Schlagwort: Immoinvest

  • «Wir halten nichts von einer politischen Lösung»

    «Wir halten nichts von einer politischen Lösung»

    Wie hat sich der Immobilienmarkt seit Beginn der Coronakrise verändert?
    Marcel Hug: In der Bewirtschaftung hat die Arbeit massiv zugenommen. In der Vermarktung sehen wir das Gegenteil: Dieser Bereich ist praktisch zum Erliegen gekommen.

    Welche Bereiche des Immobilienmarkts sind besonders betroffen?
    Vor allem auch die Bewirtschaftung – gerade zum Zügeltermin per Ende März fuhr das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) einen Schlingerkurs. Wir vom SVIT mussten relativ kurzfristig eine Kampagne bewerkstelligen, um zu überzeugen, dass man auch unter Coronabedingungen zügeln kann. Eines unserer grossen Mitglieder, die Livit, hatte Ende März über 1000 Wohnungswechsel. Nur zwei Umzüge konnten nicht stattfinden. Hier wurde seitens Mieterverbände aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Auf die nächsten Zügeltermine hin wird sich diese Thematik sicher normalisieren. Aktuell stehen die Diskussionen rund um die Mietzinsreduktion bei den Geschäftsmieten im Vordergrund. Hier sehen wir eine der grössten Herausforderungen.

    Was sind aktuell die grössten Probleme der SVIT-Mitglieder?
    Unsere Mitglieder sind hauptsächlich Bewirtschaftungsunternehmen. Bei der Diskussion um mögliche Mietzinsreduktionen sind sie in der Rolle des Vermittlers zwischen Eigentümern und Geschäftsmietern. Aus diesem Grund haben wir auf unserer Webseite entsprechende Hilfsmittel bereitgestellt. Mitglieder können beispielsweise nachschauen, welche Geschäftsmieter überhaupt betroffen sind, wie man bei den Verhandlungen am besten vorgehen soll usw. Auch bei Stockwerkeigentum- Verwaltungen herrscht zurzeit grosse Unsicherheit: Wann können/dürfen Eigentümerversammlungen wieder stattfinden? Auch bei Mietern sehen sich unsere Mitglieder mit sehr vielen Fragen konfrontiert. Darunter zum Beispiel, ob die Benutzung der Gemeinschaftswaschmaschine in Coronazeiten sicher ist. Wir haben eine lange Liste von FAQs auf unserer Homepage aufgeschaltet. In solchen Zeiten ist das Bedürfnis nach Sicherheit und Antworten auf die drängenden Fragen enorm hoch.

    Wie lautet Ihre konkrete Empfehlung bei der Diskussion um Mietzinsreduktionen bei den Geschäftsmieten?
    Wir plädieren dafür, der Verhandlungslösung zuerst wirklich eine Chance zu geben. Der Bundesrat hat diese Lösung empfohlen – doch bevor sie überhaupt umgesetzt werden kann, wird diese bereits als untauglich kritisiert. Niemand kann aktuell statistische Zahlen präsentieren. Nach unserem Kenntnisstand laufen die Verhandlungen.

    «Es könnte zu Gerichtsfällen kommen»

    Hätten Sie sich eine klare Regelung seitens des Bundes gewünscht?
    Wir halten aktuell nichts von einer politischen Lösung via Notrecht, das ja immer einen Eingriff in das bestehende Privatrecht darstellt. Wir stehen allerdings den kantonalen Lösungen offen gegenüber. Die gängigste geht in der Tendenz zur Drittel-Lösung: 1/3 der Miete übernimmt der Mieter, 1/3 der Vermieter und 1/3 der Staat. Wenn die Verhandlungslösungen auf Bundesebene tatsächlich scheitern sollten, könnte man immer noch auf eine solche Lösung zurückgreifen. Auch die im Raum stehende 70:30-Lösung (70 Prozent Erlasse der Miete) lehnen wir ab. Vordergründig einfache Regelungen sind aus unserer Sicht schlicht nicht möglich. Es stellen sich bei jeder politischen Lösung sofort zahlreiche Detailfragen: Was macht man mit gestaffelten oder indexierten Mieten, was mit den Parkplätzen, was mit einem Fitnesscenter, das im hinteren Bereich noch Büros hat, wie behandelt man ein Restaurant, welches zusätzlich ein Take-Away anbietet? So einfach, wie sich gewisse Politiker die Lösung vorstellen, ist diese am Ende eben auch nicht.

    Was für eine kantonale Lösung würden Sie sich denn wünschen?
    Alle kantonalen Lösungen, welche auf Verhandlungen basieren, finden wir grundsätzlich positiv. Solange nicht beide Parteien (Mieter/Vermieter) zu einer Einigung kommen, springt auch der Staat nicht ein. Wir plädieren für die Verhandlungslösung und erhalten von verschiedenen Seiten Signale, dass man damit erfolgreich ist. Genaue Zahlen gibt es noch nicht. Und bis wir sie haben, halten wir andere Lösungen als die der Verhandlungen für falsch.

    Was, wenn trotz allem keine Einigung gefunden werden kann?
    Dann wird es Gerichtsfälle geben. Die Frage lautet in diesem Fall: Handelt es sich um einen Mangel an der Mietsache oder nicht. Hier scheiden sich die Geister, Juristen sind sich uneinig. Entscheide vor Gericht wären zwar unschön, aber am Ende wohl die Konsequenz daraus. Auch die Lösung der Schiedsgerichte halte ich nicht für die Richtige. Die Rechtslage ist in diesem Fall so unklar, dass sich auch diese Juristen nicht auf Präzedenzfälle staatlicher Gerichte beziehen können. Im Gegensatz zu den Schiedsgerichten haben Gerichte eine staatliche Legitimation mit demokratisch legitimierten, neutralen Richtern und so per Se eine erhöhte Glaubwürdigkeit. Es ist ihre Aufgabe das Recht auszulegen.

    «Wir waren selber erstaunt, um wie viel Geld es geht.»

    Wie ist das Feedback Ihrer Mitglieder bei den Verhandlungslösungen – sind sie erfolgreich?
    Es lässt sich noch keine klare Tendenz erkennen. Ich habe mit grossen Unternehmen wie Livit, Privera, Wincasa usw und mit unseren KMU Kontakt. Die institutionellen Eigentümer brauchen aufgrund der grossen Menge an Mietverträgen eine klare Linie. Die Credit Suisse beispielsweise hat Mietzinse erlassen. Die Swiss Life prüft jeden Einzelfall und hilft vor allem den kleineren Gewerbebetrieben mit einer Mietzinsreduktion. Die Raiffeisen-Gruppe wiederum hat allen betroffenen Geschäftsmietern für drei Monate die Miete erlassen. Generell ist aber keine Einheitlichkeit zu erkennen. Ich höre, dass auch bei den KMUs ein Entgegenkommen stattfindet. Dort kennen sich Mieter und Vermieter in der Regel persönlich und die Verhandlungen finden statt. Die Solidarität ist in der KMU-Welt gross. Dementsprechend höre ich aus diesem Bereich viel Positives.

    Wo liegt das Problem der Vermieter, die solchen Forderungen nicht nachkommen wollen oder können?
    Wir haben auf der Vermieterseite unterschiedliche Situationen. Es gibt Vermieter, die auf den Mieterlös existentiell angewiesen sind. Wenn jemand beispielsweise ein Mehrfamilienhaus als Altersvorsorge hat und dort ein Coiffeursalon eingemietet ist, wird er nicht so einfach auf die Miete verzichten können. Hingegen gibt es private Eigentümer, die sich einen solchen Mietzinserlass leisten können und dementsprechend nicht in eine Notsituation geraten. Auch hier zeigt es sich, dass pauschale Lösungen zu unerwünschten Resultaten führen würden.

    Eine Studie im Auftrag des SVIT zeigt: Mit jedem Tag Stillstand stehen betroffene Gewerbe- und Verkaufsbetriebe fälligen Mietzinsen von 15 Mio. Franken gegenüber. Eine enorm hohe Zahl.
    Mit dieser Studie wollten wir zu Versachlichung der Thematik beitragen. Wir waren selber erstaunt, um wie viel Geld es tatsächlich geht. Unsere Mitglieder sind froh über die Studie. Damit kann gezeigt werden, dass dieses Thema angegangen werden muss und eine volkswirtschaftliche Relevanz hat. Viele unserer Mitglieder stehen zwischen den Ansprüchen des Eigentümers und des Mieters. Diese Situation bringt es mit sich, dass ein grosser Druck auch auf unseren Bewirtschaftern lastet. Auch wenn der Lockdown vorbei ist, wird dieses Thema uns wohl noch länger begleiten. Unsere Mitglieder wünschen sich zufriedenstellende Lösungen für beide Parteien.

    Soll man jetzt sein Eigenheim oder seine Gewerbeliegenschaft verkaufen beziehungsweise kaufen?
    Ich glaube, dass die Coronakrise ein kurzfristiges Ereignis ist. Eine Investition ins Eigenheim oder in eine Gewerbeliegenschaft ist hingegen etwas Langfristiges. Ich halte einen Kauf/Verkauf zu diesem Zeitpunkt für genauso gut oder schlecht wie vor zwei oder drei Monaten. Grundsätzlich sind Immobilien immer eine gute und relativ risikoarme Möglichkeit, um zu investieren – das sieht man, wenn man einen Blick auf die Börse wirft. Natürlich muss man bei einer Gewerbeliegenschaft jeweils prüfen, ob sie marktgängig ist. Derzeit sehen wir aber situationshalber sehr wenige Transaktionen. Wobei ich nicht glaube, dass die Coronakrise einen relevanten Einfluss auf aktuelle Verkaufspreise hat.

