Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Forschungsprojekt fördert Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

    Forschungsprojekt fördert Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

    Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) arbeiten laut einer Mitteilung an der Wiederverwendung von altem Baumaterial. In einer von Prof. Dr. Catherine De Wolf entwickelten projektbasierten interdisziplinären Lehrveranstaltung suchen angehende Ingenieurwissenschaftler etwa aus Architektur oder Informatik nach Wegen für sinnvolles Recycling im Bauwesen, um Ressourcen zu sparen und Materialien länger zu nutzen.

    Ihre Kenntnisse wenden sie bei Baustellenbesuchen, Workshops oder in der Werkstatt an. Rund 70 Prozent ihrer Zeit verbringen die ETH-Forschenden in der Praxis. „Sie lernen, wie man Materialien aus bestehenden Gebäuden sorgfältig ausbaut, digital dokumentiert, in neue Entwürfe integriert und schliesslich umsetzt“, heisst es. Die Erfahrung, ein Gebäude zu demontieren und dieses Abbruchmaterial, das sonst auf der Deponie landen würde, für neue Bauprozesse wiederzuverwenden, führe vor Augen, „wie sich nachhaltige Bauweisen praktisch umsetzen lassen“. Im Kurs Digital Creativity for Circular Construction wird in Teams an umsetzbaren Projekten für externe Auftraggebende und Nutzende gearbeitet. Zum Erfassen der Gebäudesubstanz kommen Laserscanning, Künstliche Intelligenz und Erweiterte Realität zum Einsatz.

    Die Arbeiten der Studierenden waren in der Kunsthalle Zürich, auf der Kunstmesse Art Genève und auf der Architekturbiennale in Venedig zu sehen und wurden von externen Auftraggebenden und Nutzenden weiterverwendet. 

  • Erneuerbare Energien bleiben trotz schwieriger Marktbedingungen auf Wachstumskurs

    Erneuerbare Energien bleiben trotz schwieriger Marktbedingungen auf Wachstumskurs

    Aventron hat ihre Finanzkennzahlen für das Geschäftsjahr 2025 bekanntgegeben. Insgesamt erzeugte die Produzentin von Strom aus erneuerbaren Energien rund 1,3 Milliarden Kilowattstunden Strom – etwa 15 Prozent weniger als im Vorjahr (2024: 1,498 Milliarden Kilowattstunden). Als Gründe nennt aventron historisch schwache Wetterbedingungen sowie eine hohe Preisvolatilität bis hin zu negativen Strompreisen.

    Trotz des Produktionsrückgangs bleibt das Ergebnis laut einer Mitteilung „solide“. Der Nettoerlös belief sich auf 120,5 Millionen Franken (2024: 134,9 Millionen Franken), die Marge beim EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) lag bei rund 21 Prozent. Das Jahresergebnis nach Steuern erreichte 10,3 Millionen Franken.

    Im Jahr 2025 setzte aventron ihre Diversifikationsstrategie mit den Technologien Sonne, Wind und Wasser fort und entwickelte das Portfolio weiter. In der Schweiz wurde der Bau der alpinen Photovoltaikprojekte Sedrun Solar (Graubünden) und APV Sidenplangg (Uri) gestartet. In Italien begann die Umsetzung des 25-Megawatt-Solarkraftwerks Lazio 01, während sich in Frankreich und Deutschland zwei Windparks im Bau befinden. Insgesamt investierte das Unternehmen 67 Millionen Franken. Per Jahresende umfasste das Portfolio eine konsolidierte Gesamtleistung von 819 Megawatt (Vorjahr: 797 MW) in Betrieb oder Bau.

    Mittelfristig will sich aventron verstärkt auf eine erfolgreiche Stromvermarktung sowie den Ausbau von Datenmanagement- und Monitoring-Systemen konzentrieren. Ziel bleibt der Aufbau eines Portfolios mit einer Gesamtleistung von 1000 Megawatt. Das Unternehmen mit Sitz in Münchenstein betreibt und entwickelt Kraftwerke in den Bereichen Wasser-, Solar- und Windenergie in der Schweiz und ausgewählten europäischen Ländern.

  • Regionale Metzgerei setzt auf Nachhaltigkeit und kurze Transportwege

    Regionale Metzgerei setzt auf Nachhaltigkeit und kurze Transportwege

    Die Metzgerhuus Stadt und Land AG in Füllinsdorf arbeitet fast bei voller Kapazität. Die regionale Kleinmetzgerei verarbeitet laut Geschäftsführer Raffael Jenzer pro Woche bereits rund 30 Rinder, 30 Kälber, 70 Schweine und 20 Schafe. Die Transportwege sind kurz: Die Tiere stammen von über 300 landwirtschaftlichen Betrieben aus dem Baselbiet. Das Fleisch wird von 13 Metzgern in der Region sowie über 125 direktvermarktenden Bauernbetrieben genutzt.

    Das im Juni 2025 eröffnete Metzgerhuus umfasst zudem einen Selbstbedienungsladen, der jeden Tag zugänglich ist. Er bietet 500 Produkte regionaler Lieferanten an. Zudem haben im Metzgerstübli bereits rund 80 Veranstaltungen mit über 1000 Besuchenden stattgefunden. Auch die ersten Kochkurse sind bereits erfolgreich angelaufen.

    Das Gebäude des Metzgerhuuses selbst ist ein Kraftwerk. Es produziert dank Solarfassade, Solarmodulen auf dem Dach, Wärmerückgewinnung und starker Dämmung mehr Energie als es verbraucht. Entsprechend ist es Minergie A-zertifiziert.

    Die regionale Kleinmetzgerei wurde von fünf Metzgerfamilien aus den Baselland und Basel-Stadt, dem Metzgermeisterverband beider Basel und der Genossenschaft Basler Metzger und dem Bauernhof gegründet, die zusammen 4 Millionen Franken Kapital aufbrachten. Sie wollten das Vieh der Region nicht länger zum Schlachten ins Mittelland fahren.

    Die beiden Basel unterstützten das Vorhaben im Rahmen des Projekts zur regionalen Entwicklung „Genuss aus Stadt und Land“ (PRE) mit 2,5 Millionen Franken. 120 Darlehensgeber unterstützten das Metzgerhuus mit insgesamt fast 1 Million Franken. Wer heute noch das Metzgerhuus finanziell unterstützen will, kann sogenannte Solar-Einkaufsgutscheine kaufen: Für 1000 Franken können Interessierte sich an Solarmodulen beteiligen; der Ertrag wird in Gutscheinen für Fleisch zurückgezahlt. 

  • Studie zeigt hohe regionale Wertschöpfung durch Energieunternehmen

    Studie zeigt hohe regionale Wertschöpfung durch Energieunternehmen

    Repower hat von Hanser Consulting untersuchen lassen, wieviel Wertschöpfung der Bündner Energieversorger im Vergleich zu ausserkantonalen Energieunternehmen erbringt. Für das Jahr 2024 beziffert das Beratungsunternehmen in seiner Studie den zusätzlichen Mehrwert der Repower-Gruppe für den Kanton auf rund 144 Millionen Franken. Laut seiner Mitteilung hat Repower die Ergebnisse dem Bündner Grossen Rat im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 23. April 2026 vorgestellt.

    Hanser Consulting fasst die Haupterkenntnisse wie folgt zusammen: Erstens bleibt aufgrund des Hauptsitzes der Repower Gruppe in Graubünden im Vergleich zu ausserkantonalen Unternehmen mehr als die doppelte Wertschöpfung pro produzierter Kilowattstunde Strom aus Bündner Wasserkraft in Graubünden. Dadurch entstünden zweitens „vielfältige weitere Vorteile“ für die Bündner Volkswirtschaft, insbesondere im Hinblick auf die Vielfalt des Arbeitsmarktes, Steuererträge für Kanton und Gemeinden sowie die Berücksichtigung von lokalen Zuliefererfirmen für Hauptsitzaktivitäten.

    „Vor dem Hintergrund der Bündner Wasserkraftstrategie und der in den kommenden Jahren anstehenden Heimfälle gewinnt die Frage an Bedeutung, wie die Nutzung der Wasserkraft langfristig organisiert wird und wo die damit verbundene Wertschöpfung anfällt“, schreibt Repower. „Die Studie will dazu eine sachliche Diskussionsgrundlage liefern.“ Wie Repower betont, habe das Unternehmen die Studie zwar bezahlt und die dafür notwendigen Grundlagen zur Verfügung gestellt, doch habe es keinerlei Einfluss auf Methodik oder Ergebnisse genommen.

