Kategorie: Standorte

  • Masterplan für das Jenny-Areal

    Masterplan für das Jenny-Areal

    Das rund 30 ha grosse Jenny-Areal der Fritz + Caspar Jenny AG ist tief in der Industriegeschichte des Glarnerlands verankert. Wo seit 1834 Textilproduktion stattfand, entsteht heute ein vielschichtiger Ort mit neuer Perspektive. Die Nähe zum Bahnhof Ziegelbrücke, die Grösse des Geländes und die vorhandene Infrastruktur machen das Areal zu einem Schlüsselstandort für die wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung im Kanton.

    Planung mit Weitblick und Partizipation
    Im Rahmen eines mehrstufigen Prozesses wurde ein strategischer Masterplan erarbeitet, basierend auf einer umfassenden Testplanung mit vier interdisziplinären Teams. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für eine langfristige Entwicklung, die auf regionale Raumordnung, wirtschaftliche Potenziale und soziale Vielfalt abgestimmt ist. Der Siegerentwurf von Blättler Dafflon Architekten mit Tony Fretton Architects und Studio Vulkan überzeugte durch seine starke Verbindung von Natur, Baukultur und offenen Freiräumen.

    Vielfältige Nutzung als Standortstrategie
    Bereits heute vereint das Areal verschiedene Nutzungen. Von der Carlsberg Supply Company über kreative Arbeits- und Wohnformen wie das Loft Z25 bis zur kantonalen Berufsschule Glarus. Der Masterplan baut auf dieser Vielfalt auf und erweitert sie um neue Bildungs-, Dienstleistungs- und Wohnangebote. Auch ein Hotelprojekt wird geprüft. Ziel ist es, das Jenny-Areal als Wirtschafts-, Wohn- und Lernort dauerhaft zu etablieren und nachhaltig zu beleben.

    Baukultur als identitätsstiftendes Element
    Zentral für die Entwicklung ist der respektvolle Umgang mit dem baukulturellen Erbe. Das Areal gehört zum Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz. Bestehende Gebäude von architektonischer und historischer Bedeutung sollen erhalten und gezielt integriert werden. Der denkmalgeschützte Reitstall etwa soll als prägendes Element das neue Arealkonzept bereichern und zur Identität des Orts beitragen.

    Rechtliche Rahmenbedingungen im Fokus
    Die Umsetzung des Masterplans setzt eine angepasste Nutzungsplanung voraus. Aktuell wartet das Projekt auf die Rechtskraft der Nutzungsplanung II der Gemeinde Glarus Nord. Erste Schritte zur Umzonung sind erfolgt, doch zentrale rechtliche Voraussetzungen stehen noch aus. Mit dem Abschluss dieses Prozesses kann das Entwicklungspotenzial des Jenny-Areals vollständig erschlossen werden . Ein entscheidender Schritt für die Zukunft des Standorts.

  • Schweizer Steuerlandschaft im Wandel

    Schweizer Steuerlandschaft im Wandel

    Im Jahr 2025 ist der durchschnittliche Gewinnsteuersatz für Unternehmen in der Schweiz von 14,6 auf 14,4 Prozent gesunken. Spitzenreiter bleibt der Kanton Zug mit nur 11,85 Prozent, während Bern (20,54%), Zürich (19,61%) und Wallis (17,12%) die oberen Ränge im Steuerranking besetzen. Auf den ersten Blick ein Zeichen für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts, doch die Dynamik ist differenzierter.

    Tatsächlich haben einige Kantone ihre Steuersätze sogar leicht erhöht. Genf etwa stieg von 14 auf 14,7 Prozent, Basel-Stadt wird 2026 auf 14,53 Prozent anheben. Hintergrund ist die Einführung der globalen Mindestbesteuerung von 15 Prozent für Unternehmen mit hohen Gewinnen. Kantone, die bislang als Tiefsteuerstandorte galten, passen sich an, um die drohende Ergänzungssteuer abzufedern und Einnahmen selbst zu behalten. Für Investoren bedeutet das, während der steuerliche Vorteil bleibt, ist Flexibilität gefragt, um auf kantonale Unterschiede und die künftigen Anpassungen reagieren zu können.

    Standort bleibt wettbewerbsfähig
    Auch bei den Spitzensteuersätzen für Privatpersonen zeigt sich ein leichter Rückgang. Von durchschnittlich 32,7 auf 32,5 Prozent. Besonders Genf (-1,7 Prozentpunkte) und Schwyz (-0,61) haben die Sätze gesenkt. Doch die Rangliste bleibt stabil. Schwyz (21,98%), Zug (22,68%) und Nidwalden (24,1%) bilden weiterhin die Spitze. Genf, Waadt und Bern bleiben die teuersten Kantone für Top-Verdienende. Für Immobilienentwickler und hochqualifizierte Arbeitskräfte sind diese Standortunterschiede bei der Einkommenssteuer weiterhin ein entscheidender Faktor, insbesondere bei internationalen Projekten.

    Globale Mindeststeuer Stabilität in der Schweiz, Unsicherheiten international
    Über 50 Länder weltweit haben die Mindeststeuer von 15 Prozent für grosse Unternehmen bereits umgesetzt. Doch die USA, ursprünglich Treiber der Initiative, haben die OECD-Vorgaben bislang nicht in nationales Recht übernommen. Im Gegenteil, die neue US-Administration stellt das Projekt zunehmend in Frage. Experten wie Stefan Kuhn von KPMG Schweiz betonen, dass diese Unsicherheiten im schlimmsten Fall zu einer Rückkehr des Steuerwettbewerbs oder zu digitalen Sondersteuern führen könnten. Für die Schweiz ist das Signal dennoch klar, die globale Mindeststeuer wird auch hier zur Realität. Die Stabilität der Umsetzung und die Planbarkeit bleiben ein Standortvorteil gegenüber ungewissen internationalen Entwicklungen.

    Kantone stärken Standortattraktivität mit gezielten Projekten
    Parallel zu den Steueranpassungen investieren viele Kantone in Projekte zur Standortförderung. Luzern, Basel-Stadt, Zug und andere haben bereits Programme beschlossen, die ansässige Unternehmen und Neuansiedlungen unterstützen. Für Immobilienentwickler bedeutet das, Chancen für neue Projekte, Anreize für Investitionen in Gewerbeflächen und Wohnraum sowie eine solide Grundlage für langfristig tragfähige Geschäftsmodelle.

    Gleichzeitig wird deutlich, nicht die Steuerpolitik entscheidet über die Attraktivität eines Standorts, sondern auch die begleitenden Massnahmen wie Infrastruktur, Fachkräftesicherung und Digitalisierung. Hier entstehen für Entwickler und Investoren neue Räume für innovative Projekte,

     gerade auch in einem Marktumfeld, das von wachsenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz geprägt ist.

    Industriepolitik und Zölle
    Neben den Steuern gewinnen internationale Handelsfragen wieder an Gewicht. Die Diskussionen um US-Zölle, bilaterale Handelsabkommen und strategische Industriepolitik treiben weltweit eine Reindustrialisierung voran. Für Schweizer Standorte heisst das, die Nachfrage nach geeigneten Produktions- und Logistikflächen könnte steigen. Gleichzeitig wird der Schutz strategischer Industrien wieder stärker politisch unterstützt, was neue Investitionsfelder im Bereich der Hightech- und Industrieproduktion eröffnen könnte.

    Schweiz bleibt stark – Augen auf Irland und Asien
    Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz weiterhin auf Augenhöhe mit anderen europäischen Top-Standorten. Irland besteuert Unternehmensgewinne mit 12,5 Prozent, Ungarn mit 9 Prozent. Guernsey, die Bahamas und die Cayman Islands bleiben mit null Prozent Tiefsteuerparadiese, für die Schweiz jedoch kein Vergleich. Stattdessen konkurriert der Standort mit attraktiven Metropolen wie Hongkong (16,5%) oder Singapur (17%), die mit zusätzlichen Förderprogrammen locken. Auch China, Indien und Brasilien setzen mit hohen Sätzen (25-34%) weiterhin auf andere Steuerstrategien, bieten aber selektiv tiefe effektive Belastungen für strategische Industrien. Die Schweiz bleibt wettbewerbsfähig und ergänzt diesen Vorteil durch stabile politische und rechtliche Rahmenbedingungen.

  • Wirtschaftsstandort und Lebensraum Kanton Glarus – Ein echt sagenhaftes Lebensgefühl

    Wirtschaftsstandort und Lebensraum Kanton Glarus – Ein echt sagenhaftes Lebensgefühl

    Der Kanton Glarus hat eine lange industrielle Tradition. Welche Impulse setzen Sie, um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen?
    Der Kanton Glarus ist seit jeher ausgesprochen wirtschaftsfreundlich. Als einer der ersten Schweizer Kantone regelten wir die Wirtschaftsförderung (1978) gesetzlich. Zudem ist Glarus mit dem Fabrikgesetz (1864) und der obligatorischen Altersversicherung (1916) Schweizer Pionier in der Sozialgesetzgebung. Vor diesem Hintergrund ist das Glarnerland traditionell ein moderner Unternehmensstandort mit wettbewerbsfähigen Vorteilen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die vielleicht erst auf den zweiten Blick auffallen. Zum Beispiel ist das Glarnerland gross genug, um Unternehmen genügend Platz zu bieten, aber auch klein genug, um schnell und unbürokratisch Entscheidungen zu treffen. Die Kontaktstelle für Wirtschaft unterstützt sowohl Unternehmensgründer als auch bestehende Unternehmen oder Firmen, die sich neu ansiedeln möchten, pragmatisch und verlässlich. In unseren drei schweizweit vorbildlich fusionierten Grossgemeinden finden Investoren günstige Immobilien und Arbeitgeber gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiter, die gerne in einer intakten Umwelt mit den Vorteilen eines modernen Umfelds leben.

    Wie fördert das Volkswirtschaftsdepartement innovative digitale Geschäftsideen?
    Die Möglichkeiten der digitalen Transformation dienen einerseits dazu, Prozesse und Produkte neu zu gestalten, sie bilden andererseits aber auch die Basis für die Kreislaufwirtschaft. Dabei geht es sowohl um mehr Ressourceneffizienz als auch um Datenmanagement. Dadurch wissen die Mitarbeitenden von morgen, welche Materialien mit welchen Prozessen verbaut wurden. Eine weitere Chance sind die Lieferketten: Neue digitale Prozesse ermöglichen eine robustere, effizientere und transparentere Supply Chain. Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die digitale Transformation in der Glarner Wirtschaft mit Digitalisierungskrediten. Im Förderprogramm stehen bis Ende 2027 zwei Millionen Franken bereit. Gefördert werden innovative Projekte, die neue Technologien in Prozessen und Produktionen berücksichtigen, neue Produkte und Geschäftsmodelle schaffen sowie Kooperationen aufbauen. Konkret führen wir mit der Expertise des Innovationsnetzwerks Ostschweiz (INOS) in teilnehmenden Betrieben eine IST-Analyse durch. Die Analyse wird durch die neue Regionalpolitik (NRP) finanziert und beinhaltet eine Standortbestimmung inklusive Massnahmenplan und Roadmap zur Umsetzung. Diese Grundlagen braucht es für das Gesuch nach finanzieller Unterstützung bis zu 100’000 Franken für einzelbetriebliche und 300’000 Franken für überbetriebliche und/oder branchenweite Projekte.

    Wie wird sich der Immobiliensektor Ihrer Meinung nach im Bereich Industrie und Gewerbe entwickeln?
    Der Druck der Agglomeration ist im Glarnerland spürbar. Das Bevölkerungswachstum ist aber moderat, was einer nachhaltigen Entwicklung entgegenkommt. Bei den Industrie- und Gewerbeflächen verfügt die Gemeinde Glarus Nord über besonders hohe Kapazitäten, die aktuell am Standort Bilten mit mehreren Projekten genutzt werden. Wir setzen mit aktivem Flächenmanagement auf eine nachhaltige Entwicklung mit qualitativen Projekten bei Industrie und Gewerbe.

    Welche Trends sehen Sie in der Entwicklung von Angebot und Nachfrage im Bereich Wohnen?
    Neubauprojekte im Wohnbereich werden zum Grossteil in den Gemeinden Glarus und Glarus Nord umgesetzt. Das hat auch mit den Nutzungsplanungen zu tun, die dank der Gemeindefusion einen gesamtheitlichen und fortschrittlichen Blick einnehmen können. In Glarus Süd befindet sich die Nutzungsplanung noch im anspruchsvollen politischen Prozess, der auch vom Kanton begleitet wird.

    Wie können Sie sicherstellen, dass die Entwicklung des Immobilienmarkts den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht?
    Wer in einem unserer 29 Dörfer, Ortschaften oder Ortsteilen lebt, schätzt die Eigenheiten seines Wohnorts. Diese zeigen sich zum Beispiel in der Lage oder im Vereinsleben. So lebt es sich in Elm oder Braunwald völlig anders als im Kantonshauptort oder in Näfels. Und dort wieder anders als auf dem Kerenzerberg oder am Walensee. Das schafft Identität und Verbundenheit; dadurch bleiben die Menschen hier. Das deckt sich mit dem moderaten Tempo des Bevölkerungswachstums und den vergleichsweise stabilen Immobilienpreisen.

    Wie können Sie sicherstellen, dass sich Ihr Immobilienmarkt nachhaltig entwickelt?
    Mit unserer einzigartigen Kombination aus Naturverbundenheit und urbaner Nähe, mit der überschaubaren Grösse und dem kompakten Lebens- und Wirtschaftsraum punktet das Glarnerland. Das A und O ist deshalb ein sorgfältiger Umgang mit diesen Vorteilen – sie sind unsere Ressourcen, unser Kapital.

    Welche Infrastrukturprojekte von ASTRA und SBB sind geplant und welche Verbesserungspotenziale erkennen Sie?
    Das Glarnerland wird als ländliche Region wahrgenommen, hat aber durch seine Lage zwischen Zürich und Chur sehr gute Verkehrsanbindungen. Die Stadt Zürich und der Flughafen sind mit Auto oder Zug nur eine Stunde entfernt, eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen führt durch den Kanton, und Privatflugzeuge und -helikopter können in Mollis starten und landen.

    Natürlich setzt sich auch der Kanton Glarus mit den zunehmenden Mobilitätsanforderungen auseinander. In den letzten Jahren hat der Kanton drei von vier grösseren Strassenbauprojekten umgesetzt, um insbesondere den Entwicklungsschwerpunkt Flugplatz Mollis zukunftsgerichtet zu erschliessen. Das vierte Projekt zur optimierten Erschliessung des Industriegebiets im Süden der Gemeinde Glarus steckt in der Planungsphase. Zentrum unserer Bemühungen ist die enge Zusammenarbeit mit dem Bund bei den Umfahrungsprojekten zur Entlastung der heutigen Hauptachse. Vom Bund haben wir die Zusicherung, die Umfahrungen Netstal und Glarus zu einem Gesamtprojekt unter Federführung des ASTRA zu vereinen. Ziel ist, den Kanton Glarus umfassend von den Strassenverkehrsproblemen zu entlasten.

