Kategorie: Energie

Energie – Aktuelle Immobiliennews zu Energie, erneuerbaren Konzepten, Effizienz & Energietrends in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Neue Tarife und Abnahmeverträge treiben Schweizer Energiewende voran

    Neue Tarife und Abnahmeverträge treiben Schweizer Energiewende voran

    Besitzer von PV-Anlagen verwenden einen Grossteil ihres selbst erzeugten Solarstroms für ihren eigenen Bedarf, um sich vor teuren Strompreisen zu schützen. Den überschüssigen Strom verkaufen sie an lokale Energieversorgungsunternehmen, was durchschnittlich etwa 50% ihrer Eigenstromproduktion ausmacht. Die Rückliefertarife variieren erheblich je nach Energieversorgungsunternehmen und Jahreszeit. Diese Unsicherheit bei der Planung hat zur Folge, dass der Ausbau von PV-Anlagen auf bestehenden Infrastrukturen nicht so schnell vorangeht, wie es wünschenswert wäre.

    Um diese Situation zu verbessern, wird der „Solartarif“ eingeführt, der sich an bewährten Modellen aus dem Immobilien- und Hypothekenmarkt orientiert. Kunden haben die Wahl zwischen einem Fixtarif mit festen Rückliefertarifen über fünf oder zehn Jahre und einem Börsentarif, der an die Strombörsenpreise gekoppelt ist.

    Der Fixtarif bietet Investitionssicherheit, da die Preise für die Energie einmal festgelegt werden und über die gesamte Laufzeit gelten. Aktuell bietet Helion für eine Laufzeit von fünf Jahren CHF 0,16 pro Kilowattstunde und für zehn Jahre CHF 0,13 pro Kilowattstunde für PV-Anlagen bis zu einer Leistung von 30 kW an. Grössere Anlagen werden individuell geregelt. Durch die Einführung eines festen Solartarifs wird die Stromproduktion vieler kleiner Stromproduzenten gebündelt und direkt an Schweizer Unternehmen verkauft. Beide Seiten können sich so gegenüber Marktschwankungen absichern und von Planungs- und Investitionssicherheit profitieren. Zudem verbessern Unternehmen ihre CO₂-Bilanz und tragen zur Schweizer Energiesicherheit bei.

    Ein dynamischer Börsentarif wird ebenfalls eingeführt, um Preissignale für Energieknappheit zu berücksichtigen. Dies ermöglicht die Optimierung von Solaranlagen und Renditen, da Strompreise an der Strombörse stündlich schwanken. Mit einer intelligenten App-Steuerung wie Helion ONE können flexible Energieverbraucher wie Boiler, Batterien, E-Autos und Wärmepumpen immer dann betrieben oder geladen werden, wenn die Strompreise niedrig sind. Ist der Strompreis hoch, wird das Laden unterbrochen, und der Solarstrom wird ins Netz eingespeist. Dadurch wird die Stabilisierung des gesamten Energiesystems unterstützt und ein echter Mehrwert für eine effiziente Energiewende geschaffen.

  • Energie Ausserschwyz erhöht Kapital für Ausbau von Fernwärme

    Energie Ausserschwyz erhöht Kapital für Ausbau von Fernwärme

    Energie Ausserschwyz hat in einer Medienmitteilung das Ergebnis einer Ende September abgeschlossenen Kapitalerhöhung von 25,5 Millionen Franken zum Ausbau des Fernwärmenetzes bekannt gegeben. Geldgeber sind die Hauptaktionärin EW Höfe AG sowie die 100 Mitglieder zählende Energiegenossenschaft Ausserschwyz.

    Mit den neuen Finanzmitteln strebt die Energieversorgerin zunächst einen beschleunigten Ausbau in Richtung Pfäffikon an, heisst es. Fernwärmeleitungen sollen demnach zur Kantonsschule Ausserschwyz in Pfäffikon sowie in die Zentren von Lachen und Altendorf verlegt werden. Weitere Ausbaupläne für das bestehende Fernwärmenetz betreffen zusätzliche Areale am Stammsitz der Energieversorgerin in Galgenen.

    Auf Initiative von Energie Ausserschwyz entsteht in den Bezirken March und Höfe seit 2021 ein Fernwärmenetz. Von der Energiezentrale aus sollen Liegenschaften in Galgenen, Siebnen, Lachen, Altendorf und Pfäffikon ihre Wärme aus erneuerbaren Quellen wie Holzschnitzeln und Biomasse erhalten. Im Jahr 2023 wurde Fernwärmeinfrastruktur im Wert von 20 Millionen Franken installiert. Weitere Ausbaupläne sehen für 2024 Gesamtinvestitionen von 15 Millionen Franken vor.

    Energie Ausserschwyz reagiert mit der Kapitalerhöhung zudem auf die Teuerung bei Baukosten, Zinsen und Rohstoffpreisen, heisst es vom Unternehmen. „Das Geschäftsmodell der Fernwärme bringt es mit sich, dass zuerst namhafte Vorleistungen in den Netzausbau erbracht werden müssen, bevor Wärme fliesst und verkauft werden kann. Je stärker die Teuerung, desto kostenintensiver sind diese Vorleistungen.“

  • ARA Thunersee plant Solarfaltdach auf dem Klärwerk

    ARA Thunersee plant Solarfaltdach auf dem Klärwerk

    Die ARA Thunersee will die Erzeugung erneuerbarer Energien ausbauen. Sie plant laut ihrem jetzt veröffentlichten Jahresbericht eine grosse Solar-Faltdachanlage auf dem Dach des Vorklär- und des Biologiebeckens. Das Solarfaltdach soll von der dhp technology AG in Zizers GR geliefert werden.

    Die  Anlage soll auf einer Fläche von 20’000 Quadratmeter installiert werden mit einem Leistungsumfang von 3000 Kilowatt Peak und einer Strommenge von jährlich 3 Gigawattstunden. Die Kapazität der Anlage decke bis zu einem Drittel des ARA-Eigenbedarfs ab. Da das Investitionsvolumen 5 Millionen Franken übersteigt, muss es von der Delegiertenversammlung am 1. November genehmigt werden.

    Bereits im Bau ist eine kleinere Solardachanlage von dhp technology mit 600 Kilowatt Peak über dem Becken für die Pulveraktivkohledosierung (PAK). Ab Februar 2024 soll sie Solarstrom produzieren. Diese kostet 2,26 Millionen Franken.

    Die ARA Thunersee produziert ausserdem bereits 13 Gigawattstunden Biomethan pro Jahr und speist diese ins Erdgasnetz der Energie Thun AG ein. Ingo Schoppe kann sich auch vorstellen, die beim Reinigungsprozess erzeugte Abwärme aus Abwasser in Strom umzuwandeln. „Die technischen Lösungen hierfür stehen bereit, es ist an uns und unseren Partnern, diese technischen Lösungen so zu gestalten, dass sie nicht nur gut für die Umwelt sind, sondern auch wirtschaftlich umsetzbar werden“, schreibt der Geschäftsführer der ARA Thunersee in seinem Bericht

    Der Vorstand hat für die Gesamtanlage einen Kreditantrag in Höhe von 12,37 Millionen Franken bei der Delegiertenversammlung eingereicht. Diese habe ebenfalls über die Auftragsvergabe an dhp technology zu entscheiden, mit der ein Servicevertrag ausgearbeitet werden soll. Im Rahmen des Förderprogramms der Pronovo kann der Anlagenbetreiber für die geplante Anlage mit einem einmaligen Investitionszuschuss (GREIV) von 985’000 Franken rechnen. Der Zeitplan sieht die Inbetriebnahme der Gesamtanlage im Sommer 2025 vor.

  • Cowa Thermal Solutions entwickelt hocheffizienten Wärmespeicher

    Cowa Thermal Solutions entwickelt hocheffizienten Wärmespeicher

    Cowa Thermal Solutions hat eine Methode entwickelt, mit der die Kapazität von Wärmespeichern für kombinierte Photovoltaik-Wärmepumpen-Anlagen um ein Vielfaches gesteigert werden kann. An dieser Technologie für Heizung und Warmwasser haben die Gründer des Start-ups aus dem Kanton Luzern bereits im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Hochschule Luzern geforscht.

    Anschliessend arbeiteten sie laut einer Mitteilung der Hochschule weitere vier Jahre an der Marktreife ihres Produkts, des cowa Booster Speichers. Während der vergangenen Heizperiode wurde er intensiv im Feld getestet. Die Tests hätten gezeigt, dass sich dank der cowa-Technologie die Heizautarkie verdoppelte und sich so die Abhängigkeit vom Stromnetz halbierte. Der cowa Booster Speicher ist jetzt im Handel erhältlich. Vertriebspartner ist das Gebäudetechnikunternehmen Meier Tobler. Erste Gespräche für die Expansion nach Deutschland und Europa sind den Angaben zufolge im Gange.

