Kategorie: Bauwirtschaft

Bauwirtschaft – Immobiliennews zu Baukosten, Projekten, Materialien & Entwicklungen in der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft.

  • Sanierung der Flughafenpiste erfolgt unter laufendem Flugbetrieb

    Sanierung der Flughafenpiste erfolgt unter laufendem Flugbetrieb

    Die Walo Bertschinger AG mit Sitz in Dietikon beteiligt sich gemeinsam mit ihrem Partner TRBA aus dem belgischen Péruwelz an der Sanierung der Hauptpiste des EuroAirports Basel-Mulhouse. Das Grossprojekt umfasst den Rückbau und die Wiederherstellung von Teilen der Flugpiste, heisst es in einer Mitteilung auf Facebook.

    Die Arbeiten gestalten sich in hoher Intensität. Innert 29 Stunden wurden 38‘000 Quadratmeter Piste zurückgebaut. Es müssen über 15‘000 Kubikmeter Beton abgebrochen und erneuert werden. Gleichzeitig arbeiten 500 Personen in den Spitzenzeiten an dem Projekt. Die Arbeiten verlaufen parallel zum Flugbetrieb, der auf der Sekundärpiste 07/25 abgewickelt wird. Dabei werden dorthin auch Flugbewegungen mit grösseren Flugzeugen von den Typen A319 und A320 durchgeführt, die normalerweise über die Hauptpiste verlaufen, wie der Flughafen mitteilt. Die Arbeiten laufen seit dem 15. April und noch bis zum 20. Mai 2026. Am 21. Mai soll die neue Piste wiedereröffnet werden. 

  • Bundesrat will Wohnbau beschleunigen

    Bundesrat will Wohnbau beschleunigen

    Der Bundesrat prüft laut seiner Mitteilung Massnahmen zur Beschleunigung des Wohnungsbaus. Mit seinem Bericht vom 22. April 2026 reagiert er auf fünf Postulate aus dem National- und Ständerat. Er ist Teil des Aktionsplans Wohnungsknappheit des Bundes. Der Bundesrat hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation damit beauftragt, ihm bis Ende 2026 eine Vernehmlassungsvorlage zu unterbreiten.

    Eine dieser Massnahmen soll die rechtliche Grundlage für ein nationales Interesse im Wohnungsbau schaffen. Eine solche Rechtsgrundlage hätten dann etwa Vorrang gegenüber dem Ortsbild- oder Denkmalschutz. Zudem lässt der Bundesrat die Einschränkung der Beschwerdelegitimation für Privatpersonen und der zulässigen Rügen prüfen. Zudem könnten die Verfahrenskosten für nachweislich rechtsmissbräuchliche Einsprachen den Einsprechenden auferlegt werden, nämlich dann, wenn die Einsprache erkennbar einzig zum Ziel hat, ein Projekt zu verhindern oder zu verzögern.

    Jedoch liegt die Hoheit für Planungs- und Baubewilligungsverfahren bei den Kantonen. Deshalb kann ihnen der Bundesrat nur nahelegen, zum Zwecke der Verfahrensbeschleunigung ein digitales Bewilligungsverfahren einzuführen und verbindliche Fristen festzulegen. Zudem empfiehlt der Bundesrat, Baugesuche erst dann zu veröffentlichen, wenn sie vollständig sind. Darüber hinaus weist er auch darauf hin, dass viele Bewilligungsbehörden für die Bearbeitung anspruchsvoller Dossiers personell und fachlich nicht gut genug aufgestellt sind.

  • Forschungsprojekt fördert Wiederverwendung von Beton im Bauwesen

    Forschungsprojekt fördert Wiederverwendung von Beton im Bauwesen

    Der Gruppe Materialien und Strukturen des Institut du patrimoine construit, d’architecture, de la construction et du territoire (inPACT) der Haute école du paysage, d’ingénierie et d’architecture de Genève (HEPIA) leitet das Forschungsprojekt Concrete Upcycling Techniques (CUT). Das von Professorin Maléna Bastien Masse geleitete Projekt zielt darauf ab, die Wiederverwendung von Betonplatten in die Baupraxis zu integrieren, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Damit soll der CO2-Fussabdruck der Branche verringert werden. Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt und in Zusammenarbeit mit dem Structural Xploration Lab der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) von Professor Corentin Fivet durchgeführt.

    Das Projekt will Betonplatten beim Abriss von Gebäuden aufbewahren. Die Platten werden vor Ort zersägt und anschliessend von den Forschern der HEPIA untersucht. Ziel ist es, herauszufinden, ob diese Platten wiederverwendet werden können. Die für die Wiederverwendung freigegebenen Platten werden anschliessend in Neubauten eingesetzt. Das Projekt untersucht auch, wie sie bei der Wiederverwendung miteinander verbunden werden können. Dabei werden fortgeschrittene Techniken und Materialien wie der hochleistungsfähige faserverstärkte Zementverbundwerkstoff (CFUP) verwendet.

    „Die Baubranche liebt Beton. Er ist ein unverzichtbarer, vielseitiger, anpassungsfähiger und kostengünstiger Werkstoff, aber auch extrem umweltschädlich. Eine Lösung drängt sich auf: die Wiederverwendung“, heisst es in der Mitteilung. „Durch die Rückgewinnung und Verwendung von Bauteilen aus bestehenden Bauwerken für neue Bauprojekte sinkt der Betonverbrauch, was zu einer geringeren CO2-Belastung führt.“

    Die HEPIA ist eine Hochschule mit Sitz in Genf, die in den Bereichen Ingenieurwesen, Architektur und Umwelt in der Ausbildung und Forschung tätig ist, insbesondere in den Bereichen Werkstoffe und nachhaltiges Bauen. Die Hochschule ist Teil der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO).

  • Investitionen stärken Produktionskapazitäten im Medizintechniksektor

    Investitionen stärken Produktionskapazitäten im Medizintechniksektor

    Das in Burgdorf ansässige Medtech-Unternehmen Ypsomed hat 25 Millionen Franken in den Umbau und in einen neuen Werkzeugmaschinenpark in Solothurn investiert. Um der weltweit steigenden Nachfrage nach Injektionssystemen gerecht zu werden und den Kunden höchste Qualität zu bieten, will Ypsomed seine Position und Kapazität bei der Fertigung von Spritzgusswerkzeugen deutlich erweitern, heisst es in einer Mitteilung. Am Standort in Solothurn will sich das Unternehmen auf Konstruktion und Herstellung von Kunststoffspritzgusswerkzeugen für Pens und Autoinjektoren konzentrieren.

    Die Inbetriebnahme des Werkzeugbaus leite die Umsetzung eines 200 Millionen Schweizer Franken umfassenden Investitionspakets zur Standortentwicklung ein. In den kommenden Monaten sollen zwei neue hochvolumige Montageanlagen mit dazugehörenden Spritzgussanlagen für Autoinjektoren eröffnet werden. Zudem kündigt das Unternehmen für den Standort Solothurn bis Ende 2027 ein vollautomatisiertes Hochregallager an. Parallel soll dort ein Konferenzzentrum (Ypsomed Forum) entstehen, mit Platz für rund 300 Gäste. „Die Investition in den neuen Werkzeugbau in Solothurn ist ein klares Bekenntnis zur Entwicklung unserer Standorte in der Schweiz“, wird Simon Michel, CEO von Ypsomed, zitiert.

    Das Unternehmen will auch international weiter wachsen, um seine Position auf dem Markt der Medizinaltechnik zu festigen und der steigenden Nachfrage nach Injektionssystemen für die Selbstmedikation gerecht zu werden. 2025 hatte Ypsomed sein erstes eigenes Werk im chinesischen Changzhou in Betrieb genommen und die Erweiterung des Produktionsstandorts Schwerin (Deutschland) gestartet. Aktuell befindet sich ein neuer Standort in Holly Springs im US-Bundesstaat North Carolina im Aufbau.

    Die Investition diene auch der Verdopplung des Personals in diesem Bereich. Die aktuelle Zahl von 35 Mitarbeitenden zuzüglich Auszubildenden soll auf 100 Mitarbeitende und Lernende wachsen.

  • Kanton Bern plant Grossbau im Berner Seeland

    Kanton Bern plant Grossbau im Berner Seeland

    Am Schermenweg in Bern hat das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt seit Jahrzehnten seinen Hauptsitz. Die Gebäude dort zeigen statische Mängel und sind in einem Zustand, der eine Totalsanierung unter laufendem Betrieb verunmöglicht. Hinzu kommt ein zweiter Standort in Ostermundigen, wo der Kanton jährlich über eine Million Franken Miete bezahlt.

