Die von der Armee genutzten Immobilien des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) verbrauchen ausschliesslich Strom, der aus erneuerbaren Energien, vor allem aus Wasserkraft, erzeugt wird, informiert das VBS in einer Mitteilung zum aktuellen Nachhaltigkeitsbericht des Bundesamts für Rüstung (armasuisse). Ihr zufolge konnten auch die von den VBS-Immobilien verursachten CO2-Emissionen gegenüber dem Vorjahr deutlich gesenkt werden. Konkret wurden im letzten Jahr 36’600 Tonnen CO2 ausgestossen.
Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht zeige auf, „wie armasuisse Immobilien ressourcenintensive militärische Infrastrukturen nachhaltig baut und über den gesamten Lebensweg wirtschaftlich betreibt“, heisst es in der Mitteilung weiter. Darüber hinaus stelle der Bericht wichtige Kennzahlen zur Verfügung. Als Beispiel wird unter anderem der Anteil der auf lokale Zulieferer entfallenden Ausgaben für Planungs- und Bauleistungen genannt. Er wird in der Mitteilung auf 85 Prozent beziffert.
Zusätzlich enthalte der Bericht ein Gespräch mit Divisionär Thomas Kaiser, wird in der Mitteilung weiter erläutert. In diesem stelle der Chef der Logistikbasis der Armee „seine Vision der nachhaltigen Zukunft für die Logistikbasis der Armee“ vor.
Enerdrape hat 150‚000 Franken im Rahmen des Förderprogramms von Venture Kick gewonnen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) entwickelt eine nachhaltige Lösung zur Klimatisierung von Gebäuden. Das System des Start-ups besteht aus modular aufgebauten Paneelen, die in Innenräumen installiert werden. Diese nutzen die vorhandene thermische Energie und Abwärme, um das Gebäude zu heizen und zu kühlen.
Alleine das Heizen und Kühlen von Gebäuden ist den Angaben von Enerdrape zufolge in Europa für rund 40 Prozent des CO2-Ausstosses verantwortlich. Laut dem Start-up erfordern nachhaltige Alternativen oft einen komplexen Installationsprozess und sind zudem teuer. Dagegen sei die Lösung von Enerdrape günstig und einfach umsetzbar. Die Paneele der Firma sind insbesondere für die Installation in Tiefgaragen sowie in Geschäftsgebäuden vorgesehen. In Europa sieht Enerdrape hier einen potenziellen Markt von 40 Millionen Franken.
Die Förderinitiative Venture Kick unterstützt Jungunternehmen von der Idee bis zur Firmengründung. Die Venture Kick Stiftung hat das Institut für Jungunternehmen, das in Schlieren ZH, St.Gallen und Lausanne vertreten ist, mit der Durchführung der Initiative mandatiert.
Rund 70 Filialen von Aldi Suisse können bereits jetzt oder in naher Zukunft selbstproduzierten Solarstrom verwenden. Laut einer Medienmitteilung von Aldi befindet sich „eines der grössten Sonnenenergieprojekte der Schweiz“ auf der Zielgeraden. Auf den etwa 70 Aldi-Suisse-Filialdächern werden dann insgesamt 45’000 Solarmodule verbaut worden sein. Installiert und betrieben werden die Photovoltaikanlagen von ewz.
Der daraus generierte Strom von rund 14 Millionen Kilowattstunden entspreche etwa dem Jahresverbrauch von 5000 Haushalten. Gemeinsam mit der „grössten zusammenhängenden Solaranlage der Schweiz“ auf dem Dach des Aldi Suisse-Verteilzentrums in Perlen ZH würden dann insgesamt über 22 Millionen Kilowattstunden Strom produziert. Damit könnten etwa 8400 Haushalte ein Jahr lang versorgt werden.
Den Grossteil davon verbrauche Aldi Suisse etwa für Beleuchtung oder Kühlung der eigenen Filialbetriebe und für Elektroladestationen. Sie seien bislang an 10 Prozent der Standorte errichtet worden. Überschüsse würden von ewz ins Netz eingespeist. „Wir sind stolz“, so Aldi-Landesgeschäftsführer Jérôme Meyer, „dass wir mit Sonnenenergieprojekten wie diesem dazu beitragen, den unternehmenseigenen CO2-Fussabdruck weiter systematisch zu verringern“.
Statt sich auf eine Region zu konzentrieren, soll die nächste Landesausstellung bis zu ihrem Höhepunkt im Jahr 2028 im ganzen Land stattfinden: in allen Sprachregionen, in Städten, Agglomerationen und auf dem Land. Sie soll nachhaltig sein und zukunftsgerichtet. Das ist die Vision einer Initiative, der die zehn grössten Städte des Landes angehören. Nun hat sich der eigens dafür gegründete Verein „NEXPO – die neue EXPO“ laut einer Medienmitteilung eine neue Leitung gegeben. Sie soll jetzt eine entsprechende Bewerbung beim Bund vorantreiben.
Der neue Vereinsvorstand besteht aus Christina Hanke, Fredi Fischli und Niels Olsen. Hanke, die seit 2019 die kaufmännische Leitung des Zurich Film Festivals innehat, übernimmt die kaufmännische Leitung auch im Verein. Fischli und Olsen leiten die gta Ausstellungen am Departement Architektur der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). Sie unterrichten an der ETH sowie an der Kunsthochschule HEAD in Genf und der Zürcher Hochschule der Künste.
Wie es auf der Internetseite der Initiative heisst, sollen die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz auf einer digitalen NEXPO-Plattform neue Ideen und Projekte des Zusammenlebens in Zeiten von Globalisierung, Digitalisierung, Klimawandel und Migration entwickeln. „Die besten werden zu neuen Wahrzeichen der Schweiz des 21. Jahrhunderts gekürt und sollen Bestand haben.“
Über diese und andere Ideen diskutiert die neue Geschäftsführung mit Interessierten bei einem Online-Gespräch am 10. Mai um 17.30 Uhr. Es wird aus dem leerstehenden Genfer Kino Le Plaza übertragen. Anmeldungen sind per E-Mail möglich.
«Das Siegerprojekt wurde einerseits aufgrund der städtebaulichen Strategie auf dem nördlichen Areal, andererseits aufgrund des respektvollen Umgangs mit den denkmalgeschützten Altbauten ausgewählt», sagt der leitende Architekt Urs Oechslin von den Zürcher Lilin Architekten. Die beiden neuen, für unterschiedliche Nutzungen vorgesehenen Gebäudeensembles im Vordergrund der Spinnerei stellen durch ihren am Ort verankerten Städtebau den Bezug zum Kontext her. Die volumetrische Differenzierung ist vom vorhandenen Siedlungsmuster des verstädterten Dorfs abgeleitet. Die Teilvolumen sind punkto Tiefe und Höhe gestaffelt und ermöglichen verschiedene Ausblicke auf die Spinnerei. Die Gebäudetypologie vermittelt so mit grosser Eigenständigkeit zwischen den dörflichen Einzelbauten und dem grossmassstäblichen Spinnereigebäude. Das Spinnereiareal erhält auf diese Weise ein neues, urbanes Gesicht, in dem sich die verschiedenen Identitäten der Baugeschichte überlagern.
Gewünschte Langlebigkeit Unmittelbar nach dem Studienauftrag wurde das Gesamtprojekt konkretisiert, begleitet von der Bauherrschaft, den Baubehörden, der Denkmalpflege und mit Vertretern aus dem Beurteilungsgremium sowie der Nachbarschaft: «Wir stehen kurz davor, den Entwurf des Bebauungsplans und des Richtprojekts in eine erste behördliche Vernehmlassungsrunde zu geben», so Oechslin. Es sei nicht leicht, um die Spinnerei herum einen Gebäudepark aufzubauen, der mit der Qualität des Denkmals mithalten könne und dessen Schönheit und Nutzen die gewünschte Langlebigkeit garantiere. In der unmittelbaren Nachbarschaft eines solchen Denkmals seien die Anforderungen an die architektonische Qualität sehr hoch. Die mit Ästhetik verbundene kulturelle Akzeptanz sei für den Wert der Immobilie massgebender als manche technische Innovation. Was öffentlich nicht mehr gefalle, werde früher oder später abgerissen. Was hingegen einen sozialen und kulturellen Stellenwert geniesse, bleibe bestehen. Die wirkliche Bedeutung eines Hauses liege letztlich darin, welchen Beitrag es auf lange Sicht für das öffentliche Leben leiste. Urs Oechslin: «Wenn es gelingt, der Bevölkerung, der Gemeinde Baar und der Eigentümerschaft einen Erlebnisort mit grosser Anziehungskraft in Aussicht zu stellen, dann wird in der Folge das Projekt von allen behördlichen Instanzen gutgeheissen. Es wird politisch mehrheitsfähig und von der breiten Bevölkerung mitgetragen.»
