Nach einem herausragenden Jahr 2019 sei der Tourismus im vergangenen Jahr hart von der Pandemie getroffen worden, erläutert House of Winterthur in einer Mitteilung zur Generalversammlung am 24. Juni. Auch die Standortförderung hat dies zu spüren bekommen: Ihre Einnahmen aus Citytaxen sowie dem Verkauf von Stadtführern und anderen Dienstleistungen seien im Jahresvergleich um 518’000 Franken geringer ausgefallen, schreibt House of Winterthur. Bei Erträgen von rund 2,9 Millionen Franken und der Auflösung einer Rückstellung in Höhe von 200’000 Franken weist die Standorförderung im Berichtsjahr einen Verlust von 147’000 Franken aus.
Die Arbeit der Standorortförderung sei jedoch durch kantonale Mittel sichergestellt, erläutert House of Winterthur in der Mitteilung weiter. Konkret hat der Kantonsrat beschlossen, der Standortförderung über drei Jahre hinweg insgesamt 840’000 Franken zur Verfügung zu stellen. Die Gelder sollen für die Erholung des Tourismus in der Region Winterthur eingesetzt werden.
„Auch in der Krise hat sich gezeigt: Winterthur steckt voller überraschender Erfolgsgeschichten – dank Kreativität, Anpassungsvermögen und Zuversicht“, wird House of Winterthur-Direktor Samuel Roth in der Mitteilung zitiert. „Eine der Aufgaben von House of Winterthur ist es, diese Geschichten aufzuspüren und weiterzuerzählen.“
Samuel Roth hat am 1. August vergangenen Jahres die Leitung von House of Winterthur nach dem Weggang des Gründungsdirektors Michael Domeisen übernommen. Mit Roger Graber und Catherine Zimpfer zogen 2020 darüber hinaus zwei weitere neue Mitglieder in die Geschäftsleitung von House of Winterthur ein.
Implenia habe den bereits im Frühling fertiggestellten Dialogplatz am 8. Juni feierlich an die Stadt Winterthur übergeben, informiert die Immobiliengesellschaft in einer Mitteilung. Der Name des rund 5800 Quadratmeter grossen Freiraums im Winterthurer Stadtteil Lokstadt geht auf einen 1937 beigelegten Lohnkonflikt bei Sulzer zurück. In Zukunft solle der Dialogplatz für einen zentralen Ort der Begegnung und des Austauschs stehen, schreibt Implenia. „Wir freuen uns sehr darüber, mit dem Dialogplatz den Bewohnern der Lokstadt sowie allen Winterthurern einen tollen Stadtplatz und vielfältig nutzbaren Begegnungsort übergeben zu dürfen“, wird Adrian Wyss, Head Division Real Estate von Implenia, in der Mitteilung zitiert.
Implenia hat den zum insgesamt 21’000 Quadratmeter grossen Freiraum des Stadtteils Lokstadt gehörenden Dialogplatz in Zusammenarbeit mit der Stadt Winterthur entwickelt. Im Zuge der Übernahme wird die Stadt nun schrittweise für den Betrieb und Unterhalt des Platzes zuständig sein. Implenia steuert dabei 6 Millionen Franken für künftige Kosten bei Unterhalt und Erneuerung bei.
Der in einer neuen Fussgängerzone gelegene Platz biete vielfältige Möglichkeiten für Aufenthalt, Begegnung und Spiel an, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Konkret zählt Implenia dort einen Spielplatz, schattenspendende Bäume, eine Anlage für Rollsportgeräte (Pumptrack), einen Trinkbrunnen, Sitzgelegenheiten und einen Gastronomiebereich auf.
Die Immobilienentwicklerin Steiner AG plant den Bau eines neuen Wohnkomplexes in Winterthur, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Er soll auf dem Areal KIM beim Bahnhof Winterthur Neuhegi entstehen. Das sogenannte Haus Weiler soll auf einem Grundstück von 3328 Quadratmetern realisiert werden und 80 Eigentumswohnungen umfassen. Zwölf davon werden als Atelier-Wohnungen im Erdgeschoss mit privaten Gartenterrassen erstellt. Weitere zwölf entstehen als Attika-Wohnungen mit privaten Dachterrassen.
