Kategorie: Mobilität

Mobilität – Immobiliennews zu Verkehr, Arealentwicklung, Mobilitätskonzepten & deren Einfluss auf Immobilien in der Schweiz.

  • Sanierung der Flughafenpiste erfolgt unter laufendem Flugbetrieb

    Sanierung der Flughafenpiste erfolgt unter laufendem Flugbetrieb

    Die Walo Bertschinger AG mit Sitz in Dietikon beteiligt sich gemeinsam mit ihrem Partner TRBA aus dem belgischen Péruwelz an der Sanierung der Hauptpiste des EuroAirports Basel-Mulhouse. Das Grossprojekt umfasst den Rückbau und die Wiederherstellung von Teilen der Flugpiste, heisst es in einer Mitteilung auf Facebook.

    Die Arbeiten gestalten sich in hoher Intensität. Innert 29 Stunden wurden 38‘000 Quadratmeter Piste zurückgebaut. Es müssen über 15‘000 Kubikmeter Beton abgebrochen und erneuert werden. Gleichzeitig arbeiten 500 Personen in den Spitzenzeiten an dem Projekt. Die Arbeiten verlaufen parallel zum Flugbetrieb, der auf der Sekundärpiste 07/25 abgewickelt wird. Dabei werden dorthin auch Flugbewegungen mit grösseren Flugzeugen von den Typen A319 und A320 durchgeführt, die normalerweise über die Hauptpiste verlaufen, wie der Flughafen mitteilt. Die Arbeiten laufen seit dem 15. April und noch bis zum 20. Mai 2026. Am 21. Mai soll die neue Piste wiedereröffnet werden. 

  • 10 Millionen und dann

    10 Millionen und dann

    Am 14. Juni 2026 stimmt die Schweiz über die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» ab. Sie will die ständige Wohnbevölkerung langfristig unter 10 Millionen halten und sieht ab 9,5 Millionen zusätzliche Massnahmen vor. Der politische Fokus liegt auf Zuwanderung. Der räumliche Effekt könnte jedoch viel breiter ausfallen.

    Denn Arbeitsmärkte lassen sich nicht einfach an der Landesgrenze stoppen. Wenn Unternehmen weiterhin Fachkräfte brauchen, aber weniger Menschen in der Schweiz wohnen können oder sollen, steigt der Druck auf grenznahe Wohn- und Pendelräume. Das verändert nicht nur Statistiken. Es verändert ganze Regionen.

    Der Wohnungsmarkt weicht aus
    Das Muster ist längst sichtbar. In der Genferseeregion wächst der Arbeitsmarkt stark, während Wohnraum auf Schweizer Seite chronisch knapp bleibt. Die Folge ist eine immer stärkere Ausdehnung des Metropolraums nach Frankreich.

    Die Preisdifferenz erklärt die Dynamik. Im Kanton Genf lagen die Angebotsmieten zuletzt bei 384 Franken pro Quadratmeter und Jahr, im grenznahen Frankreich je nach Lage nur bei 190 bis 260 Franken. Bei Wohneigentum ist der Abstand noch grösser. In Genf liegen die Angebotspreise bei rund 13’500 Franken pro Quadratmeter, im nahen Frankreich bei etwa 3’500 bis 6’000 Franken.

    Wenn Entlastung neue Lasten schafft
    Was für die Schweiz wie eine Bremse wirken soll, kann Grenzregionen zusätzlich anheizen. Mehr Grenzgänger bedeuten mehr Nachfrage nach Wohnraum ausserhalb der Schweiz, höhere Preise in den Nachbargemeinden und wachsenden Druck auf Schulen, Verkehr und kommunale Dienste. Genau davor warnen bereits Stimmen aus Hochsavoyen.

    Auch infrastrukturell ist das keine Nebenfrage. Neue Verkehrsangebote wie der Léman Express haben das grenzüberschreitende Pendeln deutlich erleichtert und rund um die Haltestellen neue Entwicklungsdynamik ausgelöst. Der Raum wächst damit nicht weniger. Er wächst nur anders.

    Was das für Standorte bedeutet
    Für die Standortpolitik ist das eine heikle Wahrheit. Wachstum verschwindet nicht, nur weil man es politisch deckeln will. Es sucht sich neue Wege über Pendlerachsen, Wohnstandorte und funktionale Wirtschaftsräume.

  • Elektrobus markiert neuen Abschnitt im regionalen Verkehr

    Elektrobus markiert neuen Abschnitt im regionalen Verkehr

    Die STI Bus AG mit Sitz in Thun hat ihren ersten Elektrobus in Betrieb genommen. Dieser wird laut einer Mitteilung seit dem 15. April in Grindelwald eingesetzt.

    Das Unternehmen hat sein Personal intensiv auf den Einstieg in die Elektromobilität vorbereitet. Das Personal wurde in die technischen Grundlagen, in die Hochvoltsysteme und in das energieeffiziente Fahren mit Elektrobussen eingeführt. Diese Schulungen werden kontinuierlich weitergeführt.

    Die STI Bus AG will noch in diesem Jahr in Grindelwald drei weitere Elektrobusse in Betrieb nehmen, in Thun zwei Elektrobusse. Bis November werden auch alle STI-Standorte für die Depotladung ausgerüstet. Im nächsten Jahr folgen 16 weitere Elektrobusse. Bis 2036 soll die gesamte Flotte mit über 100 Linienfahrzeugen elektrifiziert sein.

    „Der erste Elektrobus ist ein wichtiger Meilenstein – vor allem aber ein Versprechen“, wird Jürg Lehmann, Geschäftsführer der STI Service AG und Projektleiter E-Mobilität, in der Mitteilung zitiert. Das Unternehmen verspreche Mitarbeitenden, Fahrgästen und der Region, „Mobilität verantwortungsvoll weiterzuentwickeln“.

    Der Umstieg in die Elektromobilität zeigt laut Patrick Fankhauser, wie das Unternehmen die Mobilität der Zukunft gestalten wolle. „Die Elektromobilität ist eine bewusste Investition in die Umwelt und in die Lebensqualität unserer Region für heutige sowie künftige Generationen“, wird der Direktor der STI Holding AG zitiert.

  • Die Stadt formt den Verkehr und der Verkehr formt die Stadt

    Die Stadt formt den Verkehr und der Verkehr formt die Stadt

    Forschende der ETH Zürich und der University of Wisconsin-Madison haben Geoinformationsdaten von 30 Grossstädten weltweit mit Staudaten in Beziehung gesetzt. Erstmals gelang es ihnen, nicht nur Korrelationen, sondern echte Ursache-Wirkung-Beziehungen zwischen Stadtveränderungen und Verkehrsfluss nachzuweisen. Die Studie ist im April 2026 in der Fachzeitschrift «Nature Communications» erschienen.

    Drei Faktoren, ein Stau
    Das Forscherteam um Erstautor Yatao Zhang unterschied drei Dimensionen. Die Struktur des Strassennetzes, die räumliche Form der Stadt und die Funktion einzelner Flächen, also ob dort gewohnt, eingekauft oder gearbeitet wird. Überraschenderweise entscheidet nicht allein das Strassennetz über den Verkehrsfluss. Eine zersiedelte Stadt erzeugt strukturell mehr Verkehr. Die Konzentration von Freizeitangeboten in einem Quartier treibt den Wochenendverkehr hoch. Mischnutzungen hingegen , Wohnen und Arbeiten nah beieinander, verkürzen Pendlerstrecken und reduzieren das Verkehrsaufkommen. «Verkehr entsteht durch das, was Menschen tun, nicht allein durch die Existenz von Strassen», bringt es Zhang auf den Punkt.

    Singapur versus Zürich
    Der internationale Vergleich zeigt starke Unterschiede. In Singapur sind Wohngebiete klar vom Dienstleistungszentrum getrennt und bauliche Veränderungen schlagen direkt auf die Pendlerströme durch. In Zürich ist diese Kopplung deutlich schwächer, weil Wohnungen über die gesamte Stadt verteilt sind und Arbeitswege kürzer und diverser verlaufen. Solche Unterschiede lassen sich jetzt erstmals systematisch messen und vergleichen.

    Was das für die Planung bedeutet
    ETH-Professor Martin Raubal, der die Studie betreut hat, sieht grosses Potenzial für die Stadt- und Verkehrsplanung. Die neue Methode erlaubt Prognosen darüber, wie sich ein Eingriff, etwa der Bau eines grossen Einkaufszentrums, mittelfristig auf den Verkehr auswirkt. Städte könnten damit Massnahmen besser simulieren, bevor sie umgesetzt werden. Für konkrete Empfehlungen in Zürich oder anderen Städten braucht es allerdings noch vertiefende Detailanalysen.

    Daten aus offenen Quellen
    Als Datenbasis diente hauptsächlich Open Street Map, ergänzt durch Verkehrsstaudaten von Here Technologies, die weltweit alle fünf Minuten aktualisiert werden. Allein für Los Angeles flossen die Stauwerte von über 18’000 Strassenabschnitten in die Auswertung ein. Dass eine solche Studie auf öffentlich zugänglichen Geodaten basiert, macht den Ansatz reproduzierbar und skalierbar.

  • Vom Baukonzern an die Bahnspitze

    Vom Baukonzern an die Bahnspitze

    Monika Ribar hinterlässt nach zwölf Jahren im Verwaltungsrat, zehn davon als Präsidentin, eine Institution, die sich verändert hat. Die Amtszeitbeschränkung beendete ihr Engagement, nicht der Wille. Zusammen mit ihr scheiden Vizepräsident Pierre-Alain Urech, Georg Kasperkovitz und Clara Millard Dereudre aus dem Gremium aus.

    Ein Quereinsteiger mit System
    André Wyss ist 1967 geboren, hat nach einer Lehre als Chemikant berufsbegleitend ein Wirtschaftsstudium absolviert und sich an der Harvard Business School weitergebildet. Bevor er 2018 als CEO zu Implenia wechselte, trug er bei Novartis Verantwortung für rund 40 000 Mitarbeitende. Damit bringt er 40 Jahre Führungserfahrung in der Bau-, Immobilien- und Pharmaindustrie in sein neues Amt. Seit August 2024 ist er bereits Mitglied des SBB-Verwaltungsrats, die Übergabe lief also geordnet.

    Bau trifft Bahn
    Was auf den ersten Blick wie ein ungewöhnlicher Karriereschritt wirkt, ergibt bei näherer Betrachtung Sinn. Die SBB ist nicht nur Bahnbetreiberin, sie ist auch eine der grössten Immobilieneigentümerinnen der Schweiz. Wyss kennt komplexe Infrastrukturprojekte, nachhaltige Baudurchführung und die politischen Rahmenbedingungen in der Schweiz aus erster Hand. Der Bundesrat sah in ihm genau deshalb den richtigen Kandidaten.

    Stabiler Kurs, neue Impulse
    Wyss hat klar kommuniziert, was er will, die SBB als modernes und nachhaltiges Rückgrat der Schweiz weiterentwickeln, mit Fokus auf Stabilität und Innovation. Die SBB verfolgt ihrerseits das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu sein. Wyss und die neue Verwaltungsrats-Zusammensetzung setzen genau dort an.

    Vier Neue stärken das Gremium
    Gleichzeitig mit Wyss wurden vier neue Mitglieder in den Verwaltungsrat gewählt, Anna Barbara Remund, Dino Cauzza, Dominique Pierre Locher und Maria-Antonella Bino. Sie sollen das Gremium fachlich ergänzen und neue Impulse einbringen, ohne den Kurs zu verlassen. Die Konstituierung des Verwaltungsrats erfolgte direkt im Anschluss an die Generalversammlung in Bern.