    Repower beschäftigt in Graubünden rund 500 Mitarbeitende und agiert über die gesamte Wertschöpfungskette, von der Produktion über das Netz und die Versorgung bis hin zum Handel. Grösste Anteilseigner sind die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (38,49 Prozent), der Kanton Graubünden (27 Prozent) und der Clean Energy Infrastructure Switzerland-Fonds der UBS (23,04 Prozent).

  • Das Netz wird zum Nadelöhr der Schweiz

    Das Netz wird zum Nadelöhr der Schweiz

    Mit 11 zu 0 Stimmen bei 2 Enthaltungen hat die Energiekommission des Ständerates die Gesetzesänderung zur Beschleunigung beim Aus- und Umbau der Stromnetze angenommen. Die Kommission macht damit klar, dass der Ausbau der Netzinfrastruktur politisch nicht mehr als Nebenschauplatz behandelt werden soll.

    Das ist mehr als ein technischer Schritt. Die Kommission betont ausdrücklich die herausragende Bedeutung einer einheimischen, erneuerbaren Energieversorgung und verlangt, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen dieser Bedeutung endlich folgen. Das Stromnetz wird damit vom Begleiter zum strategischen Rückgrat der Energiepolitik.

    Freileitung vor Erdkabel
    In einem zentralen Punkt setzt die Kommission einen klaren Akzent. Leitungen des Übertragungsnetzes sollen in erster Linie als Freileitungen realisiert werden. Erdkabel bleiben die Ausnahme und sollen nur in besonderen Fällen geprüft werden. In Bauzonen soll dieser Grundsatz jedoch nicht gelten.

    Damit rückt die politische Priorität sichtbar auf Tempo und Umsetzbarkeit. Denn je komplexer die Interessenabwägung, desto länger dauern Verfahren. Genau hier will die Vorlage ansetzen und Planungsprozesse straffen.

    Mehr Spielraum beim Ersatz
    Besonders relevant ist der Blick auf den Bestand. In den kommenden Jahren erreicht ein grosser Teil der Netzinfrastruktur das Ende seiner Lebensdauer. Laut Swissgrid sind bereits heute strukturelle Engpässe spürbar und zwei Drittel des 6700 Kilometer langen Übertragungsnetzes sind über 40 Jahre alt.

    Die Kommission will deshalb den Ersatz bestehender Hoch- und Höchstspannungsleitungen erleichtern, auch auf bestehenden oder direkt angrenzenden Trassees. Dieses Prinzip soll neu auch für Teile des Verteilnetzes über 36 kV gelten. Das ist ein Signal mit Wirkung. Nicht jeder Netzausbau beginnt auf der grünen Wiese. Vieles entscheidet sich im schnelleren Ersatz des Bestehenden.

    Die stille Hürde der Energiewende
    Hinzu kommt ein Detail mit grosser Wirkung. Künftig sollen Transformatorenstationen unter bestimmten Bedingungen auch ausserhalb der Bauzone möglich sein, wenn innerhalb der Bauzone kein verhältnismässiger Standort gefunden wird. Auch das zeigt, wo die Energiewende im Alltag hängen bleibt. Oft nicht an der Strategie, sondern am Grundstück.

    Der Vorstoss trifft deshalb einen wunden Punkt. Die Schweiz hat die Produktion erneuerbarer Energie beschleunigt, doch das Netz droht zum Flaschenhals zu werden. Wenn Verfahren weiter Jahre dauern, bremsen nicht fehlende Ideen die Wende, sondern fehlende Leitungen.

  • Wohnüberbauung wird nachhaltig saniert und erweitert

    Wohnüberbauung wird nachhaltig saniert und erweitert

    Das Schlieremer Immobilien- und Bauunternehmen Halter realisiert die Umgestaltung des Standorts Clochettes, im Genfer Stadtteil Champel. Im Rahmen des Projekts wurde Halter von Baloise mit der energieeffizienten Sanierung, dem Umbau und der Aufstockung dreier Wohngebäude aus den 1970er-Jahren beauftragt. Laut Mitteilung sollen bis Januar 2029 insgesamt 70 bestehende Wohnungen modernisiert werden und durch den Anbau von zwei weiteren Etagen 15 neue Wohnungen geschaffen werden. Die Arbeiten werden im Mai starten und im bewohnten Zustand erfolgen.

    Im Rahmen der Sanierung wird Halter die technischen Anlagen erneuern und die Fassaden überarbeiten. Geplant sind zudem die Wärmerückgewinnung und Installation von Photovoltaikanlagen, heisst es in der Projektbeschreibung. Ziel ist die Erlangung eines Minergie-Renovationslabels.

    Der architektonische Entwurf vom Architekturbüro Grenier + Coretra wahrt die Kontinuität mit den bestehenden Gebäuden und harmoniert mit der benachbarten Wohnanlage. Die neuen Wohnungen werden vielfältige Grundrisse und Raumkonzepte bieten, die auf modernes Wohnen zugeschnitten sind.

    Im Erdgeschoss der Gebäude entstehen neue Flächen für Bewohnende und quartierbezogene Nutzungen. Die Aussenanlagen werden darüber hinaus mit bewaldeten Flächen aufgewertet, um die Lebensqualität und Artenvielfalt zu fördern. 

  • Forschungsprojekt fördert Wiederverwendung von Beton im Bauwesen

    Forschungsprojekt fördert Wiederverwendung von Beton im Bauwesen

    Der Gruppe Materialien und Strukturen des Institut du patrimoine construit, d’architecture, de la construction et du territoire (inPACT) der Haute école du paysage, d’ingénierie et d’architecture de Genève (HEPIA) leitet das Forschungsprojekt Concrete Upcycling Techniques (CUT). Das von Professorin Maléna Bastien Masse geleitete Projekt zielt darauf ab, die Wiederverwendung von Betonplatten in die Baupraxis zu integrieren, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Damit soll der CO2-Fussabdruck der Branche verringert werden. Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützt und in Zusammenarbeit mit dem Structural Xploration Lab der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) von Professor Corentin Fivet durchgeführt.

    Das Projekt will Betonplatten beim Abriss von Gebäuden aufbewahren. Die Platten werden vor Ort zersägt und anschliessend von den Forschern der HEPIA untersucht. Ziel ist es, herauszufinden, ob diese Platten wiederverwendet werden können. Die für die Wiederverwendung freigegebenen Platten werden anschliessend in Neubauten eingesetzt. Das Projekt untersucht auch, wie sie bei der Wiederverwendung miteinander verbunden werden können. Dabei werden fortgeschrittene Techniken und Materialien wie der hochleistungsfähige faserverstärkte Zementverbundwerkstoff (CFUP) verwendet.

    „Die Baubranche liebt Beton. Er ist ein unverzichtbarer, vielseitiger, anpassungsfähiger und kostengünstiger Werkstoff, aber auch extrem umweltschädlich. Eine Lösung drängt sich auf: die Wiederverwendung“, heisst es in der Mitteilung. „Durch die Rückgewinnung und Verwendung von Bauteilen aus bestehenden Bauwerken für neue Bauprojekte sinkt der Betonverbrauch, was zu einer geringeren CO2-Belastung führt.“

    Die HEPIA ist eine Hochschule mit Sitz in Genf, die in den Bereichen Ingenieurwesen, Architektur und Umwelt in der Ausbildung und Forschung tätig ist, insbesondere in den Bereichen Werkstoffe und nachhaltiges Bauen. Die Hochschule ist Teil der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO).

  • Übernahme stärkt Position im europäischen Energiemarkt

    Übernahme stärkt Position im europäischen Energiemarkt

    Die BKW hat in einer Mitteilung die Übernahme des französischen Energieunternehmen Volterres SAS bekanntgegeben. Volterres SAS betreibt ein Netzwerk von über 100 Solar-, Wind- und Wasserkraftanlagen und ermöglicht die Rückverfolgung von Stromflüssen in Echtzeit. Volterres liefert jährlich mehr als 2 Terawattstunden Strom an Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.

    Die Übernahme fügt sich nahtlos in die bestehende Frankreich-Strategie der BKW ein. Bereits zuvor hatte das Unternehmen seine Aktivitäten im Land ausgebaut, unter anderem durch einen Vertrag zur Optimierung von 200 Megawatt Batteriekapazität. Zudem vermarktet die BKW in Frankreich zahlreiche Wind-, Solar- und Batterieprojekte Dritter und bewirtschaftet eine erneuerbare Jahresproduktion von über 1 Terawatt. Mit Volterres deckt die BKW nun die gesamte energiewirtschaftliche Wertschöpfungskette ab. 