    «Den politischen Druck spüren wir auch im bürgerlichen Lager»

    Wird die Coronakrise den Immobilienmarkt langfristig verändern?
    Der Onlinehandel hat mit der Coronakrise nochmals einen Boom erlebt. Die Retailflächen dürften in Zukunft noch mehr unter Druck kommen. Das Thema Homeoffice wird zudem einen Einfluss auf die Büroflächen haben. Jetzt erleben viele Unternehmen, wie gut die Arbeit im Homeoffice funktioniert. Müssen die Mitarbeitende später nur noch ein- oder zweimal wöchentlich im Büro erscheinen, sind Unternehmer nicht mehr auf einen zentralen Standort wie etwa die Innenstadt angewiesen. Die zentralen Büroflächen werden meines Erachtens unter Druck geraten.

    Wie gross wird Ihres Erachtens der Schaden für die Immobilienbranche sein?
    Der Schaden wird vorübergehend sein. Bei den Bewirtschaftern besteht dieser vor allem in mehr Arbeit zum selben Honorar. Es gibt aber auch die Verbindung Bewirtschaftungsvertrag und Mietzinsen. In der Regel erhalten die Bewirtschafter einen bestimmten Prozentsatz der Mietzinsen als Honorar. Nehmen die Leerstände oder Mieterlasse zu, entfallen dem Bewirtschafter einen Teil der Honorare. Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass unsere Branche gestärkt aus der Krise hervorgehen wird.

    Man liest oft, dass die Immobilienbranche verhältnismässig gut wegkommen dürfte. Teilen Sie diese Einschätzung?
    Das kommt immer darauf an, mit wem Sie es vergleichen. Die Branche ist
    sicher kein Profiteur, aber auch nicht so stark wie beispielsweise der Tourismus oder die Gastronomie betroffen. Wir stellen fest, dass das in gewissen Medien dargestellte Bild der reichen Immobilieneigentümer, welche als Einzige ungeschoren aus der Krise kommen wollen, uns in der politischen Arbeit nicht hilft. Wir spüren, dass der politische Druck auch im bürgerlichen Lager erheblich ist, da das betroffene Gewerbe stark unter den coronabedingten Folgen leidet. Grundsätzlich ist aber die Investition in Immobilien meines Erachtens ein langfristig sinnvolles Engagement. Das sieht man auch, wenn man sich die letzten 30 Jahre anschaut. Das vielbesagte Platzen der Immobilienblase sehe ich nicht auf uns zukommen. Genauso wenig wie die seit Jahren angekündigte Zinswende. Genau solange die Immobilienpreise steigen, wird das Platzen der Blase prophezeit. Ich halte mich da lieber an Fakten als an Prognosen.

    Wo sehen Sie die Chancen nach Corona?
    Ganz klar in der Digitalisierung, beschleunigt durch die aktuelle Lage. Hier wird es nochmals einen Schub geben. Ich sehe hier grosse Chancen für eine Effizienzsteigerung in der Branche.

  • Erfolgreiches erstes Quartal für Steiner Investment

    Erfolgreiches erstes Quartal für Steiner Investment

    Bereits im Januar konnte in Genf das grösste Projekt mit einem Volumen von 555.7 Mio. CHF akquiriert werden. Das Grundstück umfasst 40’000 Quadratmeter: Ab 2024 soll dort eine gemischt genutzte Überbauung entstehen. Im Februar sicherte sich die Steiner Invest dann das erste Projekt der neuen Anlagegruppe «Swiss Development Commercial» (SDC) in Bern.

    Per Ende des 1. Quartals 2020 beträgt der kumulierte Fertigstellungswert des Portfolios der Anlagegruppe «Swiss Development Residential» (SDR) rund CHF 1.32 Mia Franken. Das investierte Kapital steigerte sich somit um 55,17 Prozent auf 466.6 Mio. Franken. Der Nettoinventarwert der Anlagegruppe SDR erhöhte sich pro Anteil auf 121.78 Franken, aktuell befinden sich 27 Projekte im Portfolio.

    Erweiterung des Stiftungsrat
    Ajay Sirohi wurde als Präsident wiedergewählt. Zudem haben sich Reto Niedermann, Luzius Hitz, Andreas Hürlimann und Hendrik van der Biezur zur Verfügung gestellt und wurden ebenfalls in den Stiftungsrat gewählt. Die neuen Mitglieder bringen langjährige Erfahrung in den Bereichen Bauherrenschaft, Immobilienfinanzierungen sowie Portfolio Management bei Pensionskassen mit. Das Amt im Stiftungsrat dauert drei Jahre, an der nächsten ordentlichen Anlegerversammlung im Jahr 2023 wird wieder neu gewählt.

    Den vollständigen Quartalsabschluss finden Sie auf: http://www.steinerinvest.com/investor-relations/reporting/.

  • Partners Group erwirbt Dresdner VSB Gruppe

    Partners Group erwirbt Dresdner VSB Gruppe

    Partners Group, der globale Manager für Privatmarktanlagen, besitzt neu dank einer 80-prozentigen Beteiligung die Mehrheit der VSB Gruppe. Die Akquisition tätigte die Firma mit Sitz in Baar/ZG im Auftrag ihrer Kunden. Bankenaufsichts- und Kartellbehörden haben der Transaktion zugestimmt. Der übrige Unternehmensanteil behält der Gründer Andreas Dorner. Die VSB Holding GmbH ist ein europaweit tätiger Entwickler, Eigentümer und Betreiber für Windenergie und Photovoltaik.

    „Angesichts des enormen Potenzials der erneuerbaren Energien waren wir auf der Suche nach einem gleichgesinnten Partner, um die nächste Phase unseres Wachstums zu beschleunigen. Mit der Partners Group haben wir einen Partner gefunden, der sowohl über bedeutende operative Ressourcen als auch eine Vielzahl an internationalen Erfahrungen im Bereich der Investitionen in erneuerbare Energien verfügt“, sagt Dorner.

    „VSB ist ein etablierter Player auf dem Energiemarkt, dessen führende Position wir weiter ausbauen wollen“, erklärt David Daum, Mitglied des Private Infrastructure Management Teams der Partners Group. Er ist überzeugt, dass die VSB Gruppe das Potenzial habe, eine der führenden europäischen Plattformen für erneuerbare Energien zu werden. “Wir werden eng mit dem Managementteam zusammenarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen“, so Daum.

  • Rhomberg Bau stellt die Geschäftsleitung neu auf

    Rhomberg Bau stellt die Geschäftsleitung neu auf

    Rhomberg Bau hat seine operative Geschäftsleitung neu aufgestellt. Matthias Moosbrugger und Tobias Vonach werden die Leitungsebene um Martin Summer (Immobilien), Gerhard Vonbank (Generalunternehmerbau), Rupert Grienberger (Bau und Ressourcen) und Jürgen Jussel (HR und IT) ergänzen.  Ernst Thurnher wird sich aus der Geschäftsleitung zurückziehen und sich voll auf seine Funktion als Geschäftsführer der Rhomberg Holding konzentrieren.

    Tobias Vonach, bisheriger Leiter Immobilien Österreich West, verantwortet die Bereiche Finanzen, Controlling, Rechnungswesen sowie das Chancen- und Risikomanagement. Er ist seit 2009 bei Rhomberg Bau tätig, zunächst als Teamleiter für das Facility Management, zuletzt als Leiter der Immobilienabteilung Österreich West. Der Absolvent der International Real Estate Business School an der Universität Regensburg verfügt über die amtliche Zulassung als Immobilienfachmann der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS).

    Matthias Moosbrugger arbeitet seit 2013 als Marketing- und Kommunikationsleiter bei der Rhomberg Gruppe. Er wird weiterhin in dieser Funktion tätig sein. Zusätzlich zählen neu die Themen „Strategie“, „Digitalisierung“, „Nachhaltigkeit“ und „Innovation“ sowie die im internen Managementsystem (IMS) zusammengefassten Prozesse und Systeme zu seinen Aufgaben.

    „Diese Entscheidung ist sowohl eine Reaktion auf die anhaltend positive Entwicklung von Rhomberg Bau als auch eine klare Weichenstellung für die langfristige, nachhaltige Ausrichtung unseres Unternehmens“, sagt Eigentümervertreter Hubert Rhomberg. Ernst Thurnher ergänzt: „Durch den Ausbau unserer Organisation setzen wir auch zukünftig auf eine dynamische Weiterentwicklung und Stärkung der Marke Rhomberg. Vor allem in wichtigen Zukunftsthemen wie Innovation oder Digitalisierung haben wir uns mit dieser Entscheidung klar positioniert.“

    Rhomberg Bau verfügt über Standorte in Österreich, Deutschland und der Schweiz und beschäftigt 713 Mitarbeitende. Im Geschäftsjahr 2018/19 erwirtschaftete das Unternehmen 325 Mio. Euro.


  • Neue Brücke für die Limmattalbahn installiert

    Neue Brücke für die Limmattalbahn installiert

    Gemäss einer Medienmitteilung der Limmattalbahn AG hat die neue Fussgänger- und Velobrücke über der Nationalstrasse A4 ein Gewicht von 100 Tonnen, ist 49 Meter lang und 5.3 Meter breit. Sie wurde in einem 90 Meter langen Konvoi zu ihrem neuen Standort transportiert.

    An der Ausfahrt Urdorf-Nord wurde sie von einem Pneukran in einem Stück auf die Widerlager gehoben. Jetzt müssen noch einige Arbeiten um die Brücke durchgeführt werden – ab Herbst soll sie dann für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die neue Brücke ersetzt den Gehweg an der Überführung Bernstrasse. Dieser Bereich wird für die Trasse der Limmattalbahn benötigt.

  • Kraftwerk Pradella wird für 12,5 Millionen Franken saniert

    Kraftwerk Pradella wird für 12,5 Millionen Franken saniert

    1970 ging das Kraftwerk Pradella in Betrieb. Heute ist Pradella mit einer Gesamtleistung von 288 Megawatt und einer Stromproduktion von 1 Million Megawattstunden pro Jahr das wichtigste Kraftwerk der Engadiner Kraftwerke AG (EKW). Dafür werden jährlich rund 600 Millionen Kubikmeter Wasser des Inns und zweier Seitenflüsse turbiniert.