Der Gestaltungsplan für das Areal KIM hat bereits im September 2013 die Rechtskraft erlangt. Das neu entstehende Quartier vereint Wohnen und Arbeiten. Es umfasst Grünflächen, Spielplätze und autofreie Zonen. Lebensmittelgeschäfte, Cafés und Restaurants befinden sich in Gehdistanz. Ausserdem könne der Flughafen Zürich in 25 Minuten mit dem Auto oder mit der Bahn erreicht werden.
Das Baugesuch ist laut Mitteilung am 25. März bei der Stadt Winterthur eingereicht worden. Die Steiner AG rechnet damit, dass die Bauarbeiten im Sommer 2022 starten können. Die Fertigstellung ist für das Frühjahr 2025 geplant.
Implenia nutzt beim Lokstadt-Areal in Winterthur die Vorteile der Virtuellen Realität (VR). Möglich wird dies dank einer Lösung des Zürcher Start-ups Hegias. Bereits zu Anfang konnten Nutzer damit in das virtuelle Gipsmodell des Areals eintauchen und dieses in verschiedenen Perspektiven begehen.
Dank der Lösung konnten auch Bedenken von Denkmalschützern rasch ausgeräumt werden, schreibt Hegias in einer Medienmitteilung. Diese hatten zunächst Vorbehalte bei einem neuen Hotel, welches Schiffscontainer als Zimmer haben soll. Als das Konzept virtuell erlebbar wurde, konnten sie überzeugt werden, dass die „wertvolle Bausubstanz“ erhalten bleibt und die Hallen nicht vollgestopft werden.
Ausserdem sei die VR-Lösung auch bei der Vermarktung der Immobilien nützlich, heisst es in der Mitteilung. Das räumliche Verständnis und das Erleben des Wohnobjekts seien wesentliche Treiber beim Kaufentscheid. Implenia hat bereits eine Lizenz der Hegias-Software gekauft. Nun will sie den Einsatz der Software ausbauen.
„Was bislang für den Durchbruch von VR noch fehlte, war eine benutzerfreundliche Software, die Nutzer ohne Installation und ohne einschlägige Programmierkenntnisse an jedem Ort anwenden“, wird Anita Eckardt, Leiterin der Division Specialties bei Implenia und Mitglied der Geschäftsleitung, in der Mitteilung zitiert. „Das hat das Start-up Hegias mit der intuitiv bedienbaren Lösung für VR-Anwendungen möglich gemacht — ein echter Quantensprung.“
Der Campus Technikumstrasse der ZHAW in Winterthur wird innert 15 Jahren umfassend erneuert werden, erläutert die Baudirektion des Kantons Zürich in einer Mitteilung. In vier Etappen sollen dabei neue Gebäude und ein grösserer Freiraum entstehen. Gleichzeitig wird die Eulach im Bereich des Technikums renaturiert. In einer ersten Phase sollen zwei neue Laborgebäude gebaut und ein öffentlicher Park an der Eulach eingerichtet werden.
Der entsprechende Gestaltungsplan war vom 6. April bis zum 8. Juni 2020 öffentlich aufgelegt worden. Gegen ihn seien 31 Einwendungen, hauptsächlich in Fragen der städtebaulichen Einbindung, des Geltungsbereichs, der Erschliessung und des Naturschutzes, eingegangen, informiert die Baudirektion. Weitere 18 Einwendungen hatten sich auf die Renaturierung der Eulach und die Definition des Gewässerraums bezogen.
Gestaltungsplan und Gewässerraum seien anhand der Einwendungen überarbeitet und nun festgesetzt worden, heisst es in der Mitteilung weiter. Beide Dokumente sowie die Berichte zu den Einwendungen liegen seit dem 26. Februar für 30 Tage öffentlich auf und können im Internet eingesehen werden. Sollten keine Rechtsmittel ergriffen werden, treten sie Ende März dieses Jahres in Kraft. Dann könnte die Stadt Winterthur die Baubewilligung für die erste Etappe erteilen.
Vantage Data Centers ist ein Betreiber von Rechenzentren in mit Sitz in Kalifornien. Das Unternehmen expandiert derzeit in Europa und investiert dafür insgesamt 2 Milliarden Dollar, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Einer seiner europäischen Standorte wird sich in Winterthur befinden. Das Unternehmen hat dort bereits mit dem Bau seines dortigen Campus begonnen.