    Beim öffentlichen Verkehr haben wir seit der Landsgemeinde 2025 eine neue gesetzliche Grundlage für das künftige öV-Angebot. Schon heute ist unsere Region mit Direktverbindungen nach Zürich und Rapperswil sowie mit Umsteigevarianten in Ziegelbrücke nach St. Gallen, Chur und Zürich gut erschlossen. Auf diesen Komfort und den an der Landsgemeinde 2025 beschlossenen durchgehenden Halbstundentakt sind unsere Bevölkerung und Unternehmen angewiesen. Dafür setzen wir uns beim Bund und in der Zusammenarbeit mit SBB und SOB konsequent ein. Mit den Firmen kooperieren wir aktiv, um für Mitarbeitende das Pendeln mit dem öV attraktiver zu gestalten – zum Beispiel schafft der Bonus-Pass Anreize, um vom Auto auf den öV zu wechseln.

    Eine zentrale Rolle bei der Mobilität spielen auch die kurzen Wege in und zwischen unseren Ortschaften. Zum Beispiel dauert die Velofahrt von Näfels, Glarus Nord, oder von Schwanden, Glarus Süd, bis zum Kantonshauptort nur 20 Minuten. Dem Trend zum Velo trägt auch das kantonale Veloweggesetz Rechnung, das die Landsgemeinde 2024 beschlossen hat.

    Wie trägt die Standortförderung dazu bei, Glarus als lebenswerte und zukunftsorientierte Region zu präsentieren?
    Der Kanton Glarus erreicht die dritthöchste finanzielle Wohnattraktivität: Neben geringen Wohnkosten bieten wir eine moderate Steuerbelastung und vergleichsweise geringe Krankenkassenprämien. Das sind unsere grossen Pluspunkte bei den finanziellen Faktoren. Dazu kommt die hohe Qualität des Lebensraums, der die Vorteile des Ländlichen mit urbanen Angeboten kombiniert. Das zeigt sich schon auf den ersten Blick bei der Ankunft im Kanton Glarus. Zusammen mit der eindrücklichen Bergwelt prägen die Zeitzeugen der frühen Industrialisierung das Landschaftsbild und Leben in unserem Kanton. Die historischen Industrieareale, Fabrikantenvillen und Arbeitersiedlungen aus dem 19. Jahrhundert und eben die Landschaft sind nicht umsonst auch Kulisse für Filme und TV-Serien. Im Alltag der Menschen zeigt sich das in einem kontrastreichen und lebendigen Umfeld mit zeitgenössischen Siedlungen für Fachkräfte und Familien, die Leben, Arbeiten, Kultur und Freizeit in unseren modernen Gemeinden schätzen.
    Unter diesen Gesichtspunkten betreibt Glarus seit über zehn Jahren aktives und gezieltes Kantonsmarketing. Dieses Jahr nutzen wir unsere Rolle als Gastgeberin des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (ESAF), um den Kanton Glarus als Lebensmittelpunkt ins Rampenlicht zu stellen. Mit dem bevorstehenden Grossanlass richtet sich der Blick der ganzen Schweiz auf das Glarnerland. Unter dem Motto «Echt sagenhaft» stehen die Themen Arbeiten, Wohnen und Freizeit im Zentrum. Das Gesicht der Kampagne ist der beliebte Glarner Koch und Influencer Noah Bachofen. Er und sein Kollege werden auf ihrer Mission begleitet, einen authentischen Imagefilm über das Glarnerland zu kreieren. Die Kampagne zielt darauf ab, das einzigartige Glarner Lebensgefühl sichtbar und schmackhaft zu machen.

    Wieso bleiben Fachkräfte in der Region und was trägt die Standortförderung dazu bei?
    Natürlich reicht eine gute Kampagne allein noch nicht aus. Einen grossen Beitrag an die hohe Lebensqualität leisten die kommunalen Standortförderungen. Sie entwickeln ihren Wohn- und Freizeitraum mit neuen Projekten und in Zusammenarbeit mit Investoren weiter – Beispiele sind die optimal erschlossenen Entwicklungsschwerpunkte an den Bahnhöfen Näfels/Mollis und Glarus. Die Gemeinden sorgen für zeitgemässe Schulen und familienergänzende Angebote, betreiben Sportanlagen und bieten Detailhandel, Gastronomie, medizinischer Versorgung, Industrie, Gewerbe und Kultur Platz für einen lebendigen und funktionierenden Alltag. Der Kanton stellt den Betrieb der Kantonsschule, der Sportschule sowie der Berufsfachschulen, des Kantonsspitals, der Sicherheit und der sozialen Dienste sicher. Die schlanken Verwaltungsstrukturen ermöglichen einen effizienten und direkten Austausch zwischen den kantonalen Fachstellen und den Verantwortlichen auf Gemeindeebene.

    Welche langfristige Vision haben Sie für den Wirtschaftsstandort Glarus?
    In den kommenden Jahren ist für den Kanton Glarus entscheidend, dass die angestossene Entwicklung koordiniert umgesetzt wird. Es gilt, die privaten Initiativen zu unterstützen und zu begleiten, und gleichzeitig die richtigen Rahmenbedingungen für Unternehmen und Fachkräfte zu schaffen. Wenn das gelingt, ist der Kanton Glarus ein sicherer, vernetzter und wirtschaftsstarker Landsgemeindekanton mit einer starken Mittelschicht, umgeben von intakter Natur.

    Zukunftsgerichtete und effiziente Strukturen sind entscheidend für den Erfolg einer Firma. Das gilt auch für die öffentliche Hand. Glarus ist der einzige Kanton, der seine eigenen Strukturen konsequent den neuen Gegebenheiten angepasst hat. Mit der heutigen sehr effizienten Verwaltung sind wir fit für die Zukunft.

  • BeOne Medicines verankert sich in der Basel Area

    BeOne Medicines verankert sich in der Basel Area

    BeOne Medicines, ehemals BeiGene, hat seinen Sitz offiziell in die Schweiz verlegt. Bereits seit 2018 in Basel präsent, verankert sich das global tätige Onkologieunternehmen nun dauerhaft im Herzen eines der innovativsten Biotech-Hotspots Europas. Basel überzeugt nicht nur mit mehr als 30’000 hochqualifizierten Life-Sciences-Fachkräften, sondern auch durch exzellente Rahmenbedingungen für regulatorische Zusammenarbeit und internationale Vernetzung.

    Strategischer Impuls für Forschung und Entwicklung
    BeOne verfolgt eine vertikal integrierte Innovationsstrategie, die Grundlagenforschung, klinische Entwicklung und Produktion unter einem Dach vereint. Das Unternehmen verfügt über eine der umfangreichsten Onkologie-Pipelines weltweit. Mit mehr als 50 Prüfpräparaten, darunter ein bereits in 75 Ländern zugelassener BTK-Inhibitor, adressiert BeOne sowohl hämatologische Erkrankungen als auch solide Tumore. Die Entwicklung basiert auf Zukunftstechnologien wie multispezifischen Antikörpern und Proteinabbauprodukten.

    Standortwahl als Teil einer globalen Expansionsstrategie
    Die Basel Area wird damit zur europäischen Drehscheibe der klinischen Aktivitäten von BeOne. Bereits 2024 wurden 13 neue Wirkstoffkandidaten in klinische Studien überführt. Ein Spitzenwert selbst im Vergleich zu Big Pharma. Mehr als 40 Studien laufen derzeit in Europa, mit über 3’000 Patientinnen und Patienten. Weltweit beschäftigt BeOne mehr als 11’000 Mitarbeitende auf sechs Kontinenten, mit stark wachsendem Anteil in der Schweiz.

    Ein Gewinn für den Standort und für Investoren
    Für den Standort Basel bedeutet die Entscheidung von BeOne einen klaren Zugewinn an internationaler Sichtbarkeit, Arbeitsplätzen und Investitionsdynamik. Für Investorinnen und Projektentwickler in den Life Sciences ergeben sich neue Chancen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von Laborflächen über klinische Studienzentren bis zur Produktion. Die Nähe zu Wissenschaft, Talenten und regulatorischen Behörden schafft ideale Voraussetzungen für weitere Wachstumsschritte.

  • Grundstein für biomedizinische Spitzenforschung gelegt

    Grundstein für biomedizinische Spitzenforschung gelegt

    Die Universität Basel hat am 23. Mai zusammen mit Projektpartnern sowie Gästen aus Politik und Wissenschaft die Grundsteinlegung für den Neubau Biomedizin auf dem Life-Science-Campus Schällemätteli gefeiert. Ab 2030/31 sollen hier rund 700 Forschende eine hochmoderne Infrastruktur zur Verfügung gestellt bekommen, informiert die Universität Basel in einer Mitteilung. „Mit diesem Gebäude schaffen wir nicht nur Raum für exzellente Forschung, sondern fördern auch die enge räumliche Vernetzung zwischen Universität, Kliniken und Industrie“, wird dort Rolf Borner, Direktor Infrastruktur & Betrieb der Universität Basel, aus seiner Ansprache an der Grundsteinlegung zitiert.

    Die Universität will im Neubau Biomedizin ihre derzeit über sechs verschiedene Standorte verteilten Einheiten des Departements Biomedizin zusammenführen. Es forscht an der Schnittstelle zwischen Grundlagenwissenschaft und medizinischer Anwendung hauptsächlich zu Tumorerkrankungen, Immunsystem, regenerativer Medizin und Neurowissenschaften.

    Die Bauarbeiten für das über 40 Meter hohe Gebäude mit elf Geschossen laufen seit 2023, im nächsten Jahr soll der Rohbau stehen. Neben Laborräumen sehen die Planungen Hörsäle, Seminarräume und eine Lounge zur Förderung des wissenschaftlichen Austauschs vor. Das Projekt wird von der Bau- und Immobiliengesellschaft Implenia aus Opfikon als Totalunternehmerin realisiert.

    An der Grundsteinlegung hat die Universität Basel zudem die neue Konferenzreihe Basel BioMed Symposium lanciert. Die erste Ausgabe am 23. Mai war den Wertschöpfungsketten der biomedizinischen Forschung gewidmet.

  • Geothermie in unterirdischen Bauwerken

    Geothermie in unterirdischen Bauwerken

    Ingenieurinnen und Ingenieure des Labors für Bodenmechanik (LMS) an der EPFL haben laut ihrer Mitteilung die Nutzung von Geothermie in zwei sehr unterschiedlichen Anwendungsfällen untersucht: in einer U-Bahn-Station und in einem unterirdischen Rechenzentrum. Dabei ging es den Forschenden in diesem Innosuisse-Projekt gemeinsam mit dem international tätigen Ingenieursbüro Amberg Engineering aus dem Kanton Zürich um die Optimierung der Klimatisierung durch eine verbesserte Nutzung von energetischen Geostrukturen.

    Dies sind Bauteile von Gebäuden, die sich im Boden befinden und für die Wärmeleitung verwendet werden können. Dazu zählen Energiepfähle, Bodenplatten und Wände von Untergeschossen. Die zwei Studien wurden in der Fachzeitschrift „Tunnelling and Underground Space Technology” veröffentlicht.

    Für die von dem Team entwickelten übertragbaren Modelle wurden entweder die meisten physikalischen Faktoren der unterirdischen Eisenbahninfrastruktur berücksichtigt oder aber neben der Geometrie des Gebäudes und der mechanischen Belüftung auch die Kapazität zur Ableitung überschüssiger Wärme durch geothermische Aktivierung.

    Die Forschenden fanden unter anderem heraus, dass sich ein geothermisches System in einem unterirdischen Rechenzentrum in drei bis sieben Jahren amortisiert. Ersetzt die geothermische Energie die von Gasheizkesseln erzeugte Wärme, könnten die jährlichen CO2-Emissionen am typischen Standort dieser Fallstudie um 45 Prozent gesenkt werden.

    Sofie ten Bosch, Bauingenieurin im LMS und Studienhauptautorin, konnte in diesen beiden Untersuchungen ihre Doktorarbeit in zwei konkreten Anwendungen umsetzen. Sie sagt: „Die Technologie zur Bewertung des Potenzials von Geothermie in einem bestimmten Gebiet ist mittlerweile ausgereift, und wir sehen, dass die Branche bereit ist, neue Möglichkeiten für die optimale Nutzung dieser nachhaltigen Wärmequelle zu erkunden.”

  • Finanzielle Realität beendet visionäres Raumkonzept

    Finanzielle Realität beendet visionäres Raumkonzept

    „Dies ist der Post, den wir nie machen wollten“, leitet Tadah einen Beitrag auf LinkedIn ein, in dem die Gründerinnen Klara Zuercher, Diana Wick Rossi, Sarah Steiner und Julia Cebreros die Schliessung ihres Coworking und Kids Space bekanntgeben. Ihnen zufolge hat das Geschäftsmodell trotz grosser Nachfrage und positiven Rückmeldungen „den finanziellen Anforderungen nicht standhalten“ können. Per Ende Juni wird der Betrieb daher eingestellt.

    Tadah an der Albisriederstrasse 253 in Zürich war als „nachhaltig eingerichteter Coworking Space für Eltern, für Teams, für Start-ups“ konzipiert, heisst es in der Selbstbeschreibung von Tadah. „Mit voller Flexibilität, auch in der Kinderbetreuung.“ Mit Tadah hatten die vier Gründerinnen einen Beitrag dazu leisten wollen, die Schweiz familienfreundlicher zu machen.

    Für die Coworking-Räumlichkeiten hat Tadah bereits einen Nachmieter gefunden. Die Räumlichkeiten werden als Start-up-Hub von der Norm Technologies AG übernommen. Für den Kids Space müssen noch Nachmieter gefunden werden.

  • Glarus erneuert den öffentlichen Verkehr

    Glarus erneuert den öffentlichen Verkehr

    Mit der Totalrevision des Gesetzes über den öffentlichen Verkehr (öVG) setzt der Kanton Glarus einen strategischen Meilenstein. Das neue Gesetz regelt Organisation, Planung und Finanzierung des öffentlichen Verkehrs umfassend neu. Ziel ist eine flächendeckende, nachfrageorientierte und rechtlich klare Mobilitätsinfrastruktur diese ist zentral für die wirtschaftliche Entwicklung und Attraktivität des Standorts Glarus.

    Das bisherige Gesetz aus dem Jahr 1996 war nicht mehr zeitgemäss. Geänderte Bundesvorgaben, neue Regelungen zur Abgeltung im regionalen Personenverkehr und technologische Entwicklungen erforderten eine grundlegende Überarbeitung. Der Regierungsrat hat daher frühzeitig die öV-Kommission einbezogen, deren Empfehlungen nun weitgehend umgesetzt wurden.

