Autor: immovestuser

  • Neuer Hauptsitz verbindet Industriegeschichte mit moderner Architektur

    Neuer Hauptsitz verbindet Industriegeschichte mit moderner Architektur

    Der Elektrifizierungs- und Automatisierungskonzern ABB plant ein neues globale Konzernzentrale in Zürich Oerlikon, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Das 80-Millionen Franken-Projekt spiegelt demnach die Geschichte des Unternehmens und der Stadt Zürich wider und schafft einen modernen Arbeitsplatz für rund 500 Mitarbeitende.

    Die Standortwahl fiel auf das historische ABB-Gebäude, das unter Einhaltung der Denkmalschutzauflagen renoviert und modernisiert wird. Das historische Gebäude wird durch einen sechsstöckigen Neubau im Innenhof ergänzt, der den nicht denkmalgeschützten Veranstaltungsort Chicago Hall ersetzt.  Der Neubau erhält eine Backsteinfassade in Anlehnung an die bestehende Architektur und wird in materialeffizienter Holzverbundbauweise errichtet. Unterstützt durch ABB-Technologien und Photovoltaikanlagen soll ein niedriger Energieverbrauch erreicht werden. Der neue Hauptsitz umfasst eine Gesamtfläche von rund 10’800 Quadratmetern. Geplant sind etwa eine 280 Quadratmeter grosse Lobby samt Ausstellungsfläche sowie ein 450 Quadratmeter grosser Medienbereich.

    Für Morten Wierod, CEO von ABB, ist Standortwahl ein Bekenntnis zur Schweiz und zur Stadt Zürich, „wo sich seit der Fusion von BBC und Asea im Jahr 1988 unser globaler Hauptsitz befindet. Auch eines unserer Vorgängerunternehmen – die Maschinenfabrik Oerlikon (MFO) – war hier viele Jahrzehnte lang beheimatet. Die Kombination aus historischem Gebäude und hochmodernen Einrichtungen wird ein inspirierendes Umfeld für Kooperation und Innovation schaffen.“

    Detaillierte Pläne des neuen Hauptsitzes werden 2026/2027 erwartet. Bis 2031 soll das Gebäude stehen und einzugsbereit sein. Bis dahin bleibt ABB im Cityport-Gebäude in Zürich Oerlikon.

  • Historisches Thermalbad erhält grüne Zukunft

    Historisches Thermalbad erhält grüne Zukunft

    Die Stadt Baden und der Kanton Aargau haben der Genossenschaft Bad zum Raben die Baubewilligung für den Umbau des Bads zum Raben erteilt. Der Umbau wird laut einer Mitteilung der Genossenschaft Denkmalpflege, Wasserhygiene, Brand- und Hochwasserschutz sowie einen zweckmässigen Betriebsablauf vereinen. Der Umbau soll, nach der Sicherung der Finanzierung, Ende 2026 starten und Anfang 2028 fertiggestellt werden.

    „Wir freuen uns sehr über diesen wichtigen Meilenstein. Die Baubewilligung gibt uns Planungssicherheit und ist die Grundlage fürs weitere Fundraising“, so Andreas Rudow, Co-Präsident der Genossenschaft Bad zum Raben, in der Mitteilung. „Mit dem bewilligten Projekt fällt die Geldsuche leichter.“

    Die Gesamtkosten für den Umbau werden etwa 4,5 Millionen Franken betragen. Während 1 Million Franken bereits durch Eigenmittel, Spenden und erste Förderzusagen abgedeckt sind, soll die restliche Finanzierung durch Beiträge der öffentlichen Hand, Stiftungsfundraising, Spenden sowie dem Verkauf von Genossenschaftsanteilen gesichert werden. Die Genossenschaft Bad zum Raben sucht ausserdem weiterhin zusätzliche Genossenschafterinnen und Genossenschafter und verkauft symbolisch Bauteile des künftigen Bades.

    Der Umbau soll die historische Bausubstanz bewahren und mit einem nachhaltigen Badebetrieb und flexibler Nutzung die Vermittlung von Geschichte und Kultur ermöglichen. Im Bad zum Raben soll es neben vier Becken mit naturbelassenem Thermalwasser ein kleines Bistro, eine Bühne für kulturelle Veranstaltungen, Räume für Kunst und Erholung sowie eine Bäder-Mediathek geben. Der Eingangsbereich soll Einblicke in die Geschichte des alten Badgasthauses und dem historischen Wassersystem bieten. Nach dem Umbau soll zudem Thermalwasser für die Warmwasserproduktion der Duschen im Bad sowie für die Wohnungen in den ehemaligen Hotelgeschossen genutzt werden.

  • Standortförderung wird strategisch neu ausgerichtet

    Standortförderung wird strategisch neu ausgerichtet

    Der Luzerner Kantonsrat unterstützt die Weiterentwicklung der Standortförderung. Dafür hat er in seiner Januar-Session laut einer Mitteilung die entsprechende Vorlage verabschiedet und das Gesetz über die Wirtschaftsförderung und Regionalpolitik angepasst. Es sieht nun ein Massnahmenpaket für die Standortförderung von jährlich rund 300 Millionen Franken vor.

    Damit reagiert der Kanton auf die OECD-Mindestbesteuerung, durch die grosse internationale Unternehmen künftig mehr Steuern bezahlen müssen. Dadurch verliere der Kanton seinen Wettbewerbsvorteil der tiefen Unternehmensgewinnsteuern und fürchte, dass Steuereinnahmen und Arbeitsplätze wegfallen könnten, heisst es in einer früheren Mitteilung zur Motivation für das Massnahmenpaket und dessen Inhalten.

    Demnach liegt der Schwerpunkt der nun bewilligten Massnahmen zugunsten der Wirtschaft auf der Innovationsförderung, der Verbesserung der Steuerbelastung und Rahmenbedingungen hinsichtlich Digitalisierung, Erschliessung von Wirtschaftsflächen, Verfügbarkeit von Wirtschafts- und Wohnflächen und einer „kundenorientierten“ Verwaltung. Die Massnahmen zugunsten der Bevölkerung konzentrieren sich auf Verbesserungen bei Steuerbelastung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Kultur und Digitalisierung.

    Ausserdem hat der Kantonsrat entschieden, dass Selbstbedienungsläden ohne Verkaufspersonal mit einer Fläche von maximal 30 Quadratmetern täglich von 5 bis 22 Uhr geöffnet sein dürfen. Eine Beschränkung auf Hofläden wurde äusserst knapp abgelehnt. Shops bei wenigstens vier Ladestationen für Elektrofahrzeuge mit mindestens je 150 Kilowatt einer gleichzeitigen minimalen Gesamtladeleistung von 300 Kilowatt werden Tankstellenshops gleichgestellt. SVP und SP kündigten das Referendum gegen die Vorlage an.

  • Neue Technologie ebnet Weg zu nahezu CO2-freiem Zement

    Neue Technologie ebnet Weg zu nahezu CO2-freiem Zement

    Holcim hat eine strategische Beteiligung an Capsol Technologies vereinbart, einem Spezialisten für Post-Combustion-Carbon-Capture-Lösungen aus Oslo. Die geht aus einer Mitteilung des Baustoffanbieters hervor. Im Fokus steht die sogenannte HPC-Technologie (Hot Potassium Carbonate), ein energieeffizientes chemisches Absorptionsverfahren zur Abscheidung von CO2 aus Gasströmen, kombiniert mit einem integrierten Wärmerückgewinnungssystem. Mit Hilfe dieser Technologie will Holcim die Produktion von nahezu CO2-freiem Zement im grossen Massstab vorantreiben und der wachsenden Kundennachfrage nach klimafreundlichen Baustoffen begegnen.

    „Durch die Kombination von Holcims Know-how in der Zementherstellung und der CO2-Abscheidung vor Ort mit der sicheren und effizienten Technologie von Capsol verfügen wir über einen zusätzlichen Hebel, um die Dekarbonisierung voranzutreiben und profitables Wachstum zu erzielen“, wird Ram Muthu, Head of Operational Excellence bei Holcim, zitiert. „Durch diese strategische Investition sind wir der Produktion von nahezu CO2-freiem Zement im grossen Massstab einen Schritt näher gekommen.“

    Der Investition ging ein CapsolGo-Demonstrationsprojekt im Holcim-Werk Dotternhausen in Deutschland im Jahr 2025 voraus, bei dem Capsol seine Technologie erfolgreich im industriellen Umfeld erprobte. Die Beteiligung erweitert Holcims Portfolio an Dekarbonisierungstechnologien innerhalb seines offenen Innovationsökosystems. Über Holcim MAQER Ventures, die Corporate-Venture-Capital-Einheit des Konzerns, hat Holcim bislang 19 Investitionen getätigt und prüft jährlich mehr als 500 Start-ups im Bereich nachhaltiger Baulösungen.

  • Globale Rangliste bestätigt langfristige Klimastrategie

    Globale Rangliste bestätigt langfristige Klimastrategie

    KONE landet in der diesjährigen Rangliste der Global 100 Most Sustainable Corporations in the World von Corporate Knights aus Toronto in der kanadischen Provinz Ontario auf Platz 54. In der Liste der Industriegruppe Machinery (Maschinenbau) nimmt der Hersteller von Aufzügen und Rolltreppen unter 397 Unternehmen weltweit sogar Platz 2 ein. In Finnland, wo KONE in Espoo seit 1910 seinen Hauptsitz hat, ist es das bestplatzierte Maschinenbauunternehmen, ebenso in der Schweiz, wo die KONE (Schweiz) AG seit 1996 tätig ist. Das Unternehmen beschäftigt in mehr als 70 Ländern über 60’000 Mitarbeitende.

    Bereits 2024 war KONE mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis als nachhaltigstes Unternehmen in der Kategorie Hebe- und Fördertechnik ausgezeichnet worden. KONE hat als erstes Unternehmen seiner Branche ambitionierte und wissenschaftlich fundierte Klimaziele für 2030 definiert, heisst es in einer Mitteilung. „Für KONE bedeutet Führungsanspruch in der Branche immer auch Führungsanspruch in der Nachhaltigkeit“, wird Kirsi Simola-Laaksonen, Senior Vice President für Nachhaltigkeit und Umwelt, zitiert. „Diese Platzierung ist ein klarer, unabhängiger Nachweis für die Fortschritte, die wir machen.“

    Das Unternehmen hat sich verpflichtet, seine Aktivitäten am Ziel auszurichten, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. „Wir haben verstanden, dass nachhaltiges Wirtschaften gutes Wirtschaften ist, für unsere Kunden, deren Kunden und für uns“, so Simola-Laaksonen. „Wir verfolgen kontinuierlich, wie sich nachhaltige Lösungen auf unser Geschäft auswirken, und erhöhen den Anteil unseres Umsatzes mit Produkten und Services, die zum Klimaschutz beitragen. Gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln wir smarte und nachhaltige Gebäude und ermöglichen so besseres urbanes Leben.“

  • Kooperation soll Potenzial des Gewerbeareals Silbern heben

    Kooperation soll Potenzial des Gewerbeareals Silbern heben

    Silbern ist heute ein wichtiger Standort für Produktion, Handel und Einkauf und trägt wesentlich zur wirtschaftlichen Stärke der Region bei. Gleichzeitig hat sich das Gebiet über Jahre hinweg städtebaulich und stadträumlich kaum weiterentwickelt und bleibt hinter dem Potenzial anderer Wirtschaftsstandorte der Region zurück. Genau hier setzt die neue Allianz an. Sie will die qualitative Weiterentwicklung anstossen, statt die bestehende Nutzung lediglich zu verwalten.