Der drei Hektar grosse Campus in Winterthur wird insgesamt vier Rechenzentren mit einer Gesamtfläche von 37’000 Quadratmetern beherbergen. Er wird eine Leistung von 40 Megawatt aufweisen. Der Rohbau ist bereits fertiggestellt. Vantage Data Centers setzt bei den Rechenzentren auf eine „hocheffiziente Kühlung mit integrierter freier Kühlung und minimalem Wasserverbrauch“, heisst es. Weiter werden etwa eine Photovoltaik-Fassade und Ladestationen für Stromfahrzeuge installiert.
Vantage Data Centers hat in diesem Jahr mit der Expansion in Europa begonnen. Dafür hat es unter anderem die Unternehmen Etix Everywhere aus Luxemburg und Next Generation Data aus Grossbritannien übernommen. Seinen ersten Campus hat das amerikanische Unternehmen in Offenbach bei Frankfurt gebaut. In Winterthur entsteht nun der zweite europäische Campus.
„Winterthur ist der erste Standort, an dem wir wortwörtlich auf der grünen Wiese gestartet sind“, wird Wolfgang Zepf, Managing Director Vantage Schweiz, in der Mitteilung zitiert. „Wir freuen uns darauf, unsere Kunden im Herbst nächsten Jahres an diesem hochsicheren und mit bester Konnektivität ausgestatteten Standort begrüssen zu dürfen.“
Vor rund zehn Jahren hatte BGP auf dem Fehlmann-Areal in Winterthur sechs pavillonartige Wohnbauten in unterschiedlichen Grössen realisiert. Nun sei die Arealüberbauung mit zwei weiteren Gebäuden abgeschlossen worden, informiert das Zürcher Architekturbüro in einer Mitteilung. Von weitem seien die neuen Gebäude nicht von den alten Überbauungen zu unterscheiden, heisst es dort weiter.
Bei näherer Betrachtung aber werde ein wichtiger Unterschied deutlich, erläutert BGP. Die Fassaden der 2010 errichteten Gebäude waren aus schwarz emaillierten Glaspaneelen gestaltet worden. Bei den neuen Gebäuden wurden stattdessen stromproduzierende Photovoltaik-Module verbaut. Damit könne die Fassade „eine Vielzahl von Aufgaben“ übernehmen, heisst es in der Mitteilung. Konkret werden dort Schutz, Klimaregulierung, Repräsentation und Identifikation genannt.
Vor Realisierung der Überbauung hatte BGP den Strombedarf in den bereits bestehenden Gebäuden gemessen. Er wies laut Mitteilung die für eine Wohnbebauung zu erwartende Verteilung mit Spitzen am Morgen und am Abend auf. Diese Spitzen könnten mit in die Fassade integrierten Modulen besser abgedeckt werden, als mit einer auf dem Dach installierten Anlage, erläutert das Architekturbüro. Zusätzlich wurde aber eine Photovoltaik-Anlage auf den Gebäudedächern installiert. Der Gebäudekomplex ist zudem mit Ladestationen für Elektroautos ausgerüstet.
Ein Projekt, das kaum nachhaltiger sein könnte: Der Anbau der Halle 118 auf dem Lagerplatz in Winterthur ZH wurde um fünf Geschosse aufgestockt. Und zwar wo immer möglich mit wiederverwendbaren Baumaterialien. Ausschlaggebend für das heutige Aussehen war das Vorhandensein solcher Werkstoffe aus Rückbauten in der Region. Ganz fertig ist das Gebäude noch nicht: «Der Bau dürfte Anfang 2021 abgeschlossen sein», sagt Benjamin Poignon, Architekt und Bauingenieur beim «baubüro in situ».
Die Stiftung Abendrot mit Sitz in Basel hat das Areal Lagerplatz im Jahr 2010 der Sulzer Immobilien AG abgekauft. Die Stossrichtung war für die Pensionskasse, die auf Nachhaltigkeit setzt, schnell klar: In Zusammenarbeit mit den Mietern sollte die bereits bestehende gemischte Nutzung weiterentwickelt werden. Für jedes der Obergeschosse sind mehrere neue, bis rund 60 Quadratmeter grosse Ateliers für Start-ups und Kleingewerbler geplant.
Die Gebäude sollten zwar mit ihren Fussabdrücken erhalten bleiben, aber energetisch und den gesetzlichen Normen entsprechend weiterentwickelt werden. Für das Projekt zuständig ist das «baubüro in situ». Die Projektleiter Marc Angst und Pascal Hentschel bringen das Konzept auf den Punkt: «Reparieren, was noch gebraucht werden kann. Entfernen, was stört oder nicht mehr taugt – und ergänzen, was neu benötigt wird.»
