Autor: immovestuser

  • Ausbau des Recyclings von Baumaterialien in Europa

    Ausbau des Recyclings von Baumaterialien in Europa

    Die Holcim AG mit Sitz in Zug will ihr Portfolio im Bereich des Rezyklierens von Baumaterialien in Europa deutlich ausweiten. Wie es in einer Mitteilungheisst, akquirierte das international agierende Baustoffunternehmen dazu zwei Abbruchunternehmen in England und Deutschland und bereitet die Übernahme eines dritten in Nordwestfrankreich vor. Diese drei Unternehmen rezyklieren bislang jährlich 1,3 Millionen Tonnen Bauschutt.

    Zu den Neuerwerbungen zählen Thames Materials aus Westlondon sowie die A&S Recycling GmbH aus Hannover. Das in Nordwestfrankreich tätige Unternehmen wurde von Holcim bislang nicht näher benannt. Mit Thames Materials agiert Holcim nun im Grossraum London. Hier hatte Holcim bereits 2023 das Logistikunternehmen Sivyer Logistics in Ostlondon übernommen. A&S Recyling bereitet mit drei Standorten im deutschen Bundesland Niedersachsen Abbruchmaterialien in Norddeutschland auf. Mit der Übernahme des französischen Unternehmens erhöht Holcim die Zahl der von ihm im Land geführten Recyler auf 28.

    „Die Übernahmen von Thames Materials, der A&S Recycling GmbH und eines Recyclingunternehmens in Nordwestfrankreich werden unsere führende Position im Bereich des zirkulären Bauens weiter ausbauen und zu unserem Ziel NextGen Growth 2030 beitragen, jährlich mehr als 20 Millionen Tonnen Bauabbruchmaterialien zu rezyklieren“, wird Milan Gutovic, CEO von Holcim, in der Mitteilung zitiert.

  • Ein neuer Riese ordnet den Versicherungsmarkt neu

    Ein neuer Riese ordnet den Versicherungsmarkt neu

    Seit dem 5. Dezember 2025 ist klar, Helvetia und Baloise treten nur noch gemeinsam auf, als Helvetia Baloise Holding AG mit Kotierung an der SIX und dem Kürzel HBAN. Die Baloise ist rechtlich in Helvetia aufgegangen, doch die neue Marke inszeniert sich bewusst als Gemeinschaftsprojekt zweier starker Wurzeln. Der letzte Handelstag der Baloise-Aktien markierte einen historischen Schnitt. Bereits drei Tage später wurden erstmals die neuen Titel von Helvetia Baloise gehandelt.

    Mit dem Zusammenschluss entsteht ein Versicherer, der die Branche durch seine blosse Grösse verändert. Über 22’000 Mitarbeitende, ein Bruttoprämienvolumen von rund 20 Milliarden Franken und mehr als zwei Millionen Kundinnen und Kunden allein in der Schweiz machen Helvetia Baloise zum grössten Allbranchenversicherer des Landes. Rund 20 Prozent Marktanteil sind ein deutliches Statement: Dieser Konzern will die Spielregeln im Schweizer Versicherungsmarkt aktiv mitgestalten.

    Macht, Märkte und Milliarden
    Hinter der Fusion steht ein klares Kalkül, Synergien bündeln, Doppelspurigkeiten abbauen und die Schlagkraft erhöhen. Helvetia Baloise kündigt jährliche Kostensynergien von rund 350 Millionen Franken an, zusätzlich zu bestehenden Effizienzprogrammen. Für die Kapitalmärkte ist die Botschaft ebenso deutlich wie attraktiv. Die Dividendenkapazität soll bis 2029 um rund 20 Prozent steigen.

    Für den Markt bedeutet dies einen neuen Pol der Stabilität und des Wettbewerbs. Ein derart grosser Player kann in Technologie, Digitalisierung und neue Produkte investieren, wie es kleineren Anbietern schwerer fällt. Gleichzeitig wächst der Druck auf andere Versicherer, nachzuziehen, Allianzen zu schmieden oder Nischen zu besetzen. Die Fusion ist damit mehr als ein Unternehmensdeal. Sie ist ein Signal für eine bevorstehende Neuordnung im Versicherungsplatz Schweiz.

    Zwischen Aufbruch und Stellenabbau
    Die Kehrseite der Synergien ist der angekündigte Stellenabbau. In den kommenden drei Jahren sollen 2’000 bis 2’600 Stellen wegfallen, vor allem dort, wo heute Doppelstrukturen bestehen, in Verwaltung, IT und Backoffice. Der Konzern betont, den Abbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten, mit natürlicher Fluktuation, Frühpensionierungen und internen Versetzungen. Für viele Mitarbeitende bedeutet die Fusion Unsicherheit, Neuorientierung oder Abschied.

    Gleichzeitig setzt Helvetia Baloise ein klares Bekenntnis zum Standort Basel. Die Gruppe bleibt in der Rheinstadt verankert und positioniert sich als wichtiger Arbeitgeber und wirtschaftlicher Anker der Region. Welche Standorte gestärkt, zusammengelegt oder zurückgefahren werden, soll Schritt für Schritt kommuniziert werden., Ein langer Integrationsprozess, der über Jahre spürbar bleibt.

    Was sich für Kundinnen und Kunden ändert
    Für Kundinnen und Kunden bleibt vorerst vieles stabil. Bestehende Versicherungsverträge laufen zu den vereinbarten Konditionen weiter, ein ausserordentliches Kündigungsrecht entsteht durch die Fusion nicht. Rechtlich gehen Rechte und Pflichten automatisch auf Helvetia Baloise über. Im Alltag soll sich das zunächst kaum bemerkbar machen.

    Mittelfristig dürfte sich das Bild jedoch verändern. Produktpaletten werden harmonisiert, Doppelangebote bereinigt, jeweils das attraktivere oder effizientere Angebot weitergeführt. Ziel sind schlankere, verständlichere Produktlinien und ein breiteres, einheitliches Angebot aus einer Hand. Von Hausrat über Motorfahrzeug bis zu Gebäudeversicherungen. Wie genau dieser neue Produktbaukasten aussieht, will der Konzern im Rahmen der weiteren Integrationskommunikation und an einem Investorentag im April 2026 konkreter zeichnen.

    Aufbruch mit offenem Ausgang
    Die Fusion von Helvetia und Baloise ist mehr als ein Bilanzakt, sie ist ein Aufbruch mit offenem Ausgang. Für den Versicherungsplatz Schweiz bringt der neue Riese Stärke, Tempo und Investitionskraft. Für Mitarbeitende bedeutet er sowohl Chancen in einer grösseren Organisation als auch das Risiko des Jobverlusts. Und für Kundinnen und Kunden verspricht er langfristig ein fokussierteres, moderneres Angebot, wenn es dem Konzern gelingt, seine Grösse in spürbaren Mehrwert zu übersetzen.

  • Ausbau Bahnhof Basel SBB West

    Ausbau Bahnhof Basel SBB West

    Der Bahnhof Basel SBB stösst längst an seine Grenzen. Über 140’900 Personen nutzen ihn täglich, Tendenz steigend. Mit dem Projekt Basel SBB West bereiten die Partner den Bahnhof auf diese Entwicklung vor. Geplant ist eine umfassende Erweiterung im Westen des Areals, wo künftig die Zughaltestelle weiter nach Westen verlegt und zusätzliche Zugänge zum städtischen Verkehr geschaffen werden. Zwei eng miteinander verbundene Teilprojekte bilden den Kern, der Perronzugang Margarethen und der Neubau der Margarethenbrücke. 

    Die neue Personenbrücke des Perronzugangs Margarethen soll parallel zur bestehenden Margarethenbrücke verlaufen. Sie wird rund 16,5 Meter breit, verfügt über Treppen, Rolltreppen und Lifte und erschliesst sämtliche Perrons. Um dies zu ermöglichen, verlängert die SBB mehrere Perrons nach Westen und passt die Gleisführung an. Damit reagiert das Projekt auf das erwartete Wachstum des Bahnverkehrs und entlastet zugleich die bestehende Passerelle im Hauptbahnhof. 

    Verknüpfung von Bahn und Stadt 
    Neben der Bahnplanung spielt die urbane Einbindung eine zentrale Rolle. Der Kanton Basel-Stadt plant westlich des Bahnhofs, beim Areal Markthalle, einen neuen multimodalen Verkehrsknotenpunkt. Hier soll der Umstieg zwischen Bahn, Tram, Bus und Velo künftig noch effizienter werden. Diese Neuordnung entlastet den überfüllten Centralbahnplatz und ermöglicht ein ausgewogeneres Verkehrsregime im Stadtzentrum. 

    Der Perronzugang Margarethen ist dabei mehr als nur eine Brücke. Er wird zum Bindeglied zwischen den neuen städtischen Verkehrsachsen und dem Bahnnetz. Er bietet Raum, Licht und Orientierung. Eigenschaften, die gerade in hochfrequentierten Verkehrszonen entscheidend sind. 

    Eine neue Margarethenbrücke mit Signalwirkung 
    Das zweite Teilprojekt widmet sich der Erneuerung der Margarethenbrücke. Die bestehende Brücke gehört der SBB und erfüllt die heutigen Sicherheitsanforderungen nur unter Einschränkungen für den Schwerverkehr. Zudem entspricht sie sowohl bahn- wie strassenseitig nicht den künftigen Anforderungen von SBB und Kanton. Der Neubau soll daher nicht nur statisch leistungsfähiger, sondern auch deutlich breiter werden, 27 Meter im Vergleich zu 16,3 Metern heute. Damit entsteht Platz für eine barrierefreie Tramhaltestelle in der Brückenmitte sowie breitere Geh- und Velowege. 

    Während der Bauzeit ist eine temporäre Hilfsbrücke vorgesehen. Eine spätere Integration dieses Provisoriums in den Neubau wird geprüft. Diese Lösung soll Bauunterbrüche minimieren und die städtische Mobilität während der gesamten Realisierungsphase sicherstellen. 

    Das Siegerprojekt von Penzel Valier 
    Im Rahmen eines Studienauftrags beurteilten im Frühling 2025 ein Beurteilungsgremium aus unabhängigen Fachleuten und Vertretern von SBB und Kanton die Vorschläge von sechs interdisziplinären Planungsteams. Der Zuschlag ging an das Büro Penzel Valier. Dessen Entwurf überzeugt durch ein grosszügiges, flexibel erweiterbares Dach, das sowohl die neue Tramhaltestelle auf der Margarethenbrücke als auch die Perrons überspannt. So entsteht ein hallenartiger Raum, der den westlichen Bahnhofsteil prägt.  

    Das Dach erfüllt mehrere Funktionen zugleich. Es führt Tageslicht auf die Perrons, schützt vor Witterung und erlaubt die Installation von Photovoltaikanlagen sowie Begrünungselementen. Städtebaulich gelingt damit die harmonische Verbindung zwischen dem Bahnhof SBB, der denkmalgeschützten Halle des französischen Bahnhofs SNCF und den angrenzenden Quartieren Gundeldingen und St. Johann. 

