Schlagwort: Bauwirtschaft

  • Innovatives Projekt erforscht Kreislaufwirtschaft mit Lehm

    Innovatives Projekt erforscht Kreislaufwirtschaft mit Lehm

    Das Konsortium des Erasmus+-Projekts «Crafting Clay – Exploring Circularity with Local Earth» hat sich laut einer Mitteilung zu seiner Auftaktveranstaltung an der Universität Liechtenstein getroffen. An der Partnerschaft sind ihre Architekturschule sowie jene der Katholischen Universität Löwen in Belgien und der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens sowie die Amsterdamer Academie von Bouwkunst beteiligt. Koordiniert wird das Projekt von Dr. Carmen Rist-Stadelmann und Professor Urs Meister aus dem Fachbereich Handwerk & Struktur der Liechtenstein School of Architecture.

    Das Projekt will über drei Jahre erforschen, wie die Nutzung lokaler Erde zur Zirkularität im Bauwesen beitragen kann. Gefördert wird es mit 400’000 Euro von der Liechtensteiner Agentur für internationale Bildungsangelegenheiten. Die nationale Einrichtung betreut und koordiniert dort unter anderem das europäische Programm Erasmus+.

    Da es mittlerweile möglich ist, den weitestgehend in Vergessenheit geratenen Baustoff Lehm mit modernen mechanischen Verfahren und zusammen mit anderen Materialien herzustellen, sollen dessen neue Möglichkeiten auch hinsichtlich einer Kreislaufwirtschaft analysiert werden. Vor dem Hintergrund des Klimawandels sollen so Alternativen im Bauwesen definiert und etabliert werden.

    Durch die Kombination unterschiedlicher Ansätze mit praktischem Fachwissen aus der Bauindustrie wird das Projekt den Angaben zufolge «eine einzigartige und bereichernde Grundlage für neues Wissen im europäischen Kontext» schaffen, «sowohl in der akademischen Welt als auch für die Baupraxis». Die Ergebnisse werden im Rahmen eines Symposiums, über die Internetseiten der teilnehmenden Partneruniversitäten und in einer Publikation im Zürcher Park Books Verlag vorgestellt.

  • Neuer CEO übernimmt Führung des Bauzulieferers ab Januar 2025

    Neuer CEO übernimmt Führung des Bauzulieferers ab Januar 2025

    Die Arbonia Gruppe wird ab dem 1. Januar wieder von einem CEO geführt, der nicht gleichzeitig dem Verwaltungsrat angehört. Wie das Unternehmen mitteilt, hat der Verwaltungsrat Claudius Moor zum CEO ernannt. Der 1983 geborene Schweizer ist seit 2015 für Arbonia tätig, seit 2020 als CEO der Division Türen. Zuvor war er unter anderem Leiter Konzernstrategie und Unternehmensentwicklung beim Gebäudezulieferer mit Sitz in Arbon.

    Alexander von Witzleben wird „bis auf weiteres“ Verwaltungsratspräsident bleiben. Der 1963 geborene Deutsche präsidiert den Verwaltungsrat seit 2015, war bis 2022 auch Delegierter des Verwaltungsrates und CEO ad interim und seither exekutiver Verwaltungsratspräsident.

    „Wir sind sehr erfreut, Claudius Moor in seiner neuen Rolle als CEO der Arbonia willkommen zu heissen“, wird Alexander von Witzleben in der Mitteilung zitiert. „Mit seiner umfassenden Branchenkenntnis, seinem Engagement und seiner grossen Leidenschaft für das Türen-Business bringt er alle Voraussetzungen mit, um die Arbonia in eine positive Zukunft zu führen.“

  • Neue Technologie für nachhaltige Gebäudeisolierung in der Entwicklung

    Neue Technologie für nachhaltige Gebäudeisolierung in der Entwicklung

    Aeroskin Tech sucht Investoren. Die Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat eine Technologie zur Dämmung von Gebäuden entwickelt, die auf Aerogelen fusst. Bisher hat Aeroskin Tech Prototypen von Sprühdämmstoffen und Dämmplatten entwickelt, informiert die ETH in einer entsprechenden Mitteilung. Nun soll die Technologie in einer Pilotanlage an die industrielle Produktion herangeführt werden.

    „Wir wollen eine nachhaltige und leistungsfähige Dämmung für Gebäude anbieten“, wird Daniel Sanz Pont, Gründer von Aeroskin Tech und wissenschaftlicher Mitarbeiter von Robert Flatt, Professor für Baustoffe im Bauwesen an der ETH, in der Mitteilung zitiert. Die auf Aerogelen basierenden Dämmstoffe zeichnen sich gegenüber herkömmlichen Isolationsmaterialien durch eine zwei- bis zweieinhalbfach bessere Wirkung aus. Dies liegt an den nanoporösen Strukturen von Aerogelen, erläutert Sanz Pont. In den winzigen Poren kollidieren die Luftmoleküle häufiger mit den Porenwänden als untereinander. „Dieser Effekt macht Aerogele zu den besten Wärmedämmstoffen überhaupt“, so Sanz Pont.

    Der Jungunternehmer hat die ETH-Ausgründung nicht mit Partnern, sondern im Alleingang gegründet. „Dank meiner vielseitigen Ausbildung vereine ich viele Kompetenzen in meiner Person“, erläutert Sanz Pont. „Ich habe auch Coaching erhalten und meine Ausbildung und Erfahrung im Bereich Unternehmensführung erweitert, zudem wurde ich in all diesen Jahren von hervorragenden Fachleuten der ETH unterstützt.“ Für kommende Herausforderungen und den nächsten Schritt stehen dem Jungunternehmer zudem erfahrende Mentorinnen und Mentoren zur Seite, „von denen ich schneller lernen kann“.

  • immojob.ch wird Teil von immobilienjobs.ch

    immojob.ch wird Teil von immobilienjobs.ch

    Der Online-Stellenmarkt immojob.ch gehört ab sofort zu immobilienjobs.ch. Damit stärkt die Plattform ihre Position als Jobplattform für Fach- und Führungskräfte sowie Arbeitgeber in der Immobilienbranche und der Standortförderung. Ob Jobsuche oder Rekrutierung, immojob.ch baut Brücken zwischen Talenten und Unternehmen, die die Branche gestalten.

    Vielfältige Jobangebote für alle Sektoren
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    immojob.ch versteht sich als Karriereplattform, die mehr bietet als einfache Stellenanzeigen. Hier steht die Förderung von Karrieren und die Weiterentwicklung der Immobilienbranche im Mittelpunkt. Durch gezielte Vernetzung werden Arbeitgeber und Fachkräfte zusammengebracht, um gemeinsam Innovationen zu gestalten.

    Ihr Partner für die Zukunft
    Die Integration von immojob.ch in immobilienjobs.ch ist ein wichtiger Schritt, um Fach- und Führungskräften noch gezielter Chancen zu bieten und Arbeitgebern den Zugang zu den besten Talenten zu erleichtern. Ob Sie Ihre nächste Herausforderung suchen oder die perfekte Ergänzung für Ihr Team – immojob.ch begleitet Sie auf diesem Weg.

    Lassen Sie uns gemeinsam die Zukunft der Immobilienbranche gestalten.

  • Verstärkung für die Real Estate Award AG

    Verstärkung für die Real Estate Award AG

    2024 war ein Meilenstein für die Real Estate Award AG. Ein erfolgreiches Rebranding, die neu formierte Jury und starke Eventpartnerschaften sorgten für positive Resonanz. Der Real Estate Award im Oktober 2024 verzeichnete grossen Zuspruch und unterstreicht die starke Position der Plattform innerhalb der Bau- und Immobilienbranche.

    Mara Schlumpf, Geschäftsführerin der Real Estate Award AG, zeigt sich zufrieden: „Es war ein schnelles und grossartiges Jahr, in dem wir den Award substanziell weiterentwickeln konnten. Ich bin stolz auf diese Leistung.“

    Tim Caspar bringt frischen Wind ins Team
    Um diesen Erfolgskurs fortzusetzen, stösst ab Januar 2025 Tim Caspar als stellvertretender Geschäftsführer zur Real Estate Award AG. Tim Caspar ist aktuell als selbstständiger Videograf tätig und hat bereits in der Vergangenheit mehrere Projekte für den Award realisiert.

    „Wir freuen uns sehr, mit Tim Caspar einen Teamplayer zu gewinnen, der mit seinem Background im Social Media Marketing und der Videografie dem Real Estate Award viele neue Möglichkeiten in Sachen Visibilität eröffnet. Davon werden nicht zuletzt unsere Bewerber und Eventpartner profitieren“, so Mara Schlumpf. „Dass Tim die Abläufe und Werte des Awards durch unsere bisherige Zusammenarbeit bereits kennt, ist ein grosser Bonus.“

    Real Estate Award 2025
    Der nächste Real Estate Award findet am 2. Oktober 2025 im Trafo Baden statt. Die Bewerbungsphase ist bereits eröffnet. Unternehmen aus der Schweizer Bau- und Immobilienbranche können ab sofort ihre Projekte für die kommende Ausgabe einreichen. Mit Tim Caspar als stellvertretendem Geschäftsführer setzt die Real Estate Award AG ein klares Zeichen für Innovation und Wachstum. Der Award bleibt eine wichtige Plattform, um herausragende Leistungen der Branche zu würdigen und sichtbar zu machen.

  • Nachhaltige Bauprojekte im In- und Ausland gestartet

    Nachhaltige Bauprojekte im In- und Ausland gestartet

    Die im Opfiker Stadtquartier Glattpark ansässige Bau- und Immobiliengesellschaft Implenia konnte sich bei mehreren Ausschreibungen für Hochbauaufträge durchsetzen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, umfassen die Aufträge ein Gesamtvolumen von 160 Millionen Franken.

    In Bern wird das Unternehmen das neue Geschäftsgebäude des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) errichten. Der nachhaltige Bau wird aus einheimischen Hölzern und rezyklierten Beton gemäss der Standards für Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) realisiert. Zudem hat Implenia mehrere Aufträge in Deutschland erhalten.

