Autor: immovestuser

  • PropTech bleibt unsichtbar und unverzichtbar

    PropTech bleibt unsichtbar und unverzichtbar

    Herr Schwyter, Sie zählen zu den Pionieren der Schweizer PropTech-Szene. Wie begann Ihre Reise im digitalen Immobilienmarkt?
    Nach meiner Zeit bei Homegate stellte sich für mich die Frage, wie ich mein Wissen weiter einsetzen möchte. Die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft lag nahe. Vor der Pandemie hat dieses Thema allerdings kaum jemanden interessiert. Erst Covid-19 brachte einen enormen Schub. Ab da wurde Digitalisierung breit akzeptiert und ich fand meinen Platz in der PropTech-Szene.

    Welche frühen Erfahrungen bei Homegate prägen noch heute Ihre Sicht auf PropTech?
    Vor allem die Freude am Experimentieren und am gemeinsamen Entwickeln neuer Ansätze. Wir wollten Lösungen schaffen, die die Branche als Ganzes weiterbringen. Diese Haltung begleitet mich bis heute. Offen sein, interdisziplinär arbeiten und mutig testen.

    Wie digital ist die Schweizer Immobilienbranche wirklich, wenn man den Marketing-Sprech weglässt?
    Der Digital Real Estate Index von Pom+ liegt seit Jahren unter fünf auf einer Skala von null bis zehn. Das zeigt deutlich, die Branche hat viel Potenzial nach oben. Es gibt Fortschritte, aber keinen durchgehenden Digitalisierungsschub. Insgesamt stehen wir eher am Anfang einer professionellen digitalen Transformation.

    Wo steht die Schweiz im internationalen Vergleich? Vorreiter oder Nachzügler?
    Die Schweiz hat rund 480 PropTech-Unternehmen, die klein, aber qualitativ stark und vielfältig sind. Deutschland liegt mit mehr als 1’200 Unternehmen deutlich darüber. Wir haben Bereiche, in denen wir sehr gut sind und andere, in denen Ausbaupotenzial besteht. Insgesamt würde ich uns als solides, gut entwickeltes Ökosystem bezeichnen.

    Welche PropTech-Segmente sind Ihrer Ansicht nach am weitesten fortgeschritten?
    Plattformlösungen im breiten Sinn, also nicht nur Marktplätze, wie Datenplattformen, Serviceplattformen, Ökosysteme. Dort sehen wir die stärkste Professionalisierung und Reife.

    Welche Art von Startups wird aus Ihrer Sicht als erstes verschwinden und warum?
    Startups, die nur einen isolierten Prozessschritt abdecken und nicht integrierbar sind. Immobilienfirmen brauchen Lösungen, die mehrere Prozessschritte verbinden oder sich mühelos in bestehende Systeme einfügen. Silo-Produkte sind künftig kaum überlebensfähig, weder technisch noch wirtschaftlich.

    Wo sehen Sie Hemmnisse für die Digitalisierung in Schweizer Immobilienunternehmen?
    Die Branche ist stark kleinteilig organisiert. Eine Firma mit 20 oder 30 Mitarbeitenden gilt schon als gross. Viele haben weder interne IT-Kompetenzen noch Budget für grössere Digitalisierungsprojekte. Für Anbieter bedeutet das zudem hohen Aufwand. Statt fünf Grosskunden betreut man hunderte kleine. Diese Struktur bremst die Digitalisierung.

    Welche drei Megatrends werden die PropTech-Landschaft in den nächsten Jahren prägen und warum?
    Ganz klar Daten, Nachhaltigkeit und künstliche Intelligenz. Daten sind die Grundlage für jede fundierte Entscheidung. Nachhaltigkeit ist ohne Daten nicht möglich, insbesondere bei ESG, und KI ist ein Trend, der stark polarisiert. Die Wirkung entsteht aber erst, wenn Datenqualität und Organisation stimmen.

    Gibt es Technologien, die international längst marktreif sind, in der Schweiz aber noch nicht angekommen sind?
    Nein. Alles, was international relevant ist, ist in der Schweiz grundsätzlich in hoher Qualität vorhanden. Die Herausforderung liegt nicht bei der Technologie, sondern bei der konsequenten Anwendung und Integration.

    Was braucht es, damit Verwaltungen offener für Technologie und mutiger werden?
    Eine klare Digitalisierungsstrategie, denn ohne Zielbild ist jede Tool-Einführung reiner Aktionismus. Firmen müssen verstehen, dass Digitalisierung ein Kultur- und Transformationsprozess ist und kein IT-Projekt. Mitarbeitende müssen begleitet und motiviert werden, gerade in einem Umfeld mit hoher Fluktuation.

    Woran erkennt man die Qualität eines PropTech-Unternehmens?
    Am Team. Die entscheidende Frage lautet, haben die Menschen die Fähigkeiten, Beharrlichkeit und Offenheit, eine Idee wirklich umzusetzen? Märkte drehen sich, Produkte verändern sich und nur ein starkes Team kann diesen Wandel tragen. Das Team steht deshalb über der Idee.

    Welche Ansätze schaffen es, den gesamten Lebenszyklus abzubilden?
    Nicht einzelne All-in-One-Produkte, sondern integrierte Kreisläufe. Wenn etwa Zustandsanalyse, Sanierungsplanung und Facility Management über saubere Datenflüsse verbunden sind, entsteht ein echter Lebenszyklus. Integration ist der Schlüssel.

    In welchen Phasen sehen Sie das grösste ungenutzte Potenzial?
    Ganz klar im Bereich Construction Technology. Wie wir bauen, welche Materialien wir einsetzen, wie Planungs- und Bauprozesse funktionieren, hier stehen grosse Veränderungen bevor. Im Betrieb und in der Vermarktung sind wir schon viel weiter.

    Sind die regulatorischen Rahmenbedingungen eher Treiber oder Bremse?
    Startups wünschen sich weniger Hürden und einiges wurde verbessert. Doch Themen wie steuerliche Behandlung von Gründeranteilen bleiben komplex. Insgesamt sollten wir Regulierung eher abbauen. Innovation entsteht nicht durch neue Vorgaben, sondern durch unternehmerischen Spielraum.

    Welche politischen Schritte wären nötig, damit die Branche schneller digitalisiert?
    Ich bin klar für weniger Staat. Die Immobilienwirtschaft wird sich aus wirtschaftlichen Gründen selbst digitalisieren. Wenn Unternehmen mit denselben Mitarbeitenden mehr Mandate gewinnen und die Qualität steigern können, setzen sie digitale Lösungen ein. Ganz ohne neue politische Vorgaben.

    Welche kulturellen und organisatorischen Stolpersteine begegnen Ihnen am häufigsten?
    Der Irrglaube, die Digitalisierung sei ein Tool-Thema. In Wahrheit geht es um Prozesse, Zusammenarbeit und Rollen. Viele unterschätzen den kulturellen Wandel. Hohe Fluktuation macht es zusätzlich schwierig, eine digitale Kultur zu etablieren.

    Welche Entwicklungen werden die Branche unumkehrbar verändern?
    Alles, was repetitive Aufgaben vereinfacht oder automatisiert und dadurch Produktivitätsgewinne schafft. Ob man das Digitalisierung oder Effizienzsteigerung nennt, spielt wenig Rolle. KI ist ein Baustein, aber nicht der einzige.

    Wenn Sie heute ein neues PropTech gründen müssten, in welchem Bereich wäre das?
    Wahrscheinlich im Bereich Vermarktung, weil dort viel kreatives Potenzial liegt. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass bestehende Lösungen stärker wachsen können. Wir haben genug gute Anbieter, es braucht nicht zwingend weitere.

    Wo steht PropTech Schweiz im Jahr 2030?
    PropTech wird unverzichtbar sein, aber nicht im Rampenlicht. Es ist nicht «sexy» wie Klima- oder Energiethemen. PropTech macht keine grossen Schlagzeilen, sorgt aber dafür, dass die Branche überhaupt digital, datenbasiert und effizient funktioniert. Genau deshalb wird PropTech langfristig eine zentrale Rolle spielen.

  • PropTech bleibt unsichtbar und unverzichtbar

    Herr Schwyter, Sie zählen zu den Pionieren der Schweizer PropTech-Szene. Wie begann Ihre Reise im digitalen Immobilienmarkt?
    Nach meiner Zeit bei Homegate stellte sich für mich die Frage, wie ich mein Wissen weiter einsetzen möchte. Die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft lag nahe. Vor der Pandemie hat dieses Thema allerdings kaum jemanden interessiert. Erst Covid-19 brachte einen enormen Schub. Ab da wurde Digitalisierung breit akzeptiert und ich fand meinen Platz in der PropTech-Szene.

    Welche frühen Erfahrungen bei Homegate prägen noch heute Ihre Sicht auf PropTech?
    Vor allem die Freude am Experimentieren und am gemeinsamen Entwickeln neuer Ansätze. Wir wollten Lösungen schaffen, die die Branche als Ganzes weiterbringen. Diese Haltung begleitet mich bis heute. Offen sein, interdisziplinär arbeiten und mutig testen.

    Wie digital ist die Schweizer Immobilienbranche wirklich, wenn man den Marketing-Sprech weglässt?
    Der Digital Real Estate Index von Pom+ liegt seit Jahren unter fünf auf einer Skala von null bis zehn. Das zeigt deutlich, die Branche hat viel Potenzial nach oben. Es gibt Fortschritte, aber keinen durchgehenden Digitalisierungsschub. Insgesamt stehen wir eher am Anfang einer professionellen digitalen Transformation.

    Wo steht die Schweiz im internationalen Vergleich? Vorreiter oder Nachzügler?
    Die Schweiz hat rund 480 PropTech-Unternehmen, die klein, aber qualitativ stark und vielfältig sind. Deutschland liegt mit mehr als 1’200 Unternehmen deutlich darüber. Wir haben Bereiche, in denen wir sehr gut sind und andere, in denen Ausbaupotenzial besteht. Insgesamt würde ich uns als solides, gut entwickeltes Ökosystem bezeichnen.

    Welche PropTech-Segmente sind Ihrer Ansicht nach am weitesten fortgeschritten?
    Plattformlösungen im breiten Sinn, also nicht nur Marktplätze, wie Datenplattformen, Serviceplattformen, Ökosysteme. Dort sehen wir die stärkste Professionalisierung und Reife.

    Welche Art von Startups wird aus Ihrer Sicht als erstes verschwinden und warum?
    Startups, die nur einen isolierten Prozessschritt abdecken und nicht integrierbar sind. Immobilienfirmen brauchen Lösungen, die mehrere Prozessschritte verbinden oder sich mühelos in bestehende Systeme einfügen. Silo-Produkte sind künftig kaum überlebensfähig, weder technisch noch wirtschaftlich.

    Wo sehen Sie Hemmnisse für die Digitalisierung in Schweizer Immobilienunternehmen?
    Die Branche ist stark kleinteilig organisiert. Eine Firma mit 20 oder 30 Mitarbeitenden gilt schon als gross. Viele haben weder interne IT-Kompetenzen noch Budget für grössere Digitalisierungsprojekte. Für Anbieter bedeutet das zudem hohen Aufwand. Statt fünf Grosskunden betreut man hunderte kleine. Diese Struktur bremst die Digitalisierung.

    Welche drei Megatrends werden die PropTech-Landschaft in den nächsten Jahren prägen und warum?
    Ganz klar Daten, Nachhaltigkeit und künstliche Intelligenz. Daten sind die Grundlage für jede fundierte Entscheidung. Nachhaltigkeit ist ohne Daten nicht möglich, insbesondere bei ESG, und KI ist ein Trend, der stark polarisiert. Die Wirkung entsteht aber erst, wenn Datenqualität und Organisation stimmen.

