Kategorie: propTech

propTech – Immobiliennews zu digitalen Lösungen, Innovationen & Technologien für die Schweizer Immobilienbranche.

  • Berner Kantonalbank steigt bei Swiss Immo Lab ein

    Berner Kantonalbank steigt bei Swiss Immo Lab ein

    Die in Zürich ansässige Investmentgesellschaft Swiss Immo Lab AG soll in Proptech- oder Fintech-Jungunternehmen investieren, die zur Digitalisierung der Bau- und Immobilienbranche beitragen. Die Investmentgesellschaft wurde Ende 2019 vom Immobiliendienstleister Avobis, der Hypothekarbank Lenzburg und der Gebäudeversicherung Bern gegründet. Als vierte Partnerin steigt nun die Berner Kantonalbank (BEKB) bei Swiss Immo Lab ein, informiert die BEKB in einer Mitteilung.

    Die Partner wollen die Swiss Immo Lab AG zu jeweils gleichen Anteilen halten, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Dabei haben die vier Unternehmen insgesamt 8 Millionen Franken in die Investmentgesellschaft investiert. Sie sollen innert zwei Jahren in Jungunternehmen investiert werden, die in den Märkten für digitale Marktplätze, Immobilienverwaltung, Bauen, Baumaterialien, Analysesoftware und intelligente Städte aktiv sind, schreibt die BEKB.

    „Mit dieser Plattform wollen wir die Innovation im Bau und Immobilienwesen beschleunigen“, wird Armin Brun, CEO der BEKB, in der Mitteilung zitiert. In diesem Jahr hat Swiss Immo Lab sich bereits an dem Entwickler einer Software für die Analyse von Immobilien, Archilyse, und dem Lausanner Hersteller von Solarmodulen, Insolight, beteiligt.

  • Houzy gewinnt die Baloise als Investorin

    Houzy gewinnt die Baloise als Investorin

    Die Baloise investiert laut einer Medienmitteilung in das Zürcher Proptech-Start-up Houzy. Damit will der Basler Versicherer sein Portfolio an innovativen Technologien rund um das Wohnen erweitern.

    Houzy betreibt eine digitale Plattform, die Daten intelligent verknüpft und daraus Empfehlungen für Wohneigentümer ableitet. Sie kann beispielsweise errechnen, wann die Heizung saniert und wie viel Geld dafür auf die Seite gelegt werden soll. Sie kann Eigentümer aber auch mit passenden Partnern für den Unterhalt oder andere Aufgaben verknüpfen. Dabei zahlen die Anbieter eine Fixgebühr pro Jahr, um auf der Plattform gezeigt zu werden. Für die Nutzer ist die Plattform kostenlos.

    Mit der Investition von Baloise schliesst Houzy eigenen Angaben zufolge seine Serie-A-Finanzierungsrunde ab. Im Rahmen der Runde habe das Start-up „mehrere Millionen“ Franken für das weitere Wachstum in der Schweiz gesammelt. Neben der Baloise konnte sich Houzy im Sommer auch eine Investition von der Zürcher Grossbank UBS sichern. Die Aktienmehrheit halten nach wie vor die Gründer.

    „Wir haben gezielt Partner gesucht, die nicht nur in Houzy investieren, sondern als strategische Partner zu uns passen. Mit der Baloise und ihrem Home-Ökosystem werden zahlreiche Synergien entstehen, die unsere Entwicklung schneller vorantreiben, worauf wir uns alle sehr freuen“, sagt Stefan Schärer, CEO von Houzy.

  • Strabag setzt in der Fahrweid auf 3D-Modelle

    Strabag setzt in der Fahrweid auf 3D-Modelle

    Geroldswil, Weiningen und Limeco sind Bestandteil der Bauherrenschaft beim Gemeinschaftsprojekt Entwässerung Fahrweid. Im Rahmen des Projekts wird eine neue Abwasserkanalisation realisiert. Für das zentrale Schachtbauwerk setzt die Baufirma Strabag auf das Building Information Modeling (BIM), wies in einer Mitteilung heisst. Dabei wird eine Software für die Planung genutzt, durch welche unter anderem 3D-Modelle der zu realisierenden Bauwerke erstellt werden.

    „Das zentrale Schachtbauwerk führen wir gemeinsam mit den Planern der Firma ILF Schweiz mittels OpenBIM2Field als Pilotprojekt durch“, wird Stijepan Ljubicic in der Mitteilung zitiert, BIM-Manager bei Strabag. Dabei haben sich insbesondere die 3D-Modelle als hilfreich erwiesen. „Ein grosser Vorteil ist die optische Darstellung. Pläne in 3D sind einfacher verständlich als komplizierte Papierpläne, gerade auch für Leute im Team, die andere Sprachen sprechen – sie verstehen das 3D-Modell besser und schneller“, heisst es von Polier Adrian Wildhaber. Aber auch Änderungen seien so leichter umzusetzen als mit Plänen auf Papier, sagt Bauführer Sven Landis, „im Modell werden sie ganz einfach via Knopfdruck generiert“.

  • Houzy expandiert in die Westschweiz

    Houzy expandiert in die Westschweiz

    Das Zürcher Jungunternehmen Houzy betreibt eine Plattform, die Daten intelligent verknüpft und daraus Empfehlungen für Wohneigentümer ableitet. Beispielsweise kann dort errechnet werden, wann die Heizung saniert und wie viel Geld dafür auf die Seite gelegt werden soll. Auch eine Immobilienbewertung gehört zum Angebot von Houzy.

    In den ersten beiden Jahren seit Gründung habe das Unternehmen seinen Schwerpunkt vor allem auf die Entwicklung von Produkten gelegt, informiert Houzy in einer Mitteilung. Dabei habe sich das Unternehmen in der Deutschschweiz bereits erfolgreich etablieren und die Zahl seiner Nutzer auf mehr als 18’000 steigern können. Erst im Juli war zudem die UBS bei Houzy eingestiegen. Die Zürcher Grossbank betreibt mit key4 eine eigene digitale Immobilienplattform, auf der Hypotheken für Immobilienkäufer vermittelt werden.

    Der nächste Schritt für Houzy sei nun die Expansion in die Romandie gewesen, heisst es in der Mitteilung weiter. Dafür stellt das Unternehmen alle Dienstleistungen und Funktionen der Plattform nun auch auf Französisch zur Verfügung. Die Einbindung der italienischsprachigen Schweiz ist für das erste Quartal kommenden Jahres geplant.

  • MoneyPark lanciert Immobilienplattform

    MoneyPark lanciert Immobilienplattform

    „Wir haben MoneyPark 2012 mit dem Ziel gegründet, den Hypothekarmarkt für jedermann zugänglicher und transparenter zu gestalten“, wird Stefan Heitmann, CEO und Gründer von MoneyPark, in einer Mitteilung des Fintech-Unternehmens mit Sitz in Pfäffikon SZ zitiert. Diese Transparenz will MoneyPark jetzt auch in den Immobilienmarkt bringen. In einer Mischung aus Technologie und persönlicher Beratung sollen Kauf und Verkauf von Immobilien vereinfacht werden.

    Dazu hat MoneyPark eine neue Plattform entwickelt, auf der Käufer und Verkäufer zusammengebracht werden. Die Plattform gleiche die Suchkriterien der Kunden mit den Informationen von am Markt verfügbaren Immobilien ab, erläutert MoneyPark. Besitzer eines Eigenheims können darüber hinaus die Wertentwicklung der eigenen Immobilie verfolgen. Die derzeit noch ausschliesslich Kunden von MoneyPark zur Verfügung stehende Plattform soll perspektivisch auch für weitere Interessierte geöffnet werden.

    Das neue digitale Angebot wird durch persönliche Beratung von Immobilienexperten von MoneyPark ergänzt. „Die Kombination von Daten-Technologie und unabhängigen Hypothekar- und Immobilienexperten, die unsere Kunden bei jedem Schritt unterstützen, ist einmalig am Schweizer Markt“, meint Heitmann. „Die auf der Plattform zugänglichen Daten schaffen ein transparentes Kundenerlebnis mit nie dagewesener Informationsdichte und helfen, Kauf- und Verkaufsentscheide leichter zu fällen und einfacher umzusetzen.“

  • Bringhen Gruppe beteiligt sich an Habitects

    Bringhen Gruppe beteiligt sich an Habitects

    Habitects ist 2019 als digitale Handels- und Serviceplattform für den Sanitärbereich in der Schweiz an den Start gegangen. Nun geht das Winterthurer Start-up eine Partnerschaft mit der Bringhen Gruppe ein. Das 1959 gegründete Unternehmen mit Sitz in Visp VS gehört mit 14 Standorten in der ganzen Schweiz und über angebotenen 120‘000 Produkten zu den grossen Fachhändlern im Baubereich. „Für mich ist diese Partnerschaft ein weiterer wichtiger Meilenstein in unserer Firmengeschichte“, wird Jean-Pierre Bringhen, Inhaber und CEO der Bringhen Gruppe, in der Mitteilung von Habitects zitiert. „Um einen solchen Schritt ausserhalb der traditionellen Marktstruktur zu unternehmen, musste die Firmengruppe eine kritische Grösse mit einer entsprechenden Marktabdeckung erreichen.“

    Bringhen beteiligt sich auch finanziell am Winterthurer Unternehmen. Michael Lochmatter-Bringhen tritt in den Verwaltungsrat von Habitects ein.

