Kategorie: Regionen

  • Eine vielseitige Wohnsiedlung für Leutschenbach

    Eine vielseitige Wohnsiedlung für Leutschenbach

    Der Neubau der Wohnsiedlung besteht aus zwei u-förmigen, sieben- bis neunstöckigen Hauptgebäuden, die Richtung Riedbach geöffnet sind und so einen grosszügigen Innenhof mit Parkflächen über beide Areale hinweg schaffen, erklärten die Projektverantwortlichen. Der Innenhof wird ausserdem mit kleineren Bauten ergänzt, die unterschiedliche Nutzungen wie beispielsweise die vier Kindergärten und die Betreuung aufnehmen. Das Neubauprojekt von Clou Architekten AG, Zürich, und Atelier Oriri Landschaftsarchitekten GmbH, Kehrsiten, ging 2016 als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervor. Das Projekt habe vor allem mit seiner hohen Flächen- und Volumeneffizienz überzeugt, was nebst Kostenvorteilen auch energetischen und betrieblichen Nutzen verspreche, so die Argumente der Jury.

    Schwerpunkt sind 4- bis 4½-Zimmer-Wohnungen
    Die Wohnsiedlung Leutschenbach umfasst 349 2- bis 6½-Zimmer-Wohnungen, zwei Clusterwohnungen mit je sechs 1- bis 2-Zimmer-Studios, sieben Wohnungen für Wohngemeinschaften, elf doppelgeschossige Wohnateliers sowie 41 zumietbare Zimmer. Das Wohnungsangebot sei auf aktuelle Bedürfnisse in unterschiedlichen Wohn- und Lebensphasen zugeschnitten. Flexiblen Raum für unterschiedliche Wohnlösungen würden insbesondere die acht Grosswohnungen und die unterschiedlich ausgebauten Zimmer bieten. Der Anteil an 4- bis 4½-Zimmer-Wohnungen liegt bei rund 46 Prozent und bildet so den Schwerpunkt. Die Räume für Gewerbe und Dienstleistung mit Lagerflächen befinden sich im Erdgeschoss. Die einzelnen Räume verfügen über eine Fläche von 20 bis 130 Quadratmeter.

    Beitrag zur 2000-Watt-Gesellschaft
    Die Wohnsiedlung soll mit verschiedenen Massnahmen einen Beitrag zur 2000-Watt-Gesellschaft leisten. So werden die u-förmigen Hauptgebäude nach Minergie-P-ECO, die Gebäude im Innenhof nach Minergie-ECO-Standard erbaut. Vorgesehen ist, dass die Wärmeversorgung über das Fernwärmenetz der Kehrichtverbrennungsanlage Hagenholz erfolgen soll und kann zusätzlich durch die Abwärme des benachbarten Rechenzentrums von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) ergänzt werden. Ausserdem soll auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage für den Eigengebrauch erstellt. ■

  • Kompetenzzentrum für soziale Berufe

    Kompetenzzentrum für soziale Berufe

    Die Berufsfachschule Winterthur ist ein Kompetenzzentrum für soziale Berufe. Zudem werden die Berufe Detailhandel und Dentalassistenz gelehrt, schreibt das Hochbaudepartement des Kantons Zürich in einer Mitteilung. Das Bauvorhaben umfasst mit dem Neubau rund vierzig Klassenzimmer, eine Dreifachturnhalle sowie Räume für den Schüleraufenthalt und die Verwaltung. Dadurch werden verschiedene Mietflächen in Winterthur aufgehoben und die Anzahl der Schulstandorte reduziert.

    Optimale Schul- und Sportnutzung
    Das Projekt besteche durch seine kompakte Form und der damit verbundenen Lage innerhalb der Parzelle. Dadurch würde Raum für zwei grosszügige Vorplätze entstehen, betonen die Projektverantwortlichen. Die Grundrisse gewährleisten zudem eine optimale Schul- und Sportnutzung, und das lichtdurchflutete Atrium ermögliche eine einladende, innere Erschliessung sowie attraktive Nutzflächen im Erdgeschoss und in den Obergeschossen. Mit dem siebengeschossigen Holz-/Betonbau würden die hohen Vorgaben der Baudirektion an die Nachhaltigkeit erfüllt werden. Das statisch tragende Holzfachwerk bleibt in den Obergeschossen sichtbar. Ziel ist, dem Regierungsrat und dem Kantonsrat 2021 ein bewilligungsfähiges Bauprojekt vorzulegen. Werden sie dem Projekt zustimmen und erfolgen keine Rekurse, kann mit den Bauarbeiten voraussichtlich im Herbst 2022 gestartet werden. ■

  • Gemeinsames Schul- und Sportzentrum

    Gemeinsames Schul- und Sportzentrum

    Die Einwohnerzahlen der Gemeinde sind in den letzten Jahren stark angewachsen, teilt der Bezirk Schwyz mit. Aufgrund dieser Tatsache haben der Bezirksrat Schwyz und der Gemeinderat Arth beschlossen, auf den bezirkseigenen Liegenschaften «Stegweidli» und «Bifang» gemeinsam ein Schul- und Sportzentrum zu realisieren. Die beiden Schulgebäude bilden den Auftakt zum Neubau. Als Sieger des zweistufigen Architekturwettbewerbs ging 2019 das Projekt «Chip & Chap» der BSS Architekten, Schwyz hervor.

    Geplant ist, dass in den zwei oberen Geschossen der Schulbetrieb stattfinden wird, aufgeteilt in acht Klassenzimmer, Gruppenräume, Lehrerzimmer und Vorbereitungsräume. Ebenso werden sich hier das Zimmer für Integrative Förderung (IF), die Niveauzimmer sowie das Teamleiterbüro befinden. Sämtliche Schulräume sind entlang der Aussenfassade angeordnet. Sie werden mit einer natürlichen Lüftung versorgt, und die Räume bieten Tageslicht und Aussicht.

    Die Erstellung einer zentralen Sportanlage und eine Dreifachsporthalle, die auch für grosse Veranstaltungen genutzt werden kann, ergänzt in sinnvoller Weise das Infrastrukturangebot der Gemeinde, schreibt die Gemeinde Arth im Voranschlag 2019. Eine abgestufte Zuschauergalerie ermöglicht den Überblick über die gesamte Sporthalle, erklären die Projektverantwortlichen. Auf der linken Seite angeordnet sind der Abgang zu den Umkleideräumen und die Zugänge zu den Sporthallen. Diese sind klar sichtbar und von der Schulnutzung abgetrennt. Daneben befinden sich Multifunktionsräume, die weitere Nutzungen zulassen. Die Fertigstellung der beiden Bauten ist für Sommer 2021 geplant. ■

  • Glattpark – oder wie aus einem Sumpf eine Stadt wird

    Glattpark – oder wie aus einem Sumpf eine Stadt wird

    Das Oberhauserriet – der heutige Glattpark – hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich. Mehr als vierzig Jahre dauerte die Planung der Bebauung des ehemaligen Sumpf- und Landwirtschaftsgebietes. Nach der Verabschiedung des Quartierplans 2001 nahm die Entwicklung jedoch Fahrt auf: In rasantem Tempo entstand auf der einst grünen Wiese ein neuer Stadtteil von Opfikon, mit aktuell rund 5780 Bewohnern und 3100 Arbeitsplätzen im Quartierplangebiet. Heute hat der Glattpark in seiner Einmaligkeit Modellcharakter. Ein neues Buch, das Mitte September erschien, zeigt Herausforderungen und Lösungen auf dem Weg von der Wiese zum Stadtteil auf und zeichnet die einzelnen Entwicklungsschritte nach.**

    Einer Vision Leben einhauchen
    Massgeblich zum Erfolg des Glattparks trug die Gründung einer bis dahin in der Schweiz einzigartigen Organisation im Jahr 2000 bei: ein Zusammenschluss mehrerer Grundeigentümer zu einem übergeordneten Gebietsmarketing, das für die Gesamtvermarktung des Oberhauserriets verantwortlich zeichnete. Ziel war es, eine gemeinsame Marke zu schaffen, von der wiederum alle Einzelprojekte profitieren würden. Die neue Organisation – das Gebietsmarketing Glattpark – sollte einerseits als Informationsdrehscheibe für die Grundeigentümer, die Medien und die breite Öffentlichkeit fungieren, andererseits sollte sie den einzelnen Grundeigentümern Marketing Services zur Verfügung stellen. Doch in erster Linie sollte sie einer Vision Leben einhauchen, denn im Oberhauserriet sollten nicht einfach Büros und Wohnungen entstehen – hier würde eine städtebauliche Vision realisiert werden. Die Kommunikation zum Entwicklungsgebiet erforderte deshalb eine Denkweise, die über die reine Bewerbung einzelner Projekte hinausging.

    Marketingoffensive für eine Wiese
    Angesichts des damals eher schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes muss die Gründung eines gemeinsamen Gebietsmarketings als mutig bezeichnet werden. Die Entwicklungen am Flughafen bzw. in Sachen Fluglärm, die ungewisse Realisierung der Glattalbahn – für den neuen Stadtteil ein nicht zu unterschätzender Standortvorteil –, aber auch die generell schwierige wirtschaftliche Lage liessen «grosse Würfe» schwierig erscheinen. Das Gebietsmarketing Glattpark war sich dieser Tatsache von Anfang an bewusst, sah jedoch die Gesamtqualität des Gebiets als Chance. Der Erfolg gab dem Gebietsmarketing schon bald recht: Die Organisation entwickelte sich dank umfassender Marketing- und Kommunikationsmassnahmen innert kurzer Zeit zur zentralen Informations- und Anlaufstelle für den neuen Stadtteil. Bei der Vermarktung des Gebiets ging es anfangs in erster Linie darum, die Vision sichtbar zu machen. Dazu setzte das Gebietsmarketing Glattpark einerseits auf Visualisierungen, andererseits auf ein grosses Modell, das laufend aktualisiert wurde. Im eigens eingerichteten Showroom konnten sich Interessierte und Investoren ein Bild des künftigen Stadtteils machen. Ergänzend bot eine umfassende Webseite zahlreiche Informationen. Events, Messeauftritte und klassische Medienarbeit ergänzten die Vermarktungsmassnahmen. Und schliesslich wurde aus dem ehemaligen Riet sogar eine Ortschaft: 2005 wurde der Glattpark offiziell zu einem eigenen Stadtteil mit der postalischen Anschrift «8152 Glattpark (Opfikon)». Angestossen wurde der Prozess von den Grundeigentümern: Diese waren richtigerweise überzeugt, dass die Postadresse «Glattpark» viel zur Markenbildung beitragen würde.

    Koordination zwischen Grundeigentümern und Stadt
    Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor für die Entwicklung des Glattparks war die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Opfikon und den Grundeigentümern. Die Komplexität der Entwicklung eines neuen Stadtteils machte es auch auf Seite der Stadt Opfikon erforderlich, neue Organisationsformen zu schaffen: das Gebietsmanagement Glattpark. Die neue Organisation erhielt vom Stadtrat Opfikon den Auftrag, die strategische und operative Geschäftsführung im neuen Stadtteil zu übernehmen. Das Gebietsmanagement sollte die Bedürfnisse aller Verwaltungsabteilungen der Stadt, die den Glattpark betrafen, in den Entwicklungsprozess einbeziehen. Hauptaufgabe des Gremiums waren jedoch die übergeordnete Koordination und der Informationsaustausch unter den Beteiligten. Einsitz im Gebietsmanagement hatten Behördenvertreter, Verwaltungsangestellte, Grundeigentümervertreter sowie externe Spezialisten aus den Bereichen Raumplanung, Marketing, Betriebswirtschaft und Sozialwissenschaft.

    Was das urbane Herz begehrt
    Mit dem rasanten Baufortschritt im Glattpark belebte sich der neue Stadtteil rasch – und entwickelte dank der Gründung eines aktiven Quartiervereins, der Eigeninitiative engagierter Einwohner und externer Veranstalter eine eigene Quartieridentität. Der «Glattpark-Barometer» zeigte die Anliegen der Bewohner auf – und initiierte diverse Massnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität. So wurde Glattpark auch bei Familien immer beliebter; und die Forderung nach einem eigenen Schulhaus wurde entsprechend lauter. Nach mehreren Volksabstimmungen steht dessen Realisierung nun nichts mehr im Weg. Und damit bietet der neue Stadtteil nun bald wirklich alles, was das urbane Herz begehrt: eine umfassende Quartierversorgung mit Einkaufsmöglichkeiten und Dienstleistungen, optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr, eine grosszügige Parklandschaft mit eigenem See, Kinderkrippen, Kindergarten und bald ein Primarschulhaus. ■

    *Alexandra Vogel ist Leiterin der Geschäftsstelle der Schweizerischen Vereinigung für Standortmanagement SVSM

    ** Das Buch «Glattpark – eine Stadt entsteht», herausgegeben von der IGG Glattpark, kann per E-Mail an info@glattpark.ch oder per Telefon 043 211 50 10 zum Preis von CHF 50, zzgl. Versandkosten, bestellt werden. Das Buch mit hochwertigem Hardcover-Einband im Format 24 x 34 cm zeichnet auf 128 Seiten mit Texten, Bildern, Zitaten und Zeitungsartikeln die bewegte Geschichte des Entwicklungsgebietes nach. Das Buch ist deit Mitte September erhältlich.

  • Vision zur Weiterentwicklung des «Lebensraums Metalli»

    Vision zur Weiterentwicklung des «Lebensraums Metalli»

    Für Zug Estates ist die Ausgangslage klar: Das Quartier rund um das Einkaufszentrum «Metalli» ist zu einem wichtigen Begegnungsort für die Stadt Zug geworden. Damit das Quartier nach über dreissig Jahren seines Bestehens auch künftigen Bedürfnissen gerecht werden könne, müsse es sich weiterentwickeln. Hierfür soll mehr Raum für Wohnen, Arbeiten und Freizeit geschaffen werden. Zudem sollen Freiräume entstehen und neue Nutzungsmöglichkeiten, die der Zuger Bevölkerung einen echten Mehrwert bieten.

    Im März dieses Jahres präsentierten Zug Estates und die Stadt Zug das erste Resultat des gemeinsamen Planungsverfahrens «Lebensraum Metalli». Die Jury wählte die Studie des Planungsteams Hosoya Schaefer Architects, NYX architectes, Lorenz Eugster Landschaftsarchitektur und Städtebau sowie des Zuger Büros der Firma TEAMverkehr.zug zur künftigen Gestaltung aus. Die zentralen Gedanken bei diesem Weiterentwicklungsprojekt liegen gemäss Architekt Markus Schaefer darin, die «Metalli» aus ihrem Inseldasein herauszulösen und sie mit ihrer städtischen Umgebung besser zu verflechten.

    Mehrjähriger Entwicklungsprozess
    Bewährtes erhalten und gleichzeitig viel Raum für Neues schaffen – so lässt sich die Grundidee für die künftige Gestaltung des 30’000 Quadratmeter grossen Lebensraums «Metalli» im Herzen der Stadt Zug zusammenfassen. Die Ergebnisse des Wettbewerbsverfahrens seien der erste Schritt in einem mehrjährigen gemeinsamen Entwicklungsprozess von

    Behörden und Bauherrschaft.
    Die städtebauliche Konzeption des Teams um Hosoya Schaefer sieht vor, die Mehrheit der heutigen Bauten rund um das Einkaufszentrum zu erhalten. Neu hinzukommen soll ein maximal siebzig Meter hohes Wohngebäude an der Ecke Baarerstrasse/Metallstrasse. Mehrere bestehende Gebäude werden zudem aufgestockt. Gesamthaft soll mehr Raum für Wohnungen, Hotellerie, Büros, Gastronomie, Ladengeschäfte und andere, zum Teil publikumsorientierte Nutzungen geschaffen werden. Durch eine räumliche Neuanordnung und den stellenweisen Abbruch bestehender Gebäude entsteht an der Baarerstrasse auf der Achse Bahnhof–Metalli ein neuer Stadtplatz mit Raum für vielfältige Nutzungen.