    Strategisch ist die Übernahme ein wichtiger Schritt innerhalb der Solutions 2030, so die Mitteilung. Mit dieser Ausrichtung konzentriert sich die BKW auf die Geschäftsfelder Energy Solutions, Power Grid sowie Infrastructure & Buildings und positioniert sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energiewende. Ziel ist es, bis 2030 ein EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von über 1 Milliarde Franken zu erreichen. Frankreich spiele dabei eine Schlüsselrolle.

    „Frankreich ist ein strategisch wichtiger Markt für uns. Mit der Integration von Volterres stärken wir unsere Stellung nicht nur dort, sondern im gesamten europäischen Markt und entwickeln unser Portfolio an flexiblen Energielösungen weiter“, wird Stefan Sewckow zitiert, Executive Vice President Energy Markets.

    Die BKW mit Sitz in Bern ist ein international tätiges Energie- und Infrastrukturunternehmen. Ihr Leistungsspektrum reicht von Engineering und Beratung über Gebäudetechnik bis hin zum Bau und Betrieb von Energie- und Versorgungsnetzen. 

  • Führungswechsel im Energiebereich eines grossen Versorgers

    Führungswechsel im Energiebereich eines grossen Versorgers

    Die Vertina Anlagestiftung hat im ersten Quartal 2026 insgesamt 74,3 Millionen Franken in vier Neubauprojekte investiert. Das frische Kapital stammt aus der Kapitalerhöhung im vierten Quartal 2025, heisst es in einer Mitteilung.

    Die Bauprojekte befinden sich auf Liegenschaften in Oberglatt ZH, Kloten ZH, Seon AG und Zürich. Diese ausgewählten Standorte zeichnen sich durch gute Infrastrukturanbindung sowie durch ein solides Marktumfeld aus, so die Mitteilung. Nach Fertigstellung wird sich der Marktwert der vier Objekte auf 131 Millionen Franken belaufen. Damit erhöht sich der Wert des Gesamtportfolios der Anlagegruppe Vertina Wohnen auf 350 Millionen Franken.

    Insgesamt besteht das Immobilienportfolio der Vertina aus 13 Liegenschaften mit unterschiedlichem Baufortschritt. Im laufenden Geschäftsjahr ist der Baubeginn von vier weiteren Projekten geplant. Hierzu wird die Vertina, wie erst kürzlich gemeldet, im zweiten Quartal neues Kapital zwischen 60 und 80 Millionen Franken aufnehmen. 

  • Brennstoffzellen sollen Stromnetze unterstützen

    Brennstoffzellen sollen Stromnetze unterstützen

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben in Zusammenarbeit mit der Hälg Group aus St.Gallen, der ebenfalls in St.Gallen ansässigen Osterwalder Gruppe und der Zürcher H2 Energy AG ein gemeinsames Projekt zur Wirkung von Wasserstoff-Brennstoffzellen durchgeführt. Das Experiment im Empa-Zentrum in Dübendorf zeigte, dass die aus den Brennstoffzellen gewonnene Elektroenergie in Quartiezentren die lokalen Stromnetze entlasten könnte, heisst es in einer Mitteilung.

    Im Kern des Projektes ging es darum, den Stromverbrauch von Wärmepumpen zu entlasten, in dem aus lokalen Quartier-Energiezellen mittels Wasserstoff-Brennstoffzellen Elektroenergie produziert wird. Diese wird zum Betrieb der Wärmepumpen eingespeist und entlastet somit das Netz. Zugleich wurde im Experiment getestet, über spezielle Wärmeaustauscher mittlere Temperaturen von etwa 35 Grad Celsius an das Wärmenetz des NEST-Innovationsgebäude und den Empa-Campus in Dübendorf abzugeben. Der Test, der von Oktober 2023 bis September 2025 lief, zeigte, dass die Quartier-Energiezellen die Spitzen des Stromverbrauchs glätten und die Gesamtkosten der Spitzenlast um 10 Prozent senken konnten.

    „Unsere Versuche zeigten, dass Brennstoffzellen elektrische und thermische Spitzenlasten in Gebäuden wirksam ausgleichen können. Damit wurde klar: Die wasserstoffbasierte Spitzenlastabdeckung ist technisch machbar und liefert wertvolle Erkenntnisse für die Steuerung komplexer Energiesysteme“, wird Binod Prasad Koirala, stellvertretender Leiter der Empa-Forschungsabteilung Urban Energy Systems, in der Mitteilung zitiert. Beim Verwenden von grünem Wasserstoff leisten die Brennstoffzellen zusätzlich einen Beitrag zur CO2-Reduzierung.

  • Kanton Bern plant Grossbau im Berner Seeland

    Kanton Bern plant Grossbau im Berner Seeland

    Am Schermenweg in Bern hat das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt seit Jahrzehnten seinen Hauptsitz. Die Gebäude dort zeigen statische Mängel und sind in einem Zustand, der eine Totalsanierung unter laufendem Betrieb verunmöglicht. Hinzu kommt ein zweiter Standort in Ostermundigen, wo der Kanton jährlich über eine Million Franken Miete bezahlt.

    Dreimal umziehen oder einmal bauen
    Der Entscheid fiel zugunsten eines Neubaus. Alle drei Standorte werden aufgelöst, die rund 400 Mitarbeitenden an einem einzigen Ort zusammengeführt. Das neue Gebäude auf der Buechlimatt in Münchenbuchsee bietet auf einer Grundstücksfläche Platz für Büros, Prüfstellen und den gesamten Kundenbetrieb. Fahrzeugzulassungen, Führerprüfungen, administrative Abläufe: Alles unter einem Dach, erstmals seit Jahrzehnten.

    Ein Wettbewerb, ein Sieger, ein Holzbau
    2021 schrieb der Kanton einen offenen Projektwettbewerb aus. Dreissig Teams reichten Entwürfe ein, das Zürcher Planerteam aus Studiomori Architektur und KNTXT Architekten überzeugte die Jury. Ihr Projekt trägt den programmatischen Namen «Einer für alle». Es setzt auf einen unterhaltsarmen Holzbau, der sich organisch in den ländlichen Dorfrand von Münchenbuchsee einfügt. Kein Statement aus Beton und Glas, sondern ein Gebäude, das die Klimastrategie des Kantons Bern sichtbar macht. Holz als Baustoff reduziert die CO2-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus.

    Die Politik entscheidet
    Die Berner Regierung hat im April 2026 den Verpflichtungskredit von 132,9 Millionen Franken beim Grossen Rat beantragt. Dieser entscheidet voraussichtlich im Herbst 2026. Dass der Betrag seit der Wettbewerbsphase 2021 von damals rund 104 Millionen Franken auf 132,9 Millionen gestiegen ist, dürfte im Parlament Fragen aufwerfen. Bauteuerung und gestiegene Planungsanforderungen gelten als Hauptgründe. Wer die Mietkosten und den Sanierungsstau gegenrechnet, kommt auf einen klaren betriebswirtschaftlichen Befund zugunsten des Neubaus.

    Einzug frühestens 2031
    Verläuft die parlamentarische Beratung planmässig, folgen Baueingabe Mitte 2026 und Baubeginn 2028. Die Inbetriebnahme ist für 2030 bis 2031 geplant. Für Münchenbuchsee bedeutet das ein neues Arbeitsplatzzentrum mit mehreren hundert Beschäftigten am Dorfrand. Für den Kanton Bern bedeutet es das Ende eines langen Verwaltungsumbaus. Und für die Schweizer Bauwirtschaft steht das Projekt exemplarisch für einen Trend, der 2026 an Fahrt gewinnt. Öffentliche Bauten aus Holz, gebaut für die nächste Generation.

  • 11. Mai an dem die Schweiz ihre Grenzen überschreitet

    11. Mai an dem die Schweiz ihre Grenzen überschreitet

    Seit der ersten Erfassung des ökologischen Fussabdrucks 1961 hat sich der Schweizer Overshoot Day um mehr als sieben Monate nach vorne verschoben, von Ende Dezember auf Mitte Mai. Würde die gesamte Weltbevölkerung so leben wie die Schweiz, bräuchte es 2026 die Ressourcen von 2.8 Erden. Der ökologische Fussabdruck der Schweiz liegt bei 4.15 globalen Hektar pro Person, die verfügbare Biokapazität beträgt gerade einmal 1.48 Hektar. Die Lücke wächst.

    Wohnen als unterschätzter Treiber
    Wohnen ist einer der stärksten Treiber des Schweizer Overshoots, neben Mobilität, Ernährung und importierten Gütern. Zwischen 1990 und 2021 stieg die Wohnfläche in der Schweiz um 54 Prozent, die Bevölkerung hingegen nur um 31 Prozent. Individuelle Verhaltensänderungen können dabei nur rund 20 Prozent der Einsparungen bewirken. Die grossen Hebel liegen anderswo.

