Schlagwort: Bauwesen

  • Forschungsprojekt entwickelt globalen Korrosionsindex für Bauanwendungen

    Forschungsprojekt entwickelt globalen Korrosionsindex für Bauanwendungen

    Sky-Frame aus Frauenfeld und das WITG untersuchen gemeinsam, ob auf Basis verfügbarer Wetter- und Klimadaten ein globaler Korrosionsindex entwickelt werden kann. Dieses Projekt wird mit einem Innovationsscheck von Innosuisse unterstützt. Die Fördersumme von maximal 15’000 Franken der Schweizerischen Innovationsagentur ist eine Gutschrift für eine Vorstudie. Sie ermöglicht es, Ideen, Ideenstudien und Analysen zum Innovations- und Marktpotenzial bei einem Schweizer Forschungspartner zu beauftragen und die Zusammenarbeit mit diesem zu testen.

    In das Projekt mit Sky-Frame bringt das WITG seine Expertise bezüglich Korrosion und Bewertung von Werkstoffeigenschaften ein. In einem ersten Schritt werden laut einer Mitteilung reale Projektstandorte mit verfügbaren Klimadatenbanken verknüpft und bestehende Erfahrungswerte aus der Anwendung systematisch ausgewertet. Daraus entsteht unter Berücksichtigung von Faktoren wie Meeresnähe, Windrichtung und projektspezifischen Mikroklimabedingungen ein erster, wissenschaftlich fundierter Ansatz zur Risikoklassifizierung. 

    „Dieses Projekt zeigt exemplarisch, dass sich Innovationsideen nicht im Bereich von ,Rocketscience‘ bewegen müssen, um gefördert zu werden“, so das WITG. Stattdessen sollen sie dem Unternehmen einen nachhaltigen Nutzen und zukünftigen Mehrwert bieten und dabei eine Risikokomponente bei der Umsetzung und damit die Möglichkeit des Scheiterns beinhalten. 

  • Neuer Beton senkt CO2-Ausstoss im Bauwesen

    Neuer Beton senkt CO2-Ausstoss im Bauwesen

    Omya ist neuer Partner im NEST, dem modularen Forschungs- und Innovationsgebäude von Empa und Eawag in Dübendorf. In der dort seit Anfang 2024 angesiedelten Unit Beyond.Zero wollen sie laut einer Mitteilung der Empa einen zementreduzierten Beton testen, den sie in einem gemeinsamen Forschungsprojekt entwickelt haben.

    Omya hatte seine Expertise als weltweit tätiger Spezialist für Industriematerialien beigesteuert. „Dass wir nun gemeinsam nachhaltige Baustoffe entwickeln und diese direkt im NEST unter realen Bedingungen testen können, beschleunigt den Transfer von Innovationen in eine klimaschonende Bauweise“, wird Empa-Direktorin Tanja Zimmermann zitiert.

    Dieser innovative Baustoff ersetzt bis zu 70 Prozent seines Klinkeranteils durch natürliche Mineralien. Wie die Empa ausführt, reduziert das seinen CO2-Fussabdruck deutlich. „Damit ein neuartiger Beton breite Akzeptanz findet, braucht es den Praxistest“, wird Empa-Forscher Mateusz Wyrzyklowski aus der Empa-Abteilung Beton und Asphalt zitiert. „Mit dem Einsatz in der NEST-Unit Beyond.Zero können wir unseren zementreduzierten Beton umfassend validieren: von der Verarbeitung bis zur Dauerhaftigkeit.“

    Das Ziel ist ein Baustoff, „der nicht nur die ökologischen Anforderungen erfüllt, sondern auch in Hinsicht auf Verarbeitbarkeit, mechanische Eigenschaften, Volumenbeständigkeit und Dauerhaftigkeit überzeugt“, so die Empa. Die Unit Beyond.Zero geht über das Netto-Null-Ziel am Bau hinaus. Sie verfolgt die Vision, dass Gebäude in Zukunft als Kohlenstoffsenken dienen können – also unter dem Strich eine negative CO2-Bilanz aufweisen werden. Bislang verursacht der Bausektor in der Schweiz rund 28 Prozent der CO2-Emissionen.

  • Neubau in Sursee für Radsportteam

    Neubau in Sursee für Radsportteam

    Das aktuell in Schenkon ansässige Tudor Pro Cycling-Team steht laut eines Artikels der «Luzerner Zeitung» vor einem Umzug nach Sursee. Dort möchte es demnach 18 Millionen Franken in ein sechsgeschossiges neues Hauptquartier investieren. Initiant ist die Sette Immo AG, die über ihre Sette Sports Group nicht nur das Profi-Team, sondern auch eine Nachwuchsmannschaft unterhält. Fabian Cancellara, ehemaliger Rennvelofahrer, ist nicht nur Teamchef beim Tudor Pro Cycling-Team, sondern auch bei der Sette Immo AG aktiv.

    Im September 2026 soll der neue Sitz des Teams fertiggestellt sein und Platz für Lager, Werkstätten, Trainings- und Besprechungsräume bieten. Büros für die Verwaltung und Aufenthaltsräume für die Fahrer sollen ebenso entstehen wie ein Ausstellungsraum des Teams. Auf dem Dach wird zudem eine Photovoltaikanlage installiert.

    Aktuell nimmt das vom Uhrenhersteller Tudor aus Genf gesponserte Team noch bis Ende Monat an der Tour de France teil.

  • Schweizer Kulturbotschaft 2025–28 für Baukultur

    Schweizer Kulturbotschaft 2025–28 für Baukultur

    Der Entwurf der Kulturbotschaft 2025–28 rückt die Baukultur in den Mittelpunkt einer nachhaltigen Raumentwicklung. Angesichts von Klimawandel, Ressourcenknappheit und dem Verlust an Biodiversität gewinnt die Gestaltung des Lebensraums an strategischer Bedeutung. Die Baukultur liefert mit ihrem ganzheitlichen Ansatz Antworten auf zentrale Herausforderungen und ermöglicht eine nachhaltige Zukunft.

    Gestaltung als gesellschaftlicher Auftrag
    Baukultur umfasst alle raumwirksamen Tätigkeiten von der Denkmalpflege über die Stadtplanung bis zur Gestaltung zeitgenössischer Bauwerke. Gut gestaltete Gebäude, Siedlungen und Infrastrukturen fördern das Wohlbefinden der Bevölkerung, stärken das Kulturerbe und vereinen ökologische, soziale, ökonomische und kulturelle Werte. Diese integrative Qualität macht Baukultur zu einem entscheidenden Instrument für die Transformation von Städten und Regionen.

    Zukunftsweisende Impulse aus Davos
    Der internationale Davos Baukultur Prozess und die jüngsten Erklärungen europäischer Kulturministerinnen und -minister bekräftigen die Notwendigkeit eines holistischen Bauverständnisses. Die Schweiz nimmt diese Impulse auf und plant, Baukultur im Natur- und Heimatschutzgesetz zu verankern, ein wichtiger Schritt, um die Vorbildfunktion des Bundes zu stärken und bestehende Förderinstrumente gezielt zu nutzen.

    Kreislaufwirtschaft und Innovation als Leitlinien
    Die künftige Baukultur muss konsequent auf Kreislaufwirtschaft und Suffizienz ausgerichtet werden. Neue Standards wie Lebenszyklus-Grenzwerte für Emissionen, der bewusste Umgang mit Ressourcen und eine Kultur des Umbauens bilden das Fundament. Ergänzend braucht es eine Innovationskultur, die neue Materialien, Technologien und Prozesse fördert.

    Empfehlungen für eine kohärente Umsetzung
    Die unterzeichnenden Organisationen stellen konkrete Forderungen. Der Bereich Umwelt soll stärker integriert, Gemeinden und Städte in Beratungs- und Weiterbildungsangebote einbezogen und die effektive Bauteuerung bei der Fördermittelanpassung berücksichtigt werden. Zudem sei eine konsequente Anwendung des Baukulturbegriffs erforderlich, etwa bei den Schweizer Kulturpreisen oder in der Arbeit von Pro Helvetia. Der Runde Tisch Baukultur Schweiz bietet sich als nationale Plattform für die Koordination mit internationalen Initiativen an.

  • BRUGG Pipes eröffnet Produktion in den USA

    BRUGG Pipes eröffnet Produktion in den USA

    BRUGG Pipes steht vor der Auslieferung der ersten Rohrringe seines flexiblen Rohrsystems CALPEX PUR-KING, informiert das zur BRUGG Group AG aus Brugg gehörige Unternehmen aus Kleindöttingen in einer Mitteilung. Die Rohrringe wurden in der neuen Produktionshalle von BRUGG Pipes und Rovanco Piping Systems in Joliet im US-Bundesstaat Illinois gefertigt. Für den Produktionseintritt in den USA hatten BRUGG Pipes und Rovanco im April vergangenen Jahres die Einrichtung einer Gemeinschaftsfirma in Joliet vereinbart.

    In das neue Werk haben die Partnerunternehmen rund 20 Millionen Dollar investiert. Unter der Leitung des Schweizers Pirim Dahinden sollen dort jährlich zwischen 3000 und 5000 Fuss des Rohrsystems CALPEX PUR-KING hergestellt werden. BRUGG Pipes ist auf die Produktion von Rohrsystemen für Flüssigkeiten, Gase und Wärme spezialisiert.

    «Mit der neuen Produktion in den USA erhöhen wir die Planungssicherheit für unsere Kundinnen und Kunden, reduzieren Lieferzeiten und Transportkosten und sind zudem nicht von möglichen US-Zöllen betroffen», wird Martin Rigaud, CEO von BRUGG Pipes, in der Mitteilung zitiert. «Das verschafft uns in der aktuellen Marktsituation einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.» Angaben von BRUGG Pipes zufolge stammen rund 80 Prozent der im neuen Werk verarbeiteten Rohmaterialien aus den USA.

  • Woher der Strom 2050 kommt

    Woher der Strom 2050 kommt

    Damit die Schweiz bis 2050 CO₂-neutral wird, müssen Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie weitgehend elektrifiziert werden. Der heutige Strombedarf von 56 Terawattstunden wird bis 2050 auf rund 75 TWh steigen. Gleichzeitig entfallen 23 TWh aus der Kernenergie. Der nötige Umbau des Energiesystems ist tiefgreifend, technisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.