    Wie die Hochschule Luzern mitteilt, vergrössert er die Kapazitäten, ohne mehr Raum in Anspruch zu nehmen. „Das Kernstück unserer Technologie ist das Speichermaterial“, erklärt cowa-Gründer und Co-CEO Remo Waser. „Es basiert auf kostengünstigen Salzhydraten, deren Speicherdichte um bis zu drei Faktoren höher ist als diejenige von Wasser. Entsprechend leistungsfähiger sind unsere Wärmespeicher.“

    Die Salzhydrate befinden sich den Angaben zufolge in Kapseln. Der Speicherbehälter wird zu etwa 40 Prozent mit Heizwasser befüllt und zu 60 Prozent mit Kapseln, in denen sich die Salzhydrate befinden. „So kann der cowa-Pufferspeicher zwei- bis dreimal mehr Energie speichern als ein gleich grosser herkömmlicher Wasserspeicher ohne Kapseln“, so CRO Jan Allemann.

  • Winterliche Photovoltaik in den Alpen: Vierfach mehr Stromertrag

    Winterliche Photovoltaik in den Alpen: Vierfach mehr Stromertrag

    Im Rahmen des „Solarexpress“ werden derzeit zahlreiche Großanlagen in alpinen Regionen geplant und vom Bund gefördert. Die Forschungsgruppe Erneuerbare Energien der ZHAW hat in einem Bericht die wichtigsten Erkenntnisse aus Messungen an der alpinen Versuchsanlage Davos-Totalp zusammengefasst, um die Planung solcher Anlagen zu unterstützen. Diese Photovoltaik-Anlage befindet sich auf 2500 Metern über dem Meeresspiegel oberhalb von Davos und wird seit über fünf Jahren von der Forschungsgruppe in Zusammenarbeit mit den EKZ betrieben.

    Alpine Solaranlagen tragen zur Versorgungssicherheit bei
    Die Stromerzeugung einer alpinen Solaranlage verteilt sich annähernd gleichmäßig auf das Winter- und Sommerhalbjahr. Im Winterhalbjahr, von Oktober bis März, kann eine solche Anlage pro Flächeneinheit das Dreifache bis Vierfache einer Anlage im Mittelland erzeugen. Besonders bemerkenswert sind die hohen Erträge im April und Mai. In diesen Monaten erzielen alpine Solaranlagen ihre höchsten monatlichen Erträge, während die Stauseen noch relativ niedrige Wasserstände aufweisen. Laut ZHAW-Forscher Jürg Rohrer können alpine Solaranlagen somit einen erheblichen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten und möglicherweise fossile Reservekraftwerke überflüssig machen.

    Optimale Ausrichtung und Neigungswinkel
    Die Messergebnisse liefern praktische Anleitungen für die Planung von alpinen Solaranlagen. Es ist ratsam, solche Anlagen an Südhängen mit einer südlichen Ausrichtung der Module zu errichten. Module mit Neigungswinkeln zwischen 60 und 90 Grad minimieren Verluste aufgrund von Schneebedeckung, da der Schnee leicht abrutscht. Der Neigungswinkel beeinflusst zudem den Zeitpunkt des höchsten Ertrags: Senkrecht montierte Module mit einem Neigungswinkel von 90 Grad erzielen in den Monaten Dezember und Januar höhere Erträge, während Module mit 60 oder 70 Grad Neigungswinkel in den Monaten März bis Mai und im Sommer ertragreicher sind.

    Ergänzende Rolle von alpinen Solaranlagen
    Jürg Rohrer betont, dass alpine Solaranlagen die Photovoltaik-Erzeugung im Mittelland nicht ersetzen, sondern ergänzen sollen. Angesichts der Notwendigkeit, die Stromerzeugung aus Photovoltaik in den nächsten zehn Jahren mindestens doppelt so schnell wie im Vorjahr auszubauen, sollten zusätzlich zu Photovoltaik auch vermehrt Windenergie und ungenutzte Einsparpotenziale in Betracht gezogen werden. Aktuell führt die ZHAW-Forschungsgruppe Studien zum Einfluss des Abstands zwischen den Modulreihen auf den Ertrag von großen alpinen Anlagen durch, deren Ergebnisse im Sommer 2024 erwartet werden.

  • Quantensprung in der Batterietechnologie

    Quantensprung in der Batterietechnologie

    Die bisherigen Daten und Eigenschaften des Feststoff-Akkus zeigen signifikante Vorteile gegenüber den derzeit dominierenden Lithium-Ionen-Batterien.
    Lebensdauer: Herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien müssen nach etwa 1.250 Ladezyklen ausgetauscht werden. Der Feststoff-Akku hingegen zeigt derzeit mindestens 12.500 Ladezyklen bei vergleichbarer Belastung und diese Zahl wird weiter steigen.
    Sicherheit: Der neuartige Festionenleiter ist nicht entflammbar und erheblich sicherer als die brennbaren Flüssig-Elektrolyte herkömmlicher Lithium-Ionen-Batterien.
    Nachhaltigkeit: Der Feststoff-Akku weist eine um 50 Prozent verbesserte Umweltbilanz im Vergleich zur aktuellen Lithium-Ionen-Technologie auf, was ihn zu einem wichtigen Baustein für eine nachhaltige Energie- und Mobilitätswende macht.

    Ein Beitrag zur Energiewende und Mobilitätswende
    Die HPB stellt ihren Festionenleiter auch der Automobilindustrie zur Verfügung, da er eine deutlich verbesserte Leitfähigkeit aufweist. Dies ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit der Batteriezelle und ermöglicht eine hohe Leistung auch bei extremen Temperaturen. Damit entfällt das bisherige Vorheizen der Batterien im Winter.

    Die Einführung des Feststoff-Akkus könnte die Kosten der Energiewende deutlich senken, da er eine längere Lebensdauer und geringeren Rohstoffverbrauch ermöglicht. Die HPB plant, ihre Technologie über ein Lizenzmodell weltweit zu verbreiten, und es gibt bereits großes Interesse von potenziellen Lizenznehmern in verschiedenen Regionen der Welt. Damit trägt dieser Fortschritt entscheidend zur Beschleunigung der globalen Energiewende und zur Reduzierung von Rohstoffabhängigkeiten bei.

  • Soobr gewinnt Purus Innovation Award der CMS Berlin

    Soobr gewinnt Purus Innovation Award der CMS Berlin

    Soobr hat den Purus Innovation Award 2023 in der Kategorie Digitale Tools und Systeme erhalten. Damit wurde das Technologieunternehmen aus dem Kanton Bern von der CMS Berlin, der internationalen Leitmesse der Reinigungsbranche, für seine auf Künstliche Intelligenz gestützte Smart-Cleaning-Plattform geehrt. Sie ermögliche eine optimierte und dynamische Planung der Gebäudereinigung und sorge zudem mit einem digitalen Leistungsverzeichnis für Transparenz, zitiert Soobr in einer Mitteilung die Jury. Soobr verbreitete die Siegesmeldung auch auf LinkedIn. Das Unternehmen bleibe seiner Mission treu, Innovation voranzutreiben und exzellente Lösungen anzubieten, heisst es dort.

    Alle 18 Wettbewerbsbeiträge der Finalrunde wurden auf der CMS Berlin vom 23. bis 26. September in einer Sonderschau gezeigt. Nach Angaben der CMS zeichnet der Award für Innovationsleistungen der Reinigungsbranche Produkte, Werkzeuge und Systeme aus, die durch hohe Anwendungsqualität und eine überragende Gesamtkonzeption überzeugen.

    Laut der Mitteilung ersetzt Soobr Smart Cleaning ineffiziente, starre Reinigungspläne durch flexible Einsatzpläne. Dank einer auf Künstlicher Intelligenz gestützten Datenauswertung werde nur noch dort gereinigt, wo es wirklich erforderlich sei. Das spare Wasser, Chemikalien, Plastik und Geld. So könnten Unternehmen etwa auf Schwankungen der Gebäudeauslastungen reagieren. Ihre Einsatzpläne erhalten die Reinigungskräfte über eine App.

    Soobr wurde 2020 in Ittigen gegründet. Das Unternehmen unterhält eine Tochtergesellschaft in Hamburg.

  • Parlament einigt sich auf Ausbau der erneuerbaren Energien

    Parlament einigt sich auf Ausbau der erneuerbaren Energien

    Der Nationalrat hat am 26. September den Weg freigemacht für eine Einigung mit dem Ständerat über das Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien. Der sogenannte Energie-Mantelerlass setzt verbindliche Zielwerte für den Ausbau der erneuerbaren Energien und verlängert bisher befristete Förderinstrumente. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Sicherung der Stromversorgung nach dem Ausstieg aus der Kernkraft und namentlich auf der Stromversorgung im Winter.

    Zuletzt hatte Kurt Egger (GP/TG) den Weg zur Einigung freigemacht. Er zog laut dem Wortprotokoll des Nationalrats einen Antrag der Minderheit zurück, der den Bau von Photovoltaikanlagen auf neuen Parkplätzen ab einer Grösse von 500 Quadratmetern ab 2030 vorgeschrieben hätte. Egger bedauerte auch, dass das neue Gesetz eine Solarpflicht bei Neubauten erst ab einer Grundfläche von 300 Quadratmetern vorschreibt.

    Zuvor war der Ständerat der grossen Kammer entgegengekommen. So darf weniger Restwasser bei Wasserkraftwerken nur bei einer drohenden Strommangellage zugelassen werden. Die kleine Kammer stimmte auch der vom Nationalrat vorgeschlagenen Einführung eines Marktes für Massnahmen zur Energieeffizienz zu.

