet sein Stadtzentrum um

    Liestal erfindet sich quasi neu und gestaltet sein Stadtzentrum um: Im Zentrum stehen neben Neubauten auch die Aufwertung von Begegnungszonen für die Bevölkerung sowie verbesserte Wegverbindungen. Damit will Liestal nicht nur als Wohn- und Arbeitsort attraktiver werden, sondern sich auch als Wirtschaftsstandort weiterentwickeln.

    Für die Entwicklung der drei Konzepte «Lüdin», Neubau des Gerichtsgebäudes sowie «am Orisbach» spielt der Quartierplan des Letztgenannten eine tragende Rolle und fungiert als Bindeglied. Dazu gehört der Neubau des Postgebäudes, welcher vom Architekturbüro Christ & Gantenbein umgesetzt wird. Gemeinsam mit dem Palazzo, dem Kantonsgericht und dem pavillonartigen ehemaligen Café Post definiert dieser das zukünftige Liestal. Der Neubau wird maximal 25 Meter hoch und reiht sich stimmig in das Stadtbild ein. Eine grosszügige Terrasse gibt den Blick über den geplanten Park bis zur Altstadt frei. Die Obergeschosse sind für Wohnungen und/oder Geschäftsräumlichkeiten reserviert, während zur Terrasse hin öffentliche Nutzungen vorgesehen sind. Der Schalterbetrieb der Post, Geschäfte, Gastronomie und Büros werden im Erdgeschoss eingegliedert. Der Bau des Postgebäudes ermöglicht die Freilegung des Orisbachs und die Gestaltung eines neuen Stadtparks.

    Bis 2025 soll auch das neue Bahnhofsgebäude fertiggestellt und die Inbetriebnahme des Vierspurausbaus der SBB abgeschlossen sein. Der Postneubau und die Erweiterung des Gerichtsgebäudes vervollständigen die Modernisierungen des Bahnhofbereichs. Der Zuschlag für den Anbau an das bestehende Gerichtsgebäude ging an das Churer Architekturbüro ARGE Notaton AG. Die Architekten überzeugten die Jury des Projektwettbewerbs mit einem kleinen Volumen und der Anordnung der Gerichtssäle auf drei Geschossen – inklusive dem Reservegerichtssaal im Sockelgeschoss.

    Die Umgestaltung der Allee zum Stadtpark.

    Der neue Stadtpark – Baustart soll 2025 sein – wird von Fontana Landschaftsarchitektur auf einer Fläche von 7710 Quadratmetern gestaltet und verbindet das Gebiet rund um den Bahnhof mit der Altstadt. Geplant sind Sitzstufen, die direkt ans Wasser des Orisbachs reichen, sowie drei neue Wege, die vom «Stedtli» zum Bahnhof führen. Ein Lift ermöglicht zudem den barrierefreien Zugang zur Allee und in die Altstadt. Die bestehenden Bäume werden entlang der Seestrasse bestmöglich erhalten und mit Neupflanzungen ergänzt. Gemeinsam mit dem Stadtpark entstehen so neue Aufenthalts- und Begegnungsorte.

    Das Lüdin-Areal wird zu einem Vorstadt-Quartier ausgebaut und fungiert als zweites Tor zum Stedtli. Dank des unterirdischen Parkhauses ist das Stedtli vom Lüdin-Areal her via kurzem Fussmarsch erreichbar. Die bisherigen öffentlichen Parkplätze an der Allee werden ins Parkhaus verschoben. Diese Massnahme schafft dem schlankeren und neupositionierten Postgebäude Platz für den Park.

    Die einzelnen Projekte werden sorgfältig aufeinander abgestimmt und sehen auch Verbesserungen bei der Führung des öffentlichen Verkehrs vor. Zudem wird so für eine zeitlich begrenzte und damit weniger belastende Baustelle gesorgt. Für die Umsetzung und Finanzierung der Vorhaben zeichnen die Stadt, die Post Immobilien AG, die Credit Suisse mit Unterstützung in Form von Beiträgen des Bundes und des Agglomerationsprogramms verantwortlich.

