Das Schlieremer Immobilien- und Bauunternehmen Halter realisiert die Umgestaltung des Standorts Clochettes, im Genfer Stadtteil Champel. Im Rahmen des Projekts wurde Halter von Baloise mit der energieeffizienten Sanierung, dem Umbau und der Aufstockung dreier Wohngebäude aus den 1970er-Jahren beauftragt. Laut Mitteilung sollen bis Januar 2029 insgesamt 70 bestehende Wohnungen modernisiert werden und durch den Anbau von zwei weiteren Etagen 15 neue Wohnungen geschaffen werden. Die Arbeiten werden im Mai starten und im bewohnten Zustand erfolgen.
Im Rahmen der Sanierung wird Halter die technischen Anlagen erneuern und die Fassaden überarbeiten. Geplant sind zudem die Wärmerückgewinnung und Installation von Photovoltaikanlagen, heisst es in der Projektbeschreibung. Ziel ist die Erlangung eines Minergie-Renovationslabels.
Der architektonische Entwurf vom Architekturbüro Grenier + Coretra wahrt die Kontinuität mit den bestehenden Gebäuden und harmoniert mit der benachbarten Wohnanlage. Die neuen Wohnungen werden vielfältige Grundrisse und Raumkonzepte bieten, die auf modernes Wohnen zugeschnitten sind.
Im Erdgeschoss der Gebäude entstehen neue Flächen für Bewohnende und quartierbezogene Nutzungen. Die Aussenanlagen werden darüber hinaus mit bewaldeten Flächen aufgewertet, um die Lebensqualität und Artenvielfalt zu fördern.
Das Klybeck-Areal im Dreiländereck von Basel soll ein moderner Stadtteil am Rheinufer werden. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, haben die Planungspartner Kanton Basel-Stadt, Swiss Life und Rhystadt hierzu das Richtprojekt klybeckplus initiiert, welches die Grundlage für die Nutzungsplanung bildet.
Das etwa 30 Hektaren grosse Areal soll ein von Wohnanlagen, Wirtschaftsgebäuden und Parkanlagen durchmischter Stadtteil werden. Dabei soll Wohnraum für 8500 Menschen geschaffen werden. Gemäss der Planung soll ein Drittel der Wohnungen gemeinnützig zur Kostenmiete zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen 7500 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die beiden Eigentümer Swiss Life und Rhystadt werden für die Umbauten 3 Milliarden Franken investieren, heisst es in der Mitteilung.
„Das konkretisierte Richtprojekt, wie es nun vorliegt, bietet eine gute Voraussetzung, um das enorme Potential des Areals zu realisieren und für die Bevölkerung und die ganze Region viel und vor allem langfristigen Mehrwert zu schaffen“, wird Christian Mutschler von Rhystadt in der Mitteilung zitiert. Jürgen Friedrichs von Swiss Life ergänzt: „Das Richtprojekt zeigt, wie die vielfältigen Ziele von Wohn- bis Freiraum vereint werden können und gleichzeitig die bauliche, raumplanerische und ökonomische Machbarkeit gesichert bleibt.“ Regierungspräsident Conradin Cramer zeigt sich überzeugt, mit dem Projekt ein „attraktives neues Stück Stadt zum Wohlergehen der Bevölkerung“ zu schaffen.
Die Cham Swiss Properties plant mit dem Bau des Hochhauses Rocket und den drei Tigerli-Wohngebäuden in der Winterthurer Lokstadt ein städtebauliches Ensemble. Rocket & Tigerli, wie die Immobiliengesellschaft das Bauprojekt nennt, bieten laut einer Mitteilung künftig Platz für 300 Mietwohnungen, davon 30 Prozent im preisgünstigen Segment. Somit prägt das Ensemble mit dem 100-Meter Hochhaus nicht nur die Winterthurer Skyline, sondern lindert auch die städtische Wohnungsknappheit.
Eine Baubewilligung wurde von der Stadt Winterthur bereits im April 2025 erteilt, allerdings mit mehreren Auflagen. So forderte die Stadt den Verzicht auf die geplante Hotelnutzung in der „Rocket“ zugunsten der Errichtung von Mietwohnungen. Infolge der Revision plant die Baugesellschaft nun mit 5000 Quadratmetern Extrawohnraum und widmet das Erdgeschoss, anstelle eines Hotel-Check-Ins, öffentlich zugänglichen Verkaufs- und Gastronomieflächen. Auch das Dachgeschoss wird mit einem Aussichtsraum sowie einer Fläche für Veranstaltungen und Gastronomie umgenutzt.
, ist trotz Herausforderungen bei der Umnutzung zuversichtlich:
„Eine öffentliche Zone in einem Wohngebäude bringt Herausforderungen in Bezug auf Privatsphäre und Sicherheit mit sich. Aber wir sind zuversichtlich, eine gute Lösung umsetzen zu können, sodass die gesamte Bevölkerung die Aussicht aus 100 Metern Höhe geniessen kann“, wird Thomas Aebischer in der Mitteilung zitiert, CEO der Cham Swiss Properties.
Auch das Nachhaltigkeitskonzept des Hochhauses wurde verbessert : anstelle eines Holz-Hybridbaus wird Rocket jetzt mit CO2-äquivalenten Alternativen, die Vorteile in Bezug auf Wirtschaftlichkeit, Planbarkeit und Materialverfügbarkeit bieten, realisiert. Die Zertifizierung nach dem SNBS Gold-Standard bleibt vorgesehen.
Die Rechtskraft der Baubewilligung wird für 2026 erwartet, ab Mitte 2027 soll gebaut werden. Mit der Fertigstellung wird 2030 gerechnet.
Insgesamt liegt ein sinnvolles Entwicklungspotenzial auf 30% der bestehenden Siedlungsgebiete vor, das bei einer Realisierungsquote von 70% Platz für 2 Millionen neue Bewohner sowie 1,1 Millionen Arbeitsplätze bieten könnte.
Die Untersuchung, durchgeführt von Sotomo im Auftrag von Urbanistica, schlägt vor, dass nachhaltige Innenentwicklung nur gelingt, wenn Dichte und Siedlungsqualität verbunden werden. Reine Verdichtung an verkehrs- und infrastrukturstarken Lagen reicht nicht aus. Vielmehr müssen verbesserte Nahversorgung, mehr Grünflächen, geeignete Ruhebereiche und ein differenzierter Nutzungsmix die Lebensqualität und die gesellschaftliche Akzeptanz sichern.
Agglomerationen als Brennpunkte und Chancenräume Obwohl Städte wie Bern oder Zürich pro Fläche das höchste Potenzial aufweisen, liegt das grösste absolute Potenzial in den Agglomerationen. Dort könnten allein durch Innenentwicklung bis zu 870.000 Menschen neuen Wohnraum finden. Gemeinden wie Schwerzenbach, Opfikon und Vernier führen das Ranking hinsichtlich ihrer Entwicklungsmöglichkeiten an.
Herausforderungen bei der Siedlungsqualität Gleichzeitig offenbart die Studie erhebliche Qualitätsdefizite, vor allem in Agglomerationen und Städten. Probleme sind etwa ein unausgewogener Nutzungsmix, Lärm und unzureichende Begrünung in städtischen Gebieten sowie mangelnde Nahversorgung und fehlender Zugang zu Naherholungsräumen in peripheren Zonen. Besonders in monofunktionalen Gewerbegebieten und Teilen der Westschweiz bestehen bauliche und soziale Defizite.
Praktische Anwendung und neue Geschäftsfelde Für Investoren und Planer bietet die Studie eine präzise „Schatzkarte“ zur Identifikation deutlich nutzbarer Grundstücke und Areale bis auf Zonenebene. Dies erleichtert strategische Entscheidungen und minimiert Investitionsrisiken. Zudem unterstützt die Datenlage die Argumentation gegenüber Behörden und Bevölkerung, was den Prozess von Planungs- und Bewilligungsverfahren beschleunigen kann.
Für die Bau- und Immobilienwirtschaft eröffnen sich durch die Aufwertung bestehender Areale grosse Chancen. Die Transformation monofunktionaler Gewerbegebiete zu lebendigen, gemischten Quartieren gilt als Erfolgsmodell und wichtige Antwort auf Wohnungsknappheit und steigende Baukosten.
Innenentwicklung als Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum Die Studie richtet den Fokus darauf, dass Innenentwicklung nicht nur Flächenfrage, sondern vor allem eine Qualitätsfrage ist. Durch die Konzentration auf bereits erschlossene Gebiete können Infrastrukturkosten reduziert und Zersiedelung eingedämmt werden. Die Herausforderung bleibt, gesellschaftliche Akzeptanz für Nachverdichtung zu schaffen und strukturelle Hürden abzubauen. Voraussetzung für eine zukunftsfähige und lebenswerte Siedlungsentwicklung in der Schweiz.
Diese Studie liefert somit ein datenbasiertes, vielversprechendes Fundament für die zukünftige Stadt- und Regionalentwicklung im Einklang mit dem Schweizer Raumplanungsgesetz.
Der Kauf des 25’500 m² grossen ABB-Areals durch die Stadt Zürich für netto 106 Millionen Franken ist mehr als ein Grundstückserwerb. Er ist der strategische Entscheid mit langfristiger Wirkung. Dank des 2021 abgeschlossenen städtebaulichen Vertrags und der 2025 in Kraft gesetzten Sonderbauvorschriften kann Zürich auf einem zentral gelegenen Stück Stadt Zukunft gestalten. Dies mit hoher Dichte, durchmischten Nutzungen und konsequenter Bürgerbeteiligung.
Transformation durch Teilhabe Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die frühzeitige und transparente Einbindung von Anwohner, Verbänden und Quartierorganisationen. Die Bedürfnisse aus dem Quartier flossen direkt in den partizipativen Strategieprozess ein. So wurde aus einem Industrieareal ein urbanes Entwicklungskonzept mit hoher gesellschaftlicher Akzeptanz. Die Stadtplanung gewinnt damit nicht nur Fläche, sondern Vertrauen.
Nutzungsmix als Innovationstreiber Das Nutzungskonzept sieht drei Neubauzonen und drei Bestandsareale vor. Geplant ist ein Mix aus gemeinnützigem Wohnraum, quartiernaher Versorgung, kreativer Gewerbenutzung und öffentlich zugänglichen Freiräumen. Mit dem Haus für Kultur- und Kreislaufwirtschaft entsteht ein Leuchtturmprojekt für innovative urbane Nutzung. Die Verbindung von Kultur, Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Aktivität macht das Areal zu einem Katalysator für neue Wertschöpfungsmodelle im urbanen Raum.
Zwischennutzung als Impuls für Standortqualität Bevor die Bautätigkeit beginnt, werden Hallen und Freiflächen gezielt zwischengenutzt. Eine Strategie, die Leben ins Quartier bringt, soziale Kontakte fördert und bereits vor Baubeginn Identität stiftet. Zwischennutzungen gelten zunehmend als Erfolgsfaktor für Standortattraktivität und Resilienz in Transformationsräumen.
Public-Private-Partnerschaft mit Vorbildfunktion ABB bleibt mit 500 Arbeitsplätzen in Oerlikon verankert und unterstützt die Entwicklung. Das Projekt zeigt, wie eine vorausschauende Stadtentwicklung mit privaten Eigentümern konstruktiv zusammenarbeitet. Ein Modell, das auf andere urbane Konversionsflächen übertragbar ist. Die Kombination aus städtischer Steuerung und unternehmerischer Kooperationsbereitschaft ist richtungsweisend.