  • Verdichtet, vernetzt, lebenswert

    Verdichtet, vernetzt, lebenswert

    Die Schweiz zählt heute über 9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner, die Bevölkerung wächst weiter. Der Druck auf den Wohnungsmarkt steigt, während Bauen ausserhalb bestehender Bauzonen seit der RPG-Revision von 2013 stark eingeschränkt ist. Städte und Gemeinden müssen sich nach innen entwickeln. Dabei bestehen laut Dita Leyh, Professorin für Stadtentwicklung an der OST, rechnerisch genügend Raumreserven. Einfamilienhausquartiere in Bahnhofsnähe, Industriebrachen oder ungenutzte Bahnareale bieten grosses Potenzial. Eine zweite RPG-Revision verschärft die Anforderungen weiter.

    Verdichten, wo der ÖV stark ist
    Besonders sinnvoll ist die Innenentwicklung an ÖV-Knotenpunkten. «Gerade an ÖV-Knotenpunkten ist die innere Verdichtung besonders sinnvoll», sagt Dita Leyh. Denn durch die optimale Anbindung ans Bus- und Bahnnetz entstehe mehr Wohn- und Lebensraum, aber nicht automatisch mehr Verkehr. Ein weiterer Schlüssel liegt in der Neuorganisation des ruhenden Verkehrs. Sammelgaragen am Quartierrand bündeln den Autoverkehr, das Quartierinnere bleibt weitgehend autofrei und gewinnt damit Freiraum für Mensch und Natur. «Je mehr man baulich verdichtet, desto mehr Freiräume müssen im selben Zuge entstehen», so Leyh.

    Nutzungsmix als Qualitätsmerkmal
    Verdichtung ist weit mehr als das blosse Stapeln von Wohnungen. Ein vielfältiger Nutzungsmix, von der Bäckerei über Restaurants bis hin zu Grünanlagen, belebt Quartiere und schafft Wertschöpfung. Damit dieser Mehrwert entsteht, braucht es eine qualitativ hochwertige, interdisziplinäre Planung. Stadtplanung, Verkehrsplanung und Freiraumplanung müssen von Beginn weg gemeinsam am Tisch sitzen, betont Leyh. Das aktualisierte Raumkonzept Schweiz 2050, das der Bundesrat im März 2026 verabschiedete, bestätigt diese Stossrichtung und setzt auf regionale Zusammenarbeit, landschaftliche Qualität und klimagerechte Mobilität.

  • Wie digitale Systeme die Stadtentwicklung neu ordnen

    Wie digitale Systeme die Stadtentwicklung neu ordnen

    Moderne Städte müssen gleichzeitig Verkehr, Energieversorgung, Wohnen, Infrastruktur, Verwaltung und Klimaanpassung stemmen. Dies bei wachsender Bevölkerung und knapper werdenden Ressourcen. Smart-City-Ansätze verstehen die Stadt als Ökosystem, in dem Mobilität, Energie, Gebäude, Klima und Governance ineinandergreifen. Sensoren, Datenräume und digitale Plattformen schaffen Transparenz, liefern Echtzeitinformationen und verbessern die Grundlage für langfristige Entscheidungen. Entscheidend ist nicht die Digitalisierung einzelner Silos, sondern das Zusammenspiel der Systeme.

    Schweiz in der internationalen Spitzengruppe
    Im IMD Smart City Index belegt Zürich seit Jahren einen Spitzenplatz und führt 2025 erneut die weltweite Rangliste an. Genf und Lausanne rangieren ebenfalls in den Top 10, was die Stärke des Schweizer Ansatzes mit hoher Datenqualität, gut ausgebauter Infrastruktur und starker Forschungslandschaft unterstreicht. Parallel dazu entwickeln mittelgrosse Städte wie St. Gallen, Winterthur oder Lugano eigene Smart-City-Strategien, Datenplattformen und Pilotprojekte. Oft mit Fokus auf Mobilität, Verwaltung und Energie.

    Internationale Vorbilder und unterschiedliche Wege
    Singapur gilt als Referenz für integrierte nationale Digitalstrategien, bei denen Mobilität, Energie, Verwaltung und Gesundheit über Daten und Plattformen verknüpft werden. Kopenhagen kombiniert Smart-City-Technologien mit konsequenter Nachhaltigkeitspolitik und emissionsarmer Mobilität, während Helsinki mit weitgehenden Open-Data-Ansätzen und digitaler Verwaltung punktet. Städte wie Dubai, London oder Amsterdam setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Von grossen Infrastrukturprogrammen über datengetriebene Mobilität bis hin zu datenethischer Governance. Gemeinsam ist ihnen jedoch ein klarer politischer Wille und langfristige Strategien.

    Governance, Daten und föderale Realität
    Smart City ist nur bedingt eine Technikfrage. Ohne belastbare Datenräume, geklärte Zuständigkeiten, Datenschutzregeln und transparente Entscheidungsprozesse bleiben Projekte Stückwerk. In der föderalen Schweiz kommt hinzu, dass Gemeinden, Städte, Kantone und Bund ihre Rollen koordinieren müssen. Für viele Kommunen bedeutet Smart City deshalb vor allem Prozessmodernisierung, ressortübergreifende Zusammenarbeit und ein neues Verständnis von Stadtentwicklung. UrbanTech und PropTech verbinden dabei Verwaltung, Immobilienwirtschaft, Energie- und Mobilitätssysteme. Je enger diese Systeme gekoppelt sind, desto grösser wird der Hebel für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung.

    Technik als Mittel, nicht als Ziel
    Die erfolgreichsten Smart Cities der Welt zeichnen sich nicht durch die Anzahl ihrer Sensoren, sondern durch ihren Umgang mit Komplexität aus. Sie setzen Technologie gezielt ein, um Lebensqualität, Resilienz und Effizienz zu steigern. Sie betten digitale Lösungen in gesellschaftliche und ökologische Ziele ein. Smart City ist damit weniger ein IT-Projekt als ein Stadtentwicklungsprojekt, in dem Technologie Werkzeug bleibt. Entscheidend ist, wie Städte mit Hilfe von Daten und digitalen Systemen klügere, inklusivere und nachhaltigere Entscheidungen treffen.

    Was genau ist eine Smart City?
    Smart City – präzise definiert:

    Eine Smart City ist eine Stadt, die digitale Technologien, Daten und vernetzte Systeme einsetzt, um Lebensqualität, Nachhaltigkeit, Effizienz und Teilhabe zu verbessern. Sie integriert Energie, Mobilität, Gebäude, Verwaltung und Umwelt in einem gemeinsamen Daten- und Organisationsmodell und nutzt diese Informationen, um Dienstleistungen, Infrastruktur und Stadtplanung intelligent zu steuern.
    Entscheidend ist nicht die Technologie selbst, sondern die Fähigkeit, sie verantwortungsvoll, sicher und zielgerichtet einzusetzen, im Interesse der gesamten Bevölkerung.

    Smart Cities versprechen Effizienz, Nachhaltigkeit und bessere urbane Dienstleistungen. Gleichzeitig bergen sie Risiken, die sorgfältig adressiert werden müssen. Besonders kritisch sind die folgenden Bereiche:
    Datenschutz und Überwachung

    Durch Sensoren, Kameras, Mobilitätsdaten und vernetzte Infrastrukturen entstehen riesige Datenmengen über Verhalten, Bewegungen und Nutzungen der Bevölkerung. Ohne klare Regeln kann daraus ein Überwachungsrisiko entstehen, sei es durch Staat oder Privatwirtschaft.

    Macht der Algorithmen
    Wenn datenbasierte Systeme Entscheidungen steuern, etwa im Verkehr, in der Verwaltung oder im Energieeinsatz, entsteht die Gefahr intransparenter oder schwer nachvollziehbarer Prozesse. Fehlende Erklärbarkeit oder nicht überprüfbare Modelle können das Vertrauen der Bevölkerung schwächen.

    Demokratische Kontrolle
    Smart-City-Entscheidungen liegen oft an der Schnittstelle zwischen Verwaltung, Technologieanbietern und Infrastrukturbetreibern. Kritiker warnen davor, dass wichtige Stadtentwicklungsentscheidungen zunehmend durch technische Systeme oder private Firmen beeinflusst werden könnten.

    Soziale Ungleichheit
    Digitalisierung ist teuer. Städte mit weniger Ressourcen laufen Gefahr, zurückzufallen. Auch innerhalb einer Stadt kann ein «digital divide» entstehen. Zwischen jenen, die alle Services nutzen können und jenen, die ausgeschlossen bleiben. Sei es aus finanziellen, technischen oder sozialen Gründen.

    Komplexität und Abhängigkeit
    Je smarter eine Stadt, desto stärker ist sie auf digitale Systeme, Plattformen und externe Technologiepartner angewiesen. Ausfälle, Cyberangriffe oder technische Störungen können erhebliche Folgen für Infrastruktur, Sicherheit oder Versorgung haben.

    Fehlende Standards und Governance
    Ohne klare Governance-Modelle entstehen Insellösungen, inkompatible Systeme und unklare Verantwortlichkeiten. Dies kann Effizienzgewinne zunichtemachen und langfristige Investitionen erschweren.

    Internationale Smart-City-Gadgets, die Schlagzeilen gemacht haben
    Smart Lamp Posts, vernetzte Strassenlaternen (Barcelona, Los Angeles, London)
    Smarte Laternen mit Sensorik für Verkehr, Lärm, Wetter, Luftqualität und Parkplatzdetektion.
    Aufsehen erregten sie, weil sie als harmlose Infrastruktur getarnt sind, aber grosse Datenmengen sammeln.
    – Symbol für „sichtbare unsichtbare“ Smart-City-Technologie.

    «Quayside Project» Sidewalk Labs Sensor-Masten (Toronto)
    Alphabet/Google plante ein Quartier mit vollsensorierter Umgebung.
    Temperatur, Bewegung, Mobilität, Müll, Energie, alles sollte in Echtzeit gemessen werden.
    – Wurde nach Kritik am Datenschutz gestoppt. Weltweit diskutiert.

    «Lampposts-as-a-Platform» (Singapur)
    Singapur stattete Laternen mit Kameras, Mikrofonen und IoT-Modulen aus, als Infrastruktur für autonomes Fahren und Sicherheitssysteme.
    – International bekannt wegen KI-basierter Überwachung und Effizienz.

    Smart Waste Bins, solarbetriebene Abfallcontainer (Bigbelly, New York, Berlin, Wien)
    Pressen Müll zusammen, melden Füllstände und dienen teilweise als WLAN-Hotspots.
    – War in Schlagzeilen, weil manche Modelle heimlich Daten sammeln konnten („WLAN Tracking“).

    Intelligente Parkflächen, Sensorparkplätze (San Francisco, Amsterdam)
    Bodensensoren melden freie Parkplätze in Echtzeit.
    – Bekannt durch das Projekt SFpark, das den Verkehr messbar reduzierte.

    Autonomous Delivery Robots (London, Tallinn, San Francisco)
    Roboter, die Lebensmittel und Pakete transportieren.
    – Medienaufreger, weil sie als „neue Verkehrsteilnehmer“ auf den Gehwegen gelten.

    KI-basierte Verkehrsampeln (Hangzhou, Tel Aviv, Los Angeles)
    Kameras und KI steuern Ampeln dynamisch, reduzieren Stauzeiten um bis zu 30 %.
    – Besonders bekannt wurde das System „City Brain“ von Alibaba in Hangzhou.

