Kategorie: Planung / Entwicklung

Planung / Entwicklung – Immobiliennews zu Projektentwicklung, Arealplanung & Zukunftskonzepten im Schweizer Immobilienmarkt.

  • Schlieren und Zürich kooperieren beim Ausbau von Schlieren Nordost

    Schlieren und Zürich kooperieren beim Ausbau von Schlieren Nordost

    Die Städte Schlieren und Zürich haben in einer Absichtserklärung („Letter of intent“) die gemeinsame städtebauliche Planung und Entwicklung von Schlieren Nordost vereinbart. Wie die Stadtverwaltung in einer Mitteilung schreibt, geht es konkret um ein 324’000 Quadratmeter grosses Areal innerhalb des Gesamtareals. Es befindet sich auf Schlieremer Boden und gehört der Stadt Zürich.

    Ziel der Vertragspartner sei ein „verbindliches Leitbild bis 2030“. Darin sollen strategische Ziele und Rahmenbedingungen für die künftige städtebauliche Entwicklung und Nutzung des Gebiets festgelegt werden.

    Für beide Städte sei das Gebiet von einigem Nutzen. Für Zürich sei es „eine wichtige Landreserve“, für Schlieren spiele es eine Rolle bei der städtebaulichen Zukunftsplanung. Darum sei die Zusammenarbeit für beide Städte „eine Grundlage für weitere Planungsschritte und Entscheide“.

    Zürich will mit der Kooperation „frühzeitig und auf einer soliden planerischen Basis“ die künftige Vorgehensweise auf ihrem Areal klären. Dort enden zwischen 2043 und 2050 verschiedene Baurechte.

    Schlieren gehe seit einigen Jahren die Weiterentwicklung mehrerer grosser Areale an. „Der Nordosten verbleibt als das grösste zusammenhängende Entwicklungsgebiet in der Gemeinde“, heisst es.

  • Wohnraumförderung im Bund

    Wohnraumförderung im Bund

    Die Wohnraumförderung des Bundes steht vor einer Verlängerung. Eine Mehrheit der nationalrätlichen Wirtschaftskommission unterstützt die Pläne des Bundesrates, den Fonds de Roulement zugunsten des gemeinnützigen Wohnungsbaus ab 2030 weiter zu alimentieren. Sowie den Verpflichtungskredit für Eventualverpflichtungen in der Wohnraumförderung für die Jahre 2027 bis 2033 zu erneuern. Über zinsgünstige, rückzahlbare Darlehen werden Genossenschaften und andere gemeinnützige Träger beim Bau, bei der Erneuerung und beim Erwerb von preisgünstigem Wohnraum unterstützt.

    Die Kommissionsmehrheit sieht darin bewährte, zielgenaue Hebel gegen die angespannte Lage auf vielen Wohnungsmärkten, in den Städten ebenso wie in touristischen Regionen. Weitergehende Forderungen nach einer kräftigeren Aufstockung des Fonds de Roulement oder einer Erhöhung des Verpflichtungskredits scheiterten jedoch an den knappen Bundesfinanzen. Eine Minderheit der Kommission will gar nicht erst auf die Vorlagen eintreten und verweist auf die starke Zuwanderung als Hauptursache der Wohnungsknappheit. Aus ihrer Sicht soll die Wohnraumfrage eher über die Migrationspolitik als über zusätzliche Fördermittel gelöst werden.

    Deutlich komplizierter präsentiert sich die Lage beim geplanten Kostenmietmodell im Wohnraumförderungsgesetz. Der Bundesrat will für indirekt geförderte gemeinnützige Wohnungen ein vereinfachtes, rechtlich klar abgestütztes Kostenmietmodell einführen, das Mieten konsequent an den effektiven Finanzierungs- und Betriebskosten ausrichtet und die staatliche Mietzinskontrolle stärkt. In der Kommission ist jedoch offen geblieben, wie dieses Modell im Detail funktionieren soll. Insbesondere, welche Berechnungsmethoden, Pauschalen und Spielräume für die Träger gelten sollen. Weil der Bundesrat die Ausgestaltung auf Verordnungsstufe regeln möchte, verlangt die Kommission vor einem Delegationsentscheid mehr Klarheit. Nach Anhörungen von Branchenverbänden, Kantonen und Expertinnen hat sie die Beratung sistiert, bis das Kostenmietmodell weitgehend ausdefiniert ist. Eine Wiederaufnahme ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen. Die indirekte Förderung über Fonds de Roulement und Bürgschaften dürfte weiterlaufen, während die Weichen für ein neues Kostenmietregime im gemeinnützigen Wohnungsbau noch gestellt werden müssen.

  • Riet II macht die Versorgung krisenfester

    Riet II macht die Versorgung krisenfester

    Die Region St.Gallen macht ihre Trinkwasserversorgung fit für kommende Jahrzehnte. Mit dem Entscheid für das neue Seewasserwerk Riet II in Goldach bekommt das bestehende Werk in Frasnacht ein gleichwertiges zweites Standbein. Heute hängt die Versorgung der zwölf beteiligten Ostschweizer Gemeinden im Ernstfall wesentlich an dieser einen Bezugsquelle. Ein Risiko, das den bundesrechtlichen Vorgaben für schwere Mangellagen nicht mehr genügt. Riet II soll genau diese Lücke schliessen und die Versorgung auch dann sicherstellen, wenn eine Anlage ausfällt oder der Bodensee zeitweise nur eingeschränkt genutzt werden kann.

    Realisiert wird das neue Werk am Standort des bestehenden Hochdruckpumpwerks Riet in Goldach. Rund 60 Millionen Franken sind für Bau und Ausrüstung veranschlagt. Die Kosten tragen die zwölf Aktionärspartner der RWSG Regionale Wasserversorgung St.Gallen AG gemäss einem neuen Verteilermodell, das künftig über die Wasserpreise an die Endkundinnen und -kunden weitergegeben wird. Dass sich alle Partnergemeinden einstimmig hinter Projekt und Finanzierung stellen, zeigt den hohen strategischen Stellenwert: Trinkwasser wird als kritische Infrastruktur behandelt, die im Krisenfall genauso robust funktionieren muss wie im Alltag.

    Mit Riet II baut die RWSG ihre Rolle als Rückgrat der regionalen Wasserinfrastruktur aus. Sie ist von der Fassung des Rohwassers über die Aufbereitung bis zum Transport in die Netze der Gemeinden verantwortlich und versorgt mehr als 150’000 Menschen mit Trink-, Brauch- und Löschwasser. Künftig betreibt sie zwei Seewasserwerke, Frasnacht und Goldach sowie das Hochdruckpumpwerk Riet und die dazugehörigen Transportleitungen. Davon profitieren urbane Zentren wie St.Gallen und Arbon ebenso wie kleinere Partnergemeinden von Abtwil-St.Josefen bis Teufen. Das neue Werk ist damit mehr als ein Bauprojekt: Es ist ein langfristiges Sicherheitsversprechen für eine ganze Region.

  • Raumplanung seit 1. Januar 2026 für Gemeinden

    Raumplanung seit 1. Januar 2026 für Gemeinden

    Bundesrahmen, kantonale Spielregeln
    Beim Mehrwertausgleich hat das Parlament die Rollen neu geordnet. Klar ist: Die bundesrechtliche Pflicht zur Mehrwertabgabe bezieht sich nur noch auf Einzonungen; für andere erhebliche Planungsvorteile wie Auf- und Umzonungen sind die Kantone zuständig. Im Kanton Aargau erfolgt der Ausgleich solcher Vorteile im Rahmen verwaltungsrechtlicher Verträge – nicht über Verfügungen. Für die Gemeinden heisst das: Sie müssen aktiv verhandeln, sauber dokumentieren und ihre Praxis eng am kantonalen Recht ausrichten.

    Solar an der Fassade
    Solaranlagen an Fassaden sind in Bau- und Landwirtschaftszonen neu grundsätzlich bewilligungsfrei, sofern sie als genügend angepasst gelten. Die Meldung erfolgt über die kantonale Plattform; das formelle Baubewilligungsverfahren entfällt. Wie die Anpassung konkret zu verstehen ist, definiert Art. 32abis RPV und eröffnet zugleich einen gewissen Spielraum für kommunale Gestaltungsvorschriften. Gemeinden können gebietsbezogene Regeln erlassen, dürfen die Nutzung der Sonnenenergie aber nicht übermässig einschränken. Unverändert bewilligungspflichtig bleiben Anlagen an Kultur- und Naturdenkmälern von kantonaler oder nationaler Bedeutung sowie an Gebäuden mit Substanzschutz oder in sensiblen Orts- und Landschaftszonen.

    Solar über Parkplätzen
    Neu gelten in Bauzonen Tragstrukturen für Solaranlagen über oder am Rand von Parkplatzarealen mit 15 oder mehr Parkplätzen direkt als zonenkonform. Die Gemeinden können diese Grundordnung aber präzisieren. Sie dürfen Areale bezeichnen, auf denen solche Strukturen ausgeschlossen oder nur unter Auflagen zulässig sind, oder umgekehrt kleinere Parkplatzareale für zonenkonform erklären. Damit wird der Parkplatz zur strategischen Energiefläche. Vorausgesetzt, die Gemeinden nutzen ihre Autonomie und definieren klare Ziele für Ortsbild, Klimaschutz und Energieproduktion.

    Neue Planungsgrundsätze
    RPG 2 führt einen neuen Planungsgrundsatz zur Nutzung des Untergrunds ein. Unterirdische Nutzungen sind künftig frühzeitig mit den oberirdischen Nutzungen und den betroffenen Interessen abzustimmen. Gleichzeitig wird der Vorrang der Landwirtschaft in der Landwirtschaftszone ausdrücklich im Gesetz verankert. Landwirtschaftliche Nutzungen sollen gegenüber nichtlandwirtschaftlichen Anliegen stärker gewichtet werden, etwa durch Erleichterungen beim Immissionsschutz, sofern das landwirtschaftliche Interesse überwiegt. Für die Praxis der Nutzungsplanung bedeutet das weniger einen Kurswechsel als eine Akzentverschiebung: Die bekannten Interessenabwägungen nach Art. 3 RPV bleiben, erhalten aber klarere Leitplanken, die im Planungsbericht sichtbar zu machen sind.

    Zonenkonform und ohne Planungspflicht
    Anlagen zur Gewinnung und zum Transport von Energie aus Biomasse können unter erleichterten Voraussetzungen in der Landwirtschaftszone zonenkonform sein. Neu ist ausdrücklich festgehalten, dass solche zonenkonformen Biomasseanlagen nicht der Planungspflicht unterliegen, auch wenn sie raumwirksam sind. Damit reagiert der Gesetzgeber auf frühere Rechtsprechung, die bei biomassebasierten Energieanlagen teils eine Planungspflicht annahm. Für Gemeinden und Kantone verschiebt sich die Diskussion damit stärker in Richtung Bewilligungs- und Auflagenpraxis statt in Richtung Nutzungsplanung.

    Bauen ausserhalb Bauzonen
    Auch ausserhalb der Bauzonen bringt RPG 2 spürbare Neuerungen. Grundsätzlich bleibt es dabei, dass Baugesuche nur mit Zustimmung des Kantons bewilligt werden können. Für kommunale Behörden ändern sich vor allem die materiellen Kriterien, an denen Projekte gemessen werden. Der Vorrang der Landwirtschaft wird gestärkt und soll sich auch bei Erleichterungen im Geruchs- und Lärmschutz auswirken.

    Gleichzeitig verbessert das neue Recht die Rahmenbedingungen für Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien. Biomasseanlagen in der Landwirtschaftszone gelten bei Erfüllung bestimmter Anforderungen als zonenkonform und brauchen keine vorgängige Planung, selbst wenn sie sich nicht mehr dem Landwirtschaftsbetrieb unterordnen, sondern lediglich Teil davon sind. Für nicht zonenkonforme Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energie und für thermische Netze werden die Voraussetzungen für Ausnahmebewilligungen gelockert, sofern sie zur Reduktion fossiler Energieträger beitragen.

    Infrastruktur, Mobilfunk und Rückbau
    Für Infrastrukturanlagen ausserhalb der Bauzonen gilt neu der Grundsatz der Bündelung an möglichst unempfindlichen Standorten. Mobilfunkanlagen können explizit auch ausserhalb der Bauzone bewilligt werden, sofern der Standort dort wesentliche Vorteile gegenüber einer Lage innerhalb der Bauzone bietet. Schliesslich wird die Verjährung von Rückbauverfügungen vereinheitlicht. Unrechtmässige Bauten und Anlagen sind nach 30 Jahren grundsätzlich nicht mehr rückbaubar, unabhängig davon, ob sie innerhalb oder ausserhalb der Bauzone stehen. Ausgenommen bleiben Konstellationen, in denen Polizeigüter wie öffentliche Ordnung, Ruhe, Sicherheit oder Gesundheit gefährdet sind.

    Für die Gemeinden eröffnet das revidierte Raumplanungsrecht neue Spielräume, bei Solarenergie, Biomasse, Infrastruktur und der Gewichtung landwirtschaftlicher Interessen. Entscheidend wird sein, diese Freiräume aktiv zu gestalten, sie in Nutzungsplanung und Bewilligungspraxis zu verankern und die neuen Grundsätze transparent zu dokumentieren.

  • Kanton Zürich wächst weiter

    Kanton Zürich wächst weiter

    Der Kanton Zürich wächst weiter, aber der grosse Wachstumsschub der vergangenen Jahre ist vorerst vorbei. Ende 2025 zählte die zivilrechtliche Wohnbevölkerung 1’628’081 Personen – ein Plus von knapp 13’000 Einwohnenden oder 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Abgesehen von den Corona-Jahren ist das der geringste Zuwachs seit 2005 und damit ein klares Signal für eine Phase moderaterer Dynamik.