MFO-West ist kein Einzelfall, sondern ein beispielhaftes Modell für die urbane Transformation ehemaliger Industrieareale. Wer in solche Entwicklungsräume investiert, kann neue städtische Qualitäten mitgestalten. Von der sozialen Integration über innovative Nutzungskonzepte bis zur nachhaltigen Wertschöpfung. In Zeiten von Wohnraummangel, Klimazielen und neuen Mobilitätsformen sind Areale wie MFO-West der Schlüssel zur Stadt von morgen.
Sie leiten seit über 15 Monaten zusammen mit Markus Müller in Co-Leitung die Standortförderung des Kantons Zürich. Welche Erkenntnisse haben Sie gewonnen? Der Standort Zürich sticht durch seine wirtschaftliche Grösse innerhalb der Schweiz heraus. Dies verlangt auch, dass wir uns nicht nur in kantonalen Themen stark engagieren, sondern auch auf der nationalen und teilweise auch internationalen Bühne bewegen. So machen wir uns für den KI-Standort Schweiz stark oder lassen internationale Partner an unseren Erkenntnissen zu KI-Anwendungen in der Wirtschaft teilhaben.
Zugleich finde ich die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sowie Politik zielführend, wenn es um die Schaffung von nachhaltig attraktiven Rahmenbedingungen geht.
Könnten Sie uns einen kurzen Überblick über die aktuellen Schwerpunkte der Standortförderung im Kanton Zürich geben? Zentrale Schwerpunkte sind:
Wie eben angesprochen, die Entwicklung von attraktiven, langfristigen Standortfaktoren. Durch den engen Dialog mit Wirtschaft und Wissenschaft erkennen wir Trends frühzeitig und setzen gezielt Impulse für die Standortentwicklung.
Die Förderung der Innovation und Stärkung unserer Schlüsselbranchen Finance, ICT, Life Science, Food, Clean- und Hightech.
Die Erhaltung und Stärkung der Vielfalt der Branchenstruktur. In diesem Zusammenhang begleiten wir auch Unternehmen, die sich hier ansiedeln wollen – von der Standortsuche bis zu Bewilligungen.
Auf diesen drei Pfeilern basieren unsere Projekte, Programme oder Initiativen.
Welche langfristigen Visionen verfolgt die kantonale Standortförderung in Bezug auf die Standortentwicklung? Die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts hängt von einer Vielzahl an diversen Standortfaktoren ab. Diese reichen von zielgruppenfreundlichen Regulierungen und digitalen Behördenleistungen über eine starke Innovationskraft bis hin zur zukunftsfähigen Gestaltung der Wirtschaftsflächen.Wir verfolgen das Ziel, ein für Unternehmen und die Bevölkerung attraktiver, führender und zukunftsgerichteter Innovations- und Wirtschaftsstandort mit internationaler Strahlkraft zu sein.
Zürich gehört zu den teuersten Wohnorten weltweit. Die hohen Immobilienpreise und Mieten werden auch für Unternehmen immer mehr zu einer Belastung. Was kann die Standortförderung dagegen tun? Wir setzen uns auf verschiedenen Ebenen nicht nur für die Attraktivität und Prosperität des Wirtschaftsraumes, sondern auch für eine hochwertige und ausgezeichnete Lebensqualität ein. Diesbezüglich spielt die Verfügbarkeit von Wohnraum auch dazu. Eine konkrete Anwendung findet sich so z.B. in unserer Innovation Sandbox für Künstliche Intelligenz. In der aktuellen Phase begleiten wir den Einsatz von KI bei Baugesuchen. Durch die gewonnenen Ergebnisse hoffen wir, Ansätze zur Verringerung des Baustaus und zur Verschlankung der Baubewilligungsprozesse zu finden.
Auf Amtsebene angesiedelt ist zudem die Wohnbauförderung. Sie fördert die Bereitstellung von preisgünstigen Mietwohnungen mit attraktiven Darlehen.
Die Alterung der Bevölkerung beeinflusst die Immobilienbranche und den Arbeitsmarkt. Welchen Stellenwert hat diese Tatsache für den Kanton Zürich und wie können Sie darauf reagieren? Das Thema der demografischen Verschiebungen und der sich öffnenden Arbeitsmarktschere beschäftigt uns schon länger auf verschiedenen Ebenen. In den nächsten Jahren werden viele erfahrene Arbeitskräfte pensioniert – das verstärkt den Wettbewerb um Talente.
Einerseits erarbeiten wir verschiedene Projekte im Bereich der Fachkräftegewinnung und -haltung sowie Arbeitsmarktpartizipation. Zugleich sind wir aktuell daran, neue übergreifende Ansätze zum Thema Demografie zu entwickeln, die längerfristig wirken sollen. Denn eines ist klar, dass die Bewältigung der Herausforderung «Demografie» systemisch gedacht werden muss und somit viele involvierte Parteien und Stakeholder mit an den Tisch gebracht werden müssen.
Wie sehen Sie die Rolle des Kantons im Wirtschaftsraum Greater Zurich Area? Die Greater Zurich Area ist einer der innovativsten Wirtschaftsstandorten Europas – und der Kanton Zürich spielt dabei eine zentrale Rolle. Als führender Innovationsstandort schaffen wir die Rahmenbedingungen, die Unternehmen benötigen, um sich erfolgreich zu entwickeln. So profitieren schlussendlich auch die weiteren Kantone innerhalb des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area von unserer starken Position.
Als Wirtschaftsmotor der Schweiz ist der Kanton Zürich auch der grösste Mittelgeber des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area. Zugleich ist unsere Direktionsvorsteherin, Regierungsrätin Walker Späh, Stiftungsratspräsidentin des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area. Der Kanton Zürich ist zudem mit den beiden Städten Winterthur und Zürich zusätzlich in dem Wirtschaftsraum Greater Zurich Area aktiv vertreten. So können wir unsere Interessen optimal einbringen und die Aktivitäten des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area mit den unsrigen abstimmen.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit anderen Kantonen innerhalb des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area? Welche gemeinsamen Projekte sind aktuell? Die Zusammenarbeit innerhalb der Organisation des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area fokussiert primär auf Fragen der Ansiedlung. In diversen weiteren Konstellationen und Gremien arbeiten wir sehr eng mit anderen Kantonen zusammen. So z.B. im Metropolitanraum Zürich aber auch auf kleinerer räumlicher Ebene wie im Limmattal. Wobei nicht immer alle Kantone auch Mitglieder des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area sind.
Aktuelle Projekte in der Zusammenarbeit sind beispielsweise die 2. Phase der Innovation Sandbox für Künstliche Intelligenz, in der auch das angesprochene Baubewilligungsprojekt untergeordnet ist, oder auch die Neupositionierung der regionalen Standortförderung Limmatstadt, bei der wir über die Kantonsgrenze in funktionalen Räumen denken und Lösungen suchen.
Der Basler Versicherer Baloise hat laut einer Mitteilung der Stadt Dietikon den Studienauftrag zur städtebaulichen Entwicklung des Dreispitz-Areals in Dietikon abgeschlossen. Dort soll das Quartier Westspitz entstehen. Der Gestaltungsplanprozess beginnt ab Sommer 2025 und läuft bis Ende 2027. Die weitere Zeitplanung sieht für 2028/2029 Baubewilligungsverfahren und Projektierung vor. Die Bauphase soll von 2030 bis 2032 andauern, bevor für 2032/2033 Fertigstellung und Bezug anstehen.
Für die Realisierung wurde laut der Mitteilung die ARGE (Arbeitsgemeinschaft) Penzel Valier in Zürich und ROBERTNEUN mit Sitz in Berlin von einer unabhängigen Jury einstimmig als Siegerprojekt zur Weiterbearbeitung empfohlen. Die Jury war von Baloise als Eigentümerin und Baurechtsnehmerin des Areals berufen worden. Das Westspitz Dietikon genannte Projekt entspreche den städtebaulichen Vorgaben der Stadt Dietikon, unterstütze deren Entwicklungsstrategie und setze neue Impulse für ein urbanes, nachhaltiges Quartier, heisst es weiter.
Westspitz Dietikon liegt an der Schnittstelle von Badenerstrasse und Überlandstrasse. In den kommenden Jahren soll Westspitz zu einem lebendigen, durchmischten und gut vernetzten Ort heranwachsen. Das Quartier besteht zu 80 bis 90 Prozent aus Wohnflächen. Geplant sind kompakte Wohneinheiten für kleinere Haushalte und grössere Wohnungen für Familien sowie gemeinschaftlich genutzte Flächen und lärmgeschützte Aussenräume. Die Erdgeschosszonen entlang der Badenerstrasse sollen durch kleinteilige Gewerbeflächen belebt werden, die den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der umliegenden Quartiere entsprechen, heisst es weiter.
Technische und wirtschaftliche Herausforderungen Die Umwandlung von Gewerbebauten in Wohnraum erfordert erhebliche bauliche Anpassungen. Gebäudetiefen, Lichtverhältnisse und Infrastruktur stellen Herausforderungen dar, die hohe Investitionen verlangen. Gleichzeitig kann eine Umnutzung wirtschaftlich attraktiv sein, wenn die Mietpotenziale für Wohnraum über denen von Büroflächen liegen. Kreative Konzepte wie modulare Bauelemente oder alternative Wohnmodelle wie Co-Living können die Umsetzung erleichtern.
Rechtliche Hürden und politische Faktoren Bauvorschriften, Zonenpläne und das NIMBY-Phänomen (Not In My Back Yard) können Projekte verzögern oder verhindern. Ein frühzeitiger Dialog mit Behörden und Anwohnern kann helfen, Widerstände zu minimieren. Zudem zeigt die Politik zunehmend Bereitschaft, regulatorische Rahmenbedingungen anzupassen, um Umnutzungen zu erleichtern.
Innovative Praxisbeispiele Erfolgreiche Projekte wie die Umnutzung der Rennbahnklinik in Muttenz oder das Pilotprojekt auf dem ehemaligen Industrieareal ZWHATT in Regensdorf zeigen, dass durch flexible Konzepte, reduzierte Baukosten und intelligente Raumlösungen nachhaltiger Wohnraum geschaffen werden kann.
Zukunftsperspektiven Umnutzungen bieten grosses Potenzial zur Bewältigung der Wohnraumknappheit und zur ressourcenschonenden Stadtentwicklung. Voraussetzung für den Erfolg sind innovative Planung, politische Unterstützung und ein kooperativer Ansatz zwischen Investoren, Behörden und der Bevölkerung.
Die Eigentümerinnen Ina Invest und Estella Invest sowie die Entwicklerin Implenia entschieden sich für einen digitalen Projektwettbewerb, bei dem statt physischer Modelle ein digitales 3D-Modell eingereicht wurde. Dies erleichterte den Juryprozess erheblich, da verschiedene Ebenen und Elemente flexibel kombiniert und analysiert werden konnten. Der Siegerentwurf der ersten Bauetappe, eine Kombination aus den Vorschlägen von Enzmann Fischer Partner AG und ORT AG, überzeugte durch innovative Grundrisse und eine durchdachte Gestaltung des Freiraums, die das Wohnen und Arbeiten harmonisch miteinander verbindet.