    Laut einer Mitteilung hat nun die Bünder Regierung grünes Licht für die Sanierung und Erneuerung des Kraftwerks und der drei Wasserfassungen auf dem Gebiet der Gemeinde S-chanf gegeben. Das Stauwehr Vallember soll zudem so umgebaut werden, dass Fische hindernisfrei auf- und absteigen können. 

    Die EKW investieren rund 12,5 Millionen Franken in das Projekt. Noch in diesem Frühjahr sollen die Arbeiten beginnen und im Laufe des Jahres 2021 beendet sein.

  • Neuer Finanzchef bei RWD Schlatter

    Neuer Finanzchef bei RWD Schlatter

    Sven Buchholz tritt in die Fussstapfen von Jens Marquordt, der den Finanzbereich von RWD Schlatter seit November 2017 zusätzlich zu seiner Hauptaufgabe als Leiter Finanzen und Controlling der Division Arbonia Doors führte und in dieser Zeit zahlreiche Optimierungs-Projekte mitinitiierte und erfolgreich umsetzte.

    Sven Buchholz machte seinen Master of Science in Business Administration mit der Vertiefung Corporate/Business Development an der Fachhochschule St. Gallen. Die letzten elf Jahre arbeitete er für die Forster Profilsysteme in Arbon. Seit dem Jahr 2014 war er dort als Head of Finance, Controlling & IT tätig.

    „Wir sind überzeugt, dass wir mit Sven Buchholz genau die richtige Person an Bord geholt haben, um die Vorwärtsstrategie in der Digitalisierung weiter voranzutreiben,“ sagt Luigi Di Cola, Geschäftsleiter der RWD Schlatter AG. „Wir danken Jens Marquordt für sein hohes persönliches Engagement für die RWD Schlatter AG und wünschen Sven Buchholz viel Freude und Erfolg bei seinen neuen, anspruchsvollen Aufgabe.“

  • Entwicklungen in der Immobilienbranche

    Entwicklungen in der Immobilienbranche

    Eigentumswohnungen
    Die Handänderungspreise für Eigentumswohnungen sind im 1. Quartal 2020 durchschnittlich um 0.73% gestiegen. Trotz des Coronavirus hat sich dieses Segment auch in den letzten drei Monaten stabil entwickelt. Abgesehen von der Südschweiz, wo die Preise um -0.23% gesunken sind, waren Preiseanstiege in der restlichen Schweiz zu verbuchen. Auch im Vergleich zum Vorjahresquartal zeichnet sich mit einem Plus von 1.58% eine solide Wertentwicklung ab.  


    Einfamilienhäuser
    Das Interesse an Einfamilienhäusern ist nach wie vor gross, denn das Finanzierungsumfeld für einen Hauskauf ist immer noch attraktiv. Der Nachfrage steht als Folge der rückläufigen Neubautätigkeit ein begrenztes Angebot gegenüber, was die Preise in diesem Segment beflügelt. So kam es innert Jahresfrist erneut zu deutlichen Preisanstiegen um 3.46%. Allein im 1. Quartal 2020 war ein Anstieg von 1.71% zu registrieren.


    Mietwohnungen
    Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage ist im Mietwohnungssegment infolge des regen Neubaus in den letzten Jahren noch immer gross. Dies hat dazu geführt, dass die inserierten Mieten seit nunmehr fast fünf Jahren sinken – in den vergangenen zwölf Monaten um 1.07%. Im Vergleich zum 4. Quartal 2019 haben die Mieten um 0.37% abgenommen. Da die Nachfrage nach Mietwohnungen im laufenden Jahr gestört werden dürfte, könnte sich der Druck auf die Angebotsmieten nochmals erhöhen. Da aber auch die Zahl der Neubaubewilligungen für Mietwohnungen seit dem letzten Jahr abnimmt, dürfte sich das Überangebot nicht zu stark ausdehnen.

  • Synthetisches Gas: Die Energielösung der Zukunft?

    Synthetisches Gas: Die Energielösung der Zukunft?

    Nachhaltigkeit wird ein immer wichtigeres Thema: So möchte man die vollständige Abkehr von fossilen Energieträgern. In der Schweiz ist in Sachen erneuerbarer Energie vor allem der Winter problematisch. Auch die Umstellung des Langstrecken-, Schwer- und Flugverkehrs auf erneuerbare Treibstoffe ist eine Herausforderung. Deshalb befasst sich ein Forschungsprojekt an der Empa mit der Herstellung von synthetischem Methan. Der Kanton Zürich unterstützt das Vorhaben mit insgesamt 500’000 Franken aus dem Rahmenkredit zur Unterstützung von Pilotprojekten im Energiebereich.

    Synthetisches Methan, ein wichtiger Meilenstein
    Hergestellt wird synthetisches Methan aus erneuerbarem Strom und Kohlendioxid (CO2). Über das Gasnetz kann es international transportiert werden, die Infrastruktur dazu ist bereits vorhanden, Ebenso die Handelsmechanismen, die Normen und das Expertenwissen. Damit ist es eine von wenigen Optionen für die Versorgung der Schweiz mit erneuerbarer Energie im Winterhalbjahr. In flüssiger Form könnte es eine Alternative zu Diesel für den Langstreckengüterverkehr bieten und als Grundlage für die Entwicklung von synthetischem Kerosin dienen. Zudem würde das synthetische Methan eine energetische Koppelung der Strom, Wärme- und Verkehrssektoren ermöglichen.

    «Es ist eine Schlüsselfrage für den Klimaschutz: Wie können wir die überschüssige Sonnenenergie vom Sommer ganzjährig nutzbar machen, um CO2-frei zu werden – gerade beim Verkehr», sagt der zuständige Regierungsrat Martin Neukom, Baudirektor des Kantons Zürich. Die Umwandlung von erneuerbarem Strom in synthetisches Methan ist zwar nicht neu, jedoch fehlen für die Einordnung und vergleichende Bewertung künftiger Energieversorgungs- und Mobilitätskonzepte noch verschiedene Grundlagen. Die Erarbeitung belastbarer energetischer und wirtschaftlicher Daten in diesem Umfeld sei deshalb auch ein Schwerpunkt des Vorhabens, betont Brigitte Buchmann, Mitglied der Empa-Direktion und strategisch verantwortlich für das Projekt.

    Empa-Tankstelle mit synthetischem Methan
    Das Projekt hat zum Ziel, «move», den Mobilitätsdemonstrator der Empa,  in dem bereits Projekte zur Elektro- und Wasserstoffmobilität laufen, bis 2021 mit einer Produktionsanlage für synthetisches Methan zu erweitern. So sollen an der angeschlossenen Tankstelle dann Lastwagen eines Projektpartners mit CO2-neutralem, synthetischem Methan betankt werden. Parallel dazu sollen Kostenstrukturen untersucht und Wirtschaftlichkeitsmodelle entwickelt werden. Diese sollen als Grundlage für Entscheidungsträger zur Ausgestaltung von Rahmenbedingungen der künftigen post-fossilen Mobilität dienen können.

  • Homegate lanciert die Online-Besichtigung

    Homegate lanciert die Online-Besichtigung

    Der Immobilienmarktplatz Homegate bietet ab sofort die Möglichkeit, die ausgeschriebenen Immobilien virtuell zu besichtigen. Das erleichtert die Wohnungssuche während der Corona-Krise, soll aber auch danach weitergeführt werden.

    Seit gut einem Monat sind auf homegate.ch Anbieter, welche eine Online Besichtigung via WhatsApp, Facetime oder ähnlichem ermöglichen, speziell gekennzeichnet. Nun hat der Schweizer Immobilien Marktplatz die Online Live-Besichtigungen perfektioniert: Ab sofort kann der Anbieter einer Immobilie die Besichtigung über eine App durchführen. Damit können mehrere Interessenten gleichzeitig das Objekt per Videoschaltung anschauen.

    Interessierte müssen keine Software installieren – die Teilnahme funktioniert über einen Link. Während der Besichtigung können Fragen im Chat gestellt werden. Die Besichtigung wird aufgezeichnet – das Video kann zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgerufen werden.

    Die erste online Live-Besichtigung wurde auf homegate.ch am 9. April 2020 für ein Objekt im Jura von einem langjährigen Anbieter durchgeführt, der selbst zur Corona-Risikogruppe gehört.

  • Glarus: Erste Photovoltaik ist bewilligt

    Glarus: Erste Photovoltaik ist bewilligt

    Bereits am 13. Februar hat die Gemeinde dem Bau zugestimmt, nun erteilte auch der Regierungsrat seine Bewilligung. Diese ist auf 40 Jahre ab Inbetriebnahme befristet. Somit darf die Axpo Power AG, ab Sommer 2021 an der Staumauer des Muttsees in der Gemeinde Glarus Süd eine Photovoltaikanlage bauen. Die Anlage entsteht auf einer rund 10’000n m2 grossen Fläche und hat eine Leistung von 2 Megawatt.

    Normalerweise müssen stromproduzierende Anlagen mit einer Leistung von über einem Megawatt eine jährliche Abgabe an den Kanton leisten. Bisher haben nur Wasserkraftanlagen diese Grenze überschritten. In diesem Fall will die Regierung jedoch darauf verzichten. Das Projekt gilt als Pionieranlage zur Untersuchung der Winternutzung der Sonnenenergie im Hochgebirge, das in solchen Dimensionen in der Schweiz erstmalig ist.

    Zum Schutz der Landschaft werden Solargläser mit einer Antireflexionsschicht eingesetzt. Damit soll die Blendwirkung vermindert werden. In den kommenden Wochen wird die Axpo an Modifikationen arbeiten, denn laut einer Studie des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF), wird in gewissen Bereichen der Anlage mit hohen Schneelasten gerechnet. Zudem wird noch nach Abnehmern für den Strom gesucht, Axpo steht jedoch in Verhandlungen mit verschiedenen Unternehmen.

  • Zürich: Corona-Krise ist für Immobilienwirtschaft eine Herausforderung

    Zürich: Corona-Krise ist für Immobilienwirtschaft eine Herausforderung

    Die langfristigen Folgen der aktuellen Situation sind zwar noch nicht abzusehen, jedoch steht die Schweizer Immobilienwirtschaft vor gewaltigen Herausforderungen.