    Massiver Ausbau von erneuerbarer Energie
    Laut EDGE-Bericht müssen bis 2050 rund 60 % des Stroms durch neue erneuerbare Energien gedeckt werden, konkret 45 TWh jährlich. Möglich wäre das mit 28 TWh aus Photovoltaik, 13 TWh aus Windkraft und 4 TWh aus Biomasse. Dafür müsste die Photovoltaikleistung auf 26,8 GW vervierfacht werden. Die Windkraft bräuchte einen 80-fachen Ausbau auf 8,4 GW, insbesondere für den Winterbetrieb. Ohne starke Subventionen sei das kaum realisierbar, so die Forschenden.

    Begrenzung der Stromimporte verteuert das System
    Das neue Stromgesetz begrenzt die Nettostromimporte im Winter auf 5 TWh. Um diese Vorgabe einzuhalten, wären zusätzlich 80 % mehr Windkraft, 11 % mehr Gaskapazität und 10 % mehr Solarleistung nötig. Damit würden die Stromgestehungskosten um 20 % steigen, die Strompreise könnten sich mehr als verdoppeln.

    Europa bleibt entscheidend
    Würde der europäische Stromhandel stark eingeschränkt, z. B. durch eine 70 %-Reduktion grenzüberschreitender Netzkapazitäten, müsste die Schweiz die Windkraft nochmals um 20 % stärker ausbauen. Die Versorgungskosten würden zusätzlich um 8 % steigen. Eine Umfrage des EDGE-Konsortiums zeigt das Spannungsfeld. 60 % der Bevölkerung wünschen sich Kooperation mit Europa, gleichzeitig wollen 70 % energiepolitische Unabhängigkeit und bevorzugen heimische Energiequellen.

    Investitionen fliessen ins Ausland
    Eine weitere Studie zeigt auf, dass über die Hälfte der jährlichen Investitionen von Schweizer Energieversorgern in erneuerbare Grossprojekte fliessen vor allem nach Deutschland, Frankreich und Italien. Nur 1 % dieser Mittel wird in der Schweiz investiert. Im Inland fehlen geeignete Projekte oder Rahmenbedingungen. So finanziert die Schweiz die Energiewende oft indirekt, aber nicht zu Hause.

    Netto-Null hat ihren Preis
    Zwischen 2020 und 2050 könnten die Lebenshaltungskosten steigen, etwa durch CO₂-Steuern, Emissionshandel oder höhere Produktionskosten. Der jährliche Konsumverlust eines Haushalts könnte 0,63–0,75 % betragen, je nach globalem Klimaschutzpfad. Ohne Kompensationsmöglichkeiten im Ausland könnten die Kosten auf bis zu 1 % steigen. Doch langfristig sei das günstiger als die Folgen eines ungebremsten Klimawandels.

    Die Energiewende ist machbarund herausfordernd
    Eine CO₂-neutrale Stromversorgung bis 2050 ist technisch möglich, wenn Photovoltaik und Windkraft massiv ausgebaut, Importe intelligent genutzt und Investitionen gezielt gelenkt werden. Der Zugang zum europäischen Strommarkt bleibt entscheidend. Gleichzeitig braucht es breite gesellschaftliche Unterstützung und ein Verständnis dafür, dass Nicht-Handeln teurer wird als eine mutige Transformation.

  • Internationale Expansion mit Fokus auf Schwellenländer

    Internationale Expansion mit Fokus auf Schwellenländer

    Im Rahmen seiner Local-for-Local-Strategie baut Sika seine Präsenz in China, Brasilien und Marokko aus. In China hat das das weltweit aktive Unternehmen der Spezialitätenchemie für Bau und Industrie seinen bestehenden Standort in der Metropolregion Suzhou ausgebaut, informiert Sika in einer entsprechenden Mitteilung. Hier werden Klebe- und Dichtungslösungen aus Polyurethan für den Automobil-, Bau- und Industriesektor hergestellt.

    In Brasilien hat Sika seinen Standort in der Nähe von Belo Horizonte erweitert. In dieser laut Mitteilung strategisch wichtigen Industrieregion des Landes stellt Sika Zusatzmittel für Fertigbeton, Zement und Bergbau her. In der Nähe von Agadir hat das Unternehmen ein neues Werk für Mörtel und Zusatzmittel gebaut. Von hier aus will Sika den Süden von Marokko und angrenzende Märkte beliefern.

    «Diese Standortinvestitionen spiegeln das Vertrauen unserer Kunden in uns und unser langfristiges Engagement in unseren Märkten wider», wird Sika-CEO Thomas Hasler in der Mitteilung zitiert. «Durch den Ausbau unserer lokalen Produktionskapazitäten verbessern wir nicht nur die Flexibilität, sondern schaffen auch eine resiliente, nachhaltige Grundlage für unser weiteres Wachstum an der Seite unserer langjährigen Kunden und Partner.» Sika rechnet damit, dass die Baubranche in den drei Ländern bis 2028 ein jährliches Wachstum von über 4 Prozent vorlegen wird.

  • OST denkt KI voraus

    OST denkt KI voraus

    Künstliche Intelligenz ist an der OST mehr als ein Trend. Sie ist fester Bestandteil der Lehre und Forschung. Rektor Daniel Seelhofer betonte, dass die OST gezielt Brücken zwischen wissenschaftlicher Exzellenz und praktischer Anwendung baut. Inzwischen arbeiten über 20 Forschungsinstitute der OST mit KI, häufig gemeinsam mit Unternehmen, Verwaltungen oder dem Gesundheitswesen. Seit 2021 ist das Thema Bestandteil aller Studiengänge.

    Die Bedeutung dieser Ausrichtung wurde von der St. Galler Regierungsrätin Bettina Surber unterstrichen. Sie lobte die OST als Impulsgeberin für die Ostschweiz und sagte der Hochschule die politische Unterstützung des Kantons zu.

    Von Beton über Pflege bis Kindersprache
    In verschiedenen Kurzvorträgen und Filmen wurde gezeigt, wie breit das Anwendungsspektrum von KI an der OST ist.

    Nachhaltiger Bauen
    KI hilft, Betonmischungen mit reduziertem Zementanteil für spezifische Anforderungen zu optimieren.

    Ethik im Fokus
    Wie gelingt der faire KI-Einsatz?

    Selbstbestimmt mit Daten umgehen
    Ein digitales «Datenkonto» soll Bürgerinnen und Bürgern mehr Kontrolle über ihre Informationen geben.

    Sport und Intelligenz
    Exergames trainieren die Spielintelligenz von Eishockeyprofis unter körperlicher Belastung.

    Gesundes Essen mit digitaler Unterstützung
    Eine smarte App erstellt personalisierte Menüpläne – unter Einbezug von Allergien, Vorlieben und Gesundheitszielen.

    Landwirtschaft mit Robotern
    Agrarroboter erledigen selbstständig Pflegearbeiten wie Bewässerung oder Schädlingskontrolle.

    Pflegeberatung durch Chatbot
    In Zusammenarbeit mit der Stadt St.Gallen entstand ein digitales Assistenzsystem für betreuende Angehörige.

    Kindliche Sprache verstehen
    Eine KI unterstützt Fachpersonen beim Deuten kindlicher Ausdrucksformen.

    In zwei Podiumsdiskussionen ging es um die gesellschaftlichen Dimensionen von KI. SRF-Moderator Florian Inhauser führte durch die Gespräche. Dabei wurden Fragen nach Datenschutz, Verantwortung und Inklusion behandelt. Die Diskussion zeigte, Technologische Entwicklung allein genügt nicht. Es braucht klare ethische Leitlinien und gesellschaftlichen Dialog.

    KI als Werkzeug, nicht als Selbstzweck
    Der zweite Hochschultag der OST machte eindrücklich sichtbar, dass Künstliche Intelligenz bereits heute in vielen Lebensbereichen präsent ist – und dort echte Verbesserungen ermöglicht. Entscheidend ist, wie verantwortungsvoll sie eingesetzt wird. Die OST positioniert sich als zentrale Akteurin, um Innovation mit gesellschaftlichem Nutzen zu verbinden.

  • STRABAG baut Werkleitungen in Arbon

    STRABAG baut Werkleitungen in Arbon

    Das in Schlieren ansässige Bauunternehmen STRABAG AG baut laut einer Mitteilung neue unterirdische Leitungen in Arbon. Die Werkleitungen der Amriswiler- und Egnacherstrasse in Arbon befanden sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand, heisst es in der Firmenmitteilung. Diese Werkleitungen für Wasser, Elektrizität, Gas und die Datenkabel der Swisscom werden von Grund auf erneuert. Im Zuge der Arbeiten entstehe zudem ein neuer Regenabwasserkanal.

    Das Projekt zeichne sich durch die Zusammenarbeit von Gemeinde und Versorgungsunternehmen aus, heisst es von STRABAG. Die Baukosten werden gemeinsam getragen.

    Die letzte Sanierung der Werkleitungen liegt laut STRABAG Jahrzehnte zurück. Bei den Arbeiten seien deshalb Überraschungen programmiert gewesen. So mussten die Mitarbeitenden beispielsweise Starkstromleitungen händisch freilegen. Bei dem Vorgang hätte ein Fehler zur Stromabschaltung in der gesamten Umgebung geführt.

    Gleichzeitig galt es, Verkehrsfluss und die Interessen von Anwohnenden im Blick zu behalten. Besonders heikel war ein Knotenpunkt zu einem Landmaschinenpark, weil es dort keine Umleitungsmöglichkeit gab. Doch das Team von Ivo Schlappritzi fand eine Lösung und eine vollständige Sperrung konnte vermieden werden, ohne die Bauarbeiten zu verzögern.

    «Die Herausforderungen auf dieser Baustelle konnten wir dank sorgfältiger Planung und in enger Zusammenarbeit mit der Innoplan Bauingenieure AG erfolgreich meistern. Gemeinsam im Team haben wir dafür gesorgt, dass die neuen Werkleitungen planmässig im Herbst 2025 an die Gemeinde Arbon übergeben werden können», wird Schlappritzi zitiert, STRABAG-Bauführer für Tiefbau und Strassenbau im Bereich Mittelland.

    Innoplan Bauingenieure AG ist ein Ingenieursbüro für Hoch- und Tiefbau mit Sitz in Arbon.

  • LG-Areal wird zum urbanen Stadtquartier

    LG-Areal wird zum urbanen Stadtquartier

    Die Transformation des LG-Areals verfolgt das Ziel, einen lebendigen, offenen Stadtteil zu schaffen, der sich durch architektonische Qualität und urbanes Flair auszeichnet. Grundlage für das Projekt bildet ein Bebauungsplan, der sicherstellt, dass die städtebaulichen und architektonischen Standards sowie soziale und ökologische Aspekte in die Planung einfliessen. In einem Studienverfahren wurde das Team Salewski Nater Kretz, pool Architekten, Studio Vulkan Landschaftsarchitektur und mrs partner als Sieger gekürt, deren Konzept die Basis für die Quartiersentwicklung bildet.