    Integrativer Ansatz statt Einzelinteressen
    In der Allianz Zukunft Silbern arbeiten IG Silbern, Limeco, BirdLife, die Stadt Dietikon und der Kanton Zürich in einem langfristig angelegten, kollaborativen Rahmen zusammen. Der Ansatz ist klar, Wirtschaft, Mobilität, Umwelt und Natur werden gemeinsam geplant und gesteuert. So sollen Zielkonflikte früh erkannt und Lösungen interessenbasiert, koordiniert und transparent entwickelt werden.

    Zielbild und Charta als verbindlicher Rahmen
    Ergebnis eines zweijährigen Vermittlungsprozesses unter der Leitung von Joris Van Wezemael ist ein gemeinsames Zielbild, ergänzt durch eine verbindliche Charta. Beides schafft Orientierung, definiert Leitplanken und stärkt die Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit. Unternehmen und Grundeigentümerinnen erhalten damit einen Rahmen, in dem sie Entwicklung aktiv mitgestalten können. Mit mehr Planungssicherheit und klaren Erwartungen an die Vereinbarkeit wirtschaftlicher, ökologischer und gesellschaftlicher Anliegen.

    Zukunftsfähiger Wirtschafts- und Lebensraum
    Die Allianz versteht sich als langfristige Kooperation mit einem klaren Anspruch. Silbern soll sich zu einem Standort entwickeln, der attraktive Rahmenbedingungen für Unternehmen bietet, die Erreichbarkeit verbessert und gleichzeitig Natur- und Lebensräume stärkt. Infrastruktur wird dabei als Schlüssel begriffen, als Teil der Lösung, indem etwa Reststoffe in Energie und neue Ressourcen überführt werden.

    Gemeinsamer Wille als Erfolgsfaktor
    Für den nächsten Schritt braucht es konkrete Projekte und den anhaltenden Willen aller Beteiligten, Verantwortung gemeinsam zu tragen. Unternehmer, Immobilienbesitzende, die öffentliche Hand, Infrastrukturbetreiber und Naturschutzorganisationen haben im bisherigen Dialog bereits ein besseres Verständnis füreinander entwickelt und gegenseitigen Respekt aufgebaut. Diese Vertrauensbasis ist entscheidend, damit aus dem gemeinsamen Zielbild realisierte Vorhaben werden und Silbern den Sprung von einem unterschätzten Arbeitsgebiet zu einem zukunftsorientierten Wirtschafts- und Lebensraum schafft.

  • Schweizer Unternehmen starten optimistischer ins Jahr

    Schweizer Unternehmen starten optimistischer ins Jahr

    Der KOF Geschäftslageindikator steigt im Januar bereits den zweiten Monat in Folge und signalisiert eine deutlich günstigere Ausgangslage als vor einem Jahr. Besonders im Verarbeitenden Gewerbe hat sich die Geschäftslage markant aufgehellt, was auf eine Belebung von Nachfrage und Auslastung hinweist.

    ​Auch Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Grosshandel, Gastgewerbe und Baugewerbe verzeichnen steigende Geschäftslageindikatoren, während der Detailhandel zumindest leicht zulegt. In den übrigen Dienstleistungen bleibt die Lage weitgehend stabil, einzig der Projektierungsbereich meldet eine leichte Abkühlung. Insgesamt zeigt sich damit eine breit abgestützte Verbesserung quer durch die Schweizer Wirtschaft.

    Gewerbe als Stimmungsanker
    Mit Blick auf die nächsten sechs Monate überwiegt in vielen Branchen der Optimismus. Besonders das Verarbeitende Gewerbe rechnet mit einer weiteren Verbesserung der Geschäftstätigkeit und bestätigt damit seine Rolle als Stimmungsanker zu Jahresbeginn.

    ​Zudem haben sich die Erwartungen im Detailhandel, im Baugewerbe, in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie im Projektierungsbereich aufgehellt. Etwas zurückhaltender beurteilen hingegen Gastgewerbe, Grosshandel und die übrigen Dienstleistungen die kommenden Monate, bleiben aber mehrheitlich in einem moderat positiven Erwartungsrahmen.

    Mehr Rekrutierungen
    Viele Unternehmen planen, zusätzliches Personal einzustellen. Besonders sichtbar ist dies im Gastgewerbe, das seine Belegschaften ausbauen möchte, aber zunehmend Schwierigkeiten hat, geeignete Mitarbeitende zu finden.

    ​Am häufigsten berichten das Baugewerbe und der Projektierungsbereich über Fachkräftemangel, was bestehende Kapazitätsengpässe verstärkt in den Fokus rückt. Für Kader und HR-Verantwortliche bedeutet dies, dass der Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte in mehreren Schlüsselbranchen weiter zunimmt.

    Moderate Dynamik ohne neue Inflationssignale
    Trotz der konjunkturellen Aufhellung bleiben die Lohnerwartungen stabil. Wie bereits in der Oktoberumfrage rechnen die Unternehmen für die nächsten zwölf Monate durchschnittlich mit einem Anstieg der Bruttolöhne um 1.3%, mit überdurchschnittlichen Zuwächsen im Gastgewerbe, im Projektierungsbereich und im Baugewerbe.

    ​Auch bei den Konsumentenpreisen erwarten die Firmen keine Trendwende. Die erwartete Inflationsrate liegt nun bei 0.9% und damit praktisch auf dem Niveau der Oktoberumfrage (1.0%). Für die Geld- und Lohnpolitik ergibt sich damit ein Bild moderater, gut verankerter Preis- und Lohnentwicklung.

    Breite Basis in der Realwirtschaft
    Die Umfrage stützt sich auf rund 4’500 Unternehmen aus Verarbeitendem Gewerbe, Bau und zentralen Dienstleistungssektoren, was einer Rücklaufquote von etwa 56% entspricht.

    ​Für Führungskräfte liefert der KOF Geschäftslageindikator damit ein robustes Stimmungsbild. Die Schweizer Privatwirtschaft startet breit abgestützt, vorsichtig zuversichtlich und ohne erkennbare Inflationsdynamik ins Jahr 2026. Bei gleichzeitig zunehmendem Druck auf den Arbeitsmarkt in wichtigen Bau- und Dienstleistungsbereichen.

  • Group of 15: Gemeinsames Plädoyer für eine geeinte Immobilienwirtschaft

    Group of 15: Gemeinsames Plädoyer für eine geeinte Immobilienwirtschaft

    Die Schweizer Immobilienbranche wird mancherorts mit Argusaugen betrachtet – vor allem bei der Frage, wie es um den Wohnungsmarkt bestellt ist. Gibt es genügend Wohnraum an den zentralen Standorten? Warum steigen die Mietzinse in den Metropolregionen stark und ständig? Welchen Einfluss haben Gemeinden, Kantone und Bundesbern auf die Aktivitäten der institutionellen Immobilienwirtschaft? Und mit welcher Stimme spricht überhaupt die Branche im ganzen Land?

    Die professionelle, institutionelle wie kommerzielle Immobilienwirtschaft steht zweifelsohne unter Beobachtung. Sie befindet sich unbestritten in einem grossen Spannungsfeld: zwischen wachsender Regulierung, gesellschaftlichem Wandel zugleich und vielerorts dem Ruf nach Innovation, Erneuerung und Gerechtigkeit. Die Köpfe und Planer des 25. Symposiums der 2001 gegründeten Group of 15, der Denkfabrik der Schweizer Immobilienwirtschaft, stellten im Vorfeld des Anlasses die zu beantwortenden Fragen: Was bedeutet Zukunftsfähigkeit in einem Markt, der zunehmend kontrovers diskutiert wird? Wie lassen sich wirtschaftliche Anreize mit sozialer Verantwortung und nachhaltiger Stadtentwicklung vereinen? Und: Wie viel staatlicher Eingriff ist nötig – oder zu viel?

    «Verordnungswahn eindämmen»
    Für den in Basel geborenen Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger ist klar: der staatliche Einfluss auf die Bau- und Immobilienbranche ist riesengross – und gehört eingedämmt. Der Professor für politische Ökonomie sowie Direktor und Gründer des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern und ehemaliges Geschäftsleitungsmitglied von economiesuisse kritisierte Bern und seine Behörden. Dort grassiere Subventionitis und Klientelpolitik in Reinform. «Der Bund ist doppelt so gross wie die Staatsquote impliziert», sagte er vor den rund 300 Gästen des Symposiums im Zürcher Kunsthaus.

    Der Schweizer Staat wachse mehr als doppelt so schnell wie die Produktivität der Wirtschaft und häufe mittlerweile «implizite Schulden von über 300 Prozent der Wirtschaftsleistung» auf, so Schaltegger weiter. Seine Forderung: der «Sturzenegger-Ansatz», eine Grundreinigung der Staatsfinanzen à la Argentinien. Zugleich plädierte er dafür, die Regulierungstätigkeit des Bundes stark zurückzuschrauben. Er verwies dabei auf seit den 1970er Jahren stark zugenommene Zahl an Verordnungen und Dekrete. Von diesen Bundesentscheidungen beträfen viele natürlich auch auch den hiesigen Bau- und Immobiliensektor.

    Heilmittel Künstliche Intelligenz?
    Prof. Dr. Christian Kraft, Leiter des Kompetenzzentrums Immobilien an der Hochschule Luzern, widmete sich danach dem Thema der baulichen (Un-)Ordnung und zugleich der Frage, ob eventuell Künstliche Intelligenz die Investitions­sicherheit im „Chaos der Deutschschweizer Baugesetze“ fördern könne. Seine Antwort: ein klares Jein. Die aktuelle, teils standortgebundene Unsicherheit habe vor allem auch mit längeren Bewilligungsdauern für Immobilienprojekte auf Stufe BZO zu tun. So habe sich zwischen 2011 und 2024 etwa die mittlere Bewilligungsdauer von einst unter 100 Tagen auf nun fast 200 Tage im Mittel erhöht. Hinzu komme, dass in letzter Zeit (seit 2020) ein starker Anstieg von 20 bis 30 Prozent bei den Planungs- und Baukosten von Mehrfamilienhäusern festzustellen sei, so Kraft.

    Gelungener Quartiersmix und fatale Einsprachen
    Im Anschluss zeigte Dr. Sibylle Wälty, Dozentin an der ETH Zürich und Gründerin von Resilientsy, auf, welche Mehrwerte das Konzept der „10-Minuten-Nachbarschaften“ in der Nutzungsplanung schaffen können. Ihr Forschungs- und Beratungsfokus richtet sich dabei auf einen austarierten Mix aus Wohn- und Arbeitsbevölkerung sowie weitere wichtige Faktoren für lebenswerte Stadtquartiere. Danach beleuchtete Dr. Wolfgang Müller, Partner & Head Real Estate bei der Firma MLL Legal Ltd., den „Raum für Widerspruch“. Er erläuterte, wo die aktuelle Rechtsprechung Einsprechenden und „Projektverhinderen“ Hand bietet und welche Schlüsse daraus Politik wie auch die Immobilienbranche ziehen könnten und sollten.