    Akzeptanz in der Bevölkerung
    «Ein prägendes Merkmal des neuen Gesamtkonzepts ‹Lebensraum Metalli› ist die Aufwertung des Aussenraums durch intensivere Begrünung über alle Plätze hinweg und entlang der Verbindungsachsen», sagt der stellvertretende Leiter Projektentwicklung und Gesamtprojektleiter Florian Diener. Selbst die Dachflächen werden in das Aussenraumkonzept mit einbezogen und – ebenfalls ein Anliegen aus der Zuger Bevölkerung – teilweise öffentlich zugänglich gemacht. «Das Prinzip der gläsernen Überdachung der Einkaufspassage bleibt erhalten und wird erweitert. Die Gegend um das Einkaufszentrum Metalli ist ein zentraler Schnittpunkt an der Achse Zug–Baar und ein wichtiger funktionaler Stadtraum für die Zuger Bevölkerung. Damit er diese Aufgabe auch langfristig erfüllen kann, soll er im Einklang mit der Gesamtentwicklung der Stadt Zug in den nächsten Jahren sorgfältig weiterentwickelt werden. In die Aufgabenstellung für die drei Planungsteams flossen neben Anforderungen von Behörden und Grundeigentümerin bereits auch Anliegen und Wünsche aus der Zuger Bevölkerung ein. «Wir kommunizieren alle Projektfortschritte transparent, denn die Akzeptanz in der Bevölkerung ist das A und O unseres Vorhabens», ergänzt Diener.

    Schrittweise Umsetzung in den nächsten Jahren
    Aus dem favorisierten Entwurf des Planungsteams unter Führung von Hosoya Schaefer Architects wird ein Richtprojekt erstellt, welches die Grundlage für einen späteren Bebauungsplan bildet. Diese Prozessphase wird etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen. Erste bauliche Massnahmen können somit frühestens 2023 erfolgen. «Der endgültige Baustart hängt letztlich auch vom Willen der Politik und der Bevölkerung ab», betont Florian Diener. ■

  • Erweitertes Tramdepot inklusive 193 Mietwohnungen

    Erweitertes Tramdepot inklusive 193 Mietwohnungen

    Das Neubauprojekt ging 2016 als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervor. Das Projekt stammt aus der Feder von Morger Partner Architekten aus Basel. Das Projekt habe vor allem mit seiner hohen Flächen- und Volumeneffizienz überzeugt, was nebst Kostenvorteilen auch energetischen und betrieblichen Nutzen verspreche, betonen die Projektverantwortlichen. Das Bauvorhaben «Tramdepot und Wohnsiedlung Depot Hard» umfasst neben der Teilsanierung des bestehenden, denkmalgeschützten Tramdepots aus dem Jahr 1912 den Neubau einer modernen Depothalle mit insgesamt 25 Tramabstellplätzen. Hinzu kommen Bereitstellungs-, Wartungs- und Instandsetzungsbereichen sowie Betriebs- und Diensträumen für die Verkehrsbetriebe Zürich.

    Wohnraum für rund 550 Menschen
    Zusätzlich entsteht eine neue städtische Wohnsiedlung mit insgesamt 193 Wohnungen in unterschiedlichen Grössen. Sie bietet Wohnraum für rund 550 Menschen. Neben Wohnungen im Sockelbau an der Limmat entstehen Maisonette-Wohnungen (Townhouses). Sie bieten direkten Zugang zum Wohnhof. Das Angebot soll mit Geschosswohnungen in den beiden Hochhäusern ergänzt werden. Sie reichen bis ins 22. respektive 23. Obergeschoss. Ausserdem sind verschiedene Atelier- und Gewerbe- respektive Dienstleistungsflächen sowie ein öffentlicher Fuss- und Veloweg mit Aufenthaltsbereichen entlang der Limmat vorgesehen.

    Tramdepot als Sockel der Überbauung
    Das neue Tramdepot bildet den Sockel der Überbauung und wird mit zweigeschossigen Zeilenbauten als geometrische Anbindung an die Wohnhäuser der bestehenden Anlage überbaut, erklären die Projektverantwortlichen. Damit werde sowohl über die Gebäudehöhe als auch über die Geometrie ein Bezug zum Bestand geschaffen. Die Fläche zwischen den Zeilenbauten soll als grosszügiger und vielseitig nutzbarer Hofraum für die Bewohnenden der Wohnsiedlung genutzt werden. Die zwei Wohnhochhäuser, die gemeinsam mit den beiden bestehenden Hochhäusern auf der gegenüberliegenden Seite der Hardturmstrasse zu stehen kommen, markieren die Eingangssituation zum Quartier Zürich-West. ■

  • Thalwil: Überbauung mit Bahnanschluss

    Thalwil: Überbauung mit Bahnanschluss

    Auf dem östlichen Teil des Bahnhofs Thalwil sollen mit dem Projekt «Talevo» im bestehenden Güterschuppen Verkaufs- und Büroflächen entstehen. Ausserdem sind durch eine Aufstockung Attikawohnungen oder Büros geplant. Neben dem Güterschuppen ist eine architektonisch und energetisch hochwertige Wohnüberbauung vorgesehen, die – gemäss den Projektverantwortlichen – optimal mit den Quartieren vernetzt werden soll. Im Erdgeschoss sind Verkaufs- und Büroflächen geplant. Vorgesehen ist ebenso, die Bahnhofstrasse mit rund dreissig Bäumen zu begrünen und so einen Allee-Charakter zu schaffen. Die Thalwiler Stimmbürgerinnen und Stimmbürger werden an einer der nächsten Gemeindeversammlungen darüber abstimmen. ■

  • K118: Ein Gebäude aus Bauabfällen

    K118: Ein Gebäude aus Bauabfällen

    Ein Projekt, das kaum nachhaltiger sein könnte: Der Anbau der Halle 118 auf dem Lagerplatz in Winterthur ZH wurde um fünf Geschosse aufgestockt. Und zwar wo immer möglich mit wiederverwendbaren Baumaterialien. Ausschlaggebend für das heutige Aussehen war das Vorhandensein solcher Werkstoffe aus Rückbauten in der Region. Ganz fertig ist das Gebäude noch nicht: «Der Bau dürfte Anfang 2021 abgeschlossen sein», sagt Benjamin Poignon, Architekt und Bauingenieur beim «baubüro in situ».

    Die Stiftung Abendrot mit Sitz in Basel hat das Areal Lagerplatz im Jahr 2010 der Sulzer Immobilien AG abgekauft. Die Stossrichtung war für die Pensionskasse, die auf Nachhaltigkeit setzt, schnell klar: In Zusammenarbeit mit den Mietern sollte die bereits bestehende gemischte Nutzung weiterentwickelt werden. Für jedes der Obergeschosse sind mehrere neue, bis rund 60 Quadratmeter grosse Ateliers für Start-ups und Kleingewerbler geplant.

    Die Gebäude sollten zwar mit ihren Fussabdrücken erhalten bleiben, aber energetisch und den gesetzlichen Normen entsprechend weiterentwickelt werden. Für das Projekt zuständig ist das «baubüro in situ». Die Projektleiter Marc Angst und Pascal Hentschel bringen das Konzept auf den Punkt: «Reparieren, was noch gebraucht werden kann. Entfernen, was stört oder nicht mehr taugt – und ergänzen, was neu benötigt wird.»

    Suche nach Baumaterial kostet die Hälfte der Zeit
    Das tragende Grundgerüst besteht aus einer Occasion-Stahlstruktur. Daran werden vorgefertigte Fassadenelemente aus Holz, die mit einer Strohdämmung gefüllt sind, befestigt. Solche einfachen ökologischen Baustoffe wie Stroh, Aushublehm und Holz fallen in grossen Mengen an und können mit minimalem Einsatz von grauer Energie verarbeitet und eingesetzt werden. Sie sorgen ausserdem für ein angenehmes Raumklima.

    Die leicht überhängende Südfassade in leuchtendem Backsteinrot-Orange stammt aus der Blechfassade der ehemaligen Ziegler-Druckerei in Winterthur Grüze. Die Fenster im neuen Recycling-Bau sind uneinheitlich, in ihrer Gesamtheit aber stimmig. Damit die Isolation heutigen Standards entspricht, wurde die Verglasung bei neun Fenstern verdoppelt, die anderen wiesen eine ausreichende Isolierung auf. Die Treppe an der Ostfassade ist über 30 Jahre alt und zierte zuvor die Fassade des Bürogebäudes Orion in Zürich-West. Von diesem im 1989 errichteten Gebäude stammen ausserdem 80 Fenster sowie Fassadenplatten aus Granit, die für die Balkonböden wiederverwertet werden. Die jeweiligen Bauteile werden dabei nicht neu aufbereitet – dies unterscheidet das Projekt vom sogenannten Downcycling, bei dem Bausubstanzen zunächst energieaufwendig umgearbeitet werden.

    Die Architekten haben aus diesem einmaligen Pilotprojekt bereits einiges gelernt: «Es ist das erste Mal, dass wir eine Tragestruktur wiederverwendet haben. Wir haben aber auch gemerkt, dass es Bauteile gibt, die günstiger im Neukauf als in der Wiederverwendung sind. Wir haben beispielsweise probiert, Kalk-Sandstein wiederzuverwenden. Doch die Reinigungs- und Aufbereitungsarbeiten waren so hoch, dass wir hier auf einen Neukauf ausgewichen sind», erklärt Architekt Poignon. Das Projekt hat auch einen neuen Job kreiert: Bauteiljäger. Das «baubüro In situ» engagierte hierfür eigens Praktikantinnen, die nach geeigneten Abbruchobjekten und dabei anfallenden wiederverwendbare Materialen Ausschau halten. Aber auch die Architekten sind immer mit offenen Augen unterwegs. Nutzbare Materialen werden vom Architekturbüro mit Wurzeln in Basel selber abgebaut und abgeholt. Die Hälfte der Zeit wenden die Architekten für die Evaluation und Beschaffung möglicher Bauteile auf. Probleme, passendes Material zu finden, hatte « in situ » nicht: Von den ungefähr 7,5 Millionen Tonnen Bauabfall, die in der Schweiz jedes Jahr anfallen, werden nur 0,1 Prozent direkt wiederverwendet, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) eruiert hat. «In situ» geht davon aus, dass sich zehn Mal mehr wiederverwenden liesse.

    Buchpublikation geplant
    Wer sich an dieser Stelle Gedanken über die Kosten macht: 4,8 Millionen Franken wurden für das Projekt bislang budgetiert. Ein erklärtes Ziel war es, so zu bauen, dass es nicht teurer als ein kompletter Neubau kommt. «Direkte Vergleiche zu ziehen, ist aber schwierig», sagt Benjamin Poignon.

    Allgemein setzt «in situ» beim Bau immer auf Wiederverwendung von Materialien – wenn auch selten in diesem grossen Rahmen. K118 hat mit seiner Einzigartigkeit aber auf jeden Fall Interessenten auf den Plan gerufen: Ein Forschungs- und Lehrprojekt der Fachhochschule ZHAW in Winterthur und eine Fallstudie der Umweltsystemwissenschaften der ETH Zürich begleiteten die Planung. Unter anderem werden die umweltrelevanten (Abfall, Ressourcen, Lebensdauer etc.) und rechtlichen sowie die den Bauprozess betreffenden Aspekte untersucht. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt ist eine gemeinsame Publikation geplant: Das Buch soll die Wiederverwendung von Bauteilen im Hochbau umfassend beleuchten und die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen öffentlich zugänglich machen. ■

    So soll das Gebäude K118 nach Abschluss der Bauarbeiten aussehen.
  • «Stellwerk 2»: Am Puls der Zeit

    «Stellwerk 2»: Am Puls der Zeit

    Die erste Etappe, das Bürogebäude «Stellwerk 1» wurde 2010 direkt neben dem historischen Bahnhofsgebäude fertiggestellt. Daneben verblieb an exponierter Lage, neben der Unterführung Wülflingerstrasse, das längliche Grundstück zwischen Gleisen und Bahnhofplatz. Auf dieser zentral gelegenen Freifläche, auf der sich ehemals das Personalrestaurant der SBB befand und die im Untergrund eine zu erhaltende Stellwerkzentrale beherbergt, wird der Neubau «Stellwerk 2» realisiert. Das Areal bildet den nordöstlichen Abschluss eines hochwertigen Stadtraums, der in den letzten Jahren markante Änderungen erfahren hat, betont das Architektenteam. Ein Neubau in dieser exponierten Lage werde von vielen Seiten her sehr gut einsehbar sein, was seine Bedeutung als wichtiger Baustein in Winterthurs Stadtkörper unterstreiche, so die Architekten. Das «Stellwerk 2» ist ein gemischt genutztes Gebäude mit siebzig Wohnungen, zwei Bürogeschossen sowie Retail- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss sowie 500 Veloabstellplätzen im Untergeschoss. ■

  • Implenia realisiert Grossüberbauung bei Genf

    Implenia realisiert Grossüberbauung bei Genf

    Rund um den Bahnhof Lancy-Pont-Rouge soll ein neues urbanes Zentrum entstehen. Hier habe Implenia bereits drei Gebäude als Totalunternehmer für Swiss Prime Site errichtet, informiert das Bau- und Immobilienunternehmen aus Dietlikon in einer Mitteilung. Nun soll Implenia ein weiteres Gebäude für die Solothurner Immobiliengesellschaft realisieren. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 132 Millionen Franken.

    Konkret hat Implenia den Auftrag für die Überbauung Alto Pont-Rouge erhalten. Sie ist als 15-stöckiges Gebäude zuzüglich dreier Tiefgaragenebenen mit einer Nutzfläche von insgesamt 35’000 Quadratmetern angelegt. Die Flächen sind hauptsächlich für Büros vorgesehen, kleinere Flächen sollen als Lebensmittelläden und Restaurants genutzt werden. Kern des Gebäudekomplexes bildet ein zentrales Atrium mit Glasfassaden.

    Die Überbauung werde „höchste Nachhaltigkeitsansprüche erfüllen und mindestens nach SNBS Gold zertifiziert sein“, erläutert Implenia in der Mitteilung. Der Beginn der Bauarbeiten ist für diesen November vorgesehen, im Juni 2023 sollen die Arbeiten fertiggestellt sein. Für Jens Vollmar, Head Division Buildings, ist der neue Auftrag „auf Basis einer langjährigen und vertrauensvollen Beziehung zwischen Swiss Prime Site und Implenia zustande gekommen“.

  • Zug ist der attraktivste Kanton für Unternehmen

    Zug ist der attraktivste Kanton für Unternehmen

    Die Grossbank Credit Suisse hat ihren diesjährigen Standortqualitätsindikator veröffentlicht. Dieser misst die Attraktivität der Kantone aus Sicht von Unternehmen. Der Kanton Zug ist in diesem Jahr auf den ersten Platz vorgerückt und konnte damit den Kanton Basel-Stadt überholen. Die Credit Suisse erklärt dies mit der Anfang 2020 in Kraft getretenen Senkung der Gewinnsteuern. Der effektive maximale Gewinnsteuersatz beträgt in Zug neu 11,91 Prozent – im Vorjahr lag er noch bei 14,35 Prozent.

    Hinter Zug und Basel-Stadt folgt der Kanton Zürich in der Rangliste, gefolgt vom Kanton Genf, der um zehn Ränge vorgerückt ist. Der fünfte Platz wird vom Kanton Aargau belegt, der sechste vom Kanton Schwyz.

    Neben der Steuerpolitik der Kantone bezieht die Credit Suisse unter anderem die Verfügbarkeit von Hochqualifizierten und Fachkräften in ihre Analyse mit ein. Gemäss den Ökonomen der Grossbank hat sich der Bildungsstand der Schweizer Arbeitskräfte in den vergangenen Jahrzehnten stark erhöht. Allerdings zeige sich ein Stadt-Land-Graben bei der Verfügbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskräften. So verfügen in urbanen Regionen sowie in den näheren Agglomerationsräumen über 40 Prozent der potenziellen Arbeitnehmenden über eine höhere Ausbildung. In der Stadt Zürich liegt dieser Anteil sogar bei 57 Prozent.

    Die Credit Suisse hat nicht nur Kantone, sondern auch Wirtschaftsregionen unter die Lupe genommen. Sie ist nämlich der Ansicht, dass die Betrachtung auf Kantonsebene insbesondere in grösseren, heterogenen Kantonen zu kurz greift. Den Ergebnissen zufolge zählen wirtschaftliche Ballungszentren wie Zürich, Zug, Basel, Baden und Genf sowie deren Agglomerationen zu den attraktivsten Regionen für Unternehmen.