    Nach Einschätzung der Befragten weisen Wohn- und Logistikimmobilien eine vergleichsweise hohe Stabilität auf. Logistikimmobilien könnten aufgrund der steigenden Belieferungen sogar profitieren, jedenfalls aber ihr Preisniveau halten. Bei den Büro- und Detailhandelsimmobilien rechnen hingegen 76 Prozent mit fallenden Preisen. Vor der grössten Herausforderung stehen jedoch Hotelimmobilien. Entscheidend sei, wie lange die Krise anhält und welche langfristigen Auswirkungen die Pandemie habe.

    Es gehen 89 Prozent der Befragten von einem anhaltenden Niedrigzinsumfeld aus und 62 Prozent denken, dass künftige Kreditvergaben restriktiver werden. Für die Milderung der Notlage wünschen sie sich Erleichterungen im Besteuerungs-, Erhebungs- und Vollstreckungsverfahren. Zudem schlägt ein Drittel werden erhöhte Abschreibungsmöglichkeiten vor und ein Viertel hält den vorübergehenden Verzicht auf die Erhebung der Mehrwertsteuer für ein hilfreiches Instrument.

  • Schweiz: Stromverbrauch sinkt während Corona-Kriese

    Schweiz: Stromverbrauch sinkt während Corona-Kriese

    Aufgrund der aktuellen Situation und den Massnahmen, gibt es in städtischen und industriellen Gebieten einen Rückgang des Stromverbrauchs von 10 bis 20 Prozent pro Tag. In den Tourismusregionen sogar zwischen 30 und 50 Prozent. Am Wochenende und nachts sind die Rückgänge aber geringer. Zudem verschob sich der höchste Stromverbrauch von der Mittagszeit auf 19 und 20 Uhr.

  • Schweiz: Strommarkt soll für alle geöffnet werden

    Schweiz: Strommarkt soll für alle geöffnet werden

    Bis Anfang 2021 wird das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) eine Änderung des Stromversorgungsgesetzes (StromVG) erarbeiten. Dadurch sollen Eckwerte für eine vollständige Öffnung des Strommarktes identifiziert werden.

    Bisher konnten Verbraucher von mindestens 100’000 Kilowattstunden Strom pro Jahr ihren Stromlieferanten frei wählen. Nun sollen es auch schon bald Haushalte und Kleinbetriebe können. Zudem sollen sie das Recht erhalten, vom freien Markt zur Grundversorgung zurückzukehren. Durch diese Änderung wird die dezentrale Stromproduktion gestärkt und eine bessere Integration der erneuerbaren Energien in den Strommarkt ermöglicht.

    Die vorgeschlagene Revision des Energiegesetzes dient hingegen dazu, der Strombranche mehr Planungssicherheit und Investitionsanreize zu bieten. Dazu sollen, an den bisherigen Richtwerten orientiert, verbindlichen Ausbauzielen für das Jahr 2035 und 2050 definiert werden.

  • Ein identitätsstiftender Baustein in Etappen

    Ein identitätsstiftender Baustein in Etappen

    Auf einer Fläche von rund 40 000 Quadratmetern – das entspricht etwa der Grösse der Luzerner Altstadt – wird ein neues Stadtquartier unter den Zielvorgaben der 2000-Watt-Areale realisiert, schreiben die SBB in einer Mitteilung. Entwicklerin des neuen Quartiers «Rösslimatt» – dieses liegt zentral direkt neben dem Bahnhof Luzern – ist die SBB. Die Projektverantwortlichen nennen das entstehende Quartier einen neuen und identitätsstiftenden Stadtbaustein.

    Neben dem neuen Standort der Hochschule Luzern entstehen in den nächsten rund zwanzig Jahren auf fünf weiteren Baufeldern Gebäude mit Wohn-, Büro-, Dienstleistungs- und Gastronomieflächen. Ausserdem sollen neue Aussenräume und Grünflächen geschaffen und bestehende aufgewertet werden. Diese grosse Zeitspanne für die Entwicklung des Areals liegt daran, weil die späteren Etappen erst nach dem Bau des Durchgangsbahnhofs und der Freistellung der weiteren Arealflächen umgesetzt werden können, wenn das gesamte Areal umgezont wird und die Nutzungsbestimmungen angepasst werden.

    Vielseitige Geschäftszone
    «perron» ist das erste Gebäude, welches auf dem Areal «Rösslimatt» realisiert wird. Die erste Bauetappe sieht neben der Hochschule eine Geschäftszone für Dienstleistungsbetriebe sowie Gastronomie und Retail vor. Als Witterungsschutz dienen beim Geschäftshaus «perron» umlaufende Veranden. Gemeinsam mit den die Höhe betonenden vertikalen Elementen verleihen sie der Fassade Struktur. Im Erdgeschoss mit zweigeschossiger Arkade sollen Verkaufs-, Gastronomie und Schulnutzungen das Quartier beleben. Mit diesem Bürokomplex und den folgenden Bauetappen B und C komme die SBB der aktuellen und künftigen Nachfrage nach zusammenhängenden Dienstleistungsflächen in Luzern nach.

    Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen
    Zudem würden die Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft erfüllt. Das Zertifikat für «2000-Watt-Areale» zeichnet Siedlungsgebiete aus, die einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen für die Erstellung der Gebäude, deren Betrieb und Erneuerung sowie die durch den Betrieb verursachte Mobilität nachweisen können. Die Auszeichnung wird durch das Bundesamt für Energie (BFE) übergeben. ■

  • Durchgangsbahnhof:  Ein Schlüsselprojekt des Kantons Luzern

    Durchgangsbahnhof: Ein Schlüsselprojekt des Kantons Luzern

    Der Durchgangsbahnhof gilt als Schlüsselprojekt des Kantons Luzern und Bestandteil der zentralen Planungsinstrumente des Kantons. Im Agglomerationsprogramm, im kantonalen Richtplan – die beide vom Bund genehmigt werden – und im kantonalen ÖV-Bericht werde das Projekt mit höchster Priorität verfolgt, ist auf der Webseite das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements BUWD zu lesen. Auch der SBB-Korridorrahmenplan Zentralschweiz erachte den Durchgangsbahnhof als zentrales Vorhaben zur Weiterentwicklung des Bahnknotens Luzern. Die Zentralschweizer Regierungskonferenz und die Zentralschweizer Konferenz des öffentlichen Verkehrs hätten den Durchgangsbahnhof neben dem Zimmerberg-Basistunnel 2 zudem als strategisches Projekt deklariert, das rasch möglichst realisiert werden müsse.

    Finanzierung und Ausbau neu geregelt
    Ein Blick zurück: Seit das Schweizer Stimmvolk 2014 die Vorlage Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) angenommen hat, ist die Finanzierung und
    der Ausbau der schweizerischen Bahninfrastruktur neu geregelt. Während die Kantone und der Bund den Bahnausbau gemeinsam finanzieren, ist für dessen Planung und Umsetzung einzig der Bund verantwortlich und die Kantone sind in diesen Prozess involviert. Die Bahninfrastruktur wird dabei schrittweise ausgebaut. Über die jeweiligen Ausbauschritte entscheiden National- und Ständerat alle vier bis acht Jahre.

    Zeithorizont von 20 Jahren
    Im Juni 2019 hat das eidgenössische Parlament dem Ausbauschritt 2035 für die Bahninfrastruktur zugestimmt. Für den im Ausbauschritt 2035 ausdrücklich erwähnten Durchgangsbahnhof Luzern bedeutet dies, dass dessen Projektierung inklusive Auflageprojekt ohne Unterbruch erfolgen kann. Damit sei ein wichtiger weiterer Meilenstein erreicht, betonen die Projektverantwortlichen. Im Vorfeld zum parlamentarischen Entscheid hatte sich der Kanton Luzern gemeinsam mit den weiteren Zentralschweizer Kantonen bei den National- und Ständeräten für die Aufnahme des Durchgangsbahnhofs im Ausbauschritt 2035 eingesetzt, da dieser in der Botschaft des Bundesrates ursprünglich nicht enthalten war.

    Ausbauschiritt 2040: Zurzeit läuft die Projektierung für den Durchgangsbahnhof. Die am Durchgangsbahnhof beteiligten Partner – das Bundesamt für Verkehr (BAV), die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), die Kantone Luzern, Nidwalden und Obwalden, die Stadt Luzern, der Verkehrsverbund Luzern (VVL) und die Zentralbahn – treiben nun die Planung des Durchgangsbahnhofs voran, sodass mit dem nächsten Ausbauschritt die Realisierung in Angriff genommen werden kann. Über den Ausbauschritt 2040 wird das Parlament voraussichtlich in den Jahren 2026 abstimmen. Läuft alles nach Plan, soll der Durchgangsbahnhof höchstwahrscheinlich ab 2040 betriebsbereit sein.

    Gesamtkosten von rund 2,4 Milliarden Franken
    Die Kosten für den Durchgangsbahnhof belaufen sich gemäss Planungsbericht des Kantons Luzern auf 2,4 Milliarden Franken. Die erste Etappe, die das Angebot ausbaut und die Anschlüsse systematisiert, kostet rund 1,8 Milliarden Franken. Die zweite Etappe beziehungsweise die Durchmesserlinie, welche die Achsen Basel/Bern–Luzern und Luzern–Zürich miteinander verbindet und damit die Fahrzeiten verkürzt, werden mit rund 600 Millionen Franken veranschlagt. ■

  • Wenn sich Architektur mit der Natur verbindet

    Wenn sich Architektur mit der Natur verbindet

    Die Gemeinde Vitznau wird nicht umsonst «Luzerner Riviera» genannt: Liegt sie doch direkt am Ufer des Vierwaldstättersees und am Südfuss der Rigi. Sie ist gut geschützt, so dass hier problemlos Palmen und Wein gedeihen. Neu besitzt Vitznau mit der vier Villen umfassenden Siedlung «Dryade» auch ein besonderes architektonisches Werk, welches die Schweizer Architektin Ivana Calovic-Putincanin, Inhaberin von LakeSideDevelopment AG, erschaffen hat.