    Gibt es Technologien, die international längst marktreif sind, in der Schweiz aber noch nicht angekommen sind?
    Nein. Alles, was international relevant ist, ist in der Schweiz grundsätzlich in hoher Qualität vorhanden. Die Herausforderung liegt nicht bei der Technologie, sondern bei der konsequenten Anwendung und Integration.

    Was braucht es, damit Verwaltungen offener für Technologie und mutiger werden?
    Eine klare Digitalisierungsstrategie, denn ohne Zielbild ist jede Tool-Einführung reiner Aktionismus. Firmen müssen verstehen, dass Digitalisierung ein Kultur- und Transformationsprozess ist und kein IT-Projekt. Mitarbeitende müssen begleitet und motiviert werden, gerade in einem Umfeld mit hoher Fluktuation.

    Woran erkennt man die Qualität eines PropTech-Unternehmens?
    Am Team. Die entscheidende Frage lautet, haben die Menschen die Fähigkeiten, Beharrlichkeit und Offenheit, eine Idee wirklich umzusetzen? Märkte drehen sich, Produkte verändern sich und nur ein starkes Team kann diesen Wandel tragen. Das Team steht deshalb über der Idee.

    Welche Ansätze schaffen es, den gesamten Lebenszyklus abzubilden?
    Nicht einzelne All-in-One-Produkte, sondern integrierte Kreisläufe. Wenn etwa Zustandsanalyse, Sanierungsplanung und Facility Management über saubere Datenflüsse verbunden sind, entsteht ein echter Lebenszyklus. Integration ist der Schlüssel.

    In welchen Phasen sehen Sie das grösste ungenutzte Potenzial?
    Ganz klar im Bereich Construction Technology. Wie wir bauen, welche Materialien wir einsetzen, wie Planungs- und Bauprozesse funktionieren, hier stehen grosse Veränderungen bevor. Im Betrieb und in der Vermarktung sind wir schon viel weiter.

    Sind die regulatorischen Rahmenbedingungen eher Treiber oder Bremse?
    Startups wünschen sich weniger Hürden und einiges wurde verbessert. Doch Themen wie steuerliche Behandlung von Gründeranteilen bleiben komplex. Insgesamt sollten wir Regulierung eher abbauen. Innovation entsteht nicht durch neue Vorgaben, sondern durch unternehmerischen Spielraum.

    Welche politischen Schritte wären nötig, damit die Branche schneller digitalisiert?
    Ich bin klar für weniger Staat. Die Immobilienwirtschaft wird sich aus wirtschaftlichen Gründen selbst digitalisieren. Wenn Unternehmen mit denselben Mitarbeitenden mehr Mandate gewinnen und die Qualität steigern können, setzen sie digitale Lösungen ein. Ganz ohne neue politische Vorgaben.

    Welche kulturellen und organisatorischen Stolpersteine begegnen Ihnen am häufigsten?
    Der Irrglaube, die Digitalisierung sei ein Tool-Thema. In Wahrheit geht es um Prozesse, Zusammenarbeit und Rollen. Viele unterschätzen den kulturellen Wandel. Hohe Fluktuation macht es zusätzlich schwierig, eine digitale Kultur zu etablieren.

    Welche Entwicklungen werden die Branche unumkehrbar verändern?
    Alles, was repetitive Aufgaben vereinfacht oder automatisiert und dadurch Produktivitätsgewinne schafft. Ob man das Digitalisierung oder Effizienzsteigerung nennt, spielt wenig Rolle. KI ist ein Baustein, aber nicht der einzige.

    Wenn Sie heute ein neues PropTech gründen müssten, in welchem Bereich wäre das?
    Wahrscheinlich im Bereich Vermarktung, weil dort viel kreatives Potenzial liegt. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass bestehende Lösungen stärker wachsen können. Wir haben genug gute Anbieter, es braucht nicht zwingend weitere.

    Wo steht PropTech Schweiz im Jahr 2030?
    PropTech wird unverzichtbar sein, aber nicht im Rampenlicht. Es ist nicht «sexy» wie Klima- oder Energiethemen. PropTech macht keine grossen Schlagzeilen, sorgt aber dafür, dass die Branche überhaupt digital, datenbasiert und effizient funktioniert. Genau deshalb wird PropTech langfristig eine zentrale Rolle spielen.

  • Wie digitale Systeme die Stadtentwicklung neu ordnen

    Wie digitale Systeme die Stadtentwicklung neu ordnen

    Moderne Städte müssen gleichzeitig Verkehr, Energieversorgung, Wohnen, Infrastruktur, Verwaltung und Klimaanpassung stemmen. Dies bei wachsender Bevölkerung und knapper werdenden Ressourcen. Smart-City-Ansätze verstehen die Stadt als Ökosystem, in dem Mobilität, Energie, Gebäude, Klima und Governance ineinandergreifen. Sensoren, Datenräume und digitale Plattformen schaffen Transparenz, liefern Echtzeitinformationen und verbessern die Grundlage für langfristige Entscheidungen. Entscheidend ist nicht die Digitalisierung einzelner Silos, sondern das Zusammenspiel der Systeme.

    Schweiz in der internationalen Spitzengruppe
    Im IMD Smart City Index belegt Zürich seit Jahren einen Spitzenplatz und führt 2025 erneut die weltweite Rangliste an. Genf und Lausanne rangieren ebenfalls in den Top 10, was die Stärke des Schweizer Ansatzes mit hoher Datenqualität, gut ausgebauter Infrastruktur und starker Forschungslandschaft unterstreicht. Parallel dazu entwickeln mittelgrosse Städte wie St. Gallen, Winterthur oder Lugano eigene Smart-City-Strategien, Datenplattformen und Pilotprojekte. Oft mit Fokus auf Mobilität, Verwaltung und Energie.

    Internationale Vorbilder und unterschiedliche Wege
    Singapur gilt als Referenz für integrierte nationale Digitalstrategien, bei denen Mobilität, Energie, Verwaltung und Gesundheit über Daten und Plattformen verknüpft werden. Kopenhagen kombiniert Smart-City-Technologien mit konsequenter Nachhaltigkeitspolitik und emissionsarmer Mobilität, während Helsinki mit weitgehenden Open-Data-Ansätzen und digitaler Verwaltung punktet. Städte wie Dubai, London oder Amsterdam setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Von grossen Infrastrukturprogrammen über datengetriebene Mobilität bis hin zu datenethischer Governance. Gemeinsam ist ihnen jedoch ein klarer politischer Wille und langfristige Strategien.

    Governance, Daten und föderale Realität
    Smart City ist nur bedingt eine Technikfrage. Ohne belastbare Datenräume, geklärte Zuständigkeiten, Datenschutzregeln und transparente Entscheidungsprozesse bleiben Projekte Stückwerk. In der föderalen Schweiz kommt hinzu, dass Gemeinden, Städte, Kantone und Bund ihre Rollen koordinieren müssen. Für viele Kommunen bedeutet Smart City deshalb vor allem Prozessmodernisierung, ressortübergreifende Zusammenarbeit und ein neues Verständnis von Stadtentwicklung. UrbanTech und PropTech verbinden dabei Verwaltung, Immobilienwirtschaft, Energie- und Mobilitätssysteme. Je enger diese Systeme gekoppelt sind, desto grösser wird der Hebel für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung.

    Technik als Mittel, nicht als Ziel
    Die erfolgreichsten Smart Cities der Welt zeichnen sich nicht durch die Anzahl ihrer Sensoren, sondern durch ihren Umgang mit Komplexität aus. Sie setzen Technologie gezielt ein, um Lebensqualität, Resilienz und Effizienz zu steigern. Sie betten digitale Lösungen in gesellschaftliche und ökologische Ziele ein. Smart City ist damit weniger ein IT-Projekt als ein Stadtentwicklungsprojekt, in dem Technologie Werkzeug bleibt. Entscheidend ist, wie Städte mit Hilfe von Daten und digitalen Systemen klügere, inklusivere und nachhaltigere Entscheidungen treffen.

    Was genau ist eine Smart City?
    Smart City – präzise definiert:

    Eine Smart City ist eine Stadt, die digitale Technologien, Daten und vernetzte Systeme einsetzt, um Lebensqualität, Nachhaltigkeit, Effizienz und Teilhabe zu verbessern. Sie integriert Energie, Mobilität, Gebäude, Verwaltung und Umwelt in einem gemeinsamen Daten- und Organisationsmodell und nutzt diese Informationen, um Dienstleistungen, Infrastruktur und Stadtplanung intelligent zu steuern.
    Entscheidend ist nicht die Technologie selbst, sondern die Fähigkeit, sie verantwortungsvoll, sicher und zielgerichtet einzusetzen, im Interesse der gesamten Bevölkerung.

    Smart Cities versprechen Effizienz, Nachhaltigkeit und bessere urbane Dienstleistungen. Gleichzeitig bergen sie Risiken, die sorgfältig adressiert werden müssen. Besonders kritisch sind die folgenden Bereiche:
    Datenschutz und Überwachung

    Durch Sensoren, Kameras, Mobilitätsdaten und vernetzte Infrastrukturen entstehen riesige Datenmengen über Verhalten, Bewegungen und Nutzungen der Bevölkerung. Ohne klare Regeln kann daraus ein Überwachungsrisiko entstehen, sei es durch Staat oder Privatwirtschaft.

    Macht der Algorithmen
    Wenn datenbasierte Systeme Entscheidungen steuern, etwa im Verkehr, in der Verwaltung oder im Energieeinsatz, entsteht die Gefahr intransparenter oder schwer nachvollziehbarer Prozesse. Fehlende Erklärbarkeit oder nicht überprüfbare Modelle können das Vertrauen der Bevölkerung schwächen.

    Demokratische Kontrolle
    Smart-City-Entscheidungen liegen oft an der Schnittstelle zwischen Verwaltung, Technologieanbietern und Infrastrukturbetreibern. Kritiker warnen davor, dass wichtige Stadtentwicklungsentscheidungen zunehmend durch technische Systeme oder private Firmen beeinflusst werden könnten.

    Soziale Ungleichheit
    Digitalisierung ist teuer. Städte mit weniger Ressourcen laufen Gefahr, zurückzufallen. Auch innerhalb einer Stadt kann ein «digital divide» entstehen. Zwischen jenen, die alle Services nutzen können und jenen, die ausgeschlossen bleiben. Sei es aus finanziellen, technischen oder sozialen Gründen.

    Komplexität und Abhängigkeit
    Je smarter eine Stadt, desto stärker ist sie auf digitale Systeme, Plattformen und externe Technologiepartner angewiesen. Ausfälle, Cyberangriffe oder technische Störungen können erhebliche Folgen für Infrastruktur, Sicherheit oder Versorgung haben.

    Fehlende Standards und Governance
    Ohne klare Governance-Modelle entstehen Insellösungen, inkompatible Systeme und unklare Verantwortlichkeiten. Dies kann Effizienzgewinne zunichtemachen und langfristige Investitionen erschweren.

    Internationale Smart-City-Gadgets, die Schlagzeilen gemacht haben
    Smart Lamp Posts, vernetzte Strassenlaternen (Barcelona, Los Angeles, London)
    Smarte Laternen mit Sensorik für Verkehr, Lärm, Wetter, Luftqualität und Parkplatzdetektion.
    Aufsehen erregten sie, weil sie als harmlose Infrastruktur getarnt sind, aber grosse Datenmengen sammeln.
    – Symbol für „sichtbare unsichtbare“ Smart-City-Technologie.

