Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Schweizer Bauprojekt setzt auf nachhaltige Lehmarchitektur im Ausland

    Schweizer Bauprojekt setzt auf nachhaltige Lehmarchitektur im Ausland

    Der Startschuss für den Bau der neuen Schweizer Botschaft in der Kameruner Hauptstadt Yaoundé ist erfolgt, und die Dietiker Oxara AG ist laut einer Mitteilung massgeblich daran beteiligt. Das öffentliche Gebäude wird aus gepressten Lehmsteinen gebaut. Für den lokal im Überfluss verfügbaren roten Grundstoff liefert Oxara seinen Stabilisator Oxabrick Loko.

    Der Entwurf für das Botschaftsgebäude stammt von den Basler Architekturbüros Caesar Zumthor Architekten und Nord Architekten und umfasst Kanzlei, Residenz und Verbindungsbau, die sich um einen Hof gruppieren. Die Gebäude sollen mit lokalen Ressourcen nachhaltig gebaut werden.

    Auf seiner Internetseite hat das 2019 gegründete Unternehmen Oxara eine Serie begonnen, in der es über den Fortgang der Bauarbeiten berichtet. „Im westlichen Afrika wird Lehm als Zeichen von Armut und Ländlichkeit empfunden und in den Städten dominiert Beton als Statussymbol“, wird Oxaras Projektleiter Jonathan Ensslin dort zitiert. „Es hat daher Signalwirkung, dass die neue Schweizer Botschaft mit Lehm gebaut wird.“

    Der ungiftige mineralische Aktivator von Oxara macht aus Lehm einen stabilen und wasserabweisenden Baustoff. Unternehmensangaben zufolge werden Lehmbauten damit schneller, weniger arbeitsintensiv und skalierbar. Gleichzeitig sind sie zirkulär und CO2-arm.

    Tests im Oxara-Labor hatten ergeben, dass das Material für die Verwendung mit Oxabrick Loko gut geeignet ist. Doch vor Ort liessen sich die Laborergebnisse zunächst nicht reproduzieren. Mithilfe des dort ansässigen Materialforschers Berardin Beauderic Kenne Diffo, der Oxara bereits während seines Doktorats an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich kennengelernt hatte, konnten die Mischverhältnisse angepasst werden. Derzeit wird eine Probemauer mit rund 7000 Lehmsteinen fertiggestellt. Danach soll mit den Bauarbeiten für die neue Botschaft begonnen werden.

  • Kreislaufwirtschaft gewinnt im Hoch- und Tiefbau an Bedeutung

    Kreislaufwirtschaft gewinnt im Hoch- und Tiefbau an Bedeutung

    Die INDUNI & CIE AG hat laut einer Mitteilung Lösungen entwickelt, um die Wiederverwendung von Stahlbeton aus bestehenden Gebäuden zu fördern. Der dreistufige Ansatz umfasst den Abbruch, den Transport und die Lagerung der Materialien, bevor mit dem Wiederaufbau begonnen wird.

    In einer ersten Stufe werden die Betonelemente beim Rückbau von Gebäuden so zerkleinert, dass sie bereits für ihre spätere Wiederverwendung geeignet sind. Danach werden die Teile mit der eigenen Logistik des Unternehmens zu verschiedenen Lagerplätzen in der Genferseeregion transportiert. Schliesslich werden die Betonelemente von den Rohbau- und Tiefbau-Teams des Unternehmens in die neuen Projekte integriert.

    INDUNI unterstützt auch das 10-jährige Jubiläum von Matériuum. Der Genfer Verein zum Schutz der natürlichen Ressourcen trägt dazu bei, „die Wiederverwendung von Baumaterialien zu fördern“ und „den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu begleiten“, schreibt INDUNI in einer weiteren Mitteilung. Das Unternehmen macht damit deutlich, dass es „sein Engagement für ein verantwortungsbewussteres und kreislauforientiertes Bauen fortsetzen“ will.

    Die 1917 gegründete und in Lancy ansässige INDUNI & CIE AG ist im Hoch- und Tiefbau in der Westschweiz tätig.

  • Kooperation treibt smarte Stadtentwicklung in der Region voran

    Kooperation treibt smarte Stadtentwicklung in der Region voran

    Die Stadt Thun und der Verein Smart Regio Thunersee haben eine Vereinbarung zur Kooperation geschlossen. Die Zusammenarbeit soll sich am Leitbild Smart City Thun orientieren, heisst es in einer Mitteilung.

    „Durch die Partnerschaft sollen Innovationen gezielt vorangetrieben, Ressourcen effizient genutzt und die Stadt Thun sowie die Region Thunersee als attraktiver Lebens- und Wirtschaftsraum weiterentwickelt werden“, wird Gemeinderätin Andrea de Meuron, Vorsteherin der Direktion Finanzen, Ressourcen und Umwelt, in der Mitteilung zitiert.

    Mit dem bereits 2021/22 entwickelten Projekt Smart City soll Thun „lebenswert, fortschrittlich und ressourcenschonend“ gestaltet werden. Mittels Digitalisierung sollen die Effizienz von Dienstleistungen erhöht werden. Gleichzeitig besteht auch das Bestreben, die gesellschaftlichen Kräfte miteinander zu verbinden.

    Mit der jetzt geschlossenen Vereinbarung sollen ausgewählte Innovations- und Vernetzungsformate gestärkt werden. Als konkrete Projekte planen Thuner KMU die Nutzung von Cargovelos für innerstädtische Transporte, hierzu findet am 2. Juni 2026 ein Informationstag statt. Im Herbst steht die Kreislaufwirtschaft beim Bauen im Vordergrund. „Wir wollen smarte Projekte nicht nur diskutieren, sondern konkret anstossen und umsetzen, dies im engen Zusammenspiel mit der Stadt und der Bevölkerung“, so Markus van Wijk, Präsident des Vereins Smart Regio Thunersee.

  • Klimaprojekt etabliert CO2 Speicherung im Baustoffkreislauf

    Klimaprojekt etabliert CO2 Speicherung im Baustoffkreislauf

    Das Klimaschutzprogramm der zirkulit Beton AG aus Kloten ist laut einer Mitteilung nun offiziell als Projekt zur Steigerung der Senkenleistung registriert. Damit hat es das BAFU als erstes Projekt zur CO2-Speicherung in zirkulärem Beton in der Schweiz genehmigt. Das Programm umfasst mehrere CO2-Speicheranlagen, die in zirkulit-Partnerschaften mit Betonherstellern an verschiedenen Standorten in der Schweiz betrieben werden.

    Im Rahmen des Programms wird biogenes CO2 aus Schweizer Biogasanlagen abgeschieden, zu Recycling-Betonwerken transportiert und dort in den von zirkulit entwickelten Speicheralagen mit Granulat aus Abbruchbeton in Kontakt gebracht. Das CO2 reagiert mit dem im Betongranulat enthaltenen Zementleim zu Calciumcarbonat und wird dadurch dauerhaft mineralisch gebunden. Anschliessend wird dieses Granulat zur Herstellung von zirkulärem Beton verwendet.

    „Auf diese Weise entsteht eine dauerhafte Kohlenstoffsenke in einem langlebigen Baustoff“, so die zirkulit Beton AG, „ein zentraler Hebel auf dem Weg zu Netto-Null im Gebäudesektor“. Dies unterstreiche ihren Anspruch, aktiv zur Transformation hin zu einer zirkulären und klimafreundlichen Bauwirtschaft beizutragen.

    Finanziell unterstützt wird das Programm durch die Stiftung Klimarappen. Sie fördert das Projekt gemeinsam mit den Partnern der zirkulit Beton AG als eines von fünf nationalen Pilotprojekten für Negativemissionstechnologien und Carbon Capture and Storage. Insgesamt stellt Klimarappen dafür 50 Millionen Franken bereit. Die Finanzierung erfolgt im Rahmen eines mehrjährigen Liefervertrags für die durch das Programm erzielten CO₂-Entnahmen.

  • Stadt prüft neue Ansätze zur Reduktion von Abfall und Ressourcenverbrauch

    Stadt prüft neue Ansätze zur Reduktion von Abfall und Ressourcenverbrauch

    Der Regierungsrat von Basel-Stadt prüft derzeit ein Pilotprojekt mit dem Berner Start-up Pretty Good zur systematischeren Sammlung und Reparatur von gebrauchten oder nur schwach defekten Alltagsgegenständen. Das geht aus einer Antwort auf eine Vorlage aus dem Grossen Rat hervor.