    In der griechischen Mythologie sind Dryaden die Baumnymphen. Und so stehen die vier Bauten wie die griechischen Naturwesen im direkten Dialog mit ihrer Umwelt und dazu noch an unverbaubarer Südlage mit Seeblick am Ende einer privaten Strasse. Ohne erkennbare Grenzen, einem Dach oder einem Sockel verbinden sich die Häuser mit dem Hang und setzen sich mit ihrer weissen Farbe dennoch von der Natur ab. Die 56-jährige Architektin ist bekannt für extravagante Bauten, die sich wie selbstverständlich ins Gelände einfügen.

    Eine Garage wie ein Ballsaal
    Die schönste und grösste der vier Villen ist die Villa Orea mit 7½ Zimmern und einer Wohnfläche von 404 Quadratmetern: Hier spielt die Architektur mit dem Licht, das sich im See spiegelt, und dem Grün der umliegenden Natur. Dank klaren Linien und akribischer Perfektion verschmilzt die Naturkulisse mit der Architektur. Die Villa Orea strahlt auf einer Grundstückfläche von 630 Quadratmetern Ruhe und Eleganz aus.

    Bereits die Garageneinfahrt ist aussergewöhnlich: Die Kronleuchter, die von der hohen Betondecke hängen, und die goldene Rückwand geben einem das Gefühl, als würde man direkt in einen Ballsaal fahren. Zur Villa Orea gehört eine Garage mit drei Abstellplätzen. Betritt man das Haus von aussen, führt der Weg über eine Steinbrücke. Die Eingangshalle ist knapp 5 Meter hoch und mit einem 8,5 Meter langem beleuchteten Aquarium ausgestattet. Heller Kalkstein und Einbauten aus dunklem Wenge-Holz ziehen sich durch alle drei Stockwerke.
    Im 1. Stock erwarten einem auf 150 Quadratmeter Ganzglasfenster, seitliche Terrassen sowie eine moderne Küche mit einer grosszügig ausgestatteten Hausbar. Von der Küche aus hat man den gesamten Raum im Blick. Bei Nichtgebrauch verschliessen sich Hausbar, Küchengeräte und Arbeitsflächen hinter raumhohen Wenge-Türen. Schaut man in die Ferne, sieht man weit über den Vierwaldstättersee auf den Bürgenstock und den Pilatus.

    Rahmenlose Fenster, Dampfbad und Teppanyaki
    Zwei Treppen führen in das nächste Geschoss: Hier befinden sich die privaten Räumlichkeiten. Drei Zimmer sind gegen die Abendsonne ausgerichtet. Die Master-Suite befindet sich an der prominentesten Lage ganz vorne Richtung See. Zur Suite gehört ein Ankleidezimmer, eine Wellness-Dusche mit Lichttherapie sowie ein Bad mit Armaturen aus Edelstahl und mit einer in die Fensterbank eingelassenen Corian-Badewanne mit Weitsicht. Eine Treppe führt von hier aus direkt zum Dampfbad und auf die Dachterrasse.

    Die Dachterrasse ist dann auch das Herzstück der Villa Orea: Steinwege führen durch den 230 Quadratmeter grossen, begrünten Garten. Vorne überblickt man die Siedlung, das Park-Hotel, den See und die Berge. In der Mitte findet man die Aussenküche samt Gasgrill und Teppanyaki sowie einen erhöhten Wellnessbereich mit Swimmingpool inklusive Gegenstromanlage, Whirlpool und Aussendusche mit Blick auf den Rigi-Südfuss und den Parkwald.

    Die Villa ist barrierefrei und verfügt über einen internen Lift, eine Alarmanlage, Bodenheizung und Kühlung. Eine kontrollierte Lüftung, die zentrale Staubsaugeranlage sowie ein Wäscheabwurf und viele weitere Extras sorgen für maximalen Wohnkomfort. Der öffentliche Verkehr ist 450 Meter entfernt. Geschäfte, Kindergarten und Grundschule befinden sich im Umkreis von 1100 Metern. ■

  • In der Siedlung ein zukunftsweisendes Mobilitätsverhalten fördern

    In der Siedlung ein zukunftsweisendes Mobilitätsverhalten fördern

    Mit der Sagenmatt-Überbauung plant die moyreal immobilien ag ein neue Quartierergänzung zwischen der Schachenweid- und der Luzernerstrasse. In Ebikon entstehen so in den nächsten Jahren rund 260 Wohnungen, davon etwa ein Drittel Eigentumswohnungen, Mietwohnungen sowie Raum für Gewerbe.

    Mix aus unterschiedlichen Mobilitätsangeboten
    Die Investorin legt generell Wert darauf, Gebäude nicht losgelöst von ihrem Kontext zu planen, sondern – im Gegenteil – den Kontext mit aufzuwerten. Aus diesem Grund ist auf dem ehemaligen AMAG-Areal auch kein «Wohnklotz» geplant, sondern ein durchlässiger Gebäudekomplex mit unterschiedlichen Höhen, die unter jener der Nachbarbebauung liegen.

    Dank der durchdachten Anordnung der Bauten würden Innenhöfe, parkähnliche Räume und Begegnungszonen entstehen, welche den Quartierbewohnern eine hohe Wohn- und Lebensqualität böten, betonen die Projektverantwortlichen. Um in der Siedlung ein zukunftsweisendes Mobilitätsverhalten zu fördern, soll ein Mix von verschiedenen entsprechenden Angeboten direkt in die Wohnungsmiete integriert werden. Vorgesehen ist, dass zukünftige Bewohner von ÖV-Gutscheinen und von Car- und Bikesharing-Angeboten profitieren können.

    So könne das Quartier vom motorisierten Individualverkehr entlastet werden, während gleichzeitig der Langsamverkehr begünstigt werde, was dazu führe, dass trotz mehr Wohnraum keine Verkehrszunahme gegenüber der vorherigen Nutzung entsteht. Vorgesehen ist, dass der Aussenraum mit hochwachsenden Bäumen bepflanzt und der Mühlebach renaturiert wird. Über den Bebauungsplan und die Teilzonenplanrevision werden die Ebikoner Stimmberechtigten 2020 abstimmen können. Anschliessend erfolgen Projektierung und Baueingabe. Nach der Baugenehmigung durch die Gemeinde Ebikon kann mit dem Abbruch der heutigen Bauten und dem Neubau des Quartiers begonnen werden. ■

  • «Dreiklang» Sursee: Zeitgemässes Wohnen  und Arbeiten

    «Dreiklang» Sursee: Zeitgemässes Wohnen und Arbeiten

    Die Überbauung «Dreiklang» besteht aus zwei Hochhäusern (48 und 38 Meter Höhe) und einem Riegelbau, der die zwei Türme verbindet. Diese drei Volumen würden ein Ensemble bilden, welches sich
    als markanter Stadtbaustein ins Quartier einfüge und mit den zwei Hochhäusern klare Akzente setze, betonen die Architekten. Das Projekt «Dreiklang» war 2015 aus einem Projektwettbewerb hervorgegangen, welchen Mischa Badertscher Architekten AG für sich gewinnen konnten.

    Klare Gliederung der Baukörper
    Realisiert werden in der Überbauung 91 Eigentums- und Mietwohnungen, Büro- und Retailflächen. Ende 2022 bezieht die Luzerner Kantonalbank als Bauherrin im «Dreiklang» ihren neuen Regionalsitz. Dadurch führt sie ihre zwei bisherigen Standorte in Sursee zusammen. Die Verkaufsflächen im Erdgeschoss, die Dienstleistungen im Sockel sowie die Wohnnutzungen darüber unterscheiden sich im Fassadenraster. Die Baukörper weisen eine klare Gliederung der hell verkleideten Fassade auf – sie soll zusammen mit den bronzefarbenen Fenster- und Türeinfassungen einen ruhigen Charakter vermitteln –, welche die unterschiedlichen Nutzungen klar differenziert. Die Verkaufsflächen im Erdgeschoss, die Dienstleistungsebenen im Sockel sowie die Wohnnutzungen darüber unterscheiden sich in Raster- und Öffnungsgrössen. ■

  • Neubebauung schafft urbane Flussfront

    Neubebauung schafft urbane Flussfront

    In den nächsten Jahren entstehen in
    Reussbühl rund 500 neue Wohnungen, aber auch Platz für Büros und Dienstleistungen. Den Anfang macht das genossenschaftliche Wohnbauprojekt «Reusszopf». An diesem Standort sollen in den nächsten drei bis vier Jahren achtzig Mietwohnungen gebaut sowie 1300 Quadratmeter Gewerbeflächen realisiert werden. Die geplante Neubebauung schaffe eine urbane Flussfront, die das Siedlungsgebiet abschliesse und dieses vom Lärm der Umfahrungsstrasse schützen soll, betonen die Projektverantwortlichen.

    Wohnformen zu fairen Mietpreisen
    Das Projekt wird durch die Baugenossenschaft Reussbühl, zwei private Grundeigentümern und einer Gesellschaft umgesetzt. Ihr Ziel ist es, gemeinsam als Gruppe Wohnformen zu fairen Mietpreisen anzubieten. Dieses Konsortium gibt damit den Anstoss zur Entwicklung des neuen Stadtquartiers Reussbühl Ost.

    Realisiert wird die Überbauung Reusszopf vom Luzerner Architekturbüro Lütolf und Scheuner, das in einem Wettbewerbsverfahren die Jury zu überzeugen vermochte. Der Kern des Projekts ist ein fünfstöckiger Längsbau, bestehend aus fünf Hausteilen entlang der Reusszopfstrasse. In den einzelnen Häusern sind Wohnungen in verschiedenen Grössen und für unterschiedliche Familienformen und Lebenssituationen angeordnet. Jedes Haus verfügt zudem über eine Dachterrasse. Diese Flächen dienen der Hausgemeinschaft als Aufenthaltsort und Sonnenterrasse. Auch können diese für Nutzgärten eingerichtet werden und ergänzen die gemeinschaftlichen Räume der Siedlung.