Nachhaltige Erneuerung Seit geraumer Zeit dient die «Spinni» nicht mehr dem Zweck, für den sie ursprünglich gebaut wurde. Seit der Aufgabe der Produktion haben sich in den Räumen unterschiedlichste Nutzungen etabliert. Die klare und einfache Gebäudestruktur des Spinnereigebäudes ist deshalb funktional nachhaltig, weil darin integrierte Nutzerausbauten problemlos an Veränderungen anpassbar sind. Die so erreichte, qualitativ hochwertige Langlebigkeit der Grundstruktur wird auch für die neuen Bauten angestrebt. Deshalb wird sie für die neuen mischgenutzten Gebäude adaptiert. Dadurch ist die vorgeschlagene Gebäudestruktur nicht an eine spezifische Nutzung gebunden und überdauert künftige Erneuerungsprozesse.
Ein stimmiges Ganzes Die historisch und baulich begründete starke Identität des Areals ist ein grosser Fundus, aus dem beliebig viele Ideen realisiert werden können. Es gilt immer wieder aufs Neue, geeignete Mittel zu finden, um diese Identität weiter zu entwickeln, neu zu interpretieren und zu ergänzen. So soll die hohe gesellschaftliche Akzeptanz, welche das Areal heute geniesst, weiter ausgebaut werden. «Unsere Motivation besteht darin, mit der intelligenten Verknüpfung von architektonischen, landschaftsarchitektonischen und nutzungsspezifischen Interventionen auf dem Areal der alten Spinnerei an der Lorze einen neuen, etappierbaren Siedlungsteil zu entwerfen», sagt Oechslin. Und weiter: «Dieser übernimmt die bestehenden Qualitäten und ergänzt sie adäquat und respektvoll. Die anspruchsvollen kulturellen, gesellschaftlichen, ökonomischen, ökologischen und baurechtlichen Vorgaben sollen im Interesse aller Beteiligten in einem stimmigen Ganzen vereint werden.»
Die neue «Spinni»-Nutzung will gut überlegt und geplant sein.
An der Hanglage, im Vogelwinkel, unterhalb des Himmelrich in Baar wird das Projekt «Libelle» realisiert. Die Zürcher Park Architekten konnten den Architekturwettbewerb mit ihren vier trompetenartig angeordneten Baukörpern für sich entscheiden. Ihr Projekt überzeugte die Jury durch die vier fein abgestuften, zwei- bis viergeschossigen Gebäude, die sich sternförmig in die Topografie des ansteigenden Hangs eingliedern. Von oben betrachtet gleicht der Neubau den Flügeln einer Libelle.
Der Aussenraum erschliesst sich trichterförmig in die Mitte des Areals. Die Neubauten sind kubisch ausgebildet, sodass sie mit den bereits bestehenden Gebäuden in Dialog treten. Auffällig wird die Fassade: Sie soll in einem buntgeflammten Rotton gehalten werden. Eine Tiefgarage verbindet die vier Gebäude miteinander und bietet 141 Stellplätze. Die 2,5- bis 5,5-Zimmer-Mietwohnungen weisen anstelle von Korridoren rechtwinklig versetzte Raumfolgen auf. Der Baustart ist für Anfang 2022 vorgesehen. 2025 sollen die ersten Mieter einziehen.
Das Quartier Himmelrich in Baar ist dank seiner Topografie und Verkehrslage ein begehrter Wohnort wie auch ein rege aufgesuchtes Naherholungsziel. Aus diesem Grund war der Bauherrin die Einbindung des Landschaftsraums in die Überbauung Vogelwinkel ein grosses Anliegen. Einer nachhaltigen Energiestrategie wurde ebenfalls Rechnung getragen: Die Wärmegewinnung erfolgt über Erdsonden und Sonnenkollektoren. Im gesamten Bauprozess werden ausschliesslich bewährte, langlebige und ökologische Materialien verwendet. Alle Wohnungen sind barrierefrei konzipiert.
Die Überbauung Metalli liegt in der Kernzone von Zug und soll neu gestaltet werden. Städtebauliche Projekte sind bekanntlich langwierige Vorhaben. Eingriffe in Stadtkörper verändern das Aussehen einer Stadt und tangieren entsprechend viele Menschen. «Wir sind uns der Verantwortung bewusst. Entsprechend wichtig ist es zu erfahren, was die Bedürfnisse der Bevölkerung, der Bewohner und allen weiteren Nutzern der Metalli sind», sagt Peter Wicki, Projektentwicklungsleiter bei Zug Estates. Politiker, Interessensverbände und andere Gruppen oder Personen bringen ebenfalls ihre Anliegen mit ein. Entstehen soll demnach ein intensiv begrüntes, nachhaltiges und ökologisches Metalli. Dabei soll der Bau architektonische und städtebauliche Highlights aufweisen. Die heutigen Qualitäten und der breite Angebotsmix sollen erhalten bleiben. Die Interessensgruppen sprechen sich für einen Ort der Begegnungen aus, wo auch nicht kommerzielle Aktivitäten möglich sind. Gewünscht wird ein neuer Stadtplatz, der das in den letzten Jahren stark gewachsene Zentrum beim Bahnhof zwischen Zug und Baar belebt. Die bestehende Glaspassage wird geschätzt und soll in gleicher oder ähnlicher Form erhalten bleiben. Ein Ausbau des Langsamverkehrs wird angestrebt – genauso wie bezahlbaren Wohnraum, mehr Pop-up-Stores und andere spontane oder temporäre Nutzungen von Räumlichkeiten.
Dialog mit allen «Dieser Spagat des Einbezugs der verschiedenen Interessensgruppen und dabei dennoch eine klare und starke Idee zu entwickeln, die diesen für Zug so wichtigen Ort trägt und die Stadt noch lebenswerter macht, ist eine grosse Herausforderung und wird es bis zum Schluss bleiben», sagt Wicki. Zwei weitere wesentliche Fragestellungen reizen ihn besonders bei diesem Projekt: «Wie können wir weiterwachsen, ohne noch mehr Land zu verbrauchen und trotzdem die Qualität der heutigen Siedlungsräume erhalten oder gar steigern? Es geht im Kern um eine nachhaltige, qualitativ hochwertige Innenverdichtung». Ebenso wichtig ist Wicki, wie sich die Innenstädte im Wandel des Einkaufsverhaltens verändern. «Im neuen Lebensraum Metalli müssen wir auf diese beiden zentralen Fragen eine Antwort finden.» Dies sei eine äusserst relevante und spannende Aufgabe.
Nachhaltiger und grüner Heutzutage werden urbane Lebensräume anders konzipiert als früher. Das Metalli sei nie als reines Einkaufszentrum entwickelt worden, wie der Projektentwicklungsleiter erklärt. Von daher bringe das Areal zahlreiche Qualitäten eines modernen Lebensraums bereits mit. «Es ist heute schon ein lebendiges Quartier mit den unterschiedlichsten Nutzungen und Aufenthaltsqualitäten. Wir wollen diese Qualitäten weiter stärken.» Mit dem neuen Metalli-Platz vernetze man das Quartier noch weiter mit der umliegenden Stadt. «Die klimatischen Bedingungen und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit haben sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Der neue Lebensraum Metalli wird nachhaltiger und grüner werden.» Besonderes Augenmerk liegt auf der Pflanzung weiterer Bäume und der Verbesserung der Aufenthaltsqualität im Freien. Das Nutzungskonzept des neuen Lebensraums soll sich den jeweils aktuellen Anforderungen der Metalli-Besucher anpassen. «Der Handel wird sich weiter verändern. Die Welten von on- und offline werden verschmelzen. Die Unternehmen müssen neue Wege finden, um Konsumenten anzusprechen», resümiert Wicki. Die Metalli biete dafür eine ideale Plattform. Darüber hinaus möchte man mehr Produkte aus der Region anbieten.
Im letzten Herbst wurde das Richtprojekt von Hosoya Schaefer Architects mit Nyx Architects und dem Landschaftsarchitekten Lorenz Eugster bei der Stadt Zug eingereicht. Dieses Projekt ging als Sieger aus dem städtebaulichen Wettbewerb hervor. Derzeit wird der Bebauungsplan erarbeitet. Für diese Phase ist ein Zeitraum von zwei Jahren geplant. Parallel dazu wird die Ausschreibung des Projektwettbewerbs vorbereitet. «Wenn weiterhin alles nach Plan läuft, werden wir im Jahr 2025 mit den Bauarbeiten starten können», sagt Wicki.