Freiraumgestaltung als Schlüssel zur Attraktivität des Quartiers Das Quartier Unterfeld Süd wird durch grosszügige Freiräume aufgewertet, die sich entlang des Stampfibachs erstrecken. Hier entsteht ein ökologisch wertvoller Grünraum, die vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten bietet. Der zentrale Ankunftsplatz bei der S-Bahn-Station wird durch hohe Bäume und begrünte Inseln zu einem einladenden Ort für Begegnungen und Verweilen.
Hochhaus mit Blick in die Zukunft Das 60 Meter hohe Wohnhochhaus der ersten Etappe besticht nicht nur durch seine Höhe, sondern vor allem durch seine gut durchdachten Grundrisse und flexiblen Raumanordnungen. Die grosszügigen Fenster bieten von jeder Wohnung aus, eine eindrucksvolle Aussicht, während die Erker der Fassade den Bewohnern die Möglichkeit bieten, sowohl den Aussenbereich als auch das Innenleben der eigenen Wohnung zu geniessen.
Gewerbegebäude als Zentrum für dynamische Unternehmen Das angrenzende Gewerbegebäude setzt ebenfalls auf Flexibilität. Zwei verglaste Innenhöfe schaffen Lichtinseln, die als Pausenflächen genutzt werden können. Mit seiner flexiblen Raumstruktur bietet das Gebäude Raum für verschiedenste Nutzungen – von kleinen Büros bis hin zu grösseren Mietflächen für Ankermieter.
Zweite Etappe bringt preisgünstigen Wohnraum und flexible Gewerbeflächen In der zweiten Bauetappe, deren Planungen bereits weit fortgeschritten sind, stehen preisgünstige Mietwohnungen sowie Eigentumswohnungen im Mittelpunkt. Der Innenhof der geplanten Blockrand-Bebauung der zweiten Etappe schafft Rückzugsmöglichkeiten und öffentliche Begegnungsräume gleichermassen. Die Gebäude entlang der Nordstrasse sind bewusst so gestaltet, dass Lärmbelastungen minimiert werden. Über die zweite Etappe findet 2025 ebenfalls eine Urnenabstimmung in Baar statt.
Nachhaltige Architektur und flexible Nutzungskonzepte Die Architektur der Gebäude spiegelt die Vision eines zukunftsorientierten Quartiers wider. Die Kombination aus flexiblem Wohnen, vielseitig nutzbaren Gewerbeflächen und durchdachten Freiräumen sorgt für ein lebendiges und attraktives Stadtbild. Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von Wohnen und Arbeiten, die durch durchdachte Raumkonzepte und attraktive Aussenbereiche unterstützt wird.
Das Projekt «An der Aa» zielt darauf ab, das Areal der ZVB neu zu nutzen und zu verdichten. Zentrale Elemente sind die Erhöhung der Wohn- und Arbeitsflächen, eine moderne Infrastruktur für den öffentlichen Verkehr, den Rettungsdienst sowie die Öffnung des Quartiers für die Bevölkerung. Von den geplanten Wohnungen sollen 40% zu einem erschwinglichen Preis angeboten werden, um den Bedarf an günstigem Wohnraum in Zug zu decken.
Infrastruktur für Mobilität und Rettungswesen Im Zentrum des neuen Quartiers entsteht ein hochmodernes Gebäude, das den Rettungsdienst Zug und die kantonale Verwaltung beherbergen wird. Die Nähe zum neuen Hauptstützpunkt der ZVB ermöglicht Synergien, etwa in der Wartung der Fahrzeuge. Die neue Infrastruktur wird den steigenden Anforderungen im öffentlichen Verkehr und im Rettungsdienst gerecht und trägt zu einer zukunftssicheren Mobilität bei.
Lebensqualität im Fokus Das Gelände wird verdichtet und ökologisch aufgewertet. So wird der Siehbach freigelegt und ein barrierefreier Fussweg integriert. Grünflächen und öffentliche Plätze sollen das Quartier beleben und Raum für Erholung bieten. Der Schleifendamm wird als biodiversitätsreiche Oase für Pflanzen und Tiere gesichert und trägt zur Lebensqualität im Quartier bei.
Legitimation und breite Unterstützung Seit 14 Jahren wird am Projekt «An der Aa» gearbeitet, wobei verschiedene Akteure aus Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit eingebunden waren. Mit der Zustimmung von 81,3% im März 2024 hat die Bevölkerung von Zug ihre Unterstützung für den Bebauungsplan gegeben. Der Bau soll 2025 beginnen und bis 2032 abgeschlossen sein. Dank dieser breiten Abstützung wird das Quartier ein Aushängeschild für die innovative Stadtentwicklung in Zug.
Zukunftsperspektiven Das Projekt wird das Gesicht von Zug verändern und den wachsenden Bedarf an Wohn- und Gewerberaum decken. Die neue Infrastruktur schafft Kapazitäten für ein deutlich höheres Passagieraufkommen im öffentlichen Verkehr und sichert den Betrieb des Rettungsdienstes.
Der kantonale Richtplan regelt die Grundzüge der angestrebten räumlichen Entwicklungen. Dieser hält in Text und Karte fest, wie sich die Kantone und Gemeinden entwickeln sollen.
Das Bedürfnis nach mehr bezahlbaren Wohnraum wird von der Politik und dem Kanton wahrgenommen: In den verschiedenen Arealen entstehen neben «herkömmlichen» Wohnungen auch Wohnungen für Familien, preisgünstige Wohnungen sowie Wohnungen für die ältere Bevölkerungsschicht.
Nahezu auf dem ganzen Perimeter der «Talgemeinden» erstrecken sich verschiedenste Arealentwicklungen. Neben den Arealen wird auch die Verkehrslage weiterentwickelt und an die erhöhte Nutzung angepasst: Beispiele gehen vom Umbau der Bushaltestellen bis zur Umfahrung, um das Stadtzentrum Cham zu entlasten. Dazu zählen auch Car-Sharing Konzepte, wie zum Beispiel auf dem Areal Papieri in Zusammenarbeit mit der AMAG.
Auch im öffentlichen Verkehr tut sich einiges. In Zukunft soll das Papieri Areal in Cham einen Schnellbus über die Schnellstrasse der Umfahrung erhalten und das Areal Unterfeld Süd eine Haltestelle im Quartier.
Insbesondere bei neuen Projekten spielt die Nachhaltigkeit eine entscheidende Rolle. Der Raum Zug nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein. Das Papieri-Areal in Cham wurde mit dem renommierten Watt d’Or des Bundesamts für Energie ausgezeichnet. Dies unterstreicht die Initiative des Areals im Bereich erneuerbarer Energien. Hier wird ein klimaneutraler Stadtteil geschaffen, der vollständig auf erneuerbare Energiequellen setzt und 75% seines Energiebedarfs vor Ort deckt. Zu den innovativen Technologien, die zur hohen Energieautarkie beitragen, zählen Wasserkraftwerke und Photovoltaikanlagen. Geothermie wird für die Wärme- und Kälteversorgung genutzt.
Das Nachhaltigkeitszertifikat, vergeben von der Schweizer Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft der Suurstoffi in Rotkreuz, würdigt die nachhaltige Bauweise und die ganzheitliche Planung des Projekts. Die Auszeichnung belegt, dass hier höchste Standards in Bezug auf Energieeffizienz, Mobilität und Biodiversität eingehalten werden. Die Projekte zeigen, dass Zug nicht nur ökologische Verantwortung übernimmt, sondern auch als Modell für zukunftsweisende Stadtentwicklung in der Schweiz dient. Durch den Einsatz innovativer Konzepte und Technologien positioniert sich der Kanton Zug als Vorreiter in der nachhaltigen Gestaltung urbaner Lebensräume.
Auch die übrigen Areale wissen zu überzeugen. Auf dem Tech-Cluster-Areal ist der Bau eines Hochhauses in Holzbauweise vorgesehen. Das «Leuchtturmprojekt» mit dem Namen «Projekt Pi» sieht die Erstellung eines innovativen Wohnhochhauses vor. Mit einer Höhe von 80 Metern ist der Bau eines der höchsten Holzhochhäuser der Schweiz mit preisgünstigen Wohnungen geplant.
Baar – Unterfeld Süd Im Gebiet Unterfeld Süd ist die Erstellung eines gemischt genutzten Quartiers mit rund 400 Wohneinheiten und zirka 1’000 Arbeitsplätzen vorgesehen. Die Grundstrukturen wurden von Vertreterinnen und Vertretern der Bevölkerung von Baar gemeinsam mit Expertinnen und Experten unter der Führung der Gemeinde festgelegt. Der Baarer Bevölkerung wurde am 22. September 2024 der Bebauungsplan der ersten von drei Bauetappen zur Abstimmung vorgelegt. Mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 74 Prozent wurde der Plan angenommen.
Die Realisierung der ersten Etappe umfasst das Hochhaus bei der Stadtbahnhaltestelle Baar Lindenpark sowie das benachbarte Gewerbegebäude. Diese werden in einen gemeinsamen Bebauungsplan überführt. Der frühestmögliche Baubeginn der ersten Etappe ist für das Jahr 2025 vorgesehen. Die übrigen Baufelder werden parallel dazu entwickelt und in nachfolgenden Bauetappen realisiert. Das Projekt von Implenia wird nach derzeitigem Stand der Planung im Jahr 2029 vollendet sein, sofern die nachfolgenden Pläne von den zuständigen Stellen angenommen werden und der Bau nach Plan verläuft.
Hinterberg Süd (Städtler Allmend) Auf dem Areal Hinterberg Süd im Chamer Arbeitsgebiet Städtler Allmend wird ein neuer, lebendiger und gut erschlossener Arbeits- und Einkaufsort für die Bevölkerung entstehen. Er bietet attraktiven Raum für die Ansiedlung neuer Unternehmen und in den Erdgeschossen Nutzungen fürs Quartier. Die Obergeschosse der Bürobauten bieten flexible und auf die individuellen Bedürfnisse zukünftiger Unternehmungen anpassbare Räume. In den Erdgeschossen sind öffentlich zugängliche Nutzungen wie zum Beispiel ein Restaurant, ein Café oder eine Bäckerei angeordnet. Sie bieten den Arbeitenden, Einkaufenden, Besucherinnen, Besuchern sowie Passantinnen und Passanten diverse Konsummöglichkeiten und tragen zur Belebung des Areals bzw. des gesamten Quartiers bei. Die vier Gebäude umfassen einen öffentlichen Platz – das eigentliche Herzstück des Areals, welcher der Allgemeinheit als Aufenthalts- und Begegnungsort offensteht.
Bösch Hünenberg Um den Anforderungen eines wachsenden Dienstleistungs- und Gewerbegebietes gerecht zu werden, ist eine Anpassung der Infrastruktur notwendig. Das Gebiet Bösch soll für Arbeitskräfte und Unternehmen attraktiver werden und künftig Platz für 6000 Arbeitsplätze bieten. Diese Verdichtung ist im kantonalen Richtplan vorgesehen. Er ist für die Gemeinde Hünenberg behördenverbindlich. Die Vision sieht vor, dass sich das Gebiet Bösch zu einem modernen und urbanen Arbeitsort entwickelt, der für Investorinnen und Investoren attraktiv ist. Dafür soll durch bauliche Verdichtung Raum geschaffen werden, was auch zu einer Erhöhung der Arbeitsplätze führen kann. Eine ganzheitliche Landschaftsgestaltung und eine gut organisierte Mobilität sorgen dafür, dass mehr Lebensqualität im Bösch ermöglicht wird. Neue Freizeit-, Versorgungs- und Gastronomieangebote ergänzen den Arbeitsalltag im Bösch ideal.