    Hofartige Atmosphäre
    Jede Wohnung hat mindesten ein Schlafzimmer, das auf die ruhige Hofseite ausgerichtet ist. Zusätzlich ist ein vierstöckiges Einzelhaus in Richtung Hauptstrasse vorgesehen. Im Erdgeschoss sind Atelier- und Dienstleistungsflächen vorgesehen, die nach Bedürfnissen der zukünftigen Mieter ausgebaut werden können. Durch die neuen Gebäude entsteht eine hofartige Atmosphäre, die sich zum bestehenden Wohnquartier hin öffnet. An der Gebäudeecke im Nordosten des Längsbaus, zum Seetalplatz und zum Fluss orientiert, soll zudem eine Kaffeebar entstehen. Mehrwert für das Quartier soll ein attraktiver und grüner Aussenraum an der verkehrsberuhigten Rückseite schaffen. Zu diesem Aussenraum zählen beispielsweise ein Spielplatz, ein Brunnen sowie ein Platz mit unterschiedlichen Spielmöglichkeiten. ■

  • Vielfältiges Stadtquartier mit urbanem Leben

    Vielfältiges Stadtquartier mit urbanem Leben

    Das Areal der Viscosistadt in Emmenbrücke liegt direkt an der Kleinen Emme, nördlich des Seetalplatzes. Mit einer Ausdehnung von 89 000 Quadratmetern entspricht das ehemalige Industrieareal der Grösse der Altstadt Luzern. Das Industriegelände hat eine bewegte Geschichte und durch die charakteristischen Industriebauten eine eigene Identität. Noch Anfang der 1980er Jahre gingen täglich bis zu 3000 Mitarbeitende in der Viscosuisse ein und aus. Die industriellen Bauten aus dieser Zeit sind grösstenteils erhalten.

    In der Viscosistadt soll in den nächsten Jahren ein lebendiger Stadtteil mit Industriecharme entstehen, in dem Arbeit, Bildung, Kultur und Wohnen Platz finden. Die Entwicklung geschieht durch die Viscosistadt AG in kleinen Schritten. Das neue Quartier wird ergänzt mit einem rund 16 000 Quadratmeter grossen Park, direkt am Fluss. In Zukunft sollen auch Wohnungen realisiert werden.

    Ring für Ring wachsen
    Um ein Areal wie die Viscosistadt zu transformieren, brauche es eine Mischung aus visionärem Denken, gesundem Menschenverstand und pragmatischem Umsetzen, sagt Alain Homberger, Geschäftsführer der Viscosistadt. Im Verlauf des Projektes seien sie zum Schluss gekommen, das Areal in kleinen Schritten ohne die Hilfe von Investoren zu entwickeln. Die Viscosistadt soll nicht innert weniger Jahre gebaut werden, sondern wie ein Baum langsam, Ring für Ring wachsen, sagt Homberger. «So ist gewährleistet, dass das Projekt auch in dreissig Jahren den Bedürfnissen der Menschen entspricht.»

    Austausch zwischen Industrie, Gewerbe und Kreativwirtschaft
    Ende November 2019 wurde als Ankermieter die Hochschule Luzern – Design & Kunst in der Viscosistadt eingeweiht. Das Gebäude trägt die Handschrift der EM2 Architekten, Zürich. «Die Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden bringen neues Leben in die Viscosistadt. Dadurch entsteht ein Austausch zwischen Industrie, Gewerbe und Kreativwirtschaft», so Homberger. Diese Mischung mache den besonderen Charakter der Viscosistadt aus. Dieser Weg soll auch in den nächsten Jahren weiter verfolgt werden. In einem ersten Schritt hat sich die Viscosistadt gegenüber Firmen aus verschiedensten Branchen geöffnet und ist ein Standort für Kunst, Kultur und Events geworden. In Zukunft sollen am Ufer der Kleinen Emme auch neue Wohnungen entstehen. ■

  • Arealüberbauung in Stadtnähe zu Luzern

    Arealüberbauung in Stadtnähe zu Luzern

    Das Areal «Innerschache» liegt im Süden von Ebikon. Das heisst zwischen der Luzernerstrasse und der Kaspar-Kopp-Strasse. Hier werden mit dem Projekt «St. Klemens» auf einer Fläche von rund 13 000 Quadratmetern Eigentums- sowie Mietwohnungen zwischen 1½- bis 6½-Zimmer-Wohnungen realisiert. Die Palette reicht von Alters- und Studentenwohnungen bis hin zu Wohnungen für junge Paare und Familien. Sämtliche Wohnungen verfügen über eine kontrollierte Wohnungslüftung (Komfortlüftung) mit individuellem Betrieb. Auf weiteren 400 Quadratmetern entsteht zudem Raum für Büro- und Dienstleistungsnutzungen.

    Verkehrsfreies Areal
    Entlang der Luzernerstrasse fassen zwei Längsbauten den Strassenraum. Sie dienen als Lärmriegel für die dahinterliegenden Wohnbauten. Von der Luzernerstrasse verfügen die Längsbauten über vier Geschosse, innerhalb des Areals sind sie fünfgeschossig. Die Punkthäuser in der zweiten und dritten Gebäudereihe ergänzen die bestehende Bebauungsstruktur entlang der Kaspar-Kopp-trasse. Sie sind dreigeschossig, mit einem zusätzlichen zurückversetzten Attikageschoss. Auf dem östlichen Teil des Areals wird ein Quartierplatz mit einem Pavillon, Spielanlagen und einer Baumbepflanzung umgesetzt Das ganze Areal ist verkehrsfrei. Zur Überbauung «St. Klemens» gehören eine unterirdische Einstellhalle, Carsharing-Parkplätze sowie gedeckte Veloabstellplätze. Baubeginn: Februar 2020. Läuft alles nach Plan, ist die Fertigstellung auf Herbst 2021 vorgesehen. ■

  • Projekt «4Viertel»: Das Initialprojekt in Emmen verleiht neue Impulse

    Projekt «4Viertel»: Das Initialprojekt in Emmen verleiht neue Impulse

    Als Initialprojekt am Seetalplatz soll «4Viertel» der Gemeinde Emmen und dem zukünftigen Stadtzentrum Luzern Nord neue Impulse verleihen und einen unverwechselbaren Auftakt zum neuen Stadtteil machen. Es lasse den industriellen Charakter des Gebiets nachklingen und setze gleichzeitig auf neue urbane Plätze und Gassen zwischen den Baukörpern, betonen die Projektverantwortlichen. Dass das neue Quartier «4Viertel» heisst, hat folgenden Grund: Das städtebaulich und architektonisch markante Gebäudeensemble besteht aus vier Bauten. Diese würden eine unverwechselbare Gesamteinheit, das grosse Ganze bilden. Mit anderen Worten: die Nummer eins am Seetalplatz.

    Vielseitiger Nutzungsmix
    Zu dem bestehenden Gebäude mit dem heutigen Kino Maxx gesellen sich drei Neu- und Anbauten mit rund 45 000 Quadratmeter Nettogeschossfläche. Vorgesehen ist ein Nutzungsmix aus rund 180 Wohnungen, Büros und Läden, Gastronomie und Freizeitangeboten. Das öffentliche Parkhaus soll bestehen bleiben. Die vier Bauten, die das architektonisch markante Ensemble bilden, integrieren sich harmonisch in die Umgebung, ist einer Medienmitteilung zu entnehmen. Das «4Viertel» ist ein gemeinsames Projekt der Viscosuisse Immobilien AG sowie des Investmentfonds «CS 1a Immo PK» der Credit Suisse.

    Förderung der Durchmischung von LuzernNord
    Das Projekt sieht einen Nutzungsmix aus Wohnungen, Büros, Retail, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen wie Kino und Bowling vor. Um die Flächenbedürfnisse der zukünftigen Mieter abzudecken, sei das Raum- und Flächenangebot flexibel konzipiert. Das öffentliche Parkhaus bleibt bestehen. Für Christoph Zurflüh, Gebietsmanager Luzern Nord, ist klar: «Das vielseitige Projekt fördert die Durchmischung von LuzernNord weiter ,und das neue Stadtzentrum am Fluss ist der Ort, wo Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Bildung zusammentreffen.» Ausserdem biete es grosse zusammenhängende Büro- und Dienstleistungsflächen, was für die Ansiedlung neuer Unternehmen von Interesse sein könnte. Läuft alles nach Plan, soll im Frühling 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden. ■

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  • Die Pilatus Arena könnte im Herbst 2023 fertiggestellt sein

    Die Pilatus Arena könnte im Herbst 2023 fertiggestellt sein

    Die Anpassungen vorweg: Die Verantwortlichen haben vergangenes Jahr an der multifunktionalen Sport- und Eventhalle und der geplanten Mantelnutzung gearbeitet. Die Halle wurde bezüglich Zuschaueranordnung sowie Ausrichtung auf Schul- und Hochschulsport weiterentwickelt und die Höhe der Wohnnutzungen leicht angepasst, schreibt die Pilatus Arena in einer Mitteilung. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Kriens haben die Verantwortlichen den Bebauungsplan erarbeitet. Zur Finanzierung der Halle und des Grundstücks konnte nebst Beiträgen von Bund und Kanton Luzern auch die Halter AG Zürich als Investor und Realisator gewonnen werden.

    Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten
    Die Pilatus Arena soll über modernste Sport- und Eventinfrastruktur verfügen und auf zwei Rängen Platz für 4000 Zuschauer bieten. In Zukunft soll in der Arena nationaler und internationaler Indoorsport wie Handball, Tennis, Hallenfussball, Volleyball und Basketball stattfinden. Angedacht sind beispielsweise auch Konzerte, Shows und Kongresse. Vorgesehen ist auch, dass die Arena ausserhalb des eigentlichen Event-Betriebes als doppelte Dreifach-Halle genutzt werden kann, schreibt die Stadt Kriens in einer Mitteilung. Flankiert wird die Halle durch zwei Wohnbauten: Am Gebäude direkt am Mattenhof-Kreisel sind rund 138 Mietwohnungen vorgesehen, im 110 Meter hohen Turm direkt beim Bahnhof Mattenhof sollen 277 Miet- und Eigentumswohnungen – davon rund hundert modulare Studiowohnungen und Kleinstwohnungen nach dem MOVEment-Raumkonzept – realisiert werden. Dieses Konzept sieht vor, dass mit verschiebbaren Elementen die Wohnsituation je nach Tageszeit und Bedarf verändert werden kann. Das erlaubt auf kleiner Fläche einen hohen Nutzen und Wohnkomfort.

