Schlagwort: Immoinvest

  • Zürichs «City im See»

    Zürichs «City im See»

    1961 stellte Bosshard seine «City im See» der Öffentlichkeit vor. Eine gigantische, 14 Meter über dem Wasserspiegel thronende Terrasse von 700’000 Quadratmetern sollte als Fussgängerstadt dienen, darunter Verkehrsadern und über 70’000 Parkplätze.

    Die drei Zonen waren klar konzipiert.

    • Im Norden ein Kulturzentrum mit Theater, Museen, Kinos und einem Verwaltungsgebäude.
    • In der Mitte das Büro- und Geschäftsviertel für bis zu 50’000 Arbeitsplätze, flankiert von einem Einkaufs- und Gastronomiezentrum.
    • Im Süden eine Hotelzone mit Blick auf See und Voralpen.

    Ein Grünstreifen von bis zu 100 Metern Breite rund um die neue Stadt sollte das Seebecken in eine Park- und Flusslandschaft verwandeln.

    Infrastruktur aus einem Guss
    Bosshards Plan sah eine rigide Trennung von Fussgängern und Verkehr vor. Unter dem künstlichen Plateau sollten Autos, Tram und eine mögliche Tiefbahn verkehren. Rolltreppen hätten Pendlerinnen und Pendler vom Unterbau in die Hochhaus-Stadt geleitet. Für die Finanzierung verwies Bosshard auf die öffentliche Hand, die günstige Nutzung von Kantonsgewässern und den Einsatz vorgefertigter Bauelemente.

    Kritik und Widerspruch
    Die Reaktionen waren heftig. In der NZZ meldete sich ein Architekt mit «energischem Einspruch» zu Wort und sprach von einer «frostig monumentalen» Fremdkörperstadt, die Zürich seinen See und damit sein Wesen nehmen würde. Die Presse sah sich gezwungen zu betonen, dass die Veröffentlichung des Projekts keine Billigung darstelle, sondern der Information diene.

    Bosshards Vision wurde als Kraftmeierei, ja als «utopistische Narretei» kritisiert. Ökologische Aspekte oder rechtliche Grundlagen für eine derartige Aufschüttung blieben im Projektdossier weitgehend unberücksichtigt.

    Zeit der verwegenen Stadtideen
    Bosshards Plan fügt sich in die 1960er- und 1970er-Jahre, in denen Zürich mit mehreren radikalen Projekten experimentierte. 1971 etwa entwarfen Guhl, Lechner und Philipp die «Wohncity» über den Gleisen zwischen Hauptbahnhof und Altstetten, ebenfalls ein Plan, der an den Kosten und an der Komplexität scheiterte.

    ETH-Stadtforscher Christian Schmid spricht rückblickend von einem «Akt der Verzweiflung». Die Enge der Zürcher Innenstadt liess kaum Spielraum für Expansion. Die Idee, auf See oder über Bahngelände auszuweichen, sei spektakulär, aber weder praktisch noch finanzierbar gewesen.

    Wohnungsbau bleibt ein Dauerproblem
    Heute erlebt die Debatte um die Überdeckung von Bahnhofs-Gleisen eine Neuauflage. Diesmal vor allem mit Blick auf den Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Schmid bleibt skeptisch, auch solche Projekte würden enorme Kosten verursachen und letztlich eher Luxuswohnungen hervorbringen. Realistischer seien Stadterweiterungen wie sie vor Jahren die Architektengruppe Krokodil für Dübendorf vorschlug. Grossflächig, gut erschlossen und mit Potenzial für günstige Siedlungen.

    Die «City im See» mag als städtebauliche Utopie gescheitert sein, sie bleibt dennoch Symbol einer Epoche, in der Zürich hochfliegende Ideen entwarf, um seine strukturellen Probleme zu lösen. Die Stadt suchte damals wie heute nach Raum, der nicht vorhanden ist und fand Antworten in kühnsten Visionen.

  • Erfolg für Suissetec im Fall EKS

    Erfolg für Suissetec im Fall EKS

    Seit Jahren engagiert sich Suissetec für „gleich lange Spiesse“ zwischen klassischen Beratungs-, Planungs- und Installationsbetrieben und den zunehmend auch im Gebäudetechnikmarkt aktiven Energiedienstleistern. Im konkreten Fall nutzte EKS Kundendaten aus der Grundversorgung, also aus dem Monopolbereich, zur Bewerbung von Solaranlagen, einem Angebot im freien Markt. Dieser unzulässige Wettbewerbsvorteil verstösst gegen das Stromversorgungsgesetz.

    Nach einer Strafanzeige von Suissetec 2017 kam es am 31. März 2025 zur rechtskräftigen Verurteilung zweier ehemaliger EKS-Mitarbeitender. Vergleichbare Verfahren gegen Repower und Groupe e endeten ebenfalls mit Schuldsprüchen.

    Konsequente Trennung von Marktbereichen
    Das Urteil verdeutlicht: Der Monopolbereich der Energiegrundversorgung muss strikt von den kommerziellen Aktivitäten der Energiedienstleister, etwa in Gebäudetechnik oder Solaranlagen, getrennt bleiben. Unternehmen stehen in der Pflicht, organisatorische und technische Vorkehrungen zu treffen, damit es zu keiner Durchmischung kommt.

    Obwohl im konkreten Fall nur Mitarbeitende und nicht das Unternehmen selbst belangt wurden, unterstreicht das Gericht, dass sich auch Unternehmen strafbar machen können, wenn sie gegen ihre Fürsorgepflicht verstossen.

    Signalwirkung für die Branche
    Für Suissetec ist das dritte Urteil in dieser Sache ein Meilenstein. Direktor Christoph Schaer betont: «Der Fall EKS ist für uns nun abgeschlossen. Gleichzeitig erwarten wir, dass dieses Urteil die Basis für einen kompetitiven, aber fairen Wettbewerb zwischen allen Marktteilnehmenden darstellt.»

    Damit will der Verband nicht nur Missbräuche verhindern, sondern auch die Energiedienstleister, als wichtige Mitglieder von Suissetec, verstärkt für die Bedeutung sauberer Trennlinien sensibilisieren. Ziel ist ein konstruktives Miteinander im Markt, das fairen Wettbewerb mit klaren Regeln ermöglicht.

  • Review: Swissbau Community Event bei uptownBasel

    Review: Swissbau Community Event bei uptownBasel

    «Enkelfähig» ist das Gebot der Stunde. Hans-Jörg Fankhauser, Gastgeber des Swissbau Community Events bei uptownBasel, akzentuierte: «Es geht nicht darum, was wir heute machen, sondern was wir morgen erreichen können.» Der Begriff «enkelfähig» steht für seine verantwortungsvolle Arealentwicklung, bei der digitale Technologien und nachhaltige Strategien angewendet werden, um langfristigen Wandel zu ermöglichen und eine lebenswerte Umgebung für zukünftige Generationen zu schaffen. Bei der Zusammenarbeit setzt er auf «New Work» mit starken Partnern.

    Quantentechnologie & KI: Ein neues Kapitel der Innovation
    KI hat die Realität bereits verändert. Hans-Jörg Fankhauser (uptownBasel) betonte die disruptiven Chancen durch Künstliche Intelligenz und Quantencomputing. Die Technologien eröffnen nahezu grenzenlose Möglichkeiten für Innovationen in Architektur, Energieplanung und Gebäudetechnik.

    Baustoff-Re-Use: Vertrauen als Erfolgsfaktor
    Kevin Rahner (Schnetzer Puskas Ingenieure AG) beleuchtete die Herausforderungen beim Re-Use von Baustoffen. Die zentrale Frage: «On Site» oder Recycling? Ohne klare Normierung wird sich Re-Use nicht durchsetzen. Echte Innovation benötigt Vertrauen und strukturierte Prozesse.

    Intelligente Energieversorgung für zukunftsfähige Gebäude
    Sascha Wyss (Primeo Netz AG) erklärte, dass ein stabiles Übertragungsnetz nur dann funktioniert, wenn Produktion und Verbrauch im Gleichgewicht stehen. Moderne Gebäude benötigen intelligente Vernetzung, Redundanz und Flexibilität, um die Energieversorgung nachhaltig zu sichern.

    Praxis erleben & Netzwerken
    Nach den Vorträgen konnten die Teilnehmenden das uptownBasel-Gebäude Pioneer und das uptownBasel-Unterwerk live erleben. Ein anschliessender Networking-Apéro bot die perfekte Gelegenheit zum Austausch unter Expertinnen und Experten der Branche.

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    Weitere Informationen
    swissbau.ch

  • ZHAW bündelt Expertise in neuer Kompetenzgruppe

    ZHAW bündelt Expertise in neuer Kompetenzgruppe

    Am Institut für Facility Management der ZHAW entsteht eine neue Einheit, die den digitalen Wandel der Immobilien- und Baubranche aktiv mitgestalten soll. Die Kompetenzgruppe Smart Building Management widmet sich der Frage, wie Gebäude und Areale intelligent geplant, genutzt und bewirtschaftet werden können. Ziel ist es, digitale Technologien, datenbasierte Services und integrale Strategien entlang des gesamten Immobilienlebenszyklus nutzerorientiert zu entwickeln. Ein besonderer Fokus liegt auf Smart Buildings, Smart Workplaces und resilienten Infrastrukturen, die auf die Bedürfnisse von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt ausgerichtet sind.