    Das Ensemble am Postplatz mit Blick Richtung Stedtli.
    Die öffentliche Stadtterrasse zwischen Bahnhof und Stedtli.
  • Swiss Prime Site setzt auf Life Sciences

    Swiss Prime Site setzt auf Life Sciences

    Swiss Prime Site baut seinen Tech Park auf dem Stücki-Areal in Basel und seinen Cluster für Life Sciences auf dem JED-Areal in Schlieren aus. Die Life Science-Branche investiere überproportional in Forschung und Technologie, schreibt die Zuger Immobilienfirma in einer Mitteilung zu ihrem Capital Markets Day 2022. Zudem habe sich die Life Sciences-Branche als krisenfest erwiesen.

    „Die Nachfrage nach bezugsbereiten Labor- und Forschungsflächen hat uns dazu bewogen, den Stücki Park mittels zwei Bauetappen bedeutend zu erweitern beziehungsweise die Fläche mit vier neuen Gebäuden um 27’000 Quadratmeter auf 60’000 Quadratmeter zu verdoppeln“, wird René Zahnd in der Mitteilung zitiert. „Ein zweites, bereits gefestigtes Cluster für Life Science existiert in Schlieren, nahe der Stadt Zürich“, so der Swiss Prime Site-CEO. Auch auf dem dortigen JED-Areal baut Swiss Prime neue Labor- und Forschungsflächen. „Beide Projekte in Basel und Schlieren sind heute schon beinahe vollvermietet“, erklärt Zahnd.

    Am Capital Markets Day in Basel stellte Swiss Prime Site zudem sein neues Green Finance Framework vor. Es löst den 2020 beschlossenen Vorgänger ab und stützt sich im Unterschied zu diesem auf ein dynamisches Rahmenmodell. Hier werden ökologisch nachhaltige Anleihen mit nachhaltig gelinkten Krediten und anderen Finanzinstrumenten gekoppelt. Auf operativer Ebene plant Swiss Prime Site, bis Ende 2022 rund drei Viertel der Flächen seines Immobilienportfolios nach dem System BREEAM In-Use zertifizieren zu lassen. „Durch die Verknüpfung unserer operativen und finanziellen Prozesse mit der Nachhaltigkeit kommen wir dem Ziel Klimaneutralität 2040 rascher näher“, meint Zahnd.

  • SVSM Award 2022: Projekt sind nominiert

    SVSM Award 2022: Projekt sind nominiert

    Seit 2007 vergibt die Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement SVSM jährlich die SVSM Awards. Dabei handelt es sich um Auszeichnungen für besonders innovative Projekte aus den Bereichen Standortmarketing, Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung. Für die diesjährigen Awards sind 14 Bewerbungen eingegangen – von Gemeinden, Städten und Organisationen vom Bodensee bis ins Oberwallis. Eine Jury hat diese anhand festgelegter Kriterien bewertet und die folgenden sechs Projekte für die Awards 2022 nominiert:

    • City-Event „Big Air Chur“ – eingereicht von der Kontaktstelle Wirtschaft der Stadt Chur

    • Umnutzung der alten Spinnerei in Lichtensteig – eingereicht von der Genossenschaft Stadtufer

    • Projekt „valais4you“ zur Förderung der Zuwanderung von Fachkräften –

    eingereicht vom Regions- und Wirtschaftszentrum Oberwallis

    • Gemeinschaftsprojekt „BIGNIK“ zur Identifikationsstärkung –

    eingereicht von REGIO Appenzell AR-St.Gallen-Bodensee

    • „Werkstadt Zürisee“ zur Entwicklung des Arbeitsplatzgebietes Rütihof –

    eingereicht von der Stadt Wädenswil

    • Lancierung der integrierten Standortförderung für das Zürcher Oberland –

    eingereicht vom Verein Standortförderung Zürioberland

    Mit der Nomination ist den Bewerber*innen aber noch kein Award auf sicher: Ende August haben alle Nominierten die Gelegenheit, ihre Projekte der Jury zu  präsentieren. Die Jury setzt sich zusammen aus den folgenden Fachpersonen: Katharina Hopp, Jury-Präsidentin und Vorstandsmitglied SVSM; Botschafter Dr. Eric Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung SECO; Pascal Jenny, Präsident Arosa Tourismus; Karin Jung, Leiterin Amt für Wirtschaft und Arbeit Kanton St.Gallen; Prof. Dr. Markus Schmidiger, Leiter Kompetenzzentrum Immobilien

    Hochschule Luzern; Sonja Wollkopf-Walt, CEO Greater Zurich Area.