    Wichtige Impulse für die Quartierentwicklung
    Im Sockelbau der Überbauung entstehen rund tausend Quadratmeter Gewerbefläche, 1549 Veloparkplätze und eine Einstellhalle mit zweihundert Parkplätzen. Die zentrale Lage am Bahnhofplatz Mattenhof sei nicht nur für die Event- und Wohnnutzung attraktiv, betonen die Projektverantwortlichen. Durch publikumsorientierte Nutzungen im Erdgeschoss – wie zum Beispiel ein Strassen-Café, eine Buvette, Geschäftsräume oder Co-Working-Spaces – soll das Projekt auch wichtige Impulse in der Quartierentwicklung des Mattenhofs übernehmen. Die Eberli AG in Sarnen und die Halter AG, Zürich, werden in einer Arbeitsgemeinschaft als Totalunternehmer die Pilatus Arena und die Wohnnutzungen realisieren.

    Die Gesamtinvestitionen belaufen sich nach heutigen Schätzungen auf über 200 Millionen Franken. Kostenpunkt für die Pilatus Arena: Rund 39 Millionen Franken. Finanziert wird die Pilatus Arena durch Beiträge von Kanton (vier bis sechs Millionen Franken aus Swisslos-Lotterieerträgen des Kantons Luzern) und Bund (drei Millionen aus dem Nationalen Sportanlagenkonzept NASAK) sowie aus der Mantelnutzung mit den beiden Wohnhochhäusern.

    Läuft alles nach Plan, soll die Baubewilligung im Frühling 2021 vorliegen. Baustart wäre ebenfalls 2021, und die Pilatus Arena könnte – vorausgesetzt, keine Volksabstimmung ist nötig – 2023 eröffnet werden. Das Gesamtprojekt wäre 2024 bezugsbereit. ■

  • Schweighofareal: Rund eine halbe Milliarde  Franken wird verbaut

    Schweighofareal: Rund eine halbe Milliarde Franken wird verbaut

    Der Baustart für die Überbauung des 67 000 Quadratmeter grossen Areals in der Ebene am Fusse des Pilatus startete vor weit mehr als einem Jahrzehnt. Der Gestaltungsplan für die Überbauung
    Schweighof wurde 2013 erteilt. 2015 erfolgte der Baustart. Insgesamt werden 18 Wohnbauten mit rund 600 Wohnungen erstellt. Hinzu kommen drei Bürogebäude und Gewerbebauten entlang der Ringstrasse. Bereits fertiggestellt sind ein Büroneubau sowie neun Wohngebäude mit insgesamt 340 Mietwohnungen. Die gute Erschliessung des im Zentrum verkehrsfreien 2000-Watt-Areals trage ebenfalls zur guten Vermietbarkeit bei, sagt Projektkoordinator Guido Cavelti von BHP – Brugger und Partner.

    Wohnraum mit Dienstleistungen
    Die Schweighofpark AG, die Erbengemeinschaft der ehemaligen Landbesitzer, investiert 28 Millionen Franken in Wohnraum mit Dienstleistungen im Alter. So entstehen 21 Pflegeplätze und 46 Wohnungen, (32 2½-Zimmer-, 6 3½-Zimmerwohnungen, 6 Studios) sowie zwei Wohngemeinschaften mit je sechs Zimmern (Clusterwohnungen). Läuft alles nach Plan, soll der Zentrumsbau Ende 2020 bezugsbereit sein. Dieser ist ein Hybridbau, Fassade und Trennwände sind aus Holz. Ebenso möchte die Schweighofpark AG noch einen Wohnbau realisieren. Die Realisierung des gesamten Projektes soll Ende 2025 abgeschlossen sein. ■

  • Die Überbauung Eichhof West nimmt Gestalt an

    Die Überbauung Eichhof West nimmt Gestalt an

    Im April 2019 haben die Arbeiten für das Eichhof-Hochhaus im Krienser Gebiet «Eichhof West» begonnen. Nebst Arbeitsplätzen werden rund 270 Mietwohnungen auf dem Areal entstehen, die in mehreren Gebäuden verteilt sind, heisst es in einer Mitteilung der Investorin, der Pensionskasse BVK. Der Baubeginn ist frühestens auf Frühling 2021 geplant.

    Vollständig verkehrsfrei gestaltet
    Das Erdgeschoss soll für die Büronutzer, für die Anwohnerinnen und Anwohner und die Öffentlichkeit verschiedene Dienstleistungen wie einen Quartierversorgungsladen, eine Kindertagesstätte, ein Fitnesscenter und Gastronomie beherbergen. Mit einer unterirdischen Verkehrserschliessung soll das Areal vollständig verkehrsfrei gestaltet werden. Zudem ist vorgesehen, das ganze Eichhof-Areal optimal an Kriens anzubinden, betonen die Projektverantwortlichen. Weiter soll ein grosszügiger Grünraum geschaffen werden, der zur Erholung und Freizeit einlädt. Das Projekt wird nach den Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft umgesetzt. ■

  • Neues Quartier für Wohnen, Arbeiten und Freizeit

    Neues Quartier für Wohnen, Arbeiten und Freizeit

    In den nächsten Jahren sollen in Luzern Süd rund tausend neue Wohnungen auf den Markt kommen. Das Nidfeld gehört neben dem Eichhof, Mattenhof, Schlund, Horw Mitte und Horw See/Campus zu den sechs Teilgebieten in Luzern Süd.

    Acht Gebäude und ein Hochhaus
    Das Areal Nidfeld in Kriens, auf dem früher der Pilatusmarkt seine Bleibe hatte, lag zehn Jahre brach. An diesem Standort entsteht nun ein neues innovatives Quartier für Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Es besteht aus acht Gebäuden sowie einem 15-geschossigen Hochhaus. Insgesamt werden rund 500 Wohnungen für etwa 900 Personen realisiert. Das brachliegende Areal soll zum pulsierenden Mittelpunkt von Luzern Süd werden, betonen die Projektverantwortlichen. Anfang Juni 2019 zertifizierte «EnergieSchweiz» 2000-Watt-Areale, darunter auch die Nidfeld-Überbauung in Kriens, schreibt das Onlineportal Zentralplus. Alle Gebäude werden nach Minergie-P-Eco-Standard zertifiziert.

    Neben den Wohnungen werden Büro-räume sowie in den Erdgeschossen Gewerbeflächen zur Verfügung stehen. Geschäfte, Restaurants und Ateliers sollen den Quartierbewohnern eine Infrastruktur bieten und das Areal beleben.

    In den acht Wohngebäuden werden 325 Wohnungen mit zwischen 1½ und 5½ Zimmern gebaut. Im Erdgeschoss sind Gewerbeflächen geplant. Die einzelnen Gebäude werden über eine Höhe von 24 Metern verfügen. Eingeplant sind auf dem Areal auch zwei begrünte Innenhöfe, die auch für Quartierfeste oder für einen Marktplatz genutzt werden können.

    Wohnungen mit exzellenter Aussicht
    Im Norden des Areals wird bei diesem Grossprojekt ein 60-Meter-Hochhaus mit fünfzehn Obergeschossen realisiert. Dieses wird über 120 Wohnungen, Büros und Retailflächen verfügen. Während letztere im Erdgeschoss auf eine reine Gewerbe- beziehungsweise Verkaufsfläche ausgerichtet ist, sollen die ersten zehn Obergeschosse aus Wohnungen und Dienstleistungsflächen bestehen. Auf den oberen fünf Etagen sind ausschliesslich Wohnungen mit exzellenter Aussicht auf Pilatus, Stadt Luzern und Vierwaldstättersee vorgesehen

    Apropos Energie: Die Wärme- und Kälteerzeugung erfolgt über Seewasser aus dem Vierwaldstättersee, Solar-Anlagen produzieren einen Teil des benötigten Stroms. ■

  • Urbaner, vielfältiger und ökologischer Lebensraum

    Urbaner, vielfältiger und ökologischer Lebensraum

    Die Stadt Luzern, die abl allgemeine baugenossenschaft luzern (abl) und ewl energie wasser luzern, realisieren gemeinsam auf dem heutigen ewl Areal ein neues Sicherheits- und Dienstleistungszentrum inklusive Wohnungen. Dazu haben die drei Parteien im Dezember 2018 die ewl areal ag gegründet.

    Objekte für verschiedene Bedürfnisse
    Die abl plant auf dem rund 20 000 Quadratmeter grossen Areal ein vielfältiges Angebot an gemeinnützigem Wohnraum. Die Palette reicht von 72 2½- bis 5½-Zimmer-Wohnungen. Dies ergänzend zum benachbarten Projekt Kooperation Industriestrasse. Zusammen mit den 81 Zimmern des Pflegezentrums der Viva Luzern AG soll so auf dem ewl Areal Wohnraum für verschiedene Bedürfnisse und Lebensformen entstehen. Dies in einem lebendigen Quartier mit Entwicklungspotenzial. So soll ein durchmischtes, nachhaltiges, ökologisches Vorzeigequartier für Wohnen, Arbeit und Freizeit entstehen. Für die Architektur des ewl-Areals zeichnen Masswerk Architekten Luzern und E2A Architekten Zürich verantwortlich. Gemeinsam hat das Team das Siegerprojekt «Rotpol» entworfen.