    Internationale Erfahrung und vertiefte Branchenkenntnis
    Die neue Leiterin Andrea González bringt über 15 Jahre internationale Erfahrung in Städtebau, Immobilienentwicklung, Architektur, Nachhaltigkeit und Digitalisierung mit. Sie begleitete grosse und komplexe Projekte in Europa und Asien von der Standortanalyse über Planung und Bau bis hin zu Betrieb, Sanierung und Umnutzung. Besonders hervorzuheben ist ihre Expertise in der Anwendung innovativer Smart-Building-Strategien, dem Einsatz digitaler Werkzeuge wie BIM und künstlicher Intelligenz sowie in nachhaltigen Bauweisen.

    Ihre Führungserfahrung reicht von der Leitung interdisziplinärer Projektteams bis zur Gesamtverantwortung als Head of Real Estate und Architektur eines Schweizer Unternehmens. Als Fachperson verbindet sie ökonomisches Denken mit technologischem Innovationsgeist und nachhaltigen Lösungsansätzen.

    Brückenbauerin zwischen Wissenschaft und Praxis
    Neben ihrer Tätigkeit in der Immobilien- und Baupraxis ist Andrea González seit vielen Jahren in Forschung und Lehre aktiv. Sie lehrte und forschte unter anderem an der ETH Zürich, der Universität Liechtenstein, der Universidad Politécnica de Madrid sowie am Tokyo Institute of Technology. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigen sich mit der Integration digitaler Technologien wie künstlicher Intelligenz, digitaler Zwillinge und prädiktiver Analysen in Planungs- und Entwicklungsprozesse.

    In Publikationen und Konferenzbeiträgen hat sie die Transformation urbaner Räume sowie die Zukunft von Smart Buildings und Smart Cities intensiv beleuchtet. Zudem engagiert sie sich in der Lehre auf allen Stufen, von Bachelor- und Masterstudiengängen bis zu Weiterbildungsprogrammen und trägt zur Entwicklung neuer akademischer Formate bei.

    Zukunftsweisende Perspektiven für Smart Building Management
    Mit der Ernennung von Andrea González setzt die ZHAW ein starkes Zeichen für die Weiterentwicklung der Immobilien- und Bauwirtschaft in Richtung Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Resilienz. Die neue Kompetenzgruppe Smart Building Management wird künftig Impulse für praxisnahe Forschung und innovative Lösungen liefern, die sowohl Unternehmen als auch Institutionen bei der Transformation ihrer Infrastrukturen unterstützen.

  • Sunrise-CIO Anna Maria Blengino ausgezeichnet

    Sunrise-CIO Anna Maria Blengino ausgezeichnet

    Mit dem Preis würdigen Confare und EY Schweiz die Rolle von IT-Leiterinnen und -Leitern als zentrale Treiber von Innovation und Unternehmensentwicklung. Blengino habe bei Sunrise in Opfikon ZH die Modernisierung der Prozess-, System- und Datenlandschaft entschlossen vorangetrieben und damit gezeigt, welche strategische Bedeutung moderne IT-Infrastrukturen besitzen.

    „Anna Maria Blengino zeigt, wie IT strategischen Mehrwert schafft – nicht als Supportfunktion, sondern als Motor für Innovation und Transformation“, erklärte Juryvorsitzender Jan Leitermann, Head of Technology Consulting Switzerland bei EY. Besonders hervorgehoben wurden ihre klare Roadmap, die konsequente Kundenorientierung sowie die Positionierung der IT als Wachstumstreiberin.

    Weitere Preisträger als Top CIO des Jahres
    Neben Blengino wurden drei weitere IT-Verantwortliche ausgezeichnet:

    • Raymond Schnidrig, Partner und CTO bei Partners Group
    • Benedikt Schmid, CIO und Data Officer bei MS Reinsurance
    • Matthias Bryner, CIO des Kinderspitals Zürich

    Diese Preisträger stehen exemplarisch für die Vielfalt an Digitalisierungsstrategien, die Schweizer Unternehmen vorantreiben – von global tätigen Finanzakteuren bis hin zu zentralen Einrichtungen des Gesundheitswesens.

    Jury aus Wissenschaft und Wirtschaft
    Die Jury des Confare Swiss CIOAWARD setzt sich aus namhaften Fachleuten aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Unter dem Vorsitz von Jan Leitermann gehörten 2025 unter anderem Stella Gatziu Grivas (FHNW), Christian Russ (ZHAW), Reinhard Riedl (all-acad.com), Alec Joannou (Global CIO ABB) sowie Daniel Fiechter (CIO Stobag, Preisträger 2024) zum Gremium.

    Sichtbarkeit für die digitale Verantwortungsträger
    Die Preisverleihung in Zürich unterstrich, wie sehr digitale Technologien durch Künstliche Intelligenz, Cloud-Computing und Data-Driven Business im Zentrum des öffentlichen Interesses stehen. Leitermann betonte: „Wir machen die Menschen hinter diesen Innovationen sichtbar.“

    Damit rückt der Swiss CIOAWARD die Gestaltungskraft von IT-Leitungen in den Vordergrund – als Schlüsselfaktor für Wettbewerbsfähigkeit und Transformation in einer zunehmend digitalen Wirtschaft.

  • Strompreise 2026 sinken leicht

    Strompreise 2026 sinken leicht

    Gemäss den Berechnungen der Eidgenössischen Elektrizitätskommission (ElCom) sinken die Tarife im kommenden Jahr auf einen Medianwert von 27.7 Rp./kWh. Für einen typischen Haushalt mit 4‘500 kWh Jahresverbrauch bedeutet dies eine Stromrechnung von rund 1’247 Franken, rund 58 Franken weniger als 2025.

    Im Detail verändert sich die Preisstruktur
    Energietarif sinkt von 13.7 auf 12.11 Rp./kWh (-11.6%).
    Netztarif fällt von 12.18 auf 10.75 Rp./kWh, enthält neu aber nicht mehr die Messkosten.
    Messtarif neu separat ausgewiesen mit 74.40 CHF/Jahr (entspricht 1.65 Rp./kWh).
    Netzzuschlag bleibt stabil bei 2.3 Rp./kWh.
    Stromreserve steigt von 0.23 auf 0.41 Rp./kWh.
    Solidarisierte Kosten neu mit 0.05 Rp./kWh.
    Abgaben an Gemeinwesen unverändert bei 1 Rp./kWh.

    Unter dem Strich ergibt sich für Haushalte eine leichte Senkung, während kleine und mittlere Unternehmen stärker von tieferen Netz- und Messkosten profitieren.

    Gründe für die Entwicklung
    Die Preissenkung ist vor allem das Resultat sinkender Energiekosten. Zahlreiche hochpreisige Beschaffungsverträge aus den Krisenjahren 2022/23 laufen aus, wodurch günstigere Marktkonditionen zum Tragen kommen. Gleichzeitig weist die Netzbetreiberin Swissgrid tiefere Tarife aus (1.42 Rp./kWh statt 1.71).

    Die Netzkosten steigen inklusive Messtarif im Durchschnitt leicht an, trotz tieferer Standardsätze für die Kapitalverzinsung, die landesweit Einsparungen von rund 120 Mio. Franken ermöglichen.

    Dynamische Tarife ab 2026
    Mit Blick auf die wachsende Verbreitung von Wärmepumpen und Elektromobilität nimmt die Belastung der Stromnetze zu. Ab 2026 können Netzbetreiber erstmals umfassend dynamische Netztarife einführen. Ziel ist es, den Verbrauch stärker am Netzzustand auszurichten und so kostspielige Netzausbauten zu vermeiden.

    Dynamische Tarife orientieren sich an den tatsächlichen Kosten und sollen verursachergerecht ausgestaltet sein. Sie müssen für Standardlastprofile mit bisherigen Tarifen vergleichbar bleiben. Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der Rechnungsstellung sind gesetzlich vorgeschrieben. Als Standardtarif hat bislang kein Netzbetreiber ein dynamisches Modell angekündigt, Wahlmöglichkeiten für Endkunden bleiben gewährleistet.

    Transparenz und Vergleichbarkeit
    Seit diesem Monat sind sämtliche Strompreise 2026 der rund 590 Schweizer Netzbetreiber über die Plattform der ElCom abrufbar. Die Werte basieren auf den Medianangaben der Betreiber und können je nach Beschaffungsstrategie und Eigenproduktion regional erheblich variieren. Die ElCom genehmigt die Tarife nicht, kann aber bei Verdacht auf überhöhte Ansätze eingreifen und Senkungen verfügen.

  • Nordwestschweiz stärkt Zukunftsthemen mit zwei neuen Hochschulen

    Nordwestschweiz stärkt Zukunftsthemen mit zwei neuen Hochschulen

    Die Eröffnung der beiden Hochschulen markiert eine strategische Neuausrichtung der FHNW und ihrer Trägerkantone Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Solothurn. Damit reagiert die Institution auf die wachsenden Herausforderungen im Spannungsfeld von Digitalisierung, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichem Wandel. Gleichzeitig schafft sie zusätzliche Studienplätze in zukunftsrelevanten Disziplinen und stärkt die Attraktivität der Nordwestschweiz als Hochschul- und Forschungsregion.

    Durch die Schaffung eigener Hochschulen für Informatik und für Technik und Umwelt setzt die FHNW auf spezialisierte Profile. Im Fokus stehen Themen wie Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Cybersecurity, Energie, Umwelttechnik, Robotik und nachhaltige Ressourcennutzung.

    Hochschule für Informatik FHNW
    Die digitale Transformation verändert Wirtschaft und Gesellschaft tiefgreifend. Die Hochschule für Informatik FHNW versteht sich als Impulsgeberin in diesem Wandel. Ihr Ziel ist es, Ausbildung, Forschung und Praxis enger zu verzahnen und neue Formen des lebenslangen Lernens zu ermöglichen.