    Die Vergabe der Awards findet am Mittwoch, 2. November 2022, im Rahmen der hybriden Fachtagung „SVSM Dialog Wirtschaftsförderung“ im Kino Capitol in Olten statt. An diesem Anlass wird übrigens auch der oder die Standortmanager/in des Jahres ausgezeichnet.

  • Frauenpower für die Energiewende

    Frauenpower für die Energiewende

    Im Energiesektor ist der Frauenanteil seit jeher gering, in Führungspositionen erst recht. Die Bedingungen sind für Frauen schwieriger als für Männer. Das beginnt schon bei der Ausbildung, denn Frauen trauen sich immer noch zu selten, mathematisch-naturwissenschaftliche oder technische Berufe zu ergreifen. Dabei bringen sie nicht weniger mathematisches oder technisches Verständnis mit, sind aber gleichzeitig stark am Gemeinwohl und an Innovationen interessiert.  

    Klimabewegung in weiblicher Hand 
    Eine gute Nachricht vorweg: Der Frauenanteil im Bereich der erneuerbaren Energien wächst stärker als im konventionellen Energiesektor. Ein möglicher Grund könnte das steigende Bewusstsein für den Klimawandel sein, denn schlussendlich ist weltweit die Klimabewegung weitgehend weiblich. Zudem geben Frauen als Grund für ihre Berufswahl häufig an, mit ihrer Tätigkeit etwas Sinnvolles tun zu wollen. Frauenpower ist also erwünscht: Denn es ist längst erwiesen, dass Unternehmen von einer vielfältigeren Belegschaft und einem gemischten Führungsteam nachhaltig profitieren.

    Doch wie sieht es eigentlich beim Energielösungsunternehmen Helion aus, dass in einer typischerweise Männer dominierten Branche tätig ist. Oder ist dem überhaupt so? Und wo genau sind die Frauen im Unternehmen zu finden? Wir haben nachgefragt: Derzeit machen Frauen nur 12 Prozent der Belegschaft aus und sind vor allem in den Bereichen Marketing, Öffentlichkeitsarbeit und Personalwesen anzutreffen. Aber nicht nur! Weitere Infos auf www.helion.ch News.

  • «Planerische Rahmenbedingungen mit Weitsicht setzen»

    «Planerische Rahmenbedingungen mit Weitsicht setzen»

    Zur Person
    Balz Halter ist Hauptaktionär und Verwaltungsratspräsident der Halter AG. Die Unternehmensgruppe der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft beschäftigt rund 320 Mitarbeitende an den Standorten Schlieren, Bern, Basel, Luzern, Lausanne, Genf und St. Gallen. Der Ingenieur ETH und Jurist ist bekannt für Unternehmergeist und Innovationskraft. So hat sein Unternehmen «The Branch», ein Do-Tank und eine Kollaborationsplattform für eine innovative und integrierte Immobilienwelt, initiiert.

    Herr Halter, Ihr Unternehmen ist seit über 100 Jahren am Markt tätig. Was hat sich seither in der Stadtplanung verändert und was ist gleichgeblieben?
    Unverändert ist sicher immer noch die Anziehungskraft von Wirtschaftsmetropolen wie Zürich. Den Drang in die Stadt gab es schon vor 100 Jahren und er ist heute nicht geringer, wahrscheinlich sogar grösser. Es ist immer noch der gleiche Kampf um günstigen Wohnraum. Das wird ein ewiges Thema in allen Städten bleiben. Anders als damals macht man sich heute kaum Gedanken zu einer übergeordneten Stadtplanung und der Frage, wie sich Stadt über ihre politischen Grenzen hinaus entwickeln soll. Mit Aufkommen des Individualverkehrs und Ausbau der S-Bahnen wurde primär in Infrastrukturen gedacht und geplant. Entstanden ist die konturlose Agglomeration, die weder Dorf noch Stadt ist und ihre Identität sucht. Den Herausforderungen des Wachstums und die damit verbundene Not an zahlbaren Wohnraum begegneten unsere Ahnen vor 100 Jahren mit dem internationalen Städtebauwettbewerb Gross-Zürich, der sich weit über die damaligen Stadtgrenzen Zürichs erstreckte. Es wäre höchste Zeit, wieder einen derartigen Wettbewerb angepasst auf die aktuellen Anforderungen und Herausforderungen zu veranstalten.