    Grundstückskauf durch die Stadt Zug
    Um die städtische Nutzung und die Preisentwicklung auf dem LG-Areal langfristig zu beeinflussen, plant die Stadt Zug den Kauf einer zentralen Parzelle am Theilerplatz. Die Kosten für das Grundstück belaufen sich auf CHF 65 Millionen. Dieses Geschäft wird demnächst vom Grossen Gemeinderat behandelt. Durch diesen Erwerb kann die Stadt Zug Einfluss auf die Quartiersgestaltung nehmen und sicherstellen, dass im Herzen der Stadt Zug zeitnah bezahlbarer Wohnraum entsteht, so wie dies im Juni 2023 von der Stadtzuger Bevölkerung mit der Annahme der 2000-Wohnungen- Initiative gefordert wurde.

    Umbauarbeiten auf dem LG-Areal
    Während die langfristigen Entwicklungsabsichten für die Aufwertung des LG-Areals im politischen Planungsverfahren sind, werden auf dem Grundstück der UBS Fund Management (Switzerland) AG aktuell bereits zwei bestehende Gebäude saniert. Es handelt sich um die Gartenstadt 2a und das Backsteingebäude am Zählerweg 3-9, welche beide an die Shedhalle mit dem «Freiruum» angrenzen. Dieser Umbau wird von der Immobilienentwicklerin und Totalunternehmerin Losinger Marazzi AG ausserhalb des ordentlichen Bebauungsplanverfahrens auf dem LGAreal durchgeführt und etappenweise umgesetzt.

    Bezug bis 2027
    Das Gebäude an der Gartenstadt 2a soll bis Mitte 2026 fertiggestellt sein und neuen Gewerbemietern Platz bieten. Die rund 60 Wohnungen am Zählerweg 3-9 wiederum werden voraussichtlich anfangs 2027 bezugsbereit sein. Läuft alles nach Plan, wird der «Freiruum» zu diesem Zeitpunkt ins Erdgeschoss des 200 Meter langen Gebäudes übersiedeln. Mit der Rechtskraft des Bebauungsplans LG-Areal kann in einer weiteren Etappe die Shedhalle saniert werden, um dem «Freiruum» ab 2029 seine langfristig nutzbaren Räumlichkeiten anzubieten.
    Neues Stadtquartier
    Bis 2032 wird die einst «verbotene Stadt» zum offenen und durchmischten Quartier mit Industriecharakter und städtischem Flair. Rund 1200 Wohnungen und 2300 Arbeitsplätze sollen dereinst angeboten werden. Der Theilerplatz, das Herzstück des neuen Stadtquartiers, wird mit einladenden Aufenthaltsorten und grünen Freiräumen zu einem zentralen Ort der Begegnung für Quartierbewohnende und die städtische Bevölkerung umgestaltet.

  • Prof. Nora Dainton übernimmt Leitung Instituts Digitales Bauen FHNW

    Prof. Nora Dainton übernimmt Leitung Instituts Digitales Bauen FHNW

    Mit der interimistischen Institutsleitung übernimmt Prof. Nora Dainton eine doppelte Verantwortung. Sie führt das Institut Digitales Bauen und bleibt zugleich Studiengangleiterin des MSc in Virtual Design and Construction. Diese Kombination ermöglicht eine enge Verzahnung von Forschung, Lehre und strategischer Entwicklung. „Ich freue mich, die Zukunft des digitalen Bauens gemeinsam mit unseren Studierenden und Fachkollegen aktiv mitzugestalten“, betont sie.

    Seit 2021 ist Prof. Dainton am Institut tätig und prägt dort die inhaltliche und strategische Ausrichtung des Masterprogramms VDC. Einem Studiengang, der digitale Prozesse im Bau- und Immobilienwesen in den Mittelpunkt stellt.

    Brücke zwischen Forschung und Praxis
    Ein zentrales Anliegen von Prof. Dainton ist die angewandte Forschung in enger Zusammenarbeit mit Praxispartnern. Als Bindeglied zwischen Industrie, Lehre und Forschung will sie den digitalen Wandel im Bauwesen aktiv begleiten. Im Fokus stehen dabei neue Planungs- und Bauprozesse, innovative Organisationsformen und digitale Werkzeuge, die Effizienz, Nachhaltigkeit und Qualität im Bauprozess steigern.

    Ihre institutsübergreifende Rolle innerhalb der Hochschule ermöglicht es ihr, auch auf strategischer Ebene zur Weiterentwicklung der Fachbereiche und zur Hochschulentwicklung beizutragen.

    Stabsübergabe mit Perspektive
    Prof. Dainton folgt auf Prof. Manfred Huber, der das Institut Digitales Bauen über acht Jahre hinweg mit grossem Engagement aufgebaut und geprägt hat. Ab August 2025 wird Prof. Huber als Direktor des Departements Technik & Architektur der Hochschule Luzern eine neue Führungsaufgabe übernehmen.

    Der Übergang markiert einen neuen Abschnitt für das Institut, das sich als Impulsgeber regional, national und international für die digitale Transformation im Bauwesen positioniert.

  • Neue Fabrik wird in Ecuador eröffnet

    Neue Fabrik wird in Ecuador eröffnet

    Die Sika AG baut ihre Präsenz in Ecuador aus. Zusätzlich zum bereits bestehenden Standort im Wirtschaftsraum von Guayaquil hat das weltweit aktive Unternehmen der Spezialitätenchemie für Bau und Industrie am 3. April in Quito eine zweite Fabrik für Mörtel eröffnet, informiert Sika in einer Mitteilung. Mit dem neuen Standort in der Hauptstadt Ecuadors will das Unternehmen seine landesweite Lieferkette durch kürzere Transportwege und geringere CO2-Emissionen optimieren.

    Zudem setzt Sika darauf, von der wachsenden Bautätigkeit in Ecuador zu profitieren. «Unser neues Werk in Quito kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt, da sich die Bautätigkeit in Ecuador stark erholt», wird Mike Champion, Regionalleiter Americas bei Sika, in der Mitteilung zitiert. «Sika ist gut positioniert, um die wachsenden Märkte im Norden und Süden des Landes mit hochwertigen, innovativen Lösungen zu versorgen und der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.» Der Mitteilung zufolge hat sich Sika in Ecuador bereits eine führende Position beim Vertrieb von Fliesenklebern und Mörtel aufgebaut.

  • Glarus Nord mobilisiert Bauland – Chancen für Investoren und Entwickler

    Glarus Nord mobilisiert Bauland – Chancen für Investoren und Entwickler

    Die Gemeinde Glarus Nord hat den Startschuss für eine umfassende Mobilisierung gemeindeeigener Flächen gegeben. Im Fokus stehen dabei Areale in Filzbach und Oberurnen. Diese Initiative folgt den neu definierten Richtlinien zur Vergabe von Bauland und Liegenschaften und unterstreicht das Engagement der Gemeinde für eine nachhaltige und bedarfsgerechte Entwicklung.

    Attraktive Flächen im Angebot
    Konkret werden in Filzbach drei Baulandparzellen in der Wohnzone zum Verkauf ausgeschrieben. In Oberurnen wird die 5’084 m² grosse Schranerwiese in der Arbeitszone im Baurecht vergeben. Diese Flächen bieten vielfältige Möglichkeiten für Wohnbauprojekte sowie gewerbliche Nutzungen und sind somit für ein breites Spektrum an Investoren und Entwicklern von Interesse.

    Transparenter und strukturierter Prozess
    Das Ausschreibungsverfahren ist klar definiert und transparent. Interessenten finden alle relevanten Unterlagen auf der Gemeindehomepage (www.glarus-nord.ch) sowie im Amtsblatt des Kantons Glarus. Für die Bewerbung steht ein Anmeldeformular zur Verfügung, welches eine faire und objektive Auswertung anhand der festgelegten Vergabekriterien gewährleistet.
    Der Anmeldeschluss ist der 30. Mai um 16.00 Uhr.

    Zukunftsorientierte Entwicklung im Fokus
    Die Mobilisierung der Bauzonenflächen ist ein zentraler Baustein der neuen Nutzungsplanung von Glarus Nord. Die Gemeinde setzt damit die Vorgaben des Raumplanungsgesetzes konsequent um und schafft die Voraussetzungen für eine geordnete und zukunftsorientierte Entwicklung. Durch die kontinuierliche Ausschreibung gemeindeeigener Flächen wird ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Standorts und zur Schaffung von attraktivem Wohn- und Arbeitsraum geleistet.

  • Forschung an Erhalt von Brücken mittels Künstlicher Intelligenz

    Forschung an Erhalt von Brücken mittels Künstlicher Intelligenz

    Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) forschen an Möglichkeiten, wie mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) Wartung, Reparatur oder auch die Konstruktion von Eisenbahnbrücken optimiert werden können. In Zusammenarbeit mit der SBB erstellen die Forschenden des Instituts für Baustatik und Konstruktion KI-Modelle von Stahlbetonbrücken, heisst es in einer Mitteilung. Mithilfe grosser Datensätze sollen die Programme im maschinellen Lernen Aussagen über die Haltbarkeit und Lebensdauer der Brücken bieten und einschätzen, welches Bauwerk statisch in kritischem Zustand wäre.

    «Auch in der Schweiz nähert sich ein beträchtlicher Anteil der Infrastrukturbauten dem Ende der geplanten Nutzungsdauer und muss überprüft und gegebenenfalls verstärkt werden», wird Sophia Kuhn, Doktorandin und Mitglied der Forschungsgruppe, in der Mitteilung zitiert. «Wir entwickeln ein Werkzeug, das dazu beiträgt, Brücken möglichst lange in Betrieb zu halten und damit Ressourcen zu schonen, ohne dabei unverhältnismässige Risiken von Unfällen einzugehen.»

    Die Modelle geben nicht nur Auskunft zur strukturellen Sicherheit, sondern liefern auch genauere Angaben als herkömmliche Datenerfassung zur Stabilitätsanalyse. Dies soll den Ingenieuren sowohl Zeit als auch Ressourcen in der Wartung der Brücken einsparen.

    In einem weiteren Schritt sollen die vom Forschungsteam entwickelten KI-Assistenten auch bei den Entwürfen neuer Brücken helfen.