    In Mainz erhielt Implenia federführend gemeinsam mit den Partnern Gemünden und Apleona den Auftrag, ein neues, 10‘000 Quadratmeter umfassendes Forschungsgebäude für TRON zu errichten. Das Forschungsinstitut entwickelt neue Diagnostika und Wirkstoffe für immuntherapeutische Behandlungen.

    In Leipzig baut Implenia gemeinsam mit dem Partner GP Günter Papenburg AG eine sieben- bis achtgeschossige Wohnbausiedlung auf neun zusammenhängenden Liegenschaften. Neben 202 Wohneinheiten sollen viele Gewerbe- und Nebenräume entstehen. Die Gebäude werden als Niedrigstenergiebauten entsprechend dem Effizienzhaus-55-Standard errichtet, die gesamte Anlage wird schlüsselfertig übergeben.

    Drei Wohngebäude mit 101 Einheiten werden in München errichtet, die bis 2026 übergabefertig sein sollen. Darüber hinaus wird Implenia bei einem bereits laufenden Projekt in Heilbronn eine weitere Etappe realisieren und ist mit einer Pre-Construction-Phase in Siegburg beauftragt worden.

  • Winterthur passt Bau- und Zonenordnung an

    Winterthur passt Bau- und Zonenordnung an

    Die IVHB verfolgt das Ziel, zentrale Baubegriffe und Messmethoden schweizweit zu vereinheitlichen. Obwohl der Kanton Zürich dem Konkordat nicht beigetreten ist, setzt er die Harmonisierung um – ein bedeutender Schritt zur Vereinfachung des Planungs- und Baurechts. Winterthur integriert diese Änderungen nun in die lokale Bau- und Zonenordnung.

    Wesentliche Änderungen in der Bau- und Zonenordnung
    Die Teilrevision der BZO umfasst zahlreiche Anpassungen, die zwingend im Zusammenhang mit den IVHB-Baubegriffen stehen. So wurden 24 Absätze der BZO wurden eins zu eins angepasst. In 15 Absätzen erfolgte eine Überprüfung und Anpassung der Massen. Neu wird beispielsweise die Gebäudehöhe anhand der Fassadenhöhe definiert, was die bisherige Praxis der Vollgeschosse ersetzt.

    Einführung der Grünflächenziffer
    Dieser neue Begriff ersetzt die Freiflächenziffer und definiert das Verhältnis zwischen Grün- und Grundstücksflächen. So sollen unversiegelte, bepflanzte Flächen gefördert und naturnahe Eigenschaften gewahrt werden.

    Auswirkungen auf Baugesuche und Verfahren
    Die neue Grünflächenziffer unterliegt bereits einer «negativen Vorwirkung». Das bedeutet, dass Baugesuche sowohl nach den bisherigen als auch den neuen Regelungen geprüft werden. Projekte, die sich noch in der Bewilligungsphase befinden, müssen beide Kriterien erfüllen.

    Keine Mehrwertabgabe erforderlich
    Da durch die Anpassungen keine Planungsvorteile entstehen, entfällt eine Ausgleichspflicht gemäss dem Gesetz über den Mehrwertausgleich.

    Öffentliche Auflage und Mitwirkung
    Die Planungsunterlagen zur BZO-Teilrevision liegen vom 27. November 2024 bis 27. Januar 2025 öffentlich auf. In dieser Frist können Einwendungen beim Amt für Städtebau eingereicht werden. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich aktiv zu beteiligen und ihre Anliegen vorzubringen.

    Mit der Umsetzung der IVHB-Baubegriffe zeigt Winterthur Weitsicht. Einheitliche Definitionen und nachhaltige Bauvorgaben stärken den rechtlichen Rahmen und schaffen eine zukunftsorientierte Grundlage für städtische Entwicklungen.

  • Zukunft für Münchens Innenstadt

    Zukunft für Münchens Innenstadt

    THE VERSE setzt neue Massstäbe in der nachhaltigen Stadtentwicklung. Mit einem umfassenden Ansatz, der soziale, ökologische und ökonomische Aspekte integriert, wird das Quartier von Herzog & de Meuron und ACCUMULATA Real Estate Management transformiert. Ziel ist es, das ehemalige Postbank-Karree zu einem lebendigen, zukunftsorientierten Zentrum umzugestalten, das nicht nur künftigen Mietern, sondern auch Anwohnern und Passanten Mehrwert bietet.

    Grünfläche als grüne Lunge
    Das Herzstück der Planung ist eine 2’700 Quadratmeter grosse Grünfläche im Inneren des Quartiers. Diese parkähnliche Oase wird nicht nur das Mikroklima verbessern, sondern auch Raum für Erholung und Begegnung schaffen. Klar strukturierte Passagen verbinden die Grünanlage mit den umliegenden Strassen und machen das Areal zugänglich und einladend.

    Innovation auf den Dächern
    Die Dachlandschaft von THE VERSE bietet weit mehr als nur Energieeffizienz. Neben Photovoltaik-Anlagen entstehen vielseitige Nutzungsbereiche wie Sportfelder, Terrassen und eine Laufbahn. Diese Flächen fördern die Nutzung durch Mitarbeitende und sorgen für einen einzigartigen Ausblick über München. Das Konzept integriert Technik nahtlos in das Design und trägt zur LEED-Platin-Zertifizierung bei.

    Vielfalt und urbane Dynamik
    Im Erdgeschoss entsteht eine Mischung aus Einzelhandel, Gastronomie und Sportangeboten. Diese Vielfalt belebt das Quartier und unterstützt die lokale Wirtschaft. Durch die reduzierte Arkadentiefe entlang der Paul-Heyse-Strasse entstehen attraktive Flächen, die Anwohner und Besucher gleichermassen anziehen.

    Mobilität und Ressourcen im Fokus
    THE VERSE kombiniert ein modernes Mobilitätskonzept mit ressourcenschonenden Bauweisen. 900 Fahrradstellplätze mit Duschen und eine optimale ÖPNV-Anbindung fördern nachhaltige Mobilität. Gleichzeitig reduziert der Teilerhalt des Rohbaus die Umweltbelastung durch weniger Abbrucharbeiten und graue Energie.

    Ein Hotspot für Arbeit und Begegnung
    Mit einer Conference Area für bis zu 600 Personen, modernen Co-Working-Bereichen und einem Auditorium wird THE VERSE zum Treffpunkt für Unternehmen und Fachkräfte. Die hochwertige digitale Infrastruktur und die flexible Gebäudetechnik erfüllen die Anforderungen der Arbeitswelt von morgen. THE VERSE zeigt, wie nachhaltige Verdichtung urbane Lebensqualität steigern kann. Das Projekt integriert moderne Architektur, grüne Energie und soziale Vielfalt und macht das Münchner Bahnhofsviertel zu einem Vorreiter der Stadtentwicklung.

  • Neue Wege für Zusammenarbeit und Honorierung

    Neue Wege für Zusammenarbeit und Honorierung

    Die aktuelle Revision der Leistungs- und Honorarordnungen des SIA setzt einen neuen Meilenstein in der Bauplanung. Erstmals wurden die Ordnungen für Architektur (SIA 102), Bauingenieurwesen (SIA 103), Landschaftsarchitektur (SIA 105) und Gebäudetechnik (SIA 108) harmonisiert. Diese Harmonisierung soll die Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen stärken und Missverständnisse durch uneinheitliche Begriffe oder Leistungsbeschreibungen vermeiden. Die Basis hierfür bildet ein gemeinsames Phasenmodell und die klare Zuordnung von Funktionen wie Gesamtleitung, Fachplanung, Bauleitung und Baukontrolle.

    Klare Begriffe – weniger Missverständnisse
    Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Vereinheitlichung der Begriffe. Beispielsweise ersetzt der Begriff „gestalterische Baukontrolle“ die bisher unterschiedliche Verwendung von „gestalterische Leitung“ und „Baukontrolle“. Diese Anpassungen sollen Verwechslungen minimieren und die Kommunikation zwischen den Fachbereichen erleichtern. Auch die Fachkoordination für Gebäudetechnik und Installationen wird klarer geregelt. Sie wird als separate, zu vereinbarende Leistung definiert und kann je nach Projekt von verschiedenen Fachpersonen übernommen werden.

    Zukunftsorientierte Honorarvereinbarungen
    Die früher gebräuchliche Honorarberechnung nach aufwandbestimmenden Baukosten wurde durch einen methodenneutralen Ansatz ersetzt. Dieser berücksichtigt projektspezifische Merkmale und ermöglicht eine transparente Anpassung der Honorare an individuelle Anforderungen. Der neue Artikel 7 der LHO beschreibt detailliert, welche Kriterien in die Kalkulation einfließen sollen, und schafft damit eine Grundlage für rechtssichere und faire Honorarvereinbarungen.

    Vernehmlassung bis 2025
    Die Vernehmlassung der neuen LHO läuft bis zum 28. Februar 2025. Interessierte können die Entwürfe und weitere Informationen auf der Website des SIA einsehen und Stellungnahmen einreichen.

  • Zukunft für das AHV-Areal in Schwyz

    Zukunft für das AHV-Areal in Schwyz

    Der Umzug der Kantonsverwaltung in das neue Verwaltungs- und Sicherheitszentrum Kaltbach eröffnet neue Möglichkeiten für die Nachnutzung des bisherigen Verwaltungsstandorts. Der Kanton Schwyz betont seine Verantwortung, das frei werdende Areal nicht sich selbst zu überlassen, sondern gemeinsam mit der Gemeinde Schwyz eine wertschöpfende und zentrumsfördernde Nutzung zu etablieren. Im Rahmen einer Investorenausschreibung soll das Baurecht an einen privaten Investor vergeben werden, um die Entwicklung voranzutreiben.

    Erkenntnisse aus dem Studienverfahren
    Bereits 2022/23 führte das kantonale Hochbauamt ein Studienverfahren zur Analyse von Nutzungsmöglichkeiten des Areals durch. Dabei wurde die hohe Attraktivität des Standorts für privatwirtschaftliche Projekte deutlich. Erste Bebauungskonzepte zeigten, dass gewerbliche Nutzungen, kombiniert mit zentrumsfördernden Elementen wie Kulturräumen oder Grünflächen, das Dorf städtebaulich bereichern könnten.

