Kategorie: Planung / Entwicklung

Planung / Entwicklung – Immobiliennews zu Projektentwicklung, Arealplanung & Zukunftskonzepten im Schweizer Immobilienmarkt.

  • Klybeckquai und Westquai als Scharnier von Stadt und Zukunft

    Klybeckquai und Westquai als Scharnier von Stadt und Zukunft

    Der Klybeckquai und der Westquai zählen seit über hundert Jahren zu den pulsierenden Orten der Schweiz. Hier trifft die Stadt auf Hafen, Rhein, den Fluss Wiese und drei Länder. Die im Gang befindliche Modernisierung der Hafeninfrastruktur, insbesondere die Verlegung der Hafenbahn an den Südquai, öffnet das Tor zur urbanen Transformation dieses markanten Stadtareals. Für die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen erwachsen daraus einmalige Chancen. Sie rücken schrittweise näher an den Rhein und den Fluss Wiese heran und gewinnen an Lebens- und Aufenthaltsqualität. Urbanes Wachstum, soziale Vielfalt und nachhaltige Integration.

    Herzstück des neuen Entwicklungskonzepts ist die konsequente Erweiterung des Quartiers Klybeck in Richtung Rhein. Vorgesehen sind vielfältige, preisgünstige Wohnungen, quartierfreundliche Nutzungen und grosszügige Blockrandbebauungen, die mit begrünten Höfen das urbane Klima stärken. Der markante Quartierpark, der sich aus dem Ackermätteli entwickelt, und eine verlängerte, verbreiterte Rheinpromenade verbinden das Quartier noch stärker mit dem Fluss und bieten Raum für Begegnung, Freizeit, Erholung und Natur. Die Barriere des bisherigen Gleisfelds verschwindet, doch die Spuren der industriellen Geschichte bleiben als Identität erhalten. Die Fokussierung auf Fuss- und Veloverkehr sowie eine neue Tramlinie fördern eine nachhaltige, zukunftsfähige Quartiersmobilität.

    Westquai Raum für die Zukunft
    Der Westquai bleibt zunächst Industrie- und Gewerbezone, entwickelt sich jedoch ab 2030 sukzessive zu einem neuen urbanen Hotspot. Der Innovationsraum zwischen Hafen, Rhein und Dreiländereck bietet Raum für Arbeiten, urbane Produktion, Freizeit, Gastronomie, Kultur und vielfältige Grün- und Freiräume. Die künftige Nutzung soll offenbleiben, um flexibel auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren zu können. Bestehende Gebäude werden im Sinne des Netto-Null-Ziels 2037 bestmöglich erhalten.

    Mehr Grün, mehr Chancen, mehr Lebensqualität am Wasser
    Mit der Vergrösserung der Natur- und Freiflächen um um 20’000 m² umfasst nun die Hälfte des Areals hochwertige Grünflächen. Ein substanzieller Beitrag zum Biotopverbund und Stadtklima. Der neue Quartierpark und die zwei Kilometer längere Rheinpromenade machen den Fluss für die Stadtbevölkerung erlebbar. Der gestärkte Freiraum erfüllt zentrale Forderungen der Stadtentwicklung und wird zum sozialen Herz im urbanen Netz von Basel.

    Mit dem Klybeckquai und dem Westquai entsteht urbanes Leben am Wasser. Basel nutzt die Schnittstelle von Vergangenheit und Zukunft, von Industrie und Innovation und gibt so der Stadt ein neues Gesicht am Rhein.

  • Kanton Zürich legt Gestaltungsplan für Limmattaler Energiezentrum auf

    Kanton Zürich legt Gestaltungsplan für Limmattaler Energiezentrum auf

    Der Kanton Zürich legt laut einer Mitteilung ab dem 20. Januar die Unterlagen des Gestaltungsplanes für das geplante Limmattaler Energiezentrum (LEZ) der Limeco öffentlich auf. Interessierte können die Unterlagen während 60 Tagen in der Gemeinde, im kantonalen Amt für Raumentwicklung und im Internet einsehen und sich zum Plan äussern. Die Verantwortlichen des Regionalwerks und des Kantons stellen sich zudem am 21. Januar während eines öffentlichen Informationsanlasses in der Heimstrasse 46 in Dietikon den Fragen.

    Limeco muss seine Kehrichtverbrennung (KVA) und seine Abwasserreinigung (ARA) in den kommenden Jahren neu bauen. Das Regionalwerk will beide Anlagen im neuen Energiezentrum auf dem Gelände der heutigen KVA zusammenfassen. Das LEZ soll auch Energie in Form von Strom, Fernwärme und Gas produzieren. Die heutige ARA im Antoniloch muss bis 2050 aufgehoben werden, weil sie in einem Natur- und Vogelschutzgebiet von nationaler Bedeutung liegt.

    Das Zürcher Architekturbüro Penzel Valier hatte im Januar 2025 den Zuschlag für das Gesamtkonzept des Energiezentrums erhalten.

  • Modernisierung und Gebäudemobilität: Warum wir auf der bestehenden Infrastruktur aufbauen müssen

    Modernisierung und Gebäudemobilität: Warum wir auf der bestehenden Infrastruktur aufbauen müssen

    Besonders deutlich zeigt sich das bei alternden Aufzügen und Rolltreppen. Weltweit sind davon rund 10 Millionen solcher Anlagen in Betrieb, die meisten in dicht besiedelten Stadtzentren. Sie sind anfälliger für Störungen und Sicherheitsrisiken. Oft schränken alternde Aufzüge auch Menschen mit Behinderungen in ihrer Bewegungsfreiheit ein, zum Beispiel durch umständlich zu öffnende Drehtüren.

    Modernisierung ist nicht nur eine Frage der Sicherheit oder des Komforts. Sie ist auch eines der wirksamsten Instrumente zur Emissionsreduzierung. Das Bauwesen ist bereits für etwa 40 % der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich – eine Zahl, die sich innerhalb von 25 Jahren verdoppeln könnte, wenn nichts unternommen wird. Die Europäische Kommission schätzt, dass 85 bis 95 % der Gebäude, die im Jahr 2050 existieren werden, bereits heute stehen. Ein Ersatz dieser Gebäude ist keine Option. Der Schlüssel zur CO₂-Reduktion ist daher nicht der Neubau, sondern das Nachrüsten der älteren, aber noch funktionierenden Systeme.

    Für alle, die ihre Gebäude und Städte lebendig erhalten wollen, ist Modernisierung eine notwendige Investition in Resilienz, Nachhaltigkeit und allgemeines Wohlbefinden. Vernetzte, datengesteuerte Systeme können heute Verschleiss erkennen, Wartungsbedarf vorhersagen und die Lebensdauer von Anlagen verlängern – und machen Städte damit nicht nur sicherer, sondern auch smarter und ökologischer.

    Für viele Gebäudeeigentümer ist die Modernisierung nach wie vor eine Herausforderung. Hohe Investitionskosten, lange Ausfallzeiten und die Unsicherheit darüber, wo man anfangen soll, sind häufige Bedenken. Oft bietet sich eine partielle Modernisierung als vernünftiger Mittelweg an. Sie kombiniert die Vorteile neuer Technologien mit der Weiterverwendung intakter Komponenten und reduziert so Kosten und Betriebsunterbrechungen erheblich – ohne den Aufwand und die Stillstandszeiten einer vollständigen Erneuerung in Kauf nehmen zu müssen. Im Aufzugsbereich lassen sich dadurch bis zu 90 Prozent CO₂ gegenüber einem Komplettaustausch einsparen.

    Unsere Städte lassen sich nicht neu zeichnen, aber sie lassen sich weiterentwickeln. Wenn wir die Mobilitätssysteme modernisieren, die täglich Millionen von Menschen befördern, schaffen wir städtische Umgebungen, die sicherer, integrativer und klimafreundlicher sind – und bereit für die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte.

  • Region Zimmerberg bündelt Abwasserreinigung in neuer Anlage

    Region Zimmerberg bündelt Abwasserreinigung in neuer Anlage

    Die STRABAG AG ist am Projekt ARA (Abwasserreinigungsanlage) Zimmerberg beteiligt. Das Bauunternehmen aus Schlieren errichtet auf dem ehemaligen Gasi-Areal den Rohbau für das neue Pumpwerk Scheller in Horgen. Ziel dieser Arbeiten ist es laut einer Mitteilung, die bisherigen ARAs Horgen und Thalwil mit einer neuen Anlage zu ersetzen.