  • Leitfaden für nachhaltiges Bauen veröffentlicht

    Leitfaden für nachhaltiges Bauen veröffentlicht

    Die Charta Kreislauforientiertes Bauen mit Sitz in Rotkreuz hat einen Leitfaden für nachhaltiges und an Kreislaufwirtschaft orientiertes Bauen herausgegeben. Wie es in einer Mitteilung heisst, soll der Leitfaden eine praxisorientierte Grundlage für die Reduktion nicht erneuerbarer Primärrohstoffe, die Senkung grauer Treibhausgasemissionen und zur Verbesserung der Kreislauffähigkeit von Bauprojekten geben. Die Richtlinie wendet sich an alle Partnerorganisationen der Charta und darüber hinaus an interessierte Bauherren und Investoren. Im Leitfaden werden neben konkreten Materialhinweisen auch nationale und internationale Umweltziele berücksichtigt.

    Um Transparenz und nachvollziehbare Erfolgsmessungen zu gewährleisten, werden klare Schlüsselindikatoren wie der Zirkulationsindex Bau (Circularity Index Construction, CIC) verwandt. Diese ermöglichen ein Erfassen der Materialherkunft und das Messen der grauen Treibhausgasemissionen.

    «Der Leitfaden ist mehr als eine blosse Orientierungshilfe – er ist ein praxisnahes Werkzeug, das die Charta Partnerorganisationen befähigt, Kreislaufstrategien gezielt und messbar in Bauprojekten umzusetzen», wird Philipp Cescato, Charta-Manager der Charta Kreislauforientiertes Bauen, in der Mitteilung zitiert. «Mit klar definierten Indikatoren schaffen wir Transparenz und Vergleichbarkeit.»

    Die Charta Kreislauforientiertes Bauen wird vom Switzerland Innovation Park Central betrieben.

  • Potenziale und Herausforderungen der Umnutzung

    Potenziale und Herausforderungen der Umnutzung

    Technische und wirtschaftliche Herausforderungen
    Die Umwandlung von Gewerbebauten in Wohnraum erfordert erhebliche bauliche Anpassungen. Gebäudetiefen, Lichtverhältnisse und Infrastruktur stellen Herausforderungen dar, die hohe Investitionen verlangen. Gleichzeitig kann eine Umnutzung wirtschaftlich attraktiv sein, wenn die Mietpotenziale für Wohnraum über denen von Büroflächen liegen. Kreative Konzepte wie modulare Bauelemente oder alternative Wohnmodelle wie Co-Living können die Umsetzung erleichtern.

    Rechtliche Hürden und politische Faktoren
    Bauvorschriften, Zonenpläne und das NIMBY-Phänomen (Not In My Back Yard) können Projekte verzögern oder verhindern. Ein frühzeitiger Dialog mit Behörden und Anwohnern kann helfen, Widerstände zu minimieren. Zudem zeigt die Politik zunehmend Bereitschaft, regulatorische Rahmenbedingungen anzupassen, um Umnutzungen zu erleichtern.

    Innovative Praxisbeispiele
    Erfolgreiche Projekte wie die Umnutzung der Rennbahnklinik in Muttenz oder das Pilotprojekt auf dem ehemaligen Industrieareal ZWHATT in Regensdorf zeigen, dass durch flexible Konzepte, reduzierte Baukosten und intelligente Raumlösungen nachhaltiger Wohnraum geschaffen werden kann.

    Zukunftsperspektiven
    Umnutzungen bieten grosses Potenzial zur Bewältigung der Wohnraumknappheit und zur ressourcenschonenden Stadtentwicklung. Voraussetzung für den Erfolg sind innovative Planung, politische Unterstützung und ein kooperativer Ansatz zwischen Investoren, Behörden und der Bevölkerung.

  • Zug bleibt Zug – lebenswert, visionär, pulsierend

    Zug bleibt Zug – lebenswert, visionär, pulsierend

    Wie geht es der Stadt-Zuger Wirtschaft?
    In zahlreichen Fachpublikationen und in den Medien wird der Standort Zug gelobt für seine diversifizierte Wirtschaft – Dienstleistung, Handel, auch verarbeitende Industrie und Gewerbe. Das Wachstum ist nach wie vor über dem Durchschnitt der Schweizer Wirtschaft von 1.2% und zeigt sich bis jetzt als resilient gegenüber globalen oder technischen Verwerfungen. Aufgrund der positiven Finanzergebnisse ist die Stadt Zug zusammen mit den privaten Haushalten und der florierenden Wirtschaft eine wichtige Stütze für ein weiteres Wachstum in den kommenden Jahren.

    Wie plant die Stadt Zug, ihr wirtschaftliches Wachstum in den nächsten Jahren nachhaltig zu gestalten, insbesondere angesichts des starken Fokus auf die Finanz- und Krypto-Industrie?
    Nachhaltigkeit heisst auch, dass wir die ansässigen Firmen pflegen und es verlässliche Partner und Arbeitgeber sind. Deshalb ist es wichtig, dass wir weiterhin eine starke Rechtssicherheit in der Schweiz und in Zug aufweisen. Eine starke Bildung anbieten, kurze Wege bei Stadt und Kanton haben, die tollen Naherholungsgebiete pflegen und dass wir gute Verbindungen auf Strasse und Bahn mit Luzern und Zürich aufweisen.

    Zug verzeichnet eine hohe Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeflächen. Welche langfristigen Lösungen sieht die Stadt, um den Wohnungsbau zu fördern und gleichzeitig die Lebensqualität zu erhalten?
    Wir haben schon vor vielen Jahren beim Bebauungsplan V-Zug-Areal /Technologiecluster und auch beim Bebauungsplan LG-Areal mit einem «letter of intent» die Rahmenbedingungen eingefordert. In diesen beiden Fällen haben wir je 10’000 m2 preisgünstigen Wohnungsbau und preisgünstige Gewerbeflächen definiert. Ebenso gibt es seit über 10 Jahren eine enge Zusammenarbeit mit den Zuger Baugenossenschaften. Kürzlich haben wir auch eine Fläche gleich neben dem Bahnhof für 65 Mio. gekauft. Diese soll dazu dienen, dass preisgünstiger Wohnungsbau entsteht. Der Mix der Wohnungen muss noch definiert werden und schlussendlich wird es darüber noch eine Volksabstimmung geben. Auch hier soll es im Baurecht abgeben werden. Denn die Baugenossenschaften wissen, was die Zugerinnen und Zuger an Wohnungen brauchen. Zudem erarbeitet die Stadt Zug in engem Austausch mit den Grundeigentümern Bebauungspläne in kantonalen Verdichtungsgebieten, welche eine hohe Dichte zulassen. Eine wichtige rechtliche Grundlage dazu bildet das kommunale Hochhausreglement. Im Zuge dieser Massnahmen wird erhöhtes Augenmerk auf die Qualität der Freiräume auf den Arealen selbst, aber auch der sonstigen öffentlichen Freiräume gelegt. Im Sinne einer «Stadt der kurzen Wege» sollen die innerstädtischen Freiräume und die Freizeitinfrastruktur, aber auch die Natur- und Landschaftsräume gut erreichbar sein, vor allem mit dem öffentlichen Verkehr, zu Fuss und mit dem Velo.

    Welche neuen Projekte und Initiativen plant die Stadt Zug, um nachhaltige Stadtentwicklung voranzutreiben?
    In der Stadt Zug gibt es viele neue Projekte. Sie alle müssen heute gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Aspekte gleichermassen berücksichtigen. Insofern sollte bereits heute jedes unserer Projekte eine nachhaltige Stadtentwicklung unterstützen. Vielleicht erlauben Sie mir zwei Beispiele, in der wir auch eine Vorreiterrolle wahrnehmen. So läuft beispielsweise ein internes Strategieprojekt zur Überprüfung, ob wir gut organisiert und genügend fit sind, um die zukünftigen Herausforderungen einer nachhaltigen Entwicklung zu meistern. Oder im Bereich Klimaanpassung: Gegenwärtig installieren wir flächendeckend Temperatursensoren, um die Hitzeinseln unserer Stadt zu identifizieren und um gezielte Massnahmen zu ergreifen.

    Das Thema bezahlbarer Wohnraum wird immer wichtiger. Welche Massnahmen unternimmt die Stadt, um sicherzustellen, dass Zug auch für weniger zahlungskräftige Menschen attraktiv bleibt?
    Bereits heute fordert der Stadtrat, in Wohn- und Mischzonen beim Erlass ordentlicher Bebauungspläne auf mindestens 20% der zusätzlich anrechenbaren Geschossfläche preisgünstiger Wohnraum zu schaffen. Aufgrund der Annahme der Initiative «2000 Wohnungen für den Zuger Mittelstand», ist in den in Verdichtungsgebieten liegenden Wohn- und Mischzonen beim Erlass ordentlicher Bebauungspläne sowie bei Um- und Aufzonungen preisgünstiger Wohnraum von mindestens 40% der neu erstellten Wohnflächen zu schaffen. Ehrlich gesagt wurden dadurch aber auch Bauprojekte gestoppt. Wir sind da am Erarbeiten von Lösungen.

    Wie wichtig ist Ihnen die Bürgerbeteiligung bei städtischen Projekten, und welche Möglichkeiten haben die Bewohner von Zug, ihre Ideen und Meinungen einzubringen?
    Die Stadt Zug hat eine starke und lange Mitwirkungskultur. Seit den 1990er Jahren finden regelmässig öffentliche Mitwirkungsprojekte zu verschiedenen Themen statt. Seit 2020 steht ergänzend dazu auch das Online-Mitwirkungsportal «mitwirken-zug.ch» zur Verfügung.

    Der Verkehr in und um Zug nimmt zu. Wie sieht der Plan der Stadt aus, die Verkehrsinfrastruktur mit dem Wachstum in Einklang zu bringen und gleichzeitig den öffentlichen Verkehr zu stärken?
    Der Stadttunnel wurde leider abgelehnt und nichtdestotrotz müssen Lösungen her. Die Stadt Zug arbeitet eng mit dem kantonalen Tiefbauamt zusammen, um eine gemeinsame Verkehrsplanung für das pulsierende Zentrum von Zug zu entwickeln. Das Ziel der Stadt ist, dass der vorhandene Strassenraum allen Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt und flächeneffizient zur Verfügung steht: Autos, öffentlicher Verkehr, Velo und Fussverkehr. Zum Glück ist die Stadt Zug kleinräumig, so dass vieles zu Fuss oder mit dem Velo erledigt werden kann.

