Kategorie: Regionen

  • Sekundarschule Seuzach generiert Generationenstrom

    Sekundarschule Seuzach generiert Generationenstrom

    Die EKZ fördert den Zubau grosser Solaranlagen über den unternehmenseigenen EKZ-Fonds. Hier wurde zuletzt die Einrichtung einer Solaranlage auf dem Dach der Sekundarschule Seuzach mit 30’000 Franken unterstützt, informiert EKZ in einem Beitrag auf LinkedIn. Gegen Ende September sind die Panels der Anlage installiert worden. Die Schüler und Schülerinnen der Sekundarschule konnten dabei im Rahmen des Impact Day von myblueplanet selbst Hand anlegen.

    Die Beteiligung der Lernenden ist Bestandteil der Arbeitsweise des EKZ-Fonds: „Bei den Projekten mit Schulen wird die junge Generation für eine klimaschonende Stromproduktion sensibilisiert“, heisst es in der Fondsbescheibung bei EKZ. Der von den Schulen nicht selbst verbrauchte Strom wird von EKZ als Generationenstrom an die eigenen Kunden und Kundinnen verkauft. Ein Teil der Erlöse fliesst dabei in den EKZ-Fonds zurück, um den Bau weiterer Solaranlagen zu finanzieren.

  • Umzugsdienstleister erweitert Angebot im Grossraum Zürich

    Umzugsdienstleister erweitert Angebot im Grossraum Zürich

    Der Schwyzer Umzugsdienstleister Optimal Umzug GmbH aus Lachen verstärkt sein Serviceangebot für den Grossraum Zürich. Künftig übernimmt die Firma für Privatpersonen sowie für Unternehmen sämtliche Arbeitsschritte, die ein Umzug mit sich bringt. Grund für die Fokussierung auf den Grossraum Zürich sei die dort gestiegene Nachfrage nach umfassenden Umzugsservices, informiert die GmbH in einer Medienmitteilung. Vom klassischen Möbeltransport reichen diese bis zum Ab- und Aufbau von Möbeln, dem Ein- und Auspackservice, der Umzugs- und Endreinigung mit Abnahmegarantie bis hin zur fachgerechten Entsorgung und Entrümpelung. Auf Anfrage sind ausserdem ein Möbellift und Spezialtransporte, etwa für Klaviere, verfügbar.

    Besonders hervorgehoben wird in der Mitteilung das Angebot einer persönlichen Beratung sowie einer fairen Preisgestaltung ohne versteckte Kosten. Bei der Beauftragung der GmbH mit einzelnen Services oder der Rundum-Durchführung des Umzuges gewährleistet die Firma eine kostenlose Besichtigung vor Ort, um das Umzugsvolumen einzuschätzen. Darauf basierend wird anschliessend eine unverbindliche Offerte gemacht.

    Die Geschäftsleitung der Optimal Umzug GmbH sieht besonders in der Gesamtheit der Services die Stärke der Firma: „Viele unserer Kunden schätzen, dass sie bei uns alles aus einer Hand erhalten. Unser Ziel ist es, Umzüge so angenehm wie möglich zu gestalten. Gerade in einer dynamischen Region wie Zürich ist ein verlässlicher Partner entscheidend.“

    Die Firma bleibt mit ihrem Hauptsitz in Lachen allerdings weiter regional verankert und bietet seine Leistungen weiterhin in den Räumen Lachen, Glarus, Rapperswil und Umgebung an.

  • Kompakter Standort bringt Beratung ins Stadtzentrum

    Kompakter Standort bringt Beratung ins Stadtzentrum

    IKEA hat einen neuen Plan and Order Point in Bern eröffnet, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Das Format Plan and Order Point dient in erster Linie für die Planung und Inspiration für neue Projekte, insbesondere im Küchenbereich. Laut der in Spreitenbach ansässigen IKEA Schweiz AG ist inzwischen jede zweite Bestellung mit Dienstleistungen wie Lieferung, Montage oder Planung verbunden. Für die entsprechende Umsetzung ist das Format Plan and Order Point entwickelt worden. Die kompakten Standorte befinden sich im Stadtzentrum, wie nun auch in Bern.

    „Ich freue mich, dass wir mit Bern unsere Plan and Order Points in einer weiteren Region anbieten können“, wird Janie Bisset in der Mitteilung zitiert, CEO und CSO von IKEA Schweiz. „Der Vorteil liegt auf der Hand: Kurze Wege und persönliche Beratung machen unser Angebot noch mehr Menschen zugänglich.“

    IKEA Schweiz hat seit 2022 bereits Plan and Order Points in Zürich, Chur und Winterthur eröffnet. In Bern stehen nun drei Mitarbeitende für die Kundinnen und Kunden bereit. Diese können dort auch direkt Artikel bestellen und diese nach Hause liefern lassen oder in einem Einrichtungshaus abholen. „Mit dem neuen Standort bringen wir diese Dienstleistung näher zu den Menschen in der Hauptstadt und eröffnen noch mehr Haushalten die Möglichkeit zu schönem und erschwinglichem Wohnen“, heisst es von Florence Stauffer, Leiterin des Planungsstudios.

  • Pilotprojekt Haute-Sorne weist nutzbares geothermisches Reservoir nach

    Pilotprojekt Haute-Sorne weist nutzbares geothermisches Reservoir nach

    Die Geo-Energie Jura SA hat laut einer Mitteilungdie Explorationsphase des Pilotprojektes Haute-Sorne abgeschlossen. Dabei konnte es im Rahmen einer Tiefbohrung bestätigen, dass das Gestein als geothermisches Reservoir genutzt werden kann. Die seismischen Grenzwerte werden bei der Steigerung der Durchlässigkeit des Gesteins eingehalten.

    Nun werden vom Kanton Jura beauftragte unabhängige Experten die Unterlagen aus sicherheitstechnischer Sicht prüfen. Anschliessend wird der Kanton über die Weiterführung des Projektes entscheiden.

    Geo-Energie Suisse wird nun weitere Projekte in der Schweiz mit einer elektrischen Leistung zwischen 10 und 30 Megawatt evaluieren. Aufgrund von Erfahrungen im Ausland geht das Unternehmen davon aus, dass Gestehungskosten für die Erzeugung von Strom von 15 Rappen pro Kilowattstunde möglich sein. Wenn die Produktion von Strom mit der von Wärme kombiniert wird, dann könnte die Wirtschaftlichkeit weiter verbessert werden.

    Geo-Energie Jura SA mit Sitz in Bassecourt ist ein 2015 gegründetes Gemeinschaftsunternehmen von Geo-Energie Suisse SA und den Energieversorgern von Baselland (ebl), Bern (ewb) und Zürich (ewz). Das Projekt Haute-Sorne will die Nutzung von Wärme in 5 Kilometern Tiefe für ein Geothermiekraftwerk erkunden.

    An der Geo-Energie Suisse SA mit Sitz in Zürich sind auch die Energieversorger des Tessins (aet), der Westschweiz (EOS) und Basels (iwb) sowie der Gasverbund Mittelland beteiligt.

  • Stärker als Stahl, leichter als Holz

    Stärker als Stahl, leichter als Holz

    Die Idee beruht auf einem gezielten Umbau der Mikrostruktur von Holz. Ausgangspunkt bleiben die natürlichen Hauptbestandteile. Cellulose, die als faserige Trägerstruktur für Zugfestigkeit sorgt, und Lignin, das als natürlicher Klebstoff die Fasern zusammenhält. Im Herstellungsprozess wird ein Teil des Lignins chemisch entfernt, wodurch die Zellulose dicht zusammengepresst werden kann. Das Ergebnis ist ein extrem kompaktes, fasergerichtetes Material mit hoher Dichte und vergleichsweise geringem Gewicht.

    Tests zeigen, dass Superwood rund zwölfmal stärker als unbehandeltes Holz ist und in bestimmten Kombinationen sogar eine höhere Zugfestigkeit als Stahl erreichen kann. Gleichzeitig bleibt der Werkstoff biologisch abbaubar und basiert auf einem nachwachsenden Rohstoff. Ein seltener Spagat zwischen Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit.

    Anwendungen im Bauwesen
    Für den Bausektor könnte Superwood zum Gamechanger werden. Seine Kombination aus Leichtigkeit, Tragfähigkeit und umweltfreundlicher Herkunft macht es für tragende Strukturen, Fassadensysteme oder modulare Leichtbauelemente interessant. Das Material lässt sich verarbeiten wie Holz, zeigt aber bessere Resistenz gegen Feuchtigkeit und Verformung.

    Inventwood arbeitet mit Bau- und Architekturpartnern an Pilotprojekten, etwa für vorgefertigte Wandsysteme oder hybride Holz-Beton-Konstruktionen. Auch im Infrastrukturbereich beispielsweise für Brücken, Dächer oder transportable Bauten, sehen Forschende grosses Potenzial.

    Auf dem Weg zur industriellen Nutzung
    Der Weg vom Labor zur Massenproduktion war lang. Die anschliessende Ausgründung Inventwood machte daraus ein marktfähiges Produkt. Entscheidend war die Skalierbarkeit des Verfahrens, das sich inzwischen auf grosse Holzelemente anwenden lässt.

    Das Unternehmen sieht in Superwood eine nachhaltige Alternative zu emissionsintensiven Materialien wie Stahl, Aluminium oder Beton. Die Herstellung benötigt weniger Energie und das gebundene CO₂ bleibt im Material gespeichert. Damit könnte Superwood einen Beitrag zur Dekarbonisierung des Bauwesens leisten.

    Holz als Hightech-Material
    Mit der Industrialisierung von Superwood schliesst sich ein Kreis zwischen traditionellem Baustoff und moderner Materialwissenschaft. Aus gewöhnlichem Holz wird ein Hochleistungsstoff, der sich in puncto Stabilität und Nachhaltigkeit neu definiert.

    Sollte das Material in grösserem Massstab verfügbar werden, könnte es den internationalen Holzbau grundlegend verändern, von urbanen Hochhäusern bis zu modularen Infrastrukturen. Die Zukunft des Bauens bleibt aus Holz, nur intelligenter.

  • Luzern stellt Richtplan öffentlich vor

    Luzern stellt Richtplan öffentlich vor

    Die Luzerner Bevölkerung wird laut Prognosen bis Mitte des Jahrhunderts um rund 120’000 Personen zunehmen und die Marke von 560’000 Einwohnerinnen und Einwohnern erreichen. Um dieses Wachstum geordnet zu bewältigen, verankert die Raumentwicklungsstrategie im Richtplan klare Ziele. Kompakte, effiziente und auf den öffentlichen Verkehr abgestützte Siedlungsstrukturen sollen Vorrang haben.

    Der Plan sichert den haushälterischen Umgang mit dem Boden und stimmt die Entwicklungsabsichten des Kantons mit jenen des Bundes und der Gemeinden ab. Er soll die Grundlage schaffen, um Wohnen, Arbeiten und Mobilität räumlich zu harmonisieren.

    Fokus auf Innenentwicklung und bezahlbaren Wohnraum
    Zentrales Element der Revision ist die Schaffung von Wohnraum, ohne wertvolles Kulturland zu gefährden. Der Richtplan setzt auf Verdichtung nach innen, etwa durch Mindestdichten und höhere Bebauungsgrade in verkehrsgünstigen Lagen und ermöglicht punktuelle Bauzonenerweiterungen dort, wo sie für preisgünstigen Wohnungsbau sinnvoll sind.