  • Fischermätteli Burgdorf:  Zukunftsorientiertes Areal im Standard Minergie-A-Eco

    Fischermätteli Burgdorf: Zukunftsorientiertes Areal im Standard Minergie-A-Eco

    Im Dezember 2019 sind die Bagger auf dem ehemaligen Industrieareal in Burgdorf aufgefahren und schon bald soll Leben ins neue Quartier Fischermätteli kommen: Die ersten Wohnungen werden bereits im Sommer 2021 bezugsbereit sein. Bis voraussichtlich 2024 sollen in insgesamt drei Bauetappen zehn Mehrfamilienhäuser mit 169 preiswerten 2,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen und Wohnflächen zwischen 52 und 140 Quadratmetern entstehen. An idyllischer Lage in unmittelbarer Nähe zum Wald gelegen, gruppieren sich die Gebäude um eine zentrale Begegnungszone mit fünf unterschiedlich gestalteten Aussenplätzen.

    Grösstes Minergie-A-Eco-Quartier mit Schweizer Holz

    Die Siedlung Fischermätteli soll dereinst die grösste Überbauung der Schweiz sein, die nicht nur mit Schweizer Holz erstellt wird, sondern auch den Standard Minergie-A-Eco erfüllt. Dieser verlangt eine positive Energiebilanz und der Aufwand für Raum- und Wassererwärmung, Lufterneuerung sowie für sämtliche elektrischen Geräte und die Beleuchtung muss durch erneuerbare Energien gedeckt sein. Der Zusatz Eco legt das Augenmerk auf die Themen Gesundheit und Bauökologie und sichert einen hohen Wohnkomfort. «Aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen war es für uns hinsichtlich Ökologie und Nachhaltigkeit die einzig richtige Entscheidung, das Fischermätteli im Minergie-A-Eco-Standard zu bauen», erklärt Bruno Kälin. Er ist Leiter Marketing und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Strüby Konzept AG. Die Strüby Unternehmungen treten sowohl als Bauherrschaft wie auch als Gesamtleistungsanbieter (Projektentwicklung, Architektur, Engineering, Produktion, Realisation, Kundendienst, Kundenservice) auf und sind überdies für den Verkauf verantwortlich.

    Für das Fischermätteli setzt der Bauherr auf Fichte und Weisstanne aus Schweizer Wäldern: «Es gibt keinen besseren Baustoff als Holz. Er ist lokal verfügbar, wächst stetig nach, ist CO2-neutral, bringt Arbeitsplätze in die Region und sorgt für ein gutes und gesundes Raumklima», führt Kälin aus. Das für den Bau benötigte Holz wird direkt bei den Waldbesitzern eingekauft, in der Region gesägt, verleimt und weiterverarbeitet. Lange Transportwege fallen weg, wodurch die graue Energie sehr gering ausfällt.

    Ausgeklügeltes Energiekonzept

    Für das Energiekonzept hatte die Bauherrin eine Ausschreibung gemacht, welche ewz für sich entschied. Das Energiedienstleistungsunternehmen ist für Planung, Finanzierung, Realisierung und Betrieb der Energieversorgung verantwortlich. Die Verträge haben eine Laufzeit bis Dezember 2044 und beginnen nach Bauetappen gestaffelt. Der ewz-Geschäftsbereich Energielösungen hat für das Quartier Fischermätteli ein integrales Konzept ausgearbeitet, das nebst einer ausgeklügelten Wärme- und Stromversorgung auch eine alle Medien umfassende Nebenkostenabrechnung beinhaltet.

    Sämtliche Gebäude auf dem Areal sind an ein Areal-Wärmenetz angeschlossen. Herzstück der Wärmeversorgung ist die Heizzentrale mit einer Leistung von 550 kW. Als Energieträger kommen Holzpellets aus der Region zum Einsatz. Durch das Qualitäts-Management-System der Arbeitsgemeinschaft QM Holzheizwerke wird eine effiziente Wärmeproduktion sichergestellt. Der Energiedienstleister finanziert und realisiert die Heizzentrale sowie die Leitungen für die Wärmeverteilung bis zum Haus. Der Bauherr hingegen baut die Installationen für das Brauchwarmwasser und für die Feinverteilung der Wärme in den Häusern. Eine Wärmepumpe anstelle der Holzheizung kam aufgrund der geologischen Gegebenheiten am Standort nicht in Betracht.

    100 Prozent erneuerbarer Solarstrom

    Nebst den Wärmelieferverträgen vereinbart ewz mit den Eigentümern Stromlieferverträge. Diese regeln die Versorgung der insgesamt sieben Stockwerkeigentümerschaften sowie der Arealeigentümerschaft mit Elektrizität. Da der Baustandard Minergie-A eine 100-prozentige Abdeckung mit erneuerbarem Strom verlangt, wird auf jedem Hausdach eine Photovoltaikanlage installiert. Die im Endausbau zehn Anlagen weisen eine Leistung von 722 kWp auf. Laut Projektleiter Christian Rolli von ewz Energielösungen lag die Herausforderung darin, den geforderten Solarstromertrag zu erreichen und dennoch genügend Platz auf den Dächern für Wartung und Unterhalt der Photovoltaik-Module zu haben. Die Lösung bestand darin, monokristalline Hochleistungsmodule mit einem höheren Wirkungsgrad zu wählen, die auf weniger Platz mehr Ertrag erbringen, was sich allerdings in einem höheren Preis niederschlägt. Auf dem Areal sind rund 3200 m2 Photovoltaik-Module verbaut. Sollte es zum Beispiel während der Ferien im Sommer zu einer derart hohen Überproduktion kommen, dass nicht der ganze Strom ins Netz eingespeist werden kann, lässt sich die Produktion drosseln.

    Das von ewz Energielösungen ausgearbeitete Gesamtkonzept hat die Bauherrschaft überzeugt: «Unsere Vorgaben hinsichtlich einer ökologischen und wirtschaftlichen Lösung, die von einem Partner ganzheitlich realisiert und unterhalten werden kann, wurde von ewz sehr gut umgesetzt», findet Bruno Kälin.

  • Das Museum Villa Langmatt soll erhalten bleiben

    Das Museum Villa Langmatt soll erhalten bleiben

    Das Museum Langmatt in Baden gilt als einzigartig in der Schweizer Museumslandschaft. Die Jugendstilvilla des Industriellenehepaares Sidney und Jenny Brown-Sulzer beherbergt eine erlesene Kunstsammlung französischer Impressionisten. Sie wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit viel persönlichem Herzblut zusammengetragen. Der unverwechselbare Reiz der Villa liege in der Präsentation von herausragenden Bildern der Kunstgeschichte in historischen Wohnräumen, umgeben von einem idyllischen Park, beschreibt Markus Stegmann, Direktor des Museums Langmatt, seinen «Arbeitsplatz».

    Ausser Frage steht, dass das kantonale Schutzobjekt saniert und der Betrieb auf eine finanziell gesunde Basis gestellt werden müsse, teilt die Stiftung Langmatt in einer Mitteilung mit. Während die Stiftung ihre Betriebsfinanzen saniere und damit den Betrieb und die Instandhaltung sichere, leiste die Stadt unter Mithilfe von Kanton und Dritten wiederkehrend Beiträge an die Instandsetzung der Immobilie.

    Klare Verteilung der Verantwortlichkeit
    Mit diesem partnerschaftlichen Vorgehen könne die wichtige Kulturinstitution in die Zukunft geführt werden. Das Motto der Strategie lautet: «Juwel für alle.» Ziel der Strategie sei, die Langmatt als einzigartige Institution und lebendige Zeugin der Industrie-, Sozial-, Sammlungs- und Architekturgeschichte zu erhalten. Kern der Strategie ist eine klare Verteilung der Verantwortlichkeit zwischen Stadt und Stiftung: Als Stifterin und Alleinerbin leistet die Stadt einen substantiellen Beitrag an die Renovation der Immobilie, die mit rund 17,2 Millionen Franken (+/- 25 %) beziffert ist. Als Betreiberin des Museums saniert die Stiftung nachhaltig ihre Betriebsfinanzen.

    Der Einwohnerrat der Stadt Baden hat an seiner Sitzung vom 3. Juni 2020 die Umsetzung der Strategie «Zukunft Langmatt» beschlossen, um die Zukunft des Museums zu sichern. Mit anderen Worten: Die Stiftung übernimmt den Lead für die Instandsetzung und die Kosten der Planung bis hin zu einem Bauprojekt. Für die Ausführung des Bauprojekts sehen Stadt- und Stiftungsrat vor, eine Aktiengesellschaft zu gründen, an der sich die Stadt substanziell beteiligt. Sie soll die zusätzlichen finanziellen Mittel zur Deckung der Betriebskosten aufbringen.

    Bilderverkauf für den notwendigen Kapitalertrag
    Zur langfristigen Sanierung des von Anfang an zu gering bemessenen Stiftungskapitals sei ein gezielter Bilderverkauf von ein bis drei Werken erforderlich, der jedoch den Kernbestand der Sammlung nicht berühre, betonen die Projektverantwortlichen. Aus dem Erlös von rund 40 Millionen Franken generiert die Stiftung den notwendigen Kapitalertrag, um damit den Betrieb nachhaltig zu sichern. «Ein zwar schmerzlicher, aber alternativloser Schritt, der die Zukunft des Museums sichert», betont Lukas Breunig-Hollinger, Präsident der Stiftung Langmatt. «Die Langmatt bleibt als historisches Ensemble, als Ort Badener Identität und als lebendiger Zeuge der Industrie-, Sammlungs- und Architekturgeschichte erhalten», sagt Markus Stegmann, Direktor des Museum Langmatt. Regional verankert, verstärke die Langmatt zukünftig ihre internationale Ausstrahlung.

    Zweijährige Bauplanungsphase
    Zu den wesentlichen Neuerungen zählen die ganzjährige Museumsöffnung, eine Verbesserung des Eingangsbereichs mit Kasse, Shop und Garderobe, ein Lift zur barrierefreien Erschliessung sowie ein filigraner Pavillon für Veranstaltungen. Als nächste Etappe folgt eine rund zweijährige Bauplanungsphase mit dem Ziel, die Kostengenauigkeit der Instandsetzung zu präzisieren. Dies ist eine zentrale Voraussetzung für die erforderliche Volksabstimmung, die für 2023 erwartet wird. Wird die Vorlage gutgeheissen, erfolgt in einem nächsten Schritt der Bilderverkauf. Der Beginn der Instandsetzung des Museum könnte 2024 erfolgen, die Wiedereröffnung der Langmatt 2026. ■

  • «Wir sind auf allen Baustellen auf Kurs»

    «Wir sind auf allen Baustellen auf Kurs»

    Seit gut einem Jahr ist die erste Etappe der Limmattalbahn zwischen Zürich Farbhof und Schlieren Geissweid in Betrieb. Das Tram wird gut akzeptiert und rege genutzt. «Es wird kaum mehr unterschieden zwischen ‹alter› und ‹neuer› Strecke», sagt Oliver Obergfell von der Medienstelle VBZ. Auch das Grüntrassee mache nach einem Betriebsjahr bereits einen sehr guten Eindruck. Im Durchschnitt nutzen unter der Woche rund 5000 Personen die Schlieremer Haltestellen – das entspricht in etwa der Passagierzahl der ehemaligen Buslinie 31. Seitens der Limmattalbahn (LTB) AG ist man ebenfalls zufrieden mit dem Betrieb. «Bisher hatten wir auch kaum Beschwerden in Bezug auf die Infrastruktur», sagt Geschäftsführer Daniel Issler.


    Die zweite Etappe der Limmattalbahn zwischen Bahnhof Altstetten und Zürich Farbhof sowie zwischen Schlieren Geissweid und Killwangen-Spreitenbach ist seit einem Jahr im Bau. Auch hier läuft alles nach Plan: «Die Bauarbeiten kommen sehr gut voran. Wir sind auf allen Baustellen auf Kurs oder sogar etwas schneller unterwegs», sagt Issler. Eine Kostenüberschreitung zeichne sich zurzeit nicht ab. Der Gesamtprojektleiter sieht sich aber auch mit Herausforderungen konfrontiert: «Bei der zweiten Etappe finden die Bauarbeiten zeitgleich auf einer Länge von rund 10 Kilometern statt.» Hinzu kämen die grossen Bauwerke wie der Färberhüslitunnel in Schlieren, die Unterführung bei der Dreispitzkreuzung in Dietikon und das Rampenbauwerk in Killwangen.

    Eine Buslinie könnte das steigende Passagieraufkommen nicht bewältigen
    Der Bau der Limmattalbahn ist mit Einschränkungen und Immissionen für Anwohner, Unternehmer und Verkehrsteilnehmer entlang der Strecke verbunden. Dass die Baustelle der Limmattalbahn einige Unannehmlichkeiten mit sich bringt, ist der LTB AG bewusst. «Wir bemühen uns deshalb, so rasch wie möglich zu bauen, um die Einschränkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Meldet sich jemand mit einem Anliegen bei uns, sind wir bestrebt, individuelle Lösungen zu finden», sagt der Geschäftsführer. Dabei hebt Issler noch einmal den Nutzen der durchgehenden Limmattalbahn von Zürich Altstetten bis Killwangen-Spreitenbach hervor: «Der öffentliche Verkehr wird gestärkt – die Limmattalbahn ist eine Ergänzung zur bestehenden S-Bahn und ermöglicht eine durchgehende und zuverlässige Reisekette.» Das viel hervorgebrachte Argument der Limmattalbahn-Gegner – dass ein Ausbau der bestehenden Busnetze in der Region genügt hätte und billiger gekommen wäre – entkräftet der Chef der LTB AG: «Das Limmattal entwickelt sich rasant. Viele Neuerungen stehen ja noch bevor. Eine Buslinie könnte dieses Wachstum nicht bewältigen. Zudem ein Bus immer Gefahr läuft, im Stau stecken zu bleiben.»

    Die Ankündigung der Limmattalbahn hat entlang der Strecke bereits zahlreiche Bautätigkeiten ausgelöst. Alte Bausubstanz wird erneuert, neue Geschäfts- und Wohnbauten entstehen. Issler erwartet, dass dieser Trend anhalten und sich sogar noch verstärken wird. Das Wachstum verschärft aber auch das bereits bestehende Verkehrsproblem des Limmattals. Kann die Limmattalbahn hier Abhilfe schaffen? «Ein Ziel der Limmattalbahn ist, den Grossteil des Mehrverkehrs durch den öffentlichen Verkehr aufzufangen. Da gleichzeitig auch Massnahmen für den motorisierten Individualverkehr umgesetzt werden, sind wir zuversichtlich, dass sich dadurch auch der Strassenverkehr verflüssigt», sagt Issler.

    Die zweite Etappe soll Mitte 2022 fertig gebaut sein. Danach folgen Testfahrten. Der offizielle Betrieb soll zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022 aufgenommen werden. Dann bedient die Limmattalbahn mit einer Geschwindigkeit von durchschnittlich 22 km/h eine Strecke von 13,4 Kilometer: Von Zürich Altstetten über Schlieren, Urdorf, Dietikon, Spreitenbach bis nach Killwangen. Die Stadtbahn stoppt dabei 27 mal und hat Kapazität für 260 Fahrgäste. Für die ersten zwei Etappen wurden von den Kantonen Zürich und Aargau sowie vom Bund insgesamt 755 Millionen Franken aufgewendet.