    Dreimal umziehen oder einmal bauen
    Der Entscheid fiel zugunsten eines Neubaus. Alle drei Standorte werden aufgelöst, die rund 400 Mitarbeitenden an einem einzigen Ort zusammengeführt. Das neue Gebäude auf der Buechlimatt in Münchenbuchsee bietet auf einer Grundstücksfläche Platz für Büros, Prüfstellen und den gesamten Kundenbetrieb. Fahrzeugzulassungen, Führerprüfungen, administrative Abläufe: Alles unter einem Dach, erstmals seit Jahrzehnten.

    Ein Wettbewerb, ein Sieger, ein Holzbau
    2021 schrieb der Kanton einen offenen Projektwettbewerb aus. Dreissig Teams reichten Entwürfe ein, das Zürcher Planerteam aus Studiomori Architektur und KNTXT Architekten überzeugte die Jury. Ihr Projekt trägt den programmatischen Namen «Einer für alle». Es setzt auf einen unterhaltsarmen Holzbau, der sich organisch in den ländlichen Dorfrand von Münchenbuchsee einfügt. Kein Statement aus Beton und Glas, sondern ein Gebäude, das die Klimastrategie des Kantons Bern sichtbar macht. Holz als Baustoff reduziert die CO2-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus.

    Die Politik entscheidet
    Die Berner Regierung hat im April 2026 den Verpflichtungskredit von 132,9 Millionen Franken beim Grossen Rat beantragt. Dieser entscheidet voraussichtlich im Herbst 2026. Dass der Betrag seit der Wettbewerbsphase 2021 von damals rund 104 Millionen Franken auf 132,9 Millionen gestiegen ist, dürfte im Parlament Fragen aufwerfen. Bauteuerung und gestiegene Planungsanforderungen gelten als Hauptgründe. Wer die Mietkosten und den Sanierungsstau gegenrechnet, kommt auf einen klaren betriebswirtschaftlichen Befund zugunsten des Neubaus.

    Einzug frühestens 2031
    Verläuft die parlamentarische Beratung planmässig, folgen Baueingabe Mitte 2026 und Baubeginn 2028. Die Inbetriebnahme ist für 2030 bis 2031 geplant. Für Münchenbuchsee bedeutet das ein neues Arbeitsplatzzentrum mit mehreren hundert Beschäftigten am Dorfrand. Für den Kanton Bern bedeutet es das Ende eines langen Verwaltungsumbaus. Und für die Schweizer Bauwirtschaft steht das Projekt exemplarisch für einen Trend, der 2026 an Fahrt gewinnt. Öffentliche Bauten aus Holz, gebaut für die nächste Generation.

  • 11. Mai an dem die Schweiz ihre Grenzen überschreitet

    11. Mai an dem die Schweiz ihre Grenzen überschreitet

    Seit der ersten Erfassung des ökologischen Fussabdrucks 1961 hat sich der Schweizer Overshoot Day um mehr als sieben Monate nach vorne verschoben, von Ende Dezember auf Mitte Mai. Würde die gesamte Weltbevölkerung so leben wie die Schweiz, bräuchte es 2026 die Ressourcen von 2.8 Erden. Der ökologische Fussabdruck der Schweiz liegt bei 4.15 globalen Hektar pro Person, die verfügbare Biokapazität beträgt gerade einmal 1.48 Hektar. Die Lücke wächst.

    Wohnen als unterschätzter Treiber
    Wohnen ist einer der stärksten Treiber des Schweizer Overshoots, neben Mobilität, Ernährung und importierten Gütern. Zwischen 1990 und 2021 stieg die Wohnfläche in der Schweiz um 54 Prozent, die Bevölkerung hingegen nur um 31 Prozent. Individuelle Verhaltensänderungen können dabei nur rund 20 Prozent der Einsparungen bewirken. Die grossen Hebel liegen anderswo.

    Gebäude als Rohstofflager
    Der Gebäudesektor verursacht über 40 Prozent des globalen Treibhausgasausstosses. Neben der Betriebsenergie Heizen, Kühlen, Strom, entscheidet vor allem die graue Energie darüber, wie gross der Fussabdruck eines Gebäudes wirklich ist. Sie umfasst die gesamte Energie von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung bis zum Rückbau. Solange Abbruch günstiger ist als Wiederverwertung, bleibt das Potenzial der Kreislaufwirtschaft ungenutzt.

    Regulierung zieht an
    Der gesetzliche Rahmen verdichtet sich. Das Klima- und Innovationsgesetz ist seit Januar 2025 in Kraft und schafft Förderanreize für den Ersatz fossiler Heizsysteme und Energieeffizienzmassnahmen. Die MuKEn 2025, verabschiedet im August 2025, definieren erstmals Grenzwerte für die graue Energie bei Neubauten und erhöhen die Anforderungen an Photovoltaik und erneuerbare Heizsysteme. Verbindlich werden sie jedoch erst, wenn die Kantone sie in ihre Energiegesetze überführen.

    Systemwandel statt Symbolpolitik
    Die Botschaft des Overshoot Days ist eindeutig, kleine Anpassungen reichen nicht. Gefragt sind skalierbare Lösungen in Energie, Mobilität, Materialwirtschaft und Arealentwicklung. Die Bau- und Immobilienbranche kann als Querschnittsbranche in allen diesen Bereichen Wirkung erzielen, wenn Daten präzise erfasst, Materialien dokumentiert und zirkuläre Prozesse standardisiert werden. Gebäude als Rohstofflager statt Deponielieferanten, das ist die Richtung.

  • Schweizer Holz soll Pflicht werden

    Schweizer Holz soll Pflicht werden

    Die Schweizer Wälder produzieren jährlich 10,4 Millionen Kubikmeter Holz, verbraucht werden davon gerade einmal 5 Millionen. Insgesamt landen aber 10 Millionen Kubikmeter Holz auf Schweizer Baustellen. Der Rest kommt aus dem Ausland, weil er deutlich günstiger ist. Ein Ressourcenpotenzial, das brach liegt, obwohl die Nachfrage vorhanden wäre.

    Was der Nationalrat fordert
    Nationalrat Daniel Ruch (FDP/VD), von Beruf Waadtländer Forstunternehmer, hat eine Motion eingereicht, die das Waldgesetz ändern soll. Bei Bauten, die mit Bundesgeldern subventioniert werden, soll künftig Schweizer Holz eingesetzt werden, ohne dass den Bauherrschaften dadurch Mehrkosten entstehen. Der Nationalrat hat die Motion angenommen, jetzt liegt der Ball beim Ständerat.

    Der Bundesrat bremst
    Bundesrat Martin Pfister, der den rekonvaleszenten Umweltminister Albert Rösti an der Debatte vertrat, stellte sich gegen eine direkte Subventionierung. Der Bund fördere nachhaltiges Holz bereits bei eigenen Bauten und Anlagen. Eine gesetzliche Grundlage dafür besteht seit der Waldgesetz-Revision von 2017. Für neue Subventionen fehle angesichts der angespannten Bundesfinanzen der Spielraum, und Wettbewerbsverzerrungen seien zu vermeiden.

    Kein neues Thema, aber neuer Druck
    Bereits 2021 nahm der Nationalrat eine ähnliche Motion zur vollständigen Wertschöpfungskette der Holzwirtschaft mit 151 zu 29 Stimmen an, ebenfalls gegen den Willen des Bundesrats. Einzelne Kantone wie Thurgau und Zug haben auf kantonaler Ebene schon Holzförderung in ihre Gesetzgebung integriert. Der Handlungsdruck wächst.

    Was auf dem Spiel steht
    Holz ist der einzige vollständig erneuerbare Baustoff der Schweiz. Wer ihn konsequent einsetzt, stärkt die regionale Wertschöpfung, reduziert Transportemissionen und schützt den Wald vor Überalterung. Ob der Ständerat die Motion stützt oder abbremst, entscheidet, ob diese Logik endlich auch rechtlich verankert wird.