    Mit den sogenannten Zentrumsgebieten entstehen planerische Instrumente, um zentrale Standorte mit hoher Dichte gezielt zu entwickeln. Gemeinden sollen ihr Wohnraumangebot künftig verbindlich festhalten können. Ergänzend sind Massnahmen in anderen Politikbereichen nötig, etwa in der Bodenpolitik oder Förderprogrammen für gemeinnützigen Wohnungsbau.

    Arbeitszonen und wirtschaftliche Entwicklung
    Für Wirtschaftsflächen stärkt der Richtplan den lokalen Handlungsspielraum. Gemeinden erhalten die Möglichkeit, eigene Arbeitszonen zu erweitern, um Neuansiedlungen mit regionalem Bezug zu fördern und Wohnen und Arbeiten stärker zu verknüpfen.

    Der Kanton übernimmt mit dem Programm zu Entwicklungsschwerpunkten eine koordinierende Rolle. Zudem schafft der Richtplan Grundlagen für eine aktive Bodenpolitik, um Flächen im kantonalen Interesse. Wie strategische Arbeitsgebiete oder Infrastrukturprojekte gezielter zu steuern.

    Integration übergeordneter Nachhaltigkeitsziele
    Die Richtplanrevision verknüpft raumrelevante Themen mit übergeordneten Strategien. Aspekte zu Klimaschutz, Energieproduktion und Mobilitätsentwicklung aus kantonalen Projekten wie «Zukunft Mobilität Kanton Luzern» oder dem Planungsbericht Klima und Energie werden räumlich verankert. Damit greift die Planung ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen integrativ auf.

    Verfahren und politische Verantwortung
    Seit der Revision des Planungs- und Baugesetzes 2018 ist der Kantonsrat stärker in die Richtplanung eingebunden. Er legt die strategischen Ziele in der Raumentwicklungsstrategie fest, während der Regierungsrat die operative Koordination und die konkrete räumliche Festlegung in den Richtplankarten verantwortet.

    Die aktuelle Überarbeitung basiert auf Rückmeldungen aus der Mitwirkung 2023 sowie auf der Vorprüfung des Bundes 2024. Nach der öffentlichen Auflage werden alle Eingaben ausgewertet, bevor die bereinigte Fassung voraussichtlich im Sommer 2026 dem Kantonsrat zugeleitet und anschliessend dem Bundesrat zur Genehmigung vorgelegt wird.

  • «Die Baubranche ist agiler, als viele denken»

    «Die Baubranche ist agiler, als viele denken»

    „Ich liebe, was wir tun“, sagt Kull. „Wenn man es professionell macht, ist Bauen wirtschaftlich nach wie vor attraktiv.“ Sie betont jedoch, dass gesetzliche Vorgaben, Einsprachen und langwierige Verfahren die Bauprozesse erheblich verlangsamen. Die Pandemie habe allerdings gezeigt, wie anpassungsfähig die Branche ist: „Wir mussten keine Baustellen schliessen. Das war gelebte Resilienz.“

    Für Kull liegt die Stärke der Branche in ihrer Fähigkeit, sich auf neue Rahmenbedingungen einzustellen. Sie verweist auf die hohe Rechtssicherheit in der Schweiz, warnt jedoch vor der zunehmenden „Entschleunigung“ durch lange Verfahren und Einsprachen, die Milliarden binden. Dies gleichermassen bei Unternehmen, Investoren und öffentlichen Auftraggebern.

    Digitalisierung hebt Effizienzpotenziale
    Die oft zitierte Produktivitätskrise im Baugewerbe bezeichnet Kull als überholt. Digitalisierung und Building Information Modeling hätten die Produktions- und Kommunikationsprozesse revolutioniert. „Wir arbeiten heute mit klaren Zeitfenstern, just-in-time-Lieferungen und digitaler Koordination zwischen allen Gewerken“, erklärt sie.

    Projekte im Prinzip «BIM to Field» führten beim Unternehmen zu Effizienzsteigerungen von 10 bis 15 Prozent. „Das wirkt sich direkt auf Qualität, Termine und Kosten aus. Es ist die berechtigte Erwartungshaltung unserer Kunden“, so Kull. Besonders komplexe Vorhaben wie der Circle am Flughafen Zürich hätten die digitale Transformation des Unternehmens beschleunigt.

    Neue Zusammenarbeit im Bauwesen
    Kull beobachtet, dass General- und Totalunternehmer offener geworden sind für flexible Vertragsmodelle. Entwicklung Schweiz treibe gezielt integrierte Modelle voran, in denen Planung und Ausführung enger miteinander verzahnt sind. „Viele eiserne Regeln im klassischen GU-/TU-Vertrag sind heute nicht mehr sakrosankt“, erklärt sie.

    Das Ziel sei eine kooperative Kultur, in der Unternehmen Risiken gemeinsam tragen und Chancen gemeinsam nutzen. „Ein Anbieter ist schlecht beraten, wenn er auf Verträgen von gestern beharrt.“ Kull sieht in der Diversität der Modelle, vom Allianzansatz bis zu Gesamtverantwortungsmodellen, eine Antwort auf die zunehmende Projektkomplexität.

    Generationenwechsel und neue Arbeitskultur
    Auch interne Strukturen verändern sich. Der Einsatz digitaler Tools sei für jüngere Generationen selbstverständlich. „Softwarelösungen, KI und Kommunikationstools wie Teams haben unsere Arbeitsweise massiv verändert. Reisezeiten sind reduziert, Entscheidungswege kürzer geworden.“ Damit steigt zugleich die Attraktivität der Branche als Arbeitgeberin.

    Für Kull gehört zur Agilität von GU/TU-Unternehmen auch die Fähigkeit, Talente zu gewinnen und zu halten. „Unsere Projekte sind unsere Visitenkarte“, sagt sie. „Junge Menschen bewerben sich bei uns, weil sie an grossen, sichtbaren Bauprojekten mitwirken wollen.“

    Politische Hürden und Verantwortung
    Neben technologischer und organisatorischer Innovationskraft fordert Kull politischen Realismus. Die immer längeren Bewilligungsverfahren und die Vielzahl an Einsprachen lähmen laut ihr den Wohnungsbau. „Wir haben Projekte, die über ein Jahrzehnt in Vorbereitung sind. Das bindet enorme Ressourcen und schreckt Investoren ab.“

    Die aktuelle Regulierungsspirale bezeichnet sie als „toxisch“. Die Forderung nach mehr und günstigeren Wohnungen sei berechtigt, stehe aber im Widerspruch zu steigenden Auflagen. „Es braucht ein Umdenken in Verwaltung und Politik. Mehr Zusammenarbeit, weniger Misstrauen.“

    Fazit: Offenheit als Erfolgsprinzip
    Rebecca Kull stellt klar, dass die Bauwirtschaft ihre Zukunft selbst gestalten muss, digital, kooperativ und mutig. „BIM ist ein disruptives Prinzip, ähnlich wie früher CAD in der Planung. Wer sich öffnet, profitiert. Wer verharrt, bleibt zurück.“ Die Baubranche, sagt sie, sei längst ein Spiegelbild der Gesellschaft, agiler, anspruchsvoller und vernetzter denn je.

  • Neuer Windmessmast liefert Daten für geplanten Windpark

    Neuer Windmessmast liefert Daten für geplanten Windpark

    Axpo geht die nächste Phase seines Windkraftprojekts am Dreibündenstein an. Auf der Bündner Erhebung südlich von Chur werde am 9. Oktober ein 125 Meter hoher Windmessmast errichtet, informiert der Energiekonzern mit Sitz in Baden in einer Mitteilung. Er soll über ein Jahr hinweg Daten zu Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Wetterbedingungen und Fledermausaktivitäten sammeln.

    Das von Axpo-Tochter CKW eigens für das Projekt in Graubünden entwickelte System kommt dabei ohne eine externe Stromversorgung aus. Möglich wird dies durch eine Batterie, die von einer Photovoltaikanlage und zwei am Mast angebrachten Windgeneratoren geladen wird. Das System zur Datenerhebung kann von Axpo aus der Ferne überwacht werden und ist in einem speziellen Container untergebracht, der sich bei Bedarf sogar heizen lässt. „Diese technologische Innovation ermöglicht es uns, Windmessungen an Standorten durchzuführen, die bisher schwer zugänglich waren“, wird Cédric Aubert, Leiter Wind Schweiz bei Axpo, in der Mitteilung zitiert.

    Das Unternehmen plant, am Dreibündenstein bis zu acht Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 40 Megawatt einzurichten. Sie sollen jährlich über 65 Gigawattstunden Strom liefern, rund 60 Prozent davon in der Winterstromproduktion. Parallel zu den nun anlaufenden Windmessungen will Axpo die logistischen Anforderungen des Windparkprojekts in Transport- und Netzstudien ausloten.

  • Neues Reiseterminal stärkt Standort Frauenfeld

    Neues Reiseterminal stärkt Standort Frauenfeld

    Die Twerenbold Reisen Gruppe lässt in Frauenfeld ein neues Reiseterminal bauen. Neben dem Terminal für Busreisen mit Travel Lounge und Cafe sollen im neuen Standort auch die Mitarbeitenden des Reisebüros Mittelthurgau von Excellence Cruises untergebracht werden, informiert das Familienunternehmen aus Baden in einer Mitteilung. „Unser Angebot an Bus-, Musik- und Veloreisen mit Twerenbold Reisen, Schiffsreisen mit Excellence Cruises sowie Wanderferien mit Imbach Reisen wird dadurch noch zugänglicher“, wird Karim Twerenbold, Verwaltungsratspräsident der Twerenbold Reisen Gruppe und Inhaber in vierter Generation, dort zitiert. „Mit dem Terminal und Bürogebäude in Frauenfeld entsteht neben dem Firmensitz in Baden-Rütihof ein zusätzlicher Hub.“

    Mit der Planung des neuen Gebäudes hat Twerenbold Reisen die Strut Architekten AG betraut. Das Winterthurer Architekturbüro ist auf nachhaltiges Bauen spezialisiert. „Aus Überzeugung“ habe Strut Architektur daher beim neuen Reiseterminal mit hohem Betonverbrauch verbundene unterirdische Bauten möglichst eingeschränkt, heisst es in der Mitteilung.

    Der Neubau in Frauenfeld soll zudem über Luft-Wärmepumpen klimatisiert werden. Darüber hinaus ist eine Photovoltaikanlage geplant, die jährlich bis zu 120 Megawattstunden Strom erzeugen kann. Der Wasserverbrauch der Buswaschanlage soll weitgehend über Regenwasser gedeckt werden, das in einer Zisterne gesammelt wird.

    Die Stadt Frauenfeld hat den Plänen für das neue Reiseterminal bereits die Baubewilligung erteilt. Die Bauarbeiten sollen in der ersten Hälfte 2026 begonnen und im Jahr 2028 abgeschlossen werden. Über das Investitionsvolumen werden in der Mitteilung keine Angaben gemacht.

  • Zukunftsorientiert und agiler aufgestellt

    Zukunftsorientiert und agiler aufgestellt

    Der Verwaltungsrat hat entschieden, die Geschäftsleitung von sechs auf fünf Mitglieder zu reduzieren. Dies soll nicht nur die Agilität erhöhen, sondern auch operative Schnittstellen optimieren, um so die Werterhaltung und Wertsteigerung des Immobilienportfolios konsequenter voranzutreiben. Die Geschäftsleitung wird neu die Bereiche Immobilien, Entwicklung, Akquisition, Finanzen und Corporate Center umfassen.

    Führung mit klarer Verantwortlichkeit und umfassendem Know-how
    Nadia Mastacchi übernimmt den Bereich Immobilien, der nun neben Portfolio- und Transaktionsmanagement auch die Bewirtschaftung inkludiert. Dadurch wird eine einheitliche Schnittstelle geschaffen, die das Portfolio in seiner Gesamtheit stärkt.