    Die Halle SNCF selbst bleibt im Kontext des französischen Bahnhofteils und in ihrer Funktion als Perronüberdachung erhalten. Dies war ein zentrales Anliegen der Denkmalpflege. Die Halle wird dabei nach Westen versetzt, um Platz für die neue Gleisanordnung zu schaffen.  

    Planung, Finanzierung und Zeithorizont 
    Der Perronzugang Margarethen ist ein Teil des nationalen Bahnausbauschritts 2035. Der Bund hat die planerische Vertiefung und die Vorprojektierung bereits bewilligt. Während der Perronzugang Margarethen finanziell gesichert ist, wird für die Umsetzung der neuen Margarethenbrücke noch über die Mittel entschieden. Beide Vorhaben können technisch unabhängig voneinander gebaut werden, sollen jedoch möglichst gleichzeitig realisiert werden. 

    Die Planungsanforderungen sind hoch. Sie berücksichtigen den laufenden Bahnbetrieb, den Schutz historischer Bausubstanz sowie die Integration in den dichten Stadtverkehr. Der Baustart ist derzeit für frühenstens 2034 angesetzt. Das Projektvolumen liegt für beide Projektelemente (Perronzugang und Brücke) laut Schätzungen jeweils im unteren bis mittleren dreistelligen Millionenbereich. 

    Mehr als Infrastruktur – ein neues Entrée für Basel 
    Mit Basel SBB West erhält die Stadt nicht nur eine strategisch wichtige Verkehrsdrehscheibe, sondern auch ein neues stadträumliches Eingangstor. Die Verlagerung des Zugverkehrs nach Westen schafft Flächen für eine klarere Verkehrsführung, bessere Aufenthaltsqualität und mehr Sicherheit für Velo- und Fussverkehr. Reisende sollen künftig kürzere Wege, grosszügige Räume und intuitive Orientierung erfahren. 

    Das Zusammenspiel von Bahn, Tram, Bus und Velo wird effizienter, nachhaltiger und angenehmer. Zugleich bildet das Projekt den strukturellen Grundstein für zukünftige Erweiterungen wie den möglichen Tiefbahnhof Basel SBB. In seiner Gesamtheit steht Basel SBB West damit für eine neue Generation von Bahnhöfen, offen, vernetzt und zukunftsfähig.

  • Die fünfte Generation des Basler Agglomerationsprogramms

    Die fünfte Generation des Basler Agglomerationsprogramms

    Neue Impulse für Raum und Verkehr 
    Das Programm markiert einen entscheidenden Schritt in der gemeinsamen Planung von Landschaft, Siedlung und Verkehr über nationale Grenzen hinweg. Deutschland, Frankreich und die Schweiz ziehen an einem Strang, um die Mobilität im trinationalen Raum effizienter, sicherer und klimafreundlicher zu gestalten. In den kommenden Jahren entstehen entlang der trinationalen S-Bahn elf neue Verkehrsdrehscheiben und Basel-Stadt investiert in eine vollständig elektrifizierte Busflotte. Rund 200 Millionen Franken sind für die Aufwertung kommunaler Strassenräume und die Förderung des Fuss- und Veloverkehrs vorgesehen. 

    Mobilität mit Zukunft 
    Im Kern geht es um mehr als nur Infrastruktur. Das Agglomerationsprogramm ist eine koordinierte Antwort auf die komplexen Mobilitätsbedürfnisse einer Region, die täglich stark frequentierte internationale Verkehrsachsen nutzt. Die integrierte Planung von öffentlichem Verkehr, Individualverkehr sowie Fuss- und Radwegen soll Verkehrsbelastung und CO²-Ausstoss senken. Priorität hat die Entwicklung eines nachhaltigen Verkehrssystems, das Lebensqualität und Standortattraktivität erhöht. 

    Breite politische Unterstützung 
    Esther Keller, Regierungsrätin und Präsidentin von Agglo Basel, unterstreicht den Erfolg der grenzüberschreitenden Kooperation, die seit über 15 Jahren besteht. Isaac Reber, Baselbieter Baudirektor, sieht in der Vielzahl kleiner und mittlerer Projekte das Rückgrat des Fortschritts. Auch Jean-Marc Deichtmann aus Saint-Louis und Marion Dammann aus Lörrach heben den strategischen Horizont hervor. Dies von multimodalen Plattformen bis zu Bürgerbeteiligungen, die Klimaschutz und Raumqualität stärken. 

    Blick auf die sechste Generation 
    Die Arbeiten für das Agglomerationsprogramm 6. Generation haben bereits begonnen. Die Einreichung beim Bund ist für 2029 geplant, die Bauphase startet ab 2032. Der Verein Agglo Basel führt die Koordination weiter und sorgt dafür, dass Raum, Verkehr und Landschaft im Dreiländereck nicht getrennt, sondern als ein zusammenhängendes Zukunftsprojekt gedacht werden. 

  • Baumeister und Gewerkschaften einigen sich auf neuen Landesmantelvertrag

    Baumeister und Gewerkschaften einigen sich auf neuen Landesmantelvertrag

    In der zehnten Verhandlungsrunde erzielten die Delegationen von SBV, Unia und Syna am 12. Dezember 2025 ein Verhandlungsergebnis für einen neuen Landesmantelvertrag, der ab 2026 gelten soll. Der bisherige Gesamtarbeitsvertrag für rund 80’000 Bauarbeiter läuft Ende Jahr aus und musste deshalb neu geregelt werden. Beide Seiten betonen, dass sie in zentralen Punkten aufeinander zugegangen sind, um Planungssicherheit und wettbewerbsfähige Arbeitsbedingungen zu sichern.

    Sechs Jahre Laufzeit und neue Arbeitszeitmodelle
    Der neue LMV ist auf sechs Jahre ausgelegt und gilt von Anfang 2026 bis Ende 2031. Ein ungewöhnlich langer Horizont, der Stabilität in eine von Fachkräftemangel und Konjunkturunsicherheiten geprägte Branche bringen soll. Ab dem 1. Januar 2027 wird eine neue Arbeitszeitplanung eingeführt. Firmen können neu ein Modell mit konstanter täglicher Arbeitszeit wählen und dafür mehr Über- und Minderstunden in Kauf nehmen. Ergänzend dazu wird die Überstundenregelung vereinfacht und die Möglichkeit geschaffen, ein Langzeitferienkonto aufzubauen, auf dem Mitarbeitende Überstunden ansparen und später als längere Auszeit beziehen können.

    Reisezeit, Zuschläge und Teuerung
    Ein Kernpunkt der Einigung betrifft die Reisezeiten, die auf Baustellen im ganzen Land eine grosse Rolle spielen. Künftig sollen die Regelungen so ausgestaltet werden, dass sie allgemeinverbindlich erklärt werden können. Ab einem bestimmten Umfang wird Reisezeit als Überstunden angerechnet. Dazu kommt ein Lohnpaket mit substanziellen Erhöhungen der Zuschläge und Zulagen im Untertagebau, wo die Belastungen besonders hoch sind. Zudem ist eine Absicherung der Teuerung vorgesehen, damit die Reallöhne der Baubeschäftigten in einem Umfeld steigender Lebenshaltungskosten nicht erodieren.

    Attraktivität der Baubranche im Fokus
    Mit dem neuen Vertrag verfolgen Sozialpartner das gemeinsame Ziel, die Baubranche als Arbeitgeberin zu stärken. Für die heutigen Mitarbeitenden wie auch für künftige Fachkräfte. Modernere Arbeitszeitmodelle, klarere Regeln zur Reisezeit und verbesserte Zuschläge sollen die Bedingungen in einem körperlich anspruchsvollen Berufsfeld verbessern. Gleichzeitig erhalten die Unternehmen einen verlässlichen Rahmen, um Projekte zu planen, Personal zu binden und langfristig zu investieren.

    Entscheid steht noch aus
    Das Verhandlungsergebnis ist ein wichtiger Durchbruch, aber noch nicht der Schlusspunkt. Auf Seite des Baumeisterverbands soll eine ausserordentliche Delegiertenversammlung am 17. Dezember 2025 über die definitive Annahme entscheiden. Bei den Gewerkschaften Unia und Syna fällen die Berufskonferenzen im Januar 2026 den Entscheid. Erst wenn beide Seiten zustimmen, tritt der neue Landesmantelvertrag in Kraf und setzt die Leitplanken für die Arbeitswelt auf dem Bau bis 2031.

  • Heisser Beton aus Pompeji

    Heisser Beton aus Pompeji

    Römischer Beton bildet das Rückgrat vieler Bauwerke von Hafenanlagen bis zu Aquädukten, die seit über 2000 Jahren Wind, Wetter und Erdbeben trotzen. Die Arbeitsgruppe um Admir Masic am MIT untersucht seit Jahren, warum dieser Baustoff so aussergewöhnlich dauerhaft ist und stützt sich dabei auf chemische Analysen antiker Mörtel. Bereits 2023 formulierte das Team die Hypothese, dass die Römer Kalk nicht als fertig gelöschten Brei einsetzten, sondern als Branntkalk zusammen mit Vulkanasche trocken mischten und erst danach Wasser zugaben.

    Pompeji als konservierte Baustelle
    Die jüngsten Untersuchungen basieren auf einer einzigartigen Fundstelle in Pompeji. Einer durch den Vesuvausbruch von 79 n. Chr. «eingefrorenen» Baustelle mit halbfertiger Mauer, Materialhaufen und Werkzeugen. In Proben aus den vorgemischten Trockenhaufen, aus im Bau befindlichen Wänden und aus fertigen Bauteilen fanden die Forschenden nicht nur die bekannten weißen Kalkklasten, sondern auch unversehrte Fragmente von Branntkalk in der Trockenmischung. Das spricht dafür, dass die Löschreaktion, also das Reagieren des gebrannten Kalks mit Wasser, erst beim eigentlichen Mischen und Erhärten des Betons stattfand und nicht vorgängig, wie es in klassischen Beschreibungen dargestellt wird.

    Widerspruch zu Vitruv und wie er sich auflöst
    Vitruv schilderte im 1. Jahrhundert gegen Chr. in «De architectura», dass Kalk zunächst mit Wasser gelöscht und dann mit Zuschlägen vermischt worden sei. Die nun identifizierte Heissmischtechnik weicht davon ab, indem der Kalk als Branntkalk in der Trockenphase mit Vulkanasche kombiniert wird und das Wasser erst danach hinzukommt. Isotopenanalysen der Mörtel belegen die charakteristischen Karbonatisierungsverläufe, die zu diesem Prozess passen und sich von Mörteln mit vorgängig gelöschtem Kalk unterscheiden. Anstatt Vitruv komplett zu «widerlegen», deuten Fachkreise die Befunde eher so, dass seine Beschreibung nicht das gesamte Spektrum der römischen Praxis abbildet. Regionale oder zeitliche Varianten wie das Heissmischen scheinen verbreiteter gewesen zu sein, als lange angenommen.