    Habitects will dank der Partnerschaft zu einem führenden Marktplatz im Schweizer Bauhandel aufsteigen. Dazu sollen neue Dienstleistungen für Handwerker lanciert werden. Die Digitalisierung solle für eine einfachere und effizientere Abwicklung von Bauprojekten genutzt werden, wird Christoph Meili, Verwaltungsratspräsident von Habitects, in der Mitteilung zitiert. Das solle allen Anspruchsgruppen zugute kommen, vom Wohneigentümer über den Architekten zum Generalunternehmer.

    Habitects gehört zum digitalen Ökosystem ConReal Swiss. Dieses hat auch andere Unternehmen im Bau- und Immobilienbereich hervorgebracht, darunter Fixify, houzy und SmartDevis. Weitere Start-ups seien in Vorbereitung, heisst es in der Mitteilung.

  • SVIT-Digital Day zeigt Software für Bewirtschaftung von Bewirtschaftung

    SVIT-Digital Day zeigt Software für Bewirtschaftung von Bewirtschaftung

    Der Schweizerische Verband der Immobilienwirtschaft (SVIT) hält am Montag, 21. September im Kosmos in Zürich den Digital Day 2020. Von 11 bis 18 Uhr können die Besucher bei freiem Eintritt Informationen zum Thema Digitalisierung in der Immobilienwelt sammeln. Am Digitaltag der Immobilienwirtschaft lanciert die ausrichtende Kommission „SVIT Digital“ an diesem Tag zusätzlich ein „Meet and Greet“ für alle Besucher der Veranstaltung. Diese können ihre digitalen Anliegen direkt mit ausgewiesenen Profis und weiteren Besuchern am grossen Tisch diskutieren und Lösungsansätze erarbeiten, heisst es in der Ausschreibungzum Digitaltag.

    Nach Angaben des Organisators PapeWerbe AG aus Weiningen ZH werden im Kosmos mehr als 40 Aussteller zugegen sein und viele Vorträge zu Fachthemen wie „Digitale Unterschrift“ oder „Die 3 Stufen der Digitalisierung in der Immobilienverwaltung“ gehalten. Auf der gesamten Veranstaltung wird dafür gesorgt, dass die aktuellen Schutzkonzepte wegen der Corona-Pandemie eingehalten werden.

  • Properti steht vor Finanzierungsrunde

    Properti steht vor Finanzierungsrunde

    Vor knapp einem Jahr haben Levent Künzi, vormaliger COO von Betterhomes, und sein Bruder Adrian Künzi das Unternehmen Properti gegründet. Die beiden Brüder wollen mit dem digitalen Immobilienmakler die Immobilienbranche nachhaltig verändern, erläutert Properti in einer Mitteilung. Die Zielgruppe des Jungunternehmens aus dem Wirtschaftsraum Zürich bilden private Eigentümer von Mietwohnungen. Sie machen laut Mitteilung derzeit rund die Hälfte aller Besitzer der schweizweit rund 4,5 Millionen Wohnungen aus.

    Properti arbeitet dabei nach der Devise zentral managen, dezentral vermitteln, wird in der Mitteilung weiter erläutert. „Wir fokussieren uns auf den Nischenmarkt von privaten Eigentümern und bieten einen vollumfänglichen Service rund um den Verkauf und die Vermietung von Immobilien an“, wird Levent Künzi dort zitiert. Dabei sind die Prozesse von Properti vollständig digitalisiert.

    Nach nur zehn Monaten am Markt ist Properti bereits auf 40 Mitarbeiter angewachsen. Sie betreuen aktuell „über 300 aktive Immobilien in der Deutschschweiz und konnten bis dahin schon über 230 Vermittlungen mit einem Umsatzvolumen von rund 40 Millionen tätigen – trotz Corona“, meint Levent Künzi. Die beiden Brüder wollen in Kürze eine erste Finanzierungsrunde durchführen. Als Vorbild wird in der Mitteilung McMakler genannt. Dem deutschen Unternehmen sei es gelungen, 50 Millionen Euro einzusammeln und den Unternehmenswert auf 230 Millionen Euro zu steigern.

  • Das intelligente Heim steht nicht vor dem Durchbruch

    Das intelligente Heim steht nicht vor dem Durchbruch

    Das Handwerkerportal Ofri hat laut einer Medienmitteilung erneut 339 Mieter und Eigentümer zum Thema vernetzte Geräte im Haushalt befragt. Demnach haben Bekanntheit und Nutzung des intelligenten Heims in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr leicht zugenommen. Statt zwei nutzen nun drei von zehn Teilnehmenden zuhause ein sogenanntes Smart Home-Gerät. Insgesamt 69,3 Prozent und damit 12,3 Prozent mehr Personen gaben an, schon davon gehört zu haben. Dabei sind Eigenheimbesitzer durchschnittlich affiner für diese Geräte als Mieter.

    Jedoch äusserten nur 10,5 Prozent von ihnen die Absicht, in den nächsten zwölf Monaten ein Smart Home-Gerät zu kaufen. Als Haupthindernis gaben die Teilnehmer das Mietwohnverhältnis, die Umbaukosten sowie den fehlenden Nutzen an. Daraus folgert Ofri, dass Smart Home-Hersteller trotz erhöhter Bekanntheit nicht mit einem baldigen Durchbruch rechnen können. Auch durch den Lockdown sei die Nutzungsrate nicht gestiegen, so Corina Burri von Ofri. „Es gab keinen Anstieg im Besitz von Smart Home-Geräten nach dem 16. März 2020.“

    Bei den beliebtesten Smart Home-Geräten ergab sich im Vergleich zum Vorjahr keine Änderung. Am meisten nutzen die Befragten vernetzte Beleuchtungssysteme, Musikanlagen und Fernseher. Geschirrspüler, Rauchmelder, Backofen und Waschmaschinen sind kaum verbreitet.

  • Innovation bei Beton kann Gebäude verschlanken

    Innovation bei Beton kann Gebäude verschlanken

    Ein Team von Forschern der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat eine neue Technologie entwickelt. Durch diese kann Beton nachhaltiger hergestellt und eingesetzt werden. Dazu werden die eingesetzten Materialien bei der Herstellung von selbstvorgespannten Betonelementen reduziert.

    Bei der konventionellen Vorspannung werden normalerweise Spannglieder aus Stahl auf beiden Seiten des Betonelements verankert, unter Zug gesetzt und anschliessend wieder entfernt. Wegen der Rostanfälligkeit des Stahls müsse „die Betonschicht rund um den Spannstahl eine bestimmte Mindestdicke aufweisen“, so die Empa in einer Mitteilung. Seit den 90er Jahren arbeiten Forscher daher daran, den Stahl durch carbonfaserverstärkten Kunststoff (CFK) zu ersetzen. Dieses Verfahren ist aber sehr teuer und auch deutlich komplizierter als der Vorspannprozess mit Stahl.

    Die Empa hat diese Probleme nun vollständig gelöst. Durch ihr Verfahren kann sie auf die Verankerung an den Seiten des Elements verzichten. Stattdessen ermöglicht sie dem Beton durch ihre Rezeptur, sich bei der Aushärtung auszudehnen. „Durch diese Expansion setzt der Beton die CFK-Stäbe in seinem Innern unter Zug und spannt sie dadurch automatisch vor.“

    „Unsere Technologie eröffnet völlig neue Möglichkeiten im Leichtbau“, wird Mateusz Wyrzykowski in der Mitteilung zitiert, der das Empa-Team gemeinsam mit Giovanni Terrasi und Pietro Lura anführt. „Wir können nicht nur stabiler bauen, sondern brauchen dafür auch erheblich weniger Material.“

    Das Team hat für seine Technologie kürzlich Patente in Europa und den USA erhalten. Nun entwickelt es gemeinsam mit dem Industriepartner BASF neue Anwendungen.

  • Online-Bibliothek für verbautes Material nimmt Registrierungen an

    Online-Bibliothek für verbautes Material nimmt Registrierungen an

    Madaster ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Zürich, welche die Kreislaufwirtschaft in der Bau- und Immobilienbranche fördern will. Sie bietet dafür eine Plattform an, auf der ressourcenrelevante Daten von Bauten inventarisiert werden. Diese Materialpässe können zur Wiederverwertung der Materialen genutzt werden.

    Per Anfang Juli können Eigentümer ihre Liegenschaften nun auf Madaster registrieren und einen Materialpass für ihre Gebäude erstellen, informiert Madaster in einer Mitteilung. Das Schweizer Material-Kataster gibt damit Auskunft über den finanziellen Wert der verbauten Materialien und über deren Möglichkeiten zur Wiederverwendung. Dafür werden alle Produkt- und Materialdaten der Gebäude gespeichert und visualisiert.