  • Forschungsprojekt entwickelt globalen Korrosionsindex für Bauanwendungen

    Forschungsprojekt entwickelt globalen Korrosionsindex für Bauanwendungen

    Sky-Frame aus Frauenfeld und das WITG untersuchen gemeinsam, ob auf Basis verfügbarer Wetter- und Klimadaten ein globaler Korrosionsindex entwickelt werden kann. Dieses Projekt wird mit einem Innovationsscheck von Innosuisse unterstützt. Die Fördersumme von maximal 15’000 Franken der Schweizerischen Innovationsagentur ist eine Gutschrift für eine Vorstudie. Sie ermöglicht es, Ideen, Ideenstudien und Analysen zum Innovations- und Marktpotenzial bei einem Schweizer Forschungspartner zu beauftragen und die Zusammenarbeit mit diesem zu testen.

    In das Projekt mit Sky-Frame bringt das WITG seine Expertise bezüglich Korrosion und Bewertung von Werkstoffeigenschaften ein. In einem ersten Schritt werden laut einer Mitteilung reale Projektstandorte mit verfügbaren Klimadatenbanken verknüpft und bestehende Erfahrungswerte aus der Anwendung systematisch ausgewertet. Daraus entsteht unter Berücksichtigung von Faktoren wie Meeresnähe, Windrichtung und projektspezifischen Mikroklimabedingungen ein erster, wissenschaftlich fundierter Ansatz zur Risikoklassifizierung. 

    „Dieses Projekt zeigt exemplarisch, dass sich Innovationsideen nicht im Bereich von ,Rocketscience‘ bewegen müssen, um gefördert zu werden“, so das WITG. Stattdessen sollen sie dem Unternehmen einen nachhaltigen Nutzen und zukünftigen Mehrwert bieten und dabei eine Risikokomponente bei der Umsetzung und damit die Möglichkeit des Scheiterns beinhalten. 

  • Bauen neu denken, Freiburg sucht Pioniere

    Bauen neu denken, Freiburg sucht Pioniere

    Ab 2029 gelten in der Schweiz neue Grenzwerte für Treibhausgasemissionen und Vorgaben zur grauen Energie im Bauwesen. Festgelegt durch die Revision der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich. Der Druck auf die Baubranche wächst. Wer heute nicht in neue Prozesse und Materialien investiert, riskiert morgen teure Anpassungen unter Zeitdruck. Der Kanton Freiburg hat dies erkannt und handelt vorausschauend. Bereits 2023 hat er eine Roadmap zur Kreislaufwirtschaft verabschiedet, die strukturelle Veränderungen im Bauwesen als Priorität setzt.

    Innovation entlang der ganzen Wertschöpfungskette
    Das Thema des diesjährigen Aufrufs lautet «Bauen neu denken, hin zu kreislauforientierten und umweltgerecht konzipierten Systemen». Gesucht sind Projekte, die den ökologischen Fussabdruck von Gebäuden bereits in der Planungsphase reduzieren, durch lokale biobasierte Materialien, rückbaubare Konstruktionssysteme oder digitale Werkzeuge zur Materialnachverfolgung. Die Schweizer Charta Kreislauforientiertes Bauen, die von zwölf führenden Organisationen aus der Bau- und Immobilienbranche getragen wird, formuliert das Ziel klar: «Bis 2030 soll der Anteil nicht erneuerbarer Primärrohstoffe auf 50 Prozent der Gesamtmasse sinken.»

    Kollaboration als Bedingung
    Einzelkämpfer haben hier keine Chance. Jedes eingereichte Projekt muss mindestens drei Unternehmen umfassen, wobei die Mehrheit ihren Sitz im Kanton Freiburg haben muss. Akademische Partner wie die Hochschule für Technik und Architektur HTA-FR können beigezogen werden, um Wissenstransfer und Reproduzierbarkeit der Lösungen sicherzustellen. Nicolas Huet von INNOSQUARE betont, dass die Herausforderungen die Zirkularität zu bewältigen, die Innovation gemeinsam erfolgen muss.

    Finanzierung mit Eigenverantwortung
    Die NRP-Förderung deckt maximal 65 Prozent des Gesamtbudgets, der Rest liegt bei den beteiligten Unternehmen, 10 Prozent in bar, 25 Prozent als Eigenleistung. Diese Struktur ist kein Hindernis, sie ist Programm. Sie stellt sicher, dass nur Projekte eingereicht werden, hinter denen die Unternehmen wirklich stehen. Alain Lunghi, stellvertretender Direktor der WIF, sieht Vorausschau als entscheidenden Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit der Freiburger Unternehmen.

    Jetzt einreichen
    Projekte können einzeln oder im Konsortium über www.promfr.ch/de/nrp  eingereicht werden. Der Aufruf wird getragen von der Wirtschaftsförderung WIF, der Handels- und Industriekammer Freiburg, der HTA-FR sowie der Innovationsplattform INNOSQUARE. Die Frist läuft am 9. September 2026 ab. Wer die Bauwende als Chance begreift, hat noch Zeit zum Handeln.

  • Akquisition macht Innenausbauprojekte effizienter und regionaler

    Akquisition macht Innenausbauprojekte effizienter und regionaler

    Die Obrist interior AG aus Luzern hat die Übernahme der amerikanischen Display Craft Manufacturing Co. aus Baltimore im US-Bundesstaat Maryland in einer Mitteilung bekanntgegeben. Mit der Akquise wachse die Produktionskapazität für den nordamerikanischen Markt.

    Durch die Fertigung vor Ort werden Projektabwicklungen nachhaltiger und effizienter, teilt das im hochwertigen Laden- und Innenausbau tätige Unternehmen mit. Das bedeute weniger Transport- und Frachtwege, einfachere Logistik und Verpackung sowie kürzere Projektlaufzeiten. Die Ausweitung der Marktaktivität in den USA sei eine Reaktion auf die hohe Nachfrage dort stark vertretener Luxus- und Premiummarken nach kurzen Lieferzeiten, schnellen Reaktionszeiten und einer engen Zusammenarbeit mit lokalen Produktionspartnern.

    Die operative Leitung übernimmt Corrado Tona, der CEO der Obrist interior America Inc.: „Wir gewinnen ein starkes lokales Team, erweitern unsere Manufakturkompetenz und sind noch näher bei unseren Kunden. Das stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit und ermöglicht uns, den US-Markt, den wir in den letzten Jahren aktiv entwickelt haben, noch gezielter zu bedienen“, wird er zitiert. Nach Worten von Inhaber Stefan Slamanig werde die bestehende Präsenz in den USA vertieft und der Name Obrist entlang der gesamten Wertschöpfungskette gestärkt.

    Display Craft Manufacturing Co. ist seit mehr als 75 Jahren Anbieter von Retaildisplays und Lösungen für Ladenbau und Innenausbau. Das Produktionsunternehmen hat 40 Mitarbeitende, die „in die Werte- und Qualitätswelt von Obrist interior“ integriert werden.

    Die Übernahme gehe einher mit einer Kapazitätserweiterung, verbunden mit weniger Abhängigkeit von externen Zulieferanten, höherer Flexibilität, Kostenoptimierung und mehr strategischer Resilienz. Lösungen für Kunden sowie Projekte lassen sich wirtschaftlich und ökologisch effizienter realisieren. Der neue Produktionsstandort biete zudem Perspektiven für Mitarbeitende an den Schweizer Standorten.

  • Starker Franken belastet Quartalszahlen trotz Marktanteilsgewinnen

    Starker Franken belastet Quartalszahlen trotz Marktanteilsgewinnen

    Der Bauchemiekonzern Sika meldet seine Finanzkennzahlen für das erste Quartal 2026 in einer Mitteilung. Der Konzern verzeichnet im ersten Quartal einen Umsatz von 2,49 Milliarden Franken, was einem  Umsatzwachstum von 0,9 Prozent in Lokalwährungen und einen Rückgang in Franken um 7 Prozent entspricht. Der Rückgang in Franken ist auf den starken Schweizer Franken gegenüber asiatischen Währungen und dem Dollar zurückzuführen, so das Unternehmen.