    Zum Start im Herbstsemester 2025 bietet die Hochschule innovative Studienrichtungen, darunter Artificial Intelligence & High Performance Computing, wo KI-Algorithmen und Hochleistungsrecheninfrastruktur kombiniert werden, um komplexe Modelle effizient zu trainieren und neue Anwendungen für Forschung und Industrie zu erschliessen.

    Mit Data Science & Artificial Intelligence for Sustainability richtet die Hochschule ein weiteres Studium auf den nachhaltigen Einsatz von Datenanalyse und KI aus. Etwa zur Optimierung von Energiesystemen, zur Modellierung von Klimaszenarien oder zur Entwicklung ressourcenschonender Technologien. Zusätzlich folgen neue Angebote in Security, Platforms & DevOps, die dringend benötigte Fachkräfte in Cybersecurity und agiler Softwareentwicklung ausbilden.

    Ein besonderes Zukunftsprojekt der Hochschule ist der neue Standort in Basel, der 2026 eröffnet wird. Dort werden Forschung, Lehre und Wirtschaft eng vernetzt und praxisnah weiterentwickelt.

    Hochschule für Technik und Umwelt FHNW
    Die zweite neue Hochschule widmet sich den drängenden Fragen von Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit. Ihr Profil vereint technische Innovation mit einem klaren Fokus auf ökologische Verantwortung. Studierende und Forschende bearbeiten hier Themen wie erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Ressourcennutzung, immer verbunden mit der Frage, wie Technologie im Einklang mit Umwelt und Gesellschaft wirken kann.

    «Wir bilden dort aus, wo die Wirtschaft dringend Fachkräfte braucht und Forschung neue Perspektiven schafft», betont Prof. Dr. Crispino Bergamaschi, Direktionspräsident der FHNW.

  • NEST testet CO₂-reduzierte Baustoffe

    NEST testet CO₂-reduzierte Baustoffe

    Das Projekt «Beyond.Zero» bringt führende Industrie- und Forschungspartner zusammen, um Innovationen im Bauwesen unter realen Bedingungen zu erproben. Im Fokus steht die Entwicklung neuer Materialtechnologien mit deutlich geringeren Emissionen und hohem Innovationspotenzial für die Bauwirtschaft.

    Ein zentrales Element ist der von Empa und Omya entwickelte zementreduzierte Beton. Durch den Ersatz von bis zu 70 Prozent des Klinkeranteils mit natürlichen Mineralien lassen sich die CO₂-Emissionen spürbar senken, ohne die mechanischen Eigenschaften oder die Dauerhaftigkeit zu beeinträchtigen.

    Praxistest für neue Betontechnologie
    Der Baustoff wird in der NEST-Unit erstmals umfassend im realen Baukontext validiert. Von der Verarbeitung über die Volumenstabilität bis hin zur Beständigkeit im Betrieb. «Nur durch den Test im realen Gebäude können wir zeigen, dass der neuartige Beton nicht nur ökologisch überzeugt, sondern auch den Anforderungen der Praxis standhält», erklärt Empa-Forscher Mateusz Wyrzykowski. Damit entsteht eine Grundlage, um nachhaltige Betone schneller in marktfähige Lösungen zu überführen.

    Industrie trifft Forschung
    Omya bringt als weltweit führender Produzent von Industriemineralien seine Expertise und Produktionskapazitäten in das Projekt ein. «Dass wir nachhaltige Baustoffe direkt im NEST unter realen Bedingungen testen können, beschleunigt den Transfer von Innovationen in eine klimafreundliche Bauweise», betont Empa-Direktorin Tanja Zimmermann.

    Neben dem zementreduzierten Beton sollen im «Beyond.Zero»-Projekt weitere CO₂-reduzierte und CO₂-negative Materiallösungen entwickelt und geprüft werden. Ziel ist ein Bausystem, das den ökologischen Fussabdruck über den gesamten Lebenszyklus, von der Herstellung über den Betrieb bis zum Rückbau, deutlich verringert.

    Signal für die Bauwirtschaft
    Mit diesem Projekt schafft die Empa gemeinsam mit ihren Partnern eine praxisnahe Plattform, die wegweisende Impulse für die Transformation des Bausektors gibt. Angesichts des weltweit hohen Emissionsanteils aus der Zement- und Betonproduktion könnte das Projekt zu einem Meilenstein in Richtung klimaneutraler Bauweise werden.

  • Faire, ökologische Beschaffung mit Toolbox Nachhaltigkeit

    Faire, ökologische Beschaffung mit Toolbox Nachhaltigkeit

    Auslöser für die Entwicklung der Toolbox war die Revision des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen. Neu stehen nicht mehr allein die Kosten im Vordergrund, sondern zunehmend Fragen der Nachhaltigkeit, fairer Arbeitsbedingungen sowie des Ressourcen- und Klimaschutzes. Damit verschiebt sich das Vergabeverfahren von einem reinen Preiswettbewerb hin zu einem Qualitätswettbewerb . Ein Paradigmenwechsel mit Chancen, aber auch mit Herausforderungen.

    Die zentrale Frage dabei ist, wie lassen sich Nachhaltigkeitskriterien objektiv, transparent und praxistauglich in Beschaffungsprozesse integrieren?

    Inhalte und Funktionen der Toolbox
    Die Toolbox Nachhaltigkeit liefert Antworten auf genau diese Frage. Sie ist webbasiert, dreisprachig und so aufgebaut, dass sie Vergabestellen konkrete Werkzeuge an die Hand gibt.

    • Katalog von elf Zuschlagskriterien, die Themen wie Materialbewirtschaftung, Klimaziele oder faire Arbeitsbedingungen abdecken
    • Textbausteine, Formulare und Bewertungstabellen zur direkten Nutzung in Ausschreibungen
    • Rechtliche und praktische Erläuterungen für eine sichere Anwendung der Kriterien
    • Praxisnahe Beispiele, die Orientierung im Vergabeprozess bieten

    Mehr Klarheit und Verbindlichkeit
    Das Instrument schafft ein gemeinsames Verständnis zwischen Auftraggebern und Submittenten, indem Kriterien messbar und überprüfbar formuliert werden. Damit wird auch für KMU die Teilnahme an Ausschreibungen attraktiver, da die Rahmenbedingungen klarer und fairer sind.

    Das übergeordnete Ziel ist es die Ausschreibungspraxis in der Schweiz so weiterzuentwickeln, dass Qualität, Nachhaltigkeit und Innovation honoriert werden. Anstelle eines reinen Wettbewerbs um den tiefsten Preis wie heute.

    Bedeutung für die Branche
    Mit der Toolbox Nachhaltigkeit wird einheitlich nachvollziehbar, wie nachhaltige Kriterien in Bauprojekte einfliessen können. Das stärkt nicht nur die Vergabestellen, sondern schafft auch Vertrauen bei Bauherren und Unternehmen. Das Projekt zeigt, Nachhaltigkeit ist kein Zusatz, sondern integraler Bestandteil zukunftsfähiger Bauwirtschaft.

  • Auf dem Weg zur KI-Revolution

    Auf dem Weg zur KI-Revolution

    Die Debatte um den Stromverbrauch von KI-Systemen ist kein reines Politikum. Rechenzentren und hochskalierte Hardware verschlingen enorme Energiemengen und die stetige Vergrösserung von Modellen verstärkt diese Tendenz weiter. «Wir können nicht unbegrenzt skalieren», erklärt Klimovic, «daher ist die Forschung nach nachhaltigeren Lösungen unerlässlich.»

    Sparsame Modellarchitekturen
    Ein Ansatz ist die Einführung von Sparsity (Dichte-Reduktion) in neuronalen Netzen. Modelle aktivieren dabei nur relevante Teile ihres Systems, während klassische Ansätze stets das gesamte Netz nutzen. «Mixture-of-Experts»-Modelle folgen dieser Logik. Sie verteilen Anfragen gezielt auf spezialisierte Module. Das spart Energie, ohne Qualitätseinbussen zu verursachen.

    GPUs sine wertvoll, aber oft ungenutzt
    Ein zentrales Problem sieht Klimovic in der geringen Auslastung von GPUs, obwohl diese enorm viel Strom verbrauchen. Engpässe entstehen insbesondere bei der Datenvorverarbeitung durch sowie bei der Kommunikation zwischen mehreren GPUs. Oft liegt die Rechenauslastung bei unter 50 Prozent. Damit wertvolle Ressourcen nicht brachliegen, braucht es neue Softwarelösungen.

    Effizienz durch intelligente Frameworks
    Ihre Forschungsgruppe entwickelt Systeme, die Automatisierung und Optimierung in den Vordergrund stellen.

    Sailor ist eine Plattform, die Trainings-Jobs automatisch über GPUs parallelisiert und dadurch die GPU-Effizienz steigert.

    Modyn und Mixtera sind Systeme für eine intelligentere Datenauswahl, die Modelle schneller und mit weniger Daten trainieren.

    DeltaZip  ist eine Plattform, die feingetunte Modellvarianten effizient verwaltet. Sie komprimiert Unterschiede zwischen Modellen («Deltas»), wodurch Ladezeiten sinken und Inferenz schneller und ressourcenschonender abläuft.

    Nachhaltigkeit in Training und Inferenz
    Nicht nur beim Training, sondern auch in der Anwendung, der sogenannten Inferenz, spielen Effizienzgewinne eine Schlüsselrolle. Angesichts der Milliarden täglicher Interaktionen mit Chatbots wird die Schonung von Energie- und Hardware-Ressourcen zu einer global dringenden Aufgabe.