«Der Baufortschritt der fünf Gebäude der ersten Bauetappe verläuft trotz der Pandemie termingerecht», sagt die Verantwortliche für Kommunikation, Kathrin Sonderegger. Beim südlichsten Hochhaus mit Eigentumswohnungen (Papieri-Suites) steht der Rohbau bereits bis zum fünften Obergeschoss. In den ehemaligen Papiermaschinenhallen PM1-4 erfolgen der Einbau neuer Treppenhäuser, Geschossdecken und Wohnungstrennwände sowie die denkmalpflegerische Sanierung der Fassade für die grosszügigen Loftwohnungen und -ateliers (Papieri-Lofts). Der parallel dazu verlaufende Neubau mit 160 Mietwohnungen – davon 30 im preisgünstigen Bereich – ist im Rohbau ebenfalls weit fortgeschritten. Auch die Maschinengasse, die zwischen den beiden Gebäuden entsteht, wird langsam erkennbar. Diese wird Ende 2022 durch die verschiedenen Nutzer der ein- oder zweistöckigen angrenzenden Ateliers belebt. Derzeit im Bau befinden sich die Tiefgaragen 1 und 2, deren Abstellplätze zukunftstauglich mit Ladestationen für Elektroautomobile ausgerüstet werden können.
Planung der zweiten Bauetappe weit fortgeschritten Die frisch sanierte und denkmalgeschützte Lokremise wurde Ende Jahr ihrem neuen Besitzer übergeben. Sonderegger sagt: «Damit wurde nach der Sanierung des Werkstattgebäudes die zweite gewerbliche Umnutzung eines historischen Gebäudes auf dem Areal Realität.» Ende Jahr startete auch der Bau der neuen Ringstrasse (Papieri-Ring), welche zur Haupterschliessung des Areals gehört und die Gebäude der zweiten Bauetappe umrundet. Im Rahmen der zweiten Bauetappe werden neben dem gewerblich genutzten Ersatzbau des Silogebäudes zwei Wohnhochhäuser mit 61 Eigentums- und 36 Mietwohnungen gebaut. In den Erdgeschossen sind Gewerbeflächen und eine Kindertagesstätte geplant. 64 Mikroapartments ergänzen das Wohnangebot.
CO2-neutrales Energiesystem Die Verantwortlichen der Arealentwicklung verfolgen die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft. Erwähnenswert ist die nachhaltige Energieversorgung des Papieri-Areals mit einer autarken, CO2-neutralen Wärme- und Kälteversorgung. Ein signifikanter Stromanteil wird durch das eigene Flusskraftwerk und Photovoltaikanlagen auf den Gebäudedächern erzeugt. Der Bau der Energiezentrale ist abgeschlossen und die Installation der technischen Anlagen in vollem Gange. Ebenfalls als Bestandteil des Energiesystems wurden bereits rund 100 Erdsonden auf eine Tiefe von 320 Meter gebohrt und eingebracht. Das Energiesystem wird im Herbst 2021 in Betrieb genommen, sodass die zwischengenutzten bestehenden Häuser und die sich im Bau befindenden Gebäude bereits diesen Winter mit nachhaltiger Wärme beliefert werden können. «Nebst der Baubewilligung liegt auch die Konzession des Kantons für den Betrieb des Flusskraftwerks vor, dessen Sanierung im Frühsommer 2021 startet. Der Bereich der ehemaligen Abwasserreinigungsanlage (ARA) wird im nächsten Jahr vollständig renaturiert, landschaftlich umgestaltet und mit einem kleinen Flussarm ergänzt», so Sonderegger.
Grosses Interesse Schon jetzt nimmt die Cham Group ein grosses Interesse aus der Bevölkerung wahr: «Die Anwohner informieren sich, was auf dem Areal passiert, und wir bemühen uns um entsprechende Updates», sagt Sonderegger. Leider verunmögliche die Coronapandemie derzeit Veranstaltungen wie der 2019 durchgeführte Tag der offenen Baustelle für Anwohner und Interessierte. Die Reaktionen seien damals überwältigend gewesen. «Dasselbe zeigt sich auch im Verkauf: Das Vertrauen in unsere Arealentwicklung und das Quartier, welches hier entsteht, ist gross. Innert Wochenfrist waren die ersten Wohnungen, die Ende 2019 auf den Markt kamen, reserviert. Über 3000 Personen haben unseren Newsletter abonniert.» Ein Grund für das Vertrauen liege sicher darin, dass die Cham Group als Eigentümerin und Bauherrin vor Ort sein. Das Team hat seine Büros auf dem Areal und ist so am Puls des Geschehens. Auf Anregungen kann reagiert werden, Feedbacks und Inputs fliessen direkt ein, und allfällige Vorbehalte werden entschärft.
Am 4. Juni 2020 wurde bei der Grundsteinlegung eine Zeitkapsel mit zeittypischen Gegenständen gefüllt und in das Fundament der ersten Bauetappe eingebaut. Sie soll das Bauprojekt für nachfolgende Generationen dokumentieren. Was war der speziellste Gegenstand? Sonderegger erklärt mit einem Lachen: «In Anbetracht dessen, dass wir momentan nicht mal mehr in einem Restaurant Mittagessen können, und viele diese gemeinsame Zeit im Team vermissen, sind wohl die aktuellen Menükarten aus den umliegenden Restaurants Gegenstände von besonderer Relevanz. Wer weiss, ob in 100 Jahren noch Fleisch gegessen wird – dann gehören Hackfleisch-Tätschli vielleicht zu einem vergessenen Essen.»
Das Unterfeld ist eine der letzten grossen zusammenhängenden Baulandreserven und als kantonales Verdichtungsgebiet deklariert. Die Lage direkt auf der Gemeindegrenze zwischen Baar und Zug grenzt an die Erholungszone Lorze und bietet viel Entwicklungspotenzial. Doch manchmal brauchen solche umfassenden Konzepte mehr als einen Anlauf. So auch die Gebietsplanung Unterfeld: Nachdem sich die Bevölkerung von Baar im Frühjahr 2017 gegen eine grenzübergreifende Planung ausgesprochen hatte, wurde das Projekt «Unterfeld Süd» im September 2020 im zweiten Anlauf von den Stimmberechtigten mit 65 Prozent Ja-Stimmen durchgewinkt.
Das Projekt wurde unter Führung der Gemeinde Baar und in einem 50-köpfigen Team neu entwickelt. Das Team bestand aus Experten der Bereiche Städtebau und Landschaftsarchitektur, Behördenvertretern und Grundeigentümern sowie Anwohnern, Befürwortern und Gegnern des früheren Projekts, aus Mitgliedern von Fachgremien und Verbänden sowie den Ortsparteien.
Auf dem Quartiergestaltungsplan aufbauend sind der Zonenplan sowie die Bauordnung abgestimmt worden. Man hat sich auf den Bau eines nachhaltigen Quartiers geeinigt, welches neue Lebens-, Wohn- und Arbeitsformen ermöglicht. Vier Baufelder werden etappiert überbaut. Vorgesehen sind Mietwohnungen sowie Stockwerkeigentum. Auch die Schaffung von Büro- und Dienstleistungsflächen sowie publikumsorientierte Nutzungen in einigen der Erdgeschosse sind projektiert. Ein Quartierplatz, ein grosszügiger Boulevard für den Langsamverkehr und viel Grünfläche sorgen für ausreichend Freiräume. Entstehen sollen drei Hochhäuser mit 60, 50 und 40 Meter Höhe.
Der Architekturwettbewerb für die erste Bauetappe ist bereits gestartet. Voraussichtlich im Jahr 2022 wird die Baarer Gemeindeversammlung über den ausgearbeiteten Bebauungsplan entscheiden. Der erste Spatenstich dürfte nicht vor Sommer 2023 erfolgen. Zunächst sollen das 60-Meter-Hochhaus bei der S-Bahn-Haltestelle Lindenpark sowie das benachbarte Bürogebäude realisiert werden. Die übrigen Baufelder werden parallel dazu weiterentwickelt.
Eigentümer sind die Implenia Immobilien AG, die Ina Invest AG und die Erben Stocker. Für die Arealentwicklung zeichnet Implenia verantwortlich. Das Unternehmen entwickelt die Baufelder 1A und 4 als Eigentümer sowie die Baufelder 1B und 3 im Auftrag von Ina Invest. Weiterhin Interesse bekunden die beiden ortsansässigen Wohnbaugenossenschaften Familie Baar und Liberale Baugenossenschaft Baar. Auf dem Stadt Zuger Gebiet plant die Korporation Zug unabhängig von den anderen Grundeigentümern ein Projekt. Wie dieses aussehen wird, ist noch offen.
Bereits 2014 habe das Institut für Werkstoffe und Holztechnologie (IWH) an der Berner Fachhochschule (BFH) ein Forschungsprojekt begonnen, bei dem günstiges und nachhaltiges Baumaterial an Kokosfasern entwickelt werden sollte, informiert die BFH in einer Mitteilung. Die dabei gewonnen Erfahrungen werden von Michail Kyriazopoulos in einer Ausgründung der BFH weiterentwickelt. Der ehemalige Student und wissenschaftliche Mitarbeiter am IWH hat zusammen mit Daniel Dinizo das Jungunternehmen NaturLoop gegründet.
