Mit 24 zu 18 Stimmen hat der Ständerat am Mittwoch eine Motion von Nationalrat Jürg Grossen angenommen. Der Bundesrat soll verbindliche Vorgaben schaffen, damit der Zugang zu privaten Ladestationen in Miet- und Eigentumswohnungen gewährleistet ist. Die Langsamladestationen seien ein zentraler Hebel für die Mobilitäts- und Energiewende, argumentierten die Befürworter.
Dekarbonisierung braucht Infrastruktur Flavia Wasserfallen betonte, dass fehlende Ladeinfrastruktur einer der Hauptgründe für stagnierende Verkaufszahlen bei Elektrofahrzeugen sei. «Autos müssen dort geladen werden, wo sie stehen», sagte sie. Auch Thierry Burkart plädierte für staatliche Rahmenbedingungen, «Verbrenner hätten sich auch nie ohne Tankstellen durchgesetzt.»
Eigentumsrecht versus Klimaziel Die Mehrheit der ständerätlichen Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie stellte sich gegen eine gesetzliche Pflicht. Sie warnte vor einem zu starken Eingriff in die Eigentumsgarantie und die Privatautonomie. Daniel Fässler argumentierte, der Markt solle bestimmen, wo welche Ladeinfrastruktur entsteht.
Bundesrat in der Pflicht Auch der Bundesrat hatte sich gegen die Motion ausgesprochen. Im geltenden Miet- und Stockwerkeigentumsrecht sei die Situation unklar geregelt, so die Regierung. Dennoch muss sie nun Vorschläge zur Umsetzung der Forderung ausarbeiten.
Vergangene Förderansätze gescheitert Im Rahmen der letzten Revision des CO₂-Gesetzes wollte der Bundesrat jährlich bis zu 30 Millionen Franken für Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern und auf öffentlichen Parkplätzen bereitstellen. Diese Massnahme scheiterte damals jedoch am Widerstand des Parlaments.
Laut einer Umfrage des Amts für Wirtschaft unter über 400 Unternehmen im Kanton Zürich bewerten 82 % den Standort positiv, 22 % sogar mit «sehr zufrieden», 60 % mit «eher zufrieden». Diese hohe Zustimmung stützt sich vor allem auf drei Faktoren, die ausgezeichnete Verkehrsinfrastruktur, die hohe Lebensqualität und die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Fachkräfte. Auch wirtschaftliche Stabilität und politische Verlässlichkeit wurden als Standortvorteile genannt.
Infrastruktur überzeugt Von den 24 bewerteten Standortfaktoren wurden Infrastruktur (71 %) und Lebensqualität (55 %) am häufigsten als Pluspunkte genannt. Der Arbeitsmarkt folgt mit 43 %. Auf der anderen Seite betrachten 90 % der Unternehmen das Kostenumfeld, insbesondere Mietpreise, Löhne und Auflagen, als klaren Nachteil. Ebenso kritisieren 64 % das Steuerumfeld. Zürich rangiert bei der Unternehmenssteuerbelastung schweizweit auf einem der letzten Plätze.
Verlagerungspläne in jedem vierten Unternehmen Ein Viertel der befragten Unternehmen hat in den letzten fünf Jahren über einen Wegzug aus dem Kanton Zürich nachgedacht oder plant diesen konkret. Haupttreiber ist die hohe Steuerbelastung. Gemäss Statistik verlagert jährlich über ein Prozent der Zürcher Unternehmen ihren Sitz in andere Kantone. Ein Trend, der sich mit der Einschätzung vieler Firmen deckt.
Im europäischen Vergleich gut positioniert Die Ergebnisse spiegeln sich auch in einer europäischen Vergleichsstudie des Amts für Wirtschaft wider. Zürich überzeugt im Vergleich mit anderen europäischen Wirtschaftsregionen vor allem durch seine Bildungslandschaft, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Handlungsbedarf sieht die Studie bei Themen wie Arbeitsmarktdynamik, Innovationsförderung und Regulierungsdichte.
Standort mit Stärken – aber unter Druck Der Kanton Zürich bleibt ein führender Wirtschaftsstandort mit hervorragender Infrastruktur, hoher Lebensqualität und einem kompetenten Arbeitsmarkt. Gleichzeitig signalisieren die Rückmeldungen der Unternehmen deutlich, dass das Kosten- und Steuerumfeld Anpassungen braucht, um Abwanderungstendenzen zu stoppen und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Für Entscheidungsträger heisst das, Standortpolitik aktiv weiterentwickeln, bevor die Stärken durch strukturelle Schwächen überlagert werden.
Mit 166 zu 2 Stimmen hat der Nationalrat am 14. Juni 2025 ein zinsloses Bundesdarlehen für die Erneuerung des Hauptsitzes der Internationalen Organisation für Migration bewilligt. Der Entscheid folgte auf ein bereits im März gefälltes Ja des Ständerats. Die IOM, als Teil des UNO-Systems, spielt eine führende Rolle in der globalen Migrationspolitik. Der aktuelle Standort im Genfer Morillons-Quartier stammt aus den frühen 1980er-Jahren und entspricht weder energetischen, funktionalen noch sicherheitsrelevanten Standards.
Ivestition mit strategischer Bedeutung Die Zustimmung des Parlaments erfolgte, obwohl die IOM kürzlich angekündigt hatte, rund 20 Prozent der rund 1000 Stellen in Genf abzubauen. Hintergrund ist ein Hilfsstopp der USA, einer der Hauptgeldgeber der Organisation. Aussenminister Ignazio Cassis betonte jedoch im Rat, dass das Bauprojekt auch mit reduziertem Personalstand, künftig rund 600 Mitarbeitende, sinnvoll dimensioniert sei. Die Schweiz verfolge mit dem Engagement eine klare gaststaatpolitische Strategie zur langfristigen Stärkung des internationalen Genf.
Finanzierungsstruktur und Zeitplan Das vom Bund gewährte Darlehen über 44,7 Millionen Franken ist zinslos und soll innerhalb von 50 Jahren zurückgezahlt werden. Die Gelder fliessen an die FIPOI (Immobilienstiftung für internationale Organisationen), welche das Projekt verantwortet. Der Kanton Genf beteiligt sich zusätzlich mit 21,6 Millionen Franken. Damit tragen Bund und Kanton etwa zwei Drittel der Gesamtkosten. Bereits 2022 hatte das Parlament ein Vorprojekt mit 5,7 Millionen Franken für Planungsarbeiten unterstützt. Der Baustart ist für Januar 2026 vorgesehen, der Bezug für 2029.
Genf als strategischer Standort internationaler Organisationen Die Unterstützung des Bundes ist als Teil der übergeordneten Gaststaatenpolitik zu verstehen. Genf beherbergt heute mehr als 40 internationale Organisationen und gilt weltweit als einer der bedeutendsten multilateralen Standorte. Die Schweiz verfolgt das Ziel, diese Rolle weiter zu festigen. Nicht zuletzt in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld um internationale Sitze. Die Modernisierung der Infrastruktur ist ein zentrales Mittel, um Organisationen wie die IOM dauerhaft an Genf zu binden.
Signal für Kontinuität trotz Unsicherheiten Mit der klaren Zustimmung zum Neubau der IOM-Zentrale bekennt sich die Schweiz einmal mehr zu ihrer Rolle als Gaststaat internationaler Organisationen. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und interner Kürzungen bei der IOM wird mit dem Projekt ein starkes Signal für die Standortattraktivität und die Verlässlichkeit der Schweiz gesetzt. Ein Aspekt, der für Fach- und Führungskräfte in Diplomatie, internationalen Organisationen und Bauwesen gleichermassen von Bedeutung ist.
Im Zuge der Trassenerneuerung der BLT-Tramlinie wurde ein neuer Sicherheitszaun notwendig. Statt einer konventionellen Lösung setzt das Projekt auf einen funktionalen Mehrwert. Einen vertikal installierten Solarzaun. Die Kombination von Sicherheitsinfrastruktur mit bifazialen Photovoltaikmodulen nutzt vorhandene Flächen doppelt und ohne zusätzlichen Landverbrauch, ein entscheidender Vorteil im urbanen Raum.
Hochleistung entlang der Schiene Insgesamt werden über 400 bifaziale Hochleistungs-Module installiert, die auf beiden Seiten Sonnenstrahlung aufnehmen und in Strom umwandeln können. Die prognostizierte Maximalleistung beträgt 194 kWp. Die Integration erfolgt auf einem speziell entwickelten Gestellsystem in Basaltgrau, das sich optisch harmonisch in das Stadtbild einfügt. Entwickelt wurde dieses System in Kooperation mit dem Unternehmen Next2Sun, das auf vertikale Photovoltaiklösungen spezialisiert ist.
Nachhaltige Energie aus dem Zaun Die Umsetzung erfolgt etappenweise. Während die erste Bauphase des Zauns bereits abgeschlossen ist, beginnt nun die Montage der Photovoltaikmodule. Das Projekt wird im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen der Solarzaun GmbH, der BLT sowie Alpsteinzaun + Tor AG realisiert. Die Integration in die bestehende Baustelle der Tram-Sanierung ermöglichte eine reibungslose Umsetzung.
Forschung und Perspektive Auch die Wissenschaft begleitet das Projekt. Professor Hartmut Nussbaumer von der ZHAW sieht im Solarzaun ein zukunftsweisendes Modell für urbane Energielösungen. Besonders hervorzuheben sei die Energieproduktion zu Tageszeiten, in denen klassische PV-Anlagen, etwa auf Dächern, weniger effizient arbeiten. Damit ergänzt das System konventionelle Photovoltaikstrategien und verbessert die saisonale Versorgungssicherheit.
Modell mit Signalwirkung für Städte weltweit Mit dem weltweit längsten Solarzaun setzt Basel ein starkes Zeichen für die intelligente Kombination von Mobilitäts- und Energieinfrastruktur. Das Projekt verbindet technische Innovation mit städtebaulicher Integration und wird voraussichtlich als Vorbild für ähnliche Ansätze in anderen Regionen dienen. Für Fach- und Führungskräfte in Stadtentwicklung, Energieplanung und Infrastrukturmanagement bietet dieses Modell konkrete Anregungen für eine nachhaltige Zukunft im urbanen Raum.