    Bundesrat Albert Rösti dankte beiden Kammern für ihre Kompromissfähigkeit. Er hoffe, dass das Parlament damit eine „mittlere Zufriedenheit“ auf alle Seiten erreicht habe. Das Gesetz werde dazu führen, dass die Schweiz in den nächsten fünf bis zehn Jahren 3 bis 5 Terawattstunden mehr Winterstrom erzeuge. „Dann sind wir wieder auf der sicheren Seite“, so Rösti. Dazu brauche es aber neue Wasserkraftprojekte, namentlich Grimsel, Trift und Gorner, sowie alpine Solaranlagen.

    Das neue Bundesgesetz soll auf den 1. Januar 2025 in Kraft treten. Die politische Debatte geht aber weiter. So verwies Kurt Egger darauf, dass die Grünen ihre Solar-Initiative für die Solarpflicht auf Dächern und an Fassaden von Neubauten lancieren würden.

  • Wärmeverbund Ennetsee nimmt Arbeit auf

    Wärmeverbund Ennetsee nimmt Arbeit auf

    Mit der Öffnung der Transportleitung zwischen Perlen und Rotkreuz hat WWZ den ersten Abschnitt seines Wärmeverbunds Ennetsee in Betrieb genommen. „Ab jetzt fliesst Abwärme von der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Renergia, Perlen ins Verteilnetz Rotkreuz und versorgt erste Liegenschaften in der Gemeinde mit regionaler, umweltfreundlicher und CO2-neutraler Energie für Heizung und Warmwasser“, erläutert der Zuger Energie-, Telekom- und Wasserversorger in einer entsprechenden Mitteilung.

    Nach Fertigstellung soll der Wärmeverbund Ennetsee neben Rotkreuz auch das zu Risch ZG gehörende Dorf Holzhäusern, das Gebiet Bösch in der Gemeinde Hünenberg ZG, Hünenberg See und Cham mit Abwärme aus der KVA Renergia versorgen können. WWZ rechnet damit, dass dann mit dem Wärmeverbund jährlich mehr als 12’000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden. Aktuell arbeitet das Unternehmen an weiteren Fernwärmeleitungen in Rotkreuz und am nächsten Abschnitt der Haupttransportleitung von der Kehrichtverbrennungsanlage bis nach Cham.

  • Wasserstoffprojekt ein Standort mit Potenzial

    Wasserstoffprojekt ein Standort mit Potenzial

    Die Lage in Domat/Ems, direkt neben einer Hauptverkehrsachse der Schweizer Alpen und in unmittelbarer Nähe zu Stromproduzenten und einem Elektrizitätswerkbetreiber entsteht ein wegweisendes Wasserstoffprojekt. Gerade für LKWs, die an strategischen Knotenpunkten Wasserstoff tanken müssen, ist die Lage im Bündner Rheintal von grossem Wert.

    Das technische Leistungsspektrum der neu geplanten Einrichtung beeindruckt: In voller Kapazität kann die 2 MW-Anlage pro Jahr über 300’000 kg Wasserstoff generieren. Das entspricht dem Energiegehalt von 1’000’000 Litern Diesel. Eine derartige Produktionsrate beeinflusst nicht nur die Diversität der Energiequellen, sondern kann auch einen erheblichen positiven Einfluss auf die Umwelt haben, indem sie den jährlichen CO2-Ausstoß um mehr als 3’600 Tonnen verringert.

    Energiespeicher als grösste Herausforderung
    Seit geraumer Zeit sind erneuerbare Energien im Gespräch. Jedoch bringt ihre Speicherung einige Herausforderungen mit sich, insbesondere weil die Natur vorgibt, wann und in welchem Umfang Energie produziert wird. An dieser Stelle tritt Wasserstoff als optimales Speicherelement auf den Plan. Besonders in Zeiten hoher Energieproduktion im Sommer kann es vorteilhaft sein, überschüssigen Strom in Wasserstoff zu konvertieren. Für einen rentablen Betrieb ist jedoch eine konstante Produktion unerlässlich. Aktuelle gesetzliche Vorgaben legen nahe, solche Anlagen in der Nähe von Energieerzeugungsstätten zu bauen.

    Die ersten Überlegungen in diese Richtung wurden 2017 angestoßen. Bald darauf machte sich das Expertenteam der Fanzun AG auf die Suche nach einem passenden Standort. Urs Simeon, Partner und Projektleiter, äußerte: «Uns war bewusst, dass das Thema Wasserstoff eine Menge Aufklärung benötigt. Deswegen haben wir früh damit begonnen, uns intensiv damit auseinanderzusetzen und konnten so rasch ein umfassendes Fachwissen aufbauen.» Laut Simeon war die größte Hürde in der Planungsphase die wirtschaftliche Kalkulation – denn das Projekt ist nur dann sinnvoll, wenn es auch wirtschaftlich tragfähig ist.

    Am Anfang stand ein norwegischer Investor
    Bei der Suche nach den Wurzeln dieses Projekts stößt man auf den Namen Per Sandven, einen visionären Investor aus Norwegen, der für seine wegweisenden und nachhaltigen Ansätze bekannt ist. Sandven, als Mitbegründer und ehemaliger Hauptanteilseigner, spielte eine zentrale Rolle bei der Gründung und Entwicklung von Calanda Solar. Er hatte auch einen bedeutenden Einfluss auf die Umsetzung des angrenzenden Photovoltaik-Projekts Calinis. Dieses Vorhaben, angesiedelt im ehemaligen Steinbruch von Felsberg und betrieben von Rhiienergie, war 2020 die größte Photovoltaik-Einrichtung im Kanton Graubünden. Mit einem bemerkenswerten Jahresertrag von 1’500’000 kWh versorgt sie etwa 400 Haushalte mit Strom.

    Weitere Projekte sind in Planung
    In der Vergangenheit haben Sandven und Fanzun bereits Hand in Hand gearbeitet, wie beispielsweise bei dem 105%-PlusEnergie-Hotel Muottas Muragl in Samedan, welches zudem mit einem Solarpreis ausgezeichnet wurde. Ihre Kooperation verdeutlicht das geteilte Streben und die gemeinsame Vision, den Wandel hin zu einer umweltfreundlicheren und klimaneutralen Energiezukunft voranzutreiben. Derzeit plant die Fanzun AG zusätzliche Initiativen im Segment der Hochgebirgs-Solaranlagen, auch als «Solarexpress» bezeichnet.

  • Enshift automatisiert Weg von Grossgebäuden zu Netto Null

    Enshift automatisiert Weg von Grossgebäuden zu Netto Null

    Das junge Baarer Cleantech-Unternehmen enshift bietet Besitzenden von gewerblichen Grossimmobilien eine digitale Komplettlösung für den Weg zu Netto Null an. Laut einer Medienmitteilung soll sie den kompletten Transformationsprozess hin zu lokalen und erneuerbaren Energien automatisieren und vereinfachen.

    Deren Instrumentarium umfasst den Angaben zufolge alles, was für die Konzeption, Vergabe, Finanzierung, Realisation und Leistungsoptimierung vonnöten ist. Es erstreckt sich über den Lebenszyklus aller momentan verfügbaren erneuerbaren Energietechnologien.

    „Wir haben zwar unsere 2050 Netto-Null-Ziele gesteckt, aber der Weg dorthin ist für den Bau- und Immobiliensektor völlig unklar“, wird Gründer und CEO Pierre Bi zitiert. „Wir glauben, dass unsere Lösung die Transformation beschleunigen und energetische Sanierungen in Europa um Faktor 3 steigern kann.“ Als Zeichen des „ausgeprägten Willens“, einen positiven Beitrag zur Veränderung zu leisten, bietet enshift kommerziellen Gebäudebesitzenden in der Schweiz kostenlose Objekt- und Potenzialanalysen an.

    Bi hatte bereits Aeris Cleantech ins Leben gerufen. Das auf Luftreinigung fokussierte Unternehmen wurde im November 2021 von iRobot, einem nordamerikanischen Spezialisten für Reinigungsroboter, aufgekauft.

    In der ersten Etappe einer Seed-Finanzierungsrunde hat Bis neue Firma enshift 3,5 Millionen Franken eingenommen. Daran beteiligten sich internationale Investoren wie die israelische Sarona Ventures, OneCreation mit Sitz in Vevey VD und über die Berliner Global Founders Capital der Gründers des Start-up-Beschleunigers Rocket Internet, Oliver Samwer. Inzwischen arbeiten den Angaben zufolge 20 Ingenieure und Entwicklerinnen bei enshift, während die ersten grünen Energieprojekte bereits in die Umsetzungsphase gehen.

  • Solardächer von Megasol können Hagelschäden vermeiden

    Solardächer von Megasol können Hagelschäden vermeiden

    Das Solardachsystem „Level“ von Megasol ist mit der höchsten Hagelschutzklasse 5 zertifiziert worden. Laut einer Medienmitteilung reagiert das im Kanton Solothurn angesiedelte Unternehmen mit seinem Solardachsystem „Level“ auf extremer werdende Wetterereignisse. Jüngste Erfahrungen aus dem Tessin hätten gezeigt, dass viele konventionelle Dächer Starkhagel nicht standhalten.

