Kategorie: Regionen

  • Historisches Bäderquartier erhält neue Nutzungsperspektive

    Historisches Bäderquartier erhält neue Nutzungsperspektive

    Die Verenahof AG mit Sitz in Baden will den Gebäudekomplex im Badener Bäderquartier wiederbeleben. Dazu hat sie am 5. Februar einen Vertrag mit der Stadt abgeschlossen. Dieser bildet laut einer Mitteilung die Grundlage für die Entwicklung und Nutzung des Komplexes und soll Planungssicherheit bieten.

    Die Verenahof AG hat dafür in Zusammenarbeit mit der Stadt und der kantonalen Denkmalpflege ein Nutzungskonzept erarbeitet. Dieses sieht vor, betreutes Wohnen für ältere Menschen mit kulturellen Angeboten und öffentlich zugänglichen Nutzungen zu verbinden. Die technische Machbarkeit wurde bereits geprüft. Nun sollen unter Leitung der Verenahof AG innerhalb von zwölf Monaten ein Baugesuch und ein Kostenvoranschlag erarbeitet werden.

    „Das Konzept für Angebote in den Bereichen Prävention, Rehabilitation und gesundes Altern passt hervorragend an diesen für Baden historisch wertvollen Ort“, wird Stadtammann Markus Schneider in der Mitteilung zitiert. „Seit den Römern wird im Bäderquartier in die Gesundheit investiert – für Baden und die Region ist es bedeutend, dass dieses Angebot auch in Zukunft weiter ausgebaut wird.“

    Der Komplex steht seit der Schliessung der Hotels Verenahof, Bären und Ochsen in den Jahren 1987 und 2004 leer. Seit 2019 steht er unter nationalem Schutz. Die Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden als Eigentümerin der Verenahof AG hat mehrere Nutzungen geprüft, darunter auch für eine Rehabilitationsklinik. Diese möglichen Nutzungen stiessen sich an den wirtschaftlichen und baulichen Rahmenbedingungen sowie den denkmalpflegerischen Anforderungen.

  • Wie Forscher Beton zum Klimaretter machen

    Wie Forscher Beton zum Klimaretter machen

    Das EU-Projekt CARBCOMN, gestartet 2024 und gefördert im Rahmen von Horizon Europe mit rund sechs Millionen Euro, verfolgt einen radikalen Ansatz. Statt mehr Material einzusetzen, optimieren die Forschenden die Form. Das Prinzip nennt sich «compression dominant structures»: Betonbauteile werden so gestaltet, dass sie fast ausschliesslich auf Druck beansprucht werden, ähnlich wie die Bögen historischer Steinbrücken. Beton hält Druck gut aus, Zugkräfte aber kaum. Wer das konsequent ausnutzt, braucht weniger Material und weniger Bewehrung.

    Gedruckt, nicht gegossen
    Digitale Fertigung macht Formen möglich, die mit traditioneller Schalung undenkbar wären. Der Roboter druckt den Beton schichtweise und lässt Hohlräume dort frei, wo keine Verstärkung nötig ist, direkt gesteuert durch das digitale Modell. Das spart nicht nur Material, sondern reduziert auch die seismische Belastung proportional zum Gewichtsverlust. In erdbebengefährdeten Regionen ist das ein entscheidender Vorteil.

    Kein Zement, kein Problem
    Der Beton des CARBCOMN-Projekts enthält keinen Zement. Als Bindemittel dient Stahlschlacke, ein Nebenprodukt der Stahlindustrie. Nach dem Druck kommen die Bauteile in eine Kammer, in der CO₂ injiziert wird. Die Reaktion mit der Schlackemischung härtet den Beton und bindet das Treibhausgas dauerhaft. Das Resultat ist ein Baustoff mit negativer CO₂-Bilanz, der ausschliesslich aus Industrieabfällen besteht.

    Metall mit Gedächtnis
    Ganz ohne Bewehrung kommt dieser Beton nicht aus, jedoch mit einer Spezialität der Empa seit rund 20 Jahren, der eisenbasierte Formgedächtnislegierungen (Fe-SMA). Diese vorgedehnten Metallstäbe ziehen sich beim Erhitzen zusammen, statt auszudehnen und spannen so das Bauteil nachträglich vor. Sie werden erst nach dem Druck eingesetzt, stören den automatisierten Prozess nicht und lassen sich später vom Beton trennen. Das Empa-Spinoff re-fer bringt diese Technologie direkt ins Konsortium ein.

    Gebaut für die Demontage
    Was gebaut wird, soll auch wieder abgebaut werden können. Die einzelnen Betonmodule sind als diskrete Blöcke konzipiert, die sich lösen, transportieren und andernorts neu zusammensetzen lassen. Zaha Hadid Architects und Mario Cucinella Architects entwickeln gemeinsam mit den Ingenieurteams freigeformte Strukturen, die dieses Kreislaufprinzip architektonisch ausdrücken. Bis 2028 soll ein realer Prototyp beweisen, dass Betonbau auch so aussehen kann.

  • Land gehört allen – ausser der SBB gehört es sich selbst

    Land gehört allen – ausser der SBB gehört es sich selbst

    Ende der 1990er-Jahre löste das Parlament die SBB vom Bund ab. Damit erhielt sie die Freiheit, ihr wertvollstes Gut zu bewirtschaften. Riesige Grundstücke an besten Lagen in der ganzen Schweiz. Klare Vorgaben, wie viele Wohnungen zu welchen Preisen entstehen sollten, gab es keine. Der Bundesrat verlangte lediglich, dass die Einnahmen in die Pensionskasse und die Bahninfrastruktur fliessen. Das war die Geburtsstunde eines Systems, das bis heute für Zündstoff sorgt.

    3,5 Milliarden für wen?
    Seit 2003 flossen 3,5 Milliarden Franken aus dem SBB-Immobilienportfolio in die Bahninfrastruktur. Die SBB sieht darin einen gesellschaftlichen Beitrag. Carlo Sommaruga, SP-Ständerat und Präsident des Mieterinnen- und Mieterverbands Schweiz, sieht das anders. Die SBB habe den finanziellen Wert ihrer Liegenschaften «fast maximal ausgeschöpft», auf Kosten der sozialen Komponente. Besonders stossend ist, dass Teile dieser Grundstücke einst zugunsten des damaligen Staatsbetriebs enteignet wurden.

    Europaallee als Spiegel
    Das Paradebeispiel steht mitten in Zürich. An der Europaallee kostet eine 4-Zimmer-Wohnung rund 5000 Franken pro Monat. Für den Mieterverband ist das Projekt zum Symbol der Immobilienspekulation mit öffentlichem Boden geworden. Die SBB kontert, sie sei eine faire Vermieterin, ihre Wohnungen lägen im Schnitt unter dem Marktpreis. Doch der Eindruck von maximaler Verdichtung für maximale Profite hält sich hartnäckig.

    Lausanne eskaliert
    In Lausanne spitzt sich der Konflikt zu. Das Projekt «La Rasude» direkt beim Bahnhof soll rund 500 Bewohnende und 1200 Arbeitsplätze beherbergen. Doch nur 20 Prozent der Wohnfläche ist zu moderaten Mieten vorgesehen, obwohl die SBB offiziell verspricht, mehr als die Hälfte ihrer Wohnungen günstig zu vermieten. Das Ergebnis sind nun fast 1000 Einsprachen. Die Bauarbeiten könnten frühestens 2029 beginnen.

    Der Rahmen fehlt
    Salomé Mall, Leiterin Entwicklung bei SBB Immobilien, betont, die Gewinne dienten dem Bahnbetrieb und entlasteten die öffentliche Hand. Das Argument ist nachvollziehbar, greift aber zu kurz. Solange gesetzliche Vorgaben für Wohnungsanteile und Mietpreise fehlen, bleibt die Gemeinwohlorientierung freiwillig.

  • Ein Quartier ohne Einsprache

    Ein Quartier ohne Einsprache

    Der Luzerner Regierungsrat genehmigte den Bebauungsplan Schützenmatt im Januar 2026. Der Emmer Einwohnerrat hatte ihn bereits am 1. Juli 2025 in zweiter Lesung einstimmig verabschiedet. Nach Ablauf der Beschwerdefrist liegt nun Rechtskraft vor, kein einziger Rekurs wurde eingereicht. Das ist bei einem Projekt dieser Grössenordnung keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Zeichen breiter Akzeptanz.

    250 Wohnungen, 4000 Quadratmeter Leben
    Auf dem Areal entstehen rund 250 Wohnungen in verschiedenen Grössen sowie Gewerbe-, Gastronomie- und Dienstleistungsflächen von insgesamt rund 4000 Quadratmetern. Der Wohnungsmix reicht von kleineren Einheiten über Familienwohnungen bis zu Alterswohnungen . Bewusst konzipiert für alle Lebensphasen und verschiedene Einkommensstufen. Ein Teil der Wohnungen muss als preisgünstiger Wohnraum realisiert werden.

    Weniger Auto, mehr Velo
    Das Mobilitätskonzept setzt klare Prioritäten sodass Fuss, Velo und öffentlicher Verkehr Vorrang haben. Geplant sind über 970 Veloabstellplätze, darunter eine gedeckte, öffentlich zugängliche Velostation mit mindestens 300 Plätzen direkt an der Bahnhofunterführung. Für Autos stehen maximal 120 Parkplätze in der Tiefgarage bereit. Die Velohauptroute entlang der Gleise wird kreuzungsfrei geführt. Somit entfallen Konflikte mit dem Fussgängerverkehr.

    Die Stadt als Schwamm
    Das städtebauliche Konzept stammt von Fischer Architekten, deren Wettbewerbsbeitrag mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Im Zentrum steht das Schwammstadtprinzip. Sickerfähige Beläge, Bäume auf natürlichem Boden und begrünte Dachflächen speichern Regenwasser und geben es kontrolliert wieder ab. Mindestens 60 Prozent der Dachflächen werden intensiv begrünt. Das verbessert das Mikroklima und macht das Quartier klimaresilient.

    Ab 2027 wird gebaut
    Mit der Rechtskraft liegt die Umsetzung nun bei den Grundeigentümerschaften. Die Realisierung ist in vier Etappen geplant, ein Bezug der ersten Wohnungen ist ab rund 2030 realistisch. Christine Bopp, Leiterin Planung der Gemeinde Emmen, spricht von einem abgeschlossenen langen Planungsprozess, der nun Planungssicherheit für alle Beteiligten schafft. Emmenbrücke bekommt sein neues Herz und baut es mit Bedacht.

  • Künstliche Intelligenz: Unbedingt, aber…

    Künstliche Intelligenz: Unbedingt, aber…

    Ob das englische “AI” oder das deutsche “KI”– Künstliche Intelligenz ist aktuell allgegenwärtig. Wie ihre Auswirkungen bewertet werden, hängt stark von der jeweiligen Perspektive ab: Für die einen überwiegen die Chancen, andere sehen primär Risiken. Unbestritten ist jedoch: Die Technologie ist gekommen, um zu bleiben.

    Für uns als digitale Immobilienplattformen ist der offene Umgang mit technologischer Innovation seit jeher Teil unserer DNA. Mit ImmoScout24 und Homegate gestalten wir den Immobilienmarkt seit über zwei Jahrzehnten aktiv mit. Unser Grundsatz gilt dabei auch hier: KI darf kein Selbstzweck sein, sondern soll als ein nie dagewesener “Enabler” wirken. Denn das wahre Potential in den zwei Buchstaben liegt in der beschleunigten Entwicklung sowie smarten Erweiterung und Aufwertung innovativer Produkte, die echten Mehrwert schaffen und tägliche Effizienzgewinne erzielen können.

    Gerade im professionellen Immobiliensektor zeigen sich die Vorteile von KI in der produktiven Integration in bestehende, etablierte Prozesse. Während dies uns als Plattformen eine agilere Entwicklung marktnaher Produkte ermöglicht, schafft es für Makler:innen sowie Bewirtschafter:innen neue Effizienzgewinne in ihrem operativen Alltag. Entscheidend ist nicht die Technologie an sich, sondern ihr realer Beitrag.

    Zwei Beispiele aus dem SMG Real Estate Ökosystem verdeutlichen dies:

    • Unsere KI-basierte Inseratetexterstellung spart im Durchschnitt 14 Minuten pro Inserat. Hochgerechnet auf ein ganzes Portfolio oder eine Vermarktungsoffensive entsteht so ein substanzieller Produktivitätsgewinn. Die gewonnene Zeit kann gezielt dort investiert werden, wo sie den grössten Unterschied macht – in Beratung, Verhandlung und Kundenbeziehung. Wer stattdessen auf ImmoScout24 oder Homegate als Privatperson selbst inseriert, kann mit dieser neuen intelligenten Funktion fehlende Vermarktungserfahrung teilweise kompensieren.
    • Der neue “Insight Hub” für Immobilienprofis gibt KI-gesteuert Antworten auf bisher schwer einzugrenzende Fragen rund um Potenzial und Performance von Inseraten. Wöchentlich erhalten Makler:innen und Bewirtschafter:innen eine Übersicht derjenigen Inserate mit dem grössten Verbesserungspotenzial, inklusive konkreter Handlungsempfehlungen und dem erwarteten Sichtbarkeits-Plus.

    Dies als kleiner Auszug, hinzu kommen zahlreiche aktuelle Entwicklungen bei SMG Real Estate, darunter mit “Agentic AI” ein digitaler Begleiter für Immobilienprofis rund um ihren Arbeitsalltag – von der Transkription von Gesprächsnotizen bis zur nahtlosen CRM-Anbindung. Aber dazu mehr in naher Zukunft. Gleichzeitig erfordert technologische Innovation kontinuierliche Investition – insbesondere in Cybersecurity. Denn von KI profitieren nicht nur die richtigen Akteure. Modernste Schutzmechanismen, Zwei-Faktor-Authentifizierung, integrierte Zugriffskontrollen, etc. sind essenziell, um Daten zu sichern und Betrugsversuche wirksam zu verhindern. Vertrauen bleibt die zentrale Währung im Immobilienmarkt – ganz besonders im digitalen.

