Die Stadt Zürich ist einem stetigen Wandel unterworfen, der von steigendem Bevölkerungswachstum und zunehmender Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeflächen geprägt ist. Eine ausgewogene Stadtentwicklung, die die Bedürfnisse der Bewohner berücksichtigt und ökologische sowie soziale Aspekte einbezieht, ist entscheidend.
Das Amt für Städtebau spielt eine bedeutende Rolle bei der Planung und Umsetzung dieser Entwicklung. Durch die Koordination öffentlicher und privater Interessen sowie die Ausarbeitung städtebaulicher Projekte trägt das Amt dazu bei, dass Zürich eine lebendige und attraktive Stadt bleibt. Dabei wird das baukulturelle Erbe gepflegt und Platz für zukunftsweisende Bauprojekte geschaffen.
Ein zentrales Instrument für die langfristige Entwicklung der Stadt ist der kommunale Richtplan. Dieser legt strategische Ziele und Massnahmen für eine nachhaltige Arealentwicklung fest und dient als Leitfaden für die Koordination verschiedener Interessen und Akteure. Angesichts des prognostizierten Bevölkerungswachstums bis 2040 ist eine gezielte Planung und Verdichtung im Bestand unumgänglich.
Der kommunale Richtplan definiert Gebiete, die für eine bauliche Verdichtung geeignet sind, sowie Flächen für öffentliche Freiräume, kommunale Bauten und Anlagen. Dabei steht die Schaffung einer lebenswerten Umgebung im Vordergrund, die den Bedürfnissen der Bewohner gerecht wird und nachhaltige Stadtentwicklung ermöglicht.
Insgesamt stellt die Arealentwicklung und Raumplanung in Zürich eine komplexe Herausforderung dar, die eine enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure erfordert. Das Amt für Städtebau engagiert sich für eine ausgewogene und zukunftsorientierte Entwicklung der Stadt, welche die Identität bewahrt und den Bedarf an Wohn-, Arbeits- und Erholungsraum deckt.
Schlagwort: Bauwirtschaft
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Arealentwicklung – Strategien für eine lebendige Stadt
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Wiener und deutsche Städte nutzen neue Bausoftware
Zwei zur Wien Holding zählende Unternehmen arbeiten laut einer Medienmitteilung auf der Plattform von smino. Wie der in Rapperswil-Jona ansässige Entwickler von Bausoftware mitteilt, hätten Wiener Infrastruktur Projekt GmbH und die Wiener Standort Entwicklung GmbH die App bei zwei Wohnbauvorhaben und dem Bau einer sozialen Einrichtung eingesetzt. Grund dafür seien steigender Kostendruck und der hohe Wohnraumbedarf.
Auch mehrere deutsche Städte wollen mit der App Ressourcen, Zeit und Geld im Städtebau sparen. So zählen laut Mitteilung Essen und Darmstadt zu den Nutzern. Essen setzt sie beim Neubau einer Gesamtschule ein, in Darmstadt ist die App bei mehreren Projekte im Einsatz, unter anderem beim Bau der Feuerwache Nord.
Das digitale Werkzeug stelle eine Lösung angesichts gestiegener Kosten und dem wachsenden Bedarf nach Wohnraum dar, heisst es. Mit smino könnten Städte und Gemeinden «den Herausforderungen des modernen Städtebaus erfolgreich begegnen» und damit zudem nachhaltig zum Wohl ihrer Einwohnerinnen und Einwohner beitragen.
Unternehmensangaben zufolge vernetzt die smino-App Bauherren, Behörden, Planer und Unternehmer zu einer effizienten Einheit. Durch die zentrale Verfügbarkeit könnten Arbeitsabläufe optimiert und Projekte zeit- und kosteneffizient realisiert werden. Zudem werde die Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten transparenter.
Der in der Mitteilung zitierte Managingpartner von smino, Sandor Balogh, freut sich über die Internationalisierung. «Die Zusammenarbeit mit Kommunen unterstreicht unser Bestreben, die Effizienz und Transparenz von Bauprojekten zu steigern und dabei nachhaltige, lebenswerte Städte zu fördern.»
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Lokales Holz als Schlüssel zur CO2-Reduktion
Die Schweiz, mit rund 30 Prozent bewaldeter Landfläche, verfügt über einen wertvollen natürlichen Ressourcenpool, den Wald. Neben seiner ökologischen Bedeutung für Flora und Fauna ist der Wald auch ein wichtiger Kohlenstoffspeicher. Während seines Wachstums nimmt ein Baum CO2 auf und bindet den Kohlenstoff im Holz. Durch die Verwendung von Holz in Gebäuden oder anderen Bauteilen kann der Kohlenstoff über lange Zeiträume gebunden werden, was zur Reduktion von Treibhausgasen beiträgt und die Erderwärmung mindert.
Martin Ziegler, Leiter des Amtes für Wald und Wild im Kanton Zug, betont die Notwendigkeit einer Nachfrage nach regionalem Holz, um die verschiedenen Aufgaben des Waldes zu erfüllen. Die Pflege des Waldes ist aufwändig und kostspielig, daher ist es entscheidend, dass das produzierte Holz lokale Abnehmer findet.
Eine Website, initiiert von den kantonalen Waldfachstellen der Zentralschweiz, Lignum Zentralschweiz und WaldSchweiz, soll die Zusammenhänge zwischen der Waldpflege und der Nutzung von Holz veranschaulichen. Die Website waldnutzen.ch präsentiert sechs Projekte aus der Region und zeigt, wie der lokale Holzkreislauf funktioniert.
Ein Beispiel für die nachhaltige Nutzung von lokalem Holz ist das «Haus des Holzes» in Sursee, bei dem Bauherr Pirmin Jung bewusst auf heimisches Holz setzte. Auch der «Holzturm» in der Nähe des Tier- und Naturparks Goldau im Kanton Schwyz zeigt, wie Holz aus der Region für nachhaltige Bauprojekte genutzt wird.
Der Kanton Uri hat das Potenzial seines Waldes früh erkannt und im Rahmen seines Regierungsprogramms Massnahmen zur Förderung der Wald- und Holzwirtschaft umgesetzt. Das Projekt «Holzkreislauf Uri» bringt alle Akteure der Wertschöpfungskette zusammen, um die nachhaltige Nutzung von Holz im Kanton zu fördern.
Die enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen, wie der Hochschule Luzern, den kantonalen Waldfachstellen und der Holzindustrie, ist entscheidend für den Erfolg solcher Projekte. Durch die gemeinsamen Bemühungen wird die nachhaltige Nutzung von Holz gefördert und die CO2-Reduktion in der Atmosphäre unterstützt.
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Grain Technology Center von Bühler steht vor Fertigstellung
Das neue Grain Innovation Center (GIC) der Bühler Group am Hauptsitz in Uzwil ist fast fertig. Wie das in der St.GallenBodenseeArea ansässige Technologieunternehmen mitteilt, hat das Bauprojekt die letzte Bauphase erreicht. Etwas mehr als 18 Monate nach dem Start der Bauarbeiten habe die Installation aller Maschinen und Systeme begonnen. Für die Bühler AG bedeute die Modernisierung einen «Meilenstein auf dem Weg für Innovationen in der Getreideverarbeitung», heisst es.
Das neue GIC löst gemäss Mitteilung nach fast 75 Jahren die Vorgängeranlage ab, weil diese der sich wandelnden Marktdynamik in der getreideverarbeitenden Industrie und in der Entwicklung künftiger Lebensmittel nicht mehr entsprochen habe. Entstehen wird jetzt ein fünfstöckiges Mehrzweckzentrum auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern, das für Tests und Forschung an neuen Produkten genutzt werden kann. Hier könnten wichtige Fragen geklärt werden, «etwa wie lokale Rohstoffe verwendet, wie die Produktivität gesteigert, die Sicherheit erhöht und die Anforderungen an gesündere und neue Produkte erfüllt werden können», heisst es.
Im neuen Grain Technology Center verbinden sich Bühlers Vergangenheit und Erfahrung in der Müllerei mit modernster Technologie. «Durch die Integration des GIC in das Netzwerk der Anwendungs- und Trainingszentren von Bühler profitieren die Kundinnen und Kunden in Uzwil von einer idealen Einrichtung, die es ihnen ermöglicht, aus Herausforderungen Chancen zu entwickeln», wird Christian Geser, Projektleiter Grains & Food bei Bühler, zitiert. Das bauliche Konzept beziehe auch die Milling Academy von Bühler und die Schule für Futtermitteltechnik direkt neben dem GIC mit ein.
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Siedlungsentwicklung nach innen trotz Lärmbelastung ermöglichen
Die UREK-S hält am Beschluss des Ständerats fest, in lärmbelasteten Gebieten zu bauen, unter der Bedingung einer kontrollierten Wohnraumlüftung und Fenstern primär für Beleuchtungszwecke. In diesen Fällen müssen keine Lärmgrenzwerte mit geöffneten Fenstern eingehalten werden. Die Kommission ist überzeugt, dass diese Regelungen die Schaffung von Wohnraum an zentralen Standorten begünstigen und somit die Siedlungsentwicklung nach innen fördern werden.
Hinsichtlich des Baus in der Nähe von Flughäfen lehnt die Kommission einen neuen spezifischen Fluglärmgrenzwert ab, wie es der Nationalrat vorgeschlagen hat. Sie bevorzugt die bundesrätliche Regelung, die Ausnahmen von den Anforderungen bei Fluglärm ermöglicht. Diese Regelung erlaubt es ihrer Meinung nach, trotz Fluglärm verdichtet zu bauen.
Die Kommission schlägt vor, die Bestimmung zur Höchstgeschwindigkeit auf verkehrsorientierten Strassen aus dem Gesetz zu streichen. Temporeduktionen sollten nicht grundsätzlich verboten sein, sondern durch bereits beschlossene Massnahmen umgesetzt werden.
In Bezug auf die Altlastensanierung von Spielplätzen bestätigt die Kommission mit Stichentscheid des Präsidenten den ständerätlichen Beschluss bezüglich privater Kinderspielplätze und Hausgärten mit Schadstoffbelastung. Sie lehnt es ab, dass der Bund Abgeltungen aus dem VASA Altlasten-Fonds für freiwillige Sanierungen bereitstellen kann. Die Kommission befürwortet die Sanierung belasteter privater Spielplätze und Gärten, jedoch ohne Bundesmittel einzusetzen. Kantone können Sanierungen finanziell unterstützen, wenn sie dies wünschen. Einige Mitglieder beantragen, dem Nationalrat zu folgen, ausser in Bezug auf die Regelung, dass die Eigentümer grundsätzlich für die Sanierungskosten aufkommen müssen.