    Klare Zuständigkeiten, klare Perspektiven
    Eines der Hauptziele der Revision ist die Bereinigung der oft unklaren Zuständigkeitsverhältnisse. Neu sind sämtliche öV-Geschäfte klar einer zuständigen Behörde zugeordnet. Der Landrat erhält künftig umfassende Planungs- und Steuerungskompetenz über ein neues öV-Konzept, das als strategisches Leitdokument dient. Der Regierungsrat wiederum kann Anpassungen innerhalb seiner Finanzkompetenz beschliessen. Die öV-Kommission bleibt als beratendes Gremium bestehen.

    Die konkrete Bestellung von Verkehrsangeboten liegt künftig beim zuständigen Departement, das sich am verabschiedeten öV-Konzept orientieren muss. Die Neuordnung schafft Effizienz, Transparenz und eine moderne Governance-Struktur.

    Entlastung für Gemeinden und Investition in Mobilität
    Ein grundlegender Systemwechsel betrifft die Finanzierung. Der Kanton übernimmt neu sämtliche Kosten für den öffentlichen Verkehr, die nicht vom Bund getragen werden. Damit entfallen Mitfinanzierungen durch die Gemeinden, auch beim Orts- und Ausflugsverkehr. Das bedeutet eine jährliche Entlastung der Gemeindekassen.

    Gleichzeitig wird ein wichtiger verkehrs- und siedlungspolitischer Grundsatz gesetzlich verankert. Alle Ortschaften im Kanton sollen mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen bleiben. Zudem wird vom Grundsatz eines Halbstundentakts ausgegangen, mit der Möglichkeit, im öV-Konzept situativ Ausnahmen zu definieren.

    Verkehr neu denken – die Chancen für die Zukunft
    Das neue Gesetz trägt den wandelnden Mobilitätsbedürfnissen Rechnung. Neue Technologien, verändertes Freizeit- und Arbeitsverhalten sowie die Nachfrage verändern das Mobilitätsverhalten grundlegend. Auch wenn solche Angebote rechtlich noch nicht als öffentlicher Verkehr gelten, sieht das neue öVG Raum für innovative Entwicklungen und deren mögliche Integration in künftige Strategien.

    Besonders deutlich zeigt sich der Gestaltungswille bei der Erschliessung von Braunwald. Braunwald soll weiterhin mittels Standseilbahn zugänglich sein. Zwar ist dies noch keine Projektgenehmigung, doch die Richtung ist gesetzt – auch für den Tourismus ein starkes Zeichen.

    Das Gesetz tritt am 1. Januar 2026 in Kraft. Damit schlägt Glarus ein neues Kapitel in der Mobilitätspolitik auf. Klar strukturiert, nachhaltig finanziert und bereit für die Anforderungen der Zukunft.

  • Glarus – echt sagenhaft

    Glarus – echt sagenhaft

    Auch auf anderen Ebenen, beispielsweise bei der Digitalisierung, ist der Kanton Glarus fortschrittlich. Mit der MINTGL Initiative wird bei Kindern und Jugendlichen die Begeisterung für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gefördert. Die Abdeckung mit UHB-Internet über Mobilfunk oder Glasfaser hat stark zugenommen und wird kontinuierlich ausgebaut. Und die Wirtschaft profitiert von Förderbeiträgen zur digitalen Transformation ihrer Produkte und Geschäftsmodelle.

    Raum für die Entwicklung
    Glarus hat infolge der Gemeindestrukturreform aussergewöhnlich grosse Baulandreserven. Durch die geografische Nähe zu Zürich, St. Gallen, Graubünden oder Liechtenstein haben die Unternehmen Zugang zum Know-how der Hochschulen, zu dynamischen Wirtschaftsräumen und zu Fachkräften.

    Die implementierten Nutzungsplanungen in Glarus und in Glarus Nord ermöglichen die zielgerichtete Entwicklung der Schlüsselareale und die unbürokratische Reaktion auf die Bedürfnisse der Bevölkerung und der Unternehmen. Enormes Entwicklungspotenzial bieten die Areale rund um die Bahnhöfe Glarus, Näfels und Ziegelbrücke – in unmittelbarer Nähe zum Zentrum und mit hervorragender Verkehrsanbindung. In den Arbeitszonen stehen 170’000 Quadratmeter Landreserven zur Verfügung. Gleichzeitig sind im Kanton Glarus über 2’000 neue Wohnungen geplant – modernster Wohnraum für rund 6’000 Menschen. Das entspricht etwa 15 Prozent der heutigen Bevölkerung.

    Die Kontaktstelle für Wirtschaft unterstützt Investoren bei der Suche nach geeigneten Flächen und Landreserven. Grundlage ist das Arbeitszonenmanagement, das Informationen zu Baureife, Erschliessung und möglichen Naturgefahren liefert. Bei strategisch wichtigen Arealen kann der Kanton selbst aktiv werden – entweder indem er direkt in deren Entwicklung investiert oder als Partner auftritt.

    Fachkräfte für den Erfolg
    Wer Unternehmen ansiedeln will, braucht Platz – auch für Fachkräfte. Genau das bietet Glarus. Hier haben die Menschen die Möglichkeit, dort zu leben, wo sie arbeiten: das Mittagessen mit der Familie zu geniessen, nach Feierabend die Natur zu erleben – und das alles bei tiefen Lebenshaltungskosten, entspanntem Immobilienmarkt und in einem sicheren, gesellschaftlich intakten Umfeld. So verbindet das Glarnerland die wirtschaftliche Stärke der «Greater Zurich Area» mit naturnaher Lebensqualität.

    Auch in der Aus- und Weiterbildung zeigt sich der Kanton Glarus engagiert. Mit dem Pilotprojekt Arbeit 4.0 stärkt er gezielt die Arbeitsmarktfähigkeit von Fachkräften, indem er Aus- und Weiterbildungen mitfinanziert. Ergänzt wird das Engagement durch drei kantonale Berufsfachschulen, zwei Höhere Fachschulen in Ziegelbrücke sowie die Nähe zu den Universitäten und Hochschulen in Zürich, Rapperswil, St. Gallen und Chur. Zusammen mit Angeboten in der Erwachsenenbildung, Berufs- und Laufbahnberatung steht den Menschen im Glarnerland nahezu jeder Aus- und Weiterbildungsweg offen. Einen kompakten Überblick über Bildungsangebote, Förderprogramme und Services bietet die Plattform smartglarus.com – ein digitales Schaufenster für alle, die im Glarnerland lernen, arbeiten oder sich weiterentwickeln wollen.

    Innovation für die Zukunft
    Oft heisst es, Innovation entstehe vor allem an Universitäten und Hochschulen. Das stimmt nur zum Teil. Denn Start-ups brauchen mehr als gute Ideen: Sie sind auf Partner aus Industrie und Wirtschaft angewiesen, die mit Erfahrung und Know-how die Produktentwicklung vorantreiben. Genau das bietet die Glarner Wirtschaft. Wenn es darum geht, zu wachsen, zählen praktische Faktoren: bezahlbare Flächen, qualifizierte Fachkräfte und weiterhin der Zugang zu Hochschulen. All das vereint der Kanton Glarus. Und ist damit ein idealer Standort für Start-ups mit Ambitionen.

    Innovationsförderung ist im Kanton Glarus breit abgestützt – unter anderem durch die Zusammenarbeit mit starken Partnern wie InnoSuisse und dem Innovationsnetzwerk Ostschweiz (INOS). Start-ups und Unternehmen profitieren von Coachings, Fachwissen und finanzieller Unterstützung für die Entwicklung ihrer Produkte und Dienstleistungen. Ein Beispiel: Der schnell wachsende Drohnenhersteller ANAVIA hat sich bewusst für den Standort Näfels entschieden – ein klares Zeichen dafür, wie innovationsfreundlich das Glarnerland ist.

    Kreislaufwirtschaft in der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie

    Im Glarnerland wird Kreislaufwirtschaft gelebt – von der Entwicklung energieeffizienter Maschinen über innovative Verpackungslösungen bis hin zur Nahrungsmittelproduktion und zum Recycling: Der Wirtschaftsraum verbindet industrielle Stärke mit ökologischer Verantwortung. So entsteht ein regionales Ökosystem, das Nachhaltigkeit nicht nur denkt, sondern konkret umsetzt.

    Am Anfang steht die Netstal Maschinen AG, die Hochleistungs-Spritzgiessmaschinen entwickelt. Diese kommen bei der Resilux Schweiz AG in Bilten zum Einsatz – zusammen mit hochpräzisen Formen der Glaroform AG. Resilux produziert damit sogenannte Preforms, also PET-Vorformlinge, sowie fertige Flaschen. Diese wiederum werden in Elm bei den Mineralquellen abgefüllt.

    Nach der Nutzung beginnt der Kreislauf von vorn: Die leeren Flaschen landen im Recyclingwerk von Resilux, wo sie wieder zu hochwertigem Rezyklat verarbeitet werden – bereit für die nächste Produktionsrunde. So entsteht ein regionales Ökosystem, das auf Innovation, Effizienz und Ressourcenschonung basiert. Die Unternehmen profitieren vom gegenseitigen Know-how und treiben so die Kreislaufwirtschaft voran.

    Kunststoff neu gedacht
    Auch die Kunststoff Schwanden AG ist Teil dieses nachhaltigen Netzwerks: Sie entwickelt und fertigt anspruchsvolle Kunststoffteile im Mehrkomponenten-Spritzguss – mit Fokus auf Rezyklate und energieeffiziente Prozesse.

    Wo Ideen in Wellkarton Gestalt annehmen, und Papier im Kreis läuft
    Massgeschneiderte Lösungen liefert die Müller Kartonagen AG. Ihre Wellkartonverpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen werden regional gefertigt – effizient, ressourcenschonend und auf Kundenbedürfnisse, wie beispielsweise Läderach, abgestimmt. Der Rohstoff stammt aus der Papierfabrik Netstal, die jährlich rund 50’000 Tonnen Recyclingpapier produziert – aus Altpapier, das grösstenteils aus der Schweiz stammt, und mit geschlossenen Stoff- und Wasserkreisläufen verarbeitet wird.

    Verpackung ist nur der Anfang. Im Glarnerland wird auch der Inhalt mit Verantwortung produziert: In der Nahrungsmittelindustrie treffen regionale Zutaten auf moderne Verarbeitung – nachhaltig und effizient.

    Traditionell steht der Glarner Schabziger für die lokale Nahrungsmittelproduktion. Heute ist das Spektrum breiter. Lebensmittel von Schokolade bis Lachs übernehmen den Lead. Vom wachsenden Potenzial der Nahrungsmittelindustrie profitiert die gesamte Region.

    Schokoladenkunst mit globalem Erfolg
    Seit der Erfindung der Truffes-Hohlkugel 1970 hat Läderach stetig expandiert – und ist heute in Europa, Asien und Nordamerika präsent. Die neue Fabrik in Bilten ermöglicht die Kontrolle der gesamten Wertschöpfung – von der Kakaobohne bis zum Endprodukt.

    Ebenfalls von Bilten aus vertreibt die GUMA AG die traditionsreiche Stalden-Crème – ein Schweizer Dessertklassiker in vier Sorten mit über 120-jähriger Geschichte.

    Mexikanischer Biss mit Glarner Wurzeln
    MiAdelita produziert seit 1995 frische Mais-Tortillas und Chips – heute als grösste Anbieterin ihrer Art in der Schweiz. Geführt in zweiter Generation, setzt das Unternehmen konsequent auf Regionalität: Der Mais stammt aus der Mühle Landolt im nahen Näfels. Gemeinsam mit dem Delikatessen-Anbieter IMEX entsteht in Bilten ein neuer Produktionsstandort mit rund 40 Arbeitsplätzen.

    Nordatlantischer Lachs aus landbasierter Zucht
    In Mollis plant die Swiss Blue Salmon AG die grösste landbasierte Fischzucht der Schweiz. Mit sieben Prozent Marktanteil soll sie einen wichtigen Beitrag zur klimaschonenden Lebensmittelversorgung leisten. Die Kreislaufanlage wird mit Wasser aus dem Walensee versorgt und passiv gekühlt – ideale Bedingungen für eine nachhaltige Lachszucht. Die Lage im Industriegebiet «Biäsche» bietet zudem eine erstklassige Verkehrsanbindung an Zürich und Chur.

    Überfliegerin – die Aviatikbranche im Glarnerland

    Im Kanton Glarus hat das Fliegen Tradition. 1939 lockte der erste Flugtag tausende Schaulustige an, um den tollkühnen Männern in ihren fliegenden Kisten zuzuschauen. Heute ist die Aviatik einer der zentralen Entwicklungsschwerpunkte im Kanton Glarus. Mit der Einzonung von zusätzlichem Bauland bietet der Flugplatz Mollis neue Flächen für Unternehmen aus der Luftfahrt.

    Für die bauliche Entwicklung des Areals erarbeitet die Gemeinde Glarus Nord bis Sommer 2025 einen Masterplan. Ebenfalls im Sommer schwingen sich auf dem Flugplatz Mollis für einmal Athleten durch die Lüfte – und landen zielsicher im Sägemehl: Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) werden täglich 150’000 Besucherinnen und Besucher erwartet.

    Hoch hinaus – mit festem Stand im Glarner Boden
    Rund um den Flugplatz Mollis dreht sich alles um Präzision und Höhenflüge. Was die hier angesiedelten Unternehmen verbindet: Sie nutzen die Synergien eines spezialisierten Clusters. Allen voran die Kopter Group. Der Helikopterhersteller will sich mit dem einmotorigen AW09 international etablieren. Der Standort überzeugt mit Raum für Testflüge, kurzen Wegen in der Montage und technikfreundlichem Umfeld.

    Zu den jüngsten Glarner Aviatik-Unternehmen gehört Anavia. Das Start-up entwickelt unbemannte Helikopter – wie den HT-100, der bis zu sechs Stunden fliegt, 60 Kilogramm trägt und ideal ist für Grenzüberwachung, Infrastrukturinspektionen oder Rettungseinsätze. Gründer und Co-CEO Jon Andri Jörg sagt: «Glarus eignet sich hervorragend für unsere Bedürfnisse. Wir erhalten Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften. Und die Nähe zum Flugplatz Mollis bietet einen idealen Standort sowohl für Produktion als auch für Tests.»

    Ein weiteres Start-up hat sich 2025 bewusst für den Standort Glarus entschieden: Marenco Aviation arbeitet an einer neuen Generation leichter Helikopter mit Fokus auf alternative Antriebssysteme.
    Ein bewährter Player ist die Rega, die seit 2010 in Mollis eine eigene Basis betreibt. Die strategisch günstige Lage erlaubt schnelle Einsätze im alpinen Raum. Der Ausbau zur permanenten Station zeigt, wie zentral der Standort für die Luftrettung geworden ist.

