Autor: immovestuser

  • Gemeinsames Schul- und Sportzentrum

    Gemeinsames Schul- und Sportzentrum

    Die Einwohnerzahlen der Gemeinde sind in den letzten Jahren stark angewachsen, teilt der Bezirk Schwyz mit. Aufgrund dieser Tatsache haben der Bezirksrat Schwyz und der Gemeinderat Arth beschlossen, auf den bezirkseigenen Liegenschaften «Stegweidli» und «Bifang» gemeinsam ein Schul- und Sportzentrum zu realisieren. Die beiden Schulgebäude bilden den Auftakt zum Neubau. Als Sieger des zweistufigen Architekturwettbewerbs ging 2019 das Projekt «Chip & Chap» der BSS Architekten, Schwyz hervor.

    Geplant ist, dass in den zwei oberen Geschossen der Schulbetrieb stattfinden wird, aufgeteilt in acht Klassenzimmer, Gruppenräume, Lehrerzimmer und Vorbereitungsräume. Ebenso werden sich hier das Zimmer für Integrative Förderung (IF), die Niveauzimmer sowie das Teamleiterbüro befinden. Sämtliche Schulräume sind entlang der Aussenfassade angeordnet. Sie werden mit einer natürlichen Lüftung versorgt, und die Räume bieten Tageslicht und Aussicht.

    Die Erstellung einer zentralen Sportanlage und eine Dreifachsporthalle, die auch für grosse Veranstaltungen genutzt werden kann, ergänzt in sinnvoller Weise das Infrastrukturangebot der Gemeinde, schreibt die Gemeinde Arth im Voranschlag 2019. Eine abgestufte Zuschauergalerie ermöglicht den Überblick über die gesamte Sporthalle, erklären die Projektverantwortlichen. Auf der linken Seite angeordnet sind der Abgang zu den Umkleideräumen und die Zugänge zu den Sporthallen. Diese sind klar sichtbar und von der Schulnutzung abgetrennt. Daneben befinden sich Multifunktionsräume, die weitere Nutzungen zulassen. Die Fertigstellung der beiden Bauten ist für Sommer 2021 geplant. ■

  • Entwicklung Areal ehemaliges Kantonsspital

    Entwicklung Areal ehemaliges Kantonsspital

    Die zu bebauende Fläche befindet sich nur wenige Gehminuten von der Zuger Altstadt entfernt und verfügt über ein hervorragendes Entwicklungspotenzial, schreibt das Hochbauamt des Kantons Zug in einer Mitteilung. Für das Areal besteht ein rechtsgültiger Bebauungsplan. Dieser umfasst verschiedene Baubereiche mit öffentlichen Nutzungen, Gastronomie- und Hotelnutzungen, Wohnungen sowie Wohnen im Alter. In einem zweistufigen Wettbewerbsverfahren soll ein geeignetes Team aus Investoren, Betreibern und Planern evaluiert werden, um ein konkurrenzfähiges Baurechtsangebot sowie das beste Bebauungskonzept für das Areal zu finden.

    Verbindliche Offerte einreichen
    In der laufenden Phase 1b «Engere Auswahl» würden die aus der Phase 1a «Präqualifikation» selektierten Teams die Möglichkeit erhalten, ihre Vorschläge weiter zu vertiefen und eine verbindliche Offerte zum Baurecht einzureichen. Nach rechtskräftigem Abschluss des Baurechtsvertrags sowie der Entwicklungsvereinbarung zwischen dem Kanton und dem Investor des Siegerkonzepts übernimmt dieser die Verantwortung für die Durchführung der Stufe 2 «Architekturwettbewerb/Studienauftrag». Dabei soll das Projekt evaluiert werden, welches die Rahmenbedingungen des Bebauungsplans sowie des ausgewählten Entwicklungskonzepts aus der 1. Stufe umzusetzen vermag, schreibt das Hochbauamt weiter. ■

    Kontakt

    Baudirektion Kanton Zug
    Hochbauamt
    Telefon +41 (0) 41 728 54 00
    Info.hba@zg.ch
    www.zg.ch/hochbauamt

  • Alle Branchenteilnehmer müssen für Veränderung bereit sein

    Alle Branchenteilnehmer müssen für Veränderung bereit sein

    Was genau ist Building Information Modeling?
    Wörtlich übersetzt heisst BIM Gebäudeinformationsmodellierung – das trifft es schon relativ gut. Mittels BIM ist man in der Lage, neben der digitalen Planung und Ausführung von Projekten die notwendigen Daten für den Betrieb zu bestimmen und weiterzuverwenden. Dabei arbeitet man mit dreidimensionalen Modellen, die nichts anderes sind als visuell dargestellte Datenbanken. Das tönt jetzt kompliziert, ist es aber gar nicht, es ist nur eine neue Art des Arbeitens. Hatten wir früher zweidimensionale Pläne, sind es nun dreidimensionale digitale Gebäudemodelle. Wichtig ist, dass jeder Beteiligte auf die gleichen Daten zugreifen kann, neudeutsch: Single Source of Truth. Man kann sich also darauf verlassen, dass die in Datenbanken gespeicherten Daten nicht nur aktuell sind, sondern auch korrekt und natürlich relevant für die Weiterbearbeitung. Darin liegt auch der grösste Nutzen.

    Weshalb haben sich die SBB dazu entschieden, bei Bauprojekten BIM zu nutzen?
    Wir sehen hier deutliches Potenzial in der Datenweiterverarbeitung und im gesamten Wertschöpfungsprozess. Die SBB rechnen nachhaltig mit einer Reduktion der kapitalgebundenen Ausgaben für Planung, Realisierung sowie Bewirtschaftung von Immobilien. Dies gilt natürlich auch für die gesamte Bahninfrastruktur im Besitz der SBB.

    Weiter können wir sehr stark auf die CO2-Reduktion hinwirken, da wir z.B. aufgrund der Daten simulieren können, wie der Betrieb sich über die nächsten 20, 25 und mehr Jahre entwickelt. Weiter kann man Projekte untereinander vergleichen und somit auch von anderen Projekten lernen. So schaffen wir Transparenz über den gesamten Lebenszyklus.

    Wie wird BIM konkret beim Bau des Letziturm-Projekts eingesetzt?
    Der Letziturm war eines der ersten Hochbauprojekte von SBB Immobilien, das mit BIM gestützten Methoden und Arbeitsweisen umgesetzt wird. Es ist auch ein Lernprojekt für die Bewirtschaftungsphase. Die Planung und die Realisierung eines solchen Projekts sind in zehn Jahren abgeschlossen, wir bewirtschaften das Gebäude aber mindestens viermal länger. So werden wir aus den Erkenntnissen beim Letziturm zum Beispiel Materialbemusterungen durchführen. Wir sind dabei, Planfreigaben über die Kollaborationsplattformen umzusetzen. Wir haben viel gelernt, was wir in der Optimierung von Planung und Realisierung einsetzen können – und das sehen wir als einen ersten wichtigen Schritt.


    «Es geht nicht mehr allein als Bauherr.»

    Welches Resümee ziehen Sie Stand heute vom Einsatz von BIM?
    Wir haben das Potenzial von BIM für die SBB früh erkannt und mit dem dafür ins Leben gerufenen Konzernprogramm BIM@SBB die Entwicklung aktiv gestossen. So haben wir bereits wichtige Fortschritte erzielt. Das Programm BIM@SBB beruht auf vier Pfeilern, die einander bedingen: Entwicklung, Erprobung, Normierung und auf der konkreten Mitnahme der Branche. Wir teilen all unser Wissen und unsere Erfahrung mit unseren Partnern an Veranstaltungen und nehmen Inputs vom Markt auf, die wir konkret in die Entwicklung einfliessen lassen. Wir binden unsere Community ein. Es geht nicht mehr allein als Bauherr, es braucht ein starkes, gemeinsames Miteinander. Das zeigt sich auch in der Befähigung der Mitarbeitenden. Wir spüren ein sehr grosses Interesse der Mitarbeitenden, sie wollen gemeinsam voneinander lernen. Das ist wahnsinnig spannend und lehrreich für alle Beteiligten

    Wo liegen die Vorteile?
    Natürlich verändert eine nun datengestützte Umsetzung die Art und Weise, wie wir mit unseren Partnern zusammenarbeiten und die Projekte in enger Zusammenarbeit entwickeln. Projekte werden in der Tat schneller und sicherer abgewickelt, wenn alle Beteiligten sich auch darauf einlassen. Die bereits erwähnte «Single Source of Truth» ist ein weiterer Vorteil. Die Anlagendaten sind strukturiert abgelegt, rasch auffindbar und stets aktuell. Ein langwieriges Suchen und Verifizieren der Daten werden weitgehend entfallen. Die Kommunikation verläuft zielgerichteter als bisher und ist nutzenorientiert. Projektteams finden damit deutlich schneller Lösungen, können Probleme und Pendenzen direkt am dreidimensionalen Modell betrachten und gleich Varianten und Alternativen gemeinsam erarbeiten. Das hilft für das gegenseitige Verständnis.

    Gibt es auch Nachteile?
    BIM wird oft nur mit dem Technologieaspekt verbunden. Natürlich ist es schön, mit einer Hololens über die Baustelle zu schweben. Wenn aber die dahinter liegenden Daten nicht stimmen, nützt die modernste Technologie nichts. Daten müssen korrekt sein, es braucht eine neue Art der Genauigkeit des Arbeitens. Bei Daten gibt es nur zwei Zustände: Korrekt oder eben nicht. Nicht jeder in der Wertschöpfungskette ist bereit für den Einsatz von neuen Technologien und Methoden. Jeder in der Branche muss bereit sein, sich zu verändern und seinen Teil zum Gelingen beizutragen.

    Was könnten die Gründe sein, dass sich BIM in der Schweiz noch nicht durchgesetzt hat?
    Viele verbinden BIM mit dem Einsatz der neuesten Software oder der neuesten Datenbanktechnologie. Oft ist dies zwar notwendig, doch noch nicht ausreichend. Für den erfolgreichen Einsatz werden sich unsere Denkweise und Arbeitsmethode weiter verändern müssen. Im Umfeld von BIM wird dabei oft von kollaborativ zusammenarbeitenden Projektteams gesprochen, welche gemeinsam Lösungen entwickeln. Dieser Prozess beansprucht seine Zeit, doch der Trend stimmt mich positiv. Es liegt auch an uns öffentlichen Auftraggebern, diese Entwicklung weiter zu fördern und bei Projektvergaben den Einsatz von BIM zu verlangen, so wie wir dies am Projekt Letziturms getan haben.

    Wie sehen die Ziele der SBB aus für den Einsatz von BIM?
    Derzeit haben wir knapp zwei Dutzend Pilotprojekte, die wir mit Grundlagen versorgen und verschiedenste Methoden, Technologien und Techniken zu erproben. Dieses daraus gewonnene Wissen fliesst in die Entwicklung ein. Mittels Normierung und Standardisierung werden auch internationale Grundlagen berücksichtigt. So können wir sicherstellen, dass wir am Puls der Zeit sind. Dieses Wissen wird gezielt an die Branche zurückgegeben. Ab 2021 ist im Hochbau der Einsatz von BIM für bundesnahe Betriebe verpflichtend, so die digitale Strategie des Bundes, und ab 2025 für die Infrastruktur, da hier noch viel mehr erarbeitet werden muss. Das ist unser erklärtes Ziel.

    SBB BIM-Projekt Letziturm:
    Zwischen den Bahnhöfen Zürich Altstetten und Hardbrücke entwickelt sich entlang des Gleisfeldes aufgrund der Umstrukturierung bestehender Gewerbe- und Industrieflächen ein neues Stadtgebiet. Der Letziturm als sechsgeschossiger Gebäudesockel nimmt im Osten die Kante der denkmalgeschützten Lagerhalle auf. Er definiert damit einen ersten Stadthorizont. Die zwei Wohntürme orientierten sich an der Gebäudehöhe des Letzibach D. Aus dem geplanten Einzelturm entsteht somit ein Ensemble von drei hohen Häusern.

    Der Baubeginn ist dieses Jahr erfolgt. Die 178 Wohneinheiten, bestehend aus 1,5 Zimmer- bis zu 7,5 Zimmer-Wohnungen, sollen ab Herbst 2022 bezugsbereit sein. Das Erdgeschoss ist geprägt durch die beiden Haupteingänge und die beiden Gewerberäume, die sich jeweils zum zukünftigen Platz und Richtung SBB Werkstätten ausrichten. Dazwischen eingespannt sind die Erdgeschosse von vier grösseren, doppelgeschossigen Wohnateliereinheiten, die Arbeiten und Wohnen vereinen und falls gewünscht direkt an den öffentlichen Raum anknüpfen.

    Im Sockelgebäude sind sowohl die kleinen als auch die grösseren Wohneinheiten untergebracht. Oberhalb des 7. Obergeschosses, das einen Gemeinschaftsraum aufweist, sind 2,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen geplant.■

  • Ab 2021 kommen die intelligenten Stromzähler

    Ab 2021 kommen die intelligenten Stromzähler

    Die intelligenten Stromzähler namens Smart Meter kommen ab dem Jahr 2021 flächendeckend. Der Zürcher Stadtrat hat hierfür gebundene Ausgaben von 194,2 Millionen Franken bewilligt. Das EWZ ersetzt somit in den kommenden Jahren 270’00 herkömmliche Zähler durch digitale Smart Meter, um die gesetzlichen Vorgaben des Bunds zu erfüllen.