    «Quayside Project» Sidewalk Labs Sensor-Masten (Toronto)
    Alphabet/Google plante ein Quartier mit vollsensorierter Umgebung.
    Temperatur, Bewegung, Mobilität, Müll, Energie, alles sollte in Echtzeit gemessen werden.
    – Wurde nach Kritik am Datenschutz gestoppt. Weltweit diskutiert.

    «Lampposts-as-a-Platform» (Singapur)
    Singapur stattete Laternen mit Kameras, Mikrofonen und IoT-Modulen aus, als Infrastruktur für autonomes Fahren und Sicherheitssysteme.
    – International bekannt wegen KI-basierter Überwachung und Effizienz.

    Smart Waste Bins, solarbetriebene Abfallcontainer (Bigbelly, New York, Berlin, Wien)
    Pressen Müll zusammen, melden Füllstände und dienen teilweise als WLAN-Hotspots.
    – War in Schlagzeilen, weil manche Modelle heimlich Daten sammeln konnten („WLAN Tracking“).

    Intelligente Parkflächen, Sensorparkplätze (San Francisco, Amsterdam)
    Bodensensoren melden freie Parkplätze in Echtzeit.
    – Bekannt durch das Projekt SFpark, das den Verkehr messbar reduzierte.

    Autonomous Delivery Robots (London, Tallinn, San Francisco)
    Roboter, die Lebensmittel und Pakete transportieren.
    – Medienaufreger, weil sie als „neue Verkehrsteilnehmer“ auf den Gehwegen gelten.

    KI-basierte Verkehrsampeln (Hangzhou, Tel Aviv, Los Angeles)
    Kameras und KI steuern Ampeln dynamisch, reduzieren Stauzeiten um bis zu 30 %.
    – Besonders bekannt wurde das System „City Brain“ von Alibaba in Hangzhou.

    Drohnenprogramme für Rettung und Logistik (Ruanda, Dubai, Zürich)
    Drohnen liefern Medikamente, Defibrillatoren und Medizinisches Material.
    – Bekannt durch Zipline (Ruanda) und die medizinische Drohnenlogistik in der Schweiz.

    Smart Benches mit Ladefunktion und Sensorik (Prag, New York, Dubai)
    Solarmodule laden Smartphones, integrierte Sensoren messen Umweltwerte.
    – Viral, weil sie Design, Energie und Technologie vereinen.

    Holographische Bürgerinformationen und AR-Karten (Seoul, Tokio, Shanghai)
    Interaktive AR-Displays zur Navigation, Beteiligung oder Verwaltung.
    – Erste Prototypen wurden auf Messen gefeiert und global geteilt.

    Sound Traffic Light, Lärmradarsysteme (Paris)
    Kameras und Mikrofone messen zu laute Fahrzeuge und lösen automatisch Bussgelder aus.
    – Grosses Medienecho durch Privatsphäre vs. Lärmbekämpfung.

    Roboterpolizei und autonome Sicherheitsfahrzeuge (Dubai)
    Dubai präsentierte als eine der ersten Städte „Robocop“-ähnliche Überwachungsroboter.
    – Globales Medienthema, futuristisch und kontrovers zugleich.

    Top 20 Smart Cities 2025 – Internationale Rangliste

    1. Zürich (Schweiz)
    Überragende Kombination aus Lebensqualität, digitaler Verwaltung, Mobilität und Energieeffizienz.

    2. Oslo (Norwegen)
    Führend im Klimaschutz, in autonomen Mobilitätslösungen und in digitaler Governance.

    3. Singapur (Singapur)
    Smart Nation als staatliches Leitprinzip, vollintegrierte Mobilität & Verwaltung.

    4. Genf (Schweiz)
    Internationale Governance, smartes Mobilitätsmanagement, hohe urbane Servicequalität.

    5. Kopenhagen (Dänemark)
    Weltweit führend in nachhaltiger Stadtentwicklung und vernetzter Mobilitätsplanung.

    6. Lausanne (Schweiz)
    Starke Forschung (EPFL), innovative Stadtplanung, Mobilitäts- und Energiedatenräume.

    7. Helsinki (Finnland)
    Offene Daten, digitale Verwaltung und eine der höchsten Transparenzstandards weltweit.

    8. London (Vereinigtes Königreich)
    Mobilitätsdaten, KI-Pilotzonen, Sharing Economy und weltweit führende GovTech-Szene.

    9. Abu Dhabi (VAE)
    Massive Digitalisierung der Verwaltung, Smart Mobility & automatisierte Infrastruktur.

    10. Amsterdam (Niederlande)
    Pionier in Datenethik, Circular Economy und bürgerorientierten Smart-City-Projekten.

    11. Stockholm (Schweden)
    Starke IoT-Infrastruktur, Energieeffizienz, digitaler Zugang zu öffentlichen Diensten.

    12. Seoul (Südkorea)
    Smart Governance, KI-Ampelsysteme, hochvernetzte Stadtinfrastruktur.

    13. Dubai (VAE)
    Eine der technologiegetriebensten Städte der Welt: autonomer Verkehr, 3D-Druck, GovTech.

    14. Wien (Österreich)
    Exzellente Verwaltung, Smart Living, soziale Innovation und urbane Resilienz.

    15. Barcelona (Spanien)
    Urbane Sensorik, Mobilitätsplattformen, Open-Data-Bewegung und Civic Tech.

    16. Prag (Tschechien)
    Aufstieg in Europa: Smart Mobility, digitale Verwaltung, Open-Data-Initiativen.

    17. Tokio (Japan)
    Autonome Mobilität, Robotik, smarte Infrastruktur im Megastadtmaßstab.

    18. Tallinn (Estland)
    E-Government-Weltmeister, Blockchain-basierte Verwaltung, digitale Identität.

    19. Canberra (Australien)
    Digitale Verwaltung und Mobilitätssysteme auf sehr hohem Niveau.

    20. Vancouver (Kanada)
    Nachhaltige Stadtplanung, Smart Mobility, starke Tech- und Innovationsszene.

  • Wasserstoff kann viel, aber nicht alles

    Wasserstoff kann viel, aber nicht alles

    Das Fraunhofer ISI analysierte im Rahmen eines Meta-Faktenchecks 774 Einzelaussagen und verdichtete sie zu 77 Kernaussagen. Dabei entstand kein neues Meinungspapier, sondern eine Synthese des aktuellen Wissensstands. Das Resultat ist differenziert, aber in den Kernpunkten unmissverständlich. Hauptautor Nils Bittner bringt es auf den Punkt, Wasserstoff kann enorme Wirkung entfalten, wo es keine gleichwertigen Alternativen gibt. Wo es solche Alternativen gibt, kostet sein Einsatz wertvolle Ressourcen und Zeit.

    Der Effizienz-Engpass
    Das Grundproblem liegt in der Physik. Grüner Wasserstoff entsteht durch Elektrolyse. Dabei werden je nach Verfahren rund 50 bis 60 kWh Strom pro Kilogramm benötigt. Kompression, Transport und Rückumwandlung schlucken weitere Energie. Am Ende bleibt oft nur ein Bruchteil der ursprünglich eingesetzten Kilowattstunden übrig. Wärmepumpen und Batteriefahrzeuge nutzen denselben Strom deshalb um ein Vielfaches effizienter.

    Wo H₂ unverzichtbar bleibt
    Trotzdem gibt es Bereiche, in denen Wasserstoff keine sinnvolle Alternative hat. Die Stahlindustrie braucht ihn zur Reduktion von Eisenerz, die Chemieindustrie als Grundstoff für Ammoniak und Methanol. Luftfahrt, Schifffahrt und Schwerlastverkehr lassen sich kaum direkt elektrifizieren . Hier ist Wasserstoff das Mittel der Wahl. Auch für die saisonale Langzeitspeicherung von Energie über Wochen und Monate gibt es derzeit keine vergleichbare Alternative. In der Schweiz deckt sich diese Einschätzung mit der Wasserstoffstrategie des Bundes, die H₂ primär für Hochtemperatur-Prozesswärme und schwer dekarbonisierbare Verkehrssektoren vorsieht.

    Das Henne-Ei-Problem bremst den Hochlauf
    Eine funktionierende Wasserstoffwirtschaft braucht Infrastruktur, wie Pipelines, Kavernenspeicher, Elektrolyseanlagen. Doch Unternehmen investieren erst, wenn die Versorgung gesichert ist und Netzbetreiber bauen erst, wenn genügend Nachfrage vorhanden ist. Dieses Henne-Ei-Problem verlangsamt den Markthochlauf erheblich. Das Fraunhofer ISI empfiehlt deshalb eine Konzentration auf industrielle Cluster statt ein flächendeckendes Netz bis in Wohngebiete.

    Importe lösen das Problem nur halb
    Deutschland wird bis zu 80 Prozent seines Wasserstoffbedarfs importieren müssen. Der Transport über grosse Distanzen erfordert meist eine Umwandlung in Ammoniak oder Flüssigwasserstoff, mit weiteren Energieverlusten. Statt fossiler Abhängigkeiten entstehen so neue globale Lieferketten. Auch die Schweiz wird nicht zum Wasserstoff-Selbstversorger. Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben im Februar 2026 erstmals eine gemeinsame Wasserstoffstrategie verabschiedet und kalkulieren für 2050 mit einem Bedarf von 0,4 bis 3,4 Prozent des Gesamtenergiebedarfs, konzentriert auf Industrie und Schwerverkehr.

  • Drei Ausnahmen der Planungssicherheit für Bremgarten

    Drei Ausnahmen der Planungssicherheit für Bremgarten

    Vor über sieben Jahren startete Bremgarten die Gesamtrevision seiner Nutzungsplanung. In mehreren Etappen wurden Reglemente und Dokumente überarbeitet, immer unter Einbezug der Bevölkerung. Im Oktober 2024 hiess die Gemeindeversammlung die Revision gut, im Dezember 2025 folgte die Genehmigung durch den Regierungsrat. Zwei dagegen eingereichte Beschwerden wurden beide abgewiesen.

    Umzonung als Herzstück
    Die wichtigste Massnahme im Siedlungsgebiet ist die Umzonung des Gebiets Oberebene, von der reinen Arbeitszone in eine neue Wohn- und Arbeitszone. Gleichzeitig wird eine Kernzone zur Entwicklung des Bahnhofareals festgelegt und die Arbeitszone Oberebene als wirtschaftlicher Schwerpunkt von regionaler Bedeutung gestärkt. Das schafft Spielraum für Investitionen und Stadtentwicklung.

    Kulturland und Altstadt neu geregelt
    Im Kulturlandplan werden übergeordnete Freihaltegebiete und Gewässerräume verbindlich verankert. Darunter fallen das Wasser- und Zugvogelreservat von nationaler Bedeutung. Auch das Reglement für das Bauen in der Altstadt wurde überprüft und präzisiert. Ein wichtiges Signal für Eigentümerschaft und Investoren, die Planungssicherheit brauchen.

    Drei Punkte noch offen
    Der Regierungsrat schickte drei Änderungsanträge zurück. Die Nichtunterschutzstellung von zwei Liegenschaften an der Birrenbergstrasse 10 und am Glärnischweg 5/7 sowie die beantragte ersatzlose Streichung eines Paragrafen zu Dachdurchbrüchen in der Bau- und Nutzungsordnung. Bereits im November 2025 hatte der Stadtrat vorausschauend einen Kredit von 200’000 Franken für die erneute Aufbereitung gesichert.