    Solardächer von Megasol werden daher im Labor gegen Hagelschlag getestet. Dabei würden Hagelkörner mit einem Durchmesser von etwa 5 Zentimetern mit einer Geschwindigkeit von 110 Kilometern pro Stunde gegen die Paneele verschossen. „Wir haben das Solardach ‚Level‘ speziell dafür entwickelt, heftigen Umwelteinflüssen wie Starkhagel, hohen Schneelasten und Windsogkräften zu widerstehen“, wird Michael Reist, Head of Communications bei Megasol, in der Mitteilung zitiert. Das System basiert auf sogenannten Glas-Glas-Solarmodulen, die eine besonders hohe Widerstandskraft aufweisen.

    Das Level-Solardach ist geschuppt, die Solarmodule brauchen keine Rahmen. Das System soll sich rasch an alle Dächer anpassen lassen, so dass die gesamte Dachfläche für die Produktion von Strom genutzt werden könne. Dank den Befestigungshaken und kurzen Dichtungsschienen lasse es sich rasch montieren. „Das Solardach Level ist deshalb über die Lebensdauer günstiger als ein konventionelles Dach”, so Reist. Denn die Mehrkosten für das Solarsystem, die einem Viertel der Kosten für das Dach entsprächen, amortisierten sich in wenigen Jahren. „Danach bezahlt die Solaranlage das Dach.“

  • 2022 heizten zwei Drittel der Haushalte mit fossilen Energieträgern

    2022 heizten zwei Drittel der Haushalte mit fossilen Energieträgern

    Ende 2022 wurden in der Schweiz 1,79 Millionen Gebäude mit Wohnnutzung sowie 4,74 Millionen Wohnungen gezählt. Über eine Million aller Gebäude sind Einfamilienhäuser, wovon mehr als die Hälfte der bewohnten Einfamilienhäuser (55%) nur von einer oder zwei Personen belegt waren.

    Eine bewohnte Wohnung in der Schweiz war durchschnittlich 102,2 m2 gross. 3- und 4-Zimmer-Wohnungen machten dabei 55% aller Wohnungen in der Schweiz aus.

    Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person betrug 46,5 m2. Regional betrachtet zeigt sich vor allem in der Genferseeregion ein dichteres Siedlungsbild, wo die durchschnittliche Wohnfläche pro Person mit 42,5 m2 wesentlich tiefer ist als im landesweiten Durchschnitt. Die Ostschweiz (49,6 m2) und das Tessin (49,3 m2) weisen die höchsten durchschnittlichen Wohnflächen pro Kopf auf.

    Rückgang der Ölheizungen und Zunahme von Wärmepumpen
    2022 wurden 57% der Gebäude mit Wohnnutzung in der Schweiz mit fossilen Energieträgern beheizt (Heizöl und Gas). Dabei bestehen markante Unterschiede zwischen Einfamilienhäusern (53%) und Mehrfamilienhäusern (64%). Heizöl kam in 39% der Gebäude zur Anwendung und bleibt damit der Hauptenergieträger zum Heizen. Dieser Anteil ist jedoch in den letzten 40 Jahren konstant zurückgegangen. 18% der Gebäude verfügten über eine Gasheizung, doppelt so viele wie noch vor 30 Jahren. Bei den Einfamilienhäusern belief sich der Gasanteil auf 16%, bei den Gebäuden mit mehr als zehn Wohnungen auf 30%.

    Der Anteil der Gebäude mit einer Wärmepumpe (19%) hat sich seit 2000 vervierfacht. 2022 lag er für Objekte, die in den letzten zehn Jahren erbaut wurden, bei drei Vierteln. Einfamilienhäuser verfügten zu 23% über eine Wärmepumpe, während es bei Gebäuden mit mehr als zehn Wohnungen lediglich 12% waren. 12% der Gebäude wurden mit Holz und 8% mit Elektrizität beheizt.

    Beim Gasanteil bestehen grosse Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Gebieten. In städtischen Gemeinden wurden 30% der Gebäude mit Gas beheizt, in ländlichen Gemeinden lediglich 4%. Der Anteil der Wärmepumpen fiel im Kanton Freiburg, der über den jüngsten Gebäudebestand verfügt, am höchsten aus (34%), im Kanton Basel-Stadt mit den ältesten Gebäuden am tiefsten (4%).

    Zwei Drittel der Haushalte heizten 2022 mit fossilen Energieträgern (40% Heizöl, 25% Gas). 16% der Haushalte wohnten in einem Gebäude mit Wärmepumpe. Der Anteil der Haushalte, die auf Heizöl zurückgreifen, war in den Kantonen Tessin (54%) und Jura (51%) am höchsten. Am häufigsten mit Gas heizten hingegen die Haushalte in den Kantonen Waadt und Genf (38% bzw. 36%). Der Anteil der Haushalte, die Wärmepumpen nutzten, fiel in den Kantonen Appenzell Innerrhoden (30%) und Nidwalden (28%) am höchsten aus.

  • Die angepassten Schweizer Gebäudelabels sind lanciert

    Die angepassten Schweizer Gebäudelabels sind lanciert

    Der GEAK: Die Basis
    Die Konferenz Kantonaler Energiedirektoren (EnDK) definiert im Rahmen der GEAK-Normierung die Methodik für die Bilanzierung von Energie, CO2 und Treibhausgasen für den Betrieb von Gebäuden. Diese wird anschliessend von Minergie und SNBS in allen Produkten übernommen. Neben den Skalen zur Gesamtenergie und Gebäudehüllenqualität wurde bereits 2022 eine Skalierung der CO2-Emissionen ergänzt, die im Einklang mit dem Schweizer Treibhausgasinventar steht. Im März 2023 wurde zusätzlich eine Methode für die Bilanzierung der vorgelagerten Emissionen (Elektrizitätsproduktion, Fernwärme) ergänzt, so dass nun die gesamten in der Betriebsphase verursachten Treibhausgasgasemissionen ausgewiesen werden können.

    Die Minergie-Standards: Komfort, Effizienz und Klimaschutz
    Die Gebäudestandards von Minergie fokussieren auf Komfort, Effizienz und Klimaschutz. Bei der Anpassung der Minergie-Standards stechen drei Massnahmen heraus:

    1.            Treibhausgasemissionen (THGE) in der Erstellung: Neu gelten für alle Neubauten im Minergie-Standard Grenzwerte für die durch die Erstellung verursachten THGE. Die Grenzwerte sind so definiert, dass zu deren Einhaltung in jedem Fall Optimierungen vorgenommen werden müssen, aber weiterhin an allen Standorten und Lagen gebaut werden kann. Zudem wird die Installation von Photovoltaik und Erdsonden-Wärmepumpen dank flexiblen Grenzwerten nicht behindert. In den nächsten Jahren werden die Grenzwerte sukzessive verschärft. Mit dem gleichzeitig optimierten vereinfachten Nachweis wird das Verständnis für die relevantesten Massnahmen zur Reduktion der THGE geschärft. Die Bilanzierung kann auch von (noch) nicht spezialisierten Architektur- und Planungsbüros mit sehr wenig Aufwand vorgenommen werden.

    2.            Hitzeschutz: Auch in der Schweiz überhitzen die Gebäude mit den wärmer werdenden Sommermonaten öfter und stärker. Bisher wurde anhand von Erfahrungswerten vergangener Jahrzehnte modelliert, wie oft das Innenraumklima den minimalen Gesundheits- und Komfortanforderungen nicht mehr genügen kann. Neu muss der Nachweis für den Sommerlichen Wärmeschutz bei Minergie anhand von Klimadaten erbracht werden, welche MeteoSchweiz für die nächsten Jahrzehnte errechnet hat. Wie bisher darf ein Minergie-Wohnbau dabei bei Standardnutzung nicht mehr als 100 Stunden pro Jahr Temperaturen von über 26.5°C aufweisen. Dies bedingt ein adäquates architektonisches Konzept kombiniert mit entsprechend optimierter Gebäudetechnik. Vermehrt wird im Sommer ein Teil der Eigenstromproduktion für die Temperierung (Freecooling) oder sogar Kühlung der Gebäude aufgewendet werden müssen.

    3.            Photovoltaik (PV): Neu wird durch eine objektspezifische Verschärfung der Minergie-Kennzahl sichergestellt, dass die belegbare Dachfläche bei allen Minergie-Gebäuden voll für die Eigenstromproduktion genutzt wird. Darunter wird verstanden, dass Dachaufbauten für Gebäudetechnik, Fenster, Lifte oder Terrassen weiterhin möglich sind, aber die verbleibende Fläche voll mit Modulen belegt wird. Bei Sanierungen sind die Möglichkeiten einer vollständigen Nutzung der Dachfläche eingeschränkter als im Neubau, was im Grenzwert berücksichtigt ist. Bei Gebäuden mit bis zu 4 Stockwerken wird mit dieser Anpassung eine Leistung von 20-40Wp/m2 EBF installiert, im Vergleich zu 10Wp/m2 gem. Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) 2014. Auf die Einführung einer minimalen Leistung der PV-Anlagen von 20Wp/m2 EBF und damit de facto einer Pflicht zu Fassadenanlagen bei hohen Gebäuden wird aufgrund der aktuellen Unsicherheiten beim Brandschutznachweis von Fassadenanlagen vorerst verzichtet. Nach Vorliegen einer von der Branche breit getragenen Lösung wird diese Anforderung eingeführt werden.