Die Vorlage zur Neugestaltung des Bahnhofs Locarno-Muralto wurde bei einer Stimmbeteiligung von 31 Prozent knapp abgelehnt. 33’723 Nein-Stimmen standen 33’621 Ja-Stimmen gegenüber. Damit wurde das Projekt mit einem hauchdünnen Vorsprung von 102 Stimmen gestoppt . Ein Resultat, das zeigt, wie umstritten städtebauliche Eingriffe auch bei regional bedeutsamen Infrastrukturprojekten sein können.
Geplante Investitionen für mehr Übersicht und Mobilität Das Projekt hätte eine umfassende Aufwertung des Verkehrsknotens mit einem Gesamtvolumen von 16 Millionen Franken umfasst. Der Kanton Tessin hätte davon rund 7 Millionen Franken getragen. Geplant war eine stärkere Fokussierung auf den Fuss- und Veloverkehr sowie eine effizientere Organisation der Busperrons. Ziel war es, die multimodale Anbindung des Bahnhofs zu verbessern und den öffentlichen Verkehr übersichtlicher und zugänglicher zu gestalten.
Widerstand aus dem Gewerbeumfeld Gegenwind erhielt das Projekt insbesondere von Geschäfts- und Gastronomiebetrieben rund um die Viale Cattori. Diese befürchteten, dass die erhöhte Busfrequenz, mehr als 250 Busse pro Tag, die Aufenthaltsqualität an der Seepromenade beeinträchtigen würde. Auch der Wegfall direkter Zufahrten für den motorisierten Individualverkehr zu Läden und Restaurants wurde als erheblicher Nachteil gewertet. Die Gegner argumentierten, dass dies die wirtschaftliche Attraktivität der Zone gefährden könnte.
Infrastrukturprojekt mit lokalem Zielkonflikt Die Ablehnung der Bahnhof-Neugestaltung in Locarno zeigt exemplarisch die Spannungsfelder zwischen Mobilitätswende, Stadtentwicklung und lokalem Wirtschaftsinteresse. Trotz klarer verkehrlicher und gestalterischer Vorteile konnte sich das Projekt nicht durchsetze. Vor allem wegen der befürchteten Nachteile für den bestehenden Gewerbestandort. Für künftige Infrastrukturprojekte mit städtebaulicher Wirkung wird dies als Mahnung dienen, betroffene Interessengruppen frühzeitig und umfassend in den Dialog einzubinden.
Die Stadt Shanghai stellt mit diesem Projekt ihre Fähigkeit unter Beweis, Denkmalschutz und Stadtentwicklung zu vereinen. Der Huayanli-Komplex, errichtet zwischen 1920 und 1930, ist Teil des Zhangyuan-Viertels, das auf eine über 140-jährige Geschichte zurückblickt. Mit einer Gesamtfläche von 4’030 Quadratmetern und drei Backstein-Holz-Bauten ist er nicht nur architektonisch bedeutsam, sondern auch ein bedeutendes Zeugnis städtischer Identität.
Die vorübergehende Umsiedlung ist notwendig, um darunter eine dreistöckige unterirdische Anlage von über 53’000 Quadratmetern zu errichten. Diese wird kulturelle und kommerzielle Räume, mehr als 100 Parkplätze und Verbindungen zu drei U-Bahn-Linien schaffen . Ein ehrgeiziges Vorhaben in einem dicht bebauten historischen Umfeld.
Robotergestützte Präzisionsarbeit im historischen Kern Angesichts der engen Gassen und geringen Platzverhältnisse setzte das Bauteam auf eine Kombination aus fortschrittlichen Technologien und massgeschneiderter Robotik. Insgesamt 432 selbstfahrende Roboter bewegen das Ensemble mit einer Geschwindigkeit von rund 10 Metern pro Tag. Eine logistische Meisterleistung, die minimale Störungen bei maximaler Präzision ermöglicht.
Darüber hinaus kamen miniaturisierte Roboter für Gründungsarbeiten zum Einsatz, die sich dank Fernsteuerung durch schmale Türen und Flure bewegen. Unterstützt von BIM und Punktwolken-Scans, wurden präzise 3D-Modelle des Bestands erstellt, um potenzielle Kollisionen und statische Herausforderungen frühzeitig zu identifizieren.
Smarte Erdbewegung und minimalinvasive Eingriffe Eine weitere technische Innovation stellen die eigens entwickelten Erdbewegungsroboter mit faltbaren Greifarmen dar. Diese können sich in Räumen mit weniger als 1,2 Metern Breite bewegen und nutzen Deep-Learning-Algorithmen, um zwischen Ton und Hindernissen zu unterscheiden. Dadurch wird das Bauprojekt trotz der beengten Verhältnisse mit hoher Effizienz und minimaler Gefährdung des historischen Bestands vorangetrieben.
Zhang Yi, Generaldirektor der für die Stadterneuerung verantwortlichen Tochtergesellschaft von Shanghai Construction No 2, erläutert das Vorgehen: „Wir haben mehrere kurvige Transportwege für den Erdaushub entworfen und ein Förderbandsystem wie in einer Fabrik implementiert. So lassen sich Störungen reduzieren und gleichzeitig hohe Arbeitsgeschwindigkeiten erzielen.“
Verknüpfung von Alt und Neu Das Vorhaben ist mehr als eine technische Meisterleistung. Es steht exemplarisch für eine städtische Vision, die historisches Erbe nicht als Hemmnis, sondern als Ressource begreift. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Huayanli-Komplex an seinen ursprünglichen Standort zurückkehren. Allerdings über einer modernen Infrastruktur, die ihn mit den umliegenden Hochhäusern, Einkaufszentren und Wohnquartieren verbindet. Die Integration oberirdischer Erhaltungsmassnahmen mit modernen unterirdischen Einrichtungen bietet ein Modell für die nachhaltige Revitalisierung historischer Quartiere in wachsenden Metropolen. Für Shanghai und für internationale Stadtplaner und Ingenieure, ist dieses Projekt ein Meilenstein. Es zeigt, wie sich kulturelle Identität und urbane Modernisierung zu einem harmonischen Ganzen verbinden lassen.
Wohneigentum liege weiter im Trend, leitet ImmoScout24 eine Mitteilung zum aktuellen ImmoScout24-Kaufindex ein. Er wird monatlich von dem zur SMG Swiss Marketplace GroupAG gehörenden Marktplatz für Immobilien in Zusammenarbeit mit dem auf Immobilien spezialisierten Beratungsunternehmen IAZI erhoben. Der aktuelle Kaufindex zeigt für den Mai einen Anstieg der Preise gegenüber April sowohl bei Eigentumswohnungen als auch bei Einfamilienhäusern.
Dabei zogen die Preise für Eigentumswohnungen mit 0,8 Prozent schweizweit deutlich stärker als die Preise von Einfamilienhäusern (0,3 Prozent) an. Innerhalb der einzelnen Regionen haben die Fachleute allerdings deutliche Unterschiede ausgemacht. «Besonders gross ist die Auswahl aktuell in der Genferseeregion», wird Martin Waeber, Managing Director Real Estate der SMG Swiss Marketplace Group, in der Mitteilung zitiert. «Am knappsten ist das Angebot hingegen in der Grossregion Zürich, eines der drei bevölkerungsreichsten Gebiete der Schweiz.»
In der Grossregion Zürich haben denn auch die Preise für Einfamilienhäuser mit 3,9 Prozent im Monatsvergleich besonders stark zugelegt. Am anderen Ende der Skala steht die Ostschweiz. Hier gingen die Preise gegenüber April um 2,1 Prozent zurück. Bei Eigentumswohnungen steht die Ostschweiz hingegen mit einem Plus von 2,7 Prozent an der Spitze. Schlusslicht ist hier das Mittelland mit einem Minus von 0,7 Prozent.
ImmoScout24 ist ein Geschäftsbereich der SMG Swiss Marketplace Group AG. In dieser sind die digitalen Marktplätze von TX Group, Ringier und Mobiliar vereint.
Der UBS Alpine Property Focus 2025 bewertet die Entwicklung des Ferienwohnungsmarkts im Alpenraum. Fünf Schweizer Destinationen führen das Preisranking an. Engadin/St.Moritz GR sichert sich Platz 1 mit mindestens 22’300 Franken pro Quadratmeter. Die Top 5 werden von Verbier VS, Zermatt VS, Gstaad BE und Andermatt UR komplettiert. Die Preise für alpine Ferienwohnungen stiegen im vergangenen Jahr bei hoher Nachfrage um 2,3 Prozent.
Das Aufkommen hybrider Arbeitsformen nach 2020 löste die aktuell hohe Nachfrage aus, heisst es in einer Medienmitteilung der UBS. Seit 2020 verteuerten sich alpine Ferienwohnungen um rund 30 Prozent. Das Jahr 2024 sah eine gedämpfte Preissteigerung im Alpenraum. Die Preise in französischen und italienischen Destinationen verteuerten sich um durchschnittlich 4, in Schweizer Standorten um 3 Prozent. In Österreich gingen sie um 3 Prozent zurück.
«Kurzfristig dürfte sich die Preisentwicklung im Alpenraum in den nächsten Quartalen weiter abschwächen», sagt Maciej Skoczek, Immobilienökonom bei UBS und Hauptautor der Studie. Alpine Ferienwohnungen erfreuen sich grosser Nachfrage, doch die verhaltenen Wirtschaftsaussichten und die Inflation belasten Haushalte, sagt der Ökonom.
Die Studie bewertet die Aussichten Schweizer Immobilien positiv. Diese erfreuen sich bei geopolitischen Turbulenzen als sichere Kapitalanlagen grosser Beliebtheit. Gesenkte Hypothekarzinsen und ein geringes Angebot an Ferienwohnungen stützen Schweizer Preise zudem.
Risiken für den Ferienwohnungsmarkt sieht die Studie in regulatorischen Eingriffen: Die Lockerung des Zweitwohnungsgesetzes dürfte die Angebotslage entspannen, während die geplante Verschärfung der Lex Koller den Grundstückserwerb für Ausländer stärker reguliert, so die UBS. Diese Eingriffe dämpfen die Preisentwicklung im Luxussegment.