Am 9. Dezember 2024 entscheidet die Gemeindeversammlung über den Strassenkredit von 2,9 Millionen Franken für die Finanzierung der 1. Etappe zur Umsetzung des Betriebs- und Gestaltungskonzepts im Bösch.
LG Zug Das LG-Areal hat aufgrund seiner Grösse und prominenten Lage eine zentrale Bedeutung für die städtebauliche Wahrnehmung und den urbanen Charakter von Zug. An der Stelle des ehemaligen Industrieareals soll ein lebendiger Stadtteil mit einer überzeugenden architektonischen Gestaltung entstehen. Mit dem erforderlichen Bebauungsplan stellt das Planungs- und Baugesetz des Kantons Zug eine qualitativ hochwertige Entwicklung und Realisierung sicher.
Papieri Cham Auf dem Papieri-Areal entwickelt die Cham Group ein neues Wohn- und Arbeitsquartier mit industriellem Charme. Direkt an der Lorze werden die prägenden Bestandsbauten der ehemaligen Papierfabrik mit markanten Neubauten ergänzt und nachhaltig realisiert. Hier entsteht ein neuer Begegnungsort mit überregionaler Ausstrahlung, an dem sich Geschichte und Gegenwart die Hand reichen. Auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik entsteht in mehreren Etappen auf elf Hektaren ein neuer Stadtteil mit rund 1’000 Wohnungen und 1’000 Arbeitsplätzen. Er entsteht nicht auf der grünen Wiese, sondern inmitten geschichtsträchtiger Bauten: Mit der Umnutzung prägender Bestandesbauten wird der Bezug zur Vergangenheit gewahrt – die industriellen Wurzeln des Quartiers bleiben spürbar.
Ergänzt werden sie durch markante Neubauten, darunter fünf Hochhäuser mit beeindruckender Fernsicht. Das neue Quartier direkt an der Lorze bietet einen attraktiven Mix aus Gewerbeflächen, Wohnungen, Lofts, Arbeitsplätzen, Ateliers, Freiräumen und publikumsorientierten Nutzungen. Dies alles auf einem nachhaltig und ausgewogen gestalteten Areal, das seine eigene Geschichte pflegt – und weiterschreibt.
Das Papieri-Areal schafft neue Grundlagen für eine energieeffiziente, klimaneutrale und nachhaltige Gesellschaft. Es ist ein schweizweit wegweisendes Projekt.
Spinnerei an der Lorze Einst liefen in der grössten Spinnerei der Schweiz viele Fäden zusammen. Der Bau der Spinnerei an der Lorze prägte zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Entwicklung Baars. Rund um das historische Spinnereigebäude entsteht ein neues, lebendiges Quartier mit Läden, Cafés und anderem lokalem Gewerbe, welches die öffentliche Fussgängerzone prägt. Neben den Familienwohnungen und preisgünstigen Wohnungen entstehen zudem solche für die ältere Bevölkerung. Diese werden mit Gemüsegärten, begrünten Fassaden und schattenspendenden Bäumen ergänzt.
Suurstoffi Das Suurstoffi-Areal wurde von der Schweizerischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (SGNI) als erstes Areal in der Schweiz mit dem DGNB-Zertifikat in Platin für nachhaltige Quartiere in Planung und Realisierung ausgezeichnet. Die DGNB-Zertifizierung bestätigt, dass Zug Estates mit dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz ein Musterbeispiel für nachhaltige Arealentwicklung realisiert hat. Es erfüllt die umfassenden Qualitätsanforderungen des DGNB-Zertifizierungssystems, das Kriterien wie Energieeffizienz, CO2-Emissionen, Ökobilanz, Graue Energie, Nutzungsflexibilität und Rezyklierbarkeit der eingesetzten Materialien umfasst. Das Suurstoffi-Areal ist eines der ersten Leuchtturmprojekte der letzten 10 Jahre. Dazu gehört auch das Gesundheitsbildungszentrum «XUND», für das derzeit eines der letzten Gebäude fertiggestellt wird.
Tech Cluster Mit einer Gesamtleistungsstudie, an der fünf namhafte schweizer und ein österreichisches Team teilgenommen haben, wurde von Juni 2018 bis Mai 2019 ausgelotet, wie preisgünstiges Wohnen in einem Hochhaus mit modernsten Bauverfahren und nachhaltiger Materialisierung ermöglicht werden kann. Parallel dazu wurde ein Studienauftrag für ein städtebauliches Gesamtkonzept zum umliegenden Geviert der Stadt Zug zwischen Baarerstrasse, Göblistrasse, Industriestrasse und Mattenstrasse erarbeitet.
Der Tech Cluster Zug baut auf den Vorinvestitionen von V-Zug und weiterer Firmen der Metall Zug Gruppe auf. Sein Potenzial liegt in den vielfältigen Beziehungen und Synergien zwischen den zukünftigen Nutzern. Diese verwandeln das heutige Werkgelände in einen innovativen und spannenden Teil der Stadt Zug.
Die Abschaffung des Eigenmietwerts, einer europaweit einzigartigen Steuer, droht erneut zu scheitern. Zwar besteht in beiden Räten weitgehende Einigkeit darüber, dass das System reformiert werden muss. Doch die Umsetzung bleibt hoch umstritten. Besonders die Fragen zur Objektsteuer für Zweitwohnungen und zum Schuldzinsenabzug sorgen für Konflikte.
Der Ständerat hielt in seiner dritten Beratung am Donnerstag an der Abschaffung des Eigenmietwerts nur für Erstwohnungen fest. Auch beim Schuldzinsenabzug blieb er bei seiner Position. Zukünftig sollen Abzüge bis zu 70 Prozent der steuerbaren Vermögenserträge erlaubt bleiben. Der Nationalrat hingegen fordert einen vollständigen Systemwechsel und will auch Zweitwohnungen von der Steuer befreien.
Tourismuskantone als Bremser Die mehrheitliche Ablehnung im Ständerat begründet sich vor allem durch die Sorgen der Tourismuskantone. Sie befürchten erhebliche Einnahmeausfälle durch die Abschaffung des Eigenmietwerts bei Zweitwohnungen. Der Vorschlag einer Objektsteuer zur Kompensation stösst dort auf Widerstand. „Es gilt, sich auf die Erstwohnungen zu konzentrieren“, betonte Martin Schmid (FDP/GR). Die Einführung einer Objektsteuer stelle „extrem hohe Hürden“ dar, da sie eine Verfassungsänderung mit doppeltem Mehr erfordert.
Realistischer Absturz der Vorlage Der Absturz der Vorlage scheint zunehmend wahrscheinlich. Selbst bei der Abschaffung des Eigenmietwerts für Erstwohnungen droht Gegenwind. Der Mieterverband kündigte bereits ein Referendum an. Dessen Präsident, Carlo Sommaruga (SP/GE), kritisierte die Vorlage als „Steuergeschenk für reiche Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer“, das die Ungleichheit zwischen Mietern und Eigentümern nicht löse.
Auch innerhalb der bürgerlichen Parteien wächst der Zweifel. Pascal Broulis (FDP/VD) warnte, dass die Vorlage das Steuersystem unnötig verkompliziere. Zunächst muss der Nationalrat erneut über die Vorlage entscheiden, bevor eine mögliche Einigungskonferenz folgen könnte. Doch eine mehrheitsfähige Lösung ist derzeit nicht in Sicht.
Die Metropolitankonferenz Zürich hat im Rahmen ihres Kooperationsprogramms innovative Lösungen für die Herausforderungen von Einfamilienhausquartieren entwickelt. Diese Wohngebiete sind häufig durch Unterbelegung gekennzeichnet, da viele Einfamilienhäuser von ein bis zwei Personen bewohnt werden, obwohl sie für grössere Haushalte konzipiert sind. Angesichts von Wohnraumknappheit und einer alternden Bevölkerung standen die effiziente Raumnutzung und nachhaltige Quartiersentwicklung im Zentrum des Projekts.
Beratung und Unterstützung für Gemeinden und Eigentümer Das Projekt bot Pilotgemeinden Analyse- und Beratungsangebote, die auf grosse Resonanz stiessen. Informations- und Beratungsveranstaltungen gaben Hausbesitzerinnen und Gemeinden konkrete Werkzeuge an die Hand, um Wohnraum effizienter zu nutzen. Diese Ansätze fördern nicht nur die nachhaltige Entwicklung von Quartieren, sondern unterstützen auch Gemeinden bei der Bewältigung demografischer und infrastruktureller Herausforderungen.
Eine Plattform für die Zukunft Um die Ergebnisse des Projekts langfristig zugänglich zu machen, wird eine projekteigene Website entwickelt. Diese Plattform soll interessierten Gemeinden und Eigentümern als Ressource dienen und die Verfügbarkeit der entwickelten Werkzeuge über das Kooperationsprogramm hinaus sicherstellen.
Einladung zur Abschlussveranstaltung Am 15. Januar 2025 lädt die Metropolitankonferenz Zürich zur Abschlussveranstaltung des Projekts in die Räumlichkeiten der KV Business School am Zürcher Hauptbahnhof ein. Die Teilnehmer erwartet ein abwechslungsreiches Programm mit den Projektleiterinnen sowie Partnerorganisationen und -gemeinden, die das Projekt aktiv begleitet haben.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Projekts «Zukunft EFH» leistet die Metropolitankonferenz Zürich einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Raumentwicklung in der Region. Die entwickelten Konzepte und Werkzeuge bieten Gemeinden und Hausbesitzern praxisnahe Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft.
Auch in diesem Jahr hat die EXPO REAL eine Stimmungsabfrage unter ihren Teilnehmern durchgeführt. Von den 516 befragten Ausstellern und Besuchern halten 91 Prozent die Digitalisierung für ein sehr wichtiges oder wichtiges Thema, gefolgt von der Zinspolitik und energiewirtschaftlichen Lösungen für Quartiere. Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München, betont: «Die EXPO REAL 2024 widmet sich nicht nur im Konferenzprogramm, sondern auch im neuen Ausstellungsbereich ‚Transform & Beyond‘ den wichtigen Themen der Zukunft.»
Veränderte Nutzungsarten und Investoreninteressen Die Umfrage zeigt auch, dass neue Nutzungsarten an Bedeutung gewinnen. An erster Stelle steht für 70 Prozent der Befragten der Wohnbereich, gefolgt von Pflegeimmobilien und Datenzentren, die stark an Relevanz zugenommen haben. Auch das Interesse an zukunftsrelevanten Investoren wie Pensionsfonds und Family Offices bleibt hoch.
Bezahlbarer Wohnraum im Fokus Ein weiteres zentrales Thema ist die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. 95 Prozent der Befragten sehen das Bauen im Bestand als entscheidenden Faktor, dicht gefolgt von den Kosten für Grund und Boden sowie dem seriellen Bauen. Diese Themen stehen auch auf der diesjährigen EXPO REAL im Mittelpunkt, mit einer speziellen Sonderschau und Praxisbeispielen.
Europa bleibt attraktiv Global gesehen bleibt Europa mit 81 Prozent der Stimmen ein zentraler Markt für Immobilieninvestitionen. Westeuropa und die D-A-CH-Region gelten als besonders wichtige Zukunftsmärkte. Auch die USA und der Asien-Pazifik-Raum bieten weiterhin Potenzial.