    Die Aargauer Regierung arbeitet derweil an den Plänen für eine dritte Etappe: von Killwangen-Spreitenbach bis nach Baden. Der Grosse Rat hat im Spätsommer 2020 entschieden, das Trassee freizuhalten und die Weiterführung der Tramstrecke im kantonalen Richtplan vom bisherigen Status «Vororientierung» auf die Stufe «Zwischenergebnis» anzuheben. Die Verlängerung der Limmattalbahn hat damit gute Chancen – bis zu einem definitiven Entscheid müssen aber noch einige Hürden genommen werden. Die Aufnahme des Betriebs für die letzte Etappe, sofern sie tatsächlich realisiert wird, erwartet man nicht vor 2032. ■

  • Letzibach D: Drei autonome Gebäudeteile von  drei verschiedenen Bauherrinnen

    Letzibach D: Drei autonome Gebäudeteile von drei verschiedenen Bauherrinnen

    Zwischen 2021 und 2025 wird in Zürich-Altstetten der Neubau Letzibach D realisiert. Die Stadt Zürich hat das 10’000 Quadratmeter grosse Areal im Jahr 2014 von den SBB erworben. Das Areal weist auf der Nordseite das offene Gleisfeld und auf der Südseite die stark befahrene Hohlstrasse auf. Unter der Bauherrschaft der Liegenschaftenverwaltung, der Stiftung Alterswohnungen sowie der Stiftung Wohnungen für kinderreiche Familien der Stadt Zürich sollen hier 250 gemeinnützige Wohnungen entstehen. Die drei Bauherrinnen planen jeweils ein Drittel des Bauvolumens. So entstehen drei autonome Gebäudeteile mit eigenen Eingängen.

    Die Arealüberbauung ist auf eine Ausnützung von 318 Prozent ausgelegt. Die erforderliche Dichte kann nur mittels Hochhauslösungen erreicht werden. Für die Pläne verantwortlich sind Gut & Schoep Architekten GmbH und Neuland Landschaft GmbH aus Zürich. Vorgesehen ist ein 60 Meter hohes Gebäude mit 24 Stockwerken und einer einprägsamen städtebaulichen Silhouette sowie ein achtgeschossiges, langgezogenes Gebäude, welches sich U-förmig gegen das Gleisfeld hin öffnet. An der Kreuzung Hohlstrasse/Flurstrasse entsteht zudem ein kleiner Stadtplatz.

    Der Baukörper ragt im Westen zur Hohlstrasse vor und führt den Strassenraum der angrenzenden Überbauung Letzibach C fort. Im Norden knickt er nochmals im rechten Winkel ab und bildet damit mit dem Hochhaus den Abschluss. Im niedrigen, zusammenhängenden und acht Stockwerke umfassenden Teil der Überbauung finden sich die 53 Wohnungen der Stiftung Wohnungen für kinderreiche Familien und die 81 Wohnungen der Liegenschaften Stadt Zürich. Die Wohnungen im flachen Gebäudeteil bieten südorientierte Essküchen sowie Richtung Norden ausgerichtete Wohnräume – teilweise mit inneren Rundläufen oder mit grosszügigen Entrées. Eingezogene Balkone zwischen Essküche und Wohnraum sind für die 131 Alterswohnungen vorgesehen. Diese Wohnungen der Stiftung Alterswohnungen Stadt Zürich sollen im sechzig Meter hohen Turm entstehen. Die Betonfassade der Gebäude soll Langlebigkeit und einen sparsamen Unterhalt sicherstellen. ■

  • Die Überbauung amRietpark  ist grösser als 17 Fussballfelder

    Die Überbauung amRietpark ist grösser als 17 Fussballfelder

    A uf dem ehemaligen Industriegelände der Leimfabrik Geistlich in Schlieren entsteht unter der Bauherrschaft von Helvetia Versicherungen und der Geistlich Immobilia AG die 2. Etappe des neuen Quartiers «amRietpark»: Zusammen mit dem Färbi-Areal misst die Fläche 125’000 Quadratmeter und umfasst über 17 Fussballfelder. Wo einst Stoffe gefärbt und Leim produziert wurde, stehen ab dem Jahr 2020 insgesamt 921 Wohnungen sowie das Alterszentrum der Tertianum AG bereit. Alleine das Geistlich-Areal umfasst 80’000 Quadratmeter und grenzt direkt an den Bahnhof Schlieren an.

    Zwischen 2007 und 2015 entstanden auf dem Färbi-Areal bereits 600 Wohnungen, 12’600 Quadratmeter Büroflächen sowie 14’600 Quadratmeter Gewerbeflächen, davon 330 Quadratmeter für Gastronomiebetriebe. Das Geistlich-Areal umfasst das 2015 fertig gestellte Projekt «Magnolia» mit 137 Eigentumswohnungen und die Neubauten entlang der Brand- sowie der Engstringerstrasse mit einer Nutzfläche von 55’000 Quadratmetern. Rund die Hälfte des neuen Quartiers nimmt der öffentliche «Rietpark» ein: Er ist 600 Meter lang, umfasst 42’000 Quadratmeter und ist das Herzstück der Überbauung.

    Teil des Projekts ist ein Doppelkindergarten mit Mittagsbetreuung an der Engstringerstrasse 5. Dieser ist im von der Geistlich lmmobilia AG realisierten Wohn- und Geschäftshaus mit 84 Wohnungen und Gewerbeflächen im Erdgeschoss eingemietet. Als Architekt wurde das Büro E2A aus Zürich verpflichtet. Der Neubau besteht aus einem U-förmigen Gebäudeteil mit einer Wohnnutzung ab dem 1. Obergeschoss und einem durchgehenden Sockelgeschoss im EG. Alle Wohnungen sind zum Park ausgerichtet. Auf dem Dach finden die Mieter – angelehnt an die einstigen Schrebergärten auf dem Areal – 15 Dachgärten vor.

    Die 2020 bezogenen Überbauungen an der Brandstrasse wurden von zwei verschiedenen Architekturbüros entworfen. Graber Pulver Architekten zeichnen für die Bauherrin Geistlich Immobilia AG mit vier schachbrettartig zueinander verschobenen Türmen an der Brandstrasse 1-7 verantwortlich. Die Türme verschmelzen über einem zweigeschossigen Sockel zur Einheit und gewährleisten eine optimale Lichteinstrahlung sowie Ausblicke aus allen Winkeln des Gebäudes. Die vielseitigen Wohnmöglichkeiten umfassen klassische Wohnungen, Maisonettes bis hin zu Clusterwohnungen sowie Gewerbe- und Gastroflächen und das Alterszentrum für die Ankermieterin Tertianum AG. Innerhalb des Blocks verbindet eine längs durchs Erdgeschoss gesteckte «Rue Interieure» die Türme.

    Gmür & Gschwentner Architekten konzipierten für Helvetia Versicherungen an der Brandstrasse 21 ein Gebäude mit 202 Wohnungen. Der Neubau teilt das Baufeld in zwei um jeweils eigene Höfe platzierte Baukörper. Das Zentrum bildet eine Halle, die von den Bewohnern für gemeinschaftliche Anlässe genutzt werden darf. Ein Novum für Schlieren ist der Pool auf dem Dach mit Sonnendeck, der den Bewohnern zur freien Verfügung steht. Hier entstanden 3,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen sowie verschiedene Gewerbeflächen entlang der Brandstrasse. ■

  • Eine Hochbahn für Silbern und das Niderfeld

    Eine Hochbahn für Silbern und das Niderfeld

    Das innovative Projekt der im Mai 2018 gegründeten Interessengemeischaft (IG) Hochbahn Silbern macht sich für eine Verkehrslösung hoch über den Gleisen zwischen den für Dietikon relevanten Quartieren Silbern und dem noch in der Entwicklung stehenden Niderfeld stark. Denn der SBB-Rangierterminal bildet eine Barriere zwischen den beiden Stadtteilen. Die Hochbahn würde die direkte Verbindung zwischen der im Richtplan festgehaltenen S-Bahn-Station Silbern und einer Station der Limmattalbahn im Niderfeld sichern. Damit hätte das Silbernquartier einen Anschluss an die Limmattalbahn, und die künftigen rund 2000 Bewohner und Arbeitenden des Niderfeld-Quartiers könnten unkompliziert die Einkaufsinfrastruktur und eine mögliche S-Bahn-Haltestelle Silbern erreichen.
    Hinter der IG Hochbahn Silbern stehen Vertreter der Gebiete Silbern und Niderfeld sowie der Limmatstadt AG und der Stadt Dietikon. Präsidiert wird die IG von Beny Ruhstaller, Verein Grundeigentümer Niderfeld Dietikon (VGND). Die Hochbahn soll in den nächsten 8 bis 15 Jahren realisiert werden. Das Projekt wurde als relevant für das Limmattal eingestuft. Deshalb wurde die Hochbahn Silbern als förderungswürdiges Projekt in die Regionale Projektschau Limmattal aufgenommen. Wie die automatisierte seilgezogene Hochbahn aussehen könnte, ist bereits klar. Mit ihrem möglichen futuristischen Design wäre die Hochbahn nicht nur eine Attraktion im Limmattal, sondern würde zudem die gewünschte Querverbindung bieten. Seilbahnen haben sich auch an anderen Orten in der Schweiz bewährt. So beispielsweise die Polybahn in Zürich, die Seilbahn Rigiblick oder die Stadtbahn Lugano.

    Die Hochbahn Silbern hat sich mittlerweile von einer Vision zu einem konkreten Projekt entwickelt. Die Machbarkeit wurde geprüft und für umsetzbar eingestuft – auch die Streckenführung und mögliche Haltestellen konnten bereits eingegrenzt werden. So soll die Fahrstrecke zwischen 607 und 637 Meter lang sein. Mit einer Fahrzeit von etwa 2 Minuten könnte die Hochbahn 700 bis 750 Personen pro Stunde transportieren. Die bislang erfolgten Gespräche mit den SBB und der Seilbahnfirma Garaventa, die regelmässig an den Sitzungen der IG Hochbahn Silbern teilnehmen, verliefen bisher vielversprechend. Die Kosten werden auf ca. 20 Millionen Franken geschätzt. Der Betrieb soll vollautomatisch erfolgen und kein Personal vor Ort benötigen.

    Um das Projekt voranzutreiben wird gemäss der IG Hochseilbahn Silbern nun Unterstützung durch die Stadtbehörden benötigt. Ausserdem muss die Hochbahn in den Quartierplan Niderfeld integriert werden – mit einer eventuellen Landausscheidung für die Stationen und die Geleise auf beiden Seiten. In nächster Zeit soll das Projekt mit einer Potenzialanalyse weiter konkretisiert sowie die Kostenplanung und technische Umsetzbarkeit geprüft werden. Danach folgt die Eingabe an das Bundesamt für Verkehr. ■

  • 50 Jahre Shoppi Tivoli Spreitenbach

    50 Jahre Shoppi Tivoli Spreitenbach

    Patrick Stäuble, der Vorsitzende der Geschäftsleitung und Centerleiter des Shoppi Tivoli, ist 51 Jahre alt. Das Shoppi Tivoli feiert dieses Jahr sein 50-Jahr-Jubiläum. Verändert hat sich seit dem Jahr 1970 einiges: «Bei der Eröffnung zählte das Einkaufszentrum 50 Shops. Heute sind über 450 Brands vertreten», sagt der Chef. Auch das Freizeitangebot habe sich verändert – was früher die Kegelbahn war, sind es heute das Fitness-Center oder das breite gastronomische Angebot. Unbestritten ist das Shoppi Tivoli wichtig für Spreitenbach: «Es war wie ein Ufo, das vor 50 Jahren mitten im Bauerndorf gelandet ist», sagt Stäuble.

    Das Shoppi Tivoli war das erste Shoppingcenter der Schweiz – eine Pionierleistung. Um zu verstehen, dass es ausgerechnet in Spreitenbach gebaut wurde, muss man einen Blick auf die Geschichte werfen: Es war der damalige Ortsplaner Klaus Scheifele, der in den 1950er-Jahren den Richtplan für den Bau des neuen Spreitenbach gemeinsam mit anderen Fachleuten entwarf. Und zwar auf der Grundlage der Charta von Athen – dem städtebaulichen Manifest des Schweizer Architekten Le Corbusier. Die Idee kam bei Planern, Politikern und Investoren so gut an, dass sie einen regelrechten Bauboom auslöste.

    Ein Einkaufscenter war in diesem Richtplan ebenfalls vorgesehen. Karl Schweri, der damalige Denner-Chef, sicherte sich über seinen Immobilien-Fonds das dafür vorgesehene Land und suchte einen Architekten mit Amerikaerfahrung. Es meldete sich der Schweizer Walter Hunziker, der zehn Jahre in den USA gelebt und dort ein Diplom als Architekt und Stadtplaner erworben hatte. Gemeinsam mit dem Ökonomen Fritz Frey gründete er die Transplan AG und begann im Jahr 1962 damit, ein neues Stadtzentrum in Spreitenbach zu planen. Acht Jahre später eröffnete das «Shoppi». Bis zu diesem Zeitpunkt konnte der Ort seine Einwohnerzahl verdreifachen. «Spreitenbach zog zu dieser Zeit auch viele Paare an, die nicht verheiratet waren. In Zürich war das Konkubinat verboten, im Kanton Aargau nicht», erklärt Stäuble.

    Hunziker hatte grosse Visionen – die nicht alle umgesetzt werden konnten. Angestrebt war ein Wachstum auf 30’000 Einwohner – im Jahr 2020 sind es etwas über 10’000, die in Spreitenbach leben. Mit seiner rasanten Entwicklung und den vielen Hochhäusern hat das ehemalige Bauerndorf viele ausländische Bewohner angelockt. «Spreitenbach hat einen gewissen Ruf bekommen», sagt Stäuble. Dabei könne die Gemeinde mit einem schönen Dorfkern im oberen Bereich und den modernen Hochhäusern wie natürlich auch dem Shoppi Tivoli im neuen Teil punkten. Doch die Zeichen stehen nicht schlecht, dass Spreitenbach die Trendwende doch noch schafft – zurzeit wird wieder viel gebaut. Über Projekte wie «Tivoli Garten» mit 320 Wohnungen freut sich der Centerleiter: «Das zieht auch viele Leute an, die es schätzen, das Einkaufszentrum direkt nebenan zu haben.» Dass das Projekt «Neumatt», welches direkt ans Shoppi Tivoli gegrenzt hätte, abgelehnt wurde, findet der Centerleiter schade: «Ich glaube, das ist eine verpasste Chance für Spreitenbach. Aber es ist für die Bevölkerung wohl einfach gerade etwas viel mit dem Bau der Limmattalbahn und des Tivoli Gartens. Ich denke, das Projekt war gut, nur der Zeitpunkt schlecht.»

    Überhaupt geht Stäuble davon aus, dass sich Spreitenbach ideal in der Limmatstadt positionieren wird. Die Limmatstadt habe die wichtige Aufgabe, das Limmattal über die Kantonsgrenze hinweg zu verbinden. Dafür sei auch die Limmattalbahn wichtig. «Diese Anbindung ist für uns wie auch für die nächste Generation von Bedeutung. Die Leute siedeln sich dort an, wo es gute ÖV-Anbindungen und ein grosses Angebot an Freizeit- und Gastromöglichkeiten gibt.» Und gerade den jüngeren Menschen sei es egal, ob sie jetzt im Aargau oder in Zürich leben würden. «Sie wollen dort sein, wo Leben stattfindet, wo sie ihre Freizeit so gestalten können, wie sie wollen.» Spreitenbach biete hierfür ideale Voraussetzungen. Nicht zuletzt wegen dem Shoppi Tivoli, das 4,5 Millionen Besucher jährlich verzeichnet. Unter der Woche kommen täglich bis zu 15’000 Besucher, an einem Wochenende könnten das auch mal 38’000 sein, sagt Stäuble: «Wir sind nach wie vor ein Wochenend-Center. Ein Besuch des Shoppi Tivoli sei eine Freizeitbeschäftigung, man flaniere, kaufe ein und könne die ganze Familie mitnehmen. In den letzten Jahren wurde die CenterMall wie auch die TivoliMall neu beziehungsweise umgebaut. «Man hat mehrere hundert Millionen investiert – das Shoppi ist heute mit internationalen Brands und einem grossen Freizeit- und Gastroangebot ausgestattet und damit fit für die Zukunft», ist Stäuble überzeugt. Ein Einkaufszentrum sei aber nie fertig. Die Trends würden heute in Richtung Freizeit, Kosmetik und Dienstleistung gehen. «Das ist ein laufender Prozess, dem müssen wir uns stellen. Aber es braucht sicher nicht mehr die grossen Investitionen, nun ist nur noch die Entwicklung rundherum nötig.» Und auch in Sachen Digitalisierung werde es Transformierungen geben. «Ich denke, es wird auf eine Kombination von On- und Offline hinauslaufen. Also, dass ich beispielsweise in einem Laden meine Jeans aussuchen kann, danach aber nicht die Tüte nach Hause schleppen muss, sondern die Hose mir am nächsten Tag direkt nach Hause geliefert wird.»