    „Unser Ziel ist es, dass wir in der Schweiz konsequent neue Häuser aus alten bauen“, wird Patrick Eberhard, neuer Vorsitzender des Präsidiums von Madaster Schweiz, in der Mitteilung zitiert. „Mit Madaster können Gebäude als Rohstofflager und Städte als Rohstoffminen geplant und genutzt werden.“

  • UBS lanciert Hypotheken­plattform für Eigenheime

    UBS lanciert Hypotheken­plattform für Eigenheime

    Die neue Plattform ist auf digitalaffine Hypothekarkunden ausgerichtet. Key4 bilde „die logische Weiterführung unseres Plattformgeschäfts, welches wir vor drei Jahren mit der Kreditplattform UBS Atrium im Bereich Renditeliegenschaften gestartet haben“, wird Axel P. Lehmann, Präsident der UBS Switzerland, in der entsprechenden Mitteilung der Zürcher Grossbank zitiert. Zur Einführung können auf key4 bereits bestehende Hypotheken verlängert werden. Dabei stehen den Kunden neben Angeboten der UBS auch die Produkte ausgewählter Schweizer Drittinvestoren zur Verfügung.

    In Zukunft soll key4 um weiteres Dienstleistungen erweitert werden. Die Plattform werde „als ein offenes Ökosystem zahlreiche weitere Services anbieten, auch dank Partnerschaften mit ausgewählten Drittparteien“, erläutert Martha Böckenfeld, Head Digital Platforms & Marketplaces. „Damit erhalten unsere Kunden wichtige Informationen und Lösungen aus einer Hand zu allen Fragen rund ums Thema Wohnen und Eigenheimfinanzierung.“

    Als Beispiele für die geplanten Erweiterungen werden in der Mitteilung Suche und Kauf eines Wohnobjekts sowie relevante Informationen zum Thema Eigentum und Wohnen „weit über die reine Finanzierung hinaus“ genannt. Bereits ab Herbst diesen Jahres sollen auf key4 auch neue Hypotheken abgeschlossen werden können. 

  • Was ist PropTech – und was geht mich das an?

    Was ist PropTech – und was geht mich das an?

    Das Kunstwort «PropTech» setzt sich aus den englischen Begriffen «Property» (Liegenschaft) und «Technology» (Technologie) zusammen. Man kann es also mit «Immobilien-Technologie» übersetzen, wobei diese Übersetzung unzulänglich ist: Spricht man heute von PropTech, meint man damit alle technologischen Entwicklungen in der Immobilien- und Bau-Branche, die mit der digitalen Transformation – also mit der Verlagerung klassischer Geschäftsabläufe in die digitale Welt – zu tun haben.

    Was machen PropTechs genau?

    PropTech-Unternehmen bieten der Immobilien- und Baubranche (B2B), aber auch Endkunden (B2C) Produkte und Dienstleistungen an, die neuste Informations- und Kommunikationstechnologien wie Cloud Computing, künstliche Intelligenz, Sensorik (IoT), Blockchain, Virtual und Augmented Reality, Robotik oder 3D-Druck, etc. nutzen. Die Bandbreite der PropTech-Angebote ist sehr gross, und sie decken den ganzen Lebenszyklus von Immobilien ab – von der Planung, Finanzierung über die Realisierung, die Vermietung und den Verkauf bis zum Betrieb und Unterhalt. Als Beispiele können Smart-Home-Geräte und -Steuerungen, Software für die Erstellung von Verkaufsdokumentationen, virtuelle Wohnungsbesichtigungen, Gebäudeautomation, Immobilien-Crowdfunding-Plattformen oder Anwendungen für das digitale Facility Management genannt werden.

    Was bringt das alles?

    Für den Endkunden bietet PropTech neue Nutzererlebnisse, Transparenz und Zeitersparnis im komplexen Immobilien-Markt. Unternehmen der Immobilien- und Bau-Branche können ihren Kunden umfangreichere Dienstleistungen, bessere Qualität und mehr Flexibilität anbieten. Überdies steigert PropTech die Effizienz im Arbeitsalltag, was sich in Kosteneinsparungen niederschlägt.

    Und was geht mich das an?

    Die «digitale Revolution» findet schon lange statt. In manchen Bereichen der Gesellschaft und der Wirtschaft ist sie früher angekommen, in anderen später. Die Immobilien- und die Bau-Branche zählen zu letzteren: Sie sind so genannte «late followers», die technologische Entwicklungen in der Regel erst sehr spät annehmen und implementieren. In Bezug auf PropTech ist das nicht einfach nur bedauerlich, sondern geradezu gefährlich: Die digitale Transformation lässt sich nicht aufhalten, sondern schreitet im Gegenteil immer rascher voran. Unternehmen, die sich nicht damit beschäftigen, laufen Gefahr, den Anschluss zu verpassen – und damit über kurz oder lang Marktanteile und Kunden zu verlieren. Deshalb geht das Thema PropTech auch Sie etwas an – und zwar besser heute als morgen.

    Wie lerne ich mehr über PropTech? 

    Zugegeben: Für «Neulinge» ist das Themenfeld anfangs verwirrend und die Menge und Angebote der PropTech-Unternehmen unübersichtlich. Und ja: Es braucht personelle und finanzielle Ressourcen ebenso wie ein gewisses Know-how, um sich mit PropTech auseinanderzusetzen und Innovationen im eigenen Unternehmen zu implementieren. Aber zum Glück gibt es Unterstützung beim Einstieg: Das Netzwerk SwissPropTech vernetzt PropTech-Unternehmen mit der Immobilien- und Bau-Branche. Wir stellen unseren Mitgliedern Know-how, Informationen und Kontakte zur Verfügung, die es ihnen erleichtern, sich in der PropTech-Welt zurecht zu finden. An zahlreichen Anlässen in der ganzen Schweiz können sich unsere Mitglieder präsentieren und wertvolle Kontakte knüpfen; so fällt der Einstieg in PropTech gleich viel leichter. Nutzen Sie diese Chance! Gerne stehen wir Ihnen für weitere Informationen über eine Mitgliedschaft zur Verfügung:

    Kontakt:
    Mario Facchinetti, Initiator & Repräsentant von PropTechMarket
    Telefon 044 931 20 24, info@swissproptech.ch

  • «Digitalisierung first» bei Livit, Privera und der Steiner Gruppe

    «Digitalisierung first» bei Livit, Privera und der Steiner Gruppe

    Heute beantworten Dieter Sommer, CEO Privera, Andreas Ingold, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Livit AG und Karsten Hell, CEO Steiner Gruppe, die Frage:

    Wie treibt Ihr Unternehmen die Digitalisierung voran?

    Dieter Sommer, CEO Privera: Wir sind seit geraumer Zeit daran, unsere Systeme und Prozesse zu digitalisieren. Wir waren beispielsweise einer der ersten Dienstleister, der – zusammen mit einem externen Partner – ein Mieterportal lancierte und den gesamten Bewerbungsprozess für MietinteressentInnen digitalisierte. Als Dienstleister liegt die Digitalisierung im Bereich von Neubauten nicht in unserer Kompetenz. Als innovativer Partner können wir hier aber Unterstützung für Investoren und Ersteller bieten.

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    Andreas Ingold, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Livit AG: Die Livit bekennt sich zur digitalen Ausrichtung mittels verschiedener bereits realisierter und in den nächsten Jahren umzusetzender Projekte. Hinsichtlich der Digitalisierung in Neubauten entscheiden die Eigentümer, in welcher Ausprägung sie die Digitalisierung vorantreiben und umsetzen wollen. Building Information Modeling (BIM) ist in der Schweiz zwar noch nicht sehr fortgeschritten, wird aber inskünftig die vernetzte Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden wesentlich beeinflussen. Bei bestehenden Gebäuden wird aktuell stark auf die Digitalisierung von Mietpreismodellierungen, Grundrissplänen und 3D-Modellierung gesetzt.

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    Karsten Hell, CEO Steiner Gruppe: Bei Steiner befasst sich ein spezialisiertes Team professionell mit den Themenkomplexen BIM, Digitalisierung, Automatisierung etc. Damit sorgen wir für ein strukturiertes Vorgehen im digitalen Bereich. Seit längerem werden alle von Steiner entwickelten Projekte nach der innovativen BIM-Methode konzipiert. BIM ist ein modellbasierter Prozess, um Gebäude und Infrastrukturen auf Basis von digitalen Informationen optimal planen, bauen und betreiben zu können. Die frühzeitige Integration der Ausführungsabteilung bereits in der Entwicklungsphase hat sich dabei als klarer Vorteil für die spätere Umsetzung herausgestellt. Zum Bereich Digitalisierung zählen auch weitere neue Technologien wie Smart Home, die wir bei immer mehr Neubauprojekten integrieren.

  • Traumwohnung digital gestalten

    Traumwohnung digital gestalten

    Rhomberg Bau bringt gemeinsam mit Partner Massive Art WebServices einen digitalen Wohnungskonfigurator auf den Markt. So kann die zukünftige Wohnung bequem von zu Hause aus gestaltet werden.