    Anstand und Rücksicht im Wohnungsbau
    Nach der Kaffeepause ging der Symposiumsvortrag von Paolo Di Stefano mit dem Titel „Mehr Freiheit und Selbstverantwortung“ nach- wie eindrücklich darauf ein, wie Immobilieninvestoren „vom Problem zur Perspektive“ kommen und Wohnimmobilien „zukunftsfähig“ machen können. Der erfahrene Leiter Immobilien Schweiz bei Swiss Life Asset Managers (mit rund 37’000 Wohneinheiten schweizweit im Bestand) zeigte dabei u.a. ein gelungenes Beispiel für Bestandssanierung ohne Leerkündigungen an der Schmiede in Zürich-Wiedikon. Zudem präsentierte er mit dem Au-Park in Wädenswil ein fast fertiges grosses Neubauprojekt, in dem neben rund 200 Mietwohnungen auch viele Einheiten im Stockwerkeigentum von Swiss Life Asset Managers realisiert werden.

    Er plädierte und appellierte zugleich eindringlich an die Vertreterinnen und Vertreter der Immobilienwirtschaft am Symposium mit einer Stimme mit der Politik wie mit der Bevölkerung zu sprechen. Dabei wies er auch durchaus selbstkritisch darauf hin, dass beispielsweise die gegenwärtige Vertretung des Bauernstandes im Schweizer Nationalrat und Ständerat weitaus gewichtiger und einflussreicher sei als die der Bau- und Immobilienbranche. Di Stefano warnte davor, dass im „politischen Powerplay“ spekulative Gebäudeinvestoren und langfristig orientierte institutionelle Investoren zuweilen in einen Topf geworfen würden. Dem gelte es gemeinsam argumentativ entgegenzuwirken und aufzuzeigen, dass „anständiges Bauen auch Rücksichtnahme“ bedeute.

    «Einfach gute und überzeugende Projekte machen»
    Den Abschluss des Group-of-15-Grossanlasses im Zürcher Kunsthaus bildete ein leicht gepfefferter Zukunftstalk von Tagungsmoderator Rainer Maria Salzgeber mit Nationalrat Beat Walti (FDP) und der grünliberalen Regierungsrätin Esther Keller (Kanton Basel-Stadt). Sie stimmten überein, dass Regulierungen im Bausektor nicht weiter wild wachsen dürften und man vor allem Ermessensspielräume bei Immobilienprojekten möglich machen müsse. Beide warnten vor einer „unheiligen politischen Allianz zwischen Links und Rechts“, welche durchaus kontraproduktive Folgen auf die Immobilienwirtschaft haben könne.

    Beat Walti, der seit 2023 Präsident des VIS Verband Immobilien Schweiz ist, welcher die Interessen von institutionellen Investoren wie Pensionskassen, Versicherern sowie privaten Immobilienunternehmen in Bundesbern vertritt, forderte von der Immobilienbranche, der er eingangs warnend eine „gelbe Karte“ vorhielt: „Zeigen Sie, was Sie bauen und machen, um damit auch Vertrauen zu schaffen – bei der Politik und bei der breiten Bevölkerung“. Esther Keller, Vorsteherin im städtischen Basler Bau- und Verkehrsdepartement, stimmte dem zu und fasste in ihrem Schluss-Statement kurz und knapp ihre Forderung zusammen: „Machen Sie einfach gute und überzeugende Projekte“.

  • Hausbau aus Plastikmüll

    Hausbau aus Plastikmüll

    Die PET-Flasche von heute könnte morgen Teil eines Bodenbalkens sein, als tragendes Element. Am Massachusetts Institute of Technology untersucht ein Forschungsteam, wie sich recycelter Kunststoff im großformatigen 3D-Druck zu tragfähigen Bauteilen formen lässt. Im Fokus steht dabei ein Balkensystem, das speziell für den Einsatz im Wohnungsbau entwickelt und getestet wurde.

    Fachwerk aus Kunststoff statt Holz
    Die neuen Balken wirken auf den ersten Blick vertraut, denn sie orientieren sich an der Geometrie klassischer Holzfachwerke. Ein Rahmen mit diagonalen Streben nimmt Kräfte auf und verteilt sie, eine seit Jahrzehnten bewährte Bauweise. Neu sind Material und Fertigung. Gedruckt wird mit einem Verbund aus recyceltem PET und Glasfasern, der für Steifigkeit sorgt und das Druckverhalten stabilisiert. Jeder Balken misst rund 2,4 m Länge, etwa 30 cm Höhe und gut 2,5 cm Breit, bei nur etwa 6 kg Gewicht und damit deutlich weniger Masse als ein vergleichbarer Holzbalken. Die Fertigungszeit ist kurz, unter 13 Minuten pro Bauteil reichen für den Druck.

    Belastungstest unter Praxisbedingungen
    Um die Alltagstauglichkeit zu prüfen, montierte das Team vier Balken parallel und verschraubte sie mit einer Holzwerkstoffplatte zu einem Bodenrahmen von etwa 1,2 mal 2,4 m, ein in den USA gängiges Rastermass. Anschliessend wurde die Fläche mit Sandsäcken und Betongewichten schrittweise belastet, während die Durchbiegung kontinuierlich gemessen wurde. Bis rund 140 kg Last blieb die Verformung deutlich unter den in den US-Bauvorschriften zulässigen Grenzwerten. Erst bei über 1’800 kg Gesamtlast versagte die Konstruktion, die Balken knickten ein und brachen. Ein Hinweis darauf, dass die Steifigkeit grundsätzlich ausreicht, um einschlägige Anforderungen im Wohnungsbau zu erfüllen.

    Leicht, modular, schnell montiert
    Neben der Tragfähigkeit ist das geringe Gewicht ein entscheidender Vorteil des Systems. Die Kunststoffbalken lassen sich mit einem Pickup transportieren, was Logistik und Handling auf der Baustelle vereinfacht. Die Montage folgt dem Prinzip klassischer Holzrahmen. Die Elemente werden vor Ort verschraubt und zu einem tragenden Skelett gefügt. Perspektivisch zielt das Konzept auf modulare Hausrahmen, bei denen Boden, Wände und Dach aus standardisierten, gedruckten Bauteilen bestehen. Besonders interessant ist dieser Ansatz für Regionen, in denen Holz knapp oder teuer ist.

    Plastikabfall als Rohstoff für eine Milliarde Häuser
    Auslöser des Projekts ist die enorme weltweite Wohnraumnachfrage. AJ Perez von der MIT School of Engineering verweist darauf, dass bis 2050 rund eine Milliarde neue Häuser benötigt werden. Ein Bedarf, der sich mit Holz allein kaum decken lässt, ohne gigantische Waldflächen zu roden. Stattdessen sollen bestehende Abfallströme genutzt werden. Einwegkunststoffe wie Flaschen oder Lebensmittelverpackungen erhalten ein zweites Leben als Bauprodukt. Ziel sind Bauteile, die leichter, langlebiger und nachhaltiger sind als konventionelle Alternativen.

    Kosten, Normen, Langzeitverhalten
    Trotz der vielversprechenden Ergebnisse steht die Technologie noch am Anfang. Unklar sind bislang die tatsächlichen Kosten im industriellen Massstab, die Anpassung von Normen und Zulassungsprozessen sowie das Langzeitverhalten der Bauteile unter Witterung, UV-Strahlung und wechselnden Lasten. Für die Planung, Entwicklung und Bauindustrie eröffnet das Projekt dennoch spannende Perspektiven. 3D-gedruckte Tragwerke aus Recyclingkunststoff könnten den Materialmix im Hochbau verändern. Vorausgesetzt, Wirtschaftlichkeit und Dauerhaftigkeit lassen sich überzeugend nachweisen.

  • Vom Industrie-Erbe zum Innovationscampus

    Vom Industrie-Erbe zum Innovationscampus

    Wo früher Textilmaschinen und Industrieproduktion den Takt vorgaben, entsteht heute ein neuer Schwerpunkt für Technologie, Gewerbe und unternehmerische Entwicklung. Das rund 75’000 Quadratmeter grosse Vitus-Areal wird nicht als abgeschotteter Businesspark gedacht, sondern als vernetzter Innovationsort mit direktem Bezug zum Quartier Töss. Bestehende Bauten, Wege und Räume bilden dabei das Rückgrat der Transformation.

    Historische Substanz bleibt, wo sie Charakter und Identität stiftet. Gleichzeitig werden Strukturen geöffnet, Wege durchlässiger gemacht und neue Orte für Begegnung, Zusammenarbeit und Austausch geschaffen. Das Vitus-Areal soll damit zu einem sichtbaren Motor der wirtschaftlichen Entwicklung Winterthurs werden.

    Leitbild und Arealstrategie
    Die Leitidee ist einfach und ambitioniert zugleich. Ein Tech- und Innovationscluster, der Unternehmen, Startups, Bildung und Forschung an einem Ort bündelt. Im Vordergrund steht Arbeit, nicht Wohnen. Geplant sind Büro- und Gewerbeflächen für technologieorientierte Firmen, forschungsnahe Betriebe, Dienstleister und kreative Akteure. Ergänzend kommen Co-Working-Angebote, flexible Flächen und Raum für junge Unternehmen hinzu.

    Gleichzeitig setzt die Arealentwicklung auf Atmosphäre. Urbane Begegnungszonen, Gastronomie, Kulturangebote und öffentlich zugängliche Aussenräume sollen dafür sorgen, dass das Areal auch ausserhalb klassischer Bürozeiten lebt. Die geplante Vitus-Promenade verbindet das Areal perspektivisch mit der Töss und schafft eine identitätsstiftende Freiraumachse, die Bewegung, Erholung und Austausch ermöglicht.

    Entwicklung in Etappen
    Die Transformation erfolgt bewusst in mehreren Schritten. In einer ersten Phase werden bestehende Gebäude aktiviert, saniert oder durch gezielte Umbauten aufgewertet. Zwischennutzungen, Co-Working, Events und kulturelle Formate sorgen dafür, dass das Areal schon während der Planung an Strahlkraft gewinnt. Erste Unternehmen aus den Bereichen Technologie, Nachhaltigkeit und Zukunftsmobilität nutzen das Vitus-Areal bereits als Arbeits- und Entwicklungsstandort.

    Parallel werden strukturelle Grundlagen für die nächsten Schritte gelegt wie die verbesserte Erschliessung, schärfere Nutzungskonzepte, Mobilitäts- und Nachhaltigkeitsansätze. Einzelne Bauvorhaben, wie der neue LANDI-Standort, fügen sich in dieses Bild ein und stärken den gewerblichen Charakter des Areals. In einer späteren Etappe wird insbesondere der östliche Teil des Areals vertieft neu entwickelt. Hier entstehen zusätzliche, zeitgemässe Flächen für Produktion, Labors, Büros und Dienstleistung – abgestimmt auf Marktbedürfnisse und Nachfrage.

    Perspektive für Töss und Winterthur
    Mit dem Vitus-Areal erhält Winterthur-Töss einen starken wirtschaftlichen Ankerpunkt. Das Areal bietet Potenzial für mehrere tausend Arbeitsplätze und stärkt damit die Rolle des Stadtteils als produktiven, aber gleichzeitig urban eingebundenen Standort. Offene Freiräume, durchlässige Wege und Kooperationen mit lokalen Akteuren sollen verhindern, dass ein isolierter Gewerbekörper entsteht.

