Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Smart Building wird zum Standortfaktor

    Smart Building wird zum Standortfaktor

    Intelligente Gebäude werden dann zum Standortfaktor, wenn sie zunächst die ESG-Performance sichtbar und steuerbar machen. Durch Sensorik, Automation und datenbasierten Betrieb lassen sich Energie- und Ressourcenverbräuche, CO²-Emissionen, Raumklima und Flächeneffizienz messbar optimieren und diese Kennzahlen für Green-Finance, Ratings und Regulatorik nachweisen. Leuchtturmprojekte wie The Edge in Amsterdam, Taipei 101, Roche Basel oder The Crystal in London zeigen, wie Smart-Building-Technologie mit klaren Nachhaltigkeitsindikatoren und Zertifizierungen verknüpft wird und so über das einzelne Objekt hinaus Wirkung entfaltet.

    Smart Building als Talentmagnet
    Intelligente Gebäude verändern das Arbeits- und Innovationsumfeld. Nutzerzentrierte Gebäude mit hoher Luftqualität, viel Tageslicht, flexiblen Flächen, Apps und Services werden zu einem magnetischen Faktor für Talente und für Unternehmen, die moderne, gesunde Arbeitswelten verlangen. In solchen Smart Buildings verschmilzt Technologie mit Arbeitsplatzqualität. Von personalisierbaren Komfortparametern bis zur intelligenten Flächensteuerung und stärkt direkt das Employer Branding und die Attraktivität eines Standorts für wissens- und technologieintensive Firmen.

    Vom Einzelgebäude zum vernetzten Campus
    Standort- und Campusstrategie prägen intelligente Gebäude. In Quartieren und Campusstrukturen werden Daten aus vielen Smart Buildings aggregiert. So entstehen steuerbare Netze aus Energie, Mobilität und Nutzung, die eine Stadt oder Region als leistungsfähigen, nachhaltigen Standort positionieren, weit über das einzelne Objekt hinaus. Damit verschiebt sich die Diskussion. Intelligente Gebäude sind nicht mehr nur ein technisches Upgrade, sondern ein strategischer Hebel, um Standorte zukunftsfähig, regulierungssicher und international wettbewerbsfähig zu machen.

    © Edge

    The Edge in Amsterdam gilt als Prototyp eines intelligenten Bürogebäudes, in dem Architektur, Technik und Daten von Beginn an als ein digitales System gedacht wurden. Auf rund 40’000 Quadratmetern vernetzt eine extrem dichte IoT-Infrastruktur mit rund 28’000 Ein- und Ausgängen Sensoren, LED-Leuchten mit eigener IP-Adresse, Gebäudeautomation und eine Workplace-App. Mitarbeitende buchen ihre Arbeitsplätze activity-basiert im 3D-Modell, erhalten personalisierte Licht- und Komfortprofile und arbeiten in hochflexiblen, tageslichtorientierten Flächen. Energetisch erreicht The Edge dank effizienter Hülle, Geothermie, grosser Photovoltaikflächen, Regenwassernutzung und E-Mobilität eine energiepositive Bilanz und reduziert CO²-Emissionen im zweistelligen Millionen-Kilogramm-Bereich über zehn Jahre. Die permanent erhobenen Nutzungs-, Komfort- und Energiedaten bilden die Basis für prädiktive Wartung, Reinigungs- und Flächenoptimierung und machen ESG-Leistung im Betrieb mess- und steuerbar, statt sie nur zu reporten. Als BREEAM-Outstanding-Objekt mit internationalem Benchmark-Status zeigt The Edge, wie ein einzelnes Smart Building sowohl Arbeitswelt als auch Standortprofil von Amsterdam als innovativem, nachhaltigem Wirtschaftsraum prägen kann.
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    Taipei 101 in Taipeh zeigt, wie ein ikonischer Supertall mit Smart-Building-Technik in ein grünes und «gesundes» Hochhaus transformiert werden kann. Ein integriertes Gebäude- und Energiemanagementsystem überwacht und steuert Beleuchtung, HVAC, Pumpen und Aufzüge, ergänzt durch cloudbasierte Analytik zur Effizienzsteigerung. Doppelfassade, LED-Retrofit, optimierte Luftaufbereitung sowie wassereffiziente Armaturen, Regenwassernutzung und ein verbessertes Kühlwassersystem senken Energie- und Wasserverbrauch deutlich. Der Green-Retrofit machte Taipei 101 zum LEED-Platinum-Pionier im Bestand. 2025 erreichte der Turm erneut LEED v5 O+M Platinum mit Höchstpunktzahl sowie WELL v2 Core Platinum. Über mehrere Jahre konnten so rund 160 Mio. kWh Strom eingespart und zugleich Luftqualität, Komfort und Gesundheit der Nutzer deutlich verbessert werden. Ein globales ESG-Leuchtturmprojekt für Bestandsgebäude.
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    © F. Hoffmann-La Roche AG

    Roche Campus Basel/Kaiseraugst verfolgt auf dem Campus Basel/Kaiseraugst eine Smart-Building- und Smart-Campus-Strategie, bei der ein durchgängiges IoT-Backbone Bestands- und Neubauten verbindet. Sensorik, Gebäudeautomation und Datenplattformen werden so eingesetzt, dass Energieeffizienz, Nutzererlebnis und Betriebsoptimierung in einer skalierbaren digitalen Infrastruktur zusammenlaufen. Konkrete Anwendungsfälle sind Belegungs- und Präsenzmessung, Indoor-Navigation, georeferenzierte Grundrisse und smarte Logistik- bzw. Materialflüsse. Grosse Neubauten wie Bau 2, BSN8/11 und das pRED-Center dienen als Träger, in die Sensorik, Automation und Datenarchitektur von Beginn weg integriert werden. Damit wird der Campus zu einem strategischen ESG-Hebel. Energiemonitoring, Flächen- und Betriebsoptimierung stützen die Dekarbonisierung, nutzerzentrierte Arbeitswelten verbessern Orientierung und Servicequalität. Ein konsequentes Daten- und Life-Cycle-Management schafft Transparenz für FM und Governance. So stärkt Roche zugleich den Life-Sciences-Standort Basel mit international sichtbaren Referenzgebäuden und einer klar systemischen Nachhaltigkeitslogik.
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    © ArchDaily

    The Crystal in London ist ein kompaktes, aber konsequent durchentwickeltes Smart-Building-Leuchtturmprojekt mit klarer ESG-Verknüpfung. Es wurde 2012 in den Royal Docks für Siemens als Ausstellungs- und Konferenzzentrum gebaut, umfasst rund 6’300 Quadratmeter und gilt mit LEED Platinum und BREEAM Outstanding als eines der nachhaltigsten Gebäude der Welt. Das vollständig verglaste, zweigeschossige Gebäude kombiniert ein all-electric-Konzept ohne fossile Brennstoffe mit einer fein abgestimmten Glasfassade und einem integrierten Gebäudemanagementsystem. Photovoltaik auf dem Dach, Erdsonden mit Wärmepumpen, LED-Beleuchtung, Regen- und Schwarzwasseraufbereitung sowie wassereffiziente Armaturen senken Energie- und Wasserverbrauch deutlich. Das BMS vernetzt Heizung, Kühlung, Lüftung, Licht und Sicherheit, passt den Betrieb in Echtzeit an Belegung und Wetter an und macht alle Systeme mess-, benchmark- und feinjustierbar. So entsteht ein nahezu selbstoptimierendes Gebäude, das zugleich als öffentlich zugänglicher Lernort für urbane Nachhaltigkeit dient und mit transparenter Performance-Darstellung zum internationalen Referenzfall für smarte, ESG-orientierte Architektur geworden ist.
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  • Smarte Pflanzenpflege erreicht den stationären Handel

    Smarte Pflanzenpflege erreicht den stationären Handel

    Das Berner Ecotec-Start-up Boum AG und der Bau- und Gartenmarktbetreiber Hornbach haben in einer Mitteilung eine Partnerschaft bekannt gegeben. Im Rahmen der Vereinbarung ist das smarte Pflanzenpflegesystem Boum Core ab diesem Frühjahr in ausgewählten Schweizer Filialen erhältlich.

    Boum Core ist ein vollautomatisches, solarbetriebenes Pflanzenpflegesystem, das Pflanzen über mehrere Wochen hinweg autonom mit Wasser versorgt. Über eine zugehörige App können Nutzerinnen und Nutzer jederzeit den Wasserstand einsehen. Dabei setzt das Ecotec-Start-up konsequent auf Nachhaltigkeit: Im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen reduziert das Boum-System den Wasserverbrauch um bis zu 40 Prozent und fungiert zugleich als Regenfänger zur effizienten Wiederverwertung von Wasser.

    Die Partnerschaft bringt für beide Unternehmen Vorteile. Für Hornbach bedeutet sie den Einstieg in ein neues, innovatives Produktsegment. „Mit dem Pflanzenpflegesystem Boum Core können wir unser Sortiment mit einem einzigartigen Produkt ergänzen. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit dieser Innovation die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden nach nachhaltigen und smarten Lösungen, die einen echten Mehrwert bieten, abdecken können“, heisst es in der Mitteilung von Sorin Nasture, Sortimentsverantwortlicher Garten-Hartware bei Hornbach.