    «Einkaufen
    mit Maske ist kein Erlebnis.»


    Die Frage nach der Zukunft stellt sich gerade auch im Hinblick auf die Coronapandemie. Diese hat das Shoppi Tivoli hart getroffen. Man sei aber gut aus dem Lockdown gestartet: «Es gibt Branchen, die haben sich praktisch zu 100 Prozent erholt. Doch speziell die Textilbranche wird den Verlust nicht mehr aufholen können», erläutert Stäuble. Stark betroffenen Mietern habe man von sich aus 50 Prozent der Miete erlassen.

    Während der Kanton Zürich eine Maskenpflicht in Einkaufsläden verordnet hat, kann man im Kanton Aargau noch maskenfrei shoppen. Einen vermehrten Zulauf von Zürchern, die lieber ohne Maske unterwegs sind, spührt Stäuble aber nicht: «Trotzdem bin ich sehr froh darüber, dass wir keine Maskenpflicht haben. Shoppen in dieser Grösse ist ein Erlebnis. Wir verkaufen Emotionen – das ist mit Maske einfach schwieriger. Wir zählen über 1400 Mitarbeitende – und haben nicht eine einzige Coronainfektion auf Verkäuferseite. Die Menschen sind hier in Bewegung und nicht lange miteinander in Kontakt.»

    Stäuble blickt also zuversichtlich in die Zukunft. Auch wenn er auf politischer Ebene noch einige To-Do`s sieht. Beispielsweise die Umsetzung längerer Öffnungszeiten sowie mehr Sonntagsverkäufe. «Die Verkäuferinnen arbeiten deshalb nicht länger oder mehr, nur in anderen Schichten», entkräftet der Chef ein viel vorgebrachtes Gegenargument. Mit dem fortwährenden Entstehen einer «Limmatstadt» brauche es auch auf politischer Ebene Fortschritte. Der Centerleiter könnte sich sogar vorstellen, dass das Shoppi Tivoli eines Tages «Shoppi Tivoli Limmatstadt» heisst. ■

  • Zentrumsnahe Wohnungen  auf dem Brauerei-Areal

    Zentrumsnahe Wohnungen auf dem Brauerei-Areal

    Die Areale der Brauerei H. Müller AG und Erbengemeinschaft Burger grenzen unmittelbar an den Bahnhof Baden an und befinden sich in Gehdistanz zur Badener Altstadt. Seit 1897 wird auf dem Areal Bier gebraut. Die Areale weisen heute eine dichte Bebauung mit Gewerbenutzungen auf. Die Brauerei H. Müller AG beabsichtigt, das zentral gelegene Firmen-
    areal zu entwickeln und besser zu nutzen. Die zu bebauende Fläche entspricht der Grösse eines Fussballplatzes. Vorgesehen sind fünf mehrstöckige Bauten mit 145 Wohnungen, die Platz für rund 250 Menschen bieten sowie verschiedene Gewerbeflächen und Dienstleistungen. Die Baufelder A, B, C und E befinden sich in der Projektierungsphase. Der Brauereigarten sowie die Bierproduktion bleiben erhalten. Ebenso das Malzsilo, das Kessel- und Sudhaus, die als historisch eingestuft werden. Angrenzend soll eine Bierhalle gebaut werden. Ausgelagert nach Lupfig werden Logistik, Betrieb und die Administration der Brauerei. Ansonsten wird sich das Gebiet fast vollständig neu präsentieren.

    Zentrumsnahe Wohnungen
    Zudem plant die Erbengemeinschaft Burger eine Aufstockung des südlich an den Brauereigarten angrenzenden Gebäudes. Die Realisierung von zentrumsnahen Wohnungen sowie der Erhalt des Brauereigartens und die neue Wegverbindung durch die zukünftige Brauereigasse waren wesentliche öffentliche Interessen, für welche sich die Stadt engagiert hat. Für die Realisierung eines städtebaulich, architektonisch und marktfähig überzeugenden Gesamtprojekts wurden die Vorarbeiten letztlich in den vorliegenden Gestaltungsplan überführt. Die Bauherrschaften – Brauerei H. Müller AG und die Erbengemeinschaft Burger – rechnen damit, dass im Laufe des Herbstes 2020 erste Baugesuche eingereicht werden können. ■

  • Ein Stadtquartier inklusive Limmattalbahn

    Ein Stadtquartier inklusive Limmattalbahn

    « Wo Zürich Zukunft hat», lautet der Slogan von Schlieren. Dies auch in Bezug auf das neue Stadtquartier Reitmen, wo in fünf Gebäuden 177 Mietwohnungen für die unterschiedlichen Generationen und Bedürfnisse entstehen werden. Alle Wohnungen würden ausgeklügelte Grundrisse, sorgfältig ausgewählte Materialien und grosszügige Balkone bieten. Jedes der fünf Wohnhäuser habe seinen Charakter und ein eigenes Farbkonzept ist auf der Homepage, zu lesen, auf der das Projekt vorgestellt wird. Die Stadtsiedlung stehe für das moderne Schlieren, betonen die Projektverantwortlichen. Die Siedlung soll ein Ort mit hoher Lebensqualität werden, der zeitgemässes Wohnen und Gewerberäume für ein breites Publikum bietet. Hinzu kommen 1500 Quadratmeter Gewerbefläche, ein grosszügiger Park und ab 2022 die Haltestelle der neuen Limmattalbahn direkt vor der Tür. ■

  • Das neue Pflegezentrum «LimmiCura» ist im Bau

    Das neue Pflegezentrum «LimmiCura» ist im Bau

    Auf dem Gelände, wo bis Ende 2019 das Hochhaus des alten Spitals Limmattal aus dem Jahr 1970 stand, entsteht von 2020 bis 2023 das neue Pflegezentrum «LimmiCura». Damit der Spitalverband Limmattal mit der Umsetzung des Projekts beginnen konnte, war die Zustimmung der Bevölkerung nötig. Diese bewilligte den benötigten Kredit von 65 Millionen Franken. Das Pflegezentrum inklusive Tageszentrum, drei Langzeitpflegestationen mit Palliativbetten sowie einem Rehabilitationsgeschoss soll 116 Zimmer erhalten: 73 Einzel- und 43 Zweibettzimmer. Der Neubau wird fünf Stockwerke umfassen und vom Architekturbüro fsp in Spreitenbach umgesetzt. Architektonisch lehnt sich «LimmiCura» an das Ende 2018 neu eröffnete Spital Limmattal an. Geplant sind eine Demenzabteilung mit eigenem Garten sowie eine Rehabilitationsstation im 5. Stock mit 48 Betten. Im Erdgeschoss wird neben der Demenzabteilung das Tageszentrum untergebracht. Die Innenhöfe werden begehbar sein. Auf den Stockwerken 2-4 wird die Pflegeabteilung untergebracht. Das «LimmiCura» soll im ersten Quartal 2023 eröffnen. ■

  • Mammutprojekt Niderfeld

    Mammutprojekt Niderfeld

    Das Niderfeld befindet sich im Nordosten der Gemeinde Dietikon und grenzt teils an Spreitenbach. Mit rund 40 Hektaren ist das Niderfeld Dietikons letzte grosse Baulandreserve. Und gut Ding will Weile haben: Die Planung, wie das bis 1890 landwirtschaftlich genutzte Gebiet in Zukunft aussehen wird, läuft bereits seit rund zehn Jahren. Um die 3000 Menschen sollen dereinst hier wohnen und weitere 4000 Leute arbeiten. Hinter dem Vorhaben steht der Ende 2012 gegründete Verein «Grundeigentümer Niderfeld Dietikon» (VGND). Dieser begleitet die Entwicklung im Niderfeld, fördert die Interessen und Anliegen der Grundeigentümer und vertritt diese gegenüber den Behörden. Die drei grössten Eigentümer sind die Firma Planzer Transport AG, die Stadt Dietikon sowie die Josef Wiederkehr AG aus Dietikon.

    Zweimal wurden im Laufe der Zeit Anträge gestellt, das Niderfeld ganz oder teilweise in eine Industriezone umzuwandeln. Beide Male wurden die Anträge abgelehnt: erst vom Gemeinderat und dann an der Urne. Im kantonalen Richtplan mass man 1995 dem Niderfeld kantonale Bedeutung als Zentrumsgebiet zu. In einem Zentrumsgebiet sind Siedlungsteile mit hoher baulicher Dichte wie auch Erholungsgebiete vorgeschrieben. So soll ein attraktiver wirtschaftlicher Standort mit einem guten Anschluss an den ÖV geschaffen werden. Anfang 2002 wandte sich die Stadt Dietikon an die Regionalplanung Zürich und Umgebung (RZU) mit dem Ziel, eine politisch tragfähige Zonierung zu finden. Diese sollte eine geordnete, auf ein Gesamtkonzept abgestützte bauliche Entwicklung zulassen. Am offenen Planungsprozess Niderfeld nahmen nebst Vertretern des Stadt- und Gemeinderats auch Grundeigentümer, Wirtschaftsorganisationen, Vertreter des Kantons Aargau, ideelle Organisationen sowie Einwohnerinnen und Einwohner von Dietikon teil. Damit wurde sichergestellt, dass alle Interessensgruppen vertreten waren und sich entsprechend einbringen konnten.

    Daraus resultierten zwei Grobkonzepte: Eines sah ein Erschliessungsnetz vor, welches sich weitgehend der bestehenden Parzellierung anpasste. Das zweite skizzierte die Entstehung eines Parks entlang des Teischlibachs, der das Niderfeld in ein Arbeitsgebiet im Westen, einen Park in der Mitte und ein Wohn-/Mischgebiet im Osten unterteilt. Im Jahr 2010 wurde die Einzonungsvorlage schliesslich rechtskräftig: Kernelemente der neuen Zonen sind die Gestaltungsplanpflicht und die Vorgabe eines acht Hektaren grossen Stadtparks. Das im 2013 erarbeitete städtebauliche Konzept bildete die Grundlage für die nachfolgenden Gestaltungs- und Quartierpläne. Der Masterplan wurde schliesslich im Jahr 2015 durch den Stadt- und Gemeinderat verabschiedet und den Grundeigentümern sowie der Öffentlichkeit in die Vernehmlassung gegeben. Der Stadtrat Dietikon leitete Ende August 2017 das Quartierplanverfahren ein. Danach mussten sich die Grundeigentümer auf verschiedene Parameter und die Neuverteilung der Landflächen einigen. Der Gestaltungs- und Quartierplan, die Revision der Bau- und Zonenordnung plus das Wasserbauprojekt Teischlibach wurden dem Kanton Mitte 2020 zur Prüfung vorgelegt. Die Antwort ist noch ausstehend.

    So soll das neue Quartier aussehen
    Der grosse, zentrale Park bildet das Herzstück des Quartiers Niderfeld. Ruhige Parkinseln, Spielmöglichkeiten, Siedlungsgärten und grosszügige Rasenflächen sind vorgesehen und sollen Menschen aus der Umgebung anlocken. Um den Park herum finden sich ein Mischgebiet entlang der Strecke der Limmattalbahn, ein Wohngebiet am nördlichen Rand des Parks sowie ein Arbeitsplatzgebiet im Westen zur Mutschellenstrasse hin. Aus Lärmschutz-Gründen bildet das Mischgebiet zur Ueberlandstrasse hin eine mehrheitlich geschlossene Bebauung. Der Wohnanteil soll aus kleineren Baueinheiten bestehen, die sich höhenmässig gegen den Park hin abstufen.

    Den Zutritt zum neuen Stadtquartier markiert der Torplatz beim Dreispitz, wo eine Haltestelle der Limmattalbahn geplant ist. Am Torplatz sollen die Bewohner des Niderfelds Restaurants und verschiedene Shops vorfinden. Östlich schliesst sich der Quartierplatz an, der den Einwohnern als Spiel- und Treffpunkt dienen soll. Ein weiterer Platz wird an der zweiten Haltestelle der Stadtbahn an der Schnittstelle von Arbeitsplatz- und Mischgebiet entstehen. Die Limmattalbahn fährt entlang dem Boulevard auf eigenem Trassee. Es soll darüber hinaus ein dichtes Netz an Wegen für den Velo- und Fussgängerverkehr entstehen. Westlich der Mutschellenstrasse ist das Depot für die Limmattalbahn geplant. Die Wohn- und Mischzonen des Niderfelds werden als Tempo-30-Zone ausgebildet. Das Strassennetz ist so angelegt, dass kein Schleichverkehr vom Arbeitsplatzgebiet im Westen zum Misch- und Wohngebiet im Osten stattfindet.

    Bislang erhielt die Stadt Finanzierungskredite von über 1 Million Franken – der Planungsaufwand entpuppte sich als grösser als erwartet und aufgrund der hohen Regelungsdichte gibt es noch viele Hürden zu überwinden. Auch die gewünschte Hochbahn vom Niderfeld nach Silbern ist noch in Arbeit. Der Baustart ist frühestens auf das Jahr 2028 vorgesehen. ■

  • Neues Thermalbad für Baden und  Neugestaltung des Verenahofgevierts

    Neues Thermalbad für Baden und Neugestaltung des Verenahofgevierts

    Ziel ist es, das Bädergebiet gesamthaft aufzuwerten. Das natürlich vorhandene Thermalquellwasser soll wieder Beachtung finden und einen nachhaltigen Nutzen bringen. Das breite Angebot umfasst eine auf Gesundheit und Erholung ausgerichtete Therme, Wellness und Gastronomie. Der Neubau im Limmatknie bietet Wohnraum und Platz für ergänzende Nutzungen. Das sanierte Verenahofgeviert vervollständigt das Nutzungsangebot der Neubauten im Bereich Gesundheitswesen. Eine Tiefgarage sowie die Umgebungsgestaltung in den Bereichen Mättelipark, Limmatpromenade und Ochsengarten sind ebenfalls Bestandteil des Projekts.

    Ärzte und Wohnhaus
    Gleich neben dem Bad ist ein Gebäude für medizinische Nutzungen vorgesehen. Auch das Ellenbogenbad und die römische Apsis werden ins neue Gebäude integriert. Neben diesem befindet sich ebenso die Thermalquelle im Bäderquartier. Das Wohnhaus umfasst 2½- und 3½-Zimmer-Wohnungen sowie Attikawohnungen. Die Wohnungen sind voraussichtlich 2021 bezugsbereit. Zum Projekt gehört auch eine Privatklinik mit siebzig Einerzimmer und unterschiedlichen Rehabilitationsbereiche.

    Das Verenahofgeviert
    Ein Teilprojekt ist die Neugestaltung des Verenahofgevierts mit den alten Bäderhotels Verenahof, Bären und Ochsen. Es ist unter integralem Denkmalschutz. Das Hotel-Geviert wird vom Basler Architekturbüro Villa Nova Architekten AG in eine Präventions- und Rehabilitationsklinik umfunktioniert. Ein öffentliches Restaurant rundet das Angebot ab. Das Verenahofgeviert wird unterirdisch mit dem Thermengebäude verbunden sein und sich Infrastrukturen wie Küche oder Parkhaus mit diesem teilen. Als künftige Betreiberin fungiert die RehaClinic AG.

    Neugestaltung öffentlicher Raum, Kernbereich Bäder
    Der öffentliche Raum im Kernbereich der Bäder wird neu gestaltet. Dieser präsentiert sich ergänzend zu den Neubauten Therme und Wohn- und Ärztehaus sowie dem mit einer Rehabilitationsklinik revitalisierten Verenahofgeviert. 2019 erfolgt die Ausführungsplanung, Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten. Die Bauarbeiten im Verenahofgeviert mit den privaten Bauvorhaben in den Bädern sollen bis Herbst 2021 umgesetzt werden. Das Planerteam besteht aus Vogt Landschaftsarchitekten, Scheidegger + Partner AG. Bauherrschaft: Stadt Baden, Planung und Bau.

