Schlagwort: Solarenergie

  • Meyer Burger wird zum Hersteller von Solartechnik

    Meyer Burger richtet sich strategisch neu aus, um sein geistiges Eigentum besser zu schützen. Der Verwaltungsrat des Maschinenbauers mit Sitz in der Gemeinde Thun hat laut einer Medienmitteilung entschieden, seine Fertigungsanlagen für Solarzellen und Solarmodule nur noch exklusiv zum eigenen Gebrauch herzustellen. Für eine eigene, gross skalierte Zell- und Modulproduktion wird Meyer Burger auf einer ausserordentlichen Generalversammlung am 10. Juli eine Kapitalerhöhung von 165 Millionen Franken beantragen.

    Ein Grossteil der heute weltweit produzierten Solarmodule basierten auf den Technologien von Meyer Burger. Dennoch habe das Unternehmen aus seiner Technologieführerschaft in den vergangenen Jahren keinen Gewinn erzielen konnte. Mit dem Verkauf seiner Maschinen habe Meyer Burger die proprietäre Technologie aus der Hand gegeben und die Realisierung des geschaffenen Mehrwerts weitestgehend seinen Kunden überlassen.

    „Der Wandel vom Maschinenanbieter zum vertikal integrierten Zell- und Modulhersteller ist der richtige und konsequente Schritt, um uns einen angemessenen Anteil am Wert zu sichern, den unsere global führende Technologie generiert“, erklärt Verwaltungsratspräsident Franz Richter. „Der nächste Technologieschritt ist vergleichbar mit dem Übergang von 4G auf 5G in der mobilen Kommunikation“, so CEO Gunter Erfurt. „Nur Meyer Burger hat die 5G-Technologie der PV-Industrie zur Marktreife geführt. Wir können mit unseren Produkten bereits in einem Jahr am Markt sein.“

    Meyer Burger will die Produktion im ersten Halbjahr 2021 starten. Aktuell lägen Kaufabsichtserklärungen von potenziellen Kunden aus Europa und den USA im Umfang von über 2 Gigawatt pro Jahr vor. Dieser zu erwartenden Nachfrage entsprechend sei beabsichtigt, durch Aufnahme von insgesamt rund 180 Millionen Franken Fremdkapital im Jahr 2021/22 die jährliche Kapazität bis 2022 auf 1,4 Gigawatt Zell- und 0,8 Gigawatt Modulproduktion auszuweiten. Meyer Burger erwartet auf dieser Basis innerhalb von drei Jahren einen jährlichen Umsatz von 400 bis 450 Millionen Franken und eine EBITDA-Marge von 25 bis 30 Prozent.

    Langfristig werde ein Ausbau auf mindestens 5 Gigawatt angestrebt. Bei entsprechender Nachfrage seien weitere Modulfertigungen im europäischen und amerikanischen Raum geplant, die aus zentraler Zellenfertigung beliefert werden können.

  • Die Schweiz hat vergleichsweise wenig Wind- und Solarstrom

    Die Schweiz hat vergleichsweise wenig Wind- und Solarstrom

    Die Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) hat in einer Kurzstudie nachgewiesen, dass die Schweiz im europäischen Vergleich der Pro-Kopf-Produktion von Sonnen- und Windenergie weit hinten liegt: Im Vergleich zur Gesamt-EU rangiert die Schweiz auf Position 24 von 29.  Nur Tschechien, Ungarn, Slowenien, die Slowakei und Lettland schneiden noch schlechter ab.

    Die Spitzenränge belegen Dänemark, Deutschland, Schweden und Irland. Diese Länder produzieren im Vergleich zur Schweiz ein Vielfaches an Windenergie. Dafür kann die Schweiz immerhin beim Ausbau der Sonnenenergie zulegen: Doch auch hier befindet sie sich auf sehr tiefem Niveau. Der Anteil Solarstrom am Schweizerischen Stromendverbrauch beträgt im Jahr 2019 knapp 4 Prozent, der Anteil Windstrom sogar nur 0.3 Prozent. Daraus folgt ein Gesamtanteil von 4.3 Prozent der neuen erneuerbaren Energien am Stromendverbrauch. In Dänemark sind es 50 Prozent und in Deutschland 33 Prozent.

    2019 wurden in der Schweiz keine neuen Windkraftanlagen in Betrieb genommen, es bleibt bei 36 grösseren Anlagen. Die fünf Anlagen des Windparks „San Gottardo“ werden voraussichtlich im Sommer 2020 ans Netz gehen und die Gesamtproduktion um rund 15 Prozent steigern.

    Gründe für das schlechte Abschneiden der Schweiz finden sich vor allem in der Schweizer Energiepolitik: Im Gegensatz zu EU-Staaten garantiere diese ungenügende Investitionssicherheit. Für ein rasches Voranschreiten der Energiewende sei eine neue Gestaltung des Strommarktes daher unumgänglich, ist in der Studie zu lesen. Laut SES sind die Klimaziele des Bundesrats in Gefahr. Um die Energiestrategie 2050 zu erfüllen, brauche es deshalb ein zweites Massnahmepaket.