    Diese tragen zu einer CO2-neutralen Energieversorgung und Versorgungssicherheit bei. Die einzelnen Bereiche wie beispielsweise die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien, die Speicherung und mehr bis hin zur Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge müssen dabei vernetzt werden. Smart Meter sind also digitale und internetfähige Stromzähler, bestehend aus einer Messeinrichtung und einem intelligenten Verteilnetz (Smart Grid). Neben den Smart Metern in den Gebäuden gehören zu diesen Systemen weitere Komponenten, welche die Fernauslesung der neuen Messgeräte über das EWZ-Glasfasernetz sicherstellen. Die Verbrauchsdaten der Endverbraucher werden der Rechnungsstelle jeweils verschlüsselt übermittelt.

    Im Gegensatz zu analogen Zählern, die jährlich abgelesen werden, können digitale Smart Meter rund um die Uhr den Verbrauch und die Stromerzeugung eines Haushalts messen und diese Informationen den Kunden zur Verfügung stellen. Die neuen Zähler ermöglichen damit auch das direkte Erstellen definitiver Rechnungen. In Zukunft erfolgt die Abrechnung jeweils aufgrund des tatsächlichen Stromverbrauchs – und zwar alle drei Monate anstelle von Akontorechnungen und Jahresrechnung.

    Betroffene Immobilienbesitzer werden von EWZ rechtzeitig über das Auswechseln der Zähler informiert. ■

  • Kaldewei Secure Plus – für ein sinnlich-sicheres Duscherlebnis

    Kaldewei Secure Plus – für ein sinnlich-sicheres Duscherlebnis

    Mit Kaldewei Secure Plus lassen sich die emaillierten Kaldewei Duschflächen mit einer nahezu unsichtbaren, aber spürbar rutschhemmenden Oberfläche für eine optimale Standsicherheit veredeln. Eine bodenebene Dusche mit Kaldewei Secure Plus bietet so nicht nur Vorteile hinsichtlich Komfort und Barrierefreiheit, sondern garantiert zudem eine designorientierte Ästhetik im Bad.

    (Stil-)Sicher duschen mit Kaldewei Secure Plus
    Die Kaldewei Secure Plus Emaillierung wird dauerhaft in die gesamte Duschfläche aus kostbarem Kaldewei Stahl-Email eingebrannt. So entsteht eine gleichmässige Materialoberfläche, die durchgehend und dauerhaft für mehr Trittsicherheit und Standfestigkeit sorgt. Durch die vollflächige Emaillierung ist der rutschhemmende Effekt nahezu unsichtbar.

    Innovation und Qualität
    Bodenebene emaillierte Duschflächen mit Secure Plus Oberfläche überzeugen nicht nur optisch und in puncto Sicherheit, sondern ebenso durch die besonderen Material- und Hygieneeigenschaften von Kaldewei Stahl-Email. Das Material ist äusserst langlebig, robust und leicht zu reinigen. Auf der porenfreien Oberfläche entstehen auch bei langjährigem Gebrauch nicht einmal mikroskopisch kleine Kratzer. Schmutz und Bakterien haben daher keine Chance, sich festzusetzen. Die rutschhemmende Oberfläche Kaldewei Secure Plus ist für alle bodenebenen emaillierten Duschflächen in den 12 Mattfarben der Coordinated Colours Collection erhältlich. ■

  • E-Busse verbinden Zürcher ETH-Standorte

    E-Busse verbinden Zürcher ETH-Standorte

    Das in Bassersdorf ZH ansässige Verkehrsunternehmen Eurobus hat neu drei vollelektrische Gelenkbusse von Mercedes-Benz im Einsatz. Die erst vor wenigen Wochen vorgestellten Fahrzeuge der Modellreihe eCitaro G werden auf dem sogenannten ETH-Link zwischen den beiden Standorten der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich eingesetzt. Es sind die ersten, die im Linienbetrieb fahren.

    Die 18,13 Meter langen vollelektrischen Gelenkbusse fahren zu 100 Prozent mit grünem Schweizer Wasserstrom. Ihre Kapazität liegt bei 38 Sitz-, 93 Steh- und zwei Rollstuhlplätzen. Zudem bieten sie öffentliches WLAN, USB-Ladesteckdosen und Klimatisierung. Sie ersetzen ab sofort die bisherigen dieselbetriebenen Shuttle-Busse zwischen dem Zürcher Zentrum und Hönggerberg. An der Haltestelle Hönggerberg tanken sie jeweils neuen Strom.

    „Die neuen Elektrobusse zeichnen sich neben ihrer Umweltfreundlichkeit vor allem durch die ruhige Fahrweise, den komfortablen Niederflureinstieg sowie das ansprechende Innen- und Aussendesign aus“, wird der Geschäftsführer der Eurobus welti-furrer AG, Patrick Nussbaumer, in einer Medienmitteilung von Daimler zitiert. „Die ETH setzt damit ein klares Zeichen und stärkt ihre Position als zukunftsorientiertes Bildungsinstitut.“

    Armin Krieg, Leiter Vertrieb Linienbusse der Winterthurer Daimler-Tochter EvoBus (Schweiz) AG, zeigt sich zufrieden, „dass wir mit der Einführung des eCitaro G unseren angekündigten Fahrplan der E-Mobilität in Stadtbussen konsequent fortführen und die Innovations- und Technologieführerschaft von Daimler Buses ausgerechnet im Epizentrum der technisch-naturwissenschaftlichen Forschung und Lehre unterstreichen dürfen.“

  • Glattpark – oder wie aus einem Sumpf eine Stadt wird

    Glattpark – oder wie aus einem Sumpf eine Stadt wird

    Das Oberhauserriet – der heutige Glattpark – hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich. Mehr als vierzig Jahre dauerte die Planung der Bebauung des ehemaligen Sumpf- und Landwirtschaftsgebietes. Nach der Verabschiedung des Quartierplans 2001 nahm die Entwicklung jedoch Fahrt auf: In rasantem Tempo entstand auf der einst grünen Wiese ein neuer Stadtteil von Opfikon, mit aktuell rund 5780 Bewohnern und 3100 Arbeitsplätzen im Quartierplangebiet. Heute hat der Glattpark in seiner Einmaligkeit Modellcharakter. Ein neues Buch, das Mitte September erschien, zeigt Herausforderungen und Lösungen auf dem Weg von der Wiese zum Stadtteil auf und zeichnet die einzelnen Entwicklungsschritte nach.**

    Einer Vision Leben einhauchen
    Massgeblich zum Erfolg des Glattparks trug die Gründung einer bis dahin in der Schweiz einzigartigen Organisation im Jahr 2000 bei: ein Zusammenschluss mehrerer Grundeigentümer zu einem übergeordneten Gebietsmarketing, das für die Gesamtvermarktung des Oberhauserriets verantwortlich zeichnete. Ziel war es, eine gemeinsame Marke zu schaffen, von der wiederum alle Einzelprojekte profitieren würden. Die neue Organisation – das Gebietsmarketing Glattpark – sollte einerseits als Informationsdrehscheibe für die Grundeigentümer, die Medien und die breite Öffentlichkeit fungieren, andererseits sollte sie den einzelnen Grundeigentümern Marketing Services zur Verfügung stellen. Doch in erster Linie sollte sie einer Vision Leben einhauchen, denn im Oberhauserriet sollten nicht einfach Büros und Wohnungen entstehen – hier würde eine städtebauliche Vision realisiert werden. Die Kommunikation zum Entwicklungsgebiet erforderte deshalb eine Denkweise, die über die reine Bewerbung einzelner Projekte hinausging.

    Marketingoffensive für eine Wiese
    Angesichts des damals eher schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes muss die Gründung eines gemeinsamen Gebietsmarketings als mutig bezeichnet werden. Die Entwicklungen am Flughafen bzw. in Sachen Fluglärm, die ungewisse Realisierung der Glattalbahn – für den neuen Stadtteil ein nicht zu unterschätzender Standortvorteil –, aber auch die generell schwierige wirtschaftliche Lage liessen «grosse Würfe» schwierig erscheinen. Das Gebietsmarketing Glattpark war sich dieser Tatsache von Anfang an bewusst, sah jedoch die Gesamtqualität des Gebiets als Chance. Der Erfolg gab dem Gebietsmarketing schon bald recht: Die Organisation entwickelte sich dank umfassender Marketing- und Kommunikationsmassnahmen innert kurzer Zeit zur zentralen Informations- und Anlaufstelle für den neuen Stadtteil. Bei der Vermarktung des Gebiets ging es anfangs in erster Linie darum, die Vision sichtbar zu machen. Dazu setzte das Gebietsmarketing Glattpark einerseits auf Visualisierungen, andererseits auf ein grosses Modell, das laufend aktualisiert wurde. Im eigens eingerichteten Showroom konnten sich Interessierte und Investoren ein Bild des künftigen Stadtteils machen. Ergänzend bot eine umfassende Webseite zahlreiche Informationen. Events, Messeauftritte und klassische Medienarbeit ergänzten die Vermarktungsmassnahmen. Und schliesslich wurde aus dem ehemaligen Riet sogar eine Ortschaft: 2005 wurde der Glattpark offiziell zu einem eigenen Stadtteil mit der postalischen Anschrift «8152 Glattpark (Opfikon)». Angestossen wurde der Prozess von den Grundeigentümern: Diese waren richtigerweise überzeugt, dass die Postadresse «Glattpark» viel zur Markenbildung beitragen würde.

    Koordination zwischen Grundeigentümern und Stadt
    Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor für die Entwicklung des Glattparks war die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Opfikon und den Grundeigentümern. Die Komplexität der Entwicklung eines neuen Stadtteils machte es auch auf Seite der Stadt Opfikon erforderlich, neue Organisationsformen zu schaffen: das Gebietsmanagement Glattpark. Die neue Organisation erhielt vom Stadtrat Opfikon den Auftrag, die strategische und operative Geschäftsführung im neuen Stadtteil zu übernehmen. Das Gebietsmanagement sollte die Bedürfnisse aller Verwaltungsabteilungen der Stadt, die den Glattpark betrafen, in den Entwicklungsprozess einbeziehen. Hauptaufgabe des Gremiums waren jedoch die übergeordnete Koordination und der Informationsaustausch unter den Beteiligten. Einsitz im Gebietsmanagement hatten Behördenvertreter, Verwaltungsangestellte, Grundeigentümervertreter sowie externe Spezialisten aus den Bereichen Raumplanung, Marketing, Betriebswirtschaft und Sozialwissenschaft.

    Was das urbane Herz begehrt
    Mit dem rasanten Baufortschritt im Glattpark belebte sich der neue Stadtteil rasch – und entwickelte dank der Gründung eines aktiven Quartiervereins, der Eigeninitiative engagierter Einwohner und externer Veranstalter eine eigene Quartieridentität. Der «Glattpark-Barometer» zeigte die Anliegen der Bewohner auf – und initiierte diverse Massnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität. So wurde Glattpark auch bei Familien immer beliebter; und die Forderung nach einem eigenen Schulhaus wurde entsprechend lauter. Nach mehreren Volksabstimmungen steht dessen Realisierung nun nichts mehr im Weg. Und damit bietet der neue Stadtteil nun bald wirklich alles, was das urbane Herz begehrt: eine umfassende Quartierversorgung mit Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen, optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr, eine grosszügige Parklandschaft mit eigenem See, Kinderkrippen, Kindergarten und bald ein Primarschulhaus. ■

    *Alexandra Vogel ist Leiterin der Geschäftsstelle der Schweizerischen Vereinigung für Standortmanagement SVSM

    ** Das Buch «Glattpark – eine Stadt entsteht», herausgegeben von der IGG Glattpark, kann per E-Mail an info@glattpark.ch oder per Telefon 043 211 50 10 zum Preis von CHF 50, zzgl. Versandkosten, bestellt werden. Das Buch mit hochwertigem Hardcover-Einband im Format 24 x 34 cm zeichnet auf 128 Seiten mit Texten, Bildern, Zitaten und Zeitungsartikeln die bewegte Geschichte des Entwicklungsgebietes nach. Das Buch ist deit Mitte September erhältlich.

  • «Gemeinsam kann man mehr bewirken»

    «Gemeinsam kann man mehr bewirken»

    Die Greater Zurich Area (GZA) umfasste zunächst die an Zürich angrenzenden Kantone Glarus, Graubünden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn und Zug. Neu sind Uri und das Tessin dazugekommen. Weshalb hat man sich zu diesem Schritt entschieden?
    Am Anfang waren es Zürich, Schaffhausen und Graubünden, dann über die Jahre kamen weitere Kantone dazu. Zug stiess im Jahr 2007 dazu, Uri im 2015. Das Tessin ist seit 2019 Mitglied in der GZA. Um Mitglied zu werden, muss ein Gesuch gestellt werden, welches von unserem Stiftungsrat geprüft wird. Eine Zusammenarbeit soll für beide Seiten sinnvoll sein. Mit dem Beitritt des Tessins wollte der Stiftungsrat unsere Kompetenzen bezüglich Technologie im Wirtschaftsraum Zürich stärken und das Netzwerk erweitern. Interessant sind vor allem die für uns wichtigen Technologien wie Life Sciences oder Mechatronik. Da hat das Tessin sehr viel zu bieten: Zum Beispiel das Dalle-Molle-Forschungsinstitut, welches sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigt.

