Schlagwort: wirtschaft

  • Urban Manufacturing!

    Urban Manufacturing!

    Vor über zehn Jahren erstellten wir für eine Wirtschaftsregion eine interne Studie zur nutzerzentrierten Standortentwicklung. Im Kernfokus standen Hightech-Unternehmen, deren Bedürfnisse in Ansiedlungsprozessen berücksichtigt werden sollten. Mit Hightech-Unternehmen waren nicht bloss die «Googles» und «Facebooks» der heutigen Wirtschaft gemeint, sondern allgemein Firmen, die mit modernsten Mitteln wirtschaften, also auch produzierendes Gewerbe. Grössere Firmen, die einen neuen Standort suchten, waren interessiert, eine ihnen thematisch nahestehende Hochschule in geografischer Nähe zu haben. Dies, um den Austausch mit Wissenschaft und Lehre sicherstellen zu können und um in relativer Nähe um Studienabgänger:innen mit attraktiven Angeboten buhlen zu können. Google macht es vor: 2004 startete das amerikanische Unternehmen in Zürich mit zwei Mitarbeitenden. Heute bietet die Hightech-Firma in Zürich rund 5’000 Arbeitsplätze an. Dies nicht bloss, weil Zürich eine schöne Stadt ist, sondern vor allem weil die renommierte «Eidgenössische Technische Hochschule» (ETH) in Zürich zu Hause ist. Die Studie ergab auch, dass Mitarbeitende solcher Firmen ein grosses Freizeit- und Kulturangebot vor Ort, also kurze Wege, suchen. Auch wenn Landpreise in der Stadt höher liegen als auf dem Land: Viele Unternehmen legen Wert auf «spannende» Gebäude für ihre Unternehmensbasis (siehe beispielhaftes Artikelbild). Die Stadt bietet oft interessante Brachen, in denen früher Industriefirmen angesiedelt waren. Als PR-Effekt und aus Sicht eines guten Employer Brandings ist dies nicht zu unterschätzen.

    Warum also sollten sich urbane Standorte überlegen, künftig wieder vermehrt Angebote für produzierendes Gewerbe zu schaffen? Die Antwort: Mindergenutzte Flächen werden funktional durchmischt und damit aufgewertet. Die Kommune trägt zu kürzeren Wegen bei, entlastet den teilweise überlasteten Nahverkehr, das Pendleraufkommen vermindert sich, was zu einer erhöhten Nachhaltigkeit eines Standorts führt. Indem Arbeitsplätze in der Kommune geschaffen werden, wird die Kaufkraft gesteigert und damit einhergehend auch die Gewerbesteuereinnahmen. Urban Manufacturing ist ein Megatrend, bei dem man zwischen «urbaner Industrie», «urbanen Manufakturen» (Handwerk) und «urbaner Landwirtschaft» (Urban Farming) unterscheidet. Ein Zukunftsthema, das für jede Stadt und urbane Region sehr interessant ist und als Thema in der Standortentwicklung im Auge behalten werden sollte. Warum nicht einmal ein Zukunftsbild erstellen, das zeigt, wie ein nachhaltiger Standort künftig mit einer gesunden Durchmischung von produzierendem Gewerbe, Freizeit und Wohnen aussehen könnte?


    Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement SVSM –  der Dachverband für Standort- und Wirtschaftsförderung
    Die SVSM ist eine praxisorientierte und unabhängige Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema Standortmanagement und Wirtschaftsförderung. Als Dachverband zählt sie rund 80 Mitglieder aus den Bereichen Standortmanagement, Regionenmarketing, Wirtschaftsförderung und Immobilien. Die Vereinigung fördert den interdisziplinären Erfahrungsaustausch und das Networking und setzt sich für die Professionalität im Standortmanagement ein. Mit der Veranstaltungsreihe «SVSM Dialog» organisiert die SVSM halbjährlich eine hybride Fachtagung mit wechselndem Fokus auf dem Standortmanagement bzw. der Wirtschaftsförderung. Seit 2007 vergibt die Organisation die SVSM Awards für innovative Projekte in der Standort- und Wirtschaftsförderung und wählt eine verdiente Persönlichkeit zur/zum Standortmanager:in des Jahres.

    www.svsm-standortmanagement.ch
    info@svsm-standortmanagement.ch

  • 97. immoTable – Wirtschaftsraum Winterthur

    97. immoTable – Wirtschaftsraum Winterthur

    Nutzen Sie im Anschluss die Gelegenheit zum Networking. Präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre Leistungen vor einflussreichen Gästen.

    Der 97. immoTable findet am 1. Juni 2023 ab 13:30 Uhr statt. Seien Sie dabei und sichern Sie sich jetzt Ihr Ticket. Wir freuen uns auf Sie.

  • Innovationen und Herausforderungen – windays 2023

    Innovationen und Herausforderungen – windays 2023

    Nach der pandemiebedingten Online-Veranstaltung vor zwei Jahren konnten im Bieler Kongresshaus wieder Hände geschüttelt werden. Die Möglichkeit zum Pflegen des Netzwerkes nahmen weit über 300 Fachleute wahr. Im Zentrum der windays standen die Fachausstellung und vor allem die spannenden Referate.

    Energie, Lüftung, Behaglichkeit
    Im ersten Referat ging Nationalrätin Priska Wismer darauf ein, wie die Politik den Schweizer Gebäudepark nachhaltiger betreiben will. Er soll bis 2050 nur noch halb so viel Energie verbrauchen wie heute. Dies wird nur mit einer deutlichen Erhöhung der Energieeffizienz möglich sein, wie die Mitte-Politikerin ausführte.

    Welch grosse Bedeutung Fenster für die energetische Sanierung haben, präsentierte Kristina Orehounig von der Empa. Ihre Forschung zeigt deutlich, dass Gebäudehüllen nicht nur im Winter wichtig sind für die Energieeffizienz. Aufgrund des Klimawandels spielt der Hitzeschutz im Sommer eine immer wichtigere Rolle. Dieses Thema nahm auch Julia Bachinger von der Holzforschung Austria auf. Sie präsentierte 10 goldene Regeln, mit denen «coole Räume durch coole Fenster» möglich werden. Ein zentraler Punkt ist dabei korrektes Lüften, das aber auch für viele andere Bereiche wichtig ist, wie Julian Wenzel (Maco) und Beat Frei vom Ingenieurbüro Frei Wüst Expert in ihren Referaten aufzeigten. Laut SIA 180 ist heute ein Lüftungskonzept zwingend erforderlich. Auf die Frage, wer bei Sanierungen dafür zuständig sei, antwortete Beat Frei: «Der Fensterbauer, nur weiss er es oft nicht.»

    Fenstermontage
    Im Themenblock Montage zeigte Michael Lerch von 4B auf, dass die Fenster immer grösser, schwerer und komplexer werden. Oft ist auf den Baustellen schon das Einbringen der Elemente eine aufwändige Herausforderung. Den meisten Beteiligten ist zwar bewusst, dass Montagen ohne einwandfreie Planung nicht funktionieren. Mindestens so wichtig ist aber die Umsetzung, die stark vom eingesetzten Personal abhängt. Dominik Sieber (SFS) betonte in seinem Referat, dass zwei Drittel der Reklamationen direkt oder indirekt mit der Montage zusammenhängen.

    Eine Idee zum Vereinfachen der Fenstermontage ist das elastische Verkleben mit der Wand. Peter Schober berichtete über die Untersuchungen von Holzforschung Austria zu diesem Thema. Mit Verkleben kann man Befestigen, Dämmen sowie die Anschlüsse aussen und innen in einem Arbeitsgang zusammenfassen. Es braucht aber speziell modifizierte Klebesysteme und die entsprechenden Applikationshilfen. Peter Schober schätzt, dass in zwei bis fünf Jahren solche Systeme auf den Markt kommen können.

    Herausforderung Fachkräftemangel
    Seit der Pandemie hat sich im Baugewerbe der Mangel an Fachkräften noch einmal verstärkt. Tom Sahli, Experte für Personalgewinnung, zeigte in seinem Referat auf, dass für viele Mitarbeitende die Werte eines Unternehmens deutlich wichtiger sind als die fachlichen Themen des Jobs. Auch in verschiedenen anderen Bereichen haben sich die Vorstellungen der jüngeren Generation massgeblich verändert. Grundsätzlich gilt: Die Unternehmen bewerben sich heute bei potenziellen Mitarbeitenden, nicht mehr umgekehrt.

    Eine Podiumsdiskussion zum gleichen Thema brachte einige spannende Ansätze hervor. So schilderte Nicole Wenger, dass ihre Wenger Fenster AG inzwischen in allen Bereichen Teilzeitarbeit ermöglicht, also auch auf der Montage. Das Unternehmen beschäftigt auch Mitarbeitende mit Handicap.

    Wie Markus Stebler erzählte, führen bei seiner Stebler Glashaus AG Gleichaltrige aus dem zukünftigen Team die Bewerbungsgespräche. Die HR-Verantwortlichen stossen erst später dazu.

    Heinrich Hochuli setzt in seinem Kleinbetrieb in Reitnau AG darauf, die eigenen Schreinerlernenden nach Lehrabschluss weiter zu beschäftigen. Als Vertreter des Schreinermeisterverbandes wies er auch auf die Projekte hin, welche der VSSM lanciert, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

    Personalexperte Tom Sahli empfahl den Unternehmen, ihre bestehenden Mitarbeitenden weiterzuentwickeln. Wegen den vollen Auftragsbüchern und den fehlenden Ressourcen sei das zwar schwierig, lohne sich aber in jedem Fall.

    Nachhaltigkeit
    Zur Ökobilanzierung von Fenstern sprach Hansueli Schmid von der Lignum. Bisher war der Bedarf nach genauen Werten im Fensterbau kaum vorhanden. Das könnte sich aber in absehbarer Zeit ändern, wenn ökologische Kriterien bei der Auftragsvergabe relevant werden. BIM könnte dabei als Lösungsbringer wirken.

    Um Wege zu mehr Nachhaltigkeit ging es auch im Referat von Gerald Feigenbutz, von der Gütegemeinschaft Kunststoff-Fensterprofilsysteme. Seine Organisation ist bestrebt, den Rezyklatanteil in Kunststofffenstern weiter zu steigern. Im Moment liegt er bei 25%. Entscheidend für die Kreislauffähigkeit der Produkte ist, dass sie sich nach ihrer Lebensdauer gut in die verwendeten Werkstoffe auftrennen lassen. Dieser Prozess muss schon bei der Entwicklung berücksichtigt werden.

    Digitalisierung
    Wie viel Potenzial der Einsatz von Simulationen bietet, zeigten gleich zwei Beispiele. Karim Ghazi Wakili von der Berner Fachhochschule BFH präsentierte hygrothermische Simulationen von Terrassenanschlüssen. Und das Frauen-Duo Vasiliki Gkesouli/Julia Hauth stellte das Projekt «Glasfalzverklebung bei Kunststofffenstern» vor. Sie setzten für ihre Entwicklung FEM-Modelle und DIC-Technik ein. Dadurch gewannen sie nicht nur viel Zeit und Geld, sie konnten auch von der hohen Zuverlässigkeit der modernen Technik profitieren.

    Mit einem spannenden Praxisbeispiel wartete Nikita Aigner auf. Mit einem Team der BFH hat er die Renovation von Fenstern architektonisch wertvoller Bauten digitalisiert und automatisiert. Der Prozess beginnt bei der Massaufnahme auf der Baustelle. Basierend auf den dort erfassten Daten kann ein Roboter die mühsame Handarbeit beim Ausglasen und Fräsen übernehmen.

    Ausblick
    Die windays werden im Zweijahresturnus durchgeführt. Das nächste Mal finden sie am Donnerstag, 3. April und Freitag, 4. April 2025 statt.

  • Die Sustainability Days 2023 zeigen, es ist Zeit zu handeln

    Die Sustainability Days 2023 zeigen, es ist Zeit zu handeln

    Unter dem Motto «Get things done» präsentierten die Sustainability Days in den vier Kongress- und Ausstellungsformaten SmartSuisse, Re‘ Summit, Future-Proof Infrastructure und MUT – Messe für Umwelttechnik während dem 28. und 29. März 2023 Trends, konkrete Lösungen in Form von innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie Strategien und Ausblicke. «Wir freuen uns, dass die Sustainability Days mit ihren 15 Themenschwerpunkten rund um Nachhaltigkeit einen so hohen Anklang gefunden haben. Unser Ziel ist, uns künftig als zentrale Plattform für eine nachhaltige Zukunft in den Bereichen Smart City, Corporate Sustainability,
    Umwelttechnik und Infrastruktur zu etablieren», sagt Julien Rousseau, Brand Director der Sustainability Days, zufrieden.


    Denkanstösse von nationalen und internationalen Stimmen
    Den Auftakt der Kongressreihen mit insgesamt über 170 Referierenden machte am 28. März unter anderem Marco Lambertini, Sonderbeauftragter und ehemaliger Director General von WWF International. Er plädiert für die Einleitung eines tiefgreifenden Wandels unseres Wirtschaftsmodells, um zu einer naturfreundlichen Gesellschaft zu werden und die Entwicklung von der Umweltzerstörung abzukoppeln. Auch der Keynote Speaker und Architekt Thomas Rau unterstreicht die Notwendigkeit eines schnellstmöglichen Wandels. Für ihn dabei ein wichtiger Weg: die Kreislaufwirtschaft. Seines Erachtens müssen wir die Wertschöpfungskette neu denken, hin zu einer Werterhaltungskette. Material muss in einer begrenzten Welt als etwas betrachtet werden, das nur vorübergehend genutzt und anschliessend wieder dem Kreislauf der Dinge übergeben wird.


    Auch der politische Blickwinkel auf das Thema Nachhaltigkeit spielte eine grosse Rolle. So diskutierten die Schweizer Stadtpräsidentinnen und -präsidenten Stefanie Ingold (Solothurn), Beat Jans (Basel), Michael Künzle (Winterthur), Barbara Thalmann (Uster) und Beat Züsli (Luzern) über das Ziel klimaneutraler Städte. Einigkeit herrschte darüber, dass der Klimaschutz in diesem Kontext keine Alibiübung sei. Dies zeige unter anderem, was für Massnahmen und Überlegungen bereits aufgegleist bzw. angedacht seien. Städte hätten durchaus eine Vorbildfunktion, da sie oftmals über mehr Ressourcen verfügen. Regula Rytz, ehemalige
    Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Schweiz, warf als Historikerin einen Blick auf das Thema «Sustainable Technology: zwischen echter Transformation und Fortschrittsmythen». Laut ihr brauchen neue Herausforderungen in der Umweltpolitik neue Formen von nachhaltiger
    Technologie – und es braucht Pioniergeist für echte Transformation. Pekka Timonen, Bürgermeister von Lahti, stellte in seiner Keynote die Erfolgsgeschichte der traditionellen Industriestadt vor. So hat sich Lahti zu Finnlands führender grüner Stadt und zu einem Vorreiter unter den nachhaltigen Städten Europas entwickelt.


    In weiteren Keynotes und Sessions stand der Klimawandel als solcher im Fokus. Der Generalsekretär der UN-Organisation WMO, Petteri Taalas, zeigte eindrücklich den Klimawandel sowie die damit einhergehenden Klimakatastrophen und zukünftige Szenarien mit globaler Auswirkung auf. Man müsse jetzt handeln, wenn die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels in diesem Jahrhundert verhindern werden sollen. Und auch Prof. Dr. Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich und Redner beim Re‘ Summit, das gemeinsam mit sun21 organisiert wird, teilt diese Ansicht. Nach ihm können den Klimawandel nur eine vollständige Abkehr von fossilen Brenn- und Treibstoffen sowie Netto-Null Emissionen vor 2050 begrenzen. Die Hindernisse seien dabei nicht primär technisch wirtschaftlicher Natur, sondern eine Kollision von Identitäten und die Frage, wie man auf die Herausforderungen reagieren solle. Neu war im Rahmen der SmartSuisse die Erweiterung der Themenschwerpunkte um Health, welches auf reges Interesse stoss. So diskutierten z.B. beim Health Podium Expertinnen und Experten aus der Praxis unter dem Aspekt Datensicherheit vs. Datennutzung, ob Gesundheitsdaten das neue Gold sind.