    Drohnenprogramme für Rettung und Logistik (Ruanda, Dubai, Zürich)
    Drohnen liefern Medikamente, Defibrillatoren und Medizinisches Material.
    – Bekannt durch Zipline (Ruanda) und die medizinische Drohnenlogistik in der Schweiz.

    Smart Benches mit Ladefunktion und Sensorik (Prag, New York, Dubai)
    Solarmodule laden Smartphones, integrierte Sensoren messen Umweltwerte.
    – Viral, weil sie Design, Energie und Technologie vereinen.

    Holographische Bürgerinformationen und AR-Karten (Seoul, Tokio, Shanghai)
    Interaktive AR-Displays zur Navigation, Beteiligung oder Verwaltung.
    – Erste Prototypen wurden auf Messen gefeiert und global geteilt.

    Sound Traffic Light, Lärmradarsysteme (Paris)
    Kameras und Mikrofone messen zu laute Fahrzeuge und lösen automatisch Bussgelder aus.
    – Grosses Medienecho durch Privatsphäre vs. Lärmbekämpfung.

    Roboterpolizei und autonome Sicherheitsfahrzeuge (Dubai)
    Dubai präsentierte als eine der ersten Städte „Robocop“-ähnliche Überwachungsroboter.
    – Globales Medienthema, futuristisch und kontrovers zugleich.

    Top 20 Smart Cities 2025 – Internationale Rangliste

    1. Zürich (Schweiz)
    Überragende Kombination aus Lebensqualität, digitaler Verwaltung, Mobilität und Energieeffizienz.

    2. Oslo (Norwegen)
    Führend im Klimaschutz, in autonomen Mobilitätslösungen und in digitaler Governance.

    3. Singapur (Singapur)
    Smart Nation als staatliches Leitprinzip, vollintegrierte Mobilität & Verwaltung.

    4. Genf (Schweiz)
    Internationale Governance, smartes Mobilitätsmanagement, hohe urbane Servicequalität.

    5. Kopenhagen (Dänemark)
    Weltweit führend in nachhaltiger Stadtentwicklung und vernetzter Mobilitätsplanung.

    6. Lausanne (Schweiz)
    Starke Forschung (EPFL), innovative Stadtplanung, Mobilitäts- und Energiedatenräume.

    7. Helsinki (Finnland)
    Offene Daten, digitale Verwaltung und eine der höchsten Transparenzstandards weltweit.

    8. London (Vereinigtes Königreich)
    Mobilitätsdaten, KI-Pilotzonen, Sharing Economy und weltweit führende GovTech-Szene.

    9. Abu Dhabi (VAE)
    Massive Digitalisierung der Verwaltung, Smart Mobility & automatisierte Infrastruktur.

    10. Amsterdam (Niederlande)
    Pionier in Datenethik, Circular Economy und bürgerorientierten Smart-City-Projekten.

    11. Stockholm (Schweden)
    Starke IoT-Infrastruktur, Energieeffizienz, digitaler Zugang zu öffentlichen Diensten.

    12. Seoul (Südkorea)
    Smart Governance, KI-Ampelsysteme, hochvernetzte Stadtinfrastruktur.

    13. Dubai (VAE)
    Eine der technologiegetriebensten Städte der Welt: autonomer Verkehr, 3D-Druck, GovTech.

    14. Wien (Österreich)
    Exzellente Verwaltung, Smart Living, soziale Innovation und urbane Resilienz.

    15. Barcelona (Spanien)
    Urbane Sensorik, Mobilitätsplattformen, Open-Data-Bewegung und Civic Tech.

    16. Prag (Tschechien)
    Aufstieg in Europa: Smart Mobility, digitale Verwaltung, Open-Data-Initiativen.

    17. Tokio (Japan)
    Autonome Mobilität, Robotik, smarte Infrastruktur im Megastadtmaßstab.

    18. Tallinn (Estland)
    E-Government-Weltmeister, Blockchain-basierte Verwaltung, digitale Identität.

    19. Canberra (Australien)
    Digitale Verwaltung und Mobilitätssysteme auf sehr hohem Niveau.

    20. Vancouver (Kanada)
    Nachhaltige Stadtplanung, Smart Mobility, starke Tech- und Innovationsszene.

  • Wasserstoff kann viel, aber nicht alles

    Wasserstoff kann viel, aber nicht alles

    Das Fraunhofer ISI analysierte im Rahmen eines Meta-Faktenchecks 774 Einzelaussagen und verdichtete sie zu 77 Kernaussagen. Dabei entstand kein neues Meinungspapier, sondern eine Synthese des aktuellen Wissensstands. Das Resultat ist differenziert, aber in den Kernpunkten unmissverständlich. Hauptautor Nils Bittner bringt es auf den Punkt, Wasserstoff kann enorme Wirkung entfalten, wo es keine gleichwertigen Alternativen gibt. Wo es solche Alternativen gibt, kostet sein Einsatz wertvolle Ressourcen und Zeit.

    Der Effizienz-Engpass
    Das Grundproblem liegt in der Physik. Grüner Wasserstoff entsteht durch Elektrolyse. Dabei werden je nach Verfahren rund 50 bis 60 kWh Strom pro Kilogramm benötigt. Kompression, Transport und Rückumwandlung schlucken weitere Energie. Am Ende bleibt oft nur ein Bruchteil der ursprünglich eingesetzten Kilowattstunden übrig. Wärmepumpen und Batteriefahrzeuge nutzen denselben Strom deshalb um ein Vielfaches effizienter.

    Wo H₂ unverzichtbar bleibt
    Trotzdem gibt es Bereiche, in denen Wasserstoff keine sinnvolle Alternative hat. Die Stahlindustrie braucht ihn zur Reduktion von Eisenerz, die Chemieindustrie als Grundstoff für Ammoniak und Methanol. Luftfahrt, Schifffahrt und Schwerlastverkehr lassen sich kaum direkt elektrifizieren . Hier ist Wasserstoff das Mittel der Wahl. Auch für die saisonale Langzeitspeicherung von Energie über Wochen und Monate gibt es derzeit keine vergleichbare Alternative. In der Schweiz deckt sich diese Einschätzung mit der Wasserstoffstrategie des Bundes, die H₂ primär für Hochtemperatur-Prozesswärme und schwer dekarbonisierbare Verkehrssektoren vorsieht.

    Das Henne-Ei-Problem bremst den Hochlauf
    Eine funktionierende Wasserstoffwirtschaft braucht Infrastruktur, wie Pipelines, Kavernenspeicher, Elektrolyseanlagen. Doch Unternehmen investieren erst, wenn die Versorgung gesichert ist und Netzbetreiber bauen erst, wenn genügend Nachfrage vorhanden ist. Dieses Henne-Ei-Problem verlangsamt den Markthochlauf erheblich. Das Fraunhofer ISI empfiehlt deshalb eine Konzentration auf industrielle Cluster statt ein flächendeckendes Netz bis in Wohngebiete.

    Importe lösen das Problem nur halb
    Deutschland wird bis zu 80 Prozent seines Wasserstoffbedarfs importieren müssen. Der Transport über grosse Distanzen erfordert meist eine Umwandlung in Ammoniak oder Flüssigwasserstoff, mit weiteren Energieverlusten. Statt fossiler Abhängigkeiten entstehen so neue globale Lieferketten. Auch die Schweiz wird nicht zum Wasserstoff-Selbstversorger. Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben im Februar 2026 erstmals eine gemeinsame Wasserstoffstrategie verabschiedet und kalkulieren für 2050 mit einem Bedarf von 0,4 bis 3,4 Prozent des Gesamtenergiebedarfs, konzentriert auf Industrie und Schwerverkehr.

  • Grossprojekt stärkt Bahnkapazität im Raum Zürich nachhaltig

    Grossprojekt stärkt Bahnkapazität im Raum Zürich nachhaltig

    Die SBB hat laut einer Mitteilung mit dem Ausbau der Strecke zwischen Zürich und Winterthur auf durchgängig vier Spuren begonnen. Im Rahmen von MehrSpur Zürich-Winterthur baut die SBB den neuen Tunnel, baut mehrere Bahnhöfe aus und nimmt weitere Anpassungen vor.

    Nun haben die SBB und die beteiligten Baufirmen mit dem Ausbau der Bahnhöfe Wallisellen, Dietlikon, Bassersdorf und Winterthur Töss begonnen. Dabei geht es unter anderem um die Verbreiterung von Perrons, neue und angepasste Unterführungen und um Passerellen und Brücken. Die Arbeiten in Bassersdorf sollen bis 2030 abgeschlossen werden, die in Wallisellen und Dietlikon bis 2031 und in Töss bis 2034.

    Der Brüttenertunnel soll 9 Kilometer lang werden. Der Beginn des Tunnelvortriebs ist für 2029 geplant, die Inbetriebnahme für 2037.

    Der Ausbau soll insgesamt 3,3 Milliarden Franken kosten. Das Grossprojekt soll zusammen mit weiteren Projekten wie dem Ausbau des Bahnhofs Zürich Stadelhofen das Bahnangebot im Grossraum Zürich markant verbessern.

  • Kooperation treibt smarte Stadtentwicklung in der Region voran

    Kooperation treibt smarte Stadtentwicklung in der Region voran

    Die Stadt Thun und der Verein Smart Regio Thunersee haben eine Vereinbarung zur Kooperation geschlossen. Die Zusammenarbeit soll sich am Leitbild Smart City Thun orientieren, heisst es in einer Mitteilung.

    „Durch die Partnerschaft sollen Innovationen gezielt vorangetrieben, Ressourcen effizient genutzt und die Stadt Thun sowie die Region Thunersee als attraktiver Lebens- und Wirtschaftsraum weiterentwickelt werden“, wird Gemeinderätin Andrea de Meuron, Vorsteherin der Direktion Finanzen, Ressourcen und Umwelt, in der Mitteilung zitiert.

    Mit dem bereits 2021/22 entwickelten Projekt Smart City soll Thun „lebenswert, fortschrittlich und ressourcenschonend“ gestaltet werden. Mittels Digitalisierung sollen die Effizienz von Dienstleistungen erhöht werden. Gleichzeitig besteht auch das Bestreben, die gesellschaftlichen Kräfte miteinander zu verbinden.

    Mit der jetzt geschlossenen Vereinbarung sollen ausgewählte Innovations- und Vernetzungsformate gestärkt werden. Als konkrete Projekte planen Thuner KMU die Nutzung von Cargovelos für innerstädtische Transporte, hierzu findet am 2. Juni 2026 ein Informationstag statt. Im Herbst steht die Kreislaufwirtschaft beim Bauen im Vordergrund. „Wir wollen smarte Projekte nicht nur diskutieren, sondern konkret anstossen und umsetzen, dies im engen Zusammenspiel mit der Stadt und der Bevölkerung“, so Markus van Wijk, Präsident des Vereins Smart Regio Thunersee.

  • Graubünden baut grösser, teurer, länger

    Graubünden baut grösser, teurer, länger

    128 Baustellen bedeuten nicht Entlastung, sondern Konzentration. Statt vieler kleiner Eingriffe stehen 2026 aufwendige Infrastrukturprojekte im Vordergrund, die mehr Arbeitskräfte, längere Bauzeiten und höhere Budgets erfordern. Bei 67 der 128 Baustellen werden Lichtsignalanlagen eingesetzt, um den Verkehr geordnet durchzuleiten. Das Tiefbauamt Graubünden hat klare Prioritäten gesetzt.