    Ist der Name Greater Zurich Area noch passend, wenn sie so viele auch weiter von Zürich weg liegende Gebiete umfasst?
    Der Name ist längst zur Marke geworden – so wie «Switzerland» oder «Geneva». Wir haben den Namen «Greater Zurich Area» zwar erfunden, er wird aber längst nicht nur von uns gebraucht. Das Tessin ist durch den Ceneri-Basistunnel näher an Zürich gerückt. Wichtige Forschungsprojekte im Tessin funktionieren problemlos über den Gotthard hinaus. Kantonsgrenzen sind völlig irrelevant – aber ein funktionierender Wirtschaftsraum, der ist relevant für Unternehmen.

    Dann ist es also denkbar, dass noch weitere Kantone zur GZA dazustossen?
    Geplant ist es nicht. Wenn aber jemand anklopfen würde, würde man dieselben Überlegungen machen wie beim Tessin. In der Schweiz ist vieles freiwillig. In anderen Ländern ist das anders: In Finnland beispielsweise gibt es keine Regionen oder Kantone, da wird alles in Helsinki entschieden. Natürlich kann man auch mit einer zentralistischen Organisation glücklich werden. Aber wir sind föderalistisch organisiert, und deshalb können die Kantone selber entscheiden: Will man Standortmarketing in der eigenen Region betreiben? Oder will man die Kräfte bündeln und mit jemand anderem zusammenarbeiten? Unser Verwaltungsratspräsident betont stets, dass unsere Türen offenstehen.

    Die Zahl der angesiedelten Unternehmen aus dem Ausland in der GZA war 2019 mit 103 rückläufig. Was sind die Gründe dafür?
    Global gesehen gibt es Entwicklungen, die alles andere als wirtschaftsfreundlich sind. Darunter fällt der Handelsstreit zwischen China und den USA oder auch der Brexit. In den letzten Jahren ist die Unsicherheit im globalen Wirtschaftsraum gestiegen. Damit verschlechtert sich das Umfeld für Investitionen. In der Schweiz registrieren wir schon seit dem Jahr 2016 rückläufige Zahlen bei den Ansiedlungen. Im Wirtschaftsraum Zürich kam diese Entwicklung leicht verzögert an: Erst 2019 sind die Anzahl Ansiedlungen zurückgegangen. Spannenderweise ist die Anzahl Arbeitsplätze in der GZA trotzdem gestiegen: Die angesiedelten Unternehmen haben 40 Prozent mehr Arbeitsplätze generiert als im Vorjahr. Auf die nächsten fünf Jahre hochgerechnet, sind ein Viertel mehr neue Stellen geplant, als bei den Unternehmen, die sich im 2018 angesiedelt haben. Die Qualität der Projekte hat zugenommen.

    «Die Schweiz bietet Stabilität und Verlässlichkeit.»

    Dann rechnen Sie weiterhin mit rückläufigen Zahlen?
    Definitiv. Wir rechnen damit, dass die Coronapandemie diesen weltweit rückläufigen Trend weiter verstärkt. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schätzt, dass der weltweite Markt dieses Jahr um 30 Prozent einbrechen wird. Es gibt sicherlich Branchen, die sogar noch mehr Erfolg haben als in der Vergangenheit. Beispielsweise solche, die auf digitale Tools spezialisiert sind. Für Video-Konferenz-Tools wie Teams oder Zoom ist der Aktienkurs während der Pandemie enorm gestiegen. Generell ist Corona aber natürlich ein Dämpfer für die Weltwirtschaft.

    Weshalb soll ein Unternehmen seinen Standort in der GZA oder in der Schweiz wählen?
    Die Schweiz wird gewählt, damit man das Europageschäft von hier aus betreiben kann. Dazu braucht es die richtigen Fachkräfte. Diese findet man in der Schweiz oder kann sie via Personenfreizügigkeit leicht aus dem europäischen Ausland rekrutieren. Wir sind schon heute sehr international aufgestellt: Wir sind nicht das Zentrum von Europa, aber gerade in Westeuropa sind wir doch sehr zentral. Die Schweiz verfügt darüber hinaus über gute bilaterale Verträge mit der EU sowie Innovationskraft. Zudem können wir Stabilität und Verlässlichkeit bieten. Die Unternehmenssteuer sind hierzulande günstig. Man kommt nicht in die Schweiz, damit man hohe Löhne zahlen kann. Man kommt in die Schweiz, weil hier Leute sind, die hohe Löhne verdienen.

    Geht die GZA mehr auf die Unternehmen zu oder umgekehrt?
    Wir haben eine Doppelfunktion: Wir vermarkten den Wirtschaftsraum, aber wir sind auch Ansprechpartner. Kundenanfragen machen aber nur etwa 11 Prozent aller Ansiedlungen in den Kantonen aus. Wir sind offen und prüfen alles. Aber natürlich investieren wir unsere Zeit und Ressourcen vor allem in lohnende Projekte. Bei rund 60 Prozent aller Ansiedlungen akquirieren wir aktiv und etwa 15 Prozent sind Empfehlungen aus dem strategisch gepflegten Netzwerk, welches Partnerorganisationen, Beratungsfirmen und Wirtschaftsanwälte umfasst.

    Als Arbeitgeber sind die ausländischen Unternehmen wichtig. Wie viele Arbeitsplätze generieren sie aktuell in der GZA?
    Die reine Anzahl Arbeitsplätze für die Ansiedlungen aus dem Jahr 2019 betrug 651. Diese Firmen werden in den nächsten fünf Jahren 1676 neue Arbeitsplätze schaffen. Das sind dann 24 Prozent mehr als diejenigen von Unternehmen, die sich im Jahr 2018 angesiedelt haben. Wir haben bereits zum zweiten Mal eine Beratungsfirma beauftragt, eine umfassende Analyse diesbezüglich zu erstellen: Zwischen 2009 und 2018 wurden durch das Standortmarketing mindestens 8618 Arbeitsplätze geschaffen.

    Welchen weiteren Mehrwert schafft die GZA für die zu ihr gehörenden Kantone?
    Wir tragen dazu bei, dass die Innovationskraft gestärkt wird und dass wir vor allem mit den wachsenden Märkten in Asien vernetzt bleiben. Auch innerhalb der Kantone gibt es gewisse kantonale Wertschöpfungseffekte. So arbeitet vielleicht jemand in Zug, wohnt aber in Zürich. Die neun Kantone kommen in der GZA zusammen, um gemeinsam Standortmarketing zu betreiben. Gemeinsam kann man mehr bewirken. Ein einzelner Schweizer Kanton ist zu klein, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Wir bringen wichtige Schnittstellen zusammen und sehen uns auch in der Vermittlerrolle.

    Wie hat sich in den letzten fünf Jahren die Standortqualität in der GZA konkret verändert?
    Die Unsicherheiten haben zugenommen. Gründe dafür sehen wir unter anderen im Brexit wie auch in der EU-Krise. Italienische Banken sind noch immer ein grosses Fragezeichen. Probleme bereiten zudem der Handelsstreit zwischen den USA und China wie auch das ungeklärte Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU. Die Schweiz bietet im internationalen Vergleich aber sicherlich sehr stabile Verhältnisse. Die Gesetze ändern nicht über Nacht, die Steuern werden weder plötzlich erhöht noch unvernünftig gesenkt. Die Steuerreform ist mittlerweile auch durch, und gewisse Technologiebereich haben sich extrem weiterentwickelt. Bei der Robotik und im Bereich Drohnen braucht Zürich den Vergleich mit Silicon Valley derzeit nicht zu scheuen. In der Schweiz punkten wir mit qualifizierten Fachkräften: Wir verfügen über sehr gute Abgänger von unseren Hochschulen und bieten gleichzeitig ein attraktives Umfeld für die klügsten Köpfe aus aller Welt.

    «Die Konkurrenz hat zugenommen.»

    Wie wirkt sich die Coronakrise auf die GZA aus?
    Sie hat auch bei uns einen Digitalisierungsschub ausgelöst. Wir reisen weniger und arbeiten mehr virtuell. Das wird wahrscheinlich noch anhalten oder vielleicht sogar gängige Geschäftspraxis werden. Wir haben – wie auch bereits zuvor – Webinare durchgeführt, diese aber zum Beispiel in Korea durch eine Frage-Antwort-Stunde mit Experten ergänzt. Dieses neue Format ist sehr gut angekommen. Allgemein machen wir im Moment Videoschaltungen, anstatt selber in ein anderes Land zu reisen.

    Welche Konsequenzen erwarten Sie längerfristig?
    In nächster Zeit dürften Veranstaltungen vermehrt in hybrider Form durchgeführt werden. Im September ist eine zweitägige Konferenz in Zürich geplant. Diese wird am ersten Tag virtuell stattfinden, am zweiten Tag kann man sich persönlich treffen. Die Veranstalter wollen damit aber nicht nur für dieses Jahr etwas Spezielles kreieren, sondern sie wollen etwas schaffen, das Ihnen Flexibilität schenkt. Gerade auch im Hinblick auf künftige ähnliche Szenarien.

    Mit welchen Herausforderungen hat die GZA sonst noch zu kämpfen?
    Die Konkurrenz hat zugenommen. Als wir vor gut 20 Jahren angefangen haben, gab es noch nicht so viele effiziente Standortförderungs-Organisationen. Heute haben auch die kleinsten Länder und sogar Städte welche. Eine weitere Herausforderung: Es gibt viele ausländische Organisationen, die Benefits anbieten. Beispielsweise Zuschüsse für Anstellungen, damit der Rekrutierungsprozess das Unternehmen weniger teuer zu stehen kommt. So etwas ist in der Schweiz nicht denkbar, weil man dafür Steuergelder einsetzen müsste. Wir leisten auch viel Überzeugungsarbeit – in der Schweiz ist nicht alles teurer. Und wenn jemand 200’000 Dollar in den USA verdient, verdient er sie auch in London, Madrid oder Amsterdam. In Zürich muss man vielleicht sogar weniger Lohn bezahlen, weil bei uns die Steuern für das Individuum günstiger sind als anderswo.

    Wie wirkt die GZA den Einschränkungen und wahrscheinlich auch dem durch die Coronakrise verursachten weiteren Rückgang der Ansiedlungen entgegen?
    Wir werden die Social-Media-Kanäle in Zukunft nicht nur für die Kommunikation nutzen, sondern auch für die Akquisition. Wir versuchen über ein datenbasiertes Vorgehen neue Kunden zu gewinnen.

    Die wichtigsten Märkte der GZA sind die USA, Deutschland, China und Italien. Auf welche anderen Länder/Städte konzentriert sich die GZA noch und weshalb?
    Seit 2014 sind wir in Korea aktiv. In Israel beginnen wir gerade. Sobald die Krise vorbei ist, können wir mit Aktivitäten starten – es ist alles aufgegleist. Wir prüfen regelmässig, wo wir noch tätig sein könnten. Indien war beispielsweise von 2006 bis 2008 ein Fokusmarkt. Mangels Resultate haben wir diesen aber wieder aufgegeben. Wenn Russland oder Brasilien keine Rezession hätten, kämen diese Märkte durchaus in Frage. Innerhalb der von uns bearbeiteten Märkte wählen wir die Regionen nach den Technologie-Hotspots aus. ■

  • Vision zur Weiterentwicklung des «Lebensraums Metalli»

    Vision zur Weiterentwicklung des «Lebensraums Metalli»

    Für Zug Estates ist die Ausgangslage klar: Das Quartier rund um das Einkaufszentrum «Metalli» ist zu einem wichtigen Begegnungsort für die Stadt Zug geworden. Damit das Quartier nach über dreissig Jahren seines Bestehens auch künftigen Bedürfnissen gerecht werden könne, müsse es sich weiterentwickeln. Hierfür soll mehr Raum für Wohnen, Arbeiten und Freizeit geschaffen werden. Zudem sollen Freiräume entstehen und neue Nutzungsmöglichkeiten, die der Zuger Bevölkerung einen echten Mehrwert bieten.

    Im März dieses Jahres präsentierten Zug Estates und die Stadt Zug das erste Resultat des gemeinsamen Planungsverfahrens «Lebensraum Metalli». Die Jury wählte die Studie des Planungsteams Hosoya Schaefer Architects, NYX architectes, Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau sowie des Zuger Büros der Firma TEAMverkehr.zug zur künftigen Gestaltung aus. Die zentralen Gedanken bei diesem Weiterentwicklungsprojekt liegen gemäss Architekt Markus Schaefer darin, die «Metalli» aus ihrem Inseldasein herauszulösen und sie mit ihrer städtischen Umgebung besser zu verflechten.

    Mehrjähriger Entwicklungsprozess
    Bewährtes erhalten und gleichzeitig viel Raum für Neues schaffen – so lässt sich die Grundidee für die künftige Gestaltung des 30’000 Quadratmeter grossen Lebensraums «Metalli» im Herzen der Stadt Zug zusammenfassen. Die Ergebnisse des Wettbewerbsverfahrens seien der erste Schritt in einem mehrjährigen gemeinsamen Entwicklungsprozess von

    Behörden und Bauherrschaft.
    Die städtebauliche Konzeption des Teams um Hosoya Schaefer sieht vor, die Mehrheit der heutigen Bauten rund um das Einkaufszentrum zu erhalten. Neu hinzukommen soll ein maximal siebzig Meter hohes Wohngebäude an der Ecke Baarerstrasse/Metallstrasse. Mehrere bestehende Gebäude werden zudem aufgestockt. Gesamthaft soll mehr Raum für Wohnungen, Hotellerie, Büros, Gastronomie, Ladengeschäfte und andere, zum Teil publikumsorientierte Nutzungen geschaffen werden. Durch eine räumliche Neuanordnung und den stellenweisen Abbruch bestehender Gebäude entsteht an der Baarerstrasse auf der Achse Bahnhof–Metalli ein neuer Stadtplatz mit Raum für vielfältige Nutzungen.