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Beschleunigung der Baubewilligungsprozesse dringend erforderlich
Angesichts dieser Entwicklungen werden in verschiedenen Kantonen Massnahmen diskutiert, um die Baubewilligungsverfahren zu straffen. So plant der Kanton Luzern, das bestehende Bewilligungsverfahren durch ein einfacheres Meldeverfahren zu ersetzen, während im Kanton Freiburg Baugesuche automatisch als genehmigt gelten sollen, falls die Bearbeitungsfrist überschritten wird.
Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) setzt sich auf allen Regierungsebenen für eine Beschleunigung der Baubewilligungsprozesse ein. Als Lösungsansatz gilt unter anderem die Digitalisierung der gesamten Prozesskette, von der Planung bis zur Realisierung. Ebenso wichtig ist die Bekämpfung grundloser Einsprachen, die lediglich dem Ziel dienen, Bauvorhaben zu verzögern. Der SBV befürwortet eine Begrenzung der Einsprache Möglichkeiten auf relevante Aspekte und eine Einführung von Kostenbeteiligungen bei Einsprachen, um den Missbrauch des Systems einzudämmen.
Die Initiativen zur Vereinfachung der Baubewilligungsprozesse und zur Verhinderung missbräuchlicher Einsprachen sind entscheidend, um die dringend benötigte Schaffung von Wohnraum zu fördern und die Wohnungsknappheit effektiv zu bekämpfen. Mit diesen Massnahmen soll sichergestellt werden, dass Bauprojekte zügig und effizient realisiert werden können, ohne dass der rechtliche Schutz der Bürgerinnen und Bürger beeinträchtigt wird.
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Green Building nimmt die graue Energie ins Visier: Eine branchenweite Analyse
Die Diskussion um den Energieaufwand und die Umweltkosten bei der Erstellung und Entsorgung von Gebäuden nimmt an Intensität zu. Vor diesem Hintergrund sind Unternehmen gezwungen, ihre Ansätze zu hinterfragen und nachhaltige Alternativen zu erkunden. Um die verschiedenen Ansätze und Reaktionen der Akteure in der Bau- und Immobilienbranche auf diese wachsenden Herausforderungen zu verstehen, startet der Verein Green Building eine umfassende Befragung. Ziel ist es, eine fundierte Diskussionsgrundlage zu schaffen und den Austausch von Wissen und Strategien innerhalb der Branche zu fördern.
Die Online-Umfrage, die etwa 7 Minuten in Anspruch nimmt, zielt darauf ab, Einblicke in die Bereitschaft der Unternehmen zu gewinnen, sich den neuen Anforderungen im Zusammenhang mit der Reduzierung der grauen Energie anzupassen. Mit den Ergebnissen erhofft sich Green Building, Licht auf die vielfältigen Strategien zu werfen, die Unternehmen anwenden, um den ökologischen Fussabdruck ihrer Bauprojekte zu minimieren und gleichzeitig im Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.
Die Teilnahme an der Umfrage bietet den Unternehmen nicht nur die Möglichkeit, ihre Perspektiven und Massnahmen zu teilen, sondern auch von den Erkenntnissen und Best Practices anderer zu lernen. Der Verein Green Building lädt daher alle Branchenteilnehmer herzlich ein, an der Befragung teilzunehmen und die Umfrage an weitere interessierte Kolleginnen und Kollegen weiterzuleiten. Die Ergebnisse werden eine wertvolle Ressource für die Branche darstellen, um gemeinsam den Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft zu ebnen.
Die Umfrage dauert ca. 7 Minuten und findet unter folgendem Link statt: https://www.soscisurvey.de/Ersatzneubau/
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Erfolgreiche Raumentwicklung im Kanton Neuenburg
Die jüngsten Daten zeigen, dass der Kanton Neuenburg eine positive Entwicklung in verschiedenen Bereichen der Raumplanung erlebt hat. Das Bevölkerungswachstum hat sich stabilisiert und die Zahl der Arbeitsplätze ist stetig gestiegen, was auf eine robuste Wirtschaftskraft hinweist. Besonders hervorzuheben ist die aktive Beteiligung der Gemeinden an der Überarbeitung ihrer Entwicklungspläne, um den Anforderungen des Bundesgesetzes über die Raumplanung und des kantonalen Masterplans gerecht zu werden. Bis Ende 2023 haben bereits 16 von 27 Gemeinden ihre Revisionsakten eingereicht, ein Schritt, der die konsequente Anpassung an die vorgeschriebenen Dichtevorgaben und die Reduktion schlecht genutzter Bauzonen unterstreicht.
Ein bemerkenswerter Aspekt des Berichts ist die fortschreitende Verdichtung der Wirtschaftszonen, die zu einer effizienteren Nutzung der verfügbaren Flächen führt, ohne dabei die Lebensqualität zu beeinträchtigen. Beispielhafte Quartiere verdeutlichen das Potenzial, Verdichtung mit hoher Lebensqualität zu vereinen. Zudem hat sich die Verfügbarkeit und Qualität des öffentlichen Verkehrs verbessert, was die Mobilitätsstrategie 2030 des Kantons unterstützt. Die Einführung einer neuen Parkordnung und die Förderung der sanften Mobilität sind weitere Schritte zur Reduzierung des Individualverkehrs und zur Förderung umweltfreundlicherer Fortbewegungsmethoden.
Für Immobilienfachleute sind diese Entwicklungen von besonderer Bedeutung, da sie die Rahmenbedingungen für Investitionen und die Entwicklung neuer Projekte beeinflussen. Die strategische Verdichtung und die Förderung nachhaltiger Mobilitätskonzepte bieten neue Chancen für die Entwicklung zukunftsorientierter Immobilienprojekte. Zudem tragen die Massnahmen zum Schutz der landwirtschaftlichen Flächen und zur Reduktion des Energieverbrauchs zu einer nachhaltigeren Entwicklung bei, die langfristig den Wert von Immobilien steigern kann.
Abschliessend stellt der Bericht fest, dass trotz der ermutigenden Entwicklungen Herausforderungen bestehen bleiben, insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Alterung der Bevölkerung und die Notwendigkeit, angepasste Wohnformen zu entwickeln. Die fortlaufende Überarbeitung der lokalen Entwicklungspläne und die Fokussierung auf nachhaltige Quartiere und hochwertige öffentliche Räume werden zentrale Themen in der zukünftigen Raumplanung sein. Für Fachleute im Immobilienmanagement bietet dieser Bericht eine fundierte Grundlage für strategische Entscheidungen und unterstreicht die Bedeutung einer vorausschauenden Planung in der dynamischen Landschaft des Immobilienmarktes.
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Halter startet Bau von ZenO in Oberdorf
Die Schlieremer Bau- und Immobilienfirma Halter AG errichtet für die Pensionskasse des Kantons Nidwalden 49 Wohnungen und eine Filiale der Ankermieterin Aldi Suisse. Das Investitionsvolumen für das Projekt namens ZenO wird mit 30 Millionen Franken beziffert. Für ZenoO wird gemäss einer Medienmitteilung ein Entwurf von Mirlo Urbano Architekten GmbH aus Zürich umgesetzt. Vorgesehen ist ein Zentrumsneubau am ehemaligen Landsgemeindeplatz in Oberdorf.
Eine Fläche von 1100 Quadratmeter ist laut Projektbeschrieb für die Ansiedelung von Gewerbe vorgesehen, 130 weitere Quadratmeter für Büros und Kleingewerbe. Bis auf eine kleine Gewerbefläche sei das Erdgeschoss bereits vermietet, heisst es.
Mit Detailhandel und ergänzenden Dienstleistungsflächen im Erdgeschoss biete das Projekt «optimale Versorgungsmöglichkeiten für die Kleinwohnungen in den oberen Geschossen». Zielgruppe seien hauptsächlich Angestellte der umgebenden Tourismusregionen Bürgenstock und Engelberg, Berufstätige der naheliegenden Betriebe wie Pilatus oder SWISSINT sowie Singles und Paare jeden Alters.
ZenO leiste einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Gemeinde und werde die Ortsentwicklung positiv vorantreiben. «Es wird nicht nur das Ortsbild verbessern, sondern auch neuen Wohnraum und Arbeitsplätze schaffen», wird Judith Odermatt-Fallegger, Gemeindepräsidentin Oberdorf, zitiert.
Die Baugenehmigung wurde im Dezember 2023 erteilt, Baubeginn ist im Juli 2024, die Fertigstellung ist für Frühjahr 2026 geplant. Um mit dem Bau beginnen zu können, wurde im Januar 2024 der Baurechtsvertrag zwischen Gemeinde Oberdorf, Pensionskasse des Kantons Nidwalden als Investorin und Halter AG als Gesamtleisterin unterzeichnet. Zudem habe Halter den Auftrag zur Erstvermietung des Projekts erhalten.
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Umwandlung und Modernisierung des ehemaligen Swisscom-Gebäudes in Thun
Das vorgestellte Vorhaben für die Umnutzung und Erweiterung der Liegenschaft an der Gewerbestrasse 15 zeichnet sich durch seine Einzigartigkeit und Vielseitigkeit aus. Es umfasst sowohl verschiedene Nutzungsformen als auch Wohnmodelle, und verbindet bestehende Strukturen mit neuen Bauten. Ein besonderes Merkmal des Projekts ist, dass es, nach Erteilung der Baugenehmigung, während des laufenden Betriebs der verbleibenden Mieter (Swisscom) realisiert werden soll.
In der ersten Phase des Projekts wird das Gebäude von seiner aktuellen Fassade befreit, die bestehende Attika und die zwei darunterliegenden Geschosse abgetragen. Diese sollen durch drei Wohnetagen und eine neue Attika in Holzbauweise ersetzt werden. Die übrigen fünf Etagen des Gebäudes, vom 2. Untergeschoss bis zum 2. Obergeschoss, bleiben grösstenteils unverändert und werden weiterhin für Gewerbe, Lagerung und Technik genutzt. Eine neu hinzugefügte Terrasse im Süden des Gebäudes, zusammen mit einer Rampe an der Ostfassade, wird den Höhenunterschied zwischen dem Erdgeschoss und der Strasse barrierefrei überbrücken.