Als erstes Produkt hat NaturLoop eine aus Kokosfasern hergestellte Bauplatte lanciert. Für ihre Herstellung werden Ernteabfälle philippinischer Kokosnussbauern verwertet. „Mit Cocoboard bieten wir eine nachhaltige, günstige und lokale Alternative zu den herkömmlichen Baumaterialien“, wird Kyriazopoulos in der Mitteilung zitiert. Als nächstes steht bei NaturLoop die Eröffnung einer Produktionsanlage auf den Philippinen auf dem Programm.
Die Produkte des Berner Jungunternehmens sollen die Abhängigkeit der Philippinen von importierten Baumaterialien verringern. Der Verkauf der Kokosnussfasern bietet den einheimischen Kokosnussbauern zudem eine zusätzliche Einnahmequelle. „Als Technologie-Dienstleister wollen wir komplette Lösungen zur Entwicklung nachhaltiger, natürlicher Biokomposite, hergestellt aus landwirtschaftlichen Nebenprodukten, anbieten“, meint NaturLoop-CEO Dinizio. Für ihn bedeute Nachhaltigkeit, „die gegenseitige Abhängigkeit von Natur und Mensch zu berücksichtigen.“
Der im November vergangenen Jahres eingeweihte Gebäudekomplex The Circle am Flughafen Zürich ist nicht nur Minergie-zertifiziert, sondern genügt auch dem Standard LEED PLATINUM des US Green Building Councils, informiert Siemens Schweiz in einer Mitteilung. Beim höchsten Standard der Organisation werden sieben Bereiche auf Nachhaltigkeit geprüft, heisst es dort weiter. Zur Nachhaltigkeit von The Circle haben Produkte für Gebäude- und Energietechnik von Siemens einen aktiven Beitrag geleistet.
Insgesamt seien im Circle über 30’000 Komponenten von Siemens verbaut worden, schreibt das Unternehmen in der Mitteilung. „Wir sind mit unseren Produkten in jedem Raum präsent“, wird Felix von Rotz, Head of Building Products Schweiz, dort zitiert. Für die Umsetzung des Auftrags hatte Siemens Schweiz „ein einzigartiges Logistikkonzept entworfen, mit einem Lager an unserem Standort Steinhausen sowie einem Transportfahrzeug, das nur für The Circle unterwegs ist“, erläutert von Rotz.
Bei den Heizungs-, Lüftungs und Klimaanlagen stellen Produkte von Siemens gesundes und optimales Raumklima her. Weitere Komponenten regeln die Kommunikation der Steuerungen dieser Anlagen mit Jalousie und Licht. Über den Kommunikationsstandard KNX können dabei alle Gebäude vollständig automatisiert werden.
In den Anlagen für Energietechnik wurden weitere 7000 Komponenten von Siemens eingebaut. Dazu kommen Sprachalarmierungsalagen in privaten und öffentlichen Bereichen des Komplexes.
Der neue Vizepräsident des Verwaltungsrats der Herzog Kull Group Holding AG (HKG) stellt in einem Interview Gebäude, bauliche Massnahmen und das nachhaltige Gebäudemanagement in den Fokus der Diskussion um die Reduktion des CO2-Ausstosses. „Mit zunehmender Pönalisierung des CO2-Ausstosses geraten auch vermehrt Eigentümer von Immobilienportfolios unter Zugzwang“, wird Beat Huber zitiert. Seitens der Investoren, aber auch Mieter würden höhere Anforderungen an Energieeffizienz und ökologische Energieversorgung gestellt. So würden Strom vom eigenen Dach und ökologische Wärmeversorgung bei vielen Gebäuden künftig zum Standard gehören.
Huber, der als ausgewiesener Energiespezialist gilt, erwartet, dass das neue CO2-Gesetz die Entwicklung in der Schweiz sicherlich beschleunigen werde. Wegen der im Vergleich zu anderen Ländern niedrigeren Energiekosten hier seien Kosteneinsparungen in der Vergangenheit kein besonderes Thema gewesen. Das habe sich durch den Druck zur CO2-Einsparung geändert. In der Schweiz gebe es aktuell viele Bestrebungen, neue Dienstleistungen und Firmen rund um das Thema Gebäudetechnik.
Finanzielle Anreize, respektive Abgaben bei zu hohen CO2-Werten werden nach Meinung Hubers dazu führen, dass zukünftig eine Immobilie mit Solaranlage und ökologischer Wärmeversorgung nicht mehr ein besonders attraktives Angebot sei. Stattdessen werde man „von Investoren und Mietern abgestraft, wenn man dies nicht bieten kann respektive umgesetzt hat.“, wird Huber zitiert. Diese Erwartungshaltung werde viele Investitionen in Immobilien und Arealen auslösen. „Grosse Immobilienportfoliobesitzer sind aktuell daran, ihre Immobilien hinsichtlich Reduktion des CO2 zu analysieren und Mittel bereitzustellen.“ Er sehe dabei ein grosses Potenzial für entsprechende Dienstleistungen, wie sie HKG schon anbiete.
Die ursprünglich von Axpo initiierte Solar-Grossanlage auf der Muttsee-Staumauer wird zum Gemeinschaftsprojekt AlpinSolar von Denner, Axpo und IWB. Wie es in einer gleichlautenden Medienmitteilung aller heisst, werden die Energieversorgerinnen Axpo und IWB die grösste alpine Solaranlage der Schweiz im Sommer installieren und in Betrieb nehmen. Fast 5000 Solarmodule sollen an der nach Süden ausgerichteten Staumauer pro Jahr rund 3,3 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Discounter Denner wird ihn 20 Jahre lang abnehmen.
Auf 2500 Metern über dem Meer könne auch in den Wintermonaten viel erneuerbare Energie gewonnen werden. Da die Anlage auf einer bestehenden Staumauer installiert wird, sei sie besonders umweltverträglich. Auch deshalb sei AlpinSolar „eine Anlage, wie sie die Energiewende braucht“.
Trotzdem seien „solche Anlagen aufgrund der fehlenden Rahmenbedingungen heute noch kaum wirtschaftlich realisierbar“, bedauert Axpo-CEO Christoph Brand. „Wir haben uns dennoch mit starken Partnern dazu entschieden, dieses Leuchtturmprojekt zu realisieren“ und „ein Zeichen zu setzen“. „Wir sehen das Projekt auch als wichtigen Diskussionsbeitrag für die anstehenden Gesetzesrevisionen.“
IWB, die Energieversorgerin des Kantons Basel-Stadt, beteiligt sich zu 49 Prozent an dem Projekt. Es passe gut zum Unternehmen, sagt IWB-CEO Claus Schmidt, weil „der Ausbau der Stromproduktion aus Solarenergie gezielt auch in der Schweiz“ zur eigenen Strategie gehöre.
Energie Zürichsee Linth habe bereits vor Jahren einen Biogasanteil bei seiner Gas-Grundversorgung eingeführt, informiert das Versorgungsunternehmen in einer Mitteilung. Nun hat EZL diesen Anteil auf 20 Prozent Biogas aufgestockt, heisst es dort weiter. Für den Kunden sei damit aber keine Preiserhöhung verbunden. Er bekomme schlicht „ein ökologisch besseres Produkt“ mit gleicher Wärmeleistung.
Im Einzugsgebiet von EZL könnten Kunden zudem „besonders umweltfreundlich fahren“, erläutert das Versorgungsunternehmen in der Mitteilung weiter. Hier bieten alle Tankstellen 100-prozentiges Biogas an. Bei einem Preis von aktuell 1,05 Franken pro Liter würden Kunden somit „gleich doppelt“ profitieren, schreibt EZL. Zum einen liege der Preis rund 30 Prozent unter dem von Benzin. Und zum anderen seien sie mit Biogas CO2-frei unterwegs.
EZL betreibt bei der Abwasserreinigungsanlage Obersee in Schmerikon SG eine eigene Anlage zur Aufbereitung von Biogas. Laut Unternehmensangaben reicht das dort produzierte Biogas für mehr als 500 Fahrzeuge mit einer jährlichen Laufleistung von rund 15’000 Kilometer jährlich.
Lidl hat ein selbstgestecktes Umweltziel übertroffen. Bis 2020 habe das Unternehmen seine relativen CO2-Emissionen gegenüber 2013 um 35 Prozent reduzieren wollen, erläutert Lidl Schweiz in einer Mitteilung. Letztendlich sei der CO2-Ausstoss aber um 53 Prozent gesenkt worden. Als besonders wirkungsvolle Massnahme hebt Lidl dabei eine Umstellung im eigenen Transportbereich hervor. Hier will das Unternehmen bis 2030 nur noch mit Bio-Flüssiggas angetriebene Lastwagen einsetzen.