Das Start-up Voltiris aus Epalinges hat laut einer Mitteilung des Kanton Aargau seine bisher grösste Solaranlage auf einem Gewächshaus der Meier Gemüse AG in Rütihof installiert. Die Solaranlage basiert auf einer Filtertechnologie, bei der für die Stromerzeugung genutzte Lichtwellen herausgefiltert und auf ein Solarpanel umgeleitet werden, während das für die Photosynthese benötigte Licht ungehindert ins Gewächshaus gelangen kann. Auf diese Weise können Pflanzen ohne Ertragseinbussen angebaut und gleichzeitig erneuerbare Energie erzeugt werden. Der Kanton Aargau unterstützte die Solaranlage mit 50’000 Franken.
Die Solaranlage in Rütihof erstreckt sich über eine Fläche von rund einem Hektar und liefert mit etwa 1730 Solarpaneele rund 234 Kilowatt Strom. «Als Schweizer Startup sind wir stolz, dass die erste und weltweit grösste Anlage mit unserer Spektral-AGRI-PV Anlage hier im Kanton Aargau ihren Betrieb aufgenommen hat», wird Dominik Blaser, Chefproduktingenieur und Mitgründer von Voltiris, in der Mitteilung zitiert.
Durch die Filtertechnologie können die Photovoltaik-Module von Voltiris, anders als herkömmliche Solaranlagen, innerhalb von Gewächshäusern eingesetzt werden, ohne Schatten zu werfen. Durch eine konkave Anordnung des Filters wird das Licht ausserdem gebündelt und kann so mit einer vierfachen Intensität auf das Photovoltaik-Modul treffen. Auf diese Weise kann ein höherer Energieertrag erzielt werden als bei herkömmlicher Sonneneinstrahlung.
Die Solaranlage steht zudem vor dem Hintergrund der kantonalen Energiestrategie, welche vorsieht das Netto-Null-Ziel 2050 zu erreichen und die Versorgungssicherheit zu stärken.
«Die vorliegende Anlage zeigt beispielhaft, wie Landwirtschaft und Energieproduktion sinnvoll kombiniert werden können», wird Markus Dieth, Regierungsrat und Landwirtschaftsdirektor, in der Mitteilung zitiert.
Der Bau des Projekts Madrisa Solar von Repower, den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) und der Gemeinde Klosters hat entsprechend einer gleichlautenden Mitteilung der Partner begonnen. Auf rund 2000 Meter Höhe entsteht oberhalb von Klosters eine Solaranlage mit 12 Megawatt Produktionsleistung. Sie soll pro Jahr rund 17 Gigawattstunden Strom liefern. Über 40 Prozent davon sollen im Winter anfallen. Der produzierte Strom wird von EKZ für die Kundschaft im eigenen Versorgungsgebiet und die Klosters-Madrisa Bergbahnen abgenommen.
Nachdem sich die Bevölkerung der RGemeinde Klosters im Oktober 2023 für Madrisa Solar ausgesprochen hatte, starteten im Herbst 2024 die ersten Vorarbeiten. Mit der Planung und Umsetzung von Madrisa Solar konnten vorwiegend regional ansässige Unternehmen beauftragt werden. Bis Ende 2025 sollen rund 15 Prozent der Anlage in Betrieb genommen werden. Die vollständige Inbetriebnahme ist für Ende 2027 geplant.
«Nach einer intensiven Planungsphase und nach einem anspruchsvollen Genehmigungsverfahren mit vielen involvierten Parteien erfüllt uns der Start mit grosser Befriedigung», wird Michael Roth, Leiter Produktion & Netz bei Repower und Mitglied der Geschäftsleitung, zitiert. Paul Sidler, der Leiter Erneuerbare Energien bei EKZ, bezeichnet Madrisa Solar als «ein weiteres Engagement für eine sichere und nachhaltige Stromversorgung in der Schweiz. Zudem leistet dieses komplexe Pionierprojekt einen wichtigen Beitrag für den dringend benötigten Winterstrom.»
Holcim hat die kanadische Langley Concrete Group Inc. übernommen. Jaime Hill, Leiter der Region Nordamerika bei Holcim, bezeichnet diesen strategischen Schritt in einer Mitteilung seines Unternehmens als «eine natürliche Erweiterung unserer Wachstumsstrategie». Diese kombiniere die technischen Kompetenzen der Langley Concrete Group bei Betonfertigteilen mit den eigenen Aktivitäten. Zudem erhöhe das vergrösserte Portfolio auch die Reichweite von Holcim.
Die Übernahme umfasst den Angaben zufolge zwei hochmoderne Produktionsstätten in der Provinz British Columbia, die sich in den Städten Chilliwack und Duncan befinden. Von dort aus wird die Region mit Trocken- und Nassbetonprodukten für ober- und unterirdische Infrastrukturanwendungen beliefert, darunter Schächte, Rohre, Kästen und andere Komponenten für kommunale, gewerbliche und industrielle Anwendungen.
Der Präsident von Langley Concrete, Mark Omelaniec, äussert sich stolz auf das, was seine Familie in 75 Jahren aufgebaut hat. Die Familie sei «überzeugt, dass Holcim der richtige Partner ist, um es weiterzuführen, da die Wachstumschancen in British Columbia weiter bestehen. Dieser Übergang bietet unserem Team und unserer Kundschaft langfristige Chancen.»
Die DB InfraGO AG hat Implenia mit dem Bau des innerstädtischen Abschnitts der Nordmainischen S-Bahn in Frankfurt beauftragt. Konkret soll das Bau- und Immobilienunternehmen aus Opfikon für das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn den unterirdischen Abschnitt der S-Bahn von der Konstablerwache über die neue S-Bahnstation Frankfurt (Main) Ost (tief) bis nach Fechenheim realisieren. Das Auftragsvolumen beziffert sich auf über 200 Millionen Euro, informiert Implenia in einer entsprechenden Mitteilung.
Der Auftrag umfasst die Startbaugrube Trog und die Baugrube für die unterirdische S-Bahnstation Frankfurt (Main) Ost (tief), eine Reihe von Nebenbaugruben und Ingenieurbauwerke, sowie zwei etwa 1,2 Kilometer lange Tunnelröhren. Sie werden im maschinellen Vortrieb erstellt. Zudem wird Implenia umfangreiche Wasserhaltungsmassnahmen durchführen und eine Reihe Spezialtiefbauleistungen erbringen. Die Arbeiten sollen Anfang 2026 aufgenommen und bis 2031 abgeschlossen werden.
«Der weitere Ausbau einer funktionierenden Verkehrsinfrastruktur ist zentral für die nachhaltige Entwicklung unserer Städte», wird Erwin Scherer, Head Division Civil Engineering von Implenia, in der Mitteilung zitiert. «Ich freue mich, dass Implenia mit seiner langjährigen Erfahrung und umfassenden Expertise zur Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs in der dicht besiedelten Region Rhein-Main beitragen darf.»
KONE hat im Stadtzürcher Quartier Im Tiergarten für 466 Mietwohnungen in bewohntem Zustand die veralteten Aufzüge eines Mitbewerbers ersetzt. Innerhalb von 18 Monaten baute der Aufzugshersteller aus Brüttisellen in einer der grössten Wohnanlagen von Zürich insgesamt 46 seiner MonoSpace 500DX-Lifte ein.
Dieses Modell passt sich einer Unternehmensmitteilung zufolge flexibel und millimetergenau an den bestehenden Schacht an. Die Nutzlast der meisten Personenlifte wurde von 320 auf 480 Kilogramm erhöht. Zudem sind die neuen Kabinen deutlich grösser. Laut KONE werden sie über die digitale Anlagenverwaltung des Unternehmens rund um die Uhr überwacht und vorausschauend gewartet. Das soll zu rund 30 Prozent weniger Störungseinsätzen führen.
Die Eigentümerschaft hatte entschieden, auf Leerkündigungen zu verzichten und auch weitere Sanierungsmassnahmen im bewohnten Zustand durchzuführen. KONE konnte den eng getakteten Fahrplan seinen Angaben zufolge durch ein spezielles Logistikkonzept mit sogenannter In-Night-Delivery sowie einer engen Abstimmung mit der Eigentümerschaft und den Bewohnenden einhalten.
Der erfolgreiche Komplettaustausch in der Überbauung Im Tiergarten ist eines der bisher grössten Projekte zur Lift-Modernisierung von KONE in Europa. Es zeigt laut Christian Herbst, KONES Direktor Modernisierung für Deutschland, Österreich und die Schweiz, «dass wir gut aufgestellt sind für eine immer wichtigere Nachfrage im Markt: die effiziente Modernisierung auch einer grossen Anzahl von Anlagen, in enger Abstimmung mit den Partnern und unter erschwerten Bedingungen wie dem Renovieren im bewohnten Zustand».
Als der Kunsthistoriker und Diplomat Gustav Schneeli im Jahr 1942 auf der Suche nach einem Ort für ein eigenes Museum war, fand er in Glarus den passenden Boden. Der Kunstverein Glarus, der sich seit Jahrzehnten mit der Idee eines eigenen Hauses befasste, erkannte die Gelegenheit zur Zusammenarbeit. Schneeli stellte seine vom Symbolismus und Impressionismus beeinflussten Werke zur Verfügung und versprach 250’000 Franken für eine Stiftung. Der Grundstein für das heutige Kunsthaus.
Architektonische Klarheit mit Weitblick Nach Schneelis Tod im Jahr 1944 entwickelte der Architekt Hans Leuzinger ein Projekt von bemerkenswerter Konsequenz. Der Weg führte von klassischen Ansätzen über zahlreiche Varianten bis hin zu einer fein abgestimmten Lichtführung. Skandinavische Einflüsse, sorgfältige Ortsbesichtigungen und gestalterischer Weitblick formten ein Bauwerk, das sich bewusst von monumentalem Repräsentationswillen distanzierte und sich sensibel in den Glarner Talkessel einfügte.
Politische Hürden, geduldige Verhandlungen Die Umsetzung verlief alles andere als geradlinig. Standortstreitigkeiten, kriegsbedingte Verzögerungen, kritische Stimmen aus der Verwaltung und der Erbengemeinschaft sowie ein drohender Rückzug der Stiftung stellten das Projekt mehrfach infrage. Erst durch diplomatisches Geschick, architektonische Überzeugungskraft und unermüdliches Engagement konnte am letztmöglichen Tag, dem 15. Juli 1950, mit dem Bau begonnen werden.