Suche nach Baumaterial kostet die Hälfte der Zeit Das tragende Grundgerüst besteht aus einer Occasion-Stahlstruktur. Daran werden vorgefertigte Fassadenelemente aus Holz, die mit einer Strohdämmung gefüllt sind, befestigt. Solche einfachen ökologischen Baustoffe wie Stroh, Aushublehm und Holz fallen in grossen Mengen an und können mit minimalem Einsatz von grauer Energie verarbeitet und eingesetzt werden. Sie sorgen ausserdem für ein angenehmes Raumklima.
Die leicht überhängende Südfassade in leuchtendem Backsteinrot-Orange stammt aus der Blechfassade der ehemaligen Ziegler-Druckerei in Winterthur Grüze. Die Fenster im neuen Recycling-Bau sind uneinheitlich, in ihrer Gesamtheit aber stimmig. Damit die Isolation heutigen Standards entspricht, wurde die Verglasung bei neun Fenstern verdoppelt, die anderen wiesen eine ausreichende Isolierung auf. Die Treppe an der Ostfassade ist über 30 Jahre alt und zierte zuvor die Fassade des Bürogebäudes Orion in Zürich-West. Von diesem im 1989 errichteten Gebäude stammen ausserdem 80 Fenster sowie Fassadenplatten aus Granit, die für die Balkonböden wiederverwertet werden. Die jeweiligen Bauteile werden dabei nicht neu aufbereitet – dies unterscheidet das Projekt vom sogenannten Downcycling, bei dem Bausubstanzen zunächst energieaufwendig umgearbeitet werden.
Die Architekten haben aus diesem einmaligen Pilotprojekt bereits einiges gelernt: «Es ist das erste Mal, dass wir eine Tragestruktur wiederverwendet haben. Wir haben aber auch gemerkt, dass es Bauteile gibt, die günstiger im Neukauf als in der Wiederverwendung sind. Wir haben beispielsweise probiert, Kalk-Sandstein wiederzuverwenden. Doch die Reinigungs- und Aufbereitungsarbeiten waren so hoch, dass wir hier auf einen Neukauf ausgewichen sind», erklärt Architekt Poignon. Das Projekt hat auch einen neuen Job kreiert: Bauteiljäger. Das «baubüro In situ» engagierte hierfür eigens Praktikantinnen, die nach geeigneten Abbruchobjekten und dabei anfallenden wiederverwendbare Materialen Ausschau halten. Aber auch die Architekten sind immer mit offenen Augen unterwegs. Nutzbare Materialen werden vom Architekturbüro mit Wurzeln in Basel selber abgebaut und abgeholt. Die Hälfte der Zeit wenden die Architekten für die Evaluation und Beschaffung möglicher Bauteile auf. Probleme, passendes Material zu finden, hatte « in situ » nicht: Von den ungefähr 7,5 Millionen Tonnen Bauabfall, die in der Schweiz jedes Jahr anfallen, werden nur 0,1 Prozent direkt wiederverwendet, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) eruiert hat. «In situ» geht davon aus, dass sich zehn Mal mehr wiederverwenden liesse.
Buchpublikation geplant Wer sich an dieser Stelle Gedanken über die Kosten macht: 4,8 Millionen Franken wurden für das Projekt bislang budgetiert. Ein erklärtes Ziel war es, so zu bauen, dass es nicht teurer als ein kompletter Neubau kommt. «Direkte Vergleiche zu ziehen, ist aber schwierig», sagt Benjamin Poignon.
Allgemein setzt «in situ» beim Bau immer auf Wiederverwendung von Materialien – wenn auch selten in diesem grossen Rahmen. K118 hat mit seiner Einzigartigkeit aber auf jeden Fall Interessenten auf den Plan gerufen: Ein Forschungs- und Lehrprojekt der Fachhochschule ZHAW in Winterthur und eine Fallstudie der Umweltsystemwissenschaften der ETH Zürich begleiteten die Planung. Unter anderem werden die umweltrelevanten (Abfall, Ressourcen, Lebensdauer etc.) und rechtlichen sowie die den Bauprozess betreffenden Aspekte untersucht. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt ist eine gemeinsame Publikation geplant: Das Buch soll die Wiederverwendung von Bauteilen im Hochbau umfassend beleuchten und die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen öffentlich zugänglich machen. ■
So soll das Gebäude K118 nach Abschluss der Bauarbeiten aussehen.