Lidl Schweiz habe ein CO2-Management eingeführt, bei dem die jährlichen CO2-Emissionen des Unternehmens erfasst werden, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Darauf aufbauend leitet das Unternehmen Massnahmen zur Reduzierung des Ausstosses ab. Die verbleibenden Emissionen werden kompensiert.
Damit habe Lidl Schweiz bereits zum fünften Mal die Bedingungen für eine Zertifizierung mit den Swiss Climate Label CO2-neutral erfüllt, heisst es in der Mitteilung. Ihr zufolge ist Lidl Schweiz das erste Unternehmen seiner Art in der Schweiz, dessen Filialen und Warenverteilzentren alle nach der Energieeffizienznorm ISO 50001 zertifiziert sind.
Riehen kann mit seiner Planung für den Ausbau einer weiteren Geothermie-Anlage fortfahren. Sie würde die Zahl der mit klimafreundlicher Wärmeenergie versorgten Einwohnerinnen und Einwohner von bisher 8500 auf 12’500 erweitern. Die Referendumsfrist ist Ende Oktober abgelaufen. Damit ist der positive Bescheid des Einwohnerrats nun rechtskräftig. Das teilt die Wärmeverbund Riehen AG (WVR) jetzt mit.
In einem nächsten Schritt stehen im Sommer 2021 seismische Untersuchungen zur Erkundung des Untergrunds für das Projekt geo2riehen an. Damit wird ein geeigneter Standort für die Bohrungen gesucht. Bestätigt sich die Machbarkeit der Anlage, könnte 2023 mit den Bohrungen begonnen werden. Sie sollen mehr natürlich vorkommendes Thermalwasser zur Wärmenutzung erschliessen.
Eine bereits vorliegende Machbarkeitsstudie bestätige dem Projekt „gute Aussichten auf Erfolg“. Die Bohrungen zur Förderung des Thermalwassers und der Bau der Anlage werden mit rund 20 Millionen Franken zu Buche schlagen. Die Kosten teilen sich die beiden Aktionäre, die Gemeinde Riehen und die Basler Energieversorgerin IWB. Das Bundesamt für Energie hat eine Förderung von 1,2 Millionen Franken zugesichert und weitere 5,1 Millionen Franken in Aussicht gestellt.
Die Beteiligung von IWB ist von zunächst 27 auf jetzt 50 Prozent gestiegen. Das, so der WVR, erleichtere nicht nur die Finanzierung. Auch der Betrieb der Anlagen und des wachsenden Versorgungsnetzes lasse sich so besser mit IWB koordinieren: „Die schritt- und teilweise Stilllegung der Gasversorgung wird damit optimal auf das Wachstum des Riehener Wärmenetzes abgestimmt.“
Das in Bassersdorf ZH ansässige Verkehrsunternehmen Eurobus hat neu drei vollelektrische Gelenkbusse von Mercedes-Benz im Einsatz. Die erst vor wenigen Wochen vorgestellten Fahrzeuge der Modellreihe eCitaro G werden auf dem sogenannten ETH-Link zwischen den beiden Standorten der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich eingesetzt. Es sind die ersten, die im Linienbetrieb fahren.
Die 18,13 Meter langen vollelektrischen Gelenkbusse fahren zu 100 Prozent mit grünem Schweizer Wasserstrom. Ihre Kapazität liegt bei 38 Sitz-, 93 Steh- und zwei Rollstuhlplätzen. Zudem bieten sie öffentliches WLAN, USB-Ladesteckdosen und Klimatisierung. Sie ersetzen ab sofort die bisherigen dieselbetriebenen Shuttle-Busse zwischen dem Zürcher Zentrum und Hönggerberg. An der Haltestelle Hönggerberg tanken sie jeweils neuen Strom.
„Die neuen Elektrobusse zeichnen sich neben ihrer Umweltfreundlichkeit vor allem durch die ruhige Fahrweise, den komfortablen Niederflureinstieg sowie das ansprechende Innen- und Aussendesign aus“, wird der Geschäftsführer der Eurobus welti-furrer AG, Patrick Nussbaumer, in einer Medienmitteilung von Daimler zitiert. „Die ETH setzt damit ein klares Zeichen und stärkt ihre Position als zukunftsorientiertes Bildungsinstitut.“
Armin Krieg, Leiter Vertrieb Linienbusse der Winterthurer Daimler-Tochter EvoBus (Schweiz) AG, zeigt sich zufrieden, „dass wir mit der Einführung des eCitaro G unseren angekündigten Fahrplan der E-Mobilität in Stadtbussen konsequent fortführen und die Innovations- und Technologieführerschaft von Daimler Buses ausgerechnet im Epizentrum der technisch-naturwissenschaftlichen Forschung und Lehre unterstreichen dürfen.“
Ein Projekt, das kaum nachhaltiger sein könnte: Der Anbau der Halle 118 auf dem Lagerplatz in Winterthur ZH wurde um fünf Geschosse aufgestockt. Und zwar wo immer möglich mit wiederverwendbaren Baumaterialien. Ausschlaggebend für das heutige Aussehen war das Vorhandensein solcher Werkstoffe aus Rückbauten in der Region. Ganz fertig ist das Gebäude noch nicht: «Der Bau dürfte Anfang 2021 abgeschlossen sein», sagt Benjamin Poignon, Architekt und Bauingenieur beim «baubüro in situ».
Die Stiftung Abendrot mit Sitz in Basel hat das Areal Lagerplatz im Jahr 2010 der Sulzer Immobilien AG abgekauft. Die Stossrichtung war für die Pensionskasse, die auf Nachhaltigkeit setzt, schnell klar: In Zusammenarbeit mit den Mietern sollte die bereits bestehende gemischte Nutzung weiterentwickelt werden. Für jedes der Obergeschosse sind mehrere neue, bis rund 60 Quadratmeter grosse Ateliers für Start-ups und Kleingewerbler geplant.
Die Gebäude sollten zwar mit ihren Fussabdrücken erhalten bleiben, aber energetisch und den gesetzlichen Normen entsprechend weiterentwickelt werden. Für das Projekt zuständig ist das «baubüro in situ». Die Projektleiter Marc Angst und Pascal Hentschel bringen das Konzept auf den Punkt: «Reparieren, was noch gebraucht werden kann. Entfernen, was stört oder nicht mehr taugt – und ergänzen, was neu benötigt wird.»
Suche nach Baumaterial kostet die Hälfte der Zeit Das tragende Grundgerüst besteht aus einer Occasion-Stahlstruktur. Daran werden vorgefertigte Fassadenelemente aus Holz, die mit einer Strohdämmung gefüllt sind, befestigt. Solche einfachen ökologischen Baustoffe wie Stroh, Aushublehm und Holz fallen in grossen Mengen an und können mit minimalem Einsatz von grauer Energie verarbeitet und eingesetzt werden. Sie sorgen ausserdem für ein angenehmes Raumklima.
Die leicht überhängende Südfassade in leuchtendem Backsteinrot-Orange stammt aus der Blechfassade der ehemaligen Ziegler-Druckerei in Winterthur Grüze. Die Fenster im neuen Recycling-Bau sind uneinheitlich, in ihrer Gesamtheit aber stimmig. Damit die Isolation heutigen Standards entspricht, wurde die Verglasung bei neun Fenstern verdoppelt, die anderen wiesen eine ausreichende Isolierung auf. Die Treppe an der Ostfassade ist über 30 Jahre alt und zierte zuvor die Fassade des Bürogebäudes Orion in Zürich-West. Von diesem im 1989 errichteten Gebäude stammen ausserdem 80 Fenster sowie Fassadenplatten aus Granit, die für die Balkonböden wiederverwertet werden. Die jeweiligen Bauteile werden dabei nicht neu aufbereitet – dies unterscheidet das Projekt vom sogenannten Downcycling, bei dem Bausubstanzen zunächst energieaufwendig umgearbeitet werden.