    Für Boum wird die Verfügbarkeit im stationären Handel ausgebaut. In einem nächsten Schritt strebt das Unternehmen eine Expansion in Europa an. „Wir haben lange auf diesen Moment hingearbeitet. Wir freuen uns sehr über diese Partnerschaft und sehen in Hornbach den idealen Partner, um Boum zu den Menschen zu bringen“, wird Dr. Ludwig Auer zitiert, Gründer der Boum AG.

    Die Boum AG, ein Spin-off der Universität Bern, hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Kombination von Technologie und Ökologie allen Menschen zu ermöglichen, erfolgreich Pflanzen anzubauen und zu erleben.

  • Neues Freiraumkonzept stärkt Lebensqualität und Biodiversität

    Neues Freiraumkonzept stärkt Lebensqualität und Biodiversität

    Der Gemeinderat Spreitenbach hat laut einer Mitteilung das Freiraumkonzept verabschiedet. Dieses schafft eine behördenverbindliche Grundlage für die zukünftige Entwicklung von Freiräumen im Siedlungsgebiet der Gemeinde. Die Qualität und die Nutzung der Frei- und Grünräume sollen gesichert und verbessert werden.

    Zu den Zielen des Konzepts gehören die Stärkung der Identität der Quartiere, die Förderung der Biodiversität und die Stärkung der Klimaresilienz nach dem Prinzip der Schwammstadt – abfliessendes Regenwasser soll möglichst lokal aufgesogen werden können.

    Das Konzept umfasst auch einen Katalog von 21 konkreten Massnahmen. Zu den ersten Massnahmen gehören die Planung und die Umsetzung des Neumattparkes, die Weiterentwicklung des Areals Ziegelei, aber auch die Schaffung temporärer Freiräume. Sofortmassnahmen sollen die Aufenthaltsqualität verbessern, bessere Signalisierungen die Wegverbindugnen aufzeigen. Bis Ende 2026 sollen Zuständigkeiten geklärt und Prioritäten gesetzt sowie erste Massnahmen vorbereitet werden.

    Die Einwohnergemeindeversammlung hat den Verpflichtungskredit für das Freiraumkonzept in Höhe von 170‘000 Franken am 28. November 2023 genehmigt. Ein interdisziplinäres Planungsteam hat das Konzept im Anschluss mit einer breit abgestützten Begleitgruppe erarbeitet.

  • Start-up treibt Skalierung von CO2-zu-Rohstoff-Lösungen voran

    Start-up treibt Skalierung von CO2-zu-Rohstoff-Lösungen voran

    Das Start-up DeltaSpark mit Sitz in Zürich hat eine finanzielle Förderung in Höhe von 150‘000 Franken von Venture Kick erhalten. Das frische Kapital will das Unternehmen dafür nutzen, seine Technologie und das Verfahren zur Kohlendioxidabscheidung zu skalieren, heisst es in einer Mitteilung des Start-up-Förderers aus Schlieren.

    In dem Verfahren wird mithilfe eines elektrokatalytischen Prozesses ein Gemisch aus absorbiertem Kohlendioxid mit zugesetzten Mineralien so verarbeitet, dass als Produkte Wasserstoff, Sauerstoff und grüne Schwefelsäure erzeugt werden. Das CO2 wird zu grossen Teilen weiter in Mineralien gebunden, die als Baustoff dienen können.

    DeltaSpark, eine Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL), bietet diese Technologie als Dienstleistung bei grossen Emittenten wie Zementfabriken oder Kehrichtverbrennungsanlagen an. Mit den jetzt finanzierten 150‘000 Franken sollen bezahlte Pilotprojekte beschleunigt und eine kommende Seed-Finanzierungsrunde vorbereitet werden.

    „Venture Kick ist weit mehr als nur eine Finanzierung“, wird Luc Bondaz, CEO von DeltaSpark, in der Mitteilung zitiert. „Das Programm hat uns durch gezieltes Coaching geholfen, unseren Businessplan für unsere Zielkundensegmente zu schärfen. Dadurch konnten wir die Bedürfnisse unserer Kunden besser verstehen, unser Wertversprechen präzisieren und eine klare Go-to-Market-Strategie entwickeln.“

  • Winterstrom aus den Alpen zeigt überdurchschnittliche Leistung

    Winterstrom aus den Alpen zeigt überdurchschnittliche Leistung

    Das Solarkraftwerk Madrisa Solar hat im ersten Winterhalbjahr von Oktober bis März rund 1,5 Gigawattstunden Strom produziert. Damit lag die Produktion über den Erwartungen, wie die Repower AG in einer Mitteilung schreibt. Im ersten Betriebswinter waren rund 3600 Solarmodule in Betrieb, was etwa 20 Prozent der geplanten Gesamtanlage entspricht.

    Die Anlage, die als erstes alpines Solarkraftwerk der Schweiz Strom ins Netz speiste, befindet sich oberhalb von Klosters auf rund 2000 Metern über Meer und ist gezielt auf die Winterstromproduktion ausgelegt. Nach dem ersten Schneefall stieg die Leistung dank des sogenannten Albedo-Effekts um rund 15 Prozent. Die bifazialen Module nutzen dabei auch reflektiertes Licht von der Schneedecke.

    Der erzeugte Strom wird unter anderem direkt für den Betrieb der Klosters-Madrisa-Bergbahnen genutzt. In Kombination mit bestehenden Anlagen wurde im ersten Winter mehr Energie produziert als für den Betrieb der Wintersaison benötigt wurde. Madrisa Solar erfüllt mit der bisherigen Produktion die im Rahmen des nationalen Solarexpresses geforderte Mindestproduktion von 500 Kilowattstunden pro installiertem Kilowatt Leistung deutlich.

    Anfang Mai soll die zweite Bauphase starten. Nach deren Abschluss sollen rund 70 Prozent der Anlage ans Netz angeschlossen sein. Die vollständige Inbetriebnahme ist bis Ende 2027 vorgesehen. Bauherrin der alpinen Anlage ist die Madrisa Solar AG, an der Repower, die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) sowie die Gemeinde Klosters beteiligt sind.

  • Neue Finanzierung treibt Wachstum im Energiemanagement voran

    Neue Finanzierung treibt Wachstum im Energiemanagement voran

    Die Youdera Group SA sichert sich eine strategische Investition durch Amundi Energy Transition. Laut einer Mitteilung sollen die Mittel die nächste Wachstumsphase des Unternehmens sowie einen Umsetzungsplan von rund 150 Millionen Euro für dezentrale Energieinfrastruktur im europäischen Gewerbe- und Industriesektor unterstützen.  

    Youdera bietet Unternehmen Energiemanagement an, bei dem Planung und Entwicklung, Finanzierung, Bau und Betrieb von Energieanlagen übernommen werden. Ziel ist es, die Abhängigkeit vom Stromnetz zu reduzieren, Energiekosten planbarer zu machen und die Elektrifizierung voranzutreiben. Das Angebot umfasst Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Sanierungen der Gebäudehülle, Wärmepumpen sowie weitere Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. 

    Die Investition durch Amundi Energy Transition, einer Tochtergesellschaft des französischen Vermögensverwalters Amundi S.A., biete die Möglichkeit, das Modell europaweit zu skalieren, so Pedro Miranda, CEO und Mitgründer von Youdera. „In einer volatileren Welt müssen europäische Unternehmen entschlossen handeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“  

    Youdera wurde 2015 gegründet, hat seinen Sitz in Ecublens und seinen Hauptstandort im EPFL Innovation Park in Lausanne. Die Kernmärkte sind Schweiz, Spanien und Portugal, das Unternehmen sieht weiteres Wachstumspotential in Europa. „Da Gewerbe- und Industriekunden nach resilienteren und kosteneffizienteren Energielösungen suchen, sind wir überzeugt, dass Youdera bestens positioniert ist, um diesen wachsenden Marktbedarf zu decken“, lässt sich Claire Chabrier, Head of Direct Investments – Private Markets bei Amundi, zitieren. 

  • Neue Anlage reduziert CO2-Ausstoss im städtischen Wärmenetz

    Neue Anlage reduziert CO2-Ausstoss im städtischen Wärmenetz

    Die Industriellen Werke Basel (IWB) kommen bei der Dekarbonisierung der Fernwärme voran. Sie haben im März laut einer Mitteilung die zwei neuen Kessel der Holzpelletanlage im Heizwerk Bahnhof getestet. Sie soll mit einer Leistung von 30 Megawatt jährlich rund 95 Gigawattstunden Fernwärme erzeugen.