    Selbstheilender Beton als Vorbild für morgen
    Der Heissmischprozess erzeugt beim Kontakt von Branntkalk und Wasser erhebliche Wärme, wodurch reaktive Kalkpartikel in der Betonstruktur eingeschlossen werden. Bilden sich später Mikrorisse, können sich diese Partikel erneut lösen, mit eindringendem Wasser reagieren und die Risse wieder verfüllen. Ein Mechanismus der Selbstheilung, der die Langlebigkeit römischer Bauwerke plausibel erklärt. Die neuen Erkenntnisse fliessen in die Entwicklung moderner, nachhaltiger Beton ein. Ziel ist, CO₂-intensive Bindemittelanteile zu reduzieren, die Lebensdauer von Bauwerken massiv zu verlängern und damit den Ressourcenverbrauch des Bauwesens zu senken. Ganz im Sinne eines antiken Vorbilds, das erst jetzt chemisch vollständig verstanden wird.

  • Schweizer Premiere in der Gebäudeautomation

    Schweizer Premiere in der Gebäudeautomation

    Moderne Gebäude sind heute hochkomplexe Systeme. Sie verknüpfen Heizung, Kühlung, Lüftung, Beleuchtung, Sicherheit, Photovoltaik und Speicherlösungen zu einem integrierten Ganzen. Gebäudeautomation sorgt dafür, dass diese Komponenten optimal zusammenspielen, mit weniger Energieverbrauch, stabilerem Betrieb und höherem Komfort. Im Kontext der Energiestrategie 2050 und der Dekarbonisierung des Gebäudeparks wächst der Bedarf an Fachkräften rasant, die sowohl Technik als auch Daten- und Systemlogik verstehen. Die staatliche Anerkennung des Lehrgangs Gebäudeautomation HF trägt diesem Bedarf Rechnung und schafft einen klar definierten, qualitätsgesicherten Berufsweg.​

    Erste staatlich anerkannte Gebäudeautomation HF in der Schweiz
    Die sfb in Dietikon hat als erste Höhere Fachschule der Schweiz das Anerkennungsverfahren des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation für ihren Lehrgang Gebäudeautomation HF erfolgreich durchlaufen. Damit wird der Abschluss  eidgenössisch anerkannt und in das formale Bildungssystem eingebettet. Laut Schulleitung garantiert dies eine Ausbildung, die sich an den aktuellen Anforderungen von Branche, Normen und Regulierung orientiert und langfristig anschlussfähig bleibt. Gleichzeitig stärkt die Anerkennung die Sichtbarkeit des Berufsbildes gegenüber Bauherren, Planungsbüros, Energieversorgern und der Immobilienwirtschaft.​

    Praxisnahes Profil von Energieeffizienz bis Gebäudeinformatik
    Inhaltlich setzt der Lehrgang auf eine klare Praxisorientierung. Vermittelt werden Fachkompetenzen in Energieeffizienz, Gebäudeinformatik, vernetzten Systemen und modernen Automationslösungen. Von der Sensorik und Steuerungstechnik bis zu Datenanalyse und Optimierung im Betrieb. Ziel ist, Fachpersonen auszubilden, die den gesamten Lebenszyklus smarter Gebäude begleiten, von der Planung und Konzeption, Projektmanagement, Inbetriebnahme, Betrieb, Wartung und laufende Optimierung. Diese breite Qualifikation schafft die Basis für nachhaltige, wirtschaftliche Gebäudelösungen und ermöglicht es Unternehmen, Betriebskosten, Emissionen und Ausfallrisiken zu reduzieren.​

    Fachkräfte für die digitale Transformation im Gebäudebereich
    Gebäudeautomatiker HF sind an der Schnittstelle von Technik, IT und Betrieb unterwegs. Sie verstehen gebäudetechnische Anlagen ebenso wie Datenräume, Schnittstellen und Sicherheitsanforderungen. Für Unternehmen im Bereich Gebäudetechnik, Energie, Facility Management und Immobilienentwicklung bedeutet dies einen handfesten Wettbewerbsvorteil. Sie erhalten Zugang zu Fachkräften, die aktuelle Technologien beherrschen und zugleich die digitale Transformation von Gebäuden aktiv vorantreiben können. Laut sfb ist genau dieses Profil gefragt, wenn es darum geht, Smart-Building- und Net-Zero-Strategien in die Praxis zu bringen.​

    Struktur des Lehrgangs und Zielgruppen
    Der anerkannte Lehrgang richtet sich an Fachpersonen mit einschlägiger beruflicher Grundbildung aus Elektro-, HLK-, Gebäude- oder Informatikberufen. In sechs Semestern führt die Ausbildung zur Abschlussarbeit und zum geschützten Titel «dipl. Gebäudeautomatiker HF».

  • Wie der alte Immobilienmarkt das neue China ausbremst

    Wie der alte Immobilienmarkt das neue China ausbremst

    Über Jahre war der Immobiliensektor Chinas wichtigster Wachstumsmotor. Bauen, verkaufen, weiterbauen. So lautete die einfache Formel, die zeitweise bis zu ein Drittel der Wirtschaftsleistung trug. Mit strengeren Vorgaben zur Begrenzung der Verschuldung hat die Führung diesem Modell die Bremse verpasst und damit eine schleichende, aber hartnäckige Krise ausgelöst.

    Evergrande war 2021 der sichtbare Wendepunkt. Der einstige Branchenstar verpasste Zinszahlungen, wurde zur globalen Warnfigur und machte schlagartig klar, wie verletzlich das Wachstumsmodell war. Seither geraten Entwickler wie Country Garden und nun auch der lange als stabil geltende Konzern Vanke unter Druck. Ein Signal, dass der Immobiliensektor die Talsohle noch nicht erreicht hat.

    Deflation, Vermögensschock und verunsicherte Haushalte
    Die Immobilienkrise frisst sich tief in die Realwirtschaft. Wohnimmobilien sind für chinesische Haushalte der zentrale Vermögensspeicher. Wenn Preise in Serie fallen, erodiert das Sicherheitsgefühl. Wer das eigene Apartment als Altersvorsorge betrachtet, wird zurückhaltend bei Konsum, Investitionen und grossen Lebensentscheidungen.

    Entsprechend schwach zeigt sich der Binnenkonsum. Der Einzelhandel wächst deutlich unter früheren Raten, die Konjunktur kämpft mit anhaltendem Deflationsdruck. Sinkende oder stagnierende Preise mögen kurzfristig attraktiv wirken, doch sie erhöhen real die Schuldenlast und verlängern den Bereinigungsprozess im Immobilien- und Finanzsystem.

    Provinzen im Schuldenschatten
    Besonders heikel ist die Lage der Lokalregierungen. Über Landverkäufe an Entwickler und ausserbilanzielle Finanzierungsgesellschaften haben sich Provinzen und Städte einen gigantischen Schuldenberg aufgeladen. Die Landverkäufe waren der wichtigste Einnahmeposten, haben aber nie gereicht, um den kreditfinanzierten Bauboom und die Infrastrukturprogramme dauerhaft zu tragen. Jetzt, da die Verkäufe einbrechen, treten die versteckten Schulden offen zutage.

    Viele Regionen geraten in eine stille Zwangsdiät. Investitionen werden verschoben, Ausgaben gekürzt, neue Infrastruktur verzögert. Dies mit direkten Folgen für Wachstum, Beschäftigung und lokale Unternehmen. Die Krise ist damit weniger ein lauter Crash als ein langsamer Druck, der das System über Jahre schwächt und Handlungsräume einengt.

    Alte immobiliengetriebene Wirtschaft trifft neue Tech-Power
    Parallel inszeniert sich China als Hightech-Supermacht. Elektroautohersteller, KI-Unternehmen und Internetkonzerne, die sich neu erfinden, stehen für das „neue China“. Die Politik setzt auf eine langfristige Technologiestrategie mit Fokus auf Elektromobilität, Halbleiter, KI, erneuerbare Energien und Robotik.

    Doch diese neue Wirtschaft steht auf einem Fundament aus der alten, immobiliengetriebenen Wirtschaftsstruktur. Ohne stabile Binnennachfrage, verlässliche Kreditkanäle und Vertrauen der Haushalte kann auch der Tech-Sektor seine Dynamik nicht voll entfalten. Der Erfolgsweg führt deshalb nicht an einem geordneten Rückbau des Immobiliensektors vorbei, sondern durch ihn hindurch.

    Wachstumsziele als Bumerang
    Peking hält an ehrgeizigen Wachstumszielen fest. Das Ziel „rund 5%“ ist erreichbar, weil Staat und Staatsunternehmen an vielen Stellen gegensteuern. Für bewusste Kader vor Ort bleibt das Signal klar, Zahlen müssen stimmen, notfalls mit weiteren Projekten, die wirtschaftlich wenig tragen.

    Das Resultat sind neue Infrastruktur- und Bauvorhaben, die zwar kurzfristig das BIP stützen, aber die strukturellen Probleme nicht lösen. Im Gegenteil, sie verlängern den Schuldenzyklus. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen offizieller Wachstumsstory und dem realen Deleveraging-Bedarf im Immobilien- und Lokalschuldenkomplex.

    Was bis 2026 auf dem Spiel steht
    Die kommenden Jahre entscheiden, ob China den Übergang von einem schuldengetriebenen, immobilienlastigen Modell zu einem innovationsbasierten Wachstumspfad schafft. Gelingt eine kontrollierte Schrumpfung des Immobiliensektors bei gleichzeitiger Stärkung von Konsum, Produktivität und Zukunftsbranchen, kann das Land trotz Dellen robust bleiben. Misslingt dieser Balanceakt, droht ein Szenario anhaltend niedrigen Wachstums mit wiederkehrenden Deflationsschüben und wachsendem Misstrauen der Investoren.

    Die Immobilienkrise ist kein Randthema, sondern die zentrale Bewährungsprobe für Chinas Fähigkeit zur wirtschaftlichen Kurskorrektur. Entscheidend wird sein, ob politische Führung und Verwaltung den Mut finden, kurzfristige Wachstumsziele zugunsten eines tragfähigeren, weniger immobiliengetriebenen Modells zu relativieren und damit das neue China nicht vom alten erdrücken zu lassen.

  • Immobilienmarkt 2026 stabiler Rückenwind aus Tiefzins, KI-Boom und knappen Flächen

    Immobilienmarkt 2026 stabiler Rückenwind aus Tiefzins, KI-Boom und knappen Flächen

    Die Schweizerische Nationalbank belässt den Leitzins gemäss Einschätzungen für 2026 bei 0 Prozent und signalisiert, dass die Hürden für eine Rückkehr in den Negativzinsbereich hoch bleiben. Die bedingten Inflationsprognosen von rund 0,3 Prozent für 2026 und 0,6 Prozent für 2027 liegen klar im Bereich der Preisstabilität und stützen ein moderates Wachstumsszenario. Für den Immobilienmarkt bedeutet dies, kurzfristige Finanzierungen, insbesondere SARON-Hypotheken bleiben attraktiv, während lange Festhypotheken nur zögerlich von der geldpolitischen Lockerung profitieren.