    Der Regierungsrat verweist dabei auf Pilotprojekte, die in Bern und Zug mit Pretty Good durchgeführt worden sind. Deren Resultate zeigten, dass ein solcher Ansatz ökologischen Nutzen bringe und ökonomisch umsetzbar seien. Diese Projekte trügen sich aber finanziell noch nicht selbst. Das würde auch bei einem Pilotprojekt in Basel der Fall sein. Deshalb werde sich der Regierungsrat dafür einsetzen, weitere Geldgeber an Bord zu holen.

    Kommt es in Basel zu einem Pilotprojekt, dann soll das lokale Gebrauchtwaren- und Reparaturgewerbe einbezogen werden. Ziel sei es, ein starkes Netz an Reparaturbetrieben und Verkaufsstellen aufzubauen.

    Entsorgung + Recycling der Stadt Bern und Pretty Good haben 2023 ein Pilotprojekt lanciert, bei dem funktionsfähige und leicht defekte Alltagsgegenstände auf zwei Entsorgungshöfen der Stadt abgegeben werden konnten. Davon konnten 74 Prozent wieder aufbereitet werden, von denen fast 84 Prozent anschliessend verkauft wurden. Ein Grossteil der Gegenstände waren Elektronikgüter. Das Projekt wurde vom Branchenverband Swico, der Berner Kantonalbank und der Burgergemeinde Bern unterstützt.

    Pretty Good ist einerseits als Verein mit Sitz in Langnau i.E. und andererseits als GmbH mit Sitz in Bern organisiert. Nach dem Piloten in Bern weitete es das Projekt auf weitere Standorte im Kanton Bern und in Zug aus.

    Der Basler Regierungsrat reagierte mit seiner Antwort auf einen Anzug des SVP-Grossrats Beat K. Schaller und weiterer Mitglieder des Grossen Rates.

  • Neuer Baustandard definiert Klimaneutralität über den gesamten Lebenszyklus

    Neuer Baustandard definiert Klimaneutralität über den gesamten Lebenszyklus

    Der Verein Minergie mit Sitz in Basel hat den Minergie-Netto-Null-Standard für Neubau und Gebäudesanierungen eingeführt. Nun hat er ihn an einer Veranstaltung in Zürich vorgestellt.

    Bisher habe es für Bauherrschaften, Planende, Gemeinden und Unternehmen keine konkreten Vorgaben gegeben zur „Realisierung von Gebäuden, deren Klimabilanz über den gesamten Lebenszyklus hinweg wirklich bei null liegt“, wird Fabian Peter, Luzerner Regierungsrat und Präsident von Minergie, in einer Mitteilung zitiert. Minergie-Netto-Null biete einen transparenten und glaubwürdigen Rahmen.

    Minergie-Netto-Null-Bauten erzeugen laut der Mitteilung über ihren „definierten Lebenszyklus von 60 Jahren sehr geringe Treibhausgasemissionen“. Zum Vorgehen heisst es, dass nach Ermittlung der Lebenszyklusemissionen der im Gebäude gespeicherte Kohlenstoff von den verbleibenden Emissionen abgezogen wird. Das verbessere die CO2-Bilanz im Sinne des Klimagesetzes. Für die restlichen Emissionen werde mit Negativemissionszertifikaten ein Ausgleich geschaffen.

    Um die Netto-Null 2050 als Land zu erreichen, reiche „Vermeiden“ allein als Massnahme nicht weit genug. Mit Minergie-Netto-Null lasse es sich bereits 2026 realisieren, verbunden „mit sehr hohen Anforderungen“, äussert sich Andreas Meyer Primavesi, Geschäftsleiter des Vereins Minergie. „Wir bilanzieren die grauen Emissionen mit. Und sind damit um Faktoren strenger als die in den nächsten Jahren in Kraft tretenden Gesetze“, wird er zitiert. Der Kanton Basel-Stadt strebe Netto-Null bis 2037 an, viele Institutionen wollen 2040 soweit sein.

    Minergie ist den Angaben zufolge der Schweizer Baustandard für Komfort, Effizienz und Klimaschutz für Neubauten und Modernisierungen. Die drei bekannten Baustandards Minergie, Minergie-P und Minergie-A lassen sich um den Zusatz ECO erweitern.

  • Lokale Stromgemeinschaften treiben Ausbau der Solarenergie voran

    Lokale Stromgemeinschaften treiben Ausbau der Solarenergie voran

    Eigentümerschaften von Solaranlagen können ihren überschüssigen Strom seit Anfang Jahr über lokale Elektrizitätsgemeinschaften (LEG) lokal verkaufen. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) bietet mit seinem neuen Produkt ewz.solarquartier eine einfache Handhabung dafür.

    Derzeit speisen laut einer Mitteilung bereits 130 solcher Stromgemeinschaften ihren überschüssigen Strom ein. Sie erhalten dafür einen garantierten Abnahmepreis von 14 Rappen pro Kilowattstunde. Bereits 6000 Kundinnen und Kunden beziehen diesen Strom von der ewz.

    Das Produkt soll die Nutzung von Dachflächen für Solaranlagen fördern. „Mit unserem LEG-Produkt ewz.solarquartier haben wir einen weiteren wirtschaftlichen Anreiz geschaffen, damit Solaranlagen nicht nur zugebaut werden, sondern damit langfristig hohe Erträge erzielt werden können“, wird Corinne Pellerin, Leiterin Markt und Kunden bei der ewz, in der Mitteilung zitiert. Die lokale Nutzung des Stroms entlastet zudem das Netz.

    Die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich (ABZ) bringt bereits den überschüssigen Strom aller ihrer Anlagen ein. „Dank der LEG-Lösung von ewz.solarquartier war für uns klar, dass wir alle 28 Photovoltaikanlagen auf unseren Siedlungen im Stadtgebiet anmelden“, so Eliane Hurni, Bereichsleiterin Gebäude und Umgebung sowie Geschäftsleitungsmitglied bei der ABZ.

    Insgesamt sind derzeit in der Stadt fast 2900 Photovoltaikanlagen mit fast 100 Megawatt Peak Leistung installiert. Sie produzieren rund 80 Gigawattstunden Strom im Jahr. Bis 2040 soll die Produktion auf 500 Gigawattstunden steigen.

  • Roches Quantensprung in Basel

    Roches Quantensprung in Basel

    Im Kern des IHB stehen Organoide. Winzige, aus menschlichen Zellen gewachsene Nachbildungen von Geweben und Organen. Eine künstliche Netzhaut, ein Mini-Darm, ein Leberfragment, all das lässt sich im Labor züchten und für Wirkstofftests nutzen. Organoide bilden die menschliche Biologie präziser ab als Tiermodelle, besonders in Bereichen wie der Immunonkologie, wo Mausmodelle an ihre Grenzen stossen. Tierversuche lassen sich damit zwar noch nicht vollständig ersetzen, aber erheblich reduzieren.

    Roboter im Sterilraum
    Was das IHB von anderen Forschungseinrichtungen unterscheidet, ist der Massstab. Ein vollautomatisierter Roboter in einem sterilen Raum produziert Tausende von Organoiden ohne menschlichen Eingriff. Rund um die Uhr, reproduzierbar und skalierbar. IHB-Co-Direktor Matthias Lütolf nennt dies den Schlüssel zur industriellen Anwendung der Organoidforschung. Verbunden mit künstlicher Intelligenz kann das System Muster in Krankheitsverläufen erkennen, die bislang unsichtbar waren.

    KI trifft menschliches Gewebe
    Roche-CEO Thomas Schinecker sieht in der Kombination von Organoidmodellen und KI das Potenzial, die Entdeckung neuer Medikamente grundlegend zu verändern. Krankheiten wie Krebs, Alzheimer und Parkinson sollen nicht nur behandelt, sondern künftig in frühen Stadien erkannt und verhindert werden. Das IHB wurde 2023 gegründet und gilt heute bereits als globaler Vorreiter in der Entwicklung menschlicher Modellsysteme der nächsten Generation.

    Klares Bekenntnis zu Basel
    Der Neubau ist Teil einer Gesamtinvestition von 1,4 Milliarden Franken in den Standort Basel/Kaiseraugst. Roche investiert jährlich rund 3,5 Milliarden Franken in die Forschung an Schweizer Standorten. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider sprach bei der Eröffnung von einem «klaren Bekenntnis» zur Schweiz und zu Basel als Life-Sciences-Cluster von Weltrang. Für den Pharmastandort Schweiz ist das ein Signal, das weit über einen einzelnen Bau hinausreicht.

  • Wer zahlt, wer wohnt, wer profitiert?

    Wer zahlt, wer wohnt, wer profitiert?