    Beide bestehenden ARAs seien „in die Jahre gekommen“. Statt beide Pumpwerke individuell zu betreiben, was mit hohen Investitionskosten für eine umfassende Modernisierung verbunden wäre, haben beide Gemeinden entschlossen, ihre Kräfte zu bündeln und eine „gemeinsame, moderne Abwasserreinigungsanlage“ für die Region Zimmerberg zu schaffen. Sobald die Gemeinschaftskläranlage in Betrieb gegangen ist, soll die bestehende ARA Horgen zurückgebaut werden. Die dadurch entstehenden ungenutzten Flächen am Seeufer sollen öffentlich genutzt und städtebaulich entwickelt werden.

    Die beteiligten Gemeinden Horgen, Oberrieden, Rüschlikon und Thalwil haben sich bereits im September 2020 im Zweckverband ARA Zimmerberg zusammengeschlossen. Die ARA Zimmerberg geht davon aus, dass ab 2029 das Abwasser von bis zu 78’000 Einwohnerinnen und Einwohnern und der Industrie der Region Zimmerberg gereinigt werden kann.

  • SVIT Zürich Polit-Talk «Zürcher Gemeinderatswahlen 2026»

    SVIT Zürich Polit-Talk «Zürcher Gemeinderatswahlen 2026»

    In der Stadt Zürich finden am 8. März 2026 die Gemeinderatswahlen statt. Hinsichtlich dieser wichtigen Wahl in der grössten Gemeinde unseres Kantons (mit Wirkung über die Kantonsgrenzen hinweg) empfiehlt der SVIT Zürich Kandidaten zur Wahl. Sie sind Mitglieder der relevanten Sachkommissionen HBD/SE (Hochbaudepartement, Stadtentwicklung) und FD (Finanzdepartement) oder haben in ihren Parteien wichtige Posten inne. Berücksichtigt werden auch Newcomer, die derzeit noch nicht im Gemeinderat sitzen. Alle sieben Kandidaten teilen jedoch ein gemeinsames Interesse: Eine liberale Wohn- und Immobilienpolitik für Zürich voranzutreiben, die sich den aktuellen Herausforderungen auf dem Wohnmarkt schnell und wirkungsvoll stellt.

    Im Polit-Talk erläutern die Kandidaten, wo sie sich für die Wohnpolitik und die Immobilienbranche stark machen und stehen den Teilnehmern während des Apéros auch für kritische Fragen, persönlich zur Verfügung. Am Schluss der Veranstaltung messen sich unsere Politgäste gegenseitig mit dem SVIT Zürich Politgame «Build & Rent». Wer gewinnt die Spielpartie? Wer gewinnt die Zürcher Gemeinderatswahlen 2026? Wir sind gespannt.

    Link zu den Kandidatenvideos

    Link zur Anmeldung zum Polit-Event

    Download:
    SVIT Zürich «Polit-Check” zu den Gemeinderatswahlen

  • Zukunftsmodell für Life Sciences, Forschung und Clusterpower

    Zukunftsmodell für Life Sciences, Forschung und Clusterpower

    Das Herzstück des Campus bildet ein kilometerlanger, durchgängiger Park, der alle Gebäude physisch und sozial verbindet. Die markanten Bauwerke Main Campus HQ, HORTUS, ALL, HOPE, SCALE sowie Swiss TPH, ALBA Haus und viele mehr gruppieren sich rund um das grüne Band und schaffen mit mehr als fünf Fussballfeldern Parkfläche einen Raum für Dialog, Erholung und Vernetzung. Mit über 5 000 Arbeitsplätzen nach Fertigstellung und über 115 000 m² Nutzfläche setzt das Areal neue Standards für Infrastruktur und Kollaboration in der Schweiz und Europa.

    Architektur und Nachhaltigkeit als Treiber
    Die Architekturen von Herzog & de Meuron und Felippi Wyssen tragen die Innovationsidee sichtbar nach aussen. Der Main Campus HQ ist praktisch vollvermietet und als multifunktionaler Forschungs- und Kommunikationsstandort Magnet für Unternehmen wie JNJ, SKAN, Basilea, die Universität Basel und weitere Akteure. Flexible Parkhäuser und Mobilitätsservices unterstützen die nachhaltige Standortnutzung. SENN agiert dabei als Investorin, Entwicklerin und Totalunternehmerin – von der Planung und Realisierung bis hin zur langfristigen Vermarktung. Entwickelt wird das Projekt in enger Zusammenarbeit mit Basel Area Business & Innovation, dem Kanton Basel-Landschaft und weiteren Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft.

    Herausragend ist HORTUS, ein Bürogebäude, das seine Herstellungsenergie in 30 Jahren amortisiert. Es wurde aus Holz, Lehm und Altpapier gebaut, gewinnt Energie über Photovoltaik und erfüllt höchste ESG-Kriterien. Jedes Bauteil ist Teil der Kreislaufwirtschaft und für künftige Nutzungszyklen vorbereitet. Der Innenhofgarten von Piet Oudolf trägt zur Biodiversität und zum Raumklima bei. HOPE und SCALE bieten ab 2028 weitere flexible, publikums- und produktionstaugliche Flächen. Die Nachbarn Swiss TPH und ALBA Haus stärken die gesundheitswissenschaftliche Ausrichtung des Standorts, während das Holiday Inn Express das internationale Business- und Netzwerkangebot ergänzt.

    Bild: Switzerland Innovation Park Basel Area Main Campus

    Cluster, Community und Innovation
    Mehr als 100 Unternehmen – von Global Playern über Spin-offs bis zu jungen Scale-ups – prägen das Areal und nutzen Programme wie BaseLaunch und DayOne für Gründung, Vernetzung und Wissenstransfer. Clusterveranstaltungen, Community-Plattformen und moderne Coworking-Infrastrukturen fördern den Austausch und die Entstehung gemeinsamer Projekte. Bildungseinrichtungen, Kinderbetreuung, Gastronomie, Sport- und Konferenzangebote schaffen ein vollwertiges, urbanes Arbeitsökosystem.

    Das Botnar Institute of Immune Engineering als Leuchtturm
    Ein besonderer Impuls kommt mit dem Botnar Institute of Immune Engineering (BIIE), das 2027 ins ALL, ein neues, nachhaltiges Gebäude auf dem Campus zieht. Die Entscheidung für den Standort unterstreicht Basels Bedeutung als Forschungsstandort. Das Institut, durch die Fondation Botnar mit rund 1 Milliarde Dollar getragen, bringt bis zu 300 Spitzenforscher aus aller Welt zusammen, um neuartige immunbasierte Diagnostika und Therapien zu entwickeln. Ziel ist, Lücken in Gesundheitstechnologien zu schliessen und Lebensqualität weltweit zu verbessern. Die Community des BIIE wird das Fachcluster und die Region Basel wesentlich prägen und mit Partnern wie Oxford und ETH Zürich globale Netzwerke stärken.

    Wirkung und Perspektive
    Der Switzerland Innovation Park Basel Area Main Campus bündelt Wissen, Infrastruktur und Community in einer international sichtbaren Innovationsmeile. Durch die Integration von Nachhaltigkeit, Empathie und Exzellenz entsteht am Standort Allschwil ein globaler Knotenpunkt für Spitzenforschung, lebensstarke Unternehmertum und zukunftsoffene Stadtentwicklung. Das Modell zeigt, wie Arealentwicklung, Architektur und Science-Cluster heute und morgen den Weg für wirtschaftliche und gesellschaftliche Transformation ebnen können.

  • Engineers’ Day 2026

    Engineers’ Day 2026

    Gerade vor dem Hintergrund von Klimawandel, Digitalisierung und nachhaltiger Mobilität rücken Ingenieurinnen und Ingenieure in eine Schlüsselrolle. Sie entwickeln Lösungen für erneuerbare Energiesysteme, resiliente Infrastrukturen, smarte Mobilitätskonzepte, digitale Technologien, datenbasierte Anwendungen und eine ressourcenschonende Produktion.