    Gebäude als Rohstofflager
    Der Gebäudesektor verursacht über 40 Prozent des globalen Treibhausgasausstosses. Neben der Betriebsenergie Heizen, Kühlen, Strom, entscheidet vor allem die graue Energie darüber, wie gross der Fussabdruck eines Gebäudes wirklich ist. Sie umfasst die gesamte Energie von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung bis zum Rückbau. Solange Abbruch günstiger ist als Wiederverwertung, bleibt das Potenzial der Kreislaufwirtschaft ungenutzt.

    Regulierung zieht an
    Der gesetzliche Rahmen verdichtet sich. Das Klima- und Innovationsgesetz ist seit Januar 2025 in Kraft und schafft Förderanreize für den Ersatz fossiler Heizsysteme und Energieeffizienzmassnahmen. Die MuKEn 2025, verabschiedet im August 2025, definieren erstmals Grenzwerte für die graue Energie bei Neubauten und erhöhen die Anforderungen an Photovoltaik und erneuerbare Heizsysteme. Verbindlich werden sie jedoch erst, wenn die Kantone sie in ihre Energiegesetze überführen.

    Systemwandel statt Symbolpolitik
    Die Botschaft des Overshoot Days ist eindeutig, kleine Anpassungen reichen nicht. Gefragt sind skalierbare Lösungen in Energie, Mobilität, Materialwirtschaft und Arealentwicklung. Die Bau- und Immobilienbranche kann als Querschnittsbranche in allen diesen Bereichen Wirkung erzielen, wenn Daten präzise erfasst, Materialien dokumentiert und zirkuläre Prozesse standardisiert werden. Gebäude als Rohstofflager statt Deponielieferanten, das ist die Richtung.

  • Schweizer Holz soll Pflicht werden

    Schweizer Holz soll Pflicht werden

    Die Schweizer Wälder produzieren jährlich 10,4 Millionen Kubikmeter Holz, verbraucht werden davon gerade einmal 5 Millionen. Insgesamt landen aber 10 Millionen Kubikmeter Holz auf Schweizer Baustellen. Der Rest kommt aus dem Ausland, weil er deutlich günstiger ist. Ein Ressourcenpotenzial, das brach liegt, obwohl die Nachfrage vorhanden wäre.

    Was der Nationalrat fordert
    Nationalrat Daniel Ruch (FDP/VD), von Beruf Waadtländer Forstunternehmer, hat eine Motion eingereicht, die das Waldgesetz ändern soll. Bei Bauten, die mit Bundesgeldern subventioniert werden, soll künftig Schweizer Holz eingesetzt werden, ohne dass den Bauherrschaften dadurch Mehrkosten entstehen. Der Nationalrat hat die Motion angenommen, jetzt liegt der Ball beim Ständerat.

    Der Bundesrat bremst
    Bundesrat Martin Pfister, der den rekonvaleszenten Umweltminister Albert Rösti an der Debatte vertrat, stellte sich gegen eine direkte Subventionierung. Der Bund fördere nachhaltiges Holz bereits bei eigenen Bauten und Anlagen. Eine gesetzliche Grundlage dafür besteht seit der Waldgesetz-Revision von 2017. Für neue Subventionen fehle angesichts der angespannten Bundesfinanzen der Spielraum, und Wettbewerbsverzerrungen seien zu vermeiden.

    Kein neues Thema, aber neuer Druck
    Bereits 2021 nahm der Nationalrat eine ähnliche Motion zur vollständigen Wertschöpfungskette der Holzwirtschaft mit 151 zu 29 Stimmen an, ebenfalls gegen den Willen des Bundesrats. Einzelne Kantone wie Thurgau und Zug haben auf kantonaler Ebene schon Holzförderung in ihre Gesetzgebung integriert. Der Handlungsdruck wächst.

    Was auf dem Spiel steht
    Holz ist der einzige vollständig erneuerbare Baustoff der Schweiz. Wer ihn konsequent einsetzt, stärkt die regionale Wertschöpfung, reduziert Transportemissionen und schützt den Wald vor Überalterung. Ob der Ständerat die Motion stützt oder abbremst, entscheidet, ob diese Logik endlich auch rechtlich verankert wird.

  • Elektrobus markiert neuen Abschnitt im regionalen Verkehr

    Elektrobus markiert neuen Abschnitt im regionalen Verkehr

    Die STI Bus AG mit Sitz in Thun hat ihren ersten Elektrobus in Betrieb genommen. Dieser wird laut einer Mitteilung seit dem 15. April in Grindelwald eingesetzt.

    Das Unternehmen hat sein Personal intensiv auf den Einstieg in die Elektromobilität vorbereitet. Das Personal wurde in die technischen Grundlagen, in die Hochvoltsysteme und in das energieeffiziente Fahren mit Elektrobussen eingeführt. Diese Schulungen werden kontinuierlich weitergeführt.

    Die STI Bus AG will noch in diesem Jahr in Grindelwald drei weitere Elektrobusse in Betrieb nehmen, in Thun zwei Elektrobusse. Bis November werden auch alle STI-Standorte für die Depotladung ausgerüstet. Im nächsten Jahr folgen 16 weitere Elektrobusse. Bis 2036 soll die gesamte Flotte mit über 100 Linienfahrzeugen elektrifiziert sein.

    „Der erste Elektrobus ist ein wichtiger Meilenstein – vor allem aber ein Versprechen“, wird Jürg Lehmann, Geschäftsführer der STI Service AG und Projektleiter E-Mobilität, in der Mitteilung zitiert. Das Unternehmen verspreche Mitarbeitenden, Fahrgästen und der Region, „Mobilität verantwortungsvoll weiterzuentwickeln“.

    Der Umstieg in die Elektromobilität zeigt laut Patrick Fankhauser, wie das Unternehmen die Mobilität der Zukunft gestalten wolle. „Die Elektromobilität ist eine bewusste Investition in die Umwelt und in die Lebensqualität unserer Region für heutige sowie künftige Generationen“, wird der Direktor der STI Holding AG zitiert.

  • Modernisierte Abwasseranlage stärkt Gewässerschutz und Energieeffizienz

    Modernisierte Abwasseranlage stärkt Gewässerschutz und Energieeffizienz

    Erneuerung und Ausbau der ARA Basel sind abgeschlossen. Am 17. April wurde die Abwasserreinigungsanlage offiziell eingeweiht. Eine der wichtigsten Infrastrukturanlagen der Region war seit 2019 im laufenden Betrieb grundlegend modernisiert und erweitert worden. Damit zählt sie nun europaweit zu den modernsten Anlagen ihrer Art. Am Wochenende vom 18. und 19. April kann sich die Bevölkerung bei den Tagen der offenen Tür ein Bild davon machen.

    Ziel des Projekts war es laut einer Mitteilung des Kantons Basel-Stadt, die Reinigungsleistung deutlich zu verbessern, die Anlage an zukünftige Anforderungen anzupassen und einen langfristigen Beitrag zum Gewässerschutz zu leisten. Sie befindet sich nun auf dem neuesten Stand der Technik und gewährleistet einen gesetzeskonformen Betrieb für mehrere Jahrzehnte. Ausgelegt ist sie auf eine bis 2050 hinreichende Kapazität von 520’000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Zudem kann sie vorgereinigtes Industrieabwasser der ARA Chemie aufnehmen.

    Durch die Modernisierung ist die ARA Basel nun auch für den Stickstoffabbau ausgerüstet und verfügt über eine Reinigungsstufe zur Reduktion von Mikroverunreinigungen. Ergänzt wird sie durch eine Schlammfaulung und Photovoltaikanlagen. Zudem wird aus der Klärschlammvergärung Biogas gewonnen und mehr Abwärme ins Fernwärmenetz abgegeben.

    Betreiberin der ARA Basel ist die Prorheno AG. Für die Erneuerung der Anlage wurden von den Parlamenten der beiden Basel 325,1 Millionen Franken bewilligt. Die Schlussabrechnung liegt noch nicht vor.

  • Grenzüberschreitende Wärmeversorgung rückt in greifbare Nähe

    Grenzüberschreitende Wärmeversorgung rückt in greifbare Nähe

    Das Basler Versorgungsunternehmen IWB und die Stadtwerke Weil am Rhein prüfen die Optionen einer gemeinsamen, grenzüberschreitenden Wärmeversorgung. Eine Machbarkeitsprüfung zeigt bereits die technische Umsetzbarkeit auf, die Stadt aus dem deutschen Bundesland Baden-Württemberg ab Mitte 2028 mit Wärme aus Basel zu versorgen, heisst es in einer Mitteilung.