    Das von Zimraum und Stratcraft entwickelte SOSDA-Framework erfasst die soziale Performance von Wohnimmobilien entlang von neun Kennzahlen in drei Scopes, Mieter, Nachbarschaft und Gesellschaft. Der Datenpool umfasst 30 Portfolios mit rund 68’500 Wohnungen von 17 Eigentümerinnen. Darunter Pensionskassen, Anlagestiftungen, kotierte Fonds und gemeinnützige Wohnbauträger. Eine Datenbasis, die erstmals Vergleiche ermöglicht.

    Bezahlbarkeit hält sich besser als erwartet
    78 Prozent der Wohnungen im Datenpool gelten gemäss SOSDA-Definition als bezahlbar. Die Nettomiete macht weniger als ein Drittel des monatlichen steuerbaren Medianeinkommens in der jeweiligen Gemeinde aus. Selbst im Neubausegment liegt dieser Wert bei 58 Prozent. Bei institutionellen Portfolios erreichen 48 Prozent der Neubauwohnungen diesen Schwellenwert. Das widerspricht dem verbreiteten Bild, wonach Neubau und Bezahlbarkeit sich grundsätzlich ausschliessen.

    Hohe Zufriedenheit, solide Verwaltungsqualität
    Die Mietzufriedenheit ist bemerkenswert hoch. 90 Prozent der Befragten sind mit ihrer Wohnung eher bis sehr zufrieden. 83 Prozent geben auch ihrer Liegenschaftsverwaltung gute Noten. Das Wohnumfeld überzeugt ebenfalls. 85 Prozent sind mit ihrer Nachbarschaft zufrieden, 77 Prozent bewerten die nachbarschaftlichen Verhältnisse positiv. Qualität ist im Schweizer Wohnungsmarkt offensichtlich kein Zufallsprodukt.

    Familienwohnungen bleiben unterbelegt
    Beim Thema Belegungseffizienz offenbart der Benchmark eine strukturelle Schwäche. Nur 58 Prozent der Wohnungen erfüllen die «Zimmer minus 1»-Regel. Bei Familienwohnungen mit vier und mehr Zimmern sinkt dieser Anteil auf 41 Prozent. Gemeinnützige Portfolios schneiden bei Familienwohnungen zwar leicht besser ab als institutionelle, der Unterschied bleibt aber gering. Hier liegt ein klares Optimierungsfeld für alle Marktteilnehmer.

    Vermietungspraxis unter der Lupe
    Erstmals dokumentiert der Benchmark auch, an wen Wohnungen tatsächlich vermietet werden. Die Bandbreite ist erheblich. Je nach Portfolio gingen zwischen 46 und 100 Prozent der Familienwohnungen an Haushalte mit Kindern. Nur 9 Prozent der Wohnungen wurden an Senioren vermietet. Der Anteil preisgünstiger Wohnungen, der an Haushalte mit tiefen Einkommen floss, variiert zwischen 30 und 50 Prozent. Die Datenbasis ist noch limitiert, aber die Richtung ist klar. Soziale Performance lässt sich künftig nicht mehr wegdiskutieren.

  • Datenpartnerschaft verändert Entscheidungsprozesse im Immobilienportfolio

    Datenpartnerschaft verändert Entscheidungsprozesse im Immobilienportfolio

    OPTIML und Scaler haben eine strategische Partnerschaft vereinbart. Deren Ziel ist es laut einer Mitteilung, die Infrastruktur für nachhaltige Immobiliendaten von Scaler mit der Entscheidungsintelligenz von OPTIML zu verbinden. Dies soll für Portfoliomanagerinnen und -manager eine datenbasierte, überprüfbare und dynamische Grundlage für Entscheidungen über Refinanzierung und Kapitalallokation schaffen sowie Aufschluss über eine sinnvolle Reihenfolge für nachhaltige Investitionen im Bestand geben.

    Dafür wollen die neuen Partner ihre jeweilige Expertise einbringen. Scaler bietet eine Dateninfrastruktur für Gebäude und Portfolios, die operative, technische und Nachhaltigkeitsdaten umfasst. Die proprietäre Real Estate Decision Intelligence (REDI)-Software von OPTIML, einer Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), kombiniert diese Daten mit digitalen Gebäudemodellen in Ingenieursqualität.

    Neben der Optimierung von Investitionen und ihrer Reihenfolge nennen die Partner als weitere Vorteile ihrer Zusammenarbeit die Harmonisierung der Datenflüsse von Vermögenswerten und Portfolios über Systeme und Regionen hinweg, die Verbesserung der Analyse von Nachrüstungs- und Investitionsszenarien sowie die Stärkung der Berichterstattung an Aufsichtsbehörden und Investierende mit überprüfbaren und entscheidungsrelevanten Ergebnissen.

    „Durch die Verbindung der Dateninfrastruktur von Scaler mit der Entscheidungsintelligenz von OPTIML bieten wir Portfoliomanagerinnen und -managern ein geschlossenes System, in dem jede Investitionsentscheidung auf realen Leistungsdaten basiert und bei sich ändernden Bedingungen kontinuierlich optimiert wird“, so Scaler-Mitgründer und -CIO Luc Van De Boom. Die Partnerschaft schliesse die Lücke zwischen Betriebsdaten und institutionellen Kapitalentscheidungen, erklärt OPTIML-Mitgründer und -CEO Dr. Evan Petkov: „Daten allein schaffen keinen Vorteil. Investoren benötigen Optimierung und Governance, um diese Daten in umsetzbare Massnahmen umzuwandeln. Gemeinsam bieten wir Immobilienprofis ein lebendiges Entscheidungssystem für die weltweit grösste Anlageklasse.“

  • Windmessungen schaffen Grundlage für neue Energieprojekte

    Windmessungen schaffen Grundlage für neue Energieprojekte

    Zürich Wind beginnt laut einer Mitteilung in der Woche vom 16. März mit Windmessungen in Zünikon in der Gemeinde Wiesendangen. Der 125 Meter hohe Mast muss nicht an das Stromnetz angeschlossen werden. Er wird vollständig mit Solarmodulen und einem Batteriespeicher betrieben. Zwei weitere Messmasten sollen nach den Osterferien in Ossingen und Rickenbach aufgestellt werden.

    Die Masten sollen während mindestens eines Jahres Daten zu den Windverhältnissen und zu Aktivitäten von Fledermäusen an ihrem Standort erheben. Diese Daten bilden eine Grundlage für eine Ertragsprognose. Wenn diese eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung von Windenergie an diesem Standort ergibt, gibt Zürich Wind in einem nächsten Schritt eine Umweltverträglichkeitsprüfung in Auftrag.

    Zürich Wind veröffentlicht die Messwerte auf seiner Internetseite. „Zürich Wind gehört schweizweit zu den ersten Projektentwicklern im Bereich Windenergie, die die Daten der Windmessungen bereits in der Phase der Erhebung veröffentlichen“, wird Pascal Müller von Zürich Wind in der Mitteilung zitiert.

    Zürich Wind ist eine Kooperation der Elektrizitätswerke des Kantons und der Stadt Zürich, EKZ und ewz, sowie des Stadtwerkes Winterthur.

  • Interkantonales Entwicklungsprojekt setzt auf Mobilität und Effizienz

    Interkantonales Entwicklungsprojekt setzt auf Mobilität und Effizienz

    Die St.Galler Stimmbevölkerung hat dem Verkauf zweier Grundstücke des Kantons St.Gallen an den Kanton Thurgau sowie der Kompensation von Fruchtfolgeflächen zugestimmt. Für die Region Wil sei dies „richtungsweisend“, heisst es in einer Mitteilung von Regio Wil. Auf den Grundstücken soll das Entwicklungsareal WILWEST entstehen, das als nachhaltiges Wirtschaftsgebiet umweltfreundliche Mobilität, Energieeffizienz und regionale Zusammenarbeit vereinen soll. Kern des Projekts ist ein neuer Anschluss an die Autobahn A1, ergänzt durch verbesserte Bus-, Bahn- und Veloverbindungen für die gesamte Region.

    Für die Region Wil schafft das Projekt Perspektiven für neue Arbeitsplätze, eine Entlastung des Verkehrs sowie eine koordinierte und nachhaltige Raumentwicklung, heisst es in der Mitteilung. Der Entscheid der St.Galler Stimmbevölkerung sei zudem ein starkes Zeichen für die interkantonale Zusammenarbeit zwischen St.Gallen und Thurgau sowie für die 22 Gemeinden der Regio Wil.