    Zuwanderung wichtigste Wachstumstreiber
    Getragen wird das Bevölkerungswachstum weiterhin vor allem von der Zuwanderung aus dem Ausland. Über 80 Prozent der Zunahme gehen auf Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit zurück, die sich neu im Kanton niederlassen. Der Wanderungssaldo mit dem Ausland ist im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht zurückgegangen, bewegt sich aber wieder etwa auf dem Niveau vor dem Krieg in der Ukraine. Der Binnenwanderungssaldo mit den übrigen Kantonen bleibt leicht negativ und verändert sich seit einigen Jahren kaum noch. Zürich verliert innerhalb der Schweiz in etwa so viele Menschen, wie es gewinnt.

    Geburten und Todesfälle
    Der Geburtensaldo macht weniger als ein Fünftel des Wachstums aus. Erste Schätzungen zeigen zwar leicht steigende Geburten und etwas tiefere Todesfallzahlen, doch insgesamt bleibt der Überschuss gering. Damit bestätigt sich der Trend, dass die Bevölkerung vor allem «von aussen» wächst, während die demografische Dynamik im Innern abflacht.

    Städte und kleine Gemeinden wachsen am stärksten
    Räumlich zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Mehr als zwei Drittel des Wachstums entfallen auf Städte mit über 10’000 Einwohnenden. Die Stadt Zürich allein nimmt fast ein Drittel der kantonalen Zunahme auf und wächst um 4’008 Personen. Dahinter folgen Dübendorf und Uster, während Winterthur mit einem Plus von 355 Personen das schwächste Wachstum seit der Jahrtausendwende verzeichnet.

    Relativ zur Gemeindegrösse legen hingegen die kleinen Gemeinden am stärksten zu. Flaach, Hüntwangen und Wila verzeichnen Wachstumsraten zwischen 4 und gut 5 Prozent und unterstreichen damit, dass auch ländlich geprägte Gemeinden im Kanton vom Zuzug profitieren können.

    Regionen verschieben sich
    Alle Regionen des Kantons wachsen, aber in unterschiedlichem Tempo. An der Spitze liegen Weinland und Furttal mit Wachstumsraten von 1,1 bzw. 1,0 Prozent. Doppelt so hoch wie in der Region Winterthur, die 2025 das Schlusslicht bildet. Wuchsen zuletzt vor allem die stadtnahen Gebiete im Norden und Osten überdurchschnittlich, liegen nun die Stadt Zürich und das Limmattal über dem Kantonsmittel, während das Glattal und die Region Winterthur zurückfallen.

    Ausländische Bevölkerung stark europäisch geprägt
    Ende 2025 lebten im Kanton rund 472’000 Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Ein Anteil von 29 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Ihr Bestand nimmt weiter zu, wenn auch mit 1,5 Prozent so langsam wie selten seit Einführung der vollen Personenfreizügigkeit mit der EU im Jahr 2007. Fast zwei Drittel stammen aus einem EU- oder EFTA-Staat, über 80 Prozent aus Europa.

  • Innovative Materialien im Bau

    Innovative Materialien im Bau

    Leichtbeton in einem Guss
    Fertigteile aus selbst entwickeltem Leichtbeton auf Blähglasbasis, die deutlich leichter sind als Normalbeton präsentierte ICSC Beton AG. Gleichzeitig zeigen diese gute Dämmwerte, Frostbeständigkeit und Brandschutz. Aus diesem Material entstehen vorfabrizierte Elemente die Bauabläufe beschleunigen und die Qualität auf der Baustelle erhöhen. Ein Schwerpunkt liegt auf  Leichtbeton-Elemente, die statische Funktion, integrierte Ballastierung und einfache Montage von Solarmodulen kombinieren und so Dachsanierung und Solaraufbau in einem Schritt ermöglichen. Für Fachleute im Publikum wurde deutlich, wie sich Vorfertigung, Leichtbeton und Photovoltaik zu durchdachten Systemlösungen verbinden lassen. Mit weniger Gewicht, weniger Eingriffen ins Dach und mehr Energieertrag pro Quadratmeter.

    Klimaneutraler Beton auf der Baustelle
    KLARK demonstrierte, wie CO₂-speichernder Beton bereits heute im Hochbau eingesetzt wird.  Ohne Mehraufwand für die Baustelle und mit extern geprüfter Klimawirkung. Der Beton basiert auf der Zugabe von Pflanzenkohle aus Restholz, die den Kohlenstoff dauerhaft bindet und pro Kubikmeter hunderte Kilogramm CO₂ im Gefüge des Betons speichert. Technisch verhält es sich weitgehend wie konventioneller Beton. Dieser kann gepumpt oder mit dem Kran verarbeitet werden und bleibt vollständig rezyklierbar. Das gespeicherte CO₂ wird beim Rückbau nicht wieder freigesetzt. Im Speakers Corner wurde klar, für Bauherrschaften und Planende eröffnet dies  die Möglichkeit, mit vertrauten Bauweisen messbare Beiträge zu Netto-Null-Strategien zu leisten, ohne Abläufe und Rollen auf der Baustelle neu erfinden zu müssen.

    Klima-Additive für Putz und Co.
    Ein klimapositive Baustoffe stellte KohlenKraft vor, der die CO₂ dauerhaft im Gebäude binden und gleichzeitig bauphysikalische Vorteile bieten. Herzstück ist ein Klima-Additiv auf Basis von Pflanzenkohle, das in mineralische Baustoffe wie Putze und Beschichtungen eingemischt werden kann und so Bauteile zu langfristigen Kohlenstoffspeichern macht. Neben der CO₂-Speicherung zielen die Systeme auf verbessertes Raumklima und Feuchteregulierung. Ein Argument, das insbesondere bei Sanierungen und hochwertigen Innenausbauten auf grosses Interesse stiess. Die Botschaft an Hersteller, Planer und Bauunternehmen, Klimawirkung lässt sich direkt in bestehende Produkte integrieren, ohne dass sich Verarbeitung und Detailplanung grundlegend ändern müssen. ​In Beton denken, mit Holz bauen
    Im Speakers Corner machte die Technologie TS3 anhand realer Projekte sichtbar, wie vertraute Entwurfslogik und eine neue Holzbautechnik zusammenfinden. Ein wichtiger Schritt, damit grossvolumige Holzbauten vom Pionierprojekt zur etablierten Option werden. Mit einer speziellen Stirnseitenverklebung von Brettsperrholz lassen sich heute grossflächige, zweiachsig tragende Holzdecken mit Stützenrastern bis 8 mal 8 Meter realisieren. Tragstrukturen, die lange dem Stahlbeton vorbehalten waren. Die Platten werden vor Ort über einen Fugenverguss mit Giessharz biegesteif verbunden, sodass unterzugsfreie, punktgestützte Flachdecken aus Holz entstehen, die sich im Entwurf wie Betonflachdecken behandeln lassen. Für Architekten und Ingenieuren eröffnet das grosse Freiheiten bei Grundrissen und späteren Umnutzungen, weil nichttragende Wände flexibel versetzt werden können, während Gewicht, Bauzeit und CO₂-Fussabdruck gegenüber Betondecken deutlich sinken.

  • Umzug schafft Entwicklungschance mit Seeblick

    Umzug schafft Entwicklungschance mit Seeblick

    Weil es den aktuellen Anforderungen an ein modernes Gesundheitszentrum nicht mehr genügt, wird das Kantonsspital Luzern gemeinsam mit dem Pflegezentrum Seeblick nach Schenkon verlegt. Für das 47‘000 Quadratmeter grosse Areal wollen der Kanton als Eigentümer und die Stadt Sursee eine attraktive Zukunft planen, heisst es in einer Mitteilung.

    Bereits ersten Einschätzungen zufolge eignet sich das Areal für eine gemischte Bebauung mit Wohn- und Geschäftsräumen. So könnten Wohneinrichtungen sowohl für Familien, Paare, Singles oder auch für Senioren geschaffen werden, Dienstleistungs- und Gastronomieangebote könnten das Areal vervollständigen. Das oberhalb des Sempachersees gelegene Grundstück liegt in unmittelbarer Nähe zur Altstadt von Sursee und verfügt bereits heute über eine gute Erschliessung mit verschiedenen Verkehrsmitteln.

    „Mit dem Umzug eröffnet sich die einmalige Chance, den bisherigen Standort in Sursee neu zu nutzen“, wird Regierungsrat Reto Wyss in der Mitteilung zitiert. „Dieses attraktive Areal mit Seeblick an guter Lage soll dafür umgezont werden. Mit den nächsten Planungsschritten soll aufgezeigt werden, was wo realisierbar ist“. Ab Frühling 2026 soll mit dem beginnenden Umzug des Spitals eine Planungsphase für das neue Quartier beginnen. Dabei sind verschiedene Treffen mit der örtlichen Bevölkerung und Interessengruppen geplant. Ab 2034 ist das Areal voraussichtlich frei und könnte neu bebaut werden. Auch an ein Einbeziehen der bereits bestehenden Bausubstanz wird gedacht.

  • Kooperation soll Potenzial des Gewerbeareals Silbern heben

    Kooperation soll Potenzial des Gewerbeareals Silbern heben

    Silbern ist heute ein wichtiger Standort für Produktion, Handel und Einkauf und trägt wesentlich zur wirtschaftlichen Stärke der Region bei. Gleichzeitig hat sich das Gebiet über Jahre hinweg städtebaulich und stadträumlich kaum weiterentwickelt und bleibt hinter dem Potenzial anderer Wirtschaftsstandorte der Region zurück. Genau hier setzt die neue Allianz an. Sie will die qualitative Weiterentwicklung anstossen, statt die bestehende Nutzung lediglich zu verwalten.

    Integrativer Ansatz statt Einzelinteressen
    In der Allianz Zukunft Silbern arbeiten IG Silbern, Limeco, BirdLife, die Stadt Dietikon und der Kanton Zürich in einem langfristig angelegten, kollaborativen Rahmen zusammen. Der Ansatz ist klar, Wirtschaft, Mobilität, Umwelt und Natur werden gemeinsam geplant und gesteuert. So sollen Zielkonflikte früh erkannt und Lösungen interessenbasiert, koordiniert und transparent entwickelt werden.

    Zielbild und Charta als verbindlicher Rahmen
    Ergebnis eines zweijährigen Vermittlungsprozesses unter der Leitung von Joris Van Wezemael ist ein gemeinsames Zielbild, ergänzt durch eine verbindliche Charta. Beides schafft Orientierung, definiert Leitplanken und stärkt die Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit. Unternehmen und Grundeigentümerinnen erhalten damit einen Rahmen, in dem sie Entwicklung aktiv mitgestalten können. Mit mehr Planungssicherheit und klaren Erwartungen an die Vereinbarkeit wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Anliegen.

    Zukunftsfähiger Wirtschafts- und Lebensraum
    Die Allianz versteht sich als langfristige Kooperation mit einem klaren Anspruch. Silbern soll sich zu einem Standort entwickeln, der attraktive Rahmenbedingungen für Unternehmen bietet, die Erreichbarkeit verbessert und gleichzeitig Natur- und Lebensräume stärkt. Infrastruktur wird dabei als Schlüssel begriffen, als Teil der Lösung, indem etwa Reststoffe in Energie und neue Ressourcen überführt werden.

    Gemeinsamer Wille als Erfolgsfaktor
    Für den nächsten Schritt braucht es konkrete Projekte und den anhaltenden Willen aller Beteiligten, Verantwortung gemeinsam zu tragen. Unternehmer, Immobilienbesitzende, die öffentliche Hand, Infrastrukturbetreiber und Naturschutzorganisationen haben im bisherigen Dialog bereits ein besseres Verständnis füreinander entwickelt und gegenseitigen Respekt aufgebaut. Diese Vertrauensbasis ist entscheidend, damit aus dem gemeinsamen Zielbild realisierte Vorhaben werden und Silbern den Sprung von einem unterschätzten Arbeitsgebiet zu einem zukunftsorientierten Wirtschafts- und Lebensraum schafft.

  • Hausbau aus Plastikmüll

    Hausbau aus Plastikmüll

    Die PET-Flasche von heute könnte morgen Teil eines Bodenbalkens sein, als tragendes Element. Am Massachusetts Institute of Technology untersucht ein Forschungsteam, wie sich recycelter Kunststoff im großformatigen 3D-Druck zu tragfähigen Bauteilen formen lässt. Im Fokus steht dabei ein Balkensystem, das speziell für den Einsatz im Wohnungsbau entwickelt und getestet wurde.

    Fachwerk aus Kunststoff statt Holz
    Die neuen Balken wirken auf den ersten Blick vertraut, denn sie orientieren sich an der Geometrie klassischer Holzfachwerke. Ein Rahmen mit diagonalen Streben nimmt Kräfte auf und verteilt sie, eine seit Jahrzehnten bewährte Bauweise. Neu sind Material und Fertigung. Gedruckt wird mit einem Verbund aus recyceltem PET und Glasfasern, der für Steifigkeit sorgt und das Druckverhalten stabilisiert. Jeder Balken misst rund 2,4 m Länge, etwa 30 cm Höhe und gut 2,5 cm Breit, bei nur etwa 6 kg Gewicht und damit deutlich weniger Masse als ein vergleichbarer Holzbalken. Die Fertigungszeit ist kurz, unter 13 Minuten pro Bauteil reichen für den Druck.