    Branchenübergreifende Begegnungen
    Ein weiteres Highlight war die Networking Dinner Party am Dienstagabend. Bei einem Drei-Gänge-Menü in lockerer Atmosphäre kamen Teilnehmende aller Formate zusammen, um branchenübergreifend miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und zu diskutieren. Unterhaltsam durch den Abend geführt wurden sie dabei vom Stand Up-Comedian und Zauberer Michel Gammenthaler sowie von «The Blackouts», die mit ihrer LED-Show gezeigt haben, wie Kunst und Technologie genutzt werden können, um eine Botschaft zu transportieren und Menschen zu inspirieren. Zu Gast war auch der Schweizer Abenteurer und Visionär
    Bertrand Piccard, der bei seinem Auftritt von seiner Weltumrundung in einem Solarflugzeug ohne Treibstoff berichtete. Als Pionier in der Betrachtung der Ökologie durch die Linse der Rentabilität setzt er sich heute für erneuerbare Energien und saubere Technologien ein.


    Konkrete Lösungen zum Anfassen und Ausprobieren
    Die Begleitausstellung bot reichlich Gelegenheit zum fachlichen Austausch sowie zum Netzwerken. 72 Anbieterinnen und Anbieter präsentierten ihre Lösungen und Innovationen und konnten wichtige Kontakte mit den Besuchenden sowie auch anderen Mitwirkenden knüpfen. «Die SmartSuisse ist für die SBB ein wichtiger Treffpunkt, um sich mit anderen Expertinnen und Experten auszutauschen, unsere Projekte weiterzuentwickeln und neue Ideen zu generieren. Dies ganz im Sinne des Smart City Lab Basel Mottos ‚vernetzen, entwickeln, testen, erleben’»,
    heisst es seitens Smart City Lab Basel, SBB AG.


    In der Ausstellung gab es zudem spannendes zu erleben: Der Aussteller SAAM (Swiss Association for Autonomous Mobility) stellte im Rahmen der SmartSuisse das von SwissMoves initiierte Projekt des teleoperierten Fahrens vor und bot den Besuchenden die Möglichkeit an, in einem aus Fribourg gesteuerten Fahrzeug auf einer Teststrecke mitzufahren. Ebenfalls Teil der Ausstellung war die MUT – Messe für Umwelttechnik, die mit ihrem Angebot das Fachpublikum der Schweizer Umwelttechnikbranche bediente. «Das Treffen der Cleantech-Industrie an der MUT zeigt die Notwendigkeit, ökologische und pragmatische Lösungen zu fördern», sagt Andreas Knecht von der Mokesa AG, welche Ausstellerin an der Messe für Umwelttechnik war.

    Virtuell diskutiert: nachhaltige Infrastrukturprojekte
    Das Future-Proof Infrastructure diskutierte am 28. März virtuell die Herausforderungen, denen sich Infrastrukturprojekte stellen müssen, um Nachhaltigkeit zu erreichen, wie z.B. finanzielle und politische Widerstandsfähigkeit. Hierfür brachte der virtuelle Kongress wichtige internationale Interessenvertreter, Investoren sowie Infrastrukturexpertinnen und -experten zusammen. Die Diskussionen machten deutlich, dass in allen Sektoren ein immenses inanzierungsdefizit bei Infrastrukturinvestitionen besteht und es dringend notwendig ist, den Klimawandel durch die Verbesserung nachhaltiger Ergebnisse der Infrastruktur zu bekämpfen. Lösungen für die Finanzierung von Infrastrukturen wurden unter anderem vom FAST-Infra Panel angesprochen, das darauf abzielt, private Investitionen in wertvolle Infrastrukturen freizusetzen. Ausserdem wurde erörtert, wie Einrichtungen zur Projektvorbereitung wichtige Infrastrukturprojekte in Ländern mit begrenztem Zugang zu finanziellen und technischen Ressourcen ans Licht bringen können. Partner des Formats ist die Global Infrastructure Basel Foundation (GIB). Die zweite Ausgabe der Sustainability Days findet voraussichtlich vom 9. bis 11. April 2024 in Basel statt.

  • Grünes Licht für digital gefertigte Betontreppe

    Grünes Licht für digital gefertigte Betontreppe

    Sie ist eine der grossen Herausforderungen in der kommenden NEST-Unit «STEP2»: eine Betontreppe, deren Form an eine menschliche Wirbelsäule erinnert. Obwohl sich die Unit noch in der Planung befindet, wurden Teile der Treppe bereits als Prototypen produziert. Denn die Unit verfolgt ein grosses Ziel: Gebaut wird nur, was in der Baubranche eine Zukunft hat. Gemeinsam arbeiten die Partner konsequent auf die Marktreife hin – so auch bei der Treppe.

    «Das Projektteam hat gemeinsam in den letzten zwei Jahren ein völlig neuartiges Konzept zur Herstellung massgeschneiderter Betonteile erarbeitet. Das war nur möglich, weil die Expertinnen und Experten entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf Augenhöhe miteinander zusammengearbeitet haben», ist Enrico Marchesi, Innovationsmanager im NEST und Projektverantwortlicher von «STEP2», überzeugt. Das interdisziplinäre Projektteam wurde gemeinsam mit den Scouting- und Inkubationsexperten des Hauptpartners BASF zusammengestellt. Es setzt sich zusammen aus dem Architekturbüro ROK, das für die Projektleitung verantwortlich ist, dem ETH-Lehrstuhl «Digital Building Technologies», 3D-Druckexperten der BASF-Tochtergesellschaft BASF Forward AM und des 3D-Druckunternehmens New Digital Craft, Fachleuten des Betonfertigteile-Herstellers SW Umwelttechnik, Ingenieurinnen und Ingenieuren des Ingenieursbüros WaltGalmarini und den Experten des Empa-Spin-offs «re-fer».

    Massgeschneiderte Lösungen
    Die «STEP2»-Treppe demonstriert eindrücklich, wie Betonbauwerke mithilfe von computergestütztem Design und neuesten 3D-Druck-Technologien realisiert werden können. Durch den Einsatz von 3D-gedruckten Schalungen ist es möglich, komplexere Formen zu kreieren als mit bisherigen Sonderschalungen. Gleichzeitig lässt sich der Materialaufwand erheblich verringern.

    Das Verfahren ermöglicht massgeschneiderte Lösungen aus Beton, die optimal auf den jeweiligen Anwendungsfall angepasst werden können und einen hohen Detaillierungsgrad aufweisen. Daneben birgt es auch grosses Potenzial bei der Restauration, etwa bei der Erneuerung historischer Bauwerke.

    Hohe Komplexität
    Das Design der Treppe stammt vom ETH-Lehrstuhl «Digital Building Technologies». Anhand dessen entwickelte das Projektteam ein komplexes, auf Parametern basierendes Schalungssystem für die einzelnen Treppenstufen, das mittels 3D-Druck produziert wird. «Es war für uns wichtig, die digitale Fabrikation so einzusetzen, dass wir extrem filigrane Betonelemente herstellen können. Ein zentrales Kriterium für das System war die Wiederverwendbarkeit der Schalung für die Produktion mehrerer Stufen. Gleichzeitig mussten wir die Anforderungen des 3D-Drucks und des Materials sowie auch die Gegebenheiten beim Befüllen der Schalung mitberücksichtigen», erklärt Benjamin Dillenburger, Leiter des «Digital Building Technologies»-Teams. Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, war der Austausch innerhalb des gesamten Projektteams von zentraler Bedeutung.

    «Damit die 3D-gedruckte Schalung für mehrere Stufen zum Einsatz kommen kann, haben wir eine geeignete Beschichtung verwendet. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit entschieden wir uns dabei für ein Material, das wieder von der Schalung gelöst werden kann. Nur so können wir die sortenreine Materialtrennung sicherstellen», sagt Jörg Petri von «New Digital Craft». Er und das «Virtual Engineering»-Team von «BASF Forward AM» brachten ihr jahrelanges Knowhow im 3D-Druck-Bereich ins Projekt ein.

    «Für BASF Forward AM ist das Projekt ein wichtiger Meilenstein um aufzuzeigen, dass die verwendeten Materialien den hohen Anforderungen standhalten. Das zahlt in unsere Strategie ein, Schalungen mithilfe von 3D-Druck zu realisieren als Alternative zum herkömmlichen Formenbau», sagt Anke Johannes, Director Sales Europe bei BASF Forward AM. Beim Schalungsmaterial hat sich das Team für das Filament Ultrafuse® PET CF15 entschieden, da dieses hervorragende Eigenschaften für die Anwendung bei Betonschalungen aufweist. Am Ende stand das Konzept zur Herstellung und zum Zusammenbau der Schalungselemente.

    Der Härtetest
    Nun war die Zeit gekommen, die Treppe in die Realität zu überführen. SW Umwelttechnik stellte die Stufen mithilfe der Schalungen im eigenen Werk her. Als Material kommt ultrahochfester faserverstärkter Beton zur Anwendung. «Unser Beton ermöglicht sehr dünne, komplexe Formen, die mit normalem Stahlbeton nicht realisiert werden könnten. Es ist schön, dass wir dies anhand der Treppe in der Unit «STEP2» so eindrücklich demonstrieren können», freut sich Klaus Einfalt, CEO von SW Umwelttechnik.

    Für die Berechnung und Beurteilung der Statik ist das Ingenieursbüro WaltGalmarini zuständig. Um zu überprüfen, ob die errechneten Werte der Realität entsprechen, wurden die Stufen an die Empa geschickt. Dort wurden sie unter der Aufsicht des Ingenieursbüros von Empa-Experten verschiedenen Belastungstests unterzogen. Der erste Prototyp bestehend aus drei Stufen, die alle einzeln getestet wurden, erfüllte die Erwartungen weitestgehend und lieferte gleichzeitig neue Erkenntnisse zur Optimierung des Systems.

    Beim darauffolgenden Prototyp wurde schliesslich nicht nur die Statik, sondern auch der Aufbau des Treppensystems auf die Probe gestellt. Drei Stufen wurden aufeinander gefädelt und mit «memory-steel», einer innovativen Vorspanntechnik des Empa-Spin-offs «re-fer», zusammengespannt. Dabei wurden Stäbe vom Typ «re-bar R18» in vordefinierte Hohlräume platziert und mechanisch verankert. Die Vorspannung erfolge durch Erhitzung mittels Strom. Danach wurden weitere Versuche durchgeführt, um zu analysieren, wie belastbar die Stufen einzeln und das System insgesamt ist. Das Ergebnis: Die Ingenieure erachteten das Gesamtsystem als zuverlässig.

    «Ich freue mich sehr, dass die Treppe nicht nur auf dem Papier, sondern nun auch in der Praxis überzeugen konnte. Das stellt für uns ein äusserst wichtiger Meilenstein im Projekt dar», sagt Michael Knauss von ROK. Mit diesem «Proof-of-Concept» kann nun die Produktion der finalen Treppe erfolgen – ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Realisierung der NEST-Unit «STEP2».

  • Bund führt neuen Wegweiser für Standortförderung ein

    Bund führt neuen Wegweiser für Standortförderung ein

    Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) hat einer neue Beratungsplattform für Unternehmen und weitere Organisationsformen eingeführt. Laut einer Medienmitteilung soll die ab dem 16. Februar angebotene Plattform die Nutzenden bei der Suche nach Wirtschaftsstandorten und Fördermitteln unterstützen. Dabei erweitert das aktuell eingeführte Beratungswerkzeug die bereits vorhandenen Portale auf der Internetseite des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO).

    Der jetzt angekündigte mehrsprachige Standortförder-Guide führt verschiedene Förderprojekte zusammen und soll für Interessierte und Gesuchstellende leicht via Internet zugänglich sein. Die aktuelle Palette umfasst 16 Förderinstrumente mit rund 50 unterschiedlichen Angeboten. Primäre Zielgruppen sind Unternehmerinnen und Unternehmer, Behörden aller föderalen Ebenen sowie Einzelpersonen. Der neue Wegweiser soll laut WBF den Wirtschaftsstandort Schweiz noch attraktiver und transparenter machen. Erreichbar ist er unter promotion.guide.

  • Arealentwicklung in Basel – Dynamik pur

    Arealentwicklung in Basel – Dynamik pur

    Mit uptownBasel entsteht auf den rund 50’000 m2 Grundfläche des ehemaligen Brown Boveri Areals in Arlesheim ein Kompetenzzentrum für die Industrie 4.0. Im Rahmen eines neuartigen Konzepts werden hier junge Start-up-Unternehmen in der schweizweit ersten Vertretung der internationalen Plattform plug-and-play direkt neben Industriegrössen der Region wie etwa Straumann, Bouygues Energies & Services und den zum Bouygues-Konkurrenten Vinci gehörenden Tochterfirmen Axians (ICT) und Actemium (Industrietechnik) arbeiten.

    Auf dem 70’000 m2 grossen BaseLink-Areal in Allschwil werden derweil die letzten Baufelder entwickelt. Die Strategie, das Verbindungsstück zwischen den beiden Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt nach den Ansiedlungen von Janssen/Johnson & Johnson (ehemals Actelion) sowie dem schnell wachsenden Spin-off Idorsia im bestehenden Gewerbegebiet in einen neuen Life Sciences-Campus zu überführen, scheint aufgegangen zu sein: Am ersten April bezog das Swiss Tropical Health Institut sein neues Gebäude auf dem Areal, mittlerweile sind auch die Innovationsgarage durch die Universität Basel und der erste von zwei Teilen des Switzerland Innovation Park Basel Area Main Campus bezogen. Hierhin verlegt auch das Pharma-Unternehmen Basilea seinen Sitz. Auch Herzog und de Meuron setzen mit der Entwicklung ihrer eigenen Baufelder, auf denen das Alba-Haus entsteht, auf Life Sciences. Entstehen soll ein Geschäftshaus mit einem Raumprogramm für Start-ups sowie Grossunternehmen, gemeinsam genutzten Flächen und Dienstleistungen des täglichen Gebrauchs.

    Weitere 68’000 m2 werden in Basel-Stadt mit dem Campus Rosental Mitte, gleich beim Badischen Bahnhof, zu einem gemischten städtischen Quartier entwickelt. Das einstmals für die Öffentlichkeit geschlossene Syngenta-Areal wurde 2016 bis 2019 von der Stadt Basel übernommen und wird nun durch die öffentliche Hand weiterentwickelt bzw. zu einem gemischten Areal mit Wohnnutzungen und neuen Wirtschaftsflächen transformiert. Ein ähnlicher Prozess findet auch im 300’000 m2 umfassenden ehemaligen Werkareal von Novartis und BASF statt: Das 2019 von Swiss Life und der Rhystadt AG übernommene Klybeck-Areal wird schrittweise transformiert und soll zukünftig Lebensraum für bis zu 8500 Bewohner und 7500 Arbeitsplätze bieten.