    Die St.Galler Stimmbevölkerung hatte einen Sonderkredit für das Projekt WILWEST im September 2022 zunächst abgelehnt. Daraufhin wurde das Projekt umfassend überarbeitet, insbesondere im Bereich Nachhaltigkeit. So wurden unter anderem die Flächennutzung optimiert, die Versiegelung reduziert sowie der Autoverkehr und die Anzahl Parkplätze verringert.

    Nun gelte es, eine nachhaltige Realisierung sicherzustellen, das Gebiet bodenschonend und etappenweise zu entwickeln sowie die Anliegen der Bevölkerung weiterhin einzubeziehen. Die Regio Wil wolle sich auch künftig aktiv in den Prozess einbringen.

  • Schweizer Energieverbrauch ist leicht gewachsen

    Schweizer Energieverbrauch ist leicht gewachsen

    In der Schweiz wurde 2025 laut einer ersten Schätzung des Bundesamtes für Energie (BFE) leicht mehr Energie verbraucht als im Vorjahr. Der Verbrauch stieg auf 778‘630 Terajoule. Im Vorjahr waren es 776‘220 Terajoule gewesen.

    Den grössten Anteil machte auch 2025 Energie aus Erdölprodukten aus. Diese lieferte 351‘420 Terajoule. Im Vorjahr waren es noch 354‘810 Terajoule gewesen. Der Verbrauch von Strom stieg auf 209‘340 Terajoule, im Vorjahr 207‘040 Terajoule. Der Verbrauch von Gas sank von 95‘480 auf 93‘840 Terajoule. Der biogener Treibstoffe, von Biogas, Sonne und Umweltwärme stieg von 38‘390 auf 40‘090 Terajoule.

    Das BFE weist darauf hin, dass die Schätzung provisorisch sei. Der definitive Endenergieverbrauch soll am 18. Juni veröffentlicht werden.

  • Wind und Sonne sichern stabile Stromversorgung in regionalem Energiesystem

    Wind und Sonne sichern stabile Stromversorgung in regionalem Energiesystem

    Der Swiss Energypark im Versorgungsgebiet der Société des Forces électriques de La Goule hat laut einer Mitteilung der Betreiberin BKW 2025 insgesamt 134,45 Gigawattstunden Strom erzeugt. Das entspricht einem Anteil von 81 Prozent am Gesamtverbrauch in Höhe von 166,96 Gigawattstunden in der Region. Im Vorjahr hatte der Energypark 139,6 Gigawattstunden erzeugt.

    Die Windenergie hat mit insgesamt 86,50 Gigawattstunden erneut den grössten Anteil zur Stromproduktion beigetragen. Das Windkraftwerk Juvent allein erzeugte 72,6 Gigawattstunden Das sind zwar aufgrund des schwachen Windes weniger als die 91,1 Gigawattstunden des starken Vorjahres. Aber die Windenergie bleibt gerade im Winterhalbjahr ein zuverlässiger Stromlieferant.

    Das Wasserkraftwerk La Goule lieferte 16,29 Gigawattstunden und damit das schlechteste Ergebnis seit Jahrzehnten. Im Vorjahr waren es noch 17,6 Gigawattstunden gewesen.

    Die Solarenergie wuchs dagegen deutlich. Sie lieferte 2025 insgesamt 31,66 Gigawattstunden und damit 24 Prozent der Gesamtproduktion. Im schwachen Jahr 2024 waren es nur 13,6 Gigawattstunden gewesen.

    Der Swiss Energypark deckt ein 251 Quadratkilometer grosses Gebiet zwischen dem Kanton Bern und dem Kanton Jura ab. Hier leben 21‘000 Menschen.

  • Wie Forscher Beton zum Klimaretter machen

    Wie Forscher Beton zum Klimaretter machen

    Das EU-Projekt CARBCOMN, gestartet 2024 und gefördert im Rahmen von Horizon Europe mit rund sechs Millionen Euro, verfolgt einen radikalen Ansatz. Statt mehr Material einzusetzen, optimieren die Forschenden die Form. Das Prinzip nennt sich «compression dominant structures»: Betonbauteile werden so gestaltet, dass sie fast ausschliesslich auf Druck beansprucht werden, ähnlich wie die Bögen historischer Steinbrücken. Beton hält Druck gut aus, Zugkräfte aber kaum. Wer das konsequent ausnutzt, braucht weniger Material und weniger Bewehrung.

    Gedruckt, nicht gegossen
    Digitale Fertigung macht Formen möglich, die mit traditioneller Schalung undenkbar wären. Der Roboter druckt den Beton schichtweise und lässt Hohlräume dort frei, wo keine Verstärkung nötig ist, direkt gesteuert durch das digitale Modell. Das spart nicht nur Material, sondern reduziert auch die seismische Belastung proportional zum Gewichtsverlust. In erdbebengefährdeten Regionen ist das ein entscheidender Vorteil.

    Kein Zement, kein Problem
    Der Beton des CARBCOMN-Projekts enthält keinen Zement. Als Bindemittel dient Stahlschlacke, ein Nebenprodukt der Stahlindustrie. Nach dem Druck kommen die Bauteile in eine Kammer, in der CO₂ injiziert wird. Die Reaktion mit der Schlackemischung härtet den Beton und bindet das Treibhausgas dauerhaft. Das Resultat ist ein Baustoff mit negativer CO₂-Bilanz, der ausschliesslich aus Industrieabfällen besteht.

    Metall mit Gedächtnis
    Ganz ohne Bewehrung kommt dieser Beton nicht aus, jedoch mit einer Spezialität der Empa seit rund 20 Jahren, der eisenbasierte Formgedächtnislegierungen (Fe-SMA). Diese vorgedehnten Metallstäbe ziehen sich beim Erhitzen zusammen, statt auszudehnen und spannen so das Bauteil nachträglich vor. Sie werden erst nach dem Druck eingesetzt, stören den automatisierten Prozess nicht und lassen sich später vom Beton trennen. Das Empa-Spinoff re-fer bringt diese Technologie direkt ins Konsortium ein.

    Gebaut für die Demontage
    Was gebaut wird, soll auch wieder abgebaut werden können. Die einzelnen Betonmodule sind als diskrete Blöcke konzipiert, die sich lösen, transportieren und andernorts neu zusammensetzen lassen. Zaha Hadid Architects und Mario Cucinella Architects entwickeln gemeinsam mit den Ingenieurteams freigeformte Strukturen, die dieses Kreislaufprinzip architektonisch ausdrücken. Bis 2028 soll ein realer Prototyp beweisen, dass Betonbau auch so aussehen kann.

  • Ein Quartier ohne Einsprache

    Ein Quartier ohne Einsprache

    Der Luzerner Regierungsrat genehmigte den Bebauungsplan Schützenmatt im Januar 2026. Der Emmer Einwohnerrat hatte ihn bereits am 1. Juli 2025 in zweiter Lesung einstimmig verabschiedet. Nach Ablauf der Beschwerdefrist liegt nun Rechtskraft vor, kein einziger Rekurs wurde eingereicht. Das ist bei einem Projekt dieser Grössenordnung keine Selbstverständlichkeit, sondern ein Zeichen breiter Akzeptanz.

    250 Wohnungen, 4000 Quadratmeter Leben
    Auf dem Areal entstehen rund 250 Wohnungen in verschiedenen Grössen sowie Gewerbe-, Gastronomie- und Dienstleistungsflächen von insgesamt rund 4000 Quadratmetern. Der Wohnungsmix reicht von kleineren Einheiten über Familienwohnungen bis zu Alterswohnungen . Bewusst konzipiert für alle Lebensphasen und verschiedene Einkommensstufen. Ein Teil der Wohnungen muss als preisgünstiger Wohnraum realisiert werden.

    Weniger Auto, mehr Velo
    Das Mobilitätskonzept setzt klare Prioritäten sodass Fuss, Velo und öffentlicher Verkehr Vorrang haben. Geplant sind über 970 Veloabstellplätze, darunter eine gedeckte, öffentlich zugängliche Velostation mit mindestens 300 Plätzen direkt an der Bahnhofunterführung. Für Autos stehen maximal 120 Parkplätze in der Tiefgarage bereit. Die Velohauptroute entlang der Gleise wird kreuzungsfrei geführt. Somit entfallen Konflikte mit dem Fussgängerverkehr.

    Die Stadt als Schwamm
    Das städtebauliche Konzept stammt von Fischer Architekten, deren Wettbewerbsbeitrag mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Im Zentrum steht das Schwammstadtprinzip. Sickerfähige Beläge, Bäume auf natürlichem Boden und begrünte Dachflächen speichern Regenwasser und geben es kontrolliert wieder ab. Mindestens 60 Prozent der Dachflächen werden intensiv begrünt. Das verbessert das Mikroklima und macht das Quartier klimaresilient.