Die Umfrage zur EXPO REAL 2024 verdeutlicht, dass die Transformation des Immobilienbestands und die Digitalisierung wesentliche Faktoren für die Zukunft der Branche sind. Mit vielfältigen Diskussionen und neuen Ausstellungsformaten stellt sich die EXPO REAL vom 7.-9. Oktober den drängenden Herausforderungen und bietet Raum für Austausch und Lösungsansätze.
Die Wohnungsnot in der Stadt Zürich ist alarmierend. Mit einer Leerstandsquote von nur 0,06% besteht ein massiver Bedarf an neuem Wohnraum. Eine überparteiliche Initiative setzt genau hier an und fordert die Anpassung der Bauvorschriften, um bestehende Gebäude flächendeckend aufstocken zu können. Diese Massnahme könnte dazu beitragen, schnell zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und dem enormen Druck auf dem Zürcher Wohnungsmarkt entgegenzuwirken.
Holzbau als ideale Lösung für Aufstockungen Der Holzbau bietet sich aufgrund seines geringen Eigengewichts besonders für Aufstockungen an. Im Vergleich zu massiven Baumaterialien ermöglicht Holz den Ausbau von Bestandsgebäuden, ohne die darunterliegenden Strukturen erheblich zu belasten. So lassen sich sogar mehrgeschossige Aufstockungen realisieren, ohne dass umfangreiche statische Verstärkungen notwendig sind. Zudem punktet Holz durch seine hervorragenden energetischen Eigenschaften, was zu signifikanten Einsparungen bei den Heizkosten führt.
Synergie von Raumgewinn und Energieeffizienz Aufstockungen bieten nicht nur zusätzlichen Wohnraum, sondern auch die Möglichkeit, die gesamte Gebäudehülle zu erneuern und energetisch zu optimieren. Dies verbessert die Energieeffizienz des gesamten Gebäudes, was langfristig zu geringeren Betriebskosten führt. Der neu geschaffene Raum, der in der Regel hochwertig und daher gut vermietbar ist, trägt dazu bei, die Investitionen in die Aufstockung und energetische Sanierung zu amortisieren.
Initiative stösst auf breite Unterstützung Die Initiative «Mehr Wohnraum durch Aufstockung – quartierverträglich und nachhaltig» hat bereits breite Unterstützung gefunden. Bereits vor Ablauf der Sammelfrist wurden über 4000 Unterschriften eingereicht, was das grosse Interesse der Bevölkerung an dieser Lösung unterstreicht. Die Umsetzung dieser Initiative könnte ein wichtiger Schritt sein, um dem Wohnungsmangel in Zürich effektiv entgegenzuwirken und gleichzeitig nachhaltige Baupraktiken zu fördern.
Derzeit leben rund 56 % der Weltbevölkerung in Städten, eine Zahl, die bis 2050 auf 70 % ansteigen wird. Diese Urbanisierung bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich, darunter steigende Ansprüche an Raum und Flächennutzung sowie Zielkonflikte zwischen verschiedenen Sektoren. Eine vorausschauende Planung ist unerlässlich, um Städte, ländliche Räume und die Gebiete dazwischen zukunftsfähig zu gestalten. Die BAU 2025 zeigt, welche Antworten es bereits gibt und wo neue Wege entwickelt werden müssen.
Verschwimmende Grenzen zwischen Stadt und Land Traditionell waren Stadt und Land durch klare geographische und funktionale Grenzen definiert: Städte als Bevölkerungs-, Industrie- und Dienstleistungszentren und das Land als landwirtschaftlich geprägter Raum. Diese Grenzen verschwimmen jedoch zunehmend, und die Herausforderungen für Stadt, Land und den Raum dazwischen werden immer ähnlicher. Themen wie demografischer Wandel, notwendige Infrastruktur, Mobilität sowie nachhaltige Raumplanung und Siedlungsentwicklung betreffen alle Regionen gleichermassen.
Raumordnung und Raumentwicklung Zentral für die nachhaltige Gestaltung unserer Lebensräume sind die Aufgaben der Raumordnung und Raumentwicklung. Diese reichen von der nachhaltigen Flächennutzung und Vermeidung von Flächenversiegelung bis hin zur Förderung sozialer Integration und Lebensqualität. Die «Neue Leipzig Charta» dient als Grundsatzdokument der Nationalen Stadtentwicklungspolitik und bietet einen Leitfaden für innovative und nachhaltige Lösungen in der Stadtplanung und Quartiersentwicklung. Die digitale Transformation und veränderte Ansprüche an Konsum und Mobilität erfordern eine neue Mischung aus Produktion, Arbeit und Wohnen zugunsten lebendiger Quartiere.
Transformation des Bestands Die Anpassung und Aufwertung bestehender Bausubstanz ist eine zentrale Zukunftsaufgabe der Bauwirtschaft. Intelligente Konzepte für die flexible Um- und Weiternutzung bestehender Gebäude helfen, die kulturelle Identität zu bewahren und Emissionen zu minimieren. Beispiele dafür sind die Umnutzung ehemaliger Industrieareale zu lebendigen Stadtquartieren sowie die Innenentwicklung im ländlichen Raum, die vorhandene Bausubstanz revitalisiert und nutzt. Innovative Projekte verknüpfen öffentliche Infrastruktur und soziale Dienstleistungen, fördern nachhaltige Ressourcennutzung und beleben Ortskerne.
Ökologische Transformation als Zukunftsinvestition Die ökologische Transformation unserer Städte und ländlichen Räume ist eine echte Zukunftsinvestition. Sie führt zu klimagerechten Lebensverhältnissen und bietet wirtschaftlichen Mehrwert für alle Beteiligten. Architekten, Innen- und Landschaftsarchitekten sowie Stadtplaner verbinden ökologische, soziale, ökonomische, funktionale und gestalterische Aspekte und unterstützen die Harmonisierung von Einzelinteressen mit dem Gemeinwohl. Prof. Lydia Haack, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, betont die Bedeutung der «KlimaKulturKompetenz» und die Verantwortung der Mitglieder, die ökologische Transformation im Planen und Bauen voranzutreiben.
Bezahlbarer Wohnraum Bezahlbarer Wohnraum ist entscheidend für die Stabilisierung lokaler Gemeinschaften und der Wirtschaft. Die Schaffung von 400.000 Wohnungen pro Jahr, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, steht im Gegensatz zum Rückgang der Wohnungsbaugenehmigungen. Neue Strategien zur Umnutzung von Bestandsgebäuden, wie Bürogebäuden oder Krankenhäusern, sowie innovative Wohnformen, die auf Gemeinschaft und Offenheit setzen, sind Ansätze zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums und zur Förderung der sozialen Interaktion.
Neue Formate und Prozesse Nachhaltige Entwicklung in der Stadt-, Raum- und Regionalplanung erfordert neue Prozesse, Methoden und Instrumente, um schnell auf aktuelle Herausforderungen reagieren zu können. Die rasante Digitalisierung und der technologische Fortschritt der letzten 20 Jahre erfordern dynamische Prozesse, die kontinuierlich angepasst werden müssen. Szenarienentwicklung und innovative Beteiligungsformate fördern neue Wege der Mitgestaltung und Akzeptanz. Best Practices und skalierbare Impulse werden auf der BAU 2025 ebenso präsentiert wie die dafür notwendigen Produkt- und Systeminnovationen.
Die durchschnittliche Mietbelastung aller Haushalte in der Schweiz liegt je nach Definition des Verhältnisansatzes zwischen 17% und 27,8%. Die Analyse zeigt, dass die Bewertungen zur Unerschwinglichkeit von Wohnraum je nach gewähltem Messansatz erheblich variieren: Der Anteil der Haushalte, für die Wohnraum nicht erschwinglich ist, reicht von 6,7% bis 26%. Diese Unterschiede verdeutlichen die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung der Wohnkostenbelastung.
Einfluss der Einkommensklasse und Haushaltstypen Die Differenzierung der Haushalte nach Einkommensklasse und Haushaltstyp beeinflusst die Mietbelastung erheblich. Haushalte im untersten Einkommensquintil wenden bis zu 51% ihres verfügbaren Einkommens für die Bruttomiete auf, während Haushalte im obersten Quintil maximal 17,2% zahlen. Besonders stark betroffen sind Single-Haushalte über 65 im untersten Einkommensquintil mit einer Mietbelastung von bis zu 64%.
Verhältnisansatz als bevorzugte Methode Der Verhältnisansatz, der die Wohnkostenbelastung als Anteil des Einkommens misst, gilt als praktikabler als der theoretisch optimale Residualeinkommensansatz. Der differenzierte Verhältnisansatz, der nach Einkommensklasse und Haushaltstyp variiert, ermöglicht eine genauere Beurteilung der Wohnraumerschwinglichkeit und ist besser anwendbar als reine Mietkostenbenchmarks. Granulare Daten zu Bevölkerung, Einkommen und Wohnungen unterstützen diese differenzierte Analyse.
Notwendigkeit einer klaren Definition und weiterer Forschung Für die Planung von erschwinglichem Wohnraum müssen Konzept und Ziele klar definiert sein. Eigentümer und Entwickler können nur dann zielgerichtete Angebote schaffen, wenn präzise Schwellenwerte für verschiedene Haushaltstypen und Einkommensklassen vorliegen. Zukünftige Forschung sollte sich auf die Bestimmung geeigneter Schwellenwerte konzentrieren und klären, welche spezifischen Komponenten der Wohnkosten und des Einkommens in der Erschwinglichkeitsanalyse berücksichtigt werden sollten.
Optimierung der Preisgestaltung zur Förderung von Investitionen Eine differenzierte Preisgestaltung, die sich an den faktischen Einkommen orientiert, kann Leerstands- und Vermietungsrisiken mindern und Investitionen in neue Wohnungen fördern. Die Anwendung eines differenzierten Verhältnisansatzes bietet eine solide Grundlage zur Beurteilung der Wohnraumerschwinglichkeit in der Schweiz und trägt zur Schaffung von nachhaltigem und bezahlbarem Wohnraum bei.
Die Studie Wohnraumnutzung aus individueller Sicht der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat ergeben, dass 70 Prozent der Befragten nicht bereit sind, ihren Wohnraum zu verkleinern. Unter den Personen, die in sogenannten Empty Nests leben, also mit leerstehenden Räumen flügge gewordener Kinder, empfinden nur 26 Prozent ihr Zuhause als zu gross. Ein Zimmerüberschuss von zwei Zimmern, also zwei Zimmern mehr als Personen im Haushalt leben, wird von den befragten Personen als ideal angegeben, so die ZHAW in einer Mitteilung. Von den umzugsbereiten Befragten zeigen sich laut Studie lediglich 42 Prozent bereit, ihre Zimmerzahl zu verkleinern. 32 Prozent wollen nicht von ihren Vorstellungen bezüglich Wohnkosten abweichen.
«Es zeigt sich, dass die Kombination von Umzug und Verkleinerung – also zwei einschneidenden Veränderungen gleichzeitig – besonders herausfordernd ist», wird Selina Lehner, Co-Leiterin der Studie, zitiert. «Wenn zudem wichtige Anreize fehlen, wird diese Entscheidung häufig aufgeschoben.» Nur jede dritte befragte Person ist der Meinung, dass ältere Paare oder Alleinstehende in zu grossen Wohnungen ihren Wohnraum für jüngere Familien freigeben sollten. Dabei spielt laut ZHAW eine Rolle, dass die Neumiete für kleinere Wohnungen häufig teurer ist als die Bestandsmiete in der grösseren Wohnung.