    Aber dank diesen gezielten, anhaltenden Investitionen in KI-Anwendungen gestalten wir als SMG Real Estate unsere Rolle als „Digital Shaper“ der Schweizer Immobilienbranche aktiv weiter. Unser Ziel ist und bleibt es in allererster Linie, Immobilienprofis nicht nur effizienter zu machen, sondern nachhaltig erfolgreicher. Dafür steht auch unsere Vision: „Next-Gen Swiss Real Estate – digital and simple.“

  • Der Turnaround ist real USZ dreht ins Plus

    Der Turnaround ist real USZ dreht ins Plus

    Wer durch das Hochschulquartier fährt, sieht es sofort. Kräne. Baugruben. Grossbaustelle. Der Campus Mitte entsteht und mit ihm der Anspruch, Spitzenmedizin langfristig neu zu definieren. Die Investitionen laufen. Die Frage war lange, wie trägt die Bilanz das mit? Nun gibt es eine Antwort.

    Die Trendwende ist real
    36 Millionen Franken Gewinn. Erstmals seit 2019. Ein Jahr zuvor noch ein Verlust von 31 Millionen Franken. Der Kontrast ist deutlich und die Richtung stimmt.
    Stationäre Fälle stiegen um knapp 3 Prozent, ambulante Besuche um 5 Prozent auf rund 882’000. Mehr Patienten, bessere Auslastung, konsequentere Prozesse. Das Ergebnis ist kein Zufall. Der Turnaround ist real. Die Arbeit hat gerade erst begonnen.

    Digitalisierung zahlt sich aus
    Seit CEO Monika Jänicke 2023 die Führung übernahm, gilt die klare Strategie «USZ 2030». Effizientere Abläufe, stärkere Digitalisierung, fokussierte Medizin. So stieg die EBITDA-Marge stieg von 2,9 auf 6,6 Prozent. Stark, aber noch nicht am Ziel. Der Kanton als Eigentümer fordert 10 Prozent. Bei gleichem Tempo ist das 2026 erreichbar. Bei der Eigenkapitalquote, knapp 40 Prozent, ist die Zielvorgabe bereits erfüllt.

    Der Kanton zieht mit
    Die Investitionen laufen parallel zum Ergebnisaufbau. Je rund 100 Millionen Franken flossen 2023 und 2024 in Immobilien. Der Kanton stützt das Projekt und nîmmt 690 Millionen Franken Kapitalmarkt auf. Dies zu besseren Konditionen als das Spital selbst je erhalten würde und gibt das Geld weiter.
    Die Gewinnreserven, 2024 auf unter 200 Millionen gesunken, steigen nun wieder auf rund 230 Millionen Franken. Das Polster wächst.

    Nicht nur das USZ
    Der positive Trend ist kein Einzelfall. Die Integrierte Psychiatrie Winterthur schloss 2025 mit 1,8 Millionen Franken Gewinn ab. Nach roten Zahlen im Vorjahr. Patientenzahlen plus 5 Prozent. Daraus ist ersichtlich, Kantonale Gesundheitsinstitutionen reagieren auf den Kostendruck, mit Struktur, Effizienz und Klarheit.

  • Regensberg kämpft ums Überleben

    Regensberg kämpft ums Überleben

    Regensberg zählt per Ende 2024 genau 477 Einwohner. Trotz zwei Steuererhöhungen in den letzten Jahren reichen die Einnahmen nicht, um die Gemeindeaufgaben zu finanzieren. Das strukturelle Defizit bedroht die Eigenständigkeit des mittelalterlichen Landstädtchens auf dem Felssporn über Dielsdorf. Eine Fusion mit einer Nachbargemeinde steht im Raum, ein Szenario, das viele Regensberger vermeiden wollen.

    Eine Wiese als Wendepunkt
    Der Anstoss kam im April 2024 an einem Zukunftstag, an dem die Bevölkerung erstmals offen über das Schicksal ihrer Gemeinde diskutierte. Auf der Agenda war die Wiese Pünt, das letzte grössere Bauland im Dorf. Aus dieser Diskussion entstand die Idee einer Genossenschaft. Im Juli 2025 wurde die Baugenossenschaft Pünt Regensberg offiziell ins Handelsregister eingetragen.

    40 Wohnungen, 80 neue Menschen
    Das Projekt, ein vierstöckiger Bau mit 41 Wohnungen soll auf der Pünt entstehen, rund drei Viertel davon grosse Familienwohnungen mit 4,5 bis 5,5 Zimmern, der Rest kleinere Einheiten mit 2,5 bis 3,5 Zimmern. Die Genossenschaft rechnet mit 60 bis 80 neuen Bewohnerinnen und Bewohnern. Für eine Gemeinde der Grösse Regensberg entspricht das einem Bevölkerungszuwachs von rund 15 Prozent. Ein Wettbewerb zur Findung des Projektteams wurde bereits im Jahr 2025 durchgeführt.

    Mehr als Steuern
    Das Ziel ist nicht nur fiskalisch. Regensberg weist das vierthöchste Durchschnittsalter aller Zürcher Gemeinden auf. Jüngere Familien sollen kommen und damit auch die Primarschule sichern, denn ohne Schule keine Familien, ohne Familien kein Dorfleben. Das flexible Nutzungskonzept erlaubt zudem, dass ältere Personen aus ihrem Einfamilienhaus in eine passende kleinere Wohnung wechseln können, ohne den Ort verlassen zu müssen.

    Gemeinnützig statt spekulativ
    Wäre das Projekt in privaten Händen gelandet, wären die Wohnungen auf der attraktiven Lage primär Anlageobjekte geworden. Die Genossenschaft vermietet dagegen auf Basis der Kostenmiete, also ohne Gewinnabsicht. Finanziert wird das Vorhaben über Anteilscheine, Mitgliederdarlehen, staatliche Förderung und Bankenhypotheken, mit einer angestrebten Eigenkapitalquote von 35 bis 40 Prozent.

    2028 steigen die Kräne
    Weil Regensberg im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder eingetragen ist, gelten beim Bauen besonders strenge Auflagen. Die Baubewilligung soll 2027 vorliegen, der Baubeginn ist für 2028 geplant. Ein oder zwei Jahre später könnten die ersten Wohnungen bezogen werden. Ob die Genossenschaft das strukturelle Defizit allein löst, bleibt offen. Doch sie beweist, manchmal rettet ein Dorf sich selbst.

  • Wenn der Staat zum Komplizen wird

    Wenn der Staat zum Komplizen wird

    Zwei Häuser, rund 5000 Quadratmeter, direkter Seeanstoss am Ägerisee im Kanton Zug. Wüest Partner schätzte den Wert auf 27 Millionen Franken. Verkauft wurde die Liegenschaft 2017 für 16 Millionen, rund 3300 Franken pro Quadratmeter. Vergleichbare Objekte wechselten zur gleichen Zeit für 6000 bis 13’500 Franken den Besitzer.

    Ein Schnäppchen oder ein krummer Deal
    Die Eigentümerin hatte vorgesorgt. Ihre Liegenschaft steckte in einer Holdingstruktur. 45 Prozent je Kind, 10 Prozent der Enkelin. Doch der Bruder handelte hinter dem Rücken seiner Schwester. In weniger als 100 Tagen war der Verkauf besiegelt, ohne öffentliche Ausschreibung, ohne Bieterverfahren, ohne Zustimmung der Schwester.  Sie erfuhr davon einen Monat nach Vertragsunterzeichnung und reichte sofort eine Strafanzeige ein.

    Wenn 9 Millionen keine Erklärung finden
    Der Käufer bezahlte 16 Millionen und erhielt von der Zuger Kantonalbank einen Blankokredit von bis zu 25 Millionen, eine Different von 9 Millionen. Die Bank bewertete das Grundstück intern also deutlich höher, als es der Kaufpreis vermuten liesse.
    Heute sitzt der Käufer auf der Anklagebank wegen Geldwäscherei. Er soll gewusst haben, dass dem Verkauf schweres Unrecht zugrunde lag.

    Wenn eine Kommission schweigt
    Der Fall wuchs über den Gerichtssaal hinaus. Der Zuger Kantonsrat setzte im Sommer 2025 eine PUK ein, um die Rolle der Kantonsregierung zu untersuchen. Im Fokus standen fehlerhafte Grundbuchinspektionen. Die zuständige Notarin schob das Geschäft ohne gesetzlichen Ausstandsgrund weiter und wich bei der Befragung den entscheidenden Fragen aus.

    Wenn Gerechtigkeit Zeit braucht
    Neun Verhandlungstage bis Ende März. Geleitet von Richterin Svea Anlauf. Ein Urteil frühestens im Juni. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

    Der Ägerisee glitzert. Was in diesen Wochen im Gerichtssaal ans Licht kommt, könnte den Kanton Zug noch lange beschäftigen.

  • Die Top 10 PropTechs der Schweiz 2020–2025

    Die Top 10 PropTechs der Schweiz 2020–2025

    1. properti
    properti ist eine der führende Schweizer Anbieter für digitale Immobilienvermittlung. Das Unternehmen kombiniert die Expertise erfahrener Makler mit einer eigenen Plattform (Propchain®), auf der Immobilien gelistet, vermittelt und mit Servicepartnern verknüpft werden können. properti deckt dabei verschiedene Segmente ab: Luxusimmobilien, Renditeobjekte und Gewerbeimmobilien. Durch die Digitalisierung der Maklerprozesse können Kunden schneller passende Objekte finden und Makler effizienter arbeiten. Das Startup wurde mehrfach als #1 PropTech der Schweiz ausgezeichnet und zeigt, wie klassische Branchen mit digitaler Technologie transformiert werden können. Das Geschäftsmodell ist skalierbar, sowohl national als auch international, und die Plattform dient als zentraler Hub für alle Akteure der Immobilienvermittlung. Unter CEO Levent Künzi wächst das Unternehmen kontinuierlich und etabliert sich als Innovationsführer.

    2. PriceHubble
    PriceHubble nutzt Big Data und künstliche Intelligenz, um präzise Immobilienbewertungen und Standortanalysen zu liefern. Das Unternehmen verarbeitet Millionen von Datenpunkten und erstellt Marktprognosen, die Investoren, Makler und Banken bei Entscheidungen unterstützen. Mit Büros in Zürich, Berlin, Paris und Tokio ist PriceHubble international aufgestellt und zeigt, dass Schweizer PropTechs global relevant sind. Strategische Partnerschaften, etwa mit Check24 oder WealthPark, stärken die Marktposition zusätzlich. Der Fintech Germany Award 2023 in der PropTech-Kategorie unterstreicht die Innovationskraft. Das Unternehmen konnte seine Marktpräsenz durch Series-B-Finanzierung über 34 Mio USD erheblich ausbauen. PriceHubble ist ein Paradebeispiel dafür, wie datengetriebene Lösungen die Immobilienbranche revolutionieren.

    3. Crowdhouse
    Crowdhouse ist die führende Plattform für Crowdinvesting in Schweizer Renditeimmobilien. Investoren können bereits ab CHF 100’000 Anteile an Immobilien erwerben und so vom Schweizer Immobilienmarkt profitieren, ohne die Objekte direkt zu besitzen. Die Plattform verwaltet über 1’600 Investoren und ein Immobilienvolumen von CHF 2,1 Mrd. Besonders stark ist die wiederkehrende Investorenquote von 55 %, die auf Vertrauen und stabile Performance hinweist. Crowdhouse digitalisiert und vereinfacht damit den Investitionsprozess in Immobilien erheblich. Sie bietet detaillierte Informationen zu Objekten, prognostizierte Renditen und Transparenz in der Verwaltung. Damit hat das Startup ein skalierbares Modell geschaffen, das Anlegern und Projektentwicklern gleichermassen Nutzen bringt.

    4. Flatfox
    Flatfox digitalisiert den Vermietungsprozess für Wohnungen und Häuser in der Schweiz. Die Plattform ermöglicht es Eigentümern, Maklern und Verwaltungen, Inserate zu erstellen, Interessenten zu verwalten und Kommunikation zentral zu steuern. 2021 wurde Flatfox von der Mobiliar übernommen, was die Marktposition und Relevanz unterstreicht. Über die Plattform können Makler alle grossen Schweizer Immobilienportale angebunden nutzen, was den Aufwand deutlich reduziert. Flatfox löst damit ein klassisches Problem der Immobilienbranche: die fragmentierte und ineffiziente Kommunikation zwischen Mietern, Maklern und Verwaltungen. Die Kombination aus intuitiver Plattform und Integration in bestehende Systeme macht das Unternehmen erfolgreich.

    5. Houzy
    Houzy bietet ein umfassendes digitales Ökosystem für Eigenheimbesitzer. Die Plattform unterstützt Nutzer bei Bewertung, Sanierung, Planung und der Vernetzung mit Handwerkern und Dienstleistern. Sie ist kostenlos für Nutzer, während Partner für Vermittlungen zahlen. Mit über 100’000 registrierten Usern und 3’500–5’000 neuen Usern pro Monat zeigt die Plattform enormes Wachstumspotenzial. Investoren wie UBS und Baloise unterstreichen das Vertrauen in das Geschäftsmodell. Houzy erleichtert Hausbesitzern die Verwaltung komplexer Aufgaben, die früher zeitaufwendig und unübersichtlich waren, und kombiniert digitale Tools mit praktischen Services. Das Startup hat damit eine führende Position im Schweizer Eigenheimsegment etabliert.

    6. Archilyse
    Archilyse ist ein ETH-Spin-off, das 2D-Grundrisse automatisch in 3D-BIM-Modelle konvertiert und diese digital analysiert. Über 100 qualitative Merkmale wie Sichtachsen, Lichtverhältnisse oder Energieverbrauch werden bewertet. So können Architekten, Investoren und Immobilienentwickler die Qualität eines Projekts objektiv beurteilen. Mit einem YoY-ARR-Wachstum von über 250 % zeigt Archilyse hohe Skalierbarkeit. Die Software löst ein fundamentales Informationsproblem der Architektur: den objektiven Vergleich von Objekten. Das Unternehmen verbindet technologische Tiefe mit praktischer Anwendung und zeigt, wie digitale Tools die Planungs- und Bewertungsprozesse revolutionieren können.