    Ab 2027 wird gebaut
    Mit der Rechtskraft liegt die Umsetzung nun bei den Grundeigentümerschaften. Die Realisierung ist in vier Etappen geplant, ein Bezug der ersten Wohnungen ist ab rund 2030 realistisch. Christine Bopp, Leiterin Planung der Gemeinde Emmen, spricht von einem abgeschlossenen langen Planungsprozess, der nun Planungssicherheit für alle Beteiligten schafft. Emmenbrücke bekommt sein neues Herz und baut es mit Bedacht.

  • Digitales Werkzeug bewertet Nachhaltigkeit von Events

    Digitales Werkzeug bewertet Nachhaltigkeit von Events

    Der Schweizer Verband für nachhaltige Events (SVNE) mit Sitz in Basel hat seine Plattform Saubere Veranstaltung weiterentwickelt. Unter dem neuen Namen Eventkit bietet sie ein einheitliches Werkzeug zur Planung und Bewertung der Nachhaltigkeit von Veranstaltungen. Dieses Werkzeug kann sowohl von den Organisierenden als auch von den bewilligenden Behörden verwendet werden. Die zweisprachige Plattform Eventkit integriert laut einer Mitteilung auch die Plattform KITmanif, die von der Stadt Lausanne und vom Kanton Waadt entwickelt worden ist.

    Eventkit nutzt für die Bewertung von Veranstaltungen Kriterien, die von Fachpersonen in Städten, Kantonen, Bundesämtern und Partnerverbänden formuliert worden sind. Diese sind in übersichtliche Kategorien gruppiert, die von Management und Kommunikation über Verpflegung, Verkehr und Transport sowie Material und Abfall bis zu Natur und Landschaft, Gesundheit und Prävention, Inklusion und Chancengleichheit bis zur Wirtschaft reichen.

    Insgesamt werden maximal 340 Punkte vergeben. 31 der 58 Kriterien werden mit vier Punkten bewertet, 27 Kriterien zählen doppelt.

    Die Kreislaufwirtschaft spielt eine zentrale Rolle. So wird bei der Verpflegung auch das Vorhandensein eines Konzepts zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung bewertet. Der Verzicht auf Wegwerfprodukte und auf das Verteilen von Gratismustern oder Flyern gehört ebenso dazu wie die Sicherstellung des Rücklaufs von Mehrweg- und wiederverwertbaren Einweggebinden. Allfällige Schäden an Naturräumen werden behoben. Die regionale Wirtschaft wird bevorzugt.

    Eventkit steht dank einer breiten Trägerschaft allen interessierten Veranstaltenden kostenlos zur Verfügung. „Mit Eventkit schaffen wir erstmals einen schweizweiten Standard mit Zielwerten, die Veranstaltungen motivieren, ihre Nachhaltigkeit schrittweise zu stärken“, wird SVNE-Präsidentin Marianne Gehring in der Mitteilung zitiert.

  • Dekarbonisierung setzt künftig auf Wärmepumpen

    Dekarbonisierung setzt künftig auf Wärmepumpen

    Das Nationale Sportzentrum in Magglingen wird künftig nicht mit Wärme aus dem tiefen Untergrund geheizt werden. Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) stellt das Projekt laut einer Mitteilung ein. Der Untergrund habe sich als zu komplex erwiesen. Die Tiefbohrungen würden daher höhere Kosten als prognostiziert ausfallen.

    Das BBL hat das Geothermieprojekt 2018 begonnen. Untersuchungen hatten 2023 Potenziale für Warmwasser in einer Tiefe von 1500 bis 2000 Metern aufgezeigt. Die Nutzung dieser Potenziale war bereits für 2029 vorgesehen.

    Das BBL hält aber an seiner Absicht fest, die Wärmeversorgung des Sportzentrums zu dekarbonisieren. Dafür will es auf Geothermie näher an der Oberfläche und auf Wärmepumpen zurückgreifen. Diese sollen Erdgas und Holzpellets als Hauptwärmelieferanten ablösen. Das dürfte aber frühestens 2031 möglich sein, heisst es in der Mitteilung.

  • «Insieme» Bildungszentren in Sursee

    «Insieme» Bildungszentren in Sursee

    Der Projektwettbewerb wurde als offenes, einstufiges und anonymes Verfahren für Generalplanerteams ausgeschrieben, acht Teams reichten fristgerecht Vorschläge ein. Das Preisgericht beurteilte sie nach Funktionalität, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit sowie Städtebau und Architektur und sprach dem Projekt «Insieme» von Bob Gysin Partner aus Zürich den Zuschlag zu. Herzstück ist ein siebenstöckiger Neubau entlang der Bahnlinie, der einen klaren Beitrag zur städtebaulichen Verdichtung leistet und den Campus stärker zum Bahnhof orientiert.

    Helle Lernlandschaft
    Die neuen Hauptzugänge richten sich künftig verstärkt zum Bahnhof aus und entlasten so die bisherige Erschliessung durch das angrenzende Wohngebiet. Sämtliche Turnhallen werden über den neu definierten Eingangsbereich erreichbar, was Wegeführung und Orientierung vereinfacht. Die Anordnung von Klassenzimmern, Gruppenräumen, Lichthöfen und Begegnungszonen schafft eine helle, flexible Lernlandschaft, die unterschiedliche Unterrichtsformen und informelle Begegnungen gleichermassen unterstützt.

    Nachhaltig bauen, Freiräume aufwerten
    Konstruktiv setzt «Insieme» auf eine Kombination aus Bestand und Holzbau. Beim Trakt B wird, abgesehen vom Untergeschoss, der bestehende Bau rückgebaut und mit einer Holzrippendecke zu einem sechsgeschossigen Gebäude aufgestockt. Die Freiraumgestaltung reagiert auf die Klimaerhitzung, indem die bestehende Treppenanlage beschattet und durch zusätzliche Bepflanzung und Sitzangebote aufgewertet wird. Der Waldrand erhält neue Aufenthaltsbereiche und eine lockere Baumbepflanzung, was die Aufenthaltsqualität im Aussenraum deutlich erhöht.

    Nächste Schritte bis zur Inbetriebnahme
    Im ersten Quartal 2026 werden die Hinweise des Preisgerichts geprüft und das Wettbewerbsprojekt bei Bedarf optimiert. Die Inbetriebnahme der erweiterten Anlage ist derzeit ab 2035 vorgesehen. In der kantonalen Finanzplanung sind für die Erweiterung und teilweise Erneuerung des BBZG+W in Sursee rund 97,4 Millionen Franken eingestellt. Eine Investition in zukunftsfähige Berufsbildung und einen starken Bildungsstandort in der Region.

  • Vier Achsen, die die Immobilienwirtschaft neu ordnen

    Vier Achsen, die die Immobilienwirtschaft neu ordnen

    Daten & KI
    Branchenreports sehen datengetriebene Entscheidungen und KI-basierte Analytics als einen der stärksten Treibe. Von Predictive Analytics für Mieten, Leerstände und Capex über automatisierte Bewertungen bis zu AI-gestützter Due Diligence und Dokumentenverarbeitung.

    Entlang des Lebenszyklus beginnt das bei Landakquisition und Projektentwicklung (Standort-Scoring, Risiko- und Szenario-Modelle) und reicht bis in Betrieb und Portfolio-Steuerung (Predictive Maintenance, Portfolio-Optimierung, dynamische Preis- und Flächensteuerung).

    Dekarbonisierung und ESG
    Netto-Null-Ziele, Taxonomie-Regeln und ESG-Investing machen Green-Proptech zu einem eigenen Cluster. Smart-Building-Systeme, IoT-Sensorik und ESG-Datenplattformen messen Emissionen, Energie und Ressourcen, automatisieren Reporting-Pflichten und unterstützen Sanierungs- und Investitionsentscheidungen.

    Gesellschaftlich wirkt das über strengere Regulierung und Investoren-Druck, wirtschaftlich über den wachsenden Wertunterschied zwischen «stranded assets» und klimafitten Beständen. Vom CO²-Screening bei Landkauf bis zur Dekarbonisierungs-Roadmap im laufenden Betrieb.

    Nutzererlebnis und Flexibilität
    Digitale Tenant-Experience, hybride Arbeitsmodelle und flexible Wohn- und Gewerbeflächen gelten als Kerntrend. Gefordert werden mobile Zugänge, Self-Service-Portale, Echtzeit-Kommunikation und dynamisch buchbare, nutzungsbasierte Flächen.