    La Punt befreit vom Durchgangsverkehr
    Das grösste Projekt ist die Umfahrung La Punt im Engadin. Ein 584 Meter langer Tunnel führt künftig unter dem Dorfzentrum hindurch, eine 55 Meter lange Brücke quert den Inn. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 80 Millionen Franken, die Bauzeit auf acht Jahre bis 2033. Nach dem Spatenstich im September 2025 werden 2026 die Voreinschnitte im Gebiet Arvins erstellt. Für La Punt ist es eine Befreiung und für das Engadin ein Qualitätssprung.

    Neuer Tunnel für die Surselva
    Zwischen Disentis und Curaglia ersetzt ein rund 500 Meter langer Neubau den maroden Tunnel Las Ruinas samt zwei dazugehörigen Galerien. Drei Jahre dauern die Arbeiten, der Verkehr bleibt während der gesamten Bauzeit in Betrieb. Weil der neue Tunnel teils direkt neben dem bestehenden verläuft, sind nächtliche Sperren unumgänglich. Ein Eingriff, der Rücksicht verlangt, aber notwendig ist.

    Malix fünf Jahre Arbeit vor dem Abschluss
    Auf der Julierstrasse zwischen Chur und Malix stehen die Zeichen auf Finale. Das Teilstück liegt in einem Rutschgebiet und wurde über fünf Jahre stabilisiert, verbreitert und begradigt. Bis Juli sollen die letzten Arbeiten abgeschlossen sein. Als sichtbares Zeichen des Neubeginns erhält die Strecke einen Velostreifen. Ein Projekt, das aus der Not entstand und als modernes Strassenstück endet.

    Infrastruktur als Investition
    Graubünden zeigt mit seiner Bausaison 2026, dass Infrastruktur kein Selbstläufer ist. Wer 1360 Kilometer Kantonsstrassen durch alpines Gelände, Rutschgebiete und Hochwasserzonen betreibt, muss kontinuierlich investieren. Weniger Baustellen, grössere Projekte, das ist keine Sparübung, sondern eine strategische Entscheidung für nachhaltige Qualität.

  • Interkantonales Entwicklungsprojekt setzt auf Mobilität und Effizienz

    Interkantonales Entwicklungsprojekt setzt auf Mobilität und Effizienz

    Die St.Galler Stimmbevölkerung hat dem Verkauf zweier Grundstücke des Kantons St.Gallen an den Kanton Thurgau sowie der Kompensation von Fruchtfolgeflächen zugestimmt. Für die Region Wil sei dies „richtungsweisend“, heisst es in einer Mitteilung von Regio Wil. Auf den Grundstücken soll das Entwicklungsareal WILWEST entstehen, das als nachhaltiges Wirtschaftsgebiet umweltfreundliche Mobilität, Energieeffizienz und regionale Zusammenarbeit vereinen soll. Kern des Projekts ist ein neuer Anschluss an die Autobahn A1, ergänzt durch verbesserte Bus-, Bahn- und Veloverbindungen für die gesamte Region.

    Für die Region Wil schafft das Projekt Perspektiven für neue Arbeitsplätze, eine Entlastung des Verkehrs sowie eine koordinierte und nachhaltige Raumentwicklung, heisst es in der Mitteilung. Der Entscheid der St.Galler Stimmbevölkerung sei zudem ein starkes Zeichen für die interkantonale Zusammenarbeit zwischen St.Gallen und Thurgau sowie für die 22 Gemeinden der Regio Wil.

    Die St.Galler Stimmbevölkerung hatte einen Sonderkredit für das Projekt WILWEST im September 2022 zunächst abgelehnt. Daraufhin wurde das Projekt umfassend überarbeitet, insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit. So wurden unter anderem die Flächennutzung optimiert, die Versiegelung reduziert sowie der Autoverkehr und die Anzahl Parkplätze verringert.

    Nun gelte es, eine nachhaltige Realisierung sicherzustellen, das Gebiet bodenschonend und etappenweise zu entwickeln sowie die Anliegen der Bevölkerung weiterhin einzubeziehen. Die Regio Wil wolle sich auch künftig aktiv in den Prozess einbringen.

  • Ein Quartier ohne Einsprache

    Ein Quartier ohne Einsprache

    Der Luzerner Regierungsrat genehmigte den Bebauungsplan Schützenmatt im Januar 2026. Der Emmer Einwohnerrat hatte ihn bereits am 1. Juli 2025 in zweiter Lesung einstimmig verabschiedet. Nach Ablauf der Beschwerdefrist liegt nun Rechtskraft vor, kein einziger Rekurs wurde eingereicht. Das ist bei einem Projekt dieser Grössenordnung keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Zeichen breiter Akzeptanz.

    250 Wohnungen, 4000 Quadratmeter Leben
    Auf dem Areal entstehen rund 250 Wohnungen in verschiedenen Grössen sowie Gewerbe-, Gastronomie- und Dienstleistungsflächen von insgesamt rund 4000 Quadratmetern. Der Wohnungsmix reicht von kleineren Einheiten über Familienwohnungen bis zu Alterswohnungen . Bewusst konzipiert für alle Lebensphasen und verschiedene Einkommensstufen. Ein Teil der Wohnungen muss als preisgünstiger Wohnraum realisiert werden.

    Weniger Auto, mehr Velo
    Das Mobilitätskonzept setzt klare Prioritäten sodass Fuss, Velo und öffentlicher Verkehr Vorrang haben. Geplant sind über 970 Veloabstellplätze, darunter eine gedeckte, öffentlich zugängliche Velostation mit mindestens 300 Plätzen direkt an der Bahnhofunterführung. Für Autos stehen maximal 120 Parkplätze in der Tiefgarage bereit. Die Velohauptroute entlang der Gleise wird kreuzungsfrei geführt. Somit entfallen Konflikte mit dem Fussgängerverkehr.

    Die Stadt als Schwamm
    Das städtebauliche Konzept stammt von Fischer Architekten, deren Wettbewerbsbeitrag mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Im Zentrum steht das Schwammstadtprinzip. Sickerfähige Beläge, Bäume auf natürlichem Boden und begrünte Dachflächen speichern Regenwasser und geben es kontrolliert wieder ab. Mindestens 60 Prozent der Dachflächen werden intensiv begrünt. Das verbessert das Mikroklima und macht das Quartier klimaresilient.

    Ab 2027 wird gebaut
    Mit der Rechtskraft liegt die Umsetzung nun bei den Grundeigentümerschaften. Die Realisierung ist in vier Etappen geplant, ein Bezug der ersten Wohnungen ist ab rund 2030 realistisch. Christine Bopp, Leiterin Planung der Gemeinde Emmen, spricht von einem abgeschlossenen langen Planungsprozess, der nun Planungssicherheit für alle Beteiligten schafft. Emmenbrücke bekommt sein neues Herz und baut es mit Bedacht.

  • Mehrfachnutzung private Parkplätze effizient genutzt

    Mehrfachnutzung private Parkplätze effizient genutzt

    Viele private Parkplätze bleiben stundenweise ungenutzt, tagsüber in Wohnquartieren, nachts bei Arbeits- oder Einkaufsstandorten. Bei der Mehrfachnutzung stellen Eigentümer ihre Parkplätze dann zur Verfügung, wenn sie diese selbst nicht brauchen. So sinkt der Druck auf den öffentlichen Parkraum, während Städte Platz für mehr Grün, Veloverbindungen und Aufenthaltsqualität gewinnen. Grundlage bildet ein vom Bau- und Verkehrsdepartement in Auftrag gegebenes Bewirtschaftungskonzept, das auf eine effizientere Nutzung privater Parkierungsanlagen zielt.

    Vier Pilotprojekte zeigen das Potenzial
    Seit Anfang dieses Jahres laufen vier Projekte, bei denen Eigentümer mit den Parkplatzvermittlern ShareP und Parcandi zusammenarbeiten. PSP Swiss Property stellt an der Hochstrasse 16 rund fünfzig Tiefgaragenplätze für die Mehrfachnutzung bereit. Die Lonza AG öffnet ihre Firmenparkplätze auf dem Lindenhofareal nachts und am Wochenende für Anwohnende. Weitere Angebote bestehen in der St. Alban‑Vorstadt beim Goldenen Löwen sowie an der Dornacherstrasse 8/10, mit Lösungen für Anwohnende und Pendelnde gleichermassen. Die Projekte werden während zwei Jahren begleitet, ausgewertet und bilden die Basis für weitere Umsetzungen.

    Flexible Angebote für unterschiedliche Bedürfnisse
    Die neuen Parkiermodelle richten sich an verschiedene Nutzergruppen. Pendlerinnen und Pendler können tagsüber unter der Woche fixe oder wiederkehrende Plätze buchen. Anwohnende profitieren von sicheren Parkplätzen in der Nacht und am Wochenende. Für regelmässige Nutzer stehen Abonnemente zur Verfügung, für spontane Fahrten gibt es Kurzzeitangebote. So entsteht ein Parksystem, das sich an den Alltag der Menschen anpasst, statt zusätzlichen Flächenbedarf zu erzeugen.

    Beratung für Eigentümer und ergänzende Quartierparkings
    Eigentümer von Parkierungsanlagen können sich neu kostenlos beraten lassen. Die Erstberatung zeigt auf, wie sich Anlagen ohne grossen Aufwand effizienter bewirtschaften lassen. Mehrfachnutzungsmodelle können auch ohne Beratung und ohne Bewilligungsverfahren genutzt werden. Parallel dazu fördert der Kanton zusätzliche Quartierparkings. Mit der Übernahme des Parkhauses Horburg schafft er ab April 2026 über 300 mietbare Parkplätze für Anwohnende und stärkt so das Gesamtangebot im Quartier.

  • Portfolioansatz treibt Elektromobilität in Wohnliegenschaften

    Portfolioansatz treibt Elektromobilität in Wohnliegenschaften

    Die im Dezember 2025 aus einer Fusion von Helvetia und Baloise hervorgegangene Versicherungsgesellschaft Helvetia Baloise Holding AG treibt laut einer Mitteilung die E-Mobilität gemeinsam mit ihrem Partner Energie 360° voran. Das zu 96 Prozent im Besitz der Stadt Zürich befindliche Energie- und E-Mobilitätsunternehmen hat in 13 Liegenschaften bereits über 150 Ladestationen übernommen, vorwiegend in der Westschweiz, im Mittelland und in Basel.

    Wie Reto Baschera, Leiter der Mobilitätsgruppe von Energie 360°, betont, erfolgt der Ausbau „bedarfsgerecht und orientiert sich an den Anforderungen der Mieterschaft“. Den Angaben zufolge befinden sich derzeit sechs weitere Objekte konkret in Planung, weitere sollen schrittweise folgen. Dabei liege der Fokus auf einem harmonisierten Portfolioansatz mit einer hardwareunabhängigen Abrechnungslösung, die unterschiedliche Gebäudetypen und Produktausprägungen berücksichtigt. Insgesamt verfügt Helvetia Baloise in der Schweiz über rund 845 Liegenschaften mit etwa 30’000 Wohnungen.