    Ausserdem wird die Anforderung an die Gebäudehülle (bei Minergie- und Minergie-A-Bauten) erhöht. Ebenso müssen zur Erfüllung der Minergie-Kennzahl bspw. effizientere Geräte und Beleuchtung (in Zweckbauten) eingesetzt werden – für einen möglichst effizienten und fossilfreien Betrieb. Zur Sicherstellung eines optimalen Betriebs wird die Monitoring-Pflicht auf Gebäude ab 1’000 m2 EBF ausgeweitet. Zudem sind Minergie-Gebäude für die Elektromobilität bereit (und überwiegend mit Strom ausgerüstet). 

    Für alle Anpassungen gilt eine Übergangsfrist von 12 Monaten. Mehr Informationen zu den Anpassungen an den Minergie-Gebäudestandards stehen im entsprechenden Faktenblatt Minergie-Standards oder im Detail im Produktreglement Minergie-Gebäudestandards 2023.1.

    Der Zusatz ECO: Das Plus für Ökologie und Gesundheit
    Die Minergie Baustandards werden mit dem Zusatz ECO um eine besonders gesunde, kreislauffähige und klimafreundliche Bauweise ergänzt. Der erneuerte ECO-Zusatz besticht mit klarer Struktur, vereinfachtem Bewertungssystem und bringt die aktuellen Themen in das Label.

    Neu wurde das Thema «Klimaschutz und Ressourcen» mit 8 Vorgaben gestärkt, davon 2 neue zu «Restwert rückzubauender Bestandsbauten» und zum «Einsatz lokaler Ressourcen». Die Grenzwerte für Graue Energie und Treibhausgase wurden angepasst. Im Thema «Gebäudekonzept und Kreislaufwirtschaft» steht weiterhin die Nutzungsflexibilität und Wiederverwendung bzw. Wiederaufbereitung im Zentrum. Der Bereich «Gesundheit» wurde gekürzt, vereinfacht und im Bereich Baumaterialien verständlicher formuliert. Neu sind die Innovationsvorgaben in den Bereichen Gesundheit und Ökologie.

    Dank des neuen Bewertungssystems und der gemeinsamen Abwicklung mit dem Minergie-Nachweis auf der Label-Plattform vereinfacht sich die Nachweisführung und Zertifizierung. Die Kombination der strengeren Minergie-Baustandards mit dem neuen ECO-Zusatz bietet Bauherrschaften ein Label, das sie auf dem Weg in das zukunftsfähige Bauen unterstützt und die Qualität sicherstellt.

    Für die Anpassung gilt eine Übergangsfrist von 12 Monaten. Mehr Informationen zu den Anpassungen am Zusatz ECO stehen im entsprechenden Faktenblatt Zusatz ECO oder im Detail im Produktreglement, Zusatz ECO 2023.1.

    Der SNBS-Hochbau: Umfassend nachhaltig
    Mit dem SNBS-Hochbau werden Gebäude in allen Dimensionen der Nachhaltigkeit (Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt) geprüft und zertifiziert. Mit der aktuellen Anpassung wird die Anzahl Kriterien und Messgrössen um rund ein Viertel auf 35 Kriterien resp. 98 Messgrössen reduziert. Dies vor allem durch Weglassen, was in Normen und rechtlichen Grundlagen bereits ausreichend geregelt ist.

    Verschärft und ergänzt werden hingegen die Anforderungen für klimaangepasstes und CO2-armes Bauen. So wird bspw. das Denken in Kreisläufen geschärft, die Wiederverwendung von Bauteilen geregelt oder der Einbezug rückzubauender Gebäudeteile in die Bewertung der Treibhausgasemissionen von Neubauten integriert.

    Ein weiteres neues Thema ist das Mikroklima, also die Begrünung von Aussenräumen, Beschattung von Aufenthaltsbereichen oder Gestaltung von Eigenschaften von Oberflächen im Aussenraum.

    Für die Anpassung gilt eine Übergangsfrist von 12 Monaten. Mehr Informationen zu den Anpassungen am SNBS-Hochbau stehen im entsprechenden Faktenblatt SNBS-Hochbau oder im Detail im Kriterienbeschrieb SNBS-Hochbau 2023.1.

    Das SNBS-Areal: Für Nachhaltigkeit auf Arealebene
    Neu können die bekannten Qualitäten des SNBS-Hochbau auch auf Ebene Areal zertifiziert werden. Es wurden 22 Schlüsselkriterien vom SNBS-Hochbau auf das Areal übertragen und 8 neue Kriterien entwickelt. Es handelt sich dabei um Aspekte, deren Thematisierung sich bei Einzelgebäuden oft nicht lohnen, aber in Arealen entscheidend zu deren Nachhaltigkeit beitragen. Dazu gehören beispielsweise die Governance des Areals, Anforderungen an die Entwicklungsphase oder die Einbindung des Areals ins Umfeld. Im Areal sind Kompensationen bei Treibhausgasen, Energie, Mobilität und Bodennutzung möglich. Die Themen ESG und EU-Taxonomie werden im Kriterienbeschrieb ebenfalls adressiert. Zertifizierbar sind sämtliche Nutzungen auf einem Areal.

    Mehr Informationen zum neuen SNBS-Areal stehen im entsprechenden Faktenblatt SNBS-Areal oder im Detail im Kriterienbeschrieb SNBS-Areal 2023.1. Projekte können ab sofort geplant und ab November 2023 eingereicht werden.

    Das Minergie-Areal: Klimaschutz im Areal
    Minergie-Areale orientieren sich an denselben Zielen wie die Minergie-Baustandards, umfassen aber auch arealspezifische Anforderungen. Die einzelnen Gebäude sind mehrheitlich nach Minergie zu zertifizieren und erfüllen so neben höchsten Anforderungen an Energie- und Treibhausgasemissionen überdurchschnittliche Anforderungen an den Hitzeschutz und die Raumluftqualität. Neu bei Minergie sind die Vorgaben ans Arealmanagement, die klimaangepasste Gestaltung des Aussenraums und Anreize zu einer klimafreundlichen Mobilität. Damit soll auf Minergie-Arealen eine besonders hohe Lebensqualität sichergestellt werden.

    Mehr Informationen zum neuen Minergie-Areal stehen im entsprechenden Faktenblatt Minergie-Areal oder im Detail im Produktreglement Minergie-Areal 2023.1. Projekte können ab sofort geplant und ab November 2023 eingereicht werden.

    Ablösung der 2000-Watt-Areale
    Mit der Einführung des SNBS-Areal und des Minergie-Areal wird das bisher durch das Bundesamt für Energie geführte 2000-Watt-Areal abgelöst. Bestehende Areale «in Entwicklung» oder «in Transformation» finden in einem der neuen Areal-Labels eine gleichwertige Anschlusslösung. Für den Übergang ist gegenüber der Neuzertifizierung ein erleichtertes Verfahren vorgesehen.

  • Helion Energy und Meyer Burger gehen Partnerschaft ein

    Helion Energy und Meyer Burger gehen Partnerschaft ein

    Photovoltaik-Hersteller Meyer Burger hat mit dem Anbieter von Komplettlösungen für die Solarenergie und AMAG-Tochter Helion Energy eine strategische Partnerschaft vereinbart. Einer Medienmitteilung zufolge wird die AMAG Gruppe bei allen eigenen noch zu bauenden Photovoltaikanlagen bevorzugt Solarmodule von Meyer Burger verwenden. Die AMAG Gruppe wird im Rahmen ihrer Klimastrategie bis 2025 an ihren eigenen Standorten rund 75‘000 Quadratmeter Solaranlagen bauen.

    Helion Energy und die Meyer Burger Technology engagieren sich im Rahmen der strategischen Partnerschaft für den Wiederaufbau der Photovoltaik-Wertschöpfungskette in der Schweiz, heisst es in der Mitteilung weiter. Aktuell importiert die Schweiz ihre Solarmodule zu über 90 Prozent aus asiatischen Ländern.

    „Meyer Burger Hochleistungsmodule bieten eine Reihe von Vorteilen für die Kundschaft: Sie werden in der Schweiz entwickelt und nachhaltig in Deutschland produziert“, wird Helion-CEO Noah Heynen zitiert. Die Module zeigten geringere Leistungseinbussen über die Jahre und durch bessere Temperatur-Koeffizienten und Schwachlichtverhalten höhere Erträge zu allen Jahreszeiten. Sie seien für eine Lebensdauer von über 30 Jahren ausgelegt und mit einer branchenführenden Garantie von mindestens 25 Jahren ausgestattet.

    Laut CEO Gunter Erfurt ist Meyer Burger dabei, seine Produktion für Solarzellen und -module „massiv auszubauen“. Die Schweizer Solarmodule verfügten über einen Technologievorsprung gegenüber der asiatischen Konkurrenz und erwirtschafteten deutlich höhere Erträge über die gesamte Laufzeit.

  • Parlament beschliesst Solarpflicht für grosse Neubauten

    Parlament beschliesst Solarpflicht für grosse Neubauten

    Der Nationalrat hat sich mit 98 zu 95 Stimmen für eine Solarpflicht bei Neubauten mit mehr als 300 Quadratmetern anrechenbarer Fläche von Dächern und Fassaden ausgesprochen. Er folgte damit einem Minderheitenvotum seiner Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie, informieren die Parlamentsdienste in einer Mitteilung. Eine Ausweitung der Solarpflicht auch auf Umbauten wurde abgelehnt. Der Beschluss des Nationalrats entspricht einer bereits gefassten Entscheidung des Ständerats im Rahmen der Diskussionen um den Energie-Mantelerlass.