    Welche Pläne gibt es, den öffentlichen Nahverkehr weiter auszubauen, um Pendler zu entlasten und den Verkehr in der Stadt zu reduzieren?
    Der nächste grosse Ausbauschritt ist auf die Inbetriebnahme des Zimmerbergtunnels geplant. Dies wird ca. im Jahr 2035 bis 2037 sein. Bis zu diesem Zeitpunkt wird der öffentliche Verkehr auf den heutigen Linienästen weitergeführt und der Takt an die Nachfrage angepasst. Das ÖV-System wird so im «Kleinen» an die Bedürfnisse der Gemeinden angepasst. Gemäss GöV haben die Gemeinden die Möglichkeit, über das vom Kanton bestellte Angebot hinaus Zusatzangebote einzukaufen. Die Stadt Zug macht dies bei der Zugerberg Bahn und auf der Buslinie 5, wo sie zusätzliche Seilzüge und Kurse einkauft. Via dieses Zusatzangebot, welches das Stadtparlament beschliesst, ist die Stadt Zug über das vom Kanton bestimmte Angebot hinaus flexibel. Es zeigt sich allerdings, dass das vom Kanton bestellte Angebot hervorragend ist und die Gemeinden kaum nachbessern müssen. Die Stadt Zug ist in allen Quartieren bereits heute hervorragend an den ÖV angebunden. Zusatzkurse reduzieren dabei den Kostendeckungsgrad massgeblich. Der gemäss GöV zu erreichende Kostendeckungsgrad beträgt 40%. Persönlich würde ich mir wünschen, dass die S-Bahn Doppelstöcker anbieten würde.

    Wie unterstützt die Stadt Zug den Ausbau von Bildungseinrichtungen, um den Fachkräftemangel zu adressieren und gleichzeitig den Bildungsstandort Zug zu stärken?
    Bildung ist unsere einzige Ressource und da investiert die Stadt Zug am meisten Geld. Die Gestaltung attraktiver Schulhäuser als Arbeits- und Lernorte unter Einbezug und Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen bei der Planung sind zentrale Anliegen. Dazu kommen attraktive Betreuungs- und Freizeitangebote für Kinder und Familien sowie eine zeitgemässe ICT-Infrastruktur. Zudem werden zukunftsweisende und innovative Projekte und Kooperationen wie das Schulportal – da können Eltern online mit den Lehr- und Betreuungspersonen und der Schuladministration kommunizieren – die DigiWerkstatt und der Einbezug von KI in den Unterricht vorangetrieben. Wichtig ist aber auch, dass wir die Bedürfnisse der Firmen abholen und das duale Bildungssystem aktiv unterstützen. Ein tolles Projekt ist hier am Anlaufen!

    Welche Rolle spielt die Innovationsförderung in Zug, und wie plant die Stadt, sich als Zentrum für zukunftsweisende Technologien und Unternehmen zu etablieren?
    Die Innovationsförderung spielt in der Stadt und im Kanton Zug eine zentrale Rolle bei der Positionierung für zukunftsweisende Technologien und Unternehmen. Ein wichtiger Punkt ist: wir probieren aus. So haben wir nach einer Präsentation eines Studenten entschieden, Bitcoin als Zahlungsmittel in der Stadt Zug akzeptieren, was weltweit für Furore gesorgt hat. Heute ist die Stadt Zug DAS Crypto Valley weltweit mit über 4000 Mitarbeitenden in über 800 Firmen. Ganz nach dem Motto: «no risk, no fun». Wir werden weiterhin innovationsfreudig bleiben! Durch gezielte Massnahmen und Programme soll die Innovationskraft der Stadt Zug gestärkt werden, damit das Umfeld für Unternehmen und vor allem für die Mitarbeitende noch attraktiver und motivierender wird. Mit innovativen Projekten und motivierten Menschen können Sie Berge versetzen. Den Rahmen dazu bildet die im Herbst 2021 vom Stadtrat verabschiedete Entwicklungsstrategie für die Stadt Zug: «Zug bleibt Zug – lebenswert, visionär, pulsierend». Sie ist ein übergeordnetes Führungsinstrument mit langfristiger Perspektive, um die Zukunft der Stadt Zug mitzugestalten. Innovative Wirtschaft, Grüne Stadt, Starke Gemeinschaft, Gesunde Finanzen, das sind unsere Credos für die Zukunft.

    Wie sieht Ihre langfristige Vision für die Stadt Zug aus? Welche Ziele möchten Sie in den nächsten Jahren unbedingt erreichen.
    Als wachsender Wirtschaftsstandort mit exzellenten Bedingungen für Unternehmen und Fachkräfte aus nah und fern, pflegen wir unsere wirtschaftliche Vielfalt und positionieren uns gezielt über zukunftsorientierte Branchencluster. Für eine grüne Stadt entwickeln wir den Lebensraum Zug nachhaltig und ressourcenschonend und planen Mobilität, Raum und Energie visionär.

    Im Spannungsbogen zwischen Tradition und Moderne fördern wir den Dialog und schaffen einen inspirierenden Rahmen für eine vitale, vielfältige und weltoffene städtische Gemeinschaft. Und für den Erhalt unserer gesunden Finanzen geht es darum, wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen zu gewährleisten, Investitionen zukunftsorientiert zu tätigen und unser Steuersubstrat langfristig abzusichern. Über alle Wirkungsziele hinaus fördern wir lebenslanges Lernen, nutzen die Potentiale aus der Vielfalt in Bevölkerung, Wirtschaft und Kultur für pionierhafte Leuchtturm-Projekte für den Wandel und steuern mit Anreizen.

    Zug setzt sich für mehr Klimaschutz ein. Können Sie uns einen Überblick über die wichtigsten Massnahmen geben, die aktuell zur CO2-Reduktion und für mehr Nachhaltigkeit in der Stadt umgesetzt werden?
    Beim Klimaschutz steht die Abkehr von fossilen Energieträgern im Vordergrund. Alle Heizungen müssen mittelfristig mit lokaler erneuerbarer Energie betrieben werden können. Hier stehen die Einhaltung moderner Baustandards und zusammen mit den Wasserwerken Zug (WWZ) der Ausbau der Fernwärme im Vordergrund. Wir haben Circulago ins Leben gerufen. Wir entnehmen dem See Kälte und Wärme und haben somit eine «Batterie» vor der Haustür. Gleichzeitig wollen wir auch unsere eigenen Liegenschaften ertüchtigen, selber Strom produzieren und von fossilen Heizungen befreien. Hierbei helfen uns die Einführung eines CO2-Monitorings und viele grössere und kleinere Massnahmen im Rahmen von «Energiestadt», wo wir auch für das Jahr 2023 mit dem «Gold»-Label zertifiziert wurden. Ich bin der Überzeugung, dass wir uns selber mit Energie versorgen können. Wir haben innovative Unternehmen wie Siemens, Landis & Gyr, V-Zug, den Technologiecluster und viele Firmen mehr in Zug, die alle diese Techniken und Innovationen anbieten. Es ist sicherlich 10 Jahre her, seit uns Siemens aufgezeigt hat, dass die Technik für lokale Selbstversorgung bereits besteht, so let’s do it!

    Wo sehen Sie die Stadt Zug in 20 Jahren?
    Die Stadt Zug soll in 20 Jahren ein lebenswerter, innovativer und nachhaltiger Ort sein, der sowohl wirtschaftliche Dynamik als auch hohe Lebensqualität bietet. Das heisst: Wir haben die Attraktivität für Unternehmen und Fachkräfte weiter ausgebaut und dabei gleichzeitig Raum für eine starke Gemeinschaft geschaffen. Die Rolle von Zug als internationales Wirtschafts- und Finanzzentrum ist gestärkt, insbesondere im Bereich der Digitalisierung und neuen Technologien wie Blockchain- und KI-Anwendungen. Durch eine nachhaltige Stadtplanung und umweltfreundliche Infrastrukturen ist die Stadt Zug klimaneutral. Wir haben attraktive Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten, grüne Erholungsräume, attraktive kulturelle Angebote und eine vielfältige Infrastruktur für Bildung, Freizeit und Gesundheit. Zug hat sich als Bildungs- und Innovationsstandort profiliert, der mit Tertiärbildungsinstitutionen und Forschungseinrichtungen vernetzt ist. Wir haben eine intelligente Verkehrssteuerung und eine effiziente Infrastruktur, die den Anforderungen einer wachsenden Bevölkerung gerecht wird und nachhaltig gestaltet ist. Zug um Zug geht es voran – ich freue mich!

  • Mit Holz und Lehm in die Zukunft

    Mit Holz und Lehm in die Zukunft

    Holz und Lehm, zwei bewährte Baustoffe, stehen im Mittelpunkt des „Think Earth – Regeneratives Bauen“ Projekts. Unter der Leitung der ETH Zürich und in Zusammenarbeit mit der Empa sowie weiteren Hochschulen und Industriepartnern werden moderne Bautechniken entwickelt, die die Umweltbelastung im Bauwesen reduzieren. Während Holz für Tragfähigkeit und Steifigkeit sorgt, bringt Lehm zusätzliche Masse, die zur Wärmeregulierung, Brandsicherheit und Schwingungsdämpfung beiträgt.

    Wiederverwendbare Holzverbindungen stärken die Kreislaufwirtschaft
    Um Holz nachhaltig zu nutzen, muss die Wiederverwendbarkeit erhöht werden. Derzeit liegt sie bei nur 10 Prozent. Das Projekt zielt darauf ab, diesen Wert auf 90 Prozent zu steigern, indem effiziente, flexible Holzverbindungen entwickelt werden. Forschende der Empa und ETH Zürich arbeiten an Methoden zur einfachen Demontage von Holztragwerken und entwickeln digitale Werkzeuge, die die Wiederverwendung von Holzbauteilen fördern.

    Rissfreie Lehmbauweisen durch grüne Zusatzstoffe
    Lehm ist nahezu unbegrenzt verfügbar und hat eine hervorragende CO₂-Bilanz. Ein häufiges Problem stellt jedoch das Schwinden beim Trocknen dar, wodurch Risse entstehen. Forschende der Empa und ETH Zürich untersuchen biobasierte und biologisch abbaubare Zusatzstoffe, die das Schwinden verhindern, ohne die Rezyklierbarkeit zu beeinträchtigen. Diese innovativen Zusatzstoffe werden in Zusammenarbeit mit BASF Schweiz AG und Eberhard Bau AG grosstechnisch getestet, um den Einsatz von Lehm im Hochbau zu ermöglichen.

  • So bringt man Holz zum Leuchten

    So bringt man Holz zum Leuchten

    Die Empa-Forschenden in St. Gallen haben es geschafft, Holz mit neuen Eigenschaften auszustatten. Ihr neuester Durchbruch – leuchtendes Holz. Dieses Material entsteht durch die Behandlung von Holzproben mit dem Hallimasch-Pilz, der durch den Naturstoff Luciferin ein grünes Licht abstrahlt.

