Mehrere ehemalige Abbaustätten des Baustoffkonzerns Holcim haben für ihren ökologischen Wert eine Auszeichnung der Stiftung Natur & Wirtschaft erhalten. Wie das Unternehmen in einer Mediemitteilung informiert, wurden die Kieswerke Sézegnin GE, Bernex GE und Böttstein AG sowie der Steinbruch Gabenchopf AG am Welttag der Bioversität ausgezeichnet. Die dort entstandenen neuen wertvollen Lebensräume für Flora und Fauna zeigen, dass sich Abbautätigkeiten und Artenschutz gut ergänzen, heisst es.
Viele der ehemaligen Abbaustellen von Holcim hätten heute den Status eines Naturschutzgebietes. „Entgegen der Klischees über Abbaustätten sind Kiesgruben und Steinbrüche Oasen der Biodiversität“, wird Joaquim Golay von der Stiftung Natur & Wirtschaft zitiert.
An den Abbaustandorten habe gerade der jahrelange menschliche Eingriff Positives zur Erhöhung und Förderung der Biodiversität geleistet. So seien in den von der Stiftung ausgezeichneten Steinbrüchen und Kiesgruben nach den Abbautätigkeiten viele seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten heimisch geworden. Im Steinbruch Gabenchopf seien die Lebensbedingungen insbesondere für die im Aargauer Jura typische Artenvielfalt günstig. „Davon zeugen der grosse Bestand an Geburtshelferkröten und die zahlreichen Gelbbauchunken, die zu den bedrohtesten Amphibien unseres Landes gehören, sowie eine der grössten Gämsenherden der Schweiz in dieser Höhe, die im Steinbruch Zuflucht findet, um ihre Jungen zu gebären“, hebt die Stiftung eine der Besonderheiten hervor.
Holcim arbeite seit Jahren an der Umsetzung von Naturschutzprojekten an ihren Abbaustandorten, heisst es in der Mitteilung. „Wir freuen uns, dass unser Beitrag für die Biodiversität belohnt wird“, wird Robert Nothnagel, Leiter der Abbaugebiete von Holcim Schweiz, mit Blick auf die erneute Zertifizierung zitiert.
SENS eRecyling hat mit dem Hersteller- und Lieferantenverband der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik GebäudeKlima Schweiz sowie der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz eine nachhaltige Lösung für die Entsorgung von Wärmepumpen entwickelt. Ausgediente und an den Installateur beziehungsweise Hersteller oder Importeur zurückgegebene Wärmepumpen werden dabei von SENS eRecyling abgeholt und zu Verwertungsbetrieben gebracht, die über die erforderlichen Bewilligungen und eine SENS-Lizenz zur Verarbeitung solcher Geräte verfügen. Dort wird den Wärmepumpen das klimaschädliche Kältemittel entzogen und fachgerecht vernichtet. Rohstoffe wie Metalle und Kunststoffe werden wiederaufbereitet und in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt.
Am 1. Juli soll der Startschuss für die neue Branchenlösung fallen, informiert SENS eRecycling in einer Mitteilung. Finanziert wird das Modell aus dem vorgezogenen Recyclingbeitrag, der beim Kauf einer Wärmepumpe anfällt. „Viele Hersteller und Importeure sehen in der neuen Branchenlösung eine Möglichkeit, ihre Rücknahmepflicht von ausgedienten Wärmepumpen auf effiziente und unkomplizierte Art wahrzunehmen“, wird SENS eRecycling- Geschäftsführer Pasqual Zopp in der Mitteilung zitiert.
Nach Angaben von Konrad Imbach, Geschäftsleiter von GebäudeKlima Schweiz, kommen die Hersteller und Importeure von Wärmepumpen, die sich der Branchenlösung bereits angeschlossen haben, auf einen Marktanteil von 70 bis 80 Prozent. Stephan Peterhans, Geschäftsführer der Fachvereinigung Wärmepumpen Schweiz ist davon überzeugt, dass sich auch fast alle der übrigen Betriebe der Branche bis Ende Jahr dazu entscheiden werden.
Die Stadt Winterthur kann 45 Prozent des städtischen Wärmebedarfs mit öffentlichen Wärmeverbünden abdecken. Die Energie der Kehrichtverbrennungsanlage des Stadtwerks könnte 33 Prozent des Wärmebedarfs in der Stadt decken, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Holz, Biogas und Abwärmenutzungen könnten weitere 10 Prozent stellen. Die neue Energiezentrale Schützenwiese könnte mit der Nutzung der Grundwasserwärme weitere 2 Prozent abdecken.
Rund zwei Drittel der dafür nötigen städtischen Wärmenetze sind bereits realisiert. Für das restliche Drittel sind weitere Investitionen nötig. So muss das Stimmvolk dem Baukredit für den Ersatz der Verbrennungslinie 2 der Kehrichtverbrennungsanlage zustimmen. Diese soll ab 2028 Abwärmeenergie aus der Rauchgasreinigungsanlage gewinnen. Zusätzlich müssen rund 300 Millionen Franken in den Ausbau der städtischen Wärmenetze investiert werden. Dazu soll bis Ende 2024 eine Kreditvorlage ausgearbeitet werden, über die das Stimmvolk ebenfalls abstimmen wird. Diese Wärmenetze sollen Gebiete mit hoher Energiedichte mit Wärme versorgen.
Rund 55 Prozent des städtischen Wärmebedarfs müssen über private Lösungen gedeckt werden, schätzt der Stadtrat. Eine weitere Studie soll untersuchen, wie Gebiete mit niedrigerer Energiedichte wirtschaftlich und ökologisch erschlossen werden können.
Regio Energie Solothurn hat im Rahmen des alljährlich stattfindenden Energieforums nicht wie üblich nur einen Preis für Energieeffizienz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit verliehen. In diesem Jahr wurden stattdessen laut einer Mitteilung zwei Organisationen ausgezeichnet: der Verein Restessbar Solothurn und die Stiftung Discherheim Solothurn.
Der Verein Restessbar rettet Lebensmittel. Seit 2017 sammeln seine Mitglieder ehrenamtlich bei Partnerfirmen Früchte, Gemüse, Gebäck und Getränke ein, die sonst im Abfall landen würden. Danach werden sie sortiert und auf zwölf Touren pro Woche an rund 300 Personen verteilt. Damit werden jährlich rund 26 Tonnen noch konsumierbare Lebensmittel vor der Entsorgung bewahrt. Ausserdem betreibt der Verein Aufklärungsarbeit gegen Food Waste und unterstützt Schüler bei der Erarbeitung eines Kochbuchs.
Im Discherheim werde „darauf geachtet, dass alles, was man tut, eine möglichst lange Wirkung hat“, so Regio Energie Solothurn. An den drei Standorten der Stiftung, die Menschen mit Beeinträchtigungen Wohn- und Arbeitsplätze bietet, gelte dies auch hinsichtlich Energieeffizienz und Ressourcenschonung, sowohl bei der Umrüstung der Heizquelle als auch der Flotte von sechs Fahrzeugen auf elektrische Antriebe. Der Strom dafür kommt aus einer eigenen Photovoltaikanlage. Zudem leisten Biotop, Hecken, Naturwiese, Insektenhotels und Vogelhäuser einen Beitrag zur Biodiversität.
Die Bedeutung von Hypotheken zur Erreichung der Klimaziele 2050
Der Gebäudesektor trägt wesentlich zum Energieverbrauch und CO2-Emissionen bei, daher sind nachhaltige Sanierungen und eine energieeffiziente Gestaltung notwendig, um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen.
Hypotheken sind entscheidend für die energetische Sanierung und Effizienzsteigerung von Gebäuden. Durch die Ausrichtung von Hypothekenbedingungen auf Nachhaltigkeitsziele können Banken und Kreditgeber den Eigentümern Anreize bieten, ihre Immobilien ökologisch aufzuwerten und somit zum Erreichen der Klimaziele beitragen.
Banken verpflichten sich im Rahmen der Selbstregulierung, in den Bereichen Belehnung, Tragbarkeit, Amortisation und Zins bessere Anreize für mehr Nachhaltigkeit insbesondere bei den privaten Eigentümern zu schaffen. Ein Grossteil der Hypotheken wird nämlich an private Eigentümer vergeben.
Die Rolle von privaten Eigentümern
Private Eigentümer sind in Bezug auf Nachhaltigkeit im Vergleich zu institutionellen Eigentümern grundsätzlich schlechter aufgestellt, wobei lange Zeit das Problem auf der Ebene des «Wollens» lag. Durch die gestiegenen Energiepreise und Zinskosten sowie der zunehmenden Regulatorik und des öffentlichen Interesses dürfte die Bereitschaft zugenommen haben.
Kognitive Barrieren müssen durch umfassende Beratung abgebaut werden, um die Sanierungsrate bei privaten Eigentümern zu erhöhen. Viele Eigentümer sind sich nicht im Klaren, dass sich Nachhaltigkeit finanziell lohnen kann, da sie zu höheren Belegungsraten, Mieteinnahmen, niedrigeren Betriebskosten, höherer Liquidität und geringeren Risikoprämien führen kann, was wiederum den Wert der Immobilie steigert.
Finanzielle Barrieren müssen abgebaut werden, um die Sanierungsrate bei privaten Eigentümern zu erhöhen. Attraktive Hypothekarkonditionen können sie nach Bereitschaft und Aufklärung letztlich zum Handeln bewegen.
Angebot von grünen Hypotheken
Hypothekarfinanzierungen, die nachhaltiges Verhalten finanziell belohnen und fördern, sind bereits vorhanden und in den Produktangeboten vieler Kreditgeber integriert. Eine einheitliche Taxonomie ist zurzeit nicht vorhanden und zur Klassifizierung der Nachhaltigkeit wird auf diverse Zertifikate zurückgegriffen.
Grüne Hypotheken beinhalten zwar vorteilhafte Konditionen, können aber aufgrund von Ineffizienzen und potenziellem Greenwashing kritisiert werden. Zudem werden Positionen und ökologische Auswirkungen selten nach aussen kommuniziert.
Kreditgeber, die tatsächlich engagiert sind, können durch die Emission von grünen Anleihen ihre Kreditvergabe von grünen Hypotheken finanzieren und dadurch effizienter und transparenter sein. Damit steigern sie auch ihre Wettbewerbsfähigkeit und erhöhen ihre Glaubwürdigkeit.
Was ist als privater Eigentümer zu erwarten?
Eigentümer sollten sich bewusst sein, dass grüne Praktiken den Immobilienwert auf verschiedenen Wegen steigern können, während bei weniger nachhaltigen Gebäuden die Gefahr besteht, dass sie durch zukünftige regulatorische Massnahmen und Marktveränderungen zu „Stranded Assets“ werden.
Zukünftig können eine verbesserte Datenbasis und genauere Instrumente eine präzisere Erfassung des CO2-Ausstosses und der Grauen Energie von Immobilien ermöglichen, was zu einer effizienteren und symmetrischen Bepreisung bei der Kreditvergabe führen würde. Dadurch könnten grüne Immobilien zu günstigeren Konditionen finanziert werden, während nicht-grüne Immobilien möglicherweise weniger vorteilhafte Konditionen erhalten.