    Fahrplan bis zur Umsetzung
    Die nächsten Schritte sehen die Ausarbeitung einer Teilrevision der kommunalen Nutzungsplanung vor, die bis 2025 abgeschlossen sein soll. Die anschließenden Verfahrensschritte, einschließlich einer Volksabstimmung in der Gemeinde Schwyz, dürften bis 2027 dauern. Der geplante Zeitrahmen bis zur baulichen Umsetzung eines Nachfolgeprojekts erstreckt sich bis 2029, nach dem Umzug der Kantonsverwaltung.

    Ein Überblick über den Fahrplan

    Bis 2. Quartal 2025: Erarbeitung der Teilzonenplanrevision

    Bis 1. Quartal 2026: Mitwirkung und kantonale Vorprüfung

    Bis 4. Quartal 2026: Öffentliche Auflage und Einspracheverhandlungen

    Bis 3. Quartal 2027: Volksabstimmung in der Gemeinde Schwyz

    Ab 2029: Bauliche Umsetzung

    Nachhaltigkeit und Wertschöpfung
    Das Zielbild für das Areal an der Bahnhofstrasse 15 umfasst vorrangig gewerbliche Nutzungen, ergänzt durch öffentlich zugängliche Bereiche. Grünflächen und kulturelle Einrichtungen könnten das Quartier zusätzlich beleben und zur Attraktivität des Standorts beitragen. Der Kanton und die Gemeinde Schwyz sehen in diesem Projekt eine Chance, den urbanen Charakter zu stärken und langfristig zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Zentrums beizutragen.

    Die Nachnutzung des ehemaligen AHV-Gebäudes ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft des Dorfkerns von Schwyz. Mit einer strategischen Planung und klar definierten Meilensteinen arbeiten Kanton und Gemeinde daran, ein wertschöpfendes und nachhaltiges Quartier zu schaffen. Die Investorenausschreibung und die Teilzonenplanrevision stellen zentrale Elemente auf dem Weg zu einem lebendigen und wirtschaftlich attraktiven Stadtteil dar.

  • Gesetzesänderungen stärken Kreislaufwirtschaft in der Schweiz

    Gesetzesänderungen stärken Kreislaufwirtschaft in der Schweiz

    Mit den Änderungen im Umweltschutzgesetz, Energiegesetz und Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen werden wichtige Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gesetzlich verankert.

    Abfallhierarchie:
    Recycling erhält Vorrang vor der Verbrennung, um Materialkreisläufe zu schliessen.

    Graue Energie:
    Kantone sollen Grenzwerte für Neubauten und Renovationen definieren, um nachhaltige Bauweisen zu fördern.

    Vorbildfunktion:
    Der Bund setzt bei Bauprojekten und Beschaffungen auf ressourcenschonende Lösungen.

    Diese Massnahmen tragen nicht nur zur Ressourcenschonung bei, sondern schaffen auch Anreize für innovative Geschäftsfelder im Bereich nachhaltiger Produkte und Bauweisen.

    Engere Zusammenarbeit von Bund, Kantonen und Wirtschaft
    Die Gesetzesänderungen fordern eine stärkere Kooperation zwischen Bund, Kantonen und der Privatwirtschaft. Besonders im Bereich Verpackungen und Produkte erhält der Bundesrat Kompetenzen, Anforderungen zu definieren, die sich an den Entwicklungen der EU orientieren. Damit sollen Handelshemmnisse vermieden und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft gestärkt werden.

    Weitere Anpassungen in Planung
    Einige Regelungen, wie die nationale Littering-Busse und Ausnahmen vom Siedlungsabfallmonopol, benötigen zusätzliche Ausführungsbestimmungen. Die Vernehmlassung dazu ist für 2025 bzw. 2026 geplant. Bis dahin bleibt der Fokus auf der Umsetzung der Kernpunkte, um die Kreislaufwirtschaft in der Schweiz nachhaltig zu stärken.

    Stärkung der Nachhaltigkeit
    Die neuen Regelungen markieren einen wichtigen Schritt in Richtung einer ressourcenschonenden und wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Die Schweiz positioniert sich damit als Vorreiterin in der Kreislaufwirtschaft und schafft eine solide Basis für die Herausforderungen der Zukunft.

  • Magazin beleuchtet Dynamik im Limmattal

    Magazin beleuchtet Dynamik im Limmattal

    Die neue Ausgabe des Magazins «36 km» ist erschienen. «Alles da? Die Stärken einer dynamischen Region», heisst die Titelgeschichte der 18. Ausgabe des Regionalmagazins. Weitere Themen des 32 Seiten starken Magazins sind das  Wirtschaftspodium Limmattal (WIPO), das am 21. November in der Umwelt Arena Schweiz in Spreitenbach stattfindet, Höhepunkte der Kultur im Jahr 2025 und die auf 2026 verschobene Ausstellung Phänomena in Dietikon. Die neue Geschäftsführerin Stephanie Kiener erläutert die Neuausrichtung der Standortförderung Limmatstadt.

    «Die eingeleitete Neuausrichtung der Limmatstadt AG eröffnet viele Chancen. Ich glaube fest daran, dass wir mit vereinten Kräften eine starke Standortförderung für die ganze Region weiterentwickeln können», schreibt Lara Albanesi, Verwaltungsratspräsidentin der Limmatstadt AG im Vorwort. Die Standortbestimmung erlaube aber auch «bewusst wahrzunehmen, wie gut sich das dynamische Limmattal bereits entwickelt hat».

    Stephanie Kiener, die nach neun Monaten als Stellvertreterin von Jasmina Ritz die Geschäftsführung der Limmatstadt AG übernommen hat, wird mit der Frage nach der Zukunft der Standortförderung konfrontiert. «Die Existenz für 2025 ist gesichert, aber die Limmatstadt wird den Gürtel im kommenden Jahr enger schnallen müssen. Um unser Ziel einer nachhaltigen Finanzierung zu erreichen, sind noch viel Arbeit und wichtige strategische Entscheide notwendig», so Kiener.

    Neben der Vorschau auf das WIPO und Schilderung der Vorbereitungen für die Phänomena gibt das Magazin Freizeittipps für den Winter, lässt Erfolgscurlerin Alina Pätz ihre Lieblingsorte im Limmattal beschreiben und lässt Jessica Schmiederer aus dem Alltagsleben als Leiterin des Hotels Limmathof in Baden erzählen.

  • Neubau eröffnet auf dem Bildungscampus in Lostorf

    Neubau eröffnet auf dem Bildungscampus in Lostorf

    Der Schweizerisch-Liechtensteinische Gebäudetechnikverband suissetec erweitert und modernisiert gemäss einer Medienmitteilung seine Aus- und Weiterbildungsstätte in Lostorf. Bis Jahresanfang 2025 soll auf rund 1800 Quadratmetern ein Gebäude mit Werkstätten, Laboren, Schulungsräumen und Begegnungszonen entstehen. Am 16. November 2024 wird das neue Gebäude bei einem Tag der offenen Tür der Bevölkerung präsentiert.

    Die Infrastruktur biete neue Möglichkeiten für die Aus- und Weiterbildungsqualität in Bauberufen, heisst es. In einem betonierten Rohbau an einer Aussenarbeitsstation könne wie auf einer echten Baustelle gelernt werden. Interdisziplinäre Werkstätten für Sanitär- und Heizungsinstallateure sowie die Integration von Bauwerksdatenmodellierungen in das didaktische Konzept hätten Vorbildfunktion. Für den Bau hat die zu Debrunner Acifer gehörende Müller Wüst AG ein digitales Fabrikationsmodell erstellt, welches auch zum Einsatz im Unterricht vorgesehen sei.

    Digitale Werkzeuge erlaubten flexible, hybride Lernformen. «Die Lernenden werden mit echten Materialien arbeiten, aber auch mit Virtual-Reality-Brillen digital üben», wird suissetec-Direktor Christoph Schaer zitiert.

    Der zweigeschossige Neubau ist der erste Teil einer mehrere Gebäude umfassenden Erweiterung. Ab 2026 sollen in drei Etappen die weiteren Bestandsgebäude saniert werden. Suissetec betreibt den Campus als eines von drei Bildungszentren eigenen Angaben zufolge als einen «Ort der Begegnung sowie der Aus- und Weiterbildung» für die Bauwirtschaft.

    Der Campus wurde 2023 als landesweit erstes Minergie-Areal zertifiziert. Das bedeutet, dass strenge energetische Kriterien erfüllt werden. Ziel ist die maximale Selbstversorgung mit erneuerbarer Energie, die ganzjährig auf dem Gelände selbst erzeugt wird.

  • Gebäude als Kohlenstoffsenken

    Gebäude als Kohlenstoffsenken

    Die Bauwirtschaft gilt als einer der grössten CO2-Emittenten weltweit. Doch mit Projekten wie «Beyond Zero» und der Initiative «Mining the Atmosphere» könnte sich das Blatt wenden. Ziel ist es, das schädliche Treibhausgas nicht nur zu reduzieren, sondern es aktiv in Baumaterialien zu binden. Diese Materialien, die in der neuen NEST-Unit getestet werden, könnten Beton und Dämmstoffe revolutionieren und das Potenzial haben, die Bauwirtschaft klimaneutral oder sogar CO2-negativ zu gestalten.

    Technologie im Praxistest
    Nathalie Casas von der Empa erklärt, dass «negative emissions technologies» (NET) der Schlüssel zur Erreichung der Klimaziele sind: «Wir müssen überschüssiges CO2 aus der Atmosphäre holen, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Dabei helfen uns NET, die bereits im Labor funktionieren und nun im Bauwesen angewendet werden.» Casas betont die Dringlichkeit des Handelns, da die Emissionen weiterhin steigen.

    Nachhaltigkeit in der Baubranche
    Corinne Reimann von Implenia sieht in NET eine grosse Chance für die Bauwirtschaft: «Die neuen Materialien ermöglichen es uns, endlich entscheidende Fortschritte im Bereich Nachhaltigkeit zu machen. Die Branche hat hier einen enormen Hebel, aber auch Herausforderungen. Preis und Akzeptanz werden entscheidend sein.» Reimann betont, dass die Funktionalität und Wirtschaftlichkeit neuer Materialien sichergestellt werden muss, um einen breiten Einsatz zu ermöglichen.