    Belastungstest unter Praxisbedingungen
    Um die Alltagstauglichkeit zu prüfen, montierte das Team vier Balken parallel und verschraubte sie mit einer Holzwerkstoffplatte zu einem Bodenrahmen von etwa 1,2 mal 2,4 m, ein in den USA gängiges Rastermass. Anschliessend wurde die Fläche mit Sandsäcken und Betongewichten schrittweise belastet, während die Durchbiegung kontinuierlich gemessen wurde. Bis rund 140 kg Last blieb die Verformung deutlich unter den in den US-Bauvorschriften zulässigen Grenzwerten. Erst bei über 1’800 kg Gesamtlast versagte die Konstruktion, die Balken knickten ein und brachen. Ein Hinweis darauf, dass die Steifigkeit grundsätzlich ausreicht, um einschlägige Anforderungen im Wohnungsbau zu erfüllen.

    Leicht, modular, schnell montiert
    Neben der Tragfähigkeit ist das geringe Gewicht ein entscheidender Vorteil des Systems. Die Kunststoffbalken lassen sich mit einem Pickup transportieren, was Logistik und Handling auf der Baustelle vereinfacht. Die Montage folgt dem Prinzip klassischer Holzrahmen. Die Elemente werden vor Ort verschraubt und zu einem tragenden Skelett gefügt. Perspektivisch zielt das Konzept auf modulare Hausrahmen, bei denen Boden, Wände und Dach aus standardisierten, gedruckten Bauteilen bestehen. Besonders interessant ist dieser Ansatz für Regionen, in denen Holz knapp oder teuer ist.

    Plastikabfall als Rohstoff für eine Milliarde Häuser
    Auslöser des Projekts ist die enorme weltweite Wohnraumnachfrage. AJ Perez von der MIT School of Engineering verweist darauf, dass bis 2050 rund eine Milliarde neue Häuser benötigt werden. Ein Bedarf, der sich mit Holz allein kaum decken lässt, ohne gigantische Waldflächen zu roden. Stattdessen sollen bestehende Abfallströme genutzt werden. Einwegkunststoffe wie Flaschen oder Lebensmittelverpackungen erhalten ein zweites Leben als Bauprodukt. Ziel sind Bauteile, die leichter, langlebiger und nachhaltiger sind als konventionelle Alternativen.

    Kosten, Normen, Langzeitverhalten
    Trotz der vielversprechenden Ergebnisse steht die Technologie noch am Anfang. Unklar sind bislang die tatsächlichen Kosten im industriellen Massstab, die Anpassung von Normen und Zulassungsprozessen sowie das Langzeitverhalten der Bauteile unter Witterung, UV-Strahlung und wechselnden Lasten. Für die Planung, Entwicklung und Bauindustrie eröffnet das Projekt dennoch spannende Perspektiven. 3D-gedruckte Tragwerke aus Recyclingkunststoff könnten den Materialmix im Hochbau verändern. Vorausgesetzt, Wirtschaftlichkeit und Dauerhaftigkeit lassen sich überzeugend nachweisen.

  • Vom Industrie-Erbe zum Innovationscampus

    Vom Industrie-Erbe zum Innovationscampus

    Wo früher Textilmaschinen und Industrieproduktion den Takt vorgaben, entsteht heute ein neuer Schwerpunkt für Technologie, Gewerbe und unternehmerische Entwicklung. Das rund 75’000 Quadratmeter grosse Vitus-Areal wird nicht als abgeschotteter Businesspark gedacht, sondern als vernetzter Innovationsort mit direktem Bezug zum Quartier Töss. Bestehende Bauten, Wege und Räume bilden dabei das Rückgrat der Transformation.

    Historische Substanz bleibt, wo sie Charakter und Identität stiftet. Gleichzeitig werden Strukturen geöffnet, Wege durchlässiger gemacht und neue Orte für Begegnung, Zusammenarbeit und Austausch geschaffen. Das Vitus-Areal soll damit zu einem sichtbaren Motor der wirtschaftlichen Entwicklung Winterthurs werden.

    Leitbild und Arealstrategie
    Die Leitidee ist einfach und ambitioniert zugleich. Ein Tech- und Innovationscluster, der Unternehmen, Startups, Bildung und Forschung an einem Ort bündelt. Im Vordergrund steht Arbeit, nicht Wohnen. Geplant sind Büro- und Gewerbeflächen für technologieorientierte Firmen, forschungsnahe Betriebe, Dienstleister und kreative Akteure. Ergänzend kommen Co-Working-Angebote, flexible Flächen und Raum für junge Unternehmen hinzu.

    Gleichzeitig setzt die Arealentwicklung auf Atmosphäre. Urbane Begegnungszonen, Gastronomie, Kulturangebote und öffentlich zugängliche Aussenräume sollen dafür sorgen, dass das Areal auch ausserhalb klassischer Bürozeiten lebt. Die geplante Vitus-Promenade verbindet das Areal perspektivisch mit der Töss und schafft eine identitätsstiftende Freiraumachse, die Bewegung, Erholung und Austausch ermöglicht.

    Entwicklung in Etappen
    Die Transformation erfolgt bewusst in mehreren Schritten. In einer ersten Phase werden bestehende Gebäude aktiviert, saniert oder durch gezielte Umbauten aufgewertet. Zwischennutzungen, Co-Working, Events und kulturelle Formate sorgen dafür, dass das Areal schon während der Planung an Strahlkraft gewinnt. Erste Unternehmen aus den Bereichen Technologie, Nachhaltigkeit und Zukunftsmobilität nutzen das Vitus-Areal bereits als Arbeits- und Entwicklungsstandort.

    Parallel werden strukturelle Grundlagen für die nächsten Schritte gelegt wie die verbesserte Erschliessung, schärfere Nutzungskonzepte, Mobilitäts- und Nachhaltigkeitsansätze. Einzelne Bauvorhaben, wie der neue LANDI-Standort, fügen sich in dieses Bild ein und stärken den gewerblichen Charakter des Areals. In einer späteren Etappe wird insbesondere der östliche Teil des Areals vertieft neu entwickelt. Hier entstehen zusätzliche, zeitgemässe Flächen für Produktion, Labors, Büros und Dienstleistung – abgestimmt auf Marktbedürfnisse und Nachfrage.

    Perspektive für Töss und Winterthur
    Mit dem Vitus-Areal erhält Winterthur-Töss einen starken wirtschaftlichen Ankerpunkt. Das Areal bietet Potenzial für mehrere tausend Arbeitsplätze und stärkt damit die Rolle des Stadtteils als produktiven, aber gleichzeitig urban eingebundenen Standort. Offene Freiräume, durchlässige Wege und Kooperationen mit lokalen Akteuren sollen verhindern, dass ein isolierter Gewerbekörper entsteht.

  • Grünes Leben und Wohnen in Basel Dreispitz Nord

    Grünes Leben und Wohnen in Basel Dreispitz Nord

    Dreispitz Nord verwandelt eine ehemals einseitig genutzte Fläche auf rund acht Fussballfeldern in einen integrativen Stadtteil. Rund 800 Wohnungen entstehen, ein Drittel davon als preisgünstiger und gemeinnütziger Wohnraum. Drei markante runde Hochhäuser bieten neben attraktiven Wohnungen auch Büroflächen, Bibliothek und Fitnesscenter. Im Fokus steht ein Quartier der kurzen Wege. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Erholen verschmelzen zu einem urbanen Ganzen. Die Fussgänger und Velofahrenden geniessen Vorrang, der öffentliche Raum wird fast vollständig autofrei gestaltet. Insgesamt sind 4000 Veloparkplätze geplant, die Parkmöglichkeiten für Autos sind gebündelt und vom Siedlungsraum getrennt, um den Verkehr im Quartier zu minimieren.

    Ein grüner Ort für Stadtklima und Gemeinschaft
    Zwei neu geplante Stadtparks mit grossen Schatten spendenden Bäumen verwandeln das Gebiet in grüne Lungen Basels und verbessern das Mikroklima nachhaltig. Versickerungsfähige Böden und bepflanzte Dächer erfüllen die Prinzipien der Schwammstadt und helfen, Hitzeeffekte abzumildern. Die Sekundarschule für rund 600 Schüler wird auf dem Dach des modernisierten MParc gebaut und eröffnet neue Dimensionen der Flächennutzung. Ergänzt wird das Angebot durch Basketball- und Sportplätze, eine Dreifachturnhalle und einen Jugendtreff, die auch ausserhalb der Schulzeiten genutzt werden können. Der direkte Zugang von Gundeldingen über eine begrünte Rampe verbindet Dreispitz Nord nahtlos mit der angrenzenden Nachbarschaft und schafft identitätsstiftende öffentliche Räume.

    Partnerschaftliches Planen mit Weitblick
    Die Christoph Merian Stiftung als Grundeigentümerin, die Genossenschaft Migros Basel als Baurechtsnehmerin und der Kanton Basel-Stadt als Planungsbehörde treiben gemeinsam das Projekt voran. Nach intensiver öffentlicher Planauflage mit sieben Einsprachen, die allesamt abgelehnt wurden, bestätigte der Regierungsrat am 14. Oktober 2025 den Bebauungsplan und leitete ihn zur Behandlung an den Grossen Rat. Neben dem Bebauungsplan sind Anpassungen beim Zonenplan, den Lärmempfindlichkeitsstufen und Bauvorschriften vorgesehen. Die Umweltverträglichkeitsprüfung bestätigt, dass alle Vorgaben erfüllt sind.

    Nachhaltigkeit und soziales Gleichgewicht
    Dreispitz Nord steht exemplarisch für nachhaltige Quartiersentwicklung. Statt grauer Parkplatzflächen entstehen grüne Freiräume, die Wohnungsvielfalt fördert gesellschaftliche Durchmischung. Das bestehende Gebäude wird ressourcenschonend in den neuen Komplex integriert. Breite Abstände zwischen den Hochhäusern garantieren eine gute Belüftung, Schattenspender reduzieren die Hitzebelastung und versickerungsfähige Flächen stärken die Klimaanpassung. Mit 1400 neuen Einwohner, das entspricht 7 Prozent der Gundeldinger Gesamtbevölkerung und 1600 Arbeitsplätzen wird der Stadtteil zu einem bedeutsamen wirtschaftlichen Motor.

    Urbanes Leben und Wirtschaft im Einklang
    Das neue Quartier integriert die heutigen modernisierten Verkaufsflächen, ergänzt durch Cafés, Restaurants und kleine Läden, ideal erreichbar auch über die verlängerte Tramhaltestelle . Die Vernetzung von Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit schafft eine inspirierende Atmosphäre und fördert nachhaltige Mobilität auf kurzen Wegen.

    Dreispitz Nord zeichnet sich durch seine urbane Kompaktheit, ökologische Sensibilität und soziale Vielfalt aus. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie umfassende Stadtentwicklung Innovation, Nachhaltigkeit und Lebensqualität in Einklang bringt und Basel als attraktive Stadt für heute und morgen stärkt.

  • Vom Güterbahnhof zum Stadtquartier

    Vom Güterbahnhof zum Stadtquartier

    Der Wandel beginnt 2027 mit der ersten Ausbauphase im Westen des Areals. Rund 600 Wohnungen entstehen, ein Drittel davon als preisgünstige Genossenschaftswohnungen. Dahinter steht das Ziel, eine vielfältige Bewohnerschaft anzusiedeln und städtebauliche Dichte mit sozialer Durchmischung zu verbinden. Der Urban Hub wird zum lebendigen Zentrum des Quartiers. Er vereint Gastronomie, Sport, Kultur und Dienstleistungen und stellt das Bindeglied zwischen Wohnbauten und Gewerbeflächen dar.

    Ab 2031 startet die zweite Entwicklungsphase im Osten des Areals. Moderne Dienstleistungs- und Gewerbebauten schaffen rund 1’000 Arbeitsplätze und erschliessen die Potenziale des Standorts für Wirtschaft, Innovation und Citylogistik. Die zentrale Lage am Bahnhof und die Anbindung an das regionale Verkehrsnetz verstärken die Funktion als urbane Drehscheibe in Basel.

    Architektur, Nachhaltigkeit und flexible Nutzung im Fokus
    Der Masterplan folgt konsequent den Grundsätzen ökologischer und nachhaltiger Stadtentwicklung. Die neue Blockrandbebauung orientiert sich am Schwammstadt-Prinzip und integriert historische Bahngebäude in das Hofraumkonzept. Dies sichert ein angenehmes Mikroklima, fördert Biodiversität und verbessert die Regenwasserbewirtschaftung. Gebäude wie Janus und Binaria überzeugen durch Re-Use-Bauteile, modulare Holz- und Metallelemente, begrünte und begehbare Dächer sowie Photovoltaikflächen. Die flexible Bauweise garantiert Reparierbarkeit, Wartungsfreundlichkeit und spätere Umnutzung.

    Kulturelle und soziale Startimpulse stärken Quartiersidentität
    Bereits vor dem eigentlichen Baustart wird das Areal durch innovative Zwischennutzungen aktiv belebt. Die SBB öffnet historische Lagerhallen für Kultur, Gastronomie und Sport. So zum Beispiel Pickleball, das auf 2’000 Quadratmetern Platz bietet und neue Akteure einbindet. Mietflächen für kreative sowie soziale Initiativen stehen ebenfalls zur Verfügung. Diese Pioniernutzungen schaffen Nähe zur Quartierbevölkerung und fördern kreative Mitgestaltung. Besonders das breite Beteiligungsverfahren, in das Öffentlichkeit, Verbände und Organisationen von Anfang an eingebunden sind, garantiert Akzeptanz und Innovation.

    Mobilität, smarte Stadt und Lebensqualität als Leitbild
    Der Mensch steht im Mittelpunkt, Technologie und Nachhaltigkeit sind tragende Säulen. Ein Citylogistik-Hub im östlichen Areal sorgt für ressourcenschonende Güterverteilung in Basel und Umgebung. Moderne Mobilitätsangebote und Vernetzung mit dem öffentlichen Verkehr sind integraler Bestandteil der Quartiersstrategie. Das wissenschaftlich begleitete Lebensqualitätsmodell der SBB, entwickelt mit der Universität Basel, macht Wolf Basel zum Labor für innovative Lösungsansätze in Energie, Kreislaufwirtschaft und sozialem Zusammenhalt.