    Auch Kunst findet ihren Platz
    In den Bädern steht die Neuplatzierung von Kunstobjekten im Vordergrund. Diese sollen sich in den Kontext des historischen Erbes und der Bäderkultur stellen, betonen die Projektverantwortlichen. Sie sollen im Sinne ihrer Bestimmung wirken und gleichzeitig den öffentlichen Raum als Gestaltungselemente ideell und materiell bereichern und zur Vermarktung der Bäder und zur Wertschöpfung vor Ort beitragen. Mit dieser Aufgabe wird eine künstlerische Fachperson beauftragt und von den Abteilungen Planung und Bau und Kultur in Zusammenarbeit mit der Kunstkommission der Stadt Baden begleitet. ■

  • Zielgruppengerechtes Planen und Vermarkten einfach gemacht

    Zielgruppengerechtes Planen und Vermarkten einfach gemacht

    Von den Sinus-Milieus ® haben die meisten Standortförderer und Immobilien-Fachleute wohl schon gehört: Diese gruppieren auf Grund von über 30 Jahren sozialwissenschaftlicher Forschung Menschen, die sich in ihrer Lebensauffassung und Lebensweise ähneln, in zehn verschiedene Milieus. Grundlegende Wertorientierungen gehen dabei ebenso in die Analyse ein wie Alltagseinstellungen zu Arbeit, Familie, Freizeit, Geld und Konsum. Die Sinus-Milieus ® bieten dem Anwender Informationen und Entscheidungshilfen, indem sie den «roten Faden» für Produktentwicklung, Strategie, Positionierung, Kommunikation, Werbe- und Mediaplanung sowie CRM liefern.

    Praxisnahe Aufbereitung
    Bis anhin waren die Sinus-Milieus ®, die seit 2007 auch spezifisch für die Schweiz erforscht werden, für die Standort- und Wirtschaftsförderung sowie für die Immobilien-Wirtschaft jedoch nur von begrenztem Nutzen, fehlte doch der Einbezug von Wohnbedürfnissen weitgehend. Das ändert sich nun: Für das neue Angebot «Sinus-Milieus ® Wohn- und Lebenswelten Schweiz» wurden zusätzliche Kriterien wie Ansprüche an Architektur, Innenausstattung und Lage des Erstwohnsitzes analysiert und ausgewertet. Bereiche wie Architektur, Ausstattung, Kommunikations- und Nachbarschaftsverhalten sowie Entscheidungs- und Finanzierungsaspekte werden praxisnah und im Tagesgeschäft anwendbar für jedes Milieu dargestellt. Ergänzt werden die Texte, Tabellen und Grafiken mit aussagekräftigen Fotos zu Personen, Architektur und Inneneinrichtung. Das Angebot ist somit eine glaubwürdige und sehr einfach nutzbare Grundlage für zahlreiche Fragestellungen rund um die Entwicklung und Planung von Standorten, Arealen oder Quartieren sowie für die Planung, Produktentwicklung und Positionierung von Immobilien.

    Konkrete Anwendung finden die «Sinus-
    Milieus ® Wohn- und Lebenswelten Schweiz» beispielsweise…
    …im Immobilien-Markt (z.B. Standort- und Marktanalysen, Infrastrukturplanung, Quartierplanung)
    …im Städtebau (z.B. Entwicklungsgebiete, Quartierentwicklung)
    …in der Produktentwicklung (z.B.
    Architektur, Wohnflächen, Ausstattung, Parkplätze)
    …im Preismix und der Finanzierung (z.B. Preisspannen Miete und Eigentum)
    …im Sozialverhalten und der Freizeitgestaltung (z.B. Nachbarschaft, Dienstleistungsangebote)
    …in der Kommunikation und Vermarktung (z.B. Markenaufbau und -positionierung, …Marketingmassnahmen)

    11 Broschüren und ein Online-Tool
    «Sinus-Milieus  ® Wohn- und Lebenswelten Schweiz», herausgegeben von acasa Immobilien-Marketing GmbH und SVIT Schweiz, umfasst die beiden Bausteine Milieus Basis (gedrucktes Werk) und
    Milieus Analyzer (Online-Tool). Milieus Basis bietet in einer Sammlung vertiefte Informationen zu jedem der zehn Sinus-Milieus ® in jeweils einem eigenen Heft sowie ein Heft mit Grundlageninformationen und Erklärungen. Der Milieus Analyzer ist ein passwortgeschütztes Online-Analyseinstrument, mit dem Nutzerinnen und Nutzer mit wenigen Klicks passende Milieus beispielsweise für Immobilien-Projekte identifizieren können. Milieus Basis und Milieus Analyzer bilden eine Einheit und werden nur im Paket angeboten. Das gedruckte Werk (Milieus Basis) umfasst insgesamt 256 Seiten in 11 Heften im Format A4 quer in einer kartonierten Sammelmappe. Das Paket mit gedrucktem Werk und dem Zugang zum Online-Tool kostet CHF 580 (SVIT-Mitglieder 10 % Rabatt).

    Mikrogeografische Auswertungen
    Welche Milieus wohnen an einem bestimmten Ort in der Schweiz? Passt mein Immobilien-Projekt zum Standort? Ist meine Zielgruppe an einem bestimmten Standort vertreten? Antworten auf diese und weitere Fragen geben die Sinus Geo Milieus ® – die ideale Erweiterung und Konkretisierung zu den «Sinus-Milieus ® Wohn- und Lebenswelten Schweiz». Für jede Postleitzahl in der Schweiz liefern Sinus Geo Milieus ® grafisch aufbereitete Informationen und detaillierte Daten zum Vorkommen und zur Verteilung der einzelnen Milieus sowie der Kaufkraftklassen. ■

    Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement SVSM

  • Regionale 2025 – Projekte für die Vielfalt

    Regionale 2025 – Projekte für die Vielfalt

    Das Limmattal – ein vielfältiges, zusammenhängendes Mosaik
    Trotz urbaner Schübe ist die Entwicklung und auch die Ausgangslage nicht überall gleich. So befinden sich beispielsweise Spreitenbach und Neuenhof im Umbruch von der prägenden 70er-Jahre-Moderne zu urbaneren Orten, jedoch ist die Dynamik z.B. mit Schlieren bis jetzt nicht vergleichbar. Auch Wettingen diskutiert über die Verdichtung, und der Begriff der Gartenstadt, der bisher so prägend war, wird hinterfragt.

    Ganz anders sieht es auf der rechten Limmatseite aus. Die Gemeinden mit ihren grossen Einfamilienhausgebieten schauen staunend auf die andere Talseite und beobachten die Entwicklung aus der Distanz. Sie sind weiterhin Dörfer und wollen das auch bleiben. Diese Heterogenität des Limmattals, die als Schwierigkeit gedeutet werden kann, ist jedoch vor allem seine Stärke. Zudem besteht mit der prägenden Landschaft ein Kit, der diese Puzzlesteine zusammenhält. Allen voran die Limmat als Namensgeber und Identitätsträger, als vereinende Naturkraft, die sich durch das Tal schlängelt. Aber auch «Zwischenräume», wie beispielsweise die Landschaftskorridore Sulperg-Rüsler oder Hüttikerberg-Sandbühl, bekommen immer mehr Bedeutung und entwickeln sich zur Parklandschaft.

    «Stadt» ist als Leitbegriff für dieses vielfältige Gewebe nur bedingt tauglich und wird den Unterschieden der Orte und der Rolle der Landschaft als Gerüst des Ganzen nicht gerecht. Fachleute sprechen deswegen mehr von «Stadtlandschaften», um diesem Phänomen gerecht zu werden. Deswegen sind Blockrand, Platz und Boulevard als bewährte Stadtelemente nicht immer unbedingt das Allerheilmittel. Dabei wird oftmals nicht bedacht, dass dies nicht den vielschichtigen gesellschaftlichen, ökonomischen und räumlichen Strukturen des Limmattals entspricht. Die Umsetzung dieser Idee ist beispielsweise im Limmatfeld zu besichtigen, wo die neuen Strukturen bis jetzt eine Insel im Kontext der Umgebung darstellen und auch noch nicht das gewünschte belebte Zentrum jenseits der Bahn ausbilden konnte.

    Diese neuen Stadtbausteine sind durchaus ein guter Beitrag zur Diskussion um die Zukunft des Limmattals, gehen je-doch an vielen Realitäten des bestehenden Limmattals und auch den Befindlichkeiten der Bevölkerung vorbei. Die Ausgangslage im Limmattal ist zu vielschichtig, um nur einen Ansatz zu verfolgen. Industriebrachen wie das Rietbach-Areal in Schlieren oder das Limmatfeld für konsistente neue Stadtbausteine stehen praktisch nicht mehr zur Verfügung. Alles was jetzt im Zuge der Verdichtung dazukommt, muss sich mit dem Bestehenden auseinandersetzen. Das Weiterbauen des Shoppi Tivoli in Spreitenbach verlangt andere Strategien als die Verdichtung von Wettingen oder Neuenhof. Und die Strategien für die Weiterentwicklung der Dörfer rechts der Limmat verlangen nochmals ganz andere Rezepte.

    Grenzen überwinden – räumlich und thematisch
    Interessant wird das Ganze in der Verknüpfung von unterschiedlichen Strategien für die langfristige Weiterentwicklung des Limmattals. In der Längsrichtung stellt die Limmattalbahn die lineare Verbindung mit hochverdichteten Knotenpunkten entlang der Haltestellen her. Spannend ist auch, wenn die Querverbindungen betrachtet werden. Bisher kaum ausgebildet, haben sie das Potenzial, ganz neue Schwerelinien zu bilden: Sowohl im bebauten Raum als auch in der Landschaft. Die Achsen wie Schlieren-Unterengstringen oder Dietikon-Fahrweid-Geroldswil bergen ebenso wie die Landschaftskorridore eine Chance, die Unterschiedlichkeiten räumlich und gesellschaftlich zu verbinden und ein neues Zusammenspiel über die Längsbarrieren hinweg zu ermöglichen.

    Dies ist auch innerhalb der Orte und Städte selber von grosser Bedeutung. Exemplarisch hierfür stehen verschiedene, unbedingt weiter zu verfolgende Planungen und Konzepte: Schlieren möchte die rasant entstandenen neuen Stadtteile beiderseits der Bahn mit den bestehenden Stadtteilen und dem Dorfkern verknüpfen. In Dietikon besteht die Idee einer Verbindung Silbern-Niederfeld. Spreitenbach möchte die Zentrumsachse bis zur Limmat verlängern, und Neuenhof entwickelt sich quer zur Hauptachse zu «Neuenhof am See». Hierzu braucht es jeweils neue Verbindungen und Brücken über die Bahn, die Limmat oder über Strassen. Dies sind nicht nur räumliche Verbindungen, sondern bringen auch Alteingesessene und Neuzuzüger näher zueinander.

    Wachstum und Wandel betreffen deswegen nicht nur die Bereiche Bauen und Mobilität, sondern alle Lebensbereiche der Bevölkerung: Der über die Grenzen hinweg gelebte Alltag spiegelt sich bereits heute sowohl im Arbeits-, Wohn- und Freizeitverhalten, als auch im Mobilitäts- und Konsumverhalten wider. Was mit einem Besuch im Shoppi Tivoli in Spreitenbach in den 1970er-Jahren begann, wird sich mit dem Bau der Limmattalbahn verstärken und noch weitere Investitionen nach sich ziehen. Die Kantone Zürich und Aargau haben sich deshalb gemeinsam mit 16 Städten und Gemeinden im Limmattal entschieden, die Entwicklung aktiv und grenzüberschreitend unter Einsatz eines neuen Formates zu gestalten. Hierfür haben sie im Jahr 2015 einen Verein gegründet, die «Regionale Projektschau Limmattal».

    Zur Bewältigung der Herausforderungen und auch, um die «Wachstumsschmerzen» im Limmattal zu lindern, verfolgt die Regionale 2025 einen thematisch breiten Ansatz, der neben den klassischen Raumplanungsthemen auch die Bereiche Kultur und Gesellschaft umfasst. ■

  • Stararchitekten bauen am Lindenplatz

    Stararchitekten bauen am Lindenplatz

    Die Liste ihrer bisherigen Bauten umfasst die Elbphilharmonie in Hamburg oder die Tate Modern in London. Und nun baut das Basler Duo Jacques Herzog und Pierre de Meuron am Lindenplatz in Zürich-Altstetten. Von 2022 bis 2024 sollen zwischen der Badener-
    strasse und der Segnesstrasse die bestehende Häuser abgebrochen und durch neue Wohn- und Gewerbehäuser ersetzt werden. Altstetten weist viele alte und im Verhältnis niedrige Bauten auf. Das Potenzial für Verdichtung ist hier gross. Gerade auch in Anbetracht dessen, dass für die Stadt Zürich ein Wachstum von heute 434’000 Einwohner auf 516’00 Einwohner im Jahr 2040 prognostiziert wird. Mit einer guten Verkehrsanbindung und einem Erneuerungsbedarf an alten Bauten bietet Altstetten optimale Bedingungen für Projekte wie dieses.

    An der Badenerstrasse 682-690 und an der Segnesstrasse 8–12 sollen in den kommenden vier Jahren also insgesamt sechs neue Bauten entstehen. Die Häuser sollen als eine Ansammlung von Gross und Klein, Hoch und Niedrig wahrgenommen werden. Am promi-
    nent wird ein 30 Meter hohes Gebäude an der Ecke Badenerstrasse Segnesstrasses hervorstechen; es soll in Dialog zum Lindenplatz treten und sich städtebaulich in die Kette der Hochhäuser entlang der Badenerstrasse einfügen. Die Eigentümerschaft schreibt im Baubeschrieb: «Das Projekt baut auf der ortsspezifischen Qualität Zürcher Stadthäuser auf und versucht, durch ein dichtes und zugleich offenes, kleinteiliges Häuserensemble eine dem Ort angemessene Urbanität zu erreichen.»

    Geplant sind insgesamt 72 Wohnungen, davon 38 Mietwohnungen im vorderen Bereich und 34 Eigentumswohnungen um den begrünten Innenhof. Gewerbeflächen im Erdgeschoss sowie eine Einstellhalle mit 31 Parkplätzen ergänzen die Neu- bauten. Die Flachdächer werden mit Photovoltaikanlagen bestückt. Eigen- tümerin ist die Senn Resources AG aus St. Gallen. Das Baugesucht wurde Ende April 2020 eingereicht. ■

  • JED: Innovative Büro- und  Dienstleistungsflächen mit Industriecharme

    JED: Innovative Büro- und Dienstleistungsflächen mit Industriecharme

    Schlierens westlicher Teil ist seit Mitte 2020 um einen neuen Think- und Worktank reicher: JED (Join. Explore. Dare.). Seit 2018 entstand auf dem Areal der ehemaligen NZZ-Druckerei ein neues Zentrum für Wissenstransfer, Innovation und Unternehmertum. Unweit des Bahnhofs Schlieren wird Büro, Industrie und Gewerbe zusammengebracht. Verteilt auf drei Gebäude und insgesamt rund 38’000 Quadratmeter Grundstücksfläche, gibt es verschiedene Seminar-, Tagungs- und Begegnungsflächen sowie eine Eventhalle mit Platz für bis zu 600 Personen. Ein Gastroangebot des Restaurants «Eves Kitchen» sowie mehrere Bars runden das Angebot ab.

    Das Zentrum von JED bilden die ehemaligen Druckhallen (Gebäudekomplex J) mit einer Raumhöhe von bis zu 18 Metern. Hier sind sowohl Dienstleistungs- als auch Eventflächen angesiedelt. Weitere Büro- und Gastroflächen befinden sich im Kopfbau (Gebäude E), welcher mit den Hallen verbunden ist. Im Erdgeschoss wird derzeit der Gastrobetrieb realisiert, während die oberen drei Stockwerke für Büroräumlichkeiten vorgesehen sind.

    Zu reden gibt aber vor allem das Gebäude D: Ein Neubau, welcher voraussichtlich Ende 2022 bezugsbereit sein wird. Dieser Massivbau wird nach Fertigstellung Platz für Büro- und Dienstleistungsflächen bieten und will in Sachen ressourcenschonender Architektur ein Vorreiter sein. Das Gebäudekonzept «2226» wurde von Professor Dietmar Eberle und seinem Architekturbüro Baumschlager Eberle entwickelt. Die Gebäude werden ohne technische Klimatisierung wie Heizung, Kühlung oder Lüftung konzipiert. Gekühlt wird durch natürliche Zugluft. Geheizt wird durch die Wärmeabstrahlung der Beleuchtung und elektronischen Geräte sowie der darin arbeitenden Menschen.