    „Für mich in der strategischen Beschaffung bei Helvetia Baloise war entscheidend, einen Partner zu finden, der Elektromobilität nicht als Einzelprodukt versteht, sondern als integrierten Bestandteil eines grossen Immobilienportfolios“, wird Karin Hauser von der Baloise Asset Management AG zitiert. „In der Zusammenarbeit mit Energie 360° schätzen wir insbesondere den strukturierten Ansatz, die verlässliche Umsetzung und die Fähigkeit, unterschiedliche Ausgangslagen in unseren Liegenschaften pragmatisch abzubilden.“

  • Baustart für Doppelspurausbau in Dietikon verschiebt sich auf 2028

    Baustart für Doppelspurausbau in Dietikon verschiebt sich auf 2028

    Es gibt einen Zeitverzug beim Doppelspurausbau der Bremgarten-Dietikon-Bahn und der Sanierung der Bremgartnerstrasse. Die für Ende 2025 vorgesehene Baugenehmigung durch das Bundesamt für Verkehr (BAV) konnte laut Mitteilung der Aargau Verkehr AG nicht erteilt werden, aufgrund laufender Einspracheverhandlungen und einer erneuten Teilauflage des Projekts in Verbindung mit Entschädigungsforderungen.

    Das Verkehrsunternehmen rechnet nun damit, dass sich der ursprünglich für Sommer 2026 geplante Baubeginn auf den Sommer 2028 verschiebt. Bis dahin müssten einige Projektanpassungen vorgenommen werden. Dafür seien technische Prüfungen und die Ämtervernehmlassung erforderlich.

    Der Ausbau soll Sicherheit, Pünktlichkeit und Kapazität des Bahnbetriebs erhöhen, heisst es von Aargau Verkehr: „Durch den Bau einer mittig geführten Doppelspur wird die Bahn sicher in den Strassenverkehr integriert, was die Verkehrssicherheit erhöht und Rückstaus verringert.“

    Die Plangenehmigung soll bis zum zweiten Quartal 2027 abgeschlossen sein. Die Aargau Verkehr AG stehe in Austausch mit dem Tiefbauamt des Kantons Zürich, der Bauherrin des Strassenbauprojekts, mit dem BAV, der Stadt Dietikon sowie betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern bezüglich Klärung der offenen Punkte und um die Projektentwicklung voranzutreiben.

  • Luftverkehr zwischen Wachstum und Klimakosten

    Luftverkehr zwischen Wachstum und Klimakosten

    Die Zivilluftfahrt hat 2024 in der Schweiz eine direkte Wertschöpfung von 9,8 Milliarden Franken erzielt. Diese umfassen die Unternehmen an den Flughäfen und deren Zulieferer. Das zeigt ein Bericht, den die INFRAS AG im Auftrag des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) erarbeitet hat. Mit 68 Prozent entfallen mehr als zwei Drittel der direkten Wertschöpfung auf den Flughafen Zürich und den benachbarten Gebäudekomplex The Circle. Genf folgt mit 19 Prozent, Basel mit 12 Prozent.

    Die gesamte Wertschöpfung, die auch indirekte Folgen etwa über den Tourismus in die Schweiz einschliesst, beträgt danach 24,8 Milliarden Franken.

    Die Zivilluftfahrt ist auch ein Beschäftigungsmotor. Direkt ermöglicht sie eine Beschäftigung von 49‘100 Vollzeitäquivalenten, insgesamt sogar von 150‘200 Vollzeitäquivalenten.

    Die Region Zürich ist dank dem Flughafen die besterreichbare Region in Europa. Die Nordwestschweiz folgt auch dank dem Flughafen Basel auf Platz sechs, der Genferseeraum dank dem Flughafen Genf auf Platz sieben. Auch die anderen Regionen des Landes gehören zu den 15 besterreichbaren unter den 284 untersuchten Regionen in Europa.

    Der Bericht beziffert die externen Kosten der Zivilluftfahrt auf 6,1 Milliarden Franken. Davon entfallen 4,6 Milliarden auf das Klima, 1,1 Milliarden auf vor- und nachgelagerte Prozesse.

  • Neue Doppelspurlinie entlastet die Strecke zwischen Zürich und Winterthur

    Neue Doppelspurlinie entlastet die Strecke zwischen Zürich und Winterthur

    Die SBB hat die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) bestehend aus den Bauunternehmen Implenia aus Opfikon und Marti aus Zürich mit dem Bau einer neuen Doppelspurlinie beauftragt. Im Rahmen des Projekts MehrSpur Zürich-Winterthur planen der Bund und die SBB den Bau einer neuen Linie sowie den Ausbau der Bahnhöfe Dietlikon, Bassersdorf, Wallisellen und Winterthur Töss. Implenia und Marti werden laut einer Mitteilung mit einem Anteil von je 50 Prozent den Bau von fünf der sechs Lose des Projekts übernehmen. Der Gesamtauftrag beläuft sich auf etwa 1,7 Milliarden Franken, wobei der Anteil von Implenia rund 830 Millionen Franken beträgt. Die Bauzeit des Projekts beträgt voraussichtlich etwa zehn Jahre.

    Im Rahmen des Projekts übernehmen Implenia and Marti den Bau im Brüttenertunnel (Los 240), den Abschnitt Winterthur (Lose 140 und 141), den Abschnitt Dietlikon (Los 340) und den Abschnitt Wallisellen (Los 540). Die neue Doppelspurlinie durch den Brüttenertunnel soll den 8,3 Kilometer langen Kapazitätsengpass im Bahnnetz zwischen Zürich und Winterthur beheben. Teil des Engpasses ist eine Abzweigung in Richtung Flughafen Zürich. Für den unterirdischen Doppelspurausbau ist je ein Einspurtunnel mit einem Durchmesser von rund zehn Metern für beide Fahrtrichtungen geplant.

    Das Infrastrukturvorhaben ist laut Mitteilung auf die Mobilitätsbedürfnisse künftiger Generationen ausgerichtet und passt damit zur Strategie von Implenia. „Es freut uns, dass wir von Implenia, gemeinsam mit unserem ARGE-Partner Marti, unsere langjährige Erfahrung und umfassende Expertise im Infrastrukturbau einbringen dürfen, um diesen wichtigen Abschnitt für steigende Frequenzen und künftige Anforderungen fit zu machen“, so Implenia-CEO Jens Vollmar in der Mitteilung.

  • Moderne eGates treiben die Terminal-Modernisierung voran

    Moderne eGates treiben die Terminal-Modernisierung voran

    Dormakaba vermeldet in einer Mitteilung eine starke Auftragslage im deutschen Flughafenbereich. Das Schliesstechnikunternehmen liefert, ersetzt und wartet mehr als 650 Argus Air-Sensorschleusen, sogenannte eGates, an den Flughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf. Das Auftragsvolumen liegt im unteren zweistelligen Millionenbereich.

    Ab Frühjahr 2026 kommen neue Argus Air Boarding-Sensorschleusen in Frankfurt (Terminal 1) und München (Terminal 2) zum Einsatz. Die Zugangslösungen ermöglichen Passagieren der Lufthansa und Star Alliance-Fluggesellschaften ein einfaches Self-Boarding. In Frankfurt liefert dormakaba ausserdem Sensorschleusen für das neue Terminal 3 und hat alle sicherheitsrelevante Übergänge im Terminal mit Sicherheitstüren ausgestattet.

    „Wir sehen weiterhin eine sehr starke Nachfrage nach unseren Zutrittskontrolllösungen im Flughafenbereich“, wird CEO Till Reuter in der Mitteilung zitiert. „Es freut uns, dass viele langjährige Kunden bei der Modernisierung ihrer Terminals erneut auf unsere Systeme setzen. Der Ersatz älterer Anlagen durch moderne Lösungen zeigt, dass die Anforderungen an Sicherheit, Effizienz und Passagierkomfort weiter steigen.“

    Die eGates von dormakaba verknüpfen biometrische Erkennnungsdaten mit Bordkarten und Ausweisen und gleichen diese Informationen mit Datenbanken ab. Die Sensorik identifiziert nach Firmenangaben zuverlässig autorisierte Personen, verhindert das Tauschen von Zutrittsberechtigungen sowie Doppelzutritte und unterscheidet Mensch und Gepäck.

    Dormakaba erzielte im Geschäftsjahr 2024/2025 mit 15’000 Mitarbeitenden weltweit einen Nettoumsatz von 2,9 Milliarden Franken.

  • Region Basel fordert rasche Umsetzung der Durchmesserlinie

    Region Basel fordert rasche Umsetzung der Durchmesserlinie

    Die unterirdische Zugverbindung zwischen dem Bahnhof SBB und dem Badischen Bahnhof in Basel ist zwingend nötig für den Ausbau der S-Bahn im Dreiländereck. Das schreiben die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie die Handelskammer beider Basel (HKBB) in einer Erklärung. Sie fordern eine rasche Umsetzung dieser sogenannten Durchmesserlinie, welche die heutigen Spitzkehren der Züge in den beiden Bahnhöfen überflüssig macht. Im Gegenzug sehen sie ein Reduktionspotenzial bei weiteren Bahnausbauten in Basel.

    Die beiden Kantone und die Handelskammer berufen sich dabei namentlich auf Ulrich Weidmann, der die neue Verbindung als unbestritten und zwingend nötig für das S-Bahnsystem bezeichnet habe. Der Professor der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hatte das Gutachten Verkehr 2045 erarbeitet. Auf dessen Grundlage hatte der Bundesrat im Oktober entschieden, den Tiefbahnhof Basel SBB und die Durchmesserlinie zu depriorisieren.

    „Die Durchmesserlinie bedeutet einen Quantensprung im S-Bahn-Angebot für die Region“, wird  Regierungsrätin Esther Keller in der Mitteilung zitiert. Sie „lässt sich aus unserer Sicht in den nächsten 20 bis 30 Jahren realisieren“, so die Vorsteherin des Basler Bau- und Verkehrsdepartements.

    Martin Dätwyler weist auf die Bedeutung für die Beseitigung von Engpässen auf der Strasse hin. „Mit einer raschen Realisierung der Durchmesserlinie werden wir es schaffen, beide Verkehrsträger – Strasse und Schiene – fit zu machen für die Zukunft“, wird der HKBB-Direktor zitiert. „Das stärkt nicht nur die Wirtschaftsregion Basel, sondern die gesamtschweizerische Wirtschaft und ist essenziell für die Landesversorgung.“

    Auch Regierungsrat Isaac Reber unterstreicht die Bedeutung für das ganze Land. „Die Region ist das Tor zur Schweiz“, so der Vorsteher der Bau- und Umweltschutzdirektion Basel-Landschaft. „Ohne den Bau der Durchmesserlinie wird die Region zum Flaschenhals. Das können wir uns nicht leisten – und die Schweiz auch nicht.“

  • Neue Seilbahntechnologie stärkt nachhaltige Mobilität in Metropolräumen

    Neue Seilbahntechnologie stärkt nachhaltige Mobilität in Metropolräumen

    Die urbane Seilbahnanlage Câble C1 ist seit dem 13. Dezember im Süden von Paris in Betrieb, wobei Seile und eine magnetinduktive Überwachung der Fatzer AG aus Romanshorn zum Einsatz kommen. Fatzer ist im Bereich der Transportseile eigenen Angaben nach Weltmarktführer und ein Teil der Brugg Group mit Sitz in Brugg. Die neue Bahn ist laut einer Mitteilung die längste urbane Seilbahn in Frankreich. Im bevölkerungsreichen Département Val-de-Marne, das zum Grossraum Paris gehört, soll sie das öffentliche Bus- und Metro-System entlasten und den individuellen Verkehr reduzieren. Das Projekt wurde von Doppelmayr Frankreich umgesetzt, einer Tochtergesellschaft der Seilbahntechnologie-Gruppe Doppelmayr mit Sitz im österreichischen Wolfurt.