    Immobilien als Anlage
    Wüest Partner beobachtet, dass Renditeliegenschaften mit Mietwohnungen 2025 nochmals deutlich teurer geworden sind, was eine hohe Zahlungsbereitschaft und starkes Vertrauen in die Anlageklasse widerspiegelt. Gleichzeitig haben die Preise für Mehrfamilienhäuser ein sehr hohes Niveau erreicht, während Ertragsaussichten und Regulierungsrisiken die Fantasie dämpfen. Für 2026 wird deshalb mit einer abflachenden Preisdynamik gerechnet, sowohl bei Wohnrenditeobjekten als auch bei Geschäftsliegenschaften. Dort mit klarer Differenzierung nach Lage, Objektqualität und ESG-Profil. Indirekte Anlagen wie Aktiengesellschaften und Fonds profitieren weiterhin vom Tiefzinsumfeld, tragen aber bereits hohe Erwartungen in Form von überdurchschnittlichen Aufgeldern in sich.

    Schub im Umbau, moderater Neubau
    Die Kombination aus tiefen Zinsen und nachlassender Baupreisdynamik stabilisiert die Investitionsbereitschaft im Bau. Für 2026 werden nominale Zuwächse der Bauinvestitionen von rund +3,4 Prozent im Neubau und +8,5 Prozent im Umbau erwartet, wobei der Umbaubereich von Vorzieheffekten rund um die geplante Abschaffung des Eigenmietwerts zusätzlich Anschub erhält. Viele Eigentümerinnen und Eigentümer dürften energetische Sanierungen und Erneuerungen vorziehen, solange Unterhaltskosten steuerlich noch voll absetzbar sind. Mittelfristig könnte sich die Neubautätigkeit wieder etwas abschwächen, da die Zahl der neuen Wohnungen in den Baugesuchen zuletzt rückläufig war.

    Miet- und Eigentumsmarkt
    Nach den starken Mietanstiegen der Jahre 2023 und 2024 hat sich das Wachstum der Angebotsmieten deutlich verlangsamt. Für 2026 wird ein moderater Zuwachs im Landesmittel erwartet. Gleichzeitig bringen die Senkungen des hypothekarischen Referenzzinssatzes Entlastung bei den Bestandesmieten. Dies könnte zu leicht rückläufigen Durchschnittsmieten im Bestand führen. Im Wohneigentum bleibt die Nachfrage trotz höherer Preisniveaus intakt. Für 2026 werden Preiszuwächse im Bereich von rund 3 Prozent bei Einfamilienhäusern und knapp darunter bei Eigentumswohnungen erwartet, jedoch mit weniger Tempo als in den Vorjahren.

    Anlageausblick 2026
    Die Zürcher Kantonalbank erwartet für 2026 ein moderates globales Wirtschaftswachstum, getragen von sinkendem Inflationsdruck und verbesserten Finanzierungsbedingungen. Fortschritte bei der Künstlichen Intelligenz treiben Investitionen und verleihen insbesondere US-Aktien zusätzlichen Rückenwind, gleichzeitig bleiben die Unsicherheiten an den Finanzmärkten hoch. In diesem Umfeld empfiehlt sich eine breite Diversifikation über Anlageklassen und Währungen, mit ausgewählten Schwerpunkten. Unternehmensanleihen, Schweizer Immobilien und Small Caps gelten als attraktiv, ergänzt um globale Unternehmensanleihen und Gold als stabilisierende Beimischungen. Für langfristig orientierte Anlegerinnen und Anleger bleiben direkte und indirekte Immobilienanlagen damit ein wichtiger Baustein. Eingebettet in ein Portfolio, das vom KI-getriebenen Wachstum und vom anhaltenden Tiefzinsumfeld gleichermassen profitiert.

  • Wie viel Vergangenheit verträgt die Verdichtung?

    Wie viel Vergangenheit verträgt die Verdichtung?

    Die Siedlung Brunnergut entstand in zwei Etappen Mitte der 1950er- und frühen 1960er-Jahre und markiert den Übergang zur funktionalistischen, automobilen Stadt. Als eines der ersten Winterthurer Wohnensembles mit Tiefgarage ersetzte sie die Villa Malabar und prägte ein ganzes Blockinnere zwischen Lind-, Kreuz-, Sulzberg- und St.-Georgenstrasse neu. Schon das Baugesuch von 1954 löste eine heftige Kontroverse aus. Frühe Debatten über Dichte, Verkehr und Stadtbild, wie sie heute die ganze Agglomeration beschäftigen.​

    2016 nahm die Stadt Winterthur Brunnergut in das Inventar der schutzwürdigen Bauten auf, 2018 folgte der Eintrag ins kantonale Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung. Damit war klar, die Siedlung gilt nicht nur als Alltagsarchitektur, sondern als Ensemble mit baukulturellem und sozialgeschichtlichem Gewicht, das bei jeder weiteren Planung mitzudenken ist.​

    Juristisches Pingpong um den Schutz
    Mit der kantonalen Entlassung 2024 wollte die Baudirektion den Schutzstatus wieder lockern. Gestützt auf ein Gutachten der Kantonalen Denkmalpflegekommission und späteren Ergänzungen. Der Zürcher Heimatschutz focht das an, das Baurekursgericht forderte bereits in diesem Verfahren ein Ergänzungs- oder Obergutachten und kritisierte Lücken in der fachlichen Beurteilung.​

    Parallel plante der Winterthurer Stadtrat, Brunnergut auch aus dem kommunalen Inventar zu streichen. Dagegen reichte der Zürcher Heimatschutz erneut Rekurs ein. Im Entscheid vom 6. November 2025 hält das Baurekursgericht nun fest, die Stadt stützte sich unzulässig einseitig auf das KDK-Gutachten, der Sachverhalt sei für eine Inventarentlassung nicht genügend abgeklärt. Die Richter verlangen ein Gutachten einer unabhängigen, bisher nicht involvierten Fachperson. Ein deutliches Signal für höhere Anforderungen an die Begründung von Entschutz-Entscheiden.​

    Mehr als eine Fachfrage der Denkmalpflege
    Im Zentrum der Kritik stehen nicht nur formale Mängel, sondern auch inhaltliche Lücken. Unpräzise Pläne, ungenügende Auseinandersetzung mit den im Inventarblatt ausgewiesenen Qualitäten und eine zu knappe Würdigung der sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Bedeutung. Konkret bemängelt das Gericht, dass die Rolle der Siedlung als frühes Beispiel dichter, autoorientierter Nachkriegsmoderne und als Teil der Winterthurer Siedlungsgeschichte nicht seriös in den Vergleich mit anderen Anlagen einbezogen wurde.​

    Für Stadtplanung und Immobilienwirtschaft ist Brunnergut damit weit mehr als ein Einzelfall. Das Verfahren zeigt, wie stark Inventarentscheide heute juristisch und fachlich unterlegt sein müssen, wenn sie in einem Umfeld von Wohnraummangel, Verdichtungsdruck und politisch aufgeheizten Debatten um Einsprachen und Heimatschutz bestehen sollen.​

    Was der Fall für zukünftige Projekte bedeutet
    Der Zürcher Heimatschutz wertet den Entscheid als Stärkung des Inventargedankens. Inventare sind nicht blosse Listen, sondern Planungsinstrumente, deren Abbau hohe Anforderungen erfüllt haben muss. Für Städte wie Winterthur bedeutet das, wer nachträglich Schutz aufheben will, muss transparent darlegen, weshalb baukulturelle, städtebauliche und sozialgeschichtliche Argumente weniger stark wiegen als die Interessen von Verdichtung, Erneuerung oder Rendite.​

    Für Investoren, Eigentümer und Planer steigt damit die Bedeutung sauber dokumentierter Bestandesaufnahmen und frühzeitiger Einbindung der Denkmalpflege. Gerade bei Siedlungen der Nachkriegszeit, die lange als „gewöhnlicher“ Bestand galten. Brunnergut macht sichtbar, dass die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend als Teil des baukulturellen Erbes verstanden wird und dass der Weg zu Umnutzung oder Ersatzneubau künftig öfter über unabhängige Fachgutachten und sorgfältig austarierte Schutzkonzepte führen wird.​

  • Ausbildungsoffensive für vernetzte Gebäudetechnik

    Ausbildungsoffensive für vernetzte Gebäudetechnik

    Die sfb ist die erste Höhere Fachschule der Schweiz, deren Lehrgang Gebäudeautomation HF das Anerkennungsverfahren des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) erfolgreich abgeschlossen hat. „Das garantiert höchste Qualität, staatlich anerkannte Abschlüsse und eine Ausbildung, die den aktuellen Anforderungen der Branche entspricht“, wird dazu sfb-Direktorin Dorothea Tiefenauer in einer Mitteilung zitiert. Die Anforderungen an moderne Gebäude steigen stetig, heisst es weiter. Die sfb – Höhere Fachschule für Technologie und Management könne durch die Anerkennung des Lehrgangs nun noch besser auf den grossen Bedarf an qualifizierten Fachkräften antworten.

    Die Lehrinhalte richten sich gemäss der Beschreibung konsequent an der Praxis aus. Vermittelt werden Wissen in Energieeffizienz, Gebäudeinformatik, vernetzten Systemen und modernen Automationslösungen. Ziel sei eine Qualifikation für die Planung und Realisierung, aber auch den Betrieb und die Wartung komplexer, smart vernetzter Gebäude. Diese Bandbreite schafft laut sfb die Basis für nachhaltige und langfristig wirtschaftliche Gebäudelösungen. Für Unternehmen bedeute dieser Kompetenzaufbau einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil, heisst es. Absolvierende stellten Fachkräften dar, die nicht nur aktuelle Technologien beherrschten, sondern auch die digitale Transformation aktiv mitgestalten könnten. 

    Der Lehrgang führt Studierende unter der Voraussetzung einer einschlägigen Berufsausbildung in sechs Semestern zur Abschlussarbeit. Absolvierende tragen letztlich den Titel einer diplomierten Gebäudeautomatikerin HF oder eines diplomierten Gebäudeautomatikers HF. Die sfb gibt auf Informationsveranstaltungen Einblick in Inhalte und Struktur der Ausbildung. Hierzu sind sowohl Einzelpersonen als auch Firmen eingeladen.

  • Bahnmodernisierung im sensiblen Alpenraum

    Bahnmodernisierung im sensiblen Alpenraum

    Die STRABAG AG realisiert den noch ausstehenden Sanierungsschritt auf der Zentralbahnstrecke zwischen Meiringen und Brienzwiler im Berner Oberland. Die Schmalspurtstrecke verläuft einspurig entlang der Hasliaare, die zum Hochwassergebiet Aare gehört. Aus Rücksicht auf mehrere Naturschutzgebiete gelte laut einer Mitteilung für den Neubau „höchste Präzision für Logistik und Koordination“. Die Vorarbeiten waren im März 2025 gestartet, seit Oktober 2025 läuft die zehnwöchige Intensivphase.