    Wissenschaftliche Freiheit und Open Science
    Klimovic betont die Bedeutung der akademischen Forschung. Weniger durch wirtschaftliche Zwänge getrieben, kann sie langfristige Innovationen verfolgen. Sie hebt die Rolle der Schweizer KI-Initiative hervor, die 2023 gestartet ist und auf dem nahezu klimaneutralen Supercomputer Alps des CSCS basiert. Mit über 10 Millionen GPU-Stunden und 20 Millionen Franken Förderung ist sie die weltweit grösste Open-Science- und Open-Source-Initiative für KI-Grundlagenmodelle.

    Die KI-Revolution ist nur dann nachhaltig, wenn Effizienz zur Leitlinie wird. Bei Algorithmen, Hardware und Systemarchitekturen. Projekte wie Sailor, Modyn oder DeltaZip zeigen konkrete Wege auf, wie sich enorme Energieeinsparungen mit technischer Exzellenz verbinden lassen. Für Klimovic steht fest, «Hochwertige KI bedeutet in Zukunft nicht nur Intelligenz, sondern auch Ressourcenschonung.»

  • Sport, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft unter einem Dach

    Sport, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft unter einem Dach

    Das Radsportteam Tudor Pro Cycling plant, seinen Hauptsitz von Schenkon nach Sursee zu verlegen. Laut einer Mitteilung ist nun der Baustart der neuen Anlage erfolgt. Das 10‘000 Quadratmeter grosse Gebäude soll nachhaltig gestaltet und im Jahr 2027 eröffnet werden. Es soll das Wachstum des Teams unterstützen und die Standards des professionellen Radsports neu definieren. Unterstützt wird das Projekt vom Gemeinderat und den Behörden des Kantons Luzern.

    Die 17 Millionen Franken teure Anlage wurde in Zusammenarbeit mit Goldbeck Rhomberg entworfen. Sie soll an der Zeughausstrasse in Sursee entstehen und über fünf Stockwerke einen Ort bieten, an dem Fahrer, Mechaniker, Trainer und Mitarbeitende zusammenkommen können, um sich auf bevorstehende Rennen vorzubereiten. Ein öffentlicher Bereich soll zudem Fans und Unterstützende exklusive Einblicke hinter die Kulissen und interaktive Erlebnisse bieten.

    „Gemeinsam mit Goldbeck Rhomberg haben wir ein bahnbrechendes Konzept entwickelt, das nicht nur die Bedürfnisse eines professionellen Sportteams erfüllt, sondern auch die Erwartungen der Fans und der lokalen Gemeinschaft berücksichtigt“, erklärt Raphael Meyer, CEO von Tudor Pro Cycling, in der Mitteilung. „Es setzt zudem neue Massstäbe in Sachen ökologischer Nachhaltigkeit und ist mit der DGNB-Gold-Zertifizierung ausgezeichnet – einem der höchsten Standards, die Gebäude erreichen können.“

    Sursee und der Kanton Luzern haben das Team den Angaben zufolge von Anfang unterstützt und das Projekt ermöglicht. „Wir freuen uns, dass dieses neue Gebäude, das dem Sport und einem gesunden Lebensstil gewidmet ist, hier in unserer Gemeinde Gestalt annimmt“, so Sabine Beck-Pflugshaupt, Stadtpräsidentin von Sursee. „Es ist ein Ort, der Sursee auch in der Schweiz und über unsere Grenzen hinaus zu seinem Glanz verhelfen wird.“

  • Statiklücke im Holzbau wird geschlossen

    Statiklücke im Holzbau wird geschlossen

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), der Berner Fachhochschule und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) eine umfangreiche Versuchsreihe durchgeführt. Ziel dieser Untersuchungen war es laut einer Mitteilung, eine Statiklücke im Holzbau zu schliessen. Mit vielfachen Tests und mathematischen Modellen sollten Erkenntnisse zur Horizontallast von Holzrahmenbauten gewonnen werden.

    „Wir untersuchen die horizontale Aussteifung von Gebäuden mit Holzrahmenbauwänden, die Fensteröffnungen enthalten“, wird Nadja Manser, Projektleiterin an der Empa, in der Mitteilung zitiert. „Weder in der Schweiz noch in anderen europäischen Ländern gibt es heute eine Regelung dazu, wieviel Horizontallast eine Holzrahmenwand trägt, wenn sie eine Fensteröffnung enthält.“

    Um diese Daten zu erhalten, führten die Forschenden in der Bauhalle der Empa zahlreiche Experimente mit zweigeschossigen und eingeschossigen Wänden durch, die jeweils zwei Fensteröffnungen enthielten. Dazu wurden die Horizontalbalken mit einer Last von über 100 Kilonewton belastet.

    Aus einer Vielzahl erhaltener Daten soll in einem weiteren Schritt ein für Bauingenieure einfach zu berechnendes Computermodell erstellt werden, mittels dessen Statikberechnungen für Holzrahmenbauten realisiert werden können. Während des gesamten Projekts arbeiten die Forschenden mit Partnern aus der Industrie wie Swiss Timber Engineers, Holzbau Schweiz oder Ancotech AG zusammen. Ein Ziel ist unter anderem das Einsparen von teuren und arbeitsintensiven Stahlverankerungen sowie bislang notwendigen Betonkernen.

  • Schweiz unterschreibt mit Dänemark Abkommen zur CO2-Speicherung

    Schweiz unterschreibt mit Dänemark Abkommen zur CO2-Speicherung

    Die Schweiz hat mit Dänemark am 3. September zwei Abkommen unterzeichnet, die den Export und die dauerhafte Speicherung von Schweizer CO2 in Dänemark ermöglichen. Künftig ist ausserdem eine Zusammenarbeit im Bereich der Negativemissionstechnologie (NET) und Carbon Capture and Storage (CCS) vorgesehen, heisst es in einer Mitteilung. Der Bundesrat hatte die beiden Abkommen bereits am 27. August 2025 genehmigt.

    Die Partnerschaft mit Dänemark reiht sich in die bestehende Partnerschaft mit Norwegen ein, die am 17. Juni 2025 unterzeichnet wurde und ebenfalls die CO2-Speicherung sowie einen bilateralen Emissionshandel ermöglicht. „Die Speicherung von CO2 wird auch für die Schweiz auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel wichtig sein“, wird Bundesrat Albert Rösti in der Mitteilung zum Abkommen mit Norwegen zitiert. „Diese Technologie ergänzt unsere bisherigen Instrumente für die Dekarbonisierung.“

    Die Abkommen mit Dänemark und Norwegen wurden vor dem Hintergrund des Klima- und Innovationsgesetz (KIG) unterschrieben, das die Schweiz bis 2050 dazu verpflichtet, ihren Treibhausgas-Ausstoss auf Netto-Null zu senken. Die Netto-Null soll in erster Linie durch Emissionsminderung erreicht werden, schwer vermeidbare Emissionen, etwa aus der Zementindustrie oder der Landwirtschaft, müssen dagegen durch CCS- oder NET-Technologien ausgeglichen werden. Der Bund fördert seit dem 1. Januar 2025 die Anwendung solcher Technologien im Rahmen des KIG.

  • Rebranding setzt Fokus auf nachhaltige Transformation

    Rebranding setzt Fokus auf nachhaltige Transformation

    Die INNOArchitects AG schlägt nach zwölf Jahren ein neues Kapitel auf: Seit Anfang September firmiert das Beratungsunternehmen aus Wabern unter dem Namen Fuil, informiert Pierre-Yves Caboussat, Gründungspartner und Berater Strategie, in einer Mitteilung der Fuil AG. Der Name INNOArchitects sei zu sehr „einer engen Assoziation mit neuen Produkten und Ideen“ verhaftet. Der neue Name soll dagegen den heutigen Fokus des Beratungsangebots auf nachhaltige Transformation von Unternehmen versinnbildlichen.

    Fiul ist dabei an den englischen Begriff Fuel angelehnt. Er bedeute „Energie, Antrieb, Geschwindigkeit, aber auch Nahrung, also etwas, das nährt und Wachstum ermöglicht“, erklärt Cabussat. Der neue Name stehe damit für den Anspruch des Unternehmens, Wandel mit Wirkung zu gestalten.

    Für Nora Blaesy, Lead Rebranding und Beraterin Geschäftsentwicklung, verdeutlicht der neue Markenauftritt, „wer wir wirklich sind“. Danach will sich Fuil durch die Art, die Dinge anzupacken von anderen Beratungsfirmen unterscheiden. „Wir wollen Organisationen nicht nur beraten, sondern sie befähigen, Wandel selbstbewusst zu gestalten und mit Energie in die Zukunft zu gehen“, wird Blaesy zitiert.

    Fiul bietet Unternehmen Beratungsleistungen in den Bereichen Strategie, Geschäftsentwicklung, Organisationsentwicklung und Zusammenarbeit, Entwicklung von Menschen und Teams sowie beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz an. In den Räumen der umgebauten Gurtenbrauerei in Wabern stellt Fiul zudem Räume für Seminare und Zusammenarbeit zur Verfügung. Unter dem alten Markenauftritt INNOArchitects hat das Unternehmen einen Angaben zufolge bereits über 3000 Aufträge abgeschlossen.

  • Dielsdorfer Rechenzentren sollen Fernwärme für die Region liefern

    Dielsdorfer Rechenzentren sollen Fernwärme für die Region liefern

    Die Green Datacenter AG (Green) aus Lupfig AG und BRUGG Pipes aus Kleindöttingen haben eine Zusammenarbeit bei der Versorgung mehrerer Gemeinden im Kanton Zürich mit Fernwärme vereinbart. Wie es in einer Mitteilung heisst, soll die Abwärme des neuen Green Metro-Campus Zürich 11‘500 Haushalte in Dielsdorf und fünf umliegenden Gemeinden sowie Unternehmen aus Industrie und Gewerbe mit Fernwärme versorgen.