    Die Bahn bedient laut Fatzer mit einer Fahrtzeit von 18 Minuten eine 4,5 Kilometer lange Strecke mit fünf Stationen und verbindet den Vorort Créteil mit den Gemeinden Limeil-Brévannes, Valenton und Villeneuve-Saint-Georges. Insgesamt verkehren 105 Kabinen über 30 Stützen mithilfe dreier Seilschlaufen. Fatzer habe hierfür drei Seile mit einem Gesamtgewicht von rund 90 Tonnen geliefert, heisst es. Genutzt worden sei der Seiltyp Performa DT, den Fatzer speziell für den Einsatz in dicht besiedelten Gebieten und hohe Belastung entwickelt habe. Er zeichne sich insbesondere durch Langlebigkeit und einen geräuscharmen sowie ruhigen Lauf aus.

    Um die Betriebszeiten von 18 bis 19 Stunden täglich ohne Unterbrechung sicher zu gewährleisten, werde der Seilzustand mithilfe der Fatzer-Lösung TRUscan überwacht. Mithilfe magnetinduktiver Messungen liegen den Verantwortlichen laut dem Unternehmen Echtzeitdaten vor. Unregelmässigkeiten würden sofort entdeckt, Wartungsarbeiten planbarer.

    Es wird angeführt, dass das Performa-DT-Seil bereits bei zahlreichen hochfrequentierten urbanen Anlagen eingesetzt werde: unter anderem im bolivianischen La Paz, im kolumbianischen Medellín, in Guayaquil, Ecuador, im französischen La Réunion und Ajaccio, in Mexiko-Stadt sowie demnächst im ebenso mexikanischen Uruapan.

  • Ausbau Bahnhof Basel SBB West

    Ausbau Bahnhof Basel SBB West

    Der Bahnhof Basel SBB stösst längst an seine Grenzen. Über 140’900 Personen nutzen ihn täglich, Tendenz steigend. Mit dem Projekt Basel SBB West bereiten die Partner den Bahnhof auf diese Entwicklung vor. Geplant ist eine umfassende Erweiterung im Westen des Areals, wo künftig die Zughaltestelle weiter nach Westen verlegt und zusätzliche Zugänge zum städtischen Verkehr geschaffen werden. Zwei eng miteinander verbundene Teilprojekte bilden den Kern, der Perronzugang Margarethen und der Neubau der Margarethenbrücke. 

    Die neue Personenbrücke des Perronzugangs Margarethen soll parallel zur bestehenden Margarethenbrücke verlaufen. Sie wird rund 16,5 Meter breit, verfügt über Treppen, Rolltreppen und Lifte und erschliesst sämtliche Perrons. Um dies zu ermöglichen, verlängert die SBB mehrere Perrons nach Westen und passt die Gleisführung an. Damit reagiert das Projekt auf das erwartete Wachstum des Bahnverkehrs und entlastet zugleich die bestehende Passerelle im Hauptbahnhof. 

    Verknüpfung von Bahn und Stadt 
    Neben der Bahnplanung spielt die urbane Einbindung eine zentrale Rolle. Der Kanton Basel-Stadt plant westlich des Bahnhofs, beim Areal Markthalle, einen neuen multimodalen Verkehrsknotenpunkt. Hier soll der Umstieg zwischen Bahn, Tram, Bus und Velo künftig noch effizienter werden. Diese Neuordnung entlastet den überfüllten Centralbahnplatz und ermöglicht ein ausgewogeneres Verkehrsregime im Stadtzentrum. 

    Der Perronzugang Margarethen ist dabei mehr als nur eine Brücke. Er wird zum Bindeglied zwischen den neuen städtischen Verkehrsachsen und dem Bahnnetz. Er bietet Raum, Licht und Orientierung. Eigenschaften, die gerade in hochfrequentierten Verkehrszonen entscheidend sind. 

    Eine neue Margarethenbrücke mit Signalwirkung 
    Das zweite Teilprojekt widmet sich der Erneuerung der Margarethenbrücke. Die bestehende Brücke gehört der SBB und erfüllt die heutigen Sicherheitsanforderungen nur unter Einschränkungen für den Schwerverkehr. Zudem entspricht sie sowohl bahn- wie strassenseitig nicht den künftigen Anforderungen von SBB und Kanton. Der Neubau soll daher nicht nur statisch leistungsfähiger, sondern auch deutlich breiter werden, 27 Meter im Vergleich zu 16,3 Metern heute. Damit entsteht Platz für eine barrierefreie Tramhaltestelle in der Brückenmitte sowie breitere Geh- und Velowege. 

    Während der Bauzeit ist eine temporäre Hilfsbrücke vorgesehen. Eine spätere Integration dieses Provisoriums in den Neubau wird geprüft. Diese Lösung soll Bauunterbrüche minimieren und die städtische Mobilität während der gesamten Realisierungsphase sicherstellen. 

    Das Siegerprojekt von Penzel Valier 
    Im Rahmen eines Studienauftrags beurteilten im Frühling 2025 ein Beurteilungsgremium aus unabhängigen Fachleuten und Vertretern von SBB und Kanton die Vorschläge von sechs interdisziplinären Planungsteams. Der Zuschlag ging an das Büro Penzel Valier. Dessen Entwurf überzeugt durch ein grosszügiges, flexibel erweiterbares Dach, das sowohl die neue Tramhaltestelle auf der Margarethenbrücke als auch die Perrons überspannt. So entsteht ein hallenartiger Raum, der den westlichen Bahnhofsteil prägt.  

    Das Dach erfüllt mehrere Funktionen zugleich. Es führt Tageslicht auf die Perrons, schützt vor Witterung und erlaubt die Installation von Photovoltaikanlagen sowie Begrünungselementen. Städtebaulich gelingt damit die harmonische Verbindung zwischen dem Bahnhof SBB, der denkmalgeschützten Halle des französischen Bahnhofs SNCF und den angrenzenden Quartieren Gundeldingen und St. Johann. 

    Die Halle SNCF selbst bleibt im Kontext des französischen Bahnhofteils und in ihrer Funktion als Perronüberdachung erhalten. Dies war ein zentrales Anliegen der Denkmalpflege. Die Halle wird dabei nach Westen versetzt, um Platz für die neue Gleisanordnung zu schaffen.  

    Planung, Finanzierung und Zeithorizont 
    Der Perronzugang Margarethen ist ein Teil des nationalen Bahnausbauschritts 2035. Der Bund hat die planerische Vertiefung und die Vorprojektierung bereits bewilligt. Während der Perronzugang Margarethen finanziell gesichert ist, wird für die Umsetzung der neuen Margarethenbrücke noch über die Mittel entschieden. Beide Vorhaben können technisch unabhängig voneinander gebaut werden, sollen jedoch möglichst gleichzeitig realisiert werden. 

    Die Planungsanforderungen sind hoch. Sie berücksichtigen den laufenden Bahnbetrieb, den Schutz historischer Bausubstanz sowie die Integration in den dichten Stadtverkehr. Der Baustart ist derzeit für frühenstens 2034 angesetzt. Das Projektvolumen liegt für beide Projektelemente (Perronzugang und Brücke) laut Schätzungen jeweils im unteren bis mittleren dreistelligen Millionenbereich. 

    Mehr als Infrastruktur – ein neues Entrée für Basel 
    Mit Basel SBB West erhält die Stadt nicht nur eine strategisch wichtige Verkehrsdrehscheibe, sondern auch ein neues stadträumliches Eingangstor. Die Verlagerung des Zugverkehrs nach Westen schafft Flächen für eine klarere Verkehrsführung, bessere Aufenthaltsqualität und mehr Sicherheit für Velo- und Fussverkehr. Reisende sollen künftig kürzere Wege, grosszügige Räume und intuitive Orientierung erfahren. 

    Das Zusammenspiel von Bahn, Tram, Bus und Velo wird effizienter, nachhaltiger und angenehmer. Zugleich bildet das Projekt den strukturellen Grundstein für zukünftige Erweiterungen wie den möglichen Tiefbahnhof Basel SBB. In seiner Gesamtheit steht Basel SBB West damit für eine neue Generation von Bahnhöfen, offen, vernetzt und zukunftsfähig.

  • Die fünfte Generation des Basler Agglomerationsprogramms

    Die fünfte Generation des Basler Agglomerationsprogramms

    Neue Impulse für Raum und Verkehr 
    Das Programm markiert einen entscheidenden Schritt in der gemeinsamen Planung von Landschaft, Siedlung und Verkehr über nationale Grenzen hinweg. Deutschland, Frankreich und die Schweiz ziehen an einem Strang, um die Mobilität im trinationalen Raum effizienter, sicherer und klimafreundlicher zu gestalten. In den kommenden Jahren entstehen entlang der trinationalen S-Bahn elf neue Verkehrsdrehscheiben und Basel-Stadt investiert in eine vollständig elektrifizierte Busflotte. Rund 200 Millionen Franken sind für die Aufwertung kommunaler Strassenräume und die Förderung des Fuss- und Veloverkehrs vorgesehen. 

    Mobilität mit Zukunft 
    Im Kern geht es um mehr als nur Infrastruktur. Das Agglomerationsprogramm ist eine koordinierte Antwort auf die komplexen Mobilitätsbedürfnisse einer Region, die täglich stark frequentierte internationale Verkehrsachsen nutzt. Die integrierte Planung von öffentlichem Verkehr, Individualverkehr sowie Fuss- und Radwegen soll Verkehrsbelastung und CO²-Ausstoss senken. Priorität hat die Entwicklung eines nachhaltigen Verkehrssystems, das Lebensqualität und Standortattraktivität erhöht. 

    Breite politische Unterstützung 
    Esther Keller, Regierungsrätin und Präsidentin von Agglo Basel, unterstreicht den Erfolg der grenzüberschreitenden Kooperation, die seit über 15 Jahren besteht. Isaac Reber, Baselbieter Baudirektor, sieht in der Vielzahl kleiner und mittlerer Projekte das Rückgrat des Fortschritts. Auch Jean-Marc Deichtmann aus Saint-Louis und Marion Dammann aus Lörrach heben den strategischen Horizont hervor. Dies von multimodalen Plattformen bis zu Bürgerbeteiligungen, die Klimaschutz und Raumqualität stärken. 

    Blick auf die sechste Generation 
    Die Arbeiten für das Agglomerationsprogramm 6. Generation haben bereits begonnen. Die Einreichung beim Bund ist für 2029 geplant, die Bauphase startet ab 2032. Der Verein Agglo Basel führt die Koordination weiter und sorgt dafür, dass Raum, Verkehr und Landschaft im Dreiländereck nicht getrennt, sondern als ein zusammenhängendes Zukunftsprojekt gedacht werden. 

  • Bahnmodernisierung im sensiblen Alpenraum

    Bahnmodernisierung im sensiblen Alpenraum

    Die STRABAG AG realisiert den noch ausstehenden Sanierungsschritt auf der Zentralbahnstrecke zwischen Meiringen und Brienzwiler im Berner Oberland. Die Schmalspurtstrecke verläuft einspurig entlang der Hasliaare, die zum Hochwassergebiet Aare gehört. Aus Rücksicht auf mehrere Naturschutzgebiete gelte laut einer Mitteilung für den Neubau „höchste Präzision für Logistik und Koordination“. Die Vorarbeiten waren im März 2025 gestartet, seit Oktober 2025 läuft die zehnwöchige Intensivphase.