    Gemeinde entscheidet im Juni
    Am 11. Juni 2026 kommt die Einwohnergemeindeversammlung nochmals zusammen. Dann sollen die drei zurückgewiesenen Punkte abschliessend geregelt werden. Bremgarten steht kurz vor dem Ende eines langen Planungsprozesses und vor dem Beginn einer neuen Phase der Stadtentwicklung.

  • 80 Zentimeter bremsen 63-Millionen-Projekt aus

    80 Zentimeter bremsen 63-Millionen-Projekt aus

    Die Sekundarschulgemeinde Arbon beantragte eine Ausnahmebewilligung für das geplante Schulzentrum Lärche. Konkret geht es um das Attikageschoss, mit 4 Meter statt der im Baureglement festgelegten 3,2 Meter. Die maximal zulässige Gesamthöhe von 16 Metern wird mit 15,5 Metern trotzdem unterschritten. Ein technischer Grenzfall, kein Grundsatzproblem.

    Ein Mann, eine Einsprache
    Gegen das Ausnahmegesuch hat der Architekt Gustav Maurer Einsprache erhoben. Er bezeichnet das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Projekt als «ausgewiesene Fehlplanung» und hält es angesichts der Weltwirtschaftslage für verantwortungslos. Maurer behauptet, das geforderte Bauvolumen liesse sich für 43 Millionen Franken realisieren . Das sind rund 20 Millionen weniger als der vom Volk bewilligte Kredit von 62,9 Millionen Franken.

    Zeitplan gerät ins Wanken
    Die Sekundarschulbehörde wollte das Baugesuch im November einreichen. Wegen der Einsprache und der dadurch ausgelösten Rechtsunsicherheit gerät dieser Termin ins Wanken. Verzögert sich das Verfahren, drohen Folgekosten in Millionenhöhe,  durch steigende Baupreise, längere Planungsaufwände und verschobene Baufreigaben.

    Klare Worte des Schulpräsidenten
    Sekundarschulpräsident Robert Schwarzer findet deutliche Worte. Maurer wende sich seit Jahren gegen nahezu alles, was in Arbon gebaut werden solle. Das Einspracherecht sei als Grundrecht unbestritten, was hier aber praktiziert werde, sei «Ausdruck von Schikane und Willkür». Allfällige millionenschwere Folgekosten schienen dem Einsprecher gleichgültig zu sein.

    Rückhalt aus der Bevölkerung
    Das Projekt hat demokratische Legitimation. Fast 60 Prozent der Stimmberechtigten sprachen sich im September 2025 für den 62,9-Millionen-Kredit aus. Der Spatenstich war für September 2026 geplant, der Bezug für das Schuljahr 2028/29. Ob dieser Fahrplan hält, entscheidet sich jetzt vor dem Rechtsdienst. Nicht an der Urne.

  • Was als Schnäppchen galt, wird zum Milliardenprojekt

    Was als Schnäppchen galt, wird zum Milliardenprojekt

    Als die Stadt Zürich die Sanierung der Zeughäuser auf dem Kasernenareal in Zürich-Aussersihl ankündigte, klang das noch nach einem überschaubaren Vorhaben. Die erste Kostenschätzung belief sich auf rund 55 Millionen Franken. Heute steht eine Zahl im Raum, die selbst geübte Stadtparlamentarierinnen aufhorchen lässt, knapp 200 Millionen Franken. Eine Vervielfachung, die erklärt werden muss.

    Marode Substanz treibt die Kosten
    Der Haupttreiber ist die Bausubstanz selbst. Die historischen Zeughäuser sind in einem weit schlechteren Zustand als ursprünglich angenommen. Schadstoffsanierungen, statische Eingriffe und die denkmalpflegerischen Anforderungen summieren sich zu einem Aufwand, der im Vorfeld schlicht unterschätzt wurde. Dazu kommen gestiegene Baukosten und ein erweitertes Nutzungskonzept, das höhere technische Standards erfordert.

    Kultur, Gewerbe und Gemeinschaft
    Was nach der Sanierung entstehen soll, hat Substanz. Der Stadtrat plant eine Mischung aus Kulturnutzung, Kleingewerbe und öffentlich zugänglichen Räumen. Ein lebendiger Begegnungsort mitten in Zürich-Aussersihl. Die soziale Durchmischung ist explizit Teil des Konzepts. Damit soll das Kasernenareal als Ganzes aufgewertet werden, nicht nur die Zeughäuser selbst.

    Langer Weg bis zur Eröffnung
    Der Zeitplan ist ambitioniert und die Geschichte des Projekts mahnt zur Vorsicht. Frühestens 2034 sollen die sanierten Zeughäuser bezugsbereit sein. Bis dahin braucht es einen Kreditbeschluss des Gemeinderats, ein genehmigtes Bauprojekt und einen reibungslosen Bauablauf. Drei Faktoren, bei denen in Zürich erfahrungsgemäss selten alle gleichzeitig reibungslos funktionieren.

    Denkmal verpflichtet
    Die Zeughäuser sind Teil des geschützten Kasernenareals. Ein Ensemble, das die Stadtgeschichte sichtbar macht. Abreissen steht nicht zur Debatte. Wer historische Bausubstanz erhalten will, muss bereit sein, dafür zu zahlen. Die Frage ist nicht ob, sondern wie die Stadt diesen Auftrag finanziert und transparent, nachvollziehbar und mit einem klaren Mehrwert für alle Zürcherinnen und Zürcher kommuniziert.

  • Eigenmietwert erst 2029

    Eigenmietwert erst 2029

    Im Herbst 2025 stimmte die Schweizer Bevölkerung der Abschaffung des Eigenmietwerts deutlich zu. Das fiktive Mieteinkommen, das Hauseigentümer seit Jahrzehnten als steuerbares Einkommen deklarieren müssen, obwohl kein Franken fliesst, hat damit politisch ausgedient. Doch der Bundesrat brauchte bis Ende März 2026, um das Inkrafttreten zu terminieren und landete bei 2029.

    Bergkantone bremsen
    Bundesrätin und Finanzministerin Karin Keller-Sutter hatte nach der Abstimmung noch 2028 als frühestmögliches Datum genannt. Die Bergkantone, darunter das Wallis, drängten auf 2030. Sie brauchen Zeit, eine neue Steuer auf Zweitwohnungen einzuführen, die ihre Steuerausfälle kompensieren soll. Das Jahr 2029 ist das Ergebnis dieses Kräftemessens.

    70 Millionen Franken Loch
    Allein der Kanton Wallis rechnet mit Steuerausfällen von über 70 Millionen Franken durch die Reform. Die neue Liegenschaftssteuer für Zweitwohnungen soll diese Lücke schliessen. Doch die Umsetzung ist komplex. Katasterwerte sind veraltet, die Definition von Zweitwohnungen mit privatem Eigengebrauch ist ungeklärt. Die Frage, ob Gemeinden oder Kanton die neue Steuer erheben, ist noch offen.

    Hauseigentümer zeigen sich empört
    Der Walliser Hauseigentümerverband hatte sich im Abstimmungskampf stark für die Abschaffung engagiert. Verbandsdirektor Reinhard Meichtry kommentierte den Bundesratsentscheid mit den Worten, er habe zunächst an einen Aprilscherz geglaubt, die Entscheidung sei «absolut inakzeptabel». Meichtry kündigte an, beim Bundesrat eine Rückweisung zu beantragen, und zweifelt zudem an der Seriosität der kommunizierten Steuerausfallzahlen.

    Was jetzt gilt
    Bis Ende 2028 läuft das heutige System unverändert. Eigentümer deklarieren weiter den Eigenmietwert und können Hypothekarzinsen sowie Unterhaltskosten abziehen. Wer grosse Sanierungen oder Hypothekaranpassungen plant, sollte diese Übergangsphase strategisch nutzen, denn mit dem Systemwechsel 2029 entfallen die meisten dieser Abzugsmöglichkeiten.

  • Fünf Steine, 220 Wohnungen, eine Zukunft

    Fünf Steine, 220 Wohnungen, eine Zukunft

    Das Brisgi hat Wurzeln. In den 1940er-Jahren beherbergte das Areal eine Barackensiedlung für bis zu 1500 Mitarbeitende des damaligen Industriekonzerns BBC. Viele davon Gastarbeiter mit ihren Familien. In den 1960er-Jahren folgten ein Hochhaus und zwei Mehrfamilienhäuser, die noch heute stehen und sorgfältig in die neue Siedlung eingebettet werden. Was einst Arbeiterwohnquartier war, wird nun zum modernen Stadtbaustein.

    Drei Träger, ein Ziel
    Hinter dem Projekt stehen drei gemeinnützige Organisationen, die das 6,5 Hektaren grosse Areal gemeinsam entwickeln, die Wohnbaustiftung Baden, die Logis Suisse AG und die Graphis Bau- und Wohngenossenschaft. Jede übernimmt eine der drei Bauten und gestaltet diese eigenverantwortlich. Die Mietzinsen sind kostendeckend kalkuliert. Gewinn ist nicht das Ziel, bezahlbares Wohnen schon.

    Holz, Beton und Sonne
    Neun fünf- bis sechsgeschossige Gebäude, Laubengänge, begrünte Innenhöfe und ein zentraler Quartierplatz prägen das künftige Brisgi. Die Hybridbauweise kombiniert Holz und Beton. Beton nur dort, wo er wirklich nötig ist. Auf rund der Hälfte der Dächer produzieren Solaranlagen Strom, das Areal wird an den Fernwärmeverbund der Regionalwerke Baden angeschlossen. Angestrebt wird das Gold-Zertifikat des Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz.

    Werte in Stein gemeisselt
    Fünf Steine, beim Aushub der Baugrube gefunden und von einem Steinmetz graviert, stehen für das Selbstverständnis der Siedlung. Das Gemeinsame, die Zukunft, Nachhaltigkeit, Zahlbarkeit und das Wohnen. Stadtpräsident Markus Schneider, der den Stein mit der Inschrift «Zukunft» trug, resümierte nach 14 Jahren Planungsarbeit: «Jetzt wird der lebhafte Kappi noch lebhafter. Hier entsteht ein Quartier im Quartier.» Die fünf Steine sollen künftig gut sichtbar in der Siedlung verbaut werden.

    Meilensteine im Zeitplan
    Nach jahrelangen Einsprachen und einem Planungsprozess seit 2012 nehmen die Dinge nun Fahrt auf. Die Baubewilligung für alle drei Hofbauten liegt seit April 2025 vor, der Baustart erfolgte im Herbst 2025 planmässig. Ab der zweiten Hälfte 2027 startet die Vermietung, der Bezug ist für die erste Jahreshälfte 2028 vorgesehen. Entwurfsarchitekten sind das Badener Büro Meier Leder Architekten gemeinsam mit dem Zürcher Büro Müller Sigrist, deren Projekt «Kandalama» 2016 als Siegerprojekt gekürt wurde.

  • Grösste Solaranlage im Kanton Zürich geht in Betrieb

    Grösste Solaranlage im Kanton Zürich geht in Betrieb

    Auf den Dächern des Logistikzentrums Embraport ist die nach Angaben von EKZ grösste Solaranlage im Kanton Zürich in Betrieb gegangen. Auf rund 20’000 Quadratmeter Dachfläche produzieren 9500 Solarmodule seit Mitte März Strom mit einer Gesamtleistung von bis zu 4,5 Megawatt, informiert EKZ in einer Mitteilung. Jährlich soll die Anlage rund 4 Gigawattstunden Solarstrom produzieren.