    Mit Wolf Basel entsteht ein inspirierendes Quartier, das urbane Verdichtung, Nachhaltigkeit, smarte Vernetzung und soziale Vielfalt verbindet. So wächst Basel nicht nur räumlich, sondern auch gesellschaftlich und technologisch in die Zukunft.

  • Verdichtung im Wohnbestand ist bei der Bevölkerung unbeliebt

    Verdichtung im Wohnbestand ist bei der Bevölkerung unbeliebt

    Höhere Gebäude in Städten könnten die Wohnungsnot lindern, sind aber in der Bevölkerung unbeliebt. Dies geht aus einer Befragung des Vergleichsportals Comparis hervor. Demnach sprachen sich 50 Prozent der in einer Umfrage von Comparis Befragten gegen den Bau von höheren Gebäuden mit mehr als sechs Stockwerken aus. Dagegen waren 45 Prozent der im November 2025 schweizweit 1039 befragten erwachsenen Personen damit einverstanden.

    Höhere Häuser in städtischen Gebieten könnten aus Sicht von Immobilienexperte Harry Büsser von Comparis „eine politische Schneise zu mehr Wohnraum“ sein. „Lassen wir die Personen in den Städten Lift statt Auto fahren“, wird er in einer Mitteilung zur Studie zitiert. Sie zeige ein Dilemma: Steigende Mieten betreffen alle, doch mögliche Gegenmassnahmen werden mehrheitlich abgelehnt. So seien 68 Prozent der Befragten gegen eine Verdichtung mit weniger Grünflächen und kleineren Abständen. 66 Prozent lehnten neue Bauzonen auf Kosten von Landwirtschafts- oder Grünflächen ab. Lediglich die Einschränkung von Einsprachen habe eine relative Mehrheit gefunden: 47 Prozent sind dafür, 43 Prozent dagegen.

    Die Studie belege zudem, dass Massnahmen zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum je nach  Geschlecht und Alter unterschiedlich bewertet werden. Während 54 Prozent der Männer höhere Gebäude befürworten, liegt der Frauenanteil bei 36 Prozent. Dichtere Bebauungen fanden bei 33 Prozent männlichen Personen gegenüber 22 Prozent der Frauen Zustimmung. Ja zu neuen Bauzonen sagten 39 Prozent der befragten Männer gegenüber 21 Prozent Frauen. Büsser vermutet den Grund dafür in unterschiedliche Rollen und Tätigkeiten. Frauen übernehmen oft die Hauptlast für Familie und Nachbarschaft. Veränderungen im Wohnumfeld würden daher „wohl stärker als Verlust von Lebensqualität wahrgenommen“.

    Den sich verschärfenden Wohnungsmangel bekämen insbesondere die 18- bis 35-Jährigen (65 Prozent) und Stadtbewohner (66 Prozent) zu spüren. Das erklärt Comparis zufolge, weshalb unter ihnen der Ansatz, in die Höhe zu bauen, die meiste Zustimmung fand: 52 Prozent der Befragten in der jungen Bevölkerungsgruppe wären mit einer über sechs Stockwerke hinausreichenden Bauweise einverstanden. Die Umfrage ergab ausserdem, dass höhere Häuser nur direkt in der Stadt akzeptiert werden (54 Prozent). In der Agglomeration befürworten diese nur 39 Prozent.

  • Das Spitalareal Sursee neue Perspektiven ab 2034

    Das Spitalareal Sursee neue Perspektiven ab 2034

    Der Neubau des LUKS Sursee und des Pflegezentrums Seeblick auf der Schwyzermatt in Schenkon macht an der Spitalstrasse in Sursee ein rund 47’000 Quadratmeter grosses Areal frei. Etwa sieben Fussballfelder, zentral gelegen, gut erschlossen und mit Aussicht bis in die Alpen. Wo heute noch Spitalgebäude stehen, kann ab 2034 ein neuer Stadtbaustein entstehen, der Sursee langfristig prägt. Der Kanton Luzern ist Haupteigentümer des Areals, angrenzende Flächen gehören ebenfalls dem Kanton und teilweise der Stadt und fliessen in die Planung ein.

    Das fast 50-jährige LUKS Sursee genügt den Anforderungen an einen modernen Spitalbetrieb nicht mehr. Mit dem Entscheid des Regierungsrats, bis 2033 in Schenkon ein neues Spital und ein Pflegezentrum zu realisieren, verlagert sich die Gesundheitsinfrastruktur und eröffnet in Sursee ein städtebauliches Entwicklungspotenzial mit Seltenheitswert.

    Wohnen, Leben, Begegnung
    Der Kanton Luzern und die Stadt Sursee verfolgen ein gemeinsames Ziel, ein gemischt genutztes, lebendiges Quartier, das Wohnen, Dienstleistungen und Aufenthaltsqualität verbindet. In einer Testplanung ab 2026 wird geprüft, welche Nutzungen und Bebauungsstrukturen auf dem Areal möglich und sinnvoll sind. Die Ergebnisse bilden die Basis für Umzonung, Architekturwettbewerbe und die ersten Bauetappen, die nach dem Wegzug von Spital und Pflegeheim starten sollen, mit dem Anspruch, Leerstände möglichst zu vermeiden.

    Klar ist bereits heute, dass das Areal besonders gut für Wohnnutzungen geeignet ist, für Familien, Paare, Singles und Seniorinnen und Senioren. Ergänzend sind Dienstleistungen, Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie denkbar, die das Quartier mit Leben füllen. Angestrebt wird ein sozial durchmischtes Umfeld mit einem Mix aus gehobenen und preisgünstigen Wohnungen, das Sursee als Wohnort stärkt und zugleich neue Angebote für unterschiedliche Lebensphasen schafft.

    Sursee im Wachstum
    Sursee wächst dynamisch und verzeichnet mit einer Leerwohnungsziffer von 0,26 Prozent einen äusserst knappen Wohnungsmarkt. Das neue Angebot auf dem Spitalareal soll helfen, den Druck zu mindern und zusätzliche Wohnqualität in zentraler Lage zu schaffen. Die Nähe zur Altstadt, die bestehende verkehrliche Erschliessung und der Seeblick machen das Areal zu einem Schlüsselstandort für die künftige Stadtentwicklung.

    Es ist eine Chance, einen neuen, identitätsstiftenden Stadtteil zu formen. Das Areal kann Impulse für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Region setzen, neue Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich ermöglichen und Sursee als regionales Zentrum weiter profilieren.

    Quartierentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
    Die Planung des Spitalareals ist bewusst als offener Prozess angelegt. Ab Frühling 2026 sind Workshops mit der Quartierbevölkerung und verschiedenen Interessengruppen vorgesehen. Bedürfnisse, Ideen und Erwartungen sollen früh einfliessen, damit ein Quartier entsteht, das nicht nur planerisch überzeugt, sondern von der Bevölkerung mitgetragen wird.

    Über die notwendige Teilzonenplanänderung entscheidet die Gemeindeversammlung. Damit ist klar, die Zukunft des Spitalareals wird nicht im stillen Kämmerlein entworfen, sondern in einem transparenten Prozess, der Fachplanung und lokale Perspektiven verbindet.

    Ein neuer Stadtbaustein mit Geschichte und Zukunft
    Langfristig könnte dort, wo heute noch ein Spitalbetrieb läuft, ein vielfältiger Wohn- und Lebensraum mit Grünflächen, Spiel- und Aufenthaltsräumen entstehen. Begegnungsorte im Freien, kurze Wege und eine gute Anbindung an die bestehende Stadtstruktur sollen das Areal zu einem integralen Teil von Sursee machen.

    Der Kanton Luzern will das Potenzial der privilegierten Lage mit Seeblick und historischer Nutzung gezielt nutzen. Ab 2034 bietet sich die Gelegenheit, ein Quartier zu realisieren, das die Geschichte des Standorts respektiert und gleichzeitig Antworten auf die Wohn- und Lebensbedürfnisse der kommenden Jahrzehnte gibt. Ein neues Kapitel für das Spitalareal und für Sursee.

  • Zirkulär denken, Holz neu drucken

    Zirkulär denken, Holz neu drucken

    Strengere Vorgaben zur energetischen Nutzung von Altholz führen dazu, dass grosse Mengen Holzabfall nicht mehr einfach verbrannt werden dürfen, aber stofflich verwertbar bleiben. Das Fachgebiet «Experimentelles und Digitales Entwerfen und Konstruieren» der Universität Kassel entwickelt gemeinsam mit Buro Happold ein 3D-Druckverfahren, das Restholzpartikel in tragfähige Wandbauteile überführt. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen des Programms «Zukunft Bau» des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

    ​Im Fokus steht ein biobasierter Druckwerkstoff aus zerkleinerten Altholzpartikeln, die überwiegend aus sekundären Stoffströmen der Holzindustrie – also aus post-consumer-Holz – stammen. Industriepartner bereiten das Material auf und mischen es mit biogenen Bindemitteln zu einer pastösen Masse, die sich robotergestützt extrudieren lässt.

    Leichte Bauteile aus dem 3D-Drucker
    Das Ergebnis unterscheidet sich klar vom bekannten 3D-Betondruck. Die Masse aus Holzpartikeln und Bindemittel wird im Massstab 1:1 schichtweise aufgetragen und formt leichte, aber tragfähige Bauteile. Möglich sind flächige Wandstrukturen ebenso wie frei geschwungene Geometrien, die sich konstruktiv und architektonisch präzise anpassen lassen.

    ​Die aktuelle Projektphase Rafa 2.0 läuft über 18 Monate und baut auf dem Vorgängerprojekt Rafa auf, in dem die Forschenden die Eignung von Altholzpartikeln für die additive Fertigung grundlegend untersucht haben. Nun werden Materialrezepturen verfeinert, der Extrusionsprozess optimiert und die Bauteile unter Laborbedingungen getestet, mit dem Ziel eines durchgängigen digitalen Herstellungsprozesses bis hin zum vollmassstäblichen Prototyp.

    Tragfähig, brandschutzgerecht und zirkulär
    Damit das Konzept in der Praxis trägt, müssen die gedruckten Elemente mehr leisten als nur Form zu zeigen. Gefordert sind Tragfähigkeit, Steifigkeit und ein Brandschutzverhalten, das den Anforderungen im Innenausbau entspricht. Ein erstes Einsatzfeld sehen die Projektpartner in modularen Wandsystemen, die sich einfach montieren, demontieren und an anderer Stelle wiederverwenden lassen.

    ​Dieses Prinzip passt zu zirkulären Bauansätzen, bei denen Bauteile nicht am Ende ihres Lebenszyklus entsorgt, sondern in neue Nutzungen überführt werden. Die Bauteile lassen sich sortenrein Rückbauen, weil auf schadstoffhaltige Komponenten verzichtet wird . Eine Voraussetzung für geschlossene Materialkreisläufe im Holzbau.

    Digitale Planung als Schlüsseltechnologie
    Eine zentrale Rolle spielt die digitale Planung. Buro Happold verantwortet Computational Design und Tragwerksplanung und setzt Simulationen ein, um das strukturelle Verhalten der Bauteile zu prognostizieren. Geometrien werden so optimiert, dass Material nur dort eingesetzt wird, wo es statisch notwendig ist – Ressourceneffizienz wird zur Gestaltungsaufgabe.

    ​«Wir machen aus Abfall eine Chance, zurückgewonnenes Holz wird durch digitales Design und additive Fertigung zu leistungsfähigen Bauteilen», beschreibt Shibo Ren von Buro Happold den Ansatz. Weg vom linearen Verbrauch, hin zu einer zirkulären, datenbasierten Baupraxis, die Robotik, Ingenieurwesen und Gestaltung eng verzahnt.

    Perspektiven für die Praxis
    Kurzfristig zielt das Verfahren auf geringeren Materialeinsatz und niedrigere Emissionen gegenüber betonbasierten 3D-Drucktechnologien. Langfristig könnte es neue Märkte für biobasierte additive Bauweisen eröffnen. Insbesondere dort, wo geringes Gewicht, Rückbaubarkeit und architektonische Freiheit gefragt sind.

    ​Ob und wie schnell sich der Ansatz wirtschaftlich durchsetzt, hängt von Skalierung, Normen und der Akzeptanz in der Baupraxis ab. Technisch zeigt das Projekt jedoch bereits heute, Zirkuläres Bauen beginnt nicht erst beim Recycling, sondern beim Entwurf. Dort, wo Materialien, Prozesse und Lebenszyklen neu gedacht werden.

  • ABB kassiert und Oerlikon baut

    ABB kassiert und Oerlikon baut

    ABB veräussert ein rund 7000 Quadratmeter grosses Areal beim Bahnhof Zürich-Oerlikon an die Immobiliendienstleisterin Pensimo. Aus dem Verkauf resultiert im ersten Quartal 2026 ein operativer Veräusserungsgewinn von rund 290 Millionen Franken vor Steuern. ABB benötigt das Areal nicht mehr als strategische Landreserve und ermöglicht mit dem Schritt die Weiterentwicklung des Quartiers Neu-Oerlikon.

    Auf dem Grundstück sind rund 500 Wohnungen geplant, ein Hochhaus sowie Geschäftsflächen. Das ehemalige Industriegebiet soll sich in den nächsten Jahren zu einem gemischt genutzten Quartier mit Wohnen, Dienstleistungen, Arbeitsplätzen sowie kulturellen und kommerziellen Angeboten wandeln. Aufgrund hoher Bodenpreise ist von eher hohen Mieten auszugehen. Allenfalls sind einzelne Wohnungen zu Kostenmiete denkbar, etwa im Rahmen einer verdichteten Arealentwicklung.