    Akzeptanz in der Bevölkerung
    «Ein prägendes Merkmal des neuen Gesamtkonzepts ‹Lebensraum Metalli› ist die Aufwertung des Aussenraums durch intensivere Begrünung über alle Plätze hinweg und entlang der Verbindungsachsen», sagt der stellvertretende Leiter Projektentwicklung und Gesamtprojektleiter Florian Diener. Selbst die Dachflächen werden in das Aussenraumkonzept mit einbezogen und – ebenfalls ein Anliegen aus der Zuger Bevölkerung – teilweise öffentlich zugänglich gemacht. «Das Prinzip der gläsernen Überdachung der Einkaufspassage bleibt erhalten und wird erweitert. Die Gegend um das Einkaufszentrum Metalli ist ein zentraler Schnittpunkt an der Achse Zug–Baar und ein wichtiger funktionaler Stadtraum für die Zuger Bevölkerung. Damit er diese Aufgabe auch langfristig erfüllen kann, soll er im Einklang mit der Gesamtentwicklung der Stadt Zug in den nächsten Jahren sorgfältig weiterentwickelt werden. In die Aufgabenstellung für die drei Planungsteams flossen neben Anforderungen von Behörden und Grundeigentümerin bereits auch Anliegen und Wünsche aus der Zuger Bevölkerung ein. «Wir kommunizieren alle Projektfortschritte transparent, denn die Akzeptanz in der Bevölkerung ist das A und O unseres Vorhabens», ergänzt Diener.

    Schrittweise Umsetzung in den nächsten Jahren
    Aus dem favorisierten Entwurf des Planungsteams unter Führung von Hosoya Schaefer Architects wird ein Richtprojekt erstellt, welches die Grundlage für einen späteren Bebauungsplan bildet. Diese Prozessphase wird etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen. Erste bauliche Massnahmen können somit frühestens 2023 erfolgen. «Der endgültige Baustart hängt letztlich auch vom Willen der Politik und der Bevölkerung ab», betont Florian Diener. ■

  • «Man muss seinen Kunden Alternativen anbieten»

    «Man muss seinen Kunden Alternativen anbieten»

    Was genau macht Swiss Circle?
    Swiss Circle ist das Netzwerk für die Schweizer Immobilienbranche. Wir betreuen unsere rund 250 Mitglieder, vernetzen diese untereinander und unterstützen sie mit Marketingtools. Unsere Member wollen sich untereinander besser kennenlernen, aber auch in der Branche vermehrt wahrgenommen werden. Ausserdem geben wir ihnen die Möglichkeit, ihr Knowhow in speziellen Disziplinen der Immobilienwirtschaft auszubauen.

    Wie geht das konkret?
    Wir bieten verschiedene Plattformen: So sind wir an den grossen internationalen Immobilienmessen wie der MIPIM in Cannes oder an der Expo Real in München präsent. Auf internationalen Bühnen sind wir mittlerweile seit 25 Jahren aktiv. Wir präsentieren an diesen Messen unsere Schweizer Firmen an einem Schweizer Gemeinschaftsstand. Darüber hinaus organisieren wir regelmässig Networking-Events und über das Jahr verteilt verschiedene Kongresse zu aktuellen Themen rund um Immobilien. Onlinetools wie etwa realestate-experts.ch ergänzen unser Angebot.

    Wichtige Messen fallen dieses Jahr aufgrund der Coronakrise weg. Wie wirkt sich dies auf Swiss Circle aus?
    Wir sind kreativ und haben Ersatz für ausgefallene Aktivitäten ins Leben gerufen. Darunter die Online-Serie «Real Estate Brains». Hier haben wir jeden Dienstagmorgen online eine Sendung produziert. Dieses Jahr haben wir den Kongress «Die Marketingrunde» vollumfänglich digital über Zoom umgesetzt. Den «Innovation Day» gleisen wir als Hybridanlass auf: Mittels zwei Sendungen, die wir live streamen sowie einem Printprodukt, das unseren Kunden eine weitere Plattform bietet, sich zu präsentieren. Als Ersatz für die nicht stattfindende Expo Real in München organisieren wir im Oktober am Flughafen Zürich den «Swiss Networking Circle». Mitglieder, die sonst nach München gegangen wären, erhalten so die Möglichkeit, sich zu vernetzen und zu präsentieren.

    Wie laufen die Anmeldungen für den Swiss Networking Circle im Herbst?
    Wir haben bereits zahlreiche Buchungen erhalten. Allerdings wissen wir noch nicht, wie viele Gäste wir dann effektiv einladen dürfen – das hängt von den Bestimmungen des Bundes für Anlässe im Oktober ab. Es kann sicher nicht jeder mitmachen. Partner, die sich am Event aktiv engagieren, erhalten aber auf jeden Fall ein Einladungskontingent für ihre Kunden. Auch wir vom Swiss Circle werden ein Kontingent an Mitgliedern einladen. Das Bedürfnis unserer Kunden, sich wieder persönlich zu treffen, ist auf jeden Fall gross.

    «Die Immo21 findet in einer grösseren Halle statt.»

    Wie kommen die Online-Angebote bei den Mitgliedern an?
    «Real Estate Brains» beispielsweise kommt sehr gut an – wir verzeichnen jeweils 200 bis 300 Zuschauer. Die Referenten kommen aus Deutschland, Österreich und aus der Schweiz. Die Schweizer Referenten rekrutieren wir in der Regel aus unserem Memberkreis. Nach der Sommerpause werden wir dieses Format bis auf weiteres im Monatsrhythmus weiterführen.

    Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage auf den Immobilienmärkten?
    Die Lage ist kontrovers. Kritisch steht es um den Retailmarkt. Die Coronakrise wirkte als Brandbeschleuniger, der Detailhandel hatte es schon vor Corona schwer. Ein weiterer Verlierer sind Hotelliegenschaften. Bürogebäude dürften nur leicht nachgeben – hier muss abgewartet werden, ob und wie stark sich Home-Office durchsetzt und wie sich Digitalisierungstrends entwickeln. Der Wohnmarkt zeigt sich stabil – allenfalls gibt es noch langfristige Auswirkungen. Es gibt aber natürlich auch Gewinner: zum Beispiel Logistikimmobilien.

    Welches Feedback erhalten Sie von Ihren Mitgliedern?
    Dienstleister rund um den Liegenschaftenbetrieb wie Facility- und Property-Manager sind kaum betroffen. Bei den Transaktionen stellt man hingegen eine gewisse Zurückhaltung fest; es wird aktuell defensiver gehandelt als vor der Krise. Dies dürfte sich auf die Umsätze von Vermarktern oder Rechtsanwälten niederschlagen.

    Welche langfristigen Konsequenzen erwarten Sie aufgrund der Coronakrise?
    Ich rechne im Immobiliengeschäft nicht mit einem langfristigen negativen Effekt. Es ist aber möglich, dass die Geschäfte dieses Jahr aufgrund herrschender Unsicherheit und des fehlenden persönlichen Kontakts etwas harziger laufen. Was den Swiss Circle betrifft, bin ich jedoch zuversichtlich, dass Events und Messen nächstes Jahr wieder fast wieder wie gewohnt ablaufen werden. Welche Änderungen bleiben werden, wird sich zeigen. Das Motto der Zeit lautet: Flexibel sein und mit verschiedenen Szenarien rechnen. Das machen wir auch. Wer möglichst unbeschadet aus der Krise kommen will, muss seinen Kunden Alternativen anbieten.

    Die Immo21, die von Swiss Circle mitorganisiert wird, findet nächstes Jahr im Januar statt. Gibt es coronabedingte Änderungen?
    Wir haben bereits auf die Situation reagiert und mit der Halle 550 in Oerlikon eine grössere Lokalität als bisher gewählt. So können wir auch einer allenfalls weiterhin beschränkten Anzahl Besucher mehr Platz bieten, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. Dies könnte sich auch in Zukunft durchsetzen: Dass man mehr Quadratmeter pro Teilnehmer einkalkulieren muss.

    Was raten Sie Jungunternehmern im Immobilienbereich in dieser Zeit?
    Ihnen fehlt der Kontakt mit der etablierten Branche natürlich sehr. Jungunternehmer suchen in der Regel Investoren und Plattformen, um ihre neuen Ideen zu präsentieren – und sind darauf angewiesen, schnell zu wachsen und Erfolge vorzuweisen. Für Start-ups ist der Handbremseneffekt sicher gravierender als für ein etabliertes Unternehmen. Beim Swiss Networking Circle und beim Innovation Day haben wir spezielle Angebote, Jungunternehmer einzubinden, und ermöglichen ihnen bevorzugten Zugang. Da der Austausch zwischen Jung und Etabliert in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird, treten Swiss Circle und SwissPropTech in Zukunft vermehrt gemeinsam auf. Dazu heisse ich alle zukunftsorientierten Immobilienentscheider herzlich willkommen! ■

  • Erweitertes Tramdepot inklusive 193 Mietwohnungen

    Erweitertes Tramdepot inklusive 193 Mietwohnungen

    Das Neubauprojekt ging 2016 als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervor. Das Projekt stammt aus der Feder von Morger Partner Architekten aus Basel. Das Projekt habe vor allem mit seiner hohen Flächen- und Volumeneffizienz überzeugt, was nebst Kostenvorteilen auch energetischen und betrieblichen Nutzen verspreche, betonen die Projektverantwortlichen. Das Bauvorhaben «Tramdepot und Wohnsiedlung Depot Hard» umfasst neben der Teilsanierung des bestehenden, denkmalgeschützten Tramdepots aus dem Jahr 1912 den Neubau einer modernen Depothalle mit insgesamt 25 Tramabstellplätzen. Hinzu kommen Bereitstellungs-, Wartungs- und Instandsetzungsbereichen sowie Betriebs- und Diensträumen für die Verkehrsbetriebe Zürich.

    Wohnraum für rund 550 Menschen
    Zusätzlich entsteht eine neue städtische Wohnsiedlung mit insgesamt 193 Wohnungen in unterschiedlichen Grössen. Sie bietet Wohnraum für rund 550 Menschen. Neben Wohnungen im Sockelbau an der Limmat entstehen Maisonette-Wohnungen (Townhouses). Sie bieten direkten Zugang zum Wohnhof. Das Angebot soll mit Geschosswohnungen in den beiden Hochhäusern ergänzt werden. Sie reichen bis ins 22. respektive 23. Obergeschoss. Ausserdem sind verschiedene Atelier- und Gewerbe- respektive Dienstleistungsflächen sowie ein öffentlicher Fuss- und Veloweg mit Aufenthaltsbereichen entlang der Limmat vorgesehen.

    Tramdepot als Sockel der Überbauung
    Das neue Tramdepot bildet den Sockel der Überbauung und wird mit zweigeschossigen Zeilenbauten als geometrische Anbindung an die Wohnhäuser der bestehenden Anlage überbaut, erklären die Projektverantwortlichen. Damit werde sowohl über die Gebäudehöhe als auch über die Geometrie ein Bezug zum Bestand geschaffen. Die Fläche zwischen den Zeilenbauten soll als grosszügiger und vielseitig nutzbarer Hofraum für die Bewohnenden der Wohnsiedlung genutzt werden. Die zwei Wohnhochhäuser, die gemeinsam mit den beiden bestehenden Hochhäusern auf der gegenüberliegenden Seite der Hardturmstrasse zu stehen kommen, markieren die Eingangssituation zum Quartier Zürich-West. ■

  • Thalwil: Überbauung mit Bahnanschluss

    Thalwil: Überbauung mit Bahnanschluss

    Auf dem östlichen Teil des Bahnhofs Thalwil sollen mit dem Projekt «Talevo» im bestehenden Güterschuppen Verkaufs- und Büroflächen entstehen. Ausserdem sind durch eine Aufstockung Attikawohnungen oder Büros geplant. Neben dem Güterschuppen ist eine architektonisch und energetisch hochwertige Wohnüberbauung vorgesehen, die – gemäss den Projektverantwortlichen – optimal mit den Quartieren vernetzt werden soll. Im Erdgeschoss sind Verkaufs- und Büroflächen geplant. Vorgesehen ist ebenso, die Bahnhofstrasse mit rund dreissig Bäumen zu begrünen und so einen Allee-Charakter zu schaffen. Die Thalwiler Stimmbürgerinnen und Stimmbürger werden an einer der nächsten Gemeindeversammlungen darüber abstimmen. ■

  • «Stellwerk 2»: Am Puls der Zeit

    «Stellwerk 2»: Am Puls der Zeit

    Die erste Etappe, das Bürogebäude «Stellwerk 1» wurde 2010 direkt neben dem historischen Bahnhofsgebäude fertiggestellt. Daneben verblieb an exponierter Lage, neben der Unterführung Wülflingerstrasse, das längliche Grundstück zwischen Gleisen und Bahnhofplatz. Auf dieser zentral gelegenen Freifläche, auf der sich ehemals das Personalrestaurant der SBB befand und die im Untergrund eine zu erhaltende Stellwerkzentrale beherbergt, wird der Neubau «Stellwerk 2» realisiert. Das Areal bildet den nordöstlichen Abschluss eines hochwertigen Stadtraums, der in den letzten Jahren markante Änderungen erfahren hat, betont das Architektenteam. Ein Neubau in dieser exponierten Lage werde von vielen Seiten her sehr gut einsehbar sein, was seine Bedeutung als wichtiger Baustein in Winterthurs Stadtkörper unterstreiche, so die Architekten. Das «Stellwerk 2» ist ein gemischt genutztes Gebäude mit siebzig Wohnungen, zwei Bürogeschossen sowie Retail- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss sowie 500 Veloabstellplätzen im Untergeschoss. ■

  • K118: Ein Gebäude aus Bauabfällen

    K118: Ein Gebäude aus Bauabfällen

    Ein Projekt, das kaum nachhaltiger sein könnte: Der Anbau der Halle 118 auf dem Lagerplatz in Winterthur ZH wurde um fünf Geschosse aufgestockt. Und zwar wo immer möglich mit wiederverwendbaren Baumaterialien. Ausschlaggebend für das heutige Aussehen war das Vorhandensein solcher Werkstoffe aus Rückbauten in der Region. Ganz fertig ist das Gebäude noch nicht: «Der Bau dürfte Anfang 2021 abgeschlossen sein», sagt Benjamin Poignon, Architekt und Bauingenieur beim «baubüro in situ».