    Marco Tondel bleibt Leiter Entwicklung und verantwortet zusätzlich die Realisierung. Die Bündelung dieser Aufgaben erhöht die Kosteneffizienz und stärkt die Wertschöpfungskette.

    Vinzenz Manser, mit über 20 Jahren Erfahrung bei Mobimo, führt neu den Bereich Akquisition. Die Zusammenführung erhöht die Marktwirkung und fördert die notwendige Agilität im intensiven Wettbewerb.

    Christoph Egli scheidet aus der Geschäftsleitung aus, nachdem der eigenständige Bereich Bewirtschaftung aufgelöst wurde. Sein langjähriges Engagement und die prägende Rolle im Bewirtschaftungsgeschäft werden vom Verwaltungsrat hoch geschätzt.

    Zukunftsfähige Führungsorganisation
    Mit dieser Reorganisation soll die gesamte Wertschöpfungskette stärker gebündelt und im Markt wirkungsvoller positioniert werden. Der Schritt unterstreicht die Strategie, weiterhin erfolgreich und agil auf die Herausforderungen eines sich wandelnden Immobilienmarktes zu reagieren.

  • Eigentum fördern statt verhindern

    Eigentum fördern statt verhindern

    Die Schweiz ist und bleibt das Land der Mieterinnen und Mieter. Der Traum vom Eigenheim rückt für viele immer weiter in die Ferne. Steigende Preise, höhere Zinsen und striktere Hypothekarvorschriften haben das Eigenheim für breite Bevölkerungsschichten unerreichbar gemacht. Gerade junge Familien oder Menschen mit mittleren Einkommen scheitern zunehmend an den Hürden des Systems. Dabei ist Wohneigentum weit mehr als ein Statussymbol. Es ist eine Form der Altersvorsorge, ein Beitrag zur Eigenverantwortung und Stabilität in einer zunehmend unsicheren Zeit. Wer in den eigenen vier Wänden lebt, spart langfristig Kosten und entlastet das Rentensystem. 

    Die Abschaffung des Eigenmietwerts ist deshalb kein Dammbruch, sondern ein notwendiger Türöffner. Sie beendet eine Ungerechtigkeit, bei der fiktive Einkommen besteuert werden, die real gar nicht existieren. Die Kritik, dadurch würden «Steuerschlupflöcher» entstehen, greift zu kurz. Entscheidend ist, dass die Reform mit klaren und fairen Regeln umgesetzt wird. 

    Wird die Schweiz damit zum Land der privilegierten Eigentümer? Nein, im Gegenteil. Erst durch eine Entlastung beim Eigenmietwert schaffen wir die Voraussetzungen, dass mehr Menschen den Schritt ins Eigentum überhaupt schaffen können. Das Ziel muss sein: Eigentum für viele statt Privilegien für wenige. 

    Unterstützung ja, Verstaatlichung nein
    Das primäre Ziel einer sinnvollen Wohnpolitik muss die Schaffung von geeignetem und bezahlbarem Wohnraum sein. Doch der Staat kann das nicht allein leisten. Öffentliche Bauträgerschaften sind oft schwerfällig, unflexibel und teuer. In Städten wie Zürich zeigt sich, dass eine zunehmende Verstaatlichung des Wohnungsmarktes zu Engpässen und zu einer künstlichen Verknappung führt. 

    Es braucht die privaten Bauherrschaften, die schnell und effizient auf die Bedürfnisse der Bevölkerung reagieren können. Die Aufgabe des Staates liegt nicht im Bauen selbst, sondern in der Schaffung der richtigen Rahmenbedingungen: schnellere Bewilligungsverfahren, flexible Umnutzungen und eine Planung, die Innovation zulässt statt verhindert. 

    Ein modernes Instrument wäre der Systemwechsel bei der staatlichen Wohnbauförderung. Weg von Subventionen an Gebäude, hin zu Wohnungsgutscheinen für Menschen, die tatsächlich Unterstützung benötigen. So kann Hilfe gezielt dort ankommen, wo sie gebraucht wird, ohne den Markt zu verzerren. 

    Wie viel Staat braucht die Immobilienwelt noch und wie viel Markt verträgt sie? Die Antwort ist einfach: Der Staat soll Rahmen setzen, aber nicht Mauern ziehen. Er soll Anreize schaffen, nicht blockieren. 

    Blick nach vorn
    Die Abschaffung des Eigenmietwerts ist kein isolierter Schritt, sondern Teil einer grösseren Entwicklung: hin zu mehr Eigenverantwortung, zu fairen Chancen für Mieter, die Eigentum anstreben, und zu einem funktionierenden Wohnungsmarkt, der auf Vertrauen und Innovation basiert, nicht auf Bürokratie. 

    Ob daraus der erste Dominostein für weitere steuerliche Entlastungen wird, hängt vom politischen Willen ab. Sicher ist aber: Wer die Menschen in den eigenen vier Wänden stärken will, stärkt das Fundament unseres Landes. 

  • Studie zeigt enormes Verdichtungspotenzial

    Studie zeigt enormes Verdichtungspotenzial

    Insgesamt liegt ein sinnvolles Entwicklungspotenzial auf 30% der bestehenden Siedlungsgebiete vor, das bei einer Realisierungsquote von 70% Platz für 2 Millionen neue Bewohner sowie 1,1 Millionen Arbeitsplätze bieten könnte.

    Die Untersuchung, durchgeführt von Sotomo im Auftrag von Urbanistica, schlägt vor, dass nachhaltige Innenentwicklung nur gelingt, wenn Dichte und Siedlungsqualität verbunden werden. Reine Verdichtung an verkehrs- und infrastrukturstarken Lagen reicht nicht aus. Vielmehr müssen verbesserte Nahversorgung, mehr Grünflächen, geeignete Ruhebereiche und ein differenzierter Nutzungsmix die Lebensqualität und die gesellschaftliche Akzeptanz sichern.

    Agglomerationen als Brennpunkte und Chancenräume
    Obwohl Städte wie Bern oder Zürich pro Fläche das höchste Potenzial aufweisen, liegt das grösste absolute Potenzial in den Agglomerationen. Dort könnten allein durch Innenentwicklung bis zu 870.000 Menschen neuen Wohnraum finden. Gemeinden wie Schwerzenbach, Opfikon und Vernier führen das Ranking hinsichtlich ihrer Entwicklungsmöglichkeiten an.

    Herausforderungen bei der Siedlungsqualität
    Gleichzeitig offenbart die Studie erhebliche Qualitätsdefizite, vor allem in Agglomerationen und Städten. Probleme sind etwa ein unausgewogener Nutzungsmix, Lärm und unzureichende Begrünung in städtischen Gebieten sowie mangelnde Nahversorgung und fehlender Zugang zu Naherholungsräumen in peripheren Zonen. Besonders in monofunktionalen Gewerbegebieten und Teilen der Westschweiz bestehen bauliche und soziale Defizite.

    Praktische Anwendung und neue Geschäftsfelde
    Für Investoren und Planer bietet die Studie eine präzise „Schatzkarte“ zur Identifikation deutlich nutzbarer Grundstücke und Areale bis auf Zonenebene. Dies erleichtert strategische Entscheidungen und minimiert Investitionsrisiken. Zudem unterstützt die Datenlage die Argumentation gegenüber Behörden und Bevölkerung, was den Prozess von Planungs- und Bewilligungsverfahren beschleunigen kann.

    Für die Bau- und Immobilienwirtschaft eröffnen sich durch die Aufwertung bestehender Areale grosse Chancen. Die Transformation monofunktionaler Gewerbegebiete zu lebendigen, gemischten Quartieren gilt als Erfolgsmodell und wichtige Antwort auf Wohnungsknappheit und steigende Baukosten.

    Innenentwicklung als Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum
    Die Studie richtet den Fokus darauf, dass Innenentwicklung nicht nur Flächenfrage, sondern vor allem eine Qualitätsfrage ist. Durch die Konzentration auf bereits erschlossene Gebiete können Infrastrukturkosten reduziert und Zersiedelung eingedämmt werden. Die Herausforderung bleibt, gesellschaftliche Akzeptanz für Nachverdichtung zu schaffen und strukturelle Hürden abzubauen. Voraussetzung für eine zukunftsfähige und lebenswerte Siedlungsentwicklung in der Schweiz.

    Diese Studie liefert somit ein datenbasiertes, vielversprechendes Fundament für die zukünftige Stadt- und Regionalentwicklung im Einklang mit dem Schweizer Raumplanungsgesetz.

  • «Zuger Mar-a-Lago»

    «Zuger Mar-a-Lago»

    Das Anwesen ist mit 5500 Quadratmetern das grösste private Seegrundstück und ein Unikat in Zug. Die Luxusvilla mit einem geforderten Preis von rund 50 Millionen Franken ist seit Ende Juni auf dem Markt. Sie wird wegen ihrer Pracht und Lage bereits als «Zuger Mar-a-Lago» bezeichnet, in Anspielung auf das bekannte Anwesen von Donald Trump in Florida. Laut Makler Robert Ferfecki gilt der Käufer dieser Villa als «König von Zug».

    Stadt mit strategischem Interesse
    Die Frist für Gebote ist mittlerweile abgelaufen und offiziell gehört die Stadt Zug zu den Mitbewerbern. Stadtrat und Finanzdirektor Urs Raschle bestätigte, dass die Eigentümerfamilie bereits im Frühling den Kontakt zur Stadt gesucht habe. Das Versprechen eines Angebots bis Ende September wurde eingehalten, Details zur Höhe bleiben indes geheim.

    Persönlicher Zugang als Trumpf
    Über das alleinige Gebot hinaus geht Raschle einen Schritt weiter. Er hat einen persönlichen Brief an die Eigentümerfamilie geschrieben. Obwohl der Kontakt grundsätzlich über die Makler läuft, soll dieser Brief die Bedeutung des Kaufvorhabens unterstreichen. Raschle hebt hervor, dass sogar das Zuger Parlament den Stadtrat beauftragt hat, den Kauf zu prüfen. Eine Botschaft mit Nachdruck, die Glaubwürdigkeit und Verhandlungsstärke vermitteln soll.

    Zukunftsperspektiven für Zug
    Ein Eigentumserwerb dieser Grössenordnung könnte dem öffentlichen Raum neue Impulse geben. Geplant ist, das Seebad und das Theater Casino zu erweitern. Projekte, die der Stadt gesellschaftliche und kulturelle Mehrwerte bringen würden. Die Entscheidung über den Kauf wird wegweisend für die zukünftige Entwicklung am Zugersee sein und bietet Zug die Chance, ein Statement als moderner und innovativer Standort zu setzen.

  • Ressourcen schonen und Gebäudelebenszyklen verlängern

    Ressourcen schonen und Gebäudelebenszyklen verlängern

    ETH-Professorinnen Catherine De Wolf und Maria Conen setzen sich für eine radikale Umkehr in der Bauwirtschaft ein. Anstatt alte, energetisch ineffiziente Gebäude zu opfern, plädieren sie für deren Erhalt, Sanierung und Erweiterung. Neben ökologischen Aspekten stehen dabei soziale und kulturelle Faktoren im Fokus. Gebäude beherbergen Identitäten und Geschichten, deren Erhalt wesentlich für das Stadtleben ist. Nachhaltigkeit wird so zur Verbindung von Umwelt, Gesellschaft und Architektur.

    Wiederverwendung von Baumaterialien
    Ein gutes Beispiel ist die Wiederverwendung von Glaselementen der Aussenrolltreppen des Centre Pompidou in Paris als Bürotrennwände. Die aufwändige Demontage, Sortierung und Reintegration ist kostenintensiv, bietet aber enorme ökologische Vorteile durch deutliche CO₂-Einsparungen und die Vermeidung von Abfall.