  • Luzern investiert 300 Millionen in seinen Standort

    Luzern investiert 300 Millionen in seinen Standort

    Ausgangspunkt der Vorlage ist die Sorge, dass der bisherige Standortvorteil der tiefen Unternehmensgewinnsteuern durch die OECD-Mindestbesteuerung wegfällt. Internationale Konzerne müssen künftig mehr Steuern bezahlen, womit die Gefahr besteht, dass Top-Steuerzahler und Arbeitsplätze abwandern. Das beschlossene Paket soll diese Effekte abfedern und den Standort Luzern über andere Hebel attraktiv halten.

    Der Kantonsrat hat dazu das Gesetz über die Wirtschaftsförderung und Regionalpolitik angepasst. Neu verankert ist ein jährliches Massnahmenvolumen von rund 300 Millionen Franken zugunsten der Standortförderung. Damit schafft der Kanton einen planbaren Rahmen, um strategische Projekte und strukturelle Verbesserungen gezielt zu finanzieren.

    Innovation, Steuern, Flächen, Verwaltung
    Die Massnahmen zugunsten der Wirtschaft konzentrieren sich auf mehrere Achsen. Im Zentrum steht die Innovationsförderung. Also die Unterstützung von Unternehmen, Projekten und Strukturen, die Wertschöpfung und Zukunftsfähigkeit erhöhen. Ergänzt wird dies durch eine Verbesserung der Steuerbelastung in anderen Bereichen, um den Verlust des Gewinnsteuer-Vorteils teilweise zu kompensieren.

    Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erschliessung und Verfügbarkeit von Wirtschafts- und Wohnflächen. Luzern will sicherstellen, dass genügend geeignete Flächen für Unternehmen, Dienstleistungen und Wohnraum bereitstehen. Ebenso wichtig ist eine «kundenorientierte» Verwaltung. Prozesse sollen schneller, transparenter und wirtschaftsnaher werden, damit Investitionen nicht an bürokratischen Hürden scheitern. Für die Bevölkerung zielen zusätzliche Massnahmen auf Entlastungen bei der Steuerbelastung, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie auf Kultur und Digitalisierung.

    Neue Regeln für Kleinstläden und Lade-Shops
    Teil der Vorlage sind auch Anpassungen im Detailhandel. Selbstbedienungsläden ohne Verkaufspersonal mit einer Fläche von maximal 30 Quadratmetern dürfen künftig täglich von 5 bis 22 Uhr öffnen. Eine Einschränkung auf Hofläden wurde knapp verworfen. Die Regelung gilt damit breiter und erleichtert neue, automatisierte Shop-Konzepte.

    Zudem werden Shops bei Schnellladestationen teilweise Tankstellenshops gleichgestellt. Wer mindestens vier Ladestationen mit je 150 Kilowatt und einer gleichzeitigen Gesamtladeleistung von mindestens 300 Kilowatt betreibt, kann von erweiterten Öffnungszeiten profitieren. Damit unterstützt der Kanton den Ausbau der E-Mobilität und verknüpft Ladeinfrastruktur mit Serviceangeboten vor Ort.

    Politische Auseinandersetzung ist programmiert
    Die Vorlage ist politisch umstritten. SVP und SP haben das Referendum angekündigt. Sowohl wegen der grundsätzlichen Ausrichtung des Pakets als auch wegen der erweiterten Ladenöffnungszeiten und der Standortpolitik zugunsten grosser Unternehmen. Damit dürfte die Stossrichtung der Luzerner Standortstrategie in eine öffentliche Debatte getragen werden.

    Für die Praxis heisst das, Unternehmen, Investoren und Gemeinden erhalten ein klares Signal, dass der Kanton bereit ist, substanzielle Mittel in die Standortentwicklung zu investieren. Ob und in welcher Form das Massnahmenpaket definitiv in Kraft tritt, wird jedoch auch von der politischen Auseinandersetzung und einem möglichen Urnengang abhängen.

  • Politischer Entscheid stärkt internationale Standortvermarktung

    Politischer Entscheid stärkt internationale Standortvermarktung

    Der Kanton Aargau wird auf den 1. Januar 2027 wieder der Greater Zurich Area (GZA) beitreten. Das hat der Grosse Rat an seiner Sitzung vom 13. Januar beschlossen. Er stellt für die Mitgliedschaft beim Standortvermarkter für die ersten vier Jahre 5,5 Millionen Franken zur Verfügung. Der Regierungsrat hatte in seiner Vorlage 8,5 Millionen Franken für sechs Jahre beantragt.

    Die vorberatende Kommission hatte in ihrer Beratung im November darauf hingewiesen, dass im Schweizer Vergleich die Bevölkerung des Kantons zwar überdurchschnittlich, die Wirtschaft dagegen unterdurchschnittlich wächst. Der Beitritt zum Standortvermarkter sei eine „klare Chance, neue wertschöpfungsintensive Arbeitsplätze im Kanton anzusiedeln“, hatte sie damals in einer Mitteilung geschrieben. Die von ihr beantragte Kürzung von sechs auf vier Jahre für die erste Periode begründete sie mit Bedenken der Konkurrenz unter den Mitgliedschaftskantonen. Die kürzere Periode erlaube die sorgfältige Prüfung der Wirksamkeit einer Mitgliedschaft.

    Der Greater Zurich Area gehören die Kantone Glarus, Graubünden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, Tessin, Uri, Zug und Zürich an. Sie wirbt namentlich in den USA und China um Ansiedlungen wertschöpfungsintensiver Unternehmen im Wirtschaftsraum Zürich. Der Aargau hatte der GZA zwischen 2007 und 2010 angehört.

    Der Grosse Rat stimmte am 13. Januar auch der Wirtschaftsförderung in Potenzialräumen zu. Dabei können sich Gruppen von Gemeinden mit wirtschaftlichem Potenzial zusammenschliessen, um Standortförderung professionell zu betreiben. Dabei soll es um Unternehmenskontakte und die Vermittlung von Arealen und Flächen gehen. Der Kanton übernimmt dabei 50 Prozent der Kosten. Der Grosse Rat hat dafür nun 4,5 Millionen Franken gesprochen.

  • Langjährige Industriepartnerschaft wird weitergeführt

    Langjährige Industriepartnerschaft wird weitergeführt

    Der in der St. Gallen Bodensee Area ansässige Stahlsystemanbieter Jansen hat mit der Schüco International KG aus dem deutschen Bielefeld eine Verlängerung ihrer seit 1978 bestehenden Partnerschaft vereinbart. Wie es in einer Mitteilung heisst, wird Jansen den Vertrieb der Schüco-Aluminiumsysteme weiterhin exklusiv in der Schweiz und in Liechtenstein übernehmen. Das deutsche Unternehmen vertreibt die Jansen-Stahlsysteme weiterhin exklusiv in Deutschland, Luxemburg, Grossbritannien, Irland, Skandinavien, Finnland, Griechenland und dem Baltikum.

    Seit dem 1. Januar 2026 vertreibt die Schüco International S.C.S mit Sitz in Le Perray-en-Yvelines die Stahlsysteme der von Jansen übernommenen RP Technik Profilsysteme GmbH in Frankreich und den französischen Überseegebieten. Die Stahlsysteme dienen für Fenster, Türen, Brandschutz- und Fassadenkonstruktionen, heisst es in der Mitteilung.

    „Mit Jansen, einem Familienunternehmen wie Schüco, verbinden uns diese gemeinsamen Werte seit über 45 Jahren. Ich freue mich sehr, dass wir unsere vertrauensvolle Partnerschaft auch in Zukunft fortführen und weiter ausbauen“, wird Andreas Engelhardt, persönlich haftender Gesellschafter der Schüco International KG, in der Mitteilung zitiert. Christoph Jansen, Geschäftsleitung und Verwaltungsrat der Jansen AG, sieht die langjährige stabile Partnerschaft gerade in „Zeiten mit grossen Veränderungen und Unsicherheiten“ als äusserst wichtig an: „Unsere Partnerschaft ist getragen von gemeinsamen Zielsetzungen und Werten, stets mit unseren gemeinsamen Kunden im Fokus.“

  • Verdichtung im Wohnbestand ist bei der Bevölkerung unbeliebt

    Verdichtung im Wohnbestand ist bei der Bevölkerung unbeliebt

    Höhere Gebäude in Städten könnten die Wohnungsnot lindern, sind aber in der Bevölkerung unbeliebt. Dies geht aus einer Befragung des Vergleichsportals Comparis hervor. Demnach sprachen sich 50 Prozent der in einer Umfrage von Comparis Befragten gegen den Bau von höheren Gebäuden mit mehr als sechs Stockwerken aus. Dagegen waren 45 Prozent der im November 2025 schweizweit 1039 befragten erwachsenen Personen damit einverstanden.

    Höhere Häuser in städtischen Gebieten könnten aus Sicht von Immobilienexperte Harry Büsser von Comparis „eine politische Schneise zu mehr Wohnraum“ sein. „Lassen wir die Personen in den Städten Lift statt Auto fahren“, wird er in einer Mitteilung zur Studie zitiert. Sie zeige ein Dilemma: Steigende Mieten betreffen alle, doch mögliche Gegenmassnahmen werden mehrheitlich abgelehnt. So seien 68 Prozent der Befragten gegen eine Verdichtung mit weniger Grünflächen und kleineren Abständen. 66 Prozent lehnten neue Bauzonen auf Kosten von Landwirtschafts- oder Grünflächen ab. Lediglich die Einschränkung von Einsprachen habe eine relative Mehrheit gefunden: 47 Prozent sind dafür, 43 Prozent dagegen.

    Die Studie belege zudem, dass Massnahmen zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum je nach  Geschlecht und Alter unterschiedlich bewertet werden. Während 54 Prozent der Männer höhere Gebäude befürworten, liegt der Frauenanteil bei 36 Prozent. Dichtere Bebauungen fanden bei 33 Prozent männlichen Personen gegenüber 22 Prozent der Frauen Zustimmung. Ja zu neuen Bauzonen sagten 39 Prozent der befragten Männer gegenüber 21 Prozent Frauen. Büsser vermutet den Grund dafür in unterschiedliche Rollen und Tätigkeiten. Frauen übernehmen oft die Hauptlast für Familie und Nachbarschaft. Veränderungen im Wohnumfeld würden daher „wohl stärker als Verlust von Lebensqualität wahrgenommen“.

    Den sich verschärfenden Wohnungsmangel bekämen insbesondere die 18- bis 35-Jährigen (65 Prozent) und Stadtbewohner (66 Prozent) zu spüren. Das erklärt Comparis zufolge, weshalb unter ihnen der Ansatz, in die Höhe zu bauen, die meiste Zustimmung fand: 52 Prozent der Befragten in der jungen Bevölkerungsgruppe wären mit einer über sechs Stockwerke hinausreichenden Bauweise einverstanden. Die Umfrage ergab ausserdem, dass höhere Häuser nur direkt in der Stadt akzeptiert werden (54 Prozent). In der Agglomeration befürworten diese nur 39 Prozent.

  • Roboter bringen neue Effizienz in den unterirdischen Leitungsbau

    Roboter bringen neue Effizienz in den unterirdischen Leitungsbau

    Der Schlieremer Start-up-Förderer Venture Kick unterstützt die DeepTech-Jungfirma Under Industries aus Dübendorf mit 150‘000 Franken. Mit der Finanzierung wird die Entwicklung der Micro Tunnel Boring Robots (MTBRs) von Under Industries unterstützt, heisst es in einer Mitteilung. Die MTBRs sollen eine schnellere und sauberere Verlegung von unterirdischen Versorgungsleitungen ermöglichen und gleichzeitig Strassensperrungen, Lärmemissionen sowie Oberflächenbeeinträchtigungen reduzieren.