    In der Zukunft wird sich vieles immer mehr digital abspielen und besonders in Corona-Zeiten gewinnt dieses Thema zusätzlich an Bedeutung. Das ist auch dem Bregenzer Bauspezialisten Rhomberg Bau bewusst: „Wir sind fit für die digitale Zukunft und besonders auch für die jetzige Ausnahmesituation: Mit unserem neuen Wohnungskonfigurator können unsere Kunden eine Wohnung auch ohne persönlichen Kontakt aussuchen und gestalten“, sagt Daniel Leitinger, bei Rhomberg für das Geschäftsfeld Immobilien zuständig.

    Mit dem Konfigurator können Kunden von überall ihre neue Wohnung gestalten. Zudem bekommen Interessenten und Käufer ein besseres Bild davon, wie die Wohnung letztendlich aussehen könnte. Die Anwendung des Konfigurators ist simpel: Zu Beginn wird aus drei Einrichtungsstilen ausgewählt, ein Start ohne Vorlage ist genauso möglich. Danach wird man von Raum zu Raum geführt und entscheidet in jedem Zimmer über Böden, Wände, Türen und Ausstattung. Dabei wird die Auswahl jeweils direkt in einer Beispielwohnung visualisiert. Zudem wird für jede Option angezeigt, ob sie dem Basispreis entspricht, oder zusätzlich kostet.

    Zum Ende gibt es die Übersicht als PDF. Dieses kann auch direkt an den Verkäufer gesendet werden, um einen Beratungstermin zu vereinbaren. „Das macht die Kommunikation mit dem Kunden und die gemeinsame Planung sehr angenehm“ sagt Franz Pircher, Verkaufsberater bei Rhomberg Bau.

    Den Wohnungskonfigurator gibt es als Desktop- und mobile Variante unter www.rhomberg.com/wohnungskonfigurator.

  • Homegate lanciert die Online-Besichtigung

    Homegate lanciert die Online-Besichtigung

    Der Immobilienmarktplatz Homegate bietet ab sofort die Möglichkeit, die ausgeschriebenen Immobilien virtuell zu besichtigen. Das erleichtert die Wohnungssuche während der Corona-Krise, soll aber auch danach weitergeführt werden.

    Seit gut einem Monat sind auf homegate.ch Anbieter, welche eine Online Besichtigung via WhatsApp, Facetime oder ähnlichem ermöglichen, speziell gekennzeichnet. Nun hat der Schweizer Immobilien Marktplatz die Online Live-Besichtigungen perfektioniert: Ab sofort kann der Anbieter einer Immobilie die Besichtigung über eine App durchführen. Damit können mehrere Interessenten gleichzeitig das Objekt per Videoschaltung anschauen.

    Interessierte müssen keine Software installieren – die Teilnahme funktioniert über einen Link. Während der Besichtigung können Fragen im Chat gestellt werden. Die Besichtigung wird aufgezeichnet – das Video kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgerufen werden.

    Die erste online Live-Besichtigung wurde auf homegate.ch am 9. April 2020 für ein Objekt im Jura von einem langjährigen Anbieter durchgeführt, der selbst zur Corona-Risikogruppe gehört.

  • Real Estate Brains: Führt Corona zur Immobilienkrise?

    Real Estate Brains: Führt Corona zur Immobilienkrise?

    «Real Estate Brains» heisst das neue Online-Format von Immobilienprofis für Immobilienprofis aus der DACH-Region, welches ein Gemeinschaftsprojekt von Swiss Circle, SwissPropTech und Builtworld ist. Die erste Ausgabe stiess auf reges Interesse: 140 Branchenprofis verfolgten am Dienstagmorgen online die Referate von Dr. Christoph Schumacher, Global Head Real Estate bei Credit Suisse Asset Management, Thomas Schnabel, Rechtsanwalt und Partner bei Osborne Clarke sowie Dr. Stefan Fahrländer, Gründer und Partner von Fahrländer und Partner. Durch die kurzweilige Stunde führte Roman H. Bolliger, CEO Swiss Circle.

    «Die Spreu trennt sich vom Weizen»

    Den Anfang machte Dr. Stefan Fahrländer von Fahrländer und Partner. Er hielt fest: «Der Lockdown hat massive Auswirkungen auf die Staatshaushalte und grossen Einfluss auf die Nutzer- und Transaktionsmärkte.» Grundsätzlich verhielten sich die Länder ähnlich. Die Regulierung werde nicht abnehmen – im Gegenteil: «Es besteht die Gefahr, dass die Regulierung stärker zunehmen wird wie auch die Besteuerung.»

    Dr. Stefan Fahrländer, Gründer und Partner, Fahrländer und Partner

    Man müsse zwischen kurzfristigen und mittelfristigen Wirkungen unterscheiden, sagte Fahrländer. Kurzfristig, das heisst bei einer Dauer von 2-3 Monaten, dürfte sich der Wohnflächenmarkt in der DACH-Region rasch wieder erholen. Die primären Auswirkungen werde man im gehobenen Segment spüren. Der Geschäftsflächenmarkt hingegen sei von Ausfällen und Reduktionen bei Mietzinseinnahmen betroffen. «Hier ist mit kurzfristigen Ertragsausfällen zu rechnen», sagte Fahrländer. Bei einer kurzen Dauer könne der Leerstand bei Geschäftsflächen steigen und das Konsumverhalten sowie die Büroraumnachfrage eine leichte dauerhafte Verschiebung erfahren. Bei den Transaktionsmärkten würden die laufenden Deals aber weitergehen. Die Budgetziele 2020 sollten erreicht werden können.

    Anders sieht es gemäss Fahrländer bei einer Dauer der Krise von 6 Monaten und mehr aus: Der Wohnflächenmarkt dürfte dann zusammenrücken, es sei vor allem in der Peripherie mit Leerständen zu rechnen. Der Geschäftsflächenmarkt sähe sich mit massiven Ausfällen durch Konkurse und Kapazitätsabbau konfrontiert. Das Konsumverhalten und die Büroraumnachfrage würden sich durch einen langanhaltenden Lockdown dauerhaft stark verschieben. Fahrländer hielt fest: «Die Spreu trennt sich vom Weizen. Die Risikoaversion drückt auf Bauland- und Projektpreise. Wer verkaufen muss, muss Preisnachlässe gewähren. Teilweise werden Aktien- und Rohimmobilien vom Markt genommen, da jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist.»

    Die Gretchenfrage formulierte Fahrländer so: «Wie lange dauern die Einschränkungen an?» Wie stark die Rezession sein werde und wie man die Verschuldung weginflationieren könne, bleibe abzuwarten. Er ist aber positiv gestimmt, dass die Immobilienbranche trotz allem gut wegkommen werde. Denn Immobilien könnten sich tatsächlich als «das Betongold» von morgen erweisen, wie Roman H. Bolliger festhielt.

    «Es wird Anpassungen im Bürosektor und im Einzelhandel geben»

    Die durch das Coronavirus verursachten massiven Einschränkungen in der Real-Estate-Branche hat Dr. Christoph Schumacher, Global Head Real Estate, Credit Suisse Asset Management, zunächst unterschätzt. Heute sagt er: «Die Volatilität an der Börse sehen wir auch in den Immobilienmärkten. Mit dem Lockdown waren wir als Branche vor allem im Einzelhandel und im Hotelbereich eingeschränkt.» Schumacher ist grundsätzlich derselben Ansicht wie Fahrländer: «Wir müssen mittel- und langfristige Konsequenzen unterscheiden.» Im Moment sehe er, dass die meisten Transaktionen, die begonnen wurden, auch zu Ende gebracht werden. «Gerade beim Core-Immobiliengeschäft werden die Massnahmen erfreulicherweise so umgesetzt, wie sie schon vor der Krise beschlossen wurden.»

    Dr. Christoph Schumacher, Global Head Real Estate, Credit Suisse Asset Management

    Zurückhaltung sieht Schumacher aktuell bei neuen Transaktionen. Es gebe aber auch solche, die in der Krise Opportunitäten sehen: «Vor allem Familienbetriebe und Anleger, die auf erstaunlich viel Liquidität sitzen, steigen jetzt in den Immobilienmarkt ein.» Dabei seien vor allem börsennotierte Immobilien von Interesse und gerade in den volatilen Märkten von England und Asien sehe man derzeit Discounts von bis zu 40 Prozent und mehr. Bei den nicht börsennotierten Immobilien, wo die Credit Suisse sehr aktiv ist, seien die Möglichkeiten beispielsweise aufgrund der Lock-up-Perioden beschränkt. In Deutschland sei bei den Immobilienfonds durch die gesetzlichen Vorgaben mit den verlängerten Rückgabefristen weniger Druck zu spüren, was sei sehr positiv sei.

    Ein wichtiger Aspekt bei der Credit Suisse sind die Mieter. Die Wohnmietportfolios seien nicht betroffen, aber man habe das eine oder andere Shoppingcenter, wo gerade kleinere Mieter im Einzelhandel unter Druck stehen. Vielen habe man deshalb die Aprilmiete erlassen, sagte Schumacher. «Das war eine einmalige Aktion, um den Mietern Zeit zu verschaffen und die Interessen der Anleger zu wahren, indem drohenden Insolvenzen entgegengewirkt werden konnte.» Für Anleger mache der Erlass weniger als 1 Prozent der Mieterträge aus. Schumacher ist überzeugt: «Die Zeit nach der Krise wird eine andere sein. Wir selber haben trotz vieler Sparmassnahmen das Digitalisierungsbudget hoch gelassen. Wir glauben das PropTec und Digitalisierung langfristig verstärkt auf der Agenda stehen. Es wird Anpassungen im Bürosektor und Einzelhandel geben. Alles in allem werden wir gestärkt rausgehen und auch mittelfristig rechnen wir mit mehr Interesse im Immobiliensektor.»