    Baumaterialien wie Holz und Beton bergen grosses, bislang ungenutztes Potenzial für die Wiederverwendung. Während Holz oft schlicht verbrannt wird, könnten Betonplatten ausgeschnitten und als Wandelemente dienen. Stahlträger werden zwar recycelt, aber meist energieintensiv eingeschmolzen, statt formstabil wiederverwendet zu werden. Die Herausforderungen liegen in der technischen Machbarkeit, Kosten und komplexen Planung.

    Digitalisierung und Materialpässe zur Optimierung
    Digitale Instrumente wie Materialpässe sollen künftig den Überblick über die Herkunft, Zusammensetzung und Nutzungsdauer von Bauteilen erleichtern. So werden Re-Use und Rückbau effizienter und transparenter. Die Harmonisierung solcher Standards ist Forschungsgegenstand, um in der Branche verbindliche Lösungen zu schaffen.

    Rechtliche und normtechnische Barrieren
    Ein weiterer Hemmschuh sind die heute vorherrschenden Normen, die primär auf Neubauten ausgelegt sind und Umbauten sowie den Kontext bestehender Gebäude unzureichend berücksichtigen. Dies erschwert Sanierungen und Arbeiten am Bestand aus energetischer Sicht. Gesetze und Vorschriften müssen künftig flexibler gestaltet werden, um zirkuläre Bauweisen zu fördern.

    Kreislaufwirtschaft als Wegbereiter für CO₂-Reduktion
    Die Baubranche ist verantwortlich für rund 50 Prozent der Ressourcenerschöpfung und erhebliche Mengen CO₂-Emissionen. Kreislaufwirtschaft mindert diese erheblich, indem sie Materialkosten, Abfälle und Energieverbrauch durch Wiederverwendung und modulares Bauen reduziert. Die Rückbaubarkeit durch verschraubte oder gesteckte statt verklebte Verbindungen ist dabei ein Schlüssel.

    Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
    Die grösste Herausforderung liegt im Aufwand der Demontage und Wiederverwendung sowie der Suche nach Abnehmern für wiederverwendete Materialien. Das Fehlen umfassender Marktstrukturen erschwert eine flächendeckende Umsetzung. Hier setzen Initiativen wie digitale Marktplätze und die Einbindung von spezialisierter Ingenieurskompetenz an.

    Modulares Bauen und flexible Nutzungskonzepte wie z.B. museale Nutzung von weniger gut isolierten Gebäuden, zeigen praktikable Zukunftsperspektiven. Vor allem die junge Generation von Studierenden und Forschenden an ETH und anderen Instituten treibt Innovationen voran, was Hoffnung auf eine nachhaltigere Bauwirtschaft macht.

  • Der grosse Wohn-Showdown

    Der grosse Wohn-Showdown

    Die Wohnschutzinitiative will verhindern, dass nach Umbauten oder Abrissen die Mieten unverhältnismässig steigen. Investoren sollen künftige Mieten mit der Baubewilligung genehmigen lassen, ebenso soll die Rendite gedeckelt werden. Eine Mehrheit im Kantonsrat (u. a. SVP, FDP, GLP) lehnt dies als zu starken Eingriff in Eigentumsrechte ab und warnt vor Investitionshemmnissen. Stattdessen schlägt die Kommissionsmehrheit einen Gegenvorschlag vor, der insbesondere Mieter vor missbräuchlichen Kündigungen schützen soll . Mit Informations- und Unterstützungsfristen von 12 Monaten bei Umstrukturierungen. Kritiker sehen darin ein Placebo, das die Mieterinnen wenig schützt und die Renditeinteressen unangetastet lässt.

    Starthilfe-Initiative des HEV
    Diese Initiative zielt darauf ab, den Zugang zu Wohneigentum zu erleichtern. Der Hauseigentümerverband fordert, dass der Kanton bis zu 15 Prozent des Kaufpreises für Selbstnutzer verbürgt, indem das Eigenkapital von 20 auf 5 Prozent gesenkt wird. Die Regierung unterstützt den Vorschlag, denn er könnte Familien mit mittleren Einkommen den Erwerb erleichtern. Linke Parteien warnen jedoch vor steigender Nachfrage und höheren Bodenpreisen, ohne dass das Wohnungsangebot nachhaltig wächst. Im Kantonsrat droht eine knappe Entscheidung.

    Wohneigentumsinitiative des HEV
    Diese Initiative verlangt, dass bei staatlich geförderten Wohnbauprojekten neben günstigen Mietwohnungen mindestens gleich viel selbstgenutztes Wohneigentum entsteht. Sie fand bisher keine Mehrheit, da Kritiker die einseitige Förderung von Mietwohnungen nicht als verfassungskonform sehen. Ein Gegenvorschlag, der Probleme bei der Berechnung des Eigenmietwerts adressieren sollte, hat ebenfalls geringe Aussicht auf Erfolg.

    Wohnungsinitiative der Grünen
    Die Grünen fordern die Gründung einer öffentlich-rechtlichen Wohnbauanstalt mit Startkapital von mindestens 500 Millionen Franken, um günstigen, gemeinnützigen Wohnraum zu schaffen und gemeinnützige Bauträger zu fördern. Die Mehrheit im Kantonsrat lehnt dies ab und schlägt stattdessen Rahmenbedingungen für beschleunigten Wohnungsbau vor. Die Initiatoren wollen bei Ablehnung eine Volksabstimmung erzwingen.

    Ausblick und politische Spannungen
    Die Debatte im Kantonsrat eröffnet einen politisch heissen Herbst. Ein weiterer Streitpunkt wird die Vorkaufsrecht-Initiative der SP sein, die den Gemeinden mehr Eingriffsmöglichkeiten bei Grundstückskäufen geben möchte, um Spekulation zu begrenzen. Ihr Gegenvorschlag hat vor allem wirtschaftliche und juristische Gegner.

    Die Positionen der Akteure zeigen das Dilemma zwischen Wohnraumschutz, Förderung von Eigentum und der Sorge um Investitionsanreize. Der Ausgang der Abstimmungen wird maßgeblich die zukünftige Wohnungspolitik im Kanton Zürich prägen und dürfte auch Signalwirkung für andere Schweizer Kantone haben.

  • Fünf Mobilitätstrends bewegen die Immobilienbranche

    Fünf Mobilitätstrends bewegen die Immobilienbranche

    Parken war lange ein Randthema. Heute gilt es als Schlüssel zur Wertoptimierung von Immobilien. Denn Aussenflächen, einst reine Infrastruktur, werden mit digitaler Technologie zu strategischen Ertragsfaktoren. “Parkraum ist nicht länger ein notwendiges Übel, sondern ein Bestandteil der Wertschöpfungskette”, sagt Jakob Bodenmüller, CEO von Wemolo. Sein Unternehmen betreibt europaweit über 3’500 Standorte mit täglich 2,5 Millionen Parkvorgängen und sieht eine Branche, die sich neu erfindet.

    1. Free-Flow-Technologie, der Abschied von der Schranke
    Kameras statt Schranken mit Kennzeichenerkennung ermöglicht Parkplatzmanagement ohne physische Barrieren, Ticketverlust oder Wartungsaufwand. Nutzerfahrzeuge werden digital identifiziert, berechtigte Nutzer parken automatisch. So lassen sich Betriebskosten um bis zu 60 Prozent senken, während die Kundenerfahrung steigt.

    Vor allem Mixed-Use-Quartiere profitieren. Einzelhändler, Dienstleister und Bewohner können Flächen je nach Bedarf steuern, etwa zeitlich begrenzt oder kontingentbasiert. Fremdparker werden automatisch erkannt und sanktioniert. Laut Wemolo sinkt deren Anteil innerhalb der ersten Monate um bis zu 85 Prozent.

    2. Shared Parking die neue Erlösquellen durch Kooperation
    Was tagsüber Supermarkt ist, kann nachts Wohnquartier werden. Shared Parking nutzt freie Zeitfenster auf Privatflächen und öffnet sie kontrolliert für Dritte. Supermärkte, Bürogebäude oder Fachmarktzentren erzielen so Zusatzerlöse von bis zu 80 Euro pro Stellplatz und Monat ohne bauliche Investitionen.

    Für Städte ist das Modell ein Befreiungsschlag. Rund ein Drittel des innerstädtischen Verkehrs entsteht durch Parkplatzsuche. Wenn privater Parkraum digital steuerbar wird, kann Verkehrsaufkommen sinken und Flächeneffizienz steigen. “Wir orchestrieren statt zu öffnen und die Kontrolle bleibt stets beim Betreiber.”, betont Dominic Winkler

    3. E-Mobility als Geschäftsmodell
    Ladepunkte sind nicht nur regulatorische Pflicht, sondern Umsatztreiber. Wer lädt, bleibt länger, ein messbarer Vorteil für den Handel. Studien zeigen, jede zusätzliche Lade-Minute verlängert die Verweildauer und steigert den Umsatz um über ein Prozent.

    Mit der Verknüpfung von E-Mobility und Smart Parking lässt sich Ladeinfrastruktur dynamisch steuern, bepreisen oder als Premium-Service anbieten. Die Integration ins Parkraummanagement-System reduziert den Aufwand erheblich und stärkt gleichzeitig die ESG-Performance einer Immobilie.

    4. Parking Intelligence benutzt Daten als Steuerungsinstrument
    Aus Parkraumdaten wird Unternehmensintelligenz. Automatisch erfasste Kennzahlen geben Aufschluss über Auslastung, Verweildauer, Kundenfrequenzen und saisonale Muster. Facility- und Asset-Manager können auf dieser Basis Mietmodelle anpassen, Personalplanung optimieren oder gezielte Vermarktungsstrategien entwickeln.

    Parking Intelligence schafft erstmals ein datenbasiertes Fundament für Standortentscheidungen. Damit wird Parkraum zum Spiegel der tatsächlichen Asset-Performance und somit messbar, vergleichbar und steuerbar.

    5. KI-Flächenmonitoring, vom Parkplatz zum Portfolio-Sensor
    Die nächste Stufe der Digitalisierung liegt über dem Asphalt. 360-Grad-Kameras und KI-Analytik überwachen Außenflächen in Echtzeit, erkennen Müll, Vandalismus oder Schnee und melden automatisch Service-Tickets an Facility Manager.

    Dadurch sinken Kontrollaufwände drastisch, Wartungsverträge werden objektiv bewertet und Standards lassen sich zentral steuern. Gerade bei portfolioweiten Beständen mit Hunderten Standorten ein Vorteil. Erste Betreiber testen bereits, wie sich Monitoring-Daten zusätzlich zur Standortoptimierung nutzen lassen.

    Parkraum als neues Asset
    Die Zukunft der Immobilienwirtschaft liegt nicht mehr nur im Gebäude, sondern davor. Die Expo Real 2025 hat gezeigt, wer Parkraum digital denkt, verändert das Geschäftsmodell einer Immobilie.

    “Die Herausforderung ist nicht, Trends zu kennen, sondern sie umzusetzen”, sagt Bodenmüller. Parkraummanagement wird zur Schnittstelle von Mobilität, ESG und Wertschöpfung. Ein dynamischer Markt, in dem Stillstand endgültig der Vergangenheit angehört.