    Nachwuchs im Fokus
    Der Engineers’ Day möchte junge Menschen früh für Technik begeistern, vom Primarschulkind bis zur Studienwahl. Firmen und Institutionen bieten Führungen, Workshops, Demo-Stationen und Dialogformate an, die Berufe erlebbar machen und direkte Begegnungen mit Fachleuten ermöglichen.

    ​Hintergrund ist ein anhaltender Fachkräftemangel, gerade in den Ingenieur- und MINT-Berufen, in denen Frauen weiterhin stark untervertreten sind. Unternehmen, Organisationen und Bildungsinstitutionen sind deshalb eingeladen, eigene Anlässe und Aktionen für den 4. März 2026 anzumelden und so aktiv zur Nachwuchsförderung beizutragen.

    National Conference of Engineers
    Neu findet am selben Tag erstmals die National Conference of Engineers statt. Rund 40 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verbänden kommen an der Hochschule Luzern in Horw zusammen, um konkrete Massnahmen zur Stärkung des Ingenieur-Nachwuchses zu diskutieren.

    ​Ziel der Konferenz ist es, Kräfte über Branchen und Disziplinen hinweg zu bündeln und neue Wege zu finden, um mehr junge Menschen in ihrer Vielfalt für Ingenieur-, MINT- und Tech-Berufe zu gewinnen. Damit ergänzt die Tagung die dezentralen Aktivitäten des Engineers’ Day um eine strategische Plattform für Austausch und gemeinsame Initiativen.

    Von Muttenz nach Luzern
    Die Stabübergabe vom bisherigen Austragungsort Muttenz an Luzern im Oktober 2025 markiert einen weiteren Entwicklungsschritt des Formats. Mit der ersten National Conference of Engineers an der HSLU wird der Engineers’ Day 2026 nicht nur zum Erlebnistag für den Nachwuchs, sondern auch zum Treffpunkt für Entscheidungsträgerinnen der Ingenieur- und Bildungslandschaft.

  • Graue Energie Steilpass für den Mieterschutz

    Graue Energie Steilpass für den Mieterschutz

    Grauen Energie im Kontext
    Die Stärke des Arguments kommt aus der absoluten Aussage, dass «der Erhalt von Bestand und damit von Grauer Energie immer besser ist als der Abriss». Dieser Haltung stimmt gemäss einer Befragung in Fachkreisen die überwiegende Mehrheit der Fachplaner, Architekten und Dienstleister im Immobiliensektor zu. Die Haltung ist allerdings auch bei knapp der Hälfte der Immobilieneigentümer vertreten, wenn auch mit Vorbehalten.

    Genauer nachgefragt differenzieren die Befragten ihre Haltung. Gegen den Erhalt könne eine schlechte Gebäudesubstanz oder schlechte Energieeffizienz, nicht zeitgemässe Nutzungsstruktur, nicht aktivierbare Ausnützung für die Realisierung von mehr Wohnraum oder die Wirtschaftlichkeit sprechen. Die Branche betont richtigerweise, dass es keine absolute Wahrheit gibt und der Umgang jeder Liegenschaft zwischen ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Aspekten abgewogen werden muss.

    Eine Regulierung für zwei unterschiedliche Anliegen
    Parallel zur Intensivierung des Diskurses um den Erhalt von Grauer Energie hat sich der Ton zum Mieterschutz verschärft. Diverse Initiativen auf kantonaler und Bundesebene wollen verhindern, dass Mieterinnen und Mieter ihre Wohnung aufgrund von umfassenden Erneuerungen oder Gebäudeersatzen verlassen müssen. Auch diese Initiativen stellen sich kompromisslos auf den Standpunkt, dass keine Entmietung immer besser ist als eine Entmietung. Der Kanton Basel-Stadt zeigt, wie schnell Regulierungen wirken. Kaum drei Jahre nach der Einführung der Wohnschutzinitiative wird bereits weniger abgerissen, und damit werden auch weniger Liegenschaften entmietet. Der Wohnschutz wirkt dabei vorwiegend über die Wirtschaftlichkeit, mit den regulierten Preisen für die neuen Wohnungen werden Ersatze und Erneuerungen für Bauherren finanziell weniger attraktiv. In der Folge werden weniger Projekte realisiert.

    Verhaltene Diskussion um soziale und gesellschaftliche Kosten
    So wenig die absolute Aussage zum Erhalt von Grauer Energie richtig ist, so wenig greift die pauschale Aussage, dass keine Entmietung immer besser ist als eine Entmietung. Für die einzelne betroffene Mieterin oder den einzelnen Mieter mag die Aussage zutreffen, nicht jedoch, wenn es um die Wohnraumversorgung der gesamten Bevölkerung geht. Erweiterungen und Ersatze können mehr Wohnraum für mehr Menschen schaffen und dies häufig an bereits gut erschlossenen und versorgten Lagen. Ohne Eingriffe in die Gebäudestruktur können strukturelle Defizite von Wohnungen nicht behoben werden.

    Was es bräuchte, ist eine sachlichere Diskussion, wie der Zielkonflikt zwischen dem Schutz des Einzelnen und dem Interesse der Gesellschaft bestmöglich gelöst werden kann. In manchen Fällen kann das Herauszögern eines Ersatzes oder eine Ertüchtigung des Bestands für einen weiteren Lebenszyklus Sinn machen, in anderen Fällen überwiegt der gesellschaftliche Nutzen an mehr Wohnraum. Im Vordergrund sollte die Diskussion stehen, wie Entmietungen sozial bestmöglich abgefedert werden können. Regulierungen müssten auf die Lösungsfindung für Härtefälle gelenkt werden.

    Es braucht einen ausgewogenen Diskurs
    Absolute Betrachtungen blenden aus, dass Entscheidungen oft komplex sind und eine Güterabwägung von divergierenden Anliegen erfordern. Nachhaltige Lösungen mitten sich in der Regel zwischen unterschiedlichen Argumenten ein.

    Vertreterinnen und Vertreter der Branche sollten sich bewusst sein, dass pauschale Aussagen den Spielraum für kontextspezifische Diskussionen reduzieren. Wenn sich die Branche unreflektiert hinter den Erhalt von Grauer Energie oder gegen Entmietungen stellt, schliesst sich die Tür für die Diskussion gemässigter Regulierungen.

  • Zürich stärkt Energiewende mit 60-Millionen-Programm

    Zürich stärkt Energiewende mit 60-Millionen-Programm

    Gebäude gehören zu den grössten Energieverbrauchern im Kanton Zürich. Rund 40 Prozent des Energiebedarfs und ein Drittel der CO₂-Emissionen entfallen auf diesen Bereich. In den letzten Jahren hat sich jedoch viel bewegt. Technische Innovationen, die CO₂-Abgabe und kantonale Vorschriften zeigen Wirkung.

    Mit dem Energieförderprogramm schafft der Kanton zusätzliche Anreize, um fossile Heizungen zu ersetzen, Gebäudehüllen zu dämmen oder Wärmeverteilsysteme zu modernisieren. Die Nachfrage nach Fördergeldern ist weiterhin hoch, befeuert durch das revidierte Energiegesetz von 2022.

    Finanzrahmen bis 2029
    Für die Fortsetzung des Programms beantragt der Regierungsrat dem Kantonsrat nun 60 Millionen Franken. Diese Mittel sollen mit Anteilen aus der CO₂-Abgabe und aus dem nationalen Impulsprogramm ergänzt werden. Sofern die Bundesleistungen nicht gekürzt werden, ergibt sich ein Gesamtetat von bis zu 286 Millionen Franken für die Jahre 2026 bis 2029.

    Der Fokus liegt auf Massnahmen im Gebäudebereich. Auch Beratungs- und Informationsangebote werden unterstützt, insbesondere für Eigentümerinnen, die ihre Liegenschaften energetisch sanieren möchten oder vor dem gesetzlich vorgesehenen Verbot von Elektroheizungen ab 2030 Alternativen suchen.

    Innovation und Biogas im Blick
    Neben klassischen Gebäudesanierungen fördert der Kanton künftig verstärkt Innovation. Je eine Million Franken pro Jahr stehen für Pilotprojekte zur Verfügung, die neue Technologien und Verfahren zur effizienten Energienutzung oder -speicherung erproben. Weitere 250’000 Franken pro Jahr fliessen in die Förderung von Biogas aus landwirtschaftlichen Anlagen. Ein zukunftsträchtiger Energieträger für industrielle Hochtemperaturprozesse.