    Die Stiftung Abendrot mit Sitz in Basel hat das Areal Lagerplatz im Jahr 2010 der Sulzer Immobilien AG abgekauft. Die Stossrichtung war für die Pensionskasse, die auf Nachhaltigkeit setzt, schnell klar: In Zusammenarbeit mit den Mietern sollte die bereits bestehende gemischte Nutzung weiterentwickelt werden. Für jedes der Obergeschosse sind mehrere neue, bis rund 60 Quadratmeter grosse Ateliers für Start-ups und Kleingewerbler geplant.

    Die Gebäude sollten zwar mit ihren Fussabdrücken erhalten bleiben, aber energetisch und den gesetzlichen Normen entsprechend weiterentwickelt werden. Für das Projekt zuständig ist das «baubüro in situ». Die Projektleiter Marc Angst und Pascal Hentschel bringen das Konzept auf den Punkt: «Reparieren, was noch gebraucht werden kann. Entfernen, was stört oder nicht mehr taugt – und ergänzen, was neu benötigt wird.»

    Suche nach Baumaterial kostet die Hälfte der Zeit
    Das tragende Grundgerüst besteht aus einer Occasion-Stahlstruktur. Daran werden vorgefertigte Fassadenelemente aus Holz, die mit einer Strohdämmung gefüllt sind, befestigt. Solche einfachen ökologischen Baustoffe wie Stroh, Aushublehm und Holz fallen in grossen Mengen an und können mit minimalem Einsatz von grauer Energie verarbeitet und eingesetzt werden. Sie sorgen ausserdem für ein angenehmes Raumklima.

    Die leicht überhängende Südfassade in leuchtendem Backsteinrot-Orange stammt aus der Blechfassade der ehemaligen Ziegler-Druckerei in Winterthur Grüze. Die Fenster im neuen Recycling-Bau sind uneinheitlich, in ihrer Gesamtheit aber stimmig. Damit die Isolation heutigen Standards entspricht, wurde die Verglasung bei neun Fenstern verdoppelt, die anderen wiesen eine ausreichende Isolierung auf. Die Treppe an der Ostfassade ist über 30 Jahre alt und zierte zuvor die Fassade des Bürogebäudes Orion in Zürich-West. Von diesem im 1989 errichteten Gebäude stammen ausserdem 80 Fenster sowie Fassadenplatten aus Granit, die für die Balkonböden wiederverwertet werden. Die jeweiligen Bauteile werden dabei nicht neu aufbereitet – dies unterscheidet das Projekt vom sogenannten Downcycling, bei dem Bausubstanzen zunächst energieaufwendig umgearbeitet werden.

    Die Architekten haben aus diesem einmaligen Pilotprojekt bereits einiges gelernt: «Es ist das erste Mal, dass wir eine Tragestruktur wiederverwendet haben. Wir haben aber auch gemerkt, dass es Bauteile gibt, die günstiger im Neukauf als in der Wiederverwendung sind. Wir haben beispielsweise probiert, Kalk-Sandstein wiederzuverwenden. Doch die Reinigungs- und Aufbereitungsarbeiten waren so hoch, dass wir hier auf einen Neukauf ausgewichen sind», erklärt Architekt Poignon. Das Projekt hat auch einen neuen Job kreiert: Bauteiljäger. Das «baubüro In situ» engagierte hierfür eigens Praktikantinnen, die nach geeigneten Abbruchobjekten und dabei anfallenden wiederverwendbare Materialen Ausschau halten. Aber auch die Architekten sind immer mit offenen Augen unterwegs. Nutzbare Materialen werden vom Architekturbüro mit Wurzeln in Basel selber abgebaut und abgeholt. Die Hälfte der Zeit wenden die Architekten für die Evaluation und Beschaffung möglicher Bauteile auf. Probleme, passendes Material zu finden, hatte « in situ » nicht: Von den ungefähr 7,5 Millionen Tonnen Bauabfall, die in der Schweiz jedes Jahr anfallen, werden nur 0,1 Prozent direkt wiederverwendet, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) eruiert hat. «In situ» geht davon aus, dass sich zehn Mal mehr wiederverwenden liesse.

    Buchpublikation geplant
    Wer sich an dieser Stelle Gedanken über die Kosten macht: 4,8 Millionen Franken wurden für das Projekt bislang budgetiert. Ein erklärtes Ziel war es, so zu bauen, dass es nicht teurer als ein kompletter Neubau kommt. «Direkte Vergleiche zu ziehen, ist aber schwierig», sagt Benjamin Poignon.

    Allgemein setzt «in situ» beim Bau immer auf Wiederverwendung von Materialien – wenn auch selten in diesem grossen Rahmen. K118 hat mit seiner Einzigartigkeit aber auf jeden Fall Interessenten auf den Plan gerufen: Ein Forschungs- und Lehrprojekt der Fachhochschule ZHAW in Winterthur und eine Fallstudie der Umweltsystemwissenschaften der ETH Zürich begleiteten die Planung. Unter anderem werden die umweltrelevanten (Abfall, Ressourcen, Lebensdauer etc.) und rechtlichen sowie die den Bauprozess betreffenden Aspekte untersucht. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt ist eine gemeinsame Publikation geplant: Das Buch soll die Wiederverwendung von Bauteilen im Hochbau umfassend beleuchten und die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen öffentlich zugänglich machen. ■

    So soll das Gebäude K118 nach Abschluss der Bauarbeiten aussehen.
  • Bund unterstützt Sanierungen im gemeinnützigen Wohnungsbau

    Bund unterstützt Sanierungen im gemeinnützigen Wohnungsbau

    Die gemeinnützigen Wohnbauträger der Schweiz verfügen über einen Bestand von knapp 170’000 Wohnungen, informiert der Bundesrat in einer Mitteilung. Viele dieser hauptsächlich in Städten und Agglomerationen gelegenen Wohnungen seien älter als 30 Jahre und genügten den heutigen energetischen Anforderungen nicht mehr, heisst es dort weiter. Ein Sonderprogramm des Bunds soll gemeinnützige Wohnbauträger motivieren, ihre Gebäude nachhaltig zu sanieren.

    Das vom Bundesrat ausgearbeitete Programm sieht dabei die Gewährung von Darlehen in Höhe von bis zu 50’000 Franken pro zu sanierender Wohnung vor. Bei einer Laufzeit von 25 Jahren wird in den ersten zehn Jahren auf die Erhebung von Zinsen verzichtet. Voraussetzung ist, dass die Sanierungsarbeiten den Zustand der Gebäudehülle auf die Stufe B des Gebäudeenergieausweises der Kantone (GEAK) verbessern oder den Minergie-Standard erfüllen.

    Ein ähnliches Programm für den ländlichen Raum wird von der Stiftung für Wohneigentumsförderung (SFWE) aufgelegt, informiert der Bundesrat in der Mitteilung weiter. Hier können jeweils 90’000 Franken pro Wohnung für maximal drei Wohnungen beantragt werden. Gesuche für beide Programme können bei den Dachorganisationen des gemeinnützigen Wohnungsbaus beziehungsweise der SFWE bis Mitte Oktober 2023 eingereicht werden.

  • Gotthard-Windpark ist offiziell eingeweiht

    Gotthard-Windpark ist offiziell eingeweiht

    Der Parco eolico del San Gottardo ist auf dem Gotthard-Pass offiziell eingeweiht worden. Es ist aktuell der einzige Windpark, der in der Schweiz im Bau ist. Er wird seinen regulären Betrieb im November aufnehmen. Für die kommenden Sommermonate sind laut einer Medienmitteilung der Betreiberin Azienda Elettrica Ticinese (AET) „zahlreiche Wiederherstellungs- und Bodensanierungsmassnahmen“ vorgesehen.

    Staatsrat Claudio Zali, Direktor der Territorialabteilung, Airolos Bürgermeister Franco Pedrini, der Generaldirektor von Services Industriels de Genève (SIG),  Christian Brunier, und der Direktor der AET, Roberto Pronini, haben die Anlage symbolisch in Betrieb genommen. Anwesend waren auch Vertreter von Unternehmen und Institutionen, die an dem Projekt beteiligt sind.

    Für die Bauphase wurden die Sommermonate der vergangenen beiden Jahre genutzt. Geplant war die Inbetriebnahme bereits im Herbst 2009. Doch die Verantwortlichen hätten damals laut eines Artikels der „Luzerner Zeitung“ „zugegeben, dass sie den Aufwand des Projekts unterschätzt haben“. Zur Begründung habe der damalige Verwaltungsratspräsident fehlende Erfahrung der Schweiz mit Windparks angeführt.

    Jetzt stehen auf dem Gotthard-Pass fünf statt der ursprünglich sieben geplanten Windräder. Sie wurden von der deutschen Firma Enercon geliefert. Die jährliche Produktion dieser Generatoren von je 2,35 Megawatt wird laut der Mitteilung auf zwischen 16 und 20 Gigawattstunden geschätzt. Sie könne den Strombedarf im Leventina-Tal zwischen den Südportalen des Gotthard-Tunnels bei Airolo bis Biasca abdecken.

    Die Investition in Höhe von 32 Millionen Franken wurde von den Aktionären des Gotthard-Windparks unterstützt: AET hält 70 Prozent, SIG 25 Prozent und die Gemeinde Airolo 5 Prozent. Die Anlage bekommt für 20 Jahre Subventionen aus dem Fond der Kostendecken Einspeisevergütung (KEV) für erneuerbare Energien. Dabei handelt es sich um ein Instrument des Bundes zur Förderung erneuerbarer Energien. Es wird durch eine Abgabe der Konsumentinnen und Konsumenten auf den Strompreis finanziert.

  • Gewerbeimmobilien dürften billiger werden

    Gewerbeimmobilien dürften billiger werden

    Der Swiss Real Estate Sentiment Index von KPMG ist ein Indikator für die erwarteten Entwicklungen am Immobilienanlagemarkt. Im vergangenen Jahr hat der Index ein Allzeithoch erreicht. In diesem Jahr ist er auf dem tiefsten Stand seit dem Messbeginn 2012 gefallen. Er liegt laut einer Mitteilung des Beratungsunternehmens bei -13,1 Punkten.

    Die Einschätzung der Marktteilnehmer zur Wirtschaftsentwicklung trägt 20 Prozent zum Gesamtindex bei. Der entsprechende Wert ist um 60,9 Punkte auf -73,8 Punkte abgestürzt. Die zweite Komponente bildet die Erwartung der Preisentwicklung. Hier liegt der Wert nach 43,5 Punkten im Vorjahr mit 2,1 Punkten noch knapp über der Stabilitätsachse.

    Bei Wohnimmobilien bleiben die Preiserwartungen zwar positiv und sind nahe am Höchstwert von 2015. Entgegen der Erwartungen gehen Akteure auf dem Immobilienanlagemarkt auch nicht von sinkenden Preisen für Immobilien in peripheren Lagen aus. Allerdings dürften die Preise von kommerziell genutzten Immobilien sinken. Insgesamt 76 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Büroflächen im erweiterten Geschäftsgürtel als eine Folge der Corona-Krise abnehmen wird. Auch Verkaufsflächen dürften künftig weit weniger genutzt werden. Insbesondere für Einkaufszentren sehen die Befragten weniger Bedarf. Mehr Bedarf sehen Experten jedoch für Immobilien im Gesundheitsbereich sowie für Logistikflächen.

    Die Ergebnisse zeigen zwar, dass das Corona-Jahr die Stimmung auf dem Immobilienanlagemarkt eingetrübt hat. „Wegen der erwarteten Auswirkungen auf die zukünftige Nachfrage sehen die Marktteilnehmer aber auch Chancen, dass neue Nutzersegmente in den Investitionsfokus rücken“, wird Beat Seger, Partner und Immobilienexperte bei KPMG, zitiert. Ausserdem würden Wohnimmobilien zur Stabilität der Anlageklasse beitragen.

  • Implenia realisiert Grossüberbauung bei Genf

    Implenia realisiert Grossüberbauung bei Genf

    Rund um den Bahnhof Lancy-Pont-Rouge soll ein neues urbanes Zentrum entstehen. Hier habe Implenia bereits drei Gebäude als Totalunternehmer für Swiss Prime Site errichtet, informiert das Bau- und Immobilienunternehmen aus Dietlikon in einer Mitteilung. Nun soll Implenia ein weiteres Gebäude für die Solothurner Immobiliengesellschaft realisieren. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 132 Millionen Franken.