    Die Machbarkeitsprüfung läuft bereits seit Mai 2025. Seit März 2026 sondieren die Unternehmen bei den potenziellen Verbrauchern das mögliche Interesse an einem solchen Wärmeverbund. Die benötigte Wärme in dem Areal zwischen Rhein und der Autobahn A5 würde von IWB geliefert, die bis zum Lieferzeitpunkt bereits zu 80 Prozent CO2-neutral erzeugt werden sollte. Nach Vorliegen der Ergebnisse zur Mitte Jahr wird über eine Realisierung und mögliche Investitionspläne entschieden, heisst es in der Mitteilung.

  • Forschungsprojekt entwickelt globalen Korrosionsindex für Bauanwendungen

    Forschungsprojekt entwickelt globalen Korrosionsindex für Bauanwendungen

    Sky-Frame aus Frauenfeld und das WITG untersuchen gemeinsam, ob auf Basis verfügbarer Wetter- und Klimadaten ein globaler Korrosionsindex entwickelt werden kann. Dieses Projekt wird mit einem Innovationsscheck von Innosuisse unterstützt. Die Fördersumme von maximal 15’000 Franken der Schweizerischen Innovationsagentur ist eine Gutschrift für eine Vorstudie. Sie ermöglicht es, Ideen, Ideenstudien und Analysen zum Innovations- und Marktpotenzial bei einem Schweizer Forschungspartner zu beauftragen und die Zusammenarbeit mit diesem zu testen.

    In das Projekt mit Sky-Frame bringt das WITG seine Expertise bezüglich Korrosion und Bewertung von Werkstoffeigenschaften ein. In einem ersten Schritt werden laut einer Mitteilung reale Projektstandorte mit verfügbaren Klimadatenbanken verknüpft und bestehende Erfahrungswerte aus der Anwendung systematisch ausgewertet. Daraus entsteht unter Berücksichtigung von Faktoren wie Meeresnähe, Windrichtung und projektspezifischen Mikroklimabedingungen ein erster, wissenschaftlich fundierter Ansatz zur Risikoklassifizierung. 

    „Dieses Projekt zeigt exemplarisch, dass sich Innovationsideen nicht im Bereich von ,Rocketscience‘ bewegen müssen, um gefördert zu werden“, so das WITG. Stattdessen sollen sie dem Unternehmen einen nachhaltigen Nutzen und zukünftigen Mehrwert bieten und dabei eine Risikokomponente bei der Umsetzung und damit die Möglichkeit des Scheiterns beinhalten. 

  • Bauen neu denken, Freiburg sucht Pioniere

    Bauen neu denken, Freiburg sucht Pioniere

    Ab 2029 gelten in der Schweiz neue Grenzwerte für Treibhausgasemissionen und Vorgaben zur grauen Energie im Bauwesen. Festgelegt durch die Revision der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich. Der Druck auf die Baubranche wächst. Wer heute nicht in neue Prozesse und Materialien investiert, riskiert morgen teure Anpassungen unter Zeitdruck. Der Kanton Freiburg hat dies erkannt und handelt vorausschauend. Bereits 2023 hat er eine Roadmap zur Kreislaufwirtschaft verabschiedet, die strukturelle Veränderungen im Bauwesen als Priorität setzt.

    Innovation entlang der ganzen Wertschöpfungskette
    Das Thema des diesjährigen Aufrufs lautet «Bauen neu denken, hin zu kreislauforientierten und umweltgerecht konzipierten Systemen». Gesucht sind Projekte, die den ökologischen Fussabdruck von Gebäuden bereits in der Planungsphase reduzieren, durch lokale biobasierte Materialien, rückbaubare Konstruktionssysteme oder digitale Werkzeuge zur Materialnachverfolgung. Die Schweizer Charta Kreislauforientiertes Bauen, die von zwölf führenden Organisationen aus der Bau- und Immobilienbranche getragen wird, formuliert das Ziel klar: «Bis 2030 soll der Anteil nicht erneuerbarer Primärrohstoffe auf 50 Prozent der Gesamtmasse sinken.»

    Kollaboration als Bedingung
    Einzelkämpfer haben hier keine Chance. Jedes eingereichte Projekt muss mindestens drei Unternehmen umfassen, wobei die Mehrheit ihren Sitz im Kanton Freiburg haben muss. Akademische Partner wie die Hochschule für Technik und Architektur HTA-FR können beigezogen werden, um Wissenstransfer und Reproduzierbarkeit der Lösungen sicherzustellen. Nicolas Huet von INNOSQUARE betont, dass die Herausforderungen die Zirkularität zu bewältigen, die Innovation gemeinsam erfolgen muss.

    Finanzierung mit Eigenverantwortung
    Die NRP-Förderung deckt maximal 65 Prozent des Gesamtbudgets, der Rest liegt bei den beteiligten Unternehmen, 10 Prozent in bar, 25 Prozent als Eigenleistung. Diese Struktur ist kein Hindernis, sie ist Programm. Sie stellt sicher, dass nur Projekte eingereicht werden, hinter denen die Unternehmen wirklich stehen. Alain Lunghi, stellvertretender Direktor der WIF, sieht Vorausschau als entscheidenden Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit der Freiburger Unternehmen.

    Jetzt einreichen
    Projekte können einzeln oder im Konsortium über www.promfr.ch/de/nrp  eingereicht werden. Der Aufruf wird getragen von der Wirtschaftsförderung WIF, der Handels- und Industriekammer Freiburg, der HTA-FR sowie der Innovationsplattform INNOSQUARE. Die Frist läuft am 9. September 2026 ab. Wer die Bauwende als Chance begreift, hat noch Zeit zum Handeln.

  • Solarzellen, die sich tarnen

    Solarzellen, die sich tarnen

    Die Natur zeigt uns, wie es geht. Der Morpho-Schmetterling erzeugt seinen intensiv blauen Flügelglanz nicht durch Pigmente, sondern durch dreidimensionale Mikrostrukturen, die Licht brechen und reflektieren. Forscher des Fraunhofer ISE haben dieses Prinzip auf Photovoltaikmodule übertragen. Ein Vakuumprozess bringt eine ähnliche Oberflächenstruktur auf das Deckglas oder auf flexible Folien auf. Je nach Feinstruktur entstehen so Module in unterschiedlichsten Farben, von Ziegelrot bis Anthrazit. Das Ergebnis trägt den Namen MorphoColor®.

    Muster direkt ins Modul
    Neu ist nun die «ShadeCut»-Technik, die farbige Folien mit transparenten Aussparungen versieht und so komplexe Muster und Motive direkt in Solarmodule integriert. Ein Laser oder ein CAD-gesteuerter Schneidprozess bringt das gewünschte Motiv in die Folie ein, ob Ziegelstruktur, Mauerwerk oder ein Firmenlogo. Die Technik funktioniert mit allen gängigen Photovoltaik- und Solarthermie-Modulen und lässt sich sowohl als flexible Einbettungsfolie wie auch als Rückseitenfolie einsetzen. Die farbigen Module erreichen rund 95 Prozent der Leistung eines vergleichbaren unbeschichteten Moduls.

    Das Ende des Denkmalschutz-Dilemmas
    Gebäudeintegrierte Photovoltaik war bisher oft an ästhetischen Anforderungen gescheitert. Gerade denkmalgeschützte Bauten und Ortsbildschutzzonen stellten in der Schweiz und Deutschland hohe Hürden auf. In mehreren deutschen Bundesländern wurde der Denkmalschutz bereits gelockert, sofern Module farblich zur Gebäudehülle passen. Module können Mauerwerk oder Dachziegel täuschend echt imitieren und sich farblich perfekt einpassen, sagt Dr. Martin Heinrich, Gruppenleiter am Fraunhofer ISE. An der HSLU wurde mit einem Innosuisse-Projekt in der Viscosistadt Emmenbrücke bereits eine Demofassade in 78 Farbnuancen realisiert.

    BIPV vor dem Durchbruch
    Der Markt für gebäudeintegrierte Photovoltaik wächst rasch. Global wird er bis 2034 auf rund 85,9 Milliarden Dollar geschätzt, gegenüber 28,3 Milliarden im Jahr 2026. In der Schweiz vereinfacht seit diesem Jahr das Meldeverfahren für Fassadenanlagen die Bewilligungspraxis, was ästhetischen Fassadenlösungen einen klaren Nachfrageschub verleiht. Erste kommerzielle Tandem-Module mit BIPV-Fokus werden 2026 für Nischenmärkte erwartet. Fraunhofer ISE schätzt das Gesamtpotenzial von PV auf Gebäuden bis 2045 auf rund 1 000 GWp.