    7. viboo
    viboo entwickelt KI-basierte Thermostate und intelligente Gebäudeautomationslösungen für Nichtwohngebäude. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu minimieren, ohne den Komfort zu beeinträchtigen. Pilotprojekte zeigen Energieeinsparungen von bis zu 22 % und eine CO²-Reduktion von 13 Tonnen pro Schule. Über 5’000 Thermostate sind bereits im Einsatz, unterstützt durch Finanzierungen von €3,3 Mio. Das Unternehmen kombiniert fundierte Forschung aus ETH und Empa mit praktischen Lösungen für den Markt. viboo zeigt, wie Climate- und PropTech in der Praxis miteinander verknüpft werden können. Durch messbare Einsparungen und intelligente Steuerung etabliert sich das Startup als führender Anbieter in der Schweiz.

    8. Scandens
    Scandens ist eine KI-basierte Softwarelösung zur Sanierungs- und Investitionsplanung von Gebäuden. Sie simuliert automatisch über 500 Sanierungskombinationen und optimiert gleichzeitig Rentabilität und CO²-Reduktion. Das Startup adressiert ein zentrales Schweizer Problem: die zu niedrige Sanierungsquote von Gebäuden. Durch Partnerschaften, etwa mit HEV Zürich, wird die Lösung auch privaten Eigentümern zugänglich gemacht. Als ETH-Spin-off kombiniert Scandens technologische Tiefe mit praktischer Relevanz. Das Unternehmen zeigt, wie KI die Sanierungsplanung effizienter und nachhaltiger gestalten kann.

    9. vyzn
    vyzn entwickelt webbasierte 3D/BIM-Software für Nachhaltigkeitsanalysen in Neubau- und Sanierungsprojekten. Die Plattform unterstützt Zertifizierungen wie Minergie oder SNBS und analysiert den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes von Bau über Nutzung bis Abriss. vyzn ermöglicht Planern und Architekten, Kosten, Nachhaltigkeit und Qualität in Einklang zu bringen. Die Lösung wurde international anerkannt, u. a. als Halbfinalist der EXPO REAL Impact Awards. Als ETH-Spin-off zeigt vyzn die Kombination aus akademischer Forschung und praxisnaher Anwendung. Das Startup positioniert sich klar in einem wachsenden Marktsegment für nachhaltige und effiziente Bauplanung.

    10. Immowise
    Immowise digitalisiert die Verwaltung von Stockwerkeigentum und Eigentümerversammlungen. Die Plattform unterstützt Eigentümer und Verwaltungen bei Budgetplanung, Nachrichtenkommunikation, Kostenvoranschlägen und Versammlungen. Sie erleichtert so die bisher fragmentierten Prozesse und reduziert administrative Aufwände erheblich. Seit der Gründung 2021 expandierte Immowise von der West- in die Deutschschweiz. Mit praxisnahen Lösungen und einem klaren Fokus auf den Schweizer Immobilienmarkt bietet Immowise Effizienzsteigerung und Transparenz für Eigentümergemeinschaften. Das Unternehmen zeigt, wie digitale Tools klassische Verwaltungsaufgaben revolutionieren können.

  • KI als Wettbewerbsfaktor in der Immobilienwirtschaft

    KI als Wettbewerbsfaktor in der Immobilienwirtschaft

    Warum der Durchbruch gerade jetzt möglich ist
    Aktuelle Marktanalysen zeigen ein deutliches Bild: KI ist in der Branche angelangt. Im Zuge einer branchenweiten Marktanalyse wurden 55 KI-Lösungen untersucht und daraus 24 konkret nutzbare Anwendungsfälle für die Bau- und Immobilienwirtschaft abgeleitet. Die Studie hat gezeigt, dass die meisten Lösungen in der Nutzungs- und Betriebsphase zu finden sind.

    Der Grund liegt auf der Hand: Im Betrieb fallen grosse Datenmengen an, Prozesse sind wiederkehrend, der Effizienzdruck hoch, die Nachhaltigkeitsziele ambitioniert. Dort liefert KI bereits heute messbaren Mehrwert.

    In der Planungsphase hingegen sind KI-Lösungen bisher nur vereinzelt verfügbar. Dies ist insofern überraschend, als dass speziell in dieser Phase viel Potenzial für den Einsatz von KI besteht, beispielsweise bei Themen wie Energieverbrauch und Betriebskosten.

    Drei Nutzenfelder, die den Unterschied machen können
    PLANUNG & ENTWICKLUNG
    Noch wenig genutzt, aber strategisch hochrelevant. KI kann Bau- und Ressourcenpläne optimieren oder operative Prozesse auf der Baustelle unterstützen. In Zeiten, in denen Betriebseffizienz immer wichtiger wird, könnten solche Tools den entscheidenden Unterschied bedeuten.

    BETRIEB & BEWIRTSCHAFTUNG
    Das aktuelle Spielfeld der KI. Von der automatisierten Steuerung technischer Anlagen über optimierte Reinigungs- und Abfallprozesse bis zur digitalen Kundenkommunikation. Auch Vertragsprüfungen und Datenmanagement laufen zunehmend KI-gestützt. Dadurch wird schon heute ein messbarer Produktivitätsschub erreicht.

    PORTFOLIO, INVESTMENT & STRATEGISCHE STEUERUNG
    Für Eigentümer:innen, Investor:innen und Portfoliomanager:innen liegt der Mehrwert stärker auf der Steuerungs- und Analyseebene: Datenbasierte Bewertungsmodelle, Portfolioanalysen oder das Aufdecken von CO2-Einsparpotenzialen ermöglichen fundierte Entscheidungen und damit eine strategisch optimierte Steuerung von Immobilienportfolios.

    Was erfolgreiche KI-Projekte wirklich brauchen
    Künstliche Intelligenz ist kein Selbstläufer. Drei Faktoren entscheiden über Erfolg oder Stillstand:

    • Datenbasis & Governance: Ohne saubere, strukturierte Daten bleiben KI-Tools wirkungslos. Unternehmen müssen ihre Datenqualität, Prozesse und IT-Infrastruktur analysieren und wenn nötig optimieren.
    • Strategische Verankerung: Nicht die Technologie sollte den Einsatz von KI vorantreiben, sondern ein klares, strategisches Ziel wie Effizienzsteigerung, Kostenreduktion, Nachhaltigkeit oder Portfoliooptimierung.
    • Realistische Erwartungen & Passende Einführungsstrategie: Viele der identifizierten Lösungen sind noch im Pilotstadium. Ein schrittweises Vorgehen, etwa über Low-Code-Plattformen oder bewährte Tools, kann helfen, erste Erfahrungen zu sammeln und dann zu skalieren.

    Fazit: Zukunft gestalten statt abwarten
    Künstliche Intelligenz eröffnet der Immobilienwirtschaft viele Chancen: sie kann Prozesse effizienter und Entscheidungen fundierter machen, Betriebskosten senken, Nachhaltigkeit fördern und Portfolios strategisch steuern. Für Organisationen, die heute bewusst und strategisch in KI investieren, wird sie zum Differenzierungsfaktor, über alle Phasen des Immobilienlebenszyklus hinweg. Doch der Schlüssel liegt nicht in der Technologie, sondern in einer klaren Vision, einem soliden Datenfundament und der geeigneten Umsetzung.

  • Digitalisierung in der Immobilienbranche: Fortschritt mit Gegenwind

    Digitalisierung in der Immobilienbranche: Fortschritt mit Gegenwind

    Der digitale Reifegrad der Branche ist 2025 leicht gesunken. Das zeigt der Digital Real Estate Index 2025: Auf einer Skala von 1 bis 10 steht der Digitalisierungsgrad der Immobilienbranche derzeit bei 4,0 Punkten, ein Rückschritt im Vergleich zum Vorjahr (2024: 4,6 Punkte). Die Gründe dafür sind vielfältig.  Steigende Komplexität, unzureichende Datenqualität, Kostendruck. Diese Entwicklung betrifft fast alle Unternehmensgrössen und Rollen, aber mit unterschiedlichem Ausmass.

    Der digitale Graben wird tiefer
    Besonders deutlich zeigt sich ein «Digital Divide» bei der Unternehmensgrösse. Obwohl der Rückgang alle Kategorien betrifft, kämpfen vor allem kleine Firmen am stärksten mit Aufwand und Finanzierung der Digitalisierung. Mittelgrosse und grosse Unternehmen können ihren Vorsprung teilweise halten.

    Rollen im Wandel
    Grosse Unterschiede zeigen sich zwischen den verschiedenen Rollen. Facility-Management-Dienstleistende und Bewirtschaftende konnten ihre digitale Reife sogar leicht erhöhen. Anders sieht es bei Planern, Bauunternehmen sowie auf der Eigentümer- und Investorenseite aus: Hier macht sich Ernüchterung in Bezug auf die digitale Reife breit. Insbesondere die durchgängige Nutzung von Building Information Modeling (BIM) über den gesamten Lebenszyklus hinweg bleibt eine grosse Herausforderung. Nutzende und Mietende wiederum schätzen ihre digitale Reife kritischer ein als noch im Vorjahr.

    Gefühlte Stagnation statt Aufbruchstimmung
    Die Wahrnehmung der Branche deckt sich zunehmend mit den gemessenen Werten. Bereits im Vorjahr konnte man eine Zunahme der kritischen Einschätzungen beobachten. Ein Trend, der sich in diesem Jahr sogar noch stärker zeigt. Ein Grossteil der Befragten spricht von Stagnation, weniger von grossen Fortschritten.

    Technologien: Nutzen erkannt, Nutzung beschränkt
    Künstliche Intelligenz hat ihren Platz im Bewusstsein der Branche gefunden. In der Rangfolge der nützlichsten digitalen Technologien belegt Artificial Intelligence & Machine Learning den dritten Platz. Angesichts der rasanten Entwicklung und der zunehmenden Präsenz von KI in Form von Large Language Models (LLM) wenig überraschend. Der tatsächliche Einsatz hinkt allerdings hinterher: nicht einmal bei einem Fünftel der Befragten ist die Technologie bereits im Einsatz. Ähnliches zeigt sich bei Data Analytics. Auch darin sieht die Branche einen hohen Nutzen und bemüht sich um zunehmenden Einsatz, aber das Potenzial ist nach wie vor nicht ausgeschöpft. Plattformen und Portale bleiben der Spitzenreiter unter den Technologien.

    Fazit: Reife bedeutet auch Reflexion
    Der aktuelle Rückgang der digitalen Reife markiert keinen Rückschritt, sondern eine Phase der Einordnung. Denn die Immobilienwirtschaft hat erkannt, dass digitale Reife nicht durch den Kauf von Tools entsteht, sondern durch ihren messbaren Nutzen. Nach einem ersten Digitalisierungsschub folgt Ernüchterung, ausgelöst durch hohe Integrationsaufwände, fehlende Standards und unzureichende Datenstrategien. Gleichzeitig ist das Verständnis für den eigenen Reifegrad gewachsen.

    Damit wird der Blick kritischer, aber auch klarer. Die Erkenntnis wächst, dass viele digitale Initiativen scheitern, weil sie als reine IT-Projekte umgesetzt werden und organisationale wie menschliche Faktoren zu wenig Beachtung finden. Ohne klare Governance, passende Kompetenzen und die konsequente Einbindung der Mitarbeitenden bleibt der Mehrwert begrenzt.

    Eine realistischere Haltung eröffnet die Chance, künftige Schritte gezielter, wirksamer und langfristig erfolgreicher zu gestalten. Echter Fortschritt stellt sich ein, wenn digitale Transformation nicht länger als Projekt mit Enddatum betrachtet wird, sondern als dauerhafte Führungsaufgabe anerkannt wird.

  • «Insieme» Bildungszentren in Sursee

    «Insieme» Bildungszentren in Sursee

    Der Projektwettbewerb wurde als offenes, einstufiges und anonymes Verfahren für Generalplanerteams ausgeschrieben, acht Teams reichten fristgerecht Vorschläge ein. Das Preisgericht beurteilte sie nach Funktionalität, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit sowie Städtebau und Architektur und sprach dem Projekt «Insieme» von Bob Gysin Partner aus Zürich den Zuschlag zu. Herzstück ist ein siebenstöckiger Neubau entlang der Bahnlinie, der einen klaren Beitrag zur städtebaulichen Verdichtung leistet und den Campus stärker zum Bahnhof orientiert.

    Helle Lernlandschaft
    Die neuen Hauptzugänge richten sich künftig verstärkt zum Bahnhof aus und entlasten so die bisherige Erschliessung durch das angrenzende Wohngebiet. Sämtliche Turnhallen werden über den neu definierten Eingangsbereich erreichbar, was Wegeführung und Orientierung vereinfacht. Die Anordnung von Klassenzimmern, Gruppenräumen, Lichthöfen und Begegnungszonen schafft eine helle, flexible Lernlandschaft, die unterschiedliche Unterrichtsformen und informelle Begegnungen gleichermassen unterstützt.

    Nachhaltig bauen, Freiräume aufwerten
    Konstruktiv setzt «Insieme» auf eine Kombination aus Bestand und Holzbau. Beim Trakt B wird, abgesehen vom Untergeschoss, der bestehende Bau rückgebaut und mit einer Holzrippendecke zu einem sechsgeschossigen Gebäude aufgestockt. Die Freiraumgestaltung reagiert auf die Klimaerhitzung, indem die bestehende Treppenanlage beschattet und durch zusätzliche Bepflanzung und Sitzangebote aufgewertet wird. Der Waldrand erhält neue Aufenthaltsbereiche und eine lockere Baumbepflanzung, was die Aufenthaltsqualität im Aussenraum deutlich erhöht.