    In Zusammenarbeit mit dem Energieversorger Energie 360° soll das CO2-freie Heizen aus der Abwärme des neuen Rechenzentrums gewonnen werden. Eine Energiezentrale entsteht dabei direkt neben dem Green Metro-Campus. Beim Bau des Fernwärmenetzes setzen die beteiligten Unternehmen auf Rohre von BRUGG Pipes. Dafür hat das Aargauer Unternehmen bereits 126 Rohre mit einer Länge von je 12 Metern und einem Aussendurchmesser von 70 Zentimetern geliefert. Das Rohrsystem wird unterirdisch verlegt und ist nach dem Bau nicht mehr zu sehen. Zur Wartung ist die Anlage mit einem smarten Überwachungssystem versehen.

    „Die Rechenzentren in Dielsdorf sind ein gutes Beispiel dafür, wie Abwärme sinnvoll genutzt und CO2 eingespart werden kann“, wird Martin Rigaud, CEO von BRUGG Pipes, in der Mitteilung zitiert.

    Energie 360° will die erste Fernwärme 2026 liefern. Bereits jetzt beheizt Green mit de Abwärme des Rechenzentrums eigene Bürogebäude und einen nahe gelegenen Industriekomplex.

  • Exklusive Destination am Vierwaldstättersee stärkt Präsenz in Indien

    Exklusive Destination am Vierwaldstättersee stärkt Präsenz in Indien

    Das Traditionshotel Bürgenstock Resort Lake Lucerne lässt sich in Indien ab sofort von der auf Hotellerie spezialisierten und in Mumbai ansässigen Agentur Aumentar Hospitality repräsentieren. „Wir sind gespannt auf all die einzigartigen Begegnungen, Events und Emotionen, die diese Verbindung auf den Bürgenberg bringen wird“, heisst es dazu in einer Mitteilung des Betreibers. Wie die Bürgenstock Hotels AG weiter ausführt, habe sie mit Aumentar Hospitality einen Partner an ihrer Seite, „der über ein exzellentes Netzwerk in Indien verfügt und die Bedürfnisse von Reiseveranstaltern, Agenturen und anspruchsvollen Gästen genau kennt“.

    Diese Partnerschaft versteht das Nidwalder Unternehmen als Teil der strategischen Bestrebungen, seine Präsenz auf dem indischen Markt gezielt auszubauen, „denn Indien gilt für uns als klarer Wachstumsmarkt“. Die Nachfrage nach exklusiven europäischen Destinationen steige seit Jahren kontinuierlich, insbesondere im Zusammenhang mit sogenannten Milestone Celebrations, also Hochzeiten, Jubiläen und anderen besonderen Lebensereignissen.

    Nicht zuletzt wegen einiger Bollywood-Produktionen, die in und um Luzern gedreht wurden, sei die Region im indischen Markt sehr bekannt: „Die Destination gilt als Tor zur Schweiz und vereint Stadt, See und Alpen auf engstem Raum – ein Aspekt, der von indischen Gästen sehr geschätzt wird.“

    Die 60 Hektar grosse Hotel- und Tourismusanlage oberhalb des Vierwaldstättersees zählt insgesamt 30 Gebäude. Sie liegen auf dem Bürgenberg in den Gemeindegebieten von Stansstad und Ennetbürgen.

  • Wachstum bei Prämien und Gebühren im Berichtshalbjahr

    Wachstum bei Prämien und Gebühren im Berichtshalbjahr

    Die Swiss Life-Gruppe weist im ersten Halbjahr einen Betriebsgewinn von 903 Millionen Franken aus. Im Jahresvergleich entspricht dies einem Wachstum um 3 Prozent in lokaler Währung, informiert die international aktive Versicherungsgruppe aus Zürich in einer Mitteilung. Der Reingewinn fiel mit 602 Millionen Franken hingegen um 30 Millionen Franken geringer als im Vorjahreshalbjahr aus. Als Begründung führt Swiss Life im Jahresvergleich um 36 Millionen Franken höhere Steueraufwendungen an.

    „Wir konnten sowohl unser Versicherungs- als auch unser Fee-Geschäft weiter ausbauen und erzielten einen höheren Betriebsgewinn“, wird Gruppen-CEO Matthias Aellig in der Mitteilung zitiert. Konkret hat Swiss Life die eigenen Prämieneinnahmen um 5 Prozent in lokaler Währung auf 12,1 Milliarden Franken ausgebaut. Die Gebührenerträge zogen gleichzeitig um 2 Prozent in lokaler Währung auf 1,27 Milliarden Franken an. „Zudem steigerten wir die Nettoneugeldzuflüsse im Anlagegeschäft für Drittkunden deutlich und unsere Solvenz ist unverändert stark“, erklärt Aellig. „Mit diesen Ergebnissen sind wir erfolgreich in unser Unternehmensprogramm Swiss Life 2027 gestartet und auf Kurs.“

    Im Programm Swiss Life 2027 hat sich die Gruppe zum Ziel gesetzt, ihr Ergebnis im Gebührengeschäft bis 2027 auf über 1 Milliarde Franken im Jahr zu steigern. Im Berichtshalbjahr wurde ein Ergebnis von 392 Millionen Franken erzielt. Für die Eigenkapitalrendite sieht Swiss Life 2027 ein Zielband von 17 bis 19 Prozent vor. Im Berichtshalbjahr lag die Eigenkapitalrendite bei 17,6 Prozent.

  • Möbel aus Schalungsbrettern als Bildungsprojekt

    Möbel aus Schalungsbrettern als Bildungsprojekt

    Der Industriedesigner BjörnIschi hat das umgebaute Gebäude 1 am Campus Sursee vollständig mit recyceltem Mobiliar ausgestattet. Ischi hat mit seiner Designform GmbH das Seminar- und Bildungszentrum, das namentlich der Ausbildung von Baustellenkadern gewidmet ist, mit nachhaltigen Sitzlandschaften und Lerntischen ausgerüstet. Das Mobiliar wurde aus Schalungsbrettern und anderem Altmaterial den Bedürfnissen der Studierenden entsprechend gefertigt.

    Ischi weist in einer Mitteilung darauf hin, dass die zirkulären Möbel wirtschaftlich konkurrenzfähig sind mit Produkten zu marktüblichen Preisen. Nachhaltigkeit sei daher kein Kompromiss, sondern ein Gewinn, sondern ein Gewinn.

    Das Projekt am Campus Sursee wurde bereits 2022 initiiert. Ischi begann ab 2024, bestehendes Material am Campus zu katalogisieren. Auf dieser Grundlage entwarf der Industriedesigner das zirkuläre Mobiliar. Fachlich koordiniert wurde das Projekt vom Möbelhersteller Girsberger aus Thunstetten BE.

    Ischi betont die gute Zusammenarbeit mit der Leitung des Seminar- und Bildungszentrums. „Wo andere Altes wegwerfen, hat Campus Sursee den Mut bewiesen, neu zu denken“, so Ischi. Kurze Wege und kluge Ideen hätten lange Transporte und die Neuproduktion von Mobiliar geschlagen. „Zukunft entsteht, wenn wir Altes wertschätzen und neu interpretieren.“

  • Grundstückserwerb in Meggen

    Grundstückserwerb in Meggen

    Das erworbene Grundstück am Neueggweg ist praktisch unbebaut und liegt gemäss Zonenplan in Wohnzone C. Die Lage ist ruhig, dennoch gut erschlossen, ein Vorteil für zukünftige Bewohner. Nach aktuellem Planungsstand wird Mobimo auf dem Areal eine Überbauung im Stockwerkeigentum mit etwa 70 Wohneinheiten realisieren. Das Projektvolumen beläuft sich auf rund 120 Millionen Franken. Der Baustart ist von einer zwingenden Gestaltungsplanpflicht abhängig. Die Fertigstellung der Überbauung ist für Ende 2032 vorgesehen.

    Entwicklungspipeline und Marktumfeld
    Mit dem Kauf des Areals baut das Unternehmen ihre Entwicklungspipeline für die kommenden Jahre substanziell aus. Die Nachfrage nach Wohneigentum an guten Lagen rund um Luzern bleibt stabil hoch. Die Gemeinde Meggen gehört zu den begehrtesten Wohnorten der Zentralschweiz und punktet neben der Nähe zur Stadt Luzern, mit attraktiver Lage und Lebensqualität. Der Vierwaldstättersee, das Naherholungsgebiet rund um Meggen und die städtische Infrastruktur stärken den Standort zusätzlich.

    Projektziele und Ausblick
    Die neue Überbauung bietet nicht nur neuen Wohnraum, sondern bringt durch den Gestaltungsplan auch städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten. Architekturbüros erhalten nach dem Verfahren die Chance, innovative Wohnlösungen und moderne, bedarfsgerechte Raumkonzepte einzubringen. Die Planung trägt sowohl dem Wunsch nach attraktiven Grünräumen als auch den Ansprüchen an Wohndichte und Nachhaltigkeit Rechnung.

    Bis zur geplanten Fertigstellung Ende 2032 sind noch mehrere Planungsschritte erforderlich. Der genaue Baustart hängt von der Entwicklung und dem Abschluss des Gestaltungsplans ab. Der Bezugstermin wird auf Basis der Behördenverfahren und der Vermarktung zeitnah kommuniziert.

    Das Projekt in Meggen bringt neuen Wohnraum, entwickelt den Standort weiter und erweitert das Engagement des Unternehmens für attraktives, zukunftsfähiges Wohnen in der Zentralschweiz.