  • Kreislaufwirtschaft ist mehr als Recycling

    Kreislaufwirtschaft ist mehr als Recycling

    Umwelt- und Klimaschutzbemühungen müssen eine ganzheitliche Sichtweise verfolgen. Es sollte nicht sein, dass Ziele gesetzt werden, wie beispielsweise irgendeinen Kreislauf zu 80% statt zu 75% zu schliessen, ausschliesslich CO2-Emissionen zu reduzieren oder isoliert betrachtet mit Massnahmen zugunsten der Biodiversität den Nährstoffwert der Böden zu fördern. Das alles sind zwar wichtige Massnahmen, aber viel entscheidender ist es, möglichst alle Kreisläufe auf der technischen und der biologischen Seite im Auge zu behalten und ein gesamthaftes Schliessen sämtlicher Kreisläufe anzuvisieren. Dabei ist es wichtig, den Energiebedarf mit den daraus resultierenden Klimaeffekten mitzuberücksichtigen und Aktivitäten daran auszurichten, dass sich das Ökosystem auch in Zukunft im Gesamtgleichgewicht befindet.

    Recycling hat in der Bauwirtschaft Tradition
    Das Wiederverwenden und Schliessen der stofflichen Kreisläufe hat in der Bauwirtschaft eine grosse Tradition. Im Mittelalter benutzte man beispielsweise antike Amphitheater als Steinbrüche. Bereits in den 90er-Jahren begann die Branche, hohe Summen in den Bau von industriellen Recyclinganlagen zu investieren. Schon im Jahr 2008 stellte der BAFU-Abfallbericht fest, dass über 80% der Bauabfälle im Stoffkreislauf gehalten werden. Dieser Anteil hat sich inzwischen weiter erhöht. Zum Vergleich: Der oft genannte Recyclingweltmeister PET liegt mit einer Verwertungsquote von 81% auf Augenhöhe. Bei Holz, Kunststoffen und Keramik hingegen liegen die entsprechenden Anteile sogar weit tiefer, bei unter 30%. Sie werden nach Gebrauch vor allem verbrannt und landen auf der Deponie. Bei den Materialien Beton, Kies, Schotter, Mischgut und Beton könnten sogar noch mehr Mengen von Schweizer Bauwerken rezykliert werden. Allerdings werfen diese bei einem Jahresbedarf von über 30 Mio. Tonnen aufgrund der langlebigen Bausubstanz jährlich nur ca. 12 Mio. Tonnen Rückbaumaterial ab. Die Rückbaumengen sind deswegen begrenzt. Weil die Recyclingquote sich auch im internationalen Vergleich bereits auf rekordverdächtiger Höhe befindet, wird die Schweiz auch in Zukunft auf Materialreserven in den Talsohlen angewiesen sein, um die Rohstoffversorgung zu gewährleisten.

    Um den Fussabdruck wirksam zu begrenzen, ist es wichtig, dass das Baumaterial lokal abgebaut werden kann und es für möglichst langlebige Bauwerke verwendet wird. Auch gilt es, den Anteil der eingesetzten grauen Energie gering zu halten, indem Bauteile möglichst oft wiederverwendet werden. Die Anzahl und die Länge der Transportwege sind ein besonders grosser Hebel, da es sich bei Steinen und Erden um schwergewichtige Massenprodukte handelt. Erhöht sich die durchschnittliche Transportdistanz zur Baustelle um nur einen Kilometer, werden zusätzliche CO2-Emissionen von insgesamt ca. 4000 Tonnen ausgestossen. Das entspricht so viel CO2 , wie 400 Personen insgesamt im Jahr über ihren Konsum verantworten.

    Vorschläge von Greenbuilding zur Förderung der Kreislaufwirtschaft

    1. Umweltproduktedeklaration – Zuschlagskriterium in Ausschreibungen
    Mit der EN 15804 gibt es ein europaweit anerkanntes und praxiserprobtes Messystem für die Kreislauffähigkeit von Bauwerken, das in skandinavischen Ländern in Ausschreibungen bereits beigezogen wird. Der Bundesrat wäre heute in der Lage, dieses einzuführen, es in Ausschreibungen vorzugeben und so die Kreislaufwirtschaft zu fördern.

    2. Stofflich – energetische Verwertung
    Mit einem Vorziehen der stofflichen – energetischen Verwertung gegenüber der rein energetischen Verwertung lassen sich Emissionen einsparen.

    3. Trennbare Baustoffe
    Diese fördern das werterhaltende und dauerhafte Schliessen der Kreisläufe. Entsprechende Plattformen sind in Betrieb.

    4. Eigenschaftsspezifische Ausschreibunge
    Dank eigenschafts- statt sortenspezifischen Ausschreibungen lassen sich die Materialzusammensetzungen auf das Bauwerk kreislaufmässig massschneidern. Zusätzliche Kreislaufpotentiale lassen sich so ausnutzen.

    5. 5. Planung: Die grösste Hebelwirkung liegt bei der Planung des Bauwerks. Dieses Erfolgspotential lässt sich ausschöpfen, wenn es uns gelingt, dass schon bei der Planung des Bauwerks die Kreislauffähigkeit der Materialien angemessen mitberücksichtig wird.

    In der Praxis haben sich hinsichtlich des Begrenzens des ökologischen Fussabdrucks die folgenden Handlungsprinzipien durchgesetzt, die in Zukunft noch bedeutungsvoller werden:

    1. Kreislaufwirtschaft: Auch in Zukunft rezykliert die Kies- und Betonindustrie möglichst alle zurückgebauten mineralischen Rohstoffe, sofern dadurch keine übermässigen Energieaufwände resultieren, die Verwertung im Rahmen der Nachhaltigkeit erfolgt und sie dauerhaft zur Sicherung des ökologischen Gesamtgewichts beiträgt.

    2. Langlebigkeit: Die Kies- und Betonindustrie engagiert sich weiterhin zugunsten der Langlebigkeit und Dauerhaftigkeit der Bauwerke und -materialien.

    3. Dialog: Die Kies- und Betonindustrie trägt zu einem umfassenden Fussabdruckdialog innerhalb der Bauwirtschaft bei.

    4. Innovation: Die Kies- und Betonindustrie will Handlungsspielraum, um neue und innovative Produkte entwickeln zu können.

    5. Bodenverträgliche Baustoffe: Jeder Baustoff soll jederzeit bodenverträglich deponiert werden können.

    Cradle-to-Cradle-Prinzip auch im Bau
    Das stoffliche Recycling von mineralischen Ausgangsmaterialien macht aus ökologischer Sicht erst Sinn, wenn die aus der Aufbereitung und der dauerhaften Ablagerung resultierenden Umweltemissionen sowie die damit verbundenen Risiken, hinsichtlich der Qualität der Gewässer und Böden, mitberücksichtigt werden. Im Zusammenhang mit PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) belasteten Strassenbelägen ergeben sich beispielsweise momentan in verschiedenen Regionen entsprechende Produkte, bei denen die Nachfrage fehlt und die aufgrund ihres Schadstoffgehalts von den Deponien abgelehnt werden müssen. Es ist deswegen wichtig, zu verhindern, dass durch das Schliessen eines spezifischen stofflichen Kreislaufs an anderen Orten übermässige Emissionen entstehen. Oder auch, dass Gebäude mit Baustoffen erstellt werden, die nach dem Ablaufdatum der Bauten nicht mehr nachgefragt werden, sich nicht mehr stofflich wiederverwerten lassen und so auf der biologischen Seite zu Altlasten und grossen Umweltrisiken führen können. Die Wissenschaft spricht in diesem Zusammenhang vom Cradle-to-Cradle-Ansatz: Alle Kreisläufe auf der stofflichen und der biologischen Seite sollen unter Berücksichtigung der entstehenden Umweltemissionen sowie der Anliegen von Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt umfassend geschlossen werden. Zudem sollen immer alle Materialien auch von der stofflichen auf die biologische Seite überführt und dort problemlos abgelagert werden können.

    Ein guter technischer Kreislauf stellt Bauprodukte zur Verfügung, welche die Qualitätsanforderungen des Bauwerks im Einzelfall erfüllen, und ein Downcycling, das heisst das Zurverfügungstellen von Materialien, die nach der Aufbereitung eine schlechtere Qualität aufweisen als das ursprüngliche Material, verhindern. Zudem sollen sie zu einer Qualitäts- und Energieoptimierung beitragen, für Mensch und Umwelt verträglich wirken und last, but not least wirtschaftlich produziert werden können. Um das brachliegende ökologische Optimierungspotenzial wirksam auszunutzen, sind alle Baupartner aufgefordert, zu kooperieren. Viele lukrative Ökologiepotenziale befinden sich in den frühen Planungsphasen zu Beginn des Bauprozesses. Kreislaufwirtschaft und Kooperation gehören deswegen zusammen.

    Heute gilt es, mit unternehmerischen und innovativen Aktivitäten den ökologischen Fussabdruck von Bauwerken, bezogen auf ihre gesamten Lebenszyklen, zu reduzieren. Ein Beispiel eines technischen Kreislaufs mit einer gesamthaft besonders ökologisch positiven Wirkung stellt ein kürzlich lanciertes Verfahren dar, welches es ermöglicht, aus der Atmosphäre entferntes CO2 dauerhaft in recyceltem Betongranulat zu speichern und damit die CO2-Bilanz des Betons zu verbessern. Zudem geht es im Sinne des Cradle-to-Cradle-Ansatzes darum, bei der Produktentwicklung neben den technischen Eigenschaften auch die biologische Seite mitzuberücksichtigen. So werden beispielsweise ca. 75% des auf Baustellen anfallenden sauberen Aushubs in Kiesgruben verwertet und dies trägt dazu bei, dass im Rahmen der Rekultivierung die Fruchtbarkeit der Böden gefördert wird.

    Auch das nationale Parlament sieht im Thema Potenzial und hat sich diesem mit der Lancierung der parlamentarischen Initiative „Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken“ im vergangenen Jahr angenommen. Der Vorstoss der nationalrätlichen Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats verlangt verschiedene Anpassungen im Umweltschutzgesetz. Greenbuilding unterstützt insgesamt diesen Vorstoss, der aus seiner Sicht ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist. Nicht alle aber einige der vorgeschlagenen und zum Teil auch von Greenbuidling eingebrachten Lösungen sind erfolgsversprechend.

  • Schlieren wird zum Start-up-Hotspot

    Schlieren wird zum Start-up-Hotspot

    Das Licht ist orange, Luft strömt rauschend durch Schläuche, manchmal faucht es, als ob ein Ventil Überdruck ablasse. Was in diesem Labor des Start-ups Spectroplast hergestellt wird, gibt es auf der ganzen Welt sonst nirgendwo: 3-D-Druck mit zu 100 Prozent echtem Silikon.

    In einem Fach liegen künstliche Herzklappen, im anderen Stents für Luftröhren. Das Licht ist orange gedimmt, weil Silikon lichtempfindlich ist. Spectroplast ist eines von zwölf Unternehmen, die sich zu einem Hub für Medizinaltechnik zusammengeschlossen haben – zum Healthtechpark Zürich-Schlieren. Er ist gestern eröffnet worden.

    Die Chancen stehen gut, dass er schnell abhebt. Wie der Initiator Albert Schweizer am Rande der Veranstaltung sagte, sind in den vergangenen Monaten bereits rund 150 Arbeitsplätze in diesem Bereich entstanden. Er geht davon aus, dass es schon bald dreibis viermal mehr sein werden.

    Auch Regierungsrätin Carmen Walker Späh, die den neuen Hub aus der Taufe hob, ist optimistisch: «Das wird ein Booster für die Zürcher Volkswirtschaft.» Der Kanton Zürich ist bereits heute der grösste Healthtech- Standort in der Schweiz, doch ein eigentlicher Hub fehlte bisher. Walker Späh betont: «Innovationen entstehen immer seltener isoliert. Mit diesem Healthtechpark ermöglichen wir einen besseren Austausch.»

    Healthtech entwickelt Produkte und Geräte für Spitäler oder Ärzte, braucht also einen direkten Draht zu diesen, um deren Bedürfnisse zu kennen. Dies ist in Schlieren institutionalisiert, denn das Universitätsspital und das Spital Limmattal sind mit an Bord.

    Gabriela Senti, Direktorin Forschung und Lehre am USZ, ist vom Potenzial eines solchen Healthtechparks überzeugt. Sie erzählt von einer ungeheuren Dynamik im Bereich der Medizinaltechnik und im Diagnosebereich. «Die neuen Ideen vieler Jungunternehmen blasen uns fast weg.»

    «Wenn es um Laborräume geht, fallen in der Schweiz drei Namen: Basel, Lausanne und Schlieren.»

    Albert Schweizer, Initiator Healthpark

    Sie meint das durch und durch positiv. Allerdings mangle es manchen Jungunternehmen ein bisschen «am Gespür für die Anwendung». Umgekehrt könnten viele etablierte Unternehmen vom «Start-up- Groove» profitieren, ist sie überzeugt. Genau dieser Austausch werde nun erleichtert.

    Einige Stockwerke über Spectroplast ist vor kurzem das Startup Avelo eingezogen. Fünf Mitarbeitende, ein Projekt: ein Atemkollektor, um Erreger in der Atemluft nachzuweisen. Ein Prototyp ist schon gebaut. Damit könnte der allseits bekannte, unangenehme Nase-Rachen-Abstrich abgelöst werden.

    Kein Geld, aber viele Ideen
    Avelo-CEO ist Melanie Aregger. Sie ist zugleich Präsidentin des Healthtechparks, der als Verein organisiert ist. Aregger erzählt, wie sie zusammen mit ihrem Geschäftspartner Tobias Broger vor zwei Jahren beschlossen hat, alles auf eine Karte zu setzen. Sie kündigten ihre Stellen, plünderten ihr Bankkonto – und fanden kein bezahlbares Labor. Bis Aregger – eher zufällig – Albert Schweizer traf und ihm ihr Leid klagte. Schweizer wusste Rat, denn er trug schon länger die Idee mit sich herum, neben dem bestehenden Biotechpark einen weiteren Hub in einem verwandten Gebiet ins Leben zu rufen.

    Die beiden Cluster, Bio- und Healthtech, stehen an einem Ort, der Industriegeschichte geschrieben hat: auf dem Areal der Wagons- und Aufzügefabrik. Die «Wagi» trug einst den Namen Schlieren an Zügen und Lifts in alle Städte Europas, wurde aber 1985 geschlossen. Das Areal jedoch entwickelte bald eine Sogwirkung für Unternehmen, die in der Stadt Zürich keine bezahlbare Bleibe mehr fanden. Und allen voran für die ETH.

    Die ETH platzte in den 1990er- Jahren aus allen Nähten, doch verzögerte sich die dritte Etappe des Campus auf dem Hönggerberg aufgrund eines Rechtsstreits. So zogen verschiedene Institute nach Schlieren. Als diese dann nach und nach auf den Hönggerberg übersiedelten, überliess die Hochschule ihre Labors dem Kanton Zürich und der Stadt Schlieren, die beide aktiv anfingen, Spin-offs und Startups aus der Biotechbranche anzuwerben.

    Wichtig sei gewesen, dass auch ganz kleine Einheiten – 30-Quadratmeter-Labors – angeboten worden seien, sagt Albert Schweizer, der schon damals zusammen mit dem kantonalen Wirtschaftsförderer Stephan Kux treibende Kraft war. «Denn wer ein Start-up aufzieht, hat in der Regel gute Ideen, aber kein Geld.»

    So erging es auch den Gründern von Heiq, einem Spin-off der ETH. Auch sie suchten bezahlbare Laborräume und fanden sie in Schlieren. Heiq produziert Medizintextilien, also beispielsweise spezielle Masken für Spitäler, die natürlich in den letzten zwei Jahren reissenden Absatz fanden.

    Dazu kommt ein Reinigungsmittel, das Desinfektionsmittel mehr als ersetzt, weil es nicht nur Keime tötet, sondern eben mittels «guter Bakterien» verhindert, dass sich neue bilden. Eben hat sich dieses bei einem Versuch an der Charité in Berlin als äusserst wirksam bewährt.