    Die Umstellung von Erdgas auf Holzpellets spart pro Jahr rund 23‘000 Tonnen CO2 ein. Das entspricht einer Verringerung des gesamten CO2-Ausstosses in der Basler Fernwärme um 9 Prozent. „Mit der neuen Holzpelletanlage leistet IWB einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Fernwärme und zur Erreichung des Netto-null-Ziels des Kantons Basel-Stadt“, wird Evelyn Rubli, Leiterin Geschäftsbereich Wärme, in der Mitteilung zitiert.

    Die Umgebung des Heizwerkes soll künftig als Grünfläche öffentlich zugänglich sein. Die Stadtgärtnerei will im Herbst mit deren Gestaltung beginnen.

    IWB will bis 2035 die Fernwärme vollständig auf Abwärme und erneuerbare Energieträger umgestellt haben. Als nächstes soll das Fernheizkraftwerk Volta umgestellt werden. IWB setzt ausserdem künftig auch auf Grosswärmepumpen. Als Standort kommt die ARA Basel von ProRheno in Frage. 

  • DGNB-Zertifikat für Rückbau in der Schweiz

    DGNB-Zertifikat für Rückbau in der Schweiz

    Der Getreidesiloturm von 1939 wurde abgebrochen, sein Beton jedoch nicht entsorgt. Im nahegelegenen Betonwerk wurde das Material nach einer eigens entwickelten Rezeptur aufbereitet und im Neubau zu 75 bis 95 Prozent als Rezyklat wiederverwendet. Rund 60 Prozent des neuen Gebäudes bestehen aus dem alten Turm. Bauherrin ist die Gutgrün AG aus Chur, die bewusst auf kurzfristige Gewinne verzichtete, um das Nachhaltigkeitskonzept konsequent umzusetzen.

    52 Wohnungen, drei Zertifikate
    Das Projekt umfasst 37 Mietwohnungen auf elf Etagen im neuen Wohnturm sowie 15 Loftwohnungen im sanierten historischen Mühlegebäude. Die Architekten vom Büro Ritter Schumacher haben alle verbauten Materialien in einem Gebäuderessourcenpass erfasst. Ein vorausschauender Ansatz, der zukünftige Lebenszyklen bereits heute transparent macht. Für diese Leistung wurde das Projekt mit drei DGNB-Zertifikaten ausgezeichnet. DGNB-Platin für den Rückbau, DGNB-Gold für den Neubau des Turms und DGNB-Gold für die Sanierung des Altbaus.

    Brandschutz neu erfunden
    Die 30 Meter hohe Photovoltaik-Fassade stellt herkömmliche Brandschutzvorschriften vor ein Problem. Sie verlangen in jedem Geschoss Abschottungen, die ein Feuerspringen von Etage zu Etage verhindern. Das hätte die Fassade unterbrochen und ihre Effizienz empfindlich gemindert.

    Die PV-Fläche wird nirgends durch Fenster unterbrochen und ist durchgängig vom Boden bis zum Dach geführt. Fachplaner, ausführende Firmen und Versicherung entwickelten gemeinsam eine massgeschneiderte Lösung. Feuer kommt von innen nicht an die Fassade und von der Fassade nicht in die Wohnungen.

    Allianz statt Konflikt
    Das Projekt wurde im Allianzmodell gebaut. Bauherrschaft, Planer und ausführende Firmen sassen von Beginn an gemeinsam am Tisch. Probleme aus der Baupraxis flossen so direkt in die Planung ein. Die Grundhaltung waren Vertrauen und Fairness statt reiner Risikoabsicherung. Auch ein Detail zeugt vom unkonventionellen Geist, die Graffiti, die das leerstehende Gebäude zierten, wurden als Dekorelemente im Treppenhaus erhalten.

    Ein Signal für die Branche
    Gegen das Umbau-Projekt gab es keinen einzigen Einspruch. Das ist für ein Bauprojekt dieser Grössenordnung aussergewöhnlich. Die Mühle Grüsch zeigt, dass zirkuläres Bauen auch in einer Randregion funktioniert und dass Nachhaltigkeit kein Widerspruch zu wirtschaftlicher Tragbarkeit ist.

  • Das Holz, das sich selbst schützt

    Das Holz, das sich selbst schützt

    Weltweit fallen jährlich Millionen Tonnen Sägemehl an. Der grösste Teil davon wird verbrannt, das im Holz gebundene CO2 gelangt zurück in die Atmosphäre. Genau hier setzt das Forschungsteam um Doktorand Ronny Kürsteiner an, unter der Leitung von Ingo Bungert, Professor für holzbasierte Materialien an der ETH Zürich. Ziel ist das Sägemehl länger im Materialkreislauf halten.

    Der Trick mit dem Wassermelonenkern
    Das Bindemittel ist Struvit, ein kristallines Ammoniummagnesiumphosphat mit bekannten Brandschutzeigenschaften. Das Problem bis anhin war, dass Struvit sich schlecht verbinden lies mit Sägemehl wegen seines Kristallisationsverhaltens. Die Lösung fanden die Forschenden in einem Enzym aus Wassermelonensamen. Es steuert die Kristallisation so, dass grosse Struvit-Kristalle entstehen, die die Hohlräume zwischen den Sägemehlpartikeln ausfüllen und diese fest miteinander verbinden. Das verpresste Material wird danach bei Raumtemperatur getrocknet.

    Dreimal länger als Fichtenholz
    Die Brandtests am Polytechnikum Turin sprechen für sich. In einem Kegelkalorimeter, einem standardisierten Prüfverfahren für Hitzeeinwirkung, fing unbehandeltes Fichtenholz nach rund 15 Sekunden Feuer. Das Struvit-Sägemehl-Komposit brauchte mehr als dreimal so lang. Einmal brennend, bildet das Material rasch eine Schutzschicht aus anorganischem Material und Kohlenstoff, die die weitere Ausbreitung bremst. Dazu setzt das Struvit unter Hitze Wasserdampf und Ammoniak frei, was kühlend wirkt und dem Feuer Sauerstoff entzieht.

    Leichter als Zement, besser für das Klima
    Herkömmliche zementgebundene Spanplatten, heute im Innenausbau weit verbreitet, bestehen zu 60 bis 70 Gewichtsprozent aus Zement. Sie sind schwer und klimaschädlich in der Herstellung. Die neuen Struvit-Sägemehl-Platten kommen mit 40 Prozent Bindemittelanteil aus. Sie sind leichter, haben eine deutlich bessere Klimabilanz und landen nach dem Abbruch nicht auf der Sondermülldeponie.

    Rezyklierbar und düngetauglich
    Das Komposit lässt sich in seine Bestandteile zerlegen. Mechanisch in der Mühle, dann auf etwas über 100 Grad erhitzt, worauf Ammoniak freigesetzt und das Sägemehl abgesiebt wird. Das mineralische Ausgangsmaterial Newberyit fällt als Feststoff aus und kann erneut zu Struvit verarbeitet werden. Wer das Material nicht wieder verbaut, kann es als Langzeitdünger nutzen. Struvit gibt Phosphor, Stickstoff und Magnesium langsam und kontrolliert an den Boden ab.

    Kläranlage als Rohstoffquelle
    Ein weiterer Kreislauf zeichnet sich ab. Struvit entsteht in grossen Mengen als unerwünschtes Nebenprodukt in Kläranlagen, wo es Rohre verstopft und teuer entsorgt werden muss. «Diese Ablagerungen könnten wir als Ausgangsmaterial für unseren Baustoff verwenden», sagt Kürsteiner. Ob sich das Material auf dem Markt durchsetzt, hängt primär von den Bindemittelkosten ab. Ein Problem, das sich mit dieser Quelle lösen liesse.

  • Kein Bonus mehr, sondern Pflicht

    Kein Bonus mehr, sondern Pflicht

    Vom ESG-Label zur strategischen Realität
    Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft hat ihre lauten Jahre hinter sich. Nachdem sie sich als Differenzierungsmerkmal einiges an Ansehen erlangt hat, hat sie mittlerweile eher einen Platz als strategisches Kernthema in Form von ESG-Kriterien eingenommen. Doch genau deshalb droht das Thema zwischen Reportingpflichten und Tagesgeschäft leise zu werden. Was zur Norm wird, verschwindet aus dem Rampenlicht. Doch Routine ist kein Schutzschild. Schon gar nicht in einer Branche, die zwar in Jahrzehnten denkt, aber oft in Jahren entscheidet.

    Denn während Nachhaltigkeit vielerorts als erledigte Pflicht abgelegt wird, bleiben die strukturellen Herausforderungen bestehen. Immobilien denken in Zyklen von 30, 40 oder mehr Jahren. Netto-Null bis 2050 ist also keine ferne Vision, sondern ein realer Planungshorizont. Dies bedeutet auch, dass ein Grossteil der heutigen Bestandsliegenschaften nur noch einmal richtig instandgesetzt oder totalsaniert werden können.