    Bereits seit 1972 ist die Heli-Linth AG hier aktiv. Sie fliegt Touristen über Gletscher, versorgt Alphütten, transportiert Material – oder rettet gelegentlich Kühe aus unwegsamem Gelände. Für ein umfassendes Flugzeug-Management sorgt die international tätige Linth Air Service AG, die seit über 20 Jahren am Standort verankert ist. Auch die Flugschule Ecoflight hebt hier ab.

    Am Boden bleibt einzig die Sauter, Bachmann AG und das mit gutem Grund: Der Netstaler Spezialist für Zahnräder und Antriebssysteme beliefert auch die Aviatik und profitiert vom direkten Draht zu Partnern am Flugplatz, dem technischen Know-how in der Region und der industriellen Tradition des Glarnerlands.

    Gemeinsam setzen diese Unternehmen auf Qualität, Nähe und ein klares Bekenntnis zum Glarnerland. Sie heben ab und bleiben doch geerdet.

  • Studie zeigt Potenziale für erneuerbare Energie in Frauenfeld

    Studie zeigt Potenziale für erneuerbare Energie in Frauenfeld

    Die Stadtwerke von Frauenfeld, Thurplus, und Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben die Ergebnisse der zweijährigen Studie „Energieperspektiven 2050“ vorgestellt. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, sind in der Studie Szenarien entwickelt worden, die aufzeigen, mit welchen Technologien, Energiebedarfen und Infrastrukturen Netto-Null-Emissionen im genannten Zeitraum zu erzielen wären.

    Laut der Studie werden heute noch 80 Prozent der Gebäude in Frauenfeld mit Öl oder Erdgas beheizt. Eine Dekarbonisierung wäre jedoch mit den bereits heute verfügbaren Technologien wie Fernwärme, Wärmepumpen, Photovoltaik und Batteriespeichern erreichbar. Um die bestehenden fossilen Heizsysteme bis 2040 auszutauschen, müssten jedoch jährlich 250 Gebäude mit erneuerbaren Heiztechniken ausgerüstet werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Fernwärme, doch auch Solaranlagen haben ein hohes Potential. Solarenergie, die heute 18 Prozent des Strombedarfs Frauenfelds abdeckt, könnte bis 2040 um fast das Fünffache gesteigert werden, heisst es in der Mitteilung.

    Die Studie ist gemeinsam mit der Urban Sympheny AG, einer Ausgliederung der Empa, erarbeitet worden. Das Projekt wurde vom Bundesamt für Energie (BFE), dem Amt für Energie des Kantons Thurgau und dem Amt für Hochbau und Stadtplanung der Stadt Frauenfeld unterstützt.

  • Eröffnung Klanghaus am Schwendisee

    Eröffnung Klanghaus am Schwendisee

    Mit dem Klanghaus hat das Toggenburg ein kulturelles Wahrzeichen erhalten, das weit über die Region hinausstrahlt. Gebaut aus Holz und eingebettet in die voralpine Landschaft, versteht sich das Klanghaus nicht nur als akustischer Raum, sondern als Plattform für Begegnung, Kreativität und Klangforschung. Vier speziell konzipierte Klangräume und zwei Aussenbühnen bieten Platz für Proben, Konzerte, Workshops und Klangexperimente, offen für Profis und Laien gleichermassen.

    Von der Idee zur Wirklichkeit
    Die Vision eines Hauses, das Klänge hör- und spürbar macht, wurde 2019 mit einem Volksentscheid besiegelt. Nach intensiver politischer und gesellschaftlicher Vorarbeit begannen 2022 die Bauarbeiten. Mit Investitionen von 23,3 Millionen Franken wurde ein Projekt realisiert, das Fortschritt im ländlichen Raum exemplarisch verkörpert. Das Klanghaus ist Ausdruck von Mut und Wertschätzung für das kulturelle Erbe und den Innovationsgeist der Klangwelt Toggenburg.

    Mehr als ein Gebäude – ein Impuls für die Region
    Das Klanghaus wirkt über den künstlerischen Bereich hinaus. Es stärkt den Kulturtourismus, schafft Resonanzräume für neue Gäste, belebt das lokale Gewerbe und inspiriert zur Auseinandersetzung mit Klang, Raum und Identität. Als Brücke zwischen Tradition und Moderne fördert es gesellschaftlichen Dialog, mitten in der Natur.

    Eröffnung mit Klangvielfalt und Begegnung
    Am 24. und 25. Mai 2025 ist die Bevölkerung zum grossen Eröffnungswochenende eingeladen. Höhepunkt ist ein Musikmarathon mit zwölf Stunden Live-Konzerten, von Jodel und Gospel über Jugendmusik bis Indie-Rock. Der Eintritt ist grösstenteils frei, das Klanghaus wird zum Erlebnisraum für alle.

  • Ein attraktives Umfeld für Unternehmen und Privatpersonen

    Ein attraktives Umfeld für Unternehmen und Privatpersonen

    Die kombinierte Steuerbelastung für Unternehmen liegt in der Schweiz je nach Kanton zwischen 12 und 24 Prozent. Grund dafür ist die Steuerautonomie der Kantone, die im Standortwettbewerb gezielt attraktive Rahmenbedingungen schaffen. Wirtschaftsstarke Kantone wie Zug, Schwyz oder Nidwalden setzen auf niedrige Unternehmenssteuern, um Ansiedlungen zu fördern.

    Seit der Steuerreform STAF (2019) profitieren Firmen von weiteren Vorteilen. Dazu zählen die Patentbox, welche Erträge aus Patenten begünstigt besteuert, sowie Abzüge für Forschung und Entwicklung, was besonders relevant für technologieorientierte Unternehmen ist. Auch Holdinggesellschaften profitieren von steuerlichen Sonderregelungen, was die Schweiz für global tätige Unternehmen attraktiv macht.

    Steuerliche Rahmenbedingungen für Privatpersonen
    Privatpersonen profitieren ebenfalls von einer moderaten Steuerbelastung. Die Bundessteuer auf Einkommen beträgt maximal 11,5 Prozent, ergänzt durch kantonale und kommunale Abgaben. Viele Kantone haben eine flache Steuerprogression, wodurch auch höhere Einkommen im internationalen Vergleich gering belastet werden.

    Die Vermögenssteuer liegt meist unter einem Prozent. Auf Bundesebene existiert keine Erbschaftssteuer und einige Kantone bieten Regelungen für vermögende Zuziehende. Ausländische Personen ohne Erwerbstätigkeit in der Schweiz können von der Pauschalbesteuerung profitieren.

    Mehrwertsteuer als Standortvorteil
    Mit einem Satz von 8,1 Prozent gehört die Schweizer Mehrwertsteuer zu den niedrigsten in Europa. Ein klarer Vorteil gegenüber Ländern wie Deutschland (19 %) oder Frankreich (20 %).

    Internationale Entwicklungen im Blick
    Der internationale Druck, insbesondere von OECD und EU fordern Anpassungen zur Vermeidung von Steuerwettbewerb. Die Schweiz reagiert mit Reformen, ohne jedoch ihre Standortattraktivität aufzugeben.

  • Flughafen Zürich testet Solarzäune

    Flughafen Zürich testet Solarzäune

    Die Flughafen Zürich AG in Kloten will mit einem deutlichen Ausbau erneuerbarer Energien ihrem Netto-Null-Ziel für unternehmenseigene Emissionen bis 2040 näher kommen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, sollen dabei die Photovoltaikanlagen deutlich ausgebaut werden. Neben Anlagen auf Dächern und an Fassaden testet der Flughafen nun die Installation von Solarzäunen. Eine erste Anlage wurde neben der Heizzentrale des Flughafens installiert.

    Die senkrecht montierten Paneele bieten mehrere Vorteile. Da sie beidseitig solar bestrahlt werden können, erhöht sich die Stromausbeute um 10 bis 30 Prozent. Die Stromproduktion kann somit auch über den ganzen Tag ausgedehnt werden. Gleichzeitig dienen die Solarpaneele als Sicherheitszaun für den Flughafenbereich.

    „In einem ersten Schritt wollen wir Erfahrungen mit den vertikalen Solaranlagen sammeln und prüfen, ob diese Technologie für weitere Standorte in Frage kommen könnte. Denkbar sind zum Beispiel Parkplätze. Die Testphase wird mindestens ein Jahr dauern, um die Saisonalitäten abbilden zu können“, wird Guido Hüni, Leiter Energie und Dekarbonisierung der Flughafen Zürich AG, in der Mitteilung zitiert.

    Derzeit sind auf zwölf Gebäudedächern Photovoltaikanlagen installiert. In einer Machbarkeitsstudie werden weitere Standorte geprüft. Dabei muss unter anderem die Blendsicherheit für Piloten und Tower gewährleistet werden. Bis 2040 sollen die Photovoltaikanlagen des Flughafens eine Strommenge produzieren, die zum Versorgen von 5000 Haushalten ausreicht.

  • Freiburg trotzt globalen Unsicherheiten

    Freiburg trotzt globalen Unsicherheiten

    Trotz weltweiter Turbulenzen, verstärktem Protektionismus und neuen Zöllen der US-Regierung behauptet sich die Freiburger Wirtschaft mit beeindruckender Stabilität. Die Wirtschaftsförderung Kanton Freiburg begleitete 2024 insgesamt 32 Unternehmensprojekte, darunter 16 Neuansiedlungen. Diese Projekte sichern über 1000 Arbeitsplätze und schaffen mittelfristig 527 neue Stellen, verbunden mit Investitionen von 116 Millionen Franken.

    Das Beschäftigungswachstum im Kanton übertrifft mittlerweile das Bevölkerungswachstum. Das Bruttoinlandprodukt von Freiburg ist zwischen 2011 und 2024 um 27,5 % gestiegen. Ein klares Zeichen nachhaltiger Wertschöpfung trotz globaler Unsicherheiten.

    Erfolgreiche Standortentwicklung und Investitionen
    Die Neuansiedlungen verteilen sich gleichermassen auf Schweizer und internationale Unternehmen, unter anderem aus Belgien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Irland, Italien und den USA. Parallel dazu startete das neue kantonale Umsetzungsprogramm 2024–2027 der Neuen Regionalpolitik, das mit 19 geförderten Projekten strategische Schwerpunkte in Biowirtschaft, digitaler Transformation, Industrie 4.0, Tourismus und Unternehmertum setzt.

    Für Olivier Curty, Staatsrat und Volkswirtschaftsdirektor, unterstreichen diese Ergebnisse die Relevanz einer konsequent verfolgten Wirtschaftsstrategie, die den Standort Freiburg auch in anspruchsvollen Zeiten stärkt.

    bluefactory und die EPFL als Wachstumsmotoren
    Das Innovationsquartier bluefactory entwickelt sich rasant. Mit der Einweihung des Gebäudes B und der nahezu vollständigen Belegung durch 17 Unternehmen und 340 Arbeitsplätze wird Freiburg als Technologie-Hub weiter gestärkt. Gleichzeitig baut die EPFL ihr Engagement aus – sechs neue Lehrstühle im Bereich nachhaltiges Bauen sollen bis 2030 entstehen. Der Baubeginn für das neue Experimentalgebäude des Smart Living Lab ist für 2025 vorgesehen.
    Diese Dynamik festigt Freiburgs Positionierung im Bereich der gebauten Umwelt und unterstreicht das Engagement des Kantons für Nachhaltigkeit und Innovation.

    Strategische Erfolge im Bereich Life Sciences
    Ein Meilenstein 2024 war die Ansiedlung von Cellap Laboratoire AG in Châtel-Saint-Denis. Mit mehr als 4000 m² Produktionsfläche und ambitionierten Wachstumszielen auf internationalen Märkten setzt das Unternehmen neue Impulse im Sektor der Zellkosmetik. Die Life Sciences entwickeln sich zur tragenden Säule der Freiburger Wirtschaft und machen bereits 10 % des kantonalen BIP aus – ein Ergebnis, das durch eine Studie von BAK Economics bestätigt wird.

    Jerry Krattiger, Direktor der WIF, betont, dass die Biowirtschaft und die Life Sciences strategische Prioritäten bleiben. Gleichzeitig werden weitere Schlüsselbereiche wie Industrie 4.0 aktiv gefördert, um die wirtschaftliche Vielfalt und Resilienz des Kantons weiter auszubauen.

    Wachsamkeit und Anpassungsfähigkeit als Erfolgsfaktoren
    Die Volkswirtschafts- und Berufsbildungsdirektion bleibt angesichts der weltweiten Unsicherheiten wachsam. Mit bewährten Instrumenten wie der Kurzarbeitsentschädigung ist Freiburg in der Lage, rasch auf konjunkturelle Schwankungen zu reagieren und die Stabilität des Wirtschaftsgefüges zu sichern.

  • Erholung trotz Lärmbelastung

    Erholung trotz Lärmbelastung

    Städte wachsen, der Lärmpegel steigt und gleichzeitig schrumpfen die natürlichen Erholungsräume. Eine umfassende Untersuchung der Empa und der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft belegt nun erstmals für die Schweiz, wie entscheidend begrünte Umgebungen für die Stressbewältigung in lärmbelasteten Städten sind. Körperliche und mentale Erholungsprozesse werden durch den Zugang zu Grünflächen deutlich gefördert, und dieser Effekt ist sogar langfristig messbar.

    Virtuelle Realitäten belegen reale Wirkung
    Im Auralab der Empa tauchten Probandinnen und Probanden mithilfe virtueller Realität in verschiedene Umgebungen ein, von ruhigen Stadtlandschaften bis hin zu naturnahen Szenarien. Nach einer gezielten Stressphase, ausgelöst durch kognitive Aufgaben unter Verkehrslärm, zeigte sich ein klarer Trend. Natürliche Klanglandschaften wie Wälder oder Seen senkten den physiologischen Stress stärker als urbane Kulissen. Schweissproduktion an den Fingern und Kortisolkonzentrationen im Speichel belegten die Wirkung auf den Körper eindeutig.

    Langzeitstudie bestätigt nachhaltige Erholung
    Die Erkenntnisse aus dem Labor bestätigten sich auch in der Feldforschung. In einer Studie mit über 230 Teilnehmenden in Zürich zeigte sich, dass Grünräume in der Nachbarschaft den chronischen Stresspegel senken. Haarproben belegten eine niedrigere Konzentration des Stresshormons Kortisol bei Personen, die in begrünten und ruhigeren Umgebungen leben. Selbst moderat begrünte Stadträume können damit einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Stressbewältigung leisten.

    Wegweiser für gesunde Städte der Zukunft
    Das RESTORE-Projekt («Restorative green spaces in noise-polluted areas») fasst die Ergebnisse der vier Teilstudien zusammen und liefert wichtige Grundlagen für Politik, Stadtplanung und Gesundheitsschutz. Insbesondere sollen die Erkenntnisse Einfluss auf die Weiterentwicklung der schweizerischen Lärmgesetzgebung sowie die Raum- und Umweltplanung nehmen. In einer Zeit, in der drei Viertel der europäischen Stadtbevölkerung von Lärmbelastung betroffen sind, eröffnet die Integration von Grünräumen neue Perspektiven für eine resiliente, lebenswerte urbane Zukunft.