Kunst und Architektur als Zeichen der Zeit Mit der Eröffnung im Jahr 1952 gelang nicht nur ein architektonischer Wurf, sondern auch ein starkes Signal für den Kulturstandort Glarus. In einem schlichten, aber ausdrucksstarken Gebäude manifestiert sich eine kulturelle Haltung, die bis heute nachwirkt. Die Recherchen von Architekt Reto Fuchs zeigen dieses Meisterwerk und seine bewegte Baugeschichte. Das Kunsthaus Glarus steht für eine meisterliche Architektur, für den Mut zur Haltung und die Idee, Kultur im ländlichen Raum gross zu denken.
Der Immobilienfonds Swiss Life REF (CH) ESG Swiss Properties hat im am 31. März 2025 abgeschlossenen ersten Semester des Geschäftsjahres 2024/25 einen Erfolg von 30,3 Millionen Franken erwirtschaftet, informiert die Swiss Life Asset Management AG in einer Mitteilung. Als Nettoertrag wurden 27,4 Millionen Franken ausgewiesen. Der Nettoinventarwert pro Anteil ging gegenüber Ende Geschäftsjahr 2023/24 von 113,73 Franken auf 112,37 Franken zurück.
Zum soliden Ergebnis hat neben den Mietzinsen auch der Verkauf von fünf Liegenschaften mit einem Marktwert von rund 60 Millionen Franken beigetragen. Hier wurde ein Kapitalgewinn von rund 2,9 Millionen Franken realisiert. Zudem konnte der Fonds von einem im Juli 2024 zugekauften Wohnportfolio profitieren, dessen Nettorentabilität um rund 0,4 Prozentpunkte über der Rentabilität des bestehenden Portfolios lag.
Der Ausfall eines grösseren Mieters in Zürich wirkte sich hingegen negativ auf das Ergebnis aus. Konkret stieg dadurch die Mietzinsausfallrate auf 3,8 Prozent an. Die betroffenen Flächen sind allerdings mit Wirkung zum Oktober 2025 bereits wieder vermietet.
Im zweiten Semester des laufenden Geschäftsjahres will Swiss Life Asset Manager die laufenden Erträge und Aufwände seines Immobilienfonds weiter optimieren. Grössere Verkäufe von Liegenschaften oder eine Kapitalerhöhung sind nicht geplant, informiert der zur Swiss Life-Gruppe gehörende Vermögensverwalter.
Das Stadtwerk Winterthur hat sein Geschäftsjahr 2024 über den Erwartungen abgeschlossen. Die Gründe dafür liegen laut seiner Mitteilung in den gesunkenen Marktpreisen bei der Beschaffung von Gas und einem geringeren Aufwand für die vom Bund verordnete Winterreserve. So wurden 311 Millionen Franken umgesetzt und 26 Millionen Franken Gewinn erzielt.
Im Wassernetz kam es zu weniger Leitungsbrüchen und der Betrieb der Kehrichtverwertungsanlage verlief weitestgehend unterbruchsfrei. Bei der Fernwärme mussten für die Abdeckung von Verbrauchsspitzen deutlich weniger Öl und Gas eingekauft werden. Zudem stieg die Anzahl der Kundinnen und Kunden, die sich an die Wärmenetze anschlossen. Als Folge der vom Winterthurer Stimmvolk beschlossenen Finanzierung der städtischen Pensionskasse konnten frühere Rückstellungen aufgelöst werden.
Bezüglich der Herausforderungen in der Gegenwart und der Zukunft nennt das Stadtwerk steigende Kosten für Betriebsmittel und Fremdleistungen in allen Geschäftsfeldern und den zunehmenden Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Gleichzeitig stellt die steigende Eigenproduktion von Solarstrom durch Privatleute und Unternehmen den Angaben zufolge eine Herausforderung dar, weil sie dadurch vom Stadtwerk Winterthur weniger Strom beziehen. Zudem sind die Abnahmemengen schwerer vorhersehbar, weil der Bezug dann stärker vom Wetter abhängt.
Hohe Kosten kommen auf den Energielieferanten durch die Erneuerung der Kehrichtverwertungsanalge sowie die Umbau- und Erweiterungsprojekte für die Abwasserreinigungsanlage und die Wärmenetze zu. Dazu sei ein grosser Rahmenkredit notwendig, über den voraussichtlich Ende nächsten Jahres abgestimmt werde. Darüber hinaus seien komplexe Vorbereitungen zur rechtlichen und finanziellen Zusammenführung der Wärmenetze in Arbeit. Auch die Kosten für Umweltauflagen und für Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz beschäftigten das Stadtwerk Winterthur zunehmend.
Neun Monate hat es nur gedauert, bis aus dem denkmalgeschützten Bauernhaus Gütsch in Lauerz SZ ein modernes Einfamilienhaus geworden ist. Darüber informiert nun Strüby in einer Medienmitteilung. Das Unternehmen hatte die Bauherrschaft zur Umsetzung der umfangreichen Umbau- und Sanierungsmassnahmen. Strüby habe seine Stärke und Erfahrung im Umgang mit denkmalgeschützten Bauten bei Projektentwicklung, Architektur, Engineering und Umsetzung einbringen können, heisst es.
Dabei habe sich die frühe und enge sowie konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege und deren Vorsteherin Monika Twerenbold bewährt, „sodass das Resultat für alle Beteiligten äusserst zufriedenstellend herausgekommen ist“, wird Kilian Boog, Geschäftsfeldleiter Umbau bei den Strüby Unternehmungen, zitiert.
Aussen und innen hat sich viel getan, wobei der spätmittelalterliche Blockbau aus dem Jahr 1492/93 den ursprünglichen Charakter „weitgehend zurück erhalten“ habe. In Kombination mit modernen Elementen sei ein architektonisches „Bijou“ entstanden, das „voller Geschichte und Geschichten steckt und durch seine Symbiose aus Alt und Neu fasziniert“.
Holzverschalung, Dach und Fenster wurden erneuert. Die Aussenhülle erhielt eine energetische Sanierung, innen wurde die Heiztechnik auf energetische Wärmepumpe und Photovoltaik umgestellt. Bei der Raumplanung wurde Wert darauf gelegt, vorhandene „kunsthandwerkliche Details, interessante Gebrauchsspuren, religiöse Symbole zum Schutz vor bösen Geistern und Dekorelemente“ hervorzuheben. Unverändert geblieben seien Grundriss und die Raumhöhen.
Seit 1996 ist das Kreisgericht St. Gallen auf zwei Standorte verteilt. Eine Lösung, die nie für die Dauer gedacht war. Während die Büros in der Liegenschaft Bohl 1 untergebracht sind, finden die Gerichtssitzungen an der Neugasse 3/5 statt. Diese Teilung erschwert nicht nur die Arbeitsabläufe, sondern entspricht auch nicht mehr den heutigen Anforderungen an Sicherheit und Funktionalität. Mit dem geplanten Umzug in die Liegenschaft Schützengasse 1 soll das Gericht nun endlich ein modernes und zusammenhängendes Zuhause erhalten.
Ein Gebäude für die Zukunft Die Schützengasse 1 befindet sich im Besitz des Kantons St. Gallen und wird für den neuen Zweck umfassend instandgesetzt und energetisch saniert. Die Machbarkeitsstudie hat bestätigt, dass sich das Gebäude optimal für die Bedürfnisse eines modernen Gerichtsbetriebs eignet. Durch die Zusammenführung aller Dienstleistungen an einem Standort können nicht nur die Arbeitsabläufe vereinfacht, sondern auch die Sicherheitsanforderungen zeitgemäss umgesetzt werden. Die heutige Mietlösung an der Neugasse 3/5 wird damit obsolet, was langfristig finanzielle Vorteile für den Kanton bringt.
Finanzierung und Kosten im Überblick Die Gesamtkosten für das Vorhaben belaufen sich auf rund 27 Millionen Franken. In diesem Betrag sind 8,5 Millionen Franken für den Übertrag der Liegenschaft vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen enthalten. Die eigentlichen Kosten für die Instandsetzung und Umnutzung des Gebäudes betragen laut Grobkostenschätzung 19,5 Millionen Franken. Diese Investition wird ergänzt durch eine einmalige Entschädigungszahlung der Stadt St. Gallen in Höhe von 780’000 Franken. Der Wegfall der Mietkosten für die Neugasse 3/5 sorgt zudem für eine nachhaltige Entlastung der kantonalen Finanzen.
Baubeginn und Zeitplan Das Bauvorhaben soll im Jahr 2027 starten. Die Fertigstellung und der Bezug sind für Ende 2028 geplant. Damit wird das Kreisgericht St. Gallen in absehbarer Zeit über ein Gebäude verfügen, das nicht nur den heutigen Anforderungen entspricht, sondern auch künftigen Entwicklungen im Justizbereich Rechnung trägt.
Das grösste Kreisgericht des Kantons Mit jährlich rund 3’300 Gerichtsverfahren ist das Kreisgericht St. Gallen das bedeutendste der sieben Kreisgerichte des Kantons. Es behandelt Fälle in den Bereichen Zivil- und Strafrecht und verfügt über ein eingespieltes Team von aktuell 43 festangestellten Mitarbeitenden. Dazu zählen Kreisrichterinnen und Kreisrichter, Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreiber sowie Kanzleipersonal und Auditorinnen und Auditoren. Bei der Behandlung der Fälle wirken zudem 14 nebenamtliche Kreisrichterinnen und Kreisrichter mit. Für diese umfassenden Aufgaben braucht es eine Infrastruktur, die den heutigen Anforderungen an Effizienz, Sicherheit und Flexibilität gerecht wird.
Sicherheit als integraler Bestandteil Neben der Zusammenlegung der Standorte ist vor allem das Sicherheitsdispositiv ein zentrales Element des Projekts. Gerichtsbetriebe müssen heute hohen Standards genügen, um die Integrität von Verfahren und den Schutz aller Beteiligten sicherzustellen. Die neue Liegenschaft wird so umgebaut, dass diese Anforderungen erfüllt und alle sicherheitsrelevanten Aspekte berücksichtigt werden können.