    Entlang des Lebenszyklus verschiebt das schon in der Planung den Fokus auf nutzerzentrierte Konzepte und Mischnutzungen und verlangt im Betrieb nach Plattformen für Buchung, Community-Building und personalisierte Services, was direkt die Wertschöpfungslogik von Objekten verändert.

    Plattform-Ökosysteme
    Viele Quellen sehen eine Bewegung weg von isolierten Insellösungen hin zu vernetzten Plattformen, in denen Daten, Prozesse und Services verschiedener Akteure zusammenlaufen. Offene Schnittstellen und Integrationen gelten als wichtigste Anforderung der Entwickler- und Betreiberseite.

    Ökonomisch entstehen damit neue Plattformbetreiber, gesellschaftlich verschieben sich Transparenz, Macht- und Rollenbilder. Vom Landkauf-CRM über Development-Tools bis zu Betriebs- und ESG-Plattformen, die den gesamten Lifecycle digital verbinden.

  • Tour Invictus neues Gesicht für Fribourg

    Tour Invictus neues Gesicht für Fribourg

    Die Tour Invictus markiert einen Wendepunkt in der städtischen Entwicklung Fribourgs. Sie verdichtet Wohnraum in die Höhe, statt weiter in die Fläche zu wachsen. Das Projekt reagiert damit auf knappen Boden, veränderte Haushaltsstrukturen und eine alternde Bevölkerung.

    Gleichzeitig stellt der Turm die Frage nach Identität. Wie viel «Hochhaus» verträgt eine mittelgrosse Schweizer Stadt? Das Gebäude wird sichtbar sein, aus der Stadt und von weitem. Damit wird es zum Symbol für eine neue Phase der Stadtentwicklung, die Dichte, Mobilität und Lebensqualität neu austariert.

    Neue Wohnformen statt klassischer Blockrand
    Die Nutzungsmischung ist klar auf Wohnen ausgerichtet, aber intern fein abgestuft. In den unteren Geschossen entstehen altersgerechte Wohnungen mit betreutem Umfeld. In den oberen Etagen finden sich frei finanzierte Eigentumswohnungen mit weitem Ausblick und hoher Aufenthaltsqualität.

    Diese vertikale Mischung ersetzt den klassischen Blockrand mit separaten Häusern für verschiedene Zielgruppen. Sie bringt Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen im selben Gebäude zusammen. Für Betreiber, Eigentümer und Stadtplanung eröffnet das neue Optionen für Services, Quartierbezug und Community‑Bildung.

    Aufenthaltsqualität schaffen soll
    Ein Turm dieser Höhe provoziert immer die gleiche Frage. Wird Dichte zur Belastung oder zur Qualität? Entscheidend ist die Gestaltung der Übergänge. Strassenniveau, Erdgeschoss und Umgebung müssen den Massstab für Fussgänger halten. Begrünte Aussenräume, klare Adressbildung und gut lesbare Eingänge entscheiden darüber, ob der Turm als Fremdkörper oder als selbstverständlicher Teil des Quartiers wahrgenommen wird.

    Im Innern zählt die erlebte Grosszügigkeit. Tageslicht, Raumhöhen, private Aussenräume und Sichtbezüge sind das Gegengewicht zur hohen Anzahl Einheiten. Wo Freiräume bewusst ins Haus verlegt werden, etwa mit Gemeinschaftsräumen, Dachterrassen oder nutzbaren Laubengängen, entsteht Identifikation statt Anonymität.

    Chancen für die Stadt
    Für die Stadt Fribourg ist die Tour Invictus Chance und Testfall zugleich. Sie zeigt, wie Investoren, Planende und Behörden mit Verdichtungszielen umgehen. Der Umgang mit Verkehr, Erschliessung, Beschattung und Nachbarschaft wird genau beobachtet werden. Gelingt das Projekt, stärkt es die Akzeptanz weiterer vertikaler Verdichtungen.

    Gleichzeitig bleibt das Spannungsfeld sichtbar. Ein Hochhaus löst Diskussionen über Skyline, Charakter und soziale Durchmischung aus. Führungskräfte in Verwaltung und Immobilienwirtschaft sind gefordert, diese Debatte aktiv zu moderieren. Es braucht klare Erzählungen, warum Dichte nicht Verzicht bedeutet, sondern neue Formen von Urbanität ermöglicht.

  • Neues Whitepaper: «Gebäude effizient kühlen»

    Neues Whitepaper: «Gebäude effizient kühlen»

    Auch wenn sich die klimatischen Veränderungen je nach Standort und Gebäudenutzung unterschiedlich bemerkbar machen, wird künftig in fast allen Wohn- und Bürogebäuden eine Kühlung nötig sein. Wer einen Neubau plant, sollte eine Analyse des Aussen- und Innenraumkomforts vornehmen, Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz sowie maximal akzeptierbare Innenraumtemperaturen definieren und einen Nachweis für den thermischen Komfort anfordern. Entspricht der Klimakomfort von Bestandsbauten im Sommer nicht mehr den aktuellen oder künftigen Anforderungen, können weitere sinnvolle Massnahmen umgesetzt werden.

    Für Eigentümerschaften lohnt es sich, in den Klimakomfort ihrer Immobilien zu investieren, denn behagliche Raumtemperaturen gelten zunehmend als Kriterium für die Vermietbarkeit. Gebäude mit hohem Klimakomfort sind zukunftssicher, ihr Marktwert steigt und es ist mit höheren Mieteinnahmen zu rechnen.

    Das neue Whitepaper «Gebäude effizient kühlen» (23 Seiten) zeigt, wie Immobilien heute gebaut oder saniert werden können, damit sie auch im Klima der Zukunft einen hohen Komfort bieten.

  • Urbaner Wandel auf dem Wellisareal

    Urbaner Wandel auf dem Wellisareal

    Zwischen Bahnhof und Altstadt liegt eines der spannendsten Transformationsgebiete der Region. Aus Hallen, Lagern und Werkhöfen wächst ein urbanes Quartier mit eigenem Charakter. Das Areal übernimmt damit eine Schlüsselrolle als Eingangstor nach Willisau.

    Die Fläche ist in etwa so gross wie die historische Altstadt. Aus dem vormals abgeschlossenen Produktionsstandort wird ein offenes Stück Stadt. Wege, Plätze und Freiräume verbinden künftig Bahnhof, Altstadt und Quartier. Die bisherige Barriere wird zur städtischen Nahtstelle.

    Mischung statt Monofunktion
    Die Entwicklung setzt klar auf Nutzungsmischung. Geplant sind mehrere hundert Wohnungen in unterschiedlichen Grössen und Typologien, ergänzt durch Flächen für Gewerbe, Dienstleistungen und quartiernahe Angebote. Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Freizeit rücken näher zusammen.

    Sie schafft über den Tag hinweg Frequenz, erhöht die Auslastung der Infrastruktur und reduziert Abhängigkeiten von einer einzigen Nutzungsart. Gleichzeitig öffnet sie Spielräume für neue Arbeitsformen, kleinteilige Dienstleister und lokale Anbieter.

    Identität aus der industriellen Vergangenheit
    Das Wellisareal bleibt als Ort erkennbar. Teile der bestehenden Bausubstanz werden erhalten und neu bespielt. Die industrielle Prägung liefert damit nicht nur Geschichte, sondern auch Identität. Sie unterscheidet das Quartier klar von grünen Wiesenentwicklungen am Ortsrand.

    Neue Bauten ergänzen den Bestand, ohne ihn zu überdecken. Ein Hochpunkt markiert das Areal in der Silhouette von Willisau. Entscheidend ist dabei nicht die Höhe allein, sondern die Wirkung im Stadtraum. So entsteht ein Bild, das auch in der Wahrnehmung von Bewohnern, Besuchern und Investoren verankert bleibt.

    Freiraum als Standortfaktor
    Das Projekt denkt Dichte konsequent mit Freiraum zusammen. Grosszügige Grünflächen, Bäume, Plätze und Wege strukturieren das Quartier und sorgen für Aufenthaltsqualität. Statt Innenhof als Restfläche rückt der Freiraum ins Zentrum der Konzeption.

    Für künftige Nutzer ist das mehr als ein Komfortthema. Beschattete Aufenthaltsbereiche, durchdachte Aussenräume und differenzierte Kleinklimate werden zu harten Standortfaktoren. Sie beeinflussen Vermietbarkeit, Image und langfristige Wertentwicklung. Ein robustes Freiraumkonzept unterstützt zudem die Anpassungsfähigkeit des Quartiers über den Lebenszyklus hinweg.