    In anderen Punkten des Energie-Mantelerlasses konnten die beiden Kammern bisher dagegen keine Einigung erzielen. Abweichend vom Ständerat sprach sich der Nationalrat am Montag weiterhin für eine Solarpflicht auch bei Parkplätzen ab einer bestimmten Grösse aus. Bei den Restwasservorschriften für Wasserkraftwerke votierte der Nationalrat für eine schärfere Eingrenzung der Ausnahmen als der Ständerat. Einigkeit besteht hingegen bei der Planung von Wasserkraftwerken, deren Restwasserstrecke durch ein Schutzgebiet von nationaler Bedeutung verlaufen würde. Derartige Projekte sollen nicht von vornherein ausgeschlossen werden.

    Das Energie-Mantelerlass genannte Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien dient der Umsetzung der Energiewende. Um die Gefahr eine Mangellage möglichst rasch zu bannen, solle der Mantelerlass möglichst noch  im laufenden Herbst von den Räten verabschiedet werden, wird Energieminister Albert Rösti in der Mitteilung zitiert. Nach dem Votum des Nationalrats geht die Vorlage nun zurück an den Ständerat.

  • Parlament einigt sich bei Solarpflicht für Gebäude

    Parlament einigt sich bei Solarpflicht für Gebäude

    Der Nationalrat entschied am Montag wie der Ständerat, auf Antrag einer Minderheit bei der Bereinigung des Energie-Mantelerlasses. Die Mehrheit der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (Urek-N) hatte indes auf der generellen Solarpflicht für Dächer und Fassaden bestanden, unterlag aber knapp.

    Energieminister Albert Rösti hatte vor dieser Formulierung gewarnt und gemahnt, die Vorlage mehrheitsfähig zu halten. Noch nicht einig sind sich die Räte bei der Solarpflicht für Parkplätze. Der Nationalrat will sie für grosse Flächen, der Ständerat nicht. Er hat nun wieder das Wort zur Vorlage.

  • Orientierung für Immobilien und EVU im komplexen Energiesektor

    Orientierung für Immobilien und EVU im komplexen Energiesektor

    Die fortschreitende Digitalisierung der Energiebranche wird massgeblich durch die Integration von Energiemanagementsystemen (EMS) vorangetrieben. Sie nutzen fortschrittliche Messgeräte und Sensoren, um Energieströme im Gebäude und darüber hinaus in Echtzeit zu überwachen und gezielte Optimierungen vorzunehmen. Diese Systeme spielen eine entscheidende Rolle bei der Transformation von zentraler zu dezentraler Energieversorgung. Zudem unterstützen sie Netzbetreibende bei den Herausforderungen einer ungleichmässigen Energieerzeugung, Verbrauchsschwankungen sowie der zunehmenden Elektrifizierung von Wärme und Mobilität.

    Der EMS-Markt hat in den letzten Jahren ein starkes Wachstum erfahren, was jedoch auch zu steigender Komplexität geführt hat. In diesem Kontext bietet die umfassende EMS-Marktübersicht von EZS, eine aktuelle Orientierungshilfe für Schweizer Anwenderinnen.

    Das Vergleichstool ermöglicht eine Erstevaluation unterschiedlicher EMS-Systeme und unterstützt damit sowohl Immobilienbesitzende als auch Energieversorgungsunternehmen bei fundierten Entscheidungen. Es bietet eine Filterfunktion, detaillierte Anbieterinformationen sowie die Möglichkeit, verschiedene Systeme miteinander zu vergleichen.

    Das neue Energie- und Stromversorgungsgesetz, das voraussichtlich ab dem 01.01.2025 in Kraft tritt, sieht unter anderem die Bildung von lokalen Elektrizitätsgemeinschaften sowie die Befreiung von Elektrizitätsspeichern von Netzentgelten vor. Damit entstehen neue Geschäftsmodelle, bei denen EMS eine wichtige Rolle spielen werden. Die EMS-Marktübersicht dient als Leitfaden, sich auf diese Veränderungen vorzubereiten.

    Die Marktübersicht ist kostenlos unter www.ems-vergleich.ch abrufbar.

  • Ecospeed vereinfacht Energiebuchhaltung für Gebäude

    Ecospeed vereinfacht Energiebuchhaltung für Gebäude

    Der auf Bilanzierung von Umweltkennzahlen spezialisierte Zürcher Softwareentwickler Ecospeed hat neue Funktionen in seine Software integriert. Laut einer Medienmitteilung wurden diese im Rahmen eines Relaunch der Enercoach-Software entwickelt und sollen den Kunden des Unternehmens noch in diesem Jahr zur Verfügung stehen.

    Die Software zeigt den Anwendern den energetischen Zustand von Gebäuden auf und vermittelt ein genaues Bild der Entwicklung von Verbräuchen, Emissionen und Kosten über einen bestimmten Zeitraum. Bislang tauchte bei der Berechnung der Verbräuche von Strom, Heizöl, Gas, und Fernwärme die Schwierigkeit auf, dass die Abrechnungen nicht dem Ablauf des Kalenderjahres folgten. Mit der Software-Erneuerung soll dieses Problem behoben und die Berechnung vereinfacht werden.

    „Man gibt einfach in der entsprechenden Maske die Rohdaten ein, d.h. den aktuellen Zählerstand oder den Verbrauchswert und das Erfassungsdatum“, wird Thomas Herzberger, Geschäftsführer von Ecospeed, in der Mitteilung zitiert. „Die Software rechnet die Werte auf das Kalenderjahr um.“

    Somit ist ein genauer Vergleich einschliesslich anschaulicher Visualisierung möglich. Die Daten können in Form von Tabellen, Grafiken und über den Zeitraum von mehreren Jahren angezeigt werden. Ebenso lässt sich die Wirksamkeit von Verbesserungsmassnahmen exakt ermitteln.

  • Windpark Quatre Bornes nimmt nächste Hürde

    Windpark Quatre Bornes nimmt nächste Hürde

    Der Windpark Quatre Bornes hat eine weitere Hürde genommen. Laut einer Mitteilung der Groupe E hat das Kantonsgericht Neuenburg die Einsprache der Gegner des Projekts gegen die drei Windräder auf dem Gebiet der Neuenburger Gemeinde Val de Ruz zurückgewiesen. Das Gericht habe seine Entscheidung unter anderem damit begründet, dass das Projekt von nationaler Bedeutung und der kantonale Richtplan nicht zu beanstanden sei. Die Einsprecher können nun Einsprache beim Bundesgericht erheben.

    Auch die sechs Windräder des Windparks, die auf dem Gebiet der Berner Gemeinde Sonvilier geplant sind, sind noch Gegenstand laufender Verfahren. Die Initianten hatten dort ursprünglich sieben Windräder geplant.

    Der Windpark wird von den beiden Gemeinden sowie 23 Landwirten und anderen Personen geplant. Groupe E investiert über seine Tochter greenwatt in das Projekt. Die ersten Windmessungen wurden 2006 vorgenommen. Der Windpark soll 63 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugen.

  • WWZ baut Geschäft mit Fernwärme aus

    WWZ baut Geschäft mit Fernwärme aus

    Die WWZ-Gruppe beobachtet eine steigende Nachfrage nach Fernwärme und Fernkälte. Der entsprechende Geschäftsbereich habe seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2023 im Jahresvergleich um 15 Prozent gesteigert, informiert der Zuger Energie-, Telekom- und Wasserversorger in einer Mitteilung. Im Berichtshalbjahr hat die Gruppe weitere Liegenschaften an ihre Energieverbünde Circulago und Ennetsee anschliessen können.

    Zukünftig soll der nach Ansicht von WWZ zukunftsträchtige Geschäftsbereich weiter ausgebaut werden. In Steinhausen wurde bereits eine Machbarkeitsstudie für einen Wärmeverbund durchgeführt, mit der Gemeinde Baar arbeitet die Gruppe derzeit an einer Machbarkeitsstudie. Investitionen in Fernwärme und Fernkälte führten zwar „vorübergehend zu höheren Betriebskosten, die Investitionen zahlen sich aber mittelfristig mit stabilen Cashflows aus“, schreibt WWZ.

    Auch im ersten Halbjahr 2023 hat der Ausbau des Fernwärme- und Fernkältegeschäfts die Betriebskosten des Unternehmens um knapp 4 Prozent erhöht. Das Betriebsergebnis konnte dennoch um 27 Prozent auf 13,6 Millionen Franken gesteigert werden. Hintergrund sind im Jahresvergleich um 24 Prozent auf 166,5 Millionen Franken gestiegene Nettoerlöse aus Lieferungen und Leistungen. Der Reingewinn fiel mit 15,7 Millionen um 8,4 Millionen Franken höher als im ersten Halbjahr 2022 aus.

  • Konsortium bringt Solarfaltdächer auf Autobahnrastplätze

    Konsortium bringt Solarfaltdächer auf Autobahnrastplätze

    Die Stromproduzentin Aventron aus Münchenstein, BG Ingenieure und Berater aus Lausanne, Cargo sous terrain (CST) aus Basel und dhp technology aus Zizers haben das Konsortium ABCD-Horizon gegründet, um entlang von Autobahnen Photovoltaikanlagen zu installieren.