Das Projekt hebt die Unterschiede zwischen dem bestehenden Gebäude und der Aufstockung auch in den Fassaden hervor: Die unteren Geschosse werden eine hinterlüftete Steinfassade haben, während die Aufstockung mit einer hinterlüfteten Keramikverkleidung versehen wird. Richtung Westen weicht das Gebäudevolumen den Gleisen, um akustischen Herausforderungen zu begegnen und eine Terrasse zu schaffen, die sowohl den Bewohnern als auch den Gewerbemieter als Freifläche dient. Die Zugänge zu den Wohnungen erfolgen über Laubengänge, Brücken und Begrünungen, die das Gebäude im Westquartier charakterisieren. -

Zukunftsgerichtetes Wohnen in der Bostudenzelg
In der Bostudenzelg liegt eine der letzten zusammenhängenden unbebauten Bauzonen der Stadt Thun. Für das Areal, das zur Hälfte in städtischem Eigentum und zur Hälfte im Eigentum der Frutiger AG und der Bernischen Pensionskasse (BPK) liegt, ist eine gemeinsame Vision der Eigentümerschaft für modernes Wohnen entstanden. Das innovative Wohnprojekt schafft dringend benötigten Wohnraum für alle Generationen, wobei die städtischen Entwicklungsziele beispielhaft umgesetzt werden.
Einzigartiger «Freiraum» als Vision
Die Basis der Arealentwicklung bildet das Richtprojekt, das auf dem Siegerprojekt «Freiraum» beruht, welches aus dem Ideenwettbewerb (SIA 142) hervorging. Das Herzstück bildet ein grosszügiger Park, um den sich die Gebäude ringförmig anordnen, was das gemeinschaftliche Wohngefühl «im Grünen» fördern soll. Das Wohnprojekt legt grossen Wert auf eine sorgfältige Einbettung ins Quartier sowie eine gute Vernetzung und Gestaltung der vom motorisierten Verkehr befreiten Aussenräume.
Hochwertige Innenentwicklung
Dem Zusammenwirken zwischen der Bebauung und dem Freiraum sowie dem haushälterischen Umgang mit dem Boden wird viel Bedeutung beigemessen. Mit verschiedenen Gebäudehöhen werden Akzente und Dynamik in die Quartiergestaltung gebracht sowie die Eingänge zum neuen Areal hervorvorgehoben.
Ein attraktives und lebendiges Wohnquartier
Das Wohnprojekt fokussiert auf vielseitige und gesellschaftlich durchmischte Wohnformen für alle Bedürfnisse. Darüber hinaus bietet das Projekt Raum für weitere mögliche Nutzungen wie einen Kindergarten oder eine Kindertagesstätte, ein Alterswohn- und Pflegeheim sowie öffentliche Räume und einen Quartiertreffpunkt. Auch Gewerbeflächen und gemeinnütziger Wohnungsbau sind Teil der Planung. Dieser Nutzungsmix sorgt für die Attraktivierung und Belebung des Wohnquartiers.
Mobilitäts- und Verkehrskonzept
Aspekten der Nachhaltigkeit sowie zukunftsgerichteter und umweltfreundlicher Mobilität werden grosse Beachtung geschenkt. Mit der neuen Überbauungsordnung wird ein Betriebskonzept Mobilität eingefordert, das Lösungen zur Reduktion des Verkehrsaufkommens bietet und somit die Lebensqualität im Quartier steigert.
Einbezug der Öffentlichkeit
Der angemessene Einbezug der Quartierbevölkerung sowie weiterer Interessensgruppen ist den Planungspartnerinnen im gesamten Prozess ein grosses Anliegen. Die Bevölkerung hatte bislang die Möglichkeit, ihre Meinungen und Vorschläge zur neuen Überbauungsordnung im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung abzugeben. Zugleich steht eine frühe und enge Zusammenarbeit mit den potenziellen gemeinnützigen Baurechtnehmenden im Vordergrund. Weitere partizipative Entwicklungsformate des Areals sind im Zusammenhang mit der Baurechtsvergabe und gestützt auf das ein Partizipationskonzept vorgesehen.
Weitere Schritte
Nach der bereits erfolgten öffentlichen Mitwirkung und der Vorprüfung durch den Kanton wird die neue Überbauungsordnung öffentlich aufgelegt. Zudem wurde der Prozess zur Vergabe der städtischen Baufelder im Baurecht gestartet. In einem nächsten Schritt werden die Architekturwettbewerbe vorbereitet. Zugleich treiben die Frutiger AG und die Bernische Pensionskasse die Ausarbeitung ihres Bauprojekts voran. Die Umsetzung erfolgt in mehreren Etappen.
Fazit
Dieses Projekt in Thun zeigt exemplarisch, wie eine sorgfältige, partnerschaftliche und integrale Planung sowie zukunftsorientierte und innovative Entwicklung eines Wohnbauareals konkrete Mehrwerte in die umliegenden Quartiere bringt, indem eine hohe städtebauliche Qualität der Bauten und Aussenräume gewährleistet und für einen angemessenen Einbezug der Bevölkerung, Interessensgruppen sowie Partner gesorgt wird. -

Frischknecht Holzbau-Team AG siegt beim Innovationspreis Zürcher Unterland 2023
Der diesjährige Innovationspreis Zürcher Unterland ist an die Frischknecht Holzbau-Team AG gegangen. Das Unternehmen aus Kloten habe „mit der Einführung einer Viertagewoche zur Bekämpfung des Fachkräftemangels viel Mut bewiesen und für die Baubranche neue und wertvolle Erfahrungen gesammelt“, schreibt der Verein Standort Zürcher Unterland in einer Mitteilung. Er richtet den Wettbewerb zur Würdigung von Innovationen aus dem Unterland jährlich seit 2021 aus.
Die Comtag AG aus Wil ZH schaffte es mit ihrem neuartigen Reinigungsverfahren für Kaffeemühlen auf den zweiten Platz. Den dritten Platz belegte die Green Datacenter AG aus Lupfig AG. Sie wurde für ihren Metro-Campus Dielsdorf ausgezeichnet. Die Abwärme des Unterländer Datenzentrums kann von Haushalten und Unternehmen in der Umgebung genutzt werden.
Die Preisgelder in Höhe von 5000 Franken für das erst- und jeweils 2500 Franken für das zweit- und drittplatzierte Unternehmen wurden von den Sponsoren Zürcher Kantonalbank und Vetropack gestiftet. Die Preisverleihung fand am 14. September im Rahmen des Innovationsanlasses bei Vivi Kola in den Räumlichkeiten der ehemaligen Mineralquellen in Eglisau statt. Hier wurde den rund 50 Teilnehmenden zudem ein Programm aus Referaten und Seminaren sowie eine Besichtigung der Werksanlagen von Vivi Kola geboten.
Der diesjährige Innovationspreis Zürcher Unterland ist an die Frischknecht Holzbau-Team AG gegangen. Das Unternehmen aus Kloten habe „mit der Einführung einer Viertagewoche zur Bekämpfung des Fachkräftemangels viel Mut bewiesen und für die Baubranche neue und wertvolle Erfahrungen gesammelt“, schreibt der Verein Standort Zürcher Unterland in einer Mitteilung. Er richtet den Wettbewerb zur Würdigung von Innovationen aus dem Unterland jährlich seit 2021 aus.
Die Comtag AG aus Wil ZH schaffte es mit ihrem neuartigen Reinigungsverfahren für Kaffeemühlen auf den zweiten Platz. Den dritten Platz belegte die Green Datacenter AG aus Lupfig AG. Sie wurde für ihren Metro-Campus Dielsdorf ausgezeichnet. Die Abwärme des Unterländer Datenzentrums kann von Haushalten und Unternehmen in der Umgebung genutzt werden.
Die Preisgelder in Höhe von 5000 Franken für das erst- und jeweils 2500 Franken für das zweit- und drittplatzierte Unternehmen wurden von den Sponsoren Zürcher Kantonalbank und Vetropack gestiftet. Die Preisverleihung fand am 14. September im Rahmen des Innovationsanlasses bei Vivi Kola in den Räumlichkeiten der ehemaligen Mineralquellen in Eglisau statt. Hier wurde den rund 50 Teilnehmenden zudem ein Programm aus Referaten und Seminaren sowie eine Besichtigung der Werksanlagen von Vivi Kola geboten.
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Neues ewz-Zentrallager: hohe Effizienz bei halber Fläche
Nach knapp zweijähriger Bauzeit konnte das neue ewz-Zentrallager im Mai 2023 den Nutzern des Geschäftsbereiches Netze übergeben werden. Bis August wurde ein minutiös geplanter Umzug des gesamten Lagerbestandes von der einen Seite des Areals ins neue Gebäude vollzogen und dies bei vollem Betrieb. Sämtliche Artikel, ob Schraubenzieher, Leuchten, Kabel, Verteilkästen oder Mittelspannungstransformator, mussten für die die ewz-Mitarbeitenden von Bau und Betrieb jederzeit verfügbar sein. Zudem musste jeder Artikel im neuen Lager auch seinen neuen «digitalen Platz» in den ewz-IT-Systemen finden, damit der gesamte Bestell-, Rüst- und Auslieferungsvorgang in der gewohnten Qualität und Zeitspanne abgewickelt werden kann.
Heute stellte Stadtrat Michael Baumer, Vorsteher der Industriellen Betriebe der Stadt Zürich, das neue Zentrallager zusammen mit den ewz-Verantwortlichen den Medien vor. Anhand der Legislaturschwerpunkte im Bereich Energie zeigte er auf, wie wichtig das neue Logistikzentrum für die Versorgungssicherheit und das Erreichen der Energie- und Klimaziele der Stadt Zürich ist. Baumer: «Nur mit einer leistungsfähigen und bedarfsgerechten Infrastruktur können wir die Transformation der Energieversorgung vorantreiben und die Versorgungssicherheit stärken.»