    Under Industries wurde als Spin-off von Swissloop Tunneling, einer Ingenieur-Studierendeninitiative der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), gegründet. Die MTBRs von Under Industries sind für den Einsatz unter unterschiedlichsten Bodenbedingungen ausgelegt. Gegenüber herkömmlichen Rohrvortriebsverfahren minimieren sie Oberflächenstörungen, verkürzen Bauzeiten und verbessern die Anpassungsfähigkeit. Damit könne eine nachhaltigere und flexiblere Entwicklung urbaner Infrastrukturen vorangetrieben werden.

    Die Finanzierung von Venture Kick unterstützt die Fertigstellung des Minimum Viable Product (MVP) von Under Industries. Es handelt sich dabei um einen „industrietauglichen MTBR, der für den ersten Demonstrator und kommerzielle Pilotprojekte eingesetzt werden soll und das Vertrauen der Branche in die Technologie stärkt“, heisst es in der Mitteilung.

    Das Start-up konzentriert sich zunächst auf den Schweizer Stromverteilungsmarkt. Dabei wird mit Verteilnetzbetreibern zusammengearbeitet, die den Ausbau der Stromnetze und den Übergang von Freileitungen zu unterirdischen Kabeln realisieren sollen. Die Expansion in Europa und die Erschliessung weiterer Versorgungsleitungen soll folgen. Der für Under Industries realistisch erreichbare Markt in der Schweiz und Europa beläuft sich laut Venture Kick allein für Stromnetze auf rund 150 Millionen Franken pro Jahr

  • Neue Hoteleröffnung stärkt Präsenz in Mitteleuropa

    Neue Hoteleröffnung stärkt Präsenz in Mitteleuropa

    Die Hotelkette Swissôtel hat im Januar die Eröffnung eines neuen Hotels im tschechischen Kurort Marienbad (Mariánské Lázně) bekanntgegeben. Marienbad gilt laut der UNESCO als eine der bedeutende Kurstädte Europas. Das neue Hotel soll, zusammen mit den vor Kurzem eröffneten Hotels in Montenegro und Rumänien, die starke Präsenz von Swissôtel in Europa festigen, heisst es in einer Mitteilung. Swissôtel ist Teil der französischen Accor Gruppe.

    „Das Swissôtel Mariánské Lázně ist eine wegweisende Eröffnung für unsere Marke in Mitteleuropa“, erklärt Jean Wendling, Vice President Operations Management bei Accor, in der Mitteilung. „Wir präsentieren ein Hotel, das Schweizer Lebensfreude mit dem einzigartigen Charakter der Stadt verbindet und sowohl Urlaubs- als auch Geschäftsreisenden ein erstklassiges Erlebnis bietet, das auf Wohlbefinden und Ausgeglichenheit basiert.“

    Das Swissôtel Mariánské Lázně verfügt über 102 Zimmer, 22 Suiten und eine Präsidentensuite. Darüber hinaus bietet das Hotel eine Vielzahl an kulinarischen Angeboten. Dazu gehören unter anderem die 105 Dining Lounge, das Swiss Café sowie die Dachterrassenbar Pod Oblaky. Gäste profitieren zudem von einem hoteleigenen Spa- und Sportbereich. Für Geschäftsreisende und Veranstaltungen verfügt das Hotel über vier vielseitige Räume, einen Konferenzraum sowie einen Bereich für Cocktail-Empfänge und Präsentationen.

  • Kanton Nidwalden verdreifacht Förderung für energetische Gebäudesanierung

    Kanton Nidwalden verdreifacht Förderung für energetische Gebäudesanierung

    Der Regierungsrat des Kantons Nidwalden hat in seinem Energieförderprogramm 2026 eine Erhöhung der Fördermittel für energetische Gebäudesanierungen um 300 Prozent auf 2,9 Millionen Franken beschlossen. Zusammen mit den Bundesmitteln steht damit laut einer Mitteilung insgesamt ein rekordhohes Jahresbudget von 6,3 Millionen Franken zur Verfügung. Dieses kantonale Förderprogramm unterstützt jene Eigentümerinnen und Eigentümer, die ihre Gebäudehülle optimieren, fossile oder elektrische Heizungen durch Systeme mit erneuerbarer Energie ersetzen oder energieeffiziente Neubauten erstellen.

    Die Nachfrage nach Fördermitteln war 2025 den Angaben zufolge „ausserordentlich hoch“. Insbesondere wegen des Ausbaus der Fernwärmenetze rechnet der Kanton für 2026 mit einer weiteren starken Zunahme der Gesuche. Ausserdem fallen in Zukunft steuerliche Erleichterungen weg, auch das dürfte die Nachfrage in diesem Jahr weiter ansteigen lassen.

    Die energetische Gebäudesanierung – eine zentrale Säule zur Erreichung der kantonalen Emissionsziele bis 2035 – gelingt den Angaben zufolge nur dann, wenn Eigentümerinnen und Eigentümer bereit sind, in ihre Liegenschaften zu investieren. „Sie leisten damit einen grossen Beitrag zur Verringerung von Treibhausgasen und zur Einsparung von Energie“, wird Umweltdirektor Joe Christen zitiert.

    Zwar könne mit dem Förderbeitrag nur ein kleiner Teil der Investitionen gedeckt werden. Doch zusammen mit den Steuerersparnissen und tieferen Heizkosten lohnten sich diese Investitionen langfristig. „Im Durchschnitt“, so Christen, „löst ein Franken Fördergeld nahezu das Zehnfache an Investitionen aus. Diese Wertschöpfung bleibt grösstenteils im Kanton, stärkt das lokale Gewerbe und trägt dank erneuerbarer Energien dazu bei, den Geldabfluss ins Ausland zu verringern.“

    Der Kanton Nidwalden ist bei der Singapore Airshow einer der Aussteller am SWISS Pavilion. Die internationale Luftfahrtmesse findet vom 3. bis 8. Februar statt.

  • Infrastrukturprojekt ersetzt Freileitungen durch moderne Netze

    Infrastrukturprojekt ersetzt Freileitungen durch moderne Netze

    Die Aargauer Gemeinden Bellikon, Remetschwil und Teile von Oberrohrdorf werden nicht mehr über Holzstangenleitungen aus dem Tal versorgt, sondern mittels einer neuen Kabelleitung. Mit dieser hat die AEW Energie AG laut einer Mitteilung ein zentrales Infrastrukturprojekt am Rohrdorferberg fertiggestellt und in Betrieb genommen. Im Zuge dessen konnten 1,6 Kilometer bestehende Holzstangenleitungen zurückgebaut werden – „ein Beitrag zu einem robusteren, wartungsärmeren Netz und zu einer Aufwertung des Landschaftsbildes“, so der Aargauer Energieversorger.

    Die sogenannte Rohrdorferbergleitung zwischen Künten und Fislisbach hat eine Gesamtlänge von 11,2 Kilometern. Insgesamt wurden acht Transformatorenstationen in die neue Leitung eingeschlauft. Davon profitieren den Angaben zufolge insbesondere Betriebe „mit erhöhten Anforderungen an die Versorgungssicherheit“.

    Insgesamt investierte die AEW 3 Millionen Franken in das Projekt. „Mit dem konsequenten Ausbau und der Verkabelung unserer Netzinfrastruktur erhöhen wir nicht nur die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung, sondern schaffen auch die Voraussetzungen für ein flexibles und zukunftsfähiges Energiesystem“, so Christoph Fischer, der bei der AEW den Geschäftsbereich Netze leitet.

  • Künstliche Intelligenz hilft beim Inserieren von Wohnraum

    Künstliche Intelligenz hilft beim Inserieren von Wohnraum

    Die Swiss Marketplace Group (SMG) lanciert auf ihren Immobilienplattformen ImmoScout24 und Homegate neue Optionen, mit denen Privatanbieter ihren Wohnraum im Internet anbieten können. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, sind diese Werkzeuge von Künstlicher Intelligenz (KI) unterstützt und erleichtern nicht professionellen Anbietern das Annoncieren im Netz.

    Für das Erstellen einer Anzeige genügt die Eingabe der wichtigsten Wohnungsattribute wie Adresse, Grösse und Ausstattung. Die Immobilienplattformen erstellen dann mit Hilfe von KI den vollständigen Inseratentitel sowie die inhaltliche Beschreibung des Objekts. Dabei eingeschlossen sind Beschreibungen der Lage und des Umfelds der Immobilie, heisst es in der Mitteilung. Abschliessend können die Nutzenden dann noch Bilder hochladen und das Inserat fertigstellen.

    „Viele private Vermieter:innen beschäftigen sich nur gelegentlich mit der Erstellung eines Inserats. Dank der KI-Unterstützung erhalten sie nun innerhalb weniger Sekunden einen hochwertigen, strukturierten Vorschlag, der dem Standard professioneller Makler:innen entspricht“, wird Martin Waeber, Managing Director bei SMG Real Estate, in der Mitteilung zitiert. „Davon profitieren auch alle Suchenden, denn je exakter ein Inserat beschrieben ist und rascher online geht, desto schneller finden Menschen ihr neues Zuhause.“

    Die Module sind seit etwa einem Jahr bereits für professionelle Anbieter nutzbar. Mit der jetzt breiteren Aufstellung auch für private Anbieter will SMG die Digitalisierung im Schweizer Immobiliengeschäft weiter vorantreiben.

    In der SMG Swiss Marketplace Group AG sind die digitalen Marktplätze von TX Group, Ringier und Mobiliar vereint.

  • Digitaler Produktpass bringt Transparenz in die Kreislaufwirtschaft

    Digitaler Produktpass bringt Transparenz in die Kreislaufwirtschaft

    Die Sky-Frame AG mit Sitz in Frauenfeld bietet ihren Kunden rahmenlose Schiebefenster aus Schweizer Produktion an. Dabei spielt die Kreislauffähigkeit der Produkte eine grosse Rolle. Das Unternehmen hat nun einen digitalen Produktpass mit Cradle to Cradle-Kompass lanciert, um darüber zu informieren, inwieweit die verwendeten Produkte dem strengen Kreislaufwirtschaftsprinzip Cradle to Cradle entsprechen.

    Der Digital Product Passport Compass Cradle to Cradle (DPPCCC) ist von epeaswitzerland aus Widnau entwickelt worden. Er basiert auf den digitalen Produktpässen, die laut einer EU-Verordnung für alle Produkte, die im EU-Raum verkauft werden, sukzessive eingeführt werden sollen. Er bewertet die Produkte von Sky-Frame nach einer Reihe von Kriterien, etwa nach ihrer Leistungsfähigkeit, der der Kreislauffähigkeit und dem Energieverbrauch. Er macht die Lieferketten des Unternehmens transparent und belegt die Rücknahmefähigkeit der Produkte des Unternehmens.

    „Die in der Schweiz hergestellten rahmenlosen Fenster und Schiebetüren schaffen ein aussergewöhnliches architektonisches, grenzenloses Raumerlebnis mit spektakulären Ausblicken. Zusammen mit dem Tool ‚Digital Product Passport Compass Cradle to Cradle‘ von epeaswitzerland setzen wir uns für ein neues Mass an Transparenz, Identität, Orientierung und die Einhaltung künftiger EU-Rechtsvorschriften ein“, heisst es von Michael Fuchsberger, Leiter QM & Nachhaltigkeit bei der Sky-Frame AG zu weiteren Aspekten des DPPCCC. So gibt dieser zum Beispiel Auskunft über die Lieferkette oder auch Möglichkeiten zur Rückgabe von Sky-Frame-Produkten. Zudem können die Informationen nach Aspekten wie Materialgesundheit oder auch verschiedenen Bereichen der Eignung für die Kreislaufwirtschaft gegliedert und detailliert angezeigt werden.