    Immer wieder war es in dem Gebiet zu Starkregenereignissen gekommen, bei denen der Bahndamm inklusive Oberbau überflutet wurden, was zu Schäden an der Bahninfrastruktur und am angrenzenden Kulturland führe. Bereits 2022 und 2023 hat die STRABAG dort Gleisbauarbeiten (Los 1 und Los 3) vorgenommen. Nun folge mit einem Totalumbau des anspruchsvollen Mittelabschnitts Los 2 über eine Länge von 2600 Metern und mitten im Naturschutzgebiet Sytenwald der Abschluss des Modernisierungsvorhabens. Dabei muss der Bahndamm angehoben werden. Damit Oberflächen- und Hangwasser abfliessen kann, wird eine durchgehende Planungsentwässerung der Strecke realisiert. Der Bereich entlang der Hasliaare erhält eine neue Hochwasserschutzmauer. 

    Als bautechnische Besonderheit gelten laut Mitteilung die „engen Platzverhältnisse und lokal fehlenden redundanten Baupisten in gewissen Abschnitten zwischen Hasliaare, Bahntrassee und mehrerer Naturschutzgebiete“, was besondere Vorkehrungen für Ökologie und Landschaftsschutz erfordere. Zum einen errichtet STRABAG 30 neue Fundamente für die Fahrleitungsmasten auf der flussabgewandten Seite, zum anderen sollen 37 Übergänge die ökologische Durchgängigkeit des Geländes sichern. Das bedeute Schutz für Wild- und Kleintiere beim Queren des Streckenabschnitts.

    Ein besonders anspruchsvoller Bestandteil ergibt sich beim Neubau der Hüsenbachbrücke aus ultrahochfestem und langlebigem Faserbeton (UHFB). Beim Brückenbau werde auf die dort zur Laichzeit vorhandene Forellenpopulation besondere Rücksicht genommen.

  • Schweiz Elektromobilität neu denkt

    Schweiz Elektromobilität neu denkt

    Das Prinzip ist vom Smartphone bekannt. Eine Senderspule überträgt ganz ohne Stecker, Energie per Magnetfeld an eine Empfängerspule. Beim Elektroauto bedeutet das, parkieren genügt, der Ladevorgang startet automatisch. Im Pilotprojekt «INLADE» testeten die Empa und der Energieversorger Eniwa AG diese Technologie erstmals unter Schweizer Alltagsbedingungen. Unterstützt wurde das Vorhaben vom Bundesamt für Energie sowie den Kantonen Zürich und Aargau.

    Praxistest bestanden
    Selbst bei Schnee, Regen und leichten Parkabweichungen erreicht das induktive Laden einen Wirkungsgrad von rund 90 Prozent, vergleichbar mit dem klassischen Kabel. Die AMAG und weitere Partner rüsteten bestehende Fahrzeuge mit Empfängerspulen aus und integrierten Schnittstellen für das Lademanagement. Nach umfangreichen Sicherheitstests erhielten die Fahrzeuge eine Einzelzulassung für Schweizer Strassen. Weltweit gehören sie zu den ersten alltagstauglichen E-Autos mit induktivem System.

    Mobile Speicher für die Energiewende
    Die eigentliche Revolution liegt im Potenzial. Elektroautos stehen durchschnittlich 23 Stunden am Tag still. Wären sie während dieser Zeit automatisch mit dem Netz verbunden, könnten ihre Batterien Schwankungen im Stromnetz ausgleichen und erneuerbare Energien stabilisieren. Bidirektionales Laden, also das Zurückspeisen von Strom ins Netz, funktioniert auch induktiv. Fahrzeuge sind häufiger angebunden, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer aktiv handeln müssen. So wird jeder Parkplatz zum potenziellen Knotenpunkt eines dezentralen Energiesystems.

    Wirtschaftlich attraktiv
    Intelligentes Laden senkt Stromkosten, besonders wenn tagsüber geladen wird, wenn Photovoltaikanlagen viel Energie ins Netz einspeisen. Die Kombination aus Komfort, Effizienz und Netzintegration macht induktives Laden zu einem vielversprechenden Baustein für die Mobilität von morgen.

  • Frauenfeld integriert Parkhaus Altstadt ins Smart Parking

    Frauenfeld integriert Parkhaus Altstadt ins Smart Parking

    Die Stadt Frauenfeld erweitert ihr Smart Parking-System um das Parkhaus Altstadt. Das hat die Stadt jetzt mitgeteilt. Dafür ist es mit Sensoren ausgestattet worden, die in der Regio Frauenfeld-App freie Parkplätze anzeigen. Das Pilotprojekt war 2023 begonnen und nach einer umfassenden Bewertung 2024 weitergeführt worden. Es umfasst mittlerweile insgesamt sechs Parkanlagen und 24 Kameras.

    Dort wird die Belegung im Zweiminutentakt erfasst und auf der App sichtbar gemacht. Damit sollen Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer schneller zu einem freien Parkplatz kommen und von flüssigerem Verkehr profitieren.

    Das Parkhaus Altstadt ist als einziges davon nicht mit Kameras ausgestattet. Eigentümer ist die Wohnpark Promenade AG, verwaltet wird es von der Tobler Immobilien AG. Mit den Verantwortlichen beider Firmen wurde ein einjähriger Versuchsbetrieb vereinbart. Die Tiefgarage bietet 66 Parkplätze in zentraler Lage.

    Nach dem Umbau des Einkaufszentrums Passage wird auch dessen Parkhaus mit seinen rund 260 Parkplätzen aufgeschaltet werden. Die Baumassnahmen sollen Ende 2027 beendet sein.

    Das Smart Parking-Konzept von Frauenfeld basiert auf einem Projekt der Innovation-Sandbox für Künstliche Intelligenz im Kanton Zürich. Dabei hat die Parquery AG aus Zürich, eine Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), mit ihrer Bilderkennung eine effiziente Erfassung und Analyse der Parkplatzbelegung in Echtzeit ermöglicht.

  • Basel plant konsequent klimafreundlich und zukunftsorientiert

    Basel plant konsequent klimafreundlich und zukunftsorientiert

    Frau Keller, wie beurteilen Sie die bisherigen Fortschritte bei der nachhaltigen Stadtentwicklung und welche Schwerpunkte setzen Sie in den kommenden Jahren?
    Wir haben schon einiges gemacht – aber es bleibt noch viel zu tun! Wir haben mit unserem Stadtklima-Masterplan und der Klimaschutzstrategie sowie dem dazugehörigen Aktionsplan wichtige Weichen gestellt. Insbesondere die Begrünung und Entsiegelung sowie die Reduktion der CO2-Emissionen gehen wir damit umfassend an. Neben der Reduktion der direkten Emissionen aus dem Betrieb kümmert sich mein Departement auch um die indirekten Emissionen aus der Erstellung von Bauten. Hier prüfen wir aktuell neue Ansätze wie eine Lenkungsabgabe auf indirekte Emissionen beim Bauen. Wir verdichten und nutzen bestehende Gebäude um und wollen künftig über eine Gesetzesänderung das Bauen im Bestand vereinfachen. Das sind die Leitlinien, wie wir in den nächsten Jahren die Nachhaltigkeit in der Stadtentwicklung vorantreiben wollen.

    Mit welchen Massnahmen stärken Sie die Baukultur in Basel und fördern hochwertiges, zukunftsfähiges Bauen?
    Baukultur ist für uns sehr wichtig: Die Baslerinnen und Basler sollen sich wohl fühlen in ihrer Stadt. Das ist natürlich auch für die Erreichung der Klimaziele eine zentrale Grundlage und deshalb ist eine zukunftsweisende Baukultur enorm wichtig. Eine hohe Baukultur stiftet Identifikation und Lebensqualität. Dabei leisten sowohl der Erhalt als auch das Weiterbauen im Bestand, die Pflege traditioneller Bauweisen sowie die Verwendung zukunftsfähiger Technologien und Bauten wesentliche Beiträge. Baukultur ist nachhaltig und nachhaltige Planung muss ein integraler Teil der Baukultur werden. Das zeigt sich übrigens sehr schön auch in unserem «Basler Kompass», wo die Baukultur als einer der ersten Punkte genannt und thematisiert wird.

    Welchen Beitrag kann das Bau- und Verkehrsdepartement im Bereich Kreislaufwirtschaft leisten, um das Ziel Netto Null bis 2037 zu erreichen?
    Basel-Stadt hat eine ehrgeizige Strategie zur Förderung der Kreislaufwirtschaft im Baubereich. Das bedeutet, dass wir Gebäude und Bauprodukte so gestalten wollen, dass sie möglichst lange genutzt werden können und aus wiederverwendeten oder recycelten Materialien bestehen. Ein wichtiger Schwerpunkt ist es, bestehende Gebäude weiterzubauen und zu nutzen, anstatt sie abzureissen und neu zu bauen. Dadurch werden nicht nur Abfälle reduziert, sondern auch die Treibhausgasemissionen verringert, die normalerweise bei der Herstellung neuer Baumaterialien entstehen. Neue Gebäude sollen zudem vermehrt so erstellt werden, dass sie zerlegbar sind und nach Ende ihrer Nutzung als Baumaterial für ein nächstes Bauwerk zur Verfügung stehen (Design for Disassembly). Zusätzlich fördert Basel-Stadt die Verwendung von Recycling-Materialien im Bauprozess wie zum Beispiel Recycling-Asphalt bei Strassenbelägen. Wir arbeiten daran, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um kreislaufgerechtes Bauen zu erleichtern, und wir investieren in die Infrastruktur, die für die Wiederverwendung und das Recycling von Baumaterialien benötigt wird. So hat der Kanton beispielsweise ein eigenes Bauteillager ins Leben gerufen: Kantonales Rückbaumaterial wird in einem Online-Bauteilkatalog erfasst und für die Wiederverwendung in anderen Projekten zur Verfügung gestellt. Durch diese Massnahmen wollen wir nicht nur unsere Klimabilanz verbessern, sondern auch die Innovation im Baubereich fördern.

    Was sind die nächsten Schritte beim Projekt «Grüner Asphalt» und wie bewerten Sie das Klimaschutzpotenzial dieser Innovation?
    Der Einsatz des grünen Asphalts bei Basler Strassenbaustellen entwickelt sich gut. Innerstädtisch kam und kommt grüner Asphalt bis anhin bei mindestens acht grösseren und kleineren Baustellen zum Einsatz. Zu nennen sind zum Beispiel die Burgfelderstrasse, die Freiburgerstrasse oder auch der Eselweg. Aktuell laufen weitere Projekte, bei welchen der Einsatz des grünen Asphalts vorgesehen ist. Wobei wir mit Grünem Asphalt nicht den CO2-Ausstoss direkt verringern. Der Grüne Asphalt bindet aber dank Pflanzenkohle mehr CO2 aus der Atmosphäre, als er bei der Produktion entlässt. So können wir die Klimabelastung des Strassenbaus reduzieren. Ein Selbstläufer ist es aber noch nicht. Es gibt nach wie vor kritische Hersteller und Verbände. Da müssen wir weiter den Dialog suchen und die Chancen aufzeigen.