    Neuer ABB-Hauptsitz in Oerlikon
    Parallel zum Landverkauf baut ABB seine Präsenz in Oerlikon aus. Der Konzern plant eine neue Zentrale in unmittelbarer Nähe, in die rund 500 Mitarbeitende voraussichtlich 2031 einziehen sollen. Das Projekt umfasst ein saniertes, denkmalgeschütztes Bestandsgebäude und einen sechsstöckigen Neubau in Holzverbundkonstruktion, entworfen vom Büro Christ & Gantenbein.

    Mit einer Bruttogeschossfläche von rund 10’800 Quadratmetern entstehen moderne Arbeitswelten inklusive Auditorium, Lounge und Cafeteria, Foyer- und Ausstellungsbereich sowie Erholungs- und Fitnessflächen. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 80 Millionen Franken. ABB-CEO Morten Wierod betont damit das Bekenntnis zur Schweiz und zur Stadt Zürich. Stadtpräsidentin Corine Mauch spricht von einem künftig noch «farbigeren und lebendigeren» Quartier rund um den Bahnhof Oerlikon.

    Starkes Schlussquartal 2025
    Operativ hat ABB im Schlussquartal 2025 deutlich zugelegt. Der vergleichbare Umsatz stieg um 9 Prozent auf 9,05 Milliarden US-Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich der Auftragseingang: Er legte auf vergleichbarer Basis um 32 Prozent auf 10,32 Milliarden US-Dollar zu und überschritt damit erstmals die Marke von 10 Milliarden in einem Quartal.

    Die operative EBITA-Marge verbesserte sich von 16,6 auf 17,6 Prozent, der bereinigte Reingewinn stieg um 29 Prozent auf 1,27 Milliarden US-Dollar. Im Gesamtjahr 2025 erhöhte sich der Reingewinn auf 4,73 Milliarden US-Dollar, rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Dividende soll von 0,90 auf 0,94 Franken je Aktie angehoben werden; gleichzeitig kündigt ABB ein weiteres Aktienrückkaufprogramm an.

    Ausblick und neues Rückkaufprogramm
    Für das erste Quartal 2026 erwartet ABB ein vergleichbares Umsatzwachstum von 7 bis 10 Prozent sowie eine weiter steigende Marge. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit einem Wachstum von 6 bis 9 Prozent und einer leicht höheren Profitabilität. Analysten sehen besonders im Geschäft mit Rechenzentren und in der Sparte Elektrifizierung starke Treiber, dort legten die Aufträge um etwa ein Drittel zu.

    Zusätzlich legt ABB ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 2 Milliarden US-Dollar auf, das bis 27. Januar 2027 laufen soll. Ein zuvor laufendes Programm über bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar ist ausgelaufen. Das stärkt die Attraktivität der Aktie und signalisiert Vertrauen in die eigene Ertragskraft.

    ABB-Aktie auf Rekordniveau
    An der Börse wurden die Zahlen und der Ausblick mit Kursgewinnen honoriert. Die ABB-Aktie stieg um 8,46 Prozent auf 66,38 Franken, das neue Allzeithoch lag bei 67,22 Franken. Der starke Auftragseingang, die verbesserte Marge, die erhöhte Dividende und das grössere Aktienrückkaufprogramm haben die zuvor vorsichtigen Erwartungen klar übertroffen.

    Für den Standort Zürich-Oerlikon bedeutet die Kombination aus Landverkauf, Neubau der Konzernzentrale und geplanter Quartierentwicklung einen deutlichen Strukturwandel. Vom Industrieareal hin zu einem dichten, urbanen Wohn- und Arbeitsquartier, mit hohen Investitionen, aber auch mit der Perspektive weiter steigender Mieten.

  • Hochschulausbildung reagiert auf neue Anforderungen im Bau

    Hochschulausbildung reagiert auf neue Anforderungen im Bau

    Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) wird an ihrem Departement Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen in Winterthur einen neuen Master-Studiengang einrichten. Wie es in einer Mitteilung heisst, soll der MSc Integrierte Bau- und Energiesysteme (IBE) künftige Bauingenieure befähigen, nachhaltige und klimaverträgliche Bauprojekte in die Praxis umzusetzen.

    Der Studiengang umfasst fünf Semester und vermittelt Kernkompetenzen in Gebäudetechnik, Energie- und Nachhaltigkeitsexpertise sowie Schnittstellenkompetenzen in Architektur und Bauingenieurwesen. Das Studium bereitet die Absolvierenden auf Tätigkeiten in der Planung, Beratung und Umsetzung nachhaltiger Bauprojekte in Architekturbüros, Ingenieurunternehmen, Beratungsfirmen oder öffentlichen Institutionen vor.

    „Die Anforderungen an Planung und Umsetzung haben sich massiv erweitert“, wird Beat Waeber, Architekt und Leiter Abteilung Lehre am Departement Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen der ZHAW, in der Mitteilung zitiert. „Es braucht Fachpersonen, die disziplinübergreifend denken, Zusammenarbeit strukturieren und Verantwortung an den Schnittstellen übernehmen können. Diese Qualifikation verankern wir mit dem MSc IBE gezielt im Ausbildungsportfolio des Departements.“

  • Wohnhochhaus Rankstrasse

    Wohnhochhaus Rankstrasse

    Um den knappen Raum an der Rankstrasse optimal und zukunftsfähig zu nutzen, stützt sich das Basler Wohnbauprogramm «1000+» auf einen breit ausgeschriebenen, anonymen Architekturwettbewerb. 78 Teams zeigten Interesse, 15 ausgewählte eingereichte Projekte rangen um die beste Lösung. Die Fachjury überzeugte schliesslich «Miranda» des Zürcher Studios DIA, Haller Ingenieure und Hefti Hess Martignoni.

    Nachhaltigkeit integriert in Architektur und Sozialgefüge
    Das 88 Meter hohe Gebäude bringt über 100 neue Mietwohnungen nach dem Modell «Mietvertrag Plus», günstige, an Einkommens- wie auch Belegungsregeln gebunden. Herausragendes Merkmal ist das innovative Nachbarschaftskonzept. Jeweils drei Etagen sind vertikal verbunden, wodurch inklusive Begegnungszonen für vielfältig zusammengesetzte Mietergruppen entstehen. Die Wohnungen sind kompakt und funktional gestaltet, ermöglichen sparsamen Flächenverbrauch und erfüllen hohe Anforderungen an Ökologie und Wirtschaftlichkeit. Begrünte Aussenbereiche, gemeinschaftsfördernde Räume und ressourcenschonende Bauweise unterstreichen den Nachhaltigkeitsanspruch. Die Stadt bekennt sich damit offensiv zu einem verantwortungsvollen, sozialintegrativen Stadtwachstum.

    Neuer Massstab für Wohnen am Stadtrand
    Mit «Miranda» startet Basel-Stadt eine Weiterentwicklung am östlichen Stadtrand. Das Hochhaus markiert einen markanten Auftakt für künftige Quartiersentwicklungen und setzt ein architektonisches Zeichen der Öffnung. Frühester Baustart ist 2028, zuvor folgen Bebauungsplan und öffentliche Information. Die Ausrichtung auf Gemeinschaft, Durchmischung, Nachhaltigkeit und architektonische Qualität positioniert das Projekt als Referenz für modernes, urbanes Bauen in der Schweiz.

  • Roche-Arealentwicklung Basel

    Roche-Arealentwicklung Basel

    Die erste Entwicklungsphase des Roche-Areals wurde Ende 2023 abgeschlossen, nun folgt eine neue Etappe. Auf dem Nordareal entsteht bis 2030 eine der bedeutendsten Forschungsinfrastrukturen Europas. Kernprojekt ist Bau 12, ein 72 Meter hohes Forschungs- und Entwicklungsgebäude mit Platz für rund 450 Forschende. Der Neubau ersetzt die veraltete Infrastruktur und schafft optimale Bedingungen, um neuartige Wirkstoffe von der Grundlagenforschung bis zur Produktionsreife zu entwickeln. Mit einem Investitionsvolumen von rund 500 Millionen Franken wird Bau 12 zur zentralen Schnittstelle zwischen Forschung und klinischer Entwicklung.

    Parallel wird das Institute of Human Biology im Bau 92 zum neuen Zentrum für biologische Modellforschung ausgebaut. Rund 100 Millionen Franken fliessen in die Modernisierung und den Umbau. Ziel ist die Verknüpfung akademischer und industrieller Forschung, um komplexe menschliche Zellmodelle für die Arzneimittelentwicklung nutzbar zu machen.

    Auch die Produktion erfährt eine grundlegende Erneuerung. In den Bauten 50 und 51 entstehen bis 2028 modernste Anlagen für die Entwicklung und Kommerzialisierung synthetisch hergestellter Wirkstoffe. Mit modularer Bauweise, digitaler Steuerung und hoher Energieeffizienz wird hier eine neue Ära pharmazeutischer Prozessinnovationen eingeläutet. Der Investitionsrahmen dieser Projekte liegt bei rund 570 Millionen Franken.

    Nachhaltige Stadtentwicklung auf dem Südareal
    Parallel zur Forschung auf der Nordseite verfolgt Roche auf dem Südareal eine langfristig nachhaltige Entwicklungsstrategie. Das Areal am Rhein wird in enger Abstimmung mit der Basler Politik umgestaltet. Der überarbeitete Bebauungsplan sieht grosszügige Grünräume, ökologische Vernetzung entlang des Rheinufers sowie eine Integration in den Solitude-Park vor. Alte Gebäudestrukturen werden schrittweise rückgebaut, Baumaterialien nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft wiederverwendet.

    Der Kanton Basel-Stadt begleitet diesen Prozess aktiv. Regierungsrat und Grosser Rat unterstützen den Ansatz, das Südareal städtebaulich aufzuwerten, ohne dabei öffentliche Durchwegungen oder Enteignungen vorzusehen. Damit bleibt das Areal im unternehmenseigenen Zugriff, öffnet sich aber perspektivisch über landschaftliche Verbindungen und neue Freiraumkonzepte.

    Signal für den Standort Schweiz
    Seit 2015 hat Roche rund acht Milliarden Franken in die Schweizer Standorte investiert, über 33 Milliarden in nationale Forschung und Entwicklung. Allein in Basel entstehen bis 2029 weitere Anlagen für Forschung, Produktion und Infrastruktur, darunter eine neue unterirdische Wärme- und Kältezentrale zur Versorgungssicherheit des gesamten Areals. Die Bauarbeiten auf dem Nord- und Südareal stehen sinnbildlich für eine zukunftsfähige, ressourcenschonende Standortentwicklung, die Wirtschaft, Stadt und Wissenschaft verbindet.

    Die nächsten Jahre werden von intensiven Bauphasen, städtebaulichen Abstimmungen und technologischen Innovationen geprägt sein. Mit der fortschreitenden Arealentwicklung stärkt Roche nicht nur den Pharmastandort Basel, sondern setzt ein starkes Zeichen für die langfristige Bindung an die Schweiz, als Ort für Spitzenforschung, nachhaltige Architektur und urbane Zukunftsgestaltung.

  • Forschung und Praxis rücken im Immobilienmarkt näher zusammen

    Forschung und Praxis rücken im Immobilienmarkt näher zusammen

    Die ERNE Gruppe aus Laufenburg und SwissREI verleihen gemeinsam die Auszeichnung „ERNE Swiss Master – Beste wissenschaftliche Arbeit im Immobilienbereich 2026“. Die nominierten Forschungsteams aus neun Schweizer Hochschulen präsentieren ihre Arbeiten am 5. November 2026 beim Best of Research Kongress an der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ).

    Ausgezeichnet wird der Beitrag, der wissenschaftliche Fundierung mit hoher Praxisrelevanz verbindet und konkrete Impulse für die Weiterentwicklung der Immobilienbranche liefert. In einem transparenten Verfahren bestimmt das Fachpublikum aus der Immobilienpraxis den Gewinner, heisst es in einer Mitteilung.

    „Mit unserem Engagement fördern wir praxisnahe Forschung, stärken den Austausch zwischen Wissenschaft und angewandter Immobilienpraxis und leisten einen Beitrag zur nachhaltigen Weiterentwicklung unserer Branche“, wird Giuseppe Santagada, Group CEO der ERNE Gruppe, zitiert.

    Der Best of Research Kongress gilt als einer der führenden Anlässe für angewandte Immobilienforschung in der Schweiz und wird vom Swiss Real Estate Institute, einer Stiftung der HWZ, und dem Schweizerischen Verband der Immobilienwirtschaft (SVIT) durchgeführt. Die ERNE Gruppe ist ein Bau- und Immobiliendienstleister mit Aktivitäten in der Schweiz, Deutschland und Luxemburg. Das Unternehmen setzt auf einen hohen Eigenfertigungsgrad entlang der gesamten Bauwertschöpfungskette und engagiert sich stark für Kreislaufwirtschaft.

  • Wie Künstliche Intelligenz den Bauprozess absichert

    Wie Künstliche Intelligenz den Bauprozess absichert

    Der Benetics KI-E-Mail-Assistent soll laut einer Mitteilung eine der teuersten Fehlerquellen im Baualltag vermeiden helfen: die falsche Ausführung aufgrund von veralteten Planständen. Entwickelt wurde dieser Assistent von der Benetics AG. Das 2022 gegründete Zürcher Softwareunternehmen stellt ihn als Weltneuheit ab dem 20. Januar auf der Basler Swissbau vor.