  • Greater Zurich Area erstklassiger Wirtschaftsraum

    Greater Zurich Area erstklassiger Wirtschaftsraum

    Der Wirtschaftsraum rund um Zürich erstreckt sich über mehrere Kantone und ist ein Hotspot für Zukunftsbranchen. Neben seiner Rolle als globales Finanzzentrum mit exzellenter FinTech-Kompetenz bietet die Region ein dynamisches Ökosystem für Technologieunternehmen, die von Stabilität, Vertrauen und einem innovationsfreundlichen Umfeld profitieren.

    Wissenschaftlicher Spitzenstandort mit globaler Wirkung
    Forschungseinrichtungen wie die ETH Zürich oder die Universität Zürich sind Motoren wissenschaftlichen Fortschritts. Sie prägen die Region in Bereichen wie Life Sciences, Robotik oder Künstliche Intelligenz. Der enge Austausch zwischen Hochschulen und Unternehmen fördert Innovationen und beschleunigt die Umsetzung marktfähiger Lösungen, ein entscheidender Standortvorteil im globalen Wettbewerb.

    Attraktiv für Unternehmen, überzeugend für Fachkräfte
    Klare politische Verhältnisse, ein transparentes Rechtssystem und attraktive steuerliche Rahmenbedingungen schaffen ein investitionsfreundliches Klima. Unternehmen schätzen zudem die exzellente Infrastruktur, kurze Entscheidungswege und den Zugang zu hochqualifizierten Arbeitskräften. Die internationale Ausrichtung der Bevölkerung stärkt zusätzlich die Wettbewerbsfähigkeit.

    Lebensqualität als strategischer Erfolgsfaktor
    Die Region überzeugt nicht nur wirtschaftlich. Sie bietet auch ein Umfeld mit hoher Lebensqualität. Internationale Rankings führen Zürich regelmässig unter den weltweit lebenswertesten Städten. Dieses Umfeld wirkt anziehend auf Fachkräfte und Unternehmer und fördert langfristige Bindungen an den Standort.

    Zukunftsorientiert, Nachhaltig und Digital
    Die Area investiert gezielt in nachhaltige Entwicklung, digitale Infrastruktur und technologische Zukunftsthemen. Engagement in Bereichen wie erneuerbare Energien, emissionsarme Mobilität und intelligenter Städtebau machen die Region zu einem Pionier nachhaltiger Transformation, mit Vorbildwirkung über die Landesgrenzen hinaus.

    KMU als tragende Säule der Wirtschaftskraft
    Neben globalen Unternehmen ist die Region geprägt von einem leistungsstarken Mittelstand. Hochspezialisierte KMU stärken die Vielfalt und Innovationskraft des Wirtschaftsraums und ergänzen das industrielle Ökosystem mit Flexibilität und Nischenkompetenz.

  • Volkswirtschaft Berner Oberland verzeichnet erfolgreiches 2024

    Volkswirtschaft Berner Oberland verzeichnet erfolgreiches 2024

    In seinem soeben veröffentlichten Jahresbericht 2024 blickt die Volkswirtschaft Berner Oberland auf ein erfolgreiches Jahr zurück, in dem der Fokus auf Vernetzung und Projekte stand. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, konnte der Verein „trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen“ Impulse für die Weiterentwicklung der Region setzen.

    Dazu hätten Veranstaltungen wie das Gemeindeforum, das Wirtschaftstreffen oder das Tourismusforum beigetragen. Parallel dazu seien wichtige Projekte weitergelaufen. So wurde etwa die digitale Lehrstellenplattform Lehre BeO den Angaben zufolge weiter professionalisiert und das Modellprojekt Sprechzimmer+ zur medizinischen und nachbarschaftlichen Grundversorgung ausgebaut. Zudem seien erste Abklärungen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft im Berner Oberland erfolgt.

    Präsidentin Marianna Lehmann wird an der 105. Generalversammlung vom 8. Mai in Interlaken letztmalig durch die Traktanden führen. Die ehemalige Gemeindepräsidentin von Wilderswil BE war seit 2019 im Vorstand der Volkswirtschaft Berner Oberland tätig, seit 2021 an deren Spitze.

    Der Vereinsvorstand schlägt den Thuner Grossrat und Unternehmer Carlos Reinhard als ihren Nachfolger vor. Er hat seit 2024 das 2. Vizepräsidium inne. Der Interlakener Unternehmer Patrick Gurtner soll neu in den Vorstand gewählt werden und auch das 2. Vizepräsidium übernehmen.

    „Unsere Stärke liegt in der Vielfalt“, so Reinhard. „Diese möchte ich sichtbar machen und gemeinsam mit allen Regionen weiterentwickeln. „Das Berner Oberland soll wirtschaftlich stark, touristisch attraktiv und als Lebensraum lebenswert bleiben – dafür setze ich mich ein.“

  • Wirtschaftsförderung als Brücke zwischen Gemeinden und Unternehmen

    Wirtschaftsförderung als Brücke zwischen Gemeinden und Unternehmen

    Die Region Unteres Bünztal verfügt neu über eine eigene Fachstelle zur Förderung der regionalen Wirtschaft. Die Wirtschaftsförderung Bünztal hat Anfang April ihre Tätigkeit aufgenommen, informiert die neue Fachstelle in einer Mitteilung. „Mit der neuen Wirtschaftsförderung stärken wir unsere Region nachhaltig und setzen ein wichtiges Zeichen für zukunftsorientierte Wirtschaftsentwicklung“, wird Arsène Perroud, Präsident des Regionalplanungsverbands Unteres Bünztal, dort zitiert.

    Die Leitung der Wirtschaftsförderung Bünztal wird Claudia Heger übernehmen. Die 37-jährige Betriebsökonomin hat insbesondere Public- und Non-Profit-Management studiert. In bisherigen Tätigkeiten unter anderem für Wirtschaftsregion ZUGWEST und IDEE SEETAL habe Heger umfassende Erfahrungen in der Standortförderung gesammelt, heisst es in der Mitteilung. „Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den Gemeinden, Unternehmen und Partnerorganisationen das wirtschaftliche Potenzial der Region Bünztal weiterzuentwickeln und sichtbar zu machen“, wird die neue Leiterin Wirtschaftsförderung Bünztal dort zitiert.

    Wirtschaftsförderung Bünztal soll als „Brückenbauerin zwischen Wirtschaft, Behörden und Bildungsinstitutionen“ fungieren. Aktuelle Aufgaben betreffen den kantonalen Entwicklungsschwerpunkt Wohlen-Villmergen und das Gewerbegebiet Wil/Huebächer. Der Region Unteres Bünztal gehören die Aargauer Gemeinden Büttikon, Dintikon, Dottikon, Hägglingen, Hendschiken, Othmarsingen, Sarmenstorf, Uezwil, Villmergen, Waltenschwil und Wohlen an.

  • Neue Erlebnisgastronomie entsteht am Flughafen Zürich

    Neue Erlebnisgastronomie entsteht am Flughafen Zürich

    Die am Flughafen Zürich geplante neue Foodhall TREATS wird laut Medienmitteilung von the food collective ag als Betreiberin geleitet. Food collective ist ein Unternehmen der Veranstaltungsmanagementfirma Pointbreak Group in Zürich. Der 2000 Quadratmeter grosse Neubau der Foodhall TREATS ist Teil der umfassenden Erneuerung des Einkaufsbereichs am Flughafen. Die Eröffnung ist für Herbst 2027 vorgesehen. Ab sofort können sich Gastronominnen und Gastronomen bewerben, um dort ihre Produkte anzubieten. Die gesamten Investitionen belaufen sich auf rund 250 Millionen Franken und werden durch die Flughafen Zürich AG getragen.

    Auf rund 2000 Quadratmetern bietet TREATS über 1000 Sitzplätze und wird damit zu einer der grössten Foodhalls der Schweiz, heisst es in der Mitteilung. Die zwölf Meter hohe Halle verfüge über zwei Ebenen und biete 16 sogenannte Foodstalls, wechselnde Foodtrucks, vier Bars und ein Café. Hinzu kommen eine Bühne für Veranstaltungen sowie mehrere Aussenterrassen.

    Die neue Foodhall entsteht zwischen den Parkhäusern P1 und P2 auf der Ebene des Busbahnhofs und verbindet verschiedene Bereiche vom Shopping über Ankunft und Abflug bis hin zum Bahnhof, dem Circle und den Parkhäusern. Insgesamt fünf Ein- und Ausgänge sollen zu einer direkten Erreichbarkeit von verschiedenen Seiten führen.

    „Im TREATS stehen die Freude am Essen und das Miteinander im Vordergrund – ganz nach dem Motto: Treat yourself!“, wird Stefan Gross, Chief Commercial Officer der Flughafen Zürich AG, zitiert.

  • Zukunft der Standortförderung im Kanton Zürich

    Zukunft der Standortförderung im Kanton Zürich

    Sie leiten seit über 15 Monaten zusammen mit Markus Müller in Co-Leitung die Standortförderung des Kantons Zürich.  
    Welche Erkenntnisse haben Sie gewonnen? 
    Der Standort Zürich sticht durch seine wirtschaftliche Grösse innerhalb der Schweiz heraus. Dies verlangt auch, dass wir uns nicht nur in kantonalen Themen stark engagieren, sondern auch auf der nationalen und teilweise auch internationalen Bühne bewegen. So machen wir uns für den KI-Standort Schweiz stark oder lassen internationale Partner an unseren Erkenntnissen zu KI-Anwendungen in der Wirtschaft teilhaben.  

    Zugleich finde ich die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sowie Politik zielführend, wenn es um die Schaffung von nachhaltig attraktiven Rahmenbedingungen geht. 

    Könnten Sie uns einen kurzen Überblick über die aktuellen Schwerpunkte der Standortförderung im Kanton Zürich geben? 
    Zentrale Schwerpunkte sind:  

    Wie eben angesprochen, die Entwicklung von attraktiven, langfristigen Standortfaktoren. Durch den engen Dialog mit Wirtschaft und Wissenschaft erkennen wir Trends frühzeitig und setzen gezielt Impulse für die Standortentwicklung. 

    Die Förderung der Innovation und Stärkung unserer Schlüsselbranchen Finance, ICT, Life Science, Food, Clean- und Hightech.  

    Die Erhaltung und Stärkung der Vielfalt der Branchenstruktur. In diesem Zusammenhang begleiten wir auch Unternehmen, die sich hier ansiedeln wollen – von der Standortsuche bis zu Bewilligungen. 

    Auf diesen drei Pfeilern basieren unsere Projekte, Programme oder Initiativen.  

    Welche langfristigen Visionen verfolgt die kantonale Standortförderung in Bezug auf die Standortentwicklung? 
    Die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts hängt von einer Vielzahl an diversen Standortfaktoren ab. Diese reichen von zielgruppenfreundlichen Regulierungen und digitalen Behördenleistungen über eine starke Innovationskraft bis hin zur zukunftsfähigen Gestaltung der Wirtschaftsflächen.Wir verfolgen das Ziel, ein für Unternehmen und die Bevölkerung attraktiver, führender und zukunftsgerichteter Innovations- und Wirtschaftsstandort mit internationaler Strahlkraft zu sein. 

    Zürich gehört zu den teuersten Wohnorten weltweit. Die hohen Immobilienpreise und Mieten werden auch für Unternehmen immer mehr zu einer Belastung. Was kann die Standortförderung dagegen tun? 
    Wir setzen uns auf verschiedenen Ebenen nicht nur für die Attraktivität und Prosperität des Wirtschaftsraumes, sondern auch für eine hochwertige und ausgezeichnete Lebensqualität ein. Diesbezüglich spielt die Verfügbarkeit von Wohnraum auch dazu. Eine konkrete Anwendung findet sich so z.B. in unserer Innovation Sandbox für Künstliche Intelligenz. In der aktuellen Phase begleiten wir den Einsatz von KI bei Baugesuchen. Durch die gewonnenen Ergebnisse hoffen wir, Ansätze zur Verringerung des Baustaus und zur Verschlankung der Baubewilligungsprozesse zu finden.  

    Auf Amtsebene angesiedelt ist zudem die Wohnbauförderung. Sie fördert die Bereitstellung von preisgünstigen Mietwohnungen mit attraktiven Darlehen.  

    Die Alterung der Bevölkerung beeinflusst die Immobilienbranche und den Arbeitsmarkt. Welchen Stellenwert hat diese Tatsache für den Kanton Zürich und wie können Sie darauf reagieren? 
    Das Thema der demografischen Verschiebungen und der sich öffnenden Arbeitsmarktschere beschäftigt uns schon länger auf verschiedenen Ebenen. In den nächsten Jahren werden viele erfahrene Arbeitskräfte pensioniert – das verstärkt den Wettbewerb um Talente.  

    Einerseits erarbeiten wir verschiedene Projekte im Bereich der Fachkräftegewinnung und -haltung sowie Arbeitsmarktpartizipation. Zugleich sind wir aktuell daran, neue übergreifende Ansätze zum Thema Demografie zu entwickeln, die längerfristig wirken sollen. Denn eines ist klar, dass die Bewältigung der Herausforderung «Demografie» systemisch gedacht werden muss und somit viele involvierte Parteien und Stakeholder mit an den Tisch gebracht werden müssen.  

    Wie sehen Sie die Rolle des Kantons im Wirtschaftsraum Greater Zurich Area? 
    Die Greater Zurich Area ist einer der innovativsten Wirtschaftsstandorten Europas – und der Kanton Zürich spielt dabei eine zentrale Rolle. Als führender Innovationsstandort schaffen wir die Rahmenbedingungen, die Unternehmen benötigen, um sich erfolgreich zu entwickeln. So profitieren schlussendlich auch die weiteren Kantone innerhalb des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area von unserer starken Position. 

    Als Wirtschaftsmotor der Schweiz ist der Kanton Zürich auch der grösste Mittelgeber des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area. Zugleich ist unsere Direktionsvorsteherin, Regierungsrätin Walker Späh, Stiftungsratspräsidentin des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area. Der Kanton Zürich ist zudem mit den beiden Städten Winterthur und Zürich zusätzlich in dem Wirtschaftsraum Greater Zurich Area aktiv vertreten. So können wir unsere Interessen optimal einbringen und die Aktivitäten des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area mit den unsrigen abstimmen. 

    Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit anderen Kantonen innerhalb des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area?  
    Welche gemeinsamen Projekte sind aktuell? 
    Die Zusammenarbeit innerhalb der Organisation des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area fokussiert primär auf Fragen der Ansiedlung. In diversen weiteren Konstellationen und Gremien arbeiten wir sehr eng mit anderen Kantonen zusammen. So z.B. im Metropolitanraum Zürich aber auch auf kleinerer räumlicher Ebene wie im Limmattal. Wobei nicht immer alle Kantone auch Mitglieder des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area sind. 