Höhere Effizienz trotz 50 Prozent kleinerer Fläche
Die Lagerflächen in der alten Bobinenhalle und dem Betriebsgebäude aus dem Jahr 1974 boten etwa doppelt so viel Platz wie das neue Lager. Diese logistische Herausforderung wurde dank eines neu entwickelten Logistikkonzeptes mit einer optimalen Ausnutzung der Höhe und Verdichtung mit drei automatischen Lagereinrichtungen gelöst: Dies sind vier Lagerlifte mit rund 5’400 Plätzen, ca. 1’200 Palettenplätze in einem Verschieberegallager sowie ein Paternoster für Bobinen (grosse Kabelspulen) mit 282 Lagerplätzen. Dazu braucht es ein höchst leistungsfähiges Tragwerk und Decken, die den Anforderungen einer Brücke entsprechen müssen, da sie sehr hohen Belastungen standhalten müssen. Zudem muss das Lager auch nach einem Erdbeben funktionsfähig bleiben, damit ewz selbst im Katastrophenfall die systemrelevanten Stromnetze rasch wieder instand setzen kann. Mit der Integration der Eichstelle in das neue Zentrallager können die grösstmöglichen Synergien in den Prozessen sowie den Lagereinrichtungen genutzt werden.Neuer Blickfang im Industriequartier
Besonders anspruchsvoll war das Einbringen der 55 Tonnen schweren und 32 Meter langen vorgefertigten Stahlbetonträgern auf das Grundstück, das eingebettet ist zwischen zwei Eisenbahnviadukten, der Duttweiler-Brücke, Zubringergeleisen zum Migros-Areal sowie der Pfingstweidstrasse. Die Wuchtigkeit des Innenausbaus widerspiegelt sich jedoch kaum in der Aussengestaltung. Mit seiner Fassade aus unbehandeltem Douglasienholz, das zu 80% aus der Forstregion Zürich Nord stammt, ist es ein Blickfang mitten im von Backsteinen, Glas, Stahl und Beton geprägten Zürcher Industriequartier. Mit der Zeit wird die Ostfassade sowie das Dach intensiv begrünt sein und so einen Beitrag an die Biodiversität leisten.Baustart Erneuerung Betriebsgebäude Herdern
Im September 2023 wurde mit dem Überdachen des Unterwerks Herdern die zweite Bauetappe eingeläutet. Das Hauptgebäude wird auf den Rohbau zurückgebaut, saniert und um zwei Geschosse aufgestockt, wobei die beiden neuen Stockwerke über der alten Lagerhalle und dem Unterwerk auffällig herausragen werden. Mit einer neuartigen Rezirkulationsanlage, die Grundwasser als Energiequelle nutzt, und einer grossen Solaranlage ist dieses Bauvorhaben auch in Bezug auf die Energieversorgung zukunftsweisend. Für die Instandsetzung und Optimierung des gesamten ewz-Areals Herdern haben die Stimmberechtigten der Stadt Zürich im September 2020 mit einem Ja-Anteil von 88,2% den Objektkredit von 167,44 Mio. Franken bewilligt. -

National- und Ständerat einigen sich bei Umnutzungen
Mit 110 zu 72 Stimmen bei drei Enthaltungen räumte der Nationalrat die entsprechende Differenz zur kleinen Kammer aus. Insbesondere die Ratslinke und die GLP argumentierten ohne Erfolg, wenn die Kantone Zonen bestimmen könnten, in denen solche Umnutzungen erlaubt seien, laufe dies dem Ziel der Revision zuwider.
Einig sind sich die Räte auch darin, den Abriss und Wiederaufbau von in der Zeit vor 1980 gebauten Restaurants ausserhalb der Bauzone sowie deren Erweiterung zu erlauben. Der Nationalrat wollte eine solche Bestimmung zunächst nur für Hotels. Die Vorlage betrifft das Bauen ausserhalb der Bauzone und fungiert zugleich als indirekter Gegenvorschlag zur Landschaftsinitiative. Das Geschäft geht zurück an den Ständerat. -

Halter-Firmen treten verstärkt als Gruppe auf
Der Schlieremer Immobilienentwickler Halter AG ordnet seine Führungsstruktur neu. Laut einer Mitteilung ist rund um die Firma in den vergangenen zehn Jahren ein Ökosystem an Schwesterunternehmen mit unterschiedlichen Bau- und Immobilienleistungen entstanden. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit der Weiterentwicklung an der Spitze. Die Halter Holding sei bisher als „stille“ Holding in der Öffentlichkeit kaum aufgetreten.
Künftig werden sie sich verstärkt im Markt positionieren. Der Weg der Bau- und Immobilienwirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft könne nur mit integrierten Wertschöpfungsprozessen und Modellen der Zusammenarbeit in Planung, Ausführung und Betrieb erfolgreich umgesetzt werden könne. Das sei verbunden mit Nutzung der Digitalisierung und digitaler Technologien.
Im Zuge der Organisationsentwicklung ergeben sich laut der Firmenmitteilung ab 1. Januar 2024 personelle Änderungen. So übernimmt Maik Neuhaus von Markus Mettler die Aufgabe als CEO der Halter AG. Mettler wird neu Verwaltungsratspräsident der Halter AG und Delegierter des Verwaltungsrates der Halter Gruppe. Balz Halter bleibt Verwaltungsratspräsident der Halter Gruppe. Alexandra Stamou nimmt Einsitz im Verwaltungsrat der Halter AG und wird neu Leiterin Innovation und Produkte der Halter Gruppe.
Die Geschäftseinheit Gesamtleistungen der Halter AG, die mit mehr als 200 Mitarbeitenden die grösste Einheit darstellt, wird aufgeteilt. Ab Januar 2024 wird es die Halter Gesamtleistungen Deutschschweiz und die Halter Gesamtleistungen Westschweiz geben. Neue Geschäftsführer werden Diego Frey für die Deutschschweiz und Fréderic Boy für die Westschweiz. Beide gehören dann zur Geschäftsleitung der Halter AG.
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Fehlendes Verständnis für Projektdaten
Das CDE ist der Ausgangspunkt für ein durchgängiges Datenmanagement. Es liegt im Interesse der Immobilieneigentümerin bzw. des Bestandhalters, jederzeit Zugriff auf die aktuellen Projektinformationen zu haben, Inkompatibilitäten zu vermeiden und Zugriffsrechte ändern zu können. Umso erstaunlicher ist es, dass der Wert von Daten noch immer nicht vollumfänglich verstanden wird. Zu oft werden sie einzig aus der IT-Perspektive betrachtet und auf die Funktion als Messinstrumente reduziert.
Der Markt verändert sich rasch
Der Markt an CDE-Lösungen ist schnelllebig und divers. Insgesamt ist ein Trend zur Spezialisierung erkennbar, was eine hohe Integrationsfähigkeit bedingt. Häufig werden unabhängige Tools von grossen Technologieanbietern aufgekauft oder in bestehende Lösungen eingebaut. Das führt zu Problemen bei der Übernahme von bereits abgeschlossenen Projekten. Um einen reibungslosen Datenaustausch zu gewährleisten, ist die möglichst konsistente Anwendung einer Plattform zu empfehlen.Innovation im Eiltempo verunsichert die Anwender
Die Konkurrenz unter den Anbietern ist gross. Kontinuierlich drängen neue Tools auf den Markt, Funktionalitäten werden laufend weiterentwickelt. Die Folge ist eine grosse Verunsicherung bei vielen Bauherren und Betreiber sowohl bei der Auswahl als auch bei der Anwendung. Die eher langsame Bau- und Immobilienwirtschaft trifft hier auf die kurzen Innovationszyklen der Technologiebranche. Anwendungsfälle, Prozessabläufe und Verantwortlichkeiten müssen deshalb bereits vor der Systemauswahl klar definiert werden, um Enttäuschungen zu vermeiden.Und wem gehören die Daten?
Zentral ist die Frage nach der Datenhoheit: Wem gehören die Daten im CDE und wer hat Anspruch darauf, wenn das Bauprojekt beendet ist und das Gebäude in den Betrieb übergeben wird? Die heutige Praxis zeigt, dass diese Frage häufig vernachlässigt wird. Es ist daher essenziell, dass die Bauherrschaft das Set-up vorgibt, das CDE nach den eigenen Vorstellungen bestellt und das Eigentum an den Daten frühzeitig regelt.Benutzungsfreundlichkeit lässt zu wünschen übrig
Die von pom+ untersuchten Projekt-CDE-Lösungen lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen: Entweder handelt es sich um Expertentools mit umfangreichen Funktionen oder um einfache Anwendungen mit beschränkten Möglichkeiten. Beiden Gruppen gemeinsam ist die mangelnde Usability. Knapp 45 Prozent der untersuchten Tools wurden auf der Fünfpunkteskala mit drei oder weniger bewertet. Das Problem dabei: CDEs werden nicht nur von technologieaffinen Personen benutzt – sie müssen das ganze Team adressieren. Darauf sollten die Herstellerfirmen bei der Weiterentwicklung vermehrt achten. Joachim Baldegger, Studienleiter und Head of Service Unit Future Lab, fasst zusammen: «Modernes Bauen heisst bereits im Bauprojekt an den Betrieb zu denken und die richtigen Daten zu bestellen. Common Data Environments spielen dabei eine zentrale Rolle. Allerdings ist der Weg noch ein weiter, denn viele Tools haben Lücken im Funktionsumfang und können nur bedingt mit Daten umgehen bzw. diese strukturiert erfassen. Erst wenn dies sichergestellt ist, können Daten aus dem Projekt effizient in die Zielsysteme der Immobilieneigentümer übergeben und Mehrwerte generiert werden.» -

Neue Berufe durch Kreislaufwirtschaft?
Prof. Dr. Stephen Wittkopf, wie findet man eine Wohnung, die nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gebaut ist? Das wäre im Moment sehr schwierig. In der Schweiz gibt es erst einige wenige Wohnhäuser, die nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gebaut wurden, in Winterthur zum Beispiel. In der Industrie und bei Bürogebäuden ist man schon etwas weiter.
Die Idee des Wiederverwendens ist sehr einleuchtend. Warum wird sie nur zögerlich umgesetzt? Weil sich nicht alles, was heute verbaut ist, für die Wiederverwendung eignet. In vielen Gebäuden gibt es so genannte Verbundmaterialien. Das heisst, verschiedene Materialien wie Beton, Holz oder Stahl wurden verklebt. Die kann man nicht einfach trennen. Dadurch entsteht enorm viel Bauschutt. Von all dem Material, das in die Schweiz importiert wird, also Kleider, Computer, Nahrungsmittel und sonstige Gebrauchsgegenstände, ist der weitaus grösste Teil für den Bausektor bestimmt. Das heisst, für Strassen, Brücken und Gebäude. Das ist alles enorm gewichtsintensiv. In der Baubranche besteht deshalb eindeutig am meisten Potential um Material und Energie durch Wiederverwendung einzusparen.
Geht es in der Kreislaufwirtschaft nur um das Wiederverwenden, oder auch um das Umbauen oder Weiterbauen? Der Begriff der Kreislaufwirtschaft lässt sich tatsächlich so weit fassen, dass er jegliche Wiederverwendung einschliesst. Die Frage, wie man bestehende Gebäude erhalten und umnutzen kann, ist die erste Ebene der Kreislaufwirtschaft. Die zweite Ebene ist die Wiederverwendung von Bauteilen und auf der dritten Ebene geht es um das Rezyklieren und die Wiederaufbereitung von Material.