    Nächste Schritte bis zur Inbetriebnahme
    Im ersten Quartal 2026 werden die Hinweise des Preisgerichts geprüft und das Wettbewerbsprojekt bei Bedarf optimiert. Die Inbetriebnahme der erweiterten Anlage ist derzeit ab 2035 vorgesehen. In der kantonalen Finanzplanung sind für die Erweiterung und teilweise Erneuerung des BBZG+W in Sursee rund 97,4 Millionen Franken eingestellt. Eine Investition in zukunftsfähige Berufsbildung und einen starken Bildungsstandort in der Region.

  • Der Weg ist frei für Wil West

    Der Weg ist frei für Wil West

    Im zweiten Anlauf sagt die Stimmbevölkerung von St. Gallen Ja zu Wil West. Der Entscheid ist knapp, aber klar genug, um Planungssicherheit zu schaffen. Das Votum zeigt, die Region will wachsen. Gebündelt, planbar und abgestimmt über Kantonsgrenzen hinweg.

    Mit dem Landverkauf gibt St. Gallen ein ehemaliges Gutsareal der Psychiatrie Wil an den Kanton Thurgau ab. Das Wirtschaftsgebiet liegt künftig vollständig auf Thurgauer Boden, bleibt aber im unmittelbaren Einflussraum der Regio Will. Damit entsteht eine klarere Ausgangslage für Investitionen, Infrastruktur und langfristige Ansiedlungsstrategien.

    Konzentration statt Zersiedelung
    Wil West steht für ein Leitbild, das viele Regionen beschäftigt, wirtschaftliches Wachstum ermöglichen, ohne die Landschaft weiter zu zersiedeln. Statt immer neue Gewerbezonen an Ortsrändern zu streuen, bündelt der Standort künftig Firmen, Dienstleistungen und produktive Arbeitsplätze an einer verkehrstechnisch gut erschlossenen Lage.

    Geplant ist kein beliebiges Industrieareal, sondern ein moderner Arbeitsstandort. Angestrebt sind hochwertige Betriebe, die Wertschöpfung und qualifizierte Jobs bringen, ohne übermässig viel Fläche zu verbrauchen. Damit wird das Entwicklungspotenzial der Region genutzt. Für die Raumplanung ist das Projekt damit auch ein Instrument, um Wachstum zu kanalisieren, statt es dem Zufall zu überlassen.

    Infrastruktur als Entwicklungstreiber
    Besonders stark wirkt Wil West über die Infrastruktur. Mit dem Projekt verknüpfen Bund, Kantone und Region den Ausbau der Autobahn, den öffentlichen Verkehr sowie Fuss- und Veloverbindungen. Der geplante Autobahnanschluss an die A1 und eine bessere Anbindung an Bahn und Bus machen das Areal für Unternehmen attraktiv und entlasten zugleich die bestehenden Ortszentren.

    Nachhaltigkeit als Standortfaktor
    Die erste Version von Wil West ist an Bedenken gescheitert, wie Kulturlandverlust, Verkehr und ökologische Auswirkungen. In der überarbeiteten Variante spielt Nachhaltigkeit eine deutlich sichtbarere Rolle. Verdichtete Bauweisen, sorgfältigere Flächennutzung und mehr Grün- und Freiräume sollen den ökologischen Fussabdruck verringern.
    Für Unternehmen, die sich ansiedeln wollen, wird genau das zum Standortfaktor. Immer mehr Firmen achten bei der Wahl ihres Standorts auf Energie- und Flächenverbrauch, Erreichbarkeit ohne Auto und ein attraktives Umfeld für Mitarbeitende.
    Wil West hat die Chance, hier einen neuen Standard für Arbeitszonen zu setzen, wenn Qualitätssicherung, Etappierung und Kriterien für Ansiedlungen konsequent durchgezogen werden.

    Chancen nutzen, Erwartungen managen
    Mit dem Ja zur Vorlage steigen nun auch die Erwartungen. Politik und Verwaltung müssen Tempo aufnehmen, ohne in Hektik zu verfallen. Die Region braucht klare Leitplanken, welche Branchen sollen kommen? Welche Dichte ist gewünscht? Wie wird die Entwicklung über Jahrzehnte gesteuert, ohne bei jedem Konjunkturwechsel die Strategie zu wechseln?

  • Vier Achsen, die die Immobilienwirtschaft neu ordnen

    Vier Achsen, die die Immobilienwirtschaft neu ordnen

    Daten & KI
    Branchenreports sehen datengetriebene Entscheidungen und KI-basierte Analytics als einen der stärksten Treibe. Von Predictive Analytics für Mieten, Leerstände und Capex über automatisierte Bewertungen bis zu AI-gestützter Due Diligence und Dokumentenverarbeitung.

    Entlang des Lebenszyklus beginnt das bei Landakquisition und Projektentwicklung (Standort-Scoring, Risiko- und Szenario-Modelle) und reicht bis in Betrieb und Portfolio-Steuerung (Predictive Maintenance, Portfolio-Optimierung, dynamische Preis- und Flächensteuerung).

    Dekarbonisierung und ESG
    Netto-Null-Ziele, Taxonomie-Regeln und ESG-Investing machen Green-Proptech zu einem eigenen Cluster. Smart-Building-Systeme, IoT-Sensorik und ESG-Datenplattformen messen Emissionen, Energie und Ressourcen, automatisieren Reporting-Pflichten und unterstützen Sanierungs- und Investitionsentscheidungen.

    Gesellschaftlich wirkt das über strengere Regulierung und Investoren-Druck, wirtschaftlich über den wachsenden Wertunterschied zwischen «stranded assets» und klimafitten Beständen. Vom CO²-Screening bei Landkauf bis zur Dekarbonisierungs-Roadmap im laufenden Betrieb.

    Nutzererlebnis und Flexibilität
    Digitale Tenant-Experience, hybride Arbeitsmodelle und flexible Wohn- und Gewerbeflächen gelten als Kerntrend. Gefordert werden mobile Zugänge, Self-Service-Portale, Echtzeit-Kommunikation und dynamisch buchbare, nutzungsbasierte Flächen.

    Entlang des Lebenszyklus verschiebt das schon in der Planung den Fokus auf nutzerzentrierte Konzepte und Mischnutzungen und verlangt im Betrieb nach Plattformen für Buchung, Community-Building und personalisierte Services, was direkt die Wertschöpfungslogik von Objekten verändert.

    Plattform-Ökosysteme
    Viele Quellen sehen eine Bewegung weg von isolierten Insellösungen hin zu vernetzten Plattformen, in denen Daten, Prozesse und Services verschiedener Akteure zusammenlaufen. Offene Schnittstellen und Integrationen gelten als wichtigste Anforderung der Entwickler- und Betreiberseite.

    Ökonomisch entstehen damit neue Plattformbetreiber, gesellschaftlich verschieben sich Transparenz, Macht- und Rollenbilder. Vom Landkauf-CRM über Development-Tools bis zu Betriebs- und ESG-Plattformen, die den gesamten Lifecycle digital verbinden.

  • Erstmals Vernehmlassung zur Standortförderung

    Erstmals Vernehmlassung zur Standortförderung

    Erstmals wird die Botschaft zur Standortförderung in ein Vernehmlassungsverfahren geschickt, dieses läuft bis zum 1. Juni 2026. Für die Jahre 2028–2031 beantragt der Bundesrat fünf Finanzierungsbeschlüsse im Umfang von 392,21 Millionen Franken, nach 428,83 Millionen Franken in der Periode 2024–2027. Die Instrumente bleiben dieselben, KMU-Politik, Tourismuspolitik, Regionalpolitik sowie Exportförderung und Standortpromotion. Unter dem Strich sinkt das Budget, bereinigt um Covid-Sonderzahlungen und das Entlastungspaket 2027, um rund 5,2 Prozent.

    KMU digital entlasten
    Ein Schwerpunkt liegt auf der administrativen Entlastung von KMU durch den Ausbau digitaler Behördenleistungen. Kernbaustein ist Easy-Gov.swiss, das zum Marktplatz für digitale Leistungen von Bund und Kantonen weiterentwickelt und als Standard-Infrastruktur für ein «Digital Government» für Unternehmen positioniert werden soll. Ziel sind einfachere Verfahren, weniger Doppelspurigkeiten und eine effizientere Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Wirtschaft.

    Zugang zu internationalen Märkten
    Die Exportförderung soll KMU gezielt beim Eintritt in neue und beim Ausbau bestehender Auslandmärkte unterstützen. In einem Umfeld mit steigenden Exporthürden und volatilen Rahmenbedingungen rücken Information, Beratung, Risikodiversifikation und Exportrisikoversicherung stärker in den Fokus. Gleichzeitig sollen KMU die Chancen aus neuen und bestehenden Handelsabkommen besser nutzen können.

    Regionen als Wirtschafts- und Lebensräume stärken
    Mit der Standortförderung will der Bund die wirtschaftliche Entwicklung in allen Landesteilen unterstützen. Gefördert werden Tourismusdestinationen sowie wirtschaftlich orientierte Projekte im ländlichen Raum und Grenzregionen. So dass diese als attraktive Lebens- und Arbeitsorte bestehen können. Damit verknüpft der Bundesrat Wachstumsimpulse für KMU mit einer ausgewogenen regionalen Entwicklung.

  • Tour Invictus neues Gesicht für Fribourg

    Tour Invictus neues Gesicht für Fribourg

    Die Tour Invictus markiert einen Wendepunkt in der städtischen Entwicklung Fribourgs. Sie verdichtet Wohnraum in die Höhe, statt weiter in die Fläche zu wachsen. Das Projekt reagiert damit auf knappen Boden, veränderte Haushaltsstrukturen und eine alternde Bevölkerung.

    Gleichzeitig stellt der Turm die Frage nach Identität. Wie viel «Hochhaus» verträgt eine mittelgrosse Schweizer Stadt? Das Gebäude wird sichtbar sein, aus der Stadt und von weitem. Damit wird es zum Symbol für eine neue Phase der Stadtentwicklung, die Dichte, Mobilität und Lebensqualität neu austariert.

    Neue Wohnformen statt klassischer Blockrand
    Die Nutzungsmischung ist klar auf Wohnen ausgerichtet, aber intern fein abgestuft. In den unteren Geschossen entstehen altersgerechte Wohnungen mit betreutem Umfeld. In den oberen Etagen finden sich frei finanzierte Eigentumswohnungen mit weitem Ausblick und hoher Aufenthaltsqualität.

    Diese vertikale Mischung ersetzt den klassischen Blockrand mit separaten Häusern für verschiedene Zielgruppen. Sie bringt Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen im selben Gebäude zusammen. Für Betreiber, Eigentümer und Stadtplanung eröffnet das neue Optionen für Services, Quartierbezug und Community‑Bildung.

    Aufenthaltsqualität schaffen soll
    Ein Turm dieser Höhe provoziert immer die gleiche Frage. Wird Dichte zur Belastung oder zur Qualität? Entscheidend ist die Gestaltung der Übergänge. Strassenniveau, Erdgeschoss und Umgebung müssen den Massstab für Fussgänger halten. Begrünte Aussenräume, klare Adressbildung und gut lesbare Eingänge entscheiden darüber, ob der Turm als Fremdkörper oder als selbstverständlicher Teil des Quartiers wahrgenommen wird.

    Im Innern zählt die erlebte Grosszügigkeit. Tageslicht, Raumhöhen, private Aussenräume und Sichtbezüge sind das Gegengewicht zur hohen Anzahl Einheiten. Wo Freiräume bewusst ins Haus verlegt werden, etwa mit Gemeinschaftsräumen, Dachterrassen oder nutzbaren Laubengängen, entsteht Identifikation statt Anonymität.

    Chancen für die Stadt
    Für die Stadt Fribourg ist die Tour Invictus Chance und Testfall zugleich. Sie zeigt, wie Investoren, Planende und Behörden mit Verdichtungszielen umgehen. Der Umgang mit Verkehr, Erschliessung, Beschattung und Nachbarschaft wird genau beobachtet werden. Gelingt das Projekt, stärkt es die Akzeptanz weiterer vertikaler Verdichtungen.

    Gleichzeitig bleibt das Spannungsfeld sichtbar. Ein Hochhaus löst Diskussionen über Skyline, Charakter und soziale Durchmischung aus. Führungskräfte in Verwaltung und Immobilienwirtschaft sind gefordert, diese Debatte aktiv zu moderieren. Es braucht klare Erzählungen, warum Dichte nicht Verzicht bedeutet, sondern neue Formen von Urbanität ermöglicht.

  • Neues Whitepaper: «Gebäude effizient kühlen»

    Neues Whitepaper: «Gebäude effizient kühlen»

    Auch wenn sich die klimatischen Veränderungen je nach Standort und Gebäudenutzung unterschiedlich bemerkbar machen, wird künftig in fast allen Wohn- und Bürogebäuden eine Kühlung nötig sein. Wer einen Neubau plant, sollte eine Analyse des Aussen- und Innenraumkomforts vornehmen, Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz sowie maximal akzeptierbare Innenraumtemperaturen definieren und einen Nachweis für den thermischen Komfort anfordern. Entspricht der Klimakomfort von Bestandsbauten im Sommer nicht mehr den aktuellen oder künftigen Anforderungen, können weitere sinnvolle Massnahmen umgesetzt werden.

    Für Eigentümerschaften lohnt es sich, in den Klimakomfort ihrer Immobilien zu investieren, denn behagliche Raumtemperaturen gelten zunehmend als Kriterium für die Vermietbarkeit. Gebäude mit hohem Klimakomfort sind zukunftssicher, ihr Marktwert steigt und es ist mit höheren Mieteinnahmen zu rechnen.

    Das neue Whitepaper «Gebäude effizient kühlen» (23 Seiten) zeigt, wie Immobilien heute gebaut oder saniert werden können, damit sie auch im Klima der Zukunft einen hohen Komfort bieten.

  • Urbaner Wandel auf dem Wellisareal

    Urbaner Wandel auf dem Wellisareal

    Zwischen Bahnhof und Altstadt liegt eines der spannendsten Transformationsgebiete der Region. Aus Hallen, Lagern und Werkhöfen wächst ein urbanes Quartier mit eigenem Charakter. Das Areal übernimmt damit eine Schlüsselrolle als Eingangstor nach Willisau.