    Aktuelle Projekte in der Zusammenarbeit sind beispielsweise die 2. Phase der Innovation Sandbox für Künstliche Intelligenz, in der auch das angesprochene Baubewilligungsprojekt untergeordnet ist, oder auch die Neupositionierung der regionalen Standortförderung Limmatstadt, bei der wir über die Kantonsgrenze in funktionalen Räumen denken und Lösungen suchen.

  • Innovation Park Ticino strategisches Zukunftsprojekt

    Innovation Park Ticino strategisches Zukunftsprojekt

    Der Switzerland Innovation Park Ticino wird sich auf einer 25’000 Quadratmeter grossen Fläche mitten im neuen Quartier ansiedeln. Die Nähe zum Bahnhof Bellinzona und die hervorragende Anbindung an die Wirtschaftszentren Zürich und Mailand machen den Standort besonders attraktiv. Im Zentrum des Quartiers wird die historische «Kathedrale» der ehemaligen Werkstätten bewahrt und als Wahrzeichen der industriellen Vergangenheit in das moderne Stadtbild integriert. 

    Förderung von Forschung und Entwicklung 
    Der Innovationspark wird zum Dreh- und Angelpunkt für hochmoderne Forschungsprojekte und Unternehmenskooperationen. Geplant sind Kompetenzzentren für Drohnentechnologie, Life Sciences und Lifestyle-Tech. Diese sollen die Innovationskraft der Region stärken und die Zusammenarbeit zwischen Start-ups, etablierten Unternehmen und akademischen Einrichtungen intensivieren. Das Life Sciences Competence Center beispielsweise wird neue Wege in der Biotechnologie erschliessen und an tierversuchsfreien Arzneimitteltests arbeiten. 

    Ein strategisches Gemeinschaftsprojekt 
    Die Finanzierung erfolgt durch eine breite Partnerschaft aus öffentlichen und privaten Akteuren, darunter der Kanton, die BancaStato, Industrie- und Wirtschaftsverbände sowie renommierte Hochschulen wie die Università della Svizzera italiana (USI) und die Fachhochschule SUPSI. Die Switzerland Innovation Park Ticino SA wurde als gemeinnützige Organisation gegründet und wird die Entwicklung des Parks leiten. 

    Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung des Tessins 
    Mit der offiziellen Anerkennung durch das nationale Innovationsnetzwerk Switzerland Innovation wird der Standort Ticino eng mit dem Innovationspark Zürich vernetzt. Diese Zusammenarbeit soll Synergien zwischen den beiden Regionen schaffen und den Wissensaustausch zwischen Forschung und Industrie fördern. Die Verbindung zum MIND Milano Innovation District unterstreicht die internationale Ausrichtung des Projekts und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Tessins als Hightech-Standort. 

    Die Staatsräte Christian Vitta und Marina Carobbio Guscetti betonen die strategische Bedeutung des Innovationsparks für das Tessin. Für den Wirtschaftsstandort Tessin ist der Innovationspark ein strategisches Projekt für die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons. Ziel ist es, die Region als Innovationshub zu etablieren, hochqualifizierte Arbeitsplätze zu schaffen und Investitionen anzuziehen. Der Switzerland Innovation Park Ticino wird somit zu einem zentralen Motor der wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung der Region und festigt die Position des Tessins als bedeutender Akteur im schweizerischen Innovationsökosystem.

  • Der 104. immoTable im Zeichen von Energie, Standortattraktivität und Innovation

    Der 104. immoTable im Zeichen von Energie, Standortattraktivität und Innovation

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    Weichenstellungen für starke Standorte
    Samuel Mösle, Co-Leiter der kantonalen Wirtschaftsförderung Zürich, eröffnete mit einem umfassenden Lagebild. Er skizzierte die aktuellen Herausforderungen im globalen Kontext und betonte die Rolle der Bauwirtschaft für die Weiterentwicklung des Standorts Zürich. Themen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und die Sicherung von bezahlbarem Wohnraum spielen dabei eine zentrale Rolle. Ziel ist es, den Kanton Zürich als innovativen und wettbewerbsfähigen Wirtschaftsraum weiter zu profilieren.

    Björn Slawik und Frank Koster vom ewz präsentierten die Perspektiven einer dezentralen und nachhaltigen Energiewelt. Im Fokus standen die dynamische Entwicklung des Schweizer Solarmarktes und neue regulatorische Rahmenbedingungen ab 2026. Mit der Einführung lokaler Elektrizitätsgemeinschaften, etwa durch das Konzept ewz.solarquartier, wird der Eigenverbrauch von Solarstrom auf Quartiersebene gestärkt. Ziel ist es, Überschüsse effizient zu nutzen und den Solarzubau marktorientiert zu fördern.

    Jan Frenzel von SMG veranschaulichte, wie KI-gestützte Systeme die Welt des Customer Relationship Managements revolutionieren. Neben dem Vergleich von CRM- und ERP-Systemen beleuchtete er das Potenzial von SaaS-Lösungen zur Automatisierung von Geschäftsprozessen. Mit intelligenten Tools lassen sich Kundenbedürfnisse künftig noch präziser erkennen – ein Schlüsselfaktor für die Positionierung am Markt.

    Standortentwicklung und Zukunftstrends
    Unter dem Titel «Wie bleiben Standorte attraktiv?» diskutierten Beat Bachmann (Kanton Zug), Jakob Bächtold (House of Winterthur), Marc Lyon (Implenia Schweiz AG) und Albert Schweizer (Stadt Schlieren) über die Zukunftsfähigkeit von Standorten. Die Themen reichten von demografischem Wandel über neue Wohn- und Arbeitsformen bis hin zur Frage, wie Innovation und Nachhaltigkeit konkret in die Arealentwicklung einfliessen können. Die Diskussion zeigte, erfolgreiche Standorte müssen heute mehr bieten als nur Infrastruktur. Sie brauchen Identität, Vernetzung und Zukunftsvisionen.

    Ausblick auf den Real Estate Award 2025
    Mara Schlumpf informierte über den kommenden Real Estate Award, der am 2. Oktober 2025 im Trafo Baden stattfindet. In fünf Kategorien werden herausragende Projekte und Persönlichkeiten der Immobilien- und Bauwirtschaft ausgezeichnet. Der Event verspricht nicht nur eine Gala mit Netzwerkcharakter, sondern auch exklusive Sichtbarkeit für Innovation und Qualität in der Branche.

  • Wirtschaftsstandort Zürich – Fit für die Zukunft?

    Wirtschaftsstandort Zürich – Fit für die Zukunft?

    Sie leiten das Amt für Wirtschaft des Kantons Zürich. Welche Aufgaben übernehmen Sie in dieser Funktion und wie können Sie die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen?
    Der Kanton Zürich ist ein führender Wirtschaftsstandort mit internationaler Strahlkraft. Als Amt für Wirtschaft tragen wir dazu bei, dass er auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt, Innovationen fördert und nachhaltige Wertschöpfung generiert. 

    Dank eines starken Teams mit breit gefächerter Expertise in verschiedenen Bereichen und fundierter Fachkenntnis stärken wir den Wirtschaftsstandort und begleiten Unternehmen in verschiedenen Phasen. Unser Wissen und unsere Erfahrung setzen wir gezielt ein, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu analysieren, weiterzuentwickeln und auf neue Herausforderungen zu reagieren. Im engen Austausch mit der Wirtschaft und Wissenschaft analysieren wir die Standortfaktoren und setzen Impulse, um Zürich als attraktiven Standort für Unternehmen zu positionieren. Gleichzeitig übernehmen wir zentrale Vollzugsaufgaben: Wir sorgen für reibungslose Bewilligungsverfahren und schaffen so Planungssicherheit für Unternehmen und Arbeitskräfte. Indem wir die Einhaltung von Arbeitsbedingungen und gesetzlichen Vorgaben sicherstellen, tragen wir zu einem attraktiven und verantwortungsvollen Arbeitsmarkt bei. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Förderung von bezahlbarem Wohnraum – ein entscheidender Faktor für die Standortattraktivität. Damit verfügen wir über zahlreiche wirkungsvolle Hebel, um Veränderungen aktiv zu gestalten. 

    Dabei ist mir eine ausgeprägte Dienstleistungsorientierung besonders wichtig. Ein gutes Verständnis für unsere Anspruchsgruppen und ihre Bedürfnisse bildet die Grundlage unserer Arbeit. Denn nur wenn wir die Herausforderungen und Anliegen der Unternehmen kennen, können wir gezielt unterstützen und den Wirtschaftsstandort Zürich nachhaltig stärken. 

    Kurz gesagt: Wir schaffen attraktive Rahmenbedingungen für ein wirtschaftliches Umfeld, das Unternehmen und Bevölkerung gleichermassen zugutekommt. 

    Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Situation im Kanton Zürich? 
    Der Kanton Zürich steht wirtschaftlich insgesamt sehr solide da und zählt zu den innovativsten Wirtschaftsregionen Europas. Für das laufende Jahr wird ein moderates Wirtschaftswachstum von 1,1% prognostiziert. Eine hohe Innovationskraft, erstklassige Hochschulen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft machen den Standort besonders attraktiv. Die Unternehmen profitieren von gut ausgebildeten Fachkräften, einer ausgezeichneten Infrastruktur und einer starken internationalen Vernetzung.  

    Gleichzeitig stehen wir vor wichtigen Herausforderungen: Kurz- und mittelfristig könnten sich die jüngsten geopolitischen Spannungen auf den Standort Zürich auswirken. Eng damit verknüpft ist die Frage, wie wir uns strategisch gegenüber unseren europäischen Nachbarn positionieren, insbesondere mit Blick auf das Verhältnis zur EU. 

    Langfristig wird der demografische Wandel eine zentrale Rolle spielen. Die Alterung der Gesellschaft, steigende Pensionierungszahlen und die Verfügbarkeit von Fachkräften werden entscheidend dafür sein, wie wettbewerbsfähig der Wirtschaftsstandort bleibt. Hier gilt es, rechtzeitig Massnahmen zu ergreifen, um den Fachkräftepool zu sichern. 

    Der Kanton Zürich ist jedoch dank seiner wirtschaftlichen Stabilität, Innovationskraft und Lebensqualität aus meiner Sicht gut aufgestellt, um auch langfristig erfolgreich zu bleiben. 

    In welchen Bereichen hat der Kanton Zürich noch ungenutztes wirtschaftliches Potenzial? 
    Der Kanton Zürich verfügt über eine starke Innovationskraft. Dennoch gibt es Bereiche mit noch ungenutztem Potenzial: Im Bereich der Künstlichen Intelligenz hat der Kanton Zürich mit der «Innovation Sandbox für Künstliche Intelligenz» einen wichtigen Schritt unternommen, um das dynamische KI-Ökosystem zu stärken. Doch gesamtwirtschaftlich betrachtet gibt es weiterhin grosse Chancen, KI noch breiter in verschiedenen Branchen zu verankern. Insbesondere KMU könnten durch den gezielten Einsatz von KI ihre Produktivität steigern und neue Geschäftsfelder erschliessen. Hier braucht es praxisnahe Unterstützung, um KMU den Zugang und das Wissen zu KI-Technologie an die Hand zu geben.  

    Ein weiteres wirtschaftliches Potenzial liegt in der Skalierung von Start-ups. Zürich bietet ein exzellentes Umfeld für Unternehmensgründungen. Doch viele Start-ups stehen vor der Herausforderung, ihr Geschäft über die Anfangsphase hinaus zu erweitern. Es besteht Bedarf an zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten und gezielte Unterstützungsstrukturen, um Start-ups bei ihrem Wachstum zu unterstützen und auf ihrem Weg in den internationalen Markt zu begleiten. 

    Auch im Bereich der Digitalen Gesundheit schöpfen wir das vorhandene Potenzial noch nicht aus. Der steigende Kostendruck im Gesundheitssystem, die immer älter werdende Gesellschaft und der zunehmende Fachkräftemangel machen eine Transformation dringlicher denn je. Dabei hat der Wirtschaftsstandort Zürich alle Zutaten, um hier erfolgreich zu sein: führende Hochschulen, starke Akteure im Gesundheitswesen und innovative Unternehmen. Mit dem «digital health center Bülach» haben wir einen Innovations-Hub geschaffen, der einen wichtigen Beitrag leistet, indem es Innovationen fördert und Brücken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schlägt.  

    Welche wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sind entscheidend für den Erfolg des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area aus Sicht des Kantons Zürich?  
    Ein zentraler Erfolgsfaktor ist der Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften. Der Kanton Zürich verfügt über exzellente Hochschulen und Forschungsinstitute, die Talente aus der ganzen Welt anziehen. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, müssen die Hochschulen auch für ausländische Studierende attraktiv bleiben – sowohl durch erstklassige Ausbildungsbedingungen als auch durch einen erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt nach dem Studium. 

    Auch steuerliche Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle. Ein wettbewerbsfähiges Steuerumfeld ist essenziell, damit der Kanton Zürich attraktiv bleiben. Aktuell wird das Steuerumfeld jedoch von Unternehmen zunehmend als negativer Standortfaktor wahrgenommen. Im kantonalen Vergleich liegt der Kanton Zürich bei der Steuerbelastung von Unternehmen auf dem zweitletzten Platz – ein Risiko für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit. 

    Unsere Beziehung zu Europa ist ein weiterer Schlüsselfaktor für den wirtschaftlichen Erfolg. Der Zugang zum europäischen Markt ist für viele Unternehmen entscheidend, insbesondere für exportorientierte Branchen. Gleichzeitig profitieren Unternehmen am Wirtschaftsstandort Zürich von den schlanken und pragmatischen Regulierungen der Schweiz.  

    Wie attraktiv ist des Wirtschaftsraums Greater Zurich Area für Investoren im internationalen Vergleich mit anderen europäischen Metropolitanregionen? 
    Die Greater Zurich Area zählt zu den attraktivsten Wirtschaftsstandorten Europas und behauptet sich international als führender Standort für Unternehmen und Investoren. Sie überzeugt durch eine einzigartige Kombination aus wirtschaftlichem Potenzial, Innovationskraft und unternehmensfreundlichen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig bietet die Region ein stabiles, transparentes und verlässliches wirtschaftliches Umfeld mit attraktiven steuerlichen und regulatorischen Bedingungen.  

    Unternehmen profitieren von einem erstklassigen Umfeld für Forschung und Entwicklung – geprägt von der engen Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Start-ups und global agierenden Unternehmen.  

    Ein weiterer zentraler Vorteil für Investoren ist der Branchenmix in der Region. Zürich ist längst nicht mehr nur der bedeutendste Finanzplatz der Schweiz, sondern ein dynamischer und vielfältiger Innovationsstandort. Die starke Präsenz von ICT, Hightech, Space und Robotics, Life Sciences, Food und Cleantech sorgt für eine hohe Innovationsdichte und minimiert das Risiko von Abhängigkeiten. Für Investoren bedeutet dies nicht nur Stabilität, sondern auch attraktive Diversifikationsmöglichkeiten. 