    Der Beitrag von Architekten und Planern
    Christoph Kellenberger, Mitgründer von OOS, sieht in der frühzeitigen Einbindung von Architekten und Planern einen entscheidenden Faktor: «Wir können mit unserem Wissen die richtigen Baustoffe von Anfang an mitentwickeln und in die Baupraxis integrieren. Zudem müssen wir das Potenzial von CO2-speichernden Materialien in die Branche hineintragen und zeigen, welche Effekte damit erzielt werden können.» Für Kellenberger liegt der Schlüssel zum Erfolg in einer transparenten Wissensvermittlung und praxisnahen Lösungen.

    Politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Verantwortung
    Neben der technologischen Innovation fordert die Bauwirtschaft auch politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Laut Casas und Kellenberger ist eine klare Kostenwahrheit notwendig, um den breiten Einsatz von NET zu fördern. CO2-Emissionen müssen fair bepreist werden, und Subventionen könnten helfen, die anfänglichen höheren Kosten der neuen Materialien auszugleichen. «Die Transformation wird nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen – Politik, Wirtschaft und Gesellschaft», so Casas.

    Das Projekt «Beyond Zero» zeigt, dass es möglich ist, Gebäude zu Kohlenstoffsenken zu machen. Doch dafür braucht es nicht nur technologische Lösungen, sondern auch den Willen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, neue Wege zu gehen. Die Baubranche hat die Chance, sich von einem der grössten CO2-Emittenten zu einem Vorreiter der Klimawende zu entwickeln – und das Potenzial dazu ist bereits heute vorhanden.

  • Investition in CO2-armen Zement fördert Markteinführung

    Investition in CO2-armen Zement fördert Markteinführung

    Holcim beteiligt sich finanziell an der Skalierung und raschen Markteinführung des CO2-armen Zements von Sublime Systems. Die Investition des Zuger Unternehmens, eines der grössten Baustoffproduzenten der Welt, bringt den Bau der ersten kommerziellen Produktionsanlage von Sublime voran. Dafür hatte das Start-up vom US-Energieministerium im März bereits 87 Millionen Dollar erhalten.

    Das Team von Sublime Systems hat laut einer Mitteilung von Holcim eine «einzigartige Technologie» zur Dekarbonisierung von Zement entwickelt, die den gesamten Produktionsprozess von der Nutzung sauberer Elektrizität bis hin zu kohlenstofffreien Rohstoffen umfasst. «Wir sind begeistert vom Potenzial dieser Technologie und freuen uns, sie gemeinsam in grossem Massstab auf den Markt zu bringen», wird Holcims Nachhaltigkeitschef Nollaig Forrest zitiert.

    Holcim hat sich durch eine verbindliche Abnahmevereinbarung einen grossen Teil des dort produzierten Sublime Cement gesichert. Beide Partner haben ein eigenes Projektteam eingerichtet, um gemeinsam weitere Anlagen zu entwickeln.

    «In der Zementindustrie ist Grösse alles», so Leah Ellis, CEO und Mitbegründerin von Sublime Systems. «Durch die Kombination der Technologie von Sublime mit den fortschrittlichen globalen Aktivitäten von Holcim, von der Herstellung und Logistik bis hin zum kommerziellen Vertrieb, können wir gemeinsam unsere Wirkung steigern.»

    Das Unternehmen betreibt derzeit an seinem Sitz in Somerville im US-Bundesstaat Massachusetts eine Pilotanlage mit einer Produktionskapazität von bis zu 250 Tonnen pro Jahr und entwickelt seine erste kommerzielle Anlage mit einer Kapazität von jährlich 30’000 Tonnen, die bereits 2026 in der ebenfalls in Massachusetts gelegenen Stadt Holyoke eröffnet werden soll.

  • Klimafonds unterstützt nachhaltige Bau- und Heizprojekte in Winterthur

    Klimafonds unterstützt nachhaltige Bau- und Heizprojekte in Winterthur

    Der Klimafonds Stadtwerk Winterthur hat laut einer Medienmitteilung hat an zwei Firmen insgesamt 55’000 Franken an Fördergeldern vergeben. Bereits seit 2007 fördert dieser Fonds im Sinne der Energie- und Klimapolitik der Stadt Winterthur regionale und lokale Projekte zur CO2-Reduktion sowie rund um Energieeffizienz und erneuerbare Energien.

    Die Roto Re-Use aus Winterthur erhält 35’000 Franken. Das in Gründung befindliche Unternehmen versteht sich als schweizweites Kompetenzzentrum für eine kreislaufgerechte Bauwirtschaft. Es entwickelt Workshops, in denen gezeigt wird, wie Kreislaufwirtschaft in der Bauindustrie konkret umgesetzt werden kann. Direkt auf der Baustelle sollen Fachpersonen lernen, wie Bauteile demontiert und wiederverwendet werden können und wie die Wiederverwendung geplant werden muss.

    Gerade die Bauindustrie weise ein hohes Potenzial für CO2-Einsparungen auf, so der Klimafonds und zitiert den Bericht Umwelt Schweiz 2022, wonach das Bauen für mehr als 80 Prozent des Abfalls verantwortlich ist. Zudem verursachen Baumaterialien rund 10 Prozent der Schweizer Treibhausgas-Emissionen.

    Die Firma Trinovent aus Oberengstringen erhält 20’000 Franken aus dem Klimafonds. Sie entwickelt eine Eisspeicherheizung für Einfamilienhäuser. Trinovent eine Eisspeicherheizung für Einfamilienhäuser. Dabei kombiniert das Unternehmen die bewährten Technologien der Luft- oder Wasser-Wärmepumpe mit der des Eisspeichers. Das Förderprojekt soll helfen, in Winterthur Kundschaft für das neue Heizsystem zu finden und den Prototyp in Richtung Serienmodell weiterzuentwickeln.

  • Studie zeigt Chancen für Fassadenbegrünung und Solarpanels

    Studie zeigt Chancen für Fassadenbegrünung und Solarpanels

    Im Rahmen des Projekts GreenPV hat ein Forschungsteam der Hochschule Luzern innovative Lösungsansätze für die Gestaltung von Gebäudefassaden entwickelt. Ziel war es, die Potenziale von Photovoltaikanlagen (PV) und Begrünung zu erforschen, um den steigenden Herausforderungen durch die Klimaerwärmung zu begegnen. Eine speziell für Planer und Bauherren entwickelte Broschüre fasst die Erkenntnisse und Empfehlungen des Projekts zusammen.

    Die Bedeutung dieser Forschung wird deutlich, wenn man sich die Prognosen des National Center for Climate Services ansieht: Die Jahresmitteltemperatur in der Schweiz könnte bis Ende des 21. Jahrhunderts um bis zu 5,4 Grad ansteigen. Dies wird nicht nur den Energiebedarf, insbesondere für Kühlung, erheblich erhöhen, sondern auch die Behaglichkeit in Gebäuden beeinflussen. Photovoltaikanlagen können genau dann Energie liefern, wenn sie am dringendsten benötigt wird, nämlich bei intensiver Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig bieten begrünte Fassaden eine sinnvolle Alternative in urbanen Gebieten, wo neue Grünflächen rar sind.

    Fassaden als ungenutztes Potenzial
    «Während auf Dächern die Vorteile von PV-Systemen und Begrünungen bereits vermehrt genutzt werden, bleiben Fassaden bisher weitgehend ungenutzt», erläutert Dr. Silvia Domingo, Forscherin an der HSLU. Dabei bieten Fassaden eine hervorragende Gelegenheit zur Energiegewinnung und Begrünung, ohne zusätzliche Flächen zu beanspruchen. Besonders in der kalten Jahreszeit erweisen sich PV-Anlagen an Südfassaden als besonders effizient, da sie den niedrigen Neigungswinkel der Sonne optimal nutzen können.

    Die Studie zeigt jedoch auch, dass es Hindernisse gibt, die einer breiteren Anwendung dieser Technologien im Wege stehen. Dazu gehören finanzielle Herausforderungen, fehlende Richtlinien und Bedenken hinsichtlich des Brandschutzes. Diese Faktoren sorgen oft für Verunsicherung bei Bauherren. Um dem entgegenzuwirken, hat das Forschungsteam eine Broschüre mit praxisnahen Empfehlungen für die Anwendung von PV-Anlagen und Begrünungen an Fassaden erstellt.

    Optische Aspekte und funktionale Synergien
    Ein weiteres Hindernis, das Dr. Domingo identifiziert, ist die ästhetische Wahrnehmung von Solarpanels an Gebäudefassaden. Schwarze Solarpanels entsprechen oft nicht den visuellen Vorstellungen der Bauherrschaften. Doch die Forschung zeigt, dass in Zukunft auch Solarpanels in verschiedenen Farben und Texturen erhältlich sein könnten, ohne signifikante Einbussen bei der Effizienz.

    Neben PV-Anlagen bieten begrünte Fassaden zahlreiche Vorteile, die weit über den Kühleffekt hinausgehen. Sie tragen zur Biodiversität bei, verbessern die Luftqualität, mindern die Schallausbreitung und fördern die Regenwasserretention. Diese Vorteile sind besonders in dicht bebauten städtischen Gebieten von grosser Bedeutung, wo sie die Lebensqualität erheblich steigern können.

    Die Kombination von Begrünung und PV-Anlagen
    Die HSLU-Studie zeigt, dass Begrünungen und PV-Anlagen an Fassaden oft gut kombiniert werden können, um Synergien zu nutzen. Während PV-Anlagen an unbeschatteten, höheren Fassadenbereichen für maximale Energiegewinnung sorgen, entfalten begrünte Flächen in bodennahen Bereichen ihre kühlende und lärmabsorbierende Wirkung. Diese Kombination trägt zu einem angenehmeren Quartierklima und einer klimafreundlichen Stromproduktion bei.

    Abschluss des Projekts GreenPV
    Das Projekt GreenPV, das im Dezember 2021 startete und bis Mitte 2024 lief, wurde von einem breiten Netzwerk an Unterstützern finanziert, darunter das Bundesamt für Energie (BFE) und verschiedene Stiftungen. Das Projektteam, unter der Leitung von Gianrico Settembrini, hat wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die in einer Broschüre festgehalten sind und nun Planer, Bauherren und Interessierten zur Verfügung stehen.