  • Immobilienberatung mit Weitblick: Expertise für den gesamten Lebenszyklus

    Immobilienberatung mit Weitblick: Expertise für den gesamten Lebenszyklus

    Wer Immobilien besitzt oder plant, kennt viele Herausforderungen des Marktes, wie beispielsweise Leerstand zu verhindern und Mietpreise marktgerecht zu bestimmen, ohne Angebot und Nachfrage ausser Acht zu lassen. Genau hier setzt die Migros Bank mit ihrem einzigartigen Beratungsansatz an, der wirtschaftlichen Weitblick, Marktdaten und individuelle Lösungen vereint – für Eigentümerinnen und Eigentümer, die mehr wollen als nur Hypotheken, sondern eine individuelle und auf das Objekt angepasste massgeschneiderte Beratung. Der Beratungsansatz besteht aus verschiedenen Modulen, die je nach Situation und unabhängig voneinander mit der Kundin oder dem Kunden bearbeitet werden können.

    Zusammen mit der CSL Immobilien AG, einer Partnerin der Migros Bank, wird eine umfassende Dienstleistungspalette angeboten, die den gesamten Lebenszyklus von Immobilien abdeckt. Kunden profitieren von Bauherrendienstleistungen und der professionellen Bewirtschaftung ihrer Immobilien. Dieses Angebot wird durch fundierte Research- und Marktanalysen des Schweizer Immobilienmarkts abgerundet, wodurch Eigentümerinnen und Eigentümer zusammen mit der Migros Bank fundierte Entscheidungen treffen können.

    Umfassende Analysetools für zugeschnittene und fundierte Entscheidungen
    So können mit dem Immobiliendialog Verkehrswerte, Kaufpreise, Nettomieterträge, Renditen und Leerstandsquoten mit den Marktdaten der CSL Immobilien AG verglichen werden. Das ermöglicht eine Beurteilung der Positionierung des Kundenportfolios. Es ist für Büro-, Gewerbe- und Wohnimmobilien geeignet. Die Analyse von Wohnimmobilien auf der Ebene Wohneinheit hilft dabei, die Performance der Immobilie zu prüfen und zu managen. So werden die Wohneinheiten mit den Marktdaten verglichen und auf Grösse, Preis und Chancen analysiert. Damit kann mit Kundinnen und Kunden die Positionierung von Projekten frühzeitig ermittelt werden, Altbestand kann auf Marktbedürfnisse und Standards geprüft und Gründe für Leerstände können abgeleitet werden.

    Analyse der Zinsentwicklung: Ausblick auf künftige Hypothekenkosten
    Wer ein Haus kauft oder eine Wohnung als Stockwerkeigentum, muss auch einen Blick in die Zukunft werfen. Die Zinssätze von Hypotheken sind heute vergleichsweise günstig – doch was wird in zehn Jahren sein? Ist die Liegenschaft mit dem voraussichtlichen Einkommen dann noch tragbar? Mit der Zinsentwicklungsanalyse kann das Hypotheken-Portfolio mit verschieden definierten Zinsszenarien 10 Jahre in die Zukunft simuliert werden. Mit diesen geschätzten Zinskosten werden mögliche Absicherungsstrategien, beispielsweise Ablösung einer Hypothek oder Abschluss eines Folgeproduktes, direkt verglichen werden. Die Eigentümerinnen und Eigentümer können damit ihr Portfolio restrukturieren und an die Markterwartung anpassen.

    Nachhaltigkeit als Schlüssel zur Wertsteigerung von Immobilien
    Gerade für Besitzerinnen und Besitzer älterer Liegenschaften ist die Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema, das einen unmittelbaren Einfluss auf den Wert der Liegenschaft hat. Mit der Nachhaltigkeitsanalyse wird aufgezeigt, welche Vorteile es mit sich bringt, Immobilien auf nachhaltiger Basis zu sanieren. Dabei werden die CO2-Emissionen, die Energiekosten und der Energiebedarf einer Liegenschaft ermittelt und mit einem Modernisierungsplan dargestellt, welche Sanierungsmassnahmen einen positiven Einfluss auf diese Werte haben. Richtig getimte Sanierungen sind entscheidend, um den Wert einer Immobilie über den ganzen Lebenszyklus zu erhalten oder sogar zu steigern. Es ist ratsam, sich vor Beginn einer Sanierung von Experten beraten zu lassen, um die besten und kostengünstigsten Lösungen zu finden. Fragen rund um die Sanierung sind anspruchsvoll – vor allem auch, wenn es um alternative Energien geht. Bei besonders alten Liegenschaften gilt es zudem zu entscheiden, ob sich eine Sanierung lohnt oder besser neu gebaut werden soll. Diese Entscheidung hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Zustand des Gebäudes, die finanziellen Mittel und die persönlichen Vorstellungen. Wichtig ist auf jeden Fall eine langfristige Sanierungsstrategie, die hilft, die Kosten zu senken und die Lebensdauer des Hauses zu verlängern.

    Eine starke Partnerschaft mit Synergien
    Die Migros Bank arbeitet eng mit CSL-Immobilien zusammen. Beide Unternehmen sind operativ eigenständig. Durch diese strategische Partnerschaft profitiert CSL Immobilien von einer landesweiten Expansion und dem Zugang zu neuen Märkten, während die Migros Bank ihr Angebot im Immobilienbereich gezielt ausbauen kann. Gemeinsam decken sie mit einer erweiterten Dienstleistungspalette den gesamten Lebenszyklus von Immobilien ab – von der Finanzierung über die Bauherrenberatung bis zur Vermarktung. Die Zusammenarbeit schafft zudem bedeutende Synergien, insbesondere in den Bereichen Beratung und Finanzierung. Ein konkretes Resultat ist die gemeinsame Entwicklung des digitalen Maklerservices Nextkey, der den Verkauf von Immobilien effizient und kundenfreundlich gestaltet. Damit entsteht ein ganzheitliches Angebot, das Kundinnen und Kunden in allen Phasen rund um Wohneigentum begleitet.

    Ganzheitliche Betreuung für Immobilienbesitzerinnen und -besitzer
    Wer eine Immobilie besitzt oder plant, braucht heute mehr als nur eine Finanzierungslösung. Gefragt ist ein Partner, der den gesamten Lebenszyklus eines Objekts im Blick hat. Die Migros Bank positioniert sich mit ihrem Beratungsansatz genau in diesem Feld – als ganzheitlicher Begleiter, nicht nur als Hypothekengeber. In Zusammenarbeit mit CSL-Immobilien bietet sie massgeschneiderte Lösungen für Eigentümerinnen und Eigentümer, die ihre Liegenschaften nachhaltig, rentabel und zukunftsgerichtet entwickeln wollen. Ob Marktwertanalysen, Nachhaltigkeit, Rendite oder Zinsentwicklung: Mit modularen Tools und fundierten Marktdaten aus der Praxis werden individuelle Fragestellungen kompetent und vorausschauend adressiert. Das stärkt nicht nur die Entscheidungsqualität der Kundinnen und Kunden, sondern auch den Wert und die Zukunftsfähigkeit ihrer Immobilien. Die Migros Bank steht damit für eine neue Art von Immobilienberatung – vernetzt, partnerschaftlich und weitsichtig.

    «Wer eine Immobilie besitzt oder plant, braucht heute mehr als nur eine Finanzierungslösung. Gefragt ist ein Partner, der den gesamten Lebenszyklus eines Objekts im Blick hat.»

    «Wer ein Haus kauft oder eine Wohnung als Stockwerkeigentum, muss auch einen Blick in die Zukunft werfen. Die Zinssätze von Hypotheken sind heute vergleichsweise günstig – doch was wird in zehn Jahren sein?»

    Weitere Informationen unter: migrosbank.ch/potenzial

  • Neuer Schulterschluss für internationales Standortmarketing

    Neuer Schulterschluss für internationales Standortmarketing

    Der Kanton Aargau bereitet eine erneute Mitgliedschaft in der Greater Zurich Area vor. Der Kanton hatte sich der Organisation für das Standortmarketing erstmals von 2007 bis 2010 angeschlossen, erläutert die Kantonsverwaltung in einer Mitteilung. Auch aufgrund von unterschiedlichen Schwerpunkten konnte der Kanton Aargau damals aber kaum Ansiedlungserfolge verbuchen. Heute dagegen passten die strategische Ausrichtung von GZA und Wirtschaftsstandort Aargau „sehr gut zusammen“, heisst es in der Mitteilung. Anfang Jahr hat sich der Kanton daher auf eine erneute Mitgliedschaft in der GZA beworben.

    Konkret konzentriert sich die Standortförderung aktuell auf innovationsstarke Branchen, die auch für den Kanton Aargau wichtig sind. Als Beispiele werde in der Mitteilung Life Sciences, Automation und Digital Tech genannt. Der laut Mitteilung bisher in der Auslandsvermarktung kaum aktive Kanton Aargau hat sich für den Beitritt zur GZA entschieden, da dieser „kosteneffizienter und risikoärmer als der Aufbau einer eigenen Auslandsvermarktung ist“.

    Für die erste Periode einer neuen Mitgliedschaft in der GZA von 2027 bis 2032 sind Mittel in Höhe von 8,5 Millionen Franken erforderlich. Sie decken den Mitgliedsbeitrag und die Ausgaben für zwei erforderliche zusätzliche Stellen bei der GZA. Weitere 4,5 Millionen Franken will der Kanton zudem in den Jahren 2028 bis 2032 in die Standortförderung sogenannter Potenzialräume investieren. Hier sollen Zusammenschlüsse von Gemeindegruppen mit wirtschaftlichem Potenzial bei einer gemeinsamen professionellen Standortförderung unterstützt werden.

  • Computermaus aus Holz

    Computermaus aus Holz

    Leiterplatten sind das unsichtbare Grundgerüst der Elektronik. Bislang meist auf fossilen Kunststoffen aufgebaut. Ihre konventionelle Herstellung nutzt glasfaserverstärktes Epoxidharz.  Einen erdölbasierten Werkstoff, der am Ende seines Lebenszyklus kaum recycelbar ist und aufwendig entsorgt werden muss. Angesichts wachsender Mengen an Elektronikabfall wird dieses Recyclingproblem immer drängender.

    Am «Cellulose and Wood Materials»-Labor der Empa entstand deshalb ein Trägermaterial auf der Basis von Holz, das sich vollständig biologisch abbauen lässt. Unter der Leitung von Thomas Geiger entwickelte das Team im EU-Projekt HyPELignum eine Technologie, bei der Lignocellulose – ein bislang wenig genutztes Nebenprodukt der Holzverarbeitung – in eine robuste, funktionale Platte verwandelt wird.

    Funktion und Kreislauf schliessen
    Im Kern besteht das neue Material aus einer Mischung von Cellulosefibrillen und Lignin. Durch fein abgestimmte mechanische Prozesse entsteht ein stabiles Geflecht, das in einer «hornifizierten» Platte aushärtet. Die daraus gefertigten Leiterplatten können mit Leiterbahnen bedruckt und mit elektronischen Komponenten bestückt werden.

    Zentrale Herausforderung bleibt die Feuchtigkeitsresistenz. Denn gerade die Offenheit für Wasser macht das Material am Lebensende biologisch abbaubar. Ein Zielkonflikt, den das Empa-Team künftig noch besser auflösen will. Bei ihrem Erstversuch gelang es bereits, eine voll funktionsfähige Computermaus und weitere Geräte zu bauen. Nach Gebrauch könnten diese unter geeigneten Bedingungen kompostiert werden und wertvolle Metalle und Bauteile werden einfach zurückgewonnen.

    Von der Forschung in die Praxis
    Die Entwicklerinnen und Entwickler am Empa-Labor kooperieren eng mit Firmen wie Profactor, um die neuen Platinen in serienreife Produkte zu überführen. Das Potenzial für die Industrie ist gross. Gerade bei kurzlebigen Elektronikartikeln entsteht so eine Lösung, die Ressourcen schont, Entsorgungskosten senkt und den ökologischen Fussabdruck minimiert.