    Nach dem ebenfalls auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Sprachassistenten für das Handwerk von 2024 „folgt mit dem KI-E-Mail-Assistenten die zweite Weltneuheit von Benetics AI“, wird CEO Ferdinand Metzler zitiert. „Damit kommen wir unserer Vision einen weiteren Schritt näher: Weniger zeitraubende Admin-Arbeiten, mehr Fokus auf das, was das Handwerk stark macht: die produktive Arbeit.“

    Der E-Mail-Assistent erkennt Bauplan-PDFs in eingehenden E-Mail-Anhängen und vergleicht diese mit vorhandenen Plänen in allen bestehenden Projekten. Er benachrichtigt automatisch, wenn ein neuer Planstand eingegangen ist. Und er stellt mit einem Knopfdruck sicher, dass niemand mehr auf dem alten Planstand arbeitet.

    Der KI-Assistent wird direkt in Microsoft Outlook eingebettet und kann von dort in weitere Systeme wie SharePoint oder andere DMS- und CDE-Lösungen integriert werden. Die offene API von Benetics AI sowie neue Konnektoren auf Make.com und Zapier ermöglichen den Angaben zufolge flexible Integrationen. „So entsteht erstmals ein durchgängiger digitaler Planfluss bis zum Monteur auf der Baustelle,“ heisst es in der Mitteilung.

    „Die Outlook-Integration bringt noch mehr Struktur in den Bauablauf“, so Bledar Beqiri. Er ist Leiter der Montage im Anlagenbau bei der Basler Rosenmund Haustechnik AG und Nutzer des KI-E-Mail-Assistenten. „Neue Planstände erreichen unsere Teams schneller und ohne Umwege. Das reduziert Fehlerquellen und gibt unseren Projektleitern mehr Sicherheit in der Ausführung.“

  • Strombranche warnt vor sinkender Sicherheit der Stromversorgung

    Strombranche warnt vor sinkender Sicherheit der Stromversorgung

    Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) hat laut einer Mitteilung erstmals den Stromversorgungs-Index Schweiz vorgelegt. Der Index bewertet die Stromversorgung der Schweiz für das Jahr 2035 mit 82 Punkten, für 2050 sogar nur mit 69 Punkten.

    Der Index bewertet die Stromversorgung in fünf Kategorien. Die Stromnachfrage pro Kopf werde vor allem wegen der Elektromobilität und der Rechenzentren weiter steigen; für 2050 gibt der Index 86 Punkte. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei zu langsam, gerade für die Versorgung im Winter. Solaranlagen auf dem Dach reichten dafür nicht aus, die Projekte in der Produktion von Wind- und Wasserkraft würden verzögert oder abgebrochen. Für 2050 gibt der Index dafür 83 Punkte. Die Flexibilität des Stromsystems wird für 2050 sogar nur mit 52 Punkten bewertet. Das Bundesziel für den Ausbau saisonaler Speicher werde deutlich verfehlt. Der Zubau der Stromproduktion erhält 63 Punkte. Dabei werde der Wegfall der heimischen Kernkraft ab 2040 den Bedarf erhöhen. Der Ausbau der Netze wird nur mit 57 Punkten bewertet.

    Der VSE weist in der Mitteilung darauf hin, dass die Importe nicht beliebig erhöht werden könnten und in Mangellagen keine Sicherheit böten. „Die Schweiz steht vor einer entscheidenden Weggabelung: Ohne entschlossene energiepolitische Entscheidungen, konkrete Investitionen in neue Produktionskapazitäten und eine deutliche Beschleunigung der Bewilligungsverfahren riskieren wir unsere Versorgungssicherheit“, wird VSE-Präsident Martin Schwab in der Mitteilung zitiert.

  • Gemeinsame Entwicklung für das Arbeitsgebiet Silbern

    Gemeinsame Entwicklung für das Arbeitsgebiet Silbern

    Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Regiowerk und Naturschutz haben laut einer Mitteilung am 14. Januar 2026 die Allianz Zukunft Silbern lanciert. Gemeinsam will die Allianz das Arbeitsgebiet Silbern zu einem zukunftsfähigen, gut erreichbaren und ökologisch verantwortungsvollen Wirtschaftsstandort entwickeln.

    Die konzeptionelle Grundlage für diese neuartige Kooperation wurde über zwei Jahre von den Interessensgruppen Regiowerk fürs Limmattal (Limeco), Natur- und Vogelschutzverein Dietikon, IG Silbern, Stadt Dietikon und Kanton Zürich in einem von Privatdozent Dr. Joris Van Wezemael geleiteten Vermittlungsprozess erarbeitet. Er ist Architektursoziologe und lehrt am Institut für Raum- und Landschaftsentwicklung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Mit seinen wissenschaftlichen Beiträgen hat er zu neueren Konzeptionen kollektiver Entscheidungsfindung in Raumplanung und Städtebau beigetragen.

    Die verschiedenen Interessensvertretungen waren sich vor Gründung der Allianz in ihrer Analyse einig: Das Gebiet Silbern ist zwar ein bedeutender Standort für Produktion, Handel und Einkauf. Doch hat es sich städtebaulich und stadträumlich seit vielen Jahren kaum weiterentwickelt und blieb hinter seinem Potenzial zurück. Nun will die Allianz das Gebiet so weiterentwickeln, dass Unternehmen attraktive Rahmenbedingungen vorfinden, die Erreichbarkeit verbessert wird und gleichzeitig Natur- und Lebensräume gestärkt werden.

    Auf dem Weg bis zur Gründung der Allianz Zukunft Silbern haben die Partner den Angaben zufolge ein besseres Verständnis füreinander entwickelt und gegenseitigen Respekt aufgebaut. „Damit“, so heisst es in der Mitteilung, „ist eine wichtige Grundlage geschaffen, um Projekte erfolgreich zu realisieren und Silbern als Ganzes voranzubringen“.

  • Senioren verkaufen Eigenheime spät und verkleinern nach Auszug nur wenig

    Senioren verkaufen Eigenheime spät und verkleinern nach Auszug nur wenig

    Der Immobilienbarometer der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat Trends und Wohnverhalten im Zürcher Immobilienmarkt fürs vierte Quartal 2025 analysiert, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Der Barometer zeigt: Senioren ziehen meist erst in sehr hohem Alter freiwillig aus ihrem Einfamilienhaus (EFH) aus – und wohnen danach oft weiterhin grosszügig.

    Hausübergaben geschehen dabei spät: in der Regel steigt die Wahrscheinlichkeit eines Hausverkaufs erst ab einem Alter von 85 Jahren deutlich. Das durchschnittliche Alter der heutigen EFH-Eigentümer liegt bei 62 Jahren. Auszüge im Alter erfolgen meist zu zweit, nur 22 Prozent betreffen Single-Haushalte. 44 Prozent der EFH-Auszügler bleiben im Anschluss in der gleichen Gemeinde.

    Zwar verkleinern sich ehemalige EFH-Bewohner nach dem Umzug, doch klein wohnen sie deswegen nicht. Mehr als 60 Prozent der 60- bis 70-Jährigen ziehen in Wohnungen mit vier Zimmern oder mehr. Je später der Auszug erfolgt, desto stärker fällt die Verkleinerung aus – allerdings bleibt der Wohnraum häufig weiterhin grosszügig. „Der Wunsch, seine Wohnsituation im Alter zu reduzieren, wird überschätzt. Salopp gesagt will man sich nicht auf einmal in einer kleinen Wohnung auf den Füssen stehen. So zumindest könnten es diejenigen empfinden, die ans grosszügige Wohnen in einem Einfamilienhaus gewohnt sind“, wird Ursina Kubli zitiert, Leiterin Immobilien Research bei der ZKB.

    Laut Barometer haben die Preise für Wohneigentum im Kanton Zürich weiter zugelegt. In der Region Land stiegen die Preise um 4,2 Prozent, in der Region Regio waren es lediglich 2,3 Prozent. Schweizweit stiegen Mieten 2025 um 2,3 Prozent, in der Stadt Zürich waren es bloss 2,2 Prozent. Damit liegt das städtische Mietwachstum ausnahmsweise unter dem Schweizer Durchschnitt.

    Für 2026 erwartet die ZKB weiter steigende Immobilienpreise. Günstige Finanzierungsbedingungen trieben die Nachfrage nach oben, während das Angebot nicht spürbar wachse, erklärt Kubli.

  • Nidwalden bündelt seine Blaulichtkräfte

    Nidwalden bündelt seine Blaulichtkräfte

    Das 33’000 Quadratmeter grosse Areal an der Kreuzstrasse ist heute vollständig überbaut. Viele Gebäude weisen erheblichen Erneuerungsbedarf auf, darunter die Bauten der Kantonspolizei und des Gefängnisses. Hinzu kommen betriebliche Mängel wie fehlende Fluchtwege oder ungenügende Trennungen zwischen öffentlichen Zugängen und Personaleingängen.

    Auf Basis einer breit abgestützten Untersuchung hat der Regierungsrat entschieden, das Areal vollständig neu zu organisieren und mit Ersatzneubauten zu überbauen. Ziel ist ein modernes Sicherheitskompetenzzentrum, das funktionale Abläufe verbessert, die Sicherheit erhöht und langfristig wirtschaftlicher ist als punktuelle Sanierungen.

    Gebündelte Blaulichtorganisationen
    Heute sind auf dem Areal Polizei, Gefängnis, Verkehrssicherheitszentrum, Strasseninspektorat, Amt für Justiz und Staatsanwaltschaft angesiedelt. Aufgrund der zentralen Lage wird geprüft, ob zusätzliche Blaulichtorganisationen, insbesondere Stützpunktfeuerwehr und Rettungsdienst, an die Kreuzstrasse verlegt werden. So soll ein Standort mit kurzen Wegen, abgestimmten Prozessen und klaren Zuständigkeiten entstehen.

    Eine durchgeführte Testplanung hat gezeigt, dass diese Bündelung auf dem bestehenden Areal realistisch ist. Sie bestätigt, dass sich die räumlichen Anforderungen der heutigen Nutzungen und zusätzlicher Organisationen auf der Fläche umsetzen lassen, ohne die Entwicklungsmöglichkeiten des Standorts zu verbauen.

    Gefängnis mit Blick auf künftige Bedürfnisse
    Im Rahmen der Testplanung wurde auch die künftige Ausrichtung des kantonalen Gefängnisses vertieft analysiert. Die Nachfrage nach Haftplätzen in der Schweiz ist hoch, insbesondere für pflegebedürftige Insassen im Straf- und Massnahmenvollzug. Vor diesem Hintergrund prüft Nidwalden, wie das neue Gefängnisangebot dimensioniert und funktional ausgerichtet werden soll, um längerfristig bedarfsgerecht zu sein.

    Gestaltungsplan und Richtprojekt
    Der Landrat hat einen Planungskredit von 1,63 Millionen Franken für Gestaltungsplan und Richtprojekt bewilligt. Die Planung wird mit einem klar definierten Nutzerkreis weitergeführt das sind Kantonspolizei, Rettungsdienst, Stützpunktfeuerwehr, Amt für Justiz, Staatsanwaltschaft, Gefängnis, Strasseninspektorat, Verkehrssicherheitszentrum und ausgewählte Verwaltungseinheiten.

    Der Gestaltungsplan soll den rechtlich verbindlichen Rahmen für die nächsten Planungsschritte schaffen. Er legt fest, welche Nutzungen wo zulässig sind, wie Erschliessung, Freiräume und städtebauliche Einordnung zu gestalten sind und welche Etappierungen möglich sind.

    Anpassungen im Verfahren und offene Teilprojekte
    Im Studienauftrag für Gestaltungsplan und Richtprojekt waren zunächst mehrere Planerteams beteiligt. Im Verlauf des Jahres 2025 zeigte sich jedoch, dass die Erschliessung mit einem moderaten Ausbau des bestehenden Kreisels angesichts neuer Verkehrsprognosen nicht ausreichen wird. Gleichzeitig kam eine neue Option für das Verkehrssicherheitszentrum ins Spiel. Obwalden plant einen Neubau in Sarnen und es werden Synergien eines gemeinsam genutzten Standorts mit Prüfhallen und Teststrecken geprüft.

    Um flexibler auf diese Veränderungen reagieren zu können, wurde entschieden, den Studienauftrag in der bisherigen Form zu beenden und das Richtprojekt nur noch mit einem Planungsteam weiterzubearbeiten. Der Landrat verlangte im Oktober 2025 zudem mehr Planungssicherheit, insbesondere für die beiden Teilprojekte «Verkehrssicherheitszentrum» und «Gefängnis», bevor Gestaltungsplan und Richtprojekt definitiv abgeschlossen werden.

    Nächste Schritte und Zeitplan
    Der Gestaltungsplan wird sich über die drei Standortgemeinden Stans, Buochs und Oberdorf erstrecken. Die entsprechenden Gemeindeversammlungen oder Urnengänge zur Beschlussfassung sind nach aktuellem Stand für das Jahr 2027 vorgesehen.

    Erste Kreditanträge für Architekturwettbewerbe einzelner Bauten des Sicherheitskompetenzzentrums werden frühestens ab 2028 erwartet. Bis dahin geht es darum, die offenen Fragen zu Erschliessung, Gefängnisausrichtung und Verkehrssicherheitszentrum zu klären.

  • Mobilfunknetze müssen Notstrom erhalten

    Mobilfunknetze müssen Notstrom erhalten

    Der Bundesrat verschärft die Anforderungen an die Ausfallsicherheit der Mobilfunknetze. Künftig müssen Betreiber an wichtigen Standorten und Antennen eine Notstromversorgung installieren, die den Betrieb bei Stromunterbrüchen während mindestens vier Stunden aufrechterhält.