    Immer wieder war es in dem Gebiet zu Starkregenereignissen gekommen, bei denen der Bahndamm inklusive Oberbau überflutet wurden, was zu Schäden an der Bahninfrastruktur und am angrenzenden Kulturland führe. Bereits 2022 und 2023 hat die STRABAG dort Gleisbauarbeiten (Los 1 und Los 3) vorgenommen. Nun folge mit einem Totalumbau des anspruchsvollen Mittelabschnitts Los 2 über eine Länge von 2600 Metern und mitten im Naturschutzgebiet Sytenwald der Abschluss des Modernisierungsvorhabens. Dabei muss der Bahndamm angehoben werden. Damit Oberflächen- und Hangwasser abfliessen kann, wird eine durchgehende Planungsentwässerung der Strecke realisiert. Der Bereich entlang der Hasliaare erhält eine neue Hochwasserschutzmauer. 

    Als bautechnische Besonderheit gelten laut Mitteilung die „engen Platzverhältnisse und lokal fehlenden redundanten Baupisten in gewissen Abschnitten zwischen Hasliaare, Bahntrassee und mehrerer Naturschutzgebiete“, was besondere Vorkehrungen für Ökologie und Landschaftsschutz erfordere. Zum einen errichtet STRABAG 30 neue Fundamente für die Fahrleitungsmasten auf der flussabgewandten Seite, zum anderen sollen 37 Übergänge die ökologische Durchgängigkeit des Geländes sichern. Das bedeute Schutz für Wild- und Kleintiere beim Queren des Streckenabschnitts.

    Ein besonders anspruchsvoller Bestandteil ergibt sich beim Neubau der Hüsenbachbrücke aus ultrahochfestem und langlebigem Faserbeton (UHFB). Beim Brückenbau werde auf die dort zur Laichzeit vorhandene Forellenpopulation besondere Rücksicht genommen.

  • Millionenfinanzierung beschleunigt autonome Baustellentechnologie

    Millionenfinanzierung beschleunigt autonome Baustellentechnologie

    Risikokapitalgesellschaften aus drei Kontinenten haben sich an Gravis Robotics beteiligt: Die 2022 gegründete Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hat laut ihren Informationen in einer Frühfinanzierungsrunde 23 Millionen Dollar aufgebracht.

    Angeführt wurde die Runde von den Risikokapitalgesellschaften IQ Capital aus London und Zacua Ventures aus San Francisco. Beteiligt haben sich ausserdem Pear VC aus dem kalifornischen Palo Alto, Imad Ventures aus der saudi-arabischen Hauptstadt Riad, Sunna Ventures aus Miami und die Zürcher Firma Armada Investment sowie der weltweit tätige Zementhersteller Holcim aus Zug.

    Gravis Robotics bietet autonome Erdbewegungsmaschinen, die durch die Kombination von Künstlicher Intelligenz, maschinellem Sehen und menschlichen Schnittstellen den Durchsatz steigern, Abfall reduzieren und die Sicherheit auf Baustelle­n verbessern sollen, egal, ob sich die Ausführenden in der Kabine befinden oder die Arbeiten aus der Ferne koordinieren.

    Mit der jüngsten Finanzierung verfüge Gravis nun über die Technologie, die Partnerschaften und die globalen Vertriebskanäle in der gesamten Branche, um die Einführung echter Autonomie in grossem Massstab voranzutreiben, so das Unternehmen. Zusätzlich gibt es auch „eine Welle“ neuer Industriepartnerschaften bekannt. So hat Gravis Robotics etwa mit Taylor Woodrow in Grossbritannien bei einem grossen Infrastrukturprojekt am Flughafen Manchester die ersten autonomen Aushubarbeiten auf einer aktiven Grossbaustelle in dem Land vorgenommen. Auch mit Holcim und der südkoreanischen HD Hyundai gebe es Vereinbarungen.

    Der schnellste Weg zur Autonomie führe über die Steigerung der Produktivität, wird CEO Dr. Ryan Luke Johns zitiert. „Indem wir den Betreibenden Echtzeit-3D-Intelligenz und die Möglichkeit bieten, nahtlos zwischen Autonomie und erweiterter Steuerung zu wechseln, decken wir einen grösseren Teil der Arbeit ab, beschleunigen die Anwendung und schaffen die Datenpipeline, die erforderlich ist, um aus den schwierigsten Aufgaben der Branche neue Fähigkeiten zu lernen. Als Vorteil betrachtet es die Firma, ihren Zürcher Sitz „im Herzen des renommierten Ökosystems für Robotik und Automatisierung“ zu haben.

  • Modernes Arealprojekt im Sittertobel setzt auf erneuerbare Energien

    Modernes Arealprojekt im Sittertobel setzt auf erneuerbare Energien

    Die Sitter Projekt AG und die Mettler Entwickler AG realisieren im St.Galler Sittertobel das Sitter Valley. Die beiden St.Galler Unternehmen wollen hier auf 50‘000 Quadratmetern ein Areal für Büro, Gewerbe und Industrie mit bis zu 600 Arbeitsplätzen entwickeln.

    Die St.Galler Stadtwerke werden das Areal mit Energie für Wärme und Kühlung versorgen. Sie setzen dabei laut einer Mitteilung auf eine kombinierte Energieversorgung mit Holzpelletkessel und einer reversiblen Luft/Wasser-Wärmepumpe. Die Pelletheizung soll vornehmlich in den Wintermonaten eingesetzt werden. Die erste Wärmelieferung soll im Winter 2026/2027 erfolgen.

    Das Sitter Valley soll auch mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Diese werden einen Beitrag an die Stromversorgung des Areals leisten.

  • Auswahl zukunftsorientierter Start-ups stärkt digitale Immobilienentwicklung

    Auswahl zukunftsorientierter Start-ups stärkt digitale Immobilienentwicklung

    Insgesamt 95 Jungunternehmen hatten sich für das 27. Accelerator Programm von Swiss Prime Site beworben. 21 davon durften sich präsentieren, acht haben das Finale erreicht. Nun sind vier von ihnen für eine Zusammenarbeit mit dem Immobilienunternehmen ausgewählt worden, heisst es in einer Mitteilung von Venturelab. Der Schlieremer Start-up-Förderer arbeitet mit Swiss Prime Site bei dem Programm zusammen und führt die zugehörigen Workshops durch.

    Die siegreichen Unternehmen heissen Jurata AG, Legartis Technology AG, Optiverse AG und Epic Fusion AG. Alle vier sind im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) tätig, dem Schwerpunktthema des aktuellen Accelerator-Programms. Jurata entwickelt Lösungen für Recht, Buchhaltung und Steuern, Legartis für die Vertragsprüfung und -analyse. Optiverse arbeitet daran, mit KI Besprechungen effizienter zu gestalten, während Epic Fusion Arbeitsplätze optimiert.

    „Ich war wirklich beeindruckt von der Qualität der Präsentationen. Jedes Projekt war gut vorbereitet und wurde professionell vorgestellt, mit einem klaren Business Case für Swiss Prime Site“, wird Victor Wolff Casado zitiert, Digital Project Manager bei Swiss Prime Site. „Das einzigartige Start-up-Netzwerk und die Fachkompetenz von Venturelab helfen uns dabei, Innovationen in einem systematischen und schnellen Prozess voranzutreiben.“ 

  • Baubranche zeigt Vorbildfunktion bei Qualität, Innovation und Tradition

    Baubranche zeigt Vorbildfunktion bei Qualität, Innovation und Tradition

    Die Maulini SA ist laut einer Mitteilung am 27. November mit dem Prix SVC Genève 2025 ausgezeichnet worden. Das 1910 gegründete Unternehmen beschäftigt rund 270 Mitarbeitende. Es ist im Neubau von Wohn-, Industrie- und Verwaltungsgebäuden sowie in der Renovation, Transformation und Dämmung von denkmalgeschützten und zeitgenössischen Gebäuden in Genf und in der Region tätig. Seit zehn Jahren bietet das Unternehmen zudem Leistungen als Generalunternehmer an.

    Die Jury des Prix SVC war beeindruckt von der Geschichte des Familienunternehmens mit seinen vier Generationen sowie vom Engagement der Teams und der Geschäftsleitung. „In einem Bereich, in dem es nicht einfach ist, Innovation im Alltag zu verankern, konnten wir die Entwicklung eines Familienunternehmens beobachten, das sich konsequent um seine Auswirkungen und seine Nachhaltigkeit bemüht.“, wird die Jurypräsidentin Sophie Dubuis in der Mitteilung zitiert. „Dieser Preis würdigt seine starke lokale Verankerung, seinen Innovationsgeist und seine Exzellenz.“

    Der Swiss Venture Club (SVC) verlieh den Prix SVC Genève bereits zum dritten Mal. An der Preisverleihung im Bâtiment des Forces Motrices in Genf nahmen mehr als 700 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Medien teil. Ziel der Veranstaltung sei es, „die unternehmerische Vielfalt der Region ins Licht zu rücken“, heisst es in der Mitteilung.

    Zu den weiteren Finalisten gehörten der Uhrenzulieferer Fiedler SA in Carouge GE, der Landschaftsbauer Jacquet SA und die Physiotherapie La Colline Gruppe in Genf sowie die Pneus Claude SA in Satigny GE.

  • Elektrochemischer Durchbruch im Kampf gegen Altlasten

    Elektrochemischer Durchbruch im Kampf gegen Altlasten

    Forschenden der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) ist laut einer Mitteilung ein Durchbruch bei der Altlastensanierung von Schadstoffen wie DDT und Lindan gelungen. Hierbei handelt es sich um persistente organische Schadstoffe, sogenannte POP. Dies sind giftige Chemikalien, die in den 40er bis 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vielfältig zum Einsatz kamen. Sie werden nur sehr langsam abgebaut und lassen sich mittlerweile in der Nahrungskette von Mensch und Tier finden. Das Universitätsteam unter der Leitung von Bill Morandi, Professor für synthetische organische Chemie, hat jetzt ein neuartiges elektrochemisches Verfahren entwickelt, dass diese Umweltgifte vollständig enthalogeniert und in unschädlichem Salz bindet. Die zurückbleibenden organischen Kohlenwasserstoffe lassen sich in die Kreislaufwirtschaft einbringen und dienen damit der chemischen Industrie als wertvolle Grundstoffe.

    „Wir wollten eines der grössten Umweltprobleme des letzten Jahrhunderts lösen. Es kann nicht sein, dass man den Schmutz den künftigen Generationen überlässt“, wird Alberto Garrido-Castro, Elektrochemie-Spezialist und ehemaliger Postdoc der Gruppe, in der Mitteilung zitiert. Denn die Sanierung solcher Altlasten in Böden, Gewässern und Deponien sieht das ETH-Team als eine der grossen offenen Fragen des Umweltschutzes. Der Abbau dieser Chemikalien mittels elektrochemischer Verfahren wird bereits seit Längerem untersucht. Der entscheidende Durchbruch, so die Mitteilung, gelang den Forschenden der ETH jetzt mit dem Einsatz von Wechselstrom bei der Elektrolyse. „Sie spaltet die Halogenatome in harmlose Salze wie NaCl (Kochsalz) und erzeugt gleichzeitig wertvolle Kohlenwasserstoffe“, erklärt Morandi. Bei den Kohlenwasserstoffen handelt es sich um Benzol, Diphenylethan oder Cyclododecatrien. Chemikalien, die für die Herstellung von Kunststoffen, Lacken oder Beschichtungen zum Einsatz kommen und damit der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft dienen.

    Eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung: Das neue Verfahren kann nicht nur auf Reinstoffe, sondern auch auf Gemische aus kontaminierten Böden, Erde oder Schlamm angewendet werden. Dabei denken die Forschenden an mobile Anlagen, die vor Ort eingesetzt werden können, damit entfiele der Transport dieser Gefahrstoffe. Ein Prototyp ist bereits erfolgreich getestet.

  • Zukunftsareal im Norden Basels schafft Wohn- und Arbeitsraum

    Zukunftsareal im Norden Basels schafft Wohn- und Arbeitsraum

    Das Klybeck-Areal im Dreiländereck von Basel soll ein moderner Stadtteil am Rheinufer werden. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, haben die Planungspartner Kanton Basel-Stadt, Swiss Life und Rhystadt hierzu das Richtprojekt klybeckplus initiiert, welches die Grundlage für die Nutzungsplanung bildet.

    Das etwa 30 Hektaren grosse Areal soll ein von Wohnanlagen, Wirtschaftsgebäuden und Parkanlagen durchmischter Stadtteil werden. Dabei soll Wohnraum für 8500 Menschen geschaffen werden. Gemäss der Planung soll ein Drittel der Wohnungen gemeinnützig zur Kostenmiete zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen 7500 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die beiden Eigentümer Swiss Life und Rhystadt werden für die Umbauten 3 Milliarden Franken investieren, heisst es in der Mitteilung.

    „Das konkretisierte Richtprojekt, wie es nun vorliegt, bietet eine gute Voraussetzung, um das enorme Potential des Areals zu realisieren und für die Bevölkerung und die ganze Region viel und vor allem langfristigen Mehrwert zu schaffen“, wird Christian Mutschler von Rhystadt in der Mitteilung zitiert. Jürgen Friedrichs von Swiss Life ergänzt: „Das Richtprojekt zeigt, wie die vielfältigen Ziele von Wohn- bis Freiraum vereint werden können und gleichzeitig die bauliche, raumplanerische und ökonomische Machbarkeit gesichert bleibt.“ Regierungspräsident Conradin Cramer zeigt sich überzeugt, mit dem Projekt ein „attraktives neues Stück Stadt zum Wohlergehen der Bevölkerung“ zu schaffen. 

  • Innovation für die Gebäudesanierung setzt europaweit neue Massstäbe

    Innovation für die Gebäudesanierung setzt europaweit neue Massstäbe

    HeiQ erhält für seine Xpectra-Technologie den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Produkte, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Beschichtung wird auf Gebäude aufgesprüht und reflektiert bis zu 74 Prozent der Wärmestrahlung. Die Sprühbeschichtung erleichtere insbesondere die Nachrüstung im Gebäudebestand, heisst es von der Jury: „Mit der Auszeichnung hebt die Jury eine Innovation hervor, die zeigt, wie durch materialeffiziente Technologien die energetische Sanierung von Gebäuden vereinfacht und beschleunigt werden kann und so ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird.“

    Xpectra wird innerhalb der Schlieremer HeiQ-Gruppe von der im deutschen Regensburg ansässigen HeiQ Xpectra GmbH betreut. HeiQ wird den Preis am 4. Dezember in Düsseldorf entgegennehmen. Das Unternehmen plant nun die Skalierung der Technologie in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum. „Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist ein Erfolgsbeispiel für HeiQ als Innovator von Deep-Tech-Materialien und für unser gemeinsames Engagement für Innovation und Nachhaltigkeit“, wird Oliver Zech zitiert. Er ist Vorstandsvorsitzender der ebenfalls in Regensburg ansässigen HeiQ RAS AG. „Die Auszeichnung stärkt unsere Position auf dem Markt und eröffnet uns neue Möglichkeiten für die gemeinsame Vermarktung.“

    HeiQ ist eine Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, hat seinen Sitz im IJZ Innovations- und Jungunternehmerzentrum und ist Mitglied von Start Smart Schlieren.

  • Strategisches Wachstumsprogramm setzt auf Digitalisierung und Effizienz

    Strategisches Wachstumsprogramm setzt auf Digitalisierung und Effizienz

    Sika hat ein strategisches Wachstumsprogramm vorgestellt. Das weltweit operierende Unternehmen für Spezialchemie mit Sitz in Baar will mit dem Fast-Forward-Programm sowohl Investitionen als auch an anderer Stelle Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich vornehmen, heisst es in einer Mitteilung.

    So will Sika im Bereich digitaler Transformation 120 bis 150 Millionen Franken investieren. Für effiziente Strukturanpassungen in China und anderen Märkten wird für das laufende Jahr mit einem Umfang von 80 bis 100 Millionen Franken gerechnet. Parallel zu den Investitionen will das Unternehmen in verschiedenen Bereichen jährlich 150 bis 200 Millionen Franken einsparen, mit „voller Wirkung ab 2028″. Zudem bestätigt Sika seine Strategie 2028 und damit ein angestrebtes Umsatzwachstum zwischen 3 und 6 Prozent.

    „Sika lanciert das Fast Forward-Programm aus einer Position der Stärke. Wir verzeichnen die höchste Gewinnmarge unserer Unternehmensgeschichte und machen Sika mit Fast Forward fit für die Zukunft“, wird Thomas Hasler, CEO von Sika, in der Mitteilung zitiert. „Wir investieren gezielt in Digitalisierung und Effizienz, um weltweit noch näher an unseren Kunden zu sein. Unser Ziel ist es, digitaler Spitzenreiter in unseren Märkten zu werden – als Grundlage für weiteres Wachstum und zur langfristigen Stärkung unserer hohen Profitabilität.“

  • Umbau schafft modernen Raum für Forschung und Lehre in Zürich

    Umbau schafft modernen Raum für Forschung und Lehre in Zürich

    Das Careum Hochhaus wurde nach rund zweieinhalb Jahren Umbauzeit Mitte November offiziell eingeweiht. Somit ist laut einer Mitteilung der federführenden Careum Stifung aus dem ehemaligen Schwesternhochhaus des Universitätsspitals Zürich (USZ) ein moderner Arbeits- und Begegnungsort für Bildung und Gesundheit geworden. Hierdurch werde in Zürich auf 17 Stockwerken mehr Raum für den geplanten Ausbau im Bereich Medizin geschaffen, heisst es. Bei der Einweihung wurde dies unter anderem mit der Bildungsdirektorin des Kantons Zürich, Silvia Steiner, und der Direktorin der Universitären Medizin Zürich, Beatrice Beck Schimmer, gefeiert.

    Die Careum Stiftung hat mit dem USZ eine Mietvereinbarung über 40 Jahre mit Option auf Verlängerung abgeschlossen. Es stehen nun 6000 Quadratmeter Nutzfläche mit der Möglichkeit auf 350 Arbeitsplätzen zur Verfügung. Die Stiftung selbst, die Aus- und Weiterbildungen im Gesundheitswesen anbietet, will drei der 17 Stockwerke selbst nutzen. Etwa werden der Careum Verlag und das Careum Zentrum für Gesundheitskompetenz Räume beziehen. Die übrigen Flächen seien an Institute der Universitären Medizin Zürich vermietet, heisst es.

    „Damit erweitern wir unseren Campus und schaffen zusätzlichen Raum für Vernetzung und Inspiration zwischen Disziplinen und Institutionen. Ganz im Sinne unseres Stiftungszwecks nutzen wir das Potenzial im Zürcher Hochschulquartier, um Bildung und Forschung im Gesundheitswesen weiter zu fördern und einen Beitrag zur Gesundheitsversorgung zu leisten“, wird Careum-Stiftungspräsident Hans Werner zitiert.

    Der historische Charakter spielte laut einer Dokumentation bei der Sanierung eine zentrale Rolle. So seien zwei Stockwerke im Originalzustand belassen worden. Die verantwortlichen Fachleute von Bhend & Schlauri Architekten haben gemäss Mitteilung eng mit der Denkmalpflege der Stadt Zürich zusammengearbeitet. 

  • Aufzugstechnik stärkt die Entwicklung der Destination Andermatt

    Aufzugstechnik stärkt die Entwicklung der Destination Andermatt

    Als Partner von Andermatt Swiss Alps hat der finnische Aufzug- und Rolltreppenhersteller KONE laut einer Mitteilung seit 2011 hundert Anlagen realisiert. Im Rahmen des Entwicklungsprojekts von Samih Sawiri für die Destination würden 1,7 Milliarden Franken investiert; dabei werde auf langfristige Partnerschaften gesetzt. Personen- und Lastenaufzüge von KONE liefen inzwischen in Luxushotels, Villen und Apartmenthäusern vor Ort. Zudem zeichne sich das Unternehmen mit Schweizer Sitz in Brüttisellen für neue Fahrtreppen und einen Fahrsteig im Bahnhof Andermatt verantwortlich.

    Bei den installierten Personenaufzügen handelt es sich laut der Mitteilung zu einem grossen Teil um die Modelle KONE MonoSpace 500 DX und KONE MonoSpace 700 DX, bei den Lastenaufzügen um TranSys DX. Zudem seien etwa für das Fünf-Sterne-Hotel Chedi Andermatt kundenspezifisch Aufzüge angefertigt worden.

    Nachhaltigkeit habe im Sinne von Energieeffizienz, -rückgewinnung und Lebensdauer bei allen Projekten eine wichtige Rolle gespielt, heisst es. Das entspreche nicht nur der Andermatt-Responsible-Initiative, sondern auch den Prinzipien von KONE. Angeführt wird, dass KONE vom Fachmagazin „Corporate Knights“ 2025 unter die 20 nachhaltigsten Unternehmen Europas gewählt wurde.

    Ein Projekt dieser Grösse und Dauer kann laut Jan-Eric Mahnkopf von Andermatt Swiss Alps nur mit starken, langfristigen Partnerschaften erfolgreich umgesetzt werden. „Mit KONE haben wir einen technologisch führenden und zugleich flexiblen Partner an unserer Seite, der unsere hohen Anforderungen an Qualität, Design und Effizienz seit Jahren zuverlässig erfüllt“, wird Mahnkopf als Bauprojektleiter zitiert.

    Diese Langfristigkeit hat laut KONE den Vorteil, Planung und Logistik zu optimieren, immer ausreichend Material und Personal vor Ort zu haben. „Die kollaborierenden Teams sind perfekt eingespielt, man kennt die Bedürfnisse und die Anforderungen des Partners“, heisst es von Lukas Lehmann, dem verantwortlichen KONE-Verkaufsleiter.