Implenia reduzierte 2022 den CO2-Fussabdruck deutlich, von absolut 62’981 Tonnen CO2-Äquivalent im Basisjahr 2020 auf 50’672 Tonnen CO2-Äquivalent. Auch umsatzbereinigt bedeutet dies eine Reduktion um 10,5 Prozent. Implenia hat das Reporting des CO2-Fussabdrucks weiter geschärft. Es umfasst nun alle Märkte und sämtliche Scope 1- und Scope 2-Emissionen sowie erste Kennwerte zu den Scope 3-Emissionen.
Ebenso hat Implenia 2022 das gesamte Portfolio seiner über 40 Entwicklungsprojekte in der Schweiz analysiert und den CO2-Fussabdruck berechnet. Die Analyse erfolgte auf den Grundlagen des SIA-Effizienzpfads Energie. Um die Treibhausgasemissionen weiter zu verringern, wurden wesentliche Optimierungen eingeleitet. Die Ergebnisse dieser Portfolioanalyse ermöglichen es, die wichtigsten Hebel zur Dekarbonisierung zu identifizieren und eine ambitionierte Dekarbonisierungsstrategie zu verfolgen. Mit Photovoltaik-Anlagen auf Dächern von Werkhöfen und Produktionsanlagen erzeugt Implenia selbst Solarstrom. 2022 waren es mehr als 1,3 Gigawattstunden Ökostrom, ein Zuwachs von über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Lumvin AG hat laut Medienmitteilung eine Kapitalerhöhung um 400‘000 Franken durchgeführt. Das frische Kapital soll nach Angaben des Lichttechnikspezialisten mit Sitz in Baden zur Finanzierung des Aufbaus der Team-Ressourcen, der Stärkung der Position als Marktführer im Upcycling von Beleuchtung durch Wiederverwertung von Teilen sowie dem Aufbau eines eigenen Prüflabors dienen. Zugleich hat Lumvin den Verwaltungsrat erweitert.
„Wir sind überaus dankbar für das Vertrauen und die Unterstützung unserer Investoren und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren neuen Verwaltungsratsmitgliedern“, wird Kristjan Jozipovic zitiert, CEO von Lumvin.
Neu im Verwaltungsrat der Lumvin AG sind Martin Laubacher, Orlando Sidler und Përparim Avdili. Laubacher bringe jahrelange Branchenerfahrung als Unternehmer und Mitinhaber des Baumarktgrosshändlers Puag AG aus Bremgarten AG mit, heisst es in der Mitteilung der Firma. Er soll den Aufbau des nachhaltigen Unternehmens unterstützen. Sidler habe an der Universität St.Gallen (HSG) Banking & Finance studiert und verfüge über mehr als 20 Jahre Finanzexpertise. Er soll die Lumvin AG in Finanzfragen beraten. Avdili sei unternehmerisch und politisch engagiert. Als Gemeinderat der Stadt Zürich setze er sich für nachhaltige Unternehmensentwicklung ein.
„Mit ihrer grossen Expertise und Branchenerfahrung sind wir zuversichtlich, dass wir das volle Potenzial von Lumvin ausschöpfen und unsere Vision eines nachhaltigen und ökologisch sinnvollen Produkts erfolgreich umsetzen können“, wird CEO Jozipovic zur Erweiterung des Verwaltungsrats zitiert.
Lumvin bezeichnet sich auf seiner Internetseite selber als Cleantech-Unternehmen für LED-Beleuchtung. Unternehmensziel sei es, LED-Leuchten nachhaltig in der Schweiz zu produzieren und sie effizient einzusetzen.
Aufgrund der verfassungsmässigen Zuständigkeit der Kantone gibt es in diesem Bereich schweizweit unterschiedliche Regelungen. Dafür hat die Konferenz der kantonalen Energiedirektoren (EnDK) deshalb die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) des Jahrgangs 2014 verabschiedet, welche auf eine grösstmögliche Harmonisierung und damit Vereinfachung der Bauplanung und der entsprechenden Bewilligungsverfahren abzielen.
Wir haben untersucht, wie nahe die Umsetzung ausgewählter kantonaler Nachhaltigkeitsregelungen gemäss MuKEn sind. Die vollständige Analyse kann hier heruntergeladen werden. Die Auswertung zeigt: Basel-Stadt, Luzern, Jura und Freiburg orientieren sich bei ihrer Energiegesetzgebung relativ stark an den Mustervorschriften und gehen teilweise sogar darüber hinaus. Am anderen Ende stehen Aargau, Uri und Zug, wo entsprechende Umsetzung in Planung sind, sowie Solothurn, das in absehbarer Zukunft über am wenigsten Regeln verfügen wird.
Das Setting: kantonale Zuständigkeit, interkantonale Koordination Gemäss Bundesverfassung liegt die Energiepolitik im Bauwesen im Zuständigkeitsbereich der Kantone. Sie sind damit befähigt, im Rahmen des bundesgesetzlichen Rahmens eigene energie- und klimapolitische Ziele zu definieren und umzusetzen.
Diese Aufgabenzuteilung macht durchaus Sinn: Kantonale Behörden sind mit der Infrastruktur, der Bevölkerung und den Befindlichkeiten ihrer Region bestens vertraut. Sie können baurechtliche Massnahmen damit sachgerecht, effizient und breit unterstützt planen und umsetzen.
Das Resultat ist aber auch ein Gefüge von verschiedenen Regimes mit unterschiedlichen Ausprägungen und Schwerpunkten. Das sorgt etwa bei überregional agierenden Immobilienakteuren zuweilen für Verwirrung. Da Skaleneffekte erschwert werden, führt die föderalistische Rollenteilung zu Effizienzeinbussen.
Das hat auch die Politik begriffen. In den zuständigen kantonalen Konferenzen entwickeln und koordinieren die zuständigen Regierungsrätinnen und Regierungsräte und Sachverständigen deshalb gemeinsame energie- und klimapolitische Ziele und Strategien, die sie beispielsweise in den bereits erwähnten MuKEn 2014 festhielten.
Die Stadt Winterthur unterstützt 2023 insgesamt fünf innovative Projekte, die zur nachhaltigen Entwicklung und zur Erhöhung der Lebensqualität der Stadt beitragen können. Dafür stellt die Stadt insgesamt 200’000 Franken aus dem Innovationskredit der Smart City Winterthur bereit, informiert die Stadtverwaltung in einer entsprechenden Mitteilung. Seit Lancierung dieses Kredits hat Winterthur insgesamt 18 Smart-City-Pilotprojekte unterstützt.
In diesem Jahr kann sich unter anderem WinEnerGIS über eine Förderung freuen. Bei diesem Projekt wird ein Prototyp für eine öffentliche Informationsplattform im Energiebereich entwickelt. Hier werden gebäudegenaue Informationen über die verfügbaren Energieträger zur Verfügung gestellt. Das Projekt Zusammen dem Stadtklima auf der Spur bindet die Bevölkerung in das Temperaturmessnetz von Winterthur ein.
Im Projekt Digital Mobility Lab API arbeiten Stadtbus Winterthur und das Digital Mobility Lab der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften zusammen. Ziel ist die Entwicklung einer Schnittstelle, mit der zukünftig Fragen aus der Praxis mit realen Daten gelöst werden können. In einem ersten Schritt geht es um die Optimierung von Anschlussverbindungen beim Umsteigen.
Das Projekt Winterthur@Metaverse geht der Frage nach nutzbringenden Anwendungen für Winterthur im Metaverse nach. Allenfalls soll ein erster Prototyp im Metaverse entwickelt werden. Im Projekt RPA@DigiWin schliesslich geht es darum, repetitive Aufgaben der Stadtverwaltung zu digitalisieren.
Holcim dokumentiert die Fortschritte bezüglich seiner Klimastrategie im nun veröffentlichten zweiten Klimabericht. Mit diesem Bericht gebe das Unternehmen, einer der grössten Baustoffproduzenten der Welt, auch seine beschleunigten Klimaziele bekannt, heisst es dazu in einer Medienmitteilung.
Diese seien im Einklang mit dem 1,5 Grad-Rahmen der Scienced Based Targets Initiative aktualisiert worden, so Nachhaltigkeits- und Innovationschefin Magali Anderson. Holcim wolle „eine Vorreiterrolle beim kohlenstoffarmen und zirkulären Bauen“ einnehmen.
Demnach hat Holcim die Investitionen in grüne Technologien 2022 um 15 Prozent auf 403 Millionen Franken erhöht. Aufgrund dessen konnte der Konzern den Angaben zufolge seine CO2-Emissionen pro Einheit Nettoumsatz um 21 Prozent senken. 2023 sollen es weitere 10 Prozent sein.
Desweiteren verpflichtet sich Holcim, bis 2030 kumulativ 2 Milliarden Franken in ausgereifte Technologien zur CO2-Abscheidung aus der Luft zu investieren. Damit sollen pro Jahr mehr als 5 Millionen Tonnen CO2 aus der Atmosphäre entfernt werden.
6,8 Millionen Tonnen Bau- und Abbruchabfälle wurden in neuen Gebäuden wiederverwertet. Mit diesem Zwischenergebnis wird das Unternehmen voraussichtlich sein Ziel übertreffen, bis 2025 rund 10 Millionen Tonnen zu erreichen. „Wir setzen uns dafür ein“, so CEO Jan Jenisch, „kohlenstoffarmes und zirkuläres Bauen voranzutreiben und Gebäude nachhaltiger zu nutzen, um Städte zu bauen, die für Menschen und den Planeten funktionieren.“
Dieser zweite Klimabericht wird der Generalversammlung am 4. Mai zur Abstimmung vorgelegt. Dies spiegelt laut der Mitteilung Holcims Verpflichtung wider, dem Aktionariat ein Mitspracherecht bei der Klimastrategie einzuräumen.
Unter dem Motto «Get things done» präsentierten die Sustainability Days in den vier Kongress- und Ausstellungsformaten SmartSuisse, Re‘ Summit, Future-Proof Infrastructure und MUT – Messe für Umwelttechnik während dem 28. und 29. März 2023 Trends, konkrete Lösungen in Form von innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie Strategien und Ausblicke. «Wir freuen uns, dass die Sustainability Days mit ihren 15 Themenschwerpunkten rund um Nachhaltigkeit einen so hohen Anklang gefunden haben. Unser Ziel ist, uns künftig als zentrale Plattform für eine nachhaltige Zukunft in den Bereichen Smart City, Corporate Sustainability, Umwelttechnik und Infrastruktur zu etablieren», sagt Julien Rousseau, Brand Director der Sustainability Days, zufrieden.
Denkanstösse von nationalen und internationalen Stimmen Den Auftakt der Kongressreihen mit insgesamt über 170 Referierenden machte am 28. März unter anderem Marco Lambertini, Sonderbeauftragter und ehemaliger Director General von WWF International. Er plädiert für die Einleitung eines tiefgreifenden Wandels unseres Wirtschaftsmodells, um zu einer naturfreundlichen Gesellschaft zu werden und die Entwicklung von der Umweltzerstörung abzukoppeln. Auch der Keynote Speaker und Architekt Thomas Rau unterstreicht die Notwendigkeit eines schnellstmöglichen Wandels. Für ihn dabei ein wichtiger Weg: die Kreislaufwirtschaft. Seines Erachtens müssen wir die Wertschöpfungskette neu denken, hin zu einer Werterhaltungskette. Material muss in einer begrenzten Welt als etwas betrachtet werden, das nur vorübergehend genutzt und anschliessend wieder dem Kreislauf der Dinge übergeben wird.