    „Es macht uns stolz, dass wir hier brachliegende Dachflächen innerhalb von wenigen Monaten zur grössten Solaranlage im Kanton Zürich verwandelt haben“, wird Paul Sidler, Leiter Erneuerbare Energien bei EKZ, in der Mitteilung zitiert. „Damit stärken wir die Versorgungssicherheit mit lokalem, nachhaltigem Strom.“ EKZ hat die Anlage im Rahmen ihres Solar-Contracting-Modells realisiert. Dabei stellt die Zürcher Freilager AG als Eigentümerin und Betreiberin des Embraports lediglich die Dachflächen zur Verfügung. Für Planung, Finanzierung, Bau, Betrieb und Unterhalt zeichnet EKZ verantwortlich.

    Rund die Hälfte des im Embraport produzierten Solarstrom soll direkt im Logistikzentrum selbst verbraucht werden. „Unsere Mieterinnen und Mieter profitieren von CO2-freier Energie, die sie zu attraktiven Konditionen beziehen und so ihre Geschäfte nachhaltiger gestalten können“, so Jean-Claude Maissen, CEO der Zürcher Freilager AG in der Mitteilung. Die andere Hälfte wird EKZ den eigenen Kundinnen und Kunden anbieten.

    Noch in diesem Jahr soll die Anlage zudem erweitert werden. Auf den aktuell auf dem Areal neu entstehenden Gebäuden will EKZ weitere Module mit einer Gesamtkapazität von rund 1 Megawatt installieren. Zudem ist eine Grossbatterie mit einer Kapazität von 2 Megawattstunden geplant.

  • Neuer CEO soll strategische Entwicklung vorantreiben

    Neuer CEO soll strategische Entwicklung vorantreiben

    Der Verwaltungsrat der Bündner Repower AG mit Sitz in Brusio hat Michael Roth zum neuen CEO ernannt. Er übernimmt die Funktion gemäss einer Mitteilung per 1. Juni 2026 und folgt auf Roland Leuenberger, der zum Energieproduzenten Axpo wechselt.

    Roth leitet seit 2022 den Geschäftsbereich Produktion & Netz bei Repower. Zuvor war der 51-Jährige neun Jahre Direktor der Engadiner Kraftwerke und davon zehn Jahre beim Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) tätig. „In den vergangenen Jahren hat er bei Repower Führungsstärke, strategisches Verständnis und hohe operative Kompetenz bewiesen”, so Barbara Janom Steiner, Präsidentin des Verwaltungsrates.

    Der designierte CEO lebt im Engadin, ist diplomierter Elektroingenieur ETH und verfügt über einen Master in Wirtschaftsrecht der Universität St.Gallen. „Ich freue mich darauf, Repower gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden in einer wichtigen Phase weiterzuentwickeln“, lässt er sich zitieren.

    Für die Leitung des Geschäftsbereichs Produktion & Netz wird eine Nachfolge gesucht, der Prozess ist bereits eingeleitet worden.

  • Aargau Verkehr setzt auf Eigenstrom für E-Busse

    Aargau Verkehr setzt auf Eigenstrom für E-Busse

    Die Aargau Verkehr AG (AVA) hat in Zusammenarbeit mit der Energiedienstleisterin AEW Energie AG (AEW) eine Photovoltaikanlage auf dem Gelände des Busdepots in Fahrwangen installiert. Die Anlage wurde laut einer Mitteilung im März in Betrieb genommen. Ab Oktober soll sie vollständig laufen und einen Teil des Ladestromes für die künftig hier stationierten Elektrobusse selbst produzieren.

    Die Investition in die Solaranlage selbst beträgt rund 100‘000 Franken. Die elektrische Erschliessung und der Netzanschluss für die Solaranlage und die Ladeinfrastruktur kosten weitere 60‘000 Franken.

    „Die Anlage ist ein wichtiger Schritt in Richtung Eigenstromversorgung,“ wird Mathias Grünenfelder in der Mitteilung zitiert. „Auch wenn wir den Solarstrom erst mit den neuen Fahrzeugen ab 2026 voll nutzen, war der Entscheid klar: Der Strombedarf steigt – und wir wollen ihn möglichst nachhaltig decken“, so der stellvertretende CEO und Leiter Grossprojekte der Aargau Verkehr AG.

  • Zürichsee soll Hochschulgebiet heizen

    Zürichsee soll Hochschulgebiet heizen

    Energie 360° wird den Energieverbund Hochschulgebiet realisieren. Ab 2037 sollen das Universitätsspital Zürich, die Universität Zürich, die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich sowie der Bahnhof Zürich Stadelhofen mit Energie aus dem Zürichsee geheizt und klimatisiert werden, informiert der Energieversorger aus Zürich in einer Mitteilung. Ihr zufolge investiert Energie 360° rund 40 Millionen Franken in den Energieverbund.

    Das Projekt sieht den Bau einer Seewasserzentrale im Gebiet Tiefenbrunnen vor. Der Baustart der Zentrale ist für Sommer 2034 vorgesehen. Von dort soll das Seewasser über den geplanten zweiten Riesbachtunnel der SBB zum Bahnhof Zürich Stadelhofen und zum Hochschulgebiet geleitet werden. Anschliessend fliesst das Wasser in die Limmat.

    „Der See als Energiequelle dient im Hochschulgebiet zur klimafreundlichen Klimatisierung und Beheizung“, wird Energie 360°-CEO Romeo Deplazes in der Mitteilung zitiert. „So leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Transformation der Stadt Zürich von fossil zu erneuerbar.“

  • Fernwärmeausbau stärkt Energieversorgung in Baden und Ennetbaden

    Fernwärmeausbau stärkt Energieversorgung in Baden und Ennetbaden

    Die Regionalwerke AG Baden gehen laut einer Mitteilung den Ausbau der Fernwärme an. Die Bauarbeiten sollen in den kommenden Monaten aufgenommen werden. Mit einer gezielten Erschliessung zwischen Sonnenbergstrasse, Postplatz und Schlösslistrasse werde ein weiterer Schritt zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung umgesetzt. Der Energieversorger und die Gemeinde wollen fossile Energieträger schrittweise ersetzen und die Energieeffizienz nachhaltig steigern, dadurch die lokale Infrastruktur stärken und Ennetbaden als zukunftsorientierten Wohnort attraktiver machen.

    In zwei Bauetappen soll der Anschluss der Gemeinde erfolgen. Die erste Phase ist vom 20. April bis 7. Juni geplant und betrifft die Schiefe Brücke und die Brückenköpfe in Baden und Ennetbaden. Der zweite Ausbauschritt, voraussichtlich vom 8. Juni bis 31. Oktober, verläuft entlang der Sonnenbergstrasse. Während der Bauzeit könne es zu temporären Änderungen bei der Verkehrsführung und Umleitungen im Busverkehr kommen.

    Für die Planung der Bauarbeiten und des Verkehrskonzeptes haben die Gemeinde Ennetbaden, die Regionalwerke AG Baden, die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen sowie Fachstellen der Stadt Baden und des Kantons Aargau zusammengearbeitet. Im kommenden Winter soll mit der Wärmeversorgung begonnen werden.

  • Outlet in Landquart wird deutlich erweitert

    Outlet in Landquart wird deutlich erweitert

    Die Walo Bertschinger AG aus Dietikon ist in der Erweiterung des Landquart Fashion Outlets involviert. Das Einkaufszentrum mit Dorfcharakter wird um 5000 Quadratmeter erweitert, auf denen 14 neue Geschäfte, ein neues Restaurant sowie ein vierstöckiges Parkhaus entstehen, heisst es in einer Mitteilung. Walo übernimmt dabei die diversen Pflästerungs- und Belagsarbeiten. Der neue Bereich des Fashion Outlets soll im April 2026 eröffnet werden.

    In der Tiefgarage und im Aussenbereich kommen laut Angaben von Walo insgesamt 12‘900 Quadratmeter Planie und 2600 Tonnen Belag zum Einsatz. Im Aussenbereich werden darüber hinaus 900 Meter an Berandungen gelegt sowie 67 Schachtdeckel versetzt. Die Bushaltestelle wird zudem auf einer Fläche von 630 Quadratmetern mit Schwerlaststeinen gepflastert.

    Zentrales Gestaltungselement sei die „hochwertige Pflästerung der Fussgängerzone im Mall-Bereich, welche das alpine Dorfdesign des Centers prägt“, heisst es in der Mitteilung von Walo. Dort legt das Unternehmen 150 Quadratmeter Reihenpflästerung, 200 Quadratmeter Einfassungsplatten aus Onsernone-Granit sowie 1500 Quadratmeter Porphyrplatten.

  • Neues Wohnkonzept verbindet Selbstständigkeit und Service

    Neues Wohnkonzept verbindet Selbstständigkeit und Service

    Die bonacasa AG verwirklicht eine ihrer Betriebslösungen für Wohngebäude erstmals in der Westschweiz, in Zusammenarbeit mit der Waadtländer Vorsorgestiftung vitems und dem Berner Totalunternehmer Losinger Marazzi. Die drei Partner haben in Crissier das Quartier Arbora mit 63 barrierefreien Wohnungen für ältere Menschen entwickelt, das derzeit gebaut und im September 2026 bezugsfertig sein wird.

    Laut einer Mitteilung von bonacasa war auf diesem Grundstück ursprünglich kein Wohnkomplex vorgesehen. Doch dank des Konzepts bonacasa living „konnte mit den Behörden und dem Eigentümer zusammen eine zufriedenstellende vertragliche Lösung gefunden werden“. Bonacasa living ist eine von fünf Betriebslösungen, die das Oensinger Unternehmen anbietet. Jede davon beinhaltet ein Basisangebot mit einer Rund-um-die-Uhr-Notruflösung, dem Zugang zu einer Servicezentrale und einer App.

    Darauf aufbauend können Angebote und Dienstleistungen aus den anderen vier Modulen wie eine Sozialconcierge vor Ort an allen Wochentagen, wöchentliche Animationen und Aktivitäten, Sport- und Gesundheitsangebote sowie Dienstleistungen à la carte ebenso hinzugebucht werden wie bauliche Anpassungen gemäss der sogenannten Smart Building Standards von bonacasa.

    Das neue bonacasa living-Konzept wird den Angaben zufolge bereits an anderen Standorten in der Schweiz umgesetzt und zeigt, dass altersgerechtes Wohnen nicht zwingend Pflegeinstitution bedeutet, sondern auch im normalen Wohnungsmarkt funktionieren kann. „Viele Menschen möchten auch im Alter selbstständig in ihrer eigenen Wohnung leben“, wird Verwaltungsratspräsident Ivo Bracher zitiert. „Unser Ansatz verbindet modernes Wohnen mit flexibel buchbaren Services und schafft damit eine Lösung, die sowohl für Bewohnerinnen und Bewohner als auch für Immobilienpartner und Gemeinden funktioniert.“

    Bonacasa ist einer von fünf Finalisten des in diesem Jahr erstmals ausgetragenen Prix SVC Aargau Solothurn. Damit erhält die neunte wichtige Wirtschaftsregion ihre eigene Preisverleihung. Die Auszeichnung verleiht das KMU-Netzwerk Swiss Venture Club (SVC) aus Stettlen BE am 6. April 2026 im Emil Frey Classic Center in Safenwil AG an herausragende und zukunftsgerichtete Unternehmen.