Die Architekten haben aus diesem einmaligen Pilotprojekt bereits einiges gelernt: «Es ist das erste Mal, dass wir eine Tragestruktur wiederverwendet haben. Wir haben aber auch gemerkt, dass es Bauteile gibt, die günstiger im Neukauf als in der Wiederverwendung sind. Wir haben beispielsweise probiert, Kalk-Sandstein wiederzuverwenden. Doch die Reinigungs- und Aufbereitungsarbeiten waren so hoch, dass wir hier auf einen Neukauf ausgewichen sind», erklärt Architekt Poignon. Das Projekt hat auch einen neuen Job kreiert: Bauteiljäger. Das «baubüro In situ» engagierte hierfür eigens Praktikantinnen, die nach geeigneten Abbruchobjekten und dabei anfallenden wiederverwendbare Materialen Ausschau halten. Aber auch die Architekten sind immer mit offenen Augen unterwegs. Nutzbare Materialen werden vom Architekturbüro mit Wurzeln in Basel selber abgebaut und abgeholt. Die Hälfte der Zeit wenden die Architekten für die Evaluation und Beschaffung möglicher Bauteile auf. Probleme, passendes Material zu finden, hatte « in situ » nicht: Von den ungefähr 7,5 Millionen Tonnen Bauabfall, die in der Schweiz jedes Jahr anfallen, werden nur 0,1 Prozent direkt wiederverwendet, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) eruiert hat. «In situ» geht davon aus, dass sich zehn Mal mehr wiederverwenden liesse.
Buchpublikation geplant Wer sich an dieser Stelle Gedanken über die Kosten macht: 4,8 Millionen Franken wurden für das Projekt bislang budgetiert. Ein erklärtes Ziel war es, so zu bauen, dass es nicht teurer als ein kompletter Neubau kommt. «Direkte Vergleiche zu ziehen, ist aber schwierig», sagt Benjamin Poignon.
Allgemein setzt «in situ» beim Bau immer auf Wiederverwendung von Materialien – wenn auch selten in diesem grossen Rahmen. K118 hat mit seiner Einzigartigkeit aber auf jeden Fall Interessenten auf den Plan gerufen: Ein Forschungs- und Lehrprojekt der Fachhochschule ZHAW in Winterthur und eine Fallstudie der Umweltsystemwissenschaften der ETH Zürich begleiteten die Planung. Unter anderem werden die umweltrelevanten (Abfall, Ressourcen, Lebensdauer etc.) und rechtlichen sowie die den Bauprozess betreffenden Aspekte untersucht. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt ist eine gemeinsame Publikation geplant: Das Buch soll die Wiederverwendung von Bauteilen im Hochbau umfassend beleuchten und die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen öffentlich zugänglich machen. ■
So soll das Gebäude K118 nach Abschluss der Bauarbeiten aussehen.
Die gemeinnützigen Wohnbauträger der Schweiz verfügen über einen Bestand von knapp 170’000 Wohnungen, informiert der Bundesrat in einer Mitteilung. Viele dieser hauptsächlich in Städten und Agglomerationen gelegenen Wohnungen seien älter als 30 Jahre und genügten den heutigen energetischen Anforderungen nicht mehr, heisst es dort weiter. Ein Sonderprogramm des Bunds soll gemeinnützige Wohnbauträger motivieren, ihre Gebäude nachhaltig zu sanieren.
Das vom Bundesrat ausgearbeitete Programm sieht dabei die Gewährung von Darlehen in Höhe von bis zu 50’000 Franken pro zu sanierender Wohnung vor. Bei einer Laufzeit von 25 Jahren wird in den ersten zehn Jahren auf die Erhebung von Zinsen verzichtet. Voraussetzung ist, dass die Sanierungsarbeiten den Zustand der Gebäudehülle auf die Stufe B des Gebäudeenergieausweises der Kantone (GEAK) verbessern oder den Minergie-Standard erfüllen.
Ein ähnliches Programm für den ländlichen Raum wird von der Stiftung für Wohneigentumsförderung (SFWE) aufgelegt, informiert der Bundesrat in der Mitteilung weiter. Hier können jeweils 90’000 Franken pro Wohnung für maximal drei Wohnungen beantragt werden. Gesuche für beide Programme können bei den Dachorganisationen des gemeinnützigen Wohnungsbaus beziehungsweise der SFWE bis Mitte Oktober 2023 eingereicht werden.
Der Parco eolico del San Gottardo ist auf dem Gotthard-Pass offiziell eingeweiht worden. Es ist aktuell der einzige Windpark, der in der Schweiz im Bau ist. Er wird seinen regulären Betrieb im November aufnehmen. Für die kommenden Sommermonate sind laut einer Medienmitteilung der Betreiberin Azienda Elettrica Ticinese (AET) „zahlreiche Wiederherstellungs- und Bodensanierungsmassnahmen“ vorgesehen.
Staatsrat Claudio Zali, Direktor der Territorialabteilung, Airolos Bürgermeister Franco Pedrini, der Generaldirektor von Services Industriels de Genève (SIG), Christian Brunier, und der Direktor der AET, Roberto Pronini, haben die Anlage symbolisch in Betrieb genommen. Anwesend waren auch Vertreter von Unternehmen und Institutionen, die an dem Projekt beteiligt sind.
Für die Bauphase wurden die Sommermonate der vergangenen beiden Jahre genutzt. Geplant war die Inbetriebnahme bereits im Herbst 2009. Doch die Verantwortlichen hätten damals laut eines Artikels der „Luzerner Zeitung“ „zugegeben, dass sie den Aufwand des Projekts unterschätzt haben“. Zur Begründung habe der damalige Verwaltungsratspräsident fehlende Erfahrung der Schweiz mit Windparks angeführt.
Jetzt stehen auf dem Gotthard-Pass fünf statt der ursprünglich sieben geplanten Windräder. Sie wurden von der deutschen Firma Enercon geliefert. Die jährliche Produktion dieser Generatoren von je 2,35 Megawatt wird laut der Mitteilung auf zwischen 16 und 20 Gigawattstunden geschätzt. Sie könne den Strombedarf im Leventina-Tal zwischen den Südportalen des Gotthard-Tunnels bei Airolo bis Biasca abdecken.
Die Investition in Höhe von 32 Millionen Franken wurde von den Aktionären des Gotthard-Windparks unterstützt: AET hält 70 Prozent, SIG 25 Prozent und die Gemeinde Airolo 5 Prozent. Die Anlage bekommt für 20 Jahre Subventionen aus dem Fond der Kostendecken Einspeisevergütung (KEV) für erneuerbare Energien. Dabei handelt es sich um ein Instrument des Bundes zur Förderung erneuerbarer Energien. Es wird durch eine Abgabe der Konsumentinnen und Konsumenten auf den Strompreis finanziert.
2019 stammte der Strom aus Schweizer Steckdosen zu rund 75 Prozent aus erneuerbaren Energien. Das geht aus den jährlich erhobenen Daten des Bundesamtes für Energie (BFE) hervor.
Die am Montag veröffentlichten Daten zeigen gemäss einer Medienmitteilung, dass 66 Prozent des verbrauchten Stroms aus Grosswasserkraft stammen. 8,4 Prozent werden per Sonnen- und Windenergie sowie aus Kleinwasserkraft und Biomasse erzeugt. Ihr Anteil stieg 2019 im Vergleich zum Vorjahr von 7,85 Prozent auf 8,4 Prozent. Davon wurden rund 95 Prozent in der Schweiz produziert und gut drei Viertel durch das Einspeisevergütungssystem (ESV) gefördert.
Im Vergleich zum tatsächlich gelieferten Strom liegen die Anteile von erneuerbaren Quellen an der Schweizer Stromproduktion tiefer: 56 Prozent des in der Schweiz produzierten Stroms stammen aus Wasserkraft und 6 Prozent aus neuen erneuerbaren Energien.Das BFE weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass an die Schweizer Steckdosen nicht nur Strom aus Schweizer Produktion geliefert werde.
19,1 Prozent des Liefermixes stammen aus Kernenergie (2018: 17,3 Prozent). Der Anteil am Produktionsmix der Schweiz liegt mit 35 Prozent deutlich höher, ein Teil davon wird exportiert. Knapp 2 Prozent im Schweizer Liefermix werden aus Abfällen und fossilen Energieträgern gewonnen.
Für 4 Prozent des gelieferten Stroms sind Herkunft und Zusammensetzung nicht überprüfbar. Da dieser sogenannte Graustrom ab Lieferjahr 2020 nur noch in Ausnahmefällen zulässig ist, weichen laut BFE Grossverbraucher offenbar vermehrt auf inländische Kernenergie aus. Weil in den meisten Nachbarländern keine Herkunftsnachweise für Strom aus konventionellen Kraftwerken ausgestellt werden, hat die Schweiz Ersatznachweise eingeführt. So könne Kohlestrom aus dem Ausland als solcher deklariert werden und müsse nicht mehr unter Graustrom zusammengefasst werden. Dieser Anteil Kohlestrom hat sich zwischen 2018 und 2019 auf ein halbes Prozent halbiert. Neu beschafften sich jedoch stromintensive Unternehmen Ersatznachweise für Strom aus fossilen und nuklearen Quellen aus europäischen Kraftwerken.