    Die Schweiz ist weder EU-Mitglied noch ein kostengünstiger Standort. Warum sollte sich ein internationales Unternehmen trotzdem für den Wirtschaftsraum Greater Zurich Area entscheiden? 
    Der Wirtschaftsraum Greater Zurich Area bietet Unternehmen ein einzigartiges Gesamtpaket, das weit über Kostenfaktoren hinausgeht. Sie kombiniert ein wirtschaftsfreundliches und politisch stabiles Umfeld mit erstklassigen Talenten, führender Forschung und einer hohen Lebensqualität – Faktoren, die für nachhaltigen Unternehmenserfolg entscheidend sind. 

    Die Schweiz rangiert weltweit auf Platz 1, wenn es um die Innovationskraft wie auch um die Anziehung und Bindung von Talenten geht. Dank eines exzellenten Bildungssystems, international anerkannten Universitäten und hoher Lebensqualität gelingt es, Fachkräfte aus der ganzen Welt für den Standort zu gewinnen. Unternehmen profitieren von einem hochqualifizierten Arbeitsmarkt, der entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit beiträgt. 

    In einem Bereich gibt es jedoch noch ungenutztes Potenzial: Die Verfügbarkeit attraktiver und zukunftsfähiger Flächen für Unternehmen, damit Ansiedlungen und Expansionen erfolgreich sichergestellt werden können.  

    Welche strategischen Vorteile bietet die Schweiz als Drehscheibe für europäische oder globale Geschäftsaktivitäten? 
    Die Schweiz bietet als Wirtschaftsstandort eine einzigartige Kombination aus Stabilität, Innovationskraft und internationaler Vernetzung. Dank ihrer zentralen Lage im Herzen Europas ist sie ein idealer Ausgangspunkt für Unternehmen mit globaler oder europäischer Ausrichtung. 

    Ein entscheidender Vorteil ist die hervorragende Erreichbarkeit: Der Flughafen Zürich bietet direkte Verbindungen zu wichtigen Wirtschaftsmetropolen weltweit und macht den Wirtschaftsraum Greater Zurich Area zu einem strategischen Knotenpunkt für internationale Geschäftsaktivitäten. 

    Dass der Kanton Zürich bereits ein gefragter Standort für global agierende Unternehmen ist, zeigen die jüngsten Ansiedlungen. Internationale Tech-Unternehmen wie «OpenAI», «Anthropic» oder «Boston Dynamics» haben Standorte in Zürich eröffnet – ein Beweis für die Attraktivität des Standorts und sein Potenzial als Hub für zukunftsweisende Branchen. Die hohe Dichte an führenden Unternehmen schafft ein dynamisches Ökosystem, das auch lokalen KMU neue Chancen eröffnet. 

    Welche Bedeutung nehmen moderne Infrastruktur und digitale Vernetzung für international tätige Unternehmen ein? 
    Der Wirtschaftsraum Greater Zurich Area bietet international tätigen Unternehmen eine erstklassige Infrastruktur und nahtlose digitale Vernetzung – zentrale Faktoren für Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum.  

    Dank des international ausgezeichneten Flughafens Zürich, eines hochmodernen Bahn- und Strassennetzes sowie direkter Verbindungen zu den wichtigsten Wirtschaftszentren Europas profitieren Unternehmen von maximaler Mobilität und Erreichbarkeit. Die Schweiz belegt im aktuellen IMD-Ranking Platz 1 für ihre Infrastruktur, was die hohe Qualität und Verlässlichkeit der Standortbedingungen unterstreicht. 

    Zudem überzeugt die Region auch mit einer fortschrittlichen digitalen Infrastruktur. Leistungsfähige Netzwerke und modernste Technologien schaffen optimale Voraussetzungen für Innovation, datengetriebene Geschäftsmodelle und den Einsatz zukunftsweisender Technologien wie Künstlicher Intelligenz oder Cloud Computing. 

    Mit dieser Kombination aus physischer und digitaler Exzellenz bietet der Wirtschaftsraum Greater Zurich Area Unternehmen die idealen Rahmenbedingungen, um sich global erfolgreich zu positionieren.

  • Daniel Leupi über Zürichs Wohnpolitik

    Daniel Leupi über Zürichs Wohnpolitik

    Seit 2013 ist Daniel Leupi als Finanzvorstand für die Liegenschaftenpolitik der Stadt Zürich verantwortlich und verweist auf handfeste Resultate. Mit den Wohnsiedlungen Leutschenbach, Letzi, Hard und Hardau I sind knapp 830 neue gemeinnützige Wohnungen geschaffen worden. Parallel dazu hat die Stadt in den letzten Jahren 24 Liegenschaften erworben. Ein Erfolg, den Leupi auch auf die verstärkte Akquisitionsabteilung zurückführt.

    Mit dem neuen Wohnraumfonds können neu auch gemeinnützige Bauträger finanzielle Beiträge für Grundstückskäufe und Neubauten beantragen. Die daraus finanzierten Abschreibungsbeiträge ermöglichen tiefere Mieten trotz steigender Marktpreise. Gleichzeitig sorgt eine neue Vermietungsverordnung dafür, dass die rund 10’000 städtischen Wohnungen sozial verträglich und transparent vergeben werden.

    Ein wachsendes Portfolio mit Verantwortung
    Ende 2024 wird das kommunale Portfolio 58 Siedlungen und über 500 Einzelwohnliegenschaften umfassen, insgesamt 1’400 Gebäude mit knapp 10’000 gemeinnützigen Wohnungen. Hinzu kommen 220 aktive Baurechte für über 6’000 Wohnungen sowie weitere Projekte in Vorbereitung. Die Stadt tritt damit nicht nur als Planerin, sondern auch als bedeutende Immobilieneigentümerin auf, mit einem klaren Fokus auf preisgünstigen Wohnraum.

    Herausforderungen eines dynamischen Marktes
    Trotz aller Anstrengungen bleibt die Herausforderung gross. Der Wohnraummangel sei ein strukturelles Problem, meint Leupi, das in jeder attraktiven Kernstadt auftrete. Besonders problematisch sei, dass viele Investoren vor allem hochpreisige Neubauten realisieren, während Bestandswohnungen verdrängt werden. Der Markt wächst zwar, aber nicht sozial ausgewogen. Die Stadt könne nicht für alle, aber für immer mehr bezahlbare Wohnungen schaffen.

    Marktintervention oder Mieterschutz?
    Die Diskussion um den Fall der sogenannten «SUGUS-Häuser» hat die Debatte über soziale Durchmischung neu entfacht. Leupi sieht darin kein Problem, sondern ein funktionierendes Beispiel für günstigen Wohnraum in privater Hand. Gleichzeitig warnt er vor einer Blockade durch überzogene Regulierung, wie sie in manchen Kantonen durch Wohnschutzgesetze entstanden sei. In Zürich unterstützt der Stadtrat deshalb die Volksinitiative «Bezahlbare Wohnungen schützen», die Leerkündigungen unterbinden und gleichzeitig flexible Umsetzungsoptionen auf Gemeindeebene erhalten will.

    Investoren in der Verantwortung
    Für Leupi liegt ein Teil der Lösung in der Eigenverantwortung der Branche, allerdings mit klaren Erwartungen. Während einige Eigentümer weiterhin fair agierten, nutzten andere die Marktlage rücksichtslos aus. Überrissene Mietaufschläge bei Mieterwechseln seien keine Einzelfälle. Deshalb brauche es mehr staatliches Engagement für untere und mittlere Einkommen. Nicht als Eingriff in den Markt, sondern als Ausgleich zu dessen Dynamik.

    Wachstum ja – aber sozial verträglich
    Ein zentrales Problem bleibt, dass viele Ersatzneubauten günstige Wohnungen verdrängen. Neue Projekte schaffen zwar Wohnraum, erhöhen aber oft die Preise. Institutionelle Investoren und Bauträger seien gefordert, künftig sozialverträglicher zu planen. Die gesellschaftliche Akzeptanz für Zuwanderung, Bilaterale und das liberale Wirtschaftssystem insgesamt stehe sonst auf dem Spiel.

    Das «langsame» Baubewilligungsverfahren
    Ein häufig kritisiertes Thema ist die vermeintlich schleppende Baubewilligung. Leupi relativiert dies und unterstreicht, die Verwaltung arbeite effizient. Der Median für Neubaugesuche liegt bei 121 Tagen. Tendenz sinkend trotz steigender Fallzahlen. Was allerdings Zeit koste, seien Rekurse, Projektänderungen und Auflagenbereinigungen. Deren Zahl sei in den letzten Jahren markant gestiegen, von 229 auf 410 Fälle jährlich.

    Zur Lösung setzt Zürich auf Beratung, Digitalisierung und Prozessoptimierung. Ziel sei es, Planungssicherheit zu schaffen und die Rekursfestigkeit zu erhöhen.

    Airbnb, Sanierungen und neue Standards
    Der Einfluss von Kurzzeitvermietungen ist ein brisantes Thema. Zürich hat bereits 2020 eine Anpassung der Bau- und Zonenordnung beschlossen, um regulierende Vorgaben für Airbnb & Co. zu schaffen. Die Umsetzung stockt aktuell, weil der Entscheid vor Bundesgericht liegt. Doch Leupi sieht die Stadt auf dem richtigen Weg.

    Gleichzeitig plädiert er für verbindliche Branchenstandards im Umgang mit Sanierungen, die soziale Härten abfedern sollen. Positive Beispiele gebe es bereits, wie wenn beim Umzug innerhalb derselben Siedlung der Mietzins konstant bleibt. Solche Modelle wünscht sich Leupi häufiger, auch von privaten Akteuren.

    Drei zentrale Handlungsfelder
    Für die Stadtregierung sieht Leupi aktuell drei vordringliche Aufgaben. Als erstens der gezielte Ausbau des städtischen Wohnportfolios durch Bau und Kauf. Zweitens die breite Etablierung des Wohnraumfonds, um auch gemeinnützige Trägerschaften zu stärken und drittens eine politische Offensive für mehr Engagement von Bund und Kanton im Bereich des gemeinnützigen Wohnbaus.

    Zürich habe gezeigt, was möglich ist. Jetzt gehe es darum, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen, mit sozialem Augenmass, ökonomischer Weitsicht und politischer Konsequenz.

  • Kanton bewilligt Stadionausbau mit deutlicher Mehrheit

    Kanton bewilligt Stadionausbau mit deutlicher Mehrheit

    Am 27. März dieses Jahres hat der Kanton Zug einen Kredit für den Stadionausbau des Eissportvereins Zug (EVZ) gebilligt. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, stimmten 71 Mitglieder des Kantonsrat bei einer Gegenstimme für die Erweiterung der Arena.

    Damit kann das Projekt Keep Building, das vom Architektenbüro studiomatt entwickelt wurde, vorangetrieben werden. Das Projekt sieht den Ausbau während des Spielbetriebes vor. Der Baustart ist für den Sommer 2025 vorgesehen. Der Ausbau soll zu Beginn der Saison 2027/28 abgeschlossen werden.

    „Wir danken dem Regierungsrat, insbesondere dem Finanzdirektor Heinz Tännler sowie den Kommissionen für ihre vorbereitende Arbeit für unser Anliegen“, wird Patrick Lengwiler, CEO des EVZ, in der Mitteilung zitiert. „Wir schätzen die überaus deutliche Zustimmung des Kantonsrats zur Vorlage. Es ist eine Anerkennung der grossen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung des EVZ für die Region seitens der Zuger Politik und ein Bekenntnis zur wichtigen Erweiterung der Arena.“

    Bereits in der Sitzung am 30. Januar 2025 hatte die Stadt Zug dem Projekt zugestimmt.

  • Interessengemeinschaft Schlieren Nord Ost zur Arealentwicklung gegründet

    Interessengemeinschaft Schlieren Nord Ost zur Arealentwicklung gegründet

    Die Interessengemeinschaft (IG) Schlieren Nord Ost hat sich gegründet. Laut Medienmitteilung der Stadt Schlieren ist Ziel des Vereins, die Entwicklung des Gebiets aktiv mitzugestalten. Das Wohn-, Industrie-, Gewerbe- und Innovationsareal an der Rüti-/Ifangstrasse in Schlieren gilt als eines der grössten Entwicklungsareale der Stadt neben dem Wagiareal und dem Rietpark. Die neue Interessengemeinschaft beabsichtige, die Interessen der Eigentümer zu bündeln und die Zonenplanung mit der Stadt Schlieren sowie die zukünftige partnerschaftliche Verlängerung der Baurechtsverträge mit der Stadt Zürich frühzeitig zu klären, heisst es weiter.

    «Seit einem Vierteljahrhundert habe ich sehr gute Kontakte zur Stadt Zürich gepflegt, die jedoch – wie vieles andere – während und nach Corona eingeschlafen sind. Da die Stadt Zürich aber über 200‘000 Quadratmeter Bauland auf dem Stadtgebiet von Schlieren besitzt, möchte ich in den nächsten 14 Monaten diese Kontakte wiederaufleben lassen», wird Albert Schweizer zitiert, der Standortförderer der Stadt Schlieren. Ziel sei es, die Baurechtsverträge, die bis etwa 2040 laufen, um 30 Jahre zu verlängern, um auch für die nächsten Generationen Planungssicherheit zu schaffen. Es gebe die Möglichkeit, weitere Firmen anzusiedeln und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

    Durch die geplante Mitgliedschaft bei der regionalen Standortförderung Limmatstadt AG soll laut der Stadt-Mitteilung die regionale Vernetzung weiter ausgebaut werden. Geplant sind auch gemeinsame Veranstaltungen mit anderen Arealen in Schlieren und dem Limmattal, wie etwa Silbern, Niderfeld in Dietikon sowie Kreuzäcker in Spreitenbach.

    Baurechtsnehmer und Immobilieneigentümer hatten sich laut der Mitteilung am Mittwoch, 5. März, im Innovations- und Jungunternehmerzentrum (IJZ) in Schlieren getroffen, um die Interessengemeinschaft zu gründen. Im Rahmen der Gründung haben Vertretende des Tiefbauamtes des Kantons Zürich und des Energieunternehmens ewz Pläne zur Velobahn und der Fernwärmeunterstation im östlichen Teil des Areals vorgestellt.

  • Treiber des Kulturwandels im Beschaffungswesen

    Treiber des Kulturwandels im Beschaffungswesen

    Seit dem 1. Juli 2024 werden öffentliche Ausschreibungen über die modernisierte Plattform von simap.ch veröffentlicht. Da das neue System nicht mit der vorherigen Version kompatibel ist, wurde auch der Vergabemonitor der Schweizer Bauwirtschaft überarbeitet. Durch die Harmonisierung der Datensätze vor und nach der Umstellung bleibt die Vergleichbarkeit der Ergebnisse erhalten, während zusätzliche Anpassungen am Datenmodell für eine präzisere Analyse der Trends sorgen.