Ein Gewinn für alle Beteiligten Der geplante Umzug des Kreisgerichts St. Gallen bedeutet nicht nur eine Aufwertung für den Justizstandort, sondern auch eine nachhaltige Investition in die Qualität und Zukunftsfähigkeit des kantonalen Gerichtswesens. Die Optimierung der Abläufe, die Modernisierung der Infrastruktur und die energetische Sanierung sind Schritte hin zu einem effizienten und ressourcenschonenden Betrieb. Gleichzeitig profitieren die Verfahrensparteien von einer zeitgemässen Umgebung, die Verhandlungen und Abläufe in einem angemessenen Rahmen ermöglicht.
Holcims neue Nordamerikagesellschaft Amrize soll am 23. Juni erstmals an der Börse gehandelt werden. Das hat der Zuger Baustoffkonzern jetzt mitgeteilt. Die Genehmigungen dafür lägen jetzt vor.
Dass das Geschäft im Norden des amerikanischen Kontinents abgespalten werden soll, hatte Holcim auf dem Investorentag im März 2025 angekündigt. Hintergrund sind die billionenschweren Investitionsprogramme der US-Regierung für die kommenden acht bis zehn Jahre, deren Potenzial Holcim durch sein in Chicago ansässiges Tochterunternehmen voll ausschöpfen will.
Das Aktionariat erhält pro gehaltener Holcim-Aktie eine Amrize-Aktie. Die Abspaltung soll in der Schweiz steuerneutral und in den USA steuerfrei behandelt werden. Die Amrize-Aktien werden den Handel zum selben Datum sowohl an der New York Stock Exchange als auch in Zürich starten. Dort werden sie in den Swiss Market Index (SMI) und den Swiss Leader Index (SLI) aufgenommen.
Das Unternehmen hat sich den Angaben zufolge eine Fremdfinanzierung in Höhe von 3,4 Milliarden Dollar in Form von Anleihen, eine Kreditlinie von 2 Milliarden Dollar und ein Commercial-Paper-Programm in Höhe von 2 Milliarden Dollar gesichert. Darüber hinaus verfügt Amrize über einen Überbrückungskredit in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar.
Mit über 1000 Standorten und 19’000 Mitarbeitenden wird Amrize zum grössten Anbieter von Baulösungen mit ausschliesslichem Fokus auf den nordamerikanischen Markt. Laut Holcims Strategie NextGen Growth 2030 soll Amrize aus einer geschätzten Gesamtkapazität für Kapitalallokationen in Höhe von 18 bis 22 Milliarden Franken bis 2030 einige kleinere Zukäufe realisieren. Überschüssiges Kapital soll für grosse strategische Akquisitionen und Aktienrückkäufe verwendet werden. Der operative Hauptsitz wird Chicago sein, der Sitz der Gesellschaft bleibt in Zug.
In der Winterthurer Reihen-Einfamilienhaussiedlung Eigenheimquartier laufen Verhandlungen zur Gestaltung und Weiterentwicklung für 120 Eigentümerschaften. Am Prozess beteiligt sind Städteplaner OSRI aus Luzern, der Verein Eigenheimquartier Winterthur und die kantonale Denkmalpflege. Die Ergebnisse sollen zu mehr Rechtssicherheit und schnelleren Baubewilligungen für die historischen Liegenschaften führen, heisst es in einer Mitteilung von OSRI.
Die im Sprachgebrauch als „Kolonie Selbsthilfe“ bezeichnete Siedlung stammt aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Sie wurde als Gegenreaktion auf die grosse Wohnungsnot errichtet und zählt mit einem historisch bedeutsamen Wohnbaucharakter zu den wichtigsten Kleinhaussiedlungen im Kanton Zürich, so OSRI.
Das Erscheinungsbild wird geprägt von einer „allgemein schlichten Formensprache“. Um die Einheitlichkeit zu erhalten, gilt für die laufenden Verhandlungen eine Gestaltungsfibel, welche im Auftrag der kantonalen Denkmalpflege und unter Mitwirkung der Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer erarbeitet wurde. Darin sollen Kriterien festgelegt werden, die bei Umgestaltung der bestehenden 90 Ein- und 28 Zweifamilienhäuser gelten müssen. Konkret geht es um folgende Fragen: Sollen die Häuserzeilen dereinst wieder in einer einheitlichen Farbgebung daherkommen? Welche Form dürfen Lukarnen haben? Um wie viel kann sich die Firsthöhe nach einer Dämmung des Daches erhöhen?
OSRI ist in dem Prozess zuständig für Termine, Dokumentation und Kommunikation. Im Herbst ist geplant, die Bewohnerinnen und Bewohner zu Wort kommen zu lassen. Deren Resultate sollen bei einer Informations- und Dialogveranstaltung präsentiert und zur Debatte gestellt werden.
Das in Schlieren ansässige Bauunternehmen STRABAG AG übernimmt mit seiner Abteilung Hochbau laut einer Mitteilung „zentrale Aufgaben bei der umfassenden Sanierung des Landhauses Solothurn“. Neben Massnahmen zur Modernisierung der haustechnischen Infrastruktur aus Sanitär, Lüftung, Beleuchtung und Bühnentechnik stehe die Modernisierung des Heizsystems im Fokus.
Dieses wird mittels einer Wärmepumpe auf eine ressourcenschonende Energiegewinnung umgestellt. Wasser der Aare soll als Wärmequelle sowohl das Landhaus als auch angrenzende öffentliche Gebäude wie Jugendherberge, Schulhaus Kollegium und Stadttheater versorgen.
Die Lage zwischen Altstadt und dem Fluss Aare erfordere logistische Aufmerksamkeit. So müssten Materialanlieferungen und Entsorgungen vormittags erfolgen, damit die Uferpromenade ab dem Mittag als Flaniermeile genutzt werden kann.
Zudem gelte es, hohe Anforderungen des Denkmalschutzes zu berücksichtigen. Das denkmalgeschützte Landhaus gleiche einem „verwinkelten Baukunstwerk mit sechs Ebenen, jede mit eigenem Sanierungsbedarf“. Die Vorgehensweise verlange „Fingerspitzengefühl“, um den historischen Charakter und die Bausubstanz zu erhalten. Insbesondere die originalen Solothurner Kalksteintreppen sollen in ihrer Einzigartigkeit erhalten bleiben, heisst es. Dafür seien spezielle Schutzvorrichtungen geschaffen worden.
Das Solothurner Stimmvolk hatte im Oktober 2023 der Instandsetzung zugestimmt. Seit Januar 2025 laufen die Baustellenarbeiten. Bauende ist für Oktober 2026 geplant. Im Januar soll aus Rücksicht auf die Solothurner Filmtage 2026 der Baustellenbetrieb ruhen.
Mit grosser Mehrheit hat der Ständerat am Montag den Vorschlag des Bundesrats zur Änderung des Zivilgesetzbuchs angenommen. Neu sollen Eigentümerinnen und Eigentümer ihr Grundstück innerhalb einer «angemessenen Frist» nach Kenntnisnahme einer Besetzung selbst zurückerlangen dürfen. Bisher galt dafür die Bedingung «sofort». Diese Änderung gibt Eigentümern mehr Flexibilität und Handlungsspielraum bei unrechtmässigen Besetzungen.
Rasche Zwangsräumung auch bei unbekannten Besetzern Zudem soll die zweite zentrale Neuerung im Gesetz dazu führen, dass Hausbesitzer schneller eine Zwangsräumung erwirken können, gerade wenn die Zahl oder Identität der Besetzer unklar ist. Damit soll verhindert werden, dass unrechtmässige Besetzungen langfristig bestehen bleiben und Eigentümer hohe Folgekosten tragen müssen.
Kontroverse Stimmen aus dem Ständerat Die Vorlage war jedoch nicht unumstritten. Carlo Sommaruga, SP-Ständerat aus Genf, kritisierte die Gesetzesverschärfung als überflüssig, da viele Hausbesetzungen ohnehin durch Vereinbarungen zur Zwischennutzung geregelt würden. Viel relevanter seien in diesem Zusammenhang die steigenden Mieten und der Wohnungsmangel, so Sommaruga.
Weiterer Prozess im Parlament Obwohl das Geschäft noch eine kleine Differenz zwischen den beiden Kammern aufweist, ist der Weg für eine stärkere Position von Eigentümern bei Hausbesetzungen grundsätzlich geebnet. Die Vorlage kehrt nun zur Bereinigung zurück in den Nationalrat.
Die wachsende Menge an Solarstrom im Sommer birgt ein enormes Potenzial, das bislang in den Wintermonaten ungenutzt blieb. Beim Pilotprojekt in Bassersdorf wird überschüssiger Solarstrom mittels Power-to-X in Methanol umgewandelt und in der kompakten Hybridbox® gespeichert. Diese innovative Energiezentrale stellt im Winter zuverlässig Strom und Wärme bereit, auch dann, wenn konventionelle Heizsysteme an ihre Grenzen stossen.
Methanol als Schlüssel zur sicheren Energieversorgung «Grünes Methanol erlaubt uns, Stromüberschüsse lokal zu speichern und im Winter emissionsarm zu nutzen, ein entscheidender Baustein für eine sichere Energieversorgung», erklärt Boris Meier von der OST. Methanol ist flüssig, leicht lagerbar und klimafreundlich und macht die Hybridbox® zu einem flexiblen Energiesystem, das sich intelligent an die jeweiligen Bedürfnisse anpasst. Durch die Kombination mit Photovoltaik, Batteriespeicher und Wärmepumpe wird eine maximale Effizienz erreicht.
Notstromversorgung und Kostenkontrolle Die Anlage überzeugt auch bei Stromausfall. Das lokal gespeicherte Methanol garantiert eine unterbrechungsfreie Versorgung des Gebäudes. Zudem sorgt die hohe Eigenversorgung für langfristig stabile Betriebskosten, ein deutlicher Vorteil gegenüber steigenden Energiepreisen. Besonders in Gebieten ohne Gas- oder Fernwärmeanschluss bietet das System eine echte Alternative für alte Öl- oder Gasheizungen.
Erfolgreiche Partnerschaft für nachhaltiges Bauen Das Gemeinschaftsprojekt zeigt, wie praxisnahe Kooperation funktioniert. «Die Kombination aus Energieeffizienz, Versorgungssicherheit und CO2-Reduktion macht die Methanol-Hybridbox® zu einer zukunftsfähigen Lösung», sagt Roger Balmer.