Auf dem Areal der Universität St.Gallen (HSG) baut die HSG Stiftung auf dem institutseigenen Areal derzeit das neue HSG Learning Center. Das Generalunternehmen HRS Real Estate AG hat die Schweizer Holcim AG mit der Lieferung der Betone beauftragt. Bei rund der Hälfte der insgesamt 6000 Kubikmeter verbauten Betons kommt ein neues, nachhaltigeres Holcim-Produkt zum Einsatz, EvopactPLUS.
„Mit EvopactPLUS schliessen wir den Baustoffkreislauf, schonen natürliche Ressourcen und sparen CO2 ein“, so Roger Dällenbach, Regionenleiter Deutschschweiz & Tessin, in einer Medienmitteilung von Holcim. Der neuartige Beton ersetzt natürlichen Kies mit einer wiedergewonnenen Gesteinskörnung aus der Region. Zudem beinhaltet er Susteno, nach Unternehmensangaben der „europaweit erste und einzige ressourcenschonende Zement, bei dem Mischgranulat aus Rückbauten als Zumahlstoff eingesetzt wird“. Dieses feine Material findet in der herkömmlichen Betonproduktion keine Verwendung und muss daher deponiert werden.
„Im Vergleich zu einem bereits optimierten Massenzement spart der Einsatz von Susteno 10 Prozent CO2 ein“, heisst es in der Mitteilung. Auch die Regionalität spiele eine Rolle: Der Baustoff wird ab dem nur drei Kilometer von der Baustelle entfernten Holcim-Betonwerk in St.Gallen geliefert. „Es war ein Experiment für uns, da wir zum ersten Mal mit dem Produkt gearbeitet haben“, wird Polier Marcel Kunz von Holcim zitiert. Er sei sehr zufrieden damit, „es ist ein wunderbarer Beton.“
In dem modernen Bau solle künftiger weniger das fachliche Lernen als vielmehr das Erlernen notwendiger Kompetenzen wie kritisches Denken und Selbstreflexion im Vordergrund stehen, so die Bauherrin, die HSG-Stiftung. Sie finanziert dieses Projekt grösstenteils aus Spenden von HSG Alumni.
Auf der RVBW-Linie 5 verkehren ab März 2021 vier Elektrobusse. Sie werden Fahrgäste zwischen der Baldegg via Bahnhof Baden nach Ennetbaden befördern. Die neuen Busse sind mit einer innovativen Technologie von ABB Schweiz ausgestattet. Das gibt der Kanton Aargau als Besteller der öV-Leistungen in einer Medienmitteilung bekannt.
Das Projekt werde in enger Zusammenarbeit mit der ABB durchgeführt. Das Bundesamt für Energie hat es als unterstützungswürdiges Leuchtturmprojekt eingestuft. Die Antriebstechnologie wird am ABB-Standort Turgi entwickelt. Auch die Ladestation stammen von ABB. Die Batterien werden in Baden produziert.
An den beiden Endhaltestellen wird jeweils eine Ladestation installiert. Dort können Busse in bis zu sechs Minuten aufgeladen werden. Der Kanton beteiligt sich mit knapp 1,5 Millionen Franken an den Investitionskosten für die Ladeinfrastruktur.
Die RVBW-Linie 8 zwischen Neuenhof und Wettingen wird bereits seit Mitte Dezember 2019 versuchsweise für zwei Jahre mit einem Elektrobus betrieben. Auf diesen beiden Linien will die RVBW erste betriebliche Erfahrungen mit dem Einsatz von E-Bussen sammeln. Künftig beabsichtigt die RVBW, sämtliche Stadtbuslinien elektrisch zu betreiben. Die Umstellung von Verbrennungs- auf Elektromotoren soll schrittweise erfolgen.
Insgesamt 66 Prozent der Schweizer Bevölkerung möchten gern von Öl- und Gasimporten unabhängig sein. Zwei Drittel sprechen sich dafür aus, die inländische Stromproduktion mit Wind und Sonne deutlich zu erhöhen. Das sind Ergebnisse des Energie-Trendmonitors Schweiz 2020. Die repräsentative Befragung wurde vom Wärmepumpenspezialisten Stiebel Eltron in Auftrag gegeben.
„Wie die Umfrage zeigt, möchte eine breite Mehrheit der Bevölkerung den Strombedarf des Landes stärker mit heimischen Energiequellen decken“, sagt der Geschäftsführer von Stiebel Eltron Schweiz, Paul Stalder. „Grüner Strom ist der Schlüssel für eine nachhaltige Energieversorgung in der Schweiz.“
Wie es in einer Medienmitteilung heisst, sei jedoch 43 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer nicht bekannt, dass eine Kopplung der Haustechnik mit der eigenen Stromversorgung möglich ist. Zudem sei sich knapp jeder Dritte nicht bewusst, dass die Wärmepumpe klimaschädliche fossile Brennstoffe wie Öl und Gas im Heizungskeller ersetzt und damit klimafreundlich arbeitet.
„Die Ziele des Klimaabkommens von Paris lassen sich nur erreichen, wenn die Wärmeversorgung bis 2050 komplett auf grüne Technologie umgestellt wird“, so Stalder weiter. „Raumwärme sollte in der Schweiz also künftig ohne fossile Energieträger erzeugt werden.“ Zudem hätten Bund, Kantone und Gemeinden Förderprogramme für den Wechsel auf umweltfreundliches Heizen aufgelegt.
Die Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) hat in einer Kurzstudie nachgewiesen, dass die Schweiz im europäischen Vergleich der Pro-Kopf-Produktion von Sonnen- und Windenergie weit hinten liegt: Im Vergleich zur Gesamt-EU rangiert die Schweiz auf Position 24 von 29. Nur Tschechien, Ungarn, Slowenien, die Slowakei und Lettland schneiden noch schlechter ab.
Die Spitzenränge belegen Dänemark, Deutschland, Schweden und Irland. Diese Länder produzieren im Vergleich zur Schweiz ein Vielfaches an Windenergie. Dafür kann die Schweiz immerhin beim Ausbau der Sonnenenergie zulegen: Doch auch hier befindet sie sich auf sehr tiefem Niveau. Der Anteil Solarstrom am Schweizerischen Stromendverbrauch beträgt im Jahr 2019 knapp 4 Prozent, der Anteil Windstrom sogar nur 0.3 Prozent. Daraus folgt ein Gesamtanteil von 4.3 Prozent der neuen erneuerbaren Energien am Stromendverbrauch. In Dänemark sind es 50 Prozent und in Deutschland 33 Prozent.
2019 wurden in der Schweiz keine neuen Windkraftanlagen in Betrieb genommen, es bleibt bei 36 grösseren Anlagen. Die fünf Anlagen des Windparks „San Gottardo“ werden voraussichtlich im Sommer 2020 ans Netz gehen und die Gesamtproduktion um rund 15 Prozent steigern.
Gründe für das schlechte Abschneiden der Schweiz finden sich vor allem in der Schweizer Energiepolitik: Im Gegensatz zu EU-Staaten garantiere diese ungenügende Investitionssicherheit. Für ein rasches Voranschreiten der Energiewende sei eine neue Gestaltung des Strommarktes daher unumgänglich, ist in der Studie zu lesen. Laut SES sind die Klimaziele des Bundesrats in Gefahr. Um die Energiestrategie 2050 zu erfüllen, brauche es deshalb ein zweites Massnahmepaket.
Mehr als 17 Millionen Tonnen Abfälle entstehen in der Schweiz jährlich von Um- und Rückbauten. Zwei Drittel werden aber zu Recyclingbaustoffen aufgearbeitet, so können natürliche Ressourcen wie zum Beispiel Kies geschont werden. Jedoch geht auf diese Weise viel graue Energie verloren, die ursprünglich zur Herstellung der Baumaterialien benötigt wurde. Deshalb hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) die Unternehemen SALZA und Matériuum beauftragt, die Wiederverwendung von Baumaterialien im Schweizer Bausektor zu untersuchen. Es haben rund 150 Akteure aus den Bereichen Ausbau, Vermittlung, Verwendung und Promotion an der Umfrage teilgenommen.
Ressourcenverbrauch und Umweltbewusstsein steigen Der Ressourcenbedarf ist im Baubereich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Ein Grund dafür ist, dass vermehrt Gebäude aus den 1980er und 1990er Jahren abgerissen werden. Die Lebensdauer des Gebäudes und des darin verbauten Materials ist noch nicht erreicht und somit werden viele noch funktionstüchtige Bauteile entsorgt.
Das Bewusstsein, um mit Rohstoffen sparsamer umzugehen, steigt jedoch, wie die Antworten der Umfrageteilnehmer zeigen. Das führt zum Aufleben der Wiederverwendung im Baubereich. Viele kleine Akteure arbeiten im bestehenden Recycling-Markt gewinnbringend. Allerdings ist die Vernetzung dieser Akteure praktisch inexistent und es gibt auch keine Organisation, die deren Interessen in der Öffentlichkeit vertritt.