    Mit den Ergebnissen des Projekts GreenPV liefert die HSLU einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Bauwesen und zeigt auf, wie Begrünung und Solarpanels an Fassaden kombiniert werden können, um den Herausforderungen des Klimawandels effektiv zu begegnen.

  • Neuer Weiterbildungskurs zur Bauorganisation gestartet

    Neuer Weiterbildungskurs zur Bauorganisation gestartet

    Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) führt laut einer Mitteilung ab dem 24. September einen viertägigen Kurs zur Bauorganisation ein. Der Master-Studiengang Bauleitung wird durch das CAS-Programm (Certificate of Advanced Studies) Bauorganisation erweitert. Der Weiterbildungskurs FHNW Bauorganisation sei ein intensives Programm, das innerhalb von vier Tagen in einer Woche von Dienstag bis Freitag stattfindet, heisst es in der Mitteilung.

    In diesem Kurs werden sieben relevante Themen behandelt, die für die effektive Planung und Organisation von Baustellen entscheidend sind, heisst es weiter. Teilnehmende haben die Möglichkeit, sich bis zum Ende des Kurses für den gesamten CAS anzumelden, sofern noch Plätze verfügbar sind und die Zulassungskriterien erfüllt werden.

    Ein zentraler Bestandteil des Unterrichts sind laut der FHNW praxisorientierte Übungen, die entweder individuell oder in Kleingruppen durchgeführt und anschliessend diskutiert werden. Präsentationen und Erfahrungsaustausch finden im Plenum statt, um ein interaktives Lernumfeld zu schaffen. Die Nutzung eines Laptops wird den Teilnehmenden empfohlen, um das Lernerlebnis zu optimieren.

    Der Weiterbildungskurs FHNW Bauorganisation richte sich an Architekten, Architektinnen, Ingenieure und Ingenieurinnen aller Fachrichtungen mit einem Hochschulabschluss oder einer vergleichbaren Qualifikation sowie Berufserfahrung im Bau- und Planungsbereich, heisst es weiter. Auch erfahrene Bauleitende, die ihr Wissen auffrischen möchten, sowie weniger erfahrene Bauleitende, die erste Impulse für ihre Tätigkeit suchen, seien willkommen. Der praxisnahe Weiterbildungskurs biete eine ideale Gelegenheit für Bauprofis, ihr Fachwissen zu vertiefen und sich auf dem Gebiet der Bauorganisation weiterzuentwickeln, heisst es von der FHNW.

  • Ein globales Zentrum für Internationalität und Innovation

    Ein globales Zentrum für Internationalität und Innovation

    Genf spielt eine zentrale Rolle auf der internationalen Bühne, nicht nur als Sitz der Vereinten Nationen und von fast 400 NGOs, sondern auch als Sitz zahlreicher multinationaler Unternehmen, insbesondere in den Bereichen Forschung und Entwicklung. Diese Positionierung unterstreicht die Bedeutung von Genf als globales Zentrum für internationale Zusammenarbeit, unterstützt durch eine akademische Landschaft, die zu den besten der Welt zählt.

    AusgezeichneteInfrastruktur
    Als eine der wirtschaftsfreundlichsten Städte Europas verfügt Genf über eine ausgezeichnete Infrastruktur, die internationale Kongresse und Geschäftsreisende anzieht. Der internationale Flughafen von Genf liegt nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt und bietet Direktflüge zu etwa 150 Zielen in der ganzen Welt. Das gut ausgebaute internationale Eisenbahnnetz, einschließlich des TGV, der Paris in nur drei Stunden erreicht, und des Léman Express, Europas größtem regionalen Eisenbahnnetz, erhöht die Zugänglichkeit von Genf erheblich.

    Förderung multilateraler Diskussionen
    Genf ist Gastgeber wichtiger internationaler Diskussionen, von den Vereinten Nationen über das Internationale Komitee des Roten Kreuzes bis hin zu den Weltwirtschaftsforen. Diese Diskussionen sind Teil des Erbes von Genf und spiegeln die Stadt als Knotenpunkt für internationale Verhandlungen und Schiedsgerichte wider. Die Weltorganisation für geistiges Eigentum dokumentiert hier die vielen Innovationen, die aus den lokalen Forschungs- und Entwicklungszentren hervorgegangen sind.

    Nachhaltige Stadtentwicklung
    Zusätzlich zu seiner Rolle als internationales Zentrum setzt Genf neue Maßstäbe in der nachhaltigen Stadtentwicklung. Ein Subventionsprogramm mit einem Budget von 500 Mio. CHF soll die energetische Sanierung von Gebäuden beschleunigen und die Klimaziele erreichen. Dieses Engagement zeigt, dass Genf bestrebt ist, bis 2050 klimaneutral zu werden und unterstützt damit private und öffentliche Eigentümer bei der Modernisierung ihrer Immobilien.
    Genf zeigt eindrucksvoll, wie eine Stadt gleichzeitig ein Zentrum für internationale Politik und Wirtschaft und ein Zentrum zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung sein kann. Durch diese Dualität stärkt Genf seine Position als ein Ort, an dem globale Herausforderungen auf innovative und effektive Weise angegangen werden.

  • Wirtschaftsraum Genf – Dynamisches Zentrum für internationale Zusammenarbeit und hohe Lebensqualität

    Wirtschaftsraum Genf – Dynamisches Zentrum für internationale Zusammenarbeit und hohe Lebensqualität

    Genf ist das Herzstück der internationalen Zusammenarbeit und Diplomatie und spielt eine Schlüsselrolle auf der Weltbühne. Als Sitz wichtiger Organisationen wie der Vereinten Nationen, des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes und des Weltwirtschaftsforums zieht die Stadt Fachleute an und ist ein Anziehungspunkt für Besucher und Geschäftsinitiativen.

    Eine vielfältige Wirtschaftslandschaft
    Die Genfer Wirtschaft zeichnet sich durch ihre Vielfalt aus, mit Schlüsselsektoren wie dem Finanzsektor, der Pharmaindustrie und der angesehenen Genfer Uhrenindustrie. Genfer Uhren stehen insgesamt für Qualität und Innovation, was die Stadt zu einem Symbol für Präzision und Handwerkskunst macht.

    Ein wettbewerbsfähiges wirtschaftliches Umfeld
    Genf stützt sich auf wettbewerbsfähige Steuersätze und hochqualifizierte Arbeitskräfte, ergänzt durch eine beeindruckende Innovationsfähigkeit, die durch die Präsenz von Forschungs- und Entwicklungszentren multinationaler Unternehmen und führender akademischer Einrichtungen gefördert wird.

    Ausgezeichnete Infrastruktur und Zugänglichkeit
    Die Stadt ist für ihre solide Infrastruktur und ihre ausgezeichneten Verkehrsverbindungen bekannt. Der internationale Flughafen Genf bietet Direktflüge in die ganze Welt und die Entwicklung des regionalen Eisenbahnnetzes erleichtert das Reisen in der Schweiz und in die Nachbarländer.

    Naturgebiete und Freizeitaktivitäten
    Am malerischen Genfer See gelegen und von majestätischen Bergen umgeben, bietet Genf seinen Einwohnern und Besuchern eine Vielzahl von Aktivitäten im Freien. Von Wandern über Skifahren bis hin zu Wassersport ist die natürliche Umgebung von Genf ein Paradies für Aktivitäten im Freien.

    Exzellenz inKultur und Bildung
    Die hohe Lebensqualität in Genf wird durch ein reiches kulturelles Angebot und ausgezeichnete Bildungseinrichtungen unterstrichen. Die Stadt beherbergt zahlreiche Museen, Galerien, Konzertsäle und Theater, die ein breites kulturelles Programm anbieten. Darüber hinaus sind renommierte Bildungseinrichtungen wie die Universität Genf und Doktorandenschulen, die sich auf Wissenschaft und internationale Beziehungen spezialisiert haben, hier ansässig.
    Dank seiner vielen Vorteile hat sich Genf als ein führender Wirtschaftsstandort in der Region etabliert und bietet ein perfektes Gleichgewicht zwischen beruflichen Möglichkeiten und außergewöhnlicher Lebensqualität. Besucher und neue Bewohner der Stadt werden von den vielen Möglichkeiten und der charmanten Atmosphäre dieser kosmopolitischen Metropole begeistert sein.

  • Neues Mörtelwerk in Liaoning eröffne

    Neues Mörtelwerk in Liaoning eröffne

    Sika hat ein hochmodernes Mörtelwerk in Liaoning in China in Betrieb genommen. Wie das weltweit tätige Unternehmen der Spezialitätenchemie für Bau und Industrie in einer Mitteilung informiert, ist es der 34. Produktionsstandort in China. Dort sollen Mörtel, Fliesenkleber und Abdichtungslösungen hergestellt und an Kunden in drei Provinzen im Nordosten des Landes sowie in der östlichen Zentralmongolei geliefert werden. Ziel seien kürzere Lieferzeiten und ein optimierter Service.

    Die Produktpalette umfasst laut der Mitteilung Mörtelprodukte, die bei der Herstellung bis zu 20 Prozent recycelte Rohstoffe enthalten, wie zum Beispiel Abfallstaub und mineralische Reststoffe. Zugleich markiere die Werkseröffnung für Sika den Startschuss für eine Initiative zur Umstellung von natürlichen auf alternative Sande. Bis 2028 will Sika die Hälfte des Sandbedarfs mit alternativen Materialien abdecken.

    In dem Neubau sind Produktionsanlagen, Büros, Labore sowie Infrastruktur für Lager und Logistik untergebracht. «Die Erweiterung unterstreicht unser Engagement für Qualität und Spitzenleistungen und ist gleichzeitig an den globalen Nachhaltigkeitszielen ausgerichtet», wird Philippe Jost, Regionalleiter Asien und Pazifik zitiert.