    Die Fläche ist in etwa so gross wie die historische Altstadt. Aus dem vormals abgeschlossenen Produktionsstandort wird ein offenes Stück Stadt. Wege, Plätze und Freiräume verbinden künftig Bahnhof, Altstadt und Quartier. Die bisherige Barriere wird zur städtischen Nahtstelle.

    Mischung statt Monofunktion
    Die Entwicklung setzt klar auf Nutzungsmischung. Geplant sind mehrere hundert Wohnungen in unterschiedlichen Grössen und Typologien, ergänzt durch Flächen für Gewerbe, Dienstleistungen und quartiernahe Angebote. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit rücken näher zusammen.

    Sie schafft über den Tag hinweg Frequenz, erhöht die Auslastung der Infrastruktur und reduziert Abhängigkeiten von einer einzigen Nutzungsart. Gleichzeitig öffnet sie Spielräume für neue Arbeitsformen, kleinteilige Dienstleister und lokale Anbieter.

    Identität aus der industriellen Vergangenheit
    Das Wellisareal bleibt als Ort erkennbar. Teile der bestehenden Bausubstanz werden erhalten und neu bespielt. Die industrielle Prägung liefert damit nicht nur Geschichte, sondern auch Identität. Sie unterscheidet das Quartier klar von grünen Wiesenentwicklungen am Ortsrand.

    Neue Bauten ergänzen den Bestand, ohne ihn zu überdecken. Ein Hochpunkt markiert das Areal in der Silhouette von Willisau. Entscheidend ist dabei nicht die Höhe allein, sondern die Wirkung im Stadtraum. So entsteht ein Bild, das auch in der Wahrnehmung von Bewohnern, Besuchern und Investoren verankert bleibt.

    Freiraum als Standortfaktor
    Das Projekt denkt Dichte konsequent mit Freiraum zusammen. Grosszügige Grünflächen, Bäume, Plätze und Wege strukturieren das Quartier und sorgen für Aufenthaltsqualität. Statt Innenhof als Restfläche rückt der Freiraum ins Zentrum der Konzeption.

    Für künftige Nutzer ist das mehr als ein Komfortthema. Beschattete Aufenthaltsbereiche, durchdachte Aussenräume und differenzierte Kleinklimate werden zu harten Standortfaktoren. Sie beeinflussen Vermietbarkeit, Image und langfristige Wertentwicklung. Ein robustes Freiraumkonzept unterstützt zudem die Anpassungsfähigkeit des Quartiers über den Lebenszyklus hinweg.

    Mobilität neu austariert
    Die Lage direkt am Bahnhof und nahe der Altstadt erlaubt einen verkehrsarmen Ansatz. Der Fuss- und Veloverkehr hat Vorrang, Angebote des öffentlichen Verkehrs liegen in Gehdistanz. Das Projekt reduziert bewusst die Zahl der Parkplätze und setzt auf alternative Mobilitätsformen.

    Für Kommunen und Investoren bedeutet das, weniger Flächenverbrauch für Autos, mehr Raum für Wertschöpfung und Lebensqualität. Gleichzeitig steigt der Druck, Mobilität als integriertes Angebot zu denken. Von Sharing-Lösungen über Logistik bis hin zu Quartierservices.

  • Neuer CKW-Hauptsitz stärkt Emmen

    Neuer CKW-Hauptsitz stärkt Emmen

    Mit dem Projekt «EnergiePark Emmen» will CKW ihren bestehenden Standort auf der Reussinsel weiterentwickeln. Herzstück ist ein neues Werkgebäude für die Geschäftsbereiche Netze und Gebäudetechnik, inklusive Netzstützpunkt für Bau, Betrieb und Unterhalt des Stromnetzes im Grossraum Luzern. Die bisher in Reussbühl angesiedelten Mitarbeitenden erhalten damit in Emmen moderne Arbeitsplätze, Abläufe werden räumlich und organisatorisch gebündelt.

    Bekenntnis zu Emmen und mehr Arbeitsplätze
    Die Reussinsel ist historischer Ursprungsort von CKW, hier nahm 1894 das erste Kraftwerk den Betrieb auf. Mit der geplanten Verlegung des Hauptsitzes knüpft CKW an diese Wurzeln an und bekennt sich langfristig zum Standort Emmen. Die Zahl der Mitarbeitenden auf der Reussinsel soll von heute rund 600 auf etwa 1’000 steigen, was zusätzliche Steuereinnahmen generiert und die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde stärkt.

    Sorgfältige Planung und Verdichtung nach innen
    Das Richtprojekt entstand in einem mehrjährigen Planungsprozess mit der Gemeinde Emmen und einem Studienauftrag mit fünf Planungsteams. Ausgewählt wurde das Projekt «Compakt» von Penzel Valier AG mit Maurus Schifferli Landschaftsarchitekten, das insbesondere mit seiner städtebaulichen Qualität und der sensiblen Einbettung in die Landschaft überzeugt. Das Vorhaben setzt konsequent auf Verdichtung nach innen. Der wertvolle Naturraum auf der Reussinsel bleibt unangetastet, zusätzliche Gebäude sind erst als langfristige Reserve vorgesehen.

    Verkehr, Erschliessung und nächste Schritte
    Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Erschliessung und Verkehrssteuerung. Gemeinsam mit Emmen und Ebikon sind Mobilitätsmassnahmen vorgesehen, darunter eine neue Bushaltestelle im Gebiet Rathausen, Anpassungen an der Strasseninfrastruktur sowie ein Mobilitätsmanagement mit Fahrtendeckeln und ausgewogener Verkehrsverteilung. Auf Basis des Richtprojekts erarbeitet die Gemeinde Emmen nun den Bebauungsplan unter aktiver Einbindung der Bevölkerung. Gemäss heutigem Fahrplan könnten ab 2030 konkrete Bauprojekte bewilligt und realisiert werden.

  • Group of 15: Gemeinsames Plädoyer für eine geeinte Immobilienwirtschaft

    Group of 15: Gemeinsames Plädoyer für eine geeinte Immobilienwirtschaft

    Die Schweizer Immobilienbranche wird mancherorts mit Argusaugen betrachtet – vor allem bei der Frage, wie es um den Wohnungsmarkt bestellt ist. Gibt es genügend Wohnraum an den zentralen Standorten? Warum steigen die Mietzinse in den Metropolregionen stark und ständig? Welchen Einfluss haben Gemeinden, Kantone und Bundesbern auf die Aktivitäten der institutionellen Immobilienwirtschaft? Und mit welcher Stimme spricht überhaupt die Branche im ganzen Land?

    Die professionelle, institutionelle wie kommerzielle Immobilienwirtschaft steht zweifelsohne unter Beobachtung. Sie befindet sich unbestritten in einem grossen Spannungsfeld: zwischen wachsender Regulierung, gesellschaftlichem Wandel zugleich und vielerorts dem Ruf nach Innovation, Erneuerung und Gerechtigkeit. Die Köpfe und Planer des 25. Symposiums der 2001 gegründeten Group of 15, der Denkfabrik der Schweizer Immobilienwirtschaft, stellten im Vorfeld des Anlasses die zu beantwortenden Fragen: Was bedeutet Zukunftsfähigkeit in einem Markt, der zunehmend kontrovers diskutiert wird? Wie lassen sich wirtschaftliche Anreize mit sozialer Verantwortung und nachhaltiger Stadtentwicklung vereinen? Und: Wie viel staatlicher Eingriff ist nötig – oder zu viel?

    «Verordnungswahn eindämmen»
    Für den in Basel geborenen Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger ist klar: der staatliche Einfluss auf die Bau- und Immobilienbranche ist riesengross – und gehört eingedämmt. Der Professor für politische Ökonomie sowie Direktor und Gründer des Instituts für Schweizer Wirtschaftspolitik (IWP) an der Universität Luzern und ehemaliges Geschäftsleitungsmitglied von economiesuisse kritisierte Bern und seine Behörden. Dort grassiere Subventionitis und Klientelpolitik in Reinform. «Der Bund ist doppelt so gross wie die Staatsquote impliziert», sagte er vor den rund 300 Gästen des Symposiums im Zürcher Kunsthaus.

    Der Schweizer Staat wachse mehr als doppelt so schnell wie die Produktivität der Wirtschaft und häufe mittlerweile «implizite Schulden von über 300 Prozent der Wirtschaftsleistung» auf, so Schaltegger weiter. Seine Forderung: der «Sturzenegger-Ansatz», eine Grundreinigung der Staatsfinanzen à la Argentinien. Zugleich plädierte er dafür, die Regulierungstätigkeit des Bundes stark zurückzuschrauben. Er verwies dabei auf seit den 1970er Jahren stark zugenommene Zahl an Verordnungen und Dekrete. Von diesen Bundesentscheidungen beträfen viele natürlich auch auch den hiesigen Bau- und Immobiliensektor.

    Heilmittel Künstliche Intelligenz?
    Prof. Dr. Christian Kraft, Leiter des Kompetenzzentrums Immobilien an der Hochschule Luzern, widmete sich danach dem Thema der baulichen (Un-)Ordnung und zugleich der Frage, ob eventuell Künstliche Intelligenz die Investitions­sicherheit im „Chaos der Deutschschweizer Baugesetze“ fördern könne. Seine Antwort: ein klares Jein. Die aktuelle, teils standortgebundene Unsicherheit habe vor allem auch mit längeren Bewilligungsdauern für Immobilienprojekte auf Stufe BZO zu tun. So habe sich zwischen 2011 und 2024 etwa die mittlere Bewilligungsdauer von einst unter 100 Tagen auf nun fast 200 Tage im Mittel erhöht. Hinzu komme, dass in letzter Zeit (seit 2020) ein starker Anstieg von 20 bis 30 Prozent bei den Planungs- und Baukosten von Mehrfamilienhäusern festzustellen sei, so Kraft.

    Gelungener Quartiersmix und fatale Einsprachen
    Im Anschluss zeigte Dr. Sibylle Wälty, Dozentin an der ETH Zürich und Gründerin von Resilientsy, auf, welche Mehrwerte das Konzept der „10-Minuten-Nachbarschaften“ in der Nutzungsplanung schaffen können. Ihr Forschungs- und Beratungsfokus richtet sich dabei auf einen austarierten Mix aus Wohn- und Arbeitsbevölkerung sowie weitere wichtige Faktoren für lebenswerte Stadtquartiere. Danach beleuchtete Dr. Wolfgang Müller, Partner & Head Real Estate bei der Firma MLL Legal Ltd., den „Raum für Widerspruch“. Er erläuterte, wo die aktuelle Rechtsprechung Einsprechenden und „Projektverhinderen“ Hand bietet und welche Schlüsse daraus Politik wie auch die Immobilienbranche ziehen könnten und sollten.

    Anstand und Rücksicht im Wohnungsbau
    Nach der Kaffeepause ging der Symposiumsvortrag von Paolo Di Stefano mit dem Titel „Mehr Freiheit und Selbstverantwortung“ nach- wie eindrücklich darauf ein, wie Immobilieninvestoren „vom Problem zur Perspektive“ kommen und Wohnimmobilien „zukunftsfähig“ machen können. Der erfahrene Leiter Immobilien Schweiz bei Swiss Life Asset Managers (mit rund 37’000 Wohneinheiten schweizweit im Bestand) zeigte dabei u.a. ein gelungenes Beispiel für Bestandssanierung ohne Leerkündigungen an der Schmiede in Zürich-Wiedikon. Zudem präsentierte er mit dem Au-Park in Wädenswil ein fast fertiges grosses Neubauprojekt, in dem neben rund 200 Mietwohnungen auch viele Einheiten im Stockwerkeigentum von Swiss Life Asset Managers realisiert werden.

    Er plädierte und appellierte zugleich eindringlich an die Vertreterinnen und Vertreter der Immobilienwirtschaft am Symposium mit einer Stimme mit der Politik wie mit der Bevölkerung zu sprechen. Dabei wies er auch durchaus selbstkritisch darauf hin, dass beispielsweise die gegenwärtige Vertretung des Bauernstandes im Schweizer Nationalrat und Ständerat weitaus gewichtiger und einflussreicher sei als die der Bau- und Immobilienbranche. Di Stefano warnte davor, dass im „politischen Powerplay“ spekulative Gebäudeinvestoren und langfristig orientierte institutionelle Investoren zuweilen in einen Topf geworfen würden. Dem gelte es gemeinsam argumentativ entgegenzuwirken und aufzuzeigen, dass „anständiges Bauen auch Rücksichtnahme“ bedeute.

    «Einfach gute und überzeugende Projekte machen»
    Den Abschluss des Group-of-15-Grossanlasses im Zürcher Kunsthaus bildete ein leicht gepfefferter Zukunftstalk von Tagungsmoderator Rainer Maria Salzgeber mit Nationalrat Beat Walti (FDP) und der grünliberalen Regierungsrätin Esther Keller (Kanton Basel-Stadt). Sie stimmten überein, dass Regulierungen im Bausektor nicht weiter wild wachsen dürften und man vor allem Ermessensspielräume bei Immobilienprojekten möglich machen müsse. Beide warnten vor einer „unheiligen politischen Allianz zwischen Links und Rechts“, welche durchaus kontraproduktive Folgen auf die Immobilienwirtschaft haben könne.

    Beat Walti, der seit 2023 Präsident des VIS Verband Immobilien Schweiz ist, welcher die Interessen von institutionellen Investoren wie Pensionskassen, Versicherern sowie privaten Immobilienunternehmen in Bundesbern vertritt, forderte von der Immobilienbranche, der er eingangs warnend eine „gelbe Karte“ vorhielt: „Zeigen Sie, was Sie bauen und machen, um damit auch Vertrauen zu schaffen – bei der Politik und bei der breiten Bevölkerung“. Esther Keller, Vorsteherin im städtischen Basler Bau- und Verkehrsdepartement, stimmte dem zu und fasste in ihrem Schluss-Statement kurz und knapp ihre Forderung zusammen: „Machen Sie einfach gute und überzeugende Projekte“.