    Haupttreiber des Wachstums in Lokalwährungen waren Marktanteilsgewinne in allen Regionen trotz eines verhaltenen weltweiten Baumarktes. In der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) verzeichnete Sika im ersten Quartal einen Umsatzanstieg in Lokalwährungen von 3,6 Prozent (Vorjahr: 0,7 Prozent) In der Region Americas verzeichnete Sika einen leichten Umsatzrückgang von 0,8 Prozent in Lokalwährungen. Während in den USA wirtschaftliche Unsicherheiten die Bauaktivität belasteten, wuchs die Nachfrage im Bereich Rechenzentren  zweistellig, informiert Sika. Kanada entwickelte sich positiv und auch Lateinamerika setzte die Erholung der Baumärkte fort. In der Region Asien/Pazifik ging der Umsatz in Lokalwährungen um 2,2 Prozent zurück. Belastend wirkte insbesondere das weiterhin schwache chinesische Baugeschäft mit zweistelligen Rückgängen. Positive Beiträge kamen vor allem aus Indien, Südostasien sowie dem Bereich Automotive & Industry.

    Zur Steigerung des Marktanteils haben im ersten Quartal die abgeschlossene Akquisition des Mörtelherstellers Finja (Schweden) sowie die Ankündigung der Akquisition von Klebstoffhersteller Akkim (Türkei) beigetragen. Mit neuen Werken in den USA, Tansania, Argentinien, Kolumbien, und Bangladesch stärkt Sika ausserdem seine Produktionskapazitäten.

    Sika bestätigte seine strategische Ausrichtung und erwartet für das Gesamtjahr 2026 ein Umsatzwachstum von 1 bis 4 Prozent in Lokalwährungen sowie eine EBITDA-Marge von 19,5 bis 20 Prozent.

  • Fehlende Klarheit bei gesetzlichen Vorgaben bremst Kreislaufwirtschaft

    Fehlende Klarheit bei gesetzlichen Vorgaben bremst Kreislaufwirtschaft

    Die Kreislaufwirtschaft wird noch immer durch eine Reihe von Hindernissen ausgebremst. Ein Bericht, den ecos mit Sitz in Basel und Rytec mit Sitz in Münsingen für die Baudirektion des Kantons Zürich erarbeitet haben, hat 71 solcher Hemmnisse zusammengetragen. Von ihnen gehen 28 Hemmnisse auf gesetzliche Vorgaben zurück, während 43 erst im tatsächlichen Vollzug der regulatorischen Vorgaben entstehen. Oft entstehen sie auch erst im Vollzug von Vorgaben.

    Besonders betroffen von regulatorischen Hemmnissen ist die Bau- und Immobilienwirtschaft mit ihrer hohen Regulierungsdichte. Hier sind Kriterien der Nachhaltigkeit oft zu wenig verbindlich oder werden unzureichend gewichtet. Gerade bei der Wiederverwendung werden Spielräume bei der Abweichung von Normen noch nicht ausgenutzt. Die Prozesse richten sich noch an der linearen statt der zirkulären Wirtschaft aus.

    Beim Handel und der Logistik fehlen oft noch die Infrastruktur für die Rückgabe gebrauchter Güter und Anreize für den Aufbau der entsprechenden Logistik. Private Sammelinitiativen werden durch unklare Umsetzungsspielräume gebremst. Die Kreislaufwirtschaft in Gewerbe und Industrie leidet unter anderem unter fehlenden Anreizen für Reparaturen und Wiederverwendung.

    Der Bericht teilt die Hemmnisse in vier Kategorien ein. Zu den ersten drei gehören diejenigen, die bei ihrer Beseitigung eine hohe Wirkung erzielen würden. Sie sind abgestuft nach der Möglichkeit des Kantons, auf sie Einfluss zu nehmen. Die vierte Kategorie vereint Massnahmen mit geringer Wirkung und geringer Einflussmöglichkeit.

    Der Kanton will sich in den nächsten Schritten auf die beiden Kategorien von Hemmnissen  konzentrieren, deren Aufhebung eine hohe Wirkung erzielt und auf die der Kanton hohe Einflussmöglichkeiten hat. Das betrifft 33 Hemmnisse. Die Hemmnisse mit der geringsten Relevanz werden nicht weiterverfolgt.

    Der Bericht stützt sich auf die Befragung von 122 Personen und auf Workshops mit insgesamt 80 Teilnehmenden.

  • Innovationsprojekt wird Ausgangspunkt für neue Bauindustrie

    Innovationsprojekt wird Ausgangspunkt für neue Bauindustrie

    Das BioHaus am Waldsee im amerikanischen Bundesstaat Minnesota ist 20 geworden. Das Haus auf dem Waldsee-Campus der Concordia Language Villages ist das erste Gebäude, das jemals in Amerika vom deutschen Passivhaus Institut als Passivhaus zertifiziert wurde. Das Projekt wurde damals von Stephan Tanner und seinem Team von der Integrale Planung GmbH (Intep) aus Zürich realisiert. Es war zudem der Ausgangspunkt für TANNER Building Products und seinen verwandten Unternehmungen, heisst es in einer Mitteilung.

    Das BioHaus zeichnet sich durch Materialien und Technologien wie von Passivhaus zertifizierte Fenster und Türen, Hochleistungslüftungssysteme, aussenliegende Beschattungselemente und Vakuumdämmplatten aus, die damals für das Projekt von Europa in die USA importiert wurden. Es wurde zu einer Zeit errichtet, als der Passivhausstandard in Nordamerika noch weitgehend unbekannt war und die benötigten Materialien, Technologien und das bautechnische Know-how vor Ort fehlten.

    Das Projekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt und sollte zeigen, dass fortschrittliche Umwelttechnologien auch im Ausland erfolgreich sein können. „BioHaus hat nicht nur bewiesen, dass Passivhäuser in Amerika funktionieren können. Es hat auch dazu beigetragen, dass andere diesem Beispiel folgen konnten“, heisst es in der Mitteilung.

    Aus dem Projekt entstand zudem Stephan Tanners Unternehmen TANNER Building Products. Das Unternehmen aus Watertown in Minnesota startete 2006 als Peak Building Products und lieferte die fortschrittlichen Materialien für das BioHaus. „Was als Notwendigkeit begann – der Import von Komponenten, die sonst niemand hatte –, entfachte eine ganze Branche“, erklärt das Unternehmen in der Mitteilung.

  • Gebäudetechnikgruppe steigert Ergebnis und setzt Wachstum fort

    Gebäudetechnikgruppe steigert Ergebnis und setzt Wachstum fort

    Die Burkhalter Gruppe hat das Geschäftsjahr 2025 laut einer Mitteilung mit einem „hervorragendem Ergebnis“ beendet. Sämtliche relevanten Kennzahlen konnten gegenüber dem Vorjahr erneut gesteigert werden. Die Anbieterin für Gebäudetechnik verzeichnete ein Umsatzwachstum von 1,8 Prozent auf 1,2 Milliarden Franken, sowie ein Plus beim EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von 6 Prozent auf 73,8 Millionen Franken und ein Konzernergebnis von 61,3 Millionen Franken (Vorjahr: 57,2 Millionen Franken, plus 7,3 Prozent). Der Gewinn pro Aktie stieg auf 5,78 Franken und lag damit 7,2 Prozent über dem Vorjahr. Die positive Entwicklung führt dazu, dass der Verwaltungsrat der Generalversammlung eine erhöhte Dividende von 5,20 Franken pro Aktie beantragt.

    Treiber des Wachstums sind eine anhaltend hohe Nachfrage nach Gebäudetechnikdienstleistungen sowie Effizienzgewinne aus optimierten und digitalisierten Prozessen. Zusätzlich trugen gezielte Akquisitionen zur positiven Entwicklung bei. 2025 übernahm die Gruppe die Mathieu Ingenieure AG in Visp VS sowie die Gattiker Elektro GmbH in Uster ZH. Anfang 2026 folgten vier weitere Zukäufe: BZ-Dépannage Sàrl in Lonay VD, Enplan AG in Herisau AR, Elektro Gasser AG in Lalden VS und Caotec SA in Brusio GR. Damit stärkt die Burkhalter Gruppe ihre regionale Präsenz, erweitert ihre Kompetenzen und baut Marktanteile aus, so das Unternehmen. Die Akquisitionsstrategie bleibe ein zentraler Bestandteil des Wachstums.

    Für das Geschäftsjahr 2026 zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich. Getrieben durch staatliche Förderprogramme und eine weiterhin hohe Bautätigkeit bleibe die Nachfrage nach energieeffizienten Gebäudetechniklösungen stark. Die Gruppe erwartet, den Gewinn pro Aktie auch für das Geschäftsjahr 2026 moderat steigern zu können.