Intershop erstellt für Stadler Winterthur eine neue Montagehalle. Laut einer Medienmitteilung liegt nun die Baubewilligung vor. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 16 Millionen Franken. Der Baubeginn sei noch für die laufende Woche, die Bauvollendung für Ende 2021 vorgesehen. Wie Stadler nach Abschluss der Vereinbarung mit der Intershop Holding mitgeteilt hatte, wird der Zugbauer das Werk von der Intershop-Tochter SGI City Immobilien AG langfristig anmieten. Der Mietvertrag verfüge über eine Mindestlaufzeit von 15 Jahren, so Intershop.
Mit dem Neubau erweitert Stadler Winterthur sein Kompetenzzentrum für Drehgestelle. Auf rund 13’250 Quadratmetern Landfläche entstehen weitere Lager- und Montageflächen zum Bau von Drehgestellen für Normal- und Breitspurzüge sowie für Strassenbahnen. Die Inbetriebnahme der neuen Halle ist für 2022 geplant. Stadler hatte im Februar die Absicht angekündigt, mit der Erweiterung der Produktionsstätte am Standort Winterthur voraussichtlich bis zu 50 neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Der grosse Einsatz von Hans-Walter Schläpfer insbesondere bei der Strategieentwicklung und bei der Zusammenarbeit des Technoparks Winterthur mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) sei an der Generalversammlung gebührend verdankt worden, informiert Technopark Winterthur in einer Mitteilung. Nach sechs Jahren an der Spitze des Verwaltungsrats übergibt Schläpfer sein Amt an Daniel Anderes. Der 49-jährige gebürtige Winterthurer soll die Winterthurer Start-up-Schmiede als „weitere jüngere Kraft mit zusätzlicher Sicht von aussen“ verstärken.
In derselben Mitteilung werden zudem eine Reihe von Massnahmen des Technoparks Winterthur zur Unterstützung seiner Jungunternehmen während der Coronavirus-Pandemie kommuniziert. In Ergänzung zu den Hilfsmassnahmen der öffentlichen Hand bietet der Technopark hier im Einzelfall finanzielle Erleichterung an. Neuen Mietern wird der Einzug in den Technopark zudem durch einen zweimonatigen Erlass des Mietzinses erleichtert. Auch die Seminar- und Sitzungsräume des Technoparks können derzeit vergünstigt reserviert werden.
Der Technopark Winterthur werde weiterhin vor allem auf die drei Themen intelligente Lösungen im Bereich Energie, Gesundheit und Maschinenbau ausgerichtet, heisst es in der Mitteilung weiter. Hier arbeitet der Technopark mit der Handelskammer und Arbeitgebervereinigung Winterthur (HAW) und der kantonalen Standortförderung (House of Winterthur) zusammen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wird sich der Technopark arbeitsteilig besonders um den Bereich intelligente Energie kümmern.
The Valley bringt mit buntem Mieter-Mix frischen Wind ins historische Maggi-Areal in Kemptthal.
Im 19. Jahrhundert tüftelte Charles Brown erst in der Firma Sulzer an der Verbesserung der Dampfmaschinen und später als Mitbegründer der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) an der Erfindung der Elektrolokomotive. In den Hallen des Sulzer-Areals befand sich das damals wegweisende Zentrum für Lokomotivbau, das für die ganze Welt produzierte und entwickelte. Ende des 20. Jahrhunderts zog sich die Schwerindustrie rasant aus Winterthur zurück. Was blieb war ein riesiges, äus-serst zentral gelegenes Areal. Erst drei Jahrzehnte später erwachte die einst «verbotene Stadt». Das Portier-Häuschen erinnert an die Eingangskontrolle – heute ein hippes Kleinlokal. Die Winterthurer Bevölkerung musste sich erst daran gewöhnen, dass sie in diesem Areal nun willkommen ist: Der Skills Park, das Cameo Kulturkino sowie das Les Wagons beleben heute den Lagerplatz. Auch die zahlreichen Studierenden haben das Areal wieder zum Leben erweckt. Als Bindeglied zwischen Bildung und Wirtschaft fungiert auf dem Areal der Technopark Winterthur, der Startups fördert. Heute ein geglückter Mix.