  • Hausbau aus Plastikmüll

    Hausbau aus Plastikmüll

    Die PET-Flasche von heute könnte morgen Teil eines Bodenbalkens sein, als tragendes Element. Am Massachusetts Institute of Technology untersucht ein Forschungsteam, wie sich recycelter Kunststoff im großformatigen 3D-Druck zu tragfähigen Bauteilen formen lässt. Im Fokus steht dabei ein Balkensystem, das speziell für den Einsatz im Wohnungsbau entwickelt und getestet wurde.

    Fachwerk aus Kunststoff statt Holz
    Die neuen Balken wirken auf den ersten Blick vertraut, denn sie orientieren sich an der Geometrie klassischer Holzfachwerke. Ein Rahmen mit diagonalen Streben nimmt Kräfte auf und verteilt sie, eine seit Jahrzehnten bewährte Bauweise. Neu sind Material und Fertigung. Gedruckt wird mit einem Verbund aus recyceltem PET und Glasfasern, der für Steifigkeit sorgt und das Druckverhalten stabilisiert. Jeder Balken misst rund 2,4 m Länge, etwa 30 cm Höhe und gut 2,5 cm Breit, bei nur etwa 6 kg Gewicht und damit deutlich weniger Masse als ein vergleichbarer Holzbalken. Die Fertigungszeit ist kurz, unter 13 Minuten pro Bauteil reichen für den Druck.

    Belastungstest unter Praxisbedingungen
    Um die Alltagstauglichkeit zu prüfen, montierte das Team vier Balken parallel und verschraubte sie mit einer Holzwerkstoffplatte zu einem Bodenrahmen von etwa 1,2 mal 2,4 m, ein in den USA gängiges Rastermass. Anschliessend wurde die Fläche mit Sandsäcken und Betongewichten schrittweise belastet, während die Durchbiegung kontinuierlich gemessen wurde. Bis rund 140 kg Last blieb die Verformung deutlich unter den in den US-Bauvorschriften zulässigen Grenzwerten. Erst bei über 1’800 kg Gesamtlast versagte die Konstruktion, die Balken knickten ein und brachen. Ein Hinweis darauf, dass die Steifigkeit grundsätzlich ausreicht, um einschlägige Anforderungen im Wohnungsbau zu erfüllen.

    Leicht, modular, schnell montiert
    Neben der Tragfähigkeit ist das geringe Gewicht ein entscheidender Vorteil des Systems. Die Kunststoffbalken lassen sich mit einem Pickup transportieren, was Logistik und Handling auf der Baustelle vereinfacht. Die Montage folgt dem Prinzip klassischer Holzrahmen. Die Elemente werden vor Ort verschraubt und zu einem tragenden Skelett gefügt. Perspektivisch zielt das Konzept auf modulare Hausrahmen, bei denen Boden, Wände und Dach aus standardisierten, gedruckten Bauteilen bestehen. Besonders interessant ist dieser Ansatz für Regionen, in denen Holz knapp oder teuer ist.

    Plastikabfall als Rohstoff für eine Milliarde Häuser
    Auslöser des Projekts ist die enorme weltweite Wohnraumnachfrage. AJ Perez von der MIT School of Engineering verweist darauf, dass bis 2050 rund eine Milliarde neue Häuser benötigt werden. Ein Bedarf, der sich mit Holz allein kaum decken lässt, ohne gigantische Waldflächen zu roden. Stattdessen sollen bestehende Abfallströme genutzt werden. Einwegkunststoffe wie Flaschen oder Lebensmittelverpackungen erhalten ein zweites Leben als Bauprodukt. Ziel sind Bauteile, die leichter, langlebiger und nachhaltiger sind als konventionelle Alternativen.

    Kosten, Normen, Langzeitverhalten
    Trotz der vielversprechenden Ergebnisse steht die Technologie noch am Anfang. Unklar sind bislang die tatsächlichen Kosten im industriellen Massstab, die Anpassung von Normen und Zulassungsprozessen sowie das Langzeitverhalten der Bauteile unter Witterung, UV-Strahlung und wechselnden Lasten. Für die Planung, Entwicklung und Bauindustrie eröffnet das Projekt dennoch spannende Perspektiven. 3D-gedruckte Tragwerke aus Recyclingkunststoff könnten den Materialmix im Hochbau verändern. Vorausgesetzt, Wirtschaftlichkeit und Dauerhaftigkeit lassen sich überzeugend nachweisen.

  • Vom Industrie-Erbe zum Innovationscampus

    Vom Industrie-Erbe zum Innovationscampus

    Wo früher Textilmaschinen und Industrieproduktion den Takt vorgaben, entsteht heute ein neuer Schwerpunkt für Technologie, Gewerbe und unternehmerische Entwicklung. Das rund 75’000 Quadratmeter grosse Vitus-Areal wird nicht als abgeschotteter Businesspark gedacht, sondern als vernetzter Innovationsort mit direktem Bezug zum Quartier Töss. Bestehende Bauten, Wege und Räume bilden dabei das Rückgrat der Transformation.

    Historische Substanz bleibt, wo sie Charakter und Identität stiftet. Gleichzeitig werden Strukturen geöffnet, Wege durchlässiger gemacht und neue Orte für Begegnung, Zusammenarbeit und Austausch geschaffen. Das Vitus-Areal soll damit zu einem sichtbaren Motor der wirtschaftlichen Entwicklung Winterthurs werden.

    Leitbild und Arealstrategie
    Die Leitidee ist einfach und ambitioniert zugleich. Ein Tech- und Innovationscluster, der Unternehmen, Startups, Bildung und Forschung an einem Ort bündelt. Im Vordergrund steht Arbeit, nicht Wohnen. Geplant sind Büro- und Gewerbeflächen für technologieorientierte Firmen, forschungsnahe Betriebe, Dienstleister und kreative Akteure. Ergänzend kommen Co-Working-Angebote, flexible Flächen und Raum für junge Unternehmen hinzu.

    Gleichzeitig setzt die Arealentwicklung auf Atmosphäre. Urbane Begegnungszonen, Gastronomie, Kulturangebote und öffentlich zugängliche Aussenräume sollen dafür sorgen, dass das Areal auch ausserhalb klassischer Bürozeiten lebt. Die geplante Vitus-Promenade verbindet das Areal perspektivisch mit der Töss und schafft eine identitätsstiftende Freiraumachse, die Bewegung, Erholung und Austausch ermöglicht.

    Entwicklung in Etappen
    Die Transformation erfolgt bewusst in mehreren Schritten. In einer ersten Phase werden bestehende Gebäude aktiviert, saniert oder durch gezielte Umbauten aufgewertet. Zwischennutzungen, Co-Working, Events und kulturelle Formate sorgen dafür, dass das Areal schon während der Planung an Strahlkraft gewinnt. Erste Unternehmen aus den Bereichen Technologie, Nachhaltigkeit und Zukunftsmobilität nutzen das Vitus-Areal bereits als Arbeits- und Entwicklungsstandort.

    Parallel werden strukturelle Grundlagen für die nächsten Schritte gelegt wie die verbesserte Erschliessung, schärfere Nutzungskonzepte, Mobilitäts- und Nachhaltigkeitsansätze. Einzelne Bauvorhaben, wie der neue LANDI-Standort, fügen sich in dieses Bild ein und stärken den gewerblichen Charakter des Areals. In einer späteren Etappe wird insbesondere der östliche Teil des Areals vertieft neu entwickelt. Hier entstehen zusätzliche, zeitgemässe Flächen für Produktion, Labors, Büros und Dienstleistung – abgestimmt auf Marktbedürfnisse und Nachfrage.

    Perspektive für Töss und Winterthur
    Mit dem Vitus-Areal erhält Winterthur-Töss einen starken wirtschaftlichen Ankerpunkt. Das Areal bietet Potenzial für mehrere tausend Arbeitsplätze und stärkt damit die Rolle des Stadtteils als produktiven, aber gleichzeitig urban eingebundenen Standort. Offene Freiräume, durchlässige Wege und Kooperationen mit lokalen Akteuren sollen verhindern, dass ein isolierter Gewerbekörper entsteht.

  • Luzern investiert 300 Millionen in seinen Standort

    Luzern investiert 300 Millionen in seinen Standort

    Ausgangspunkt der Vorlage ist die Sorge, dass der bisherige Standortvorteil der tiefen Unternehmensgewinnsteuern durch die OECD-Mindestbesteuerung wegfällt. Internationale Konzerne müssen künftig mehr Steuern bezahlen, womit die Gefahr besteht, dass Top-Steuerzahler und Arbeitsplätze abwandern. Das beschlossene Paket soll diese Effekte abfedern und den Standort Luzern über andere Hebel attraktiv halten.

    Der Kantonsrat hat dazu das Gesetz über die Wirtschaftsförderung und Regionalpolitik angepasst. Neu verankert ist ein jährliches Massnahmenvolumen von rund 300 Millionen Franken zugunsten der Standortförderung. Damit schafft der Kanton einen planbaren Rahmen, um strategische Projekte und strukturelle Verbesserungen gezielt zu finanzieren.

    Innovation, Steuern, Flächen, Verwaltung
    Die Massnahmen zugunsten der Wirtschaft konzentrieren sich auf mehrere Achsen. Im Zentrum steht die Innovationsförderung. Also die Unterstützung von Unternehmen, Projekten und Strukturen, die Wertschöpfung und Zukunftsfähigkeit erhöhen. Ergänzt wird dies durch eine Verbesserung der Steuerbelastung in anderen Bereichen, um den Verlust des Gewinnsteuer-Vorteils teilweise zu kompensieren.

    Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erschliessung und Verfügbarkeit von Wirtschafts- und Wohnflächen. Luzern will sicherstellen, dass genügend geeignete Flächen für Unternehmen, Dienstleistungen und Wohnraum bereitstehen. Ebenso wichtig ist eine «kundenorientierte» Verwaltung. Prozesse sollen schneller, transparenter und wirtschaftsnaher werden, damit Investitionen nicht an bürokratischen Hürden scheitern. Für die Bevölkerung zielen zusätzliche Massnahmen auf Entlastungen bei der Steuerbelastung, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie auf Kultur und Digitalisierung.

    Neue Regeln für Kleinstläden und Lade-Shops
    Teil der Vorlage sind auch Anpassungen im Detailhandel. Selbstbedienungsläden ohne Verkaufspersonal mit einer Fläche von maximal 30 Quadratmetern dürfen künftig täglich von 5 bis 22 Uhr öffnen. Eine Einschränkung auf Hofläden wurde knapp verworfen. Die Regelung gilt damit breiter und erleichtert neue, automatisierte Shop-Konzepte.

    Zudem werden Shops bei Schnellladestationen teilweise Tankstellenshops gleichgestellt. Wer mindestens vier Ladestationen mit je 150 Kilowatt und einer gleichzeitigen Gesamtladeleistung von mindestens 300 Kilowatt betreibt, kann von erweiterten Öffnungszeiten profitieren. Damit unterstützt der Kanton den Ausbau der E-Mobilität und verknüpft Ladeinfrastruktur mit Serviceangeboten vor Ort.

    Politische Auseinandersetzung ist programmiert
    Die Vorlage ist politisch umstritten. SVP und SP haben das Referendum angekündigt. Sowohl wegen der grundsätzlichen Ausrichtung des Pakets als auch wegen der erweiterten Ladenöffnungszeiten und der Standortpolitik zugunsten grosser Unternehmen. Damit dürfte die Stossrichtung der Luzerner Standortstrategie in eine öffentliche Debatte getragen werden.

    Für die Praxis heisst das, Unternehmen, Investoren und Gemeinden erhalten ein klares Signal, dass der Kanton bereit ist, substanzielle Mittel in die Standortentwicklung zu investieren. Ob und in welcher Form das Massnahmenpaket definitiv in Kraft tritt, wird jedoch auch von der politischen Auseinandersetzung und einem möglichen Urnengang abhängen.

  • Luzerner Wirtschaftsförderung Wermelinger übernimmt

    Luzerner Wirtschaftsförderung Wermelinger übernimmt

    Der Stiftungsrat der Wirtschaftsförderung Luzern hat den 54-jährigen Luzerner Patrik Wermelinger zum neuen Direktor gewählt. Er stammt aus dem Kanton Luzern, lebt mit seiner Frau in Meierskappel und kennt die regionale Wirtschaft seit vielen Jahren aus nächster Nähe. Fachlich bringt er ein betriebswirtschaftliches Studium sowie einen Executive MBA in General Management mit, den er an der Hochschule Luzern abgeschlossen hat.

    Aktuell wirkt Wermelinger als Chief Investment Promotion Officer und Mitglied der Geschäftsleitung bei Switzerland Global Enterprise. In dieser Funktion begleitet er internationale Unternehmen bei der Ansiedlung in der Schweiz und bewegt sich an der Schnittstelle von Standortmarketing, Investitionsentscheidungen und globaler Konkurrenz um Projekte. Dieses Profil prädestiniert ihn dafür, Luzern im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte sichtbar zu positionieren. Mit einem klaren Verständnis für die Anforderungen internationaler Investoren.

    Vertrauter Kopf mit Rückkehrerbonus
    Für Luzern ist Patrik Wermelinger kein Unbekannter. Bereits von 2006 bis 2016 leitete er bei der Wirtschaftsförderung Luzern die Bereiche Standortpromotion und Marketing. In dieser Zeit knüpfte er ein breites Netzwerk zu Unternehmen, Gemeinden, Institutionen und Partnern im In- und Ausland. Er kennt die Stärken, aber auch die Herausforderungen des Wirtschaftsraums aus der Praxis. Von der Industrie über den Tourismus bis zu wissensintensiven Dienstleistungen.

    Diese Rückkehr mit zusätzlicher internationaler Erfahrung ist für die Organisation ein strategischer Vorteil. Wermelinger bringt vertiefte Ansiedlungs- und Promotionserfahrung aus der Schweiz als Ganzes mit, kombiniert mit einem klaren Blick auf Luzern als eigenständige Marke im Standortwettbewerb. Das schafft gute Voraussetzungen, um bestehende Beziehungen zu pflegen und neue Unternehmen anzuziehen. Gerade in einem Umfeld, in dem Standortentscheide stärker umkämpft sind.