    „Als weltweit tätiges Unternehmen hat Sky-Frame mit der Einführung des Digital Product Passport Compass Cradle to Cradle von epeaswitzerland erneut seine Vorreiterrolle unter Beweis gestellt“, heisst es von Albin Kälin, dem Gründer und Geschäftsführer von epeaswitzerland.

  • Datenbasierte Entscheidungen für grüne Immobilienstrategien

    Datenbasierte Entscheidungen für grüne Immobilienstrategien

    Empira will die Real Estate Decision Intelligence (REDI) der Zürcher OptimI nutzen, um die datenbasierte Entscheidungsfindung in den Bereichen Investitionen, Fonds, Vermögensverwaltung und Nachhaltigkeitsmanagement zu stärken. Ziel ist laut einer Mitteilung ein integrierter Ansatz, der finanzielle Performance, Klimawirkung und regulatorische Anforderungen ganzheitlich miteinander verbindet. Optimls REDI-Plattform unterstützt Empira dabei, fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen, wissenschaftlich fundierte Dekarbonisierungspfade auf Fonds- und Asset-Ebene zu entwickeln sowie kapitaleffiziente Investitions- und Sanierungsstrategien zu planen.

    Empira nutzt die Plattform insbesondere im Rahmen seines Transition-to-Green-Fonds, der auf energieineffiziente Immobilien mit Repositionierungspotenzial abzielt und staatliche Anreize für grüne Sanierungen und ein umfassendes Asset Management nutzt, um hochwertige, nachhaltige Wohn- und Büroimmobilien zu schaffen

    „Digitale Entscheidungsintelligenz ist heute unerlässlich, um sowohl stabile Renditen als auch eine glaubwürdige Dekarbonisierung zu erzielen, und zwar bereits ab dem Erhalt eines ersten Investitionsmemorandums“, wird Torsten Bergmann zitiert, Vizepräsident Investment Advisory bei Empira. „Optiml bietet uns die analytische Tiefe, die wir benötigen, um eine konsistente, skalierbare Wirkung über alle unsere Fonds hinweg zu erzielen, und unterstützt unsere Transition-to-Green-Strategie mit zuverlässigen Entscheidungsprozessen.“

    Die Einführung der OptimI-Lösung unterstreicht laut Mitteilung den Branchentrend hin zu datengesteuerter Vermögensoptimierung, bei der Nachhaltigkeit und finanzielle Leistung ganzheitlich bewertet werden. Der Immobiliensektor sei weltweit für rund 40 Prozent der gesamten energiebezogenen CO2-Emissionen verantwortlich. Branchenakteure sind daher zunehmend verpflichtet, glaubhafte und finanziell robuste Dekarbonisierungsstrategien vorzulegen.

  • Baurechtswohnungen schaffen neuen Wohnraum in Altstätten

    Baurechtswohnungen schaffen neuen Wohnraum in Altstätten

    Die Halter AG realisiert gemeinsam mit dem Katholischen Konfessionsteil des Kantons St.Gallen, Eigentümer des Projekts, und der Schlieremer Tend AG, Partner für Kommunikation und Marketing, das TresTerrä-Projekt. Im Rahmen dessen wird Halter den Bau von zehn Wohnbauten auf dem Areal Guter Hirte in Altstätten übernehmen, welches künftig bezahlbaren Wohnraum bieten soll, heisst es in einer Mitteilung. Der Spatenstich und offizieller Baustart des Projekts sind nun erfolgt.

    „Tres Terrae steht für einen Ort, an dem Wohnen, Freiraum und Nachbarschaft zusammenfinden“, heisst es in einem Beitrag von Halter. „Ziel ist es, dauerhafte Wohnqualität zu schaffen, die den Menschen langfristig ein Zuhause bietet.“

    Geplant sind drei Gebäude-Ensembles, die um einen zentralen Gemeinschaftsplatz platziert werden und durch ein Wegenetz miteinander verbunden sind. In den Gebäuden werden insgesamt 37 Eigentumswohnungen entstehen, die von 2,5-Zimmerwohnungen bis 5,5-Zimmerwohnungen reichen. Zentrale Begegnungszonen werden Raum für Austausch und Gemeinschaft bieten, heisst es in der Projektbeschreibung.

    Um den Eigenkapitalaufwand zu senken und die Finanzierung zu erleichtern, werden die Wohnungen im Baurecht verkauft. Die Wohnungen sollen 2028 bezogen werden können.

  • Baustart für Doppelspurausbau in Dietikon verschiebt sich auf 2028

    Baustart für Doppelspurausbau in Dietikon verschiebt sich auf 2028

    Es gibt einen Zeitverzug beim Doppelspurausbau der Bremgarten-Dietikon-Bahn und der Sanierung der Bremgartnerstrasse. Die für Ende 2025 vorgesehene Baugenehmigung durch das Bundesamt für Verkehr (BAV) konnte laut Mitteilung der Aargau Verkehr AG nicht erteilt werden, aufgrund laufender Einspracheverhandlungen und einer erneuten Teilauflage des Projekts in Verbindung mit Entschädigungsforderungen.

    Das Verkehrsunternehmen rechnet nun damit, dass sich der ursprünglich für Sommer 2026 geplante Baubeginn auf den Sommer 2028 verschiebt. Bis dahin müssten einige Projektanpassungen vorgenommen werden. Dafür seien technische Prüfungen und die Ämtervernehmlassung erforderlich.

    Der Ausbau soll Sicherheit, Pünktlichkeit und Kapazität des Bahnbetriebs erhöhen, heisst es von Aargau Verkehr: „Durch den Bau einer mittig geführten Doppelspur wird die Bahn sicher in den Strassenverkehr integriert, was die Verkehrssicherheit erhöht und Rückstaus verringert.“

    Die Plangenehmigung soll bis zum zweiten Quartal 2027 abgeschlossen sein. Die Aargau Verkehr AG stehe in Austausch mit dem Tiefbauamt des Kantons Zürich, der Bauherrin des Strassenbauprojekts, mit dem BAV, der Stadt Dietikon sowie betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern bezüglich Klärung der offenen Punkte und um die Projektentwicklung voranzutreiben.

  • Finanzchef übernimmt vorübergehend die operative Leitung

    Finanzchef übernimmt vorübergehend die operative Leitung

    An der Spitze der Marke Griesser ist eine Veränderung vollzogen worden: Stefan Leitner hat die interimistische Geschäftsführung übernommen. Der bisherige CFO der im Bereich Sonnenschutzlösungen tätigen Griesser Gruppe folgt auf Urs Neuhauser, der per 12. Januar 2026 das Unternehmen einvernehmlich verlässt, wie die Griesser Gruppe in einer Mitteilung schreibt. „Urs Neuhauser hat das Unternehmen in den vergangenen sieben Jahren begleitet und verschiedene Entwicklungen mitgeprägt. Dafür danken wir ihm“, wird Verwaltungsratspräsident Walter Strässle zitiert. Stefan Leitner erhält Unterstützung von Strässle und Vertretern der Inhaberfamilie. Damit seien Kontinuität und Stabilität in der Geschäftsleitung sichergestellt, heisst es in der Mitteilung.

    Die Interimslösung leitet die Nachfolgeregelung ein. Der Prozess für eine Neubesetzung sei bereits eingeleitet. In der Zwischenzeit verfolge Griesser die Weiterentwicklung von Sonnenschutzlösungen, die Nähe zu Kundinnen und Kunden sowie nachhaltiges Wachstum in bestehenden und neuen Märkten in der Produktion von Sonnenschutzlösungen.

    Die 140-jährige Unternehmensgeschichte ist nach Unternehmensangaben das Resultat aus Pioniergeist, Qualität und langfristigem Denken. Darauf aufbauend blicke das Familienunternehmen zuversichtlich in die Zukunft.

  • Luzerner Wirtschaftsförderung Wermelinger übernimmt

    Luzerner Wirtschaftsförderung Wermelinger übernimmt

    Der Stiftungsrat der Wirtschaftsförderung Luzern hat den 54-jährigen Luzerner Patrik Wermelinger zum neuen Direktor gewählt. Er stammt aus dem Kanton Luzern, lebt mit seiner Frau in Meierskappel und kennt die regionale Wirtschaft seit vielen Jahren aus nächster Nähe. Fachlich bringt er ein betriebswirtschaftliches Studium sowie einen Executive MBA in General Management mit, den er an der Hochschule Luzern abgeschlossen hat.

    Aktuell wirkt Wermelinger als Chief Investment Promotion Officer und Mitglied der Geschäftsleitung bei Switzerland Global Enterprise. In dieser Funktion begleitet er internationale Unternehmen bei der Ansiedlung in der Schweiz und bewegt sich an der Schnittstelle von Standortmarketing, Investitionsentscheidungen und globaler Konkurrenz um Projekte. Dieses Profil prädestiniert ihn dafür, Luzern im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte sichtbar zu positionieren. Mit einem klaren Verständnis für die Anforderungen internationaler Investoren.

    Vertrauter Kopf mit Rückkehrerbonus
    Für Luzern ist Patrik Wermelinger kein Unbekannter. Bereits von 2006 bis 2016 leitete er bei der Wirtschaftsförderung Luzern die Bereiche Standortpromotion und Marketing. In dieser Zeit knüpfte er ein breites Netzwerk zu Unternehmen, Gemeinden, Institutionen und Partnern im In- und Ausland. Er kennt die Stärken, aber auch die Herausforderungen des Wirtschaftsraums aus der Praxis. Von der Industrie über den Tourismus bis zu wissensintensiven Dienstleistungen.

    Diese Rückkehr mit zusätzlicher internationaler Erfahrung ist für die Organisation ein strategischer Vorteil. Wermelinger bringt vertiefte Ansiedlungs- und Promotionserfahrung aus der Schweiz als Ganzes mit, kombiniert mit einem klaren Blick auf Luzern als eigenständige Marke im Standortwettbewerb. Das schafft gute Voraussetzungen, um bestehende Beziehungen zu pflegen und neue Unternehmen anzuziehen. Gerade in einem Umfeld, in dem Standortentscheide stärker umkämpft sind.

    Geordneter Übergang an der Spitze
    Patrik Wermelinger übernimmt die Direktion per 1. Juni 2026. Bis Ende Februar 2026 bleibt der bisherige Direktor, Ivan Buck, in der operativen Verantwortung. Er wird sich anschliessend mit einer eigenen Firma im Bereich Relationship Management selbständig machen. Für die Übergangsphase zwischen März und Ende Mai 2026 übernimmt der stellvertretende Direktor Andreas Zettel ad interim die Führung und stellt einen reibungslosen Übergang sicher.

    Damit setzt die Wirtschaftsförderung Luzern auf Kontinuität im laufenden Betrieb und eine klare Staffelübergabe. Die Kombination aus zeitlicher Überlappung, interner Interimslösung und früh kommunizierter Nachfolge stärkt die Planungssicherheit für Partner, Gemeinden und Unternehmen, die mit der Organisation zusammenarbeiten.