Wiederverwendung der Baumaterialen muss gestärkt werden Durch das Wiederverwenden der brauchbaren Bauteile werden nicht nur Abfälle vermieden, es vermindert zudem die klimaschädlichen CO2-Emissionen. So kann die Baubranche zur Erreichung des Klimaziels 2050 und der Energiestrategie 2020 beitragen.
Fazit der Studie: Die Branche könnte mittels einer Information- und Austauschplattform zur Wiederverwendung und der Schaffung einer Dachorganisation vernetzt und strukturiert werden. Zudem sollen Leuchtturmprojekte kommunikativ unterstützt werden, um praktische Umsetzungsmöglichkeiten der Wiederverwendung zu demonstrieren. Ebenfalls wichtig: Bauplanerinnen und Bauplaner zum Thema Wiederverwendung ausbilden und Bauherrschaften und Bevölkerung für das Thema sensibilisieren.
Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) möchte künftig die Wiederverwendung als Mittel zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in den entsprechenden SIA-Normen und Nachhaltigkeitslabels verankern, um damit den Umweltfussabdruck von Bauwerken weiter zu senken.
2020 werden erstmals drei anstatt wie bis anhin zwei Projekteingaberunden durchgeführt. Dadurch entstehen für die Antragssteller eine zusätzliche Eingabemöglichkeit sowie kürzere Wartefristen zwischen Projekteingabe und Förderentscheid.
Die Anträge für die 3. Projektrunde 2020 können noch bis am 4. September 2020 eingereicht werden. Für die Abwicklung ist die Firma CimArk SA in Sion im Auftrag des Bundesamts für Energie verantwortlich.
Die erste Ausschreiberunde ist bereits abgeschlossen: Von 17 eingegangenen Projekten erhielten 11 mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis einen Zuschlag. Die bewilligte Fördersumme der ersten Runde beträgt 4 Mio. Franken. Die Ideen reichten von gewerblichen Gefrier- und Kühlgeräten in Kioskfilialen über die ernergetische Optimierung von Knet- und Rührwerken in einer Schokoladenfabrik bis hin zu Effizienzsteigerungen von elektrischen Antrieben und von Beleuchtungsanlagen.
Erfolgreicher Wettbewerb
Mit dem Wettbewerb unterstützt der Bund Projekte und Programme die möglichst kostengünstig zum sparsameren Stromverbrauch im Industrie- und Dienstleistungsbereich und in den Haushalten beitragen. Die Fördermittel werden über einen Zuschlag auf die Übertragungskosten der Hochspannungsnetze finanziert.
Über die letzten zehn Jahre haben sich die Wettbewerblichen Ausschreibungen zu einem erfolgreichen Förderinstrument entwickelt: Über 600 Projekte und Programme mit einem Fördervolumen von rund 240 Mio. Franken konnten bis und mit 2019 unterstützt werden. Dadurch konnten rund 730 GWh Strom pro Jahr eingespart werden, was in etwa dem jährlichen Stromverbrauch von 160’000 Haushalten entspricht.
Alleine im 2019 konnten zusätzliche 10 Programme und 47 Projekte mit 31 Mio. Franken gefördert werden, wobei das über das gesamte 2019 betrachtete Kosten-Nutzen-Verhältnis inkl. Vollzugskosten bei 2.7 Rp./kWh liegt.
Partners
Group, der globale Manager für Privatmarktanlagen, besitzt neu dank einer 80-prozentigen
Beteiligung die Mehrheit der VSB
Gruppe. Die Akquisition tätigte die Firma mit Sitz in Baar/ZG im
Auftrag ihrer Kunden. Bankenaufsichts- und Kartellbehörden haben der Transaktion zugestimmt. Der
übrige Unternehmensanteil behält der Gründer Andreas Dorner. Die
VSB Holding GmbH ist ein europaweit tätiger Entwickler, Eigentümer
und Betreiber für Windenergie und Photovoltaik.
„Angesichts des
enormen Potenzials der erneuerbaren Energien waren wir auf der Suche nach einem
gleichgesinnten Partner, um die nächste Phase unseres Wachstums zu
beschleunigen. Mit der Partners Group haben wir einen Partner gefunden,
der sowohl über bedeutende operative Ressourcen als auch eine Vielzahl an
internationalen Erfahrungen im Bereich der Investitionen in erneuerbare
Energien verfügt“, sagt Dorner.
„VSB ist ein
etablierter Player auf dem Energiemarkt, dessen führende Position wir weiter
ausbauen wollen“, erklärt David Daum, Mitglied des Private Infrastructure
Management Teams der Partners Group. Er ist überzeugt, dass die VSB Gruppe das Potenzial habe, eine der führenden europäischen Plattformen für
erneuerbare Energien zu werden. “Wir werden eng mit dem Managementteam
zusammenarbeiten, um dieses Ziel zu erreichen“, so Daum.
1970 ging das Kraftwerk Pradella in Betrieb. Heute ist Pradella mit einer Gesamtleistung von 288 Megawatt und einer Stromproduktion von 1 Million Megawattstunden pro Jahr das wichtigste Kraftwerk der Engadiner Kraftwerke AG (EKW). Dafür werden jährlich rund 600 Millionen Kubikmeter Wasser des Inns und zweier Seitenflüsse turbiniert.
Laut einer Mitteilung hat nun die Bünder Regierung grünes Licht für die Sanierung und Erneuerung des Kraftwerks und der drei Wasserfassungen auf dem Gebiet der Gemeinde S-chanf gegeben. Das Stauwehr Vallember soll zudem so umgebaut werden, dass Fische hindernisfrei auf- und absteigen können.
Die EKW investieren rund 12,5 Millionen Franken in das Projekt. Noch in diesem Frühjahr sollen die Arbeiten beginnen und im Laufe des Jahres 2021 beendet sein.
Nachhaltigkeit wird ein immer wichtigeres Thema: So möchte man die vollständige Abkehr von fossilen Energieträgern. In der Schweiz ist in Sachen erneuerbarer Energie vor allem der Winter problematisch. Auch die Umstellung des Langstrecken-, Schwer- und Flugverkehrs auf erneuerbare Treibstoffe ist eine Herausforderung.Deshalb befasst sich ein Forschungsprojekt an der Empa mit der Herstellung von synthetischem Methan. Der Kanton Zürich unterstützt das Vorhaben mit insgesamt 500’000 Franken aus dem Rahmenkredit zur Unterstützung von Pilotprojekten im Energiebereich.
Synthetisches Methan, ein wichtiger Meilenstein Hergestellt wird synthetisches Methan aus erneuerbarem Strom und Kohlendioxid (CO2). Über das Gasnetz kann es international transportiert werden, die Infrastruktur dazu ist bereits vorhanden, Ebenso die Handelsmechanismen, die Normen und das Expertenwissen. Damit ist es eine von wenigen Optionen für die Versorgung der Schweiz mit erneuerbarer Energie im Winterhalbjahr. In flüssiger Form könnte es eine Alternative zu Diesel für den Langstreckengüterverkehr bieten und als Grundlage für die Entwicklung von synthetischem Kerosin dienen. Zudem würde das synthetische Methan eine energetische Koppelung der Strom, Wärme- und Verkehrssektoren ermöglichen.
«Es ist eine Schlüsselfrage für den Klimaschutz: Wie können wir die überschüssige Sonnenenergie vom Sommer ganzjährig nutzbar machen, um CO2-frei zu werden – gerade beim Verkehr», sagt der zuständige Regierungsrat Martin Neukom, Baudirektor des Kantons Zürich. Die Umwandlung von erneuerbarem Strom in synthetisches Methan ist zwar nicht neu, jedoch fehlen für die Einordnung und vergleichende Bewertung künftiger Energieversorgungs- und Mobilitätskonzepte noch verschiedene Grundlagen. Die Erarbeitung belastbarer energetischer und wirtschaftlicher Daten in diesem Umfeld sei deshalb auch ein Schwerpunkt des Vorhabens, betont Brigitte Buchmann, Mitglied der Empa-Direktion und strategisch verantwortlich für das Projekt.
Empa-Tankstelle mit synthetischem Methan Das Projekt hat zum Ziel, «move», den Mobilitätsdemonstrator der Empa, in dem bereits Projekte zur Elektro- und Wasserstoffmobilität laufen, bis 2021 mit einer Produktionsanlage für synthetisches Methan zu erweitern. So sollen an der angeschlossenen Tankstelle dann Lastwagen eines Projektpartners mit CO2-neutralem, synthetischem Methan betankt werden. Parallel dazu sollen Kostenstrukturen untersucht und Wirtschaftlichkeitsmodelle entwickelt werden. Diese sollen als Grundlage für Entscheidungsträger zur Ausgestaltung von Rahmenbedingungen der künftigen post-fossilen Mobilität dienen können.
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