    «Die Rechtslage ist schwierig»

    Thomas Schnabel, Rechtsanwalt und Partner bei Osborne Clarke, ist aktuell « an der Front ». Er leitet den Sektor Real Estate and Infrastructure in Deutschland. Zu seinen Mandanten zählen unter anderem Fondsgesellschaften, Projektentwickler, und Einzelhandelsunternehmen sowie eine Vielzahl von Unternehmen als Mieter. Deshalb bekommt er derzeit viel von der Mieterseite mit.

    Thomas Schnabel, Rechtsanwalt und Partner, Osborne Clarke

    In Deutschland hat der Bundestag erlassen, dass Vermieter von April bis Juni keine fristlose Kündigung aufgrund Zahlungsverzugs aussprechen können, wenn der Mieter seine Miete wegen der Coronakrise nicht bezahlen kann. «Hier sehe ich vor allem die Gastronomie, Hotellerie und den Einzelhandel betroffen», führte Schnabel aus. Er sieht aber auch das Problem der Vermieterseite. In England beispielsweise würden die Mieten quartalsweise anfallen. «Ende März wären die Mieten für das 2. Quartal 2020 fällig gewesen. Bezahlt ein Mieter nicht, fehlen hier also Einnahmen für ein ganzes Quartal.»

    In Deutschland sei Aussetzen das Wort der Stunde: «Viele verzichten im April auf die Miete.» Ob die Miete ganz erlassen oder gestundet werde, müsse individuell entschieden werden. «Die Rechtslage ist in Deutschland extrem schwierig. Es gibt keine klaren Richtlinien», sagte Schnabel. Die Diskussion unter den Juristen drehe sich aktuell immer um dieselben Themen: Zur Mietminderung würde zum einen das Vorliegen des Mangels an der Mietsache berechtigen. Beruht die Schliessung auf einer behördlichen Anordnung, sei für die Mietminderung entscheidend, ob die Anordnung einen Mangel an der Mietsache darstelle. Und als dritte Option komme die Mietminderung aufgrund Einschränkung der Gebrauchsüberlassung in Frage.

    «Mittlerweile werden von den Juristen Entscheide von 1915 ausgegraben und anhand dieser versucht, die damaligen Urteile auf heute zu translatieren», so Schnabel. Für den Rechtsanwalt ist klar: «Anstatt am Ende die Gerichte entscheiden zu lassen, wer die besseren Argumente hat, müssen wir gemeinsam Lösungen suchen und diskutieren, was man kurz-, mittel- und langfristig macht.»

  • Heute wird das Haus online verkauft

    Heute wird das Haus online verkauft

    Die Zahlen sind atemberaubend: Über 9 Millionen Besuche pro Monat, mehr als 200 Millionen Aufrufe, 112.000 derzeit vorhandene Anzeigen, 3.000 Firmenkunden und 10.000 Privatkunden. Mit einer solchen Dimension wird das digitale Portal homegate.ch nun von Immobilienbetreibern als das am besten geeignete professionelle Werkzeug zur Präsentation ihrer Immobilienobjekte anerkannt. Ein Schaufenster, das offensichtlich auch bei Benutzern sehr beliebt ist, wie die obigen Zahlen belegen.

    Wie Pietro Izzi, Leiter des Tessin-Portals, mitteilte, begann alles am 1. März 2001 in Zürich mit der Gründung der Homegate SA und der anschließenden Integration in das Angebot des damaligen Schweizer Immobilienmarktführers Immopool. Im Dezember dieses Jahres wurde die Website www.homegate.ch online gestellt. Seitdem ist alles gewachsen und homegate.ch ist seit Jahren die unbestrittene Immobilienplattform Nummer eins in der Schweiz und bietet die größte „Reichweite“ von allen. Heute ist die Homegate Group mit der 100% igen Zugehörigkeit zur ImmoStreet SA (www.immostreet.ch) auch auf dem Markt präsent und verfügt neben Zürich über Niederlassungen in Lausanne und Berlin. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund hundert Mitarbeiter, von denen die meisten Experten in den Bereichen digitale Immobilienforschung, digitaler Immobilienhandel, Immobilienfinanzierung, Produkt- und Webentwicklung, Datenmanagement und Marketing sind.

    Einfach und effektiv
    Das Erfolgsgeheimnis, betont Pietro Izzi, liegt auch in der äußerst einfachen Art des Einfügens von Anzeigen, die es den Nutzern ermöglicht, sehr schnelle Veröffentlichungsverfahren für ihre Angebote von Immobilien zum Verkauf oder zur Miete zu nutzen. In der Praxis kann jeder in wenigen Minuten eine Anzeige veröffentlichen und seine Angebote für zum Verkauf oder zur Miete stehende Immobilien problemlos verwalten. In der Praxis kann jeder in wenigen Minuten eine Anzeige veröffentlichen und seine Werbung sowie alle Kontakte zu Nutzern problemlos verwalten.

    Da Homegate SA Teil der Tamedia-Verlagsgruppe ist, profitieren Werbetreibende außerdem von einem großen Verlagsnetzwerk, das auf enorme „Feuerkraft“ angewiesen ist. Tatsächlich werden die Anzeigen auf der Online-Plattform auch auf den verschiedenen Medienkanälen der Presseorgane der Tamedia-Gruppe veröffentlicht, mit einer weit verbreiteten Verbreitung in der ganzen Schweiz. Als Beispiel kann gesagt werden, dass eine im Tessin veröffentlichte Immobilienverkaufsanzeige in jeder Ecke der Schweiz zu sehen ist. Eine wirklich bemerkenswerte Möglichkeit, die selbst dem kleinen privaten Werbetreibenden maximale Sichtbarkeit ermöglicht.

    Alles für zu Hause
    Aus Sicht der Nutzer, dh derjenigen, die ein Immobilienobjekt zum Kauf oder zur Miete suchen, wird die Vollständigkeit und Qualität der angebotenen Anzeigen und Dienstleistungen, die alle Segmente des Immobilienmarktes abdecken, besonders geschätzt. Die Plattform wird in der Tat durch zusätzliche Dienste verschiedener Art bereichert, wie das sehr nützliche Handbuch zur Welt des Mietens, zahlreiche praktische Tipps zum Umzug und viele Tricks, um Ihr Zuhause besser zu genießen. Es gibt sogar einen sehr beliebten Blog mit Tipps zum Thema „Livestyle“, z. B. Ideen für die Inneneinrichtung und die neuesten Immobilientrends. Schließlich bietet die Homegate AG zusammen mit der Kantonalbank Zürich eine unabhängig verwaltbare Online-Hypothek für die gesamte Schweiz an. Kurzum: Die ganze Welt des Hauses ist nur einen Klick entfernt. ■

    Kontakt

    Homegate SA
    Werdstraße 21
    8004 Zürich

    0848 100 100

    info@homegate.ch
    www.homegate.ch

  • Forschungs- und Entwicklungszentrum, Roche Basel

    Forschungs- und Entwicklungszentrum, Roche Basel

    Das Zentrum wird aus vier Gebäuden mit einer Höhe von bis zu 114 Metern bestehen und Platz für 1’750 Mitarbeitende bieten. Eine Tiefgarage bildet das Fundament für die Bauten 4 und 7. Bau 4 beherbergt das Convention Center mit Auditorien, in Bau 5 werden Büroarbeitsplätze untergebracht. Die Bauten 6 und 7 beinhalten flexible Laborarbeitsplätze. Zusammengehalten wird der Gesamtkomplex im Erdgeschoss über die sogenannte «Avenue, eine überdachte Verbindungsstrasse zwischen allen Gebäuden. Investitionsvolumen: Rund 1,2 Milliarden Franken. ■

  • Das höchste Hochhaus der Schweiz

    Das höchste Hochhaus der Schweiz

    Der Roche-Turm Bau 2 lehnt sich optisch stark an den 2015 fertiggestellten Roche-Turm Bau 1. Der Turm wird mit seinen 205 Metern rund dreissig Meter höher werden als der Bau 1. Das 50-Stockwerk-Gebäude löst seinen «Zwillingsbruder» zudem als höchstes Hochhaus der Schweiz ab. Aber nicht nur die Grösse unterscheidet die beiden Türme voneinander: der Bau 2 erhält eine deutlich schmalere Form. Die geringere Grundfläche hat zur Folge, dass der zweite Turm mit 1’700 Büroarbeitsplätzen etwas weniger Kapazität als der Bau 1 bereitstellt. Die Geschossflächen entsprechen elfeinhalb Fussballfeldern. Läuft alles nach Planung, wird der Roche Tower 2 bis Mitte 2022 fertiggestellt. ■

  • «Unser Kanton engagiert sich sehr aktiv in der Innovationsförderung»

    «Unser Kanton engagiert sich sehr aktiv in der Innovationsförderung»

    Herr Stricker, mit welchen Vorzügen werben Sie für den Wirtschaftsstandort Kanton Basel-Stadt?
    Natürlich mit der einmaligen Lage am Dreiländereck und der hohen Lebensqualität. Aber vor allem ist Basel eine sehr dynamische Wirtschaftsregion mit starkem Wachstum, einer hohen Innovationskraft und dem damit verbundenen Talentpool. Im aktuellen kantonalen Wettbewerbsindikator der UBS liegt Basel-Stadt auf Rang zwei und punkto Innovation sogar auf dem ersten Rang.