    Im Fokus steht die Sicherheit der Bevölkerung. Notrufe, klassische Telefonie und Internetzugang sollen auch dann funktionieren, wenn das reguläre Stromnetz ausfällt. Dazu zählen ausdrücklich auch Radioprogramme, die über das Internet verbreitet werden, als Informationskanal in Krisensituationen.

    Staffelung bis 2034
    Die neuen Vorgaben gelten nicht für alle Dienste gleichermassen und nicht sofort. Ab 2031 müssen Notrufe während mindestens vier Stunden möglich sein. Andere Mobilfunkdienste, wie  allgemeiner Datenverkehr, müssen erst ab 2034 über diesen Zeitraum hinweg abgesichert werden.

    Um die Netze in einer Mangellage nicht zu überlasten, erhalten Betreiber zudem einen klaren Handlungsspielraum. Sie dürfen die Übertragung von Videos und TV-Programmen einschränken, um Kapazitäten für prioritäre Dienste wie Notrufe, Sprachverbindungen und zentrale Informationsangebote zu sichern.

    Kompromiss nach Kritik aus der Branche
    Ursprünglich plante der Bundesrat deutlich strengere Anforderungen. Die Mobilfunknetze hätten auch bei Stromausfällen von bis zu drei Tagen und wiederholten Abschaltungen stabil bleiben sollen. Telekomunternehmen und Wirtschaftsverbände kritisierten diese Vorgaben in der Vernehmlassung als kaum umsetzbar und zu aufwändig.

    In einem moderierten Dialog unter Leitung von Bundesrat Albert Rösti einigten sich Mobilfunkbetreiber und Verwaltung auf die jetzt beschlossene Lösung. Sie erhöht das Schutzniveau der Netze, ohne die Branche mit maximalen Szenarien zu überfordern, und liegt im Rahmen dessen, was auch andere europäische Länder verlangen.

    Prüfung weitergehender Härtung
    Mit der Teilrevision der Fernmeldedienstverordnung ist die Diskussion über Versorgungssicherheit noch nicht abgeschlossen. In einer zweiten Etappe prüft das zuständige Departement, in welchem Umfang eine weitergehende Härtung der Netze für Szenarien wie Strommangellagen oder mehrtägige Ausfälle realistisch umsetzbar ist.

    Dabei arbeiten mehrere Bundesdepartemente zusammen, unter anderem Wirtschaft, Bildung und Forschung sowie Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport. Bis spätestens Ende 2027 soll feststehen, ob und wie zusätzliche Massnahmen nötig sind, damit die Schweiz auch in ausserordentlichen Lagen möglichst verlässlich mit Mobilfunkdiensten versorgt bleibt.

  • Qualität gewinnen, Verfahren verschlanken

    Qualität gewinnen, Verfahren verschlanken

    Seit der Revision des Raumplanungsgesetzes gilt haushälterische Bodennutzung als Leitplanke, doch in der Praxis bleiben Verfahren oft langsam und schwerfällig. Interessen prallen aufeinander, Zuständigkeiten sind nicht immer klar, Einsprachen können Projekte über Jahre blockieren.

    Wer Innenentwicklung voranbringen will, muss daher früher ansetzen. Projektträger, Planende, Behörden, Politik und Umsetzende sollten bereits vor dem Baugesuch in einen strukturierten Dialog eintreten. So lassen sich Konflikte klären, Qualität definieren und Verfahren von Anfang an auf ein realistisches Zielbild ausrichten.

    Fünf Faktoren für bessere Verfahren
    Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen, Gemeinden und Bauwirtschaft haben in einem mehrjährigen Dialog fünf Erfolgsfaktoren identifiziert. Es braucht Haltung, einen frühzeitigen und strukturierten Dialog, klare Zuständigkeiten, Akzeptanz und Alltagsnutzen der Projekte sowie eine saubere strategische Einbettung.

    Was häufig fehlt, ist weniger fachliches Wissen als die konsequente Anwendung im Alltag. Verlässlichkeit zwischen den Akteuren, der Wille zur Umsetzung und Werkzeuge, die helfen, komplexe Verfahren pragmatisch zu steuern. Entsprechende Arbeitshilfen wurden an der Swissbau im Januar 2026 vorgestellt und danach online zur Verfügung gestellt. Als konkrete Unterstützung, um «Bauen einfacher zu machen».

    Beitrag der Bauwirtschaft
    Die Bauwirtschaft bringt sich aktiv in die Suche nach Lösungen ein. Etwa im Rahmen des Aktionsplans Wohnungsknappheit von Bundesrat Guy Parmelin und auf Basis von Studien von ARE und BWO. Aus dieser Arbeit ist ein Konzept für ein zweiphasiges Baubewilligungsverfahren entstanden. Zuerst werden Nutzung und Architektur geklärt, erst danach folgen technische Aspekte und Normen.

    Begleitet werden soll dieses Modell von einer konsequenten Digitalisierung entlang des gesamten Prozesses. Das Ziel ist die Planungssicherheit zu erhöhen, Schleifen vermeiden, Schnittstellen klären und damit sowohl die Verfahrensdauer als auch den Aufwand für alle Beteiligten reduzieren. Das Konzept versteht sich als Diskussionsgrundlage und macht die Sicht der Branche für Behörden, Politik und Öffentlichkeit greifbar.

    ISOS, Ortsbildschutz und Gemeindeautonomie
    Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit ISOS sowie Denkmal- und Ortsbildschutz. In den Dialogen auf Bundesebene wurde festgehalten, dass Kantone und Gemeinden bei der Erfüllung eigener Aufgaben, etwa beim Wohnungsbau, von ISOS-Erhaltungszielen abweichen können, wenn überwiegende Interessen vorliegen. Das stärkt die kommunale Handlungsspielräume und erleichtert Abwägungen vor Ort.

    Bis Herbst 2026 ist eine Anpassung der Verordnung geplant, um die Direktanwendung von ISOS auf tatsächlich ortsbildrelevante Fälle zu fokussieren. Parallel wird geprüft, wie eine neue Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen die Praxis weiterentwickeln könnte. Ein entsprechendes Kommissionspostulat des Nationalrats ist überwiesen. Die Bauwirtschaft begleitet diesen Prozess eng und fordert, dass Schutz und Entwicklung in ein tragfähiges Gleichgewicht kommen.

    Schnelle, digitale und qualitätsvolle Bewilligungsverfahren
    Der Kurs ist gesetzt, die Branche setzt sich für schlankere, digitale und schnellere Baubewilligungsverfahren ein, mit einem klaren Fokus auf zweistufige Verfahren, praxisnahe Arbeitshilfen und verlässliche Kooperation.

    Denn die Innenentwicklung der Schweiz gelingt nur dann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Mit transparenten Prozessen, klaren Zuständigkeiten und Projekten, die sowohl qualitativ überzeugen als auch den dringend benötigten Wohn- und Arbeitsraum schaffen.

  • Mehr Wohnraum aus System

    Mehr Wohnraum aus System

    Die Bau- und Immobilienwirtschaft steht unter Druck. Baukosten steigen, Fachkräfte fehlen, die Bevölkerung wächst weiter und Klimaziele setzen klare Grenzen für CO₂‑Emissionen. Serielles Bauen bündelt Antworten auf diese Herausforderungen.

    Dank industrieller Vorfertigung und standardisierten Prozessen werden Bauzeiten verkürzt, Abläufe berechenbarer und Projekte wirtschaftlicher. Die Baustelle wird zum Montageplatz, mit weniger Lärm, kürzerer Belastung für die Nachbarschaft und höherer Ausführungsqualität.

    Was serielles Bauen ausmacht
    Serielles Bauen versteht das Gebäude als Produkt, nicht als einmaligen Prototyp. Ein System wird intensiv entwickelt, durchdacht und in vielen Projekten angewendet. Elemente entstehen weitgehend im Werk und werden vor Ort montiert. Das erlaubt präzise Kosten und eine stetige Verbesserung aus gemachten Erfahrungen. Klassische Problemzonen wie Anschlüsse, Wärme- und Schallbrücken lassen sich gezielt entschärfen.

    Von Plattenbau bis «Tesla‑Moment»
    Serielle Bauweisen haben Geschichte, von frühen Holzsystemen der 1920er‑Jahre über die «Göhnerbauten» in der Schweiz bis zu Plattenbausiedlungen im Osten. Die Effizienz war hoch, die gestalterische Qualität oft nicht  und das Image leidet bis heute.

    Aktuell erlebt das Thema eine neue Welle. Hybride Systeme kombinieren Raummodule und 2D‑Elemente, bieten mehr Flexibilität für unterschiedliche Parzellen und Vorschriften und holen Architektur und Städtebau wieder stärker ins Boot. Projekte wie das studierendenorientierte «Woodie» in Hamburg zeigen, dass serielle Bauweise und architektonische Qualität sich nicht ausschliessen müssen.

    Stärken: Zeit, Kosten, Qualität, Klima
    Serielle Systeme verkürzen Bauzeiten und erhöhen die Kostensicherheit. Weil Bauteile und Details standardisiert sind, lassen sich Budget und Termine früh und verlässlich festlegen.

    Gleichzeitig eröffnet die industrielle Fertigung neue Spielräume für Nachhaltigkeit. Vorgaben zu CO₂‑Reduktion, Materialwahl und Energieeffizienz können konsequent in das System eingeschrieben werden. Durch Materialpässe und Plattformen werden verbaute Komponenten dokumentiert und damit als Ressource für spätere Umbauten oder Rückbauten sichtbar.

    Akzeptanz entscheidet über die Zukunft
    Die grosse Herausforderung ist die Wahrnehmung. In vielen Köpfen steht serielle Bauweise für monotone Architektur und soziale Problemquartiere. Solange aktuelle Projekte gestalterisch nur bedingt überzeugen, bleibt diese Skepsis bestehen.

    Für die breite Akzeptanz braucht es Gebäude, die mehr liefern als Effizienz. Gute Grundrisse, hohe Aufenthaltsqualität, differenzierte Aussenräume und eine sorgfältige Einbindung in den Stadtraum. Standardisierung sollte als Grundlage verstanden werden, auf der Vielfalt entsteht.

    Serielles Bauen kann zu einem zentralen Baustein der Bauwende werden, schneller, planbarer, ressourcenschonender und zirkulär gedacht. Die technischen Voraussetzungen sind vorhanden, erfolgreiche Pilotprojekte ebenfalls.

    Ob der Ansatz seinen «Tesla‑Moment» erlebt, hängt nun davon ab, ob Branche und Städte es schaffen, industrielle Prozesse mit hoher Wohn- und Gestaltungsqualität zu verbinden und damit zeigen, dass Wiederholung nicht Einheitsbrei bedeutet, sondern die Grundlage für zukunftsfähige, vielfältige Quartiere sein kann.

  • Materialwahl gegen die städtische Hitze

    Materialwahl gegen die städtische Hitze

    Die Schweiz steuert auf heissere Sommer, mehr Hitzetage und häufigere Extremwetterereignisse zu. Besonders Städte und dicht besiedelte Gebiete erwärmen sich stärker als ihr Umland und kühlen nachts langsamer ab, der bekannte Hitzeinseleffekt. Er hängt direkt mit der Bauweise zusammen, dichte Versiegelung, dunkle Oberflächen und massive Strukturen speichern Wärme und geben sie nur verzögert wieder ab.

    Weil Gebäude und Infrastrukturen über Jahrzehnte stehen, prägen die heute eingesetzten Materialien das Mikroklima von morgen. Damit wird die Materialwahl zur strategischen Entscheidung. Sie beeinflusst nicht nur Energiebedarf und Komfort im Gebäude, sondern auch Gesundheit und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.

    Was die Neuauflage leistet
    Hier setzt die zweite, erweiterte Auflage des Materialkatalogs an. Das Nachschlagewerk des Bundesamts für Wohnungswesen zeigt, wie verschiedene Baumaterialien die Aussentemperatur beeinflussen und welchen Beitrag sie zu einem hitzeresilienten Stadtklima leisten.

    Der Katalog vergleicht gängige Materialien im Aussenbereich wie Bodenbeläge, Fassaden und neu auch Dächer sowie Begrünungen in trockenem und feuchtem Zustand. Neben der Wirkung auf die Umgebungstemperatur berücksichtigt er zusätzliche Eigenschaften wie Reflexion der Sonneneinstrahlung, Lebensdauer und bei Belägen die Versickerungsfähigkeit. So entsteht ein Gesamtbild, das thermische, funktionale und wasserwirtschaftliche Aspekte zusammenführt.

    Aktualisierte Methode, vergleichbare Ergebnisse
    Die Neuauflage basiert auf Simulationen der Fachhochschule Nordwestschweiz, die im Auftrag des Bundesamts für Energie und des BWO durchgeführt wurden. Mit einer verbesserten Simulationssoftware wurden auch die bereits in der ersten Ausgabe enthaltenen Materialien neu berechnet.

    Dadurch liegen alle Resultate auf einem einheitlichen methodischen Stand und lassen sich direkt miteinander vergleichen. Für Planende bedeutet das, dass sie Varianten qualitativ und quantitativ gegenüberstellen und ihre Entscheidungen gegenüber Auftraggebenden und Behörden besser begründen können.

    Werkzeug für Planung und Umsetzung
    Der Materialkatalog ist als praxisorientiertes Nachschlagewerk für Neubauten und Sanierungen in dicht bebauten Gebieten konzipiert. Er unterstützt Fachplanende und Bauträgerschaften dabei, die Wirkung der Materialwahl auf die Hitzeentwicklung früh in ihre Prozesse zu integrieren, von der Projektidee bis zur Detailplanung.