    Unsicherheit als neue Planungsrealität
    Die aktuelle geopolitische Lage, volatile Märkte und unklare Rahmenbedingungen erschweren derzeit belastbare Klimaabsenkpfade. In der Praxis führt das oft dazu, dass Entscheide vertagt oder auf die kurzfristig günstigste Lösung reduziert werden. Wer jedoch im linearen Denken verharrt, schränkt sich langfristig selbst ein. Klimaschutzfahrpläne, Graue Energie, Lebenszykluskosten und Klimarisiken müssen integraler Teil jeder Entscheidung sein, um Klimaneutralität wirtschaftlich tragfähig zu erreichen. Und zwar nicht irgendwann, sondern jetzt.

    In der Praxis zeigt sich: Bestandshalter:innen denken Nachhaltigkeit zunehmend differenziert. Neben klassischen CSR-Ansätzen etabliert sich ein klar risikoorientierter Zugang. Im Fokus stehen belastbare Daten zu Zustand, Verbrauch und Emissionen sowie gebäudespezifische Risikoprofile, die als Steuerungsgrössen in die Portfoliostrategie einfliessen. Damit wird Nachhaltigkeit zum strategischen Entscheidungsfaktor jenseits von Reporting. Besonders der Standort rückt ins Zentrum: Immobilien müssen nicht nur effizient, sondern auch resilient gegenüber Hitze, Wasser, Extremereignissen und sozialen Spannungen sein. Wer diese Risiken systematisch bewertet, kann gezielt steuern. Alle anderen reagieren später auf die Konsequenzen.

  • Neue Partnerschaft treibt Innovation bei Wärmespeichern voran

    Neue Partnerschaft treibt Innovation bei Wärmespeichern voran

    Cowa Thermal Solutions hat seine weltweite Partnerschaft mit Innova bekanntgegeben. In deren Rahmen wird die nahe Turin beheimatete italienische Firma Innova die auf Phasenwechselmaterial (Phase Change Material, PCM) basierende Wärmespeichertechnologie von Cowa in ihre eigenen Wärmepumpensysteme integrieren. Wie es in einer Mitteilung der 2019 gegründeten und im Technopark Luzern ansässigen Ausgliederung der Hochschule Luzern heisst, ermöglicht diese Zusammenarbeit „eine neue Generation von Lösungen, die kompaktes Design, hohen Komfort und nachhaltige Technologie vereinen“.

    Diese Kooperation baut den Angaben zufolge auf technischen Validierungen und Bewertungen auf, die die Eignung von Cowas PCM für die Wärmepumpensysteme von Innova bestätigt haben. Die Tests zeigten Cowa zufolge die hohe Leistungsfähigkeit und Effizienz der integrierten Lösung.

    Innova zeichnet seinerseits für die Konzeption, Entwicklung und Fertigung der Systeme verantwortlich. Das Piemonteser Unternehmen ist auf moderne Lösungen für Heizung, Kühlung, Warmwasser und Raumluftqualität spezialisiert und unterstützt seine weltweite Kundschaft beim Austausch fossiler Heizsysteme zugunsten nachhaltiger Alternativen.

  • Winterthur setzt auf Solarstrom aus der Nachbarschaft

    Winterthur setzt auf Solarstrom aus der Nachbarschaft

    Seit Jahresbeginn gibt es in Winterthur die Möglichkeit, den eigenen Solarstrom in der Nachbarschaft zu verkaufen. Dazu muss die eigene Solaranlage in einer lokalen Elektrizitätsgemeinschaft (LEG) des Stadtwerks Winterthur angemeldet werden. Aktuell stellt das Stadtwerk flächendeckend bereits 155 solcher LEG zur Verfügung, informiert die Stadtverwaltung Winterthur in einer Mitteilung. Damit haben rund sieben von zehn Haushalten in Winterthur die Möglichkeit, Solarstrom aus der Nachbarschaft zu beziehen.

    In den aktuell vorhandenen 155 LEG sind derzeit 535 von insgesamt 2500 im Stadtgebiet installierten Photovoltaik-Anlagen angemeldet. Wer seine eigene Anlage anmelden oder Strom aus einer LEG beziehen möchte, kann dies auf der Plattform leghub.ch tun. Auch die Gründung einer eigenen LEG ist über die Plattform möglich.

    Der Bund fördert den Bezug von Solarstrom aus der Nachbarschaft mit einem Rabatt auf den Strompreis-Bestandteil Netznutzung. Der Preis für LEG-Solarstrom fällt damit um bis zu 15 Prozent niedriger als der normale Strompreis aus. In der Mitteilung weist der Vorsteher des Winterthurer Departements für Technische Betriebe, Stefan Fritschi, auf einen weiteren Vorteil der Elektrizitätsgemeinschaften hin: „LEG ermöglichen auch Mieter:innen und Hausbesitzer:innen ohne eigene Anlage Zugang zu lokal produziertem Solarstrom“.

  • Stadt Biel sieht sich bei Klimazielen trotz Hürden auf Kurs

    Stadt Biel sieht sich bei Klimazielen trotz Hürden auf Kurs

    Angesichts der fortschreitenden Klimaerwärmung verfolgt die Stadt Biel seit 2020 eine umfassende Klimastrategie. Damals verabschiedete das Parlament das entsprechende Klimareglement. Nun zieht die Stadt erstmals in einem Berich Bilanz über die bisherigen Entwicklungen – mit datenbedingten Verzögerungen von rund zwei Jahren.

    Die zentrale Erkenntnis der Direktion für Bau, Energie und Umwelt: Biel befindet sich grundsätzlich auf Zielkurs. Die Treibhausgasemissionen sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken und liegen aktuell leicht unter dem im Klimareglement festgelegten Absenkpfad. Laut Emissionsmonitoring beliefen sich die Emissionen im Jahr 2023 auf rund 174’000 Tonnen CO2-Äquivalente – ein Rückgang von etwa 34 Prozent gegenüber 2010. Gleichzeitig stieg der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch auf 39 Prozent.

    Mit Blick in die Zukunft wird jedoch betont, dass die weitere Reduktion anspruchsvoller wird. Besondere Herausforderungen bestehen bei städtischen Gebäuden sowie im Verkehrs- und Wärmesektor.

    Zudem gehen die Emissionen bei Verkehr und Wärme nur langsam zurück. Der Anteil an Elektrofahrzeugen ist mit 13 Prozent soll steigen. Weiterhin werden viele fossile Heizsysteme installiert, die aufgrund ihrer langen Lebensdauer die Erreichung der Klimaneutralität bis 2050 gefährden.

    Vor diesem Hintergrund unterstreicht die Stadt die zentrale Rolle der Bevölkerung: Nur durch deren aktives Engagement und die Nutzung bestehender Förder- und Beratungsangebote können die Klimaziele erreicht werden, so der Tenor.

  • Strategische Neuausrichtung mit Fokus auf Energie und Technologie

    Strategische Neuausrichtung mit Fokus auf Energie und Technologie

    Die BKW gibt einen Wechsel in ihrer Konzernleitung bekannt: Am 1. April dieses Jahres soll Margarita Aleksieva von Philipp Hänggi die Leitung des Geschäftsbereichs Energy Production übernehmen, informiert die Berner Energieversorgerin in einer Mitteilung. Gleichzeitig zieht Aleksieva in die Konzernleitung der BKW ein. Aktuell ist die designierte Geschäftsbereichsleiterin bei der BKW als Leiterin der Geschäftseinheit Wind & Solar aktiv.

    „Die erneuerbare Energieproduktion liegt mir sehr am Herzen“, wird Aleksieva in der Mitteilung zitiert. „Umso mehr freue ich mich, die Energiewende in der Konzernleitung der BKW aktiv mitgestalten zu dürfen.“ Vor ihrem Einstieg bei der BKW war Aleksieva laut Mitteilung „in verschiedenen Führungspositionen bei internationalen Energieunternehmen“ tätig, darunter Alpiq.

    Der 2014 zur BKW gestossene Philipp Hänggi zieht sich nach sechs Jahren Leitung des Geschäftsbereichs Energy Production aus der Konzernleitung zurück. Er will sich künftig auf strategische Aufgaben insbesondere bei Kernenergie und der Entsorgung radioaktive Abfälle konzentrieren und sich „vermehrt Themen der Künstlichen Intelligenz“ widmen, heisst es in der Mitteilung. Bereits während seiner Tätigkeit in der Konzernleitung hat Hänggi sich bei der Gestaltung und Nutzung von Künstlicher Intelligenz in der BKW engagiert.

  • Wasserstoff kann viel, aber nicht alles

    Wasserstoff kann viel, aber nicht alles

    Das Fraunhofer ISI analysierte im Rahmen eines Meta-Faktenchecks 774 Einzelaussagen und verdichtete sie zu 77 Kernaussagen. Dabei entstand kein neues Meinungspapier, sondern eine Synthese des aktuellen Wissensstands. Das Resultat ist differenziert, aber in den Kernpunkten unmissverständlich. Hauptautor Nils Bittner bringt es auf den Punkt, Wasserstoff kann enorme Wirkung entfalten, wo es keine gleichwertigen Alternativen gibt. Wo es solche Alternativen gibt, kostet sein Einsatz wertvolle Ressourcen und Zeit.