    Geordneter Übergang an der Spitze
    Patrik Wermelinger übernimmt die Direktion per 1. Juni 2026. Bis Ende Februar 2026 bleibt der bisherige Direktor, Ivan Buck, in der operativen Verantwortung. Er wird sich anschliessend mit einer eigenen Firma im Bereich Relationship Management selbständig machen. Für die Übergangsphase zwischen März und Ende Mai 2026 übernimmt der stellvertretende Direktor Andreas Zettel ad interim die Führung und stellt einen reibungslosen Übergang sicher.

    Damit setzt die Wirtschaftsförderung Luzern auf Kontinuität im laufenden Betrieb und eine klare Staffelübergabe. Die Kombination aus zeitlicher Überlappung, interner Interimslösung und früh kommunizierter Nachfolge stärkt die Planungssicherheit für Partner, Gemeinden und Unternehmen, die mit der Organisation zusammenarbeiten.

    Vertrauen in Kompetenz und Persönlichkeit
    Der Stiftungsrat zeigt sich überzeugt, mit Patrik Wermelinger die richtige Wahl getroffen zu haben. Präsident Erwin Steiger betont sowohl die hohe Fachkompetenz wie auch die internationale Erfahrung des designierten Direktors. Gleichzeitig hebt er dessen vertrauenswürdige und gewinnende Art hervor. Eine Kombination, die für die Arbeit an der Schnittstelle von Politik, Verwaltung und Wirtschaft zentral ist.

    Mit dieser Personalentscheidung positioniert sich die Wirtschaftsförderung Luzern für die kommenden Jahre regional verankert, international vernetzt und mit einem Direktor an der Spitze, der den Standort Luzern bereits kennt.

  • Digitale Intelligenz auf dem Bau

    Digitale Intelligenz auf dem Bau

    „Die Planung ist bereits stark digitalisiert, der Bau weniger, der Betrieb wieder stärker“, erklärte Alex Walzer von der FHNW. Noch immer zerfallen viele Informationen zwischen den Projektphasen. Ein Problem besonders mit Blick auf die Kreislaufwirtschaft. Walzer sieht grosses Potenzial in der konsequenten Datennutzung. Aus Projekten lernen, Bauwerke datenbasiert entwerfen, Prozesse standardisieren. Doch ohne saubere Datengrundlagen und präzise Fragestellungen bleibt auch künstliche Intelligenz wirkungslos.

    Durchgängige Daten mit Lakeup
    Michal Rzinski von Bond BIM präsentierte die Plattform Lakeup, ein System für Life-Cycle-Data-Management. Sie soll Bauherren und Immobilienorganisationen befähigen, Daten über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes strukturiert zu nutzen. Von der Bedürfnisdefinition über die Bestellung bis zur Auswertung schafft Lakeup Datendurchgängigkeit und Transparenz.

    Im Fokus steht laut Rzinski der Mensch. „Wir wollen Fachplanende, Ingenieure und Entscheidungsträger gleichermassen abholen.“ Ein Beispiel liefert das Universitätsspital Basel, wo KI-Agenten 25’000 Datensätze automatisch klassifizierten, die Grundlage für spätere Anwendungen. Die Plattform ist modular aufgebaut, von Fachplaner-Tools bis zur Unternehmenslösung.

    Virtuelle Bäder und reale Entscheidungen
    Praktisch wurde es mit Patrick Marti von Hegias Vision. Seine Plattform verbindet 3D-Visualisierung mit Echtzeitdaten im Badumbau. Mit dem iPhone lassen sich Räume scannen, Objekte automatisch erkennen und in digitaler Umgebung gestalten. Kundinnen und Kunden sehen unmittelbar, wie ihr Bad aussehen könnte, inklusive Materialien, Lichtstimmung und echten Produktdaten.

    Gemeinsam mit BMS ermöglicht Hegias einen neuen, interaktiven Beratungsprozess. „Früher verliessen die Leute die Ausstellung mit einem Block voller Produktnamen, heute mit einem Link zu ihrem Traum-Bad“, so Ilona Lupart von BMS. Der Roomscanner vereinfache den Einstieg, beschleunige Entscheidungen und steigere die Zufriedenheit.

    Mensch im Mittelpunkt der Digitalisierung
    In der abschliessenden Runde waren sich alle einig, Automatisierung ersetzt den Menschen nicht. „KI soll Beraterinnen und Berater entlasten, nicht verdrängen“, betonte Marti. Walzer hob hervor, dass KI besonders dort stark sei, wo grosse Datenmengen analysiert oder Lieferketten optimiert werden. Dennoch brauche es weiterhin Fachwissen, Reflexion und Weiterbildung.

    Rzinski ergänzte, Lakeup sei bewusst so gestaltet, dass es unterschiedliche Kompetenzniveaus abdeckt, vom Datenspezialisten bis zur Geschäftsleitung. Lupart fügte an, dass Schulung, Einbindung und Kommunikation entscheidend seien, um Skepsis abzubauen. Offenheit sei wichtiger als Alter: Auch 90-Jährige hätten VR-Brillen begeistert genutzt.

    Neue Kompetenzen und Ausblick
    Walzer sieht an der FHNW einen Wandel. „Studierende arbeiten heute kollaborativer und kritischer mit Technologie.“ Neben technischen Fähigkeiten seien zunehmend Soft Skills gefragt, Kommunikation, Verständnis für Schnittstellen und Teamarbeit.

    Für die Zukunft kündigten Marti und Rzinski an, ihre Plattformen weiter auszubauen. Mehr Automatisierung, bessere Benutzerführung und tiefere Integration von KI in bestehende Prozesse. Walzer wagt den Blick nach vorn „In zehn Jahren wird KI so selbstverständlich im Hintergrund arbeiten wie Strom aus der Steckdose. Das Ziel ist erreicht, wenn Bauen dank Technologie wieder Spass macht.“

  • Kartellrecht mit Spielraum für Kooperationen

    Kartellrecht mit Spielraum für Kooperationen

    Die Schweizer Wirtschaft steht hinter einem starken Kartellrecht. Wettbewerbsbeschränkungen sollen verhindert, fairer Wettbewerb gesichert werden. In der Praxis hatten sich die Wettbewerbsbehörden jedoch zunehmend von diesem Wirkungsprinzip entfernt. Statt die tatsächlichen Effekte auf den Markt zu prüfen, wurde primär die Form einer Vereinbarung beurteilt. Bestimmte Abreden galten damit automatisch als unzulässig, selbst wenn sie nachweislich keine schädlichen Auswirkungen hatten.

    Gerade für KMU, Planungsbüros und Unternehmen in der Bauwirtschaft führte dies zu erheblicher Rechtsunsicherheit. Einkaufsgemeinschaften, gemeinsame Forschungsprojekte oder Versicherungspools gerieten ins Fadenkreuz, obwohl sie häufig Effizienzgewinne und bessere Marktleistungen ermöglichten. Mit der nun verabschiedeten Revision reagiert das Parlament auf diesen Missstand und fordert eine Rückkehr zum ursprünglichen Willen des Gesetzgebers.

    Neue Prüflogik in Art. 5 Kartellgesetz
    Kernstück der Revision ist die Präzisierung in Art. 5 Abs. 1 bis Kartellgesetz. Künftig genügt die blosse Einordnung einer Vereinbarung als «harte Abrede» nicht mehr. Es braucht immer eine Gesamtbeurteilung der Erheblichkeit, die qualitative und quantitative Elemente einbezieht . Wie Marktstruktur, Marktanteile und konkrete Rahmenbedingungen im Einzelfall.

    Die Art der Abrede bleibt wichtig, weil sie Hinweise auf ein typisches Schädlichkeitspotenzial gibt. Neu ist aber klar festgehalten, es muss geprüft werden, ob dieses Potenzial im realen Marktumfeld tatsächlich zum Tragen kommt. Für die Praxis bedeutet das, Wettbewerbsbehörden können Kooperationen nicht mehr allein aufgrund ihrer Form sanktionieren, sondern müssen begründen, warum und wo sie den Wettbewerb tatsächlich beeinträchtigen. Das Inkrafttreten der materiellen Anpassungen wird per 1. Januar 2027 erwartet.

    Mehr Spielraum für Kooperationen
    Mit der Revision gelingt eine heikle Balance. Kooperationen, die wettbewerblich unbedenklich oder gar förderlich sind, werden aus der Schusslinie genommen, ohne die Durchsetzungskraft der WEKO zu schwächen. Für Planungsbüros, Ingenieurunternehmen und weitere Akteure der Bauwirtschaft ergibt  dies mehr Klarheit. Insbesondere dort wo die Zusammenarbeit zulässig ist, bei gemeinsamen Beschaffungen, Standardisierungsprojekten oder geteilten Ressourcen.

    Gleichzeitig bleibt der Grundauftrag des Kartellrechts unangetastet. Hardcore-Kartelle, Preisabsprachen oder Auftragsabsprachen werden weiterhin streng verfolgt. Die Revision verschiebt den Fokus nicht weg vom Schutz des Wettbewerbs, sondern zurück auf dessen Kern.  Wirkung statt Form, missbräuchliches Verhalten statt pauschaler Verdacht.

    Institutionelle Reform der Wettbewerbsbehörden
    Mit der materiellen Revision ist der Prozess nicht abgeschlossen. 2026 und 2027 rückt die institutionelle Reform in den Vordergrund. Hier geht es um die Frage, wie Kartellverfahren geführt werden und wie rechtsstaatlich sie ausgestaltet sind.

    Mehrere Elemente stehen dabei im Zentrum. Erstens soll die institutionelle Trennung zwischen Untersuchung und Entscheid geschärft werden. Die Wettbewerbskommission wird zu einer stärker gerichtsähnlichen Instanz mit eigenen Fachressourcen ausgebaut, während das Sekretariat als eigenständige Anklagebehörde agiert.

    Zweitens ist eine spezialisierte Rechtsmittelinstanz vorgesehen, welche Kartellfälle bündelt, Expertise sichert und die Verfahren beschleunigt. Drittens soll ein unabhängiger Anhörungsbeauftragter («Hearing Officer») eingesetzt werden, der die Einhaltung der Verfahrensrechte überwacht und den Parteien als neutrale Anlaufstelle dient, ohne selbst in die materiellen Entscheide einzugreifen.

    Viertens soll mehr Transparenz geschaffen werden, indem Sondervoten veröffentlicht werden und abweichende Meinungen sichtbar werden, was die Rechtsentwicklung nachvollziehbarer macht. Kartellverfahren gelten nach EMRK als Strafverfahren, greifen tief in die Rechte der betroffenen Unternehmen ein und unterliegen daher hohen rechtsstaatlichen Anforderungen. Genau in diesem Spannungsfeld sieht Bauenschweiz weiterhin erheblichen Reformbedarf.

    Bauenschweiz drängt auf mehr Rechtsstaatlichkeit
    Bauenschweiz begrüsst, dass der Bundesrat den Reformbedarf im Vollzug anerkennt, lehnt die aktuelle Vorlage zur institutionellen Reform aber ab. Aus Sicht des Dachverbands behebt sie die zentralen Defizite nicht ausreichend. Insbesondere die Unabhängigkeit der Entscheidungsinstanz, die klare Trennung von Untersuchung und Urteil sowie der Schutz verfahrensrechtlicher Garantien seien noch nicht genügend sichergestellt.

    Ein kartellrechtlicher Rahmen, der tief in unternehmerische Freiheiten eingreift, braucht robuste Institutionen, nachvollziehbare Verfahren und Vertrauen in die Fairness. Nur so lassen sich Wettbewerbsverstösse konsequent sanktionieren, ohne Investitionsbereitschaft und sinnvolle Kooperationen unnötig zu bremsen.

    Die Botschaft des Bundesrates zur institutionellen Reform wird im Sommer 2026 erwartet, die parlamentarische Beratung dürfte im dritten oder vierten Quartal starten. Bauenschweiz will sich gemeinsam mit einer Wirtschaftsallianz erneut einbringen. Mit dem Ziel, ein Kartellrecht zu verankern, das Wettbewerb schützt, Kooperationen differenziert beurteilt und rechtsstaatlichen Ansprüchen konsequent genügt.

  • Wo Immobilien an Strahlkraft verlieren

    Wo Immobilien an Strahlkraft verlieren

    Zu den Kantonen mit den grössten demografischen Risiken zählen Tessin, Bern, Neuenburg, Jura, Appenzell Ausserrhoden, Nidwalden, Obwalden, Graubünden, Glarus und Schaffhausen. Sie vereinen rund 23 Prozent des gesamten Hypothekarvolumens der Schweiz und sind damit alles andere als Randgebiete. Gleichzeitig sind sie strukturell schwächer für die Zukunft gerüstet.

    Der Kern des Problems liegt in der Altersstruktur. Das Bevölkerungswachstum spielt sich vor allem in den Gruppen über 65 ab. Menschen, die selten umziehen und kaum zusätzlichen Wohnraum nachfragen. Parallel dazu sinkt die Zahl der Erwerbstätigen, also jener Haushalte, die typischerweise Wohneigentum erwerben oder neue Mietverhältnisse eingehen. Die Folge sind weniger Nachfrage, mehr Geduld beim Verkauf und wachsende Preisabschläge. Besonders spürbar ist dies in Märkten mit vielen Einfamilienhäusern und Ferienobjekten, etwa in Teilen des Tessins, von Graubünden oder im Jura.

    Demografie schlägt Preisfantasie
    Die Studie skizziert einen Markt, der sich in den nächsten 20 Jahren deutlich auseinanderentwickeln dürfte. Während die Eigentümerinnen und Eigentümer in den betroffenen Kantonen vielerorts noch von weiter steigenden Preisen ausgehen, zeichnet die Demografie ein anderes Bild. Wenn kaum junge Haushalte nachrücken und die Zuwanderung schwach bleibt, fehlt der Nachfrageschub, der die heutigen Bewertungen rechtfertigt.