  • Bewerbungsfrist bis Ende Juni verlängert

    Bewerbungsfrist bis Ende Juni verlängert

    Mara Schlumpf, Geschäftsführerin der Real Estate Award AG: «Es gab in diesem Jahr viele Neuerungen beim Real Estate Award eine neue Kategorie, die französische Version der Homepage aus diesem Grund wollen wir potenziellen Bewerbern etwas mehr Zeit einräumen, um ihre Projekte einzureichen.» Um sich zu bewerben , muss lediglich das Formular auf der Homepage ausgefüllt und ein maximal 4 seitiges PDF angehängt werden. «Gerne nehmen wir Bewerbungen in allen Landessprachen und auch in Englisch entgegen», sagt Mara Schlumpf

    Noch bis am 30. Juni können sich Firmen aus der ganzen Schweiz mit ihren Projekten für den diesjährigen Real Estate Award bewerben. Die Verleihung findet am 24. Oktober im Trafo in Baden statt.

  • Effiziente Werkvertragsprüfung mit KI

    Effiziente Werkvertragsprüfung mit KI

    Baumeister sind pragmatische Macher, deren Hauptaugenmerk auf der Umsetzung von Bauprojekten liegt. Juristische Fachkenntnisse sind dabei oft nicht ihre Stärke. Dennoch ist der regelmässige Abschluss und die sorgfältige Prüfung von Werkverträgen unerlässlich. Häufig wird dieser wichtige Schritt aufgrund hoher Anwaltskosten vernachlässigt, was Bauunternehmen unvorteilhafte Vertragsbedingungen und im Streitfall hohe Verluste einbringen kann.

    Einführung der neuen Dienstleistung
    Um diesem Problem entgegenzuwirken, bietet der SBV seinen Mitgliedern nun eine innovative Lösung an. Werkverträge können ab sofort für eine Pauschale überprüft werden – unabhängig vom Umfang des Vertrags oder der Anzahl der Klauseln. Diese Dienstleistung wird durch den Einsatz künstlicher Intelligenz ermöglicht.

    Kooperation mit Legartis
    In Zusammenarbeit mit dem Zürcher Unternehmen Legartis hat der SBV eine Plattform entwickelt, auf der Mitglieder ihre Werkverträge und Allgemeinen Geschäftsbedingungen hochladen können. Die Rechtsabteilung des SBV prüft die Dokumente mithilfe der spezialisierten Software und liefert innerhalb von maximal 48 Stunden ein fundiertes Feedback.

    Funktionsweise der KI-gestützten Prüfung
    Das KI-Modell wurde mit tausenden Werkverträgen trainiert und kann daher Zusammenhänge erkennen und Abweichungen unabhängig von der Formulierung hervorheben. Die Mitglieder können zudem individuelle Vorgaben festlegen, beispielsweise bei speziellen Konditionen mit Bauherren. Simon Lüscher betont: «Unsere Mitglieder können mit einer präzisen Werkvertragsprüfung ihre rechtlichen Risiken massiv reduzieren und Klarheit in den Vereinbarungsdschungel bringen.» Mit dieser neuen Dienstleistung setzt der SBV einen bedeutenden Schritt in Richtung Digitalisierung und unterstützt seine Mitglieder dabei, rechtliche Risiken zu minimieren und Verträge sicherer abzuschliessen. Die Kooperation und der Einsatz von künstlicher Intelligenz ermöglichen eine schnelle, kostengünstige und effektive Vertragsprüfung, die auf dem Markt ihresgleichen sucht.

  • Ein natürlicher Weg zu höherer Wohnqualität

    Ein natürlicher Weg zu höherer Wohnqualität

    Wärmeempfindung beim Menschen
    Holz kann Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und wieder abgeben, wirkt also wie ein Puffer für Schwankungen in der Luftfeuchtigkeit. Der Mensch spürt in erster Linie nicht die Temperatur, sondern den Zu- und Abfluss von Wärme. Stein und Metall isolieren schlecht und entziehen unserem Körper schnell Wärme – sie fühlen sich kalt an. Im Gegensatz dazu isoliert Holz gut und entzieht unserem Körper langsam Wärme – bei gleicher Oberflächentemperatur fühlt es sich deshalb wärmer an. Dies ist der Kern des U-Werts. Je kleiner dieser U-Wert ist, desto weniger Wärme dringt durch das Material hindurch, und umso geringer sind die Heizkosten. Bauteile aus Holz erreichen dank der integrierten Wärmedämmung in der Tragschicht immer einen niedrigeren U-Wert.

    Effektive Wärmedämmung im Winter
    Um im Winter die Wärmeenergie in den Innenräumen zu bewahren und ein Entweichen nach draussen zu verhindern, wird an der Innenseite der Aussenwände eine luftdichte Schicht angebracht. Diese Schicht muss auch den Feuchtetransport von innen nach aussen blockieren, um schädliche Kondenswasserbildung in den Aussenwänden zu vermeiden – sie wirkt also diffusionshemmend. Das Energielabel Minergie-P setzt sogar einen Blower-Door-Test voraus, um die Luftdichtigkeit des fertig gebauten Hauses zu überprüfen.

    Optimale Belüftung von Räumen
    Die effektivste Methode zur Belüftung von Räumen ist während der Nacht. Danach folgt im Winter die geschätzte Wärmestrahlung der Sonne, die an heissen Sommertagen abgeschirmt werden sollte. Für Fenster gibt es bewegliche Beschattungselemente oder speziell beschichtete Gläser. Die Wärmespeicherkapazität steht an vierter Stelle nach dem Einfluss interner Wärmequellen. Diese kann bei Holzbauten bereits mit einer doppelten Gipsbeplankung erreicht werden.

    Effektiver Lärmschutz
    Im Bauwesen wird zunächst zwischen Bauphysik und Raumakustik unterschieden. Die Bauphysik konzentriert sich auf die Schalldämmung durch Bauteile, während die Raumakustik darauf abzielt, den Nachhall durch Oberflächen zu absorbieren, um Sprache oder Musik klar und präzise hörbar zu machen. Moderne Holzbauten bieten effektiven Schutz vor unerwünschtem Lärm. Insbesondere bei Mehrfamilienhäusern sind Trittschallgeräusche aus benachbarten Wohnungen besonders zu berücksichtigen.

    Luftschall und Körperschall im Fokus
    In der Bauakustik wird unterschieden zwischen Luftschall und Körperschall. Strassenlärm kann beispielsweise als Luftschall durch die Aussenwände in den Wohnraum dringen. Trittschall ist eine Form von Körperschall, die insbesondere bei Deckenkonstruktionen beachtet werden muss. Im Holzbau können durch mehrschalige Konstruktionen ähnlich hohe Schalldämmwerte wie bei einschaligen massiven Bauteilen erreicht werden, jedoch mit deutlich geringerer Masse. Eine mehrschalige Konstruktion bietet besonders gute Schalldämmung, wenn die Kopplung der Schalen gering ist. Wichtige Faktoren sind eine ausreichend grosse flächenbezogene Masse der Schalen, ein grosser Schalenabstand, die Vermeidung von Hohlraumresonanzen und eine elastische Verbindung der Schalen mit der Konstruktion. Massnahmen zur Verbesserung des Schallschutzes von Holz-Deckenkonstruktionen umfassen die Beschwerung der Rohdecke mit zusätzlicher Masse und die Verwendung eines geeigneten Fussbodenaufbaus mit schwerem Estrich und weicher Trittschalldämmung. Eine abgehängte Unterdecke kann zusätzlich den Schallschutz verbessern. Im Holzbau haben Schallnebenwege nur einen geringen Einfluss, wie Studien im Projekt ‹Schallschutz im Holzbau› zeigen. Optimierte Deckenkonstruktionen erzielen gute Resultate sowohl bei Schallnebenwegen als auch bei direkter Schallübertragung über die Geschossdecke. Durch einfache Massnahmen können Nebenwegübertragungen bei Holz-Ständerwandkonstruktionen so reduziert werden, dass sie wesentlich geringer sind als die direkte Schallübertragung über die Geschossdecke.

    Raumakustik in Wohnungen
    In grossen oder stark belegten Räumen ist es wichtig, die Nachhallzeit für die Raumakustik zu berücksichtigen. Eine zu lange Nachhallzeit kann die Behaglichkeit beeinträchtigen. Früher wurden Massnahmen zur Raumakustik hauptsächlich in öffentlichen Gebäuden und Grossraumbüros ergriffen. Heutzutage rücken auch Privatwohnungen in den Fokus, da hier ebenfalls grosse Raumvolumen und harte, schallreflektierende Oberflächen vorhanden sind. Um die optimale Nachhallzeit zu erreichen, sollte ein Teil der Raumverkleidung mit akustisch wirksamen Paneelen versehen sein. Die Raumakustik kann durch Akustikpaneele an abgehängten Decken oder Wandverkleidungen verbessert werden. Diese bestehen oft aus oberflächenbearbeiteten Holzwerkstoffplatten, die aufgrund unterschiedlicher Perforationen oder Schlitze verschiedene Frequenzen absorbieren.

    Effektive Abschirmung von Elektrosmog
    Die Schweiz wird immer mehr von nichtionisierender Strahlung, auch bekannt als «Elektrosmog», durchdrungen. In stark belasteten Gebieten müssen unabhängig von der Bauweise Massnahmen ergriffen werden. Fenster können effektiv mit Wärmeschutzgläsern oder Sonnenschutzfolien abgeschirmt werden. Bei der Rahmengestaltung kann gleichzeitig ein Metallgewebe eingefügt werden, um die elektromagnetischen Strahlen der hauseigenen Elektroinstallationen später im Innenraum abzuschirmen. Da elektromagnetische Strahlen Strom induzieren, müssen alle Abschirmungen mit der Erdung verbunden sein.

    Einfluss auf das Raumklima
    Die Qualität der Luft in einem Raum hängt vor allem von der Verwendung schadstoffarmer Materialien und einem angemessenen Luftaustausch ab. Während Düfte wie Parfüm, Arvenholz oder ätherische Öle als angenehm empfunden werden, sind Gerüche von Reinigungsmitteln, Zigarettenrauch oder Abgasen unangenehm für den Menschen. Flüchtige organische Verbindungen sind vielfältig und können in bestimmten Konzentrationen Mensch und Umwelt schädigen. Wenn ein Raum nicht ausreichend gelüftet wird, können sich flüchtige organische Verbindungen zu störenden oder reizenden Konzentrationen ansammeln. Der in Schafwolle enthaltene Stoff Keratin wirkt als Katalysator für flüchtige organische Verbindungen und wird heutzutage zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit und zur Verbesserung der Raumluftqualität eingesetzt.