  • Fernwärmeprojekt stärkt Energieversorgung in Adligenswil

    Fernwärmeprojekt stärkt Energieversorgung in Adligenswil

    Die EBL Energie Rigi hat am 17. März den Spatenstich für den ersten Bauabschnitt des er­wei­ter­ten Wärmeverbundes gesetzt. Eine neue Hauptleitung verbindet künftig die En­er­gie­zen­tra­le Hal­ti­kon mit dem be­ste­hen­den Fern­wär­me­netz in Ad­li­gens­wil LU. Sie ermöglicht es, die veraltete Heizzentrale in Adligenswil zu ersetzen. Damit schafft die EBL Energie Rigi die Grundlage für eine langfristig zuverlässige, erneuerbare Wärmeversorgung in der Region, heisst es in einer Mitteilung. Gleichzeitig soll so die steigende Nachfrage nach neuen Fernwärmeanschlüssen in Adligenswil gedeckt und die Versorgungssicherheit für alle Kundinnen und Kunden langfristig gewährleistet werden. Die Bauzeit beträgt gemäss aktueller Planung rund zwei Jahre.

    Am Spatenstich nahmen unter anderem die Vizepräsidentin des Gemeinderats, Felicitas Marbach, sowie Mitglieder des Verwaltungsrats der EBL Fernwärme Rigi AG teil. „Der heutige Spatenstich ist weit mehr als der Auftakt zu einem Bauprojekt – er ist ein sichtbares Zeichen für eine gemeinsame Energiezukunft. Mit der neuen Hauptleitung zwischen Haltikon und Adligenswil schaffen wir die Grundlage für eine zuverlässige, erneuerbare und regional verankerte Wärmeversorgung“, sagte dabei laut Mitteilung Philipp Zgraggen, Geschäftsführer der EBL Energie Rigi.

    Die EBL Energie Rigi bündelt drei Tochtergesellschaften der EBL (Genossenschaft Elektra Baselland) mit Sitz in Liestal ihre Kompetenzen: Die EBL Fernwärme Rigi AG versorgt Küssnacht am Rigi, Greppen und Adligenswil mit CO2-neutraler Fernwärme. Die EBL Energiezentrum Rigi AG produziert Strom und Wärme aus regionalem Alt- und Restholz. Die EBL Pellets Rigi AG stellt Holzpellets aus regionalem Restholz her.

  • Wechsel an der Spitze eines wichtigen Wirtschaftsnetzwerks

    Wechsel an der Spitze eines wichtigen Wirtschaftsnetzwerks

    Hansjörg Brunner tritt laut einer Mitteilung als Präsident des WirtschaftsPortalsOst (WPO) zurück. Der Inhaber und CEO der Fairdruck AG mit Sitz in Sirnach TG präsidierte den Standort- und Wirtschaftsverein des Grossraumes Wil seit dessen Gründung im Mai 2019. Brunner hatte zuvor sowohl den Gewerbeverein KMU Hinterthurgau als auch den Thurgauer Gewerbeverband präsidiert. Für die FDP sass er im Thurgauer Kantonsrat und im Nationalrat.

    Der Vorstand schlägt der Delegiertenversammlung vom 23. April Marc Flückiger als neuen Präsidenten vor. Der 44-Jährige ist im Thurgau aufgewachsen und lebt in Wil. Als gelernter Käser arbeitete er bei der Züger Frischkäse AG, zuletzt als Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung. Seit 2014 ist er Mitinhaber und Geschäftsführer der SYGMA AG Liegenschaftenbetreuung in Wil mit rund 170 Mitarbeitenden. Er war für die FDP Mitglied des Wiler Stadtparlaments und gehört seit 2024 dem St.Galler Kantonsrat an.

    „Gerne würde ich als WPO-Präsident meine Erfahrung und mein Netzwerk aus Wirtschaft, Politik und Verbandsarbeit einbringen und mich mit voller Energie für unsere Region einsetzen“, wird Flückiger in der Mitteilung zitiert.

  • Schweizer Markt für Batteriespeicher wächst rasch

    Schweizer Markt für Batteriespeicher wächst rasch

    Der Zubau von Batteriespeichern beschleunigt sich. Das geht aus dem Batteriemonitor 2026 von Swissolar hervor. Danach waren Ende 2024 in der Schweiz 896 Speicher installiert. Der Fachverband für Solarenergie rechnet damit, dass 2025 insgesamt 555 weitere Speicher ans Netz gegangen sind. Damit dürften Ende 2025 bereits 1451 Speicher am Netz gewesen sein.

    Für das laufende Jahr rechnet Swissolar sogar mit einer Verdopplung des Zubaus auf 1010 neu installierte Speicher. Damit würde die Gesamtzahl der installierten Speicher auf 2461 steigen.

    Derzeit nimmt namentlich die Speicherkapazität hinter dem Netzanschlusspunkt zu, also bei Haushalten und in Landwirtschafts- und Gewerbebetrieben. Diese dürfte bis Ende 2026 auf 2,5 Gigawattstunden steigen. Ende 2025 waren es erst 1,5 Gigawattstunden.

    Auch der Zubau der Batteriespeicher im Stromnetz nimmt zu. Bereits jetzt haben Unternehmen für die Zeit bis 2030 einen Zubau von über 4 Gigawattstunden angekündigt.

    Matthias Egli verweist auf die Bedeutung für die Energiewende. „Batteriespeicher leisten einen wichtigen Beitrag zu einem Stromsystem mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien“, wird der Geschäftsführer von Swissolar in der Mitteilung zum Batteriemonitor zitiert. „Sie helfen, Solarstrom effizient zu nutzen, die Stromnetze zu entlasten und Gesamtkosten zu senken.“

  • Energiegeschäft bleibt stabil trotz strukturellem Wandel

    Energiegeschäft bleibt stabil trotz strukturellem Wandel

    Die Primeo Energie AG hat laut einer Mitteilung 2025 ein insgesamt gutes Ergebnis erzielt. Der Baselbieter Energieversorger mit Sitz in Münchenstein erzielte einen Umsatz von 1,8 Milliarden Franken. Das sind 392 Millionen weniger als im Vorjahr. Der Gewinn stieg von 91 Millionen auf 109 Millionen Franken.

    Zum Gewinnwachstum hat namentlich der Bereich Energielösungen beigetragen. In Frankreich konnte Primeo Energie 120‘000 neue private Kundinnen und Kunden gewinnen. Das Schweizer Stromgeschäft war erstmals seit Jahren wieder leicht profitabel.

    Im Bereich Netz und Dienstleistungen spürt Primeo Energie den Rückgang des Stromverbrauchs in der Industrie und in den privaten Haushalten sowie der zunehmenden dezentralen Eigenproduktion. Entsprechend wurde weniger Strom transportiert.

    Der Bereich Wärme und Industrielösungen wurde mit neuen und erweiterten Wärmeverbünden erweitert, etwa im Unteren Wiggertal, Muttenz, Aesch und im Birstal. Die milde Witterung drückte dagegen auf den Absatz.

    Der Bereich Produktion blieb dank der Diversifikation in Wasser, Sonne und Wind und die Verteilung auf sechs Länder stabil.

    Primeo Energie trennte sich 2025 von Aktivitäten ohne kritische Grösse oder geringer Profitabilität. Dazu gehörten Windenergieanlagen in Norwegen und die Strommobilitätssparte in der Schweiz.

    Im laufenden Jahr will das Unternehmen sein Stromgeschäft in der Schweiz und die Aktivitäten im Ausland ausbauen.

  • Grossaufträge stärken Hochbaugeschäft im In- und Ausland

    Grossaufträge stärken Hochbaugeschäft im In- und Ausland

    Der Immobilien- und Baudienstleister Implenia informiert in einer Mitteilung über den Eingang zahlreicher Hochbauaufträge in der Schweiz und in Deutschland. Diese haben ein Gesamtvolumen von 310 Millionen Franken und werden im Zeitraum von 2026 bis 2028 realisiert.

    In Vevey VD am Genfersee erstellt Implenia als Totalunternehmer für das neue Quartier Jardins en Ville 182 Eigentumswohnungen. Ergänzt wird das Projekt durch gewerbliche Nutzflächen, eine zweistöckige Parkgarage sowie eine zentrale Grünanlage. Die PEFC/FSC-zertifizierte Holzkonstruktion soll die Standards Minergie-Eco sowie CECB A/B erfüllen. Ebenfalls in der Schweiz realisiert Implenia in Payerne VD acht nach Minergie zertifizierte Mehrfamilienhäuser mit 107 klimafreundlich versorgten Wohnungen. Das Projekt wurde zuvor von Implenia entwickelt und anschliessend an Investoren verkauft.

    Auch in Deutschland schafft Implenia nachhaltigen Wohnraum: In Frankfurt entstehen „im ersten Klimaschutzquartier“ der Stadt zwölf energieeffiziente Wohnhäuser mit rund 160 Passivhaus-Wohneinheiten. In München baut das Unternehmen in einer Arbeitsgemeinschaft nach erfolgreicher Pre-Construction-Phase ein Mehrfamilienhaus mit 186 Wohnungen und ergänzenden gewerblichen Nutzungen. In Nürnberg werden in Holz-Hybridbauweise drei Gebäude mit 76 Mietwohnungen sowie Kita-, Gewerbe- und Tiefgaragenflächen realisiert. In Jena entsteht zudem ein weiteres Wohnquartier in Holzbauweise. In Mannheim errichtet Implenia schlüsselfertig eine Wohnanlage in Holz-Hybridbauweise am BUGA-Park mit insgesamt 225 Wohneinheiten.

    Weitere Aufträge betreffen die Justiz sowie Bildung, Forschung und Pharma: Für die Justizvollzugsanstalt in Siegburg baut Implenia Betriebs- und Produktionsgebäude. Zudem entsteht für die Hochschule Flensburg der erweiterte Rohbau eines Verwaltungsgebäudes in Holzbauweise. In der Deutschschweiz übernimmt Implenia zusätzliche Baumeisterarbeiten, darunter die Weiterentwicklung eines ehemaligen Industrieareals sowie Projekte für die Pharmaindustrie.

  • Sägemehl soll Feuer abhalten

    Sägemehl soll Feuer abhalten

    Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben ein Dämmmaterial aus Sägemehl entwickelt, das zum feuerfesten Innenausbau verwendet werden kann, heisst es in einer Mitteilung.

    Das Komposit besteht aus Sägemehl und dem Mineral Struvit, einem kristallinen, farblosen Ammoniummagnesiumphosphat. Die Forschenden hatten bei ihren Arbeiten die Schwierigkeit zu überwinden, die Materialien im Kristallisierungsprozess des Struvits mit den Sägemehlpartikeln zu verbinden. Dies gelang mittels eines Enzyms, das aus Wassermelonenkernen gewonnen wurde. Das kristallisierte Mineral füllt die Hohlräume des Sägemehls auf. Das so entstandene Material wird in Platten gepresst und bei Raumtemperatur getrocknet.

    Die Komposition zeigt nach ersten Tests ähnliche Brandschutzeigenschaften wie herkömmliche zementgebundene Spanplatten. Bei den Tests, die gemeinsam mit dem Polytechnikum Turin durchgeführt wurden, zeigte sich, dass die Struvit-Sägemehlplatten um eine dreimal verzögerte Zeit Feuer fangen als Fichtenholz. In dem Prozess jedoch bildet sich anorganisches Material, das ein Ausbreiten der Flammen eindämmt.