    Erfolge ziehen Grossinvestoren an
    Heiq zeigt, wie ein Start-up abheben kann, wenn es zur richtigen Zeit am richtigen Ort die richtigen Ideen hat und diese sich umsetzen lassen. Unterdessen ist das Unternehmen in vierzehn Ländern aktiv und arbeitet weltweit mit über dreissig Universitäten zusammen. Die zwei Räume, die es einst in Schlieren mietete, haben sich mittlerweile zu zwei Stockwerken ausgeweitet.

    Die Anfänge von Heiq liegen schon einige Jahre zurück, die Nachfrage nach Laborräumen hat aber nicht mehr nachgelassen. Auch ist die Strahlkraft solcher Hubs auf etablierte Firmen beachtlich, wie der Erfolg des Biotechparks zeigt: 2018 und 2021 wurden in Schlieren zwei weitere Hochhäuser bezogen, in einem mietete sich Roche ein. Und 2016 zog die Kantonsapotheke in einen Neubau nach Schlieren. Albert Schweizer sagt: «Wenn es um Laborräume geht, fallen heute in der Schweiz drei Namen: Basel, Lausanne und Schlieren.»

    Solche Erfolge ziehen Grossinvestoren an. So sicherte sich mit Swiss Prime Site die grösste kotierte Schweizer Immobiliengesellschaft 2015 die Liegenschaft der ehemaligen NZZDruckerei mit rund 20’000 Kubikmeter Nutzfläche. Zusätzlich realisiert sie bis Herbst 2024 einen Neubau mit rund 15’000 Quadratmeter Nutzfläche auf dem Gelände.

    Schweizer hat keine Bange, dass diese leer stehen werden: «Wir haben im Moment eine Warteliste für 10’000 bis 15’000 Quadratmeter Laborräume.» Und die 2019 gegründete Firma Superlab Suisse hat sich dort bereits eine Fläche von 6000 Quadratmetern reserviert, auf der sie «Ready-to-go-Labs» einrichten und vermieten wird. Also kleine, variable Labors zu günstigen Preisen.

  • MoneyPark prognostiziert sinkende Hypothekarzinsen

    MoneyPark prognostiziert sinkende Hypothekarzinsen

    Der Krieg in der Ukraine werde die wirtschaftliche Erholung zum Stocken bringen, prognostiziert MoneyPark im aktuellen Konjunktur- und Zinsupdate des auf  Hypotheken und Immobilien spezialisierten Fintechs aus Pfäffikon. Ihm zufolge sind die Kapitalmarktsätze in Folge des Kriegsausbruchs bereits markant gesunken. Diese Entwicklung sei mit leichter Verzögerung auch bei den Hypothekarzinsen angekommen, schreibt MoneyPark.

    Konkret hat das Unternehmen zwischen dem 24. Februar und dem 8. März eine Senkung der Zinsen für Festhypotheken um 6 bis 8 Basispunkte beobachtet. Am Referenzzinssatz SARON (Swiss Average Rate Overnight) orientierte Hypotheken blieben dagegen unverändert. Für die nächsten Wochen geht MoneyPark von weiteren leichten Senkungen bei den Hypothekarzinsen aus.

    „Es ist derzeit besonders wichtig, die Entwicklung des Kapital- und Hypothekarmarktes zeitnah zu verfolgen“, heisst es im Update. Insbesondere rechnet MoneyPark damit, dass Anbieter von Hypotheken „aufgrund des intensiven Wettbewerbsumfeldes“ befristetet Sonderangebote lancieren werden.

  • Den Innovationsstandort Schweiz stärken und den Vorsprung ausbauen

    Den Innovationsstandort Schweiz stärken und den Vorsprung ausbauen

    Die Schweizer Wirtschaft zeichnet sich durch eine enorm hohe Innovationskraft aus und konnte in den vergangenen Jahren ihre Spitzenposition weltweit trotz des starken Frankens sichern. Das Berufsbildungssystem, das enge Zusammenspiel von Forschung und Wirtschaft, Startups und Konzernen sowie die hohe Bereitschaft zur Gründung neuer Unternehmen sind wesentliche Eckpfeiler des Erfolgsrezepts. Die Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen haben die Wirtschaft in allen europäischen Ländern stark unter Druck gesetzt.
    Dies ist eine wertvolle Gelegenheit für die Schweiz, ihren Vorsprung in Schlüsselbereichen durch gezielte Förderung mit den bestehenden oder auch neuen Instrumenten weiter auszubauen.

  • Fachhochschulzentrum auf dem Weg in die Zukunft

    Fachhochschulzentrum auf dem Weg in die Zukunft

    Die Fachhochschule Graubünden (FHGR) – die achte öffentlich-rechtliche Fachhochschule der Schweiz – ist heute auf fünf Standorte in neun Gebäuden innerhalb der Stadt Chur verteilt. Die Anzahl Studierender sowie das Forschungsvolumen der FHGR nehmen weiterhin zu. Die bestehenden Standorte bieten zu wenig Räumlichkeiten und Ausbaumöglichkeiten, um die Hochschule in Zukunft optimal aufzustellen. Bislang fehlt beispielsweise der Raum für den Austausch zwischen den Disziplinen sowie für die informelle Kommunikation zwischen den Studierenden und den Dozierenden. Darüber hinaus sind derzeit zu wenige studentische Arbeitsplätze vorhanden, die den heutigen Anforderungen genügen. Durch die Verteilung der Gebäude über die Stadt fehlt der Hochschule zudem die architektonische Visibilität.

    Aus diesen Gründen hat der Kanton Graubünden entschieden, das Fachholschulzentrum am Standort Pulvermühle neu zu erstellen. Hier befindet sich seit 1993 der Hauptsitz der FHGR. Der Neubau soll ein zusammenhängendes Bildungs- und Forschungszentrum ermöglichen, das von der Diversität und interdisziplinären Zusammenarbeit aller Organisationseinheiten lebt. Die Projektleitung wurde dem Hochbauamt Graubünden übertragen. In einem Wettbewerbsverfahren wurde aus den 57 eingegangenen Bewerbungen ein Generalplanerteam selektioniert, welches die Vorgaben und Ziele der Regierung bezüglich Funktionalität, Ortsbau und Architektur überzeugend umsetzt und die Realisierung in der geforderten Qualität und Wirtschaftlichkeit sowie unter Einhaltung der Kosten- und Terminvorgaben garantieren kann.

    Das Siegerprojekt überzeugt mit Nachhaltigkeit und Funktionalität
    Die Entscheidung fiel auf das Team rund um das Projekt «Partenaris». Den Lead übernimmt dabei das Zürcher Architekturbüro Giuliani Hönger Architekten. Überzeugt hat das Projekt die Jury durch die gleichmässige Berücksichtigung der Kriterien Architektur, Tragwerk, Nachhaltigkeit und Funktionalität. «Partenaris» sieht eine städtebauliche Positionierung des Neubaus vor – unter Einbezug der bestehenden Gebäude und durch die sorgfältige Gestaltung eines parkähnlichen Aussenraums. So wird ein attraktives Hochschulareal geschaffen. Die Planung berücksichtigt ausserdem die gewünschte Nutzungsflexibilität.

    Die erste Etappe sieht einen viergeschossigen U-förmigen Baukörper mit einer zentralen, rund 1200 Quadratmeter umfassenden Eingangshalle vor. Dabei öffnen sich die drei Gebäudeflügel nach Süden zur Pulvermühlestrasse hin und interagieren mit den bestehenden Gebäuden. Der Neubau wird als Hybrid-Skelettbau ausgeführt.

    Mittels Passerelle wird es mit dem Neubau verbunden. Die Obergeschosse sind für Nutzungen der Institute und Departemente vorgesehen, wobei der Öffentlichkeitsgrad und damit die Publikumsintensität mit jedem Stockwerk abnimmt. Das Raumprogramm wird mit vergleichsweise wenig Geschossfläche flächeneffizient umgesetzt. Dank der strukturierten Bauweise und ressourcenschonenden Materialisierung können die Werte bei der Grauen Energie auf einem guten Niveau gehalten werden. Im Westen entsteht zudem eine neue Terrasse. In der zweiten Etappe wird das bestehende Gebäude P57 in Richtung Westen erweitert.

    Aus Sicht des Kantons Graubünden ist die Realisierung des Fachhochschulzentrums hinsichtlich Bildung, Forschung und auch innovationspolitisch von grosser Wichtigkeit. Denn der Mangel an Fachkräften, insbesondere in den technisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen, hat Auswirkungen auf die Bündner Unternehmen: Diesen fehlen das nötige Wachstum und die gewünschte Entwicklung. Die neue Fachhochschule soll junge Leute ausbilden, fördern und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Bündner Volkswirtschaft stärken.

    Das Siegerprojekt wird in einem nächsten Schritt planerisch weiterbearbeitet. Danach muss es vom Grossen Rat genehmigt werden. Erhält «Partenaris» grünes Licht, soll Ende 2024 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Im Jahr 2028 soll der Neubau bezugsbereit sein. Der Studienbetrieb läuft während den Umbauarbeiten weiter wie gewohnt.

    Die Visualisierung zeigt den zukünftigen Campusplatz.
    So soll das Foyer des Neubaus dereinst aussehen.
  • Vier Trends für die Immobilien­wirtschaft 2022

    Vier Trends für die Immobilien­wirtschaft 2022

    Weltweite Ressourcenknappheit 
    Aktuell schnellen die Preise für viele Baumaterialien in die Höhe. Das wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern – Dämmstoffe, Stahl, alles wird teurer und knapper. Entsprechend steigen auch die Baupreise und drohen, viele Projekt unrentabel werden zu lassen. Zusätzlich fragen gerade die Schwellenländer derzeit viel Material nach und kaufen den Markt leer. Die Situation wird sich also weiter verschärfen. Langfristig kann nur eine verbesserte Projektplanung mit mehr Fokus auf Wiederverwertbarkeit helfen, denn Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschutz beginnen bereits in der Planungsphase. Wenn ganze Gebäude, Gebäudeteile und Baumaterialien recycelbar sind oder eine Anschlussverwendung finden, senkt das nicht nur den Materialbedarf, sondern trägt gleichzeitig auch zu mehr Nachhaltigkeit bei. Es gilt, Cradle to Cradle in Zukunft groß zu denken.

    Nachhaltigkeit nicht nur durch Energieeinsparung in der Nutzungsphase
    Gerade die deutsche Baubranche hat dringenden Nachholbedarf in Sachen Nachhaltigkeit. In den Niederlanden gibt es bereits eine CO2-Deckelung pro Quadratmeter Neubau. Mit der neuen Regierung unter grüner Beteiligung ist es durchaus vorstellbar, dass eine solche Deckelung auch in Deutschland zur neuen Richtlinie wird. Zudem werden die Entsorgungskosten ein großes Thema bleiben und anteilig in die Höhe schnellen. Aufgrund der noch unausgereiften Rahmenbedingungen für Recyclingverfahren und der geringen Deponiekapazitäten werden Abfälle zu weiteren Baukostentreibern. Hier zeigt sich, wie wichtig es in Zukunft sein wird, Baumaterialien und Gebäudeteile lange zu nutzen und später wiederzuverwenden – wie es bereits im Modulbau durch das Refurbishen nachgenutzter Module möglich ist. Die Kreislaufwirtschaft sollte daher schon früh in der Planung im Fokus des Projekts stehen. 

    Digitalisierung und KI auch beim Bauen
    Um die Nachhaltigkeit über die gesamte Branche hinweg zu steigern und der Ressourcenknappheit entgegenzuwirken, braucht es sowohl eine Optimierung der Planung als auch der Fertigung. Beides muss insgesamt intelligenter werden und sich vernetzen. Hierfür eignet sich der Einsatz „Künstlicher Intelligenz“ optimal. Sie unterstützt Bauprojekte beispielsweise durch generatives Design, vorausschauende Problemerkennung sowie bei der Vermeidung von Verzögerungen und Kostenüberschreitungen. Sie muss aber eben auch in der Produktion ihren Einsatz finden. Ein Beispiel: Die Digitalisierung des Zuschnittes führt zu weniger Verschnitt und Abfall. Dank guter Vorausplanung und des Einsatzes einer KI lässt sich das Restmaterial aus einem Zuschnitt für den weiteren Einsatz bei anderen zukünftigen Projekten verwenden. Das spart nicht nur Material, sondern auch zusätzliche Arbeitsschritte und erhöht so die Effizienz im gesamten Produktionsprozess. Denn auch Restmaterialien sind Ressourcen.

    Industrialisierte Fertigung wie in der Automobilindustrie
    Das Voranschreiten der Digitalisierung innerhalb der Baubranche ermöglicht zudem den Einsatz von halb- oder vollautomatisierten Prozessen. Sie reduzieren Fehlerquellen und machen die Fertigung effizienter. Denn bezahlbarer Wohnraum lässt sich mit robotergestützten Bauverfahren, in Verbindung mit einem erforderlichen digitalen Management der Baudaten – von der Planung bis zur Baustelle – optimal verwirklichen. Mit Blick auf den akuten Fachkräftemangel, der auch in den nächsten Jahren nicht zu lösen sein wird, ist diese Entwicklung die logische Konsequenz. Auch Daiwa House Modular Europe wird in der bereits geplanten deutschen Gigafactory auf automatisierte Prozesse setzen.

    Diese vier Trends sollten die Baubranche zum Umdenken animieren. Dazu kommen eine Reihe weitere Veränderungen wie ein Generationenwechsel in den Reihen der Führungskräfte sowie der politische und gesellschaftliche Wandel. Bauherren sind mittlerweile offen für standardisierte Gebäudelösungen. Modular geplante und gebaute Gebäude bieten eine kurze Bauzeit sowie hohe Qualität durch eine Vorfertigung von ungefähr 90 Prozent im Werk. Gerade in den Segmenten Wohnen, Pflege, Hotels und Bildung sind trotz unterschiedlicher Standorte ähnliche Bedürfnisse gegeben – daher muss nicht jedes Gebäude ein Prototyp sein.

  • Weltwirtschaft nach COVID-19. Das erwartet Anlegerinnen und Anleger.

    Weltwirtschaft nach COVID-19. Das erwartet Anlegerinnen und Anleger.

    Wirtschaftswachstum hält an
    Die Pandemie ist noch nicht vorbei, aber die Impfungen haben zumindest ein Stück Normalität zurückgebracht. Der Aufschwung dürfte sich 2022 fortsetzen. Es wird ein starkes Wirtschaftswachstum in Höhe von 4,3 Prozent erwartet. Die Gründe hierfür sind folgende: eine solide Nachfrage, ein günstiges fiskal- und geldpolitisches Umfeld sowie weitere Lockerungsmassnahmen.

    Inflation dürfte Höhepunkt erreichen
    Der Inflationsanstieg war eines der zentralen Themen des Jahres 2021 und wird uns auch in Zukunft beschäftigen. Für 2022 wird erwartet, dass die globale Inflationsrate auf einem erhöhten Niveau von 3,7 Prozent verharrt. Die entscheidende Frage ist, wie die Zentralbanken darauf reagieren. Die Expertinnen und Experten der Credit Suisse gehen davon aus, dass viele zunächst die Wertschriftenkäufe reduzieren. Die Zinsen hingegen dürften unverändert bleiben, solange die Inflation gegenüber dem Niveau von 2021 sinkt.

    Inflationsrate in den USA dürfte nach 2022 fallen
    Der Wiederanstieg der Preise liegt grösstenteils hinter den USA. Die Basiseffekte lassen nach.