    Massive Wände reduzieren den Wärmeaustausch. Die Oberflächen und Materialien gleichen zudem die Temperaturschwankungen aus, sodass eine Wohlfühltemperatur von 22 bis 26 Grad Celsius über das ganze Jahr gewährleistet werden kann. Der Fensteranteil ist mit 16 Prozent bewusst klein gehalten – und die Scheiben sind so ins Gebäude zurückversetzt, dass nur selten Sonnenstrahlen das Glas erreichen. Sensoren, welche Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt messen, steuern bedarfsgerecht Lüftungsflügel. Die verwendeten Materialien haben eine Lebensdauer von 200 Jahren. Zudem sorgt die reduzierte Gebäudetechnik sowohl für eine hohe Flächen- als auch Energieeffizienz. Dadurch wird nur die Hälfte der Unterhalts- und Betriebskosten von herkömmlichen Immobilien anfallen.

    In allen drei Gebäuden werden Begegnungs- und Erholungszonen realisiert. Die Anzahl der oberirdischen Parkplätze wurde mit Absicht klein gehalten, um die hohe Aussenraumqualität visuell und flächenmässig nicht zu beeinträchtigen. Photovoltaikanlagen finden sich auf allen Dächern.

    Nach dem Einzug von Zühlke Engineering AG im April 2020 wird Ende Jahr die Halter AG ihren Hauptsitz ins JED verlegen. Auf einer Fläche von über 5000 Quadratmetern werden rund 250 Arbeitsplätze eingerichtet. ■

  • «Das Limmattal ist mehr als  eine Alternative zu Zürich»

    «Das Limmattal ist mehr als eine Alternative zu Zürich»

    Vor 6 Jahren wurde die Limmatstadt AG lanciert. Wo sehen Sie Ihre Kernaufgaben als Geschäftsführerin?
    Ich versteh mich als Dienstleisterin und Botschafterin für die gesamte Region von Baden bis Zürich, innerhalb des Limmattals und darüber hinaus. In meinem Job bin ich immer unterwegs und bringe Menschen und Ideen über die Kantonsgrenze hinweg zusammen. Netzwerk ist das A und O. Ich beliefere Standortinteressenten mit Informationen, öffne Türen, bringe mich in Komitees ein oder treibe Projekte voran.

    Welche Meilensteine haben Sie Stand heute erreicht?
    Die Limmatstadt AG hat sich zu einer relevanten Partnerin und regionalen Akteurin etabliert. In den vergangenen Jahren gelang es, wichtige Mitstreiter für die Idee Limmatstadt als vernetzter und starker Lebens- und Wirtschaftsraum zu gewinnen: zunächst Firmen als Aktionäre, zahlreiche Gemeinden als Auftraggeber, dann kam der Planungsverband dazu und verschiedene Netzwerkpartner. Über Publikumsaktien kann sich auch die Bevölkerung beteiligen. Mit dem Aufbau und Betrieb von diversen Kommunikationskanälen – vom Printmagazin «36 km» über das digitale 3D-Limmatstadtmodell bis zum täglichen «punkt4»-Wirtschaftsnewsletter – erreichen wir die Region.

    Welche Ziele werden als Nächstes angegangen?
    Es ist von zentraler Bedeutung, die Kräfte weiter zu bündeln und die Ressourcen sinnvoll einzusetzen. Sprich: Kooperationen einzugehen, wo es sinnvoll ist sowie den Wert unserer Plattformen und Netzwerke noch deutlicher zu machen, um weitere Gemeinden und Partner zu gewinnen. Wer sich in der Limmatstadt niederlassen will oder eine Projektidee verfolgt, muss wissen, dass er bei uns an der richtigen Adresse ist. Zudem ist Image wichtig im Standortwettbewerb. Hier gilt es, die Vorzüge der Gesamtregion in Szene zu setzen.

    Die Limmatstadt AG hat Anfang 2019 die Funktion der Standortförderung Limmattal, dem damaligen Verein der Zürcher Limmattaler Gemeinden, übernommen. Wie wichtig war dieser Schritt?
    Dieser Schritt war zentral. Die Standortförderung des Vereins hörte an der Kantonsgrenze auf. Unser Wirkungsbereich ist die gesamte Region. Die komplexen Herausforderungen machen nicht an Kantonsgrenzen Halt. Der Auflösung ging ein breit abgestützter Strategieprozess voraus. Die Erkenntnis: Mit der privatwirtschaftlichen Limmatstadt AG ist eine Organisation mit Leistungsausweis vorhanden, deren Aufbau privat finanziert wurde und eine nahtlose Nachfolge sichert. Die Gemeinden haben neu Leistungsvereinbarungen mit uns, sind also unsere Kunden, und profitieren unter dem Strich von wesentlich mehr Leistung für das gleiche Geld.

    «Wer sich in der Limmatstadt niederlassen will, ist bei uns an der richtigen Adresse.»


    Wie beliebt ist das Limmattal punkto Firmenansiedlungen?
    In der Region gibt es über 80’000 Arbeitsplätze, die bis 2040 rund 30 Prozent zunehmen sollen. Aufgrund der regen Bautätigkeit können wir ideal gelegene Flächen insbesondere für Retail und Dienstleistung bieten. Die bevorzugte Lage, die Nähe zu führenden Bildungs- und Forschungseinrichtungen und die gute Erschliessung machen den Standort äusserst attraktiv. Mit der Limmattalbahn erhalten wir einen städtischen Verkehrsträger und noch bessere Verbindungen. Das wird auch Unternehmen anziehen, die bisher das Limmattal nicht auf dem Radar hatten.

    Für wie realistisch halten Sie eine Fusion der Gemeinden Schlieren, Urdorf und Dietikon in den kommenden 15 Jahren?
    Unbestritten ist, dass die Gemeinden in Zukunft die Zusammenarbeit intensivieren müssen, denn Probleme von regionaler Tragweite können von kommunaler Ebene allein kaum bewältigt werden. Aber ich glaube nicht, dass Fusionen in jedem Fall einen Gewinn bringen. Wenn wir die Kleinteiligkeit in unserer Region anschauen, könnte ein Zusammenschluss gerade kleineren Gemeinden durchaus zu mehr Kraft verhelfen. Doch eine Grossfusion halte ich nicht für realistisch. Es gibt aber fusionswillige Gemeinden im Aargauer Limmattal: Die Gemeinde Turgi strebt eine Fusion mit der Stadt Baden an.

    Viele Einwohner fürchten bei einer Fusion um ihre Identität.
    Dieses Argument ist immer schnell zur Hand. Nur weil man sich zu einer politischen Einheit zusammenschliesst, muss die lokale Verankerung nicht verloren gehen. Es kann auch eine neue Zugehörigkeit entstehen. Jede Veränderung birgt Verlust und Gewinn. Die Frage ist, was überwiegt. Mit einem frühzeitigen, offenen Dialog kann es der Politik gelingen, die Bevölkerung abzuholen, zu spüren, wo der Schuh drückt und Chancen aufzeigen. Es braucht auch Mut von einem Gemeinderat, dieses heisse Eisen anzurühren. Wie das Beispiel von Turgi zeigt, kann das durchaus erfolgsversprechend sein.

    Was sagen Sie zum Einwand, dass für eine Limmatstadt die Geschichte und Vergangenheit fehle und das Limmattal deshalb nie eine einheitliche Stadt werden könne?
    Jede Geschichte hat einen Anfang. Wieso kann der Wandel von einer Agglomeration zu einem städtischen Raum nicht im 21. Jahrhundert starten und für kommende Generationen identitätsbildend sein? Ich finde es eher absurd, dass wir uns heute noch an politischen Grenzen orientieren, die über 200 Jahre alt sind. Das Limmattal ist bereits eine räumliche Einheit – verbunden durch die Limmat und eingebettet in Hügelzüge mit Wäldern und Rebbergen. Bald verbindet das Tram die Region und die Menschen noch mehr. Beste Voraussetzungen, damit eine neue Zusammengehörigkeit entstehen kann.

    Die Limmattalbahn ist im Bau. Gerade bei Anwohnern des Limmattals war das Projekt umstritten. Hatten Sie mit dieser Reaktion gerechnet?
    Eine lokale Betroffenheit lässt immer die Emotionen hochgehen. Von der Heftigkeit war ich überrascht. Auch das ist ein Beispiel, wie wichtig es ist, bei regional bedeutsamen Projekten den Dialog eng mit der lokalen Bevölkerung zu führen. In der ersten Kampagne ist das schief gelaufen. Aber in der zweiten Abstimmung sprach sich dann das Limmattal grossmehrheitlich für den Bau aus. Die Limmattalerinnen und Limmattaler haben verstanden, dass eine halbe Limmattalbahn keinen Sinn macht.

    «Es ist ein gutes Zeichen, dass Bund und Kantone an unsere Region glauben und Millionen investieren.»

    Weshalb braucht das Limmattal die Limmattalbahn?
    Die Bahn bedeutet eine langfristige Aufwertung für die ganze Region. Es ist ein Generationenprojekt. Ein Argument lautete immer wieder: Busse tun es auch. Aber ein Bus ist kein Bekenntnis zu einer Region. Die Limmattalbahn, das sind Schienen, die man für die nächsten Jahrzehnte in den Boden verlegt. Jede Haltestelle ist eine Keimzelle, wo Neues entstehen kann. Da, wo ein Tram entlangfährt, entsteht Stadt. Es ist ein gutes Zeichen, dass Bund und Kantone an unsere Region glauben und Millionen investieren.

    Besteht da nicht die Gefahr, dass das Gebiet zu sehr mit Wohnungen, Arbeitsstätten und Strassen zugepflastert wird?
    Im Gegenteil: Die Bahn hilft, das Wachstum zu kanalisieren und bestimmte Orte zu schonen. Deshalb fährt die Limmattalbahn nicht entlang der dörflich geprägten rechten Limmatseite. Das würde Entwicklungs-
    schübe auslösen, die man dort nicht haben will. Die Bahn fährt da entlang, wo heute schon das grösste Potenzial vorhanden ist, wo die meisten Leute leben, wo der Verkehr fliesst und noch brachliegende Grundstücke wie das Dietiker Niderfeld liegen.

    Im Limmattal wird sehr viel gebaut. Schlieren beispielsweise hat sich bereits stark verändert. Auch in Dietikon sind völlig neue Quartiere entstanden. Wird das Baupotenzial bald ausgeschöpft sein?
    Die grossen Limmattaler Industriebrachen sind heute umgenutzt in Stadtquartiere. Künftig geht es mehr um die Entwicklung nach innen. Wir müssen umsichtig mit dem beschränkten Boden umgehen. Letztlich ist das höchst ökologisch. Eine pulsierende und attraktive Stadt braucht eine gewisse Dichte an Menschen, Angeboten und Nutzungen. Auch der Verkehr gehört dazu, der private wie öffentliche. Gerade ein cleveres Veloroutennetz im flachen Talboden kann verstopfte Strassen entlasten. Dieses Potenzial ist noch längst nicht ausgeschöpft.

    Kann sich das Limmattal mit dem Glatttal messen?
    Keine Frage, wir sind die beiden attraktivsten Boom-Regionen. Ich beneide die Flughafenregion und ihren Geschäftsführer Christoph Lang um einige Firmen, die wir auch gerne als Steuerzahler hätten. Gleichzeitig bin ich froh, beschäftigt uns die Flughafen-Thematik nicht so intensiv. Als Standort-Organisationen sind wir allerdings unterschiedlich aufgestellt. Die Flughafenregion ist ein sehr erfolgreiches Wirtschaftsnetzwerk mit unzähligen Events rund ums Jahr. Unser Fokus hingegen liegt auch auf der Gesellschaft und Stadtentwicklung.

    Wie tief ist der Gedanke einer «Limmatstadt» in den Köpfen der Limmattaler Bevölkerung verankert?
    Wenn Sie jetzt eine Strassenumfrage machen würden, wäre das Ergebnis wahrscheinlich ernüchternd. Die einen würden sagen, das ist Zürich, die anderen Baden. Und genau darauf bauen wir ja auf: Wir deuten den Begriff Limmatstadt neu und laden ihn positiv auf. Er dient perfekt als Klammer für die Region zwischen zwei starken Polen. Dabei stellen wir das Limmattal nicht an die Ränder von zwei Kantonsgebieten, sondern in deren Zentrum.

    Mit welchen Massnahmen soll diese Wahrnehmung weiter unterstützt werden?
    Indem wir konsequent daran arbeiten, die Region mit all ihren Vorzügen bei der Wohnbevölkerung ebenso wie bei Firmen und Ansiedlungsinteressenten noch besser bekannt zu machen. Dafür brauchen wir alle Gemeinden hinter uns und eine laufend wachsende Trägerschaft. Wir spüren, dass sich unsere Idee immer mehr verankert. In Spreitenbach hat zum Beispiel kürzlich der grösste Coworking Space der Schweiz unter dem Namen «Office LAB Limmatstadt» eröffnet. Der Begriff Limmatstadt soll genau dieses zukunftsgerichtete neue Selbstverständnis nach aussen tragen.

    Wie soll das Limmattal in fünf Jahren von der Bevölkerung wahrgenommen werden?
    Als ein Ort, wo man hingehen will, eine Destination. Das Limmattal ist mehr als eine Alternative zu Zürich. Es soll wahrgenommen werden als selbstbewusste Region, die es geschafft hat, ihr ödes Aggloimage abzustreifen und sich zu einem attraktiven städtischen Raum zu wandeln, der mit seinen Gegensätzen und Eigenheiten immer wieder überrascht. Die Entwicklung des letzten Jahrzehnts ist beneidenswert – auch die Erneuerung. Es könnte auch anders sein: Stillstand oder Abwanderung – das wären Probleme. Wir können uns mit der Dynamik wahnsinnig glücklich schätzen und definitiv positiv in die Zukunft blicken. ■

  • «Grosse Projekte sind immer  schwieriger realisierbar»

    «Grosse Projekte sind immer schwieriger realisierbar»

    Sie sind Politiker und Unternehmer. Ende 2019 haben Sie sich aus der aktiven Politik zurückgezogen, weshalb?
    Nachdem ich 15 Jahre im Kantonsrat aktiv war und insgesamt 13 Jahre im Gemeinderat, war es an der Zeit, dieses Kapitel zu schliessen. Ich wollte frischen, neuen Kräften Platz machen und wieder mehr Zeit für meine Familie, meine Mitarbeitenden und für neue Projekte haben.

    Als Politiker machen Sie sich beispielsweise für eine S-Bahn-Station Silbern stark oder auch für eine Hochbahn zwischen dem Entwicklungszentrum Niderfeld und dem Gebiet Silbern. Wie bedeutend ist eine solche Verkehrsanbindung für diese Gebiete?
    Eine Verkehrsinfrastruktur ist immer wichtig für eine Region. Das Limmattal hat gute Infrastrukturen, dennoch haben wir noch einige Nadelöhre. Die S-Bahn-Station Silbern könnte eine grosse Entlastung bieten für das Gebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt und später auch für das Niderfeld. Die geplante Hochbahn zwischen diesen Gebieten wäre natürlich das Nonplusultra – vor allem, wenn die Limmattalbahn danach direkt mit dem neuen Bahnhof verbunden wäre.

    Gibt es bereits Fortschritte zu verzeichnen?
    Leider mahlen in der Politik die Mühlen sehr langsam. Es braucht Geduld und Hartnäckigkeit. Das Anliegen einer Hochbahn ist deponiert. Sie fliesst derzeit auch aktiv in die Planung für das Gebiet Niderfeld ein. Die S-Bahn-Station Silbern ist im kantonalen Richtplan mit einer hohen Dringlichkeit verankert, doch beissen wir auf Bundesebene noch etwas auf Granit. Man ist der Auffassung, dass zuerst das Verkehrsproblem des Nadelöhrs der Bahnverbindung zwischen Zürich und Aarau gelöst werden muss. Aber wir bleiben am Ball.