    Konkret hat Implenia den Auftrag für die Überbauung Alto Pont-Rouge erhalten. Sie ist als 15-stöckiges Gebäude zuzüglich dreier Tiefgaragenebenen mit einer Nutzfläche von insgesamt 35’000 Quadratmetern angelegt. Die Flächen sind hauptsächlich für Büros vorgesehen, kleinere Flächen sollen als Lebensmittelläden und Restaurants genutzt werden. Kern des Gebäudekomplexes bildet ein zentrales Atrium mit Glasfassaden.

    Die Überbauung werde „höchste Nachhaltigkeitsansprüche erfüllen und mindestens nach SNBS Gold zertifiziert sein“, erläutert Implenia in der Mitteilung. Der Beginn der Bauarbeiten ist für diesen November vorgesehen, im Juni 2023 sollen die Arbeiten fertiggestellt sein. Für Jens Vollmar, Head Division Buildings, ist der neue Auftrag „auf Basis einer langjährigen und vertrauensvollen Beziehung zwischen Swiss Prime Site und Implenia zustande gekommen“.

  • Bellinzona bekommt innovatives Quartier

    Bellinzona bekommt innovatives Quartier

    In Bellinzona wird mitten im Zentrum ein neues Stadtviertel mit Modellcharakter entstehen. Unter den fünf eingereichten Vorschlägen hat sich eine Expertenjury der Stadt nun für das Projekt Porta del Ticino (Tor zum Tessin) entschieden. Hohe Aufmerksamkeit schenkt es den Themen Nachhaltigkeit, Intergenerationalität und langsame Mobilität. Insbesondere sei dort auch ein Innovationspark geplant, schreibt die Stadt in einer Medienmitteilung.

    Darüber hinaus ist auch Wohnraum für 2500 Personen vorgesehen, schreibt das Tessiner Blatt „La Regione“. Das von der Stadt in ihrer Mitteilung als „epochal“ und „tiefgreifend“ bezeichnete Stadtentwicklungsprojekt wurde der Öffentlichkeit von den Partnern Bellinzona, SBB und Kanton Tessin nun vorgestellt. Alle Entwürfe sind bis zum 7. November auf der Piazza del Sole ausgestellt.

    Das Projekt habe durch „seinen mutigen städtebaulichen und landschaftsgestalterischen Ansatz überzeugt, den zentralen Bereich des Areals unbebaut zu lassen, damit der gesamten Bevölkerung eine freie Grünfläche zur Verfügung zu stellen und den neuen Stadtteil als natürliche und attraktive Ergänzung zur Stadt zu öffnen“, heisst es vonseiten der Stadt.

    Das 120’000 Quadratmeter grosse Gebiet, das für das neue Quartier vorgesehen ist, wird derzeit noch von den historischen SBB-Werkstätten eingenommen. Nach ihrer Verlegung werden sie 2026 ihren Betrieb in Arbedo-Castione aufnehmen. Danach soll die Realisierung des Modellquartiers in Angriff genommen werden. Die Vision dafür soll frühestens in 20 Jahren Realität werden, berichtet die Online-Zeitung ticinonews.ch. Weitere Entwicklungsschritte seien in 30 und 40 Jahren vorgesehen.

    Wie auch ein auf YouTube veröffentlichtes Video des Entwicklungsprojekts zeigt, soll das Quartier um die 101 Jahre alte sogenannte Cattedrale gebaut werden, das denkmalgeschützte Herzstück der SBB-Werkstätten. Dort werden bis heute jährlich 500 alte und neue Lokomotiven gewartet. Sie gilt als eine der wichtigsten Industriebauten im Tessin.

    Erarbeitet wurde dieses Stadtentwicklungsprojekt von einem Team, das sich aus den Zürcher sa_partners, TAM associati aus Venedig und dem Mailänder Landschaftsarchitekten Franco Giorgetta zusammensetzt.

    Susanne Zenker, Geschäftsleitungsmitglied von SSB Immobilien, erinnert gegenüber „La Regione“ daran, dass die Werkstätten „immer nach aussen verschlossen“ waren. Künftig jedoch werde sich dieses Areal „seiner Bevölkerung öffnen und zu einem attraktiven Raum werden. Bezüglich der vor allem im technologischen Bereich ins Visier genommenen Annäherung von privaten und öffentlichen Akteuren werde das neue Areal „eine Visitenkarte für das Bellinzona der Zukunft“.

  • Sauberer Ladestrom darf auch etwas mehr kosten

    Sauberer Ladestrom darf auch etwas mehr kosten

    Die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Juice Technology AG in Cham hat eine aktuelle Studie zum Ladeverhalten und zur Energienutzung bei E-Autos veröffentlicht. Eine Befragung von 5154 E-Autofahrerinnen und Fahrern sollte klären, wie das Verhalten an der Ladestation ist und welche Rolle die Herkunft des Ladestroms spielt.

    Knapp 50 Prozent der gefahrenen Kilometer werden laut der Medienmitteilung zuhause geladen, rund 22 Prozent am Arbeitsplatz. Nur 17 Prozent der Ladevorgänge werden an sogenannten Super Chargern oder Schnellladestationen durchgeführt. Für 85 Prozent der E-Autofahrer sei die Nutzung von sauberer Energie sehr wichtig oder wichtig, heisst es laut Mitteilung in der Studie.

    Gefragt wurde auch nach der Bereitschaft, für saubere Energie, die in Echtzeit produziert werden würde, einen höheren Betrag zu zahlen. Darauf antworteten 87 Prozent mit „Ja“. Beim Betrag gab es Unterschiede: 60 Prozent würden bis zu 4,89 Cent pro Kilowattstunde mehr zahlen, 27 Prozent bis zu 3,01 Cent pro Kilowattstunde.

    Die Umfrage fand vom 12. bis 14. Oktober 2020 online in der Schweiz, Deutschland und Österreich statt. Befragt wurden insgesamt 5154 Personen. Der Rücklauf lag bei 576 Antworten, davon kamen 82 Prozent aus Deutschland, 12 Prozent aus der Schweiz und 6 Prozent aus Österreich.

  • Schweiz hat das beste Energiesystem

    Schweiz hat das beste Energiesystem

    Unter Berücksichtigung der drei Kriterien Energiesicherheit, Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit hat die Schweiz das vorbildlichste Energiesystem der Welt. Damit erreichte sie wie im Vorjahr den Spitzenplatz. Das geht aus dem Weltenergie-Trilemma-Index 2020 des Weltenergierats hervor. Diesen erstellte er gemeinsam mit dem global agierenden Strategieberatungsunternehmen Oliver Wyman.

    Wie der Weltenergierat in einer Medienmitteilung schreibt, analysiert dieser Index historische Trends. Sie sollen es energiepolitischen Entscheidungsträgern und Interessenvertretern ermöglichen, ihre Leistung über die Zeit nachzuverfolgen und mit anderen zu vergleichen.

    Vor allem ihr hoher Anteil an Wasserkraft beschert der Schweiz in dieser Rangliste von insgesamt 130 Ländern den Spitzenplatz. Auch bei der Bezahlbarkeit steht sie in den Top 10. Dies ist dem insgesamt hohen Wohlstand gedankt. Einzig bei der Versorgungssicherheit taucht das Land nicht unter den zehn Besten auf. Dafür ist der Schweizer Energiemix nicht diversifiziert genug. Diesen Spitzenplatz hat Kanada inne, gefolgt von Finnland und Rumänien. Alle drei Länder verfügen über grosse Wasserkraftressourcen und investieren stark in Sonnen- und Windenergie.

    Die drei Länder mit dem grössten Sprung nach oben sind in der Gesamtbewertung Kambodscha, Myanmar und Kenia. In erster Linie ist das auf ihre Leistungen beim allgemeinen Zugang zu Energie zurückzuführen. Dieses Kriterium, das der Weltenergierat als Energiegerechtigkeit bezeichnet, hat seit dem Jahr 2000 die deutlichsten Verbesserungen erfahren, vor allem in Entwicklungsländern.

    Instrumente wie der Weltenergie-Trilemma-Index seien wichtiger denn je, so die Generalsekretärin des Weltenergierats, Dr. Angela Wilkinson: „Der Index ermöglicht es den einzelnen Ländern, voneinander zu lernen, was beim Verbinden der Punkte zwischen Mensch, Planet und Wohlstand funktioniert und was nicht.“

    Eines sei sicher, meint François Austin, Partner und Global Head of Energy bei Oliver Wyman: „Die leistungsstärksten Nationen erreichen ihre Energieziele, indem sie Politik, unternehmerisches Handeln, nationale Ressourcennutzung und Änderung des individuellen Verhaltens mit Umweltfragen in Einklang bringen.“ Dies könne „politischen Entscheidungsträgern und Wirtschaftsführern die Richtung für die Gestaltung der Energiezukunft vorgeben“.

  • Zug ist der attraktivste Kanton für Unternehmen

    Zug ist der attraktivste Kanton für Unternehmen

    Die Grossbank Credit Suisse hat ihren diesjährigen Standortqualitätsindikator veröffentlicht. Dieser misst die Attraktivität der Kantone aus Sicht von Unternehmen. Der Kanton Zug ist in diesem Jahr auf den ersten Platz vorgerückt und konnte damit den Kanton Basel-Stadt überholen. Die Credit Suisse erklärt dies mit der Anfang 2020 in Kraft getretenen Senkung der Gewinnsteuern. Der effektive maximale Gewinnsteuersatz beträgt in Zug neu 11,91 Prozent – im Vorjahr lag er noch bei 14,35 Prozent.

    Hinter Zug und Basel-Stadt folgt der Kanton Zürich in der Rangliste, gefolgt vom Kanton Genf, der um zehn Ränge vorgerückt ist. Der fünfte Platz wird vom Kanton Aargau belegt, der sechste vom Kanton Schwyz.

    Neben der Steuerpolitik der Kantone bezieht die Credit Suisse unter anderem die Verfügbarkeit von Hochqualifizierten und Fachkräften in ihre Analyse mit ein. Gemäss den Ökonomen der Grossbank hat sich der Bildungsstand der Schweizer Arbeitskräfte in den vergangenen Jahrzehnten stark erhöht. Allerdings zeige sich ein Stadt-Land-Graben bei der Verfügbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskräften. So verfügen in urbanen Regionen sowie in den näheren Agglomerationsräumen über 40 Prozent der potenziellen Arbeitnehmenden über eine höhere Ausbildung. In der Stadt Zürich liegt dieser Anteil sogar bei 57 Prozent.

    Die Credit Suisse hat nicht nur Kantone, sondern auch Wirtschaftsregionen unter die Lupe genommen. Sie ist nämlich der Ansicht, dass die Betrachtung auf Kantonsebene insbesondere in grösseren, heterogenen Kantonen zu kurz greift. Den Ergebnissen zufolge zählen wirtschaftliche Ballungszentren wie Zürich, Zug, Basel, Baden und Genf sowie deren Agglomerationen zu den attraktivsten Regionen für Unternehmen.

  • Coronavirus: Bundesrat legt Monitoringbericht zur Situation der Geschäftsmieten vor

    Coronavirus: Bundesrat legt Monitoringbericht zur Situation der Geschäftsmieten vor

    Der Bericht Monitoring Geschäftsmieten kommt zu folgenden Resultaten:

    • Aufgrund einer Strukturanalyse von Wüest Partner bestehen in der Schweiz rund 390 000 Geschäfts-Mietverträge mit einem Mietvolumen von schätzungsweise zwei Milliarden Franken pro Monat. Davon entfallen rund 900 Millionen Franken auf Büroflächen, 500 Millionen Franken auf Gewerbe und Industrie, 400 Millionen Franken auf Verkaufsflächen und 200 Millionen Franken auf gastgewerbliche Nutzungen. Zusätzlich zu den 390 000 Mietverhältnissen betreiben rund 60 Prozent der Unternehmen ihr Geschäft in einer eigenen Liegenschaft. Während der Zeit der maximalen Einschränkungen zwischen dem 17. März und dem 26. April 2020 waren rund 113’000 Mietverhältnisse von den Schliessungen durch den Bundesrat betroffen. Die kumulierten Mietzinse der von Schliessungen betroffenen Geschäftsliegenschaften belaufen sich auf 530 Millionen Franken pro Monat. Dies entspricht 27 Prozent des Mietvolumens.
    • Eine repräsentative Umfrage von gfs.bern kam zum Schluss, dass der Anteil der Mieterinnen und Mieter, die im Zusammenhang mit den verordneten Schliessungen Schwierigkeiten haben, ihre Miete zu bezahlen, in den Wochen des Lockdowns von 6 auf 33 Prozent gestiegen ist. Dies trifft vor allem auf die Westschweiz und auf das Tessin zu. Die Umfrage zeigte auch, dass die Mehrheit der Mietparteien (rund 60 %) entlastende Lösungen gesucht – und mehrheitlich auch gefunden haben. Einigungen kamen wesentlich häufiger zustande als Nichteinigungen; für die Mieterseite beträgt das Verhältnis von Einigungen zu Nichteinigungen 3 zu 2, für die Vermieterseite 9 zu 1. Der allergrösste Teil der Einigungen kam vor den Parlamentsentscheiden vom Juni 2020 zustande. In nahezu drei von vier Fällen handelte es sich bei den Einigungen um Mietzinsreduktionen.
    • Die Konjunkturentwicklung weist bislang auf eine rasche und kräftige wirtschaftliche Erholung hin. Die Zahl der Firmenkonkurse und die Anzahl neuer Gesuche in der Statistik der Schlichtungsbehörden liegen derzeit im üblichen Rahmen oder unter dem Vorjahresniveau.
    • Im internationalen Vergleich lässt sich feststellen, dass die meisten europäischen Staaten – ähnlich wie die Schweiz – auf Unterstützungsmassnahmen zur Sicherung der Liquidität der von Schliessungen betroffenen Betriebe setzen. Zu mietrechtlichen Eingriffen kam es eher selten, und wenn, handelte es sich um eine Verlängerung von Zahlungs- oder Kündigungsfristen. Gesetzlich verordnete Mietzinssenkungen sind in den elf betrachteten europäischen Staaten nicht festzustellen.