Wie müssten Neubauten gestaltet werden, damit die Komponenten Jahrzehnte später wiederverwendet werden können? Die Materialien müssen trennbar und die Bauteile reparierbar sein. Das bedeutet, dass möglichst reine Materialien zentral sind, die nicht zusammenklebt werden, sondern mit Stecken und Schrauben für Stabilität sorgen. Reparierbarkeit ist für die Langlebigkeit der einzelnen Bauteile wichtig. Es darf nicht sein, dass man ein ganzes Fenster wegwerfen muss, nur weil der Fenstergriff nicht mehr funktioniert. Und zuletzt ist eine akribische Dokumentation wichtig, damit später nachvollziehbar ist, welche Materialien sich wo befinden. Im Moment wird das noch nicht genügend festgehalten.
Bauteile werden kontinuierlich weiterentwickelt; meine Grossmutter hatte Vorfenster, die man abnehmen konnte, heute gibt es Dreifachverglasung. Ist da eine Wiederverwendung in 50 Jahren überhaupt realistisch? Viele Produkte sind heute so gut, dass eine spürbare Verbesserung nur mit deutlich grösserem Aufwand erreicht wird. Und man muss Bauteile ja auch nicht eins zu eines wiederverwenden. Bei Fenstern gibt es ein schönes Beispiel aus dem Kanton Zürich: Ältere, doppelt verglaste Fenster wurden mit einer dritten Verglasung ergänzt; dadurch konnten die so verbesserten Fenster in einem neuen Gebäude wiederverwendet werden.
Das klingt, als ob die Wiederverwendung von Materialien die Arbeit für Architektinnen und Architekten komplett umstellt. Ja, das bedingt einen radikalen Wandel. Die Arbeit der Architektinnen beginnt nicht mehr auf der grünen Wiese. Sie müssen vorhandene Materialien und die Verfügbarkeit von Produkten in ihr Konzept einbauen. Doch dieser Paradigmenwechsel muss nicht zum gestalterischen oder wirtschaftlichen Hindernis werden; er kann zu einer neuen Formensprache führen.
Also muss auch die Bauherrschaft im Boot sein. Genau, sie spielt eine mindestens genauso wichtige Rolle. Die Bauherrschaft kann den Auftrag anders gestalten, und beispielsweise vorgeben, dass nur Gebrauchtmaterialien gesucht werden und auf dieser Grundlage geplant werden soll. Es wird sicherlich ein komplexes Puzzle – aber andere Branchen arbeiten auch mit komplexen und flexiblen Lieferketten. Die Bauwirtschaft hinkt da hinterher.
Wie sieht es punkto Wirtschaftlichkeit aus? Kann Kreislaufwirtschaft im Bau rentabel sein? Das kann sie, aber nicht ohne Aufwand und nicht von heute auf morgen. Es braucht neue Geschäftsmodelle aber auch finanzielle Förderung, da es sich aktuell um einen Nischenmarkt handelt. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass sich das ändern wird.
Und wie könnten die neuen Geschäftsmodelle aussehen? Vielleicht mieten wir irgendwann wiederverwertbare Materialen – also Fenster, Türen, Holz oder Beton – anstatt sie zu kaufen. Oder wir konzipieren ein neues Gebäude von Anfang an als Materiallager für spätere Bauten. Das ergibt eine ganz neue Berechnungsgrundlage, weil die Materialkosten nicht gesamthaft amortisieren werden müssen. Die Materialien könnten an Materialbörsen gehandelt werden – das wird in anderen Ländern wie Dänemark übrigens schon gemacht. Vielleicht entstehen dadurch sogar neue Berufe, wie zum Beispiel Bauteiljäger.
Das klingt spannend. Es verändert also die gesamte Konzeption von Neubauten? Eindeutig. Wird die Zukunft eines Gebäudes mitgedacht, wird es so gebaut, dass es mit möglichst geringem Aufwand umgenutzt werden kann. Die Gesellschaft verändert sich, und mit ihr die Bedürfnisse für Wohnraum. Ein Quartier, das einst für Familien konzipiert wurde, passt Jahrzehnte später eventuell nicht mehr für die Bedürfnisse der mittlerweile alten Generation. Können die Familienwohnungen mit relativ geringem Aufwand in kleinere umgebaut werden, spart man Geld, Material und Energie.
In welchen Bereichen der Baubranche würden Sie die Schweiz als fortschrittlich bezeichnen? Die Schweiz ist bei der Wiederverwendung von Beton schon recht weit. Heute wird Naturstein oder Kies durch aufbereiteten Bauschutt ersetzt, der ansonsten auf der Deponie landen würde. Nebst Wiederverwendung bringt das den Vorteil, dass Deponiegebühren eingespart werden. Bei grossen Neubauprojekten werden die Baukonzepte zudem immer flexibler. Generell beobachte ich bei den Bauherrschaften ein wachsendes Interesse für Kreislaufwirtschaft. In der Schweiz hat der Kanton Zürich eine Vorreiterrolle. Und wir als Hochschule forschen natürlich zum Thema und haben den Auftrag, eine junge Generation für das Thema zu sensibilisieren, indem wir in unseren Aus- und Weiterbildungen gebrauchten Materialien einen hohen Stellenwert einräumen.
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Baumeister wollen auf Studie zum Fachkräftemangel reagieren
«Unserer Branche geht es nach drei Jahren Dauerkrise gut», begrüsste Zentralpräsident Gian-Luca Lardi am Tag der Bauwirtschaft im Kulturzentrum LAC Lugano Arte e Cultura die über 550 Gäste. «Die Baumeister haben gelernt, mit den Auswirkungen des Ukraine-Krieges umzugehen, ebenso wie sie es zuvor mit den Preissteigerungen und Lieferengpässen in Folge der Corona-Pandemie getan haben.» Und die Zukunftsaussichten sind gemäss Lardi mittel- bis langfristig ebenfalls recht positiv. Die Bautätigkeit dürfte weiter wachsen, «wenn auch etwas langsamer». Während für den Wohnungsbau bis 2040 ein starkes Wachstum prognostiziert wird, sind im Wirtschaftsbau, im öffentlichen Hochbau sowie im öffentlichen Tiefbau ein mildes Wachstum bis hin zu einer Stagnation zu erwarten. Gleichzeitig dürfen sich die Baumeister darauf freuen, dass die Preise für Baumaterial allmählich wieder sinken.
SBV-Studie zeigt: Fachkräftemangel gefährdet Arbeitsplätze
Der Fokus des diesjährigen Netzwerk-Events lag auf dem Fachkräftemangel und mit welchem Massnahmenmix dieser bekämpft werden kann. Die Suche nach geeigneten Mitarbeitenden auf allen Ebenen stellt heute viele Gewerbetreibende vor grosse Herausforderungen, auch die Baumeister. Und es ist davon auszugehen, dass sich die Situation noch verschärfen wird. Mit weitreichenden Konsequenzen. «Ohne genügend qualifizierte Handwerker können wichtige Bauprojekte in unserem Land nicht mehr realisiert werden», erklärte Lardi. Um ein solches Szenario zu verhindern, erteilte der Schweizerische Baumeisterverband dem Kompetenzzentrum Demografik den Auftrag für eine «Studie zur langfristigen Entwicklung der Konjunktur und Fachkräfte im Bauhauptgewerbe». Nun sind die Studienergebnisse öffentlich: Während der Bedarf an Fachleuten im Bauhauptgewerbe weiter ansteigt, sinkt das Angebot. Bis 2040 dürfte der Fachkräftemangel in den wichtigsten Berufen im Bauhauptgewerbe – gemessen am Bauvolumen – 16 Prozent erreichen. Ohne Gegenmassnahmen würden allein bei den Maurern und Maurerinnen rund 30 Prozent der benötigten Mitarbeitenden, also etwa 2500 Fachkräfte, fehlen. Das wirkt sich auf den Umsatz aus: Sollten keine Massnahmen ergriffen werden, würden dem Bauhauptgewerbe durch die fehlenden Fachkräfte jährlich bis zu 800 Millionen Franken entgehen, über die nächsten 20 Jahre. gesamthaft und preisbereinigt 13 Milliarden Franken.Digitalisierung und Personalrekrutierung als Hoffnungsträger
Die Studie zeigt mehrere Lösungen gegen den Fachkräftemangel auf. «Wenn wir den Umsatz pro Kopf jährlich um 0.5 Prozent steigern, können wir 50 Prozent des Fachkräftemangels wettmachen», beruhigte Gian-Luca Lardi aber. Diese Produktivitätssteigerung soll hauptsächlich mit Hilfe der Digitalisierung und durch Innovationen erfolgen. Zugleich müsse die Branche alles daran setzen, «mehr Lernende auszubilden, die Fachkräfte länger im Beruf zu halten und letztlich auch mehr Quereinsteiger zu rekrutieren». Auf diese Weise könnte die andere Hälfte der Fachkräftelücke geschlossen werden. Die Studie zeigt hier mehrere Stellschrauben auf. Bei Bauführern und Bauführerinnen, bei denen sich der Mangel weniger prekär entwickeln wird als in anderen Bauberufen, spielen Quereinsteiger und Quereinsteigerinnen schon heute eine wichtige Rolle. Mit gezielter Karriere- und Nachwuchsplanung und -begleitung kann der Bestand auf den Kaderfunktionen gesteigert werden. Bei der Lehrlingsausbildung ist es sehr wichtig, die jungen Leute zu motivieren, ihre Maurerlehre erfolgreich zum Abschluss zu bringen und auch langfristig im Bauhauptgewerbe zu bleiben. Entscheidend sei nicht nur die Führung und Betriebskultur, sondern vor allem auch die vielen tollen, «coolen» Bauprojekte, welche die jungen Menschen aktiv mitgestalten können. Dann sehen sie, dass ihre Arbeit Sinn bietet und nachhaltige Werte schafft.Lardi beendete sein Votum mit einem Appell an alle Projektbeteiligten, also Bauherren, Planer, Spezialisten, Bauunternehmen und politische Entscheidungsträger gleichermassen: «Wir werden unseren zukünftigen Gebäudepark und unsere Infrastrukturen nur dann realisieren können, wenn wir in echter Partnerschaft und auf Augenhöhe zusammenarbeiten.»