    Gibt es hier vielleicht einen Wechsel durch die aufkommende Elektromobilität?
    Wir wissen, dass sich etwas verändern wird, aber wir sehen noch zu wenig klar, was da auf uns zukommt. Wie und wann sich Konzepte des Selbstfahrens, motorisierter Individualverkehr im Sharing-Modell kommen wird, wissen wir noch nicht. Wie dieser im Zusammenspiel mit öffentlichen Verkehrsträgern wie Tram, Bus und Bahn funktionieren oder diese sogar teilweise ersetzen werden, können wir noch nicht abschätzen. Es ist jedenfalls anzunehmen, dass diese Entwicklungen Auswirkungen auf die Stadtplanung haben werden, insbesondere auf den öffentlichen Raum. Möglicherweise werden weniger Parkplätze als Umschlagplätze gefragt sein.

    Im Wandel der Mobilität, von der Pferdekutsche bis zum Automobil und vielleicht sogar bis zur künftigen Drohne als individuelles Verkehrsmittel, muss man wie früher auch schon die Strukturen grosszügig planen, dann kann sich Vieles ergeben. Wir sehen gerade vor der Tür in Schlieren mit der Limmattalbahn oder auch im Glatttal die Wiedergeburt der Strassenbahn. Das ist möglich, wenn öffentliche Räume zur Verfügung stehen. Deshalb wäre es falsch, grundsätzlich von einem Paradigmenwechsel auszugehen.

    Faktor Flugzeug und Flughafen – wie strahlt das auf die Region Zürich und die Immobilienprojekte aus?
    Der Flughafen ist ein Treiber für Arbeitsplätze, Wohlstand und Prosperität. Wir verdanken wohl dem Airport Zürich auch, dass Zürich die Wirtschaftsmetropole in der Schweiz ist. Es war damals ein strategischer Entscheid, den Landesflughafen im Gebiet des damaligen Waffenplatzes Kloten-Bülach anzusiedeln. Davon profitieren wir alle heute in hohem Mass. Wir müssen diesen Vorteil weiter nutzen und dem Flughafen mit seiner Hub-Funktion Sorge tragen, so dass er direkte Verbindungen in alle Welt auch nach Corona bieten wird. Das Reisen wird wieder zunehmen, wenn auch nicht in dem rasanten Tempo, wie wir es zuvor erlebt haben. Der Flughafen Zürich hat eine enorm grosse Bedeutung und ich hoffe, dass das auch so bleibt.

    Braucht es einen Flughafenausbau, und falls ja, wie und wann?
    Im Wettbewerb der Volkswirtschaften ist die Schweiz als Binnenland und Exportnation auf diese Stärke angewiesen. Wir müssen den Flughafen als langfristiges Projekt verstehen, dass sich wandelnden Bedürfnissen anpassen kann und muss. Deshalb müssen wir planerisch und regulatorisch die Basis schaffen, dass ein weiterer Ausbau möglich bleiben wird. Ob das dann wirklich geschieht, steht auf einem anderen Blatt. Das können und müssen wir nicht heute oder morgen entscheiden. Aber die Rahmenbedingungen müssen mit Weitsicht gesetzt werden.