Auch der politische Blickwinkel auf das Thema Nachhaltigkeit spielte eine grosse Rolle. So diskutierten die Schweizer Stadtpräsidentinnen und -präsidenten Stefanie Ingold (Solothurn), Beat Jans (Basel), Michael Künzle (Winterthur), Barbara Thalmann (Uster) und Beat Züsli (Luzern) über das Ziel klimaneutraler Städte. Einigkeit herrschte darüber, dass der Klimaschutz in diesem Kontext keine Alibiübung sei. Dies zeige unter anderem, was für Massnahmen und Überlegungen bereits aufgegleist bzw. angedacht seien. Städte hätten durchaus eine Vorbildfunktion, da sie oftmals über mehr Ressourcen verfügen. Regula Rytz, ehemalige Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Schweiz, warf als Historikerin einen Blick auf das Thema «Sustainable Technology: zwischen echter Transformation und Fortschrittsmythen». Laut ihr brauchen neue Herausforderungen in der Umweltpolitik neue Formen von nachhaltiger Technologie – und es braucht Pioniergeist für echte Transformation. Pekka Timonen, Bürgermeister von Lahti, stellte in seiner Keynote die Erfolgsgeschichte der traditionellen Industriestadt vor. So hat sich Lahti zu Finnlands führender grüner Stadt und zu einem Vorreiter unter den nachhaltigen Städten Europas entwickelt.
In weiteren Keynotes und Sessions stand der Klimawandel als solcher im Fokus. Der Generalsekretär der UN-Organisation WMO, Petteri Taalas, zeigte eindrücklich den Klimawandel sowie die damit einhergehenden Klimakatastrophen und zukünftige Szenarien mit globaler Auswirkung auf. Man müsse jetzt handeln, wenn die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels in diesem Jahrhundert verhindern werden sollen. Und auch Prof. Dr. Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich und Redner beim Re‘ Summit, das gemeinsam mit sun21 organisiert wird, teilt diese Ansicht. Nach ihm können den Klimawandel nur eine vollständige Abkehr von fossilen Brenn- und Treibstoffen sowie Netto-Null Emissionen vor 2050 begrenzen. Die Hindernisse seien dabei nicht primär technisch wirtschaftlicher Natur, sondern eine Kollision von Identitäten und die Frage, wie man auf die Herausforderungen reagieren solle. Neu war im Rahmen der SmartSuisse die Erweiterung der Themenschwerpunkte um Health, welches auf reges Interesse stoss. So diskutierten z.B. beim Health Podium Expertinnen und Experten aus der Praxis unter dem Aspekt Datensicherheit vs. Datennutzung, ob Gesundheitsdaten das neue Gold sind.
Branchenübergreifende Begegnungen Ein weiteres Highlight war die Networking Dinner Party am Dienstagabend. Bei einem Drei-Gänge-Menü in lockerer Atmosphäre kamen Teilnehmende aller Formate zusammen, um branchenübergreifend miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und zu diskutieren. Unterhaltsam durch den Abend geführt wurden sie dabei vom Stand Up-Comedian und Zauberer Michel Gammenthaler sowie von «The Blackouts», die mit ihrer LED-Show gezeigt haben, wie Kunst und Technologie genutzt werden können, um eine Botschaft zu transportieren und Menschen zu inspirieren. Zu Gast war auch der Schweizer Abenteurer und Visionär Bertrand Piccard, der bei seinem Auftritt von seiner Weltumrundung in einem Solarflugzeug ohne Treibstoff berichtete. Als Pionier in der Betrachtung der Ökologie durch die Linse der Rentabilität setzt er sich heute für erneuerbare Energien und saubere Technologien ein.
Konkrete Lösungen zum Anfassen und Ausprobieren Die Begleitausstellung bot reichlich Gelegenheit zum fachlichen Austausch sowie zum Netzwerken. 72 Anbieterinnen und Anbieter präsentierten ihre Lösungen und Innovationen und konnten wichtige Kontakte mit den Besuchenden sowie auch anderen Mitwirkenden knüpfen. «Die SmartSuisse ist für die SBB ein wichtiger Treffpunkt, um sich mit anderen Expertinnen und Experten auszutauschen, unsere Projekte weiterzuentwickeln und neue Ideen zu generieren. Dies ganz im Sinne des Smart City Lab Basel Mottos ‚vernetzen, entwickeln, testen, erleben’», heisst es seitens Smart City Lab Basel, SBB AG.
In der Ausstellung gab es zudem spannendes zu erleben: Der Aussteller SAAM (Swiss Association for Autonomous Mobility) stellte im Rahmen der SmartSuisse das von SwissMoves initiierte Projekt des teleoperierten Fahrens vor und bot den Besuchenden die Möglichkeit an, in einem aus Fribourg gesteuerten Fahrzeug auf einer Teststrecke mitzufahren. Ebenfalls Teil der Ausstellung war die MUT – Messe für Umwelttechnik, die mit ihrem Angebot das Fachpublikum der Schweizer Umwelttechnikbranche bediente. «Das Treffen der Cleantech-Industrie an der MUT zeigt die Notwendigkeit, ökologische und pragmatische Lösungen zu fördern», sagt Andreas Knecht von der Mokesa AG, welche Ausstellerin an der Messe für Umwelttechnik war.
Virtuell diskutiert: nachhaltige Infrastrukturprojekte Das Future-Proof Infrastructure diskutierte am 28. März virtuell die Herausforderungen, denen sich Infrastrukturprojekte stellen müssen, um Nachhaltigkeit zu erreichen, wie z.B. finanzielle und politische Widerstandsfähigkeit. Hierfür brachte der virtuelle Kongress wichtige internationale Interessenvertreter, Investoren sowie Infrastrukturexpertinnen und -experten zusammen. Die Diskussionen machten deutlich, dass in allen Sektoren ein immenses inanzierungsdefizit bei Infrastrukturinvestitionen besteht und es dringend notwendig ist, den Klimawandel durch die Verbesserung nachhaltiger Ergebnisse der Infrastruktur zu bekämpfen. Lösungen für die Finanzierung von Infrastrukturen wurden unter anderem vom FAST-Infra Panel angesprochen, das darauf abzielt, private Investitionen in wertvolle Infrastrukturen freizusetzen. Ausserdem wurde erörtert, wie Einrichtungen zur Projektvorbereitung wichtige Infrastrukturprojekte in Ländern mit begrenztem Zugang zu finanziellen und technischen Ressourcen ans Licht bringen können. Partner des Formats ist die Global Infrastructure Basel Foundation (GIB). Die zweite Ausgabe der Sustainability Days findet voraussichtlich vom 9. bis 11. April 2024 in Basel statt.
Sie sind seit 2011 als Regierungsrat tätig und kandidieren im April für eine vierte Amtszeit. Was gefällt Ihnen an Ihrem aktuellen Amt als Finanzdirektor des Kantons Luzern?
Auch nach 12 Jahren empfinde ich es als Privileg, Regierungsrat im Kanton Luzern sein zu dürfen. Für mich ist das eine spannende, vielseitige und herausfordernde Aufgabe. Als Finanzdirektor kümmere ich mich neben den Finanzen um die Informatik, Immobilien und das Personal. Diese Querschnittsfunktionen und die daraus resultierenden Verantwortlichkeiten bereiten mir Freude. Unser Departement darf die Ressourcen zur Verfügung stellen, die die anderen Departemente benötigen, um die entsprechenden Dienstleistungen an der Bevölkerung zu erbringen.
Wo sehen Sie derzeit die grössten Herausforderungen?
Bei übergeordneter Betrachtung gehören nebst der Gesundheitsversorgung die Mobilität und Nachhaltigkeit dazu. Innerhalb des Finanzdepartements haben wir mehrere interessante Immobilienprojekte, die wir vorantreiben dürfen – beispielsweise den Ausbau des Campus Horw. Mit einem Budget von 365 Millionen Franken ist dies das bislang grösste Projekt des Kantons Luzern. Zudem haben wir gerade das Baugesuch für die kantonale Verwaltung am Seetalplatz in Emmen aufgelegt. In diesem Neubau für rund 175 Millionen Franken wollen wir die Verwaltung bündeln. Zu den anspruchsvollen Aufgaben gehört die laufende Suche nach einem Standort in der Stadt Luzern für das Luzerner Museum sowie für das Kantonsgericht. Da wir für beide einige Tausend Quadratmeter Platz benötigen, gestaltet sich das Vorhaben nicht ganz einfach.
Sie arbeiten momentan an der Steuergesetzrevision 2025. Finden dabei die weltweiten Unsicherheiten wie die Klimaproblematik oder der Krieg in der Ukraine Beachtung?
Im Kanton Luzern registrieren wir eine sehr positive Entwicklung. Die Steuergesetzreform soll die Voraussetzungen schaffen, damit der Kanton Luzern auch weiterhin ein attraktiver Standort für natürliche und juristische Personen bleibt und sich optimal weiterentwickeln kann. Im Jahr 2000 hatten wir noch 2,5 Milliarden Franken Schulden – heute verfügen wir über ein Nettovermögen von mehr als 300 Millionen Franken. Dies ist uns dank einer ambitionierten und anspruchsvollen Steuer- und Finanzpolitik gelungen. Im Parlament haben wir einen Klima- und Energiebericht besprochen und setzen die entsprechenden Massnahmen um. Die Situation in der Ukraine wirkt sich natürlich auf viele Bereiche aus. Wir haben unter Berücksichtigung der aktuellen Lage ein stabiles Fundament für die Steuergesetzreform geschaffen und blicken dieser positiv entgegen.
Sie sehen sich als Brückenbauer zwischen Stadt und Land. Wo liegen die Diskrepanzen?
Neben der Stadt und der Agglomeration als urbanes Zentrum gibt es viele landwirtschaftlich geprägte Regionen, insbesondere im Luzerner Hinterland. Gerade diese Vielseitigkeit macht den Kanton interessant. Wir liegen zentral, sind gut erreichbar und können attraktive Naherholungsgebiete bieten. Insofern möchte ich nicht von Diskrepanzen sprechen, sondern von unterschiedlichen Ausgangslagen. Unsere Aufgabe ist es, bei allen Entscheidungen diese unterschiedliche Betroffenheit im Auge zu behalten. Eine Agglomerationsstadt hat andere Bedürfnisse als eine ländlich geprägte Gemeinde im Entlebuch. Dank dem kantonalen Finanzausgleich können wir in allen Gemeinden vergleichbare Dienstleistungen für die Bevölkerung anbieten.
Sie haben eine Lehre als Bauzeichner und danach ein Studium zum Bauingenieur absolviert. Inwiefern fliessen Ihre damals erworbenen Kenntnisse in Ihre jetzige Tätigkeit ein?