  • Neues Pflegeheim erweitert Angebot im urbanen Quartier

    Neues Pflegeheim erweitert Angebot im urbanen Quartier

    Die Schlieremer Halter AG hat im Wylerquartier von Bern ein neues Domizil für pflegebedürftige Menschen übergeben. Das von Domicil Bern als Generalmieterin betriebene Pflegeheim stellt 112 neue Pflegezimmer zur Verfügung, heisst es in einer Mitteilung auf LinkedIn.

    Jedes Zimmer ist mit einer eigenen Nasszelle und einem Balkon versehen. Zusätzlich verfügt die Einrichtung über Aufenthalts- und Betriebsräume sowie öffentlich zugängliche Bereiche. Den Mitarbeitenden wurde ein modernes Arbeitsumfeld mit optimalen Rahmenbedingungen zur Verfügung gestellt. Die fertige Anlage wurde Ende März an die Anlagestiftung Swiss Life übergeben.

    Wie es in der Mitteilung weiter heisst, wurde mit der Domicil Immobilien AG ein weiterer Vertrag über die Errichtung eines Pflegeheims mit 75 Zimmern, einer Demenzabteilung sowie einem Restaurant vereinbart. 

  • Modernisierung einer Betriebszentrale sichert langfristige Kapazitäten

    Modernisierung einer Betriebszentrale sichert langfristige Kapazitäten

    Migros Ostschweiz hat mit dem Umbau und der Modernisierung der Betriebszentrale in Gossau begonnen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, beabsichtigt die Geschäftsführung der Migros Ostschweiz, mit der Rekonstruktion das Gebäude fit „für Betrieb und die Expansion in den nächsten 40 Jahren“ zu machen, wie Sandro Feltscher, Leiter der Direktion Logistik und Informatik bei der Migros Ostschweiz, zitiert wird.

    Die Arbeiten werden im Wesentlichen am Gebäude C der Betriebszentrale vorgenommen. Dieses dient seit 1979 der Produktion und dem Vertrieb von Fleisch- und Charcuterieprodukten sowie für die Kommission und Spedition gekühlter Lebensmittel. In einem ersten Bauabschnitt wird an der südlichen Seite ein Ergänzungsbau mit zusätzlichen Andockstellen für Lieferfahrzeuge errichtet. Im kommenden Jahr sollen Abstellplätze für Lastanhänger sowie Parkplätze für Mitarbeiter saniert werden. In den Jahren 2028 und 2029 sollen neue zeitgemässe Räume für Mitarbeitende errichtet werden. Parallel zu den gesamten Baumassnahmen sollen die Kühlstrecken für Kommissionierung durch moderne ersetzt werden. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten wird für 2030 gerechnet.

    „Die grösste Herausforderung im Bauprojekt sind der Anlagenersatz und die Sanierung der Produktion unter laufendem Betrieb. Auch während des Austauschs benötigen unsere Supermärkte und Restaurants täglich Lieferungen mit Milchprodukten, Fleisch und anderen gekühlten Waren“, heisst es von Feltscher. 

  • Infrastrukturmassnahmen meistern komplexes Terrain am Zuerichsee

    Infrastrukturmassnahmen meistern komplexes Terrain am Zuerichsee

    Die Walo Bertschinger AG, eine familiengeführte Baufirma aus Dietikon, realisiert in einem Infrastrukturprojekt in der Zürichsee-Region die Strassen- und Tiefbauarbeiten. Laut einer Mitteilung werden auf einer Strecke über 1,1 Kilometer zwischen Tägerst und Buchenegg „Strasse, Entwässerung und zahlreiche Kunstbauten neu gebaut oder verstärkt und instandgesetzt.“ Das Projekt soll bis 2027 abgeschlossen werden.

    Zentrales Element des Projekts ist die Errichtung zwei neuer Lehnenviadukte mit einer Länge von 90 und 130 Metern. Insgesamt 21 Pfeiler und rund 240 Mikropfähle sollen künftig eine solide Basis im rutschgefährdeten Hang bieten.

    „Enge Platzverhältnisse, steiles Gelände und ein straffer Terminplan machen dieses Projekt besonders anspruchsvoll“, erklärt die Walo Bertschinger AG in der Mitteilung. „Umso mehr freut uns, dass die Arbeiten planmässig voranschreiten und das Team im täglichen Einsatz eine starke Leistung erbringt.“

  • Bau- und Wohnmesse in Wettingen stösst auf grosses Interesse

    Bau- und Wohnmesse in Wettingen stösst auf grosses Interesse

    Das Tägi Wettingen ist vom 16. bis 19. April zum 19. Mal Schauplatz der grössten Bau- und Wohnplattform der Region, der Bauen+Wohnen-Messe. Für die diesjährige Ausgabe stehen alle Zeichen auf Erfolg, wie das Tägi in einer Mitteilung erklärt. So sind sämtliche Ausstellerflächen ausverkauft, zudem wird erwartet, dass die Besucherzahl des Vorjahres übertroffen wird, als 14’000 Menschen die Messe besucht haben.

    „Die ausverkauften Flächen zeigen, dass das Interesse an der Messe und am Standort Tägi hoch ist“, wird Pascal Schelbert zitiert, stellvertretender Geschäftsleiter und operativer Leiter im Tägi. „Für uns ist das eine schöne Bestätigung, dass wir mit unserer Infrastruktur und Flexibilität überzeugen. Gleichzeitig ist es ein Ansporn, auch wiederkehrende Anlässe jedes Jahr weiterzuentwickeln.“

    Im Rahmen der Veranstaltung erwarten die Besucherinnen und Besucher Fachreferate, Podiumsdiskussionen sowie thematische Foren mit Expertinnen und Experten. Mit Einblicken in aktuelle Bautrends und nachhaltige Wohnkonzepte soll die Messe sowohl Inspiration bieten als auch als konkrete Entscheidungsgrundlage für Bau- und Wohnprojekte dienen. Laut Mitteilung des Tägi ist der Zeitpunkt der Messe ideal, da sie traditionsgemäss den Auftakt in die Frühlingssaison markiert – eine Zeit, in der besonders viele Bau- und Renovationsprojekte geplant oder gestartet werden.

    Die Organisation der Messe gilt zudem als anschauliches Beispiel für die Multifunktionalität des Tägi. Das Freizeit-, Sport- und Eventzentrum kann unterschiedlichste Räume parallel nutzen –  von grossen Hallen für Ausstellungen bis hin zu kleineren Räumen für Fachvorträge, erklärt Pascal Schelbert.

  • Das Material, das denkt – ohne Gehirn

    Das Material, das denkt – ohne Gehirn

    Das Material besteht aus einer Kette identischer Gelenke, verbunden durch ein elastisches Gerüst. Ein integrierter Mikrocontroller misst die aktuelle Position, speichert vergangene Zustände und tauscht Informationen mit benachbarten Elementen aus. Das Gesamtverhalten entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einfacher Einheiten. Genauso wie bei einfachen Organismen, die ohne komplexes Gehirn auf ihre Umgebung reagieren.

    Lernen durch Wiederholung
    Einzelne Gelenke werden in definierte Positionen gebracht, die übrigen Elemente schrittweise in eine Zielstruktur bewegt. In mehreren Durchläufen, im Experiment «Epochen» genannt, passen die Mikrocontroller Drehmomente an. Steifigkeit und Wechselwirkungen innerhalb der Struktur verändern sich. Die «Information» ist nicht in Software ausgelagert, sondern direkt in der physikalischen Struktur gespeichert. Erstautor Yao Du bringt es auf den Punkt: «Sobald das System zu lernen beginnt, scheinen die Möglichkeiten, wohin es sich entwickeln kann, nahezu grenzenlos zu sein.»

    Drei Fähigkeiten in einem
    Das System beherrscht drei Eigenschaften, die bisher biologischen Systemen vorbehalten waren. Es lernt neue Reaktionsmuster auf definierte Eingaben. Es speichert mehrere Zustände gleichzeitig und wechselt zwischen diesen Zuständen je nach Input. Frühere Arbeiten des Labors hatten bereits gezeigt, dass sich solche Strukturen ohne zentrale Steuerung fortbewegen können. Neu ist die Anpassungsfähigkeit, denn das Material wählt seine Bewegungsform je nach Umweltreiz.