    Was in Freiburg im Labor entstand, kommt nun über einen Schweizer Partner auf Dächer und Fassaden.

  • 300 Wohnungen werden fit gemacht – niemand muss ausziehen

    300 Wohnungen werden fit gemacht – niemand muss ausziehen

    Zwischen 1974 und 1990 in drei Etappen erbaut, prägt das «Untere Bühl» den alten Ortskern von Oberwinterthur bis heute. Die Anlage gilt als schützenswert, einige Gebäude befinden sich noch weitgehend im Originalzustand. Ein Teil wurde bereits 2015 saniert, die übrigen holen diesen Schritt nun nach. Das Baugesuch wurde bewilligt, der Baustart ist für Anfang 2027 vorgesehen.

    Niemand muss das Feld räumen
    Was das Projekt auszeichnet, ist seine soziale Konsequenz. BNP Paribas hat die Sanierung als Asset Manager der AXA Anlagestiftung von Beginn an so konzipiert, dass alle Mieterinnen und Mieter in ihren Wohnungen bleiben können. Die Mieterschaft wurde früh eingebunden, mit Workshops zu Aussenraum und Gestaltung inklusive. «Unsere Mieterinnen und Mieter sind seit Jahren ein fester Bestandteil der Siedlung», sagt Pascal Messmer, Asset Manager bei BNP Paribas. Diese Haltung zieht sich durch das gesamte Projekt.

    Anbauten, die sich nicht aufdrängen
    Für die Erweiterung setzt die AXA auf bernath+widmer Architekten, die aus einer kooperativen Testplanung als Sieger hervorgingen. Die An- und Neubauten werden mehrheitlich aus Holz gebaut und nehmen den Charakter der bestehenden Gebäude bewusst auf. Es entstehen rund 80 schwellenfreie Wohnungen mit 1 bis 3 Zimmern. Eine Ergänzung zu den heute mehrheitlich grossen Bestandswohnungen. Im Erdgeschoss sind Wohnateliers, Gemeinschaftsflächen und eine Gewerbefläche geplant.

    Park bleibt und wird lebendiger
    Der parkähnliche Aussenraum mit Gemeinschaftsgärten, Spielplätzen und dem Kindergarten von 1977 bleibt erhalten. Das Landschaftsarchitekturbüro ghiggi paesaggi greift das ursprüngliche Freiraumkonzept von Fred Eicher auf und entwickelt es weiter. Neue Bepflanzung und begrünte Dachflächen stärken die Biodiversität und schaffen Lebensraum für Kleintiere und Insekten. Auf den Dächern der Neubauten ist teilweise eine Begrünung geplant. Der zentrale Pavillon soll künftig öffentlich genutzt werden, etwa als Kita.

    Etappenweise in die Zukunft
    Die Umsetzung erfolgt in Etappen bis voraussichtlich 2028. Ihr Ziel ist ein Immobilienportfolio mit Netto-null-Emissionen bis 2050. Winterthur gewinnt nicht nur sanierten Bestand, sondern 80 neue Wohnungen in einer gewachsenen Siedlung, die weiss, wer sie ist.

  • Fehlende Klarheit bei gesetzlichen Vorgaben bremst Kreislaufwirtschaft

    Fehlende Klarheit bei gesetzlichen Vorgaben bremst Kreislaufwirtschaft

    Die Kreislaufwirtschaft wird noch immer durch eine Reihe von Hindernissen ausgebremst. Ein Bericht, den ecos mit Sitz in Basel und Rytec mit Sitz in Münsingen für die Baudirektion des Kantons Zürich erarbeitet haben, hat 71 solcher Hemmnisse zusammengetragen. Von ihnen gehen 28 Hemmnisse auf gesetzliche Vorgaben zurück, während 43 erst im tatsächlichen Vollzug der regulatorischen Vorgaben entstehen. Oft entstehen sie auch erst im Vollzug von Vorgaben.

    Besonders betroffen von regulatorischen Hemmnissen ist die Bau- und Immobilienwirtschaft mit ihrer hohen Regulierungsdichte. Hier sind Kriterien der Nachhaltigkeit oft zu wenig verbindlich oder werden unzureichend gewichtet. Gerade bei der Wiederverwendung werden Spielräume bei der Abweichung von Normen noch nicht ausgenutzt. Die Prozesse richten sich noch an der linearen statt der zirkulären Wirtschaft aus.

    Beim Handel und der Logistik fehlen oft noch die Infrastruktur für die Rückgabe gebrauchter Güter und Anreize für den Aufbau der entsprechenden Logistik. Private Sammelinitiativen werden durch unklare Umsetzungsspielräume gebremst. Die Kreislaufwirtschaft in Gewerbe und Industrie leidet unter anderem unter fehlenden Anreizen für Reparaturen und Wiederverwendung.

    Der Bericht teilt die Hemmnisse in vier Kategorien ein. Zu den ersten drei gehören diejenigen, die bei ihrer Beseitigung eine hohe Wirkung erzielen würden. Sie sind abgestuft nach der Möglichkeit des Kantons, auf sie Einfluss zu nehmen. Die vierte Kategorie vereint Massnahmen mit geringer Wirkung und geringer Einflussmöglichkeit.

    Der Kanton will sich in den nächsten Schritten auf die beiden Kategorien von Hemmnissen  konzentrieren, deren Aufhebung eine hohe Wirkung erzielt und auf die der Kanton hohe Einflussmöglichkeiten hat. Das betrifft 33 Hemmnisse. Die Hemmnisse mit der geringsten Relevanz werden nicht weiterverfolgt.

    Der Bericht stützt sich auf die Befragung von 122 Personen und auf Workshops mit insgesamt 80 Teilnehmenden.

  • Innovationsprojekt wird Ausgangspunkt für neue Bauindustrie

    Innovationsprojekt wird Ausgangspunkt für neue Bauindustrie

    Das BioHaus am Waldsee im amerikanischen Bundesstaat Minnesota ist 20 geworden. Das Haus auf dem Waldsee-Campus der Concordia Language Villages ist das erste Gebäude, das jemals in Amerika vom deutschen Passivhaus Institut als Passivhaus zertifiziert wurde. Das Projekt wurde damals von Stephan Tanner und seinem Team von der Integrale Planung GmbH (Intep) aus Zürich realisiert. Es war zudem der Ausgangspunkt für TANNER Building Products und seinen verwandten Unternehmungen, heisst es in einer Mitteilung.

    Das BioHaus zeichnet sich durch Materialien und Technologien wie von Passivhaus zertifizierte Fenster und Türen, Hochleistungslüftungssysteme, aussenliegende Beschattungselemente und Vakuumdämmplatten aus, die damals für das Projekt von Europa in die USA importiert wurden. Es wurde zu einer Zeit errichtet, als der Passivhausstandard in Nordamerika noch weitgehend unbekannt war und die benötigten Materialien, Technologien und das bautechnische Know-how vor Ort fehlten.

    Das Projekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt unterstützt und sollte zeigen, dass fortschrittliche Umwelttechnologien auch im Ausland erfolgreich sein können. „BioHaus hat nicht nur bewiesen, dass Passivhäuser in Amerika funktionieren können. Es hat auch dazu beigetragen, dass andere diesem Beispiel folgen konnten“, heisst es in der Mitteilung.

    Aus dem Projekt entstand zudem Stephan Tanners Unternehmen TANNER Building Products. Das Unternehmen aus Watertown in Minnesota startete 2006 als Peak Building Products und lieferte die fortschrittlichen Materialien für das BioHaus. „Was als Notwendigkeit begann – der Import von Komponenten, die sonst niemand hatte –, entfachte eine ganze Branche“, erklärt das Unternehmen in der Mitteilung.

  • Neues Pflegeheim erweitert Angebot im urbanen Quartier

    Neues Pflegeheim erweitert Angebot im urbanen Quartier

    Die Schlieremer Halter AG hat im Wylerquartier von Bern ein neues Domizil für pflegebedürftige Menschen übergeben. Das von Domicil Bern als Generalmieterin betriebene Pflegeheim stellt 112 neue Pflegezimmer zur Verfügung, heisst es in einer Mitteilung auf LinkedIn.