    Letzter Datenpunkt: 09.2021

  • «Der Switzerland Innovation Park Ost hat eine Ausstrahlung weit über die Kantonsgrenzen hinweg»

    «Der Switzerland Innovation Park Ost hat eine Ausstrahlung weit über die Kantonsgrenzen hinweg»

    Zur Person
    Beat Tinner ist seit 2020 Mitglied der St. Galler Kantonsregierung und steht dem Volkswirtschaftsdepartement des Kantons St. Gallen vor. Er absolvierte eine kaufmännische Ausbildung beim Schweizerischen Bankverein (heute UBS) und danach einen Sprachaufenthalt in der Westschweiz. Er wurde 1997 im Alter von 26 Jahren Gemeindepräsident von Wartau und bekleidete das Amt bis 2020. Von 2000 bis 2020 war er Mitglied des Kantonsrats und davon die letzten vier Jahre Fraktionschef der FDP.

    Herr Regierungsrat Tinner, wie kann man die St. Galler Wirtschaft am treffendsten porträtieren?
    Wir sind primär ein Industriestandort, der sich ausgehend von der Textil- und Maschinenindustrie inzwischen erfolgreich im Hochtechnologiebereich etabliert hat. Dies verdanken wir besonders der Innovations- und Tatkraft vieler Unternehmer, die sich wie Bühler Group, Leica Geosystems oder SFS Group vom KMU zum Konzern entwickelt haben. Wir haben eine starke Bildungstradition: vom dualen Bildungsweg ausgehend über die regional verankerte, interkantonale Fachhochschule Ost bis zur internationalen Spitzenuniversität HSG. Die Wirtschaftsstruktur ist regional zwar recht heterogen, dafür sind wir breit diversifiziert und somit krisenresistenter. Dies alles, kombiniert mit einem technologie- und wirtschaftsfreundlichen Umfeld, bildet unseren einzigartigen Charakter.

    Wie meistert die St. Galler Wirtschaft die gegenwärtige Pandemie?
    Dank der wirtschaftlich bedeutenden, wiedererstarkenden Exportwirtschaft, der stabilen Bauwirtschaft und erneuter Konsumfreude ist wieder Optimismus zu spüren. Die nicht direkt betroffenen Branchen sind stabil durch die Krise gekommen. Dabei hat sicher auch das Instrument der Kurzarbeit mitgeholfen. Es wird jetzt wieder investiert und gebaut. Ausserdem konnten wir die schwerwiegenden Härtefälle mit Bundes- und Kantonsmitteln überbrücken.

    Ein von Ihnen erklärtes Ziel in der Pandemiezeit ist die Wiederbelebung und Stärkung der St. Galler Unternehmen. Welche Massnahmen haben Sie getroffen?
    Die aktuellen kantonalen Massnahmen umfassen die Unterstützung in Härtefällen, einen Schutzschirm für Sportanlässe sowie eine Unterstützung der Seilbahnunternehmen und Tourismusdestinationen. Die ersten beiden Instrumente werden vom Bund mitfinanziert, das dritte vom Kanton. Die Unterstützungsvorlage ist am 26. September vom St. Galler Stimmvolk gutgeheissen worden. Letztes Jahr wurden bereits Covid-Kredite bereitgestellt. Uns ist es gelungen, die direkt betroffenen Unternehmen wo nötig zu stützen, auch dank engem Dialog zwischen Kanton, Bund und Wirtschaft. Eine allgemeine Strukturbereinigung können und wollen wir mit den Massnahmen jedoch nicht aufhalten.

    Welche Vorzüge hat der Kanton St. Gallen als Standort für Unternehmen?
    Der Kanton liegt anteilsmässig beim Maschinenbau, der Präzisionstechnik, Elektronik und den optischen Technologien sowie bei unternehmensbezogenen IT-Dienstleistungen signifikant über dem Schweizer Mittelwert. In diesen Technologieschwerpunkten gibt es viele, gut ausgebildete Fachkräfte und bestens funktionierende Netzwerke. Im Vergleich zu anderen Landesregionen ist hier Bauland zu erschwinglichen Preisen erhältlich, und die Mieten sind moderat. Generell sind die Rahmenbedingungen sehr unternehmerfreundlich, beispielsweise durch schlanke Bewilligungsprozesse und kurze Wege. Einfach gesagt: Wer in St. Gallen etwas umsetzen will, ist willkommen und kommt mit seinen Projekten schneller und meist günstiger ans Ziel als anderswo.

    Wo muss sich der Kanton noch verbessern, wenn er für ansiedlungswillige Unternehmen attraktiver werden will?
    Bei der Unternehmensbesteuerung gibt es sicher noch ein paar Punkte zu verbessern. Bei der Infrastruktur haben wir im öffentlichen Verkehr einen Quantensprung mit der schnellen Bahnverbindung nach München gemacht, bezüglich Strasse fehlt bislang noch eine internationale Hochleistungsverbindung im Osten. Die Umsetzung der neuen Bau- und Planungsgesetzgebung ergab einen Moment lang eine gewisse Planungsunsicherheit, was mit einer weiteren Revision des Gesetzes abgefedert werden kann. Der Vollzug spielt sich jedoch inzwischen ein und bietet erneut verlässliche Rahmenbedingungen.

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    Der Park Ost soll
    international wahrgenommen werden
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    Welches sind die Schwerpunkte der Standortförderung im Kanton St. Gallen?
    Innovation und Start-ups sind ein wesentlicher Schwerpunkt, was sich beispielsweise mit der erfolgreichen Bewerbung bei Switzerland Innovation zeigt. Bezüglich Promotion sind wir mit unseren Nachbarkantonen Thurgau, Appenzell und mit der St. Gallen-Bodensee-Area unterwegs. Momentan sind wir durch Corona etwas eingeschränkt – wir hoffen aber, dass die stark auf persönlichen Kontakten beruhende Promotion bald wieder in Schwung kommt. Punkto Bereitstellung von Immobilien und der Arealentwicklung nehmen wir eine aktive Rolle ein; wir initiieren und begleiten als Kanton selber Entwicklungen, das heisst: Wir unterstützen Gemeinden bei überkommunalen Arealentwicklungen und vermitteln Immobilienangebote an Interessenten.

    Welche Vorhaben in Sachen Verkehr und Mobilität stehen ganz oben auf Ihrer Agenda?
    Ein Doppelspurausbau im Rheintal, der ab 2024 einen Halbstundentakt zwischen Chur und St. Gallen erlaubt, der laufende Doppelspurausbau für die S-Bahn nach Rapperswil sowie Kapazitätssteigerungen Richtung Zürich durch den Ausbau am Bahnknoten Wil. Zudem arbeiten wir bereits an den Ausbauschritten für kommende Generationen. Eine Trambahn in St. Gallen soll vertiefter geprüft werden, ebenso eine Anbindung zu Cargo sous Terrain.
    Welche gelungenen Mobilitäts-Projekte würden Sie als Ihre bisherigen «ÖV-Meilensteine» bezeichnen?
    Im Juni konnte ich den Doppelspurausbau mit dem neuen Bahnhof Rorschach einweihen. Dies ist ein Teil der laufend verbesserten Eurocity-Verbindung zwischen Zürich, St. Gallen und München. Der Spatenstich zum vorher erwähnten Doppelspurausbau nach Rapperswil ist im September erfolgt. Allein diese Beispiele zeigen, dass bezüglich Infrastruktur einiges läuft.

    Das Vorantreiben von Innovationen ist Ihnen ein grosses Anliegen. Wie wichtig ist die kürzlich erfolgte Gründung des Innovationsparks Ost?
    Die Gründung der «Switzerland Innovation Park Ost AG», wie es jetzt offiziell heisst, ist der Schlüssel. Damit können wir einerseits die Ostschweizer Innovationsnetzwerke nachhaltig festigen und uns gleichzeitig mit dem Thema auf der internationalen Landkarte positionieren. Wir sind überaus glücklich, dass die Ostschweiz nun auch Teil dieses Schweizer Netzwerks ist. Bereits bei der Erarbeitung des Bewerbungsdossiers sind die Akteure von Forschung, Wirtschaft und der öffentlichen Hand in eine sehr konstruktive Zusammenarbeit getreten. Jetzt ist es entscheidend, dass die konkrete Manifestation der Infrastruktur gelingt. Ich bin zuversichtlich, dass wir dies schaffen, weil wir auf einem lebendigen Innovations- und Unternehmensstandort bei der Empa St. Gallen aufbauen können.

    Was ist der aktuelle Stand des Campus-Projekts Buchs?
    Buchs ist als Standort der Ostschweizer Fachhochschule, der Berufsschule und des Forschungs- und Innovationszentrums Rheintal RhySearch bereits gut aufgestellt. Aus diesem Grund, und da auch Baulandreserven vorhanden sind, ist der Campus Buchs zum Aussenstandort des Park Ost deklariert worden. Aktuell sind mehrere Projekte für die Aufwertung des Campus in Arbeit, unter anderem ein Motel für Studenten, Dozenten und Arbeitskräfte. In Kürze wird für die Brusa Elektronik AG ein Neubau eröffnet. Dieser Neubau ist als privatwirtschaftlich finanziertes Projekt gelungen, das dennoch zum Campus Buchs gerechnet wird. Der Brusa Neubau stellt ein Element im Konzept des «Zentrums Präzisionsindustrie» dar, wofür weitere baureife Flächen beim Campus verfügbar sind.

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    Co-Working-Spaces haben von der Pandemie profitiert
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    Welche Bedeutung haben die beiden Projekte für die Region und den Kanton St. Gallen?
    Der Park Ost hat eine Ausstrahlung weit über die Kantonsgrenzen hinweg und soll schliesslich auch international wahrgenommen werden. Die in der Ostschweiz und Liechtenstein bereits gelebte Innovationskultur wird damit klar sichtbar. Der Campus Buchs ist für das industriell geprägte Alpenrheintal ein Nukleus für Innovation, Bildung und Technologie.

    Welche weiteren wichtigen Projekte in Sachen Innovation und Forschung stehen in naher Zukunft an?
    Priorität hat momentan sicher die Umsetzung des Park Ost. Aus den Netzwerken der Empa, HSG, Kantonsspital sowie der Industrie gilt es konkrete Angebote und Innovationsprojekte zu kreieren. Besonders innovative Kooperationsformen werden angeregt und bei Bedarf unterstützt. Im Erstkontakt mit den KMU spielt dabei das Innovations-Netzwerk Ostschweiz INOS mit seinen regionalen Kontaktstellen eine wichtige Rolle.

    Das Thema Co-Working-Spaces ist auch im Kanton St. Gallen von grosser Bedeutung. Wie sind die neu gegründeten Co-Working-Spaces durch die Krisenzeit gekommen?
    Nach den mir vorliegenden Informationen gab es zwar im Lockdown einige Leerstände und Einbussen. Die Büros, auch die neu gegründeten, haben jedoch insgesamt von der Situation profitiert: Einige sind vom Homeoffice in das Co-Working ausgewichen und haben jetzt Gefallen an der neuartigen Arbeitsform gefunden.

    Welche Entwicklung erwarten Sie in diesem Bereich?
    Aufgrund der Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt entspricht diese Arbeitsform zunehmend einem Bedürfnis. Zukunftsfähig erscheint mir besonders das Modell, wenn beispielsweise in Inkubatoren wie dem Startfeld eine innovative Atmosphäre durch ähnlich interessierte Arbeitskräfte, Start-ups und Freiberufliche entsteht.

    Mit dem «Energiekonzept 2021–2030» stehen bis 2030 rund 150 Millionen Franken für energetische Investitionen zur Verfügung. Welche Punkte sind für Eigentümer von Wohn- und Geschäftsliegenschaften die wichtigsten?
    Zusätzlich zur bisherigen Förderung von energetischen Sanierungen werden die Beratungsangebote ausgeweitet, beispielsweise die finanzielle Unterstützung für die Betriebsoptimierung von Mehrfamilienhäusern und Dienstleistungsbauten. Weitere Zusätze sind die Produktion und Nutzung erneuerbarer Energien, etwa durch eigene Solarmodule sowie der sommerliche Wärmeschutz.

  • «Zürich soll als Innovationsstandort noch stärker werden»

    «Zürich soll als Innovationsstandort noch stärker werden»

    Sie haben zu Beginn dieses Jahres die Leitung der Standortförderung übernommen. Welche Massnahmen haben Sie getroffen, um sich gut und schnell einzuleben?
    Fabian Streiff: Ein wichtiger Punkt war für mich die Vernetzung mit kantonalen Akteuren, Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft und der Wissenschaft. Den Umständen geschuldet, musste dies zunächst virtuell geschehen. Aber noch relevanter war für mich die Frage, wie wir die Unternehmen unterstützen können – gerade während der Pandemie. Der Informationsbedarf der Unternehmen war enorm. Vor allem in Zeiten, in denen Instrumente wie beispielsweise die Kurzarbeit und Härtefallhilfe zur Anwendung kamen.

    Was haben Sie konkret unternommen, um die Unternehmen zu unterstützen?
    Das Amt für Wirtschaft und Arbeit hat schon früh den intensiven Austausch mit den Unternehmern gesucht, um zu eruieren, welche Themen wir auf nationaler Ebene adressieren müssen und welche wir innerhalb des Kantons lösen können. Zudem haben wir eine Hotline für die Unternehmen eingerichtet und verschiedene Websites stetig aktualisiert. Nun richten wir unseren Blick auf die Zukunft und widmen uns der Fragestellung, wie wir die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Zürich positiv beeinflussen können.

    Wie sieht dieser Plan aus?
    In Gesprächen mit Zürcher Unternehmen hat sich bestätigt, dass wir den Fokus noch stärker auf einen attraktiven Innovationsstandort legen sollten. Innovationen entstehen vermehrt in Netzwerken, weshalb starke Innovationsökosysteme einen bedeutenden Beitrag zum zukünftigen Erfolg der Zürcher Wirtschaft leisten. Diese gilt es zu stärken. Ein zentrales Thema sind neue hybride Arbeitsformen wie Home-Office oder das Arbeiten von Co-Working-Spaces aus. Wir müssen uns fragen, was dies für den Standort und seine Entwicklung bedeutet. Spannend ist auch, wie der Wirtschaftsstandort Zürich für Unternehmen attraktiv bleiben kann. Gibt es Möglichkeiten, den Zugang zu Talenten und Fachkräften zu verbessern, gerade im Kontext des mobilen Arbeitens? Welche Rolle kann der Staat einnehmen, um hier einen Beitrag zu leisten? Das alles sind offene Fragen – wir sehen bereits Tendenzen, aber natürlich auch Folgen daraus, wie zum Beispiel die Diskussion über eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts.

    Verliert der Wirtschaftsstandort Zürich jetzt wirklich an Attraktivität?
    Viele Unternehmen beantworten diese Frage mit einem klaren Nein. Es zeichnen sich aber Verschiebungen ab. So prognostizieren grosse Unternehmen innerhalb der nächsten zwei Jahre eine Konzentration auf einzelne Standorte. Das heisst, gewisse Immobilien könnten frei werden. Andererseits könnten diese schnell wieder für neue Arbeitsformen wie beispielsweise Co-Working-Spaces genutzt werden. Ländliche Zentren dürften dank Home-Office-Möglichkeiten wieder belebter werden. Der Wirtschaftsstandort Zürich wird auch durch die Hochschulen gestärkt, die mit ihren erfolgreichen Spin-offs und Forschungsarbeiten einen super Job machen und in den Rankings ganz vorne dabei sind. Die Unternehmen im Kanton Zürich konnten letztes Jahr zudem in grossem Umfang Risikokapital anziehen, was sehr erfreulich ist.