    Einsatzfelder und nächste Schritte
    Das Forschungsteam sieht das grösste Potenzial in adaptiven Bauteilen, die sich an wechselnde Lasten anpassen, in der Softrobotik ohne zentrale Steuerung, sowie in Systemen für unstrukturierte Umgebungen wie der Exploration. Ab August 2026 wird die Forschung in Amsterdam in Zusammenarbeit mit der Gruppe «Learning Machines» ausgebaut. Die niederländische Forschungsagenda NWA widmet lernfähigen Materialien 2026 einen eigenen Schwerpunkt. Neben technischen Fragen wird dann auch der Fokus auf Kontrolle und sicheren Einsatz gestellt.

    Grenze zwischen Material und Maschine verschwimmt
    Statt passiver Werkstoffe entstehen adaptive Systeme, deren Eigenschaften sich aktiv verändern. Künftig sollen zeitabhängiges Verhalten und der Umgang mit unsicheren Bedingungen integriert werden, sogenannte stochastische Szenarien. Das erhöht die Robustheit und macht die Technologie für reale Einsatzumgebungen tauglich. Intelligenz entsteht nicht durch zentrale Steuerung, sondern aus dem Zusammenspiel vieler einfacher Elemente.

  • Neubau eines Polizeipräsidiums setzt neue Massstäbe für Arbeitswelten

    Neubau eines Polizeipräsidiums setzt neue Massstäbe für Arbeitswelten

    Der Baukonzern Implenia baut im Auftrag der Projektgesellschaft PPMS Immobilien GmbH & Co. KG in Deutschland das neue Polizeipräsidium in Münster für mehr als 1400 Mitarbeitende. In dem Gebäude entstehen laut einer Mitteilung dringend benötigte Erweiterungsflächen für die Polizei sowie ein modernes Präsidium mit kurzen Wegen und attraktiven New-Work-Konzepten. Das Volumen beläuft sich auf mehr als 200 Millionen Euro.

    Implenia übernehme als Generalunternehmer die Planung und den Bau eines Funktions- und Verwaltungsgebäudes, das nahezu alle bisherigen Dienststellen der Polizei Münster zusammenführen soll. Der schlüsselfertige Neubau wird moderne Büro- und Laborarbeitsplätze, Wache, Kantine, Ausbildungs-/Trainingsbereiche, Gewahrsam sowie eine Tiefgarage enthalten.

    Wie es in der Mitteilung heisst, entspricht das Projekt dem strategischen Fokus auf „grosse, komplexe und spezialisierte Immobilienprojekte“. Nach den Worten von Matthias Jacob, Head Division Buildings Deutschland, setzt Implenia dabei auf „partnerschaftliche Vertragsmodelle, die es uns erlauben, unsere Fähigkeiten optimal zum Nutzen unserer Kunden und von Implenia einzusetzen“.

    Die Bauarbeiten sollen nach der vorgezogenen Erstellung der Baugrube im Sommer 2026 beginnen und voraussichtlich bis Oktober 2029 dauern.

  • Akquisition baut Präsenz in der Bauindustrie gezielt aus

    Akquisition baut Präsenz in der Bauindustrie gezielt aus

    Die SFS-Gruppe aus Heerbrugg hat die Harald Zahn GmbH mit Sitz in Wiesloch erworben. Mit der Übernahme des Spezialisten für Befestigungen von Flachdächern aus dem nördlichen Baden-Württemberg will SFS die Marktposition in der deutschen und österreichischen Bauindustrie ausbauen, heisst es in einer Mitteilung.

    Die 1981 gegründete Harald Zahn GmbH entwickelt und produziert hochwertige Befestigungselemente für Flachdächer. 2025 erwirtschaftete das Unternehmen mit 45 Mitarbeitenden einen Umsatz von 8 Millionen Euro. Künftig wird es an seinem Standort Wiesloch in das Segment Fastening Systems von SFS integriert.

    Die SFS-Gruppe ist mit 150 Vertriebs- und Produktionsstandorten in 35 Ländern in Asien, Europa und Nordamerika präsent. Sie erwirtschaftete nach eigenen Angaben 2025 einen Umsatz von über 3 Milliarden Franken.

  • Wachsende Nachfrage nach Zutrittslösungen im Gesundheitssektor

    Wachsende Nachfrage nach Zutrittslösungen im Gesundheitssektor

    Dormakaba richtet sich auf weiteres Wachstum im Gesundheitssektor aus. Für das Geschäftsjahr 2025/2026 vermeldet der Anbieter von Zutrittslösungen eine gestiegene Zahl an Aufträgen aus der Gesundheitsbranche. Laut einer Mitteilung konnte sich dormakaba im Rahmen seiner Markteintrittsstrategie Projekte in Norwegen, Deutschland und den USA sichern.

    Das weltweit in der Schliesstechnik tätige Unternehmen mit Sitz in Rümlang bietet Lösungen für Türen, darunter Schlösser, Türbeschläge, Türautomation, Zutrittskontrollsysteme und mechanische Schliesssysteme an, die Unternehmensangaben zufolge in 130 Länder gehen. 

    In Norwegen hat dormakaba im Rahmen des Krankenhausneubaus New Aker einen Auftrag über 5500 Türen erhalten. In den USA werden im Auftrag von zwei Organisationen aus dem Gesundheitsbereich Eingangssysteme modernisiert und gewartet sowie weitere Leistungen erbracht. Und in Deutschland hat dormakaba einen Auftrag der m&i-Klinikgruppe Enzensberg erhalten, der Zugangslösungen an 4500 Türen umfasst. Das gesamte Auftragsvolumen liege im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

    „Diese jüngsten Projekterfolge zeigen die wachsende Nachfrage nach sicheren, effizienten und innovativen Zutrittslösungen“, wird dormakaba-CEO Till Reuter zitiert. „Diese Aufträge stärken unsere Position im Gesundheitswesen weiter und unterstützen unser Wachstum in diesem Sektor.“

  • Das Holz, das sich selbst schützt

    Das Holz, das sich selbst schützt

    Weltweit fallen jährlich Millionen Tonnen Sägemehl an. Der grösste Teil davon wird verbrannt, das im Holz gebundene CO2 gelangt zurück in die Atmosphäre. Genau hier setzt das Forschungsteam um Doktorand Ronny Kürsteiner an, unter der Leitung von Ingo Bungert, Professor für holzbasierte Materialien an der ETH Zürich. Ziel ist das Sägemehl länger im Materialkreislauf halten.

    Der Trick mit dem Wassermelonenkern
    Das Bindemittel ist Struvit, ein kristallines Ammoniummagnesiumphosphat mit bekannten Brandschutzeigenschaften. Das Problem bis anhin war, dass Struvit sich schlecht verbinden lies mit Sägemehl wegen seines Kristallisationsverhaltens. Die Lösung fanden die Forschenden in einem Enzym aus Wassermelonensamen. Es steuert die Kristallisation so, dass grosse Struvit-Kristalle entstehen, die die Hohlräume zwischen den Sägemehlpartikeln ausfüllen und diese fest miteinander verbinden. Das verpresste Material wird danach bei Raumtemperatur getrocknet.

    Dreimal länger als Fichtenholz
    Die Brandtests am Polytechnikum Turin sprechen für sich. In einem Kegelkalorimeter, einem standardisierten Prüfverfahren für Hitzeeinwirkung, fing unbehandeltes Fichtenholz nach rund 15 Sekunden Feuer. Das Struvit-Sägemehl-Komposit brauchte mehr als dreimal so lang. Einmal brennend, bildet das Material rasch eine Schutzschicht aus anorganischem Material und Kohlenstoff, die die weitere Ausbreitung bremst. Dazu setzt das Struvit unter Hitze Wasserdampf und Ammoniak frei, was kühlend wirkt und dem Feuer Sauerstoff entzieht.

    Leichter als Zement, besser für das Klima
    Herkömmliche zementgebundene Spanplatten, heute im Innenausbau weit verbreitet, bestehen zu 60 bis 70 Gewichtsprozent aus Zement. Sie sind schwer und klimaschädlich in der Herstellung. Die neuen Struvit-Sägemehl-Platten kommen mit 40 Prozent Bindemittelanteil aus. Sie sind leichter, haben eine deutlich bessere Klimabilanz und landen nach dem Abbruch nicht auf der Sondermülldeponie.

    Rezyklierbar und düngetauglich
    Das Komposit lässt sich in seine Bestandteile zerlegen. Mechanisch in der Mühle, dann auf etwas über 100 Grad erhitzt, worauf Ammoniak freigesetzt und das Sägemehl abgesiebt wird. Das mineralische Ausgangsmaterial Newberyit fällt als Feststoff aus und kann erneut zu Struvit verarbeitet werden. Wer das Material nicht wieder verbaut, kann es als Langzeitdünger nutzen. Struvit gibt Phosphor, Stickstoff und Magnesium langsam und kontrolliert an den Boden ab.