    Entwicklung der öffentlichen Beschaffungen
    Die Totalrevision des öffentlichen Beschaffungswesens ist mittlerweile in 22 von 26 Kantonen in Kraft. Im vierten Quartal 2024 wurden insgesamt 5256 Ausschreibungen erfasst, wovon 46% auf das Baugewerbe, 5% auf das Ingenieurwesen und 1,8% auf die Architektur entfielen. Insgesamt wurden für die Untersuchung 74% aller veröffentlichten Ausschreibungen berücksichtigt.

    Qualitätskriterien mit differenzierter Entwicklung
    Der Anteil qualitativer Vergabekriterien im gleitenden Mittel ging im vierten Quartal 2024 um 5,8% auf 51,9% zurück. Die Bauwirtschaft konnte sich diesem Trend jedoch teilweise entziehen: Während Architekturaufträge einen Rückgang von 2,1% auf 69,2% verzeichneten, stieg der Anteil von Qualitätskriterien im Ingenieurwesen um 0,7% auf 66,3% und im Baugewerbe um 0,5% auf 45%. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung im Kanton Basel-Stadt, wo der Anteil von Qualitätskriterien bei Bauaufträgen seit dem 1. Februar 2024 von 26,2% auf 42,5% gestiegen ist.

    Nachhaltigkeit als stärkste Triebkraft
    Der entscheidende Faktor für den Kulturwandel im Beschaffungswesen ist jedoch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien. In 35% aller Ausschreibungen mit qualitativen Vergabekriterien wurden im vierten Quartal 2024 nachhaltige Aspekte berücksichtig, ein Anstieg von 23% gegenüber dem Vorquartal. Besonders stark fiel die Zunahme bei Bundesvergaben aus, wo der Anteil um 34,7% auf 35,1% anstieg.

    Während sich der Anteil an Nachhaltigkeitskriterien zwischen Januar 2021 und Dezember 2023 bereits fast verdoppelt hatte, setzte sich dieser Wachstumstrend 2024 noch einmal verstärkt fort. Ein möglicher Einflussfaktor ist der Systemwechsel auf die neue simap.ch-Plattform. Der generelle Trend deutet jedoch darauf hin, dass Nachhaltigkeit zunehmend als zentrales Kriterium in der öffentlichen Beschaffung etabliert wird.

    Innovationsförderung und Angebotsplausibilität gewinnen an Bedeutung
    Auch die explizite Erwähnung von Innovationskriterien nimmt zu. Während Innovation weiterhin nur in 1% der Ausschreibungen genannt wurde, stieg dieser Wert im Vergleich zum Vorquartal um 28,8% und im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um 95,1%. Besonders stark wuchs die Berücksichtigung der Angebotsplausibilität, die sich auf 2,3% aller Ausschreibungen mit Vergabekriterien ausweitete. Dieser Wert liegt 54% über dem Vorquartal und ganze 277,9% über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

    Rückgang von Dialogverfahren und Varianten
    Im Gegensatz zu den steigenden Nachhaltigkeits- und Innovationskriterien wurden Dialogverfahren und Varianten seltener genutzt. Im vierten Quartal 2024 wurden Dialoge in nur noch 1,7% der Ausschreibungen vorgesehen, ein Rückgang um 10,8% gegenüber dem Vorquartal und 20,8% gegenüber dem Vorjahr. Auch die Zulassung von Varianten nahm ab und erreichte noch 18% der Ausschreibungen, mit negativen Wachstumsraten von -10,2% im Quartalsvergleich und -21,7% im Jahresvergleich.

    Nachhaltigkeit prägt die Zukunft der öffentlichen Beschaffung
    Die zunehmende Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien zeigt, dass das Beschaffungswesen in der Schweiz einen tiefgreifenden Kulturwandel durchläuft. Während klassische Qualitätskriterien in einigen Bereichen rückläufig sind, gewinnen Aspekte wie Nachhaltigkeit, Innovationsförderung und Angebotsplausibilität stark an Bedeutung. Die Einführung der neuen simap.ch-Plattform könnte dabei als Katalysator gewirkt haben, wobei zukünftige Analysen zeigen müssen, inwieweit die Systemumstellung langfristige Auswirkungen auf die Vergabepraxis hat. Klar ist jedoch: Die öffentliche Beschaffung entwickelt sich zunehmend in Richtung ökologischer und nachhaltiger Standards.

  • Strategien Raumentwicklung Schweiz 2050

    Strategien Raumentwicklung Schweiz 2050

    Seit 12 Jahren dient das Raumkonzept als Leitfaden für politische Entscheide und Fachplanungen. Die nun erstmals aktualisierte Version berücksichtigt neue Herausforderungen wie das starke Bevölkerungswachstum, den Klimawandel, die steigende Nachfrage nach Wohnraum und die Transformation der Energieproduktion. Das Ziel ist eine nachhaltige Raumentwicklung, die sowohl wirtschaftliche Dynamik als auch Umwelt- und Lebensqualität fördert.

    Eine Vision für die Schweiz 2050
    Das aktualisierte Raumkonzept verfolgt das Ziel, die Schweiz polyzentral zu organisieren und die interkommunale Zusammenarbeit zu fördern. Dabei soll die Entwicklung von urbanen und ländlichen Räumen ausgewogen erfolgen. Gleichzeitig müssen natürliche Lebensgrundlagen gesichert und die Biodiversität, Gewässer und der Boden nachhaltig geschützt werden. Die Energieversorgung soll umweltfreundlich gestaltet werden, sodass die Schweiz bis 2050 eine nachhaltige Energieproduktion sicherstellt. Angesichts der Wohnungsknappheit sind innovative Strategien erforderlich, um ausreichend Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen zu schaffen. Der Wirtschaftsstandort Schweiz soll gestärkt werden, indem die Standortqualität erhalten und weiterentwickelt wird. Eine effiziente und umweltfreundliche Mobilität soll durch den Ausbau klimafreundlicher Verkehrsnetze gefördert werden.

    Strategien zur Umsetzung
    Um diese langfristigen Ziele zu verwirklichen, setzen Bund, Kantone und Gemeinden auf eine polyzentral organisierte Entwicklung, die durch Kooperationen zwischen den Regionen eine ausgeglichene Raumentwicklung sicherstellt. Die natürlichen Ressourcen sollen durch eine hohe bauliche Qualität und den Schutz der Landschaft bewahrt werden. Zudem wird eine nachhaltige Infrastruktur geschaffen, die dem Wachstum der Bevölkerung und der Wirtschaft gerecht wird.

    Breite Beteiligung und Konsultation
    Das Raumkonzept Schweiz 2050 wurde durch eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Bundesrat, den Kantonen und den kommunalen Verbänden entwickelt. Beteiligt sind das Bundesamt für Raumentwicklung, die Konferenz der Kantonsregierungen, die Bau-, Planungs- und Umweltdirektorenkonferenz, der Schweizerische Städteverband und der Schweizerische Gemeindeverband. Wissenschaftliche Institutionen, Wirtschaftsverbände und Jugendorganisationen wurden ebenfalls in den Prozess eingebunden, um verschiedene Perspektiven in die Planung einfliessen zu lassen.

    Öffentliche Konsultation bis April 2025
    Um eine breite Diskussion zu ermöglichen, wurde das aktualisierte Raumkonzept zur öffentlichen Konsultation freigegeben. Bis zum 16. April 2025 haben Organisationen und Einzelpersonen die Möglichkeit, das Dokument einzusehen und Anregungen einzubringen. Interessierte können sich auf der Website des Raumkonzepts Schweiz an der Konsultation beteiligen.

    Das Raumkonzept Schweiz 2050 bietet eine zukunftsweisende Strategie, um die Raumentwicklung des Landes nachhaltig zu gestalten. Es schafft den Rahmen für eine Balance zwischen Wachstum, Umwelt- und Lebensqualität und gibt klare Leitlinien für die kommenden Jahrzehnte vor. Mit der öffentlichen Konsultation wird nun der Grundstein für eine breit abgestützte Umsetzung gelegt.

  • Drei neue Mitglieder verstärken die regionale Standortförderung an der Limmat

    Drei neue Mitglieder verstärken die regionale Standortförderung an der Limmat

    Die Limmatstadt AG zählt drei neue Members in ihren Reihen. Laut einer Mitteilung haben sich Bolderlounge, die Menu and More AG und die buchstäblich AG der regionalen Standortförderung angeschlossen. Die Standortförderung zählt bereits mehr als 100 Unternehmen und Organisationen zu ihren Mitgliedern.

    Die Boulderlounge Schlieren ist seit November 2021 aktiv. «Wir bieten der Limmatstadt ein attraktives Sportangebot mitten im Herzen von Schlieren, fünf Minuten entfernt vom Bahnhof», wird Geschäftsleiterin Lena Stürm in der Rubrik Members auf limmatstadt.ch zitiert. «Die Halle ist 365 Tage im Jahr für kleine sowie grosse Kletterbegeisterte geöffnet und bietet einen tollen Ort zum Networken, Leute kennenlernen und Spass haben.»

    Spezialgebiet der Menu and More AG ist die gesunde Verpflegung von Kindern. Für das Wohl der Kleinsten engagieren sich «82 zufriedene und engagierte Mitarbeitende aus 28 Nationen», heisst im Internetauftritt der Anbieterin von Kinder- und Jugendverpflegung. «Mit dem Umzug in den Ecopark Tivoli in Spreitenbach verankern wir uns in einer dynamischen Region voller Innovation und Unternehmergeist», erläutert Geschäftsführer Markus Daniel in der Members-Rubrik.

    Die buchstäblich AG schreibt, organisiert und vernetzt, denkt mit und setzt um, schreibt die Agentur für Marketing und Kommunikation mit Sitz in Weiningen ZH in ihrem Internetauftritt. Digital oder konventionell kommuniziere das Unternehmen «buchstäblich für alle, die etwas zu sagen haben». In der Rubrik Members beschreibt Inhaberin Brigitte Becker das Limmattal als einen dynamischen «Wirtschafts- und Lebensraum mit grossem Potenzial».

  • St.Gallen Güterbahnhofareal unterschätzter Entwicklungsraum

    St.Gallen Güterbahnhofareal unterschätzter Entwicklungsraum

    Städtische Räume stehen unter wachsendem Druck. Steigende Bevölkerungszahlen und begrenzte Flächen fordern innovative Lösungen. Besonders Areale hinter Bahnhöfen bleiben oft ungenutzt, obwohl sie wertvolle Potenziale für die Stadtentwicklung bieten. Ein Beispiel für eine gelungene Umnutzung ist die Europaallee in Zürich. Doch während an vielen Orten bereits neue Stadtquartiere entstehen, ist die Zukunft des Güterbahnhofareals St.Gallen noch offen.

    Seit Jahren wird über seine Entwicklung diskutiert, doch unterschiedliche Interessen und Perspektiven haben bisher eine konkrete Umsetzung verhindert. Hier setzte die Lehrveranstaltung «Zukunft bauen – die Bedeutung von Branchen für die Stadtentwicklung» an, die Architekturstudierende der ETH Zürich mit Wirtschafts- und Soziologiestudierenden der Universität St.Gallen zusammenbrachte.

    Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
    Die Lehrveranstaltung kombinierte Architektur, Stadtsoziologie und Wirtschaft, um einen neuen Zugang zur Stadtplanung zu schaffen. «Architekt:innen des 21. Jahrhunderts lernen aus den Bauweisen des 20. Jahrhunderts, um nachhaltige Modelle für die Zukunft zu entwickeln», erklärt Prof. Momoyo Kaijima von der ETH Zürich.

    Durch die Zusammenarbeit mit Soziologinnen und Wirtschaftswissenschaftlerinnen entstand eine praxisorientierte Forschung, die nicht nur städtebauliche Konzepte, sondern auch soziale und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigte.

    Stadtplanung aus neuen Perspektiven erleben
    Die Studierenden begannen ihre Untersuchung mit geführten Spaziergängen durch das Güterbahnhofareal, inspiriert von den «Spaziergangswissenschaften» des Soziologen Lucius Burckhardt. Diese Methode ermöglichte es ihnen, den Raum nicht nur als Planungsobjekt, sondern als gelebten sozialen Ort zu erleben.

    «Die Untersuchung verdeutlichte, dass auch unscheinbare oder brachliegende Flächen eine entscheidende Rolle in der städtischen Dynamik spielen können», berichtet HSG-Student Livius Schönle.

    Von der Beobachtung zur Konzeption
    Basierend auf Interviews, Beobachtungen und Datenanalysen entwickelten die Teilnehmenden sogenannte «Actor-Network-Zeichnungen», mit denen sie komplexe Zusammenhänge zwischen Raumnutzung, sozialen Gruppen und wirtschaftlichen Interessen sichtbar machten. Dabei spielte auch der Kunstmaler Walter Dick eine Rolle, der die Studierenden in die Grundlagen des Handzeichnens einführte, um ihre Analysen visuell darzustellen.

    «Die konkreten Erfahrungen aus der interdisziplinären Zusammenarbeit zeigen, wie wichtig es ist, sich der Unterschiedlichkeit von Denklogiken bewusst zu sein», betont Dr. Niklaus Reichle von der Universität St.Gallen. «Nur wenn wir über den disziplinären Tellerrand hinausschauen, lassen sich gesellschaftliche Herausforderungen im Umgang mit Raum sinnvoll bewältigen.»

    Visionen für eine nachhaltige Stadtentwicklung
    Die Konzepte der Studierenden reichten von multifunktionalen Wohn- und Arbeitsquartieren bis hin zu nachhaltigen Grünflächen, die neue Erholungsräume in die Stadt integrieren. Einige Teams entwickelten Ideen für gemischt genutzte Gebäude, die sozialen Wohnraum mit Gewerbeflächen verbinden, während andere Strategien für eine behutsame Verdichtung durch innovative Bauweisen erarbeiteten.

    Ein zentrales Thema war die soziale Integration: Wie kann das Güterbahnhofareal als Verbindungselement zwischen bestehenden Stadtvierteln dienen? Wie lassen sich Freiräume schaffen, die sowohl ökologisch als auch sozial wertvoll sind?

    Stadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
    Die Forschungsergebnisse unterstreichen, dass erfolgreiche Stadtentwicklung mehr als nur bauliche Massnahmen erfordert. Wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Aspekte müssen gemeinsam betrachtet werden. Die Zusammenarbeit von ETH und HSG zeigt, wie verschiedene Disziplinen voneinander lernen können, um urbane Räume nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten.

    Die Stadt St.Gallen könnte von diesen Erkenntnissen profitieren: Das Güterbahnhofareal bietet enormes Potenzial für eine innovative Quartiersentwicklung, wenn die richtigen Weichen gestellt werden.