    Vom natürlichen Phänomen zum Laborerfolg
    Leuchtendes Holz ist kein neues Phänomen, bereits Aristoteles beschrieb vor über 2400 Jahren das grüne Strahlen von Holz. Doch die Biotechnologie hat nun erstmals geschafft, diesen Prozess im Labor unter kontrollierten Bedingungen nachzubilden. Durch den Abbau von Lignin bleibt die Zugfestigkeit des Holzes erhalten, während die Pilzfäden das Leuchten erzeugen.

    Nachhaltigkeit und Kreativität in perfekter Symbiose
    Dieses Biohybrid-Material eröffnet neue Möglichkeiten. Neben technischen Anwendungen könnten auch Möbel, Schmuck oder andere Designelemente mit dem leuchtenden Holz realisiert werden. Gleichzeitig trägt diese innovative Nutzung von Laubholz zu einer nachhaltigen Kaskadennutzung bei und reduziert die energetische Verwertung des Holzes.

    Optimierung der Leuchtkraft
    Nach dreimonatiger Inkubation entfaltet das leuchtende Holz seine maximale Helligkeit. Der Prozess, der unter feuchten Bedingungen abläuft, hält derzeit rund zehn Tage an. Forschende arbeiten daran, die Leuchtkraft und Dauer weiter zu verbessern, um das Material künftig noch vielseitiger einsetzbar zu machen.

    Eine zukunftsweisende Lösung
    Das leuchtende Holz zeigt, wie sich natürliche Ressourcen durch innovative Technologien in neue, nachhaltige Anwendungen verwandeln lassen. Die Symbiose von Holz und Pilz ist ein faszinierendes Beispiel dafür, wie Forschung zur Lösung ökologischer und wirtschaftlicher Herausforderungen beitragen kann.

  • Neue Grundlagen Datenaustausch im Bauprozess

    Neue Grundlagen Datenaustausch im Bauprozess

    Seit über drei Jahrzehnten bildet die SIA 451 das Fundament für den standardisierten Datenaustausch in der Bauwirtschaft. Ursprünglich als Leitlinie für Leistungsverzeichnisse konzipiert, legte sie bereits 1992 fest, wie Datenfelder strukturiert und ausgetauscht werden. Ergänzt durch moderne Anforderungen, wie die Einbindung von Bildern und Memos, hat sich die Norm kontinuierlich den Bedürfnissen der Branche angepasst. Dennoch war eine grundlegende Überarbeitung längst überfällig.

    Neue Inhalte und Ziele der Revision
    Die überarbeitete SIA 451 definiert nicht nur die Prozesse und Begriffe des Informations- und Datenaustauschs, sondern stellt auch klare Anforderungen an Lieferobjekte, IT-Infrastrukturen und die Qualitätssicherung. Durch die Einführung eines standardisierten Informationsmanagement-Prozesses werden folgende Aspekte geregelt:

    Klare Definition von Schnittstellen und Datenstrukturen
    Qualitätssicherung:
    Standards für die Überprüfung und Zertifizierung von Softwarelösungen.

    IT-Infrastruktur:
    Anforderungen an Technik und Kompetenz der Akteure.

    Diese Neuerungen gewährleisten, dass die Norm auch in Zukunft als Basis für fortschrittliche Lösungen und Standards im Bauwesen dient.

    Relevanz für die Baupraxis
    Die Bedeutung der SIA 451 für den Bauprozess kann kaum überschätzt werden. Sie ist nicht nur Basis zahlreicher Softwarelösungen, sondern auch ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation zwischen allen Akteuren – von der Planung über die Beschaffung bis hin zum Betrieb und der Instandhaltung von Bauten. Indem sie offene Standards fördert, schafft sie Transparenz und Zugang für alle Marktteilnehmer. Dies stärkt die Zusammenarbeit und ermöglicht es, technologische Innovationen effizient zu integrieren.

    Ein Standard für die Zukunft
    Mit der Revision der SIA 451 wird ein entscheidender Schritt in Richtung digitaler Transformation der Bau- und Planungsbranche gemacht. Die überarbeiteten Inhalte setzen neue Maßstäbe für den Datenaustausch und schaffen eine solide Basis für zukünftige Entwicklungen. Damit bleibt die SIA 451 ein unverzichtbares Werkzeug für alle, die in der Bauwirtschaft tätig sind.

  • Bau des weltgrössten Gebäudes

    Bau des weltgrössten Gebäudes

    Mit einer Höhe und Breite von jeweils 400 Metern wird der Mukaab das Empire State Building in New York fast zwanzigfach übertreffen. Im Wüstenstaat haben die Bauarbeiten nun begonnen und das Megaprojekt soll bis 2030 abgeschlossen sein. Der Würfel wird eine Vielzahl an Wohnungen, Geschäften und Freizeitangeboten bieten und damit Riads Position als aufstrebende Tourismusmetropole stärken. Saudi-Arabien investiert 50 Milliarden Dollar in den Nordwesten der Hauptstadt, um dort eine neue Stadtlandschaft zu schaffen.

    Virtuelle Realität und Künstliche Intelligenz
    Die Aussenseiten des Mukaab sollen mit Virtual-Reality-Technologie ausgestattet werden, um Besucher in faszinierende Landschaften zu entführen. Im Inneren wird künstliche Intelligenz Hologramme und Simulationen erschaffen, die verschiedene Orte und Zeiten in atemberaubender Grösse projizieren. Das Gebäude wird so zu einer Art digitalem Erlebnispark, der Besucher aus aller Welt anziehen soll.

    Prestigeprojekte mit Herausforderungen
    Mukaab ist Teil der «Vision 2030» von Kronprinz Mohammed bin Salman, die Saudi-Arabien zu einem globalen Tourismusziel und Wirtschaftsstandort machen soll. Auch die Stadt Neom und das lineare Megaprojekt «The Line» sind Teil dieses ambitionierten Plans. Doch schon jetzt sind die Pläne für «The Line» aufgrund logistischer und finanzieller Hürden erheblich verkleinert worden. Statt 170 Kilometer Länge wird das Bauwerk bis 2030 nur 2,4 Kilometer umfassen. Ob es jemals die geplante Kapazität für 9 Millionen Menschen erreicht, ist ungewiss.

    Der Jeddah Tower – eine lange Baugeschichte
    Ein weiteres Megaprojekt, der Jeddah Tower, war ursprünglich als das höchste Gebäude der Welt geplant. Nach jahrelanger Verzögerung wurde die Höhe von 1600 Metern auf 1007 Meter reduziert. Mit dem Bau wurde 2013 begonnen, doch nach einer fünfjährigen Pause geht das Projekt nur langsam voran. Frühestens 2029 könnte der Jeddah Tower seine Fertigstellung erleben und zum neuen Rekordhalter aufsteigen.

    Kritik und Kontroversen
    Der Mukaab hat bereits für Kontroversen gesorgt. Das Design des riesigen Würfels erinnert viele an die Kaaba in Mekka, das zentrale Heiligtum des Islams. Diese Ähnlichkeit sorgt im konservativen Königreich für Kritik, da einige Bürger den Bau als respektlos empfinden.

    Ob das Mukaab-Projekt rechtzeitig verwirklicht wird oder wie andere saudische Megaprojekte auf Schwierigkeiten stösst, bleibt abzuwarten. Die Grösse und Ambition dieser Bauprojekte zeigen jedoch den Wandel, den Saudi-Arabien durchläuft. Ein Wandel, der das Land zu einem globalen Tourismus- und Wirtschaftsstandort machen soll und weit über die Ära des Erdöls hinaus reicht.

  • Neues Schulgebäude schafft Platz für 500 Schüler

    Neues Schulgebäude schafft Platz für 500 Schüler

    Das Lycée Français de Zurich hat die Grundsteinlegung für eine neues Gebäude gefeiert. Die geplante Erweiterung soll Platz für rund 500 neue Schülerinnen und Schüler schaffen, informiert die Privatschule aus Dübendorf in einer Mitteilung. Derzeit zählt das Lycée Français rund 1130 Schülerinnen und Schüler.

    Die Erweiterung wird von der Zürcher Niederlassung von HRS aus Frauenfeld geleitet und von der Zürcher Kantonalbank finanziert. Zum Schuljahresbeginn 2026 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Im selben Jahr blickt das Lycée Français de Zurich auf 70 Jahre Geschichte zurück.

    Das Lycée Français de Zurich wird von Eltern geleitet und ist von der Bildungsdirektion des Kantons Zürich anerkannt. In der Privatschule erhalten Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren zweisprachigen Unterricht in Deutsch und Französisch. Anschliessend können sie in einem internationalen Zweig Deutsch und Englisch vertiefen und zum Abschluss der Schulzeit das dreisprachige internationale französische Abitur ablegen.

    An der Grundsteinlegung nahmen unter anderen Marion Paradas, Botschafterin Frankreichs in der Schweiz und in Liechtenstein, Marc Ferracci, Abgeordneter der Franzosen in der Schweiz und Minister der französischen Regierung, und Susanne Hänni, Präsidentin der Primarschule und Stadträtin der Gemeinde Dübendorf, teil.

    Im Rahmen der Zeremonie zur Eröffnung der Bauarbeiten wurde unter anderem eine Zeitkapsel vorbereitet, die im Fundament des Gebäudes untergebracht werden soll. Die Zeitkapsel wurde mit Dokumenten über den Bau des Gebäudes, Tageszeitungen und dem Jahrbuch der Schule gefüllt.

  • Verbandsbeschwerden bei Wohnbauprojekten eingeschränkt

    Verbandsbeschwerden bei Wohnbauprojekten eingeschränkt

    Verbände dürfen künftig keine Beschwerden mehr gegen kleinere Wohnbauprojekte einreichen, wenn diese sich innerhalb von Bauzonen befinden. Dies betrifft Projekte mit einer Geschossfläche von weniger als 400 Quadratmetern. Der Nationalrat stimmte am Montag den restriktiveren Bestimmungen des Ständerats zu, wodurch das Geschäft bereit für die Schlussabstimmung ist.

    Ursprünglich hatte der Nationalrat vorgeschlagen, Beschwerden auch bei Bauvorhaben innerhalb von Gewässerräumen zuzulassen. Der Ständerat strich jedoch diese Möglichkeit und beschränkte die Verbandsbeschwerden auf Bauprojekte in Gebieten von „nationaler Bedeutung“. Damit gilt künftig eine deutliche Einschränkung für das Beschwerderecht von Verbänden.