    So verbindet das Energieförderprogramm Klimaschutz mit regionaler Wertschöpfung. Es stärkt Innovation und wirkt zugleich als Hebel auf dem Weg zur Netto-Null im Zürcher Gebäudebestand.

  • Wolf-Areal Basel preisgünstige Wohnungen

    Wolf-Areal Basel preisgünstige Wohnungen

    Die SBB treibt die Transformation des früheren Güterbahnhofs Wolf zu einem urbanen Wohn- und Arbeitsquartier voran. Wie beim Projekt Volta Nord werden bisherige Bahnflächen für Wohnen, Arbeiten und Freizeit geöffnet.

    ​Auf zwei Baufeldern im Herzen des Areals entstehen ab 2028 rund 270 Wohnungen, die gezielt im preisgünstigen Segment positioniert sind.

    Kostenmiete und zeitgemässe Wohnformen
    Die Basler Wohngenossenschaft plant etwa 150 Genossenschaftswohnungen, Vivanta rund 120 weitere preisgünstige Einheiten. Sämtliche Wohnungen werden nach dem Prinzip der Kostenmiete realisiert, was langfristig moderate Mietzinse ermöglicht.

    ​Die Konzepte setzen auf zeitgemässe Wohnformen für unterschiedliche Lebensphasen, von Familien über Singles bis zu älteren Menschen. Gemeinschaftsräume und Begegnungszonen sollen das Quartierleben stärken und soziale Vernetzung fördern.

    Gemeinnützige Partner mit klarem Auftrag
    BWG und Vivanta verfolgen einen explizit gemeinnützigen Auftrag. Bezahlbaren Wohnraum sichern und gleichzeitig hohe Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards einhalten. Die Projekte sollen zeigen, dass ökologische Bauweisen mit tragbaren Mieten vereinbar sind.

    ​​Baurecht als Entwicklungsinstrument
    Die Vergabe der Baufelder erfolgt im Rahmen eines partnerschaftlichen Baurechtsvertrags, den SBB, das Bundesamt für Wohnungswesen und Wohnbaugenossenschaft Schweiz gemeinsam entwickelt haben. Dieses Modell schafft verlässliche Konditionen für gemeinnützige Bauträger und beschleunigt die Realisierung von preisgünstigem Wohnraum in Zentren.

    ​Mit der Entwicklung des Wolf-Areals verfolgt die SBB ihre Strategie weiter, nicht mehr betriebsnotwendige Flächen für eine moderne Stadtnutzung zu öffnen und einen substanziellen Beitrag zum bezahlbaren Wohnen zu leisten.

  • Kanton Zürich will grosse Dächer für Solarstrom nutzen

    Kanton Zürich will grosse Dächer für Solarstrom nutzen

    Der Zürcher Regierungsrat will die Sicherheit der Stromversorgung mit Solarstrom und Langzeitspeichern verbessern. Dafür hat er am 6. Januar laut einer Mitteilung zwei Vorlagen zur Änderung des kantonalen Energiegesetzes präsentiert.

    Die erste Vorlage sieht vor, dass Dächer mit einer Grösse von mehr als 300 Quadratmetern ganzflächig mit einer Solaranlage ausgestattet werden müssen. Diese Pflicht gilt bei Neubauten und bei der Sanierung von Dächern bestehender Dächer. Der Regierungsrat schätzt das Potenzial der vollständigen Nutzung aller geeigneten Dächer auf jährlich rund 6 Terawattstunden Strom. Das entspricht rund zwei Dritteln des derzeitigen Stromverbrauchs im Kanton. Rund 60 Prozent dieses Potenzials liegen laut Regierungsrat bei grossen Dächern.

    Die zweite Vorlage sieht einen Ausbau der Langzeitspeicher vor. Stromnetzbetreiber sollen diese künftig gemeinsam fördern. Diese Förderung soll über eine Abgabe auf den Stromverbrauch finanziert werden, die 0,5 Rappen pro Kilowattstunde nicht übersteigt. Der entsprechende Förderfonds soll von den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) verwaltet werden. Der Regierungsrat will damit den Überschuss an Solarstrom im Sommer für das Winterhalbjahr nutzbar machen.

    Die beiden Vorlagen gehen nun zur Beratung an den Kantonsrat.

  • Amtliche Vermessung der Schweiz erhält neue Strategie bis 2040

    Amtliche Vermessung der Schweiz erhält neue Strategie bis 2040

    Die an der amtlichen Vermessung der Schweiz beteiligten Institutionen haben eine neue strategische Ausrichtung bis zum Jahr 2040 definiert. Bund, Kantone, Gemeinden und die für die Aktualisierung der Daten zuständigen Einrichtungen stellen dabei laut einer Mitteilung des Bundesamts für Landestopographie swisstopo die Nutzerinnen und Nutzer in den Mittelpunkt des Systems. Swisstopo wird die Umsetzung der neuen Strategie koordinieren.

    Sie zielt den Angaben zufolge darauf ab, eine „transparentere, zeitgemässere und besser nutzbare amtliche Vermessung für die gesamte Gesellschaft“ zu gewährleisten. Dies schaffe Rechtssicherheit, etwa bei Entscheidungen mit Raumbezug. Zudem soll das neue System den Schutz von Eigentumsrechten durch das Grundbuch sowie die Unterstützung von Innovation und fundierter Planung auch in Zukunft gewährleisten und verbessern.

    Die strategische Vision sieht auch die Integration neuer Technologien vor, insbesondere Künstliche Intelligenz und dreidimensionale Modellierung. So können 3D-Ansichten die zweidimensionalen Aufteilungspläne bei Stockwerkeigentum ersetzen. Auch Höhenbeschränkungen können verlässlicher berücksichtigt werden, wenn es etwa um Weg- oder Durchgangsrechte geht.

    Zudem erlauben diese Technologien auch die Dokumentation von Sachverhalten aus der Vergangenheit. Dies kann bei Streitigkeiten oder bei der Beurteilung der Rechtslage entscheidend sein. „Damit“, so swisstopo, „zielt die neue Vision darauf ab, den Wissensaustausch und die Nutzung von Daten durch alle Beteiligten – Bürgerinnen und Bürger, Geometer, GIS-Spezialisten, öffentliche Verwaltungen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen – zu erleichtern“. Mit GIS sind Geoinformationssysteme gemeint.

  • Mehr Flexibilität in der Hotellerie-Ausbildung in Thun

    Mehr Flexibilität in der Hotellerie-Ausbildung in Thun

    Die Hotelfachschule Thun führt ab dem Schuljahr 2026/27 ein hybrides Schulhotelmodell ein. Dann können Lernende wählen, ob sie die Ausbildung im Schulhotel mit oder ohne Übernachtung absolvieren. Laut einer Mitteilung soll dies mehr Flexibilität bieten.

    Damit reagiert die Schule auf „sich verändernde Bedürfnisse bei Lernenden und Betrieben sowie neue wirtschaftliche Rahmenbedingungen“. Denn für manche Lernenden stelle die Übernachtung im Schulhotel eine finanzielle Herausforderung dar.

    Um beide Modelle möglich zu machen, werden Unterrichtszeiten, überbetriebliche Kurse und die Organisation des Schulalltags entsprechend angepasst. Damit will die praxisorientierte Managementschule für Hotellerie und Gastronomie in der Schweiz „Bewährtes erhalten und gleichzeitig neue Wege gehen“ sowie „die Attraktivität des Schulblockmodells langfristig sichern“.

    Wie die Hotelfachschule Thun betont, gewährleisten beide Varianten die gleiche Ausbildungsqualität, Betreuung und Struktur. Das hybride Schulhotelmodell gilt für alle drei Ausbildungsberufe – Hotelkommunikation HOKO, Fachfrau/-mann Hotellerie-Hauswirtschaft FAHH/PAHH sowie Restaurantfachfrau/-mann REFA/REAN – und für sämtliche Ausbildungsjahre.