    Auf Ihrer Homepage ist zu lesen, dass der Kanton Basel-Stadt einen aktiven Beitrag leistet, damit die ansässigen Unternehmen eine höhere Wertschöpfung erzielen. Was heisst das konkret?
    Wir unterstützen Firmen bei individuellen Fragestellungen, sei es bei Anliegen an die kantonale Verwaltung wie Arbeitsbewilligungen oder bei der Immobiliensuche. Dafür ist der persönliche Kontakt und Austausch unserer Branchenverantwortlichen mit den Firmen sehr wichtig. Aber wir arbeiten auch strukturell für optimale Rahmenbedingungen, beispielsweise bei der Wirtschaftsflächenentwicklung.

    «Momentan haben wir bei Büroflächen die niedrigste Angebotsquote der Schweiz.»

    Die Standortförderung setzt sich dafür ein, dass Unternehmen optimale Bedingungen vorfinden. Mit dieser Aussage buhlen auch andere Kantone. Wie hebt sich der Kanton Basel-Stadt von der Konkurrenz ab?
    Zum Beispiel engagiert sich der Kanton sehr aktiv in der Innovationsförderung. Mit dem Technologiepark Basel, welcher Büro- und Laborflächen für Jungunternehmen anbietet, haben wir ein erfolgreiches Angebot geschaffen, das zusammen mit den hier ansässigen Hochschulen und Forschungsinstituten ein attraktives Ökosystem für Startups bildet.

    Sie gilt auch als Vermittlerin im Immobilienbereich. Wer sind Ihre Kunden und woher stammen sie?
    Die meisten Anfragen kommen von hier ansässigen Firmen, die Fläche zum Expandieren suchen oder neue Arbeitsformen implementieren wollen. Es gibt aber auch Neuansiedlungen von internationalen Firmen, zum Beispiel aus Nordamerika oder Asien. Diese werden dann von der regionalen Standortpromotion BaselArea.swiss unterstützt.

    Der Kanton Basel-Stadt ist bestrebt, dass Flächen in einem der Nachfrage entsprechenden Mass und in der gewünschten Qualität zur Verfügung stehen. Das heisst?
    Man muss sich vorstellen, dass eine Firma zur Wahl eines neuen Standortes eine Auswahl von möglichen Optionen benötigt – die meisten Menschen schauen sich bei der Suche nach einem neuen Wohnort auch nicht nur eine Wohnung an. Für uns heisst das, dass man im besten Fall mehrere Flächen zur Verfügung hat, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Grösse und Lage für verschiedene Tätigkeiten und Firmen interessant sind.

    Wie beurteilen Sie den Geschäftsimmobilienmarkt im Kanton Basel-Stadt?
    Momentan haben wir im Bereich Büroflächen die niedrigste Angebotsquote der ganzen Schweiz. Gleichzeitig gab es in den letzten Jahren eine konstant hohe Nachfrage – insbesondere nach Laborflächen. Wir sind aber optimistisch, dass bald weitere, sehr interessante Flächen für wirtschaftliche Tätigkeiten verfügbar werden. Für Investoren bieten sich aufgrund der Nachfrage spannende Perspektiven, und wir zählen darauf, dass auch im Bereich der Miet-Laborflächen eine höhere Angebotsdynamik entsteht.

    In Basel und Umgebung sind viele Arealentwicklungen im Gange. «Volta-Nord», «Dreispitz», «Klybeckplus», das «Areal Wolf» oder das «Stücki-Areal», um nur einige Beispiele zu nennen. Wie profitiert die Standortförderung Basel-Stadt von diesen Mega-Projekten?
    Alle diese Areale sind historisch Wirtschaftsflächen, die nun in neue Nutzungsstrukturen überführt werden. Da gilt es, die richtige Strategie für die zukünftige Ausrichtung des Wirtschaftsstandorts Basel und einen gesunden Mix aus verschiedenen Nutzungen zu finden. Basel-Stadt möchte bis 2035 Raum für rund 20’000 neue EinwohnerInnen und für 30’000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Ohne diese Entwicklungsareale ist das nicht zu schaffen.

    Die Region Basel gilt weltweit als führender Life Sciences Cluster. Liegt das hauptsächlich an den beiden Unternehmen Roche und Novartis?
    Natürlich sind die beiden Firmen sehr wichtig für unseren Standort. Es gibt aber auch viele weitere wichtige Firmen im Bereich Life Sciences, wie zum Beispiel Lonza, Bayer, Syngenta oder Straumann, die zum Teil stark wachsen. Zum Cluster, das sie ansprechen, gehören aber auch die vielen Startups, KMU, Hochschulen und Forschungsinstitute. Insgesamt sind über 700 Life Sciences Firmen in der Region aktiv, das Wachstum ist also breit abgestützt.

    «Der EuroAirport ist dank vieler Direktverbindungen enorm wichtig.»

    Wie stark profitierte der Kanton Basel-Stadt vom «Switzerland Innovation Park Basel Area»?
    Der Switzerland Innovation Park mit seinen Standorten in Allschwil, Basel und Delémont ist ein wichtiges Element in der vorher erwähnten Innovationslandschaft und ein Symbol für die regionale Zusammenarbeit. Er eröffnet dem Life Sciences Cluster neue Möglichkeiten.

    In welchen Bereichen sehen Sie die grössten Herausforderungen?
    Momentan haben wir eine hohe Nachfrage nach Laborräumlichkeiten, die kurzfristig nicht genügend gedeckt werden kann. Dabei wäre es wichtig, den vielen erfolgreichen Startups Expansionsflächen zur Verfügung zu stellen. Hier sind die Investoren gefragt!

    «Eine gewisse Konkurrenz liegt im Interesse der Unternehmen.»

    Der Wirtschaftsstandort Basel grenzt sowohl an Deutschland als auch an Frankreich. Wie stark steht die Standortförderung Kanton Basel-Stadt in Konkurrenz mit diesen zwei Nachbarländern?
    Bei den wertschöpfungsstarken Unternehmen nehmen wir eher den Standortwettbewerb mit anderen Kantonen und mit «Hot Spots» im Ausland wahr. Anders sieht es im Detailhandel aus – da sind die Grenzlage, der Wechselkurs und vor allem der Onlinehandel ernsthafte Herausforderungen.

    Für viele internationale Unternehmen stehen bei einer Ansiedlung Steuervorteile im Vordergrund. Wie überzeugen Sie Firmen, ihr Headquarter in der Region Basel-Stadt anzusiedeln?
    Basel bietet nach der Annahme der STAF auf kantonaler und Bundesebene rückwirkend per Anfang 2019 einen attraktiven Gewinnsteuersatz von dreizehn Prozent und damit eine grosse Planungs- und Rechtssicherheit für Unternehmen. Diese schätzen zudem die hohe Verfügbarkeit von Fachkräften und Talenten. Da profitiert Basel von der Personenfreizügigkeit und von rund 35’000 qualifizierten Grenzgängern und Grenzgängerinnen aus Deutschland und Frankreich.

    Welche Rolle spielt für die Standortförderung Basel-Stadt der nahe EuroAirport Basel Mulhouse?
    Der EuroAirport ist dank vieler Direktverbindungen und Zubringerflügen zu den Hubs enorm wichtig für die Region – nicht nur für den Personentransport, sondern auch als Logistikdrehscheibe. Der Flughafen ist beispielsweise sehr stark auf die anspruchsvolle Logistik von Pharmaprodukten spezialisiert. Das ist ein wichtiges Argument für viele Firmen der Region.

    Worin sehen Sie die wichtigsten Unterschiede zwischen dem Standort Kanton Basel-Stadt und anderen Wirtschaftsstandorten der Schweiz?
    Durch die spezielle Lage an zwei Landesgrenzen und dem Rhein ist Basel die Logistikdrehscheibe der Schweiz und von Natur aus sehr international ausgerichtet. Daneben bietet die Region eine einzigartige Innovationslandschaft, vor allem im Bereich der Life Sciences, und eine beeindruckende Konzentration an Versicherungsgesellschaften. Zudem geht oft vergessen, dass – ein Unikum in der Schweiz – Kantons- und Stadtbehörden identisch sind. Das macht uns als Partner der Unternehmen handlungsfähig und agil.