An Wichtigkeit gewinnt das häusliche Büro. 61 Prozent der Befragten geben an, künftig zuhause ein Arbeitszimmer einrichten zu wollen. Denn «ein externes Büro ist beispielsweise nicht gleich attraktiv wie ein Büro in den eigenen vier Wänden», so Studien-Co-Leiter Holger Hohgardt.
Inmitten der dynamischen Entwicklung des Zürcher Nordens entsteht ein Vorzeigeprojekt, das den Ansprüchen einer wachsenden Stadt gerecht wird. Die bestehende Wohnsiedlung Luchswiese, charakterisiert durch ihre grüne Gartenstadtatmosphäre und drei viergeschossige Wohnblöcke, wird durch vielfältigen Wohnraum und Bildungseinrichtungen ersetzt. Das Siegerprojekt «Pergola» von Blättler Heinzer Architektur und KOLLEKTIV NORDOST Landschaftsarchitekten zeichnet sich durch eine behutsame Verdichtung aus, die den Gartenstadtcharakter wahrt und gleichzeitig modernen Wohn- und Lernraum schafft.
Durch den Einsatz vorfabrizierter Holzbausysteme entstehen 76 Wohnungen, die durch ihre Diversität insbesondere Familien ansprechen. Die Integration von vier Kindergärten mit Betreuungsinfrastruktur sowie ein Mehrzwecksaal für die Tagesschule im direkt ans Schulareal angrenzenden westlichen Gebäuderiegel unterstreicht das innovative Konzept der Siedlung. Diese organische Verbindung von Wohnen und Bildung schafft ein harmonisches Ensemble, das durch durchfliessende Grünräume und begrünte Dachterrassen ergänzt wird.
Das Siegerprojekt «LYNX» von Parameter Architekten und Rosenmayr Landschaftsarchitektur für die angrenzendeSchulanlage Luchswiesen sieht sich mit einem wachsenden Schulraumbedarf konfrontiert. Hier plant die Stadt bis 2028 eine signifikante Erweiterung, die neuen Raum für 750 Kinder bietet. Inspiriert von der ursprünglichen Architektur Max Kollbrunners, verbindet der Erweiterungsbau alte und neue Elemente und integriert eine Dreifachsporthalle sowie moderne Unterrichts- und Betreuungsräume. Die ressourcenschonende Bauweise, inklusive der Nutzung von Photovoltaikelementen und Holz in Skelettbauweise, unterstreicht das Engagement der Stadt für nachhaltige Entwicklung.
Dieses Projekt illustriert eindrucksvoll, wie durch kreative Stadtplanung und die enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure Lösungen für die Herausforderungen der Urbanisierung gefunden werden können. Mit der Wohnsiedlung Luchswiese und der Schulanlage Luchswiesen entsteht ein zukunftsweisendes Modell für das Zusammenleben und Lernen in Zürich.
Das Projekt «ALTO», initiiert vom Immobilienunternehmen HIAG, fügt sich nahtlos in die städtebauliche Transformation Zürichs Altstetten ein, einem Stadtteil, der sich von einem industriellen zu einem lebendigen Wohn- und Arbeitsgebiet wandelt. Geplant ist ein 80 Meter hohes Wohnhaus, das sich durch seine Integration in bestehende Strukturen und seine nachhaltige Bauweise auszeichnet.
Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes ist eine öffentlich zugängliche Gewerbenutzung geplant, während das erste Obergeschoss mit Gemeinschaftsräumen, einem Dachgarten und Ateliers als soziales Zentrum für die Bewohnerinnen und Bewohner dient. Darüber hinaus werden in den 25 Stockwerken darüber moderne Wohnungen realisiert, die den neuen urbanen Lebensstil in Altstetten widerspiegeln.
Neben der wohnlichen Nutzung wird das Quartier durch das Projekt weiter aufgewertet. Die Shedhalle, ehemals Teil der Fiat-Garage, wird zu einem Lebensmittelmarkt mit einem attraktiven Frischesortiment umgestaltet und wird die Funktion als Nahversorger übernehmen. Des Weiteren ist die Errichtung einer Stadtloggia geplant, die als öffentlicher Treffpunkt dient , der den Community-Gedanken aufnimmt, und die urbane Qualität des Areals betont.
Nachhaltigkeit spielt bei der Entwicklung des Bauprojekts «ALTO» eine zentrale Rolle. Die Verwendung von ressourcenschonenden Materialien und die Gestaltung durchlässiger Freiflächen unterstreichen das Engagement für eine umweltfreundliche Stadtentwicklung. Als erstes Wohnhochhaus im Kanton Zürich, wird die Fassade durchgängig mit Photovoltaikpanels ausgestattet, womit die Mieter vom eigens produzierten Strom profitieren können. Ein innovatives Mobilitätskonzept, das eine deutliche Reduktion der Parkplätze vorsieht, rundet das zukunftsorientierte Gesamtkonzept ab.
Mit der geplanten Fertigstellung im Frühjahr 2026 wird das Bauprojekt «ALTO» nicht nur neuen Wohnraum in Zürich Altstetten bieten, sondern auch als Vorzeigeprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung und soziales Zusammenleben dienen.
Die Stadt Winterthur geht eines der vier Einzelprojekte bei der Entwicklung des Areals Obertor an. Die vormals von der Stadtpolizei genutzten Gebäude am Obertor 11, 13 und 17 sollen umfassend saniert und neuen Nutzungen als Büroraum, Gewerbefläche und Wohnraum zugeführt werden. Dabei verbleiben die Liegenschaften in städtischem Eigentum und werden der Kostenmiete unterliegen, informiert die Stadtverwaltung in einer Mitteilung. Die Kosten für die bauliche Umgestaltung werden dort auf insgesamt 16,2 Millionen Franken beziffert.
Die beiden vor 1850 gebauten vierstöckigen Gebäude am Obertor 11 und 13 werden ihrer ursprünglichen Nutzung zugeführt. Im Erdgeschoss werden dafür Gewerbeflächen eingerichtet und in den Obergeschossen insgesamt sieben Wohnungen realisiert. Neben einer energetischen Sanierung und der Erneuerung aller haustechnischer Installationen ist ein neuer Treppen- und Liftkern in den Gebäuden geplant. Zudem werden «die Fassaden wo notwendig an die neue Nutzung angepasst», schreibt die Stadtverwaltung.
Bei der Liegenschaft am Obertor 17 handelt es sich um eine Rokokovilla aus dem Jahre 1764. Das Haus zum Adler diente seit einer Renovierung 1947 als Polizeiamtsgebäude. Nun soll die ursprüngliche Raumaufteilung wiederhergestellt und die Gebäudehülle instand gesetzt werden. Im Inneren entstehen «neue Büroflächen, welche die historischen Innenräume wieder zur Geltung kommen lassen». Auch beim Haus zum Adler sind eine energetische Sanierung und die Erneuerung der haustechnischen Installationen geplant. Zudem sollen Brandschutz und Erdbebensicherheit verbessert werden.
Die Immobilienbranche steht vor der Herausforderung, ihren CO2-Fussabdruck zu reduzieren. Während institutionelle Anleger bereits Fortschritte gemacht haben, zeigt Fredy Hasenmaile auf, dass der nächste Schritt die Berücksichtigung der grauen Energie – die Energie, die für den Bau von Immobilien und deren Materialien aufgewendet wird – ist. Die bisherigen Bemühungen konzentrierten sich vor allem auf die Betriebsphase von Immobilien, doch der Einbezug der grauen Energie in die Berechnungen könnte das Verständnis von Nachhaltigkeit im Bauwesen revolutionieren.
Hasenmaile weist in seiner Analyse auch auf eine problematische Fehlallokation von Wohnraum in der Schweiz hin, verursacht durch das aktuelle Mietrecht, das zu einer starken Diskrepanz zwischen Angebots- und Bestandsmieten führt. Besonders ältere Haushalte verbleiben in zu grossen Wohnungen, da ein Umzug in kleinere Einheiten finanziell unattraktiv ist. Dies führt zu einer ineffizienten Nutzung des Wohnraums und einer zunehmenden Wohnungsknappheit.
Die Studie von Raiffeisen Schweiz identifiziert ein enormes Potenzial zur Verbesserung der Wohnraumallokation: Würden die Wohnungen so verteilt, dass jeder Haushalt nur ein Zimmer mehr hätte als Personen, könnten 170’000 Wohnungen eingespart werden. Dies würde nicht nur das Problem der Wohnraumknappheit lindern, sondern auch erhebliche Mengen an grauer Energie einsparen.
Angesichts des erwarteten Anstiegs der Neumieten und der daraus resultierenden Vergrösserung der Fehlanreize, die auch zu Leerkündigungen und geringer Mietermobilität führen, appelliert Hasenmaile an die Notwendigkeit, die mietrechtlichen Ursachen dieser Fehlallokation zu adressieren und innovative Lösungen für einen effektiveren Wohnraumtransfer zu finden.
Die Schweiz erlebt eine bemerkenswerte Dynamik in ihrem Wohnungsmarkt. Laut einer umfassenden Analyse von Dani Steffen und seinem Team an der Hochschule Luzern weisen spezifische Regionen wie Zürich, Genf und zentrale Tourismusgebiete eine auffallende Wohnungsnot auf. Dies steht im Kontrast zu eher entspannten Märkten wie dem Jura oder Tessin, wo ein Überangebot an Mietwohnungen herrscht. Diese regionalen Disparitäten werden durch eine landesweite Leerwohnungsziffer von 1.15 Prozent veranschaulicht, die einen besorgniserregenden Rückgang seit 2020 zeigt.
Steffen betont, dass der Mangel an Wohnraum nicht nur ein lokales, sondern ein schweizweites Phänomen ist, trotz regionaler Unterschiede. Mit der stetig wachsenden Bevölkerung und dem Trend zu Einzelhaushalten bleibt die Nachfrage nach Wohnraum konstant hoch, während die Wohnungsbauaktivitäten stagnieren. Diese Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage wird durch eine Kombination aus regulatorischen Hürden, geografischen Beschränkungen und konjunkturellen Faktoren wie Inflation und Zinssteigerungen verstärkt.
Die Studie hebt auch die Mietbelastung hervor, die durchschnittlich etwa 20 Prozent des Haushaltsbudgets ausmacht, wobei niedrigere Einkommensgruppen deutlich stärker belastet sind. Steffen weist darauf hin, dass trotz hoher Mieten in Städten wie Zürich oder Genf die Mietkosten im Verhältnis zu den Einkommen relativ stabil bleiben. Dies deutet auf eine gewisse regionale Ausgewogenheit hin, obwohl die Zugänglichkeit für niedrigere Einkommensgruppen weiterhin eine Herausforderung darstellt.
Zukünftig wird der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum zunehmen, um der alternden Bevölkerung gerecht zu werden. Steffen betont die Notwendigkeit, ältere Menschen zu motivieren, ihren Wohnraum zu verkleinern, um mehr Platz für Familien zu schaffen und den Wohnungsmarkt zu entlasten. Dieser Prozess erfordert jedoch sensible Ansätze, da Wohnen ein sehr emotionales Thema ist.
Insgesamt zeigt die Studie, dass die Schweiz vor bedeutenden Herausforderungen im Bereich des Wohnungsbaus steht, welche eine sorgfältige Berücksichtigung sowohl der regionalen Besonderheiten als auch der unterschiedlichen Bedürfnisse der Bevölkerungsgruppen erfordert.