  • Vorteile von intelligenten Gebäudesystemen

    Vorteile von intelligenten Gebäudesystemen

    Pförtner, Telefonistin und Aufzugführer – drei Beispiele für Berufe, die früher für den Betrieb von Gebäuden unerlässlich waren, heute aber weitgehend ausgestorben sind. Zugangskontrolle, Telekommunikation, Lift und viele weitere Bereiche funktionieren längst automatisiert. Mit der Digitalisierung entwickeln sich Immobilien immer mehr in Richtung von «Smart Buildings». Welche Vorteile sich daraus ergeben können und inwiefern damit auch Herausforderungen verbunden sind, zeigt der Blick auf die Gebäudeautomation.

    Gewerke vernetzen
    Durch die Digitalisierung kann die Gebäudeautomation zuvor weitgehend autark agierende Gewerke zu einem vernetzten System zusammenführen. Ein kontinuierlicher Datenaustausch und optimierte Prozesse steigern den Komfort für die Nutzenden ebenso wie die Energieeffizienz. In der Praxis sei dieser integrale Ansatz allerdings noch mit gewissen Herausforderungen verbunden, sagt Turan Babuscu, Head of Automation bei Siemens Schweiz. «Die Abstimmung zwischen den Gewerken erfolgt oft zu spät in einem Bauprojekt.» Dies betrifft beispielsweise die Definition der Schnittstellen und das Klären von Verantwortlichkeiten – Themen, die möglichst früh in der Planungsphase diskutiert werden sollten. «Nur wenn die integrale Zusammenarbeit von Anfang an klar festgelegt ist, kann die Digitalisierung ihr volles Potenzial entfalten», bekräftigt Babuscu.

    Höhere Effizienz, mehr Komfort
    Die Vorteile einer gelungenen integrierten Gebäudeautomation zeigen sich beispielsweise bei der Betriebseffizienz. Werden Daten systematisch erfasst und ausgewertet, lassen sich Energieverbräuche reduzieren, Störungen frühzeitig erkennen und bedarfsgerechte Wartungszyklen entwickeln. Die gebäudetechnischen Systeme benötigen so weniger Energie und haben eine längere Lebensdauer – zwei Aspekte, die für Eigentümerschaften und Betreibende sowohl aus ökologischen wie auch aus ökonomischen Gründen interessant sind.

    Damit in einem Gebäudeautomationssystem alle Gewerke vernetzt und aufeinander abgestimmt werden können, muss das Thema schon in einer frühen Planungsphase einbezogen werden. (Foto: Siemens Schweiz)

    Für Nutzerinnen und Nutzer steht demgegenüber vor allem der höhere Komfort im Fokus, den eine durchgängige Gebäudeautomation erlaubt. Ein Beispiel dafür ist die Anpassung von Raumtemperatur, Beleuchtung und Luftqualität an die Nutzung, die Tageszeit und die Belegung, sodass sich ein gesünderes und produktiveres Innenraumklima ergibt.

    KI wirkt unterstützend
    In den kommenden Jahren werde die Vernetzung verschiedener Systeme innerhalb eines Gebäudes weiter zunehmen, prognostiziert Babuscu. «Dafür braucht es offene, sichere Protokolle wie BACnet/SC oder KNX Secure, die eine hindernisfreie verschlüsselte Kommunikation zwischen den Gewerken und den Cloud-Diensten ermöglichen.» Und wie steht es mit der künstlichen Intelligenz (KI)? «Sie hat bereits heute einen festen Platz in der Gebäudeautomation», sagt Babuscu. «Viele Systeme nutzen lernende Algorithmen, um das Verhalten des Gebäudes zu verstehen und automatisch zu optimieren.» Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. KI dürfte in Zukunft vermehrt selbst Entscheidungen treffen, etwa indem sie die beste Betriebsstrategie oder den optimalen Zeitpunkt für die Wartung festlegt. Wichtig ist, dass der Einsatz der KI transparent, nachvollziehbar und sicher gestaltet wird, um die Akzeptanz der Beteiligten zu erlangen.

    Weitere Informationen:
    https://www.swissbau.ch/de/c/vorteile-von-intelligenten-gebaeudesystemen.74100

  • Baueinsprachen Bundesrat will härter durchgreifen

    Baueinsprachen Bundesrat will härter durchgreifen

    Eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen und des Bundesamts für Raumentwicklung zeigt, Einsprachen und Rekurse sind der häufigste Grund, weshalb Wohnbauprojekte verzögert oder gar verhindert werden. Das treibt Kosten in die Höhe, bremst die Bautätigkeit und trägt zur Verschärfung der Wohnungsknappheit bei. Problematisch sind insbesondere Fälle, in denen Einsprachen nicht dem Schutz öffentlicher Interessen dienen, sondern primär private Vorteile sichern oder als Druckmittel eingesetzt werden. Wie etwa wenn für den Rückzug einer Beschwerde Geld verlangt wird.​

    Neue Regeln gegen Rechtsmissbrauch
    Mit der Motion «Missbräuchliche Baueinsprachen sanktionieren» soll der Bundesrat beauftragt werden, eine Grundlage zu schaffen, um Einsprecherinnen und Einsprecher ohne schutzwürdiges Interesse oder mit klar rechtsmissbräuchlicher Absicht zu Kosten- und gegebenenfalls Schadenersatzzahlungen zu verpflichten. Der Bundesrat ist bereit, die bestehenden Sanktionsmöglichkeiten zu prüfen und auszuloten, wie weit er gestützt auf Artikel 75 BV im Raumplanungsgesetz Leitplanken zur Einsprachelegitimation und zu den Folgen missbräuchlicher Einsprachen vorgeben kann. Die konkrete Ausgestaltung der Verfahren soll weiterhin bei den Kantonen liegen, aber innerhalb eines bundesrechtlichen Rahmens erfolgen.​

    Heikle Abgrenzung und offene Risiken
    Juristen weisen darauf hin, wie schwierig es in der Praxis ist, eine Einsprache klar als missbräuchlich zu qualifizieren. Finanzielle Abgeltungen für den Rückzug eines Rechtsmittels können etwa legitim sein, wenn Nachbarn auf Aussicht, Ruhe oder andere Positionen verzichten. Zudem warnen Akteure wie der Schweizer Heimatschutz davor, dass strengere Hürden und Sanktionsdrohungen den Schutz von Ortsbild und Denkmälern schwächen könnten. Insbesondere in Kantonen ohne Verbandsbeschwerderecht, wo Nachbarn oft als letzte Schutzinstanz auftreten. Das Parlament wird deshalb einen Balanceakt vollziehen müssen. Die Verfahren beschleunigen und Missbrauch eindämmen, ohne berechtigte Einsprachen und demokratische Mitsprache zu entwerten.

  • Alle Gebäude der Welt im 3D-Modell

    Alle Gebäude der Welt im 3D-Modell

    Der GlobalBuildingAtlas umfasst rund 2,75 Milliarden digitale Gebäudemodelle und ist damit die bisher umfangreichste Sammlung räumlich expliziter Baudaten. Erfasst sind alle Gebäude, für die im Jahr 2019 geeignete Satellitenbilder vorliegen. Die 3D-Modelle weisen eine räumliche Auflösung von 3×3 Metern auf und sind damit etwa 30-mal feiner als frühere globale Datensätze. Entwickelt wurde der Atlas von einem Team um Prof. Xiaoxiang Zhu, Inhaberin des Lehrstuhls für Datenwissenschaft in der Erdbeobachtung an der TUM, das Fernerkundung, Künstliche Intelligenz und datengetriebene Stadtforschung in einem globalen Ansatz verbindet.​

    Detaillierte 3D-Modelle und globale Abdeckung
    Von den 2,75 Milliarden Einträgen liegen für rund 2,68 Milliarden standardisierte LoD1-3D-Modelle vor, die Grundform und Höhe der Gebäude in vereinfachter Geometrie abbilden. Damit lassen sich Volumina berechnen, Stadtstrukturen analysieren und Siedlungsmuster weltweit vergleichbar machen. Besonders wichtig ist die systematische Abdeckung bisher unterrepräsentierter Regionen wie Afrika, Südamerika und ländliche Räume, die nun mit derselben Genauigkeit wie dichte Metropolen erfasst sind.​

    Werkzeug für Planung, Klima und Risiko
    Die Daten ermöglichen es, Wachstumsdynamiken in schnell wachsenden Städten zu untersuchen, stark verdichtete Quartiere mit potenziell angespanntem Wohnraum zu identifizieren und den Infrastrukturbedarf präziser zu bestimmen. Forschende und Verwaltungen können damit Indikatoren entwickeln, die zeigen, wo der Ausbau von Verkehr, Energie- und Wassernetzen, zusätzlicher Wohnraum oder Klimaanpassungsmassnahmen besonders dringlich sind. Gleichzeitig schafft der GlobalBuildingAtlas ein global einheitliches Referenzsystem, das Analysen zu Urbanisierung, Energieverbrauch und Katastrophenrisiken auf vergleichbarer Datengrundlage erlaubt.

  • Zirkulär bauen mit Schilf

    Zirkulär bauen mit Schilf

    Das Wohnhaus von Marina Rosa und Jacobus van Hoorne, entworfen von Gilbert Berthold, Architekt und wissenschaftlicher Assistent an der BFH, sticht in einer Einfamilienhaussiedlung am Neusiedler See bewusst heraus. Es kombiniert einen konsequenten Holzbau mit einem markanten Schilfdach und setzt damit auf lokale, nachwachsende Rohstoffe mit tiefem ökologischem Fussabdruck. Die zahlreichen Auszeichnungen, vom Bauherrinnenpreis der Zentralvereinigung österreichischer Architektinnen über den Architekturpreis des Landes Burgenland bis zum Newcomerpreis «Häuser des Jahres», unterstreichen den Vorbildcharakter des Projekts.

    Schilf als Hochleistungsbaustoff
    Jacobus van Hoorne, ursprünglich Teilchenphysiker am CERN, hat den Schilfschneider- und Schilfdachdeckerbetrieb seines Vaters übernommen und zum Innovationslabor weiterentwickelt. Gemeinsam mit Berthold entwickelte er einen Dachaufbau, der strenge Brandschutzauflagen erfüllt und durch Realbrandversuche behördlich zugelassen wurde. Ein Meilenstein für Schilf im Neubau, auch im dicht besiedelten Raum. Die sanft gekrümmten Dachflächen folgen der Materiallogik. Jeder zusätzliche Neigungsgrad verlängert die Lebensdauer des Daches, die Konstruktion macht die Qualitäten des Naturmaterials sichtbar und lesbar.

    Geometrie, Material und Raum als Einheit
    Der Grundriss des Hauses folgt einem s-förmigen Verlauf, der aus der Drehung des zentralen Wohnraums entsteht. Herzstück ist ein zweigeschossiges, lichtdurchflutetes Atrium, das sich zum Garten öffnet und über Terrassen eng mit dem Aussenraum verknüpft. Kompakt organisierte Funktionsräume schaffen Spielraum für grosszügige Aufenthaltszonen. Das Zusammenspiel von Schilfdach und naturbelassener Eichenholzfassade verbindet Baukörper und Landschaft. Das Dach wird zum gestaltprägenden Element und zu einer zeitgemässen Interpretation traditioneller Handwerkskunst.