    Mobilität neu austariert
    Die Lage direkt am Bahnhof und nahe der Altstadt erlaubt einen verkehrsarmen Ansatz. Der Fuss- und Veloverkehr hat Vorrang, Angebote des öffentlichen Verkehrs liegen in Gehdistanz. Das Projekt reduziert bewusst die Zahl der Parkplätze und setzt auf alternative Mobilitätsformen.

    Für Kommunen und Investoren bedeutet das, weniger Flächenverbrauch für Autos, mehr Raum für Wertschöpfung und Lebensqualität. Gleichzeitig steigt der Druck, Mobilität als integriertes Angebot zu denken. Von Sharing-Lösungen über Logistik bis hin zu Quartierservices.

  • Solarprojekt verbindet Eigenstrom und regionale Investitionen

    Solarprojekt verbindet Eigenstrom und regionale Investitionen

    Die Stiftung Schloss Turbenthal ermöglicht Privaten und Unternehmen laut einer Mitteilung die Beteiligung an ihrer neuen Solaranlage. Diese Anlage entsteht auf den Dächern des Gehörlosendorfes. Mit 150 Solarmodulen soll sie pro Jahr 66‘000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Die Hälfte des Stromes soll von der Stiftung selbst verbraucht werden.

    Eine Grossbatterie mit einer Leistung von 100 Kilowatt erlaubt die Speicherung des Stroms an Tagen mit viel Sonne und wenig Bedarf. Dieser Strom kann später sowohl von der Stiftung als auch von der Netzgesellschaft Swissgrid als Regelenergie abgerufen werden.

    Private und Unternehmen können sich über die Plattform solarify.ch an der Anlage beteiligen. Sie erhalten vierteljährlich Zahlungen auf ihre Investition. „Mit diesem Projekt leisten wir einen konkreten Beitrag zur Nachhaltigkeit und ermöglichen die Beteiligung der Bevölkerung aus der Region“, wird Marc Basler, Gesamtleiter der Stiftung Schloss Turbenthal, in der Mitteilung zitiert.

    Die Solarify GmbH mit Sitz in Bern übernimmt auch das Projektmanagement, den Betrieb, die Versicherung und den Unterhalt der Anlage sowie die Stromvermarktung.

  • Forschung entwickelt klimafreundliche Alternative zu Zement

    Forschung entwickelt klimafreundliche Alternative zu Zement

    Die Herstellung von Zement als Bindemittel für Beton verantwortet 8 Prozent des weltweiten Kohlendioxidausstosses. Forschende verschiedener europäischer Universitäten und Institute arbeiten unter Führung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) aus Deutschland an der Entwicklung von Zementalternativen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, ist der Zuger Baustoffproduzent Holcim in diesen Forschungsarbeiten des europäischen Projekts C-SINK engagiert.

    Im Fokus der Forschungen stehen magnesiumhaltige Silikate, die in einem gezielten, beschleunigten Mineralisierungsprozess mit CO₂ zu Magnesiumcarbonat reagieren. Dieser Zusatzstoff könnte als Ersatz für Portlandzementklinker das neue Bindemittel für Beton sein. Derzeit wird das Material unter Mitwirkung aller Beteiligten in den Laboren des KIT getestet. Dabei kommt eine enge Verzahnung von Simulation, experimenteller Forschung und grossmassstäblichen realitätsnahen Prüfungen an der Materialprüfungsanstalt in Karlsruhe zum Tragen. „Wir können mit Simulationen und Maschinellem Lernen vorhersagen, welche Betonrezepturen funktionieren“, wird Frank Dehn, Leiter des Instituts für Massivbau und Baustofftechnologie sowie der Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Karlsruhe am KIT, in der Mitteilung zitiert. „Experimente setzen wir dann gezielt ein, um diese Prognosen zu überprüfen. So wollen wir belastbare Kennwerte erarbeiten, die zeigen, dass Beton mit dem neuen Bindemittel klimafreundlich ist und die Anforderungen an Tragfähigkeit, Dauerhaftigkeit und Sicherheit erfüllt.“

    Das Projekt wird vom Europäischen Innovationsrat (EIC) innerhalb des Pathfinder-Programms „Towards cement and concrete as a carbon sink“ gefördert. Beteiligt sind neben dem KIT und dem koordinierenden PAEBBL AB (Schweden) die Technische Universiteit Delft (Niederlande), die Katholieke Universiteit Leuven (Belgien), die Agencia Estatal Consejo Superior de Investigaciones Científicas und PREFABRICADOS TECNYCONTA S.L. (beide Spanien) sowie unterstützend Holcim Technology. Das Projekt wird mit 4 Millionen Euro über eine Laufzeit von vier Jahren gefördert.

  • Neue Technik verlängert Lebensdauer alter Brücken

    Neue Technik verlängert Lebensdauer alter Brücken

    Die in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts erbauten Brücken zeigen zunehmend Ermüdungserscheinungen und müssen repariert werden. Forschende und Techniker der Abteilung Structural Engineering an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in Dübendorf arbeiten an neuen Methoden, wie diese Brücken saniert werden können. Für ihre Experimente nutzen sie einen Brückenbelag aus ultrahochfestem faserbewehrtem Beton (UHPFRC), armiert mit Formgedächtnisstahl, heisst es in einer Mitteilung. Bei diesem Stahl handelt es sich um einen eisenbasierten Stahl aus einer Legierung, die unter anderem Mangan, Silizium und Chrom enthält. Mit diesem Stahl wird der Faserbeton verbunden. Nach einem Erhitzen zieht sich der Stahl zusammen und verschliesst aufgetretene Risse im Beton.

    Die Forschenden um Angela Sequeira Lemos und Christoph Czaderski haben entsprechende Experimente in der Bauhalle der Empa durchgeführt. Fünf Betonplatten mit jeweils fünf Metern Länge simulieren Brückenelemente. Von diesen blieb eine unverstärkt, während die anderen mit herkömmlichen Armierungsstahl beziehungsweise mit Formgedächtnisstahl armiert wurden. Für den Test wurden den Platten Risse zugefügt, um die realen Verschleissbedingungen zu simulieren. Im Ergebnis zeigte sich die Kombination aus faserbewehrtem Beton und Formgedächtnisstahl als funktionsfähiger. Mit ihr konnten Risse verschlossen und durchhängende Brückenteile gehoben werden. „Wir konnten zeigen, dass unser System nicht nur funktioniert, sondern bestehende Brücken tatsächlich wiederbeleben kann“, wird Angela Sequeira Lemos in der Mitteilung zitiert.

    Das Forschungsprojekt wurde von Innosuisse gefördert und von der OST – Ostschweizer Fachhochschule sowie von re-fer, einer Ausgliederung der Empa aus Seewen, und dem Verband der Schweizer Zementindustrie cemsuisse unterstützt. Ein Praxistest an einer echten Brücke könnte das Interesse der Industrie wecken. „Und mit zunehmender Nachfrage dürften auch die Materialkosten sinken – dann könnte diese Technologie die Brückensanierungen nachhaltig verändern“, zeigt sich Sequeira Lemos überzeugt.

  • Kooperation soll Deponiekapazitäten langfristig sichern

    Kooperation soll Deponiekapazitäten langfristig sichern

    Die Kantone St.Gallen, Thurgau und Schaffhausen arbeiten bei der Planung neuer Deponien für Schlacke aus Kehrichtverbrennungsanlagen zusammen, informiert das Bau- und Umweltdepartement des Kantons St.Gallen in einer Mitteilung. In den nächsten zwei Jahren erarbeiten die Abfallfachstellen der drei Kantone eine koordinierte Planung, die den Bedarf an Deponievolumen sowie Deponiestandorten ausweist. Ziel ist es, die Entsorgungssicherheit für die nächsten 30 Jahre zu gewährleisten und wirtschaftliche und ökologische Vorteile zu nutzen.

    Ausgangspunkt der Zusammenarbeit ist der absehbare Mangel an geeignetem Deponievolumen. Bei der Verbrennung von Abfällen in Kehrichtverbrennungsanlagen entsteht nicht weiter verwertbare KVA-Schlacke, die auf speziell gesicherten Deponien des Typs D gelagert werden muss. Solche Anlagen sind sowohl in den beteiligten Kantonen als auch in der gesamten Schweiz knapp. Ohne zusätzliche Kapazitäten drohen mittelfristig Engpässe bei der Entsorgung.

    Die koordinierte Planung soll bereits bestehende über kantonale Abfallströme optimieren, wirtschaftliche und ökologische Vorteile nutzen und eine rationale Nutzung einzelner Standorte ermöglichen. Damit wollen die drei Kantone langfristige Planungs- und Entsorgungssicherheit sowohl für Abfallverursacher als auch KVA und Deponien bieten.