    Sie führen in vierter Generation das Familienunternehmen, die J. Wiederkehr AG. Wie stark ist Ihr politisches Engagement mit der Vertretung eigener Interessen verbunden?
    Ich habe eine exekutive Tätigkeit immer bewusst ausgeschlossen, um nicht mit den Vorwürfen konfrontiert zu werden, dass ich Politik um meinetwillen mache. Natürlich hilft mir meine politische Erfahrung auch beruflich. Ich weiss, wie gewisse Mechanismen funktionieren. Insofern kommt mir mein politisches Wirken durchaus zugute. Aber dieses Wissen möchte ich im Interesse des Allgemeinwohls einsetzen und nicht, um für mich und meine Firma Profit daraus zu schlagen. Ich setze mich insbesondere auch weiterhin für die Anliegen des Gewerbes und der Hauseigentümer ein.

    Sie sind einer der drei grössten Grundeigentümer des Niderfelds. Wie kam es dazu?
    Der grösste Teil des Landes in unserem Besitz geht auf mindestens drei Generationen zurück. Zusätzlich hatten wir vorüber 30 Jahren die Idee, dort einen Lagerplatz für unser Gerüstbauunternehmen zu erstellen. So kamen weitere Grundstücke hinzu – die Idee liess sich dann aber leider nicht umsetzen, das Land haben wir aber behalten.

    Lässt eine solch riesige Baulandreserve wie das Niderfeld ihr «Bau-Blut» in Wallung geraten?
    Nicht nur. Ich mache mir Sorgen, weil ich feststelle, dass gerade in der Schweiz und im Kanton Zürich grosse Projekte immer schwieriger realisierbar sind. Denken wir nur an das Fussballstadion in der Stadt Zürich oder das Kongresszentrum. Gerade grosse Projekte haben viele Hürden zu überwinden. Die Regelungsdichte ist inzwischen sehr hoch. Solche Regeln sind oft in der Vergangenheit entstanden und nicht sehr hilfreich für die Entwicklung eines neuen Gebietes. Auch hier braucht es Geduld und Hartnäckigkeit, damit am Ende doch einmal etwas Schönes auf dem Niderfeld entsteht.

    Würde man Ihnen freie Hand lassen, welche Vision haben Sie für das Niderfeld?
    Ich hätte es nicht so gemacht, wie es jetzt geplant ist. Dietikon hat bereits sehr viele schöne Naherholungsgebiete. Das Geld hätte ich eher investiert, um die bestehenden Naherholungsgebiete aufzuwerten und besser zu nutzen. Die sehr grosse Parkanlage im Niderfeld später sinnvoll mit Leben zu füllen, wird eine grosse Herausforderung.

    Wie ist der aktuelle Stand des geplanten Projekts?
    Die Planungsarbeiten sind noch immer voll im Gange. Der Quartierplan wurde inzwischen beim Kanton zur Prüfung eingereicht. Wir warten gespannt auf die Rückmeldung. Aber es wird weiterhin ein langer und beschwerlicher Weg bleiben.

    Sind Sie zuversichtlich, dass im Jahr 2028 mit dem Bau begonnen werden kann?
    Ich wage es nicht, eine Jahreszahl zu nennen. Vor einigen Jahren war man noch der Meinung, dass zuerst im Niderfeld gebaut wird und dann die Limmattalbahn kommt. Heute ist es offensichtlich, dass die Limmattalbahn schon lange vor dem Baustart durch das Gebiet fahren wird.

    Wie erlebten Sie den Wandel Dietikons in den letzten zehn Jahren?
    Ich gehe sogar einen Schritt weiter zurück: Als ich in der Schule war, war Dietikon die drittgrösste Stadt im Kanton Zürich mit rund 25’000 Einwohnern. Dietikon hat sich dann über viele Jahrzehnte nicht gross entwickelt. Demgegenüber ist Uster geradezu explodiert. Erst in den letzten Jahren ist Dietikon mit beispielsweise der Entwicklung des Limmatfeldes wieder etwas gewachsen. Aber nach wie vor hat es viele ältere Bausubstanz, die erneuert werden sollte.

    Wie wird Dietikon in fünf Jahren aussehen?
    Innert fünf Jahren wird sich noch nicht allzu viel ändern. Die Limmattalbahn wird sicher fahren. Hoffentlich haben wir bis dann den Verkehr einigermassen im Griff und die flankierenden Massnahmen für den Autoverkehr umgesetzt. Ich persönlich finde es gut, wenn ein Wandel stetig passiert und nicht auf einen Schlag. Was heute gebaut wird, ist in 30 Jahren auch bereits wieder älter. Von daher ist eine regelmässige Konstanz in meinen Augen besser für die Entwicklung einer Gemeinde oder Stadt.

    Weshalb lohnt es sich, in Dietikon zu leben?
    Mir gefallen ganz besonders die Naherholungsgebiete. Selbst wenn man im Zentrum von Dietikon wohnt, ist man in wenigen Minuten an der Limmat, die kilometerlange Spazierwege bietet. Wir haben zudem den wunderschönen Guggenbühl-Wald. Die Naherholungsgebiete sind im Gegensatz zu anderen Regionen auch nicht völlig überlaufen.

    Sie sind Aktionär der Limmatstadt AG. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?
    Mich fasziniert, dass die Limmatstadt probiert, den Fokus zu öffnen, das Limmattal breiter zu sehen – über die Kantonsgrenze hinaus. Sie wagt es, einen visionären Blick auf die Region zu werfen. Niemand weiss, wie das Limmattal in 40, 50 Jahren aussehen wird. Trotzdem ist es wichtig, dass wir uns auch mit solchen Ideen beschäftigen. Ich denke, dass die Limmatstadt eine gute Plattform dafür ist.

    Das Limmattal wird vom Kanton Zürich als Wachstumsregion gesehen. Besteht da nicht die Gefahr, dass das Gebiet zu sehr mit Wohnungen, Arbeitsstätten und Strassen zugepflastert wird?
    Ich glaube, dieses Risiko ist nicht sehr gross. Das Siedlungsgebiet ist im kantonalen Richtplan ausgeschieden. Das kann sich in den nächsten 15 Jahren nicht vergrössern. Die Naherholungsflächen wie auch Grünflächen und Wälder sind ebenfalls ausgeschieden. Ich denke, wir tun gut daran, wenn wir unsere Naturräume entsprechend pflegen und da und dort Aufwertungsmassnahmen durchführen.

    Das Limmattal ist auch stark mit Verkehrsinfrastrukturen belastet. Wie gross ist dieses Problem heute?
    Das ist vielleicht das Schicksal der Täler, dass sie auch häufig eine Verbindungsachse sind. Der Vorteil ist die gute Infrastruktur, die das Limmattal als Wohnort attraktiv macht. Für die Wirtschaft ist diese ebenfalls ein riesiger Vorteil, die aber dennoch Belastungen birgt. Ein gewisser Bedarf an Infrastruktur hat sich aufgestaut. In den letzten Jahren wurde hier zu wenig investiert. Es ist wichtig, dass der Verkehr auf der Autobahn fliesst. Nur so können wir einen Ausweichverkehr durch die Städte und Gemeinden verhindern.

    Wie könnte die Lösung aussehen?
    Die Limmattalbahn wird über eine gewisse Kapazität verfügen und ist sicher ein guter Lösungsansatz. Aber auch der Autobahnausbau Zürich-Bern mit einer zusätzlichen Spur, die Erweiterung des Limmattaler Kreuzes und der Ausbau des Gubrists dürften helfen, den Verkehr auf der Autobahn wieder zum Fliessen zu bringen und den Schleichverkehr durch Gemeinden zu stoppen. Nach wie vor müssen wir dafür kämpfen, dass Dietikon endlich eine brauchbare Umfahrungsmöglichkeit erhält – sei das eine oberirdische Strasse oder ein Tunnel, wie es schon vor Jahrzehnten die Idee gewesen ist. Im kantonalen Richtplan ist eine Umfahrungsstrasse vorgesehen. Nur ist diese schwer realisierbar, weil sie grösstenteils durch bewohntes Gebiet führen würde.

    Für wie realistisch halten Sie es, dass die Öffentlichkeit das Limmattal in den kommenden Jahren als «Limmatstadt» wahrnimmt?
    De Facto ist Dietikon schon seit Jahrzehnten eine Stadt, trotzdem bezeichnen sie viele Bewohner als Dorf. Letztlich ist es eine Wahrnehmungsfrage, ob wir von einer Stadt oder von einem Dorf reden. Für mich ist wichtig, dass sich die Menschen in unserer Region wohlfühlen, sich aktiv einbringen und mithelfen – in den Vereinen wie auch in der Politik. Das ist für mich entscheidender als die Frage, ob das Limmattal ein Dorf oder eine Stadt ist.

    Ihre Heimatstadt ist Dietikon. Eine Stadt, die – so sagen manche – immer ein wenig dazwischen fällt. Dietikon sei zu weit von Zürich und zu weit von Baden entfernt und stehe somit eher für sich allein. Wie sehen Sie das, schafft Dietikon die Integration in die Limmatstadt und wie?
    Grenzregionen sind immer vor besonders schwierige Herausforderungen gestellt. Insofern begrüsse ich die Initiative der Limmatstadt, dass sie die Region grenzübergreifend betrachtet und die Zusammenarbeit über die Kantonsgrenze hinaus fördert. Das Limmattal liegt in zwei verschiedenen Kantonen. Das bringt auch gewisse Chancen, dass man eventuell von den Vorzügen beider Kantone profitieren kann. Was das Einkaufsangebot anbelangt, hat Dietikon seit Jahrzenten einen schweren Stand. Das wird sich wahrscheinlich auch die nächsten Jahrzehnte nicht ändern.

    Wird es nach der Überbauung der letzten grossen Flächen in Dietikon überhaupt noch Raum für grosse neue Projekte geben?
    Ich denke, die nächsten 30 Jahre wird es keinen zusätzlichen Siedlungsraum geben. Im Fokus wird die Verdichtung des bestehenden Siedlungsgebietes stehen. Das sollte für die Bevölkerung so verträglich wie möglich geschehen. Die Coronakrise hat gezeigt, dass die Leute genügend Platz in ihrer Wohnung oder auch eigene Grünflächen und Privatsphäre schätzen. Hier sehe ich auch eine Chance, dass wir einiges besser und lebenswerter machen können als so manche grosse anonyme Stadt. ■

  • Vom Limmattal zur Limmatstadt:  Die beneidenswerte Entwicklung einer Region

    Vom Limmattal zur Limmatstadt: Die beneidenswerte Entwicklung einer Region

    Das Limmattal veränderte sich in den letzten Jahrzehnten wie kaum eine andere Region der Schweiz. Seit den 1960er-Jahren transformierten sich die mehrheitlich ländlich geprägten Dörfer in eine heute zusammenhängende Stadtlandschaft, eingebettet in einen grosszügigen Landschaftsraum von Wäldern, Hügeln und Naherholungsgebieten entlang der 36 Kilometer langen Limmat.

    Vom Limmattal zur pulsierenden Stadtlandschaft
    Am Anfang der Transformation stand die wirtschaftliche Hochkonjunktur der Nachkriegsjahre. Im Zürcher Limmattal verdoppelte sich die Bevölkerung zwischen 1950 und 1960. Der enorme Boom schlug sich auch in grossen Infrastrukturbauten nieder: Es entstand etwa die Autobahn A1 inklusive dem «Fressbalken» – dem damals weltweit grössten Autobahnbrückenrestaurant – oder der erste Shoppingtempel der Schweiz, das Shoppi Tivoli in Spreitenbach.

    Die sich ab den 1980er-Jahren verschärfende Deindustrialisierung führte im Limmattal zu grossen Umwälzungen: Zum einen entstanden vor allem in den Städten Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor, was das Bevölkerungswachstum weiter anheizte. Gleichzeitig litt die Region unter dieser Transformation. Traditionsreiche Industrieunternehmen mussten restrukturieren oder gar aufgeben. Die daraus resultierenden Industriebrachen waren anfangs unangenehme Altlasten. Erst ab den 1990ern erkannte man deren Potenzial als urbane Mischgebiete. In einer weiteren Welle der Urbanisierung wurden sie zu neuen Stadtquartieren entwickelt. Beispiele dafür sind die Umnutzung des Wagi- oder Färbi-Areals in Schlieren oder das Limmatfeld in Dietikon: Wo früher die Firma Rapid Landmaschinen produzierte, entstand auf einer Fläche von 89’000 m2 ein neuer Stadtteil.

    Ein wichtiges Stück Schweiz
    Heute zählt die Region weit mehr als 200’000 Einwohner und 80’000 Arbeitsplätze, und die Tendenz ist stark steigend – auch dank der bevorzugten Lage vor den Toren Zürichs und der Nähe zu führenden Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Gegenwart und Zukunft sind geprägt vom Pioniergeist industriekultureller Vergangenheit, der in vielen angestammten Unternehmen und in der sich enorm entwickelnden Start-up-Szene wieder auflebt. Zudem lassen die entstehende Stadtlandschaft und das reiche industrielle Erbe grossen Raum für Gestaltung und Entwicklung. Gleichzeitig finden sich im Limmattal in unmittelbarer Nähe zu pulsierenden städtischen Räumen auch idyllische Naherholungsgebiete. Dazu zählen etwa die Limmat oder die grünen Talflanken, die von überall im Limmattal aus innerhalb kürzester Zeit erreichbar sind. All das trägt wesentlich zum einzigartigen Charakter und der Attraktivität der Region bei.

    Auch die Zukunftsaussichten sind äusserst vielversprechend. Einerseits sind die Wachstumsprognosen intakt. Andererseits erfährt die Region durch die Limmattalbahn nochmals eine starke Aufwertung. Das Tram wird Zürich, Schlieren, Urdorf, Dietikon, Spreitenbach und Killwangen ab Dezember 2022 miteinander verbinden. Eine Weiterführung bis Baden ist in Planung. Die Stadtbahn vernetzt die Region feinmaschig über die Kantonsgrenze hinaus und ist Impulsgeberin zahlreicher Stadtentwicklungsprojekte.

    Weitsichtige Entwicklung als Notwendigkeit
    Vor diesem Hintergrund ist Weitsicht jetzt wichtiger denn je. Nur mit einem regionalen Verständnis und koordinierter Planung führt das Wachstum zu mehr Lebensqualität. Wie ist das zu erreichen? Das Wachstum soll sich auf die neuen städtischen Schwerpunkte im Talboden konzentrieren, wo in attraktiven öffentlichen Stadträumen mit hoher Dichte und Intensität urbanes Leben pulsieren soll. Dadurch können Naherholungsgebiete entlang der Limmat und insbesondere an den Talflanken am rechten Limmatufer geschont werden. Statt einer zufälligen Ansammlung von Siedlungen und Gemeinden soll sich die Limmatstadt in einen attraktiven, im Naherholungsgebiet eingebetteten, städtischen Raum von überregionaler Strahlkraft entwickeln.

    Limmatstadt AG: Eine schlagkräftige Standortförderung für eine starke Region
    Die Limmatstadt AG setzt sich konsequent für die Vernetzung der Gesamtregion und die Schaffung eines regionalen Bewusstseins ein. Sie will insbesondere deren Vorzüge und Potenziale nach innen und über die Region hinaus bekannter machen.

    Es ist von zentraler Bedeutung, Kräfte zu bündeln und das Zusammenspiel zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu stärken. Nur damit lässt sich eine nachhaltige Entwicklung und Positionierung sicherstellen. Bis in die jüngste Vergangenheit fehlte die Perspektive auf die Gesamtregion: Standortförderung hörte mitten im Limmattal, an der Kantonsgrenze, auf. Erst die Schaffung der Limmatstadt AG im Jahr 2014 schloss diese Lücke.

    Die Standortförderungsorganisation entstand auf privatwirtschaftliche Initiative und ist als Aktiengesellschaft organisiert. Sie ist in der ganzen Region breit verankert mit 160 Firmen- und Publikumsaktionären und wird von 13 Auftragsgemeinden und dem Planungsverband Zürcher Planungsgruppe Limmattal mitgetragen. Das Netzwerk wächst und hat Wirkung: Es bündelt Stärken, fördert die Vielfalt, steigert die Wettbewerbsfähigkeit und setzt Potenziale frei.

    Dabei ist die Limmatstadt AG weitaus mehr als ein Wirtschaftsnetzwerk. Sie stellt auch für Kultur und Gesellschaft ein breites Angebot bereit, immer mit dem Ziel, ein Bewusstsein für das Regionale zu schaffen. Zusätzlich thematisiert sie die Stadtwerdung der Region und macht sich stark für eine zukunftsfähige Entwicklung. ■