    Vertrauen in Kompetenz und Persönlichkeit
    Der Stiftungsrat zeigt sich überzeugt, mit Patrik Wermelinger die richtige Wahl getroffen zu haben. Präsident Erwin Steiger betont sowohl die hohe Fachkompetenz wie auch die internationale Erfahrung des designierten Direktors. Gleichzeitig hebt er dessen vertrauenswürdige und gewinnende Art hervor. Eine Kombination, die für die Arbeit an der Schnittstelle von Politik, Verwaltung und Wirtschaft zentral ist.

    Mit dieser Personalentscheidung positioniert sich die Wirtschaftsförderung Luzern für die kommenden Jahre regional verankert, international vernetzt und mit einem Direktor an der Spitze, der den Standort Luzern bereits kennt.

  • Digitale Intelligenz auf dem Bau

    Digitale Intelligenz auf dem Bau

    „Die Planung ist bereits stark digitalisiert, der Bau weniger, der Betrieb wieder stärker“, erklärte Alex Walzer von der FHNW. Noch immer zerfallen viele Informationen zwischen den Projektphasen. Ein Problem besonders mit Blick auf die Kreislaufwirtschaft. Walzer sieht grosses Potenzial in der konsequenten Datennutzung. Aus Projekten lernen, Bauwerke datenbasiert entwerfen, Prozesse standardisieren. Doch ohne saubere Datengrundlagen und präzise Fragestellungen bleibt auch künstliche Intelligenz wirkungslos.

    Durchgängige Daten mit Lakeup
    Michal Rzinski von Bond BIM präsentierte die Plattform Lakeup, ein System für Life-Cycle-Data-Management. Sie soll Bauherren und Immobilienorganisationen befähigen, Daten über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes strukturiert zu nutzen. Von der Bedürfnisdefinition über die Bestellung bis zur Auswertung schafft Lakeup Datendurchgängigkeit und Transparenz.

    Im Fokus steht laut Rzinski der Mensch. „Wir wollen Fachplanende, Ingenieure und Entscheidungsträger gleichermassen abholen.“ Ein Beispiel liefert das Universitätsspital Basel, wo KI-Agenten 25’000 Datensätze automatisch klassifizierten, die Grundlage für spätere Anwendungen. Die Plattform ist modular aufgebaut, von Fachplaner-Tools bis zur Unternehmenslösung.

    Virtuelle Bäder und reale Entscheidungen
    Praktisch wurde es mit Patrick Marti von Hegias Vision. Seine Plattform verbindet 3D-Visualisierung mit Echtzeitdaten im Badumbau. Mit dem iPhone lassen sich Räume scannen, Objekte automatisch erkennen und in digitaler Umgebung gestalten. Kundinnen und Kunden sehen unmittelbar, wie ihr Bad aussehen könnte, inklusive Materialien, Lichtstimmung und echten Produktdaten.

    Gemeinsam mit BMS ermöglicht Hegias einen neuen, interaktiven Beratungsprozess. „Früher verliessen die Leute die Ausstellung mit einem Block voller Produktnamen, heute mit einem Link zu ihrem Traum-Bad“, so Ilona Lupart von BMS. Der Roomscanner vereinfache den Einstieg, beschleunige Entscheidungen und steigere die Zufriedenheit.

    Mensch im Mittelpunkt der Digitalisierung
    In der abschliessenden Runde waren sich alle einig, Automatisierung ersetzt den Menschen nicht. „KI soll Beraterinnen und Berater entlasten, nicht verdrängen“, betonte Marti. Walzer hob hervor, dass KI besonders dort stark sei, wo grosse Datenmengen analysiert oder Lieferketten optimiert werden. Dennoch brauche es weiterhin Fachwissen, Reflexion und Weiterbildung.

    Rzinski ergänzte, Lakeup sei bewusst so gestaltet, dass es unterschiedliche Kompetenzniveaus abdeckt, vom Datenspezialisten bis zur Geschäftsleitung. Lupart fügte an, dass Schulung, Einbindung und Kommunikation entscheidend seien, um Skepsis abzubauen. Offenheit sei wichtiger als Alter: Auch 90-Jährige hätten VR-Brillen begeistert genutzt.

    Neue Kompetenzen und Ausblick
    Walzer sieht an der FHNW einen Wandel. „Studierende arbeiten heute kollaborativer und kritischer mit Technologie.“ Neben technischen Fähigkeiten seien zunehmend Soft Skills gefragt, Kommunikation, Verständnis für Schnittstellen und Teamarbeit.

    Für die Zukunft kündigten Marti und Rzinski an, ihre Plattformen weiter auszubauen. Mehr Automatisierung, bessere Benutzerführung und tiefere Integration von KI in bestehende Prozesse. Walzer wagt den Blick nach vorn „In zehn Jahren wird KI so selbstverständlich im Hintergrund arbeiten wie Strom aus der Steckdose. Das Ziel ist erreicht, wenn Bauen dank Technologie wieder Spass macht.“

  • Kartellrecht mit Spielraum für Kooperationen

    Kartellrecht mit Spielraum für Kooperationen

    Die Schweizer Wirtschaft steht hinter einem starken Kartellrecht. Wettbewerbsbeschränkungen sollen verhindert, fairer Wettbewerb gesichert werden. In der Praxis hatten sich die Wettbewerbsbehörden jedoch zunehmend von diesem Wirkungsprinzip entfernt. Statt die tatsächlichen Effekte auf den Markt zu prüfen, wurde primär die Form einer Vereinbarung beurteilt. Bestimmte Abreden galten damit automatisch als unzulässig, selbst wenn sie nachweislich keine schädlichen Auswirkungen hatten.

    Gerade für KMU, Planungsbüros und Unternehmen in der Bauwirtschaft führte dies zu erheblicher Rechtsunsicherheit. Einkaufsgemeinschaften, gemeinsame Forschungsprojekte oder Versicherungspools gerieten ins Fadenkreuz, obwohl sie häufig Effizienzgewinne und bessere Marktleistungen ermöglichten. Mit der nun verabschiedeten Revision reagiert das Parlament auf diesen Missstand und fordert eine Rückkehr zum ursprünglichen Willen des Gesetzgebers.

    Neue Prüflogik in Art. 5 Kartellgesetz
    Kernstück der Revision ist die Präzisierung in Art. 5 Abs. 1 bis Kartellgesetz. Künftig genügt die blosse Einordnung einer Vereinbarung als «harte Abrede» nicht mehr. Es braucht immer eine Gesamtbeurteilung der Erheblichkeit, die qualitative und quantitative Elemente einbezieht . Wie Marktstruktur, Marktanteile und konkrete Rahmenbedingungen im Einzelfall.

    Die Art der Abrede bleibt wichtig, weil sie Hinweise auf ein typisches Schädlichkeitspotenzial gibt. Neu ist aber klar festgehalten, es muss geprüft werden, ob dieses Potenzial im realen Marktumfeld tatsächlich zum Tragen kommt. Für die Praxis bedeutet das, Wettbewerbsbehörden können Kooperationen nicht mehr allein aufgrund ihrer Form sanktionieren, sondern müssen begründen, warum und wo sie den Wettbewerb tatsächlich beeinträchtigen. Das Inkrafttreten der materiellen Anpassungen wird per 1. Januar 2027 erwartet.

    Mehr Spielraum für Kooperationen
    Mit der Revision gelingt eine heikle Balance. Kooperationen, die wettbewerblich unbedenklich oder gar förderlich sind, werden aus der Schusslinie genommen, ohne die Durchsetzungskraft der WEKO zu schwächen. Für Planungsbüros, Ingenieurunternehmen und weitere Akteure der Bauwirtschaft ergibt  dies mehr Klarheit. Insbesondere dort wo die Zusammenarbeit zulässig ist, bei gemeinsamen Beschaffungen, Standardisierungsprojekten oder geteilten Ressourcen.

    Gleichzeitig bleibt der Grundauftrag des Kartellrechts unangetastet. Hardcore-Kartelle, Preisabsprachen oder Auftragsabsprachen werden weiterhin streng verfolgt. Die Revision verschiebt den Fokus nicht weg vom Schutz des Wettbewerbs, sondern zurück auf dessen Kern.  Wirkung statt Form, missbräuchliches Verhalten statt pauschaler Verdacht.

    Institutionelle Reform der Wettbewerbsbehörden
    Mit der materiellen Revision ist der Prozess nicht abgeschlossen. 2026 und 2027 rückt die institutionelle Reform in den Vordergrund. Hier geht es um die Frage, wie Kartellverfahren geführt werden und wie rechtsstaatlich sie ausgestaltet sind.

    Mehrere Elemente stehen dabei im Zentrum. Erstens soll die institutionelle Trennung zwischen Untersuchung und Entscheid geschärft werden. Die Wettbewerbskommission wird zu einer stärker gerichtsähnlichen Instanz mit eigenen Fachressourcen ausgebaut, während das Sekretariat als eigenständige Anklagebehörde agiert.

    Zweitens ist eine spezialisierte Rechtsmittelinstanz vorgesehen, welche Kartellfälle bündelt, Expertise sichert und die Verfahren beschleunigt. Drittens soll ein unabhängiger Anhörungsbeauftragter («Hearing Officer») eingesetzt werden, der die Einhaltung der Verfahrensrechte überwacht und den Parteien als neutrale Anlaufstelle dient, ohne selbst in die materiellen Entscheide einzugreifen.

    Viertens soll mehr Transparenz geschaffen werden, indem Sondervoten veröffentlicht werden und abweichende Meinungen sichtbar werden, was die Rechtsentwicklung nachvollziehbarer macht. Kartellverfahren gelten nach EMRK als Strafverfahren, greifen tief in die Rechte der betroffenen Unternehmen ein und unterliegen daher hohen rechtsstaatlichen Anforderungen. Genau in diesem Spannungsfeld sieht Bauenschweiz weiterhin erheblichen Reformbedarf.

    Bauenschweiz drängt auf mehr Rechtsstaatlichkeit
    Bauenschweiz begrüsst, dass der Bundesrat den Reformbedarf im Vollzug anerkennt, lehnt die aktuelle Vorlage zur institutionellen Reform aber ab. Aus Sicht des Dachverbands behebt sie die zentralen Defizite nicht ausreichend. Insbesondere die Unabhängigkeit der Entscheidungsinstanz, die klare Trennung von Untersuchung und Urteil sowie der Schutz verfahrensrechtlicher Garantien seien noch nicht genügend sichergestellt.

    Ein kartellrechtlicher Rahmen, der tief in unternehmerische Freiheiten eingreift, braucht robuste Institutionen, nachvollziehbare Verfahren und Vertrauen in die Fairness. Nur so lassen sich Wettbewerbsverstösse konsequent sanktionieren, ohne Investitionsbereitschaft und sinnvolle Kooperationen unnötig zu bremsen.

    Die Botschaft des Bundesrates zur institutionellen Reform wird im Sommer 2026 erwartet, die parlamentarische Beratung dürfte im dritten oder vierten Quartal starten. Bauenschweiz will sich gemeinsam mit einer Wirtschaftsallianz erneut einbringen. Mit dem Ziel, ein Kartellrecht zu verankern, das Wettbewerb schützt, Kooperationen differenziert beurteilt und rechtsstaatlichen Ansprüchen konsequent genügt.