    Auch der Kanton Basel-Landschaft ist ein Wirtschafts-, Innovations- und Bildungsstandort mit Schwerpunkt Life Sciences. Wie stark konkurrenzieren sich diese beiden Kantone?
    Eine gewisse Konkurrenz und ein gutschweizerischer Ideenwettbewerb liegen sicher im Interesse der Unternehmen. Gleichzeitig arbeiten wir aber in wichtigen Projekten und Institutionen auch sehr eng zusammen, übrigens meist zu dritt mit dem Kanton Jura. Auf der persönlichen Ebene sind die Kontakte gut. Wir kennen und schätzen uns – trotz der Kantonsgrenzen.

    Wie und wo macht die Standortförderung Kanton Basel-Stadt auf ihre Wirtschaftsregion aufmerksam?
    Wir sind an vielen Anlässen zum Thema Wirtschaftsentwicklung in der Region präsent und organisieren und unterstützen selber auch wichtige Veranstaltungen zur Vernetzung wie etwa das Swiss Innovation Forum im November oder den kürzlich durchgeführten Digitaltag. Im Ausland vertritt die BaselArea.swiss unseren Standort.

    Was wünschen Sie dem Standort Basel?
    Dass er sich weiter so positiv entwickelt wie in den vergangenen Jahren und wir weiter Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass sich neben den Grossfirmen auch Startups und KMU am Standort Basel positiv entwickeln können. ■

    www.awa.bs.ch/standortfoerderung

  • Digitale Grüße aus Moskau

    Digitale Grüße aus Moskau

    „Wenn wir nicht aufpassen, wird der Zug in den kommenden Jahren ohne uns abfahren“, wundert sich Thomas H. Henle, Präsident der Schweizer Sektion von FIABCI (Internationaler Verband der Immobilienberater und Immobilienmakler), einer internationalen Organisation, die dies bringt zusammen Immobilienprofis. „Die großen Internetunternehmen Google, Amazon, Facebook und Apple, aber auch andere Akteure in der Immobilienbranche wie Airbnb stehen am Anfang und werden in den kommenden Jahren in die Immobilienbranche eintreten. Das ist sicher. „

    „Wir können mehrere wichtige globale Trends erkennen“
    Die Zusammenfassung von Thomas H. Henle am dritten Tag des FIABCI-Weltkongresses in Moskau stößt auf großes Interesse. Kurz zuvor hatte Wouter Truffino den Weg der Immobilienbranche skizziert. In der russischen Metropole beeindruckte der niederländische PropTech-Spezialist und Gründer der Netzwerke Holland Contech & Proptech und Global PropTech nicht nur die Schweizer Delegation. „Derzeit sind mehrere wichtige globale Trends sichtbar: Mit der Entwicklung und Implementierung ultraschneller drahtloser Netzwerke wird sich unsere Welt wieder schneller verändern“, ist Truffino überzeugt. Die Google Group wird in Kürze in der Lage sein, das Verbraucherverhalten mithilfe intelligenter Sensortechnologie und künstlicher Intelligenz vorherzusagen, und Google wird beispielsweise in der Lage sein, das Design von Einkaufszentren zu optimieren. Dies ist nur eines von vielen praktischen Beispielen, die sich direkt auf die Immobilienbranche auswirken.

    Mobilitätslösungen für Megastädte
    Die jungen Mitglieder von FIABCI-Suisse, Anaïs und Jonas Fatio, waren hauptsächlich an Diskussionen über die Nutzung und zentrale Speicherung gemeinsam genutzter Daten sowie über Cloud-Lösungen im Immobiliensektor interessiert. „Es war sehr aufregend zu sehen, wie unterschiedlich die teilnehmenden Länder in diesen Bereichen sind. Natürlich lösten diese Themen auch interessante Diskussionen unter Immobilienfachleuten aus aller Welt aus, die in Moskau präsent sind. “ Anaïs und Jonas Fatio sind bei der Engelmann AG beschäftigt, einem traditionellen Immobilientreuhänder in der Region Biel. Die beiden unterstreichen auch eine interessante Podiumsdiskussion am zweiten Tag des Kongresses: Maurice Leroy, ehemaliger französischer Stadtminister (2010–2012), berät heute den Bürgermeister von Moskau in Mobilitätsfragen. „Seine Vision für die Zukunft der städtischen Verkehrslösungen in Megastädten wie Moskau ist äußerst interessant“, sagte Jonas Fatio.

    Besuch der großen Head-Liner-Projekte
    Für Thomas H. Henle, Präsident der FIABCI in der Schweiz, war die „Fallstudie“ mit Projektbesuchen in Moskau ein weiterer Höhepunkt der Reise nach Russland. Dazu gehörte beispielsweise die Baustelle des Projekts „HeadLiner“, ein 144.000 Quadratmeter großes multifunktionales Wohngebiet mit einem 53-stöckigen Turm in Shmitovskiy Prsezd in der Nähe der U-Bahn-Station Shelepikha. Im März wurde der Generalunternehmer für die zweite Bauphase ausgewählt. Was bei der Entwicklung dieses Projekts am bemerkenswertesten ist, ist Folgendes: die direkte und sehr intelligente Verbindung von Fußgängern mit dem zentralen Geschäftsviertel, die Reife der BIM-Anwendung, die das Marketing aus Plänen perfekt unterstützt, sowie die sehr kreative Marketingstrategie und seine Umsetzung. „Dadurch kann das Produkt im Zielkundensegment optimal vermarktet werden, beispielsweise durch das Angebot einer exklusiven Clubmitgliedschaft oder sogar mit einer eigenen Bekleidungskollektion“, sagte Thomas H. Henle.

    Wahl des neuen Weltpräsidenten der FIABCI
    Am letzten Tag des Weltkongresses traf sich die Generalversammlung und wählte aus ihrem Kreis den neuen Weltpräsidenten der Vereinigung, der noch ein Jahr lang sitzt. Der Bulgare Assen Makedonov hatte dieses Amt im vergangenen Jahr inne und zeichnete sich dadurch aus, dass er die Digitalisierung zu einem der Hauptthemen seiner Präsidentschaft machte. Dies war auch das Motto des Moskauer Kongresses „Das digitale Zeitalter der Immobilien“. Die fünftägige Veranstaltung umfasste zahlreiche Veranstaltungen und Konferenzen zum Thema PropTech, Blockchain, Smart Contracts und die allgemeine Entwicklung des Sektors. Als Präsident von FIABCI International wurde der 1979 geborene Walid Moussa schließlich zum Nachfolger von Makedonov gewählt. Er ist Gründungspräsident der FIABCI in arabischen Ländern und Präsident des Real Estate Syndicate of Lebanon (REAL). Der 71. FIABCI-Weltkongress findet 2020 in Manila (Philippinen) statt. Zum 20. Jahrestag des Vereins im Jahr 2021 wird der Versammlungsort die französische Hauptstadt sein, in der FIABCI gegründet wurde.

    FIABCI – Vernetzung auf der ganzen Welt
    Die Schweiz ist sicherlich nicht eines der Länder, die 1951 in Paris an der Gründung von FIABCI, dem Internationalen Verband der Immobilienberater, beteiligt waren. Zu dieser Zeit kamen die Teilnehmer aus den folgenden fünf Ländern: Belgien, Deutschland, Frankreich, Österreich und den Vereinigten Staaten. Aber die Konföderation folgte bald danach. FIABCI ist mittlerweile in rund 70 Ländern vertreten und arbeitet seit fast 50 Jahren eng mit den Vereinten Nationen zusammen. FIABCI hat seit 1971 Beobachterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. Auf Schweizer Ebene ist FIABCI die Dachorganisation von Immobilienverbänden wie dem Schweizerischen Immobilienverband SVIT oder dem Schweizerischen Berufsverband USPI. „Wir vertreten und vernetzen diese Berufsverbände und unsere einzelnen Mitglieder auf schweizerischer und internationaler Ebene“, sagte Thomas H. Henle, Präsident der FIABCI-SUISSE, der auch Geschäftsführer der IL Industrie-Leasing AG in Zug ist. ■

  • Standortförderung – quo vadis?

    Standortförderung – quo vadis?

    Anita Martinecz-Fehér, stv. Leiterin Standortförderung des Kantons Zürichs, brachte es in ihrer Grussbotschaft gleich zu Beginn des Anlasses auf den Punkt: «Wir Standortförderer säen und säen und säen – und irgendwann einmal, vielleicht völlig unerwartet, können wir die Früchte unserer Arbeit ernten.» Wie viel Arbeit bis dahin nötig ist, zeigten unter anderem die Ausführungen von Botschafter Eric Jakob, Leiter der Direktion für Standortförderung des Bundes: Die Strategie «Standortförderung 2020+» mit einem Budget von rund 120 Millionen Franken pro Jahr ist umfassend, und involviert sind nicht nur die Direktion für Standortförderung, sondern acht weitere Organisationen, die im Auftrag für das SECO arbeiten. Auch Roger Tognella, Initiant des ersten e-Prix in der Schweiz und Standortmanager des Jahres 2018, wies auf die Langfristigkeit von Standortförderungsmassnahmen hin: «Die Mobilität verändert sich. Und mit einem solchen Event ist es möglich, die Schweiz im interna­tionalen Kontext als Innovationsstandort im Bereich der Mobilität zu positionieren.»