    Einer Medienmitteilung zufolge sollen auf 45 Autobahnrastplätzen „in der Romandie und den Kantonen Wallis und Bern“ innovative Photovoltaikanlagen Strom zu erzeugen. Dieser soll vorrangig in die Ladeinfrastruktur entlang der Autobahnen fliessen. Die Gesamtleistung der Anlagen wird mit bis zu 35 Megawatt angegeben. Mit der Menge könnten rund 7800 Haushalte mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch von jährlich 4500 Kilowattstunden versorgt werden.

    Der Anstoss für die Solarstromproduktion auf nicht genutzten Flächen von Autobahnraststätten und Lärmschutzwänden kam der Mitteilung zufolge vom Bundesamt für Strassen (ASTRA). Im Rahmen einer nationalen Ausschreibung erhielt das Solarfaltdach Horizon von dhb Technology den Zuschlag für sämtliche Autobahnraststätten in der Region Romandie sowie in den Kantonen Wallis und Bern.

    Die erzeugte Energie wird den Angaben zufolge gespeichert in bestehenden Ladesäulen und Batterien. Käufer der überschüssigen Elektrizität seien die drei Hauptaktionäre von Aventron: Primeo Energie, Stadtwerke Winterthur und ewb sowie das ebenfalls zu ABCD-Horizon gehörende Unternehmen CST.

    Das Solarfaltdach Horizon zeichnet sich Unternehmensangaben zufolge durch „eine ästhetische Leichtbaukonstruktion mit seilbasiertem Tragwerkskonzept und einem patentierten Faltmechanismus“ aus. Dies erlaube weite Stützenabstände und grosse Höhen bis 6 Meter über dem Boden. Es verfügt zudem über einen Wetteralgorithmus, so dass auch im Winter Energie erzeugt werden kann. Die Bauphase ist von 2024 bis 2027 geplant.

  • Megasol nimmt auf seinem Parkplatz eigene Solardächer in Betrieb

    Megasol nimmt auf seinem Parkplatz eigene Solardächer in Betrieb

    Megasol hat seine Parkplätze am Hauptsitz in Deitingen in einen Solar-Carport mit 22 Ladestationen umgewandelt. „Wir haben ihn rund um unser bewährtes Solardach Nicer X entwickelt“, wird Daniel Sägesser, Geschäftsleitungsmitglied der Megasol Energie AG, in einer entsprechenden Mitteilung des international aktiven Solothurner Solarherstellers zitiert. Beim Schnellmontagesystem Nicer X werden die Solarmodule mit einem Schnappverschluss in vertikal verlaufende Profile eingeklinkt. Das Solardach kann auf Stahl- oder Holzkonstruktionen montiert werden und schützt auch bei geringer Neigung vor Regen, Hagel und Schnee.

    Megasol hat seinem am eigenen Hauptsitz eingerichteten Solarparkplatz den Namen Wingport verliehen. Auch die Mojen Solar GmbH will das für Grossparkplätze gedachte System mit den charakteristischen Auslegern vertreiben. „Ein solch gut ausgearbeitetes Komplettsystem hat uns bisher noch niemand angeboten“, wird Frank Helmcke, Geschäftsführer der deutschen Solarfirma, in der Mitteilung zitiert. „Da in vielen Teilen Deutschlands und auch Frankreichs eine Solare-Parkplatz-Überdachungspflicht besteht, nehmen die Anfragen seit einiger Zeit sehr stark zu.“ Hier will Mojen Solar im Zusammenspiel mit Megasol Lösungen anbieten. Dabei stellt der Solothurner Solarhersteller neben Nicer X alle Detailpläne für die Gesamtkonstruktion zur Verfügung. Für deren Umsetzungen arbeitet Mojen Solar mit weiteren Zulieferern für Fundament und Stahlkonstruktion zusammen.

  • dhp bringt sein grösstes Solarfaltdach nach Stuttgart

    dhp bringt sein grösstes Solarfaltdach nach Stuttgart

    Die in Zizers ansässige dhp Technology baut ihr bisher grösstes Solarfaltdach für das Hauptklärwerk in Stuttgart-Mühlhausen. Bis Frühjahr 2026 sollen auf einer Fläche von 17’000 Quadratmeter 5280 Module installiert werden. Laut einer Mitteilung handelt es sich bei der Anlage mit einer Leistung von 2745 Kilowatt Peak um das grösste von dhp installierte Solarfaltdach.

    Mit der Bündner Technik kann das Klärwerk in Baden-Württembergs Landeshauptstadt bis zu 11 Prozent seines Jahresverbrauchs selbst erzeugen. Mittelfristig werde ein Wert von 18 Prozent angestrebt.

    Laut den Plänen des Eigenbetriebs Stadtentwässerung Stuttgart (SES) sei eine Überspannung mit Solarmodulen nicht nur für das Belebungsbecken im Norden der 25 Hektare grossen Anlage vorgesehen, sondern auch für das südlich gelegene und ähnlich grosse Areal. Wie SES informiert, lassen sich durch die Investition mehr als 900 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

  • Wärmepumpenmarkt beruhigt sich

    Wärmepumpenmarkt beruhigt sich

    Der Verkauf von Wärmepumpen hat sich auf hohem Niveau eingependelt. Dies zeigt ein Blick auf die von GebäudeKlima Schweiz erfassten Marktzahlen. In den Jahren 2021 und 2022 verzeichnete der Schweizer Hersteller- und Lieferantenverband der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik regelmässig über 20 Prozent Absatzwachstum bei den Wärmepumpen. Im zweiten Quartal 2023 war es gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres noch ein Plus von zehn Prozent. «Das hat etwas Ruhe in den Markt gebracht und ermöglicht es uns, den angestauten Wärmepumpen-Bestelleingang vom vergangenen Jahr schrittweise abzubauen», so Luigi Di Cola, Geschäftsführer von Hoval Schweiz und Vorstandsmitglied von GebäudeKlima Schweiz. Tatsächlich hatte man die letzten zwei Jahre teilweise Lieferfristen von bis zu zwölf Monaten. Der Wärmepumpenmarkt sei seit 2020 vor dem Hintergrund der gestiegenen Preise für fossile Brennstoffe und der angestrebten Energiewende um über 50 Prozent gewachsen, erklärt Luigi Di Cola. Gleichzeitig gingen die Zahlen bei den fossilen Wärmeerzeugern vor allem im kleinen Leistungsbereich stark zurück. «Für grössere Öl- und Gasheizungen besteht jedoch weiterhin eine Nachfrage, dies unter anderem im Zusammenhang mit bivalenten Heizsystemen.»

    Zunahme bei Fernwärme
    Als Reaktion auf die Nachfrageexplosion hat beispielsweise Hoval die Produktion von Wärmepumpen um 300 Prozent ausgebaut, was nun seine Wirkung zeigt. Hinzu kommt, dass sich auch die Lieferketten wieder etwas stabilisiert hätten, wenn auch noch nicht ganz. «Leider kamen nicht ganz alle Zulieferer nach mit dem Ausbau der Kapazitäten. Das hat nun zur Folge, dass manchmal plötzlich spezifische Elemente wie beispielsweise Plattenwärmetauscher fehlen und wir dadurch einzelne Wärmepumpenmodelle nicht mehr produzieren können. Oder aber es fehlt an Wasserspeichern, so dass die Gesamtanlage nicht installiert werden kann.» Die Lieferketten dürften sich gemäss Luigi Di Cola in den nächsten Monaten jedoch weiter normalisieren. Auch rechnet der Geschäftsführer von Hoval Schweiz in absehbarer Zeit nicht mehr mit so hohen Wachstumszahlen bei den Wärmepumpen wie in den vergangenen Jahren. Zum einen, da viele Anlagenbesitzer mit geringeren finanziellen und/oder planerischen Hürden bereits gewechselt hätten. «Zum anderen beobachten wir in urbanen Gebieten nun eine starke Absatzzunahme von Fernwärmestationen, was natürlich Einfluss auf andere Heiztechnologien hat.»

    Weiterhin früh planen
    Als Hausbesitzer sollte man sich trotzdem noch immer frühzeitig Gedanken zur Zukunft der eigenen Heizung machen. So hat sich auf Seiten der Hersteller und Lieferanten die Situation zwar beruhigt. «Jetzt werden die bestellten Anlagen aber umgesetzt, entsprechend hoch ist die Auslastung bei den Installationsbetrieben», beobachtet Luigi Di Cola. Seitens Hersteller und Lieferanten unternehme man deshalb alles, um den Planern und Installateurinnen die Arbeit mit guten Dokumentationen und weiteren Hilfestellungen so weit wie möglich zu vereinfachen. Gleichzeitig wirbt der Geschäftsführer von Hoval Schweiz um Verständnis bei den Endkunden für allfällige entstehende Installationsengpässe und rät weiterhin, die Planung mit allen Beteiligten rechtzeitig in Angriff zu nehmen sowie die Gas- oder Ölheizung keinesfalls zu früh auszubauen.

    Quelle www.gebaeudetechnik-news.ch

  • Schlieren geht beim Solarausbau weiter voran

    Schlieren geht beim Solarausbau weiter voran

    Die Stadt Schlieren macht ihrer Medienmitteilung zufolge einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung und Mobilität: Sie nimmt bis Ende August sechs neue Ladestationen für elektrische Fahrzeuge sowie am IJZ Innovations- und Jungunternehmerzentrum an der Rütistrasse die grösste städtische Photovoltaikanlage in Betrieb.