  • Komplexität schreckt private Bauherren ab

    Komplexität schreckt private Bauherren ab

    Aktuell wird nur noch jede zehnte neue Mietwohnung von privaten Bauherren erstellt, informiert Raiffeisen Schweiz in einer Mitteilung zur aktuellen Studie «Immobilien Schweiz 2Q24» der Bankengruppe. Damit hat sich der Anteil der von Privaten erstellen Mietwohnungen innerhalb von 20 Jahren halbiert. Die Fachleute von Raiffeisen Schweiz führen diese Entwicklung unter anderem auf die Pflicht zum verdichteten Bauen und der damit gestiegenen Komplexität von Bauprojekten zurück.

    Seit 2017 hat sich der Anteil der Mietwohnungen in Privatbesitz von 49 auf 45 Prozent verringert. «Lange verlief diese Entwicklung im Verborgenen, denn während der Tiefzinsphase füllten die institutionellen Investoren bereitwillig die Lücke, welche die Privaten hinterliessen», wird Fredy Hasenmaile, Chefökonom von Raiffeisen Schweiz, in der Mitteilung zitiert. «Erst mit dem Zinsanstieg und der schwindenden relativen Attraktivität von Immobilienanlagen drosselten die Institutionellen ihren Appetit, wodurch der bereits seit vielen Jahren ablaufende Rückzug der privaten Bauherren sichtbar wurde.»

    Nach Ansicht der Fachleute von Raiffeisen Schweiz bringt die Entwicklung des Referenzzinssatzes keine weiteren Steigerungen der Wohnkosten mit sich. Langfristig werden die Mieten allerdings dennoch weiter steigen: «Anpassungen der Preise auf das orts- und quartiersübliche Niveau bei Mieterwechseln sowie die zu marktüblichen Konditionen angebotenen Neubauwohnungen treiben die Mieten insgesamt in die Höhe», meint Hasenmaile. «Früher oder später bedeutet das steigende Wohnkosten für alle Mieterhaushalte.»

  • Baubewilligung erteilt: Spatenstich rückt näher

    Baubewilligung erteilt: Spatenstich rückt näher

    Unter dem Titel «Volle Kraft voraus dank Baubewilligung» berichtet die neueste Ausgabe des von der Aargauischen Industrie- und Handelskammer (AIHK) herausgegebenen Magazins «Impulse» vom Fortgang der Planung für das neue Haus der Wirtschaft in Aarau. Am 25. März hat die Stadt Aarau die Baubewilligung erteilt, heisst es dort. Der Weg zum neuen Haus der Wirtschaft sei somit frei und der Spatenstich rücke näher. Das neue Haus der Wirtschaft werde voraussichtlich im Frühjahr 2026 fertiggestellt sein.

    Da die Baubewilligung früher als erwartet vorliegt, konnten die Beteiligten die Planungsarbeiten vorantreiben und die Ausführungsplanung vorziehen, heisst es in dem Bericht weiter. Zurzeit laufen Ausschreibungen für die verschiedenen Arbeiten. Die Vergabeverhandlungen für die wichtigsten Aufträge sollen Anfang Juli stattfinden.

    Der Rückbau des bestehenden Gebäudes startet laut Planung dann Mitte August. Anschliessend erfolgen der Aushub und die Bohrungen für die vorgesehenen sieben Erdsonden. Anfang Oktober 2024 stehen die Rohbauarbeiten an. Im Frühjahr 2026 soll das neue Haus der Wirtschaft bezugsbereit sein.

    Für die Zeit der Bauarbeiten ziehen die Mitarbeitenden der AIHK und der Ausgleichskasse der AIHK im Juli in andere Räumlichkeiten. Noch ist offen, wohin. Gespräche über mögliche Mietobjekte in Aarau laufen, laut AIHK.

    Im neuen Haus der Wirtschaft können mit den neuen Möglichkeiten professionellere Kurse und Veranstaltungen durchgeführt werden, heisst es in einem früheren Bericht in «Impulse». Zudem stehe der Neubau für die fortschreitende Digitalisierung und Modernisierung, die beim Verband seit mehreren Jahren schon stattfinde.

  • Evolution der Wohnraumgestaltung

    Evolution der Wohnraumgestaltung

    Wohnraumgestaltung im Wandel der Zeit
    Der Flächenbedarf pro Bewohner ist seit 1950 von 25 m² auf heute etwa 46 m² gestiegen. Dadurch haben sich Raumeinteilungen verändert: Was früher eine Familienwohnung war, ist heute eine Wohnung für Singles und kinderlose Paare. Statt zwei kleinen WCs wird nun ein grosszügiges Badezimmer bevorzugt, anstelle separater Küche und Esszimmer eine offene Küche mit Kochinsel. Zudem sind die persönlichen Ansprüche und gesetzlichen Vorschriften in Bezug auf Bauphysik und Ökologie gestiegen. Die Frage nach der Grundversorgung hat sich zur Frage nach der angemessenen Lebensqualität des Wohnraums entwickelt.

    Kosteneinsparung durch verdichtetes Bauen
    In den heutigen Wohnsiedlungen des Konjunkturaufschwungs besteht die Möglichkeit, durch verdichtete Bauweise und höhere Gebäude eine effizientere Nutzung der Baufläche zu erreichen. Besonders in zentrumsnahen Gebieten mit hohem Baulandwert wird oft die Sanierung bevorzugt anstelle von Neubauten. Es ist wichtig, beim Bauentscheid auch die ökologische Bedeutung im Hinblick auf die abnehmenden Baulandreserven der Schweiz zu berücksichtigen. In den letzten Jahrzehnten ist die Siedlungsfläche des Landes stark angewachsen. Durch einfaches Volumen, gut durchdachte Raumfolgen und verdichtetes Bauen mit hohen Ausnützungsziffern können Kosten eingespart und der Zersiedelung der Landschaft entgegengewirkt werden.

    Wärmedämmung renovierungsbedürftiger Gebäude
    Durch eine energieeffiziente Modernisierung eines Gebäudes aus den 1970er Jahren kann der Energieverbrauch um bis zu 90% reduziert werden. Um die Wärmedämmung zu optimieren, müssen äussere Bauteile wie Aussenwände, Dächer oder der Dachboden renoviert werden. Manchmal geht auch unentdeckt Wärme durch eine unzureichend gedämmte Kellerdecke verloren. Insbesondere die Fenster stellen in den Aussenwänden Schwachstellen in Bezug auf Wärme- und Schalldämmung dar. Zur Bewertung der Wärmedämmung kann eine Gebäudethermografie mit einer Wärmebildkamera durchgeführt werden. Zudem kann zur Prüfung der Luftdichtheit der Gebäudehülle das Differenzdruck-Messverfahren (Blower-Door-Test) angewandt werden.

    Effiziente Aussenwandsanierung mit Holz
    Aussenwände sind komplexe Bauteile, die wichtige bauphysikalische Funktionen wie Feuchteschutz, Schall- und Wärmedämmung erfüllen. Bei Fassadensanierungen kann Holz als Unterkonstruktion, Schalung und Wärmedämmung verwendet werden. Auch Dämmstoffe wie Steinwolle, Glaswolle, Schafwolle oder Flachs können eingesetzt werden. Die Sanierung von Aussenwänden wird heutzutage auch mit vorgefertigten Leichtbaufassaden im Rahmenbauweise durchgeführt. Dieses Konzept, ein Gebäude komplett neu zu verkleiden und ihm gleichzeitig ein neues Erscheinungsbild zu verleihen, hat sich als äusserst erfolgreich erwiesen. Dadurch können auch neue Anbauten und Aufstockungen architektonisch mit dem Bestand zu einer neuen Einheit verbunden werden.

    Optimierung von Räumen
    Bei Renovierungen im Innenbereich werden Räume entsprechend den neuen Anforderungen umgestaltet. Es entstehen neue Trennwände, Vorsatzschalen und abgehängte Decken. In die Holzlatten werden neue Sanitär- und Elektroinstallationen eingefügt. Die Hohlräume werden mit Dämmstoffen gefüllt und abschliessend mit Gips-, Zement- oder Holzwerkstoffplatten beplankt, um den Anforderungen an Brandschutz, Schallschutz und Feuchtigkeitsbeständigkeit gerecht zu werden. Zum Schluss werden die Fugen vom Verputzer verspachtelt und die Oberflächen neu verputzt. Gelochte oder geschlitzte Holzwerkstoffe dienen als Akustikpaneele zur Verbesserung der Raumakustik.

    Tipps für alten Boden
    Unebenheiten in alten Böden lassen sich durch verschiedene Massnahmen ausgleichen. Für leichte Unebenheiten eignen sich Feinspachtel oder Nivellierestrich, während Trockenschüttungen meist bei grösseren Unebenheiten verwendet werden. Fliessestriche aus Anhydrit oder Zement werden für umfangreichere Flächen eingesetzt. Eine Trittschalldämmung ist unerlässlich, um die Schallübertragung in darunter liegende Räume zu reduzieren. In Badezimmern und Feuchträumen werden Oberflächen zum Schutz vor eindringendem Wasser mit geeigneten Abdichtungsmassen und -bändern versehen. Gestaltete Aussenbereiche wie Holzterrassen und Wintergärten tragen zur Verbesserung der Wohnqualität bei. Im Rahmen von Fassaden- und Innenausbau-Sanierungen können Balkone, Terrassen, Loggien oder Wintergärten ergänzt oder erweitert werden. Dank widerstandsfähiger Holzarten und behandelter Hölzer sind auch stark beanspruchte Konstruktionen aus Holz möglich.

    Holzkonstruktionen für Wohnraumerweiterungen
    Unter Berücksichtigung lokaler Bauvorschriften und der Auswahl der passenden Haustechnik kann das Potenzial eines Gebäudes voll ausgeschöpft werden. Aufstockungen oder Dachausbauten bieten die beste Möglichkeit, mehr Wohnraum auf gleicher Grundfläche zu schaffen. Aufgrund des geringen Eigengewichts entscheiden sich Bauingenieure häufig für Holz bei Aufstockungen, da dadurch in der Regel die belastete Tragstruktur und das Fundament nicht zusätzlich verstärkt werden müssen. Vorgefertigte Holzelemente können mithilfe eines mobilen Krans auf das Dachgeschoss gehoben werden. Durch die Wahl einer Bauweise mit hoher Vorfertigung reduziert sich der Aufwand auf der Baustelle, und die Räume können schnell bezogen werden. Dadurch werden Bewohner und Nachbarschaft kaum durch Lärm und Staub beeinträchtigt.