Ich bin ein grosser Freund des dualen Bildungssystems: Eine Berufsausbildung ist nicht besser oder schlechter als der akademische Weg. Sie ist einfach anders. Während meiner Lehre habe ich gelernt, Verantwortung für die von mir ausgeführte Arbeit zu übernehmen und diese sehr exakt zu erledigen. Das kommt mir in meiner heutigen Aufgabe als Finanzdirektor zugute. Gerade im Immobilienbereich weiss ich, wie Bauprojekte aufgegleist werden und kenne die Abläufe. Grundsätzlich ist eine Ausbildung wie ich sie geniessen durfte eine gute Basis für eine breite Bandbreite an Aufgaben.
Welche Strategie verfolgen Sie in Ihrem Departement in Sachen Digitalisierung?
Ich bin überzeugt, dass der digitale Wandel eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft und Wirtschaft darstellt. Insofern haben wir eine Digitalstrategie erarbeitet, die auf den gesamten Kanton ausgerichtet ist und dessen zukunftsgerechte Entwicklung sicherstellen soll. Verwaltungsintern wollen wir unsere Dienstleistungen zeitgemäss – sprich digital – erbringen. Das Service-Portal haben wir gemeinsam mit den Luzerner Gemeinden aufgegleist. Dieses soll kommunale und kantonale Dienstleistungen online anbieten. Geplant ist ein digitales Zugangstor für sämtliche Angebote der öffentlichen Hand des Kantons Luzern. Uns geht es nicht nur darum, eine optimale Lösung für die Verwaltung zu finden, sondern auch eine, die den Bewohnerinnen und Bewohnern das Leben erleichtert.
Was macht den Kanton Luzern für Unternehmen attraktiv?
Wir bieten gute Rahmenbedingungen, etwa bei der Gewinnbesteuerung, die wir im Jahr 2012 halbiert haben. Damit waren wir einige Jahre der Kanton mit der tiefsten Gewinnbesteuerung juristischer Personen – das hat sich positiv ausgewirkt. Mit der geplanten Steuergesetzrevision stellen wir sicher, dass wir auch in Zukunft ein attraktiver Wirtschaftsstandort sind. Aber auch unsere Bildungsinstitutionen sind ein wichtiger Faktor. Wir haben bewusst in die Bildung investiert und gehören zu den eher jüngeren Bildungskantonen. Ausserdem profitieren wir von unserer zentralen Lage und den ausreichend zur Verfügung stehenden Flächen für Unternehmen. Uns ist bewusst, dass wir uns mit den angrenzenden Kantonen in einem kompetitiven Umfeld bewegen. Wir müssen uns stetig bewegen, um attraktiv zu bleiben.
Der Kanton Luzern setzt bei der Wirtschaftsförderung auf ein Sondermodell.
Richtig. Wir sind der einzige Kanton der Schweiz, der die Wirtschaftsförderung nicht kantonal regelt, sondern in eine Stiftung ausgelagert hat. Dort sind die Unternehmen als Partner der Kantone und Gemeinden vertreten. Wir sind überzeugt, dass es wichtig ist, dass die Wirtschaft mitentscheiden kann und sich wertgeschätzt fühlt. Wir legen deshalb grossen Wert auf die Bestandespflege und möchten für gute Rahmenbedingungen für die Privatwirtschaft sorgen. Wir streben ein qualitatives Wachstum an und erhalten für unser Modell gute Feedbacks.
Wie steht es um die Zersiedelung im Kanton Luzern und was wird dagegen unternommen?
Wir unterstützen den haushälterischen Umgang mit dem Boden und versuchen, dies mit gesetzlichen Grundlagen zu fördern. Verdichtetes Bauen ist in unserem Richtplan und in den kommunalen Zonenplänen das Gebot der Stunde. Aufgrund des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes zählen wir heute 21 Gemeinden, die ihre Bauzonen um bis zu 70 Hektaren reduzieren müssen – sogenannte Rückzonungs-Gemeinden. Dies ist kein einfacher Prozess, aber wir bleiben dran. Mit unserem Richtplan möchten wir die Entwicklung ermöglichen und gleichzeitig unserer Kulturlandschaft Sorge tragen.
Vor allem in den Zentren herrscht Wohnungsnot. Welche Massnahmen müssen getroffen werden, um die Situation zu entschärfen?
Dieses Problem kann die öffentliche Hand alleine nicht lösen. Hier ist ein Zusammenspiel zwischen der Privatwirtschaft, Investoren und der öffentlichen Hand gefragt. Wir schaffen Anreize zu verdichtetem Bauen, indem wir höhere Ausnutzungen ermöglichen. Zudem stellen wir geeignete Flächen für Wohnungsbauten zur Verfügung wie beispielsweise beim Seetalplatz oder in Ebikon. So können rund 200 Wohnungen realisiert werden.
Mutige Entscheide und die daraus resultierende Dynamik prägten in den letzten zwei Jahrzehnten die Entwicklung des Standortes Luzern, wobei das 1998 eröffnete KKL als Symbol des Wandels diente. Im Zuge dieser Erneuerung baute Luzern den Hochschulstandort aus und steigerte seine steuerliche Attraktivität für Einwohner und Unternehmen.
Nach Jahren starken Wachstums und wirtschaftlichen Wohlstands steht Nachhaltigkeit heute hoch im Kurs des Zeitgeistes. Nebst wirtschaftlichen und sozialen Aspekten werden besonders ökologische Themen stärker gewichtet als in der Vergangenheit. Insbesondere die Berücksichtigung des Klimaschutzes ist zu einem echten Gradmesser für die Zukunftsfähigkeit von Geschäftsmodellen geworden. Unternehmen müssen sich dieser Herausforderung stellen und die richtige Balance zwischen dem Business von heute und dem von morgen finden.
Der Kanton unterstützt die globalen Anstrengungen im Klimaschutz und strebt bis 2050 eine Netto-Null-Emission von Treibhausgasen an. Die Klimastrategie des Kantons Luzern lädt die Wirtschaft und die Unternehmen ein, gemeinsam an diesem Ziel mitzuarbeiten. Ein zentrales Leuchtturmprojekt wird in dieser Ausgabe genauer vorgestellt: das einzigartige Energie-Ökosystem in Dagmersellen.
In den Bereichen Steuern, Erreichbarkeit und Bildung bleibt der Kanton durch die geplante Steuergesetzrevision und den Bau von zwei Generationenprojekten in der Verkehrsinfrastruktur (Durchgangsbahnhof und Bypass) wettbewerbsfähig. Der Ausbau der Hochschulstandorte in Horw und Luzern sichert derweil den Unternehmen den Zugang zu den künftig benötigten Fachkräften.
Testimonials
Adrian Steiner CEO, Thermoplan AG «Thermoplan setzt auf den Wirtschaftsstandort Luzern, weil man hier gut ausgebildete und loyale Fachkräfte in allen Bereichen findet.»
Makoto Nakao President, GC International AG «Die Dentalmedizin in der Schweiz gehört zu den qualitativ besten der Welt. Luzern hat uns punkto Infrastruktur, Bildung und Sicherheit überzeugt.»
Dr. Ralf P. Halbach CEO, Geistlich Pharma AG «Der attraktive Wirtschaftsstandort überzeugt Menschen aus der ganzen Schweiz und aus dem Ausland, nach Luzern zu ziehen und hier zu arbeiten. Die Erfahrung zeigt: Die Vorzüge, in Luzern zu leben, sind ein starkes Argument.»
Peter Ruppeiner CEO und Co-Founder, AVANTYARD LTD. «Luzern entwickelt sich immer mehr zum Hotspot für Persönlichkeiten mit innovativen Ideen und Startups. Ein attraktiver Standort mit einer überschaubaren Grösse eignet sich hervorragend, um schnell ein Netzwerk aufzubauen.»
Hächler hat im Auftrag der Stadt Baden einen Bodenrost aus Holz an der Stadtturmstrasse erstellt. Laut einer Mitteilung des Wettinger Bauunternehmens war der Stadt Baden die Verwendung regionaler Materialien wichtig.
Die Hächler AG Holzbau habe sich für Lärchenholz als Baumaterial entschieden, heisst es in der von Benjamin Schwitter, dem Bauführer Holzbau bei Hächler, verfassten Mitteilung. Beim heimischen Baumbestand gebe es nur eine begrenzte Auswahl und Verfügbarkeit an dauerhaften und geeigneten Hölzern. Hächler konnte die Lärchenstämme beim Forstbetrieb Surbtal selber aussuchen. Die Lärchen seien somit keine 15 Kilometer vom Einsatzort entfernt gewachsen.
Die ausgewählten Stämme sind in der Sägerei in Leuggern geschnitten und getrocknet worden. Die Klotzbretter wurden dann bei Hächler in der Halle zu fertigen Bodendielen weiterverarbeitet. Die Dielen waren aus besonders stabilem Rift- oder Halbriftholz. Daraus wurden von unten verschraubte Elemente mit einer Dicke von vier Zentimetern für einen dauerhaften Bodenrost produziert worden.
Die Wertschöpfung für die Produktion der Holzroste habe ausschliesslich in der Region stattgefunden, vom Forstbetrieb über die Sägerei bis zur Produktion und Montage, so Schwitter. Dies und die kurzen Wege hätten zu einem nachhaltigen Endergebnis bei der Realisierung des Auftrags der Stadt Baden geführt.
Unter dem Motto «Get things done» präsentierten die Sustainability Days in den vier Kongress-und Ausstellungsformaten SmartSuisse, Re‘ Summit, Future-Proof Infrastructure und MUT – Messe für Umwelttechnik während dem 28. und 29. März 2023 Trends, konkrete Lösungen in Form von innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie Strategien und Ausblicke. «Wir freuen uns, dass die Sustainability Days mit ihren 15 Themenschwerpunkten rund um Nachhaltigkeit einen so hohen Anklang gefunden haben. Unser Ziel ist, uns künftig als zentrale Plattform für eine nachhaltige Zukunft in den Bereichen Smart City, Corporate Sustainability, Umwelttechnik und Infrastruktur zu etablieren», sagt Julien Rousseau, Brand Director der Sustainability Days, zufrieden.
Denkanstösse von nationalen und internationalen Stimmen Den Auftakt der Kongressreihen mit insgesamt über 170 Referierenden machte am 28. März unter anderem Marco Lambertini, Sonderbeauftragter und ehemaliger Director General von WWF International. Er plädiert für die Einleitung eines tiefgreifenden Wandels unseres Wirtschaftsmodells, um zu einer naturfreundlichen Gesellschaft zu werden und die Entwicklung von der Umweltzerstörung abzukoppeln. Auch der Keynote Speaker und Architekt Thomas Rau unterstreicht die Notwendigkeit eines schnellstmöglichen Wandels. Für ihn dabei ein wichtiger Weg: die Kreislaufwirtschaft. Seines Erachtens müssen wir die Wertschöpfungskette neudenken, hin zu einer Werterhaltungskette. Material muss in einer begrenzten Welt als etwas betrachtet werden, das nur vorübergehend genutzt und anschliessend wieder dem Kreislauf der Dinge übergeben wird.