Quelle: https://baumeister.swiss/
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Kreislaufwirtschaft im Bau gewinnt an Boden
Etwa 120 Fachpersonen aus Bauwirtschaft, Planung und Bauherrschaften haben sich im Juni an der zweiten Fachtagung Kreislaufwirtschaft Bau der Kästli Bau AG ausgetauscht. Die Tagung habe bei Unternehmen, Planenden und Bauherrschaften einen grossen Willen aufeinander zuzugehen gezeigt, schreibt die Kästli Bau AG in einer entsprechenden Mitteilung. „Die Transformation ist im Gang“, wird Ronald Flühmann, Projektleiter Technik bei der Kästli Bau AG, dort aus seinem Beitrag an einer Podiumsdiskussion auf der Tagung zitiert. „Was es jetzt braucht, ist das Ende des Silodenkens, damit wir gemeinsam vorwärtskommen.“
Für das Ende dieses Silodenkens konnten an der Fachtagung viele Beispiele gefunden werden. „Beharren alle Seiten auf ihrem Standpunkt, gibt es kein Vorwärtskommen“, wird Referent und Podiumsgast Urs Neuenschwander, Leiter Marketing und Vertrieb bei der Energie Thun AG, aus seinem Beitrag zitiert. Podiumsgast Michael Beyeler, Vizepräsident der suisse.ing Regionalgruppe Bern und Mitinhaber BSB+Partner Ingenieure und Planer AG, zeigte sich überzeugt, dass über gute Kommunikation und frühzeitiges Einbringen von Fachwissen das gemeinsame Optimum realisierbar ist.
Noch während der Diskussionsrunde habe zudem Sarah Weber als Vertreterin der SBB, einer der grössten Auftraggeberinnen der Schweizer Baubranche, die Bereitschaft zum Dialog signalisiert, schreibt die Kästli Bau AG. Das praxisorientierte Fachwissen der Planungs- und Baufachleute „ist für uns wertvoll“, wird die Stellvertretende Leiterin Umwelt/Nachhaltigkeit SBB Infrastruktur zitiert. „Den Weg zu nachhaltigeren Projekten wollen wir gemeinsam mit unseren Lieferanten gehen.“
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Baumeisterverband begegnet Fachkräftemangel
Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) geht von einem steigenden Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft aus. Er hat daher vom Kompetenzzentrum Demografik eine „Studie zur langfristigen Entwicklung der Konjunktur und Fachkräfte im Bauhauptgewerbe“ anfertigen lassen, informiert der Verband in einer Mitteilung. Der Ende Juni am Tag der Bauwirtschaft in Lugano vorgestellten Studie zufolge könnte der am Bauvolumen gemessene Fachkräftemangel bis 2040 etwa 16 Prozent erreichen. Dies würde jährlich Umsatzeinbussen von bis zu 800 Millionen Franken verursachen und damit Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft gefährden.
In Lugano zeigte SBV-Zentralpräsident Gian-Luca Lardi aber auch Lösungsansätze auf. „Wenn wir den Umsatz pro Kopf jährlich um 0,5 Prozent steigern, können wir 50 Prozent des Fachkräftemangels wettmachen“, wird Lardi in der Mitteilung aus seiner Ansprache an der traditionellen Netzwerk-Veranstaltung der Branche zitiert. Diese Produktivitätssteigerung soll nach Ansicht des Verbands hauptsächlich über Digitalisierung und Innovation erfolgen. Gleichzeitig schlug Lardi vor, „mehr Lernende auszubilden, die Fachkräfte länger im Beruf zu halten und letztlich auch mehr Quereinsteiger zu rekrutieren“. Damit könne die andere Hälfte der Lücke geschlossen werden, so der Zentralpräsident.
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5. Global Real Estate Run- lokal handeln, global wirken
Am 30. und 31. März 2023 findet der 5. Global Real Estate Run statt, ein Event, der sich der Förderung von Innovation, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in der Immobilien- und Bauwirtschaft verschrieben hat. Teilnehmende können innerhalb eines 48h Zeitfenster eine frei wählbare Strecke von 6 km joggen oder spazieren. Pro absolviertem Kilometer wird vom Veranstalter ein Baum gepflanzt.
Das Eventformat eignet sich hervorragend als unterhaltsamer Team-Event und richtet sich an Mieter, Eigentümer und Immobilienprofis, die sich für eine generationenfreundlichere Immobilien- und Bauwirtschaft in Bewegung setzen möchten.
„Wir glauben, dass jeder Einzelne einen Beitrag zu einer generationenfreundlicheren Zukunft leisten muss. Der Global Real Estate Run ist eine Gelegenheit für die Immobilien- und Bauwirtschaft, zusammenzukommen und gemeinsam ein Zeichen zu setzen“, sagt Mario Facchinetti, Initiator der Veranstaltung.
Die Teilnahmegebühr für Privatpersonen ist kostenlos, für Teams beträgt Sie CHF 37.- pro Person. Dafür erhält das Team ein Baumpflanz-Zertifikat für jeden Baum, der im Team erlaufen wird. Die Veranstaltung verzeichnet mittlerweile über 4000 Teilnehmende aus rund 57 Ländern und wird von verschiedenen Unternehmen unterstützt, die sich für eine nachhaltigere Immobilien- und Bauwirtschaft engagieren.
Die Veranstaltung ist ein Beispiel dafür, wie Mieter, Eigentümer und Immobilienprofis einen Teil dazu beitragen können, die Umweltauswirkungen zu reduzieren und eine generationenfreundlichere Zukunft zu schaffen.
Interessierte können sich ab sofort unter www.globalrealestaterun.com anmelden und sich auf eine sportliche und unterhaltsame Aktivität freuen.
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Die Zukunft der Bau- und Immobilienbranche heisst Kreislaufwirtschaft
Die Bauindustrie produziert mit einem Anteil von 84 Prozent in der Schweiz am meisten Abfall. Umso wichtiger ist deshalb gerade hier die Etablierung der sogenannten Kreislaufwirtschaft: Die beim Bau verwendeten Materialien und Produkte sollen nach dem Lebenszyklus eines Gebäudes wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden. Massgebend sind die drei «R»: reduce (reduzieren), reuse (wiederverwenden) und recycle (rezyklieren). In einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft entsteht möglichst kein Abfall. Stand heute engagieren sich gemäss einer Studie der Konjunkturforscher der ETH (KOF) und der Berner Fachhochschule (BFH) aber erst 8 bis 12 Prozent der Schweizer Unternehmen in Sachen Kreislaufwirtschaft.
Ein Unternehmen, das sich genau diesem Unterfangen verschrieben hat, ist Madaster. 2017 wurde die Firma in den Niederlanden gegründet und expandierte ein Jahr später als ersten internationalen Standort in die Schweiz. Madaster versteht sich als Cloud-Plattform, welche es Nutzern ermöglicht, die Daten ihrer Bauprojekte transparent darzustellen. Nutzer können auf der Grundlage eines BIM- (IFC) oder Excel-Dokuments einen Materialpass erstellen. Dies ist für Neubauten wie auch für bestehende Immobilien möglich. Verwendete Bauteile und Materialien werden erfasst – das System ergänzt die Daten automatisch mit Informationen über die Kreislauffähigkeit, Trennbarkeit, Nachhaltigkeit sowie den finanziellen Wert und schafft damit eine wertvolle Datenquelle. Madaster ermöglicht so die Planung und Nutzung von Gebäuden als Rohstofflager. Damit sollen langfristig die Abfallmenge sowie der CO2 – Ausstoss beim Bau drastisch reduziert werden.
Die Branche habe den Mehrwert dieses Angebots früh erkannt: «Immer mehr Bauherren und ihre Dienstleister nutzen den Materialpass und schaffen so Best-Practise-Beispiele, von denen die Branche lernen kann. Denn wer zirkulär baut, baut für die Zukunft», erklärt Marloes Fischer, CEO Madaster Services Schweiz. Das Unternehmen unterscheidet zwischen strategischen Partnern, sogenannten Kennedys, die die Entwicklung, Einführung und Implementierung der Online-Plattform finanziell und konzeptionell unterstützt haben, und Partnern, zu denen Entwickler, Architekten, Bauunternehmer, Berater, Ingenieure oder Banken gehören. «11 Kennedys haben den Start von Madaster in der Schweiz mitgetragen. Aktuell zählt Madaster über 30 Partner», führt Fischer aus. Unter den Partner:innen und Kennedys von Madaster sind nebst dem Bundesamt für Energie und Umwelt (Bafu) weitere bekannte Namen wie Eberhard, Mobimo, Pirmin Jung, Integral Baumanagement AG oder Swiss Prime Site gelistet.
Enormes Potenzial der Kreislaufwirtschaft
Zu den bekannten Partnern von Madaster gehört zudem Holcim Schweiz. Bis 2050 will das Unternehmen ausschliesslich klimaneutrale und vollständig rezyk-lierbare Baumaterialien produzieren. Um diese Transformation zu erreichen, arbeitet Holcim mit verschiedenen Hebeln und klar definierten Zwischenzielen für 2030. In der Kreislaufwirtschaft sieht das Unternehmen enormes Potenzial, um Herausforderungen wie dem Klimawandel oder der Ressourcenknappheit wirkungsvoll zu begegnen. Mit innovativen Lösungen führt Holcim Abfälle in den Stoffkreislauf zurück und verwendet Beton immer wieder neu.
So produziert Holcim den weltweit ersten ressourcenschonenden Zement namens Susteno 4. Als Zumahlstoff wird industriell aufbereitetes Mischgranulat verwendet. Ausserdem wird ein Grossteil der fossilen Brennstoffe durch alternative Materialien ersetzt, wie Abfälle oder Klärschlamm. Der Zement entwickelte sich seit der Einführung 2018 mit einem Anteil von 10 Prozent zum zweitgrössten Produkt des Holcim-Portfolios. Auch der nachhaltige Beton Evopact basiert auf dem Zement Susteno und spart im Vergleich zu einem Standardbeton 10 Prozent CO2 ein. Damit will Holcim bis 2025 ein Viertel des Transportbetonumsatzes generieren. Bettina Kallenbach, Marketingleiterin Holcim Central Europe West, ist überzeugt: «Beton wird in naher Zukunft nur schwer zu ersetzen sein. Aber Beton ist ein Baustoff, der auf unterschiedlichsten Ebenen nachhaltiges Bauen möglich macht – sofern man sich den Herausforderungen stellt.»