    Der Effizienz-Engpass
    Das Grundproblem liegt in der Physik. Grüner Wasserstoff entsteht durch Elektrolyse. Dabei werden je nach Verfahren rund 50 bis 60 kWh Strom pro Kilogramm benötigt. Kompression, Transport und Rückumwandlung schlucken weitere Energie. Am Ende bleibt oft nur ein Bruchteil der ursprünglich eingesetzten Kilowattstunden übrig. Wärmepumpen und Batteriefahrzeuge nutzen denselben Strom deshalb um ein Vielfaches effizienter.

    Wo H₂ unverzichtbar bleibt
    Trotzdem gibt es Bereiche, in denen Wasserstoff keine sinnvolle Alternative hat. Die Stahlindustrie braucht ihn zur Reduktion von Eisenerz, die Chemieindustrie als Grundstoff für Ammoniak und Methanol. Luftfahrt, Schifffahrt und Schwerlastverkehr lassen sich kaum direkt elektrifizieren . Hier ist Wasserstoff das Mittel der Wahl. Auch für die saisonale Langzeitspeicherung von Energie über Wochen und Monate gibt es derzeit keine vergleichbare Alternative. In der Schweiz deckt sich diese Einschätzung mit der Wasserstoffstrategie des Bundes, die H₂ primär für Hochtemperatur-Prozesswärme und schwer dekarbonisierbare Verkehrssektoren vorsieht.

    Das Henne-Ei-Problem bremst den Hochlauf
    Eine funktionierende Wasserstoffwirtschaft braucht Infrastruktur, wie Pipelines, Kavernenspeicher, Elektrolyseanlagen. Doch Unternehmen investieren erst, wenn die Versorgung gesichert ist und Netzbetreiber bauen erst, wenn genügend Nachfrage vorhanden ist. Dieses Henne-Ei-Problem verlangsamt den Markthochlauf erheblich. Das Fraunhofer ISI empfiehlt deshalb eine Konzentration auf industrielle Cluster statt ein flächendeckendes Netz bis in Wohngebiete.

    Importe lösen das Problem nur halb
    Deutschland wird bis zu 80 Prozent seines Wasserstoffbedarfs importieren müssen. Der Transport über grosse Distanzen erfordert meist eine Umwandlung in Ammoniak oder Flüssigwasserstoff, mit weiteren Energieverlusten. Statt fossiler Abhängigkeiten entstehen so neue globale Lieferketten. Auch die Schweiz wird nicht zum Wasserstoff-Selbstversorger. Die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben im Februar 2026 erstmals eine gemeinsame Wasserstoffstrategie verabschiedet und kalkulieren für 2050 mit einem Bedarf von 0,4 bis 3,4 Prozent des Gesamtenergiebedarfs, konzentriert auf Industrie und Schwerverkehr.

  • Fünf Steine, 220 Wohnungen, eine Zukunft

    Fünf Steine, 220 Wohnungen, eine Zukunft

    Das Brisgi hat Wurzeln. In den 1940er-Jahren beherbergte das Areal eine Barackensiedlung für bis zu 1500 Mitarbeitende des damaligen Industriekonzerns BBC. Viele davon Gastarbeiter mit ihren Familien. In den 1960er-Jahren folgten ein Hochhaus und zwei Mehrfamilienhäuser, die noch heute stehen und sorgfältig in die neue Siedlung eingebettet werden. Was einst Arbeiterwohnquartier war, wird nun zum modernen Stadtbaustein.

    Drei Träger, ein Ziel
    Hinter dem Projekt stehen drei gemeinnützige Organisationen, die das 6,5 Hektaren grosse Areal gemeinsam entwickeln, die Wohnbaustiftung Baden, die Logis Suisse AG und die Graphis Bau- und Wohngenossenschaft. Jede übernimmt eine der drei Bauten und gestaltet diese eigenverantwortlich. Die Mietzinsen sind kostendeckend kalkuliert. Gewinn ist nicht das Ziel, bezahlbares Wohnen schon.

    Holz, Beton und Sonne
    Neun fünf- bis sechsgeschossige Gebäude, Laubengänge, begrünte Innenhöfe und ein zentraler Quartierplatz prägen das künftige Brisgi. Die Hybridbauweise kombiniert Holz und Beton. Beton nur dort, wo er wirklich nötig ist. Auf rund der Hälfte der Dächer produzieren Solaranlagen Strom, das Areal wird an den Fernwärmeverbund der Regionalwerke Baden angeschlossen. Angestrebt wird das Gold-Zertifikat des Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz.

    Werte in Stein gemeisselt
    Fünf Steine, beim Aushub der Baugrube gefunden und von einem Steinmetz graviert, stehen für das Selbstverständnis der Siedlung. Das Gemeinsame, die Zukunft, Nachhaltigkeit, Zahlbarkeit und das Wohnen. Stadtpräsident Markus Schneider, der den Stein mit der Inschrift «Zukunft» trug, resümierte nach 14 Jahren Planungsarbeit: «Jetzt wird der lebhafte Kappi noch lebhafter. Hier entsteht ein Quartier im Quartier.» Die fünf Steine sollen künftig gut sichtbar in der Siedlung verbaut werden.

    Meilensteine im Zeitplan
    Nach jahrelangen Einsprachen und einem Planungsprozess seit 2012 nehmen die Dinge nun Fahrt auf. Die Baubewilligung für alle drei Hofbauten liegt seit April 2025 vor, der Baustart erfolgte im Herbst 2025 planmässig. Ab der zweiten Hälfte 2027 startet die Vermietung, der Bezug ist für die erste Jahreshälfte 2028 vorgesehen. Entwurfsarchitekten sind das Badener Büro Meier Leder Architekten gemeinsam mit dem Zürcher Büro Müller Sigrist, deren Projekt «Kandalama» 2016 als Siegerprojekt gekürt wurde.

  • Grösste Solaranlage im Kanton Zürich geht in Betrieb

    Grösste Solaranlage im Kanton Zürich geht in Betrieb

    Auf den Dächern des Logistikzentrums Embraport ist die nach Angaben von EKZ grösste Solaranlage im Kanton Zürich in Betrieb gegangen. Auf rund 20’000 Quadratmeter Dachfläche produzieren 9500 Solarmodule seit Mitte März Strom mit einer Gesamtleistung von bis zu 4,5 Megawatt, informiert EKZ in einer Mitteilung. Jährlich soll die Anlage rund 4 Gigawattstunden Solarstrom produzieren.

    „Es macht uns stolz, dass wir hier brachliegende Dachflächen innerhalb von wenigen Monaten zur grössten Solaranlage im Kanton Zürich verwandelt haben“, wird Paul Sidler, Leiter Erneuerbare Energien bei EKZ, in der Mitteilung zitiert. „Damit stärken wir die Versorgungssicherheit mit lokalem, nachhaltigem Strom.“ EKZ hat die Anlage im Rahmen ihres Solar-Contracting-Modells realisiert. Dabei stellt die Zürcher Freilager AG als Eigentümerin und Betreiberin des Embraports lediglich die Dachflächen zur Verfügung. Für Planung, Finanzierung, Bau, Betrieb und Unterhalt zeichnet EKZ verantwortlich.

    Rund die Hälfte des im Embraport produzierten Solarstrom soll direkt im Logistikzentrum selbst verbraucht werden. „Unsere Mieterinnen und Mieter profitieren von CO2-freier Energie, die sie zu attraktiven Konditionen beziehen und so ihre Geschäfte nachhaltiger gestalten können“, so Jean-Claude Maissen, CEO der Zürcher Freilager AG in der Mitteilung. Die andere Hälfte wird EKZ den eigenen Kundinnen und Kunden anbieten.

    Noch in diesem Jahr soll die Anlage zudem erweitert werden. Auf den aktuell auf dem Areal neu entstehenden Gebäuden will EKZ weitere Module mit einer Gesamtkapazität von rund 1 Megawatt installieren. Zudem ist eine Grossbatterie mit einer Kapazität von 2 Megawattstunden geplant.

  • Aargau Verkehr setzt auf Eigenstrom für E-Busse

    Aargau Verkehr setzt auf Eigenstrom für E-Busse

    Die Aargau Verkehr AG (AVA) hat in Zusammenarbeit mit der Energiedienstleisterin AEW Energie AG (AEW) eine Photovoltaikanlage auf dem Gelände des Busdepots in Fahrwangen installiert. Die Anlage wurde laut einer Mitteilung im März in Betrieb genommen. Ab Oktober soll sie vollständig laufen und einen Teil des Ladestromes für die künftig hier stationierten Elektrobusse selbst produzieren.

    Die Investition in die Solaranlage selbst beträgt rund 100‘000 Franken. Die elektrische Erschliessung und der Netzanschluss für die Solaranlage und die Ladeinfrastruktur kosten weitere 60‘000 Franken.