Nachhaltigkeit erlebbar machen Gebäude sind für rund ein Drittel der CO2-Emissionen in der Schweiz verantwortlich. Grund genug, neue Wege zu gehen. Das Bassersdorfer Projekt liefert nicht nur eine überzeugende technische Lösung, sondern macht den Energiekreislauf auch für Besucher der neuen Ausstellung «Nachhaltiges Bauen» in der Umwelt Arena greifbar. Bauherrschaften, Investoren und Interessierte können hier erleben, wie klimaneutrales Wohnen von morgen schon heute realisiert wird. Ein Modell, das weit über Bassersdorf hinaus Strahlkraft entfalten kann.
Mit dem Whitepaper «Retrofitting the Future» legt das CRML an der HEC Lausanne gemeinsam mit E4S eine fundierte Grundlage für die Beurteilung der Fortschritte im Gebäudesektor vor. Die Analyse von über 45’000 erteilten Baubewilligungen im Jahr 2024 eröffnet ein präzises Bild davon, wie die Schweizer Immobilienbranche auf dem Weg zur Klimaneutralität vorankommt und wo sie noch auf Hindernisse trifft.
Viel Potenzial, wenig Energieeffizienz Die Untersuchung zeigt, dass sich bedeutende Trends bei der Gebäudesanierung abzeichnen. Doch nur ein kleiner Teil der Renovationen zielt direkt auf die Verbesserung der Energieeffizienz ab. Der Wandel zu emissionsarmen Gebäuden hat zwar begonnen, doch er reicht bislang nicht aus, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen.
Finanzielle Herausforderung für Immobilienfonds Der Bericht hebt auch die Rolle von Immobilien-Investmentvehikeln (REIVs) hervor. Um die Klimaziele bis 2050 umzusetzen, müssten diese durchschnittlich 13 Prozent ihres Nettovermögens, insgesamt 28,3 Milliarden Franken, für energetische Sanierungen mobilisieren. Einige Marktakteure werden dabei weit über diesen Durchschnitt hinaus investieren müssen, wie die Autoren betonen.
Datenbasierte Perspektive für die Zukunft «Durch die Kombination aktueller Daten und detaillierter Projekttypologien schaffen wir eine Brücke von der theoretischen Analyse zur konkreten Handlungsgrundlage», erklärt Dr. Nathan Delacrétaz, Mitautor des Whitepapers. Gemeinsam mit den Professoren Eric Jondeau und Fabio Alessandrini liefert er damit einen entscheidenden Impuls für die dringend benötigte Immobilienwende in der Schweiz.
Seit November 2024 läuft die Einreichungsphase für Projekte und Programme zur Steigerung der Stromeffizienz im Industrie- und Dienstleistungsbereich sowie in Haushalten. Mit 49 Anträgen allein bis Mitte April 2025 liegt das Interesse rund 30 Prozent über dem Vorjahr. Ein Rekord, der das Potenzial zur nachhaltigen Energieeinsparung unterstreicht.
Flexibilität für Unternehmen – papierlos und planbar Die unkomplizierte, digitale Antragstellung sowie die zeitnahe Bearbeitung innerhalb von nur vier Wochen erleichtern es Unternehmen, Effizienzprojekte passgenau in ihre Betriebsplanung zu integrieren. Auch grössere Projekte mit einem Förderbeitrag von bis zu sechs Millionen Franken können seit diesem Jahr jederzeit eingereicht werden – ein Meilenstein für ambitionierte Vorhaben wie den Austausch grosser Produktionsanlagen oder die Bündelung kleinerer Massnahmen.
Konkrete Einsparungen Ein Projekt im Detailhandel erhielt bereits eine Zusage für bis zu sechs Millionen Franken. Durch den Ersatz bestehender Kühlmöbel werden jährlich Strommengen eingespart, die dem Verbrauch von 4’500 Haushalten entsprechen. Auch in der Industrie reichen die Projekte vom Ersatz von Pressen über die Optimierung von Druckereimaschinen bis hin zu effizienteren Gebläsen in Abwasserreinigungsanlagen.
Wettbewerbliche Ausschreibungen als Zukunftsinstrument Das Programm ProKilowatt wird vom Bundesamt für Energie finanziert und von CimArk SA in Sion umgesetzt. Durch den Förderbeitrag, finanziert über einen Zuschlag auf die Hochspannungsnetze, entstehen Impulse für eine stromsparende und wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die nächste Frist für Projektanträge endet am 2. November 2025. Ein wichtiges Datum für alle Unternehmen, die mit innovativen Massnahmen ihre Energiekosten senken und gleichzeitig zur Energiewende beitragen möchten.
Das Hochhaus „Rocket“ mit 100 Metern Höhe und die drei angrenzenden Wohngebäude „Tigerli“ sollen in der Lokstadt nicht nur Wohnen und Arbeiten ermöglichen, sondern auch städtebauliche Akzente setzen. Die Stadt Winterthur hat Anfang April 2025 die Baubewilligung erteilt. Allerdings mit strengen Auflagen, die vor allem die öffentliche Nutzung von Erd- und Dachgeschoss betreffen. Cham Swiss Properties AG, hervorgegangen aus der Fusion von Ina Invest und Cham Group, nimmt diese Auflagen ernst und will in enger Abstimmung mit den Behörden Optimierungen vornehmen.
Formaler Rekurs als Zwischenschritt Obwohl es von externen Seiten keine Einsprachen gab, hat die Eigentümerin selbst einen Rekurs gegen die Baubewilligung eingelegt. Hintergrund ist die Notwendigkeit, die Detailvorgaben der Stadt zu präzisieren und in einem konstruktiven Dialog mit dem Amt für Städtebau und dem Amt für Baubewilligungen abzustimmen. CEO Thomas Aebischer erklärt: „Das ist eine Formalie. Entscheidend ist für uns der inhaltliche Austausch, damit Rocket & Tigerli der städtebaulichen Bedeutung vollauf gerecht werden.“
Zentrale Punkte der Nachbesserung sind eine attraktive, öffentlich zugängliche Dachterrasse und publikumsorientierte Nutzungen im Erdgeschoss, wie Cafés und Gastronomieangebote am Dialogplatz. Diese Anpassungen sollen die Aufenthaltsqualität und die Einbindung in die Lokstadt fördern.Ein Ziel, das auch der Stadt Winterthur wichtig ist. Der Rekurs schafft die rechtliche Grundlage, um diese Punkte sorgfältig zu prüfen, ohne den laufenden Projektplan zu gefährden.
Keine Verzögerung trotz Rekurs Cham Swiss Properties zeigt sich zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten wird. Bereits jetzt ist klar; Rocket & Tigerli bleiben Meilensteine für den urbanen Holzbau in der Schweiz. Das Ensemble nutzt das Potenzial des zukunftsweisenden Holzhybridbaus und steht für nachhaltige Stadtentwicklung mit hoher architektonischer Qualität. Bis Ende 2028 soll das Projekt abgeschlossen sein, mit Wohnungen im Hochhaus und Hotelnutzungen in den unteren Geschossen.
Bedeutung für Winterthur Für die Stadt Winterthur bedeutet das Projekt nicht nur ein neues Wahrzeichen, sondern auch zusätzliche Impulse für das Quartier Lokstadt. Als Teil einer umfassenden Transformation stärkt Rocket & Tigerli die Position der Stadt als attraktiver Wohn- und Wirtschaftsstandort und unterstreicht die Bedeutung nachhaltiger, innovativer Bauvorhaben.
Das rund 30 ha grosse Jenny-Areal der Fritz + Caspar Jenny AG ist tief in der Industriegeschichte des Glarnerlands verankert. Wo seit 1834 Textilproduktion stattfand, entsteht heute ein vielschichtiger Ort mit neuer Perspektive. Die Nähe zum Bahnhof Ziegelbrücke, die Grösse des Geländes und die vorhandene Infrastruktur machen das Areal zu einem Schlüsselstandort für die wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung im Kanton.
Planung mit Weitblick und Partizipation Im Rahmen eines mehrstufigen Prozesses wurde ein strategischer Masterplan erarbeitet, basierend auf einer umfassenden Testplanung mit vier interdisziplinären Teams. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für eine langfristige Entwicklung, die auf regionale Raumordnung, wirtschaftliche Potenziale und soziale Vielfalt abgestimmt ist. Der Siegerentwurf von Blättler Dafflon Architekten mit Tony Fretton Architects und Studio Vulkan überzeugte durch seine starke Verbindung von Natur, Baukultur und offenen Freiräumen.
Vielfältige Nutzung als Standortstrategie Bereits heute vereint das Areal verschiedene Nutzungen. Von der Carlsberg Supply Company über kreative Arbeits- und Wohnformen wie das Loft Z25 bis zur kantonalen Berufsschule Glarus. Der Masterplan baut auf dieser Vielfalt auf und erweitert sie um neue Bildungs-, Dienstleistungs- und Wohnangebote. Auch ein Hotelprojekt wird geprüft. Ziel ist es, das Jenny-Areal als Wirtschafts-, Wohn- und Lernort dauerhaft zu etablieren und nachhaltig zu beleben.
Baukultur als identitätsstiftendes Element Zentral für die Entwicklung ist der respektvolle Umgang mit dem baukulturellen Erbe. Das Areal gehört zum Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz. Bestehende Gebäude von architektonischer und historischer Bedeutung sollen erhalten und gezielt integriert werden. Der denkmalgeschützte Reitstall etwa soll als prägendes Element das neue Arealkonzept bereichern und zur Identität des Orts beitragen.
Rechtliche Rahmenbedingungen im Fokus Die Umsetzung des Masterplans setzt eine angepasste Nutzungsplanung voraus. Aktuell wartet das Projekt auf die Rechtskraft der Nutzungsplanung II der Gemeinde Glarus Nord. Erste Schritte zur Umzonung sind erfolgt, doch zentrale rechtliche Voraussetzungen stehen noch aus. Mit dem Abschluss dieses Prozesses kann das Entwicklungspotenzial des Jenny-Areals vollständig erschlossen werden . Ein entscheidender Schritt für die Zukunft des Standorts.