Nach der Stilllegung des Rigips-Areals in Heimberg öffnet sich eine seltene Gelegenheit zur Neugestaltung. Das Projekt «Louelipark» nimmt diese Chance wahr und zielt auf ein ausgewogenes Quartier, das Wohn-, Gewerbe- und Freiräume intelligent kombiniert, wodurch Heimberg an Attraktivität und Mehrwert gewinnt.
Hinter dem ambitionierten Vorhaben stehen die Berner Pensionskasse und die Frutiger AG. Ihre Vision? Die Transformation des ehemaligen Industrieareals in bis zu 300 Wohneinheiten, ergänzt durch Gewerbeflächen, die insgesamt ca. 4.000 Quadratmeter umfassen und Platz für etwa 100 Arbeitsstellen bieten. Obwohl der Schwerpunkt nicht auf Handelsbetrieben liegt, werden Handwerksunternehmen, Büros und produzierende Gewerbebetriebe in den Räumlichkeiten eine neue Heimat finden.
Die strategische Lage des Areals, nur einen Steinwurf vom Heimberger Bahnhof entfernt und direkt an der Stockhornstrasse gelegen, stellt sowohl für Anwohner als auch für Geschäftstreibende eine unschlagbare Lage dar. Dank seinen grosszügigen Aussenräumen und den unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten weist das Quartier Zentrumsqualität auf und stellt damit einen Mehrwert für die Nachbarschaft und die ganze Gemeinde dar. Das Herzstück bildet der grosse Quartierpark, der zwischen dem Gewerbebau und den Wohnbauten liegt. Entlang des Loueligrabens bietet er Erholungsraum, Spielflächen und Plätze zum Verweilen. Das durchlässige und grüne Quartier bietet seinen Bewohnenden höchste Lebensqualität und ein naturnaher Lebensraum für Tiere. Im Betrieb nutzt der Louelipark erneuerbare Ressourcen, Photovoltaikanlagen produzieren vor Ort Strom und die Wärme wird aus dem Grundwasser gewonnen.
Weiter hervorzuheben ist der partizipative Ansatz: In der Phase der öffentlichen Mitwirkung konnten diverse Stakeholder ihre Meinungen und Anregungen in den Planungsprozess miteinbringen.
Die kantonale Vorpüfung ist der kommende Planungsschritt. Voraussichtlich im Sommer 2024 wird das Projekt öffentlich aufgelegt. Die anschliessende Abstimmung über die Überbauungsordnung ist ca. im Frühjahr 2025 vorgesehen. Der «Louelipark» markiert einen Meilenstein in Heimbergs Entwicklung, wobei eine hohe Lebensqualität und nachhaltige Werte im Mittelpunkt stehen.
Insgesamt verdeutlicht das Projekt einen fortschrittlichen Ansatz in der Gemeindeentwicklung von Heimberg, indem es Wohn-, Gewerbe- und Freiflächen ideal miteinander verknüpft und so zur Steigerung der allgemeinen Lebensqualität beiträgt.
Das STEK 2035 zeigt die Kernthemen der Stadtentwicklung auf und gliedert sie in fünf strategische Bereiche: Wohnen, Arbeiten, Mischgebiete und Zentren, Landschaft und Freiräume sowie Stadtraum und Mobilität. Für die Umsetzung dieser Strategien werden konkrete Massnahmen und Handlungsfelder aufgezeigt.
Die Strategie ist als Steuerungsinstrument für die Stadtentwicklung konzipiert. Sie dient als Grundlage für zukünftige Quartiers-, Gebiets- und Landschaftsentwicklungen, für die Koordination von Siedlung und Verkehr sowie für sorgfältige und attraktive Gestaltung öffentlicher Räume und Freiräume. Sie bildet auch die Grundlage für die Revision der bau- und planungsrechtlichen Grundordnung (Revision des Baureglements und der Zonenpan).
Mit der Strategie «Wohnen» zeigt Thun einen klaren Weg auf, wie das künftige Wohnangebot attraktiv, vielfältig und zeitgemäss gestaltet und Quartiere belebt werden können damit eine gute soziale Durchmischung gefördert werden kann. Dabei werden Gebiete identifiziert, welche über ein besonders grosses Entwicklungspotential verfügen und andere, bei denen das Bewahren historischer und besonders wertvoller Qualitäten im Vordergrund steht.
Als elfgrösste Stadt der Schweiz mit ca. 45.000 Einwohnern erfreut sich Thun wachsender Beliebtheit. Das liegt nicht zuletzt an den vielen Grünflächen und dem besonderen Charakter der Stadt. Die unterschiedlichen Atmosphären der Quartiere schaffen ein einzigartiges Stadtbild, das urbane, suburbane und ländliche Elemente harmonisch miteinander verbindet.
Mit der Strategie «Arbeiten» werden die Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung von Gewerbe, Industrie und Arbeit geschaffen. Im Hinblick auf die stärkere Entwicklung im Dienstleistungssektor legt die Stadt besonderen Wert auf gemischte Gebiete, die sowohl Platz für Wohnraum als auch für Arbeitsplätze bieten. Gewisse Gebiete sind explizit für arbeitsintensive Nutzungen oder auch das Militär vorgesehen. Die Stadt Thun spielt dabei als regional bedeutender Arbeitsstandort sowohl für die umliegenden Gemeinden als auch für das gesamte Oberland eine wichtige Rolle.
Ein weiterer Baustein der Thuner Stadtentwicklung ist die Strategie «Mischgebiete und Zentren». Im Zentrum steht dabei die Attraktivierung der Innenstadt. Mischgebiete, die Wohnen, Arbeiten und Freizeit miteinander verbinden, sind von zentraler Bedeutung. Die Innenstadt von Thun mit ihrer guten Erreichbarkeit und der Konzentration von Dienstleistungen bildet das Herz der Stadt und ist Vorbild für weitere vielfältige und lebendige Mischgebiete. Als Ergänzung zur Innenstadt werden attraktive Nebenzentren gefördert und damit bestehende Versorgungsstandorte gezielt weiterentwickelt. Gleichzeitig legt Thun Wert auf die Stärkung der Quartierzentren, die für die Grundversorgung der Bevölkerung unverzichtbar sind.
Die Strategie «Landschaft und Freiräume» unterstreicht das Bestreben, ein Gleichgewicht zwischen der Siedlungsentwicklung und dem Schutz ökologisch wertvoller Gebieten zu finden. Der Erhalt von Kulturland, der Schutz von Lebensräumen und der Zugang zu Grünflächen stehen dabei im Vordergrund. Besonderes Augenmerk wird auf die Vernetzung der Grünflächen gelegt, um die Natur zu erhalten und besondere Landschaften wie den Strättlighügel oder das Haslimoos zu schützen.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Bedeutung von öffentlichen Grün- und Freiräumen inmitten der qualitätsvollen Innenentwicklung stetig zunimmt. Das STEK 2035 unterstreicht dies und erachtet Freiräume als unverzichtbar für eine qualitätsvolle Stadtentwicklung. Dies unterstützt den Anspruch Thuns eine nachhaltige und lebenswerte Stadt mit umfassenden Lebensqualitäten zu sein.
Kantonale Entwicklungsschwerpunkte (ESP) Mit dem «ESP Thun Nord» und dem «ESP Thun Bahnhof» verfügt die Stadt Thun über zwei Hotspots aus dem «Programm der wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkte des Kantons Bern». Der Kanton Bern setzt sich mit dieser Initiative zum Ziel, an ausgewählten Standorten gute Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung zu schaffen. Durch die Koordination der raumwirksamen Interessen werden neue Arbeitsplätze mit regionaler beziehungsweise überregionaler Ausstrahlung an attraktiven Standorten ermöglicht. In der Stadt Thun kommt dem «ESP Thun Nord» die grösste Bedeutung zu, da es sich bei diesem rund 62 Hektar grossen Areal in etwa zur Hälfte um Konversionsflächen handelt. Das Ziel ist es, diese mittel- bis langfristig von der armeenahen und militärischen Nutzung nach der Privatnutzung zu überführen. Im kurzfristigen Fokus stehen dabei das Baufeld B5, auf welchem der neue Forschungsstandort der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) zu stehen kommt, sowie die neue Bahnhaltestelle «Thun Nord», welche in der Endausprägung die Funktion einer lokalen Mobilitätsdrehscheibe haben soll. Mit diesem Vorhaben entsteht im Norden von Thun ein neuer Stadtteil.
Attraktive Arealentwicklungen für Industrie und Gewerbe Das Areal «Raum 5» in Steffisburg ist das zweite grosse Gebiet im Wirtschaftsraum Thun, welches als Arbeitszone entwickelt werden soll. Das Projekt soll mit einem innovativen Konzept hohe Ansprüche seitens Investoren und Nutzern erfüllen. An einer sehr gut erschlossenen Lage, direkt beim BLS-Bahnhof und in nächster Distanz zum Autobahnzubringer A6, soll eine verdichtete Gewerbeüberbauung mit optimaler Umgebungsgestaltung und ästhetischer Formgebung entstehen. Das Vorhaben ist ein ganzheitlich gedachtes Immobilienprojekt, das auf einem klaren Nachhaltigkeitskonzept basiert. Auch in Spiez entsteht ein Gewerbepark. Neben dem künftigen Depot für die Postautos Berner Oberland sollen auf dem Angolder-Areal dereinst verschiedene Gewerbebetriebe einziehen. An sehr guter Lage nahe der Autobahn A8 entsteht eine optimal in die Umgebung integrierte Gewerbeüberbauung, die vorerst zwei Gebäude umfasst. Die Planung des Vorhabens wurde so ausgelegt, dass die Überbauung später erweitert werden kann und so für weitere Unternehmungen Ansiedlungsmöglichkeiten entstehen.
Wohnraum von stadt- bis naturnah Der grösste Teil der nachfolgend beschriebenen Bauprojekte beinhaltet Wohnraum. Nahezu auf den ganzen Perimeter des Wirtschaftsraums Thun erstrecken sich Arealentwicklungen in unterschiedlicher Grösse. Im städtischen Umfeld entstehen an der Bernstrasse in Thun attraktive Wohnungen in unmittelbarer Nähe zur Thuner Innenstadt. Dazu kommen mit den Projekten Bostudenzelg, Freistatt und Siegenthalergut verschiedene grössere Wohnüberbauungen in den Thuner Aussenquartieren. In weiteren wunderschönen Wohngemeinden des Wirtschaftsraumes Thun wie beispielsweise Thierachern, Uetendorf, Heimberg, Steffisburg oder Spiez entstehen in den nächsten Jahren Überbauungen in der Dimension ab zirka 30 Wohneinheiten. Die grossen Vorzüge der Region Thun haben diese Projekte alle gemeinsam. Nebst der hervorragenden Verkehrsanbindung kommen Einwohnerinnen und Einwohner in den Genuss einer wunderschönen Umgebung, vielfältigen Naherholungsgebieten sowie Thunersee und Berge in unmittelbarer Nähe.
Die Sorge um bezahlbaren Wohnraum ist spätestens mit Corona von den Ballungszentren in die Berggebiete geschwappt: die ungebrochene Nachfrage nach Zweitwohnungen, die vom Raumplanungsgesetz gewollte Verknappung von Bauland und die durch das Zweitwohnungsgesetz angefeuerte Preisspirale im altrechtlichen Bestand tragen dazu bei, dass bezahlbare Wohnungen für Fachkräfte und Familien knapper werden und die Wohnmobilität abnimmt.