  • Projekt macht Barrieren im Stadtalltag neu erfahrbar

    Projekt macht Barrieren im Stadtalltag neu erfahrbar

    Die Hochschule Luzern, das Recherchekollektiv Correctiv.Schweiz – der Schweizer Ableger der deutschen gemeinnützigen Rechercheorganisation Correctiv – sowie das Zentralschweizer Onlinemagazin zentralplus.ch haben den Stadtalltag auf Hürden für Menschen mit Einschränkungen getestet.Das Projekt „Achtung Barriere!“ will laut einer Medienmitteilung den Stadtalltag von Menschen, die von einer Neurodivergenz betroffen sind, für andere erlebbar machen und zeigen, wie sie ihre Umgebung wahrnehmen.

    In einem ersten Schritt wurde ein virtueller Stadtrundgang entwickelt. Die digitale Anwendung mache es nachvollziehbar, „wie herausfordernd es für eine sehbehinderte Person ist, eine Strasse zu überqueren und wie viel Stress dabei entsteht“. Als zweites kommen immersive Mixed-Reality-(MR)-Erfahrungen zum Einsatz, die mit einer speziellen MR-Brille und Kopfhörern ein „Eintauchen in die Szene“ ermöglichen, wie der auf Augmented und Mixed Reality spezialisierte Designforscher Tobias Matter erklärt. So werde etwa die multisensorische Überreizung spürbar, die ausgelöst durch „Lärm, Bewegung und der chaotischen Situation einer Baustelle“ auf eine autistische Person einwirkt.

    In das von der Gebert Rüf Stiftung finanzierte Forschungsprojekt bringen auch Luzernerinnen und Luzernern ihre Erfahrungen mit ein. Auf der zu Correctiv gehörenden Rechercheplattform CrowdNewsroom.org kann die Öffentlichkeit Erfahrungen mit Hindernissen melden.

    Nach den Worten von Pascal Ruedin, Bereichsleiter Projekte beim Tiefbauamt, treffen „fast an jeder Ecke der Stadt verschiedene Perspektiven, Erwartungen und Erfahrungen aufeinander“. Die Stadt als Ansprechpartnerin des Projekts verfolgt das Ziel, die unterschiedliche Wahrnehmung in „einen gemeinsamen Austausch zu bringen“. Die Ergebnisse sollen für politische Entscheidungsträger eine Grundlage liefern, bei künftigen städteplanerischen Entscheidungen „räumliche Auswirkungen besser nachvollziehen zu können“.

  • Experimentierfeld genossenschaftliches Stadtleben

    Experimentierfeld genossenschaftliches Stadtleben

    Als Innovations- und Lernplattform versteht «mehr als wohnen» das Hobelwerk nicht nur als Siedlung, sondern als Reallabor für neue Wohnformen, Partizipationsmodelle und genossenschaftliche Governance. Für Fachleute aus Planung, Wohnungsbau und Stadtentwicklung bietet das Quartier Anschauungsmaterial für zentrale Fragen der künftigen Stadtentwicklung. Im Fokus steht etwa, wie viel Gemeinschaft der Alltag tatsächlich verträgt und wie sich Mischnutzungen so organisieren lassen, dass sie langfristig robust funktionieren. Ebenso wird sichtbar, wie ein Quartier zugleich sozial offen, ökologisch ambitioniert und dennoch wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden kann.

    Das Hobelwerk liegt auf dem früheren Areal der Schreinerei Kälin & Co. AG unmittelbar beim Bahnhof Oberwinterthur und damit an einer gut erschlossenen, vormals gewerblich geprägten Lage. Bauherrin ist die Baugenossenschaft mehr als wohnen, die nach dem Hunziker Areal ihr zweites grosses Projekt realisierte und das Areal zwischen 2018 und 2023 in zwei Etappen entwickelt hat.

    ​Auf rund 16 000 m² sind fünf Neubauten und mehrere umgenutzte Bestandsbauten entstanden, insgesamt etwa 158 Wohnungen plus Gewerbe- und Gemeinschaftsflächen. Die Siedlung gilt als Modell für sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Stadtentwicklung und wurde mehrfach architektur- und energiepreislich ausgezeichnet.

    Städtebau, Architektur und Nutzungsmix
    Die unterschiedlichen Baukörper, darunter lange Riegel entlang der Gleise, ein Hofhaus, ein Quaderbau und ein kleiner Wohnturm, schaffen ein kleinteiliges Quartier mit Höfen, Gassen, Spiel- und Gartenflächen. Mehrere Büros, unter anderem pool Architekten, Ramser Schmid, Pascal Flammer, Baubüro in situ und Studio Vulkan, sorgen für Vielfalt im Detail bei gleichzeitig klarer Gesamtfigur.

    ​Der Nutzungsmix reicht von klassischen 1,5- bis 6,5-Zimmer-Wohnungen über Clusterwohnungen und Micro-Co-Living bis zu Wohnateliers für Kulturschaffende und verschieden grosse, teilweise günstige Gewerbeflächen. Im Erdgeschoss liegen unter anderem Kita, Bäckerei, Co-Working, Ateliers, Waschsalons, Gemeinschaftsräume und Allmendflächen, die als erweitertes «Wohnzimmer» der Siedlung funktionieren.

    Wohnkonzepte und Alltagsorganisation
    Die Genossenschaft kombiniert etablierte und experimentelle Wohnformen wie Micro-Co-Living für ein bis zwei Personen mit gemeinsamen Küchen und Aufenthaltsflächen, grosszügige Clusterwohnungen für WGs, klassisch geschnittene Familienwohnungen sowie inklusive Wohnprojekte, etwa mit Partnerorganisationen wie jawohn. Ergänzt wird das Wohnangebot durch Gästezimmer, Gästewohnungen und zuschaltbare Zimmer, die flexibel zugemietet werden können.

    ​Die Allmende spielt eine zentrale Rolle mit Laubengänge, Dachterrassen, Gemeinschaftsräume und der überdachte Hobelwerkplatz erleichtern informelle Begegnung und geteilte Nutzung. Bewohnende gestalten das Quartier in Quartiergruppen und Partizipationsformaten aktiv mit, ein Kernbestandteil der «mehr als wohnen»-DNA.

    Bestand, Freiraum und Identität
    Die alte Hobelwerkhalle und die Z-Halle wurden erhalten, sanft umgebaut und bilden heute das Zentrum mit einem überdachten Platz für Märkte, Feste, Kultur- und Quartierveranstaltungen. So bleibt die industrielle Vergangenheit als räumliche und narrative Schicht präsent und verleiht dem Areal eine klare Identität.

    ​Die Freiraumgestaltung mit Gemüsegärten, Kieswegen, Spielflächen und Begrünung von Höfen und Fassaden zielt auf hohe Aufenthaltsqualität, Hitzereduktion und Biodiversität. Autoarme Erschliessung und eine Mobilitätsstation mit Bikes und Anhängern stärken den Alltag ohne eigenes Auto.

    Nachhaltigkeit, Governance und Lerncharakter
    Das Projekt setzt auf energieeffiziente Bauweise, robuste, langlebige Materialien und gezielte Wiederverwendung von Bauteilen, kombiniert mit einem niedrigen Ressourcen- und Flächenverbrauch pro Kopf. Dafür erhielt das Hobelwerk mehrere Auszeichnungen, unter anderem als eines der besten Neubauprojekte der Schweiz und für seine energieeffiziente, ressourcenschonende Konzeption.

  • Kantone stoppen Brandschutz-Liberalisierung

    Kantone stoppen Brandschutz-Liberalisierung

    Die heute gültigen VKF-Brandschutzvorschriften von 2015 bilden schweizweit den verbindlichen Rahmen für baulichen und technischen Brandschutz. Umgesetzt werden sie durch Kantone und Gemeinden. Für 2026/2027 war eine Totalrevision geplant. Die VKF erarbeitete im Auftrag der Kantone einen rund 500 Seiten starken Entwurf, der unter dem Projekttitel «BSV 2026» seit September 2025 in der technischen Vernehmlassung war.

    ​Ziel war ein moderneres, stärker auf Verhältnismässigkeit, Deregulierung und Kosten-Nutzen-Optimierung ausgerichtetes Regelwerk. Der Ansatz waren klare Schutzziele, vereinfachte Nachweisverfahren und mehr Eigenverantwortung über den ganzen Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg.