    Im Moment sind Lärm und Nachhaltigkeit sowie fossile Brennstoffe grosse Themen. Dank Fortschritt bei neuen Antriebsmodellen und bei der Energiegewinnung wird es auch in der Flugindustrie zu Veränderungen kommen. Es wird andere Kraftstoffe geben, die nachhaltiger sind. Die Lärmbelastung durch den Luftverkehr wird von Jahr zu Jahr weiter sinken. Auch deshalb können und sollten wir Weichen stellen, um einen Airport-Ausbau zu ermöglichen und Wachstum zuzulassen.

    In der Flughafenregion sind Sie zuhause und haben bereits eine Vielzahl an Projektentwicklungen mit Ihrer AG realisiert. Die jüngste in dieser Reihe ist eine Neuüberbauung in Wetzikon in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof. Was ist hier der aktuelle Stand und was entsteht dort genau?
    Das Zentrum Metropol, so der Name des Projektes, ist in meinen Augen ein wegweisendes Vorhaben, das als Modell für Zentrumsüberbauungen in Subzentren dienen könnte. Aus der Sicht des Stadtentwicklers ist es deshalb spannend, weil wir es mit der Um- und Neunutzung eines Einkaufszentrums zu tun haben. Shoppingcenter kennt man aus den 1960er und 1970er Jahren und mit dem Projekt Metropol erfolgt in Wetzikon eine Neuinterpretation dieses Modells. Geplant ist ein neuartiges Einkaufskonzept, das auch nach aussen strahlt. Wir bauen einen Stadtbaustein, der die verschiedenen öffentlichen Räume vernetzt und das Leben dort unterstützt. Wir interpretieren Stadt quasi neu. Es wird nicht mehr ein in sich geschlossenes System sein, sondern ein offener, zugänglicher und vielfältiger Ort für alle. Die Nutzungen werden gemischt sein: neben Retail- entstehen Dienstleistungsflächen, Wohnungen sowie Angebote für Coworking und neue Formen des Zusammenarbeitens. Wir streben einen guten Mix an, so dass der Ort lebt, nicht nur zu Büro- oder Geschäftszeiten. Wetzikon soll an Attraktivität gewinnen, gegenüber den grossen Zentren Zürich und Winterthur, so dass die Leute in ihrer Stadt bleiben.

    Stichwort «Digitales Planen und Bauen»: Mit Raumgleiter besitzt Halter hier eine wegweisende und innovative Schwestergesellschaft. Was wird heutzutage noch analog gemacht und was bereits alles digital?
    Raumgleiter ist ein Pionier im Bereich Virtualisierung, digitaler Planungs- und Bauprozesse auf der Basis von 3D-Modellen, respektive des digitalen Zwillings eines Gebäudes. An diesen Themen arbeiten wir bei Raumgleiter, aber eigentlich in allen Unternehmen unserer Gruppe. Doch: Immobilien sind und bleiben real. Deshalb ist deren Realisierung und auch vieles im Betrieb analog und wird es auch in Zukunft bleiben. Die Digitalisierung hilft uns jedoch, die heute sehr komplexen, hoch fragmentierten Bau- und Betriebsprozesse neu zu gestalten. Das Ziel muss sein, dass Gebäude effizienter und nachhaltiger erstellt und betrieben werden können, in hoher Qualität und ausgerichtet auf die tatsächlichen Bedürfnisse ihrer Nutzer. Wir stehen noch am Anfang: die Digitalisierung bietet unserer Industrie jedoch ein enormes Potenzial.

    Welche Rolle spielt dabei der von Ihnen mitinitiierte Do-Tank «The Branch»?
    Im Branch kommen viele verschiedene Beteiligte aus der Bau- und Immobilienwirtschaft zusammen: Unternehmer, Dienstleister, Bauherren, Investoren und finanzierende Institute. Wir als Halter-Gruppe sind auf Planer und Unternehmer angewiesen, wenn es um die Entwicklung und Realisierung von Gebäuden geht. Deshalb müssen wir Partner haben, die denken wie wir und die bereit sind, neue Prozesse, Produkte und Tools zu entwickeln und auszuprobieren. Deshalb laden wir Gleichgesinnte aus der Branche ein, auf unserem Weg in die Digitalisierung mitzumachen und durch innovative Konzepte neue Geschäftsmodelle, Berufsbilder und Plattformen zu schaffen und zu gestalten. Wir sind ein Do-Tank. Es geht nicht nur darum nachzudenken, sondern konkret zu handeln. Das können gemeinsame Pilotprojekte sein oder sogar gemeinsame Unternehmungen. Diese Initiative ist auf sehr offene Ohren gestossen. Wir haben enormen Zulauf von Bauunternehmern, Zulieferern, institutionellen und privaten Investoren und Planern. Wir sind auf einem sehr guten Weg, ein neues Verständnis und neue Denkmodelle in unsere Industrie hineinzubringen. Ziel ist es, über die Innovation hinaus unsere Wirkung zu verbessern, insbesondere auch bezüglich Nachhaltigkeitsaspekten und einer zirkulären Wirtschaft.