    In Kombination mit weiteren Instrumenten zur Klimaangepassten Siedlungsentwicklung wird der Katalog zu einem Baustein für hitzeresiliente Quartiere. Er hilft, Oberflächen gezielt aufzuhellen, Verdunstungsleistung zu nutzen, Versickerung zu verbessern und damit das Stadtklima Schritt für Schritt robuster gegenüber dem Klimawandel zu machen.

  • Startups die das Bauen umkrempeln

    Startups die das Bauen umkrempeln

    Tobias Hofmeier (Swissbau) und Moritz Kistenmacher (Startup Academy) boten den Rahmen, damit junge Unternehmen Sichtbarkeit, Zugang zu Partnern und ein professionelles Umfeld erhielten. Im Innovation Village des Swissbau Lab prägten Startups fast die Hälfte der rund 70 Partner. Ein klares Signal, welchen Stellenwert unternehmerische Innovation für die Swissbau hat.

    Für Swissbau sind Startups keine Randerscheinung, sondern ein Herzstück des Innovationsprogramms. Unter dem Motto «zusammen neue Impulse setzen» ging es darum, Herausforderungen wie Klimaziele, Ressourceneffizienz, Produktivitätsdruck und Fachkräftemangel gemeinsam anzugehen. Diese Themen sind zentral und Innovation ist der Schlüssel, mit dem Startups weiterhin Tempo und den Mut für radikal neue Ansätze einbringen.

    Die Startup Academy Schweiz begleitete im Rahmen der Challenge Jungunternehmen aus der Bau- und Immobilienwirtschaft besonders eng. Einige Startups, die vor wenigen Jahren noch im Innovation Lab pitchten, sind heute mit grösseren Ständen auf der Messe präsent. Genau diese Entwicklung, vom frühen Prototyp zur etablierten Marktakteurin, setzt die Challenge in Gang und wirkt weit über die Messedaten hinaus.

    Politik und Standortförderung als Rückenwind
    Die Bedeutung unterstrich das Grusswort von Regierungsrat Kaspar Sutter, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt des Kantons Basel‑Stadt. Der Kanton hatte das Patronat über das Swissbau und unterstützt mit Basel Circular Unternehmen dabei, auf kreislauffähige Geschäftsmodelle umzusteigen. Dass der Circular Award gerade hier zum ersten Mal vergeben wurde, war folgerichtig und macht deutlich, dass Kreislaufwirtschaft und Klimaziele heute ins Zentrum der Baupolitik rücken.

    Sutter betonte, wie stark der Standort Basel auf Innovationsförderung ausgerichtet ist und mit Programmen, die Unternehmen und Branchen konkret unterstützen. Seine Botschaft wirkt über die Swissbau hinaus. Startups sind für jedes Wirtschaftsökosystem zentral; ohne sie wären etwa neue Technologiefelder kaum denkbar. Vergleichbares zeichnet sich in der Bauwirtschaft ab. Nur wenn neue Player mit frischen Ideen dazukommen, kann die Branche den technologischen und regulatorischen Wandel bewältigen.

    Auch der Kanton Baselland setzt mit seiner Standortförderung bewusst auf Innovation. Thomas Kübler, Leiter der Standortförderung Baselland, sprach am Finale von Rahmenbedingungen, die es Startups erleichtern sollen, zu wachsen und zu skalieren. Die wiederholte Partnerschaft bei der Swissbau Startup Challenge zeigt, dass hier nicht nur punktuell Netzwerke geknüpft, sondern langfristige Ökosysteme aufgebaut werden. Eine Basis, von der die Branche auch nach der Messe profitiert.

    Bauen ist für die Schweizer Volkswirtschaft zentral, verursacht aber hohe CO₂‑Emissionen und grosse Abfallmengen. Basel‑Stadt verfolgt mit 2037 ein ambitioniertes Netto‑Null‑Ziel. Solche Vorgaben erhöhen dauerhaft den Druck und die Nachfrage nach Lösungen, wie sie die Finalistinnen und Finalisten präsentierten und in Projekten und Pilotanwendungen weiterentwickeln.

    Sechs Finalisten, sechs Antworten auf die Bauwende
    Im Finale standen die sechs Startups Aconitum Swiss, Benetics, Impact Build, Moduvo, Planlabs und Talpa Inspection. Sie repräsentierten unterschiedliche Hebel der Transformation, von digitaler Prozessoptimierung über zirkuläre Materialien bis zur neu gedachten Baustellenkommunikation.

    Gemeinsam ist ihr Ansatz, dass sie die Bau‑ und Immobilienpraxis konkret verbessern und weniger Verschwendung, mehr Effizienz und bessere Daten erreichen. Die Ideen auf der Bühne im Swissbau Lab, sind keine Visionen im luftleeren Raum, sondern Lösungen, die sich bereits heute in Projekte, Baustellen und Planungsbüros integrieren lassen und dort ihre Wirkung entfalten.

    Innenräume ohne Plastik
    Aconitum Swiss hat ein biologisches Material aus Polymerkollagen entwickelt, das ohne Plastik auskommt und damit Energie, Ressourcen und Abfall reduziert. Ziel ist es, dauerhaft gesündere Lösungen für Mensch und Umwelt bereitzustellen. Gründerin Dr. Vlada Snus geht einen Schritt weiter und nutzt recyceltes Leder sowie upgecycelte Baustoffe wie Betonbruch, Sand, Recyclingglas und alte Dachziegel, um poröse Akustikpaneele zu produzieren. Diese Paneele verbessern die Raumakustik, filtern Luftschadstoffe, Viren und Bakterien und tragen zur Regulierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit bei. Das System ist kreislauffähig, reduziert den Kunststoffverbrauch und kommt bereits im B2B‑Geschäft in der Schweiz, Europa und im Mittleren Osten zum Einsatz – mit Potenzial, sich weiter zu verbreiten.

    Baustellenkommunikation ohne Zettelwirtschaft
    Benetics nahm sich einem Dauerthema auf Baustellen an, Kommunikation und Dokumentation. Statt Klemmbrett, Papierplänen, Notizzetteln und chaotischen Chat‑Verläufen setzt das Startup auf eine cloudbasierte Plattform mit Smartphone‑App. Der Verantwortliche spricht seine Anweisungen ins Handy, eine KI strukturiert die Informationen automatisch und legt klare Aufgabe im System unter Aufgabe, Zuständigkeit, Frist, nötige Schritte, Fotos ab.

    Gerade in einer international geprägten Branche ist das ein Vorteil. Mitarbeitende erhalten ihre Aufgaben in ihrer eigenen Sprache. So sinkt der administrative Aufwand, Fehler durch Missverständnisse werden reduziert und die Daten fliessen sauber in bestehende Systeme. Das zeigte sich bereits in den präsentierten Anwendungsfällen und künftig können noch mehr Baustellen davon profitieren, dass die Leute vor Ort sich wieder stärker auf das konzentrieren, was zählt, das Bauen.

    Robotik und Erdmaterial
    Impact Build denkt Bauteile von der Materialbasis her neu. Das ETH‑Startup will Wandelemente ohne klassische Schalungen herstellen, mit robotergestützter Fertigung und lokalen Ressourcen. Das Verfahren «Impact Printing» schiesst dichte Massen aus Aushub‑ und Bauschuttmaterial mit hoher Geschwindigkeit aufeinander, sodass sich die Schichten vollflächig verbinden und tragfähige Elemente entstehen.

    Die so produzierten Bauteile lassen sich zuschneiden, detaillieren, beschichten und modular kombinieren. Sie regulieren Feuchte und Temperatur, sind von Natur aus feuerbeständig und akustisch wirksam und dies bei tieferen Material‑, Arbeits‑ und Transportkosten. Mit dem Circular Award im Rücken stärkt Impact Build nun seine Position, mobile Roboterfabriken in die Nähe von Baustellen zu bringen, Emissionen zu senken und das Modell schrittweise international auszurollen.

    Innenwände im Kreislauf
    Moduvo nahm die Gipswand als Wegwerfprodukt ins Visier. Ziel ist es, Innenwände kreislauffähig zu machen, ohne die Praxis komplett auf den Kopf zu stellen. Das Startup entwickelte vorfabrizierte, holzbasierte Wandsysteme, die sich schnell montieren und ebenso einfach umbauen oder wiederverwenden lassen. Ideal für Büros mit häufig wechselnden Grundrissen. Ergänzt wird das System durch einen Holzständer‑Baukasten, der sich ähnlich wie der klassische Trockenbau verarbeiten lässt. Handwerker müssen keine völlig neuen Techniken erlernen und doch ändern sich die Spielregeln grundlegend mit weniger Abfall, geringere graue Energie, bessere Lebenszyklus‑Kosten. Damit ist das Startup gut positioniert, um auf aktuelle und künftige Vorgaben zu Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz zu reagieren und Neubau wie Bestand fit für kommende Anforderungen zu machen.

    Haustechnik auf Knopfdruck
    Planlabs setzte dort an, wo viel Planungszeit und Material gebunden werden, wie bei der technischen Gebäudeausrüstung. Die cloudbasierte Plattform automatisiert die Planung von Lüftung, Heizung/Kühlung und Elektro. Alle Anlagen werden gleichzeitig berücksichtigt mit realen Herstellerkomponenten, lokalen Normen, automatischer Dimensionierung und Kollisionsprüfung. Ziel sind weniger Überdimensionierung, besser abgestimmte Systeme und eine deutlich reduzierte Planungszeit. Varianten lassen sich rasch durchspielen, Nachhaltigkeitsziele präziser hinterlegen. Was im Finale präsentiert wurde, verschafft Planenden mehr Freiraum für Konzeptarbeit und Qualität und schafft die Grundlage, dass künftige Projekte robuster, ressourceneffizienter und besser dokumentiert geplant werden.

    Frühwarnsystem für Korrosionsschäden
    Talpa Inspection entwickelt eine neuartige Inspektionssonde, mit der Korrosionsschäden an Betonbauwerken früh erkannt werden können, bevor sie zu sicherheitsrelevanten Problemen werden. Das Spin‑off‑Team der ETH Zürich ersetzt aufwendige, punktuelle Vor‑Ort‑Messungen und Papierprotokolle durch ein digitales Verfahren. Die Sonde erfasst systematisch Zustandsdaten, die in einem 3D‑Digital Twin des Bauwerks visualisiert werden. So lässt sich das Korrosionsrisiko räumlich genau verorten und Infrastrukturbetreiber wissen, wo und wann sie eingreifen müssen, um Brücken und andere Bauwerke gezielt zu sanieren und ihre Lebensdauer zu verlängern. Mit dem Sieg an der Swissbau Startup Challenge erhielt Talpa Inspection zusätzlichen Schub, um diese Technologie breiter in die Praxis zu bringen.

    Countdown 2030
    Countdown 2030 bildet rund um die Startups ein Zusammenschluss von Fachleuten aus der Bauwirtschaft. Im Zentrum steht die «Reduction Roadmap Switzerland». Sie leitet aus einem globalen CO₂‑Budget nationale und sektorspezifische Kontingente ab, die bis auf Gemeindeebene heruntergebrochen werden sollen. So können Kommunen Bauvorhaben und Ortsentwicklung gezielt am Klimabudget ausrichten. Dänemark dient dabei als Vorbild. Dort haben verbindliche Ökobilanz‑Pflichten und ambitionierte Reduktionspfade bereits zu Innovation, Materialsubstitution und Umnutzungen geführt. Die Botschaft aus dem Swissbau Lab heisst den auch, ohne klare CO₂‑Kontingente, vernünftige Regulierung und das Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Markt wird die Bauwende nicht gelingen. Mit ihnen aber eröffnen sich neue Spielräume für genau jene Lösungen, die im Finale zu sehen waren.

    Circular Award Kreislauf als Leitmotiv
    Mit dem Circular Award, powered by Basel Circular, wurde an der Swissbau erstmals ein Preis speziell für kreislauffähige Geschäftsmodelle vergeben. Basel Circular, eine Partnerschaft des Kantons Basel‑Stadt und weiterer Förderinstitutionen, unterstützt Unternehmen beim Übergang von linearen zu zirkulären Modellen.

    Projektleiterin Stefanie Sendes machte am Finale deutlich, dass der Bausektor in der Schweiz für den grössten Anteil am Abfallaufkommen verantwortlich ist. Ihr Hinweis bleibt aktuell, Kreislaufwirtschaft ist weit mehr als Recycling. Entscheidend sind Wiederverwendung, Reparierbarkeit, modulare Produkte und Suffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette und genau dort setzen viele der präsentierten Startups an.

    Die Gewinner 2026
    Der Circular Award ging an Impact Build, eine Auszeichnung, die das Potenzial der robotisch gefertigten Bauteile aus Rezyklat‑Materialien unterstreicht. Hier treffen Ressourcenschonung, industrielle Skalierbarkeit und gestalterische Qualität direkt aufeinander und schaffen eine Grundlage für konkrete Projekte der nächsten Jahre.

    In der Swissbau Startup Challenge selbst wurden die Plätze drei, zwei und eins vergeben. Impact Build sicherte sich den dritten Rang, Benetics erreichte mit seiner KI‑gestützten Baustellenkommunikation Platz zwei und Talpa Inspection gewann als Hauptsiegerin den Finales. Diese Reihenfolge bleibt als Momentaufnahme, der eigentliche Wettlauf beginnt jedoch erst jetzt, wenn sich die Lösungen im Markt bewähren.

    Am Ende erwies sich die Swissbau Startup Challenge als weit mehr als eine Bühne für Pitches. Sie funktionierte als Labor für die Bauwende und als Treffpunkt von Startups, etablierten Unternehmen, Politik und Verwaltung. Dass die Baubranche die Gewinnerin ist, gilt nicht nur rückblickend auf die Messetage, sondern vor allem dann, wenn die präsentierten Innovationen nun ihren Weg in den Alltag von Planenden, Ausführenden und Betreiberinnen finden.