    Wie kam es zu dieser positiven Entwicklung trotz der Pandemie?
    Zürich hat sich in den vergangenen Jahren gut positioniert, insbesondere mit Blick auf die digitale Transformation. Hier werden Spitzenkräfte benötigt und am Standort Zürich auch gefunden. Dies dank den Hochschulen und des Talentpools, der sich in den letzten Jahren stark weiterentwickeln konnte. Zuerst hatten die Banken Magnetwirkung, nun sind es die grossen Unternehmen aus der Branche der Informations- und Kommunikationstechnologie. Das Zusammenspiel der verschiedenen Branchen ist für die Zukunft vielversprechend. Auch im Bereich der Forschung registrieren wir eine positive Entwicklung. Die genannten Punkte werden im Standortwettbewerb immer relevanter. Aber andere Standorte schlafen nicht und haben sich national und international sehr gut positioniert, weshalb die führende Position des Kantons Zürich keine Selbstverständlichkeit ist. Sie muss weiterhin im Bereich der Innovation gestärkt werden.

    Der Kanton Zürich ist der führende Wirtschaftsstandort der Schweiz. Weshalb?
    Die Attraktivität von Zürich basiert auf verschiedenen Faktoren. Angefangen bei der Bildung, über hochqualifizierte Arbeitskräfte, bis hin zu starken Branchen aus der Finanzwirtschaft und immer mehr aus den Bereichen Life-Science-Technologie, Cleantech sowie der Informations- und Kommunikationstechnologie. Diese Vielfalt an Kompetenzen ermöglicht starke Ökosysteme, wodurch branchenübergreifendes Lernen und Innovieren gestärkt werden. Die Lebensqualität per se spricht ebenfalls für den Standort Zürich.

    Was unternehmen Sie, um diesen Status auch in Zukunft zu sichern?
    Unsere neue Strategie weist drei Schwerpunkte auf: Der erste ist die starke Fokussierung auf Innovationsthemen in den Bereichen Finanztechnologie, Digital Health, Biotech, Cleantech sowie im Bereich neue Mobilität. Hier wollen wir mehr Vernetzung und Möglichkeiten für Kooperationen schaffen. Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit den regionalen Standortförderungen, um die Branchenvielfalt zu stärken. Die Grösse des Kantons Zürich verlangt ein vernetztes Arbeiten, um der Vielseitigkeit der einzelnen Regionen gerecht zu werden. So können wir auch spannende regionale Projekte unterstützen, wie es beispielsweise beim Bio-Technopark in Schlieren der Fall war. Aktuell sehen wir dies auch beim Digital Health Center in Bülach. Den dritten Schwerpunkt setzen wir bei der Schaffung attraktiver Rahmenbedingungen, insbesondere im Bereich der Innovation. Hier können wir darauf hinwirken, dass es bei den Regulierungen auf Bundesebene nötige Anpassungen für spezifische Innovationsthemen gibt.

    Welche Regulierungen weisen dringenden Anpassungsbedarf auf?
    Mit Blick auf einen starken Innovationsstandort Zürich stehen aktuell die Folgen sowie Lösungen nach dem gescheiterten Rahmenabkommen mit der EU im Fokus. Der Ausschluss aus Horizon Europe wiegt schwer. Weiter sind Anpassungen im Arbeitsrecht aufgrund der veränderten Bedürfnisse zu prüfen – wie zum Beispiel beim mobilen Arbeiten.

    Welche Areale suchen Unternehmen derzeit am meisten?
    Wir sehen von der Kundenseite her einen Bedarf nach Flächen an gut erschlossenen Lagen, die in ein Ökosystem eingebunden sind. Es wird vermehrt die Verbindung zu den Hochschulen gesucht. Biotech-Labors werden auch immer wichtiger. Schlieren konnte sich in diesem Bereich enorm entwickeln. Dennoch verzeichnen wir hier eine Nachfrage, die überregional noch nicht gesättigt werden kann.

    Was ist das Problem?
    Im Biotechbereich sind die auf den Markt kommenden Flächen jeweils sehr schnell wieder besetzt. Es braucht vermehrt Investoren, die bereit sind, in Labors zu investieren. Die Entwicklung eines solchen Projekts dauert in der Regel zwei Jahre oder länger. Eine entsprechend vorausschauende Planung ist zwingend.

    Wie sehen Sie die Zukunft für die Bürogebäude im Kanton Zürich mit dem Hintergrund der sich verändernden Arbeitsmodelle?
    Mit dieser Frage setzen wir uns aktuell stark auseinander. Die Arbeitgeber wollen allgemein noch attraktiver werden. Die Anforderungen an einen Büro-Arbeitsplatz werden also steigen. Doch ob das nun bedeutet, dass man pro Arbeitnehmenden mehr Fläche benötigt, oder ob es zu Zusammenlegungen kommt, werden wir erst in ein bis zwei Jahren sehen. Wir glauben aber, dass das Thema Co-Working noch wichtiger wird. Allerdings in einer umfassenderen Form als heute – im Sinne eines Begegnungsortes, wo ein vertiefter Austausch mit der Wissenschaft, den Behörden und weiteren Akteuren im Ökosystem stattfinden kann. Quasi ein Co-Working-Plus.

    Welche Standorte sind am begehrtesten?
    Die Stadt Zürich und die Flughafenregion bleiben weiterhin sehr attraktiv. Am Flughafen verzeichnen wir beim neu gebauten The Circle eine hohe Nachfrage. Und das Limmattal ist mit der Limmattalbahn und dem Bio-Technopark noch attraktiver geworden. Die Stadt Winterthur und die Region Zimmerberg sind dank der ZHAW ebenfalls beliebte Standorte.

    Welche Unternehmen interessieren sich für The Circle?
    The Circle zieht nicht nur Unternehmen aus dem Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie wie etwa Microsoft oder Oracle an, sondern auch aus dem Bereich Life Sciences. Digital Health ist hier ein wichtiges Thema. Nach einer Corona-bedingten schwierigen Startphase zieht das Geschäft am Circle nun an, und es sind bereits 85 Prozent der Flächen vermietet.

    Welches sind die wichtigsten Quellenmärkte für den Kanton Zürich?
    Die USA ist nach wie vor mit Abstand der stärkste Markt. Wichtig sind auch Europa, insbesondere Deutschland, sowie China und Japan. Neu konzentrieren wir uns auf Korea und Israel. Die Unternehmen denken immer mehr in Forschungs- und Entwicklungs-Hubs. Zürich ist für viele Unternehmen nicht nur eine internationale Business-Location, sondern eben auch ein solcher Hub. Die Vermarktung im Ausland übernimmt die Standortmarketing-Organisation Greater Zurich Area für uns.

    Wie soll sich der Wirtschaftsstandort Zürich in den nächsten 10 Jahren entwickeln?
    Er soll als Innovationsstandort noch stärker werden. Zürich hat eine lange Geschichte und als Finanzplatz eine grosse Bekanntheit. Das ist wichtig – auch mit Blick auf zukünftige Ansiedlungen im Bereich Finanztechnologie. Zürich soll sich zudem in den Bereichen künstliche Intelligenz und neue Mobilität profilieren, wie beispielsweise bei der Entwicklung von autonomen Systemen. Wir glauben an eine Bewegung weg vom klassischen Finanzplatz Zürich hin zu einem Wirtschaftsstandort, der in den genannten neuen Themen und in der Digitalisierung sehr stark sein wird. Die Zürcher Wirtschaft ist bereits jetzt gut aufgestellt und zeigt sich krisenresistent – doch zukünftig soll Zürich noch innovativer, attraktiver und somit noch stärker werden.

    Fabian Streiff mit seinem Team.

  • Kanton Zürich – Am Puls des Geschehens

    Kanton Zürich – Am Puls des Geschehens

    Der Kanton Zürich ist ein wichtiger Wachstumstreiber der Schweizer Wirtschaft. Sein Bruttoinlandprodukt (BIP) betrug 2017 mehr als 143 Milliarden Franken. Das entspricht mehr als 20 Prozent des Schweizer BIP. Damit wird im Kanton Zürich die grösste wirtschaftliche Leistung und Wertschöpfung innerhalb der Schweiz erbracht. Die Wertschöpfung kann gesteigert werden, indem Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Fachorganisationen entlang der Wertschöpfungskette in Clustern wie Finanzdienstleistungen, Life Sciences, Kreativwirtschaft, Cleantech, Aerospace, Informations- und Kommunikationstechnologie kooperieren. Gemäss dem Statistischen Amt erbringt der Kanton Zürich mit einem jährlichen BIP-Volumen von über 120 Milliarden Franken mehr als 20 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP). Das ist die grösste kantonale wirtschaftliche Wertschöpfung in der Schweiz.

    Die Pflege von internationalen Beziehungen ist zudem eine Chance, um internationale Entwicklungen sowohl im wirtschaftlichen wie im politischen Bereich unmittelbar zu verfolgen und aktiv zu beeinflussen. Die dadurch erworbenen Wirtschaftskontakte haben einen unmittelbaren Nutzen für die im Kanton ansässigen Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung.

    In Sachen Lebensqualität und Lebensstandard belegt Zürich seit vielen Jahren in internationalen Rankings Spitzenplätze. Die Stadt Zürich ging sieben Mal in Folge als Siegerin aus der bekannten Mercer-Studie zur Lebensqualität hervor. Seit 2009 liegt sie auf Platz 2. Bei der Studie werden 230 Städte anhand von 39 Kriterien wie Gesundheitsversorgung, Unterhaltungsangebot, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, Wohnsituation, Umweltfragen, politische und wirtschaftliche Situation verglichen.

    Ein neuer Index misst erstmals auch die ökonomische und soziale Verteilung des Wohlstandes, und da kommt die Limmatmetropole unter 113 Städten auf Rang Eins, wie zh.ch schreibt: Der «Prosperity and Inclusion in Cities Seal and Awards Index» misst nicht nur das Wirtschaftswachstum, sondern vor allem dessen Qualität und welchen Anteil die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen daran haben. Zürich schnitt insbesondere bei den Faktoren Arbeit, Wohnen, Freizeit, Sicherheit und Bildung hervorragend ab. Auf Platz zwei folgt Wien vor Kopenhagen, Luxemburg und Helsinki. Im innerschweizerischen Städteranking liegt Zürich auf Rang 1 und Winterthur auf Rang 3.

    Testimonials

    Carmen Walker Späh
    Regierungsrätin,
    Volkswirtschaftsdirektorin

    Dank den erstklassigen Hochschulen, der Verfügbarkeit von Fachkräften, der hervorragenden Infrastruktur sowie der hohen Innovationskraft unserer Wirtschaft ist der Kanton Zürich ein hochattraktiver Standort für Unternehmen.

    David Allemann
    Mitgründer On

    Zürich ist weltoffen, cool und denkt neu. Es ist wichtig, dass in Zürich viele kreative Köpfe wohnen und arbeiten, die den Standort in Sachen Kreativität und Innovation nach vorne treiben. So bleibt Zürich weiter einzigartig.

    René Kalt
    Geschäftsführer
    Innovationspark Zürich

    Hochschulen und zahlreiche innovative Unternehmen machen Zürich zu einem perfekten Standort für die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft. Der Innovationspark Zürich trägt zu diesem Wissens- und Technologietransfer bei, so wird Zürich noch innovativer.

    Mario Jenni
    Co-Founder &
    CEO Bio-Technopark Schlieren-Zürich

    Zürich ist aufgrund zahlreicher Gesundheits- und Technologieunternehmen sowie exzellenter Hochschulen ein ausgezeichneter Life Sciences-Standort. Der «Paradeplatz» der Biotech-Szene befindet sich in Schlieren und wird national und international immer bedeutender.

  • Schaffhausen verlängert Vertrag mit Generis AG

    Schaffhausen verlängert Vertrag mit Generis AG

    Die Generis AG wird die Wirtschaftsförderungsstelle des Kantons Schaffhausen bis 2024 weiterführen. Dasselbe gilt für die Geschäftsstelle zur Förderung der Regional- und Standortentwicklung. Das hat der Regierungsrat an seiner Sitzung am Dienstag beschlossen.

    Der Leistungsauftrag läuft aktuell bis Ende 2022. Danach kann er letztmals um weitere zwei Jahre verlängert werden. Die Generis AG hatte Anfang 2015 den Zuschlag für die Führung beider Einrichtungen erhalten.

    Wie es in einer Mitteilung des Regierungsrats heisst, hat die Generis AG „ihren Auftrag bisher sehr gut erfüllt. Die bis heute erreichten Resultate im Bereich der Wirtschaftsförderung stellen eine eigentliche Erfolgsgeschichte dar.“ Deshalb werde der Leistungsauftrag nun verlängert.

  • Aargau will mehr Firmen ansiedeln

    Aargau will mehr Firmen ansiedeln

    Der Aargauer Regierungsrat hat den Aufgaben- und Finanzplan für die Jahre 2022 bis 2025 vorgelegt. Darin sieht er auch Massnahmen zur Erhöhung der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts vor, darunter zur Ansiedlung neuer Unternehmen. Der Aargau solle mit seinen Vorzügen bei Unternehmen im Ausland bekannter gemacht werden, heisst es in der Botschaft der Regierung. „Darum sollen in diesem Bereich zusätzliche Massnahmen geprüft und umgesetzt werden, um die Unternehmensdichte im Aargau langfristig zu erhöhen.“

    Der Kanton will sich bei den Ansiedlungen vor allem auf die Branchen konzentrieren, bei denen er schon heute stark ist, namentlich auf die Life Sciences und die Energiewirtschaft. Im Vordergrund ständen Industrieunternehmen und industrienahe Dienstleister, die auf hochqualifizierte Arbeitskräfte angewiesen sind. Ziel ist es, jährlich zwischen zwölf und 14 Unternehmen anzusiedeln, darunter sechs bis acht in den beiden Fokusbranchen. Im vergangenen Jahr wurden fünf Firmen angesiedelt, davon drei in den Fokusbranchen. Die Akquisitionsstrategie soll im nächsten Jahr erarbeitet und ab 2023 in einem ausgewählten Markt angewendet werden.

    Bereits 2022 soll laut der Botschaft geprüft werden, ob der Kanton einer bestehenden überkantonalen Organisation des Standortmarketings beitreten soll. Der Kanton hat 1999 zu den Gründern der Greater Zurich Area (GZA) gehört, ist später aber wieder ausgetreten. Die GZA ist heute die grösste Organisation des Standortmarketings mit neun deutsch- und italienischsprachigen Mitgliedskantonen, darunter die drei Aargauer Nachbarkantone Solothurn, Zug und Zürich. Der Aargau grenzt auch an die Basel Area Business & Innovation, der die beiden Basler Kantone und der Jura angehören.

    Der Aargau ist mit Luzern, Nidwalden und Obwalden nur einer von vier Kantonen, die keiner überkantonalen Organisation des Standortmarketings angehören. Die Westschweiz ist in der Greater Geneva Bern area organisiert, die vier Kantone der Ostschweiz in der St.GallenBodenseeArea.

  • Solothurner Wirtschaftsbarometer

    Solothurner Wirtschaftsbarometer

    Die Auswertung der erstmals durchgeführten Umfrage bei den Mitgliedern der Solothurner Handelskammer und des Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverbandes zum Solothurner Wirtschaftsbarometer zeigt, dass die Wirtschaft in die Wachstumszone zurückkehrt. In den Branchen gibt es grosse Unterschiede. Die durch die Lockdowns betroffenen Wirtschaftszweige leiden, jedoch konnten seit Jahresbeginn weite Teile der Industrie und wirtschaftliche Dienstleistungen auf einen steilen Wachstumspfad zurückkehren.