    Geplante Lockerungen im Fokus
    Kritisch diskutiert wurden vor allem punktuelle Lockerungen. Der Entwurf sah in bestimmten Nutzungsszenarien längere zulässige Fluchtweglängen und vereinfachte Anforderungen an brennbare Bauteile vor. Zudem sollten obligatorische Kontrollen zugunsten von mehr Selbstdeklaration und Eigenverantwortung der Eigentümerschaften teilweise zurückgefahren werden.

    ​Wie viel Normenabbau verträgt ein System, dessen Kernauftrag der Schutz von Menschenleben ist? Kritiker warnten, dass vermeintliche Effizienzgewinne im Ernstfall teuer bezahlt werden könnten.

    Marschhalt nach Brandkatastrophe
    Die Brandkatastrophe im Wallis in der Silvesternacht hat die Diskussion schlagartig verändert. Das Interkantonale Organ für technische Handelshemmnisse als politischer Auftraggeber des Projekts verfügte Anfang Januar 2026 einen Marschhalt bei den Liberalisierungsbestrebungen.

    ​Die technische Vernehmlassung wird zwar formell bis zum 11. Januar abgeschlossen, das gesamte Reformprojekt jedoch inhaltlich neu beurteilt. Gesicherte Erkenntnisse aus den laufenden Untersuchungen zum Brand sollen sowohl fachlich wie politisch diskutiert und explizit in die weiteren Arbeiten integriert werden.

    Kritik an «mehr Markt, weniger Staat»
    Schon vor dem Brand äusserten Fachleute und Medien Skepsis gegenüber der Ausrichtung der Revision. Die Stossrichtung «Deregulierung, mehr Eigenverantwortung, weniger Kontrollen» wurde als Risiko interpretiert, Sicherheit zugunsten von Kosteneinsparungen, Flexibilität und Projektbeschleunigung zu schwächen.

    ​Besonders heikel ist die Lage in Kantonen ohne kantonale Gebäudeversicherung wie dem Wallis, wo die Präventions- und Kontrollstrukturen weniger dicht sind. Dort wuchs die Sorge, dass längere Fluchtwege, mehr brennbare Bauteile und reduzierte Aufsicht im Ergebnis höhere Risiken für Grossschäden und Opfer bedeuten könnten.

    Wie geht es weiter mit BSV 2026?
    Die Vernehmlassung zur technischen Vorlage wird ausgewertet, gleichzeitig erarbeiten IOTH und VKF einen neuen Fahrplan für das Projekt «BSV 2026». Offiziell ist alles offen, von gezielten Präzisierungen über stärkere Vereinheitlichungen bis hin zu Verschärfungen einzelner Anforderungen.

    ​Parallel gewinnt eine andere Debatte an Fahrt. Viele Akteure fordern schweizweit einheitlichere Kontrollen und Mindeststandards, weil die heutige Umsetzung von Brandschutzkontrollen zwischen den Kantonen stark variiert. Der Marschhalt ist damit nicht das Ende der Reform, sondern ein Wendepunkt. Weg von der reinen Deregulierung, hin zu einer Brandschutzpolitik, die Lehren aus Crans-Montana sichtbar und verbindlich macht.

  • Interdisziplinarität als Schlüssel für Innovation im Bauwesen

    Interdisziplinarität als Schlüssel für Innovation im Bauwesen

    Im Studium treffen Studierende aus Architektur, Ingenieurwesen, Gebäudetechnik, Geomatik, Informatik und Nachhaltigkeitsmanagement aufeinander. Diese Vielfalt eröffnet neue Perspektiven, verlangt aber auch Offenheit und Lernbereitschaft. Unterschiedliche Denkweisen, Fachsprachen und Prioritäten müssen zu einem gemeinsamen Ziel zusammengeführt werden. Entscheidend ist die Haltung. Wer bereit ist zuzuhören, voneinander zu lernen und Vertrauen aufzubauen, schafft Raum für echte Innovation.

    Kommunikation als Fundament
    Ohne präzise Kommunikation scheitert selbst die beste Technik. Schon ein Begriff wie «Modell» kann je nach Disziplin völlig verschieden verstanden werden. In dieser Weiterbildung lernen Studierende, solche Unterschiede bewusst anzusprechen, ein gemeinsames Vokabular zu entwickeln und Missverständnisse zu vermeiden. Kollaborative Plattformen wie Miro oder modellbasierte Datenräume unterstützen den Prozess, ersetzen aber nicht den persönlichen Austausch. Nur wenn Sprache, Visualisierung und digitale Werkzeuge intelligent kombiniert werden, entsteht ein gemeinsames Verständnis.

    Struktur schafft Vertrauen
    Transparente Rollen, klare Zuständigkeiten und nachvollziehbare Abläufe bilden das Rückgrat erfolgreicher Teams. Sie verhindern doppelte Arbeit, fördern Eigeninitiative und geben Sicherheit, damit Teams Verantwortung übernehmen können. Das Studium trainiert diese Haltung in praxisnahen Projekten, bei denen Studierende Verantwortung übernehmen, Feedback geben und reflektieren. So wächst Vertrauen, die Voraussetzung für produktive Flexibilität.

    Denken über Fachgrenzen hinaus
    Interdisziplinarität bedeutet, über den eigenen Tellerrand hinaus neue Perspektiven einzunehmen. So entstehen Lernräume, in denen technisches Know‑how, digitale Methoden und Projektmanagement ineinandergreifen. Die Studierenden lernen, datenbasierte Entscheidungen zu treffen, nachhaltige Ziele zu integrieren und den Menschen im Prozess mitzudenken.

    Diese Verbindung aus Haltung, Struktur und Kommunikation macht aus Vielfalt eine Stärke und aus interdisziplinärer Zusammenarbeit den Motor für Innovation im digitalen Planen und Bauen.

  • Basel zwischen Regulierung und Realität

    Basel zwischen Regulierung und Realität

    Die jüngsten politischen Eingriffe allen voran die im Mai 2022 in Kraft getretene Wohnschutz-Initiative, haben die Branche aufgerüttelt. Das Wohnschutzgesetz schützt den Bestand und wird dabei zur Bremse der Erneuerung. Viele Eigentümer fragen sich, lohnt sich noch, was wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll wäre? Die derzeitigen Diskussionen in der lokalen Immobilienbranche zeigen, Realismus dominiert, Optimismus ist rar, Unsicherheit weit verbreitet. Immerhin hat die Politik die Problematik erkannt und erste Anpassungen vorgenommen. Per 1. November 2025 wurde die Verordnung zum Wohnschutzgesetz angepasst und Korrekturen angebracht. Die Anpassung der Verordnung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Viel mehr aber auch nicht. Damit tatsächlich wieder renoviert, saniert und damit investiert wird, braucht es eine Anpassung auf Gesetzesebene.

    Gleichzeitig darf man festhalten, der Basler Wohnungsmarkt bleibt robust. Die Nachfrage nach gutem Wohnraum ist ungebrochen, Leerstände bleiben tief (wenn auch weniger tief als in anderen Städten) und die Standortattraktivität im Dreiländereck, mit der lokal verankerten Pharma- und Life Science Branche bleibt hoch. Doch auch das Umland schläft nicht, die regulatorischen Eingriffe in Basel fördern eine schleichende Verlagerung von Investitionen in die umliegenden Kantone und darüber hinaus. Das betrifft nicht nur Investoren und Anleger, sondern auch das lokale Gewerbe, dass sich seine Aufträge ausserhalb von Basel-Stadt suchen muss. Dabei kommen stellenweise die Preise ins Wanken. Das ist kein gesunder Trend, sondern ein Warnsignal.

    Dabei steigen die Anforderungen an ESG-Konformität und Energieeffizienz kontinuierlich und mit ihnen der Kostendruck. Wer heute neu baut oder saniert, muss nicht nur rechnen, sondern sich auch rechtfertigen gegenüber Banken, Behörden und einer zunehmend kritischen Öffentlichkeit.

    Kurzfristig dominiert die Suche nach Stabilität und Planungssicherheit. Mittelfristig rückt die energetische Sanierung des Bestands in den Fokus, nicht zuletzt unter ESG-Gesichtspunkten.

    Langfristig wird sich der Basler Immobilienmarkt daran messen lassen müssen, ob er zwischen Regulierung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit eine neue Balance findet. Die Zuversicht bleibt, getragen von der Überzeugung, dass Qualität, Innovationsgeist und regionale Stärke auch in anspruchsvollen Zeiten Bestand haben.