    Reallabor für biobasierte Materialien
    Für Gilbert Berthold markierte das Projekt den Start in die Selbstständigkeit und zugleich ein reales Versuchsfeld für nachhaltiges Bauen. Das Haus dient heute als Wohnort, Studienobjekt und Ausstellungsraum zugleich. Es liefert Daten zu Energieeffizienz, Raumklima und zum Langzeitverhalten biobasierter Baustoffe. Im Kontext der BFH fügt es sich in die Forschung zu pflanzenbasierten Materialien wie Stroh, Flachs, Hanf oder Myzel ein und zeigt, dass Schilf nicht nur als Dämmstoff, sondern in architektonischer Hauptrolle bestehen kann.

    Symbol für eine regenerative Baukultur
    Das Projekt macht anschaulich, wie zirkuläres Bauen mit regionalen Ressourcen bereits heute umgesetzt werden kann. Es zeigt Studierenden und Fachleuten, dass regenerative Architektur nicht Zukunftsvision, sondern gebaute Realität ist. Mit Schilf als starkem Symbol für eine Baukultur, die Natur, Technik und Gesellschaft neu zusammendenkt.

  • Bassersdorf plant den nächsten Wachstumsschritt

    Bassersdorf plant den nächsten Wachstumsschritt

    Heute arbeiten auf dem Areal Pöschen, Gmeindwisen rund 90 Personen auf über 90’000 Quadratmetern. In den nächsten 20 Jahren sollen dort 600 bis 800 neue Arbeitsplätze entstehen und Wohnraum für rund 1’200 Menschen geschaffen werden.
     Mit der weitergehenden Umnutzung aller Parzellen ist zusätzlich Platz für 100 bis 200 weitere Arbeitsplätze und rund 300 zusätzliche Einwohnende vorgesehen. Die Grundlage dafür bildet die Umzonung in eine fünfgeschossige Wohn- und Gewerbezone mit Gestaltungsplanpflicht, die seit Februar 2024 rechtskräftig ist. Die Entwicklung erfolgt etappenweise und über mehrere Jahrzehnte, bestehende Gewerbebetriebe behalten ihren Platz.

    Verkehr, ÖV und «autoarmes» Konzept
    Im Dialog mit der Bevölkerung stand der Verkehr im Zentrum. Gefragt wurde nach Parkierung, Erschliessung und der Zukunft des Busbahnhofs. Das Planungsteam betonte die klare Ausrichtung auf den öffentlichen Verkehr. Das Quartier soll keinen Durchgangsverkehr aufnehmen, Autos der Bewohnenden werden in Tiefgaragen parkiert, neue Park-and-Ride-Flächen sind nicht vorgesehen. Trotz Gebietsentwicklung bleibt die geplante Umfahrungsstrasse möglich. Die Verantwortlichen rechnen damit, eher eine jüngere, stärker ÖV-orientierte Bewohnerschaft anzuziehen.

    Grünräume, Quartierleben und Etappierung
    Die rund 50 Anwesenden nahmen insbesondere die grosszügigen Grün- und Freiräume, Plätze und Verbindungswege positiv auf. Das Siegerprojekt strukturiert das Gebiet in klar erkennbare Nachbarschaften, mit einem lärmabschirmenden Riegel entlang der Zürichstrasse, Arbeitsplatzorientierten Nutzungen zu den Gleisen hin und dazwischen vielfältigen Wohnlagen. Diese Gliederung erleichtert die Umsetzung in Etappen. Mit einer vollständigen Realisierung wird in zehn bis fünfzehn Jahren gerechnet.

    Politischer Rückhalt und Mitwirkung
    Gemeindepräsident Christian Pfaller und die Grundeigentümer bekräftigten ihre Unterstützung für das Siegerprojekt und den langfristigen Aufbau eines vielseitigen, nachhaltigen Quartiers. Da die Gemeinde selbst kein Land besitzt, ist sie auf kooperatives Vorgehen mit den Eigentümerschaften angewiesen. Ein Schulhaus wird nicht benötigt. Vorgesehen sind Kindergarten- und Tagesstrukturen, in die sich die Gemeinde einkaufen will. Mit der Bau- und Zonenordnung 2022 hat die Stimmbevölkerung der Transformation zur Mischzone grundsätzlich zugestimmt, gleichzeitig aber eine Gestaltungsplanpflicht verankert. Der aktuelle Mitwirkungsanlass ist Teil dieses Verständigungsprozesses. Die Rückmeldungen fliessen nun in das Richtprojekt ein, das die Basis für den öffentlichen Gestaltungsplan bildet, die voraussichtlich im nächsten Jahr erneut diskutieren wird.

  • Schweiz Elektromobilität neu denkt

    Schweiz Elektromobilität neu denkt

    Das Prinzip ist vom Smartphone bekannt. Eine Senderspule überträgt ganz ohne Stecker, Energie per Magnetfeld an eine Empfängerspule. Beim Elektroauto bedeutet das, parkieren genügt, der Ladevorgang startet automatisch. Im Pilotprojekt «INLADE» testeten die Empa und der Energieversorger Eniwa AG diese Technologie erstmals unter Schweizer Alltagsbedingungen. Unterstützt wurde das Vorhaben vom Bundesamt für Energie sowie den Kantonen Zürich und Aargau.

    Praxistest bestanden
    Selbst bei Schnee, Regen und leichten Parkabweichungen erreicht das induktive Laden einen Wirkungsgrad von rund 90 Prozent, vergleichbar mit dem klassischen Kabel. Die AMAG und weitere Partner rüsteten bestehende Fahrzeuge mit Empfängerspulen aus und integrierten Schnittstellen für das Lademanagement. Nach umfangreichen Sicherheitstests erhielten die Fahrzeuge eine Einzelzulassung für Schweizer Strassen. Weltweit gehören sie zu den ersten alltagstauglichen E-Autos mit induktivem System.

    Mobile Speicher für die Energiewende
    Die eigentliche Revolution liegt im Potenzial. Elektroautos stehen durchschnittlich 23 Stunden am Tag still. Wären sie während dieser Zeit automatisch mit dem Netz verbunden, könnten ihre Batterien Schwankungen im Stromnetz ausgleichen und erneuerbare Energien stabilisieren. Bidirektionales Laden, also das Zurückspeisen von Strom ins Netz, funktioniert auch induktiv. Fahrzeuge sind häufiger angebunden, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer aktiv handeln müssen. So wird jeder Parkplatz zum potenziellen Knotenpunkt eines dezentralen Energiesystems.

    Wirtschaftlich attraktiv
    Intelligentes Laden senkt Stromkosten, besonders wenn tagsüber geladen wird, wenn Photovoltaikanlagen viel Energie ins Netz einspeisen. Die Kombination aus Komfort, Effizienz und Netzintegration macht induktives Laden zu einem vielversprechenden Baustein für die Mobilität von morgen.

  • Schweizer Büromarkt unter Druck

    Schweizer Büromarkt unter Druck

    Die verfügbaren Büroflächen in der Schweiz verharren auf 2,12 Millionen Quadratmeter. Ein stabiler Wert auf der Oberfläche. Doch dahinter verbirgt sich eine beunruhigende Entwicklung. Die durchschnittlichen Quartalsumsätze 2025 liegen mit 425’000 Quadratmetern deutlich unter dem Vorjahr (2024: 540’000 m²). Das entspricht einem Rückgang von etwa 21 Prozent. Unternehmen zögern, treffen langsamere Entscheidungen oder ziehen sich aus Anmietungsprozessen zurück.

    Beschäftigung bleibt aus – Kosten steigen
    Die Ursache liegt in der schwachen Arbeitsmarktdynamik. Das Beschäftigungswachstum in typischen Bürobranchen ist von ohnehin mageren 0,3 Prozent im Jahr 2024 auf 0,1 Prozent im dritten Quartal 2025 geschrumpft. Besonders dramatisch zeigt sich die Situation in der Industrie. Hier verschärfte sich der Stellenabbau von minus 0,2 Prozent (2024) auf minus 1,1 Prozent (2025). Hohe amerikanische Importzölle und ein starker Franken belasten Schweizer Unternehmen zusätzlich. Die geplante Zollreduktion könnte Abhilfe bringen, muss es aber noch unter Beweis stellen.

    Zentren halten, Peripherie unter Druck
    Die räumliche Polarisierung auf dem Büromarkt verschärft sich. In den fünf grössten Schweizer Zentren bleibt die Verfügbarkeit niedrig, mit Ausnahme von Basel. In den City Centern liegen die Quoten bei durchschnittlich 3,7 Prozent, in den umliegenden Stadtgebieten bei 3,6 Prozent. Die Vororte hingegen kämpfen mit 9 Prozent Leerstand. Dabei zeigt sich ein Ost-West-Gefälle. Die Westschweizer Vororte haben deutlich mehr Neubautätigkeit erlebt als die Deutschschweiz.

    Risiken für 2026
    Sollten die Flächenumsätze auf diesem tiefen Niveau verharren, droht die Leerstandsquote im kommenden Jahr anzusteigen. Die Stabilität von heute kann schnell zur Bremse von morgen werden, wenn nicht wieder Beschäftigungswachstum und unternehmerische Investitionsbereitschaft zurückkehren.

  • Wasserstoffanlage in Seewen sistiert – Marktentwicklung bleibt entscheidend

    Wasserstoffanlage in Seewen sistiert – Marktentwicklung bleibt entscheidend

    Die ebs Wasserstoff AG sistiert laut einer Mitteilung ihr Projekt zur Herstellung von Wasserstoff am Standort des Belagswerkes in Seewen. Der Absatz und die Wirtschaftlichkeit seien derzeit nicht ausreichend gegeben, begründet sie die Entscheidung. Die Marktsituation werde aber beobachtet. Sollte die Nachfrage steigen, könnte das Projekt wieder aufgenommen werden.

    An der ebs Wasserstoff AG sind der Schwyzer Energieversorger ebs Energie AG zu 60 Prozent, der Strassen- und Tiefbauer A. Käppeli’s Söhne AG Schwyz zu 25 Prozent und der Basler Energieversorger IWB zu 15 Prozent beteiligt. Gemeinsam haben sie 2022 ein Baugesuch für eine Produktionsanlage in Seewen eingereicht.

    Die Anlage sollte laut einer Aufstellung von ebs mit einer Leistung von 5 bis 6 Megawatt Wasserstoff für bis zu 100 Lastwagen am Tag herstellen. Dieser hätte für 11,1 Millionen Lastwagenkilometer pro Jahr gereicht und 7,8 Millionen Kilogramm CO2 eingespart. Die Investitionskosten wurden auf 16,8 Millionen Franken geschätzt.

    Der Wasserstoff hätte zum Teil auch von der ebs Erdgas + Biogas AG in das Gasnetz eingespeist werden können. Die Abwärme aus der Elektrolyse hätte im Belagswerk verwendet werden können.