  • Pflanzenkohle-Beton eröffnet Perspektiven für klimaneutrale Bauwirtschaft

    Pflanzenkohle-Beton eröffnet Perspektiven für klimaneutrale Bauwirtschaft

    Vier Baufirmen aus der Schweiz haben sich zusammengetan, um am 25. August 2025 die KLARK AG mit Sitz in Landquart GR zu gründen: die Ulrich Imboden AG aus Visp VS, die Logbau AG aus Maienfeld GR, die Novakies AG aus Rapperswil BE und die Toggenburger AG aus Winterthur. Ihr gemeinsames Ziel ist, den durch Beimischung von Pflanzenkohle CO2-neutralen KLARK-Beton im gesamten Land verfügbar zu machen.

    In einer Mitteilung bezeichnen sie die Gründung der KLARK AG als Meilenstein für die Schweizer Bauindustrie: „Sie zeigt, dass ökologische Verantwortung, wirtschaftliches Denken und kooperative Strukturen Hand in Hand gehen können – auch und gerade in einer Branche, die lange als träge galt.“ KLARK stehe für einen Aufbruch hin zu einem Baustoffmarkt, „der Klimaeffekte nicht nur misst, sondern aktiv verändert“. Das sei „Industrieinnovation statt Einzelkampf“.

    Der KLARK-Klimabeton wird mit so viel Pflanzenkohle aus unbehandeltem Restholz aus der regionalen Forstwirtschaft vermischt, bis ein CO2-neutrales Produkt entsteht. Er weist den Angaben zufolge dieselben Eigenschaften auf wie traditioneller Beton, der einen CO2-Ausstoss von bis zu 250 Kilogramm pro Kubikmeter verursacht.

    Die CO2-Senkenleistung ist mit einer verifizierten Ökobilanz nach den Bilanzierungsregeln der Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren (KBOB) nachgewiesen. Die Ökobilanzergebnisse sind auf der KBOB-Liste veröffentlicht. KLARK Beton kann mit 50, 75 oder 100 Prozent Senkenleistung produziert werden und ist vollständig rezyklierbar.

    Als Lizenznehmer zur Produktion des KLARK-Betons sind bereits die Eberhard Bau AG aus Kloten ZH, die Aarebeton Aarau AG und die Arnold & Co. AG Sand- und Kieswerke aus Flüelen UR mit an Bord. „Damit entsteht ein zentrales Kompetenzzentrum für CO2-speicherndes Bauen mit Beton, getragen von regionalen Pionieren mit nationaler Reichweite“, heisst es in der Mitteilung.

  • Online-Marktplatzbetreiber strebt an die Schweizer Börse

    Online-Marktplatzbetreiber strebt an die Schweizer Börse

    Die SMG Swiss Marketplace Group AG hat einen Börsengang an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange angekündigt. Laut einer Mitteilung soll der Börsengang Aktionären Liquiditätsoptionen bieten und SMG Zugang zu breiteren Kapitalmärkten verschaffen, um potenzielle Wachstumsinitiativen zu unterstützen und die finanzielle Flexibilität zu erhöhen. Gleichzeitig soll dies die Marktposition der Gruppe weiter stärken und die Markenbekanntheit erhöhen. Der genaue Zeitpunkt des Börsengangs sei noch nicht festgelegt und hänge insbesondere von den Marktbedingungen ab.

    Die Aktien sollen von zwei der derzeitigen Aktionäre der Gruppe, Mobiliar und Ringier, verkauft werden. Das Angebot wird voraussichtlich als öffentliches Angebot in der Schweiz und in weiteren Ländern in Form von Privatplatzierungen an bestimmte qualifizierte Anleger durchgeführt. Die Aktien der Gruppe sollen zum Handel an der SIX zugelassen werden und die Mindestanforderung von 20 Prozent Streubesitz erfüllen. Goldman Sachs, J.P. Morgan und die UBS werden laut Mitteilung den Börsengang als globale Koordinatoren und gemeinsame Konsortialführer begleiten.

    „Mit einem klaren Leistungsversprechen, einem vertrauenswürdigen Markenportfolio und starker lokaler Expertise sind wir gut aufgestellt, um Millionen von Nutzern einen noch grösseren Mehrwert zu bieten“, kommentiert Christoph Tonini, CEO von SMG. „Mit Investitionen in zukunftsweisende Technologien wollen wir neue Massstäbe für Schweizer Online-Marktplätze setzen.“

    SMG wurde 2021 als Gemeinschaftsunternehmen zwischen der TX Group AG, Ringier AG, Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG und General Atlantic SC B.V. gegründet und hat sich seitdem als ein führender Online-Marktplatz in der Schweiz etabliert. Die SMG hat 2024 einen Umsatz von 290,9 Millionen Franken und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 139,2 Millionen erzielt.

  • Bauprojekt verbindet Kunst, Architektur und Kulturentwicklung

    Bauprojekt verbindet Kunst, Architektur und Kulturentwicklung

    Die Nüssli Schweiz AG aus Hüttwilen hat den ersten Spatenstich zum Ausbau der Mack-Pyramide in Monheim am Rhein getätigt, heisst es in einer Mitteilung. Das Thurgauer Veranstaltungsbauunternehmen hat den Generalauftrag im Frühjahr 2025 erhalten. Es ist nach dem Bau einer Achtfach-Sporthalle bereits der zweite Auftrag aus Monheim für Nüssli.

    Der Bau ist eine architektonische und künstlerische Herausforderung. Über die bestehende Mack-Pyramide wird eine zweite gespiegelte Pyramide gesetzt. In der neuen Doppelstruktur sollen weitere Ausstellungs- und Lagerräume entstehen. Darüber hinaus wird die bestehende Fläche saniert und modernisiert.

    Bis Ende Oktober 2025 soll die Tiefgründung, bis zum Jahresende der Rohbau der Treppenhäuser abgeschlossen sein. Die Tragstruktur besteht aus einer Stahlkonstruktion mit Treppenhäusern aus Stahlbeton. Wo möglich, sollen Fertigbauteile aus dem Arsenal von Nüssli Verwendung finden.

    Pünktlich zum 95. Geburtstag des deutschen Künstlers Heinz Mack soll das Richtfest im März 2026 stattfinden. Die vollständige Fertigstellung des Baus ist für den Sommer 2027 geplant.

    „Wir sind stolz, die Vision der Stadt Monheim am Rhein gemeinsam mit unseren Partnern zu realisieren“, wird Udo Baader, Leiter Projektmanagement Special Projects von Nüssli, in der Mitteilung zitiert. „Die Erweiterung der Mack-Pyramide ist nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern auch ein kultureller Impuls für die ganze Region.“

  • Makler der Zukunft

    Makler der Zukunft

    Die Immobilienwelt steht vor einem epochalen Umbruch. Während klassische Makler einst unangefochtene Vermittler zwischen Angebot und Nachfrage waren, haben sich die Machtverhältnisse in den letzten Jahren radikal verschoben. Digitale Marktplätze dominieren den Erstkontakt, kontrollieren die Sichtbarkeit und beginnen zunehmend, in den Transaktionsprozess selbst einzugreifen.

    Besonders deutlich zeigt sich dies am Beispiel der grossen Plattformen wie SMG. Mit Preiserhöhungen, aggressiver Datenpolitik und der Integration eigener Tools verwandeln sie sich vom reinen Insertions- in eine allumfassende Transaktionsplattform. Makler, die bisher als unabhängige Berater und Marktkenner agierten, werden dadurch in die Rolle von reinen Zulieferern gedrängt, abhängig, eingeschränkt und austauschbar.

    Das Problem geht tiefer als bloss steigende Kosten bzw. reduzierte Margen. Es ist ein Systemwechsel, Plattformen horten Daten, priorisieren Inhalte nach eigenen Regeln und verschieben die Kundenbeziehung weg vom Makler hin zu sich selbst. Damit droht die Immobilienwirtschaft in ein „Uber-Modell“ abzugleiten. Makler werden zu Dienstleistern ohne direkten Kundenzugang, während Plattformen die Wertschöpfung abschöpfen.

    Heisst das, dass der Beruf Makler ausgedient hat? Nein, aber er muss sich neu erfinden. Die Zukunft des Maklers liegt nicht mehr allein im Zugang zu Käufern und Verkäufern, sondern in der Vertrauensbildung, Beratungskompetenz und individuellen Begleitung. Gerade in einem komplexer werdenden Markt, geprägt von regulatorischen Veränderungen, steuerlichen Fragen und hohen Investitionsvolumina, suchen Kunden nach persönlicher Expertise, Verlässlichkeit und diskreter Betreuung.

    Die Branche muss jedoch aktiv handeln, um nicht marginalisiert zu werden. Dazu gehören:

    • Unabhängigkeit bewahren: Insertionsstrategien diversifizieren, alternative Plattformen fördern und sich nicht ausschliesslich auf Monopolisten stützen.
    • Technologie nutzen statt fürchten: Eigene digitale Tools aufbauen, die Kundennähe stärken, anstatt diese an Dritte abzugeben.
    • Netzwerke und Kooperationen: Durch Brancheninitiativen und kollektives Handeln kann die Abhängigkeit von Plattformen reduziert werden.
    • Kundenzentrierung: Den Mehrwert der persönlichen Beratung klar kommunizieren – von der Wertermittlung bis zur emotionalen Begleitung in Kauf- und Verkaufsprozessen.

    Der Makler der Zukunft ist nicht überflüssig, sondern notwendiger denn je, wenn er sich vom reinen Vermittler zum strategischen Berater, Dateninterpreten und Vertrauenspartner entwickelt. Wer diese Chance nicht ergreift, läuft Gefahr, in der digitalen Welt irrelevant zu werden.

    Die Entscheidung liegt bei der Branche selbst, Resignation oder Neugestaltung.