Auch der politische Blickwinkel auf das Thema Nachhaltigkeit spielte eine grosse Rolle. So diskutierten die Schweizer Stadtpräsidentinnen und -präsidenten Stefanie Ingold (Solothurn), Beat Jans (Basel), Michael Künzle (Winterthur), Barbara Thalmann (Uster) und Beat Züsli (Luzern) über das Ziel klimaneutraler Städte. Einigkeit herrschte darüber, dass der Klimaschutz in diesem Kontext keine Alibiübung sei. Dies zeige unter anderem, was für Massnahmen und Überlegungen bereits aufgegleist bzw. angedacht seien. Städte hätten durchaus eine Vorbildfunktion, da sie oftmals über mehr Ressourcen verfügen. Regula Rytz, ehemalige Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Schweiz, warf als Historikerin einen Blick auf das Thema «Sustainable Technology: zwischen echter Transformation und Fortschrittsmythen». Laut ihr brauchen neue Herausforderungen in der Umweltpolitik neue Formen von nachhaltiger Technologie – und es braucht Pioniergeist für echte Transformation. Pekka Timonen, Bürgermeister von Lahti, stellte in seiner Keynote die Erfolgsgeschichte der traditionellen Industriestadt vor. So hat sich Lahti zu Finnlands führender grüner Stadt und zu einem Vorreiter unter den nachhaltigen Städten Europas entwickelt.
In weiteren Keynotes und Sessions stand der Klimawandel als solcher im Fokus. Der Generalsekretär der UN-Organisation WMO, Petteri Taalas, zeigte eindrücklich den Klimawandel sowie die damit einhergehenden Klimakatastrophen und zukünftige Szenarien mit globaler Auswirkung auf. Man müsse jetzt handeln, wenn die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels in diesem Jahrhundert verhindern werden sollen. Und auch Prof. Dr. Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich und Redner beim Re‘ Summit, das gemeinsam mit sun21 organisiert wird, teilt diese Ansicht. Nach ihm können den Klimawandel nur eine vollständige Abkehr von fossilen Brenn- und Treibstoffen sowie Netto-Null Emissionen vor 2050 begrenzen. Die Hindernisse seien dabei nicht primär technisch wirtschaftlicher Natur, sondern eine Kollision von Identitäten und die Frage, wie man auf die Herausforderungen reagieren solle. Neu war im Rahmen der SmartSuisse die Erweiterung der Themenschwerpunkte um Health, welches auf reges Interesse stoss. So diskutierten z.B. beim Health Podium Expertinnen und Experten aus der Praxis unter dem Aspekt Datensicherheit vs. Datennutzung, ob Gesundheitsdaten das neue Gold sind.
Branchenübergreifende Begegnungen Ein weiteres Highlight war die Networking Dinner Party am Dienstagabend. Bei einem Drei-Gänge-Menü in lockerer Atmosphäre kamen Teilnehmende aller Formate zusammen, um branchenübergreifend miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und zu diskutieren. Unterhaltsam durch den Abend geführt wurden sie dabei vom Stand Up-Comedian und Zauberer Michel Gammenthaler sowie von «The Blackouts», die mit ihrer LED-Show gezeigt haben, wie Kunst und Technologie genutzt werden können, um eine Botschaft zu transportieren und Menschen zu inspirieren. Zu Gast war auch der Schweizer Abenteurer und Visionär Bertrand Piccard, der bei seinem Auftritt von seiner Weltumrundung in einem Solarflugzeug ohne Treibstoff berichtete. Als Pionier in der Betrachtung der Ökologie durch die Linse der Rentabilität setzt er sich heute für erneuerbare Energien und saubere Technologien ein.
Die zweite Ausgabe der Sustainability Days findet voraussichtlich vom 9. bis 11. April 2024 in Basel statt.
Die 2007 gegründete Stadler Blechtechnik AG lässt in Au unweit des alten Standorts einen neuen Firmensitz errichten. „Wir bauen neu, um weiteres Wachstum zu ermöglichen und die Produktion zu optimieren“, wird Firmenchef Urs Stadler in einer entsprechenden Mitteilung der i+R Industrie- & Gewerbebau AG zitiert. Sie wurde von Stadler Blechtechnik als Generalunternehmerin für den Neubau engagiert.
Derzeit sind bei Stadler Blechtechnik zehn Mitarbeitende in der Produktion und weitere fünf in der Verwaltung aktiv. Der Neubau soll Platz für bis zu zehn zusätzliche Mitarbeitende bieten. Geplant ist eine dreigeschossige Produktionshalle, deren obere Etagen zum grossen Teil vermietet werden sollen. Dazu kommt ein fünfgeschossiger Bürotrakt und eine Tiefgarage mit insgesamt 47 Stellplätzen.
Nachaltigkeit wird in Form von Luftwärmepumpen für Heizung, Kühlung und Warmwasseraufbereitung Einzug halten. Zudem sind begrünte Flachdächer und eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 200 Kilowatt Peak geplant. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für April 2024 vorgesehen. „Wir haben einen sportlichen Zeitplan, müssen für das Untergeschoss eine geschlossene Wasserhaltung durchführen und für die Tiefgarageneinfahrt eine 40 Meter lange Rühlwand errichten“, erläutert i+R-Projektleiter Daniel Herzog in der Mitteilung.
Warmes Wasser braucht in etwa so viel Energie wie das Heizen. Allein fürs Duschen wird bis zu 80 Prozent des gesamten Warmwassers benötigt. Doch während seit Jahren Entwicklungen im Fokus stehen, um effizienter und energiesparender zu heizen, fließt noch immer viel warmes Wasser einfach ungenutzt in den Abfluss. Doch das muss nicht sein! Die neue Kaldewi Duschrinne nutzt die Wärme des abfließenden Duschwassers, um damit das kalte Frischwasser auf dem Weg zur Duscharmatur vorzuwärmen. Ein in den Abfluss integrierter Wärmetauscher sorgt so für eine effiziente Wärmerückgewinnung. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit muss für eine angenehm warme Duschtemperatur deutlich weniger Heißwasser zugemischt werden. Das spart viel Energie, senkt spürbar die Kosten und verringert den CO2-Fußabdruck.
Die neuen Duschrinnen wurden vom international renommierten Studio Aisslinger gestaltet und erfüllen höchste Designansprüche. Eine patentierte Handhabung zum einfachen Öffnen und Schließen der Abdeckung, große Flexibilität bei der Rinnenpositionierung sowie die große Maßvielfalt sind weitere überzeugende Argumente. Und mit exklusiven Farben und Oberflächen wird die Marken-Rinne zu einem wahren Schmuckstück im Bad.
Die im März 2022 gegründete Stiftung konnte innert Jahresfrist 6 Liegenschaften beurkunden. Das Portfolio, welches sich primär auf Neubauten konzentriert, weist per 31.12.2023 einen Marktwert von rund CHF 60 Mio. auf. Nach Fertigstellung der Projekte wird der Marktwert bei rund CHF 117 Mio. liegen. Das neue Kapital wird für den fokussierten Ausbau des Portfolios eingesetzt. Dazu wurden zwei Immobilienprojekte mit einem Anlagevolumen von CHF 70 Mio. gesichert.
Die Vertina Anlagestiftung bringt mit ihrer Strategie die Anforderungen von Investoren und die Bedürfnisse von Mietern in Einklang. Sie hat das Wissen und die Erfahrung, um renditestarke Immobilien und Verantwortung für die Umwelt zu verbinden. Mit dem Schwerpunkt auf zukunftsgerechte Wohnbauten an gut erschlossenen Lagen, setzt die Stiftung auf höchste Nachhaltigkeit.
Angaben zur Kapitalaufnahme
Zielvolumen
CHF 50 Mio.
Zeichnungsvolumen
Mind. CHF 0.5 Mio.
Ausgabeaufschlag
1.0% (zugunsten Vermögen) Massgebender NAV per Liberierungsdatum
Valorennummer / ISIN
116 503 599 / CHE116 503 599 4
Zuteilungsprozess
Zeichnungen bis CHF 20 Mio. erhalten eine Vollzuteilung. Die übrigen Zeich-nungen können im Falle einer Überzeichnung proportional gekürzt werden.
Zeichnungsfrist
Start: 20. März 2023, Ende: 26. Mai 2023
Bestehende und neue Investoren, die gemäss Schweizer Gesetzgebung sowie den Statuten der Vertina Anlagestiftung in steuerbefreite Stiftungen investieren dürfen, können an der Kapitalaufnahme teilnehmen.
Detaillierte Informationen zur Anlagestiftung und zur Anlagegruppe «Vertina Wohnen» finden Sie unter: www.vertina.ch
Mit 3964 Fachbesuchern an der Schweizer Immobilienmesse für Investoren IMMO23, konnte die Teilnehmerzahl vom Vorjahr beinahe verdoppelt werden. Augenscheinlich war insbesondere auch das erhöhte internationale Teilnehmeraufkommen, was die Relevanz der Schweizer Immobilienindustrie im internationalen Kontext verdeutlicht.
Auch in diesem Jahr vermochte das IMMO Forum, der zweitägige Begleitkongress mit 126 hochkarätigen Referentinnen und Referenten an 33 Podiumsdiskussionen, das Publikum mit hochaktuellen Inhalten zu begeistern. Nebst internationalen Akteuren, welche die Besonderheiten der jeweiligen Märkte beleuchteten, wurde auch der immer wichtiger werdenden Nachhaltigkeitsthematik eine geeignete Bühne geboten. Einer der Höhepunkte bildete dabei der Auftritt von Dr. Martin Schlegel, Vizepräsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank, welcher im Gespräch mit Andreas Loepfe, CEO INREIM, seine Einschätzungen zur Zins- und Inflationsentwicklung präsentierte.
Das hybride Veranstaltungsformat mit öffentlicher Liveübertragung aller Podiumsgespräche und gleichzeitiger Simultanübersetzung ins Französische, gilt fortan als fester Konzeptbestandteil und stiess mit über 1700 Online-Zuschaltungen wiederum auf grosses Interesse. Im Weiteren konnte der Start Up Bereich mit 15 innovativen Jungunternehmen und einem spannenden Pitch-Programm deutlich ausgebaut werden. Die neuerlich von den Organisatoren lancierte Bildungs- und Karriere-Initiative wurde dabei durch entsprechende Engagements der Universität Zürich – CUREM, der Berner Fachhochschule und weiteren Institutionen unterstützt.
Die Schweizer Immobilienmesse für Investoren hat sich in den vergangenen Jahren als grösste inländische Fachmesse der Immobilienwirtschaft etabliert. Die teilnehmenden Gesellschaften sind entlang der gesamten Wertschöpfungskette angesiedelt und vertreten sowohl die indirekte als auch die direkte Immobilien-Anlageperspektive.
Das Organisations-Duo MV Invest und Swiss Circle, zeigt sich hoch erfreut über diesen grossen Erfolg und bedankt sich in aller Form bei seinen Mitwirkenden, Ausstellern, Moderatoren, Referenten, Partnern sowie dem Publikum für die Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen.
Die IMMO24 findet am 17.-18. Januar 2024 in der Halle 622 in Zürich Oerlikon statt.
Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Ein Umbau des historischen Gebäudes, zwei Anbauten mit einer Gesamtnutzfläche von 15 000 Quadratmetern und ein Freihandmagazin mit einer Raumkapazität für 300 000 Dokumente: Der Kanton Fribourg hat sich zum Ziel gesetzt, die Kantons- und Universitätsbibliothek nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2025 zum Herzstück des akademischen und kulturellen Lebens in Fribourg zu machen. Er verfolgt ein ökologisches Baukonzept und setzt damit gemeinsam mit dem beauftragten Baukonsortium Antiglio-Frutiger auf ressourcenschonende und lokale Baumaterialien.
Ein nachhaltiger Beton …
„Die Verwendung von Recyclingbeton war eine Voraussetzung für den Bauherrn, um die Nachhaltigkeitsanforderungen des Projekts zu erfüllen“, erklärt Pierre-Yves Poncet, Bauleiter und Vorstandsmitglied der Antiglio SA. So wurde für dieses ehrgeizige Projekt für mehr als die Hälfte des nötigen Betons ein Vorzeigeprodukt in Sachen Kreislaufwitschaft geliefert: der nachhaltige Beton ECOPact+. Diese innovative Lösung basiert auf dem nachhaltigen Zement Susteno, dem ersten ressourcenschonenden Zement weltweit, der als Zumahlstoff hochwertig aufbereitetes Mischgranulat aus rückgebauten Gebäuden enthält. Bei ECOPact+ werden zusätzlich primäre durch recycelte Gesteinskörnungen ersetzt, wodurch natürliche Ressourcen und knapper Deponieraum geschont werden. Insgesamt erzielt dieser nachhaltige Beton eine CO2-Reduktion von 10% im Vergleich zu einem Standardrecyclingbeton.
… lokal hergestellt
Die Nachfrage nach Recyclingbeton ist heute in der Region zwar noch auf einem niedrigen Niveau, doch immer mehr lokale Bauprojekte werden mit umweltschonenden Lösungen umgesetzt. Ein weiteres Beispiel ist die Baustelle des neuen Gebäudes der ACPC (Association du Centre professionnel cantonal), der Vereinigung des Kantonalen Berufsbildungszentrums in Villaz Saint-Pierre, für die Holcim 8’000 Kubikmeter Recyclingbeton liefert. Um auf die wachsende Nachfrage in Fribourg zu reagieren, wurde 2022 in Avenches eine neue Anlage für die Annahme, Lagerung und Verarbeitung von mineralischem Bauabfall eröffnet. Der Standort in der Broye verleiht Materialien aus dem regionalen Rückbau von Gebäuden ein zweites Leben und verarbeitet sie zu neuen, hochwertigen Baustoffen für die Region Broye / Vully / Lacs.
“Wir haben uns für ECOPact+ entschieden, denn Holcim war eine der wenigen lokalen Anbieterinnen, die uns Recyclingbeton in den gewünschten Mengen und innerhalb eines engen Zeitrahmens liefern konnte. Zudem ist ihre Recyclinganlage die einzige in der Region, die zertifizierten Recyclingkies produziert“, so Pierre-Yves Poncet.
Die Qualität stimmt
Das Ergebnis erfüllt die Erwartungen des Kunden auf ganzer Linie, der sich über eine ähnliche Verarbeitung im Vergleich zu einem Standardbeton derselben Klassifizierung freut. „Sowohl in Bezug auf die Verarbeitung als auch auf das Endergebnis ist kein Unterschied zu nicht recyceltem Beton zu erkennen“, sagt Pierre-Yves Poncet zufrieden. „Wir sind sehr stolz zur Umgestaltung dieses symbolträchtigen Gebäudes des Kantons Fribourg mit einem lokalen, CO2-reduzierten und ressourcenschonenden Beton wie ECOPact+ beitragen zu dürfen”, so Roland Genilloud, Verkaufsleiter für die Region Fribourg / Broye bei Holcim Kies und Beton AG.
Mit der Agenda 2030 haben sich die UNO-Mitgliedstaaten 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung gesetzt. Der Bundesrat will, dass auch die Schweiz diese Ziele erreicht. Den Rahmen dafür bildet die 2021 beschlossene Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 und der Aktionsplan 2021-2023. Die Bundesverwaltung soll dabei ein Vorbild für nachhaltiges Handeln sein. Der erste Bericht dazu zeigt, dass sie mehrheitlich gut unterwegs ist: Sie hat die Energieeffizienz gesteigert, bezieht ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energiequellen und baut die eigene Stromproduktion mit Photovoltaikanlagen aus.
Die Bundesverwaltung konnte zudem den Ausstoss von Treibhausgasen senken und ihn im Vergleich zu 2006 halbieren. Damit liegt die Bundesverwaltung bei ihrem Emissionsziel für 2030 auf Kurs. Nach dem von der Pandemie geprägten Jahr 2020 ist der Ausstoss 2021 allerdings wieder leicht angestiegen. Das liegt vor allem an den Flugreisen von Bundesangestellten, die wieder zugenommen haben. Auch beim Papierverbrauch, insbesondere für Publikationen, kann sie sich verbessern.
Auf ihren eigenen Grünflächen fördert die Bundesverwaltung die Biodiversität. Sie schafft unter anderem entlang von Schienen und Strassen Lebensräume für Tiere, Pflanzen und Pilze.
Die Agenda 2030 verfolgt nicht nur das Ziel, die natürlichen Ressourcen zu schützen und den Klimawandel zu stoppen. Ein Teil der 17 Nachhaltigkeitsziele hat den Zweck, soziale Entwicklungen zu fördern, zum Beispiel die Gleichstellung von Mann und Frau. Auch in diesem Bereich nimmt die Bundesverwaltung ihre Vorbildrolle wahr. Sowohl im mittleren Kader als auch im Topkader hat der Frauenanteil zugenommen. Der Sollwert ist aber noch nicht ganz erreicht.
Der Nachhaltigkeitsbericht ist unter der Federführung des Bundesamts für Raumentwicklung ARE verfasst worden und soll künftig alle zwei Jahre aktualisiert werden.
Die zunehmende Bedeutung von Nachhaltigkeit bei Investorinnen und Anleger spiegelt sich in den Jahresberichten der untersuchten Fonds: während 2020 13 % der Befragten das Nachhaltigkeitsthema nicht aufgriffen haben, war es ein Jahr später in sämtlichen Publikationen enthalten. Drei Viertel der Berichte weisen sogar einen ausführlichen oder gar separaten Nachhaltigkeitsteil aus.
Im Zentrum steht die Umwelt
Die vier Hauptdimensionen der Nachhaltigkeit Umwelt, Gesellschaft, Governance und Wirtschaft werden in über 75 % der Jahresberichte alle genannt. Der Umwelt kommt dabei mit 90% die bei weitem höchste Bedeutung zu, gefolgt vom Aspekt Governance. Die Bereiche Gesellschaft und Wirtschaft werden in 23% der Berichte nicht behandelt.
Bei der Darstellung der Nachhaltigkeitsaktivitäten der Immobilienfonds kommen verschiedene Reportingrichtlinien zur Anwendung. Die Hälfte der untersuchten Fonds nutzt den Standard des Global Real Estate Sustainability Benchmarks (GRESB). Acht Immobilienanlagegefässe berichten gemäss den Vorgaben der Global Reporting Initiative (GRI), drei weitere halten sich an die Vorgaben des Swiss Sustainable Real Estate Index (SSREI).
Gefahr von Greenwashing
Die Kennzahl “Abdeckungsgrad” gibt an, auf welchen Flächenanteil des Immobilienportfolios sich die ausgewiesene Nachhaltigkeits-Performance bezieht. Diese Kennzahl ist wichtig, da sie die Gefahr von Greenwashing reduziert. Aktuell weisen nur rund 25 % der Jahresberichte eine quantitative Angabe zum Abdeckungsgrad aus. Dabei stehen wiederum Umweltkennzahlen im Vordergrund. 3 % der Fonds machen ausschliesslich qualitative Angaben, bei den restlichen 72 % fehlen Angaben zum Abdeckungsgrad zur Gänze.
Nachhaltigkeitsberichterstattung, so eine wichtige Erkenntnis, ist heute weitgehend Umweltberichterstattung: Dr. Joachim Baldegger, Studienleiter und Head of Service Unit Future Lab bei pom+ dazu: «Noch stehen CO2-Emissionen, Energieverbrauch und Netto-Null ganz oben auf der Zutatenliste für attraktive Immobilienanlagengefässe. Gesellschaftliche und wirtschaftliche Aspekte spielen noch eine untergeordnete Rolle, bergen aber ein grosses Potenzial, einen Wettbewerbsvorsprung zu erreichen.»
Wie ein Schmetterling entfaltet sich das neue Quartier «Papillon» bei Köniz. Der «letzte Flügelschlag» ist auf 2028 geplant. Bis dann finden hier rund 2000 Menschen einen neuen Lebensraum – inmitten von Wäldern und Wiesen. Die insgesamt acht Baufelder werden auf einer Gesamtfläche von 324’000 m2 schrittweise entwickelt.
Bereits bewohnt sind die rund 250 Wohnungen von «Aurora» und «Eisvogel». Die sechs hofartig angelegten Gebäude des «Monarch» umfassen 218 1,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen. Diese sind im Herbst 2022 bezugsbereit. Den Auftakt zum östlichen Teil bildet ab 2025 der «Feuerfalter» mit 240 Wohnungen. Dieser erfüllt unter anderem mit Wärmedämmungen und Holzfassaden die Anforderungen an ein «Plusenergie-Quartier» und «2000-Watt-Areal». In den sechs Gebäuden von «Cleopatra» entstehen ab 2023 120 Miet- und STWE-Wohnungen mit nachhaltiger Bauweise. In den letzten drei Baufeldern «Apollo», «Heliconius» und «Pallidana» werden rund 300 weitere Wohneinheiten realisiert. Im ganzen Quartier wird nachhaltig und klimaneutral gebaut. Das Ziel: Mindestens 50 Prozent des Jahresenergiebedarfs vor Ort selbst zu produzieren. So werden beispielsweise Photovoltaik- und Wärmepumpen-Anlagen errichtet.
Die insgesamt rund 1000 Miet- und Eigentumswohnungen eignen sich mit ihren Grössen von 40 bis 130 Quadratmetern für Singles, Paare und Familien. Dreimal pro Stunde hält ein Bus in der Papillonallee. Direkt vor der Haustür finden die Bewohnerinnen und Bewohner Einkaufsmöglichkeiten, eine Kita, Schule, Sportplatz sowie soziale und gemeinschaftliche Angebote. Eine Sozialplanerin ist eigens dafür da, den Gemeinschaftsgeist zu fördern. Von der Interessengemeinschaft «Eisvogel» werden regelmässig Quartierfeste, Bastelnachmittage, Schachturniere und andere gemeinschaftsfördernde Akti-vitäten veranstaltet. «Ruedü» bietet frische Bio-Lebensmittel von lokalen Produzenten im 18 Quadratmeter grossen Holzcontainer rund um die Uhr zur Selbstbedienung an. Der nahe Wald und die «Tubetränki» sowie die «Allmend» mit Grillplätzen und Fernsicht in den Jura sind zudem beliebte Destinationen für Erholungssuchende, Ausflügler, Sport- und Naturfreunde.