    Das Projekt HyPELignum legt ausserdem Wert auf nachhaltige Gesamtstrategien. Nicht nur Ausgangsmaterialien und Produktion, sondern auch Lebenszyklus-Analysen und Industriepartnerschaften stehen im Fokus. Mit Demonstrationsgeräten und geplanter industrieller Skalierung soll bis 2026 der Sprung von der Laborlösung zum marktreifen Produkt gelingen.

  • Luzern wird zur schönsten Altstadt der Schweiz gekürt

    Luzern wird zur schönsten Altstadt der Schweiz gekürt

    Luzern hat den TRAVELBOOK AWARD 2025 für die schönste Altstadt der Schweiz für sich entschieden. Bei der Preisverleihung am 23. September in Berlin wurden laut Mitteilung zum vierten Mal Trendreiseziele verschiedener Kategorien ausgezeichnet. Dahinter steht das nach eigenen Angaben grösste Online-Reisemagazin TRAVELBOOK, das zur BOOK Family des Berliner Axel-Springer-Verlags gehört. Erstmalig hätten 2025 hauptsächlich die Lesenden von TRAVELBOOK die Gewinnerdestinationen bestimmt, heisst es. Bei einem Online-Voting seien über alle Kategorien hinweg 150’000 Stimmen abgegeben worden.

    Im Begleittext zu Luzern wird hervorgehoben, dass die Luzerner Innenstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten und ihrem beeindruckendem Bergpanorama entspannt zu Fuss zu erkunden sei. Höhepunkt eines Besuchs sei nicht nur die weltberühmte Kapellbrücke, die Alt- und Neustadt miteinander verbinde. Besuchende könnten gleich mehrere grosszügige Plätze wie den Weinmarkt mit Brunnen oder historische Malereien an Hausfassaden entdecken.

    Als schönste Altstadt Deutschlands wurde Bad Wimpfen in Baden-Württemberg ausgewählt, für Österreich darf Salzburg den Titel für sich beanspruchen. Griechenland ist gemäss der Wahl 2025 das gastfreundlichste Land der Welt. Weitere Preise gingen an die Auvergne in Frankreich als beste Camping-Region Europas und an das Okavango-Delta in Botswana als bestes Reiseziel für eine nachhaltige Safari. Die Geheimtipp-Region Europas ist in diesem Jahr die Hohe Tatra im polnisch-slowakischen Grenzgebiet.

    „Die Ergebnisse spiegeln nicht nur das Wissen und die Sehnsüchte unserer Leser wider, sondern geben zugleich auch interessante Impulse für die Branche“, wird BOOK-Family-Chefredakteur Nuno Alves zitiert. TRAVELBOOK inspiriere seit Jahren Millionen Menschen, neue Orte zu entdecken.

  • Solarkraftwerk oberhalb Klosters nimmt Teilbetrieb auf

    Solarkraftwerk oberhalb Klosters nimmt Teilbetrieb auf

    Die ersten 15 Prozent von Madrisa Solar speisen Strom ins Netz ein. Die ersten 500 Solartische tragen laut einer Mitteilung 3000 bifaziale Solarmodule. Der Strom wird für den Betrieb der benachbarten Klosters-Madrisa Bergbahnen verwendet.

    Das Solarkraftwerk auf 2000 Metern oberhalb von Klosters Dorf soll im Vollausbau auf einer Fläche von 150‘000 Quadratmetern mit rund 20‘000 Solarmodulen eine Leistung von 11 Megawattpeak erzielen. Von den 17 Gigawattstunden Strom sollen 40 Prozent im Winterhalbjahr zwischen Oktober und März erzeugt werden. Die Inbetriebnahme der Gesamtanlage ist für Herbst 2027 vorgesehen. Im Herbst 2026 sollen bereits 50 bis 60 Prozent der Leistung zur Verfügung stehen.

    Die Madrisa Solar AG ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Repower, EKZ und der Gemeinde Klosters, die je zu einem Drittel beteiligt sind. Mit Madrisa Solar speist das erste Solarkraftwerk des nationalen Solarexpresses Strom ins Netz.

  • Wohnbauprojekt Alte Mühle erreicht wichtigen Meilenstein

    Wohnbauprojekt Alte Mühle erreicht wichtigen Meilenstein

    Die Swica Gesundheitsorganisation AG lässt auf dem ehemaligen Huggler-Areal in Suhr ein neues Quartier mit insgesamt 136 Wohnungen entstehen. Mit der Umsetzung des Projekts Wohnpark Alte Mühle hat SWICA die Halter AG aus Schlieren als Totalunternehmerin betraut. Rund ein Jahr nach der Grundsteinlegung ist nun auf dem Baugrund das Richtfest gefeiert worden, informiert Halter in einem Beitrag auf LinkedIn.

    Im Projekt Wohnpark Alte Mühle werden zehn Mehrfamilienhäuser in einer lockeren Baustruktur um die Alte Mühle herum gruppiert. Die Mühle selbst lasse sich ohne Denkmalschutzauflagen sanieren, erläutert Halter in der Projektbeschreibung. Die drei- bis fünfstöckigen Gebäude sollen bis Ende 2026 fertiggestellt sein. Schon jetzt sind etwa die Hälfte der entstehenden Mietwohnungen und ein grosser Teil der entstehenden Eigentumswohnungen reserviert.

  • Neue Leitung Vertrieb und Partnerschaften bei SwissCaution

    Neue Leitung Vertrieb und Partnerschaften bei SwissCaution

    In seiner neuen Rolle wird Massimo Paoletti den Dialog mit bestehenden Partnerunternehmen vertiefen und neue Kooperationen aufbauen. Ziel ist es, die Zusammenarbeit mit der Immobilienbranche noch enger zu gestalten und damit die Marktposition von SwissCaution in der Deutschschweiz und im Tessin weiter zu stärken.

    SwissCaution ist seit 1991 auf dem Schweizer Markt präsent und war das erste Unternehmen, das eine Mietkautionsgarantie ohne Bankdepot eingeführt hat. Heute vertrauen über 400’000 Kundinnen und Kunden auf die Lösungen des Unternehmens. Mehr als 2’500 Immobilienpartner, darunter Verwaltungen und institutionelle Akteure, arbeiten schweizweit mit SwissCaution zusammen. Als Tochtergesellschaft der Mobiliar gehört das Unternehmen zu einem starken Versicherungsverbund, der für Stabilität und Sicherheit steht.

    «Ich freue mich darauf, gemeinsam mit unseren Partnern nachhaltige Erfolge zu erzielen und die Kooperationen gezielt auszubauen», erklärt Massimo Paoletti.

    Ein besonderer Fokus liegt für ihn auf der Pflege langfristiger und vertrauensvoller Beziehungen. Damit soll den Partnern ein spürbarer Mehrwert geboten werden, während SwissCaution seine Rolle als verlässlicher Partner der Immobilienwirtschaft festigt. Durch die Kombination von langjähriger Vertriebsrfahrung, innovativen Lösungen und der engen Zusammenarbeit mit Partnern will das Unternehmen auch künftig einen aktiven Beitrag zur Weiterentwicklung des Immobilienmarktes leisten.

  • Politischen Fahrplan zur Klimaneutralität der Schweiz

    Politischen Fahrplan zur Klimaneutralität der Schweiz

    Der Abschlussbericht von POLIZERO nimmt die Schweizer Klimapolitik mit ungewohnter Klarheit ins Visier. Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend für Wirtschaft, Energieversorgung und Gesellschaft. Das Forschungsteam modellierte zahlreiche Pfade. Der Ausstieg aus fossilen Technologien, eine massive Ausweitung von Fernwärme und Solarkapazitäten sowie die zügige Einführung von Elektromobilität bilden das Fundament für das Netto-Null-Ziel.

    Ein Blick nach Europa zeigt, dass gerade in unsicheren Zeiten eine gezielte Harmonisierung mit EU-Standards zum Erfolgsfaktor werden. Besonders die Integration in einen gemeinsamen Energiemarkt und abgestimmte Vorschriften stärken die Versorgungssicherheit und beschleunigen Innovationen.

    Von der Strategie zur Skalierung
    Das Fenster für einschneidende Weichenstellungen schliesst sich. Ab 2035 verschiebt sich der Fokus auf das Hochskalieren klimafreundlicher Technologien. Modellrechnungen belegen, dass Wind- und Bioenergie, synthetische Kraftstoffe sowie CO₂-Abscheidung aus Industrie und Abfall ins Zentrum rücken. Durch Investitionen und verpflichtende Vorgaben, etwa für den Ersatz alter Heizsysteme, kann die Schweiz ihre Abhängigkeit von Energieimporten im Winter verringern und gleichzeitig industriellen Wandel ermöglichen.

    Fördermassnahmen und Innovationsanreize wirken als Starthilfe, werden jedoch im weiteren Verlauf gezielt durch strengere regulatorische Instrumente und den Ausbau des Emissionshandels ergänzt. Standhafte, aber anpassungsfähige Politik bleibt notwendig, um geopolitische Unsicherheiten und technologische Überraschungen aufzufangen.

    Flexible Umsetzung, klare Perspektive
    Die Studie empfiehlt einen ausgewogenen Ansatz statt radikaler Einzelschritte. Gelingt es der Schweiz, glaubwürdige eigene Initiativen mit konsequenter EU-Koordinierung zu verbinden, sind die Chancen auf Erreichen des Netto-Null-Ziels intakt. Entscheidend bleibt, dass jede Strategie flexibel bleibt. Anpassungsfähigkeit gewinnt an Bedeutung, je schneller sich Weltmärkte und Forschung verändern.

    Um Klimaneutralität zu realisieren, braucht es nicht das perfekte Rezept, sondern eine klar definierte Richtung und politisches Durchhaltevermögen. Die entscheidenden Schritte müssen jetzt gesetzt werden. Für eine Schweiz, die in Sachen Klimaschutz und Innovationskraft Europa mitprägt.

  • Alte Technik neu gedacht

    Alte Technik neu gedacht

    Wer heute an modernes Bauen denkt, sieht Glas, Beton und Stahl. Doch ein Baustoff, der schon seit Jahrtausenden existiert, kehrt mit Macht zurück, Stampflehm. Bereits früher entstanden daraus ganze Städte, Burgen und Tempel und viele dieser Bauwerke stehen noch immer.

    Stampflehm kombiniert regionale Rohstoffe, zirkuläre Nutzung und ein gesundes Raumklima. Er speichert Wärme, gleicht Feuchtigkeit aus und benötigt kaum Energie zur Herstellung. Der Baustoff reagiert damit auf zentrale Anforderungen der Bauwende, Ressourcenschonung, Klimaschutz und Wohngesundheit.

    Joschua Gosslar vom Institut für Tragwerksentwurf der TU Braunschweig spricht von einer „Renaissance des Lehms“, die traditionelle Handwerkskunst mit technischer Präzision verbindet.

    Wie Stampflehm funktioniert
    Stampflehm entsteht aus Lehm, Sand, Kies und Wasser. Diese Mischung wird in Schichten in eine Schalung eingebracht und verdichtet. Früher per Hand, heute häufig maschinell. Das Ergebnis sind massive, schichtweise strukturierte Wände mit hoher Wärmespeicherkapazität.

    Durch sein diffusionsoffenes Verhalten trägt der Baustoff zu einem ausgeglichenen Raumklima bei. Ohne baulichen Witterungsschutz jedoch verliert der Lehm an Festigkeit. Grosse Dachüberstände, wasserabweisende Putze oder konstruktive Trennungen sind daher unverzichtbar.