    Gemeinsamer Nutzen
    Ziel der Überbauung ist, dass die Aussenräume von den Anwohnerinnen und Anwohnern wie auch von den Mitarbeitenden aller Bereiche gemeinschaftlich genutzt werden können. Die bauliche Vergangenheit und das industrielle Erbe des Gaswerkareals bleiben im Projekt «Rotpol» mit dem Erhalt des «Roten Hauses» – ein Zeitzeuge Luzerner Industriekultur – erhalten. Sanft restauriert, wird diesem Haus eine neue Bedeutung zugesprochen. Das «Rote Haus» soll zum sozialen und kulturellen Treffpunkt der Überbauung werden. Um das «Rote Haus» – im Herzen des Areals – kreiert die Architektur einen Quartierplatz. Dieser wird von drei unterschiedlich geformten Gebäudekomplexen gefasst, die sich in Struktur und Ausdruck stark voneinander unterscheiden.

    Ökologisches Vorzeigeprojekt
    Das ewl Areal soll einen Meilenstein im verantwortungsbewussten und nachhaltigen Städtebau darstellen, betonen die Projektverantwortlichen. Die zukünftigen Nutzer sollen in der Lage sein, ihren Energiebedarf selber zu optimieren und dadurch ihren Teil für die verantwortungsbewusste Gestaltung der Zukunft beizutragen. Vorgesehen ist, dass die Seewassernutzung hierfür eine Schlüsselrolle einnehmen wird. Das Zusammenspiel von thermischer Energieversorgung durch einen Mix aus Seewasser-, Solarenergie- und Abwärmenutzung soll den Energiebedarf zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energiequellen decken. Zudem strebt die Überbauung das Zertifikat für «2000-Watt-Areale» an.

    Baubewilligung wird 2021 erwartet
    Noch sind nicht alle Hürden überwunden: In der Stadt Luzern entscheiden 2021 die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über die städtische Finanzierung dieses Projekts. Die ewl areal ag rechnet mit Baubewilligung im gleichen Jahr. Der Baustart der ersten Etappe ist für 2022 vorgesehen. Gebaut wird in zwei Etappen. Der Betrieb der vorhandenen Nutzungen auf dem Areal werde während der gesamten Bauphase ohne Provisorien gewährleistet, teilt das ewl mit. Der Baustart der zweiten Etappe ist für 2024 geplant. Zwei Jahre später sollen die Wohnungen, Pflegeplätze und Büroräumlichkeiten bezogen werden. ■

  • Mit Blick auf den Pilatus und  den Vierwaldstättersee

    Mit Blick auf den Pilatus und den Vierwaldstättersee

    Die Pläne des Projektes «Luegisland» sehen ein 32 sowie ein 35 Meter hohes Gebäude mit total 125 Wohnungen, Ateliers, Büros sowie Läden und einem Restaurant vor. Ausserdem ist eine öffentlich zugängliche Grünanlage als Erholungsraum für das gesamte Quartier geplant. Der Name der Überbauung «Luegisland» ist eine Anlehnung an einen der Türme der historischen Luzerner Museggmauer und steht nach Angaben der HRS Investment AG symbolisch für den Ausblick von den Wohnungen. So sieht man teilweise direkt auf den Pilatus und auf den Vierwaldstättersee. Die vorgesehenen Gebäude sind nur zwei bis drei Stockwerken höher als die Nachbargebäude und fügen sich so bestens in das Quartier ein, so die Projektverantwortlichen. Derzeit liegt der Gestaltungsplan bei der Stadt Luzern zu Genehmigung. Im Sommer 2021 sollte das Baugesuch eingereicht werden können, Baubeginn ist voraussichtlich 2021. ■

  • Andreas Zettel: «Das neue Raumplanungsgesetz erfordert ein aktives Management der Entwicklungsschwerpunkte»

    Andreas Zettel: «Das neue Raumplanungsgesetz erfordert ein aktives Management der Entwicklungsschwerpunkte»

    Herr Zettel, der Kanton Luzern, alle Luzerner Gemeinden sowie Netzwerkpartner aus Wirtschaft und Industrie engagieren sich finanziell und ideell für einen wachsenden Wirtschafts- und Wohnstandort Luzern. Wie beurteilen Sie deren Erfolg?
    Wenn wir auf die letzten Jahre zurückblicken, beobachten wir eine dynamische Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Luzern. In den Jahren 2012 bis 2017 ist die Anzahl Unternehmen und Arbeitsplätze im schweizweiten Vergleich überdurchschnittlich gewachsen. Im erwähnten Zeitraum sind kantonsweit über 2 000 Unternehmen und über 15 000 Arbeitsplätze entstanden. Das ist ein nationaler Spitzenwert. Die gemeinsamen Anstrengungen haben sich also gelohnt. Auch letztes Jahr hat der Firmenbestand wiederum um über drei Prozent zugenommen.

    Was macht den Kanton Luzern denn besonders attraktiv?
    Ich würde die attraktive Kombination verschiedener Standortfaktoren in den Vordergrund rücken. Sie macht letztlich die Standortqualität aus. Nebst den stimmigen harten Faktoren wie tiefe Steuern, Verfügbarkeit von Arbeitskräften oder die gute Erreichbarkeit, ist der Kanton Luzern auch landschaftlich reizvoll und kulturell spannend. Jährlich besuchen viele Touristen die Region Luzern. Von den touristi-
    schen Angeboten profitiert direkt auch die lokale Bevölkerung.

    Zurück zu den harten Fakten. Gibt es noch Flächen, welche für Firmenansiedlungen und Unternehmensentwicklungen zur Verfügung stehen?
    In der Tat hat sich der Markt in den letzten Jahren stark verändert. Die Verfügbarkeit von Baulandgrundstücken und entwickelten Arbeitsflächen ist eine zentrale Herausforderung der Zukunft. Das neue Raumplanungsgesetz gibt enge Grenzen vor. So sind Einzonungen nur noch unter bestimmten Bedingungen möglich. Folglich liegt der Fokus zukünftig klar in der Entwicklung nach Innen und auf die bessere Ausnützung von Flächen. Das betrifft in hohem Ausmass auch die Unternehmen, insbesondere das lokale KMU-Gewerbe. Namentlich die Immobilienwirtschaft ist gefordert, neue, attraktive und bezahlbare Angebote zu schaffen für diese Betriebe.

    Wo sehen Sie örtlich die Möglichkeiten für Neuansiedlungen?
    In den neuen Stadtzentren LuzernSüd und LuzernNord sind attraktive neue Flächen am entstehen. Im Zentrum der Stadt Luzern ist die Entwicklung räumlich limitiert, das heisst, hier erfolgt die Entwicklung im Rahmen von Arealentwicklungen, welche die letzten Baulücken füllen und sich in die bestehende Stadt eingliedern müssen. Aus regionaler Optik bedeutet dies, dass sich die Stadt Luzern als funktionaler Raum ausdehnt und neue, attraktive Stadtzentren in den umliegenden Gemeinden entstehen, welche hervorragend erschlossen sind und eine neue urbane Qualität bieten können. Persönlich sorge ich mich etwas um die reinen Arbeitszonen, diese wurden im Zuge der Innenentwicklung häufig einer anderen Nutzung zugeführt, ohne dass Ersatz entstanden ist. Diese Flächen fehlen dann dem Gewerbe.

    Also sind diese Flächen ein knappes Gut?
    Nun, dieser Eindruck kann tatsächlich entstehen. Bei genauerem Hinsehen fällt aber auf, dass es im Kanton Luzern noch eine beträchtliche Anzahl von Grundstücken gibt, welche eingezont, aber noch nicht entwickelt sind. Hier ist die Frage, ob die Grundeigentümer überhaupt entwickeln möchten. Wir stellen eine gewisse Tendenz zur Baulandhortung fest, was klar nicht in unserem Sinne ist. Manchmal fehlt es aber nicht nur am Willen, sondern auch einfach am Wissen, wie man diese Flächen entwickeln könnte. Vor allem die Filetstücke müssen sehr clever und nachhaltig entwickelt werden, damit auch die nächste Generation maximal davon profitieren kann.

    Wie sieht die Entwicklungsstrategie im Kanton Luzern aus?
    Im aktuellen Richtplan wurden zwölf sogenannte kantonale Entwicklungsschwerpunkte (kurz ESP) definiert. Dabei handelt es sich um grossflächige Arbeitsplatzgebiete an gut erschlossenen Standorten. Dabei wird eine eine qualitative Entwicklung angestrebt, wobei insbesondere auch die Abstimmung von Siedlung und Verkehr eine wichtige Rolle spielt. Die ESP sind ein zentrales Element der Luzerner Standortpolitik und ein wichtiges Instrument der gemeinsamen Wirtschaftsförderung von Kanton und Gemeinden.

    Wo befinden sich diese Entwicklungsschwerpunkte?
    Sie orientieren sich aufgrund der wirtschaftlichen Potenziale an den Hauptverkehrsachsen des Kantons Luzern. Hauptsächlich befinden sie sich an gut erschlossenen Lagen, welche verkehrstechnisch gut liegen, mit dem Auto, aber auch mit dem ÖV.

    Wie ist der Stand dieser Entwicklungsschwerpunkte?
    Sehr unterschiedlich. Während etwa in der Stadtregion Luzern die bereits erwähnten Gebiete LuzernSüd und LuzernNord relativ weit fortgeschritten und bereits in der Umsetzung sind, besteht beispielsweise in den beiden Regionalzentren Hochdorf oder Willisau ein erhebliches Nachholpotenzial. Diese Gebiete sind es, welche in den nächsten Jahren vermehrt in den Fokus von Investoren und Entwicklern rücken werden.

    Wo kann man sich über die einzelnen Entwicklungsschwerpunkte informieren?
    Investoren und interessierte Unternehmen können sich bei uns melden, denn wir haben eine gute Übersicht über den Stand dieser Gebiete und kennen sämtliche Ansprechpartner. Zentral für die Entwicklung dieser ESP sind nebst den Standortgemeinden auch die vier regionalen Entwicklungsträger im Kanton Luzern. Das heisst LuzernPlus, Sursee-Mittelland, Region Luzern West und Idee Seetal. Das positive Zusammenspiel von Staat und Wirtschaft ist ein Kernelement unserer gemeinsamen Wirtschaftspolitik. Dieses wollen wir weiter verbessern. ■