    Für eine Skalierung des Prozesses und einen Einsatz des neuen Materials ist es wichtig, die Herstellungskosten zu senken. Derzeit ist die Herstellung des Bindemittels aus dem Mineral teurer als Polymer-Bindemittel oder Zement. Dies könnte sich mit dem Erschliessen eines weiteren Kreislaufs ändern: Struvit fällt in grossen Mengen in Kläranlagen an. „Diese Ablagerungen könnten wir als Ausgangsmaterial für unseren Baustoff verwenden“, wird Ronny Kürsteiner, Forschender am Bereich holzbasierte Materialien an der ETH, in der Mitteilung zitiert.

    Die Studie ist im Fachjournal Chem Circularity publiziert.

  • Netzwerk Standort Schweiz wählt neue Mitglieder in den Vorstand

    Netzwerk Standort Schweiz wählt neue Mitglieder in den Vorstand

    Das Netzwerk Standort Schweiz hat laut einer Mitteilung seinen Vorstand erneuert. Neu wurden am 18. März Christina Doll und Andreas Zettel in das Gremium gewählt. Christina Doll ist seit 2025 Standortförderin der Stadt Schlieren. Sie hatte zuvor unter anderem während rund zehn Jahren die Flughafenregion Zürich mit aufgebaut. Andreas Zettel ist seit 2015 Leiter Unternehmensentwicklung und seit 2020 stellvertretender Leiter der Wirtschaftsförderung Luzern.

    Die beiden neuen Mitglieder treten an die Stelle von Albert Schweizer und Jasmina Ritz. Schweizer war der erste Standortförderer Schlierens und hat 1998 Netzwerk Standort Schweiz – damals noch die Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement – mitbegründet. Seit 2007 gehörte er auch deren Vorstand an. Jasmina Ritz war erste Geschäftsführerin der Limmatstadt AG, der Kantonsgrenzen übergreifenden Standortförderin im Limmattal. Seit 2022 gehörte sie auch dem Vorstand von Netzwerk Standort Schweiz an. Seit Anfang März ist sie Geschäftsführerin von SwissFoundations, dem Verband der Schweizer Förderstiftungen.

    Die Frühjahrsveranstaltung von Netzwerk Standort Schweiz thematisierte auch den Wandel im Wettbewerb der Standorte. „Während sich grosse Wirtschaftsblöcke mit Zöllen, massiven Förderprogrammen und technologischen Wettläufen gegenseitig unter Druck setzen und militärische Konflikte neue Unsicherheiten schaffen, erreicht auch der Standortwettbewerb eine neue Phase“, wird Remo Daguati, Präsident von Netzwerk Standort Schweiz, in der Mitteilung zitiert.

    Vassiliki Riesen, Leiterin der Wirtschafts- und Standortförderung Köniz, zeigte die Folgen für die grösste Agglomerationsgemeinde der Schweiz auf. Sie zeigte auf, wie Standortförderungen auf unterschiedliche Anspruchsgruppen reagieren und gleichzeitig auch mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern in der Gemeinde und im Kanton zusammenarbeiten können.

    André Guedel, Director International Business Development bei KPMG, zeigte auf, wie der neue Wettbewerb sowohl über Steuern als auch über Subventionen den Standort Schweiz trifft, und wie Unternehmen darauf reagieren.

    Netzwerk Standort Schweiz ist der Dachverband der Standort- und Wirtschaftsförderungen. Seine derzeit rund 110 Mitglieder sind in der Standortförderung, dem Regionenmarketing, der Wirtschaftsförderung, der Arealentwicklung und der Raumplanung und der Immobilienwirtschaft tätig.

  • Sanierungsprojekt setzt auf Kreislaufwirtschaft und CO2-Reduktion

    Sanierungsprojekt setzt auf Kreislaufwirtschaft und CO2-Reduktion

    Sika beteiligt sich laut seiner Mitteilung in den drei Projektphasen Exploration (2026), Synthesis (2027) und Transfer (2028) als Förderpartner am Living Lab HIL der ETH. In diesen Etappen wird die Sanierung, die energetische Aufwertung und Erweiterung des Lehr- und Forschungsgebäudes für Architektur und Bauingenieurswesen (HIL) auf dem Campus Hönggerberg vorbereitet. Das Grossprojekt soll bis 2035 abgeschlossen sein.

    Der Sanierungsbedarf und die veränderten Raumansprüche hätten nach Angaben der ETH klar für eine Kernsanierung mit Rückbau bis auf die Tragstruktur gesprochen. Stattdessen will die Hochschule sorgsamer mit dem Bestand umgehen und ihren Fokus auf CO2-Reduktion, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft legen. Sie entwickelt das Bauvorhaben intern, mit Wissen und Erkenntnissen aus eigener Lehre und Forschung und mit Industriepartnern.

    In diesem laut Sika „weltweit einzigartigen Leuchtturmprojekt“ steuert das in Baar ansässige Unternehmen der Spezialitätenchemie für Bau und Industrie nicht nur finanzielle Unterstützung bei. Die Förderung des Projekts umfasst auch einen aktiven und engen fachlichen Austausch zwischen Sika und den Projektteams der ETH. Sie erfolgt über die ETH Foundation.

    Sika wolle dazu beitragen, „die Transformation hin zu nachhaltigen Bauweisen voranzutreiben“, wird seine Innovations- und Nachhaltigkeitschefin Patricia Heidtman zitiert. „Das Living Lab HIL bietet eine einzigartige Plattform, die Forschung und Praxis aktiv miteinander verbindet und Innovationen spürbar beschleunigt.“

    Industrie und Wissenschaft müssten gemeinsam handeln, um die Klimaziele zu erreichen, so Mathias Kohler, ETH-Professor für Architektur und Digitale Fabrikation. „In Kooperation mit Sika erproben wir im Living Lab HIL neue Lösungen, die ab 2030 in der Sanierungsphase am ETH-Gebäude realisiert werden.“

  • Versicherungsgruppe baut Immobiliengeschäft strategisch aus

    Versicherungsgruppe baut Immobiliengeschäft strategisch aus

    Die Gruppe Vaudoise Versicherungen mit Sitz in Lausanne hat laut einer Medienmitteilung die Mehrheit der Procimmo Group AG aus Renens übernommen und hält nun 92,27 Prozent der Stimmrechte. Die Vaudoise Versicherungen sind seit 2021 über ihre Tochtergesellschaft Vaudoise Asset Management AG mit 20 Prozent an der Procimmo-Gruppe beteiligt.

    Mit der Übernahme der Procimmo und derjenigen von Berninvest AG im Jahr 2017 könne die Vaudoise ihre Immobilientätigkeiten weiter ausbauen und nach Worten von Jean-Daniel Laffely, CEO der Vaudoise-Gruppe, zu einem der Hauptakteure für Anlagelösungen werden. „Dadurch können wir eine bereits starke Wachstumsachse weiter ausbauen: die Immobilien-Vermögensverwaltung für Dritte“, wird Jean-Daniel Laffely zitiert.

    Procimmo sieht in der „Unterstützung durch einen institutionellen Investor, der ihre Werte teilt“ Potenzial zur Weiterentwicklung der Gruppe, insbesondere die Tochtergesellschaft Procimmo SA könne von der „Solidität und der langfristigen Vision“ der Vaudoise profitieren. Nach Worten von Arno Kneubühler, CEO von Procimmo SA, wird die Vaudoise „nach fast fünf Jahren der Partnerschaft als bester Eigentümer“ angesehen. Die gesellschaftliche Verankerung und die Werte von Vaudoise garantierten Stabilität und eine nachhaltige Vision. Zugleich verfüge Procimmo über Freiheit, sich „als externe Plattform mit eigener Philosophie und Führung“ weiterzuentwickeln.

    Der Verkaufsabschluss (Closing) ist vorbehaltlich der vorherigen Zustimmung der zuständigen Behörden für Anfang Juli 2026 geplant.

  • Ein Panorama der digitalen Immobilienwirtschaft

    Ein Panorama der digitalen Immobilienwirtschaft

    PropTech steht für digitale, technologische und datenbasierte Lösungen, die Prozesse, Produkte oder Geschäftsmodelle der Immobilienbranche verbessern, automatisieren oder transformieren. Dazu gehören Softwareplattformen, KI-Analysen, Smart-Building-Systeme, digitale Transaktionsmodelle, datenbasierte Sanierungs- und Bewertungswerkzeuge, Energieoptimierungslösungen sowie immersive Technologien wie 3D-Visualisierungen, Augmented Reality und digitale Zwillinge. PropTech erstreckt sich damit über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie. Von Planung und Entwicklung über Bewirtschaftung bis hin zu Sanierung und Transaktion.

    Verwischte Grenzen des Begriffs
    Mit der wachsenden Bekanntheit von PropTech wächst auch der Wunsch vieler Startups, Teil dieses Feldes zu sein. Unternehmen aus benachbarten Bereichen wie FinTech, GreenTech, Bau-Tech, InsurTech oder generische Softwareanbieter positionieren sich zunehmend als PropTech, selbst wenn Immobilien nur ein Randthema sind. Das führt dazu, dass Tools nachträglich als Immobilienlösungen gerahmt werden und die Branche in Karten, Reports und Rankings grösser erscheint, als sie im engeren Sinne ist. Die PropTech Map Switzerland zeigt damit nicht nur die Stärke des Ökosystems, sondern auch seine begriffliche Unschärfe.

    Cluster, Kategorien und regionale Hotspots
    Die Karte offenbart eine klare geografische Konzentration. Besonders dicht vertreten sind PropTech-Unternehmen in den Regionen Zürich, Zug, Lausanne und Basel. Alles Standorte mit Hochschulen, Technologieparks und hoher wirtschaftlicher Dichte. Viele Firmen sind Spin-offs von ETH und EPFL, was den starken Forschungs- und Technologiefokus der Schweizer Szene unterstreicht. Inhaltlich spannt die Map einen breiten Bogen von Asset Management, Bau und Entwicklung über digitale Marktplätze, Vermietungs- und Verkaufsplattformen, 3D- und Smart-Building-Technologien bis hin zu Energie- und Klimatools, Blockchain-Anwendungen, Finanzplattformen und spezialisierten Softwarediensten.

    Wachstum, Internationalisierung und mehr Professionalität
    Die kontinuierlich steigende Zahl der Einträge zeigt, jährlich kommen Dutzende neue Unternehmen hinzu, ergänzt um etablierte Marktakteure, die ihr Geschäftsmodell digital erweitern, sowie internationale Anbieter, die sich den Schweizer Markt erschliessen. Viele PropTechs agieren längst über die Landesgrenzen hinaus und skalieren ihre Lösungen in europäische und globale Märkte. Parallel dazu professionalisiert sich das Ökosystem. Die PropTech Map bildet nicht nur Logos ab, sondern die thematische Ausrichtung und Positionierung der Unternehmen.  Die Map wird so zu einem zentralen Orientierungspunkt für Investoren, Immobilienunternehmen, Verwaltungen und Hochschulen.

    Hier finden Sie die PropTech Map Switzerland

  • Proptech im Lebenszyklus

    Proptech im Lebenszyklus

    Planung, Entwicklung und Finanzierung
    In dieser Phase werden Grundstücke und Gebäudeideen geprüft, bewertet und finanziert. Proptechs liefern Markt- und Standortdaten, automatisierte Bewertungen und ESG-Analysen, damit Investoren und Eigentümer schneller und fundierter entscheiden können. Digitale Plattformen verbinden Projektentwickler, Finanzierer und Berater, reduzieren Medienbrüche und machen Risiken, Rendite und CO²-Effekte früh sichtbar.