    Was sind derzeit die grössten Herausforderungen beim Unterhalt und der Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur in Basel?
    Die Herausforderungen sind vielfältig. Ein zentraler Aspekt ist die Notwendigkeit, die bestehenden Infrastrukturen wie Strassen, Brücken und Tramgleise regelmässig zu sanieren, um eine zuverlässige Versorgung mit Wasser und Energie sicherzustellen. Gleichzeitig baut IWB im Auftrag des Kantons Basel-Stadt das Fernwärmenetz bis 2037 um insgesamt 60 Kilometer aus. Dies erfordert eine enge Koordination mit den anderen Sanierungsarbeiten, um die Belastungen für Anwohnende zu minimieren und gleichzeitig auch die Gelegenheit für Umgestaltungen zugunsten des Stadtklimas und des aktiven Verkehrs zu nutzen. Denn auch der Klimawandel ist eine Herausforderung. Wir müssen einerseits die Stadt auf Hitzewellen und extreme Wetterereignisse vorbereiten. Um Hitzeinseln zu vermeiden, gilt es, Asphaltflächen zu entsiegeln und Grün- und Wasserflächen im öffentlichen Raum zu schaffen. Andererseits hat sich der Kanton mit Netto-Null bis 2037 ein ambitioniertes Klimaschutzziel gesetzt. Wir setzen deshalb zum Beispiel vermehrt auf Gebäudesanierungen und Umnutzungen im Bestand und setzen auf Suffizienz, Reduktion der grauen Energie sowie die Minimierung des Betriebsenergieverbrauchs.

    Inwiefern ist die Digitalisierung, zum Beispiel mit neuen Apps für Fahrgäste, Teil Ihrer Strategie zur Erhöhung der Attraktivität des ÖV in Basel?
    Der Digitalisierung kommt beim ÖV ein hoher Stellenwert zu. Die Fahrgäste möchten sich via App über Fahrpläne oder allfällige Betriebsstörungen informieren und dort auch bequem ihr Ticket lösen. Zentral ist die Digitalisierung auch, wenn es ums Teilen und Kombinieren verschiedener Fahrzeuge geht. Viele von uns kombinieren die Tram- oder Busfahrt mit einem Leihfahrzeug: Je nachdem, wo wir wohnen, fahren wir mit einem geliehenen Velo, Trotti oder Auto zur Haltestelle oder von dort zum Zielort. Diese Leihfahrzeuge buchen oder bezahlen wir schon heute mehrheitlich digital. Ziel muss es sein, dass wir digitale Lösungen haben, die alle diese Angebote komfortabel miteinander verbinden. Der grosse Durchbruch ist bisher nicht gelungen, es gibt viele Player und Herausforderungen auf diesem Weg. Aber wir sind an Lösungen dran.

    Was sind aktuell die grössten Herausforderungen bei der grenzüberschreitenden Koordination mit dem Kanton Baselland und den Nachbarländern bezüglich des öffentlichen Verkehrs?
    In unserer Region sind wir es alle gewohnt, täglich Kantons- oder Landesgrenzen zu überschreiten. Entsprechend planen wir in der Region auch vieles gemeinsam über Grenzen hinweg – gerade in der Mobilität. Viele Tram- und Buslinien sind sowohl im Baselbiet als auch in Basel unterwegs. Zudem haben wir zwei grenzüberschreitende Tramlinien – eine von Basel nach St. Louis (F) und eine von Basel nach Weil am Rhein (D). Diese sind sehr erfolgreich und werden gut genutzt, herausfordernd ist jedoch die Finanzierung von Unterhalt und Betrieb der Abschnitte in den Nachbarländern. Die derzeit wohl grösste Herausforderung ist aber weniger die Koordination innerhalb der Region, sondern die Tatsache, dass wir als Region beim Bund teilweise zu wenig wahrgenommen werden. Die aktuellen Diskussionen rund um den dringend notwendigen Bahnausbau in Basel zeigen dies. Ich bin dankbar, dass wir in der Region alle an einem Strang ziehen und gemeinsam für eine trinationale S-Bahn kämpfen, die diesen Namen verdient. Ein durchgängiges S-Bahn-System hat ein grosses Potential für die Verlagerung von Fahrten von der Strasse auf die Schiene.

    Wie sieht Ihr konkreter Zeitplan für die Umstellung der gesamten Busflotte auf Elektroantrieb bis 2027 aus und welche Herausforderungen bestehen dabei noch?
    Diese Umstellung ist in vollem Gang und auf Kurs. Rund die Hälfte der BVB-Busse fahren bereits mit Elektroantrieb. Die Basler Verkehrs-Betriebe werden bis 2027 ihre gesamte Busflotte auf E-Busse umstellen. Damit leistet die BVB einen wesentlichen Beitrag, damit Basel die ambitionierten Klimaziele erreichen kann.

    Sie sind in nationalen Gremien stark vernetzt. Welche Trends oder Best Practices aus anderen Städten und Regionen inspirieren Sie besonders für Basel?
    Der Austausch mit anderen Städten ist immer wieder bereichernd. Alle kämpfen mit denselben Herausforderungen, beispielsweise mit Zielkonflikten bei knappen Platzverhältnissen. Ich beobachte die Pilotversuche mit autonomen ÖV-Angeboten in anderen Städten mit Interesse. Als Präsidentin der Städtekonferenz Mobilität ist es mir wichtig, dass wir in dieser Thematik früh die richtigen Weichen stellen und für neue Herausforderungen wie autonome Fahrzeuge gerüstet sind. Solche neuen Entwicklungen sollen ein Gewinn für alle Seiten sein. Dazu braucht es jedoch gewisse Rahmenbedingungen. 

    Gibt es etwas, das Sie sich für Basel wünschen? Etwas, aus anderen Städten auf der Welt die Sie beeindruckt oder inspiriert hat?
    Wenn man asiatische Städte anschaut, ist man zuweilen schon beeindruckt über das Realisierungstempo von Projekten, gerade im Hoch- und Tiefbau. Auf der anderen Seite bin ich sehr dankbar, dass wir in der Schweiz demokratische Prozesse haben, die zwar langwierig sind, aber dafür sorgen, dass die Menschen einbezogen werden und Einfluss nehmen können. Ich bin überzeugt, dass diese Beteiligung – sei es über das Parlament oder direkt über die Bevölkerung – ein Schlüssel zu mehr Akzeptanz und damit auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. 

  • Neues Stadtquartier am Bahnhof Winterthur

    Neues Stadtquartier am Bahnhof Winterthur

    Direkt beim Bahnhof entsteht auf einem nur 2’000 Quadratmeter grossen Areal das Projekt Stellwerk 2. Es kombiniert Wohnen, Arbeiten und Mobilität auf engem Raum. Der Neubau umfasst 66 Stadtwohnungen und rund 2’000 Quadratmeter Flächen für Büro, Bildung und Gesundheit. Im Erdgeschoss wird eine grosszügige Verkaufszone von 700 Quadratmetern für publikumsorientierte Nutzungen sorgen. Ziel ist die optimale Nutzung bestehender Bahngrundstücke, ohne zusätzliche Versiegelung.

    In den oberen Geschossen entstehen kompakte Einheiten mit ein bis dreieinhalb Zimmern. Gästezimmer und Gemeinschaftsräume fördern flexible Wohnformen und soziale Interaktion. Ein Ansatz, der auf veränderte urbane Lebensstile reagiert. Entwickelt wurde das Projekt vom Zürcher Büro Esch Sintzel Architekten, das 2021 den Wettbewerb der SBB in enger Kooperation mit der Stadt gewann.

    Drehkreuz für Zweirad und Alltag
    Das Stellwerk 2 wird nicht nur gebaut, um zu wohnen und zu arbeiten, sondern um Bewegung zu ermöglichen. Im Untergeschoss entstehen 360 neue Veloabstellplätze mit Lademöglichkeiten für E‑Bikes, Lastenvelo-Zonen und Schliessfächern. Zusammen mit 150 kürzlich geschaffenen Plätzen im Bestand erweitert sich die Kapazität der benachbarten Velostation auf rund 510 Einheiten. Über einen neuen Durchgang wird der Neubau mit der bestehenden Anlage unter Stellwerk 1 verbunden.

    Für Stadträtin Christa Meier steht das Projekt sinnbildlich für den Wandel zur Mobilitätsstadt: Das Stellwerk werde zum eigentlichen Velohub Winterthurs und stärke die Rolle des Bahnhofs als multimodales Zentrum.

    Realisierung in Etappen
    Mit Stellwerk 2 zeigen SBB Immobilien und die Stadt Winterthur, wie städtebauliche Nachverdichtung und Verkehrswende ineinandergreifen können. Ein Ort, an dem Wohnen, Arbeiten und nachhaltige Mobilität zu einer neuen urbanen Einheit verschmelzen.

  • Transformation eines Militärflugplatzes zu zivilem Innovationsstandort

    Transformation eines Militärflugplatzes zu zivilem Innovationsstandort

    Die zivile Umnutzung des Militärflugplatzes St.Stephan im oberen Simmental kommt voran. Das  Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat laut einer Mitteilung die Umnutzung in einen zivilen Flugplatz bewilligt. Damit können nicht mehr benötigte Bauten und Anlagen zurückgebaut und die Infrastruktur für den zivilen Flugbetrieb errichtet werden. Das BAZL hat zugleich der Prospective Concepts Aeronautics AG (PCA) die unbefristete Betriebsbewilligung erteilt und das Betriebsreglement genehmigt.

    Das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung wird voraussichtlich Anfang 2026 die Überbauungsordnung für das Gelände genehmigen, welche die Gemeindeversammlung 2024 angenommen hat. Anschliessend soll armasuisse Immobilien das Areal aus dem Bundesbesitz der Einwohnergemeinde St.Stephan übertragen. PCA wird den Flugplatz im Baurecht nutzen.

    Der Flugplatz soll künftig sowohl zivil-aviatisch als auch gewerblich genutzt werden. Die Flüge dürften vor allem von Entwicklungs-, Hersteller- und Unterhaltsunternehmen ausgelöst werden.

    Auch gelegentliche Tourismus- und Geschäftsreiseflüge sind vorgesehen. Der Flugbetrieb ist im Objektblatt Sachplan Verkehr, Teil Infrastruktur (SIL) geregelt, das der Bundesrat am 30. August 2023 verabschiedet hat.

    Der Flugplatz war während des Zweiten Weltkrieges 1941 angelegt worden. Er liegt nahe der Skigebiete Gstaad-Zweisimmen-St.Stephan und Adelboden-Lenk.

  • Neue Serviceanlage stärkt den Bahnstandort Weinfelden

    Neue Serviceanlage stärkt den Bahnstandort Weinfelden

    Die SBB und ihre Thurgauer Tochtergesellschaft Thurbo AG mit Sitz in Kreuzlingen nehmen laut einer Mitteilung am 1. November die neue Serviceanlage in Weinfelden in Betrieb. Hier sollen die bestehende Thurbo-Flotte gewartet sowie die neue Flotte von 329 Flirt-Evo-Zügen in Betrieb genommen und gewartet werden. Die ersten neuen Züge sollen 2026 eingeführt werden und werden auch von der SBB und ihrer Tochter RegionAlps mit Sitz in Martigny VS genutzt. Die Nähe zu den Standorten Bussnang und Erlen des Bahnbauers Stadler ermöglicht eine effiziente Instandhaltung, Schulung und Einführung.

    Thurbo hat 18,4 Millionen Franken in die Anlage investiert. Sie wurde in Holzbauweise errichtet und um 30 auf 100 Meter verlängert. Sie trägt auch eine Photovoltaikanlage, deren 866 Module pro Jahr knapp 400 Megawattstunden Strom erzeugen sollen. Hier werden künftig bis zu 30 Mitarbeitende tätig sein.

    Die Anlage wird am 1. November mit einem Tag der offenen Tür eröffnet. Dabei wird auch der erste Zug der neuen Flirt-Evo-Flotte getauft.