  • Mit gutem Beispiel voran: Zirkuläres Bauen der Stadt Zürich

    Mit gutem Beispiel voran: Zirkuläres Bauen der Stadt Zürich

    Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiger Hebel, um die politischen Netto-Null-Zielsetzungen zu erreichen. Wie viele andere Städte weltweit bekennt sich auch Zürich zur Kreislaufwirtschaft: 2022 wurd mit «Circular Zürich» eine Strategie zur Kreislaufwirtschaft verabschiedet. 2023 unterzeichnete Zürich als erste Schweizer Stadt die «Circular Cities Declaration».

    Eine intelligente Ressourcennutzung ist besonders beim Bauen gefragt. Mit der «Charta für kreislauforientiertes Bauen» setzen Politik und Wirtschaft 2023 ein Zeichen und verpflichteten sich gemeinsam dazu, Primärressourcen und Deponierraum zu schonen und die CO2-Emissionen der eigenen Bautätigkeit zu senken.

    Erste Erkenntnisse aus zwei Pilotprojekten
    Doch wie wirken sich die politischen Bekenntnisse auf konkrete Bauvorhaben aus? Welche Herausforderungen stellen sich beim zirkulären Bauen? Und wie verändern sich die Planungs- und Bauprozesse? Antworten auf diese Fragen gewinnt das Amt für Hochbauten der Stadt Zürich durch zwei Pilotprojekte.

    Erste Erfahrungen mit der Beschaffung, Lagerung und Aufbereitung von wiederverwendeten Bauteilen sammelte die Stadt beim Umbau des Kindergartens Mööslistrasse 2023 (Bischof Föhn Architekten, Zürich). Lavabos und Toiletten wurden vor Ort abgebaut, gereinigt und aufbereitet. Pflanzentröge von den Balkonen konnten als Aussenraumbegrenzungen wiederverwendet werden. Wo möglich, stammte das eingebaute Mobiliar aus stadteigenen Beständen. Dank eines Bauteil-Screenings konnten Stahlträger, Holzpergola, Brandschutztüren und Küchenelemente bei anderen Bauten identifiziert, demontiert und wiedereingebaut werden. Auf alles, was nicht im städtischen Occasionslager gefunden wurde, wurden so genannte «BauteiljägerInnen» angesetzt.

    Das zweite Pilotprojekt, das neue Recyclingzentrum «Juch-Areal», ist deutlich umfassender. Für das Projekt hat das Amt für Hochbauten 2022 einen Architekturwettbewerb mit Re-Use-Anforderungen ausgeschrieben. Die Wettbewerbsteilnehmenden konnten einen digitalen Bauteil-Katalog nutzen oder andere verfügbare Bauteile aus nicht-städtischen Quellen für ihre Entwürfe verwenden. Die Gebäude mussten ausserdem so konzipiert sein, dass sie später einmal selbst als Bauteilmine genutzt werden können (Design for Disassembly).

    Die eingereichten Projekte zeigen: Ja, es geht. Vor allem die hohe Qualität der Wettbewerbsbeiträge, die trotz oder vielleicht auch dank der neuartigen Vorgaben entstanden sind, überzeugte die Jury. Das Baumaterial des Siegerprojektes von Graber Pulver Architekten AG (Zürich) baut die Halle des bisherigen Recyclinghofes ab und am neuen Ort mit geringen Anpassungen wieder auf. Entsorgte Bücher, Zeitschriften und Kleider werden als Dämmmaterial genutzt. Platten aus rezykliertem Glas und Aluminium, alte Küchenabdeckungen, Türen und Tischplatten schützen die Fassade vor der Witterung. Ausrangierte Baugerüste werden zu Lagerregalen.

    Es liegt in der Natur der Sache, dass Pilotprojekte einer standardmässigen Einführung in der Breite vorausgehen. Das ist auch beim zirkulären Bauen der Fall. Die Realisierung der beiden Projekte in Zürich zeigt, dass noch viele Fragen geklärt werden müssen: Wie können Bauteile katalogisiert werden? Wie lässt sich die Verfügbarkeit prüfen? Wo werden sie gelagert? Wer übernimmt die juristische Haftung?

    Die Planungs- und Bauprozesse werden sich durch das kreislauforientierte Bauen verändern, denn die Bauteilminen müssen – so eine wichtige Erkenntnis – so früh als möglich, am besten zu Beginn der Planungsphase, bekannt sein. Building Information Modeling (BIM) erleichtert die Wiederverwendung von Bauteilen, die Planung ihrer Demontierbarkeit und das Erschliessen künftiger Bauteilminen.

    Deutliche Einsparung von indirekten Treibhausgasemissionen in den Pilotprojekten
    Dass sich dieser Einsatz lohnt, zeigen die Pilotprojekte. Durch die konsequente Wiederverwendung von Bauteilen konnten, gemäss einer nachträglichen Berechnung, bei der Instandsetzung des Kindergarten Mööslistrasse gut 30% Treibausgasemissionen eingespart werden. Die aktuellen Berechnungen prognostizieren für das Recyclingzentrum Juch-Areal sogar eine Einsparung von 40% Treibhausemissionen gegenüber einem konventionellen Neubau.

  • Neugestaltung des Schlössli Collab Luzern

    Neugestaltung des Schlössli Collab Luzern

    Die Axon Active Holding AG hat am 17. April den Beginn des Aus- und Umbaus ihres Hauptsitzes im Schlössli Schönegg hoch über Luzern begonnen. Nach dem Umbau soll das Schlössli unter dem Namen Schlössli Collab Luzern firmieren, heisst es in einem entsprechenden Beitrag der „Luzerner Zeitung“ zum Spatenstich. Von hier aus wolle die Axon-Gruppe die digitale Transformation vorantreiben, wird Axon-Mitgründer und -Inhaber Stefan Muff dort zitiert. Dafür will Schlössli Collab Luzern Innovatoren ein Zuhause bieten.

    Bei der Veranstaltung zum Spatenstich lobte der Luzerner Bau- und Wirtschaftsdirektor Fabian Peter (FDP) das Bekenntnis der international aktiven Gruppe von Softwareunternehmen zum Standort Luzern. Dem Bericht zufolge wird Axon Active rund 15 Millionen Franken in den Aus- und Umbau des Hauptsitzes investieren. Die Arbeiten sollen bis Herbst 2026 abgeschlossen sein. Die etwa 40 Angestellten der Gruppe im Schlössli sind solange in einem Gebäude des Energieversorgers EWL an der Sternmattstrasse in Luzern untergebracht.

  • Effizienzsteigerung im Bau durch Negativemissionstechnologien

    Effizienzsteigerung im Bau durch Negativemissionstechnologien

    Um eine klare Unterscheidung zwischen den Treibhausgasemissionen des Gebäudes und den negativen Emissionen zu gewährleisten, sollten diese getrennt und separat ausgewiesen werden. Eine Verrechnung auf Baustoff- und Bauteilebene ist nicht empfehlenswert. Auch wenn Gebäude mit Netto-Null-Treibhausgasemissionen derzeit noch nicht erreichbar sind, könnten sie in Zukunft in Reichweite rücken, wenn die Treibhausgasemissionen bei der Herstellung von Baustoffen wie Zement, Stahl, Ziegel oder Glas massiv reduziert werden.

    Um die städtischen Emissionen bis 2035/2040 deutlich zu reduzieren, ist die Umsetzung und Bilanzierung von negativen Emissionstechnologien (NET) im Bausektor unerlässlich. Eine kürzlich abgeschlossene Studie hat Methoden zur Integration von NET in die städtische Kohlenstoffberichterstattung entwickelt und klare Empfehlungen für den Bausektor in der Schweiz formuliert.

    Eine wichtige Erkenntnis der Studie ist, dass biogenes CO² und direkt aus der Atmosphäre entzogenes CO² über Tausende von Jahren gespeichert werden müssen, um die globalen Temperaturen nachhaltig zu beeinflussen. Eine temporäre Speicherung reicht nicht aus, da sie die positiven Effekte durch spätere Re-Emissionen wieder zunichtemacht. Eine verbindliche Permanenzgarantie ist daher unabdingbar, um eine anerkannte Bilanzierung von NET zu gewährleisten.

    Die Studie empfiehlt, NET gemäss den SIA-Normen 2032 und 2040 zu bilanzieren. Um eine transparente Bilanzierung zu gewährleisten, ist es unerlässlich, zwischen Negativemissionen und Treibhausgasemissionen des Gebäudes zu unterscheiden. Eine Verrechnung auf Material- und Bauteilebene sollte vermieden werden. Die Norm SN EN 15804 weist Mängel auf, da sie auch bei dauerhafter Sequestrierung eine ausgeglichene Bilanz von biogenem CO² aufweist. Es ist wichtig, auf eine klare und präzise Sprache zu achten, um die Glaubwürdigkeit der Aussagen zu unterstreichen.

    Der Holzbau bietet das grösste Potenzial für negative Emissionen. Andere nachwachsende Rohstoffe wie Stroh oder Hanfkalk sind vielversprechend, aber noch wenig verbreitet. Die Forschung sollte sich darauf konzentrieren, die Dauerhaftigkeit sicherzustellen und den Beitrag der forcierten Karbonatisierung bei mineralischen Baustoffen zu erhöhen. Eine Netto-Null-Treibhausgasbilanz von Gebäuden ist zwar derzeit nicht erreichbar, jedoch kann durch eine drastische Reduktion der Emissionen bei der Herstellung von Baustoffen ein wichtiger Schritt in diese Richtung gemacht werden.

    Die Studie betont die Notwendigkeit verstärkter Anstrengungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, insbesondere bei der Herstellung von Baustoffen. Es wird empfohlen, dass Kommunen die Entwicklung von NET finanziell fördern, um die angestrebten Klimaziele zu.