  • Stadt Schlieren verabschiedet Wirtschaftsstrategie

    Stadt Schlieren verabschiedet Wirtschaftsstrategie

    Schlieren hat sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten als starker Wirtschaftsstandort vor den Toren entwickelt. Inzwischen sind in der Stadt 1162 Firmen angesiedelt. Auf die 19‘500 Einwohner kommen 18‘500 Arbeitsplätze. In der Städterangliste von „Bilanz“ erreicht Schlieren inzwischen den 20. Rang von 132 Gemeinden.

    Die Stadt will diese starke Stellung weiter ausbauen. Das geht aus der Wirtschaftsstrategie 2021-2025 hervor, die mit über 80 Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft ausgearbeitet worden ist und nun vorgelegt wurde.

    Schlieren setzt dabei an seinen vorhandenen Stärken an. Im Bereich Biotech rund um den Bio-Technopark Schlieren soll die Stadt ihre internationale Stellung weiter ausbauen. National will sich Schlieren noch stärker als Standort für Start-ups positionieren. Passend zu diesen beiden Themen sollen in Schlieren auch Cluster im Bereich Medtech und Gesundheitswesen und in der ICT hinzukommen. Schlieren will sich dabei als Knoten in Netzwerken etablieren, die weit über die Stadt hinausreichen.

    Dazu braucht es auch eine verstärkte Kommunikation. Künftig will die Stadt in ausgewählten Themen auch auf Englisch und Französisch kommunizieren.

    Doch die Stadt will auch ihre anderen Cluster pflegen. So ist im Bereich Einkauf eine Leistungsvereinbarung mit Shopping Schlieren vorgesehen. Wichtige Akteure sollen gehalten und Nischenanbieter in Schlieren angesiedelt werden. Auch das Automobilcluster soll gepflegt und erhalten werden.

    Ein guter Standort braucht Platz: Areale wie die Gasi, das Geistlich-Areal, die Wagi, Rüti und weitere sollen massgeschneiderte Entwicklungsstrategien erhalten. Ein guter Standort braucht auch Menschen: Die Freizeit- und Dienstleistungsangebote sollen ausgebaut werden.

    Die Stadt will den Standort mit Partnern wie der Limmatstadt AG und der Greater Zurich Area weiterentwickeln. Vorgesehen ist auch ein Wirtschaftsrat aus Vertretern der Unternehmen in Schlieren, der die Stadt bei der Weiterentwicklung des Standorts begleitet. Einen Wechsel wird es auch an der Spitze der Standortförderung geben: Albert Schweizer hat sie in über zwei Jahrzehnten aufgebaut. In rund fünf Jahren wird er pensioniert; die Nachfolge soll in den nächsten Jahren vorbereitet werden.

  • «Bestes Gesamtpaket dank dem Spirit of Zug»

    «Bestes Gesamtpaket dank dem Spirit of Zug»

    Zur Person
    Beat Bachmann ist lic.oec. HSG und verfügt über Führungserfahrung in den Bereichen Business Development, Verkauf, Finanzen und Projektmanagement in in- und ausländischen Märkten. Seine Branchenerfahrung umfasst Life Sciences/Medizintechnik, Grosshandel/Vertrieb Konsumgüter, Immobilien, Informations- und Kommunikationstechnologie.

    Sie sind Leiter der Kontaktstelle Wirtschaft des Kantons Zug. Wie darf man sich einen normalen Arbeitstag bei Ihnen vorstellen?
    Beat Bachmann: Jeder Tag ist anders. Als «one-stop-shop» betreuen und beraten wir vor allem ansässige Firmen bei den unterschiedlichsten Anliegen. Dazu gehört auch die Unterstützung bei der Suche nach Büroflächen. Mit über 100 Firmenbesuchen pro Jahr und mit der Vernetzung der Firmen untereinander in den Branchenclustern tragen wir dazu bei, dass die Unternehmen an einem wirtschaftsfreundlichen Standort erfolgreich tätig sein können. Zudem begleiten wir jährlich viele Firmen bei der Ansiedlung im Kanton Zug.

    Wie geht es den im Kanton ansässigen Unternehmen im Hinblick auf die Pandemie?
    Die Zuger Wirtschaft mit ihrer starken internationalen Verflechtung ist ebenso betroffen und kann sich den strukturellen Veränderungen nicht entziehen. Die Auswirkungen sollen dank der Massnahmen von Bund und Kanton gemildert werden. Aufgrund der starken Konstitution der Zuger Wirtschaft vor der Corona-Krise und der breiten Diversifizierung schätze ich, dass die negativen Auswirkungen im schweizweiten Vergleich etwas geringer ausfallen werden. Nichtsdestotrotz durfte unser Team im Jahr 2020 gleich viele Ansiedlungen betreuen wie in den Vorjahren.

    Im Standortranking der Credit Suisse belegt Zug praktisch immer den 1. Rang – dies nicht zuletzt wegen des tiefen Gewinnsteuersatzes von 12 Prozent. Was bieten Sie darüber hinaus mehr als andere Kantone?
    Wir bieten primär das beste Gesamtpaket der hervorragenden Standortbedingungen: Dazu gehören die langfristige finanzielle und politische Stabilität, die Steuer- und Finanzpolitik, die grosse Innovationsfähigkeit, die hohe Verfügbarkeit von Fachkräften in wichtigen Branchenclustern sowie die leistungsfähige Infrastruktur. Sehr wichtig ist auch der faszinierende Lebensraum und damit die Lebensqualität. Nicht zuletzt hören wir oft, dass die gelebte Wirtschaftsfreundlichkeit – unser «Spirit of Zug» – sehr geschätzt wird.

    Welche Aufgabe übernimmt die Kontaktstelle Wirtschaft bei der Arealentwicklung?
    Wir tragen insbesondere dazu bei, dass Bedürfnisse und Anforderungen der Wirtschaft und der Unternehmen in die Arealentwicklungen einfliessen. Und bei Fertigstellung der Objekte bieten wir Unterstützung bei der Vermittlung der Flächen an neue Mieter oder Käufer.

    Zeichnet sich bei der Arealentwicklung eine Ausschöpfung des Potenzials ab?
    Wir sind sehr froh, dass die Grundeigentümer und Arealentwickler seit Jahrzehnten massgeblich dazu beitragen, dass sich der Kanton nachhaltig und qualitativ entwickelt. Es ist im Sinne der langfristigen Strategie des Regierungsrats, dass Zug ein attraktiver Wohn- und Lebensraum bleiben soll. Es gibt noch genügend bebaubare Flächen. Ich denke deshalb, dass sich der Kanton Zug noch über viele Generationen so weiterentwickeln kann.

    «Zug, Baar und Rotkreuz punkten bei den
    Unternehmen»

    Im Kanton Zug sind gleich mehrere Geschäftsgebäude im Bau. Im Zuge der Pandemie geht der Trend jedoch in Richtung Home-Office. Sind Sie dennoch zuversichtlich, dass all diese Projekte mit Leben gefüllt werden können?
    Ja, ich bin zuversichtlich, dass diese Flächen absorbiert werden. Die Schweiz und der Kanton Zug sind und bleiben ein international führender Wirtschaftsraum. Bei Neuansiedlungen ist die Verfügbarkeit bezugsbereiter Flächen ein wichtiger Standortfaktor. Es ist schwierig, die langfristige Auswirkung von Covid-19 auf die Nachfrage von Büroflächen abzuschätzen. Dem Trend nach mehr Home-Office steht ein Trend zu mehr Fläche pro Kopf, sowie Co-Working-Flächen/Business Centers entgegen.

    Welche Stadt ist neben Zug im Kanton der beliebteste Standort für Unternehmen?
    Einerseits weist die Lorzenebene (Talgemeinden) seit Jahrzehnten die meisten Firmen und Arbeitsplätze auf. Da der Kanton werktäglich rund 40 % Zugpendler verzeichnet, spielt die Nähe zu Bahnhöfen mit IC- und Schnellzug-Verbindungen eine immer wichtigere Rolle. Dementsprechend sind neben Zug in den letzten Jahren Baar und Rotkreuz die beliebtesten Standorte; dahinter folgt Cham.

    Was macht den Kanton Zug als Wohnort attraktiv?
    Zug bietet eine gute internationale Infrastruktur, hervorragende Schulen sowie politische Stabilität. Der Lebensstandard ist hoch und die Lebensräume sind intakt. Es gibt Seen, Berge und vielfältige Landschaften auf kleinstem Raum. Zug bietet also her­ausragende Lebensqualität und dazu die Nähe zur Zentralschweiz und zu Zürich.

    Wie beurteilen Sie die derzeitige Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt?
    Im Kanton Zug ist sie anhaltend hoch. Gleichzeitig steigt der Leerwohnungsbestand im Kanton Zug nur minim an.

    Wie schätzen Sie das Baupotenzial im Bereich des Wohnungsmarktes ein?
    Da wir uns bei der Kontaktstelle Wirtschaft vor allem um Firmen und dementsprechend um Büro- und Gewerbeflächen kümmern, bin ich kein Experte für den Wohnungsmarkt. Ich beobachte aber, dass seit Jahrzehnten unverändert viele Wohnungen gebaut werden und diese laufend Bewohner finden. Als flächenmässig kleinster Vollkanton der Schweiz und aufgrund unserer oben erwähnten nachhaltigen Wachstumsstrategie werden wir auch künftig einen hohen Anteil an Zupendler verzeichnen.

  • «Die Stadt Zug soll grüner werden»

    «Die Stadt Zug soll grüner werden»

    Zur Person
    Eliane Birchmeier (FDP) ist seit Januar 2019 Stadträtin und Vorsteherin des Baudepartements der Stadt Zug. Die 58-Jährige studierte Betriebswirtschaft, ist eidg. dipl. PR-Beraterin und hat 2005 die Birchmeier Communications AG mit Sitz in Zug gegründet. Sie war von 2004 bis 2017 Mitglied des Verwaltungsrats der Kursaal-Casino AG in und von 1992 bis 2004 Co-Inhaberin der C-Matrix Communications AG.

    Sie sind Vorsteherin des Baudepartements der Stadt Zug. Wo sehen Sie Ihre Kernaufgaben?
    Eliane Birchmeier: Meine Kernaufgaben umfassen die klassischen Aufgabenbereiche des Bauwesens: Einerseits sind das Baubewilligungen sowie Bauvorhaben für stadteigene Vorhaben im Tief- und Hochbau. Andererseits befassen wir uns mit planerischen, gestalterischen und gesetzlichen Aspekten im Städtebau und in der Stadtplanung. Hierbei geht es um die künftige Entwicklung der Stadt Zug in städtebaulicher sowie in raumplanerischer Hinsicht mit Siedlung, Landschaft und Verkehr.

    Bis zum Jahr 2040 ist für die Stadt Zug ein Wachstum bei der Einwohnerzahl um rund 10’000 Personen prognostiziert. Welche baulichen Massnahmen sind geplant, um dieser Entwicklung gerecht zu werden?
    Das prognostizierte Wachstum ist abhängig von der Projektentwicklung privater Eigentümer und Investoren. In vielen Bereichen haben wir unsere Hausaufgaben bereits gemacht. Beispielsweise was Infrastrukturprojekte in den Bereichen Entwässerung, Energie und Entsorgung anbelangt. In der Bildung haben wir – wie auch andere Gemeinden in der Schweiz – einen gewissen Aufholbedarf. Gegenwärtig laufen verschiedene Planungen für erweiterte und neue Schulanlagen. Doch wir wollen in den kommenden Jahren auch die Grün- und Freiräume aufwerten sowie das Netz an Fuss- und Velowegen verbessern.

    Die Wirtschaft soll ebenfalls weiterwachsen. Wo sehen Sie für neue Geschäftsbauten das grösste Baupotenzial?
    Nach wie vor bestehen in verschiedenen ehemaligen Industrie- und Verdichtungsgebieten grosse Erweiterungspotenziale für Gewerbe und Dienstleistungen. Dazu zählen der Technologiecluster mit dem V-Zug-Areal, Verdichtungsgebiete östlich und westlich des Bahnhofs wie die Metalli, die Baarerstrasse West und das LG-Areal. Dazu kommen das Areal an der Aa II, das von den Zuger Verkehrsbetrieben entwickelt wird, das Hertizentrum und die äussere Lorzenallmend. In Zukunft werden diese Gebiete gemischte, urbane Nutzungen von Wohnen, Freizeit und Arbeiten bieten.

    Wo im Kanton finden sich noch grössere Landreserven?
    Das Wachstum in der Stadt Zug wird wie andernorts im Kanton schwergewichtig im Innern durch Verdichtung erfolgen. Dazu kommen wenige noch unverbaute Baugebiete wie die äussere Lorzenallmend, Gebiete in der Herti und im Unterfeld, im Lüssi/Göbli und in südlicher Richtung im Salesianum sowie in Oberwil. Eigentliche Einzonungen stehen im Rahmen der laufenden Ortsplanung nicht im Fokus.

    «Für das Gebiet Lüssi/Göbli und das Areal des Landhauses Salesianum rechnen wir demnächst mit Baugesuchen»

    Welche Projekte sind dort geplant?
    In der äusseren Lorzenallmend wird ein Bebauungsplan für ein Wohn- und Arbeitsgebiet erarbeitet und im Herti Süd einer für eine Wohnüberbauung. Im Herti Nord, im Unterfeld und im Spielhof sind aktuell keine Planungen im Gange. Im Lüssi/Göbli und im Salesianum bestehen rechtskräftige Bebauungspläne für Wohnüberbauungen. Hier rechnen wir in naher Zukunft mit Baugesuchen.

    Welches sind aktuell die wichtigsten Bauprojekte, die Sie begleiten?
    Stadteigene Vorhaben sind der Neubau des Recyclingcenters und des Ökihofs im Norden der Stadt. In Planung und Projektierung sind Schulanlagen auf dem ganzen Stadtgebiet. Für die Erweiterung des Strandbads startet in diesem Jahr der Projektwettbewerb, und im Sommer wird die Zuger Stimmbevölkerung über die neuen Notzimmer im Göbli-Quartier befinden können.

    Die Stadt Zug steht mitten im Ortsplanrevisionsprozess. Gibt es bereits eine erste Strategie zu Mobilität und Freiraum?
    Die räumliche Entwicklungsstrategie der Stadt wird in mehreren Etappen und Mitwirkungsschritten bis im Herbst 2021 erarbeitet. Erste Stossrichtungen aufgrund der fachlichen Grundlagen, der Bevölkerungsbefragung und der ersten Mitwirkungsphase zeichnen sich deutlich ab: Die Stadt soll grüner werden. Zudem soll ein vielfältiges sowie qualitativ hochstehendes Angebot an unterschiedlichen Freiräumen der Bevölkerung zur Verfügung stehen.

    Was wünscht sich die Bevölkerung?
    Sie wünscht sich, dass das Mobilitätswachstum mittels Ausbau und Förderung des Fuss- und Veloverkehrs sowie des öffentlichen Verkehrs aufgefangen wird. Die Verkehrsführung im Zentrum soll vereinfacht und siedlungsverträglich gestaltet werden. Ein besonderes Augenmerk liegt in der Optimierung des Pendlerverkehrs. Hier setzen wir in Zusammenarbeit mit dem Kanton und den Nachbargemeinden, aber auch mit Arbeitgebern, auf eine verstärkte Verlagerung hin zum bereits heute hervorragend ausgebauten ÖV und den nicht motorisierten Individualverkehr.

  • Lidl plant Filialen für die Zukunft

    Lidl plant Filialen für die Zukunft

    Lidl Schweiz habe sich bereits 2014 verpflichtet, den Betrieb seiner Filialen laufend nachhaltiger zu gestalten, informiert das Detailhandelsunternehmen in einer Mitteilung. Immerhin entspreche der Energieverbrauch der 150 Schweizer Lidl-Filialen dem einer mittelgrossen Stadt des Landes, heisst es dort weiter. Entsprechend gross sei das Einsparungspotenzial.