    Eingeschränktes Beschwerderecht bei Bauvorhaben in Gewässerräumen
    Ein Antrag von Nationalrätin Martina Munz (SP/SH), der forderte, dass das Beschwerderecht nur bei Bauprojekten aufgehoben wird, die geringfügig in den Gewässerraum ragen, scheiterte im Rat. Mit 118 zu 72 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt. Damit bleibt es bei der Regelung, dass kleinere Bauvorhaben in Gewässerräumen von Verbänden nicht mehr angefochten werden können.

    Die Änderung des Natur- und Heimatschutzgesetzes wurde durch eine parlamentarische Initiative des Walliser Nationalrats Philipp Matthias Bregy (Mitte) angestossen. Ziel ist es, das Beschwerderecht für kleinere Wohnbauprojekte einzuschränken, um die Bautätigkeit in der Schweiz zu erleichtern.

    Die neue Regelung, die das Beschwerderecht bei kleineren Bauprojekten in Bauzonen stark einschränkt, stellt einen wichtigen Schritt zur Beschleunigung von Wohnbauprojekten dar. Insbesondere in Gewässerräumen wird es künftig schwieriger für Verbände, gegen kleinere Bauvorhaben vorzugehen.

  • Lockerung der Lärmschutzbestimmungen im Wohnungsbau

    Lockerung der Lärmschutzbestimmungen im Wohnungsbau

    Nach langen Diskussionen haben sich der Nationalrat und der Ständerat auf einen Kompromiss zur Lärmschutzregelung geeinigt. In neuen Wohnungen muss nun mindestens die Hälfte der lärmempfindlichen Räume – also Räume, in denen sich Menschen regelmässig aufhalten – über Fenster verfügen, bei denen die Lärmgrenzwerte eingehalten werden.

    Wenn eine kontrollierte Lüftung vorhanden ist, genügt es, wenn die Grenzwerte in einem Raum pro Wohnung eingehalten werden oder ein Kühlsystem installiert ist. Alternativ kann auch eine Baubewilligung erteilt werden, wenn ein ruhiger Aussenraum und ein ruhiges Fenster vorhanden sind.

    Altlastensanierung von Kinderspielplätzen
    Neben dem Lärmschutz wurde auch die Sanierung von Kinderspielplätzen thematisiert, die durch Düngungen und Luftverschmutzung belastet sind. Öffentliche Spielplätze müssen in Zukunft untersucht und saniert werden. Der Bund unterstützt diese Massnahmen durch den sogenannten Vasa-Fonds und übernimmt 60 Prozent der Sanierungskosten.

    Bei privaten Spielplätzen und Hausgärten bleibt die Sanierung freiwillig. Hier übernimmt der Vasa-Fonds 40 Prozent der Kosten, sofern sich die Eigentümer für eine Sanierung entscheiden.

    Mit der Revision des Umweltschutzgesetzes hat das Parlament bedeutende Entscheidungen getroffen, die sowohl den Lärmschutz in neuen Wohngebieten als auch die Sanierung belasteter Spielplätze betreffen. Diese Kompromisse fördern ein gesundes Wohnumfeld und tragen gleichzeitig zur nachhaltigen Entwicklung von Wohn- und Spielräumen bei.

  • Forschung zu Erdbebensicherheit für Mehrgeschossbauten

    Forschung zu Erdbebensicherheit für Mehrgeschossbauten

    Forschende der Empa führen Praxistests zur Stabilität von mehrgeschossigen Holzbauten gegenüber Windstössen und kleineren Erdbeben durch. Die Ergebnisse sollen helfen, die Bauplanung vor allem bei immer beliebter werdenden und meist vier- bis fünfgeschossigen Holzbauten zu optimieren und die Gebäudesicherheit zu erhöhen, heisst es in einer Medienmitteilung. Zudem sollen sie helfen, die Konkurrenzfähigkeit von Holz als nachhaltigem Baustoff für Mehrgeschossbauten steigern.

    Daher sei die Baubranche auf möglichst praxisnahe Daten hinsichtlich Steifigkeit, Grundschwingzeiten und Dämpfung angewiesen. Mit solchen Daten könne sichergestellt werden, dass genau die benötigte Menge an Material an den richtigen Stellen verbaut wird.

    Für ihre Untersuchung an einem realen Objekt setzt die Gruppe der Forschungsabteilung Ingenieurstrukturen einen hydraulischen Horizontalschwinger, einen sogenannten Shaker, ein. Er kann bis zu 1000 Kilogramm schwingende Masse kontrolliert in Bewegung versetzen. Die bisher ermittelten Daten liefern den Angaben zufolge nun Ergebnisse zu den dynamischen Eigenschaften eines mehrgeschossigen Holzbaus in hierzulande üblicher Bauweise.

    Bei einem Tag der offenen Tür am 14. September 2024 wird gezeigt, wie mit dem Shaker ein Tragwerksmodell in Schwingungen versetzt wird, die bei Erdbeben auftreten können. Am Modell wird sichtbar gemacht, wie die Gewichts- und Steifigkeitsverteilung im Tragwerk dessen Schwingungsverhalten beeinflussen.

  • Die vielseitige Welt des Holzes

    Die vielseitige Welt des Holzes

    Nutzung des Holzes
    Nach einer gewissen Zeit erreicht der Baum sein Wachstumslimit. Dies ist der perfekte Zeitpunkt, um den Baum zu fällen – er ist bereit zur Ernte. Je nach Baumart variiert die Dauer bis zur Erntereifen zwischen 60 und 150 Jahren. Bis dahin hat der Baum genug Zeit gehabt, sich durch Samen in den Lücken des Waldes zu vermehren. Die Pflanzen im Jungwald, die am besten an die lokalen klimatischen Bedingungen angepasst sind, setzen sich durch. Auf diese Weise bleibt der Wald dank natürlicher Selektion gesund. Bei der Durchforstung werden begehrte und gut gewachsene Bäume als Zukunftsbäume stehen gelassen. Durch das hohe Lichtangebot in den Lücken, die durch gefällte Bäume entstehen, können sich am Boden eine Vielzahl von Sträuchern und einjährigen Pflanzen ansiedeln – die Biodiversität in einem so bewirtschafteten Wald nimmt zu.

    Der majestätische Wald der Schweiz
    Etwa ein Drittel der gesamten Landfläche der Schweiz ist von geschütztem Wald bedeckt. Dieser Wald bietet Schutz vor Naturkatastrophen, ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, ein Ort der Erholung und Freizeit sowie eine Holzquelle. Nachhaltigkeit ist ein grundlegendes Prinzip, das verlangt, dass der Wald all diese Funktionen langfristig erfüllt, ohne mehr Holz zu ernten, als nachwächst. Im Schweizer Wald wächst alle zehn Minuten genug Holz nach, um ein Einfamilienhaus zu bauen. Die Schweizer Wälder bestehen zu etwa 60% aus Nadelbäumen und zu 40% aus Laubbäumen. Ein Grossteil des geschlagenen Holzes wird zu Schnittholz und Hobelware verarbeitet, während 10% für die Papier- und Holzwerkstoffplattenherstellung genutzt werden. Ein Viertel wird direkt als Brennholz verwendet. In der Schweiz wächst jährlich rund 10 Millionen Kubikmeter Holz nach, von denen nur die Hälfte genutzt wird. Holz ist ein langlebiger Werkstoff, der selbst nachwächst und eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht spielt. Es ist daher sinnvoll und empfehlenswert, unser eigenes Holz zu nutzen.

    Merkmale von Holz
    Holz ist ein leichtes und zugleich starkes Material, das im Verhältnis zu seinem Gewicht vierzehnmal mehr Gewicht tragen kann als Stahl. Aufgrund seiner natürlichen Zellstruktur sind die statischen Eigenschaften von Holz richtungsabhängig. Längs zur Faser ist Holz am widerstandsfähigsten, da es in dieser Richtung hundertmal höhere Zugkräfte und viermal höhere Druckkräfte aushalten kann als quer zur Faser. Das Verständnis dieser statischen Eigenschaften ist für den Bau mit Holz von entscheidender Bedeutung. Zudem verleiht die warme und angenehme Haptik des Holzes den Räumen eine besondere Atmosphäre. Die Holzfasern im verbauten Holz reagieren ständig auf die Luftfeuchtigkeit und tragen so zu einem ausgeglichenen Raumklima bei.

    Vielfalt der Holzarten – Unterschiede im Wald und im Wohnbereich
    Nicht alle Hölzer sind identisch. Die Merkmale und das Erscheinungsbild von Holz variieren je nach Baumart – es gibt eine breite Palette von leicht bis schwer, weich bis hart und hell bis dunkel. Jede Holzart besitzt daher spezifische Eigenschaften, die sich für unterschiedliche Zwecke eignen. Beispielsweise eignet sich das mit natürlichen Gerbstoffen konservierte Kernholz der Edelkastanie oder der Eiche besonders gut für den Aussenbereich, während die langfaserige Esche für stark beanspruchte Teile verwendet wird. Feinfaserige Hölzer wie Buche oder Ahorn finden Verwendung in der Möbelherstellung. Die Förderung verschiedener Baumarten durch die Verwendung unterschiedlicher Holzarten trägt zur Erhöhung der Biodiversität bei. Jeder Baum wächst individuell, daher kann sein Holz mehr oder weniger Äste aufweisen, breitere oder schmalere Jahresringe haben, etwas heller oder dunkler sein und krumm oder gerade gewachsen sein. Jeder Baumstamm und jedes Teilstück werden entsprechend ihrer Qualitäten genutzt. Ausgewählte Stämme von hoher Qualität werden in Sägewerken zu einer Vielzahl von gesägten Produkten wie Balken, Brettern, Latten, Pfosten und Leimholz verarbeitet. Holz, das krumm und astig ist oder Stämme mit kleinem Durchmesser, werden in Plattenwerken zu Span- und Faserplatten umgewandelt. Die besten Qualitäten werden zu Furnier verarbeitet. Es ist sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht entscheidend, die passende Qualität für den jeweiligen Anwendungsbereich im Voraus mit dem Lieferanten festzulegen.

    Holzwerkstoffe
    Die grossen Formate der Holzwerkstoffe haben einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des modernen Holzbaus geleistet. Die Produktion von Holzwerkstoffen folgt einem simplen Prinzip: Das Holz wird in Bretter, Späne oder Fasern zerkleinert und anschliessend mithilfe von Leim in eine neue Form gebracht. Dadurch entstehen Produkte mit einheitlichen Eigenschaften in festgelegter Dicke und Grösse. Holzwerkstoffe bieten somit einen Mehrwert und eröffnen vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten mit Holz. Als kostengünstiges Baumaterial für den täglichen Bedarf sind Holzwerkstoffe unverzichtbar und in einer breiten Auswahl bei Holzhändlern und Baumärkten erhältlich.