    Kläranlage als Rohstoffquelle
    Ein weiterer Kreislauf zeichnet sich ab. Struvit entsteht in grossen Mengen als unerwünschtes Nebenprodukt in Kläranlagen, wo es Rohre verstopft und teuer entsorgt werden muss. «Diese Ablagerungen könnten wir als Ausgangsmaterial für unseren Baustoff verwenden», sagt Kürsteiner. Ob sich das Material auf dem Markt durchsetzt, hängt primär von den Bindemittelkosten ab. Ein Problem, das sich mit dieser Quelle lösen liesse.

  • Die Baustelle will auch Flexibilität

    Die Baustelle will auch Flexibilität

    Adrian Dinkelmann, Geschäftsführer Infra Suisse, brachte es auf den Punkt. Vereinbarkeit gelingt nicht durch einzelne Massnahmen, sondern durch eine grundlegende Verankerung in der Unternehmenskultur. Zwei vom Bund geförderte Projekte zeigen konkrete Handlungsfelder auf. Der Rahmen muss so gestaltet sein, dass unterschiedliche Lebensrealitäten der Mitarbeitenden darin Platz finden.

    Nicht alle wollen dasselbe
    Jan Malmström, CEO der JMS-Gruppe, hat in seinem Unternehmen nachgefragt. Das Ergebnis überrascht. Der Wunsch nach Teilzeit ist im Büro stark ausgeprägt, auf der Baustelle deutlich weniger. Aber auch dort besteht ein klares Bedürfnis nach mehr Flexibilität im Alltag. Standardmodelle greifen zu kurz. Wer alle Mitarbeitenden gleich behandelt, verpasst den Kern.

    Co-CEO als Realitätscheck
    Sandra Werneyer und Lea Ott leben bei der werneyer ott architektur gmbh vor, was möglich ist, geteilte Führung im Co-CEO-Modell. Das funktioniert mit hohen organisatorischen und kommunikative Anforderungen. Ihr Auftritt machte deutlich, neue Arbeitsformen sind kein Selbstläufer. Sie verlangen Klarheit darüber, welche Verantwortung wirklich teilbar ist.

    Stereotype bremsen die Branche
    Dörte Resch, Professorin für Angewandte Psychologie an der FHNW, machte klar, Bilderkampagnen allein verändern nichts. Stereotype, die nicht mehr mit der Realität der Bauberufe übereinstimmen, müssen aktiv angegangen werden. Es braucht ein authentisches Berufsmarketing, das die attraktiven Aspekte der Branche für alle sichtbar macht. Caroline Farberger, schwedische Unternehmerin, ergänzte mit einer persönlichen Perspektive. Inklusion beginnt damit, bestehende Denkmuster zu hinterfragen.

    Kultur schlägt Konzept
    Im Podium wurde deutlich, was den Unterschied macht. Olivier Imboden, CEO Ulrich Imboden AG, beschreibt es so. Wenn Mitarbeitende die Werte eines Unternehmens mittragen, wirkt sich das direkt auf dessen Attraktivität als Arbeitgeber aus. Sven Stingelin von der Frutiger AG ergänzte die Baustellen-Perspektive und spricht die Rahmenbedingungen an, die anders sind als im Büro. Thomas Weber von Walo Bertschinger wies darauf hin, dass Projektabläufe den Handlungsspielraum wesentlich prägen. Cornel Müller, Gründer Work-ID AG, zeigte, wie gezieltes Berufsmarketing neue Zielgruppen erschliesst, auch durch frühzeitige Berufsorientierung.

  • Neubauprojekt stärkt Forschungsstandort im Berner Oberland

    Neubauprojekt stärkt Forschungsstandort im Berner Oberland

    Die Kosten für den Neubau der Empa auf dem Baufeld B5 des Areals Thun Nord belaufen sich auf 47 Millionen Franken. Dafür liegt nun laut einer Mitteilung eine Finanzierungslösung auf dem Tisch. Danach wird das Projekt über eine neu zu gründende Arealentwicklungsgesellschaft finanziert, an der sich vier Partner beteiligen, schreibt die Stadt Thun in einer Mitteilung.

    Die Stadt Thun gewährt gemäss dem Vorschlag ein grundpfandgesichertes, zinsloses Darlehen von 16 Millionen Franken. Sie gewährt auch eine Bürgschaft für ein Darlehen, für das der Kanton Bern eine Absichtserklärung im Rahmen der Neuen Regionalpolitik in der Höhe von 10 Millionen Franken abgegeben hat. Die Empa investiert 16 Millionen Franken in Labore und die Technikzentrale. Die Halter AG als Entwicklungspartnerin des Baufeldes beteiligt sich mit 5 Millionen Franken. Die Arealentwicklungsgesellschaft soll nach Projektabschluss an Investoren übertragen werden.

    Der Thuner Stadtrat entscheidet an seiner Sitzung vom 30. April über den nun vorliegende Vorschlag. Die Baubewilligung für die erste Etappe auf dem Baufeld B5 liegt bereits vor. Der Baubeginn ist für Frühling 2027 vorgesehen, die Fertigstellung Ende 2029.

    „Die Stadt Thun hat ein grosses Interesse an der Realisierung des Neubaus“, wird Stadtpräsident Raphael Lanz in der Mitteilung zitiert. „Die Empa sichert langfristig hochqualifizierte Arbeitsplätze in Forschung und Entwicklung, generiert regionale Wertschöpfung und stärkt Thun als Technologie- und Innovationsstandort innerhalb des Kantons Bern“

    Die Empa ist seit 1994 mit einem Forschungsstandort in Thun präsent. Sie forscht hier im Bereich Hochtechnologie und Werkstoffen.

    In Thun Nord ein neuer Stadtteil entstehen. Neben dem ersten konkreten Vorhaben auf dem Baufeld B5 spielt dabei die geplante S-Bahn-Haltestelle Thun Nord eine zentrale Rolle. Das Gesamtpotenzial des Areals Thun Nord umfasst rund 6500 Arbeitsplätze.

  • Ehemaliges Industrieareal wird zum gemischten Quartier

    Ehemaliges Industrieareal wird zum gemischten Quartier

    Die Halter AG hat laut einer Mitteilung Aufrichte auf dem Aebiareal gefeiert. Das Bauunternehmen mit Sitz in Schlieren realisiert auf dem Areal bis Anfang 2027 weitläufige Gewerbe-, Büro- und Wohnflächen. Der Spatenstich fand im Februar 2025 statt. Die Firma Aebi hat bis 2010 auf dem Areal Landmaschinen produziert. Der Burgdorfer Stadtpräsident Stefan Berger sowie Marcel-Jann Blattert und Marc Weber von der Halter AG bedankten sich bei der Aufrichte für den Einsatz aller Beteiligten.

    Insgesamt entstehen auf dem Areal 26 Eigentums- und 79 Mietwohnungen sowie rund 3,625 Quadratmeter Nutzfläche für vielseitige Gewerbe-, Büro und Verkaufsflächen. Die Nutzflächen könne dabei teils gemietet, teils im Eigentum erworben werden. Laut Projektbeschreibung schaffen besonders die zentrale Lage am Bahnhof sowie die Nähe zu Bern (ideale Voraussetzungen für Unternehmen), die Wert auf Präsenz, Erreichbarkeit und ein lebendiges Umfeld legen.

    Die Halter AG ist eine schweizweit tätige Immobilien- und Baufirma. Das Unternehmen bearbeitet an sieben Standorten ein Bauvolumen von rund 800 Millionen Franken pro Jahr und zählt derzeit rund 320 Projekte in Entwicklung und Ausführung.

  • Robotik im Bau gewinnt an Bedeutung durch neue Investitionen

    Robotik im Bau gewinnt an Bedeutung durch neue Investitionen

    Der in Baar ansässige Spezialitätenkonzern Sika hat nach 2022 ein weiteres Mal in die Mesh AG investiert. Das Jungunternehmen Mesh ist auf robotische Baukonstruktion, Bewehrung und Schalung spezialisiert und hat laut einer Mitteilung von Sika eine Finanzierungsrunde über insgesamt 2,9 Millionen Euro abgeschlossen. Beteiligt haben sich neben Sika unter anderem auch ABB Robotics und die Shimizu Corporation aus Tokio.