    Der Bundesrat kommt aufgrund dieser Resultate zum Schluss, dass es derzeit wenig Hinweise für umfassende und flächendeckende Schwierigkeiten im Bereich der Geschäftsmieten gibt. Allerdings schliesst dies nicht aus, dass in Einzelfällen unbefriedigende Konstellationen bestehen. Je nach Entwicklung der Pandemie kann sich die Situation rasch zuspitzen.

    Deshalb sieht der Bundesrat derzeit von Massnahmen (bspw.im gesetzgeberischen Bereich) ab. Er beauftragt aber das Bundesamt für Wohnungswesen BWO, die Arbeitsgruppe Geschäftsmieten weiterzuführen und mit den Kantonen allfällige Unterstützungen im Bereich Beratung und Information zu erörtern. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass regionale Lösungsansätze der Lage vor Ort am besten entsprechen.

  • Fischermätteli Burgdorf:  Zukunftsorientiertes Areal im Standard Minergie-A-Eco

    Fischermätteli Burgdorf: Zukunftsorientiertes Areal im Standard Minergie-A-Eco

    Im Dezember 2019 sind die Bagger auf dem ehemaligen Industrieareal in Burgdorf aufgefahren und schon bald soll Leben ins neue Quartier Fischermätteli kommen: Die ersten Wohnungen werden bereits im Sommer 2021 bezugsbereit sein. Bis voraussichtlich 2024 sollen in insgesamt drei Bauetappen zehn Mehrfamilienhäuser mit 169 preiswerten 2,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen und Wohnflächen zwischen 52 und 140 Quadratmetern entstehen. An idyllischer Lage in unmittelbarer Nähe zum Wald gelegen, gruppieren sich die Gebäude um eine zentrale Begegnungszone mit fünf unterschiedlich gestalteten Aussenplätzen.

    Grösstes Minergie-A-Eco-Quartier mit Schweizer Holz

    Die Siedlung Fischermätteli soll dereinst die grösste Überbauung der Schweiz sein, die nicht nur mit Schweizer Holz erstellt wird, sondern auch den Standard Minergie-A-Eco erfüllt. Dieser verlangt eine positive Energiebilanz und der Aufwand für Raum- und Wassererwärmung, Lufterneuerung sowie für sämtliche elektrischen Geräte und die Beleuchtung muss durch erneuerbare Energien gedeckt sein. Der Zusatz Eco legt das Augenmerk auf die Themen Gesundheit und Bauökologie und sichert einen hohen Wohnkomfort. «Aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen war es für uns hinsichtlich Ökologie und Nachhaltigkeit die einzig richtige Entscheidung, das Fischermätteli im Minergie-A-Eco-Standard zu bauen», erklärt Bruno Kälin. Er ist Leiter Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Strüby Konzept AG. Die Strüby Unternehmungen treten sowohl als Bauherrschaft wie auch als Gesamtleistungsanbieter (Projektentwicklung, Architektur, Engineering, Produktion, Realisation, Kundendienst, Kundenservice) auf und sind überdies für den Verkauf verantwortlich.

    Für das Fischermätteli setzt der Bauherr auf Fichte und Weisstanne aus Schweizer Wäldern: «Es gibt keinen besseren Baustoff als Holz. Er ist lokal verfügbar, wächst stetig nach, ist CO2-neutral, bringt Arbeitsplätze in die Region und sorgt für ein gutes und gesundes Raumklima», führt Kälin aus. Das für den Bau benötigte Holz wird direkt bei den Waldbesitzern eingekauft, in der Region gesägt, verleimt und weiterverarbeitet. Lange Transportwege fallen weg, wodurch die graue Energie sehr gering ausfällt.

    Ausgeklügeltes Energiekonzept

    Für das Energiekonzept hatte die Bauherrin eine Ausschreibung gemacht, welche ewz für sich entschied. Das Energiedienstleistungsunternehmen ist für Planung, Finanzierung, Realisierung und Betrieb der Energieversorgung verantwortlich. Die Verträge haben eine Laufzeit bis Dezember 2044 und beginnen nach Bauetappen gestaffelt. Der ewz-Geschäftsbereich Energielösungen hat für das Quartier Fischermätteli ein integrales Konzept ausgearbeitet, das nebst einer ausgeklügelten Wärme- und Stromversorgung auch eine alle Medien umfassende Nebenkostenabrechnung beinhaltet.

    Sämtliche Gebäude auf dem Areal sind an ein Areal-Wärmenetz angeschlossen. Herzstück der Wärmeversorgung ist die Heizzentrale mit einer Leistung von 550 kW. Als Energieträger kommen Holzpellets aus der Region zum Einsatz. Durch das Qualitäts-Management-System der Arbeitsgemeinschaft QM Holzheizwerke wird eine effiziente Wärmeproduktion sichergestellt. Der Energiedienstleister finanziert und realisiert die Heizzentrale sowie die Leitungen für die Wärmeverteilung bis zum Haus. Der Bauherr hingegen baut die Installationen für das Brauchwarmwasser und für die Feinverteilung der Wärme in den Häusern. Eine Wärmepumpe anstelle der Holzheizung kam aufgrund der geologischen Gegebenheiten am Standort nicht in Betracht.

    100 Prozent erneuerbarer Solarstrom

    Nebst den Wärmelieferverträgen vereinbart ewz mit den Eigentümern Stromlieferverträge. Diese regeln die Versorgung der insgesamt sieben Stockwerkeigentümerschaften sowie der Arealeigentümerschaft mit Elektrizität. Da der Baustandard Minergie-A eine 100-prozentige Abdeckung mit erneuerbarem Strom verlangt, wird auf jedem Hausdach eine Photovoltaikanlage installiert. Die im Endausbau zehn Anlagen weisen eine Leistung von 722 kWp auf. Laut Projektleiter Christian Rolli von ewz Energielösungen lag die Herausforderung darin, den geforderten Solarstromertrag zu erreichen und dennoch genügend Platz auf den Dächern für Wartung und Unterhalt der Photovoltaik-Module zu haben. Die Lösung bestand darin, monokristalline Hochleistungsmodule mit einem höheren Wirkungsgrad zu wählen, die auf weniger Platz mehr Ertrag erbringen, was sich allerdings in einem höheren Preis niederschlägt. Auf dem Areal sind rund 3200 m2 Photovoltaik-Module verbaut. Sollte es zum Beispiel während der Ferien im Sommer zu einer derart hohen Überproduktion kommen, dass nicht der ganze Strom ins Netz eingespeist werden kann, lässt sich die Produktion drosseln.

    Das von ewz Energielösungen ausgearbeitete Gesamtkonzept hat die Bauherrschaft überzeugt: «Unsere Vorgaben hinsichtlich einer ökologischen und wirtschaftlichen Lösung, die von einem Partner ganzheitlich realisiert und unterhalten werden kann, wurde von ewz sehr gut umgesetzt», findet Bruno Kälin.

  • Freiburger Bevölkerung will Windparks

    Freiburger Bevölkerung will Windparks

    Die Freiburger Bevölkerung steht hinter den kantonalen Windstromprojekten. Das zeigt eine Umfrage, die MIS Trend im September im Auftrag von Groupe E durchgeführt hat. Danach sprechen sich 72 Prozent für den Bau von Windparks im Kanton aus, heisst es in einer Mitteilung des kantonalen Energieversorgers. 65 Prozent hegen auch keine Befürchtungen bei der Installation der Anlagen.

    Groupe E will an vier Standorten Windparks errichten. Diese Standorte sind im Richtplan des Kantons eingetragen, der bereits vom Bund genehmigt worden ist. Die vier Windparks sollen eine zusätzliche Stromproduktion von 156 Gigawattstunden Strom im Jahr erlauben. Zwei Drittel der Stromproduktion sollen im Winter anfallen, wenn die Photovoltaik weniger ergiebig ist. Für die Projekte sind Ausgleichsmassnahmen zugunsten der Biodiversität vorgesehen.

  • Grüner Asphalt holt CO2 dauerhaft aus der Luft

    Grüner Asphalt holt CO2 dauerhaft aus der Luft

    In Dornbirn wird im Zuge des Ausbaus des Fernwärmenetzes auf einem Strassenteilstück neuer Asphalt aufgetragen. Dabei wird erstmals sogenannter grüner Asphalt verwendet. Dem Asphalt werden dabei 1,7 Prozent Holzkohle aus der Produktion des EnergieWerks Ilg beigemischt. Damit kann der in der Holzkohle enthaltene Kohlenstoff gespeichert und das mit ihm gebildete CO2 dauerhaft der Atmosphäre entzogen werden. Das Unternehmen verbessert damit seine CO2-Bilanz.

    Eine erste Testmischung wurde am 24. September eingebaut, heisst es in einer Mitteilung des EnergieWerks Ilg. Erfüllt diese Mischung die Erwartungen, soll am 14. und 15. Oktober eine Teststrecke von 30 Metern verlegt werden.

    Wenn das Pilotprojekt im Bundesland Vorarlberg erfolgreich ist, dann können Strassen zu neuen CO2-Senken werden. Asphalt darf im Schnitt rund 5 Prozent solcher Zusatzstoffe enthalten. Damit könnten 100‘000 Tonnen Asphalt bald schon weit über 10‘000 Tonnen CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen.

    Das Pilotprojekt wird von einer Reihe von Partnern getragen. Der Asphalt wird von Migu Asphalt in Lustenau hergestellt, das damit ein neues Produkt einführen und seine Marktposition stärken will. Die Technologie zur Herstellung der Holzkohle stammt von der Firma Syncraft in Schwaz im Bundesland Tirol. Das EnergieWerk Ilg, das die Beimischung liefert, ist schon bisher klimaneutral gewesen und kann mit diesem Produkt klimapositiv werden. Die Stadt Dornbirn profiliert sich als Vorzeigeregion der Energiewende.

    Hans-Peter Schmidt vom Ithaka Institut in Arbaz VS berät das Projekt. Die carbonfuture GmbH in Freiburg i.Br. zertifiziert die Kohlenstoffspeicherung. Damit können Zertifikate für die Entnahme von Kohlenstoff aus der Atmosphäre erteilt und der grüne Asphalt mitfinanziert werden.

    Das Projekt wurde vom Konsortium European Biochar Industry (EBI) initiiert. EBI will neue, verifizier- und zertifizierbare CO2-Senken mit Holz- und Pflanzenkohle schaffen und etablieren.

  • «Wir sind auf allen Baustellen auf Kurs»

    «Wir sind auf allen Baustellen auf Kurs»

    Seit gut einem Jahr ist die erste Etappe der Limmattalbahn zwischen Zürich Farbhof und Schlieren Geissweid in Betrieb. Das Tram wird gut akzeptiert und rege genutzt. «Es wird kaum mehr unterschieden zwischen ‹alter› und ‹neuer› Strecke», sagt Oliver Obergfell von der Medienstelle VBZ. Auch das Grüntrassee mache nach einem Betriebsjahr bereits einen sehr guten Eindruck. Im Durchschnitt nutzen unter der Woche rund 5000 Personen die Schlieremer Haltestellen – das entspricht in etwa der Passagierzahl der ehemaligen Buslinie 31. Seitens der Limmattalbahn (LTB) AG ist man ebenfalls zufrieden mit dem Betrieb. «Bisher hatten wir auch kaum Beschwerden in Bezug auf die Infrastruktur», sagt Geschäftsführer Daniel Issler.


    Die zweite Etappe der Limmattalbahn zwischen Bahnhof Altstetten und Zürich Farbhof sowie zwischen Schlieren Geissweid und Killwangen-Spreitenbach ist seit einem Jahr im Bau. Auch hier läuft alles nach Plan: «Die Bauarbeiten kommen sehr gut voran. Wir sind auf allen Baustellen auf Kurs oder sogar etwas schneller unterwegs», sagt Issler. Eine Kostenüberschreitung zeichne sich zurzeit nicht ab. Der Gesamtprojektleiter sieht sich aber auch mit Herausforderungen konfrontiert: «Bei der zweiten Etappe finden die Bauarbeiten zeitgleich auf einer Länge von rund 10 Kilometern statt.» Hinzu kämen die grossen Bauwerke wie der Färberhüslitunnel in Schlieren, die Unterführung bei der Dreispitzkreuzung in Dietikon und das Rampenbauwerk in Killwangen.