    Forschungsprojekte wie HyRaEarth arbeiten an dauerhaften Lösungen gegen die Feuchtigkeitsanfälligkeit, etwa durch umweltverträgliche hydrophobe Beschichtungen.

    Robotik auf der Baustelle
    Die Verarbeitung von Stampflehm ist mit vielen Arbeitsschritten, hohe Handwerksintensität und lange Bauzeiten aufwendig. Forschende der TU Braunschweig entwickeln deshalb eine robotische Fertigungseinheit, die Lehmwände additiv aufbringt. Schicht für Schicht, präzise und ohne herkömmliche Schalung.

    Das System kombiniert eine mitlaufende Schalung mit einer Verdichtungseinheit, die automatisch nach oben fährt. Ziel ist eine mobile Produktionseinheit, die vor Ort mit Aushubmaterial arbeitet. „Lehm ist vollständig reversibel“, erklärt Gosslar. „Er kann nach hundert Jahren wiederverwendet werden,  als Baustoff für ein neues Haus.“

    Damit überträgt die Forschung Prinzipien des 3D-Drucks auf den Lehm- und Erdbau und schafft so die Grundlage für industrielle und dennoch handwerklich geprägte Bauweisen.

    Internationale Pionierprojekte
    Weltweit zeigen Architekturbüros, was aus Erde entstehen kann. Casa Franca in Paris wurde mit 550 Tonnen Aushuberde zu tragenden Wänden verdichtet, die Klimaanlagen überflüssig machen. Das Bayalpata Hospital in Nepal verwendete lokalen Lehm und senkte so die Baukosten um 40 Prozent und stärkte die regionale Baukultur. Das Ricola-Kräuterzentrum in Laufen von Herzog & de Meuron nutzten vorgefertigte Stampflehmplatten, kombiniert mit Photovoltaik und moderner Haustechnik. Ein Wohnhaus in Desert Wash Home, USA, integriert sich topografisch in den natürlichen Wasserlauf.
    Diese Projekte belegen, dass Lehm längst kein Nischenmaterial mehr ist, sondern weltweit im zeitgenössischen Hochbau angekommen ist.

    Technische Werte und Normen
    Die Materialleistung von Stampflehm ist inzwischen gut dokumentiert. Seine Rohdichte liegt zwischen 1’700 und 2’400 kg/m³, die Druckfestigkeit bei 1,5 bis 2,5 N/mm² – einzelne Versuche erreichen bis zu 10 N/mm². Diese Werte machen ihn statisch tragfähig, erfordern jedoch neue Berechnungsmethoden, da der Elastizitätsmodul deutlich niedriger ist als bei Beton.

    Gesetzlich geregelt sind Lehmbauten durch die Normenreihe DIN 18940 bis 18948 sowie die Lehmbau-Regeln des Dachverbandes Lehm. Sie sichern die Produktqualität, engen die Anwendung aber auch ein.

  • Immobilienbranche zeigt sich vorsichtig optimistisch

    Immobilienbranche zeigt sich vorsichtig optimistisch

    Der aktuelle EXPO REAL Trendindex, eine Umfrage unter 579 Ausstellern und Besuchern der internationalen Fachmesse in München, zeigt ein überwiegend positives Stimmungsbild. 44 Prozent der Teilnehmenden bezeichnen die Lage am internationalen Immobilienmarkt als optimistisch, 35 Prozent als neutral und nur 22 Prozent als zurückhaltend.

    „Die Talsohle ist durchschritten, das Vertrauen kehrt langsam zurück“, sagt Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München. Zwar bleiben das Zinsumfeld, die schwache Konjunktur und zunehmende Regulierung zentrale Themen, doch das ausgewogene Ergebnis zeige, dass die Branche Schritt für Schritt zur Normalität finde.

    Mit Zustimmungsraten von über 89 Prozent, machen die Befragten deutlich, die grossen Einflussfaktoren bleiben Zinspolitik, politische Rahmenbedingungen, Konjunktur und Kapitalverfügbarkeit.

    Bürokratieabbau als Branchenappell
    Den grössten Handlungsbedarf sehen die Marktteilnehmer beim Rückbau administrativer Hürden. 79 Prozent der Befragten wünschen sich weniger Bürokratie. Auf Platz zwei mit 64 Prozent folgt der Wunsch nach besserer Kapitalverfügbarkeit, während harmonisierte Baugesetze und die Transformation des Immobilienbestands deutlich seltener genannt werden.

    Diese Ergebnisse spiegeln den weitverbreiteten Frust über Genehmigungsprozesse und Vorschriften wider, die insbesondere Neubauprojekte und energetische Sanierungen lähmen. Der Ruf nach effizienteren Verfahren wird damit zum zentralen politischen Anliegen der Immobilienwirtschaft.

    Wohnen bleibt wichtigste Anlageklasse
    Bei der Bedeutung der Assetklassen bestätigt sich der Trend der letzten Jahre. Wohnen führt mit 75 Prozent Zustimmung vor Pflegeimmobilien mit 66 Prozent und Datenzentren 63 Prozent. Logistik behauptet sich mit 47 Prozent im Mittelfeld, während Büro, Hotel und Handel mit jeweils rund 10 Prozent weiter an Attraktivität verlieren.

    In der Investorenlandschaft trauen die Befragten vor allem Kapitalverwaltungsgesellschaften 87 Prozent und institutionellen Investoren 83 Prozent, tragende Rollen zu. Crowdfunding und andere innovative Finanzierungsformen bleiben hingegen Randerscheinungen.

    Europa dominiert, USA verlieren an Vertrauen
    Beim Blick auf die internationalen Märkte zeigt sich eine deutliche Verschiebung. Europa bleibt mit 80 Prozent Nennungen klar führend, während die USA von 66 Prozent im Vorjahr auf nur noch 45 Prozent zurückfallen. Damit gewinnen Asien-Pazifik-Räume mit 64 Prozent weiter an Bedeutung. Innerhalb Europas sind Westeuropa, die D-A-CH-Region und Nordeuropa die attraktivsten Regionen.

    Das grösste Wachstumspotenzial sehen die Befragten in A-Lagen von B-Städten. Dort, wo hohe Nachfrage auf moderatere Preise trifft.

    Wohnraummangel bleibt zentrale Herausforderung
    Unverändert ist das Thema Wohnraummangel das dominierende Problemfeld. 95 Prozent der Befragten sehen in verbesserten Finanzierungskonditionen den entscheidenden Hebel, um mehr Wohnraum zu schaffen, dicht gefolgt von tieferen Baukosten von 94 Prozent.

    Weitere zentrale Ansätze sind Bauen im Bestand mit 91 Prozent, die Reduktion kostspieliger Baustandards 87 Prozent und serielles beziehungsweise modulares Bauen 86 Prozent. Skepsis herrscht dagegen gegenüber dem von der Bundesregierung angekündigten Bau-Turbo. Nur 13 Prozent bewerten die Massnahmen als zufriedenstellend.

    Europa im Dialog über bezahlbares Wohnen
    Auf der diesjährigen EXPO REAL diskutieren Entscheidungsträgerinnen und Experten aus Politik und Wirtschaft über konkrete Lösungen für bezahlbares Wohnen. Unter den prominenten Gästen sind Mona Keijzer, stellvertretende niederländische Ministerpräsidentin, und Eamon Ryan vom Housing Advisory Board der EU-Kommission. Auch die neue deutsche Bundesministerin für Wohnen, Verena Hubertz, wird teilnehmen.

    Die Messe bleibt damit zentraler Treffpunkt und Stimmungsbarometer der internationalen Immobilienwirtschaft und zeigt 2025 ein vorsichtig optimistisches Bild einer Branche, die wieder an Perspektive gewinnt.

  • Energie 360° und EKZ führen Übernahmegespräche

    Energie 360° und EKZ führen Übernahmegespräche

    Die Stadt Zürich hat bereits 2024 angekündigt, für Energie 360° neue Partnerschaften zu suchen. Nach dem Rückzug aus der städtischen Wärmeversorgung fokussiert sich das Unternehmen zunehmend auf Projekte ausserhalb des Stadtgebiets. Um seine Zukunft langfristig zu sichern, führte die Stadt mit externer Unterstützung Marktabklärungen durch und sprach mit mehreren Interessenten.

    Nun steht fest, Zürich und EKZ führen exklusive Verhandlungen über eine mögliche Übernahme. Die Gespräche sollen gemäss Mitteilung klären, ob der Zusammenschluss beider Energieunternehmen einen Mehrwert für den Kanton und die Stadt schaffen kann.

    Synergien für die kantonale Energiezukunft
    EKZ verfügt über breite Erfahrung im Aufbau und Betrieb komplexer Energieinfrastrukturen und liefert im Strombereich bereits 100 Prozent erneuerbare Energie. Durch einen Zusammenschluss mit Energie 360° könnte der Kanton Zürich künftig grosse Teile der Energieversorgung aus einer Hand steuern.

    Für Energie 360° würde die Integration in EKZ die konsequente Fortsetzung ihrer Transformation bedeuten. Weg vom fossilen Gas hin zu erneuerbaren Energieverbünden, Biogas und Ladeinfrastrukturen für Elektromobilität. Damit würde der Kanton Zürich im nationalen Vergleich einen markanten Schritt Richtung Netto-Null machen.

    Beobachter sehen in dieser Bündelung eine Chance, die regionale Energieproduktion, Netzinfrastruktur und Versorgungssicherheit stärker zu koordinieren. Gleichzeitig bietet die geplante Übernahme die Möglichkeit, Ressourcen und Know-how in einem zunehmend fragmentierten Markt effizienter einzusetzen.

    Entscheid bis Ende 2026 erwartet
    Ob der Zusammenschluss tatsächlich zustande kommt, entscheiden zwei Gremien. Auf Seiten der Stadt der Gemeinderat, auf Seiten von EKZ der Verwaltungsrat. Die Verhandlungen sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

    Für Zürich wäre der Verkauf ein bedeutender strategischer Schritt. Verbunden mit der Abgabe eines wichtigen Energieunternehmens, aber auch mit der Chance, das Ziel der Dekarbonisierung im Kanton vereint voranzutreiben. Sollte die Übernahme gelingen, entstünde im Raum Zürich ein Energieakteur, der Strom, Wärme und Mobilität konsequent auf erneuerbare Grundlagen stellt und damit die Weichen für eine klimaneutrale Zukunft stellt.

  • Neue Dynamik für Immobilienfonds

    Neue Dynamik für Immobilienfonds

    Für Immobilienfonds scheint die Reform auf den ersten Blick unspektakulär. Ihre Liegenschaften werden vermietet, die daraus erzielten Mieterträge sind weiterhin steuerpflichtig, der Eigenmietwert spielte hier nie eine Rolle. Institutionelle Investoren zahlen damit wie bisher auf reale Erträge und nicht auf fiktive Einkommen.

    Ganz anders sieht es bei Eigentümerinnen und Eigentümern von selbst bewohntem Wohneigentum aus. Sie profitieren unmittelbar, sofern ihre Hypothekarbelastung gering ist. Diese Verschiebung stärkt die Attraktivität von Wohneigentum und könnte die Nachfrage nach Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern weiter anheizen.

    Preissteigerungen in einem schwachen Renditeumfeld
    Die Abkehr vom Eigenmietwert fällt in eine Zeit, in der die Renditen von Immobilienanlagen bereits wieder auf ein tiefes Niveau gesunken sind. Die steigende Nachfrage nach eigengenutztem Wohneigentum dürfte die Preise erhöhen. Ein Szenario, das Projektentwickler zusätzlich unter Druck setzt. Ihre Kalkulationen werden enger, während Investoren und Fonds gleichzeitig mit stagnierenden Mietrenditen konfrontiert sind.