    „Die Anlage ist ein wichtiger Schritt in Richtung Eigenstromversorgung,“ wird Mathias Grünenfelder in der Mitteilung zitiert. „Auch wenn wir den Solarstrom erst mit den neuen Fahrzeugen ab 2026 voll nutzen, war der Entscheid klar: Der Strombedarf steigt – und wir wollen ihn möglichst nachhaltig decken“, so der stellvertretende CEO und Leiter Grossprojekte der Aargau Verkehr AG.

  • Zürichsee soll Hochschulgebiet heizen

    Zürichsee soll Hochschulgebiet heizen

    Energie 360° wird den Energieverbund Hochschulgebiet realisieren. Ab 2037 sollen das Universitätsspital Zürich, die Universität Zürich, die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich sowie der Bahnhof Zürich Stadelhofen mit Energie aus dem Zürichsee geheizt und klimatisiert werden, informiert der Energieversorger aus Zürich in einer Mitteilung. Ihr zufolge investiert Energie 360° rund 40 Millionen Franken in den Energieverbund.

    Das Projekt sieht den Bau einer Seewasserzentrale im Gebiet Tiefenbrunnen vor. Der Baustart der Zentrale ist für Sommer 2034 vorgesehen. Von dort soll das Seewasser über den geplanten zweiten Riesbachtunnel der SBB zum Bahnhof Zürich Stadelhofen und zum Hochschulgebiet geleitet werden. Anschliessend fliesst das Wasser in die Limmat.

    „Der See als Energiequelle dient im Hochschulgebiet zur klimafreundlichen Klimatisierung und Beheizung“, wird Energie 360°-CEO Romeo Deplazes in der Mitteilung zitiert. „So leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Transformation der Stadt Zürich von fossil zu erneuerbar.“

  • Fernwärmeausbau stärkt Energieversorgung in Baden und Ennetbaden

    Fernwärmeausbau stärkt Energieversorgung in Baden und Ennetbaden

    Die Regionalwerke AG Baden gehen laut einer Mitteilung den Ausbau der Fernwärme an. Die Bauarbeiten sollen in den kommenden Monaten aufgenommen werden. Mit einer gezielten Erschliessung zwischen Sonnenbergstrasse, Postplatz und Schlösslistrasse werde ein weiterer Schritt zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung umgesetzt. Der Energieversorger und die Gemeinde wollen fossile Energieträger schrittweise ersetzen und die Energieeffizienz nachhaltig steigern, dadurch die lokale Infrastruktur stärken und Ennetbaden als zukunftsorientierten Wohnort attraktiver machen.

    In zwei Bauetappen soll der Anschluss der Gemeinde erfolgen. Die erste Phase ist vom 20. April bis 7. Juni geplant und betrifft die Schiefe Brücke und die Brückenköpfe in Baden und Ennetbaden. Der zweite Ausbauschritt, voraussichtlich vom 8. Juni bis 31. Oktober, verläuft entlang der Sonnenbergstrasse. Während der Bauzeit könne es zu temporären Änderungen bei der Verkehrsführung und Umleitungen im Busverkehr kommen.

    Für die Planung der Bauarbeiten und des Verkehrskonzeptes haben die Gemeinde Ennetbaden, die Regionalwerke AG Baden, die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen sowie Fachstellen der Stadt Baden und des Kantons Aargau zusammengearbeitet. Im kommenden Winter soll mit der Wärmeversorgung begonnen werden.

  • Fernwärmeprojekt stärkt Energieversorgung in Adligenswil

    Fernwärmeprojekt stärkt Energieversorgung in Adligenswil

    Die EBL Energie Rigi hat am 17. März den Spatenstich für den ersten Bauabschnitt des er­wei­ter­ten Wärmeverbundes gesetzt. Eine neue Hauptleitung verbindet künftig die En­er­gie­zen­tra­le Hal­ti­kon mit dem be­ste­hen­den Fern­wär­me­netz in Ad­li­gens­wil LU. Sie ermöglicht es, die veraltete Heizzentrale in Adligenswil zu ersetzen. Damit schafft die EBL Energie Rigi die Grundlage für eine langfristig zuverlässige, erneuerbare Wärmeversorgung in der Region, heisst es in einer Mitteilung. Gleichzeitig soll so die steigende Nachfrage nach neuen Fernwärmeanschlüssen in Adligenswil gedeckt und die Versorgungssicherheit für alle Kundinnen und Kunden langfristig gewährleistet werden. Die Bauzeit beträgt gemäss aktueller Planung rund zwei Jahre.

    Am Spatenstich nahmen unter anderem die Vizepräsidentin des Gemeinderats, Felicitas Marbach, sowie Mitglieder des Verwaltungsrats der EBL Fernwärme Rigi AG teil. „Der heutige Spatenstich ist weit mehr als der Auftakt zu einem Bauprojekt – er ist ein sichtbares Zeichen für eine gemeinsame Energiezukunft. Mit der neuen Hauptleitung zwischen Haltikon und Adligenswil schaffen wir die Grundlage für eine zuverlässige, erneuerbare und regional verankerte Wärmeversorgung“, sagte dabei laut Mitteilung Philipp Zgraggen, Geschäftsführer der EBL Energie Rigi.

    Die EBL Energie Rigi bündelt drei Tochtergesellschaften der EBL (Genossenschaft Elektra Baselland) mit Sitz in Liestal ihre Kompetenzen: Die EBL Fernwärme Rigi AG versorgt Küssnacht am Rigi, Greppen und Adligenswil mit CO2-neutraler Fernwärme. Die EBL Energiezentrum Rigi AG produziert Strom und Wärme aus regionalem Alt- und Restholz. Die EBL Pellets Rigi AG stellt Holzpellets aus regionalem Restholz her.

  • Schweizer Markt für Batteriespeicher wächst rasch

    Schweizer Markt für Batteriespeicher wächst rasch

    Der Zubau von Batteriespeichern beschleunigt sich. Das geht aus dem Batteriemonitor 2026 von Swissolar hervor. Danach waren Ende 2024 in der Schweiz 896 Speicher installiert. Der Fachverband für Solarenergie rechnet damit, dass 2025 insgesamt 555 weitere Speicher ans Netz gegangen sind. Damit dürften Ende 2025 bereits 1451 Speicher am Netz gewesen sein.

    Für das laufende Jahr rechnet Swissolar sogar mit einer Verdopplung des Zubaus auf 1010 neu installierte Speicher. Damit würde die Gesamtzahl der installierten Speicher auf 2461 steigen.

    Derzeit nimmt namentlich die Speicherkapazität hinter dem Netzanschlusspunkt zu, also bei Haushalten und in Landwirtschafts- und Gewerbebetrieben. Diese dürfte bis Ende 2026 auf 2,5 Gigawattstunden steigen. Ende 2025 waren es erst 1,5 Gigawattstunden.

    Auch der Zubau der Batteriespeicher im Stromnetz nimmt zu. Bereits jetzt haben Unternehmen für die Zeit bis 2030 einen Zubau von über 4 Gigawattstunden angekündigt.

    Matthias Egli verweist auf die Bedeutung für die Energiewende. „Batteriespeicher leisten einen wichtigen Beitrag zu einem Stromsystem mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien“, wird der Geschäftsführer von Swissolar in der Mitteilung zum Batteriemonitor zitiert. „Sie helfen, Solarstrom effizient zu nutzen, die Stromnetze zu entlasten und Gesamtkosten zu senken.“

  • Grossaufträge stärken Hochbaugeschäft im In- und Ausland

    Grossaufträge stärken Hochbaugeschäft im In- und Ausland

    Der Immobilien- und Baudienstleister Implenia informiert in einer Mitteilung über den Eingang zahlreicher Hochbauaufträge in der Schweiz und in Deutschland. Diese haben ein Gesamtvolumen von 310 Millionen Franken und werden im Zeitraum von 2026 bis 2028 realisiert.

    In Vevey VD am Genfersee erstellt Implenia als Totalunternehmer für das neue Quartier Jardins en Ville 182 Eigentumswohnungen. Ergänzt wird das Projekt durch gewerbliche Nutzflächen, eine zweistöckige Parkgarage sowie eine zentrale Grünanlage. Die PEFC/FSC-zertifizierte Holzkonstruktion soll die Standards Minergie-Eco sowie CECB A/B erfüllen. Ebenfalls in der Schweiz realisiert Implenia in Payerne VD acht nach Minergie zertifizierte Mehrfamilienhäuser mit 107 klimafreundlich versorgten Wohnungen. Das Projekt wurde zuvor von Implenia entwickelt und anschliessend an Investoren verkauft.

    Auch in Deutschland schafft Implenia nachhaltigen Wohnraum: In Frankfurt entstehen „im ersten Klimaschutzquartier“ der Stadt zwölf energieeffiziente Wohnhäuser mit rund 160 Passivhaus-Wohneinheiten. In München baut das Unternehmen in einer Arbeitsgemeinschaft nach erfolgreicher Pre-Construction-Phase ein Mehrfamilienhaus mit 186 Wohnungen und ergänzenden gewerblichen Nutzungen. In Nürnberg werden in Holz-Hybridbauweise drei Gebäude mit 76 Mietwohnungen sowie Kita-, Gewerbe- und Tiefgaragenflächen realisiert. In Jena entsteht zudem ein weiteres Wohnquartier in Holzbauweise. In Mannheim errichtet Implenia schlüsselfertig eine Wohnanlage in Holz-Hybridbauweise am BUGA-Park mit insgesamt 225 Wohneinheiten.