Lokstadt – die wohl grösste Neugestaltung Gleich angrenzend zum Lagerplatz kam es nach fast dreissig Jahren zum Spatenstich für den neuen Stadtteil Lokstadt. Ein Grossteil des früheren Industrieareals, der nun zukünftig Wohnen, Arbeiten und Freizeit verbinden soll. Rund 120 000 Quadratmeter Land stellen in den nächsten sieben Jahren die wohl grösste Neugestaltung in der Winterthurer Arealentwicklung dar. In Zusammenarbeit mit diversen Stakeholdern wurde ein konsensgerechter Gestaltungsplan erstellt. Die grösste Herausforderung bei solchen Grossprojekten ist, dass diese von der Bevölkerung angenommen und entsprechend genutzt werden. «Dabei spielen eine gute Durchmischung und smarte Mobilitätskonzepte eine grosse Rolle», so Lucius Graf, Leiter Business & Meetings bei House of Winterthur. Die Lokstadt werde grösstenteils verkehrsfrei bleiben – durch Tiefgaragen werde der Verkehr zu den entsprechenden Gebäuden gelenkt. Die maximal 200 Ein- und Ausfahrten pro Stunde könnten daher knapp werden. An Alternativen für Mobilität in der Zukunft wie dem dreirädrigen Bicar tüfteln Entwickler der ZHAW auf dem benachbarten Lagerplatz. Oder in der Velostadt bietet sich der ultraleichte Anhänger Polyroly an.
The Valley – Entwicklungsareal und Forschungszentrum Heute verkehren täglich über 120 000 Personen und 670 Züge zwischen Zürich und Winterthur. Der Bahnhof Kempt- thal liegt dabei an einer der meist befahrenen Zugstrecken. Direkt an diesem Bahnhof liegt das industriehistorische Maggi-Areal. Heute Entwicklungsareal und Forschungszentrum: «The Valley». Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude werden aufwändig saniert und zusätzliche Neubauten realisiert. The Valley umfasst 100 000 Quadratmeter Mietfläche mit einem lebendigen Nutzermix. «Mit über sechzig Mietern ist die Hälfte der Mietfläche besetzt, und es arbeiten aktuell rund 700 Personen hier. Zudem laufen fortwährend Investitionen in Gebäudepark und Infrastruktur: So wird im Frühjahr 2020 die Silobar über den Dächern des Areals eröffnen, die Ansiedlung von Lebensmittelshops ist in Verhandlung und nächsten Sommer wird das eben beschlossene ‹Valley House of Food›, ein Hub für innovative Lebensmittelentwicklung und Produktion, fertiggestellt sein», so Mikula Gehrig, Immobilienentwickler der Mettler2Invest AG. Mit Blick in die Zukunft wird The Valley im Vollausbau viel Leben nach Kemptthal bringen, wobei bereits Mobilitätslösungen angedacht sind wie beispielsweise Züge im Viertelstundentakt. «Ein optimaler Anschluss an das ZVV-Netz ist zentraler Faktor für die erfolgreiche Arealentwicklung», so Bernard Hosang, Gemeindepräsident Lindau.
Zukunftsbrille aufgesetzt – werden Visionen wahr? Seit Dezember 2019 ist die Startup-Szene im «Home of Innovation» in Töss auf dem Rieter Fabrikareal eingezogen. Wo neue Ideen gesponnen werden, liegen zudem zukunftsweisende Erschliessungsprojekte auf dem Tisch: Der geplante Brüttemer Tunnel soll das Nadelöhr im Eisenbahnnetz zwischen Zürich und der Ostschweiz entlasten. In Neuhegi-Grüze, wo ein zweites urbanes Zentrum als bipolare Stadtvision von Winterthur angedacht war, gibt es noch Entwicklungspotenzial, wobei der grösste Park der Stadt, ein neu gebautes Primar-Schulhaus sowie verfügbare Gewerbeflächen, bereits vorhanden sind. Die geplanten Pocket Parks, verschiedene Formen von altersgemischtem Wohnen, und nicht zuletzt die neue Autobahnerschliessung Neu-Hegi sollen hier die künftige Entwicklung unterstützen. Nach dem Rückzug der Schwerindustrie brauchte Winterthur dreissig Jahre, um die ehemaligen Industrieareale mit neuem Leben zu füllen. An vielen Stellen bereits mit grossem Erfolg. An anderen Stellen ergeben sich neue Herausforderungen. Winterthur hat jedoch in den vergangenen zweihundert Jahren schon manche Herausforderung gemeistert und wird auch hier Lösungen finden. Mit Pioniergeist. ■
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