    Ein Anstieg der Preise wirkt sich zudem auf die Bewertung von Immobilienportfolios aus. Fonds, die hohe Marktwerte ausweisen, könnten in der Folge tiefere Anfangsrenditen verzeichnen. Eine Entwicklung, die institutionelle Anleger genau beobachten werden.

    Steuerpolitische Gegenmassnahmen denkbar
    Die Abschaffung des Eigenmietwerts wird Schätzungen zufolge zu jährlichen Steuerausfällen von rund 1,8 Milliarden Franken führen. Wovon ein Drittel den Bund und zwei Drittel die Kantone betreffen. Experten wie Emanuel von Graffenried von BN Conseils warnen, dass die Kantone diesen Ausfall teilweise durch neue Abgaben kompensieren könnten.

    Im Gespräch ist insbesondere die Einführung einer kantonalen Grundsteuer. Sollte eine solche Steuer Realität werden, wären nicht nur private Eigentümer betroffen, sondern auch institutionelle Investoren und Immobilienfonds. Damit würde die Reform indirekt doch eine zusätzliche Belastung für den professionellen Immobiliensektor bedeuten, wenn auch zeitversetzt.

    Langfristige Marktfolgen für Fonds
    Auch wenn die Abschaffung des Eigenmietwerts für Fonds kein unmittelbares Steuerthema darstellt, beeinflusst sie das Umfeld, in dem diese operieren. Steigende Wohneigentumspreise, höhere Bodenwerte und ein enger werdender Vermietungsmarkt verändern die Bewertungsgrundlagen von Immobilienanlagen.

    Fachleute erwarten, dass insbesondere Wohnimmobilienfonds mittelfristig Anpassungen in ihrer Portfoliostruktur vornehmen müssen. Gleichzeitig werden steuerpolitische Schritte der Kantone die Attraktivität einzelner Standorte verändern. Ein Aspekt, der künftig auch für Anlageentscheide institutioneller Investoren von Bedeutung sein dürfte.

  • Stadt Zürich zeichnet beste Bauprojekte 2025 aus

    Stadt Zürich zeichnet beste Bauprojekte 2025 aus

    Die ausgezeichneten Projekte, die zwischen 2021 und 2024 realisiert wurden, tragen mit ihrer architektonischen Qualität, einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und einem starken sozialen Bezug zur Identität und Lebensqualität der Stadt Zürich bei. Von Freitag, 3. Oktober, bis zum 9. November 2025 sind die prämierten Bauwerke in der thematischen Ausstellung im Zentrum Architektur Zürich zu sehen.

    Hundert Projekte, zehn Auszeichnungen
    «Die Qualität und Vielfalt der rund hundert eingereichten Projekte war beeindruckend», erklärte Stadtpräsidentin Corine Mauch. Die eingereichten Werke schaffen lebendige Stadträume mit hoher Aufenthaltsqualität, fördern sozialen Austausch und prägen die Identität der Quartiere. Eine interdisziplinäre Fachjury unter dem Vorsitz von Stadtrat André Odermatt wählte aus diesem breiten Spektrum die zehn herausragenden Bauten aus.

    Sozialräumliche und ökologische Verantwortung
    Die Bewertung ging über reine Architektur hinaus. Auch sozialräumliche Aspekte wie Inklusion, Begegnungsmöglichkeiten und der verantwortliche Umgang mit natürlichen Ressourcen flossen in die Entscheidungsprozesse ein. «All diese Projekte verbindet, dass sie Verantwortung übernehmen, für Menschen, Natur und die Identität der Stadt. Sie prägen, wie wir Zürich wahrnehmen und schaffen bleibende Erinnerungen», so André Odermatt.

    Freiraum als Schlüssel zur urbanen Lebensqualität
    Stadträtin Simone Brander hob besonders die Bedeutung auch kleiner und unscheinbarer Freiräume hervor: «Diese Zwischenräume bestimmen massgeblich, wie eine Stadt und ihre Quartiere funktionieren und wie wir sie erleben.»

    Publikumspreis geht an den Neubau des Universitäts-Kinderspitals
    Der Publikumspreis wurde durch ein Online-Voting ermittelt und ging mit rund 300 Stimmen an das Neubauprojekt des Universitäts-Kinderspitals Zürich. Mit seiner modernen Holz- und Betonarchitektur schafft das Gebäude eine warme Atmosphäre und setzt architektonisch sowie funktional neue Standards im Gesundheitsbau.

    Ausgezeichnete Projekte
    Büro- und Gewerbehaus Binzstrasse
    Bauherrschaft: Swiss Life Asset Management AG
    Architektur: EM2N Architekten AG
    Landschaftsarchitektur: Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG

    Gesamtinstandsetzung Wohnsiedlung «Im Birkenhof»
    Bauherrschaft: Stadt Zürich
    Architektur: Romero Schaefle Partner Architekten AG
    Landschaftsarchitektur: Westpol Landschaftsarchitektur GmbH

    Gesamtsanierung Hauptbahnhof Zürich Südtrakt
    Bauherrschaft: SBB AG, Immobilien Development
    Architektur: Aebi & Vincent Architekten SIA AG

    Gesamtsanierung Gebäude Q, Werkstadt Areal
    Bauherrschaft: SBB Immobilien AG
    Architektur: Baubüro in situ ag
    Nutzungstransformation: denkstatt sàrl

    Haus im Garten
    Bauherrschaft: Irma Peter
    Architektur: Loeliger Strub Architektur
    Landschaftsarchitektur: Permatur

    Hochhausensemble WolkenWerk und Messeturm
    Bauherrschaft: Leutschenbach AG, Nyffenegger Immobilien AG
    Architektur: Staufer & Hasler Architekten AG, von Ballmoos Partner Architekten AG
    Landschaftsarchitektur: Mavo GmbH

    Kongresshaus und Tonhalle Zürich – Instandsetzung
    Bauherrschaft: Kongresshaus-Stiftung Zürich
    Architektur: ARGE Boesch Diener
    Landschaftsarchitektur: Vogt Landschaftsarchitekten AG

    Neubau Universitäts-Kinderspital Zürich (Publikumspreis)
    Bauherrschaft: Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung
    Architektur: Herzog & de Meuron
    Landschaftsarchitektur: August + Margrith Künzel Landschaftsarchitekten AG

    Provisorische Sportbauten
    Bauherrschaft: Kanton Zürich, Baudirektion Hochbauamt
    Architektur: pool Architekten
    Landschaftsarchitektur: Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG

    Schulanlage Allmend
    Bauherrschaft: Stadt Zürich
    Architektur: Studio Burkhardt – Studio für Architektur ETH SIA
    Landschaftsarchitektur: Ganz Landschaftsarchitekten

    Auch provisorische Sportbauten und Schulgebäude wurden für ihre Nutzung von Holz und nachhaltige Gestaltung gewürdigt.

    Ausstellung und Podium
    Die Ausstellung im ZAZ Bellerive bietet die Möglichkeit, sämtliche ausgezeichneten Bauvorhaben im Detail kennenzulernen. Am 5. November 2025 findet dort zudem ein Podium zum Thema «Weiterbauen: Strategien für den Bestand» statt. Führende Expertinnen und Experten aus Architektur, Planung und Immobilienentwicklung diskutieren Perspektiven für die urbane Nachverdichtung und nachhaltige Nutzung bestehender Bausubstanz.

    Ein Preis mit Tradition und Zukunftssinn
    Die Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Zürich wird nur alle fünf Jahre verliehen und ist der renommierteste städtische Architekturpreis. Durch die bewusste Berücksichtigung nachhaltiger und sozialer Kriterien fördert sie eine Baukultur, die Zürich nicht nur heute prägt, sondern auch für zukünftige Generationen lebenswert macht.

  • Lern- und Unterstützungspassarelle für Lernende KV-Immobilien

    Lern- und Unterstützungspassarelle für Lernende KV-Immobilien

    Seither hat sich ein vielfältiges Unterstützungsangebot etabliert, das laufend weiterentwickelt und an aktuelle Anforderungen angepasst wird – zuletzt auch an die neue KV-Bildungsreform, die seit dem Lehrjahr 2023/2024 gilt. Kern dieser Reform ist der Fokus auf Handlungskompetenzen statt Fächer, um die Lernenden bestmöglich auf eine digitale, vernetzte und agile Arbeitswelt vorzubereiten. Die bisherigen B- und E-Profile wurden durch eine flexible Struktur mit Wahlpflichtbereichen und Vertiefungsmöglichkeiten ersetzt. Die ersten Abschlussprüfungen nach dem neuen Modell finden im Frühjahr 2026 statt.

    Als Antwort darauf hat SVIT Young Zürich eine attraktive Lern- und Unterstützungspassarelle entwickelt, die bei Lernenden, Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern sowie bei unseren Mitgliedern grosse Anerkennung findet.

    Kick-Off Immobilien-Lehre
    Endlich raus aus der Schule – hinein ins Berufsleben! Die Lehre ist für viele der erste echte Schritt in Richtung Zukunft. Doch was erwartet dich dabei – und was wird von dir erwartet? Bei uns bekommst du den Überblick. Klar ist: Du bist nicht mehr Schüler, sondern Lernender. Das bedeutet, du wirst weiterhin viel Neues lernen – aber nicht mehr nur im Klassenzimmer, sondern direkt im Berufsalltag. Von dir werden Zuverlässigkeit, Interesse und Eigeninitiative erwartet. Pünktlichkeit, Mitdenken und Verantwortung übernehmen sind dabei die Grundlagen.

    Weitere Infos: https://www.svit.ch/de/svit-zuerich/event/kick-immobilien-lehre-2026

    Lernen während der Lehre
    Die Vorbereitung auf die Praxis und die Abschlussprüfungen umfasst weit mehr als reines Fachwissen. Uns ist wichtig, auch deine mentale Stärke und Resilienz zu fördern. Denn was, wenn eine mündliche Prüfung nicht wie geplant läuft? Wie bleibst du ruhig, fokussiert und souverän? Dazu gehören Themen wie Präsentationstechniken, der Umgang mit Prüfungsangst und Strategien gegen Konzentrationsschwierigkeiten. Auch moderne Herausforderungen wie die ständige Ablenkung durch Smartphone und Tablet nehmen wir auf – denn sie können das Nervensystem belasten und das Lernen erschweren. Mit gezielten Übungen, etwa einem unterstützenden Augentraining, fördern wir deine Aufnahmefähigkeit und helfen dir, Wissen nachhaltig zu verankern.

    Weitere Infos: https://www.svit.ch/de/svit-zuerich/svit-young/lernen-waehrend-der-lehre

    QV-Campus 2026
    Beim viertägigen QV-Campus im Höhenhotel Emmetten (NW) werden Lernende im 3. Lehrjahr optimal auf das betriebliche Qualifikationsverfahren (den Branchenteil der Lehrabschlussprüfung) vorbereitet. Im Fokus stehen Theorie in Immobilien und Treuhand, Fachgespräche, Handlungssituationen, Präsentationstechniken, Auftrittskompetenz und der souveräne Umgang mit Prüfungsangst. Auf Wunsch können auch schulische Themen (ausser Fremdsprachen) gezielt vertieft werden. Alle Teilnehmenden werden bis zur Abschlussprüfung individuell begleitet. Und die Ergebnisse sprechen für sich: Teilnehmer des QV-Campus haben in den letzten Jahren regelmässig überdurchschnittliche Noten erzielt.

    Weitere Infos: https://www.svit.ch/de/svit-zuerich/qv-campus-2026