Dieser Pavillon beherbergt die «IG Eisvogel».
In absehbarer Zeit bildet der Weiler Ried als Quartierzentrum das Herzstück der Siedlung: Ein aus Leichtholz erbautes PRISMA-Gebäude wird neben einem Lebensmittelladen, Gewerbeflächen sowie Gastronomie auch Loftwohnungen beherbergen. Zusätzlich werden drei neue Mehrfamilienhäuser gebaut. Und in einem der ehemaligen Bauernhäuser ist ein Gemeinschaftsraum für die Quartierbewohner vorgesehen.
Blick vom nahegelegenen Waldrand auf das Quartier.
Zur Person Donald Vogt ist Dipl. Architekt FH /SIA und seit 2013 Geschäftsführer der Marti Gesamtleistungen AG. Zuvor war er als Leiter Bauten + Investments bei Die Mobiliar und danach als Stv. Direktor Akquisition + Projektentwicklung bei Losinger Marazzi SA tätig. Er ist seit 2015 Vorstandsmitglied bei Entwicklung Schweiz sowie seit 2020 Schulrat bei der Berner Fachhochschule BFH.
Das Familienunternehmen Marti Gruppe wurde vor rund 100 Jahren als einfache Bauunternehmung gegründet. Mittlerweile gehören über 80 Konzerngesellschaften zur Gruppe. Wohin führt der Weg? Wir forschen, tüfteln und versuchen, der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein. Im Bereich Nachhaltigkeit möchten wir noch stärker werden. Schon heute produzieren wir unseren eigenen Recycling-Beton und denken vermehrt in Richtung Kreislaufwirtschaft. Auch in den kommenden Jahren legen wir Wert auf die Förderung der Vielfalt: So finden sich unter unseren 80 Unternehmungen die unterschiedlichsten Spezialisierungen. Darüber hinaus legen wir Wert auf die Ausbildung des Nachwuchses sowie auf die Förderung unserer Mitarbeiter:innen.
Sie können umfangreiche Bauprojekte aus einer Hand anbieten. Welche Rolle spielen die digitalen Möglichkeiten bei den Schnittstellen? Eine grosse Rolle. Wir binden die digitale Wertschöpfung schon früh in unsere Projekte ein: Bei der Kalkulation wie natürlich auch bei der Planung. Unsere Baumeister arbeiten ebenfalls grösstenteils digital – so reduzieren wir die Fehlerquote und steigern die Qualität. Alle Beteiligten arbeiten am selben Modell, und Abläufe werden automatisiert. Wir haben eine starke IT-Abteilung, die die einzelnen Firmen unserer Gruppe bei digitalen Vorhaben unterstützt.
Wie digital sind die Schweizer Bauunternehmen im Vergleich zum restlichen Europa? Wir arbeiten mit unterschiedlichen Partnern, Architekten und Planern aus Ländern der EU zusammen. Hier mache ich im Bereich der Digitalisierung keine grossen Unterschiede aus, eher die Arbeits- und Planungsabläufe unterscheiden sich etwas. Ich würde sagen, wir sind in der Schweiz im Vergleich zum internationalen Umfeld gut aufgestellt.
Was bedeutet die Energiestrategie 2050 für Ihre Gruppe? Wir sind bestrebt, die energiebedingte Umweltbelastung der Schweiz zu reduzieren. In unserem Fall betrifft das zum einen die Wahl der Baumaterialien. Wir beschäftigen uns damit, welche Materialien wir möglichst nachhaltig und energiesparend im Bau einsetzen können. Hier kommt wieder die Kreislaufwirtschaft zum Tragen. Zum anderen wird es immer wichtiger, wo man baut: Ist das auf einer Wiese irgendwo abseits der Stadt oder beispielsweise in Nähe eines gut erschlossenen Zentrums.
Nachhaltigkeit und günstige Preise schliessen sich nicht aus
Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf ihre Bauprojekte? Wir errichten zum Teil begrünte Fassaden. Auch das Thema Beschattung wird immer wichtiger sowie die Wahl der beim Bau eingesetzten Materialien. Ausserdem sorgen wir in der Projektgestaltung vermehrt für die Integration speicherfähiger Orte. Die Elektromobilität sowie Photovoltaikanlagen gewinnen ebenfalls an Bedeutung – genauso der Einsatz neuer Technologien.
Wie handhaben Sie Ressourcen Engpässe während der Planung und Umsetzung? Wir setzen schon lange auf den Einsatz von Photovoltaikanlagen sowie Wärmepumpen. Materialengpässe versuchen wir dank geschickter Planung und frühzeitigem bestellen zu vermeiden. Personalengpässe lassen sich nicht immer vermeiden. Wir zählen aber glücklicherweise auf viele langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Wie reduzieren Sie die «graue Energie», die bereits bei der Gewinnung von Rohstoffen anfällt? Hier setzen wir auf die Wiederverwertung von Materialien sowie auf kurze Transportwege. Wie arbeiten grundsätzlich möglichst mit Dienstleistern aus der Region zusammen. Wir achten auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. Unsere Baumeister betreiben ein Baustoffcenter mit Bodenwaschanlage, Materialbewirtschaftung sowie Produktion von Recycling-Beton.
Welches sind aus Ihrer Perspektive die derzeit wichtigsten Projekte für Bern? Aus meiner Sicht zählen hierzu das Viererfeld, WankdorfCity 3, die Campus Biel und Bern sowie das geplante neue Polizeizentrum in Niederwangen bei Köniz oder auch das Quartier «Papillon» in Niederwangen.
Sie sind bei Entwicklung Schweiz im Vorstand. Welche Bedeutung hat der Verband für Bern und die Marti Gruppe? Insbesondere der Austausch mit der Politik, Behörden und anderen Verbänden erachte ich als wichtig. Es ist essenziell, dass wir uns gegenseitig verstehen, die Bedürfnisse des anderen akzeptieren und die Zusammenarbeit fördern. Ausserdem werden übergeordnete Themen wie beispielsweise Nachhaltigkeit, Qualitätsverständnis oder auch über Baukultur diskutiert. Damit bietet Entwicklung Schweiz einen Mehrwert für alle Akteure.
Wohin geht die Reise der Prop-Tech-Unternehmen? Grundsätzlich ist ein grosser Hype um die Prop-Tech-Firmen festzustellen. Ich sehe hier viele spannende und zukunftsorientierte Startups. Ich begrüsse Technologien, die Abläufe vereinfachen und die Digitalisierung fördern. Man darf dabei nur nicht das Zwischenmenschliche vergessen. Die Immobilienbranche lebt von Menschen, persönliche Kontakte bleiben wichtig und müssen auch in Zukunft gepflegt werden.
Das Projekt Aarhus ist ein schönes Beispiel, wie komplexe Anforderungen an Gebäude in Holz realisiert werden können. Durch die kompakte Form und pro Geschoss identische Grundrisse kann der Holzbau seine Wettbewerbsfähigkeit ausspielen. Die Anforderungen an den Brandschutz konnten dabei klug erfüllt werden. Das behagliche Klima des Holzbaus sowie die Sichtflächen in Holz entfalten eine angenehme sowie natürliche und gesundheitsfördernde Wirkung. Das Know-how konnte die Renggli AG als Totalunternehmung inkl. Architekturleistungen, Holzbauengineering und Holzbau bieten.
Herausforderung Brandschutz Das Bewohnergebäude ist in der Nutzung einem Beherbergungsbetrieb zuzuordnen. Hieraus ergeben sich hohe Anforderungen bei der Materialisierung. Aufgrund des Wirtschaftlichkeitsvergleichs entschied man sich für das Löschanlagenkonzept, bei dem eine Sprinkleranlage eingebaut wird. Diese bietet den Vorteil, den Brand frühzeitig zu detektieren und umgehend zu intervenieren.
Herausforderung Holzbau-Statik Der statische Nachweis für das Gebäude stellte bei der Planung eine Herausforderung dar. Doch strukturiertes Vorgehen und Schnittstellenregelungen zwischen dem Massivbau für das Untergeschoss und dem Holzbau erleichterte das Vorgehen. Da es sich um einen reinen Holzbau handelt, muss das Abtragen der vertikalen Lasten ab der Bodenplatte sich selbst aussteifen. Die Ermittlung der Belastung erfolgt mit einer dreidimensionalen Betrachtung des Gebäudes. Dadurch können die Geometrie sowie die exzentrischen Lasteinwirkungen nachvollziehbar untersucht werden. Auch lassen sich die Steifigkeiten abhängig von den Wandaufbauten und Verbindungmitteln ermitteln und im 3D-Modell korrekt betrachten.
Herausforderung spezielle Verbindung Um die aus den horizontalen Einwirkungen resultierenden Zug- und Druckkräfte von Geschoss zu Geschoss übertragen zu können, wurde eine besondere Verbindung eingesetzt: Die vierschnittige Holz-Holz-Verbindung ist in der Lage, die Normalkräfte sicher zu übertragen.
Herausforderung Gesundheit Die wohltuende Wirkung von Holz auf die menschliche Psyche ist bekannt. Dass Holz, ein gesunder Hightech-Werkstoff mit einem grossen Potenzial ist, ist weniger bekannt. Dieses lebendige Material dünstet natürliche Verbindungen aus. Die meisten Menschen empfinden diesen als wohltuenden Geruch. Prof. Dr. Volker Mersch-Sundermann hat in einer Langzeitstudie festgestellt, dass keine gesundheitlichen Risiken bestehen. Herr Prof. Moser bestätigt in einer weiteren Studie, dass Massivholz als «Umfeldmaterial» die Regenerationsfähigkeit und die parasympathische Komponente der Herz-Kreislauf-Regulation stärkt. Holz beugt also Herz-Kreislauf- und stressbedingten Erkrankungen vor, die immer mehr zunehmen.
Beitragsbild: 3D-Modell zum Nachweis der horizontalen Auslenkung. Die Auslenkung ist mehrfach vergrössert dargestellt.
Ittigen ist eine östliche Vorortgemeinde der Stadt Bern. Das Areal Zentrum Papiermühle befindet sich hier an zentraler Lage, nahe der gleichnamigen S-Bahn-Haltestelle. Es erstreckt sich entlang der Worblentalstrasse und grenzt an die Kreuzung Papiermühle-, die Grauholz- und Worblentalstrasse.
Für die Entwicklung des Zentrum Papiermühle wurde bereits 2014 eine städtebauliche Lösung – Nutzung, Bebauung, Erschliessung – erarbeitet. Basierend darauf wurden die für das Areal massgebenden Planungsinstrumente wie Richtplan, Zonenplan, Baureglement und Überbauungsordnung angepasst.
Die Einwohnergemeinde Ittigen, die Steiner Investment Foundation und die Steiner AG führten im Frühling dieses Jahres einen Studienauftrag für das Zentrum Papiermühle durch. Dazu haben sie fünf Planungsteams, bestehend aus Architektur-, Landschaftsarchitektur- und Bauplanungs-Profis, eingeladen.