Vor dem Hintergrund steigender Bau- und Finanzierungskosten stellt sich die Frage, ob die Bereitstellung bezahlbarer (Miet-) Wohnungen im alpinen Raum mit kooperativen Planungsprozessen ermutigt werden kann. Dazu müssen Dialogverfahren, die sich im Unterland in Grossprojekten mit professionellen Entwicklern und institutionellen Investoren bewährt haben, auf kleinere Projekte von Privateigentümern ausgerichtet werden.
Die erste Voraussetzung für einen erfolgreichen Eigentümerdialog ist, dass Gemeindevorstände klären, wo sie stehen, und was sie wollen: Es braucht einen möglichst breiten politischen Konsens darüber, was die Gemeinde als Wohnstandort auszeichnet, welche Zielgruppen sie ansprechen will, was die Gemeinde diesen Zielgruppen bieten kann und wie das Wohnungsangebot ergänzt werden soll.
Die zweite Voraussetzung ist, dass Gemeindevorstände Grundeigentümern vermitteln, welche planrechtlichen Weichenstellungen kurz-, mittel- und langfristige anstehen, und wie sich Handlungsmöglichkeiten verändern. Ziel ist nicht, bauwilligen Grundeigentümern eine Richtung vorzuschreiben, sondern mit möglichst vielen Eigentümern abzuklären, wer unter welchen Bedingungen bereit wäre, Bauland- und Planungsreserven zu aktivieren oder in den Wohnungsbau zu investieren.
Eine grosse Herausforderung ist dabei die Vermittlung der komplexen und für Laien kaum nachvollziehbaren planerischen und planrechtlichen Auflagen und Prozesse, und die emotional an-spruchsvolle und ordnungspolitisch kontroverse Debatte um Auszonungen und Markteingriffe.
Eine weitere Herausforderung ist die soziale Kleinräumigkeit in vielen Berggemeinden: Vorstände und Eigentümer kennen sich, es gibt Vorgeschichten. Gerade in kleineren Gemeinden können schriftliche Befragungen oder gemeinsame Informations- und Diskussionsveranstaltungen mit Nachbargemeinden Missverständnisse und Misstrauen etwas entschärfen.
Schliesslich müssen Gemeinden Wege finden, Zweitwohnungsbesitzer besser zu verstehen und einzubinden. Obwohl die Beziehungen vielerorts vorbelastet sind, zeigen Befragungen und Fo-kusgruppen, dass rund ein Drittel der Zweitwohnungsbesitzer aus dem In- und Ausland bereit wären, einen Beitrag an die Wohnraumversorgung für Einheimische und Fachkräfte zu leisten.
Bedingung ist, dass Gemeinden Zweitwohnungsbesitzer auf Augenhöhe einbinden, investitionsreife Projekte vor-bereiten und mit ins Risiko gehen. Informationsanlässe zur Gemeindeentwicklung und ein regelmässiger Austausch mit interessierten (auch nicht-organisierten) Zweitwohnungsbesitzern helfen, Beziehungen aufzubauen und Vertrauen zu schaffen.
Die dritte Voraussetzung für einen erfolgreichen Eigentümerdialog ist, dass alle beteiligten Akteure bereit sind, Kompromisse einzugehen, um bezahlbaren und bedürfnisgerechten Wohnraum für Einheimische und Zuzüger zu schaffen. Das zeigt sich beispielhaft an der Umnutzung von Bestandsbauten in geschützten Ortsbildern, bei der es Goodwill und Pragmatismus braucht, um Zielkonflikte zu entschärfen und tragbare Lösungen zu finden.
Kooperative Planungsprozesse verlaufen selten geräuschlos: sie erfordern eine gute Vorbereitung, politisches Kapital und Dialogbereitschaft. Sie schaffen keine Planungssicherheit. Ein klarer Fokus und ein starkes Bekenntnis zur gemeinsamen Lösungsfindung erhöhen aber die Chancen, dass private Eigentümer einen Beitrag an die Bereitstellung von bezahlbaren Wohnungen in Berggebieten leisten können.
Die Kernfrage des urbanen Wandels ist oft, wie ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Umwelt gefunden werden kann. In diesem Sinne ist Chur West ein Labor für neue Ansätze im Stadtmanagement. Mit dem Projekt sollen nicht nur die Verkehrsnetze ausgebaut und optimiert, sondern auch Raum für Kreativität, kulturelle Veranstaltungen und nachhaltiges Wohnen geschaffen werden. Die Nähe zu wichtigen Verkehrsknotenpunkten wie dem Bahnhof macht den Stadtteil besonders für Pendler attraktiv und fördert so auch die lokale Wirtschaft.
«ViLICHT» ist ein mehrdimensionales Mobilitätskonzept. Neben dem Ausbau des ÖPNV werden auch nachhaltige Mobilitätskonzepte wie Radwege und Elektrotankstellen in die Planungen einbezogen. Davon profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch die Lebensqualität durch weniger Lärm und Luftverschmutzung.
Aber auch der soziale Aspekt spielt bei der Entwicklung von Chur West eine wichtige Rolle. Neue Wohnkonzepte, die sowohl bezahlbaren Wohnraum als auch hochwertige Architektur bieten, sind Teil des Konzepts. Hinzu kommen Bildungseinrichtungen und soziale Dienstleistungen, die eine lebendige und vielfältige Gemeinschaft fördern. Veranstaltungsorte, Parks und Freizeitangebote sollen Chur West zu einem Ort machen, an dem man nicht nur wohnt, sondern lebt.
Das Projekt ist somit mehr als ein Stadtentwicklungsplan. Es ist ein ganzheitliches Konzept, das Stadtentwicklung als interdisziplinäre Herausforderung begreift und ihr mit kreativen, nachhaltigen Lösungen zu begegnen versucht. Die Partnerschaft zwischen der Stadt Chur und der RhB unterstreicht dabei die Bedeutung einer durchdachten, kooperativen Planung. Durch diese Zusammenarbeit können Synergien geschaffen werden, die sich sowohl auf den Verkehrsbereich als auch auf die gesamte Stadtentwicklung positiv auswirken.
Der Aufstieg von Chur West zu einem zweiten urbanen Zentrum ist also kein Zufall, sondern das Ergebnis sorgfältiger Planung und innovativer Ansätze. In einer Zeit, in der Städte weltweit vor grossen Herausforderungen stehen, kann Chur West als Modell für eine nachhaltige und lebenswerte Stadtentwicklung dienen.
Die neu gegründete IG Zentrum Hardbrücke (IGZH) setzt sich leidenschaftlich für ein vielfältiges, urbanes und ökologisches Zürich-West ein. Die IGZH sieht die Notwendigkeit, das Quartier mit mehr Leben zu erfüllen, insbesondere durch die Steigerung des derzeit niedrigen Wohnanteils von nur 12 Prozent. Aus diesem Grund hat die IG Zentrum Hardbrücke eine Untersuchung in Auftrag gegeben, um herauszufinden, ob und wie auf dem Josef-Areal, das im Besitz der Stadt Zürich ist, Wohnungen realisiert werden können.
Dringender Bedarf an Wohnraum in Zürich-West Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass, abhängig von der Ausnutzung des Areals, bis zu 500 gemeinnützige Wohnungen auf dem Josef-Areal gebaut werden könnten. Die Förderung von gemeinnützigem Wohnraum soll dazu beitragen, die Vielfalt im Quartier zu erhöhen. Angesichts des Scheiterns der Pläne für Wohnungen auf dem benachbarten Neugass-Areal und der Ankündigung der SBB, vorerst keine Wohnungen an der Neugasse zu bauen, ist dieser zusätzliche Wohnraum umso dringlicher.
Wohnungen sind nun wichtiger denn je Die IG Zentrum Hardbrücke ist sich bewusst, dass die Stadt bereits weit fortgeschrittene Pläne für die Entwicklung des Josef-Areals hat, die jedoch keine Wohnungen vorsehen. Die IGZH ist jedoch der Ansicht, dass sich die Situation nach dem Scheitern des Neugass-Projekts grundlegend geändert hat und dass das Quartier dringend Wohnraum benötigt. Die IGZH sieht die Gelegenheit auf dem Josef-Areal als eine Chance, die nicht vertan werden sollte.
Wohnungen als sinnvolle Ergänzung Eine Arbeitsgruppe der IG Zentrum Hardbrücke hat verschiedene Szenarien für Wohnungen auf dem Josef-Areal erarbeitet, die im Hochparterre-Sonderheft „Josef will wohnen“ veröffentlicht wurden. Es wird deutlich, dass die Idee, Wohnungen auf dem Josef-Areal zu errichten, nicht im Widerspruch zu den Plänen der Stadt steht. Das Konzept der Arbeitsgruppe ermöglicht auch die Umsetzung des Hallenbads für Schulkinder, der Alterswohnungen, der Quartierräume und der Grünflächen. Lediglich der Werkhof für das Tiefbauamt könnte am Stadtrand besser untergebracht werden als in zentraler Lage mitten im Quartier.
Die politische Entscheidung ist gefragt Um Wohnungen auf dem Josef-Areal überhaupt in Betracht zu ziehen, ist ein aktives politisches Handeln erforderlich. Das Josef-Areal ist derzeit als Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (ZöBA) ausgewiesen, in der Wohnungen nicht erlaubt sind. Eine Umnutzung ist jedoch möglich und hängt von politischem Willen ab. Die IG Zentrum Hardbrücke hofft, dass die Veröffentlichung von „Josef will wohnen“ die notwendigen Diskussionen in Gang setzt.
Die Liegenschaften des Kantons Basel-Stadt am Hirtenweg 16 bis 28 in Riehen haben den diesjährigen internationalen Preis für nachhaltige Architektur gewonnen, informiert das kantonale Finanzdepartement in einer Mitteilung. Mit dem Preis zeichnen die Fakultät für Architektur der Universität Ferrara und das Baustoffunternehmen Fassa Bortolo jedes Jahr Projekte aus, „die sich auf die Bedürfnisse der Menschen ausrichten und eine Vorbildfunktion im schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen einnehmen“, heisst es dort weiter. Die kantonalen Liegenschaften haben sich im diesjährigen Wettbewerb gegen zahlreiche weitere Projekte aus aller Welt durchgesetzt.
Die international zusammengesetzte Jury wurde dabei vor allem durch zwei Aspekte der Liegenschaften in Riehen überzeugt. Dies war zum einen die sozialverträgliche Verdichtung von Wohnraum. Von den fünf bereits auf der Parzelle befindlichen Gebäuden hat der Kanton drei saniert. Die übrigen beiden wurden abgerissen und durch drei Neubauten ersetzt. Dadurch konnte die Anzahl der Wohnungen von 32 auf 63 fast verdoppelt werden.
Zum anderen gab die ressourcenschonende Massivholzbauweise im von Projektteam Harry Gugger Studio AG, Erne AG Holzbau und Fontana Landschaftsarchitektur realisierten Projekt den Ausschlag. Dabei wurden die Holzmodule in einer Produktionshalle vorgefertigt und dann innerhalb kürzester Zeit vor Ort montiert. Während der gesamten Bauarbeiten konnten die Bewohnenden der Liegenschaften zudem vor Ort bleiben. Bewohnende der rückgebauten Gebäude zogen vor dem Abriss ihres alten Hauses in einen bereits fertiggestellten Neubau um.
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