Im Jahr 2025 ist der durchschnittliche Gewinnsteuersatz für Unternehmen in der Schweiz von 14,6 auf 14,4 Prozent gesunken. Spitzenreiter bleibt der Kanton Zug mit nur 11,85 Prozent, während Bern (20,54%), Zürich (19,61%) und Wallis (17,12%) die oberen Ränge im Steuerranking besetzen. Auf den ersten Blick ein Zeichen für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts, doch die Dynamik ist differenzierter.
Tatsächlich haben einige Kantone ihre Steuersätze sogar leicht erhöht. Genf etwa stieg von 14 auf 14,7 Prozent, Basel-Stadt wird 2026 auf 14,53 Prozent anheben. Hintergrund ist die Einführung der globalen Mindestbesteuerung von 15 Prozent für Unternehmen mit hohen Gewinnen. Kantone, die bislang als Tiefsteuerstandorte galten, passen sich an, um die drohende Ergänzungssteuer abzufedern und Einnahmen selbst zu behalten. Für Investoren bedeutet das, während der steuerliche Vorteil bleibt, ist Flexibilität gefragt, um auf kantonale Unterschiede und die künftigen Anpassungen reagieren zu können.
Standort bleibt wettbewerbsfähig Auch bei den Spitzensteuersätzen für Privatpersonen zeigt sich ein leichter Rückgang. Von durchschnittlich 32,7 auf 32,5 Prozent. Besonders Genf (-1,7 Prozentpunkte) und Schwyz (-0,61) haben die Sätze gesenkt. Doch die Rangliste bleibt stabil. Schwyz (21,98%), Zug (22,68%) und Nidwalden (24,1%) bilden weiterhin die Spitze. Genf, Waadt und Bern bleiben die teuersten Kantone für Top-Verdienende. Für Immobilienentwickler und hochqualifizierte Arbeitskräfte sind diese Standortunterschiede bei der Einkommenssteuer weiterhin ein entscheidender Faktor, insbesondere bei internationalen Projekten.
Globale Mindeststeuer Stabilität in der Schweiz, Unsicherheiten international Über 50 Länder weltweit haben die Mindeststeuer von 15 Prozent für grosse Unternehmen bereits umgesetzt. Doch die USA, ursprünglich Treiber der Initiative, haben die OECD-Vorgaben bislang nicht in nationales Recht übernommen. Im Gegenteil, die neue US-Administration stellt das Projekt zunehmend in Frage. Experten wie Stefan Kuhn von KPMG Schweiz betonen, dass diese Unsicherheiten im schlimmsten Fall zu einer Rückkehr des Steuerwettbewerbs oder zu digitalen Sondersteuern führen könnten. Für die Schweiz ist das Signal dennoch klar, die globale Mindeststeuer wird auch hier zur Realität. Die Stabilität der Umsetzung und die Planbarkeit bleiben ein Standortvorteil gegenüber ungewissen internationalen Entwicklungen.
Kantone stärken Standortattraktivität mit gezielten Projekten Parallel zu den Steueranpassungen investieren viele Kantone in Projekte zur Standortförderung. Luzern, Basel-Stadt, Zug und andere haben bereits Programme beschlossen, die ansässige Unternehmen und Neuansiedlungen unterstützen. Für Immobilienentwickler bedeutet das, Chancen für neue Projekte, Anreize für Investitionen in Gewerbeflächen und Wohnraum sowie eine solide Grundlage für langfristig tragfähige Geschäftsmodelle.
Gleichzeitig wird deutlich, nicht die Steuerpolitik entscheidet über die Attraktivität eines Standorts, sondern auch die begleitenden Massnahmen wie Infrastruktur, Fachkräftesicherung und Digitalisierung. Hier entstehen für Entwickler und Investoren neue Räume für innovative Projekte,
gerade auch in einem Marktumfeld, das von wachsenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz geprägt ist.
Industriepolitik und Zölle Neben den Steuern gewinnen internationale Handelsfragen wieder an Gewicht. Die Diskussionen um US-Zölle, bilaterale Handelsabkommen und strategische Industriepolitik treiben weltweit eine Reindustrialisierung voran. Für Schweizer Standorte heisst das, die Nachfrage nach geeigneten Produktions- und Logistikflächen könnte steigen. Gleichzeitig wird der Schutz strategischer Industrien wieder stärker politisch unterstützt, was neue Investitionsfelder im Bereich der Hightech- und Industrieproduktion eröffnen könnte.
Schweiz bleibt stark – Augen auf Irland und Asien Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz weiterhin auf Augenhöhe mit anderen europäischen Top-Standorten. Irland besteuert Unternehmensgewinne mit 12,5 Prozent, Ungarn mit 9 Prozent. Guernsey, die Bahamas und die Cayman Islands bleiben mit null Prozent Tiefsteuerparadiese, für die Schweiz jedoch kein Vergleich. Stattdessen konkurriert der Standort mit attraktiven Metropolen wie Hongkong (16,5%) oder Singapur (17%), die mit zusätzlichen Förderprogrammen locken. Auch China, Indien und Brasilien setzen mit hohen Sätzen (25-34%) weiterhin auf andere Steuerstrategien, bieten aber selektiv tiefe effektive Belastungen für strategische Industrien. Die Schweiz bleibt wettbewerbsfähig und ergänzt diesen Vorteil durch stabile politische und rechtliche Rahmenbedingungen.
Der Kanton Glarus hat eine lange industrielle Tradition. Welche Impulse setzen Sie, um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und nachhaltige Arbeitsplätze zu schaffen? Der Kanton Glarus ist seit jeher ausgesprochen wirtschaftsfreundlich. Als einer der ersten Schweizer Kantone regelten wir die Wirtschaftsförderung (1978) gesetzlich. Zudem ist Glarus mit dem Fabrikgesetz (1864) und der obligatorischen Altersversicherung (1916) Schweizer Pionier in der Sozialgesetzgebung. Vor diesem Hintergrund ist das Glarnerland traditionell ein moderner Unternehmensstandort mit wettbewerbsfähigen Vorteilen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die vielleicht erst auf den zweiten Blick auffallen. Zum Beispiel ist das Glarnerland gross genug, um Unternehmen genügend Platz zu bieten, aber auch klein genug, um schnell und unbürokratisch Entscheidungen zu treffen. Die Kontaktstelle für Wirtschaft unterstützt sowohl Unternehmensgründer als auch bestehende Unternehmen oder Firmen, die sich neu ansiedeln möchten, pragmatisch und verlässlich. In unseren drei schweizweit vorbildlich fusionierten Grossgemeinden finden Investoren günstige Immobilien und Arbeitgeber gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiter, die gerne in einer intakten Umwelt mit den Vorteilen eines modernen Umfelds leben.
Wie fördert das Volkswirtschaftsdepartement innovative digitale Geschäftsideen? Die Möglichkeiten der digitalen Transformation dienen einerseits dazu, Prozesse und Produkte neu zu gestalten, sie bilden andererseits aber auch die Basis für die Kreislaufwirtschaft. Dabei geht es sowohl um mehr Ressourceneffizienz als auch um Datenmanagement. Dadurch wissen die Mitarbeitenden von morgen, welche Materialien mit welchen Prozessen verbaut wurden. Eine weitere Chance sind die Lieferketten: Neue digitale Prozesse ermöglichen eine robustere, effizientere und transparentere Supply Chain. Vor diesem Hintergrund unterstützen wir die digitale Transformation in der Glarner Wirtschaft mit Digitalisierungskrediten. Im Förderprogramm stehen bis Ende 2027 zwei Millionen Franken bereit. Gefördert werden innovative Projekte, die neue Technologien in Prozessen und Produktionen berücksichtigen, neue Produkte und Geschäftsmodelle schaffen sowie Kooperationen aufbauen. Konkret führen wir mit der Expertise des Innovationsnetzwerks Ostschweiz (INOS) in teilnehmenden Betrieben eine IST-Analyse durch. Die Analyse wird durch die neue Regionalpolitik (NRP) finanziert und beinhaltet eine Standortbestimmung inklusive Massnahmenplan und Roadmap zur Umsetzung. Diese Grundlagen braucht es für das Gesuch nach finanzieller Unterstützung bis zu 100’000 Franken für einzelbetriebliche und 300’000 Franken für überbetriebliche und/oder branchenweite Projekte.
Wie wird sich der Immobiliensektor Ihrer Meinung nach im Bereich Industrie und Gewerbe entwickeln? Der Druck der Agglomeration ist im Glarnerland spürbar. Das Bevölkerungswachstum ist aber moderat, was einer nachhaltigen Entwicklung entgegenkommt. Bei den Industrie- und Gewerbeflächen verfügt die Gemeinde Glarus Nord über besonders hohe Kapazitäten, die aktuell am Standort Bilten mit mehreren Projekten genutzt werden. Wir setzen mit aktivem Flächenmanagement auf eine nachhaltige Entwicklung mit qualitativen Projekten bei Industrie und Gewerbe.
Welche Trends sehen Sie in der Entwicklung von Angebot und Nachfrage im Bereich Wohnen? Neubauprojekte im Wohnbereich werden zum Grossteil in den Gemeinden Glarus und Glarus Nord umgesetzt. Das hat auch mit den Nutzungsplanungen zu tun, die dank der Gemeindefusion einen gesamtheitlichen und fortschrittlichen Blick einnehmen können. In Glarus Süd befindet sich die Nutzungsplanung noch im anspruchsvollen politischen Prozess, der auch vom Kanton begleitet wird.
Wie können Sie sicherstellen, dass die Entwicklung des Immobilienmarkts den Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht? Wer in einem unserer 29 Dörfer, Ortschaften oder Ortsteilen lebt, schätzt die Eigenheiten seines Wohnorts. Diese zeigen sich zum Beispiel in der Lage oder im Vereinsleben. So lebt es sich in Elm oder Braunwald völlig anders als im Kantonshauptort oder in Näfels. Und dort wieder anders als auf dem Kerenzerberg oder am Walensee. Das schafft Identität und Verbundenheit; dadurch bleiben die Menschen hier. Das deckt sich mit dem moderaten Tempo des Bevölkerungswachstums und den vergleichsweise stabilen Immobilienpreisen.