    Jedes ihrer 1278 Module der neuesten Generation erbringt eine Leistung von 425 Watt Peak. Der erzeugte Solarstrom werde nicht nur ins Netz eingespeist, sondern auch für den Eigenverbrauch genutzt: „Das Projekt beim IJZ unterstreicht exemplarisch den Fortschritt in der Energiewende, auf den wir in diesem und vielen weiteren Projekten äusserst viel Wert legen“, wird Dr. Martin Nicklas zitiert, der das Energiecontracting der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) leitet. Denn mit dem dort produzierten Solarstrom werden das IJZ und die darin ansässigen gewerblichen Betriebe sowie die umliegenden Wohnungen versorgt. „Damit wird der PV-Strom am selben Ort produziert und genutzt – mehr Lokalität geht nicht.“

    Gerade angesichts der im Kanton bisher verfehlten Solarziele wolle Schlieren ein positives Zeichen setzen. Die Stadt forciere den Solarausbau auf den eigenen städtischen Liegenschaften, insbesondere auf Flachdächern, so Albert Schweizer, Bereichsleiter Liegenschaften und Standortförderung bei der Stadt Schlieren. „Unsere eigenen städtischen Instanzen sowie der Denkmalschutz und unsere Netzanbieterin EKZ unterstützen uns im Vorantreiben der Solarenergie massgeblich.“

  • Energie Wasser Bern tauscht 40‘000 Stromzähler aus

    Energie Wasser Bern tauscht 40‘000 Stromzähler aus

    Der Energieversorger Energie Wasser Bern (ewb) hat kürzlich den 40‘000. Smart Meter in Betrieb genommen. Damit schreitet die Digitalisierung der Stromversorgung termingerecht voran, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Demnach will ewb alle analogen Stromzähler bis Ende 2025 durch digitale Messgeräte ersetzen. Dadurch entfällt das Ablesen. Die Daten werden dann digital, verschlüsselt und automatisiert auf 15 Minuten genau an die Netzbetreiberin übermittelt. Bis 2027 müssen alle herkömmlichen Geräte ersetzt sein. Nach Unternehmensangaben will ewb das schon früher schaffen.

    Die Smart Meter ermöglichen ein besseres Haushalten mit Elektrizität, indem sie den Stromverbrauch detailliert dokumentieren. Sie zeigen beispielsweise an, zu welchen Zeiten der Stromverbrauch besonders hoch ist und wie er sich im Laufe der Zeit entwickelt. Dadurch können Kunden und Kundinnen gezielt eingreifen und zum Beispiel den Standby-Modus ihrer Geräte ausschalten, sparsamere Geräte anschaffen und die Nutzungsdauer anpassen.

    Digitale und intelligente Messsysteme sind wichtiger Bestandteil der Energiestrategie 2050 des Bundes. „Energie Wasser Bern leistet mit der raschen und flächendeckenden Installation der Smart Meter einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Energiezukunft“, heisst es in der Medienmitteilung.

  • Umwelt Arena zeigt Leuchtturmprojekt Bauen 2050 Urdorf

    Umwelt Arena zeigt Leuchtturmprojekt Bauen 2050 Urdorf

    Das neueste Leuchtturmprojekt des Konzepts Bauen 2050 der Stiftung Umwelt Arena Schweizist eine CO2-neutrale Wohnüberbauung in Urdorf. Sie wird Interessierten nun im Rahmen von Führungen zugänglich gemacht. Laut eines LinkedIn-Posts der Stiftung eignet sich das Programm auch als Firmenausflug. Im Rahmen eines ersten Moduls bekommen die Teilnehmenden eine Führung in der Wohnüberbauung selbst. Dabei wird ihnen auch eine Musterwohnung gezeigt. Das zweite Modul findet in der Umwelt Arena in Spreitenbach statt, wo weitere Hintergrundinformationen zum Konzept Bauen 2050 vorgestellt werden. Auch die Umwelt Area selbst steht dabei im Fokus. Zwischen den zwei Standorten könnten die Teilnehmenden unter anderem mit der Limmattalbahn verkehren.

    Die CO2-neutrale Wohnüberbauung in Urdorf weist mehrere nachhaltige Baukonzepte auf. So wurden etwa Recyclingbeton und Backstein verbaut, welche eine möglichst verlustfreie Speicherung solarer Wärmeenergie ermöglichen. Ausserdem tragen beispielsweise Duschen mit Wärmerückgewinnung, Erdsonden oder dreifach verglaste Fenster zu einer hohen Energieeffizienz bei. Dank solcher Massnahmen sind Strom und Wärme für Mieterinnen und Mieter innerhalb eines definierten Budgets kostenlos. Die Überbauung wurde von W. Schmid + Co. Glattbrugg sowie Ausstellungs- und Fachpartnern der Umwelt Arena gebaut.

  • Energie-Cluster lädt zu Tageskurs über Photovoltaikfassaden

    Energie-Cluster lädt zu Tageskurs über Photovoltaikfassaden

    Das Netzwerk Energie-Cluster mit Sitz in Bern lädt Interessierte am 12. September zu einem Tageskurs über Photovoltaikfassaden (PV-Fassaden) an die Hochschule Luzern (HSLU). In der Zeit von 8.30 und 17 Uhr beleuchten Referenten und Referentinnen verschiedene Aspekte rund um Hausfassaden zur Produktion von Solarenergie, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Demnach wird David Stickelberger, Leiter Markt und Politik bei Swissolar, ab 9 Uhr auf politische Rahmenbedingungen für PV-Fassaden eingehen. Ab 9.30 Uhr widmet sich Christoph Wangler, Product Owner PV Systems bei 3S Swiss Solar Solutions, der Frage, wie nachhaltig Solarmodule sind.

    Ab 10.40 Uhr geht Roger Buser, Dozent für Gebäudetechnik und Energie an der HSLU, auf die Prozessschritte von einer groben Abschätzung zum Bauprojekt ein. Anschliessend referiert Pierre-Olivier Cuche, Geschäftsleiter bei Solarwall, über die Architektur und Gestaltung von PV-Fassaden. Ab 11.40 Uhr referiert Andreas Haller, Leiter Innovation Solarsysteme bei der Ernst Schweizer AG, über Ausführungsplanung und Installation.

    Nach der Mittagspause geht es weiter mit dem Thema Brandschutz in einem Referat von Christian Renken, Geschäftsleiter der CREnergie GmbH. Ab 14 Uhr widmet sich Renken dem Thema Performance und Wirtschaftlichkeit.

    Auf ihn folgt Stefan Gränicher, Projektleiter Immobilienentwicklung der Frutiger AG, mit seinem Impuls über Rentabilität aus Sicht eines Immobilienentwicklers. Robin Bergamin, Beratung & Verkauf bei der Invisia AG, spricht anschliessend über Energiemanagement und die bestmögliche Nutzung von Strom.

    Letzter Vortrag des Tages ist der von Sina Büttner, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gebäudetechnik und Energie an der Hochschule Luzern, über die optimale Fassadengestaltung mit Solaranlagen sowie die Begrünung im Hinblick auf den Klimawandel.

  • Faltbares Solardach von iWorks ist validiert

    Faltbares Solardach von iWorks ist validiert

    Ein Team aus sieben Ingenieuren der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat im Rahmen eines Innosuisse-Projekts die Photovoltaiklösung des Liechtensteiner Unternehmens iWorks validiert. Bei der faltbaren Urbanbox handelt es sich um automatisch aus- und einfahrbare Solarmodulträger. Sie wurden für Städte und Unternehmen entwickelt. Das Validierungsteam der beiden Institute für Energiesysteme und Fluid-Engineering (IEFE) und für Mechanische Systeme (IMES) an der ZHAW-School of Engineering wurde von der Klimastiftung Schweiz unterstützt.

    Die Träger der Photovoltaikmodule werden bei extremen Witterungsbedingungen durch eine digitale Steuerung in eine robuste Box zurück- und bei günstigem Wetter wieder ausgefahren. Weil dadurch keine massive Unterkonstruktion nötig ist und die Module bei ihrem Weg in oder aus der Box von einer rotierenden Bürste gereinigt werden, fallen laut iWorks im Vergleich zu permanent installierten Solardächern erhebliche Kosten weg.

    „Mit diesem Meilenstein wird die wirtschaftliche Doppelnutzung von Flächen im urbanen Raum für die Solarstromerzeugung bereits im nächsten Jahr absehbar“, wird Prof. Dr. Franz Baumgartner vom IEFE, der an der ZHAW auch den Studiengang Energie und Umwelttechnik leitet, in einer Medienmitteilung zitiert. „Firmen und Kommunen erhalten damit eine weitere, effektive Möglichkeit ihren CO2-Fussabdruck zu reduzieren und zur Energiewende beizutragen.“

    Das Unternehmen iWorks sei zusammen mit dem Team der beiden ZHAW-Institute nun bereit, in die nächste Projektphase überzugehen, heisst es in der Mitteilung. Auf Basis des bisher Erreichten soll noch in diesem Jahr eine voll industrialisierte Urbanbox-Lösung für den kommerziellen Einsatz realisiert werden.