  • Wo Immobilien an Strahlkraft verlieren

    Wo Immobilien an Strahlkraft verlieren

    Zu den Kantonen mit den grössten demografischen Risiken zählen Tessin, Bern, Neuenburg, Jura, Appenzell Ausserrhoden, Nidwalden, Obwalden, Graubünden, Glarus und Schaffhausen. Sie vereinen rund 23 Prozent des gesamten Hypothekarvolumens der Schweiz und sind damit alles andere als Randgebiete. Gleichzeitig sind sie strukturell schwächer für die Zukunft gerüstet.

    Der Kern des Problems liegt in der Altersstruktur. Das Bevölkerungswachstum spielt sich vor allem in den Gruppen über 65 ab. Menschen, die selten umziehen und kaum zusätzlichen Wohnraum nachfragen. Parallel dazu sinkt die Zahl der Erwerbstätigen, also jener Haushalte, die typischerweise Wohneigentum erwerben oder neue Mietverhältnisse eingehen. Die Folge sind weniger Nachfrage, mehr Geduld beim Verkauf und wachsende Preisabschläge. Besonders spürbar ist dies in Märkten mit vielen Einfamilienhäusern und Ferienobjekten, etwa in Teilen des Tessins, von Graubünden oder im Jura.

    Demografie schlägt Preisfantasie
    Die Studie skizziert einen Markt, der sich in den nächsten 20 Jahren deutlich auseinanderentwickeln dürfte. Während die Eigentümerinnen und Eigentümer in den betroffenen Kantonen vielerorts noch von weiter steigenden Preisen ausgehen, zeichnet die Demografie ein anderes Bild. Wenn kaum junge Haushalte nachrücken und die Zuwanderung schwach bleibt, fehlt der Nachfrageschub, der die heutigen Bewertungen rechtfertigt.

    Für Eigentümer bedeutet das, längere Haltedauer, höhere Verkaufsrisiken und je nach Lage auch deutlichere Preisrückgänge. Besonders exponiert sind ältere Einfamilienhäuser in peripheren Gemeinden, die energetisch und qualitativ nicht mehr den Erwartungen neuer Käufergenerationen entsprechen. Wo gleichzeitig viel Angebot auf den Markt kommt, etwa aus Nachlasssituationen, kann der Preisdruck rasch zunehmen.

    Boomkantone als Gegenpol
    Auf der anderen Seite stehen die Wachstumskantone Zürich, Waadt, Luzern, Genf, Thurgau, Aargau, St. Gallen, Wallis, Freiburg, Zug und Basel‑Stadt. Sie sollen gemäss Analyse fast 86 Prozent des künftigen Bevölkerungswachstums aufnehmen. Zwei Drittel des Hypothekarvolumens konzentrieren sich bereits heute in diesen Kantonen, Tendenz steigend.

    Hier trifft Zuwanderung auf wirtschaftliche Dynamik, urbane Zentren und starke Arbeitsmärkte. Für den Immobilienmarkt bedeutet das, anhaltend hohe Nachfrage, tendenziell stabile bis steigende Preise und geringere strukturelle Risiken, trotz Digitalisierung, Zinswende und zunehmenden Regulierungen. Die Polarisierung zwischen «Verlierer‑» und «Gewinner»-Kantonen dürfte sich damit weiter verschärfen.

    Konsequenzen für Banken und Investoren
    Für Banken, Versicherungen und Pensionskassen ist der demografische Blickwinkel mehr als eine Fussnote. In vielen Portfolios sind die regionalen Risiken bisher nur unzureichend abgebildet. Besonders regionale Institute mit starkem Fokus auf ihren Heimkanton tragen in schrumpfenden Regionen erhöhte Klumpenrisiken. Vor allem, wenn ein grosser Teil des Bestands aus Einfamilienhäusern in ländlichen Lagen stammt.

    Nicht nur Lage, Zustand und Tragbarkeit zählen, sondern auch die Frage, wie viele potenzielle Käuferinnen und Käufer in 10, 15 oder 20 Jahren noch vor Ort sein werden. Wer Hypotheken und Immobilienanlagen langfristig steuern will, muss Demografie, Wohnraumnachfrage und lokale Wirtschaftsstruktur systematisch zusammen denken.

    Was Eigentümer jetzt tun können
    Für Eigentümer in den betroffenen Kantonen lohnt sich ein nüchterner Blick auf das eigene Objekt wie Standort, Zielgruppe, energetischer Zustand, mögliche Umnutzung. Wer aktiv bewirtschaftet, modernisiert und frühzeitig über Alternativen nachdenkt, ist klar im Vorteil gegenüber jenen, die nur auf weiter steigende Preise hoffen.

    Der Markt kippt nicht flächendeckend. In vielen Städten der «Verlierer»-Kantone wird Wohnraum knapp bleiben, während ländliche Gebiete stärker unter Druck geraten. Entscheidend wird, wie präzise Marktteilnehmende die Unterschiede innerhalb eines Kantons verstehen und wie schnell sie ihre Strategien an die neue demografische Realität anpassen.

  • Zürcher Gemeinderatswahlen 2026

    Zürcher Gemeinderatswahlen 2026

    Mit dem Game «Built&Rent» des SVIT Zürich Politik spielerisch erleben!
    In der Stadt Zürich findet der erste Wahlgang am 8. März 2026 statt. Hinsichtlich dieser wichtigen Wahl in der grössten Gemeinde unseres Kantons (mit Wirkung über die Kantonsgrenzen hinweg) empfiehlt der SVIT Zürich sieben Kandidaten zur Wahl. Sie sind Mitglieder der relevanten Sachkommissionen HBD/SE (Hochbaudepartement, Stadtentwicklung) und FD (Finanzdepartement) oder haben in ihren Parteien wichtige Posten inne. Berücksichtigt werden auch Newcomer, die derzeit noch nicht im Gemeinderat sitzen.

    Alle sieben Kandidaten teilen jedoch ein gemeinsames Interesse: Eine liberale Wohn- und Immobilienpolitik für Zürich voranzutreiben, die sich den aktuellen Herausforderungen auf dem Wohnmarkt schnell und wirkungsvoll stellt.

    Mit dem Game «Built&Rent» wird erlebbar, unter welchem Druck Immobilienprofis stehen – und wie politische Entscheide die Branche prägen. Dabei können tolle Lern- und Sachpreise gewonnen werden. Von zahlreichen Apple-Gutscheinen bis zu Gratisteilnahme von Lehrgängen und Kursen des SVIT Zürich. Die Teilnahme ist für alle kostenlos. Eine SVIT-Mitgliedschaft ist nicht erforderlich. So wird politische Bildung zum interaktiven Erlebnis! Es wird wie «Tetris» gespielt.
    (Spielzeit 28. Januar bis 15. Februar 2026)

    Wettbewerbslink: https://www.svit.ch/de/svit-zuerich/politik

  • Das Spitalareal Sursee neue Perspektiven ab 2034

    Das Spitalareal Sursee neue Perspektiven ab 2034

    Der Neubau des LUKS Sursee und des Pflegezentrums Seeblick auf der Schwyzermatt in Schenkon macht an der Spitalstrasse in Sursee ein rund 47’000 Quadratmeter grosses Areal frei. Etwa sieben Fussballfelder, zentral gelegen, gut erschlossen und mit Aussicht bis in die Alpen. Wo heute noch Spitalgebäude stehen, kann ab 2034 ein neuer Stadtbaustein entstehen, der Sursee langfristig prägt. Der Kanton Luzern ist Haupteigentümer des Areals, angrenzende Flächen gehören ebenfalls dem Kanton und teilweise der Stadt und fliessen in die Planung ein.

    Das fast 50-jährige LUKS Sursee genügt den Anforderungen an einen modernen Spitalbetrieb nicht mehr. Mit dem Entscheid des Regierungsrats, bis 2033 in Schenkon ein neues Spital und ein Pflegezentrum zu realisieren, verlagert sich die Gesundheitsinfrastruktur und eröffnet in Sursee ein städtebauliches Entwicklungspotenzial mit Seltenheitswert.

    Wohnen, Leben, Begegnung
    Der Kanton Luzern und die Stadt Sursee verfolgen ein gemeinsames Ziel, ein gemischt genutztes, lebendiges Quartier, das Wohnen, Dienstleistungen und Aufenthaltsqualität verbindet. In einer Testplanung ab 2026 wird geprüft, welche Nutzungen und Bebauungsstrukturen auf dem Areal möglich und sinnvoll sind. Die Ergebnisse bilden die Basis für Umzonung, Architekturwettbewerbe und die ersten Bauetappen, die nach dem Wegzug von Spital und Pflegeheim starten sollen, mit dem Anspruch, Leerstände möglichst zu vermeiden.

    Klar ist bereits heute, dass das Areal besonders gut für Wohnnutzungen geeignet ist, für Familien, Paare, Singles und Seniorinnen und Senioren. Ergänzend sind Dienstleistungen, Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie denkbar, die das Quartier mit Leben füllen. Angestrebt wird ein sozial durchmischtes Umfeld mit einem Mix aus gehobenen und preisgünstigen Wohnungen, das Sursee als Wohnort stärkt und zugleich neue Angebote für unterschiedliche Lebensphasen schafft.

    Sursee im Wachstum
    Sursee wächst dynamisch und verzeichnet mit einer Leerwohnungsziffer von 0,26 Prozent einen äusserst knappen Wohnungsmarkt. Das neue Angebot auf dem Spitalareal soll helfen, den Druck zu mindern und zusätzliche Wohnqualität in zentraler Lage zu schaffen. Die Nähe zur Altstadt, die bestehende verkehrliche Erschliessung und der Seeblick machen das Areal zu einem Schlüsselstandort für die künftige Stadtentwicklung.

    Es ist eine Chance, einen neuen, identitätsstiftenden Stadtteil zu formen. Das Areal kann Impulse für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Region setzen, neue Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich ermöglichen und Sursee als regionales Zentrum weiter profilieren.

    Quartierentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
    Die Planung des Spitalareals ist bewusst als offener Prozess angelegt. Ab Frühling 2026 sind Workshops mit der Quartierbevölkerung und verschiedenen Interessengruppen vorgesehen. Bedürfnisse, Ideen und Erwartungen sollen früh einfliessen, damit ein Quartier entsteht, das nicht nur planerisch überzeugt, sondern von der Bevölkerung mitgetragen wird.

    Über die notwendige Teilzonenplanänderung entscheidet die Gemeindeversammlung. Damit ist klar, die Zukunft des Spitalareals wird nicht im stillen Kämmerlein entworfen, sondern in einem transparenten Prozess, der Fachplanung und lokale Perspektiven verbindet.

    Ein neuer Stadtbaustein mit Geschichte und Zukunft
    Langfristig könnte dort, wo heute noch ein Spitalbetrieb läuft, ein vielfältiger Wohn- und Lebensraum mit Grünflächen, Spiel- und Aufenthaltsräumen entstehen. Begegnungsorte im Freien, kurze Wege und eine gute Anbindung an die bestehende Stadtstruktur sollen das Areal zu einem integralen Teil von Sursee machen.

    Der Kanton Luzern will das Potenzial der privilegierten Lage mit Seeblick und historischer Nutzung gezielt nutzen. Ab 2034 bietet sich die Gelegenheit, ein Quartier zu realisieren, das die Geschichte des Standorts respektiert und gleichzeitig Antworten auf die Wohn- und Lebensbedürfnisse der kommenden Jahrzehnte gibt. Ein neues Kapitel für das Spitalareal und für Sursee.