    Weitere Aufträge betreffen die Justiz sowie Bildung, Forschung und Pharma: Für die Justizvollzugsanstalt in Siegburg baut Implenia Betriebs- und Produktionsgebäude. Zudem entsteht für die Hochschule Flensburg der erweiterte Rohbau eines Verwaltungsgebäudes in Holzbauweise. In der Deutschschweiz übernimmt Implenia zusätzliche Baumeisterarbeiten, darunter die Weiterentwicklung eines ehemaligen Industrieareals sowie Projekte für die Pharmaindustrie.

  • Sägemehl soll Feuer abhalten

    Sägemehl soll Feuer abhalten

    Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben ein Dämmmaterial aus Sägemehl entwickelt, das zum feuerfesten Innenausbau verwendet werden kann, heisst es in einer Mitteilung.

    Das Komposit besteht aus Sägemehl und dem Mineral Struvit, einem kristallinen, farblosen Ammoniummagnesiumphosphat. Die Forschenden hatten bei ihren Arbeiten die Schwierigkeit zu überwinden, die Materialien im Kristallisierungsprozess des Struvits mit den Sägemehlpartikeln zu verbinden. Dies gelang mittels eines Enzyms, das aus Wassermelonenkernen gewonnen wurde. Das kristallisierte Mineral füllt die Hohlräume des Sägemehls auf. Das so entstandene Material wird in Platten gepresst und bei Raumtemperatur getrocknet.

    Die Komposition zeigt nach ersten Tests ähnliche Brandschutzeigenschaften wie herkömmliche zementgebundene Spanplatten. Bei den Tests, die gemeinsam mit dem Polytechnikum Turin durchgeführt wurden, zeigte sich, dass die Struvit-Sägemehlplatten um eine dreimal verzögerte Zeit Feuer fangen als Fichtenholz. In dem Prozess jedoch bildet sich anorganisches Material, das ein Ausbreiten der Flammen eindämmt.

    Für eine Skalierung des Prozesses und einen Einsatz des neuen Materials ist es wichtig, die Herstellungskosten zu senken. Derzeit ist die Herstellung des Bindemittels aus dem Mineral teurer als Polymer-Bindemittel oder Zement. Dies könnte sich mit dem Erschliessen eines weiteren Kreislaufs ändern: Struvit fällt in grossen Mengen in Kläranlagen an. „Diese Ablagerungen könnten wir als Ausgangsmaterial für unseren Baustoff verwenden“, wird Ronny Kürsteiner, Forschender am Bereich holzbasierte Materialien an der ETH, in der Mitteilung zitiert.

    Die Studie ist im Fachjournal Chem Circularity publiziert.

  • Sanierungsprojekt setzt auf Kreislaufwirtschaft und CO2-Reduktion

    Sanierungsprojekt setzt auf Kreislaufwirtschaft und CO2-Reduktion

    Sika beteiligt sich laut seiner Mitteilung in den drei Projektphasen Exploration (2026), Synthesis (2027) und Transfer (2028) als Förderpartner am Living Lab HIL der ETH. In diesen Etappen wird die Sanierung, die energetische Aufwertung und Erweiterung des Lehr- und Forschungsgebäudes für Architektur und Bauingenieurswesen (HIL) auf dem Campus Hönggerberg vorbereitet. Das Grossprojekt soll bis 2035 abgeschlossen sein.

    Der Sanierungsbedarf und die veränderten Raumansprüche hätten nach Angaben der ETH klar für eine Kernsanierung mit Rückbau bis auf die Tragstruktur gesprochen. Stattdessen will die Hochschule sorgsamer mit dem Bestand umgehen und ihren Fokus auf CO2-Reduktion, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft legen. Sie entwickelt das Bauvorhaben intern, mit Wissen und Erkenntnissen aus eigener Lehre und Forschung und mit Industriepartnern.

    In diesem laut Sika „weltweit einzigartigen Leuchtturmprojekt“ steuert das in Baar ansässige Unternehmen der Spezialitätenchemie für Bau und Industrie nicht nur finanzielle Unterstützung bei. Die Förderung des Projekts umfasst auch einen aktiven und engen fachlichen Austausch zwischen Sika und den Projektteams der ETH. Sie erfolgt über die ETH Foundation.

    Sika wolle dazu beitragen, „die Transformation hin zu nachhaltigen Bauweisen voranzutreiben“, wird seine Innovations- und Nachhaltigkeitschefin Patricia Heidtman zitiert. „Das Living Lab HIL bietet eine einzigartige Plattform, die Forschung und Praxis aktiv miteinander verbindet und Innovationen spürbar beschleunigt.“

    Industrie und Wissenschaft müssten gemeinsam handeln, um die Klimaziele zu erreichen, so Mathias Kohler, ETH-Professor für Architektur und Digitale Fabrikation. „In Kooperation mit Sika erproben wir im Living Lab HIL neue Lösungen, die ab 2030 in der Sanierungsphase am ETH-Gebäude realisiert werden.“

  • Proptech im Lebenszyklus

    Proptech im Lebenszyklus

    Planung, Entwicklung und Finanzierung
    In dieser Phase werden Grundstücke und Gebäudeideen geprüft, bewertet und finanziert. Proptechs liefern Markt- und Standortdaten, automatisierte Bewertungen und ESG-Analysen, damit Investoren und Eigentümer schneller und fundierter entscheiden können. Digitale Plattformen verbinden Projektentwickler, Finanzierer und Berater, reduzieren Medienbrüche und machen Risiken, Rendite und CO²-Effekte früh sichtbar.

    Bau und Erstellung
    Hier geht es um die effiziente Realisierung des Projekts. Proptech-Lösungen unterstützen mit BIM-Modellen, digitaler Bauplanung, Termin- und Kostencontrolling sowie Baustellen-Monitoring. Dadurch werden Planungsfehler reduziert, Nachträge transparenter und der Materialeinsatz optimiert. Digitale Kollaborationstools verbinden Architekten, Unternehmer und Bauherrschaft in Echtzeit und schaffen eine saubere Datenbasis für den späteren Betrieb.

    Betrieb und Dienstleistungen
    Im Betrieb entscheidet sich, wie wirtschaftlich und attraktiv ein Objekt wirklich ist. Proptechs liefern Plattformen für Vermietung, Bewirtschaftung, Facility Management und Nutzer-Services. Sensorik und IoT machen Verbrauch sichtbar und ermöglichen vorausschauende Wartung. Für Eigentümer, Verwalter und Nutzer entstehen neue Services von digitalen Mieterportalen über Buchungssysteme bis zu smarten Gebäudefunktionen, die Komfort und Effizienz steigern.

    Sanierung und Umnutzung
    Im Bestand liegt der grösste Hebel. Proptech-Tools unterstützen bei der Zustandsanalyse, Szenarienrechnung und Priorisierung von Sanierungen. Sie zeigen, welche Massnahmen energetisch, finanziell und regulatorisch am meisten bringen. Datenbasierte Sanierungsfahrpläne helfen Eigentümern, Investitionen über Jahre zu planen und Fördermittel optimal zu nutzen. Gleichzeitig ermöglichen digitale Modelle eine bessere Planung von Umnutzungen und Verdichtungen.

    Dekarbonisierung und Rückbau
    Dekarbonisierung zieht sich zwar durch alle Phasen, braucht aber eigene Instrumente. Proptech-Lösungen erfassen CO²-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus, simulieren Net-Zero-Pfad, vergleichen Gebäudeportfolios und liefern Berichte für Taxonomie, Klima- und ESG-Reporting. Beim Rückbau helfen digitale Materialpässe und Kreislaufdaten, Stoffe zu erhalten, statt zu entsorgen. So wird aus dem Lebenszyklus zunehmend ein Wertstoffkreislauf.

    Über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie verschiebt Proptech den Fokus. Weg von Einzelentscheiden, hin zu einem durchgängigen, datenbasierten Management. Digitale Lösungen verbinden getrennte Phasen und Akteure. Sie machen Kosten, Risiken und Emissionen früh sichtbar. So lassen sich Investitionen besser planen und priorisieren. Aus dem Lebenszyklusdenken wird ein laufender Optimierungsprozess für Wirtschaftlichkeit, Nutzererlebnis und Klimaziele. Die Bau- und Immobilienbranche denkt seit Jahren in Lebenszyklen. Proptech macht diese Konzepte jetzt datenbasiert und skalierbar.