  • Der Top100 Swiss Startup Award 2025

    Der Top100 Swiss Startup Award 2025

    Was damals als einfaches Ranking begann, ist längst mehr als nur eine Liste. Der Award ist heute Treffpunkt für Investorinnen, Unternehmer und Branchenkenner, ein Ort des gegenseitigen Entdeckens und Förderns. Neben dem Ranking selbst hat sich eine Community gebildet, die Gründerinnen und Gründer stärkt, ihnen Türen öffnet und Ideen ihre verdiente Aufmerksamkeit verschafft. 

    Jedes Jahr beweist der Award, dass Innovation nicht im Verborgenen entstehen. Es sind Menschen die den Mut haben, Neues zu wagen  und so Partner finden, die an sie glauben. 

    Erfolge, die Spuren hinterlassen 
    638 Startups haben in den letzten eineinhalb Jahrzehnten 17,8 Milliarden Franken Risikokapital eingesammelt und 20’870 neue Arbeitsplätze geschaffen. Hinter diesen Zahlen stehen Geschichten von Teams, die aus einer Vision ein international gefragtes Unternehmen gemacht haben. Es sind Ingenieure, die Maschinen leiser und effizienter machen. Wissenschaftlerinnen, die Plastik in seine Grundstoffe zurückverwandeln. Juristen mit einem Traum von einer digitalen Lösung, die Wissen schneller zugänglich macht. 

    Die Gesichter von 2025 
    Das aktuelle Ranking spiegelt genau diese Vielfalt wider. Mit Corintis, DePoly und DeepJudge führen drei Startups die Liste an, die unterschiedlicher kaum sein könnten. 

    Corintis kühlt Hochleistungsprozessoren auf revolutionäre Weise und steht damit an der Spitze einer Branche, die die digitale Zukunft antreibt. 

    DePoly verwandelt Plastikabfall in wertvolle Rohstoffe zurüc, ein Beitrag zu einer nachhaltigeren Weltwirtschaft. 

    DeepJudge setzt Künstliche Intelligenz ein, um gigantische juristische Datensätze schnell und präzise zu analysieren. 

    Drei Beispiele, ein gemeinsamer Nenner, Mut, Weitblick und die unerschütterliche Überzeugung, dass gute Ideen die Welt verändern können. 

    Ein Jubiläum mit Blick nach vorn 
    «Das Ranking 2025 spiegelt die Stärke und Innovationskraft unseres Startup-Ökosystems wider», sagt Programmdirektor Stefan Steiner. Dabei geht es nicht nur um Neugründungen, sondern um eine Bewegung. Eine Bewegung, die das Land prägt, wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell. 

    Mit seinem 15. Jubiläum zeigt der Top100 Swiss Startup Award, dass es in der Schweiz nicht nur Ideen gibt, sondern die richtigen Bedingungen, damit aus Ideen Erfolgsgeschichten werden. Und während die einen zurückblicken auf 15 Jahre voller Mut und Innovation, schreiben die Gewinner von 2025 schon längst an den Geschichten von morgen. 

  • Zwischen Innovation und Realität

    Zwischen Innovation und Realität

    Inmitten der Zürcher Agglomeration ragt der neue Wohnturm H1 über das Zwhatt-Areal hinaus. Mit 75 Metern Höhe und 24 Geschossen ist das Gebäude ein sichtbarer Marker für die Skyline von Regensdorf und für hybride Bauweisen zwischen Beton und Holz. Denn trotz markantem Rotton und auffälliger Fassade dominieren im Inneren natürliche und neutrale Materialien. Die Architektur bleibt zurückhaltend, die Struktur klassisch. Drei massive Sockelgeschosse und ein zentraler Betonkern tragen das Gebäude, während Holzstützen, Holz-Beton-Verbundrippendecken sowie Leichtbaufassaden und Solarpaneele für Ressourceneffizienz sorgen.

    Das HBV-Tragwerk erlaubt einen hohen Vorfertigungsgrad und eine signifikante Reduktion der grauen Energie. Im Vergleich zu herkömmlichen Massivbauten werden 20% der Emissionen eingespart, insgesamt etwa 670 Tonnen CO₂ im Lebenszyklus von 60 Jahren. Die horizontal gestellten Photovoltaikmodule dienen als Brisesoleil und generieren jährlich rund 155’000 kWh Strom, was etwa 36% des Energiebedarfs der Wohnungen abdeckt.

    Wohnqualität, Gemeinschaft und urbane Verdichtung
    Im Sockelbereich des H1 schliessen dreiseitige Arkaden das Gebäude an das Quartier an und sorgen für urbane Aufenthaltsqualität. Im Innern sorgt eine klare, modulare Struktur für kompakte, flexible Wohnungen. 156 Einheiten sind um den zentralen Kern organisiert und werden über kurze, gebündelte Erschliessungswege erreicht. Raum für Gemeinschaft gibt es auf halber Gebäudehöhe mit einem doppelgeschossigen Begegnungsraum, einem Waschsalon und spektakulärer Aussicht. Die Holzelemente schaffen ein angenehmes Raumklima, Sichtbalken und Lehmflächen sorgen für Behaglichkeit.

    Nachhaltigkeit und die Ambivalenz des Hochhausprinzips
    H1 ist ein Projekt des Übergangs. Der hohe Holzanteil reduziert das CO₂-Profil, macht aber den Einsatz von Beton nicht überflüssig. Die klimafreundliche Bauweise, lokale Rohstoffe wie Buchenholz aus dem Jura oder Lehm und der Fokus auf erneuerbare Energie rücken nachhaltiges Bauen in die Realität. Dennoch bleibt das Hochhaus ein ambivalentes Konzept. Die Verdichtung spart Fläche, doch die Statik und der Brandschutz zwingen weiterhin zu Hybridkonstruktionen.

    Städtebaulich bildet das Zwhatt-Areal eine neue Entwicklungsperspektive für Regensdorf. Die Silhouette des H1 und weiterer Türme prägt die Skyline. Das Quartier verzahnt Wohnen, Arbeiten und Freiräume und steht für eine Stadtentwicklung, die flexibel und wandlungsfähig bleibt.

    Das Wohnhochhaus H1 steht exemplarisch für den Wandel im Bauwesen. Es bringt avancierte Holzhybridtechnologie, hohe Vorfertigung und städtebauliche Integration zusammen. So ist H1 ein „Bau des Übergangs“, ein Schritt in Richtung Netto-Null, aber auch ein Spiegel der Herausforderungen und Potenziale, vor denen nachhaltiger Wohnungsbau in urbanen Zentren heute steht.

  • Fenster als Kraftwerke

    Fenster als Kraftwerke

    Eine Lösung setzt auf Spezialfolien, die sichtbares Licht gezielt an die Kante der Glasscheibe leiten. Dort nehmen PV-Streifen, oft aus Hochleistungsmaterial wie GaAs, das Licht auf und wandeln es in Strom um. Nur an der Kante braucht es Solarzellen, wodurch Material und Ressourcen gespart werden. Die Durchsicht bleibt erhalten, das Fenster bleibt transparent.

    Ein Forschungsteam der Universität Nanjing konnte mit cholesterischen Flüssigkristallen einen Prototyp entwickeln, der eine optische Effizienz von über 18% erreicht und unter realen Bedingungen stabile Werte liefert. Für ein typisches Fenster mit zwei Metern Höhe ergibt sich eine starke Konzentration des Lichts an der Randzone. Die Beschichtung ist industriell herstellbar und für grosse Fassaden geeignet.

    Durchsichtige Tandemzellen
    Das EU-Projekt CitySolar präsentiert eine andere Innovation. Zwei kombinierte PV-Schichten (oben Halid-Perowskit, unten Organik) holen Energie aus unterschiedlichen Lichtspektren, während sichtbares Licht durchgelassen wird. Somit bleiben Raumhelligkeit und Ausblick unverändert, das Fenster „sieht aus wie ein Fenster“, produziert aber Strom.

    Mit einem Wirkungsgrad von 12,3% und 30% Transparenz wurde ein neuer Rekord für durchsichtige PV-Module erzielt. Der Aufbau eignet sich für Büro- und Wohngebäude sowie Hochhäuser mit grossen Glasfronten.

    Zukunft und Potenzial
    Forschende und Industriepartner arbeiten an noch höheren Wirkungsgraden und besseren Produktionsmethoden. Herausforderungen bestehen bei der Balance von Transparenz und Effizienz sowie bei der Integration in bestehende Bauprozesse. Doch in Projekten wie denen von ZEISS oder dem internationalen CitySolar-Konsortium wird deutlich, wie gross das Marktpotenzial ist.

    Transparente Solarzellen und intelligente Glasflächen ebnen den Weg zu Gebäuden, die ihren Strombedarf teilweise selbst decken. Fenster als Kraftwerke sind in greifbare Nähe gerückt und werden die Energiewende in urbanen Räumen entscheidend mitprägen.

  • Spatenstich für SBB-Werk in Arbedo-Castione

    Spatenstich für SBB-Werk in Arbedo-Castione

    Das neue SBB-Werk, offiziell Nuovo stabilimento industriale ferroviario (NSIF) genannt, ersetzt das bestehende Werk in Bellinzona, das den Anforderungen an den Unterhalt der modernen Triebzüge nicht mehr genügte. Die neue Anlage schafft Raum für 360 Vollzeitstellen und 80 Lehrstellen und ist auf die künftige Wartung und Instandhaltung von Giruno-, ETR- und FLIRT-TILO-Triebzügen spezialisiert. Der hohe Automatisierungsgrad und die Ausrichtung auf elektromechanische Arbeiten machen die Anlage zum modernsten SBB-Industriewerk Europas.