    Die Kantone erfüllen mit dem Projekt ihren gesetzlichen Auftrag zur Abfallplanung. Dieser umfasst die Ermittlung des künftigen Deponiebedarfs sowie die Festlegung geeigneter Standorte. Die gemeinsam erarbeitete Planungsgrundlage dient anschliessend als Basis für kantonale Planungsinstrumente wie Richtpläne und weitere Verfahren.

  • Forschungsprojekt setzt auf saisonale Energiespeicherung

    Forschungsprojekt setzt auf saisonale Energiespeicherung

    Die Hochschule für Wirtschaft und Ingenieurwissenschaften des Kantons Waadt (HEIG-VD) und das Ingenieurbüro Planair haben laut einem LinkedIn-Beitrag das Projekt BIG4HEAT lanciert. BIG4HEAT hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wird vom Bundesamt für Energie (BFE) unterstützt. Die Services Industriels de Genève (SIG), die Groupe Eaus Granges-Paccot FR und Cadcime mit Sitz in Eclépens VD sind ebenfalls industrielle Partner des Projekts.

    Das Hauptziel des Projekts besteht in der Entwicklung eines unterirdischen saisonalen ärmespeichers (Chemical Thermal Energy Storage, CTES). Die Wärmeenergie soll im Sommer gespeichert und dann im Winter genutzt werden. HEIG-VD und Planair wollen dafür alte Zisternen nutzen, die nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft und des Retrofittings, also der Umrüstung älterer Anlagen, zu Wärmespeichern umgebaut werden. Laut HEIG-VD könnte „die saisonale Speicherung das Stromdefizit im Winter um fast 20 Prozent reduzieren“. Mit diesem Projekt wollen die HEIG-VD und Planair die CO2-Emissionen reduzieren und ab 2030 durch die Nutzung unterirdischer Speicherräume Platz in städtischen Gebieten schaffen.

    Die 1956 gegründete HEIG-VD mit Sitz in Yverdon betreibt Forschung in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Kommunen und nationalen sowie internationalen Partnern in verschiedenen Bereichen wie Energie und nachhaltige Entwicklung. Planair mit Sitz in La Sagne NE ist in den Bereichen Energiewende und erneuerbare Energien tätig.

  • Mehrfachnutzung private Parkplätze effizient genutzt

    Mehrfachnutzung private Parkplätze effizient genutzt

    Viele private Parkplätze bleiben stundenweise ungenutzt, tagsüber in Wohnquartieren, nachts bei Arbeits- oder Einkaufsstandorten. Bei der Mehrfachnutzung stellen Eigentümer ihre Parkplätze dann zur Verfügung, wenn sie diese selbst nicht brauchen. So sinkt der Druck auf den öffentlichen Parkraum, während Städte Platz für mehr Grün, Veloverbindungen und Aufenthaltsqualität gewinnen. Grundlage bildet ein vom Bau- und Verkehrsdepartement in Auftrag gegebenes Bewirtschaftungskonzept, das auf eine effizientere Nutzung privater Parkierungsanlagen zielt.

    Vier Pilotprojekte zeigen das Potenzial
    Seit Anfang dieses Jahres laufen vier Projekte, bei denen Eigentümer mit den Parkplatzvermittlern ShareP und Parcandi zusammenarbeiten. PSP Swiss Property stellt an der Hochstrasse 16 rund fünfzig Tiefgaragenplätze für die Mehrfachnutzung bereit. Die Lonza AG öffnet ihre Firmenparkplätze auf dem Lindenhofareal nachts und am Wochenende für Anwohnende. Weitere Angebote bestehen in der St. Alban‑Vorstadt beim Goldenen Löwen sowie an der Dornacherstrasse 8/10, mit Lösungen für Anwohnende und Pendelnde gleichermassen. Die Projekte werden während zwei Jahren begleitet, ausgewertet und bilden die Basis für weitere Umsetzungen.

    Flexible Angebote für unterschiedliche Bedürfnisse
    Die neuen Parkiermodelle richten sich an verschiedene Nutzergruppen. Pendlerinnen und Pendler können tagsüber unter der Woche fixe oder wiederkehrende Plätze buchen. Anwohnende profitieren von sicheren Parkplätzen in der Nacht und am Wochenende. Für regelmässige Nutzer stehen Abonnemente zur Verfügung, für spontane Fahrten gibt es Kurzzeitangebote. So entsteht ein Parksystem, das sich an den Alltag der Menschen anpasst, statt zusätzlichen Flächenbedarf zu erzeugen.

    Beratung für Eigentümer und ergänzende Quartierparkings
    Eigentümer von Parkierungsanlagen können sich neu kostenlos beraten lassen. Die Erstberatung zeigt auf, wie sich Anlagen ohne grossen Aufwand effizienter bewirtschaften lassen. Mehrfachnutzungsmodelle können auch ohne Beratung und ohne Bewilligungsverfahren genutzt werden. Parallel dazu fördert der Kanton zusätzliche Quartierparkings. Mit der Übernahme des Parkhauses Horburg schafft er ab April 2026 über 300 mietbare Parkplätze für Anwohnende und stärkt so das Gesamtangebot im Quartier.

  • Holzbau als Investment

    Holzbau als Investment

    Holz- und Hybridbauten haben sich als ernstzunehmende Alternative zum energetisch hochwertigen Massivbau etabliert. Studien von Wüest Partner und Durable im Auftrag von Lignum und BAFU zeigen, dass Holzbauten bei Erstellungskosten und Performance mit Massivbauten mithalten können, obwohl sie im Median leicht teurer sind. Für Investoren wird Holzbau damit zu einem Baustein, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, ohne auf wirtschaftliche Solidität zu verzichten.

    Kosten, Lebenszyklus und Risikoprofil
    Im Kostenvergleich liegen die Baukosten von Holzbauten im Median rund 10 Prozent über jenen von Massivbauten. Im unteren Preissegment nähern sich die Werte jedoch stark an. Die energetische Standards wie Minergie-P beeinflussen die Kosten stärker als die Wahl der Tragstruktur. Kurz- bis mittelfristig profitieren Holzbauten von hoher Kostensicherheit, tieferen Betriebs- und Wartungskosten sowie einem besseren Rückbau- und Reuse-Profil. Über sehr lange Zeiträume von 80 Jahren wirken sich die höhere Dauerhaftigkeit mineralischer Bauweisen kostenseitig positiv aus, sodass deren Lebenszykluskosten tiefer liegen.

    Ökologischer Vorsprung und Green Premium
    Ökologische Auswertungen zeigen, dass Holzbauten die grauen Treibhausgasemissionen gegenüber einem mineralischen Zwilling im Mittel um etwa 20 Prozent reduzieren, bei einzelnen Bauteilen gar deutlich mehr. Besonders gross ist der Effekt bei Aufstockungen, wo Holzbau gegenüber Ersatzneubauten markante CO₂-Einsparungen ermöglicht und gleichzeitig zusätzliche Flächen schafft. Internationale Metastudien zu zertifizierten Green Buildings weisen zudem auf Preis- und Mietprämien sowie tiefere Kapitalisierungsraten hin.Ein Indiz dafür, dass der Markt Nachhaltigkeit als Risikopuffer honoriert.

    Zeit als Renditetreiber
    Der Green Premium im Holzbau entsteht vor allem durch Prozessvorteile. Hoher Vorfertigungsgrad, modulare Systeme und digitale Planung verkürzen die Bauzeit erheblich. Für Investoren bedeutet dies früheren Ertragseingang und eine Reduktion der Bau- und Projektkosten über den Faktor Zeit. Modellrechnungen veranschlagen bei sechs Monaten Zeitgewinn Einsparungen im Bereich von rund 200 Franken pro Quadratmeter. Gleichzeitig sinken Termin-, Koordinations- und Witterungsrisiken, was sich in stabileren Budgets und kalkulierbareren Cashflows niederschlägt.

    Strategische Rolle im Portfolio
    Institutionelle Investoren wie spezialisierte Nachhaltigkeitsfonds sehen den Hauptmehrwert des Holz- und Hybridbaus weniger in Mieten als in ökologischen Vorteilen, der Reduktion von Stranded-Asset-Risiken und einer robusten ESG-Positionierung. Im Bestand punktet Holzbau insbesondere bei Aufstockungen und Nachverdichtung, wo seine Leichtigkeit und Vorfertigung zu überlegenen Gesamtwirtschaftlichkeiten führen. Für renditeorientierte Anlegerinnen und Anleger lohnt sich Holzbau daher vor allem dort, wo Prozessvorteile, ESG-Strategie und Standortqualität zusammenwirken.