    Vieles in der Digitalisierung hängt scheinbar von gemeinsamen Standards ab. Sollten diese national oder besser international sein?
    Ich glaube, man überschätzt die Möglichkeiten einer Standardisierung, eines technokratischen Ansatzes in einer Zeit der sich rasch wandelnden technischen Möglichkeiten. Es ist verführerisch zu sagen, wir handeln alle gleich und wir denken alle gleich. Aber die Bauindustrie ist extrem regional und wenn man diese international und global betrachtet, findet man so viele unterschiedliche Kulturen, Usancen, aber auch Normen und Standards. Man kann sehr viel Energien verschwenden, wenn man versucht, den einen gemeinsamen Standard zu bauen. Man muss sich vielmehr an der Denkweise der Softwareindustrie orientieren. Dort ist nicht die Frage, ob alles nach dem gleichen Modell funktioniert, sondern wie kann man das «Handover» zwischen den verschiedenen Lösungen mit den richtigen Programmierschnitt- stellen hinbekommen. Am Ende werden sich aus diesen technischen Innovationen auch gewisse Industriestandards formieren. Diese sind dann nicht kraft Definition entstanden, sondern aus Bewährtem im Arbeitsalltag.

    Wie schaut Raumplanung und Stadtentwicklung in 20, 50 oder gar 100 Jahren dann aus?
    Ich bin kein «Digital Native» und keiner, der sich in den «Metaverses» herumtreibt. Aber auch zukünftige Generationen werden reale Geschöpfe bleiben und in der analogen Welt leben. Daran wird sich nichts ändern. Deshalb lohnt sich ein Blick zurück und zu schauen, wie Städte vor 100 Jahren gebaut wurden. Sie sind damals menschengerecht geplant und realisiert worden. Wir leben noch heute in diesen Städten und schätzen gerade diese bewährten Stadtstrukturen und Quartiere sehr. Natürlich verändern sich Möglichkeiten und Bedürfnisse. Die Grundstrukturen funktionieren aber noch, die wesentlichen Elemente, die Stadt ausmachen, bleiben die gleichen. Das ist vor allem am öffentlichen Raum abzulesen, den man früher mit Grosszügigkeit und Weitsichtigkeit, aber auch zuweilen mit einer gewissen ‘Verengtheit’ geplant hat. Das sind heute spezifische Qualitäten, die wir sehr schätzen.

    Wenn man Bilder vom Zürcher Bellevue vor 100 Jahren anschaut: Das war ein riesiger Platz, wo nicht viel passierte. Irgendwann kam das Tram, die Pferdekutschen verschwanden und dann sind die Autos, Zweiräder und Busse dazugekommen. Das konnte alles aufgenommen werden und funktionierte. Man muss offen sein für künftige neue Bedürfnisse und auch neue technologische Möglichkeiten. Grosszügige öffentliche Räumen schaffen Identität, Flexibilität und die Chance neue Entwicklungen zuzulassen. Das ist eine Qualität, die auch den Menschen gerecht wird und die die Attraktivität der Stadt ausmacht. Wenn wir an den bewährten Grundelementen weiterarbeiten, wird die Stadt in 100 Jahren zwar grösser und vielzähliger, aber nicht deutlich anders ausschauen. Gewisse Flächen und Räume werden anders bespielt werden als heute. Aber die Anziehungskraft von Städten wird bleiben.