    Digitalisierung ist die Zukunft
    Der Zukunft des Detailhandels widmete sich Andreas Zürcher, Geschäftsführer der City Vereinigung Zürich. Studien gehen davon aus, dass im Jahr 2020 rund 20 Prozent des Detailhandelsgeschäftes online abgewickelt werden; eine Entwicklung, die nicht nur die Detailhändler vor grosse Herausforderungen stellt, sondern sich auch auf Innenstädte und deren Belebung auswirkt: «Die Generationen Z und Alpha besuchen physische Stores nur noch dann, wenn der Besuch zu einem Erlebnis wird», hielt Zürcher fest. Die zunehmende Digitalisierung in allen Lebens- und Geschäftsbereichen sorgt auch für weitere Herausforderungen, wie Franz J. Menayo, Head of Community Relations bei UPC Schweiz GmbH, aufzeigte: «Die Schweiz ist weltweit die Nummer fünf was die Versorgung mit Breitband-Internet betrifft. Nichtsdestotrotz steigen die Ansprüche laufend: Ein gut ausgebautes Glasfasernetz ist ein Wirtschaftsmotor und für die Standortattraktivität entscheidend.»

    Professionalisierung dank Ausbildung
    Aller Digitalisierung zum Trotz: Das Standortmanagement lebt nach wie vor von Menschen und deren Vernetzung. Umso erstaunlicher ist es, dass es in der Schweiz im Gegensatz zum Ausland keine Aus- oder Weiterbildung zum Standortmanager/zur Standortmanagerin gibt. André Gassmann, Leiter Kommunikation und Marketing der Gemeinde Emmen und als Vorstandsmitglied der SVSM zuständig für das Ressort Aus- und Weiterbildung des Verbandes, stellte ernüchtert die Ergebnisse seiner Abklärungen vor: «Es gibt einige Angebote, die das Thema Standortmanagement aufgreifen – dies aber immer nur am Rande. Die SVSM hat deshalb Gespräche auf Bundesebene geführt und erarbeitet derzeit die Grundlagen für eine Ausbildung zum Standortmanager/zur Standortmanagerin als Berufsbild mit eidgenössischem Abschluss oder auf Stufe Fachhochschule. Als Dachverband sehen wir uns in der Pflicht, eine Professionalisierung zu erreichen.»

    Immobilien und Standorte sind eng verknüpft
    Wie eng Immobilien und Standorte verknüpft sind, zeigten die Ausführungen von Tobias Achermann, CEO von Zug Estates AG und Preisträger des SVSM Awards 2018: Die Entwicklung des «Suurstoffi-Areals» ist nicht nur ein grosses Immobilienprojekt, sondern hat aufgrund seiner Dimensionen spürbare Auswirkungen auf den Standort Rotkreuz. Auch die Ausführungen von Roger Ochsner, Leiter Anlageobjekte Zürich & OST bei der SBB AG, Immobilien Development, zeigten die enge Verknüpfung von Immobilien und Standorten. So handelt es sich bei den grösseren Projekten der SBB oft um Arealentwicklungen, die in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Standortförderern geplant werden. Praxisbeispiele erfolgreicher Ansiedlungen zeigten Sebastian Friess, Leiter der Standortförderung des Kantons Bern, und Beat Bachmann, Leiter der Kontaktstelle Wirtschaft des Kantons Zug.

    Eine neue Landkarte der Schweiz
    Dem viel diskutierten Thema Landesausstellung widmete sich Juri Steiner: Er stellte als Kurator die NEXPO, eine Initiative von zehn Schweizer Städten vor, und hielt fest: «Die neue Landesausstellung ist in vielerlei Hinsicht neu: Sie ist dezentral und umfasst die ganze Schweiz. Sie ist partizipativ und eine Einladung an alle. Sie ist evolutiv und nicht auf den Moment beschränkt, sondern als Bewegung angelegt.» Es gebe so viele grosse Themen, über die in der Schweiz gesprochen werden sollte – und genau das solle an den vielen verschiedenen Standorten mit kleinen und grossen Projekten möglich werden. Das Ziel der NEXPO ist denn auch nichts weniger als die Suche nach Wahrzeichen, das Erstellen einer neuen Landkarte des Standortes Schweiz.

    Erfreuliche Mitgliederentwicklung
    Im Rahmen des Tags des Standortmanagements fand auch die 20. Generalversammlung der SVSM statt. Präsident Beny Ruhstaller zog ein erfreuliches Fazit der Entwicklung des Verbandes: Die Mitgliederzahlen konnten in den vergangenen Jahren laufend gesteigert werden; aktuell zählt die SVSM 84 Mitglieder. Ebenso erfreulich ist das grosse Engagement der Vorstandsmitglieder, die sich überdies alle zur Wiederwahl stellten und einstimmig in ihren Ämtern bestätigt wurden. Der Vorstand setzt sich somit weiterhin aus folgenden Personen zusammen:
    • Beny Ruhstaller (Präsident) acasa Immobilien-Marketing GmbH, Glattpark (Opfikon)
    • Michael Domeisen, Direktor House of Winterthur
    • André Gassmann, Leiter Kommunikation und Marketing/ Wirtschaftsförderung Gemeinde Emmen
    • Markus Müller, Gründer und Geschäftsführer SOULWORXX, Olten
    • Stefan Otziger, Wirtschaftsbeauftragter der Stadt Thun
    • Beat Ritschard, Geschäftsführer Standortförderung Zimmerberg-Sihltal und Wirtschaftsförderung Höfe
    • Albert Schweizer, Bereichsleiter Immobilien & Standortförderer Stadt Schlieren ■

  • Die Digitalisierung kommt in Fahrt

    Die Digitalisierung kommt in Fahrt

    Mit den Fortschritten der Technologie und aufgrund sich wandelnder Bedürfnisse der Gesellschaft erhöhen sich die Ansprüche an das Bauen. Investoren und Bauherren, Behörden, Planer, Generalunternehmer und die Gebäudenutzer selber verlangen maximale Transparenz bezüglich Wirtschaftlichkeit, Komfort, Ökologie und Nachhaltigkeit.

    BIM als zentraler Faktor
    Doch was heisst das nun für die Praxis von Planern und Unternehmern? Eine zentrale Rolle kommt dem «Building Information Modeling BIM» zu. BIM ist eine Methode zur Entwicklung von virtuellen 3D-Gebäudemodellen, sogenannten BIM-Objekten, die auf sämtlichen Informationen basieren, die während des Lebenszyklus eines Bauwerks entstehen. Durch diese grosse Informationsmenge weisen die intelligenten BIM-Objekte ein umfassendes Wissen bezüglich Konstruktionsdetails, Produktdaten, Prüfberichte im Bereich Schall- und Brandschutz oder auch Nachweise zu Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit auf.

    Die Prüfsoftware kann das Regelwerk jedes Bauteiles kontrollieren und dem Planer allfällige Friktionen aufzeigen. So können Fehler bei der Wahl der Konstruktionen frühzeitig erkannt und korrigiert werden. Weil BIM die Zukunft gehört, betrifft diese Methode alle, die mit dem Bau und Ausbau von Gebäuden zu tun haben.

    Vorbildliche Daten für den Gips-Trockenbau
    Grundvoraussetzung zur Anwendung der BIM-Methode sind umfassende Datenbanken, über welche alle Beteiligten im richtigen Zeitpunkt auf die richtige Information zugreifen können. Im Bereich der Bauprodukte und -systeme müssen diese Informationen von den Herstellern aufbereitet und auf verschiedensten Kanälen für die Planung, den Bau und Betrieb zugänglich gemacht werden – so wie es zum Beispiel die Rigips AG, Schweizer Pionier der Trockenbauweise, vormacht. Ihr Internet-Auftritt unter www.rigips.ch erfüllt die heutigen Anforderungen an konventionelle Ausschreibungen ebenso wie diejenigen an die Arbeit mit BIM.

    Herzstück ist dabei eine dynamische System­ suche, welche mit allen benötigten technischen und ökologisch relevanten Informationen sowie mit der Bauteil-, Material- und Produktdatenbank von «buildup» und für Nachhaltigkeitsnachweise mit dem elektronischen Bauteilkatalog von eco-bau verknüpft ist. Das ermöglicht eine intuitiv geführte Arbeit bei der Systemauslegung, der Planung und Ausschreibung.

    BIM-Dateien auf «buildup»
    Rigips hat die Produktinformationen und -deklarationen sowie die skalierbaren CAD-Zeichnungen für über 8000 System-Dateien (IFC Datensätze) auf der SwissBIMLibrary bei «buildup» hinterlegt. Diese sind auf buildup.ch und über die Unternehmensweb­site rigips.ch für alle Projektbeteiligten ab­rufbar und können direkt in die 3D-Gebäude­module und Pläne integriert werden. Paul Curschellas, Chief Innovation Officer bei buildup AG, lobt diese Pionierleistung mit fol­genden Worten: «Rigips leistet auf dem Gebiet des BIM vorbildliche Arbeit. Das unterstützt die digitalisier-
    te modellbasierte Zusammenarbeit für alle Beteiligten bei Planung, Bau und Betrieb.» ■