    Jedes Zimmer ist mit einer eigenen Nasszelle und einem Balkon versehen. Zusätzlich verfügt die Einrichtung über Aufenthalts- und Betriebsräume sowie öffentlich zugängliche Bereiche. Den Mitarbeitenden wurde ein modernes Arbeitsumfeld mit optimalen Rahmenbedingungen zur Verfügung gestellt. Die fertige Anlage wurde Ende März an die Anlagestiftung Swiss Life übergeben.

    Wie es in der Mitteilung weiter heisst, wurde mit der Domicil Immobilien AG ein weiterer Vertrag über die Errichtung eines Pflegeheims mit 75 Zimmern, einer Demenzabteilung sowie einem Restaurant vereinbart. 

  • Digitale Plattform erleichtert Analyse und Entwicklung von Baukonstruktionen

    Digitale Plattform erleichtert Analyse und Entwicklung von Baukonstruktionen

    Die ZHAW hat ihre Plattform dkon.ch online gestellt. Damit können Studierende, Fachpersonen und Interessierte Baukonstruktionen analysieren, vergleichen und selbst entwickeln. Dieses digitale Werkzeug gibt ihnen laut einer Mitteilung der Hochschule Informationen darüber, welche Auswirkungen einzelne Konstruktionsentscheidungen auf Umwelt, Kosten und Bauweise haben. Nutzende können Bauteile im virtuellen Raum zerlegen, drehen und neu zusammensetzen.

    Dabei wird sichtbar, aus welchen Materialien eine Konstruktion besteht und wie diese zusammenwirken. Durch die Verknüpfung mit ökologischen Bewertungsdaten lassen sich Varianten gezielt miteinander vergleichen. Das, so die ZHAW, eröffne neue Möglichkeiten in der Planung: „Wer etwa den Einsatz von Beton reduzieren oder alternative Materialien prüfen möchte, kann unterschiedliche Lösungen direkt vergleichen. Veränderungen in der Konstruktion werden unmittelbar sichtbar und in ihren Auswirkungen verständlich.“

    Eine Besonderheit dieser Plattform liegt den Angaben zufolge in der Integration realer Referenzbauten. Deren Konstruktionen, Materialien und Bauabläufe können detailliert analysiert werden. „Durch dkon.ch entsteht ein direkter Bezug zwischen Lehre und Anwendung“, wird Andri Gerber, Projektleiter und Co-Leiter des ZHAW-Instituts für konstruktives Entwerfen, zitiert. „Wissen wird nicht isoliert vermittelt, sondern im Kontext realer und konkreter Bauprojekte erfahrbar gemacht.“

    Die Plattform sei auch für Fachpersonen hilfreich, die komplexe Anforderungen integrieren und nachhaltige Lösungen entwickeln müssen, so Gerber weiter. Deshalb sei dkon.ch „ein Werkzeug, das sowohl in der Ausbildung als auch in der beruflichen Praxis eingesetzt werden kann“. 

  • Bau- und Wohnmesse in Wettingen stösst auf grosses Interesse

    Bau- und Wohnmesse in Wettingen stösst auf grosses Interesse

    Das Tägi Wettingen ist vom 16. bis 19. April zum 19. Mal Schauplatz der grössten Bau- und Wohnplattform der Region, der Bauen+Wohnen-Messe. Für die diesjährige Ausgabe stehen alle Zeichen auf Erfolg, wie das Tägi in einer Mitteilung erklärt. So sind sämtliche Ausstellerflächen ausverkauft, zudem wird erwartet, dass die Besucherzahl des Vorjahres übertroffen wird, als 14’000 Menschen die Messe besucht haben.

    „Die ausverkauften Flächen zeigen, dass das Interesse an der Messe und am Standort Tägi hoch ist“, wird Pascal Schelbert zitiert, stellvertretender Geschäftsleiter und operativer Leiter im Tägi. „Für uns ist das eine schöne Bestätigung, dass wir mit unserer Infrastruktur und Flexibilität überzeugen. Gleichzeitig ist es ein Ansporn, auch wiederkehrende Anlässe jedes Jahr weiterzuentwickeln.“

    Im Rahmen der Veranstaltung erwarten die Besucherinnen und Besucher Fachreferate, Podiumsdiskussionen sowie thematische Foren mit Expertinnen und Experten. Mit Einblicken in aktuelle Bautrends und nachhaltige Wohnkonzepte soll die Messe sowohl Inspiration bieten als auch als konkrete Entscheidungsgrundlage für Bau- und Wohnprojekte dienen. Laut Mitteilung des Tägi ist der Zeitpunkt der Messe ideal, da sie traditionsgemäss den Auftakt in die Frühlingssaison markiert – eine Zeit, in der besonders viele Bau- und Renovationsprojekte geplant oder gestartet werden.

    Die Organisation der Messe gilt zudem als anschauliches Beispiel für die Multifunktionalität des Tägi. Das Freizeit-, Sport- und Eventzentrum kann unterschiedlichste Räume parallel nutzen –  von grossen Hallen für Ausstellungen bis hin zu kleineren Räumen für Fachvorträge, erklärt Pascal Schelbert.

  • Wo andere parken, wohnt man bald

    Wo andere parken, wohnt man bald

    Christoph Schoop musste nicht weit suchen. Der Badener Immobilieninvestor sah aus seinem Bürofenster auf das Industriegebiet Dättwil und erkannte das Offensichtliche, riesige Flachdächer, vollständig ungenutzt. Auf dem Dach der Fabrikpassage an der Mellingerstrasse 208, wo heute McDonald’s, Spar und eine Bäckerei den Alltag versorgen, sollen ab Frühjahr 2027 acht sogenannte Wikkelhäuser stehen.

    Eine neue Welt auf dem Dach
    Das Wikkelhouse-Konzept stammt ursprünglich aus Amsterdam und landet nun in der Schweiz. Kompakte Holzwohneinheiten, die fertig produziert per Lastwagen geliefert und mit minimalem Aufwand aufgestellt werden. Jede Einheit bietet 30 bis 35 Quadratmeter, eine eigene Terrasse und Deckenhöhen von bis zu 3,5 Metern. Architekt Andreas Zehnder, der das Projekt für Baden entwarf, formuliert den Mehrwert klar. Statt ein weiteres Stockwerk aufzusetzen, entstehe auf dem Dach eine eigenständige Wohnwelt.

    Schweizer Holz, Urner Fabrik
    Produziert werden die Häuser nicht auf der Baustelle, sondern in einer eigenen Fabrik in Flüelen UR am Ufer des Vierwaldstättersees. Das Rohmaterial ist Schweizer Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Schoop ist Mitgründer und Förderer von Wikkelhouse Schweiz und treibt das Konzept als Kreislaufwirtschaftsmodell voran. Eine Einheit kostet ab CHF 200’000 ab Werk; Transport und Montage kommen dazu.

    Günstig, sonnig, verbunden
    Für Badener Verhältnisse sollen die Mieten tief bleiben. Eine Warteliste existiert bereits, die Anfragen kamen laut Schoop «querbeet», darunter auch Interessenten im AHV-Alter. Und obwohl das Industriegebiet nicht als Wohnlage gilt, überzeugt das Dach mit ganztags Sonne und direktem ÖV-Anschluss. Den Lärmschutz übernimmt das Gebäude selbst.

    Pilot mit Skalierungspotenzial
    Das Projekt in Dättwil ist explizit als Pilotprojekt angelegt. Allein im Industriegebiet sieht Schoop Platz für 50 bis 70 Wikkelhäuser. Derzeit prüft die Stadt Baden die Baubewilligungsfähigkeit. Läuft alles nach Plan, ziehen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner im Frühling 2027 ein. Was heute wie eine Kuriosität klingt, könnte morgen Schule machen.

  • Verdichtet, vernetzt, lebenswert

    Verdichtet, vernetzt, lebenswert

    Die Schweiz zählt heute über 9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner, die Bevölkerung wächst weiter. Der Druck auf den Wohnungsmarkt steigt, während Bauen ausserhalb bestehender Bauzonen seit der RPG-Revision von 2013 stark eingeschränkt ist. Städte und Gemeinden müssen sich nach innen entwickeln. Dabei bestehen laut Dita Leyh, Professorin für Stadtentwicklung an der OST, rechnerisch genügend Raumreserven. Einfamilienhausquartiere in Bahnhofsnähe, Industriebrachen oder ungenutzte Bahnareale bieten grosses Potenzial. Eine zweite RPG-Revision verschärft die Anforderungen weiter.