    Fabian Halmer,
    Präsident SVIT beider Basel
  • Neue Logistikhalle steigert Effizienz im nationalen Verteilnetz

    Neue Logistikhalle steigert Effizienz im nationalen Verteilnetz

    Die auf Erweiterungen, Neubauten oder Spezialkonstruktionen spezialisierte Senn AG aus Oftringen baut für den Migros-Verteilbetrieb (MVB) in Suhr eine neue Lagerhalle aus Stahl. Der Neubau umfasst laut einer Mitteilung eine Fläche von 7500 Quadratmetern, ist mehr als 100 Meter lang und 15,5 Meter hoch. Kern der Modernisierung ist ein vollautomatisches Lagersystem, welches einen Kapazitätsgewinn bringe und die Logistik effizienter mache. 

    Insgesamt 1100 unterschiedliche Bauteile waren nötig gewesen, was logistisch anspruchsvoll und für die Montage aufgrund begrenzter Flächen zur Zwischenlagerung eine Herausforderung war. Bei der Montage sei grösstenteils mit einem eigenen Pneukran sowie zwei Baustellenkränen gearbeitet worden, so die Senn AG. 

    Die Tragstruktur besteht laut Mitteilung aus weiss beschichtetem Stahl. 530 Tonnen Stahl seien gesamt verbaut worden. Die Senn AG verarbeitet laut Eigenangaben am Firmensitz jährlich 7000 Tonnen Stahl und Aluminium und ist tätig bei Stahl- und Metallbau, Blech- und Edelstahlcentern, Notstromanlagen, Pneukraneinsätzen und weiteren Transportlösungen. 

    Seit Ende Juni laufen die Bauarbeiten. Die Halle sei zu rund einem Dreiviertel montiert, aktuell werden die letzten Hallenteile in der Werkstatt beschichtet und für den Transport vorbereitet, heisst es. Noch im Dezember soll das Projekt abgeschlossen sein.

    Die Realisierung der Lagerhalle ist bedeutsam für das Versorgungsnetzwerk der Migros. Wie MVB schreibt, betreibt die Detailhandelsgruppe in Suhr eines von zwei nationalen Verteilzentren. Das erste wurde vor mehr als 50 Jahren in Neuendorf SO errichtet, vor mehr als 25 Jahren entstand in Suhr ein weiterer Standort.

  • St.Gallen verhindert Planungsstillstand in Gemeinden

    St.Gallen verhindert Planungsstillstand in Gemeinden

    In vielen St.Galler Gemeinden laufen derzeit umfassende Revisionen von Richt- und Rahmennutzungsplanung, während teilweise noch das Baugesetz von 1972 gilt. Das führte dazu, dass zwischen Auflage und Genehmigung neuer Nutzungspläne über Jahre keine neuen planerischen Grundlagen in Kraft gesetzt werden konnten und  wichtige Projekte blieben blockiert. Der IV. Nachtrag zum Planungs- und Baugesetz schliesst diese Lücke und setzt die Motion zur Vermeidung eines Planungsstillstands um. Ziel ist es, die Entwicklungsfähigkeit der Gemeinden zu sichern und gleichzeitig Rechtsklarheit zu schaffen.

    Zwei Wege für mehr Planungssicherheit
    Die Regierung verfolgt dafür zwei Ansätze. Einerseits können Sondernutzungspläne, die materiell noch auf dem alten Recht beruhen, weiterhin genehmigt werden, bis die neue Rahmennutzungsplanung vom Amt für Raumentwicklung und Geoinformation genehmigt ist. Ist ein solcher Plan mit der künftigen Ordnung kompatibel, kann er ohne Neustart des Verfahrens in einen PBG-konformen Sondernutzungsplan überführt werden. Andererseits dürfen Sondernutzungspläne nach neuem Recht bereits ab der öffentlichen Auflage des revidierten Rahmennutzungsplans aufgelegt und genehmigt werden. Sie treten je nach Vereinbarkeit mit dem alten Recht entweder sofort oder erst mit Inkraftsetzung der neuen Planung in Kraft.

    Verlängerte Frist für Ortsplanungsrevisionen
    Zusätzlich schlägt die Regierung vor, die Frist für die Anpassung der kommunalen Rahmennutzungsplanung an das neue Planungs- und Baugesetz pauschal von 2027 auf 2030 zu verlängern. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass viele Gemeinden ihre umfangreichen Planungsarbeiten nicht innerhalb von zehn Jahren abschliessen können. Auf begründetes Gesuch hin kann die Frist zudem individuell weiter verlängert werden. Die neuen Bestimmungen verbinden Rechtssicherheit mit Flexibilität und bilden damit eine wichtige Grundlage für geordnete Siedlungsentwicklung, verlässliche Investitionsentscheide und die Umsetzung der raumplanerischen Ziele des Kantons.

  • Bund fördert 33 Modellvorhaben für Raumplanung von morgen

    Bund fördert 33 Modellvorhaben für Raumplanung von morgen

    Die Modellvorhaben gelten als Experimentierfeld für Gemeinden, Regionen und private Organisationen, die aktuelle Herausforderungen mit neuen Methoden angehen wollen. Dazu gehören etwa eine älter werdende Bevölkerung, Wohnungsknappheit, fehlende Räume für Sport und Bewegung, der Rückgang der Biodiversität oder Lücken in der Grundversorgung ländlicher Gebiete. Gefragt sind mutige, direkt umsetzbare Projekte, deren Erfahrungen anderen Regionen als Vorbild dienen können. Seit 25 Jahren existiert dieses Förderinstrument, inzwischen getragen von neun Bundesstellen aus vier Departementen unter der Federführung des Bundesamts für Raumentwicklung ARE.

    33 Projekte, sechs Themenschwerpunkte
    Für die Programmgeneration 2025–2030 wurden 33 Vorhaben ausgewählt und mit total 4.274 Millionen Franken ausgestattet. Neben finanzieller Unterstützung erhalten die Projekte fachliche Begleitung und Unterstützung beim Wissenstransfer, insbesondere wenn sich Lösungen bewähren. Thematisch verteilen sich die Vorhaben auf sechs Schwerpunkte.

    • Stärkung von Zentrumsfunktionen in ländlichen Regionen und Berggebieten
    • Erhöhung der Lebensqualität durch Biodiversität und attraktive Landschaften
    • sport- und bewegungsfreundliche Siedlungsplanung
    • nachhaltigere regionale Ernährungssysteme
    • zukunftsfähiges Wohnen durch Umnutzung und Transformation des Bestands
    • Mitgestaltung lokaler Dienstleistungsangebote

    Breite Trägerschaft im Bund
    Beteiligt sind neben dem ARE das Bundesamt für Strassen, das Bundesamt für Umwelt, das Bundesamt für Gesundheit, das Bundesamt für Kultur, das Bundesamt für Sport, das Bundesamt für Landwirtschaft, das Bundesamt für Wohnungswesen sowie das Staatssekretariat für Wirtschaft. Diese Bundesstellen bringen ihre Fachkompetenzen ein und sorgen dafür, dass erfolgreiche Modellvorhaben auch in andere Regionen und Programme ausstrahlen. Einige frühere Projekte wurden bereits mit renommierten Auszeichnungen wie dem Wakkerpreis gewürdigt. Die neuen Vorhaben starten Anfang 2026 und sollen zeigen, wie nachhaltige Raumentwicklung konkret vor Ort gestaltet werden kann.

  • Polysportives Leuchtturmprojekt nimmt Gestalt an

    Polysportives Leuchtturmprojekt nimmt Gestalt an

    Nach langen Planungsjahren ist der Baustart erfolgt. Auf dem Areal Dürrbach entsteht für rund 65 Millionen Franken ein grosser polysportiver Komplex, realisiert von HRS Real Estate AG als Totalunternehmerin. Der Neubau soll im Herbst 2026 eröffnet werden und markiert einen neuen sportlichen Schwerpunkt im Glattal.