Die Projektbeiträge bewertete ein Gremium unter Vorsitz von Michael Geschwentner (Steib Gmür Geschwentner Kyburz Partner AG Architekten & Stadtplaner). Die Bewertungskriterien bezogen sich auf in die Erfüllung der Zielsetzungen sowie auf diverse weitere Faktoren wie Städtebau, Architektur, Freiraum, Erschliessung, Gestaltung, Nutzung, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Von besonderer Bedeutung waren zudem qualitative und überzeugende Wohnungsgrundrisse.
Überzeugende Wohnungsgrundrisse waren wichtig bei der Bewertung des Projekts. Visualisierung der Innenräume des Hochhauses (oben) und des Langhauses (rechts).
Den Architekturwettbewerb gewonnen haben E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten gemeinsam mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur und Schnetzer Puskas Ingenieure. Laut Jury weise der Entwurf des Gewinnerteams eine geschickte städtebauliche Setzung auf. Sie verleihe dem Ort eine starke Identität mit grossen räumlichen Qualitäten und dem gewünschten Öffentlichkeitsgrad. Die Jury hat das Projekt einstimmig zur Weiterbearbeitung empfohlen.
Das Planungsteam entwickelte eine volumetrische Setzung von Hochhaus und Langhaus mit einem gut proportionierten, allseitig erschlossenen Platz, der die unterschiedlichen Höhensituationen aufnimmt und eine klare Adressbildung für Gewerbe und Wohnen erreicht.
Die filigrane Erscheinung des Hochhauses verbindet sich mit der feingliedrigen Holzbauweise des Längsbaus. Das überhohe Erdgeschoss verleiht dem Hochhaus einen selbstbewussten Auftritt und greift im Innenraum den Geländeversatz architektonisch auf. Der neu geschaffene Platz entfaltet im Zusammenspiel mit dem Erdgeschoss eine starke Öffentlichkeit, die das Potenzial besitzt, den Ort zu aktivieren und zu beleben. Der Längsbau profitiert zusätzlich vom rückwärtigen Freiraum Die Projektbeiträge aller teilnehmenden Planungsteams wurden nach dem Wettbewerb öffentlich zugänglich ausgestellt.
Das Projekt «Natur braucht Stadt» von Stadtgrün Bern gewinnt aus 22 eingereichten Projekten den mit 100’000 Franken dotierten Binding Preis für Biodiversität. Das als Themenjahr organisierte Projekt war erfolgreich, weil Stadtgrün Bern und seine Fachstelle Natur und Ökologie mit einem attraktiven Aktionspaket Institutionen, Organisationen und Menschen für ein gemeinsames Ziel – die Förderung der Biodiversität – gewinnen konnten.
Alle packten mit an Beteiligt haben sich neben städtischen Stellen u.a. das Naturhistorische Museum, der Tierpark Bern, der Botanische Garten, verschiedenste Organisationen, aber auch viele private Balkongärtnerinnen und Gartenbesitzer. Die Massnahmen umfassten ökologische Aufwertungen im öffentlichen Raum und auf privaten Flächen sowie über 50 Veranstaltungen wie Führungen, Ausstellungen, Konzerte.
Vom Wissen zum Handeln für Private Sieben Stadtspaziergänge mit 80 Infotafeln, mit einem interaktiven Stadtplan und künstlerische Interventionen zeigten auf, wie wertvolle Stadtnatur aussieht. Die Aktionen «BiodiversitätsGarten» und «BiodiversitätsBalkon» animierten Private, ihre Gärten und Balkone umzugestalten. Mit «KlimaBalkon» wurde aufgezeigt, wie Biodiversität, Verbesserung des Klimas und Lebensqualität zusammenhängen. Ein Praxishandbuch lieferte das Hintergrundwissen. «Wir freuen uns, mit ‹Natur braucht Stadt› ein Projekt auszuzeichnen, dem es gelungen ist, eine breite Bevölkerung zu erreichen», sagt Peter Lehmann, Vizepräsident der Jury des Preises.
Naturnahe Wohnumgebung ist zunehmend ein von der Mieterschaft formuliertes Bedürfnis. Sie bietet vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, eine Atmosphäre die zum Verweilen und Beisammen sein einlädt und ermöglicht das Naturerlebnis. Deshalb haben auch grosse Immobilienfirmen im Rahmen des Themenjahrs das Ziel gefasst, ihre Wohnareale für die Biodiversität aufzuwerten. Sie wollen damit Wohnumgebungen für die Bewohnerschaft attraktiver machen und können gleichzeitig oft Unterhaltskosten senken.
Entsiegelung und ökologische Aufwertungen auf städtischen Flächen Ein wichtiges Teilprojekt waren auch die Aufwertungen im öffentlichen Raum. In Bern West wurden verschiedene Asphaltflächen aufgebrochen und mit einheimischer Flora bepflanzt, Amphibienteiche gebaut, Rasen zu Wiesen aufgewertet, Wildhecken gepflanzt, Säume stehen gelassen und Stein- und Asthaufen in Parkanlagen und auf Grünstreifen entlang von Strassen angelegt.
Nachhaltige Wirkung «Natur braucht Stadt» war integraler Teil des übergeordneten Biodiversitätskonzepts der Stadt Bern und brachte Akteure in Kontakt mit Ideen und Partnern. Das Projekt wird über das Themenjahr hinauswirken. Das herausgegebene «Berner Praxishandbuch Biodiversität» gilt jetzt schon als Standardwerk mit einer Ausstrahlung weit über Bern hinaus.
Grosse Freude bei der Stadt Bern Die Stadt Bern freut sich sehr über die bedeutende Auszeichnung. «Der Preis würdigt das grosse Engagement von Stadtgrün Bern für das Themenjahr, das in Bern viel für die Naturvielfalt in Gang gesetzt hat», sagt Marieke Kruit, Gemeinderätin und Direktorin für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün der Stadt Bern.
Das Programm Switzerland Innovation Tech4Impact ist in diesem Jahr zum dritten Mal durchgeführt worden. Dabei werden sechs auf Nachhaltigkeit fokussierte Jungunternehmen mit Fördergeld in der Höhe von je 85’000 Franken sowie Zugang zu einem Netzwerk an Industriepartnern unterstützt.
Zu den Gewinnern gehören mit den Firmen Openversum und Aseptuva zwei Start-ups aus dem Kanton Zürich. Openversum aus der Stadt Zürich entwickelt neuartige Filter für Trinkwasser. Aseptuva aus Winterthur entwickelt ein Gerät, das die Haut dank speziellen UV-Strahlen vor Infektionen schützt. Damit will es das Risiko einer Spitalinfektion senken.
Weiter hat die Firma Gaia Technologies aus Bern gewonnen. Das Start-up entwickelt eine neuartige Technologie für die Wiederverwertung von Agrarabfällen zu Biokomponenten und anderen Ressourcen. Diese sollen etwa bei Kosmetika oder im Lebensmittelbereich eingesetzt werden.
Ausgezeichnet wurden auch die rematter AG aus Zug, die TOSA swisstech SA aus Courroux JU und ein Projekt an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL).
Rematter entwickelt wiederverwertbare Bodenplatten für den Einsatz in Mehrfamilienhäusern. TOSA swisstech arbeitet an einem neuartigen Gerät, das Wasserstoff besonders effizient in Strom umwandelt. Beim EPFL-Projekt wird eine nanoporöse Membran auf Basis von Graphen entwickelt, die bei der Abscheidung von CO2 bei Verbrennungsprozessen eingesetzt werden soll.
Das alle drei Jahre veranstaltete Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) findet in diesem Jahr vom 26. bis zum 28. August in Pratteln statt. Im Anschluss wird Industrielle Werke Basel (IWB) die für die Sägemehlringe benutzten 245 Kubikmeter Sägemehl und die Holzschnitzel von weiteren Flächen des Festgeländes zu rund 8 Tonnen Pflanzenkohle verarbeiten, informiert IWB in einer Mitteilung. In dieser Pflanzenkohle werden rund 20 Tonnen CO2 langfristig gespeichert. Das Projekt gehört zur Nachhaltigkeitsstrategie des Eidgenössischen.
Sägemehl ist an sich schon ein klimafreundliches, weil CO2-neutrales Material, erläutert IWB. Die Umwandlung in Pflanzenkohle bessert die CO2-Bilanz aber weiter auf. Denn die im Pyrolyseverfahren unter Ausschluss von Sauerstoff und bei Temperaturen von 600 Grad Celsius gewonnene Pflanzenkohle entzieht das CO2 langfristig der Atmosphäre. Als „willkommenes Nebenprodukt“ entsteht bei der Pyrolyse zudem Abwärme, die von IWB ins Fernwärmenetz eingespeist wird.
Alternativen, die über die Ergebnisse der letztjährigen Strategieüberprüfung hinausgehen, sollen in Betracht gezogen werden, insbesondere angesichts des veränderten Wirtschafts- und Marktumfelds. Das Ziel der Überprüfung besteht darin, eine fokussiertere, agilere Gruppe mit einer deutlich niedrigeren absoluten Kostenbasis zu schaffen, die allen Anspruchsgruppen nachhaltige Erträge liefern sowie Kundinnen und Kunden herausragende Dienstleistungen bieten kann.
Renovation des Hauptsitzes einer internationalen Organisation in Genf Für eine wichtige internationale Organisation darf Implenia den historischen Hauptsitz in Genf vollständig renovieren. Das Projekt wird ca. zweieinhalb Jahre dauern. Die Arbeiten umfassen unter anderem die Anpassung der Fassaden sowie der Sicherheitsinstallationen an die aktuellen Normen, eine komplette Neugestaltung der allgemeinen Räume sowie der 1’200 Arbeitsplätze und die Modernisierung der technischen Ausstattung und Installationen.
Implenia hat das Projekt im Rahmen eines Wettbewerbs als Generalunternehmer gewonnen, basierend auf einem vorhergehenden Mandat als Gesamtplaner sowie einem bereits erstellten Neubau für diese internationale Organisation. Beim Projekt gilt es, das historische Erbe zu erhalten bei gleichzeitig hoher architektonischer Qualität. Das sanierte Gebäude soll strenge Anforderungen bezüglich Nachhaltigkeit erfüllen und wurde mit BIM geplant. Die Ausführung erfolgt mit Lean Construction.
PULSE – zwei neue Gebäude für Produktion und Forschung in Cheseaux-sur-Lausanne Für den zur Gruppe EPIC Suisse AG gehörenden Bauherrn erstellt Implenia als Totalunternehmer zwei neue viergeschossige Gebäude für Produktion und Forschung in Bio-Pharma, Life Sciences sowie weiteren Branchen in Cheseaux-sur-Lausanne. Die beiden Gebäude sind durch zwei gemeinsame Untergeschosse miteinander verbunden. Erstellt werden sie im Rohbau und die Flächen werden nach Wünschen der künftigen Mieter teilausgebaut. Die neuen Gebäude werden im Minergie-Standard gebaut und eine Zertifizierung nach BREEAM-good wird angestrebt. Das Projekt wurde mit BIM geplant und die Ausführung erfolgt mit Lean Construction. Die Arbeiten, die bereits im Sommer 2022 starten, werden rund zweieinhalb Jahre dauern. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter discover.pulse.swiss.
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