    Verdichten, wo der ÖV stark ist
    Besonders sinnvoll ist die Innenentwicklung an ÖV-Knotenpunkten. «Gerade an ÖV-Knotenpunkten ist die innere Verdichtung besonders sinnvoll», sagt Dita Leyh. Denn durch die optimale Anbindung ans Bus- und Bahnnetz entstehe mehr Wohn- und Lebensraum, aber nicht automatisch mehr Verkehr. Ein weiterer Schlüssel liegt in der Neuorganisation des ruhenden Verkehrs. Sammelgaragen am Quartierrand bündeln den Autoverkehr, das Quartierinnere bleibt weitgehend autofrei und gewinnt damit Freiraum für Mensch und Natur. «Je mehr man baulich verdichtet, desto mehr Freiräume müssen im selben Zuge entstehen», so Leyh.

    Nutzungsmix als Qualitätsmerkmal
    Verdichtung ist weit mehr als das blosse Stapeln von Wohnungen. Ein vielfältiger Nutzungsmix, von der Bäckerei über Restaurants bis hin zu Grünanlagen, belebt Quartiere und schafft Wertschöpfung. Damit dieser Mehrwert entsteht, braucht es eine qualitativ hochwertige, interdisziplinäre Planung. Stadtplanung, Verkehrsplanung und Freiraumplanung müssen von Beginn weg gemeinsam am Tisch sitzen, betont Leyh. Das aktualisierte Raumkonzept Schweiz 2050, das der Bundesrat im März 2026 verabschiedete, bestätigt diese Stossrichtung und setzt auf regionale Zusammenarbeit, landschaftliche Qualität und klimagerechte Mobilität.

  • 270 Gründe für Stans

    270 Gründe für Stans

    Die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft Logis Suisse AG plant im Westen von Stans eine neue Wohnsiedlung. Auf einem 12’700 m² grossen Areal, das die Gesellschaft bereits 2015 erworben hat, entstehen bis 2032 rund 270 preisgünstige Wohnungen, rund 1’000 m² Gewerbefläche sowie zwei Gemeinschaftsräume. Den Studienauftrag, an dem 2025 sieben Generalplanerteams teilnahmen, gewannen Studio Sintzel aus Zürich und die Uniola AG.

    Zwei Häuser, acht Höfe
    Das intern als «Acht Höfe für Stans» bezeichnete Projekt stützt sich auf zwei siebengeschossige Bauten. Trotz ihres Volumens erscheinen sie nach aussen als locker gesetzte Punkthäuser. Kopfelemente nehmen Bezug auf bestehende Gebäude und gliedern die Strassenfronten mit Vorgartenzonen. Offene Höfe mit Durchgängen strukturieren den Aussenraum und ermöglichen Ausblicke in die umliegenden Berge. Ein qualitätsvolles Gegengewicht zur angrenzenden Autobahnlage. Ein bestehender Altbau in der Siedlungsmitte bleibt erhalten und soll künftig als sozialer Treffpunkt dienen.

    Durchmischtes Quartier mit kurzen Wegen
    Das Areal liegt gegenüber dem Einkaufszentrum Länderpark, an einer mehrspurigen Strasse und in unmittelbarer Autobahnnähe. Velo- und Fusswege sollen das neue Quartier dennoch gut mit Stans und Stansstad vernetzen. Mit 0,8 Stellplätzen pro Wohnung liegt Logis Suisse unter dem üblichen Standard, ein klares Bekenntnis zu nachhaltiger Mobilität. Der Wohnungsmix reicht von kompakten 1,5-Zimmerwohnungen für Singles und ältere Menschen bis hin zu grosszügigen 5,5-Zimmerwohnungen für Familien und Wohngemeinschaften. Im Erdgeschoss beleben Atelierwohnungen, Betreuungseinrichtungen und Gewerbeflächen das Quartier.

    Ressourcenschonend gebaut
    Die Bauherrschaft setzte ein Vorbildprojekt in Sachen Ökologie, Sozialraum und Wirtschaftlichkeit als Ziel. Das Tragwerk ist materialeffizient konzipiert, die Grundrisse sind kompakt, und eine Photovoltaikanlage auf den Dächern deckt einen grossen Teil des Strombedarfs vor Ort. Eine eingeschossige Tiefgarage minimiert den Bodenaushub. Baustart ist für 2030 vorgesehen, die Fertigstellung für 2032.

  • Früh prüfen, günstig scheitern

    Früh prüfen, günstig scheitern

    SSbD ist ein ganzheitlicher Innovationsrahmen der Europäischen Union. Neue Chemikalien, Materialien, Produkte und Technologien sollen von Beginn an so entwickelt werden, dass sie sicher für Mensch und Umwelt sind – und das über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Dahinter steckt ein klares Prinzip: Risiken früh erkennen und günstig korrigieren, statt spät und teuer reagieren. Die EU nennt es treffend «fail early and fail cheap».

    64 Prozent Übereinstimmung mit EU-Recht
    Die Empa untersuchte im Rahmen des EU-Projekts IRISS 15 zentrale EU-Verordnungen, die für die europäische Industrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette relevant sind. Darunter die Chemikalien-, Batterie- und Verpackungsverordnung sowie die Abfallrahmenrichtlinie. 64 Prozent dieser regulatorischen Anforderungen sind bereits im SSbD-Rahmen abgedeckt. «SSbD verlangt in vielen Fällen genau jene Daten und Bewertungen, die Unternehmen später ohnehin für die regulatorische Konformität brauchen», erklärt Studienautor Akshat Sudheshwar von der Empa.

    PFAS als mahnendes Beispiel
    Die Risiken der sogenannten Ewigkeitschemikalien PFAS wurden bei ihrer Einführung mehrheitlich erkannt, jedoch über Jahrzehnte ignoriert. Heute reichern sie sich in Organismen an, sind in der Umwelt nicht abbaubar und verursachen enorme Kosten. Mit einem SSbD-Ansatz hätten diese Risiken früh adressiert werden können. Das Beispiel zeigt, was auf dem Spiel steht, wenn Unternehmen Sicherheit und Nachhaltigkeit erst nachträglich einplanen.

    Mehraufwand, der sich rechnet
    SSbD erhöht den Aufwand in der frühen Entwicklungsphase, das räumt auch Sudheshwar ein. Wer früh investiert, vermeidet spätere Kosten durch Produktverbote, Sanierungspflichten oder Marktanpassungen. Zentrales Erfolgskriterium für Unternehmen ist die Fähigkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit früh zusammenzudenken und die nötige Expertise in beiden Bereichen aufzubauen.

    Grenzen und politischer Handlungsbedarf
    Verlässliche Daten, toxikologische Informationen und robuste Methoden fehlen bislang. Der SSbD-Rahmen anerkennt diese Lücke ausdrücklich und ist anpassungsfähig. Auf politischer Ebene empfiehlt die Studie Anreize für Unternehmen und regulatorische Erleichterungen sowie Patentverlängerungen oder wirtschaftliche Vorteile könnten den Einstieg erleichtern. Langfristig soll SSbD häufiger Eingang in EU-Verordnungen finden, nicht zwingend als Pflicht, sondern als strategische Orientierung.

  • Grundsteinlegung markiert Start für neues Wohnquartier in Baden

    Grundsteinlegung markiert Start für neues Wohnquartier in Baden

    Auf dem Brisgi-Areal wurden die ersten fünf Grundsteine gelegt und damit der offizielle Start in die rund dreijährige Bauphase markiert. Laut einer Mitteilung der Stadt Baden wird auf dem Areal mit rund 220 Wohnungen nachhaltiger und bezahlbarer Wohnraum entstehen. Die symbolische Grundsteinlegung erfolgte durch Badens Stadtammann Schneider Markus, Vertreterinnen und Vertreter der gemeinnützigen Bauträgerinnen, der Wohnbaustiftung Baden, der Logis Suisse AG und der Graphis Bau- und Wohngenossenschaft, sowie Mitglieder des Quartiers.

    „Diese fünf Steine stammen aus dem Aushub und stehen für zentrale Werte des künftigen Brisgi-Areals: Gemeinsam schaffen wir Zukunft mit nachhaltigem und bezahlbarem Wohnraum“, erklärt die Stadt Baden in der Mitteilung.

    Bis 2028 sollen auf dem Areal bezahlbare Wohnungen und flexible Angebote für Alleinstehende, Paare und Familien entstehen. Darüber hinaus soll das Zusammenleben durch Ateliers, Grünräume, einen Quartierplatz und einen Spielplatz ergänzt werden.

    Das Projekt wird nach dem Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) gebaut. „Das Areal setzt auf Hybridbauweise, erneuerbare Energie, Biodiversität und geringe Versiegelung“, heisst es in der Mitteilung. „Damit zeigt das Projekt: hohe Bauqualität, Nachhaltigkeit und zahlbarer Wohnraum gehen zusammen.“