    Über 30 Sportarten unter einem Dach
    Getragen wird das Projekt von Zürich Tennis und dem Zürcher Turnverband, die gemeinsam fast 100’000 Sportbegeisterte in der Region vereinen. Geplant sind moderne Hallen für Tennis und Turnsport, spezialisierte Trainingsbereiche sowie Flächen für zahlreiche weitere Indoor-Sportarten. Ergänzt wird das Angebot durch Sportinfrastrukturen, Übernachtungsmöglichkeiten sowie Einrichtungen für Sportmedizin und Regeneration. Das Sportzentrum ist ausgelegt für den Ganzjahresbetrieb von Breiten- und Spitzensport.

    Campus für Sport und Ausbildung
    Im neuen Sportzentrum wird auch die Kunst- und Sportschule Zürcher Oberland beheimatet sein. Damit entsteht ein Campus, der Training, Schule und Talentförderung räumlich und inhaltlich verzahnt. Junge Athletinnen und Athleten finden vor Ort ideale Bedingungen, um sportliche Ambitionen und Ausbildung zu verbinden.

    Beny Ruhstaller verstärkt strategische Führung
    Seit Kurzem gehört Beny Ruhstaller dem Verwaltungsrat der Sportzentrum Dürrbach AG an. Er stösst nicht primär als Bauspezialist dazu, sondern als Kenner des Turnwesens. Durch seine früheren Tätigkeiten für den Zürcher und den Schweizer Turnverband bringt er langjährige Verbandserfahrung, ein breites Netzwerk im Turn- und Tennissport und ein feines Gespür für die Bedürfnisse von Athletinnen und Athleten ein. Damit stärkt er den Anspruch, das Sportzentrum Zürich zu einer zukunftsweisenden Plattform für Sport, Ausbildung und Bewegung in der Region zu entwickeln.

  • Was das neue Raumplanungsgesetz kann

    Was das neue Raumplanungsgesetz kann

    Ein zentraler Kritikpunkt betrifft die Möglichkeit, nicht mehr genutzte landwirtschaftliche Gebäude ausserhalb der Bauzonen neu zu Wohnzwecken zu nutzen. Kappeler betont, dass dies nur im Rahmen des sogenannten Gebietsansatzes möglich ist. Kantone können für klar definierte Gebiete Sondernutzungszonen festlegen, etwa zum Erhalt und zur Weiterentwicklung traditioneller Kulturlandschaften. Nur in solchen Gebieten sind Umnutzungen unter strengen Bedingungen zulässig, zudem gilt weiterhin das Zweitwohnungsgesetz mit der 20‑Prozent‑Schwelle für Zweitwohnungen. Aus Sicht des ARE ist diese punktuelle Flexibilität keine Aufweichung, sondern ein gezielt gesteuertes Instrument für regionale Besonderheiten.

    Trennungsgrundsatz mit Stabilisierungsziel
    Kernanliegen von RPG2 ist die Stärkung des Trennungsgrundsatzes zwischen Bau- und Nichtbaugebiet. Neu wird dieser durch ein Stabilisierungsziel ergänzt. Massgebend sind Gebäudebestand und versiegelte Fläche per 29. September 2023, an denen die künftige Entwicklung ausserhalb der Bauzonen gemessen wird. Erreichen Kantone diese Stabilisierung nicht, müssen sie zusätzliche Massnahmen ergreifen. Das Parlament wollte bewusst keine starre Plafonierung, sondern eine begrenzte Flexibilität mit klarer Obergrenze. Damit erhält das Bauen ausserhalb der Bauzonen eine zusätzliche Schranke, ohne sinnvolle Anpassungen völlig zu blockieren.

    Abbruchprämien und Pionierarbeit der Kantone
    Ein weiterer Pfeiler der Revision ist die Abbruchprämie für Gebäude ausserhalb der Bauzonen. Der Bund rechnet mit 1000 bis 2000 Rückbauten pro Jahr bei durchschnittlichen Kosten von 20’000 bis 30’000 Franken, was ein Volumen von 20 bis 60 Millionen Franken jährlich ergibt. Finanziert werden soll dies gemeinsam von Bund und Kantonen. Für letztere eine Herausforderung, da sie zugleich Stabilisierungsstrategien ausarbeiten und umsetzen müssen. Das ARE erarbeitet Leitfäden, genehmigt die kantonalen Strategien und kontrolliert deren Wirkung, greifen die Massnahmen nicht, sind Sanktionen vorgesehen.

    Erneuerbare Energien und touristische Betriebe
    In der Schlussphase der parlamentarischen Beratungen wurden zusätzliche Bestimmungen zu erneuerbaren Energien ausserhalb der Bauzonen ins Gesetz aufgenommen. So sollen in wenig empfindlichen Gebieten unter bestimmten Voraussetzungen Anlagen zur gewerblichen Biomassenutzung oder zur Methanisierung möglich werden, wobei die Details auf Verordnungsstufe präzisiert werden. Kontrovers ist auch die erleichterte Weiterentwicklung altrechtlicher Gast- und Beherbergungsbetriebe. Hotels und Restaurants ausserhalb der Bauzonen erhalten mehr Spielraum für Modernisierung und Ausbau. Häufig ohne umfassendes Planungsverfahren und Mitwirkung, wenn eine Baubewilligung genügt. Kritiker sehen darin eine Aufweichung des Trennungsgrundsatzes, während die Befürworter auf die Sicherung wirtschaftlicher Tragfähigkeit bestehender Betriebe verweisen.

    Härteres Vorgehen gegen illegales Bauen
    Als klare Stärke der Revision nennt Kappeler die neuen Regelungen gegen illegales Bauen. Behörden müssen bei rechtswidriger Nutzung neu zwingend ein Nutzungsverbot verfügen. Ein scharfes Instrument, da ein nicht nutzbares Gebäude schnell an Attraktivität verliert. Zudem können Gemeinden nicht mehr allein entscheiden, auf eine Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands zu verzichten. Ein solcher Verzicht erfordert künftig die Zustimmung des Kantons. RPG2 koppelt damit mehr Differenzierung und Spielraum dort, wo planerisch begründet, mit strengeren Regeln, messbaren Zielen und einem konsequenteren Vollzug ausserhalb der Bauzonen.

  • Frisches Kapital für datenbasierte Planung im Bauwesen

    Frisches Kapital für datenbasierte Planung im Bauwesen

    Das Zürcher Start-up vyzn hat seine Seed-Finanzierungsrunde erfolgreich beendet. Angeführt wurde diese laut einer Mitteilung durch die Venture-Capital-Unternehmen Spicehaus Partners aus Zug sowie Kiilto Ventures, ein Teil der Chemie-Gruppe Kiilto mit Sitz in Finnland. Zudem seien weitere strategische Investoren aus der Bau- und Immobilienbranche beteiligt. Die Höhe des neu aufgenommenen Kapitals wird nicht genannt. Das Kapital soll nun den Weg ebnen, das Portfolio zu erweitern und Wachstum voranzutreiben.

    Die Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) steht unter der Leitung des Gründungsteams, dem CEO Adrian Henke, CTO Romana Rust, COO Martino Tschudi und CCO Michael Sinniger angehören. Ziel ist eine Transformation der Planung von Neubau- und Sanierungsprojekten mithilfe datenbasierter Analysen. Und bald, heisst es, soll die vyzn-Software mehr als Ökobilanz und Energieeffizienz abdecken und frühzeitige, präzise und kostengünstige Planungsiterationen ermöglichen. Zudem wird auch die Integration von Daten zur Kreislauffähigkeit, Kostenschätzung und zum thermischen Komfort angekündigt. Basis dafür sei ein kürzlich erzielter technologischer Durchbruch: Nun könne vyzn Architekturmodelle automatisch in vollständig simulierbare 3D-Modelle überführen.  

    Dabei wird eine wachsende Nachfrage aus europäischen Märkten betont. Die Expansion nach Deutschland stehe kurz bevor; bereits Anfang 2026 soll die vyzn-Software dort bei ersten Kunden eingesetzt werden. Auch im Hinblick auf eine weitere Expansion will das Start-up sein Team jetzt gezielt ausbauen. Dabei zählten zu den Kunden schon heute über 50 Unternehmen wie der Flughafen Zürich, Implenia, Halter, Pensimo oder Amstein-Walthert.

    „Mit vyzn brechen wir die Datensilos in der Planung auf“, wird vyzn-CEO Adrian Henke zitiert. „Unsere Kunden lösen mit unserer Plattform den Widerspruch von wirtschaftlichem und nachhaltigem Bauen.“