Mit Themen wie Kreislaufwirtschaft, Dekarbonisierung und erneuerbare Energie beschäftigt sich Holcim schon lange. Kallenbach ist überzeugt: «Für Netto-Null wird Carbon Capture and Use and Storage (CCUS) ein wichtiger Hebel sein. Holcim arbeitet hierbei an skalierbaren Massnahmen und Lösungen.» Darüber hinaus betreibt Holcim bereits mehrere Recycling-Aufbereitungsanlagen in der ganzen Schweiz. Gemeinsam mit Partnern verfolgt das Unternehmen damit das Ziel, aus regionalem Aushub, Beton- und Mischabbruch hochwertige neue Baustoffe für den jeweiligen lokalen Markt aufzubereiten. Damit werden gleichzeitig der Einsatz alternativer Roh- und Brennstoffe in der Zementproduktion erhöht und schweizweit Primärressourcen sowie Deponieraum gespart.
Als Beispiel nennt Holcim die Sanierung des Arosertunnels: Die grosse Menge an belastetem Ausbruchmaterial wird im Zementwerk Untervaz aufbereitet und zu Zement verarbeitet, der wiederum im 300 Meter langen Tunnel verbaut wird. So schliesst sich der Baustoffkreislauf. Mit ihrer Tochterfirma «Geocycle» reduziert das Unternehmen zudem massgeblich CO2. Mit «Co-Processing» in den Anlagen sorgt das Unternehmen für die thermische Verwertung brennbarer Abfälle und rezykliert mineralische Abfälle zu neuem Klinker und zu Zement. Damit konnte der Konzern 2021 rund 150’000 Tonnen CO2 einsparen, indem 160’000 Tonnen brennbare industrielle Abfälle in der Zementproduktion verwertet wurden.
Dank Madaster erhalten Baumaterialien im Bestand eine Identität und einen Wert
Dass die Kreislaufwirtschaft grosses Potenzial birgt, zeigt auch die bereits erwähnte Studie. Laut dieser hat die innovative Schweiz Vorteile, die Transformation zu schaffen und nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu generieren. Derzeit würden aber oft noch die Möglichkeiten sowie das Wissen fehlen, um die bestehenden Produkte und Dienstleistungen einer Kreislaufwirtschaft anzupassen. Die parlamentarische Initiative «Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken» soll neue Rahmenbedingungen für eine moderne und umweltschonende Kreislaufwirtschaft schaffen. Die Vernehmlassung ergab im Oktober 2022, dass die Verankerung der Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft im Umweltschutzgesetz grossmehrheitlich begrüsst wird.
In der Baubranche liegt der Fokus zurzeit im Bereich Recycling, einem von mehreren möglichen Einstiegen ins zirkuläre Bauen. Fischer sagt: «Die Geschäftstätigkeiten der Firmen dürften vermehrt in Richtung Herstellung von kreislauffähigen Produkten, zirkuläre Ausschreibungen und Wettbewerbe sowie in Richtung Dokumentation von Materialien und Bauteilen, die in Gebäuden verbaut sind, gehen.» Madaster bietet gerade für Letzteres ein ausgeklügeltes Werkzeug. Das sieht auch Bettina Kallenbach so: «Ein Kataster von verbauten Materialien ist ein wichtiger Baustein im Hinblick auf die Schliessung von Kreisläufen. Künftige Generationen müssen Zugang zu Daten haben, aus denen hervorgeht, welche Baumaterialien in welcher Qualität wo verbaut sind. Dadurch erhalten Baumaterialien im Bestand eine Identität und einen Wert. Madaster bietet die zentrale digitale Plattform dafür.»
Wenn man bedenkt, dass die Schweiz den Treibhausgas-Ausstoss bis 2030 halbieren will und für das Erreichen der Klimaneutralität 2050 die Emissionen aus Verkehr, Gebäuden und Industrie um bis zu 90 Prozent reduziert werden müssen, wird nachhaltiges und zirkuläres Arbeiten umso bedeutender. Erste Unternehmen wie Holcim gehen mit gutem Beispiel voran. Hier hat aber die gesamte Immobilien- und Baubranche die Chance, eine Vorreiterrolle einzunehmen.
Mit CO2-angereicherter Recyclingbeton EvopactRECARB, den Holcim für den Neubau «Zephyr Ost» an V-Zug geliefert hat. -

«Weitermachen wie bisher ist keine Option»
Zur Person
Beat Aeberhard ist Kantonsbaumeister von Basel-Stadt. In dieser Funktion leitet er seit 2015 die Dienststelle Städtebau & Architektur im Bau- und Verkehrsdepartement. Zuvor war er während sieben Jahren Stadtarchitekt von Zug. Er studierte Architektur an der ETH Lausanne und Zürich sowie Urban Design an der Columbia University in New York. Überdies war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Urban Design Program der Columbia University. Beat Aeberhard wurde 1969 geboren und wuchs in Zürich und New Orleans auf.
In Basel wird seit Jahren aktiv gebaut. Was prägt die Entwicklung der Stadt im Moment besonders?
Basel ist attraktiv. Die Bevölkerung wächst, und die Anzahl Arbeitsplätze nimmt zu. Wir haben die Chance, mehrere nicht mehr benötigte Industrie- und Logistikareale sowie unternutzte Gewerbegebiete in neue Stadtquartiere zu transformieren. In enger Abstimmung mit den jeweiligen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern entwickeln wir in den nächsten Jahren aus diesen bislang teilweise geschlossenen Arealen lebendige, grüne und durchmischte neue Quartiere.Welches sind die wichtigsten Projekte?
Jedes Areal hat seine eigene Geschichte und Prägung. Auf dem Dreispitz Nord wird vereinfacht gesagt aus einem Parkplatz ein lebendiges Stadtquartier. Auf dem Areal Walkeweg erproben wir ein neues Modell einer zeitgemässen Gartenstadt. Auf Rosental Mitte kann neben einer dringend benötigten Vernetzung der umliegenden Quartiere neuer Wirtschaftsraum geschaffen werden. Und in Basels Norden wachsen die bestehenden Stadtteile in den Gebieten Volta Nord, Klybeck- und Westquai sowie auf dem Klybeck-Werkareal weiter. Es entstehen neue Nachbarschaften mit eigenem Charakter, die sich mit der restlichen Stadt verweben. Wichtig ist, dass von diesen Entwicklungen insbesondere auch die bestehenden Quartiere profitieren. Die städtebaulichen Entwicklungen werden begleitet von grösseren Infrastrukturvorhaben, wie etwa dem Ausbau der tri-nationalen S-Bahn oder dem Rheintunnel zur Entlastung der Osttangente.Gibt es Leuchtturm-Projekte?
Ich finde es schwierig, von Leuchttürmen zu sprechen. Richtig ist, dass wir die Entwicklung der einzelnen Vorhaben ambitioniert angehen. Die unterschiedlichen Transformationsareale betrachten wir dabei als Experimentierflächen. Wir untersuchen jeweils genau, wofür sich welches Areal am besten eignet. In dem Sinn betreiben wir eine Art angewandte Forschung des Städtebaus. So wird etwa das heute praktisch vollflächig versiegelte Areal Dreispitz Nord inskünftig über rund 50 Prozent Grünfläche verfügen. Auf dem Dach des bestehenden Shopping Centers entsteht eine Sekundarschule, und ein vielfältiges Wohnangebot soll das heute ausschliesslich dem Einkauf vorbehaltene Areal ergänzen. Auch vermeintlich kleinere Entwicklungen weisen eine Vorbildfunktion bezüglich Transformationsprozess auf: Auf dem Westfeld zum Beispiel entstehen über 500 Genossenschaftswohnungen, und im Kleinbasel entwickelt sich mit Rosental Mitte ein Forschungsstandort zu einem vollwertigen Stadtteil. Wichtig ist uns, dass wir diese umfassenden Veränderungen sorgfältig und mit Einbezug der Bevölkerung planen und umsetzen.
Der Kanton nimmt beim Bauen verschiedene Rollen ein – etwa als Grundbesitzer, Bauherr, Baubewilligungsgeber. Welches sind dabei die grössten Herausforderungen?
Übergeordnetes Ziel sind eine hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität für alle. Dazu gehört über das Ganze gesehen ein durchmischtes und ausgewogenes Angebot für Wirtschaft, Gewerbe, Wohnen, Bildung, Freizeit und Erholung. Die Interessenabwägung ist dabei eine der wichtigsten Aufgaben. Wir arbeiten an der Stadt für alle.
Wie sieht es mit günstigem Wohnraum in der Stadt Basel aus?
Die Frage nach erschwinglichem Wohnraum hat in Basel in den vergangenen Jahren eine Brisanz erreicht, der sich niemand entziehen kann. Mehrfach wurde über Fragen des preisgünstigen Wohnangebots oder des Wohnschutzes abgestimmt. Dabei wurden die Vorschriften laufend verschärft. Auf den grossen Transformationsarealen muss gemäss kantonalem Richtplan ein Drittel der Wohnungen preisgünstig angeboten werden. Gegenwärtig steht mit der Initiative «Basel baut Zukunft» eine Forderung im Raum, welche 50 Prozent gemeinnützigen Wohnungsbau auf den Transformationsarealen fordert. Die Regierung erarbeitet hierzu einen Gegenvorschlag.
Heute sind die Forderungen in der Bauwirtschaft zur Energie-, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit nicht zu überhören. Ist dies für Sie eine Last oder eine Chance?
Wir nehmen diese Herausforderungen als Chance wahr. Wir sind in der Pflicht, nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Weitermachen wie bisher ist schlicht keine Option. Kreislaufwirtschaft und Dekarbonisierung lauten die Ziele. Das verlangt von allen Beteiligten, sich aktiv für nachhaltige und energieeffiziente Lösungen einzusetzen. Wir als Behörde haben eine Schlüsselrolle bei der Erreichung dieser Ziele. Wir müssen Bauteile wiederverwenden, aber auch Normen und Raumstandards hinterfragen.
Wird das Thema Nachhaltigkeit auch in den Projektwettbewerben berücksichtigt?
Aktuell laufen in Basel zwei grössere Projektwettbewerbe. Beide nehmen das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus: Auf dem Areal Walkeweg Nord sollen die Wohnungen ressourcenschonend und bauökologisch vorbildlich erstellt und energieeffizient betrieben werden. Im offenen Wettbewerb für ein Wohnbauprojekt am Schliengerweg wollen wir in Zusammenarbeit mit der Grundeigentümerin Immobilien Basel-Stadt ein Projekt mit günstigen Wohnungen umsetzen, welches das Ziel «Netto-Null bis 2040» mit ReUse-Bauteilen erreicht. Der Kanton hat hierzu eine eigene Bauteilbörse ins Leben gerufen. Wir nehmen unsere Vorbildfunktion im Sinne der Kreislaufwirtschaft ganz konkret wahr.