  • 3D gedruckter Beton speichert CO2 und reduziert Ressourcenverbrauch

    3D gedruckter Beton speichert CO2 und reduziert Ressourcenverbrauch

    Forschende des Labors Structural Engineering der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) arbeiten an der Entwicklung von Betonelementen, die aus einem 3D-Drucker hergestellt sind. Die Bauelemente sind ohne traditionelle Stahlarmierung stabil und nahezu zementfrei, heisst es in einer Mitteilung. Das Material soll im Aushärten Kohlendioxid speichern.

    Die Forschungsarbeiten finden im Rahmen des europäischen Projekts CARBCOMN (Carbon-negative compression dominant structures for decarbonized and de-constructable concrete buildings) statt. Neben der Empa sind Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) sowie der Empa-Ausgliederung re-fer aus Seewen und weitere europäische Partner an der Entwicklung beteiligt.

    Das Material für den 3D-Druck stammt aus rezyklierten Industrieabfällen, so aus Stahlschlacke. In einem speziellen Verfahren werden geometrisch optimierte Formen hergestellt. Als Bewehrungen werden eisenbasierte Formgedächtnislegierungen (Fe-SMA) von re-fer eingesetzt. Zum Aushärten dieses Betons wird in einer Brennkammer Kohlendioxid injiziert, das sich mit der Betonmischung chemisch verbindet. „Wir kombinieren hier einzigartige Expertise – 3D-Druck, strukturelle Performance und unsere Spezialität: eisenbasierte Formgedächtnislegierungen“, wird Empa-Forscher Moslem Shahverdi in der Mitteilung zitiert. „Zum einen nutzen wir digitale Fertigungsmethoden, um ressourcenschonend zu bauen. Zum anderen ersetzen wir herkömmlichen Zement durch Bindemittel mit geringerem CO2-Fussabdruck.“ Die Betonteile werden zudem so gestaltet, dass sie nach der Nutzung demontiert und woanders wiederverwendet werden können.

    Das 2024 gestartete, vierjährige Projekt wird im Rahmen von Horizon Europe gefördert und vereint elf führende Forschungseinrichtungen und Architekturbüros aus ganz Europa. Dazu zählen laut der Mitteilung auch die Universität Gent, die Technische Universität Darmstadt, die griechische Universität Patras sowie Zaha Hadid Architects aus London, Mario Cucinella Architects aus Bologna und die Unternehmen Tesis aus dem italienischen Penta di Fisciano, orbix aus Genk und incremental 3D aus Innsbruck.

  • Neuer Wärmeverbund nutzt Abwärme und Rheinwasser effizient

    Neuer Wärmeverbund nutzt Abwärme und Rheinwasser effizient

    Die Energieversorgerin AEW Energie AG investiert laut einer Mitteilung 8 Millionen Franken in den Bau eines Wärmeverbunds in Augst im Kanton Basel-Landschaft. Nach Unternehmensangaben wird damit „ein klares Zeichen für die Umsetzung der Energiestrategie und den konsequenten Ausbau erneuerbarer Wärmelösungen“ gesetzt.

    Die Abwärme der Generatoren im bestehenden Wasserkraftwerk Augst und das Rheinwasser sollen für die Fernwärme genutzt werden. Über ein 1,3 Kilometer langes Fernwärmenetz sollen die angeschlossenen Gebäude mit Beginn der Heizphase 2026/2027 die CO2-freie Energie erhalten, heisst es.

    Drei Wärmespeicher mit je 15’000 Litern realisieren auch bei Spitzenlasten eine sichere Versorgung und einen zuverlässigen und stabilen Betrieb. Die thermische Leistung der Anlage beträgt laut Mitteilung 2 Megawatt und soll im Endausbau einen Wärmeabsatz von 4400 Megawattstunden liefern. So sollen jährlich 1200 Tonnen CO2 eingespart werden.

    Zum Bauprojektstart per Spatenstich am 16. März 2026 teilte das Unternehmen mit, einen Ersatz für die AEW Contractinganlage in Pratteln zu schaffen, welche mit Holzpellets und Öl betrieben worden sei. „Mit dem Wärmeverbund Augst nutzen wir vorhandene Energiequellen aus unserer eigenen Infrastruktur optimal und leisten einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in der Region“, wird Dr. Raffael Schubiger, Präsident des Verwaltungsrats der AEW Energie AG und der Kraftwerk Augst AG, zitiert.

    Nach Aussage von David Gautschi, Leiter Geschäftsbereich Produktion der AEW, zeige der Wärmeverbund Augst exemplarisch, wie sich bestehende Energieinfrastrukturen und natürliche Ressourcen effizient kombinieren lassen.

  • Thermische Netze gewinnen für urbane Energieversorgung an Bedeutung

    Thermische Netze gewinnen für urbane Energieversorgung an Bedeutung

    Forschende der Hochschule Luzern (HSLU) arbeiten an der Entwicklung saisonaler thermischer Energiespeicher. Thermische Netze werden zu Zeiten der Klimaerwärmung immer wichtiger, um dicht bebaute Städte kühlen zu können. Dabei wird Wasser aus Seen oder Flüssen zum Kühlen von Gebäuden durch Rohrsysteme geführt, die im Winter für Fernwärme genutzt werden. Um die Entwicklung solcher Systeme vorantreiben zu können, hat die Hochschule zu einem Erfahrungsaustausch geladen. Laut einer Mitteilung fand das 22. IGE-Seminar des Instituts für Gebäudetechnik und Energie (IGE) am 11. März 2026 statt. An den Vorträgen und Diskussionen nahmen weiterhin Vertreter von Thermische Netze SchweizWWZ Energie AG (Zug), der Wien Energie GmbH sowie der Stadt Zürich mit ihrem Projekt CoolCity Zürich teil.

    An der HSLU werden flexible Wärmespeicher entwickelt, die sich den ändernden Bedingungen anpassen. Forschende unter Leitung von Timotheus Zehnder zeigten auf, wie Brennholz dank Rauchgasabkühlung und -kondensierung in Holzfeuerungen effizienter genutzt werden kann. Drei Referierende stellten thermische Netze für die Wärme- und Kälteversorgung in Zug, Zürich und Wien vor.

    Einen interessanten Aspekt brachte Dieter Kissling vom ifa Institut für Arbeitsmedizin ein: Raumtemperaturen für Büros wurden in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts an die Bedürfnisse von Männern (21 bis 22 Grad Celsius) angepasst. Es zeigte sich jedoch, dass Frauen bei 26 bis 27 Grad Celsius produktiver sind. Bei einem höherem Frauenanteil in der Arbeitswelt gelte es zu überlegen, ob man die Raumtemperaturen nicht anpassen sollte.

    Die Vielfalt der Themen zeigte, dass der Klimawandel weitere Herausforderungen stellt. Das 23. IGE-Seminar wurde bereits für den 10. März 2027 einberufen.

  • Schweizer Bauprojekt setzt auf nachhaltige Lehmarchitektur im Ausland

    Schweizer Bauprojekt setzt auf nachhaltige Lehmarchitektur im Ausland

    Der Startschuss für den Bau der neuen Schweizer Botschaft in der Kameruner Hauptstadt Yaoundé ist erfolgt, und die Dietiker Oxara AG ist laut einer Mitteilung massgeblich daran beteiligt. Das öffentliche Gebäude wird aus gepressten Lehmsteinen gebaut. Für den lokal im Überfluss verfügbaren roten Grundstoff liefert Oxara seinen Stabilisator Oxabrick Loko.

    Der Entwurf für das Botschaftsgebäude stammt von den Basler Architekturbüros Caesar Zumthor Architekten und Nord Architekten und umfasst Kanzlei, Residenz und Verbindungsbau, die sich um einen Hof gruppieren. Die Gebäude sollen mit lokalen Ressourcen nachhaltig gebaut werden.

    Auf seiner Internetseite hat das 2019 gegründete Unternehmen Oxara eine Serie begonnen, in der es über den Fortgang der Bauarbeiten berichtet. „Im westlichen Afrika wird Lehm als Zeichen von Armut und Ländlichkeit empfunden und in den Städten dominiert Beton als Statussymbol“, wird Oxaras Projektleiter Jonathan Ensslin dort zitiert. „Es hat daher Signalwirkung, dass die neue Schweizer Botschaft mit Lehm gebaut wird.“

    Der ungiftige mineralische Aktivator von Oxara macht aus Lehm einen stabilen und wasserabweisenden Baustoff. Unternehmensangaben zufolge werden Lehmbauten damit schneller, weniger arbeitsintensiv und skalierbar. Gleichzeitig sind sie zirkulär und CO2-arm.

    Tests im Oxara-Labor hatten ergeben, dass das Material für die Verwendung mit Oxabrick Loko gut geeignet ist. Doch vor Ort liessen sich die Laborergebnisse zunächst nicht reproduzieren. Mithilfe des dort ansässigen Materialforschers Berardin Beauderic Kenne Diffo, der Oxara bereits während seines Doktorats an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich kennengelernt hatte, konnten die Mischverhältnisse angepasst werden. Derzeit wird eine Probemauer mit rund 7000 Lehmsteinen fertiggestellt. Danach soll mit den Bauarbeiten für die neue Botschaft begonnen werden.