Wie können Sie sicherstellen, dass sich Ihr Immobilienmarkt nachhaltig entwickelt? Mit unserer einzigartigen Kombination aus Naturverbundenheit und urbaner Nähe, mit der überschaubaren Grösse und dem kompakten Lebens- und Wirtschaftsraum punktet das Glarnerland. Das A und O ist deshalb ein sorgfältiger Umgang mit diesen Vorteilen – sie sind unsere Ressourcen, unser Kapital.
Welche Infrastrukturprojekte von ASTRA und SBB sind geplant und welche Verbesserungspotenziale erkennen Sie? Das Glarnerland wird als ländliche Region wahrgenommen, hat aber durch seine Lage zwischen Zürich und Chur sehr gute Verkehrsanbindungen. Die Stadt Zürich und der Flughafen sind mit Auto oder Zug nur eine Stunde entfernt, eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen führt durch den Kanton, und Privatflugzeuge und -helikopter können in Mollis starten und landen.
Natürlich setzt sich auch der Kanton Glarus mit den zunehmenden Mobilitätsanforderungen auseinander. In den letzten Jahren hat der Kanton drei von vier grösseren Strassenbauprojekten umgesetzt, um insbesondere den Entwicklungsschwerpunkt Flugplatz Mollis zukunftsgerichtet zu erschliessen. Das vierte Projekt zur optimierten Erschliessung des Industriegebiets im Süden der Gemeinde Glarus steckt in der Planungsphase. Zentrum unserer Bemühungen ist die enge Zusammenarbeit mit dem Bund bei den Umfahrungsprojekten zur Entlastung der heutigen Hauptachse. Vom Bund haben wir die Zusicherung, die Umfahrungen Netstal und Glarus zu einem Gesamtprojekt unter Federführung des ASTRA zu vereinen. Ziel ist, den Kanton Glarus umfassend von den Strassenverkehrsproblemen zu entlasten.
Beim öffentlichen Verkehr haben wir seit der Landsgemeinde 2025 eine neue gesetzliche Grundlage für das künftige öV-Angebot. Schon heute ist unsere Region mit Direktverbindungen nach Zürich und Rapperswil sowie mit Umsteigevarianten in Ziegelbrücke nach St. Gallen, Chur und Zürich gut erschlossen. Auf diesen Komfort und den an der Landsgemeinde 2025 beschlossenen durchgehenden Halbstundentakt sind unsere Bevölkerung und Unternehmen angewiesen. Dafür setzen wir uns beim Bund und in der Zusammenarbeit mit SBB und SOB konsequent ein. Mit den Firmen kooperieren wir aktiv, um für Mitarbeitende das Pendeln mit dem öV attraktiver zu gestalten – zum Beispiel schafft der Bonus-Pass Anreize, um vom Auto auf den öV zu wechseln.
Eine zentrale Rolle bei der Mobilität spielen auch die kurzen Wege in und zwischen unseren Ortschaften. Zum Beispiel dauert die Velofahrt von Näfels, Glarus Nord, oder von Schwanden, Glarus Süd, bis zum Kantonshauptort nur 20 Minuten. Dem Trend zum Velo trägt auch das kantonale Veloweggesetz Rechnung, das die Landsgemeinde 2024 beschlossen hat.
Wie trägt die Standortförderung dazu bei, Glarus als lebenswerte und zukunftsorientierte Region zu präsentieren? Der Kanton Glarus erreicht die dritthöchste finanzielle Wohnattraktivität: Neben geringen Wohnkosten bieten wir eine moderate Steuerbelastung und vergleichsweise geringe Krankenkassenprämien. Das sind unsere grossen Pluspunkte bei den finanziellen Faktoren. Dazu kommt die hohe Qualität des Lebensraums, der die Vorteile des Ländlichen mit urbanen Angeboten kombiniert. Das zeigt sich schon auf den ersten Blick bei der Ankunft im Kanton Glarus. Zusammen mit der eindrücklichen Bergwelt prägen die Zeitzeugen der frühen Industrialisierung das Landschaftsbild und Leben in unserem Kanton. Die historischen Industrieareale, Fabrikantenvillen und Arbeitersiedlungen aus dem 19. Jahrhundert und eben die Landschaft sind nicht umsonst auch Kulisse für Filme und TV-Serien. Im Alltag der Menschen zeigt sich das in einem kontrastreichen und lebendigen Umfeld mit zeitgenössischen Siedlungen für Fachkräfte und Familien, die Leben, Arbeiten, Kultur und Freizeit in unseren modernen Gemeinden schätzen. Unter diesen Gesichtspunkten betreibt Glarus seit über zehn Jahren aktives und gezieltes Kantonsmarketing. Dieses Jahr nutzen wir unsere Rolle als Gastgeberin des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (ESAF), um den Kanton Glarus als Lebensmittelpunkt ins Rampenlicht zu stellen. Mit dem bevorstehenden Grossanlass richtet sich der Blick der ganzen Schweiz auf das Glarnerland. Unter dem Motto «Echt sagenhaft» stehen die Themen Arbeiten, Wohnen und Freizeit im Zentrum. Das Gesicht der Kampagne ist der beliebte Glarner Koch und Influencer Noah Bachofen. Er und sein Kollege werden auf ihrer Mission begleitet, einen authentischen Imagefilm über das Glarnerland zu kreieren. Die Kampagne zielt darauf ab, das einzigartige Glarner Lebensgefühl sichtbar und schmackhaft zu machen.
Wieso bleiben Fachkräfte in der Region und was trägt die Standortförderung dazu bei? Natürlich reicht eine gute Kampagne allein noch nicht aus. Einen grossen Beitrag an die hohe Lebensqualität leisten die kommunalen Standortförderungen. Sie entwickeln ihren Wohn- und Freizeitraum mit neuen Projekten und in Zusammenarbeit mit Investoren weiter – Beispiele sind die optimal erschlossenen Entwicklungsschwerpunkte an den Bahnhöfen Näfels/Mollis und Glarus. Die Gemeinden sorgen für zeitgemässe Schulen und familienergänzende Angebote, betreiben Sportanlagen und bieten Detailhandel, Gastronomie, medizinischer Versorgung, Industrie, Gewerbe und Kultur Platz für einen lebendigen und funktionierenden Alltag. Der Kanton stellt den Betrieb der Kantonsschule, der Sportschule sowie der Berufsfachschulen, des Kantonsspitals, der Sicherheit und der sozialen Dienste sicher. Die schlanken Verwaltungsstrukturen ermöglichen einen effizienten und direkten Austausch zwischen den kantonalen Fachstellen und den Verantwortlichen auf Gemeindeebene.
Welche langfristige Vision haben Sie für den Wirtschaftsstandort Glarus? In den kommenden Jahren ist für den Kanton Glarus entscheidend, dass die angestossene Entwicklung koordiniert umgesetzt wird. Es gilt, die privaten Initiativen zu unterstützen und zu begleiten, und gleichzeitig die richtigen Rahmenbedingungen für Unternehmen und Fachkräfte zu schaffen. Wenn das gelingt, ist der Kanton Glarus ein sicherer, vernetzter und wirtschaftsstarker Landsgemeindekanton mit einer starken Mittelschicht, umgeben von intakter Natur.
Zukunftsgerichtete und effiziente Strukturen sind entscheidend für den Erfolg einer Firma. Das gilt auch für die öffentliche Hand. Glarus ist der einzige Kanton, der seine eigenen Strukturen konsequent den neuen Gegebenheiten angepasst hat. Mit der heutigen sehr effizienten Verwaltung sind wir fit für die Zukunft.
Gerade bei den sogenannten Best Agers, den 45- bis 79-Jährigen, ist der Wunsch nach einem neuen Wohnumfeld besonders stark ausgeprägt. Der Auszug der Kinder oder der Übergang in den Ruhestand schaffen neue Freiräume. Doch passende Wohnangebote, die dieser Lebensphase gerecht werden, sind rar. Viele Best Agers bleiben deshalb in Wohnungen, die nicht mehr zu ihren Bedürfnissen passen. Digitale Tauschplattformen, neutrale Wohnberatungen oder gezielte Informationsanlässe könnten helfen, diese Umzugswünsche zu realisieren, doch bislang fehlen solche Angebote flächendeckend.
Herausforderungen für junge Familien Auch jüngere Generationen sind betroffen. Bei jungen Familien ist der Wunsch, in ein Eigenheim zu ziehen, weit verbreitet. Doch hohe Immobilienpreise, ein knappes Angebot und strikte Finanzierungsanforderungen lassen diesen Traum für viele in weite Ferne rücken. Gerade für junge Erwachsene bleibt Wohneigentum kaum erschwinglich.
Innovative Modelle als Ausweg Die Studie beleuchtet alternative Modelle wie Mietkauf, kleines Wohneigentum, Wohneigentum auf Zeit oder Baurechtslösungen. Diese Konzepte könnten neue Perspektiven eröffnen. Mit einem einfacheren Einstieg das Wohneigentum ermöglichen oder den Wechsel in eine Wohnung besser auf die Lebensphase abstimmen. Doch bislang sind diese Modelle in der Schweiz wenig verbreitet, oft noch unbekannt oder rechtlich nicht einfach umzusetzen.
Impulse von Politik und Wirtschaft nötig Damit sich das ändert, braucht es neue Impulse aus Politik und Wirtschaft. Kommunale Wohnstrategien, gezielte Förderprogramme und Pilotprojekte könnten helfen, die Wohnmobilität zu steigern. Ebenso wichtig sind innovative Finanzierungsmodelle, die auch einkommensschwächeren Haushalten und jungen Familien den Zugang zu passendem Wohnraum ermöglichen.
Zentrale Rolle der Gemeinden Die Gemeinden spielen dabei eine Schlüsselrolle. Sie könnten gezielt neue Wohnformen und Beratungsangebote etablieren, die es Menschen erleichtern, ihre Wohnsituation zu verändern. So kann Wohnraum besser genutzt und dem wachsenden Bedarf angepasst werden, ein entscheidender Faktor für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung. Die «Studienreihe Wohnen» liefert damit wichtige Erkenntnisse und konkrete Anknüpfungspunkte für alle Akteure der Wohnungswirtschaft. Klar ist, Wohnmobilität ist mehr als ein individuelles Bedürfnis. Sie ist ein Schlüsselfaktor für eine zukunftsfähige Wohnraumentwicklung in der Schweiz.
Wir verwenden Cookies zur Unterstützung und Verbesserung unserer Dienste. Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.