Kürzlich wurde das städtebauliche Leitbild für das Klybeck-Areal präsentiert. Was beinhaltet dieses und wie wurde es aufgenommen?
Das städtebauliche Leitbild beschreibt unter anderem die Eckpunkte der Entwicklung bezüglich Frei-und Grünräumen, Wohnen und Arbeiten, Mobilität, Städtebau sowie Nachhaltigkeit und Umwelt. Es zeigt auf, wie ein lebenswerter Stadtteil aussehen könnte und wie dieser entsteht. Das Leitbild weist überdies nach, inwiefern die Anliegen aus dem bisherigen Beteiligungsprozess der Bevölkerung in die Planung eingeflossen sind. Unter anderem deshalb ist das städtebauliche Leitbild von der Öffentlichkeit grundsätzlich gut aufgenommen worden. Es ist uns gelungen, den aktuellen Stand der Planung nachvollziehbar zu vermitteln.
Das heute praktisch voll versiegelte Areal Dreispitz Nord soll zukünftig über 50 Prozent begrünt werden. -

Holz soll verstärkt als kreislauffähiges Baumaterial dienen
Die Bauwelt arbeite an der Entwicklung kreislauffähiger Konstruktionen. Das nachwachsende Material Holz eigne sich von Natur aus ausgezeichnet für das nachhaltige Bauen, heisst es in einer Medienmitteilung von Lignum, der Dachorganisation der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft. In Zukunft könnten die in Häusern eingesetzten Materialien und Bauteile mehr als nur ein Leben haben. Wenn es gelinge, sie konsequent nachzunutzen, spare dies Energie und vermeide Treibhausgasemissionen. Mit seinem natürlichen Lebenszyklus und seiner Klimawirkung sei das erneuerbare Material Holz prädestiniert für kreislauffähiges Bauen.
Lignum verweist auf zwei Modellhäuser. Das im Herbst 2021 in Feldbach am Zürichsee eröffnete Demonstrations- und Forschungsobjekt Kreishaus zeige auf kleinstem Raum diese Verwendung von Holz, heisst es von Lignum. Treibende Kraft hinter diesem Pionierbau sei die Umweltingenieurin Devi Bühler von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Mit dem Baustoff allein sei es noch nicht getan. „Der Gesamtblick fehlt oft. Kreislauffähiges Bauen braucht unbedingt eine ganzheitliche Planung“, wird Bühler zitiert.
Vorgefertigte Bauteile liessen sich bei einem Rückbau gemäss entsprechender Planung in vielen Fällen zerstörungsfrei ausbauen, überprüfen und abtransportieren. Für eine kreislauffähige Konstruktion brauche es saubere Schichtentrennung und einfache, reversible Verbindungen.
Das Büro für Holzbau, Bauphysik und Brandschutz, Pirmin Jung Schweiz AG, habe das in einer Studie zu Rückbau und Wiederverwendung von Holzbauten untersucht. Die Erkenntnisse sind im Haus des Holzes in Sursee LU in die Praxis umgesetzt worden, einem sechsgeschossigen Dienstleistungs- und Wohngebäude in energieeffizienter Holzsystembauweise.
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Green Building Schweiz wirbt für ganzheitliche Kreisläufe
„Kreislaufwirtschaft ist mehr als Recycling“ überschreibt der Verein Green Building Schweiz eine Mitteilung. In dieser legt die Fachstelle für nachhaltiges Bauen ihre Überlegungen zum Schliessen von Stoffkreisläufen in der Bauwirtschaft dar. Nach Ansicht von Green Building Schweiz muss hier ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt werden.
Bei der Wiederverwertung von Materialien sieht Green Building Schweiz die Bauwirtschaft bereits gut positioniert. Bereits 2008 habe das Bundesamt für Umwelt in seinem Abfallbericht festgestellt, „dass über 80 Prozent der Bauabfälle im Stoffkreislauf gehalten werden“, heisst es in der Mitteilung. Hier weist der Verein zudem auf die Bedeutung kurzer Transportwege für die Verminderung von CO2-Emissionen hin.
Zur Förderung der Schliessung von Stoffkreisläufen in der Bauwirtschaft setzt sich Green Building Schweiz für eine verstärkte Anwendung des Cradle-to-Cradle-Ansatzes beim Bauen ein. In diesem Zusammenhang unterstützt der Verein die parlamentarische Initiative Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken. Hier trägt Green Building mit einer Reihe eigener Vorschläge bei.
Konkret regt der Verein unter anderem die Einführung einer Umweltproduktedeklaration als Zuschlagskriterium in Ausschreibungen an. Zudem sollte eine stofflich-energetische Verwertung der rein energetischen Verwertung vorgezogen werden. Nicht zuletzt könnten eigenschafts- statt sortenspezifische Ausschreibungen die kreislaufwirtschaftliche Materialzusammensetzung von Bauwerken erleichtern. Weiteres kreislaufförderndes Potenzial wird trennbaren Baustoffen und vor allem der Planung des Bauwerks attestiert.
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Holcim geht Partnerschaft mit Madaster ein
Holcim Schweiz will sich verstärkt für die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen einsetzen. In diesem Zusammenhang hat das Baustoffunternehmen eine Partnerschaft mit Madaster geschlossen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.
Madaster arbeitet an sogenannten Materialpässen für neue und bestehende Gebäude. Mit diesen Materialpässen erhalten Bauabfälle eine Identität und können als Ressourcen katalogisiert und wiederverwendet werden. Ziel ist es, Abfall zu vermeiden und die Kreislaufwirtschaft im Bau- und Immobiliensektor zu fördern.
Die Madaster-Plattform kann auch schon bei der Entwurfsphase von Gebäuden genutzt werden, um verschiedene Bauweisen sowie Materialoptionen zu vergleichen. Hersteller von Baumaterialien – wie etwa Holcim – können ihre Produkte mit den Produktdatenbanken auf Madaster vergleichen und dort präsentieren. Ausserdem können sie ihre Produkte zurückverfolgen, um gegebenenfalls eine Wiederverwendung zu ermöglichen. Die Dienstleistung von Madaster wird in der Schweiz von der Madaster Services Switzerland AG mit Sitz in Zürich vermarktet.
Holcim Schweiz hat sich vorgenommen, bis 2050 ausschliesslich klimaneutrale und vollständig rezyklierbare Baustoffe zu produzieren. Die neue Partnerschaft soll nun helfen, dieses Ziel zu erreichen. „Mit der Nutzung von Madaster bei der Planung von Gebäuden können bereits heute die richtigen Entscheidungen für kreislauffähige und ressourcenschonende Materialien getroffen werden“, so Christophe Berset, Team Lead New Solutions bei Holcim Schweiz, in der Mitteilung. „Je mehr Transparenz auf Produktebene existiert, desto zukunftsfähiger können Gebäude geplant, gebaut, demontiert sowie Materialien und Produkte weiteren Nutzungsphasen zugeführt werden“, fügt er hinzu.
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ConReal und ProMaterial wollen Bauwirtschaft digitalisieren
Die Bauwirtschaft gelte als eine der grössten Industrien der Welt und gleichzeitig als noch am wenigsten digitalisiert, schreiben die ConReal Swiss AG und ProMaterial Technologies in einer gemeinsamen Mitteilung. Letzteres wollen die beiden Unternehmen ändern. Sie bauen dazu eine Plattform auf, die Herstellern, Händlern und Bauunternehmern eine direkte und digitale Vernetzung ermöglicht.
„Wir bauen einen Datenstandard mit hervorragender Qualität auf, der den Online-Handel und die Kommunikation in der Baubranche transparenter und effizienter macht“, wird Nils Gagzow, Geschäftsführer und Mitgründer der ProMaterial Technologies in der Mitteilung zitiert. Über diesen Datenstandard sollen Hersteller ihr Angebot digital am Markt platzieren können. Dabei werden die Produkte durch einen internationalen Industriestandard beschrieben, so dass Händler auf hochqualifizierte Produktinformationen zugreifen können, wird in der Mitteilung erläutert.
ConReal wiederum steuert zum Projekt die Daten aus dem eigenen digitalen Ökosystem bei. Hier werden Marktinformationen gesammelt, zum Beispiel Daten darüber, was, wann, wo und wie gebaut wird. In Kombination könne so „das physische Produkt und Handwerk zum richtigen Zeitpunkt ins Spiel gebracht werden“, heisst es in der Mitteilung.
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Nachfrage nach grösseren Wohnungen treibt Bauwirtschaft
Das Baugewerbe hat sich während der Corona-Pandemie als krisenresistent erwiesen. Das Wirtschaftsforschungs- und Beratungsinstitut BAK Economics erwartet laut einer Mitteilung ein Wachstum im Hochbau im laufenden Jahr um 0,4 Prozent. Für 2022 zeichne sich ein Plus von 0,6 Prozent ab.
Die Perspektiven für die Bautätigkeit variieren dabei zwischen Wohnbau, Betriebsbau und Infrastrukturbau. Während der Wohnungsbau zulegt, verzeichnen der Gewerbebau und öffentliche Bauvorhaben leichte Verluste. Wegen der vermehrten Heimarbeit wächst die Nachfrage nach grösseren Wohnungen. Zudem treiben die energetischen Sanierungen und die zu erwartenden Zinswende das Wachstum.
Beim Infrastrukturbau wirkt sich dagegen die pandemiebedingt rückläufige Zahl an Bauvorhaben der öffentlichen Hand aus. Ebenso sinkt die Zahl gewerblicher Bauprojekte, da viele Betriebe geplante Bauvorhaben verschieben oder stoppen. Dank der aktuelle Belebung der Wirtschaft ist laut BAK Economics 2022 auch mit einer Belebung für beide Bereiche zu rechnen.
Für die Jahre 2023 bis 2027 sind positive Ergebnisse im Hochbau zu erwarten. Im Gewerbe- und Infrastrukturbau dürfte die mittelfristige Auftragslage konstant bleiben.
Bei der Bautätigeit insgesamt zeigen sich regionale Unterschiede: Die besten Prognosen weisen laut BAK Economics die Regionen Zürich/Aargau, der Genferseeraum sowie die Zentralschweiz auf. Für die Region Basel erwartet das Institut mittelfristig eine Stagnation.