  • Bauinvestitionen haben 2023 leicht zugenommen  

    Bauinvestitionen haben 2023 leicht zugenommen  

    Die Bauinvestitionen sind in der Schweiz im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr nominal um 0,2 Prozent angestiegen. Dabei sanken laut einer Medienmitteilung die Investitionen in den Hochbau um 0,3 Prozent und jene in den Tiefbau nahmen um 2,7 Prozent zu. In Neubauprojekte wurden im Jahresvergleich 2,5 Prozent weniger und in Umbauprojekte 4,4 Prozent mehr investiert. Dies zeigen die provisorischen Resultate der Baustatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS).

    Die gesamten Bauausgaben, also Bauinvestitionen plus öffentliche Unterhaltsausgaben, nahmen 2023 um 0,3 Prozent zu, wobei preisbereinigt ein Rückgang von 2,5 Prozent verzeichnet wurde.

    Die öffentlichen Auftraggeber – Bund, Kantone und Gemeinden – erhöhten die Investitionssummen in den Tiefbau um ein Plus von 3,9 Prozent sowie in den Hochbau um 8,5 Prozent. Die privaten Auftraggeber gaben dagegen im Jahr 2023 sowohl weniger für den Tiefbau, minus 2,3 Prozent, wie auch für den Hochbau (-1,9 Prozent) aus.

    Ein Rückgang um 2,5 Prozent wurde bei den Neubauinvestitionen verzeichnet. Die privaten Auftraggeber gaben um 4,8 Prozent weniger für Neubauprojekte aus. Zugelegt haben dagegen die Investitionen in Umbauten mit einem Plus von 4,4 Prozent.

    Neben der privaten Umbautätigkeit mit plus 3,9 Prozent habe auch die öffentliche Hand im Jahresvergleich mehr in Neubauten (+6,9 Prozent) und in Umbauten (+5,2 Prozent) investiert, heisst es in der Mitteilung des BFS.

  • Baubeginn für temporären Überbrückungsbau des Opernhauses Zürich

    Baubeginn für temporären Überbrückungsbau des Opernhauses Zürich

    Das historische Opernhaus Zürich und der angrenzende Erweiterungsbau müssen in der ersten Hälfte der 2030er-Jahre saniert werden. Im April 2023 wurde das Projekt «Zukunft Oper» lanciert, um diese umfassende bauliche Massnahme zu planen und die Zukunftsfähigkeit des Opernhauses sicherzustellen. Aufgrund des akuten Platzmangels werden derzeit an vielen Stellen die gesetzlichen Richtlinien für Arbeitssicherheit und Arbeitsplatzgestaltung nicht eingehalten.

    Dialogverfahren und Stiftungsgründung
    Ein umfassendes Dialogverfahren mit verschiedensten Stakeholdern sowie die Gründung einer Stiftung, die eine bedeutende Rolle in der Finanzierung spielt, haben den Weg für das Projekt geebnet. Machbarkeitsstudien wurden durchgeführt, um die beste Vorgehensweise zu ermitteln.

    Entwurf des Architekturbüros EM2N
    Der Entwurf für den Überbrückungsbau stammt vom Architekturbüro EM2N. Geplant ist eine eingeschossige, pavillonartige Holzkonstruktion auf dem Dach des Erweiterungsbaus an der Ecke Utoquai/Falkenstrasse. Die Bauvorbereitungen beginnen am 4. Juli 2024, der eigentliche Holzbau wird im August 2024 aufgerichtet. Die Konstruktion legt Wert auf Flexibilität, Funktionalität und Wiederverwendbarkeit.

    Kosten und Zeitplan
    Die Gesamtkosten für den temporären Überbrückungsbau betragen 4,57 Millionen Franken. Die zusätzliche Nutzfläche von 330 Quadratmetern soll die räumliche Situation der Mitarbeitenden zeitnah verbessern, bis die langfristigen baulichen Massnahmen abgeschlossen sind.

    Verbesserung der Arbeitsbedingungen
    Der Überbrückungsbau wird nicht die generelle Platzproblematik lösen, aber er wird helfen, die akute Situation zu entschärfen und die Arbeitsbedingungen bis zur Fertigstellung der umfassenden baulichen Entwicklungen deutlich zu verbessern.

    Projekt «Zukunft Oper»
    Das Projekt «Zukunft Oper» zielt darauf ab, das Opernhaus Zürich und seinen Erweiterungsbau langfristig zu sanieren und gleichzeitig einen Mehrwert für Stadt und Kanton zu schaffen. Diese Massnahmen sollen sicherstellen, dass das Opernhaus auch in Zukunft den hohen Anforderungen an Sicherheit, Funktionalität und Gestaltung gerecht wird.

  • Fünf Jahre digitale Offensive auf dem Bau

    Fünf Jahre digitale Offensive auf dem Bau

    Vor fünf Jahren, im Jahr 2019, startete eine Allianz aus mehr als einem Dutzend Arbeitgeberverbänden und drei Gewerkschaften das Informationssystem Allianz Bau (ISAB). Ziel war es, die Ergebnisse real erfolgter Kontrollen effizienter zu nutzen und so die Einhaltung der allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsverträge (GAV) sicherzustellen. Was mit Informationen zu rund 1000 Betrieben im Bauhauptgewerbe begann, hat sich mittlerweile zu einer umfangreichen Datenbank entwickelt, die Informationen von über 45.000 Betrieben enthält.

    Ein umfassendes digitales Arbeitsinstrument
    ISAB hat sich durch die Einführung der drei Module ISAB-Portal, ISAB GAV-Bescheinigung und ISAB Card als umfassendes digitales Arbeitsinstrument etabliert. Zum ersten Mal stehen branchen- und regionenübergreifend Informationen zur Verfügung, welche Firmen welchem Gesamtarbeitsvertrag unterstellt sind, ob sie kontrolliert wurden und ob notwendige Nachzahlungen geleistet wurden. Die Nutzung der ISAB GAV-Bescheinigung hat stark zugenommen: Während im Jahr 2019 3300 Abrufe verzeichnet wurden, stieg diese Zahl bis Februar 2024 auf über 59.000.

    Bedeutung für die Schweizer Bauwirtschaft und Politik
    ISAB spielt nicht nur eine zentrale Rolle in der Bauwirtschaft, sondern hat auch eine politische Dimension. Es ist das effektivste Instrument zum Schutz der hohen Schweizer Löhne. In der politischen Debatte, insbesondere im Kontext der EU-Verhandlungen, setzt ISAB ein starkes Zeichen gegen Forderungen nach zusätzlichen flankierenden Massnahmen, die die Unternehmer belasten könnten.

    Ein erfolgreiches digitales Transformationsprojekt
    Die digitale Offensive, die mit ISAB 2019 gestartet wurde, zeigt eindrucksvoll, wie digitale Tools die Effizienz und Transparenz in der Bauwirtschaft steigern können. Mit gesicherten Informationen zu mehr als 45.000 Betrieben und der breiten Nutzung der ISAB GAV-Bescheinigungen hat sich ISAB als unverzichtbares Werkzeug etabliert, das den hohen Standard der Schweizer Löhne schützt und die Einhaltung von GAVs sicherstellt.

  • Wirtschaftsraum Genf – Dynamisches Zentrum für internationale Zusammenarbeit und hohe Lebensqualität

    Wirtschaftsraum Genf – Dynamisches Zentrum für internationale Zusammenarbeit und hohe Lebensqualität

    Genf ist das Herzstück der internationalen Zusammenarbeit und Diplomatie und spielt eine Schlüsselrolle auf der Weltbühne. Als Sitz wichtiger Organisationen wie der Vereinten Nationen, des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes und des Weltwirtschaftsforums zieht die Stadt Fachleute an und ist ein Anziehungspunkt für Besucher und Geschäftsinitiativen.

    Eine vielfältige Wirtschaftslandschaft
    Die Genfer Wirtschaft zeichnet sich durch ihre Vielfalt aus, mit Schlüsselsektoren wie dem Finanzsektor, der Pharmaindustrie und der angesehenen Genfer Uhrenindustrie. Genfer Uhren stehen insgesamt für Qualität und Innovation, was die Stadt zu einem Symbol für Präzision und Handwerkskunst macht.

    Ein wettbewerbsfähiges wirtschaftliches Umfeld
    Genf stützt sich auf wettbewerbsfähige Steuersätze und hochqualifizierte Arbeitskräfte, ergänzt durch eine beeindruckende Innovationsfähigkeit, die durch die Präsenz von Forschungs- und Entwicklungszentren multinationaler Unternehmen und führender akademischer Einrichtungen gefördert wird.

    Ausgezeichnete Infrastruktur und Zugänglichkeit
    Die Stadt ist für ihre solide Infrastruktur und ihre ausgezeichneten Verkehrsverbindungen bekannt. Der internationale Flughafen Genf bietet Direktflüge in die ganze Welt und die Entwicklung des regionalen Eisenbahnnetzes erleichtert das Reisen in der Schweiz und in die Nachbarländer.

    Naturgebiete und Freizeitaktivitäten
    Am malerischen Genfer See gelegen und von majestätischen Bergen umgeben, bietet Genf seinen Einwohnern und Besuchern eine Vielzahl von Aktivitäten im Freien. Von Wandern über Skifahren bis hin zu Wassersport ist die natürliche Umgebung von Genf ein Paradies für Aktivitäten im Freien.

    Exzellenz inKultur und Bildung
    Die hohe Lebensqualität in Genf wird durch ein reiches kulturelles Angebot und ausgezeichnete Bildungseinrichtungen unterstrichen. Die Stadt beherbergt zahlreiche Museen, Galerien, Konzertsäle und Theater, die ein breites kulturelles Programm anbieten. Darüber hinaus sind renommierte Bildungseinrichtungen wie die Universität Genf und Doktorandenschulen, die sich auf Wissenschaft und internationale Beziehungen spezialisiert haben, hier ansässig.
    Dank seiner vielen Vorteile hat sich Genf als ein führender Wirtschaftsstandort in der Region etabliert und bietet ein perfektes Gleichgewicht zwischen beruflichen Möglichkeiten und außergewöhnlicher Lebensqualität. Besucher und neue Bewohner der Stadt werden von den vielen Möglichkeiten und der charmanten Atmosphäre dieser kosmopolitischen Metropole begeistert sein.