    Bau und Erstellung
    Hier geht es um die effiziente Realisierung des Projekts. Proptech-Lösungen unterstützen mit BIM-Modellen, digitaler Bauplanung, Termin- und Kostencontrolling sowie Baustellen-Monitoring. Dadurch werden Planungsfehler reduziert, Nachträge transparenter und der Materialeinsatz optimiert. Digitale Kollaborationstools verbinden Architekten, Unternehmer und Bauherrschaft in Echtzeit und schaffen eine saubere Datenbasis für den späteren Betrieb.

    Betrieb und Dienstleistungen
    Im Betrieb entscheidet sich, wie wirtschaftlich und attraktiv ein Objekt wirklich ist. Proptechs liefern Plattformen für Vermietung, Bewirtschaftung, Facility Management und Nutzer-Services. Sensorik und IoT machen Verbrauch sichtbar und ermöglichen vorausschauende Wartung. Für Eigentümer, Verwalter und Nutzer entstehen neue Services von digitalen Mieterportalen über Buchungssysteme bis zu smarten Gebäudefunktionen, die Komfort und Effizienz steigern.

    Sanierung und Umnutzung
    Im Bestand liegt der grösste Hebel. Proptech-Tools unterstützen bei der Zustandsanalyse, Szenarienrechnung und Priorisierung von Sanierungen. Sie zeigen, welche Massnahmen energetisch, finanziell und regulatorisch am meisten bringen. Datenbasierte Sanierungsfahrpläne helfen Eigentümern, Investitionen über Jahre zu planen und Fördermittel optimal zu nutzen. Gleichzeitig ermöglichen digitale Modelle eine bessere Planung von Umnutzungen und Verdichtungen.

    Dekarbonisierung und Rückbau
    Dekarbonisierung zieht sich zwar durch alle Phasen, braucht aber eigene Instrumente. Proptech-Lösungen erfassen CO²-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus, simulieren Net-Zero-Pfad, vergleichen Gebäudeportfolios und liefern Berichte für Taxonomie, Klima- und ESG-Reporting. Beim Rückbau helfen digitale Materialpässe und Kreislaufdaten, Stoffe zu erhalten, statt zu entsorgen. So wird aus dem Lebenszyklus zunehmend ein Wertstoffkreislauf.

    Über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie verschiebt Proptech den Fokus. Weg von Einzelentscheiden, hin zu einem durchgängigen, datenbasierten Management. Digitale Lösungen verbinden getrennte Phasen und Akteure. Sie machen Kosten, Risiken und Emissionen früh sichtbar. So lassen sich Investitionen besser planen und priorisieren. Aus dem Lebenszyklusdenken wird ein laufender Optimierungsprozess für Wirtschaftlichkeit, Nutzererlebnis und Klimaziele. Die Bau- und Immobilienbranche denkt seit Jahren in Lebenszyklen. Proptech macht diese Konzepte jetzt datenbasiert und skalierbar.

  • Horw wächst in die Höhe, 14 Stockwerke am Bahnhof

    Horw wächst in die Höhe, 14 Stockwerke am Bahnhof

    Zwischen Bahnhof und Ebenaustrasse entstehen drei markante Neubauten mit Innenhöfen. Am Kreisel plant die Gemeinde ein achtstöckiges Gebäude, südlich davon ein 14-stöckiges Hochhaus als vertikalen Akzent und eine achtstöckige Längsbaute zur Ebenaustrasse. Dazwischen erhält der neue Bushof seinen Platz, näher am Gleis als heute und deutlich komfortabler für alle, die täglich umsteigen.

    «Janus» setzt auf Grün und Glas
    Weiter östlich, entlang der Ebenau- und Ringstrasse, hat die Gemeinde einen Architekturwettbewerb durchgeführt. Das Siegerprojekt heisst «Janus» und sieht fünf weitgehend verglaste, sechs- bis siebenstöckige Mehrfamilienhäuser vor, umgeben von Bäumen und verbunden durch einen gemeinsamen Vorplatz. Die Häuser wirken hell und offen, das Ensemble schafft urbane Qualität ohne Anonymität.

    Gewerbe ja, aber wie viel?
    Mindestens 20 Prozent der Flächen in den Neubauten sollen gewerblich genutzt werden. Dies sieht die Gemeinde so vor und zwar nicht nur im Erdgeschoss, sondern bis ins dritte oder vierte Obergeschoss. Die Grundeigentümer sehen das kritisch. Sie verweisen auf mangelnde Nachfrage und stützen sich auf Erfahrungen mit dem bisherigen Freiraumkonzept «Horw Mitte». Der Gemeinderat zeigt sich gesprächsbereit, behält sich aber vor, notfalls weitere Geschosse draufzusetzen.

    Teil eines grossen Ganzen
    Das Bahnhofsprojekt ist eingebettet in das Gesamtvorhaben «Horw Mitte», das rund 12 Hektar umfasst und langfristig 1’000 neue Wohnungen sowie 800 neue Arbeitsplätze vorsieht. Westlich der Gleise ist ein grosser Teil bereits realisiert, der östliche Teil holt nun auf. Die Gemeinde entwickelt so über zwei Jahrzehnte ein ehemaliges Randgebiet zum kompakten, gut erschlossenen Zentrum.

    Einwohnerrat hat das Wort
    Den Bushof hat der Einwohnerrat am 27. März 2026 bereits genehmigt, ein Baubeginn ist frühestens 2028 möglich. Für den Bebauungsplan Teil Ost steht die Abstimmung noch aus. Danach braucht es das Ja des Regierungsrats Kanton Luzern sowie einen referendumsfreien Abschluss. Offen ist auch noch, wer die Planungskosten trägt. Bis die Baukräne auffahren, bleibt also noch einiges zu klären.

  • Zürich trägt, aber wie lange noch?

    Zürich trägt, aber wie lange noch?

    Der Finanzplatz Zürich beschäftigt Ende 2024 über 102’000 Vollzeitstellen, davon allein 44’000 bei den Banken. Mit einer Bruttowertschöpfung von 32,8 Milliarden Franken erarbeitet der Sektor mehr als einen Sechstel der gesamten Zürcher Wirtschaftsleistung. Die Banken decken zudem rund 30 Prozent des schweizweiten Finanzierungsbedarfs von Unternehmen und Haushalten. Das sind keine abstrakten Kennzahlen, das ist die wirtschaftliche Grundlage einer ganzen Metropolitanregion.

    Halbe Stadtkasse aus einer Branche
    Die Studie der Managementberatung Oliver Wyman im Auftrag des Zürcher Bankenverbandes macht eine Zahl besonders deutlich. Rund die Hälfte der Unternehmenssteuern der Stadt Zürich stammt von Banken und Versicherungen. Mit 10 Prozent der Arbeitsplätze wird 16 Prozent der Wertschöpfung erwirtschaftet, weit überdurchschnittlich produktiv. Auch die Zürcher Kantonalbank schüttete für 2025 eine Rekordsumme an Kanton und Gemeinden aus.

    Weniger Banken, mehr Stellen
    Die Zahl der in der Region Zürich tätigen Banken ist seit 2015 von 94 auf 78 Institute gesunken. Die Beschäftigung hat sich trotzdem kontinuierlich nach oben entwickelt, seit 2017 überdurchschnittlich stark. Bankennahe Dienstleister wie Fintechs, Vermögensverwaltungen und Beratungsunternehmen haben Stellen geschaffen, wo klassische Institutsstrukturen abgebaut wurden. Der Sektor konsolidiert sich, schrumpft aber nicht.

    Regulierung als Knackpunkt
    ZBV-Geschäftsführer Christian Bretscher stellt die entscheidende Frage. Was passiert, wenn die Rahmenbedingungen schleichend schlechter werden? Die geplanten erhöhten Kapitalanforderungen für die UBS nennt er «unverständlich». Der Verband fordert eine zielgerichtete Bankenregulierung mit Augenmass, keine pauschalen Verschärfungen, die international tätige Institute aus Zürich verdrängen könnten. Schweizer Banken tragen bereits heute 5 Prozent zum nationalen BIP bei und beschäftigen rund 158.000 Personen direkt.

    Was auf dem Spiel steht
    Der Finanzplatz Zürich steht im direkten Wettbewerb mit London, Singapur und Frankfurt. Regulatorische Sonderbelastungen oder steuerliche Verschlechterungen treffen nicht nur die Banken, sondern die gesamte Stadtwirtschaft. Wer 50 Prozent der Firmensteuern aus einer einzigen Branche zieht, hat ein Interesse daran, dass diese Branche bleibt, wächst und investiert. Das ist keine Lobbyaussage, das ist Arithmetik.

  • UBS stoppt die Auszahlung, Anleger warten bis zu drei Jahre

    UBS stoppt die Auszahlung, Anleger warten bis zu drei Jahre

    Seit dem 25. März 2026 hat UBS Real Estate die Rücknahme und Ausgabe von Anteilen des Fonds UBS Euroinvest Immobilien ausgesetzt. Die liquiden Mittel reichen nicht mehr aus, um die Rücknahmeanträge der Anleger zu bedienen. Der Fonds verwaltet ein Nettovermögen von rund 400 Millionen Euro, investiert vor allem in europäische Büroimmobilien und hatte bereits mehrere Objekte im Verkaufsprozess. Nach deutschem Kapitalanlagegesetzbuch gilt die Aussetzung für bis zu 36 Monate.

    Drei Schliessungen in drei Monaten
    Der UBS-Fonds ist der erste Gewerbeimmobilienfonds, der seit der grossen Fondskrise 2008 bis 2012 schliesst. Zuvor hatten bereits zwei auf Wohnimmobilien spezialisierte Fonds dichtgemacht. Der Wertgrund WohnSelect D im Januar und der Fokus Wohnen Deutschland im Februar 2026. Die Gründe sind hohe Rücknahmeanträge, stockende Objektverkäufe, fehlende Liquidität.

    Zehn Milliarden abgezogen
    Seit Januar 2025 haben Anleger per Saldo rund zehn Milliarden Euro aus offenen deutschen Immobilienfonds abgezogen. Gestiegene Zinsen, schwache Transaktionsmärkte und anhaltende Objektabwertungen haben das Vertrauen erodiert. Immobilienverkäufe dauern wegen restriktiver Bankenfinanzierung oft länger als sechs Monate, was die Liquidität strukturell belastet. Die Ratingagentur Scope erwartet für 2026 weitere Mittelabflüsse.

    Bafin zweifelt an der Risikoklasse
    Bafin-Chef Mark Branson warnte im März 2026 öffentlich. Besonders kleine Fonds könnten weitere Schliessungen nicht ausschliessen. Die Aufsichtsbehörde zweifelt zudem grundsätzlich an der bisherigen Risikoklassierung dieser Produkte. Was Anlegerinnen und Anlegern jahrelang als konservatives, liquides Investment verkauft wurde, entpuppt sich in der Krise als deutlich schwerfälliger als angenommen.

    Was Investoren jetzt prüfen müssen
    Wer in solchen Fonds engagiert ist, sollte Liquiditätsberichte und Verkaufsprozesse der gehaltenen Objekte genau verfolgen. Ein Rücknahmestopp trifft besonders jene, die kurzfristig auf ihr Kapital angewiesen sind. Wer neu investieren will, sollte Fondsgrösse, Objektqualität und Haltefristen sorgfältig prüfen. Die Krise zeigt eines deutlich, Offenheit ist kein Qualitätsmerkmal, wenn der Markt für die Objekte dahinter geschlossen bleibt.