    Neue Filialen sollen bereits ab diesem Jahr mit Hilfe eines innovativen Energiekonzepts realisiert werden, wird in der Mitteilung weiter erläutert. „Es ist uns ein grosses Anliegen, dass unsere künftigen Standorte zukunftsfähig und nachhaltig im Hinblick auf Bausubstanzen, Energieverbrauch und Technik sind“, wird Reto Ruch, Chief Real Estate Officer von Lidl Schweiz, dort zitiert. Für die Entwicklung dieses Energiekonzepts spannt Lidl Schweiz mit der Empa zusammen.

    In einem ersten Schritt werden die beiden Partner dabei den Energieverbrauch der bestehenden Filialen analysieren. In Folge sollen daraus dann Optimierungsmassnahmen abgeleitet werden. Gleichzeitig wollen Empa und Lidl alternative Energiesysteme mit Hilfe von Computersimulationen erproben. „Unser Ziel ist es, Lidl Schweiz mit unserer Forschungsarbeit zu helfen, die Nachhaltigkeit weiter zu verbessern, Emissionen auch künftig zu verringern und das Energiemanagement zu optimieren“, erläutert der Empa-Forscher Curdin Derungs in der Mitteilung.

  • Poenina übernimmt Kälte 3000 AG

    Poenina übernimmt Kälte 3000 AG

    Die Bündner Kälte 3000 AG wird per 31. März 2021 zur Poenina Holding gehören, informiert die Gebäudedienstleistungsgruppe aus dem Wirtschaftsraum Zürich in einer Mitteilung. Ihr zufolge ist der entsprechende Vertrag am 15. Januar unterzeichnet worden. Über den Kaufpreis werden in der Mitteilung keine Angaben gemacht.

    „Mit der Akquisition der Kälte 3000 AG setzen wir unsere Wachstumsstrategie in den Kernkompetenzbereichen Heizung und Kälte fort“, wird Jean Claude Bregy, CEO der Poenina Gruppe, in der Mitteilung zitiert. Die auf Dienstleistungen für Kältetechnik spezialisierte Neuerwerbung verfügt neben dem Hauptsitz in Landquart über Niederlassungen in Samedan GR, Untereggen SG und Regensdorf ZH. Der Jahresumsatz des Unternehmens wird in der Mitteilung auf rund 15 Millionen Franken beziffert.

    Die bisherigen Geschäftsleiter Ronny Berry, Robert Gadient und Pius Gruber sollen die Kälte 3000 AG auch unter dem Dach von Poenina führen. Das Unternehmen werde zudem weiterhin unter seinem alten Namen auftreten, informiert Poenina in der Mitteilung.

  • Intelligente Städte arbeiten zusammen

    Intelligente Städte arbeiten zusammen

    Basel, Bern, Lugano, Luzern, St.Gallen, Winterthur und Zürich arbeiten bereits gemeinsam an der nächsten Landesausstellung, „NEXPO – die neue Expo“. Nun wollen sie in diesem Rahmen auch gemeinsam Modelle für eine künftige Zusammenarbeit von intelligenten Städten entwickeln, wie aus einer Medienmitteilung des Kantons Basel-Stadt hervorgeht. Dessen Kantons- und Stadtentwicklung im Präsidialdepartement übernimmt die Federführung bei einem ersten Pilotprojekt der Initiative.

    Mit „Smart Inter-City – unser gemeinsamer Weg in die Zukunft“ möchten die Beteiligten nicht nur Modelle einer Kooperation von sogenannten Smart Cities entwickeln, sondern diese auch implementieren. Durch die Vernetzung der sieben Städte sollen bestehende Synergien genutzt werden. Das Projekt steht zudem für Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bevölkerung offen.

    Das Pilotprojekt soll an den jeweiligen Innovationsstandorten der beteiligten Städte vorangetrieben werden. In Basel zählt dazu beispielsweise das Smart City Lab Basel, welches vom Kanton und der SBB lanciert wurde.

  • Empa verleiht drei Innovation Awards

    Empa verleiht drei Innovation Awards

    Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat drei ihrer bahnbrechenden Projekte und Leistungen mit dem Empa Innovation Award geehrt. Der mit 5000 Franken dotierte Preis wird seit 2006 alle zwei Jahre verliehen. Damit honoriert die Empa die Anstrengungen ihrer Forschenden, mit angewandter, marktorientierter Forschung weitere Brücken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu schlagen.

    Der erste Preis geht laut einer Medienmitteilung der Empa an die neuartige Gewebekleber-Technologie Nanoglue. Entwickelt wurde sie von Forschenden des Particles-Biology Interactions-Labors der Empa in St.Gallen in Zusammenarbeit mit dem Nanoparticle Systems Engineering Lab der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Ihr radikal neuer Ansatz nutze die wundheilenden Eigenschaften anorganischer Nanopartikel. Die kostengünstigen Materialien könnten in grossem Massstab hergestellt werden. Die „einzigartige Technologie“ werde jetzt vom noch zu gründenden Zürcher Start-up anavo medical zur Marktreife gebracht.

    Ausgezeichnet wurde auch die transparente Gesichtsmaske des Hello Mask-Projekts von Empa und Eidgenössischer Technischer Hochschule Lausanne (EPFL). Sie besteht aus einer feinen Membran von etwa 100 Nanometern Porengrösse. Diese Membran lässt zwar Luft durch, hält aber Viren und Bakterien zurück. „Die vollständig durchsichtige Maske wurde vor allem mit dem Ziel entwickelt, die Beziehung zwischen Pflegepersonal und Patienten zu verbessern“, so Forscher Joshua Avossa. Seit 2020 arbeitet das Genfer Start-up HMCare von Empa und EPFL an der Markteinführung der Hello Mask. Mitte 2021 soll sie erhältlich sein.

    Die Software-Plattform Urban Sympheny zur Planung nachhaltiger Energiesysteme ist die dritte Preisträgerin. Die Empa-Ausgründung gleichen Namens mit Sitz in Dübendorf hilft Planern beim Identifizieren optimaler Lösungen für ihren Standort und ihre Kunden. Das Ziel ist Energie- und Kosteneffizienz. Die innovative Plattform wurde in der Empa-Abteilung Urban Energy Systems entwickelt. Im vergangenen Jahr hat Venture Kick Urban Sympheny bereits mit 50’000 Franken ausgezeichnet.

  • Zug ist der attraktivste Kanton für Unternehmen

    Zug ist der attraktivste Kanton für Unternehmen

    Die Grossbank Credit Suisse hat ihren diesjährigen Standortqualitätsindikator veröffentlicht. Dieser misst die Attraktivität der Kantone aus Sicht von Unternehmen. Der Kanton Zug ist in diesem Jahr auf den ersten Platz vorgerückt und konnte damit den Kanton Basel-Stadt überholen. Die Credit Suisse erklärt dies mit der Anfang 2020 in Kraft getretenen Senkung der Gewinnsteuern. Der effektive maximale Gewinnsteuersatz beträgt in Zug neu 11,91 Prozent – im Vorjahr lag er noch bei 14,35 Prozent.

    Hinter Zug und Basel-Stadt folgt der Kanton Zürich in der Rangliste, gefolgt vom Kanton Genf, der um zehn Ränge vorgerückt ist. Der fünfte Platz wird vom Kanton Aargau belegt, der sechste vom Kanton Schwyz.

    Neben der Steuerpolitik der Kantone bezieht die Credit Suisse unter anderem die Verfügbarkeit von Hochqualifizierten und Fachkräften in ihre Analyse mit ein. Gemäss den Ökonomen der Grossbank hat sich der Bildungsstand der Schweizer Arbeitskräfte in den vergangenen Jahrzehnten stark erhöht. Allerdings zeige sich ein Stadt-Land-Graben bei der Verfügbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskräften. So verfügen in urbanen Regionen sowie in den näheren Agglomerationsräumen über 40 Prozent der potenziellen Arbeitnehmenden über eine höhere Ausbildung. In der Stadt Zürich liegt dieser Anteil sogar bei 57 Prozent.

    Die Credit Suisse hat nicht nur Kantone, sondern auch Wirtschaftsregionen unter die Lupe genommen. Sie ist nämlich der Ansicht, dass die Betrachtung auf Kantonsebene insbesondere in grösseren, heterogenen Kantonen zu kurz greift. Den Ergebnissen zufolge zählen wirtschaftliche Ballungszentren wie Zürich, Zug, Basel, Baden und Genf sowie deren Agglomerationen zu den attraktivsten Regionen für Unternehmen.

  • Fischermätteli Burgdorf:  Zukunftsorientiertes Areal im Standard Minergie-A-Eco

    Fischermätteli Burgdorf: Zukunftsorientiertes Areal im Standard Minergie-A-Eco

    Im Dezember 2019 sind die Bagger auf dem ehemaligen Industrieareal in Burgdorf aufgefahren und schon bald soll Leben ins neue Quartier Fischermätteli kommen: Die ersten Wohnungen werden bereits im Sommer 2021 bezugsbereit sein. Bis voraussichtlich 2024 sollen in insgesamt drei Bauetappen zehn Mehrfamilienhäuser mit 169 preiswerten 2,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen und Wohnflächen zwischen 52 und 140 Quadratmetern entstehen. An idyllischer Lage in unmittelbarer Nähe zum Wald gelegen, gruppieren sich die Gebäude um eine zentrale Begegnungszone mit fünf unterschiedlich gestalteten Aussenplätzen.

    Grösstes Minergie-A-Eco-Quartier mit Schweizer Holz

    Die Siedlung Fischermätteli soll dereinst die grösste Überbauung der Schweiz sein, die nicht nur mit Schweizer Holz erstellt wird, sondern auch den Standard Minergie-A-Eco erfüllt. Dieser verlangt eine positive Energiebilanz und der Aufwand für Raum- und Wassererwärmung, Lufterneuerung sowie für sämtliche elektrischen Geräte und die Beleuchtung muss durch erneuerbare Energien gedeckt sein. Der Zusatz Eco legt das Augenmerk auf die Themen Gesundheit und Bauökologie und sichert einen hohen Wohnkomfort. «Aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen war es für uns hinsichtlich Ökologie und Nachhaltigkeit die einzig richtige Entscheidung, das Fischermätteli im Minergie-A-Eco-Standard zu bauen», erklärt Bruno Kälin. Er ist Leiter Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Strüby Konzept AG. Die Strüby Unternehmungen treten sowohl als Bauherrschaft wie auch als Gesamtleistungsanbieter (Projektentwicklung, Architektur, Engineering, Produktion, Realisation, Kundendienst, Kundenservice) auf und sind überdies für den Verkauf verantwortlich.

    Für das Fischermätteli setzt der Bauherr auf Fichte und Weisstanne aus Schweizer Wäldern: «Es gibt keinen besseren Baustoff als Holz. Er ist lokal verfügbar, wächst stetig nach, ist CO2-neutral, bringt Arbeitsplätze in die Region und sorgt für ein gutes und gesundes Raumklima», führt Kälin aus. Das für den Bau benötigte Holz wird direkt bei den Waldbesitzern eingekauft, in der Region gesägt, verleimt und weiterverarbeitet. Lange Transportwege fallen weg, wodurch die graue Energie sehr gering ausfällt.

    Ausgeklügeltes Energiekonzept

    Für das Energiekonzept hatte die Bauherrin eine Ausschreibung gemacht, welche ewz für sich entschied. Das Energiedienstleistungsunternehmen ist für Planung, Finanzierung, Realisierung und Betrieb der Energieversorgung verantwortlich. Die Verträge haben eine Laufzeit bis Dezember 2044 und beginnen nach Bauetappen gestaffelt. Der ewz-Geschäftsbereich Energielösungen hat für das Quartier Fischermätteli ein integrales Konzept ausgearbeitet, das nebst einer ausgeklügelten Wärme- und Stromversorgung auch eine alle Medien umfassende Nebenkostenabrechnung beinhaltet.

    Sämtliche Gebäude auf dem Areal sind an ein Areal-Wärmenetz angeschlossen. Herzstück der Wärmeversorgung ist die Heizzentrale mit einer Leistung von 550 kW. Als Energieträger kommen Holzpellets aus der Region zum Einsatz. Durch das Qualitäts-Management-System der Arbeitsgemeinschaft QM Holzheizwerke wird eine effiziente Wärmeproduktion sichergestellt. Der Energiedienstleister finanziert und realisiert die Heizzentrale sowie die Leitungen für die Wärmeverteilung bis zum Haus. Der Bauherr hingegen baut die Installationen für das Brauchwarmwasser und für die Feinverteilung der Wärme in den Häusern. Eine Wärmepumpe anstelle der Holzheizung kam aufgrund der geologischen Gegebenheiten am Standort nicht in Betracht.

    100 Prozent erneuerbarer Solarstrom

    Nebst den Wärmelieferverträgen vereinbart ewz mit den Eigentümern Stromlieferverträge. Diese regeln die Versorgung der insgesamt sieben Stockwerkeigentümerschaften sowie der Arealeigentümerschaft mit Elektrizität. Da der Baustandard Minergie-A eine 100-prozentige Abdeckung mit erneuerbarem Strom verlangt, wird auf jedem Hausdach eine Photovoltaikanlage installiert. Die im Endausbau zehn Anlagen weisen eine Leistung von 722 kWp auf. Laut Projektleiter Christian Rolli von ewz Energielösungen lag die Herausforderung darin, den geforderten Solarstromertrag zu erreichen und dennoch genügend Platz auf den Dächern für Wartung und Unterhalt der Photovoltaik-Module zu haben. Die Lösung bestand darin, monokristalline Hochleistungsmodule mit einem höheren Wirkungsgrad zu wählen, die auf weniger Platz mehr Ertrag erbringen, was sich allerdings in einem höheren Preis niederschlägt. Auf dem Areal sind rund 3200 m2 Photovoltaik-Module verbaut. Sollte es zum Beispiel während der Ferien im Sommer zu einer derart hohen Überproduktion kommen, dass nicht der ganze Strom ins Netz eingespeist werden kann, lässt sich die Produktion drosseln.

    Das von ewz Energielösungen ausgearbeitete Gesamtkonzept hat die Bauherrschaft überzeugt: «Unsere Vorgaben hinsichtlich einer ökologischen und wirtschaftlichen Lösung, die von einem Partner ganzheitlich realisiert und unterhalten werden kann, wurde von ewz sehr gut umgesetzt», findet Bruno Kälin.

  • Fabian Streiff wird oberster Zürcher Standortförderer

    Fabian Streiff wird oberster Zürcher Standortförderer

    An der Spitze des Bereichs Standortförderung des Zürcher Amtes für Wirtschaft und Arbeit kommt es zu einem Wechsel. Markus Assfalg tritt nach elf Jahren als Leiter der Standortförderung in den Ruhestand, wie das Amt mitteilt. Er wird durch Fabian Streiff ersetzt. Der 35-Jährige ist seit Anfang 2019 bei der Basel Area Business & Innovation tätig und leitet die Healthcare-Initiative DayOne. Zuvor war er Co-Leiter der Standortförderung von Basel-Stadt gewesen.

    Streiff hat an der Universität Bern in Wirtschaftsgeographie promoviert und an der Universität Zürich einen Master of Science absolviert.

    Zu den ersten Gratulanten an die Adresse der kantonalen Standortförderung und an Fabian Streiff gehört der Standortförderer der Stadt Schlieren, Albert Schweizer. „Wir sind über die Wahl von Fabian Streiff sehr erfreut“, sagt er. „Wir kennen Fabian Streiff schon länger und haben sein Wirken im Kanton Basel-Stadt sehr aufmerksam verfolgt.“