    MESH wurde 2022 als Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich gegründet. Mit Partnern wie Sika hat Mesh zwischen 2019 und 2021 das erste robotische Verfahren entwickelt, mit dem komplexe Formen ohne Schalung hergestellt werden können. „In der robotergestützten Produktion spielt es keine Rolle, ob etwas gerade oder gekrümmt ist: Komplexität ist gratis beziehungsweise verursacht keine Mehrkosten“, erklärt Mesh-CEO und Mitgründer Ammar Mirjan in einem von Sika veröffentlichten Interview. „Dadurch erhalten Architekten und Bauherrschaften neue gestalterische Freiheiten.“

    Bis heute wurden Sika zufolge in der Schweiz bereits über eine Million Bewehrungselemente mit der Mesh-Technologie verbaut. Unter anderem kamen diese Lösungen in anspruchsvollen Grossprojekten wie dem neuen Gotthard-Strassentunnel zum Einsatz.

    „Mit unserer Beteiligung an Mesh investieren wir in eine der weltweit innovativsten Technologien für die robotergestützte Fertigung in der industriellen Serienproduktion“, wird Sikas Head of Construction Ivo Schädler in der Mitteilung zitiert. „In Kombination mit unserer Materialexpertise schaffen wir neue Möglichkeiten für signifikante Steigerungen bei Effizienz, Qualität und Nachhaltigkeit im Bauwesen.“

    Nach den Worten von Ammar Mirjan markiert die Partnerschaft mit Sika und weiteren internationalen Branchenführern „für Mesh einen entscheidenden Wendepunkt auf dem Weg vom regionalen Innovator zum globalen Technologieanbieter“. Die Finanzierungsrunde bezeichnet er als einen zentralen Meilenstein, um Wachstum durch die Kombination von digitaler Fertigung mit fortschrittlichen Materiallösungen voranzutreiben „und gemeinsam neue Geschäftspotenziale in aller Welt zu erschliessen“.

  • Treuhandunternehmen erweitert Angebot mit Branchensoftware für Bau-KMU

    Treuhandunternehmen erweitert Angebot mit Branchensoftware für Bau-KMU

    Die Gewerbe-Treuhand AG mit Sitz in Luzern erweitert ihr Angebot von Branchensoftware. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, bietet das Unternehmen für KMU aus dem Baunebengewerbe die Software AbaBau von Abacus Business Solutions AG an.

    Das Unternehmen in Thalwil ZH ist eine Tochter der Abacus Research AG. Es entwickelt diese Spezialsoftware mit einem Expertenteam von 80 Mitarbeitenden.

    Die Gewerbe-Treuhand als Abacus-Partner organisiert nicht nur den Vertrieb der Bausoftware, sondern begleitet die nutzenden KMU auch bei der praxisorientierten und prozessoptimierenden Einführung und Umsetzung in der Praxis.

    Nutzende Unternehmen erhalten zudem die Möglichkeit, bei personellen Engpässen oder temporären Stellvertretungen für administrative Aufgaben ihren Treuhandpartner beizuziehen, heisst es in der Mitteilung.

    Die Gewerbe-Treuhand ist bereits 2019 Vertriebspartnerin der Abacus Research AG. Die neue Partnerschaft mit der Abacus Business Solutions baut auf dieser Zusammenarbeit auf.

  • 80 Zentimeter bremsen 63-Millionen-Projekt aus

    80 Zentimeter bremsen 63-Millionen-Projekt aus

    Die Sekundarschulgemeinde Arbon beantragte eine Ausnahmebewilligung für das geplante Schulzentrum Lärche. Konkret geht es um das Attikageschoss, mit 4 Meter statt der im Baureglement festgelegten 3,2 Meter. Die maximal zulässige Gesamthöhe von 16 Metern wird mit 15,5 Metern trotzdem unterschritten. Ein technischer Grenzfall, kein Grundsatzproblem.

    Ein Mann, eine Einsprache
    Gegen das Ausnahmegesuch hat der Architekt Gustav Maurer Einsprache erhoben. Er bezeichnet das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Projekt als «ausgewiesene Fehlplanung» und hält es angesichts der Weltwirtschaftslage für verantwortungslos. Maurer behauptet, das geforderte Bauvolumen liesse sich für 43 Millionen Franken realisieren . Das sind rund 20 Millionen weniger als der vom Volk bewilligte Kredit von 62,9 Millionen Franken.

    Zeitplan gerät ins Wanken
    Die Sekundarschulbehörde wollte das Baugesuch im November einreichen. Wegen der Einsprache und der dadurch ausgelösten Rechtsunsicherheit gerät dieser Termin ins Wanken. Verzögert sich das Verfahren, drohen Folgekosten in Millionenhöhe,  durch steigende Baupreise, längere Planungsaufwände und verschobene Baufreigaben.

    Klare Worte des Schulpräsidenten
    Sekundarschulpräsident Robert Schwarzer findet deutliche Worte. Maurer wende sich seit Jahren gegen nahezu alles, was in Arbon gebaut werden solle. Das Einspracherecht sei als Grundrecht unbestritten, was hier aber praktiziert werde, sei «Ausdruck von Schikane und Willkür». Allfällige millionenschwere Folgekosten schienen dem Einsprecher gleichgültig zu sein.

    Rückhalt aus der Bevölkerung
    Das Projekt hat demokratische Legitimation. Fast 60 Prozent der Stimmberechtigten sprachen sich im September 2025 für den 62,9-Millionen-Kredit aus. Der Spatenstich war für September 2026 geplant, der Bezug für das Schuljahr 2028/29. Ob dieser Fahrplan hält, entscheidet sich jetzt vor dem Rechtsdienst. Nicht an der Urne.

  • Was als Schnäppchen galt, wird zum Milliardenprojekt

    Was als Schnäppchen galt, wird zum Milliardenprojekt

    Als die Stadt Zürich die Sanierung der Zeughäuser auf dem Kasernenareal in Zürich-Aussersihl ankündigte, klang das noch nach einem überschaubaren Vorhaben. Die erste Kostenschätzung belief sich auf rund 55 Millionen Franken. Heute steht eine Zahl im Raum, die selbst geübte Stadtparlamentarierinnen aufhorchen lässt, knapp 200 Millionen Franken. Eine Vervielfachung, die erklärt werden muss.

    Marode Substanz treibt die Kosten
    Der Haupttreiber ist die Bausubstanz selbst. Die historischen Zeughäuser sind in einem weit schlechteren Zustand als ursprünglich angenommen. Schadstoffsanierungen, statische Eingriffe und die denkmalpflegerischen Anforderungen summieren sich zu einem Aufwand, der im Vorfeld schlicht unterschätzt wurde. Dazu kommen gestiegene Baukosten und ein erweitertes Nutzungskonzept, das höhere technische Standards erfordert.

    Kultur, Gewerbe und Gemeinschaft
    Was nach der Sanierung entstehen soll, hat Substanz. Der Stadtrat plant eine Mischung aus Kulturnutzung, Kleingewerbe und öffentlich zugänglichen Räumen. Ein lebendiger Begegnungsort mitten in Zürich-Aussersihl. Die soziale Durchmischung ist explizit Teil des Konzepts. Damit soll das Kasernenareal als Ganzes aufgewertet werden, nicht nur die Zeughäuser selbst.

    Langer Weg bis zur Eröffnung
    Der Zeitplan ist ambitioniert und die Geschichte des Projekts mahnt zur Vorsicht. Frühestens 2034 sollen die sanierten Zeughäuser bezugsbereit sein. Bis dahin braucht es einen Kreditbeschluss des Gemeinderats, ein genehmigtes Bauprojekt und einen reibungslosen Bauablauf. Drei Faktoren, bei denen in Zürich erfahrungsgemäss selten alle gleichzeitig reibungslos funktionieren.

    Denkmal verpflichtet
    Die Zeughäuser sind Teil des geschützten Kasernenareals. Ein Ensemble, das die Stadtgeschichte sichtbar macht. Abreissen steht nicht zur Debatte. Wer historische Bausubstanz erhalten will, muss bereit sein, dafür zu zahlen. Die Frage ist nicht ob, sondern wie die Stadt diesen Auftrag finanziert und transparent, nachvollziehbar und mit einem klaren Mehrwert für alle Zürcherinnen und Zürcher kommuniziert.