    Für Eigentümer bedeutet das, längere Haltedauer, höhere Verkaufsrisiken und je nach Lage auch deutlichere Preisrückgänge. Besonders exponiert sind ältere Einfamilienhäuser in peripheren Gemeinden, die energetisch und qualitativ nicht mehr den Erwartungen neuer Käufergenerationen entsprechen. Wo gleichzeitig viel Angebot auf den Markt kommt, etwa aus Nachlasssituationen, kann der Preisdruck rasch zunehmen.

    Boomkantone als Gegenpol
    Auf der anderen Seite stehen die Wachstumskantone Zürich, Waadt, Luzern, Genf, Thurgau, Aargau, St. Gallen, Wallis, Freiburg, Zug und Basel‑Stadt. Sie sollen gemäss Analyse fast 86 Prozent des künftigen Bevölkerungswachstums aufnehmen. Zwei Drittel des Hypothekarvolumens konzentrieren sich bereits heute in diesen Kantonen, Tendenz steigend.

    Hier trifft Zuwanderung auf wirtschaftliche Dynamik, urbane Zentren und starke Arbeitsmärkte. Für den Immobilienmarkt bedeutet das, anhaltend hohe Nachfrage, tendenziell stabile bis steigende Preise und geringere strukturelle Risiken, trotz Digitalisierung, Zinswende und zunehmenden Regulierungen. Die Polarisierung zwischen «Verlierer‑» und «Gewinner»-Kantonen dürfte sich damit weiter verschärfen.

    Konsequenzen für Banken und Investoren
    Für Banken, Versicherungen und Pensionskassen ist der demografische Blickwinkel mehr als eine Fussnote. In vielen Portfolios sind die regionalen Risiken bisher nur unzureichend abgebildet. Besonders regionale Institute mit starkem Fokus auf ihren Heimkanton tragen in schrumpfenden Regionen erhöhte Klumpenrisiken. Vor allem, wenn ein grosser Teil des Bestands aus Einfamilienhäusern in ländlichen Lagen stammt.

    Nicht nur Lage, Zustand und Tragbarkeit zählen, sondern auch die Frage, wie viele potenzielle Käuferinnen und Käufer in 10, 15 oder 20 Jahren noch vor Ort sein werden. Wer Hypotheken und Immobilienanlagen langfristig steuern will, muss Demografie, Wohnraumnachfrage und lokale Wirtschaftsstruktur systematisch zusammen denken.

    Was Eigentümer jetzt tun können
    Für Eigentümer in den betroffenen Kantonen lohnt sich ein nüchterner Blick auf das eigene Objekt wie Standort, Zielgruppe, energetischer Zustand, mögliche Umnutzung. Wer aktiv bewirtschaftet, modernisiert und frühzeitig über Alternativen nachdenkt, ist klar im Vorteil gegenüber jenen, die nur auf weiter steigende Preise hoffen.

    Der Markt kippt nicht flächendeckend. In vielen Städten der «Verlierer»-Kantone wird Wohnraum knapp bleiben, während ländliche Gebiete stärker unter Druck geraten. Entscheidend wird, wie präzise Marktteilnehmende die Unterschiede innerhalb eines Kantons verstehen und wie schnell sie ihre Strategien an die neue demografische Realität anpassen.

  • Zürcher Gemeinderatswahlen 2026

    Zürcher Gemeinderatswahlen 2026

    Mit dem Game «Built&Rent» des SVIT Zürich Politik spielerisch erleben!
    In der Stadt Zürich findet der erste Wahlgang am 8. März 2026 statt. Hinsichtlich dieser wichtigen Wahl in der grössten Gemeinde unseres Kantons (mit Wirkung über die Kantonsgrenzen hinweg) empfiehlt der SVIT Zürich sieben Kandidaten zur Wahl. Sie sind Mitglieder der relevanten Sachkommissionen HBD/SE (Hochbaudepartement, Stadtentwicklung) und FD (Finanzdepartement) oder haben in ihren Parteien wichtige Posten inne. Berücksichtigt werden auch Newcomer, die derzeit noch nicht im Gemeinderat sitzen.

    Alle sieben Kandidaten teilen jedoch ein gemeinsames Interesse: Eine liberale Wohn- und Immobilienpolitik für Zürich voranzutreiben, die sich den aktuellen Herausforderungen auf dem Wohnmarkt schnell und wirkungsvoll stellt.

    Mit dem Game «Built&Rent» wird erlebbar, unter welchem Druck Immobilienprofis stehen – und wie politische Entscheide die Branche prägen. Dabei können tolle Lern- und Sachpreise gewonnen werden. Von zahlreichen Apple-Gutscheinen bis zu Gratisteilnahme von Lehrgängen und Kursen des SVIT Zürich. Die Teilnahme ist für alle kostenlos. Eine SVIT-Mitgliedschaft ist nicht erforderlich. So wird politische Bildung zum interaktiven Erlebnis! Es wird wie «Tetris» gespielt.
    (Spielzeit 28. Januar bis 15. Februar 2026)

    Wettbewerbslink: https://www.svit.ch/de/svit-zuerich/politik

  • Das Spitalareal Sursee neue Perspektiven ab 2034

    Das Spitalareal Sursee neue Perspektiven ab 2034

    Der Neubau des LUKS Sursee und des Pflegezentrums Seeblick auf der Schwyzermatt in Schenkon macht an der Spitalstrasse in Sursee ein rund 47’000 Quadratmeter grosses Areal frei. Etwa sieben Fussballfelder, zentral gelegen, gut erschlossen und mit Aussicht bis in die Alpen. Wo heute noch Spitalgebäude stehen, kann ab 2034 ein neuer Stadtbaustein entstehen, der Sursee langfristig prägt. Der Kanton Luzern ist Haupteigentümer des Areals, angrenzende Flächen gehören ebenfalls dem Kanton und teilweise der Stadt und fliessen in die Planung ein.

    Das fast 50-jährige LUKS Sursee genügt den Anforderungen an einen modernen Spitalbetrieb nicht mehr. Mit dem Entscheid des Regierungsrats, bis 2033 in Schenkon ein neues Spital und ein Pflegezentrum zu realisieren, verlagert sich die Gesundheitsinfrastruktur und eröffnet in Sursee ein städtebauliches Entwicklungspotenzial mit Seltenheitswert.

    Wohnen, Leben, Begegnung
    Der Kanton Luzern und die Stadt Sursee verfolgen ein gemeinsames Ziel, ein gemischt genutztes, lebendiges Quartier, das Wohnen, Dienstleistungen und Aufenthaltsqualität verbindet. In einer Testplanung ab 2026 wird geprüft, welche Nutzungen und Bebauungsstrukturen auf dem Areal möglich und sinnvoll sind. Die Ergebnisse bilden die Basis für Umzonung, Architekturwettbewerbe und die ersten Bauetappen, die nach dem Wegzug von Spital und Pflegeheim starten sollen, mit dem Anspruch, Leerstände möglichst zu vermeiden.

    Klar ist bereits heute, dass das Areal besonders gut für Wohnnutzungen geeignet ist, für Familien, Paare, Singles und Seniorinnen und Senioren. Ergänzend sind Dienstleistungen, Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie denkbar, die das Quartier mit Leben füllen. Angestrebt wird ein sozial durchmischtes Umfeld mit einem Mix aus gehobenen und preisgünstigen Wohnungen, das Sursee als Wohnort stärkt und zugleich neue Angebote für unterschiedliche Lebensphasen schafft.

    Sursee im Wachstum
    Sursee wächst dynamisch und verzeichnet mit einer Leerwohnungsziffer von 0,26 Prozent einen äusserst knappen Wohnungsmarkt. Das neue Angebot auf dem Spitalareal soll helfen, den Druck zu mindern und zusätzliche Wohnqualität in zentraler Lage zu schaffen. Die Nähe zur Altstadt, die bestehende verkehrliche Erschliessung und der Seeblick machen das Areal zu einem Schlüsselstandort für die künftige Stadtentwicklung.

    Es ist eine Chance, einen neuen, identitätsstiftenden Stadtteil zu formen. Das Areal kann Impulse für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Region setzen, neue Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich ermöglichen und Sursee als regionales Zentrum weiter profilieren.

    Quartierentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
    Die Planung des Spitalareals ist bewusst als offener Prozess angelegt. Ab Frühling 2026 sind Workshops mit der Quartierbevölkerung und verschiedenen Interessengruppen vorgesehen. Bedürfnisse, Ideen und Erwartungen sollen früh einfliessen, damit ein Quartier entsteht, das nicht nur planerisch überzeugt, sondern von der Bevölkerung mitgetragen wird.

    Über die notwendige Teilzonenplanänderung entscheidet die Gemeindeversammlung. Damit ist klar, die Zukunft des Spitalareals wird nicht im stillen Kämmerlein entworfen, sondern in einem transparenten Prozess, der Fachplanung und lokale Perspektiven verbindet.

    Ein neuer Stadtbaustein mit Geschichte und Zukunft
    Langfristig könnte dort, wo heute noch ein Spitalbetrieb läuft, ein vielfältiger Wohn- und Lebensraum mit Grünflächen, Spiel- und Aufenthaltsräumen entstehen. Begegnungsorte im Freien, kurze Wege und eine gute Anbindung an die bestehende Stadtstruktur sollen das Areal zu einem integralen Teil von Sursee machen.

    Der Kanton Luzern will das Potenzial der privilegierten Lage mit Seeblick und historischer Nutzung gezielt nutzen. Ab 2034 bietet sich die Gelegenheit, ein Quartier zu realisieren, das die Geschichte des Standorts respektiert und gleichzeitig Antworten auf die Wohn- und Lebensbedürfnisse der kommenden Jahrzehnte gibt. Ein neues Kapitel für das Spitalareal und für Sursee.

  • Zirkulär denken, Holz neu drucken

    Zirkulär denken, Holz neu drucken

    Strengere Vorgaben zur energetischen Nutzung von Altholz führen dazu, dass grosse Mengen Holzabfall nicht mehr einfach verbrannt werden dürfen, aber stofflich verwertbar bleiben. Das Fachgebiet «Experimentelles und Digitales Entwerfen und Konstruieren» der Universität Kassel entwickelt gemeinsam mit Buro Happold ein 3D-Druckverfahren, das Restholzpartikel in tragfähige Wandbauteile überführt. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen des Programms «Zukunft Bau» des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

    ​Im Fokus steht ein biobasierter Druckwerkstoff aus zerkleinerten Altholzpartikeln, die überwiegend aus sekundären Stoffströmen der Holzindustrie – also aus post-consumer-Holz – stammen. Industriepartner bereiten das Material auf und mischen es mit biogenen Bindemitteln zu einer pastösen Masse, die sich robotergestützt extrudieren lässt.

    Leichte Bauteile aus dem 3D-Drucker
    Das Ergebnis unterscheidet sich klar vom bekannten 3D-Betondruck. Die Masse aus Holzpartikeln und Bindemittel wird im Massstab 1:1 schichtweise aufgetragen und formt leichte, aber tragfähige Bauteile. Möglich sind flächige Wandstrukturen ebenso wie frei geschwungene Geometrien, die sich konstruktiv und architektonisch präzise anpassen lassen.

    ​Die aktuelle Projektphase Rafa 2.0 läuft über 18 Monate und baut auf dem Vorgängerprojekt Rafa auf, in dem die Forschenden die Eignung von Altholzpartikeln für die additive Fertigung grundlegend untersucht haben. Nun werden Materialrezepturen verfeinert, der Extrusionsprozess optimiert und die Bauteile unter Laborbedingungen getestet, mit dem Ziel eines durchgängigen digitalen Herstellungsprozesses bis hin zum vollmassstäblichen Prototyp.

    Tragfähig, brandschutzgerecht und zirkulär
    Damit das Konzept in der Praxis trägt, müssen die gedruckten Elemente mehr leisten als nur Form zu zeigen. Gefordert sind Tragfähigkeit, Steifigkeit und ein Brandschutzverhalten, das den Anforderungen im Innenausbau entspricht. Ein erstes Einsatzfeld sehen die Projektpartner in modularen Wandsystemen, die sich einfach montieren, demontieren und an anderer Stelle wiederverwenden lassen.

    ​Dieses Prinzip passt zu zirkulären Bauansätzen, bei denen Bauteile nicht am Ende ihres Lebenszyklus entsorgt, sondern in neue Nutzungen überführt werden. Die Bauteile lassen sich sortenrein Rückbauen, weil auf schadstoffhaltige Komponenten verzichtet wird . Eine Voraussetzung für geschlossene Materialkreisläufe im Holzbau.

    Digitale Planung als Schlüsseltechnologie
    Eine zentrale Rolle spielt die digitale Planung. Buro Happold verantwortet Computational Design und Tragwerksplanung und setzt Simulationen ein, um das strukturelle Verhalten der Bauteile zu prognostizieren. Geometrien werden so optimiert, dass Material nur dort eingesetzt wird, wo es statisch notwendig ist – Ressourceneffizienz wird zur Gestaltungsaufgabe.

    ​«Wir machen aus Abfall eine Chance, zurückgewonnenes Holz wird durch digitales Design und additive Fertigung zu leistungsfähigen Bauteilen», beschreibt Shibo Ren von Buro Happold den Ansatz. Weg vom linearen Verbrauch, hin zu einer zirkulären, datenbasierten Baupraxis, die Robotik, Ingenieurwesen und Gestaltung eng verzahnt.

    Perspektiven für die Praxis
    Kurzfristig zielt das Verfahren auf geringeren Materialeinsatz und niedrigere Emissionen gegenüber betonbasierten 3D-Drucktechnologien. Langfristig könnte es neue Märkte für biobasierte additive Bauweisen eröffnen. Insbesondere dort, wo geringes Gewicht, Rückbaubarkeit und architektonische Freiheit gefragt sind.

    ​Ob und wie schnell sich der Ansatz wirtschaftlich durchsetzt, hängt von Skalierung, Normen und der Akzeptanz in der Baupraxis ab. Technisch zeigt das Projekt jedoch bereits heute, Zirkuläres Bauen beginnt nicht erst beim Recycling, sondern beim Entwurf. Dort, wo Materialien, Prozesse und Lebenszyklen neu gedacht werden.