    Eine Buslinie könnte das steigende Passagieraufkommen nicht bewältigen
    Der Bau der Limmattalbahn ist mit Einschränkungen und Immissionen für Anwohner, Unternehmer und Verkehrsteilnehmer entlang der Strecke verbunden. Dass die Baustelle der Limmattalbahn einige Unannehmlichkeiten mit sich bringt, ist der LTB AG bewusst. «Wir bemühen uns deshalb, so rasch wie möglich zu bauen, um die Einschränkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Meldet sich jemand mit einem Anliegen bei uns, sind wir bestrebt, individuelle Lösungen zu finden», sagt der Geschäftsführer. Dabei hebt Issler noch einmal den Nutzen der durchgehenden Limmattalbahn von Zürich Altstetten bis Killwangen-Spreitenbach hervor: «Der öffentliche Verkehr wird gestärkt – die Limmattalbahn ist eine Ergänzung zur bestehenden S-Bahn und ermöglicht eine durchgehende und zuverlässige Reisekette.» Das viel hervorgebrachte Argument der Limmattalbahn-Gegner – dass ein Ausbau der bestehenden Busnetze in der Region genügt hätte und billiger gekommen wäre – entkräftet der Chef der LTB AG: «Das Limmattal entwickelt sich rasant. Viele Neuerungen stehen ja noch bevor. Eine Buslinie könnte dieses Wachstum nicht bewältigen. Zudem ein Bus immer Gefahr läuft, im Stau stecken zu bleiben.»

    Die Ankündigung der Limmattalbahn hat entlang der Strecke bereits zahlreiche Bautätigkeiten ausgelöst. Alte Bausubstanz wird erneuert, neue Geschäfts- und Wohnbauten entstehen. Issler erwartet, dass dieser Trend anhalten und sich sogar noch verstärken wird. Das Wachstum verschärft aber auch das bereits bestehende Verkehrsproblem des Limmattals. Kann die Limmattalbahn hier Abhilfe schaffen? «Ein Ziel der Limmattalbahn ist, den Grossteil des Mehrverkehrs durch den öffentlichen Verkehr aufzufangen. Da gleichzeitig auch Massnahmen für den motorisierten Individualverkehr umgesetzt werden, sind wir zuversichtlich, dass sich dadurch auch der Strassenverkehr verflüssigt», sagt Issler.

    Die zweite Etappe soll Mitte 2022 fertig gebaut sein. Danach folgen Testfahrten. Der offizielle Betrieb soll zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 aufgenommen werden. Dann bedient die Limmattalbahn mit einer Geschwindigkeit von durchschnittlich 22 km/h eine Strecke von 13,4 Kilometer: Von Zürich Altstetten über Schlieren, Urdorf, Dietikon, Spreitenbach bis nach Killwangen. Die Stadtbahn stoppt dabei 27 mal und hat Kapazität für 260 Fahrgäste. Für die ersten zwei Etappen wurden von den Kantonen Zürich und Aargau sowie vom Bund insgesamt 755 Millionen Franken aufgewendet.

    Die Aargauer Regierung arbeitet derweil an den Plänen für eine dritte Etappe: von Killwangen-Spreitenbach bis nach Baden. Der Grosse Rat hat im Spätsommer 2020 entschieden, das Trassee freizuhalten und die Weiterführung der Tramstrecke im kantonalen Richtplan vom bisherigen Status «Vororientierung» auf die Stufe «Zwischenergebnis» anzuheben. Die Verlängerung der Limmattalbahn hat damit gute Chancen – bis zu einem definitiven Entscheid müssen aber noch einige Hürden genommen werden. Die Aufnahme des Betriebs für die letzte Etappe, sofern sie tatsächlich realisiert wird, erwartet man nicht vor 2032. ■

  • Letzibach D: Drei autonome Gebäudeteile von  drei verschiedenen Bauherrinnen

    Letzibach D: Drei autonome Gebäudeteile von drei verschiedenen Bauherrinnen

    Zwischen 2021 und 2025 wird in Zürich-Altstetten der Neubau Letzibach D realisiert. Die Stadt Zürich hat das 10’000 Quadratmeter grosse Areal im Jahr 2014 von den SBB erworben. Das Areal weist auf der Nordseite das offene Gleisfeld und auf der Südseite die stark befahrene Hohlstrasse auf. Unter der Bauherrschaft der Liegenschaftenverwaltung, der Stiftung Alterswohnungen sowie der Stiftung Wohnungen für kinderreiche Familien der Stadt Zürich sollen hier 250 gemeinnützige Wohnungen entstehen. Die drei Bauherrinnen planen jeweils ein Drittel des Bauvolumens. So entstehen drei autonome Gebäudeteile mit eigenen Eingängen.

    Die Arealüberbauung ist auf eine Ausnützung von 318 Prozent ausgelegt. Die erforderliche Dichte kann nur mittels Hochhauslösungen erreicht werden. Für die Pläne verantwortlich sind Gut & Schoep Architekten GmbH und Neuland Landschaft GmbH aus Zürich. Vorgesehen ist ein 60 Meter hohes Gebäude mit 24 Stockwerken und einer einprägsamen städtebaulichen Silhouette sowie ein achtgeschossiges, langgezogenes Gebäude, welches sich U-förmig gegen das Gleisfeld hin öffnet. An der Kreuzung Hohlstrasse/Flurstrasse entsteht zudem ein kleiner Stadtplatz.

    Der Baukörper ragt im Westen zur Hohlstrasse vor und führt den Strassenraum der angrenzenden Überbauung Letzibach C fort. Im Norden knickt er nochmals im rechten Winkel ab und bildet damit mit dem Hochhaus den Abschluss. Im niedrigen, zusammenhängenden und acht Stockwerke umfassenden Teil der Überbauung finden sich die 53 Wohnungen der Stiftung Wohnungen für kinderreiche Familien und die 81 Wohnungen der Liegenschaften Stadt Zürich. Die Wohnungen im flachen Gebäudeteil bieten südorientierte Essküchen sowie Richtung Norden ausgerichtete Wohnräume – teilweise mit inneren Rundläufen oder mit grosszügigen Entrées. Eingezogene Balkone zwischen Essküche und Wohnraum sind für die 131 Alterswohnungen vorgesehen. Diese Wohnungen der Stiftung Alterswohnungen Stadt Zürich sollen im sechzig Meter hohen Turm entstehen. Die Betonfassade der Gebäude soll Langlebigkeit und einen sparsamen Unterhalt sicherstellen. ■

  • Die Überbauung amRietpark  ist grösser als 17 Fussballfelder

    Die Überbauung amRietpark ist grösser als 17 Fussballfelder

    A uf dem ehemaligen Industriegelände der Leimfabrik Geistlich in Schlieren entsteht unter der Bauherrschaft von Helvetia Versicherungen und der Geistlich Immobilia AG die 2. Etappe des neuen Quartiers «amRietpark»: Zusammen mit dem Färbi-Areal misst die Fläche 125’000 Quadratmeter und umfasst über 17 Fussballfelder. Wo einst Stoffe gefärbt und Leim produziert wurde, stehen ab dem Jahr 2020 insgesamt 921 Wohnungen sowie das Alterszentrum der Tertianum AG bereit. Alleine das Geistlich-Areal umfasst 80’000 Quadratmeter und grenzt direkt an den Bahnhof Schlieren an.

    Zwischen 2007 und 2015 entstanden auf dem Färbi-Areal bereits 600 Wohnungen, 12’600 Quadratmeter Büroflächen sowie 14’600 Quadratmeter Gewerbeflächen, davon 330 Quadratmeter für Gastronomiebetriebe. Das Geistlich-Areal umfasst das 2015 fertig gestellte Projekt «Magnolia» mit 137 Eigentumswohnungen und die Neubauten entlang der Brand- sowie der Engstringerstrasse mit einer Nutzfläche von 55’000 Quadratmetern. Rund die Hälfte des neuen Quartiers nimmt der öffentliche «Rietpark» ein: Er ist 600 Meter lang, umfasst 42’000 Quadratmeter und ist das Herzstück der Überbauung.

    Teil des Projekts ist ein Doppelkindergarten mit Mittagsbetreuung an der Engstringerstrasse 5. Dieser ist im von der Geistlich lmmobilia AG realisierten Wohn- und Geschäftshaus mit 84 Wohnungen und Gewerbeflächen im Erdgeschoss eingemietet. Als Architekt wurde das Büro E2A aus Zürich verpflichtet. Der Neubau besteht aus einem U-förmigen Gebäudeteil mit einer Wohnnutzung ab dem 1. Obergeschoss und einem durchgehenden Sockelgeschoss im EG. Alle Wohnungen sind zum Park ausgerichtet. Auf dem Dach finden die Mieter – angelehnt an die einstigen Schrebergärten auf dem Areal – 15 Dachgärten vor.

    Die 2020 bezogenen Überbauungen an der Brandstrasse wurden von zwei verschiedenen Architekturbüros entworfen. Graber Pulver Architekten zeichnen für die Bauherrin Geistlich Immobilia AG mit vier schachbrettartig zueinander verschobenen Türmen an der Brandstrasse 1-7 verantwortlich. Die Türme verschmelzen über einem zweigeschossigen Sockel zur Einheit und gewährleisten eine optimale Lichteinstrahlung sowie Ausblicke aus allen Winkeln des Gebäudes. Die vielseitigen Wohnmöglichkeiten umfassen klassische Wohnungen, Maisonettes bis hin zu Clusterwohnungen sowie Gewerbe- und Gastroflächen und das Alterszentrum für die Ankermieterin Tertianum AG. Innerhalb des Blocks verbindet eine längs durchs Erdgeschoss gesteckte «Rue Interieure» die Türme.

    Gmür & Gschwentner Architekten konzipierten für Helvetia Versicherungen an der Brandstrasse 21 ein Gebäude mit 202 Wohnungen. Der Neubau teilt das Baufeld in zwei um jeweils eigene Höfe platzierte Baukörper. Das Zentrum bildet eine Halle, die von den Bewohnern für gemeinschaftliche Anlässe genutzt werden darf. Ein Novum für Schlieren ist der Pool auf dem Dach mit Sonnendeck, der den Bewohnern zur freien Verfügung steht. Hier entstanden 3,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen sowie verschiedene Gewerbeflächen entlang der Brandstrasse. ■

  • Eine Hochbahn für Silbern und das Niderfeld

    Eine Hochbahn für Silbern und das Niderfeld

    Das innovative Projekt der im Mai 2018 gegründeten Interessengemeischaft (IG) Hochbahn Silbern macht sich für eine Verkehrslösung hoch über den Gleisen zwischen den für Dietikon relevanten Quartieren Silbern und dem noch in der Entwicklung stehenden Niderfeld stark. Denn der SBB-Rangierterminal bildet eine Barriere zwischen den beiden Stadtteilen. Die Hochbahn würde die direkte Verbindung zwischen der im Richtplan festgehaltenen S-Bahn-Station Silbern und einer Station der Limmattalbahn im Niderfeld sichern. Damit hätte das Silbernquartier einen Anschluss an die Limmattalbahn, und die künftigen rund 2000 Bewohner und Arbeitenden des Niderfeld-Quartiers könnten unkompliziert die Einkaufsinfrastruktur und eine mögliche S-Bahn-Haltestelle Silbern erreichen.
    Hinter der IG Hochbahn Silbern stehen Vertreter der Gebiete Silbern und Niderfeld sowie der Limmatstadt AG und der Stadt Dietikon. Präsidiert wird die IG von Beny Ruhstaller, Verein Grundeigentümer Niderfeld Dietikon (VGND). Die Hochbahn soll in den nächsten 8 bis 15 Jahren realisiert werden. Das Projekt wurde als relevant für das Limmattal eingestuft. Deshalb wurde die Hochbahn Silbern als förderungswürdiges Projekt in die Regionale Projektschau Limmattal aufgenommen. Wie die automatisierte seilgezogene Hochbahn aussehen könnte, ist bereits klar. Mit ihrem möglichen futuristischen Design wäre die Hochbahn nicht nur eine Attraktion im Limmattal, sondern würde zudem die gewünschte Querverbindung bieten. Seilbahnen haben sich auch an anderen Orten in der Schweiz bewährt. So beispielsweise die Polybahn in Zürich, die Seilbahn Rigiblick oder die Stadtbahn Lugano.

    Die Hochbahn Silbern hat sich mittlerweile von einer Vision zu einem konkreten Projekt entwickelt. Die Machbarkeit wurde geprüft und für umsetzbar eingestuft – auch die Streckenführung und mögliche Haltestellen konnten bereits eingegrenzt werden. So soll die Fahrstrecke zwischen 607 und 637 Meter lang sein. Mit einer Fahrzeit von etwa 2 Minuten könnte die Hochbahn 700 bis 750 Personen pro Stunde transportieren. Die bislang erfolgten Gespräche mit den SBB und der Seilbahnfirma Garaventa, die regelmässig an den Sitzungen der IG Hochbahn Silbern teilnehmen, verliefen bisher vielversprechend. Die Kosten werden auf ca. 20 Millionen Franken geschätzt. Der Betrieb soll vollautomatisch erfolgen und kein Personal vor Ort benötigen.

    Um das Projekt voranzutreiben wird gemäss der IG Hochseilbahn Silbern nun Unterstützung durch die Stadtbehörden benötigt. Ausserdem muss die Hochbahn in den Quartierplan Niderfeld integriert werden – mit einer eventuellen Landausscheidung für die Stationen und die Geleise auf beiden Seiten. In nächster Zeit soll das Projekt mit einer Potenzialanalyse weiter konkretisiert sowie die Kostenplanung und technische Umsetzbarkeit geprüft werden. Danach folgt die Eingabe an das Bundesamt für Verkehr. ■