    Besonders stolz zeigte sich SBB-CEO Vincent Ducrot beim Spatenstich. Der Kanton Tessin sei eine äusserst wichtige Region für die SBB, die mit diesem Projekt in Arbeitsplätze, Know-how und Technik investiere. Der neue Standort umfasst eine Fläche von 150’000 Quadratmetern, das entspricht mehr als 20 Fussballfeldern und setzt mit einem Gründach und integrierten Solaranlagen auch ein Zeichen für Nachhaltigkeit.

    Nachhaltigkeit und grosser Baufortschritt
    Begonnen haben die Arbeiten bereits im Juni 2025 mit der Einrichtung der Baustelle, Aushub- und Fundamentarbeiten sowie ersten Massnahmen für die künftige Zugwaschanlage. Parallel läuft der Ausbau der Bahninfrastruktur. Neue Weichen, zusätzliche Gleise und moderne Steuerungstechnik sorgen für eine optimale Anbindung an das Netz. Die SBB legt Wert auf ökologische Kompensation, 8,4 Hektaren hochwertige Fruchtfolgeflächen werden an alternativen Standorten im Tessin ausgeglichen.

    Ab Mitte 2028 geht das neue Werk schrittweise in Betrieb. Mit dem Umzug des bisherigen Werks Bellinzona nach Arbedo-Castione, erhalten Region und Mitarbeitende eine zukunftsfähige Perspektive. Das neue SBB-Werk steht für Innovation, Wachstum und nachhaltige Entwicklung in einer für die Schweiz strategisch wichtigen Region.

  • Effizienz im Holzbau dank Statik

    Effizienz im Holzbau dank Statik

    Holzrahmenbau punktet als nachhaltige Alternative zu Beton. In der statischen Planung stellt sich jedoch ein Problem. Wände mit Fenstern galten bislang als „statistisch unsichtbar“, da belastbare Daten zum Tragverhalten fehlten. Planung, Materialeinsatz und Kosten litten darunter.

    Grossversuche für mehr Material- und Kosteneffizienz
    Um diese Wissenslücke zu schliessen, starteten Empa, die Berner Fachhochschule und die ETH Zürich ein gemeinsames Forschungsprojekt, unterstützt vom BAFU und Industriepartnern. In der Bauhalle der Empa werden Holzwände gezielt extremen Horizontallasten ausgesetzt, dabei entstehen wertvolle Daten zur Belastbarkeit von Wänden mit Fensteröffnungen. Ziel ist, die horizontalen Aussteifungswerte solcher Elemente künftig verlässlich im Ingenieuralltag zu nutzen.

    Weniger Beton, mehr Holz
    Die Erkenntnisse fliessen in ein neues, einfaches Computermodell ein. Die ersten Resultate zeigen, auch Wände mit Fenstern tragen bedeutend zur Aussteifung bei. Das reduziert den Bedarf an Stahlverankerungen sowie Betonkernen und senkt Material-, Zeit- und Kostenaufwand im Holzbau. Perspektivisch entstehen dadurch wirtschaftlichere und ökologischere Bauten.

    Kooperation von Forschung und Industrie
    Die Praxistauglichkeit des neuen Modells steht im Fokus. Im engen Dialog mit Industriepartnern wird das komplexe Forschungsmodell in eine anwendbare Lösung für die Planungspraxis übersetzt. Damit profitieren Planende, Investoren und Bewohner gleichermassen.

    Mit neuen Testverfahren und Berechnungsmodellen für Fensterwände bringt das Forschungsprojekt den Holzbau einen Schritt weiter, zu mehr Effizienz, Ressourcenschonung und Innovationskraft.

  • Neubau stärkt die Kantonspolizei Solothurn

    Neubau stärkt die Kantonspolizei Solothurn

    Die Aufgaben der Polizei sind vielfältiger geworden. Technik und Gesellschaft wandeln sich rasant. Gesetzliche Vorgaben werden immer komplexer. Um darauf reagieren zu können, braucht die KAPO Solothurn neue Strukturen. Gut ausgebildete Mitarbeitende und laufende Weiterbildung sind wichtiger denn je. Auch eine ausreichende Ausstattung ist heute eine Grundvoraussetzung für effizientes Arbeiten.

    Platzmangel, veraltete Infrastruktur
    Die bestehende Infrastruktur erfüllt die aktuellen Ansprüche nicht mehr. Viele Dienste arbeiten in beengten und ungeeigneten Mietobjekten. Spezielle Räume für Ausbildung und moderne Untersuchungen fehlen. Besonders betroffen sind die Kriminaltechnik sowie der Dienst für Aus- und Weiterbildung. Die Mitarbeitenden müssen deshalb auf externe Räume ausweichen. Das erschwert Abläufe und kostet Zeit.

    Der Neubau als Lösung
    Am Standort Oensingen entsteht eine zentrale Einheit für die Polizei. Mehr als 150 Mitarbeitende aus elf verschiedenen Diensten werden künftig unter einem Dach arbeiten. Das schafft bessere Kommunikation und kürzere Wege. Auch die Zusammenarbeit mit dem Schwerverkehrskontrollzentrum in der Nähe wird einfacher. Der Neubau bietet genügend Platz für heutige und zukünftige Teams. Moderne Arbeits- und Ausbildungsbedingungen sorgen für mehr Effizienz und Motivation.

    Ausbildung und Qualität stehen im Vordergrund
    Ein neues Ausbildungszentrum vor Ort vereinfacht die Schulung der Polizeikräfte. Die Kriminaltechnik bekommt zeitgemässe Labore und Untersuchungsräume. Das steigert die Qualität der Arbeit und verbessert die Bedingungen für alle.

    Mehr Effizienz, geringere Kosten

    Durch die neuen Strukturen werden Abläufe vereinfacht und Kosten gesenkt. Die internen Synergien und die Nähe zum SVKZ führen zu kürzeren Einsatzzeiten. Das macht die Arbeitsplätze für die Polizei attraktiver und steigert die Effektivität.

    Zahlen, Fakten und Ausblick
    Der Bau ist für rund 85 Millionen Franken geplant. Die Nutzfläche beträgt gut 10’400 m². Das Gebäude bietet Räume für alle wichtigen Polizeidienste. Es verfügt über spezielle Trainingsbereiche, Labore und 204 Parkplätze. Die Fertigstellung und der Bezug sind für 2031 vorgesehen. Luna Productions aus Deitingen hat das Siegerprojekt im Wettbewerb geliefert. Die Kosten werden laufend überprüft und optimiert.

    Der Neubau stellt die Kantonspolizei Solothurn für die Zukunft auf. Bessere Arbeitsbedingungen, effizientere Abläufe und moderne Technik sorgen dafür, dass die Polizeiarbeit sich flexibel weiterentwickeln kann.

  • Fraunhofer ISE Testlab setzt Standard für Wechselrichter

    Fraunhofer ISE Testlab setzt Standard für Wechselrichter

    Mit dem zunehmenden Ausbau erneuerbarer Energien fehlen im Netz die rotierenden Massen klassischer Kraftwerke, die bisher für eine stabile Spannung und Frequenz gesorgt haben. Netzbildende Wechselrichter müssen diese Aufgabe übernehmen und das Netz auch in kritischen Situationen wie Frequenzänderungen oder Kurzschlüssen zuverlässig stabilisieren. Bislang fehlen für diese Systeme jedoch eine einheitliche Definition und standardisierte Nachweisverfahren.

    Prüfverfahren GFM Benchmark
    Im Projekt GFM Benchmark lud das Fraunhofer ISE führende Hersteller ein, ihre Geräte im Labor zu prüfen. Sieben Unternehmen stellten Wechselrichter mit unterschiedlichen Leistungen und Entwicklungsständen zur Verfügung. Das Prüfverfahren wurde gemeinsam mit deutschen Übertragungsnetzbetreibern entwickelt und bildet verschiedene Netzsituationen ab. Neben Normalbetrieb auch Extremsituationen wie Phasensprünge und Netzkurzschlüsse.

    Während viele Geräte bei klar definierten Anforderungen ähnlich reagieren, offenbaren sich bei komplexeren Bedingungen noch deutliche Unterschiede. So konnte das ISE-Team den Herstellern wertvolle Hinweise zur Optimierung geben und zeigte den Bedarf an Weiterentwicklung auf.

    Wegbereiter für Normung und Marktintegration
    Die Projektergebnisse sind direkt in die europäische Normungsarbeit sowie den VDE FNN-Hinweis „Netzbildende Eigenschaften“ eingeflossen. Der neue Prüfleitfaden bietet erstmals einen anerkannten Rahmen für den Praxistest und die Zertifizierung netzbildender Systeme. Das ist besonders relevant, denn ab 2026 startet in Deutschland ein neuer Markt für Momentanreserve, bei dem beispielsweise Batteriespeicher mit passender Zertifizierung zusätzliche Erlösmöglichkeiten erhalten.

    Marktreife, Best Practice und Branchendialog
    Die Marktanalyse und Testdaten bieten eine solide Entscheidungsgrundlage für Hersteller, Netzbetreiber, Investoren und Normengremien. Durch die nun möglichen Zertifizierungsmessungen wird der Markteintritt neuer, stabilisierender Wechselrichter beschleunigt. Zusätzlich begleitet das Fraunhofer ISE die Überführung der europäischen Anforderungen in nationale Regularien und unterstützt die Branche mit Best-Practice-Leitfäden.

    Mit dem Prüfverfahren für netzbildende Wechselrichter hat das Fraunhofer ISE einen Meilenstein gesetzt. Die Energiewende in Europa wird so nicht nur sicherer, sondern auch messbar schneller Realität.