Kategorie: Energie

Energie – Aktuelle Immobiliennews zu Energie, erneuerbaren Konzepten, Effizienz & Energietrends in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Unterirdische Anlage soll CO2-Emissionen senken

    Unterirdische Anlage soll CO2-Emissionen senken

    Die Flughafen Zürich AG baut eine unterirdische Energiezentrale, gelegen zwischen Parkhaus 6, dem Hotel Radisson Blu und dem Operation Center 1.  Die Zentrale wird mit Wärmepumpen und Kältemaschinen mit einer Gesamtleistung von 12 bis 15 Megawatt ausgestattet. Mittelfristig deckt sie so rund zwei Drittel des Wärme- und Kältebedarfs des Terminals und der umliegenden Gebäude am Flughafenkopf. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2027 geplant, informiert die Flughafen Zürich AG in einer Mitteilung.

    Das Unternehmen erkundet zeitgleich eine eiszeitliche Rinne in 300 Metern Tiefe, um dort thermische Energie zu speichern und wieder nutzbar zu machen. Einen ersten Brunnen gibt es bereits seit 2024, ein zweiter wird gebaut. Die Erkundung der Rinne wird vom Bundesamt für Energie gefördert.

    Die Rinne soll zukünftig zusammen mit der Energiezentrale und einem geplanten Niedertemperaturnetz jährlich rund 6500 Tonnen CO2 einsparen und dazu beitragen, die CO2- Emissionen am Flughafenkopf bis 2030 um 35 Prozent auf 15’900 Tonnen jährlich zu senken. Bis 2040 will die Flughafen Zürich AG ihre unternehmenseigenen CO2-Emissionen auf Netto-Null senken.

    «Technisch setzen wir mit unserem Plan zur Dekarbonisierung der Infrastruktur auf innovative Systeme. Die Kombination aus Wärmepumpen, saisonaler Energiespeicherung in einer eiszeitlichen Rinne oder über Erdsondenfelder sowie einem Niedertemperaturnetz erlaubt es uns, die Klimawirkung beim Heizen und Kühlen signifikant zu reduzieren», wird Guido Hüni, Leiter Energie und Dekarbonisierung der Flughafen Zürich AG, zitiert.

  • Zürich setzt auf Zukunft

    Zürich setzt auf Zukunft

    Der Blick nach Norden, genauer gesagt nach Kopenhagen, dient dem Kanton Zürich als wegweisendes Beispiel. Die dänische Hauptstadt hat eindrucksvoll bewiesen, dass ambitionierte Klimaziele erreichbar sind, ohne Abstriche bei der. Mit einer Reduktion der CO2-Emissionen um 80 Prozent seit 2012 hat Kopenhagen eine bemerkenswerte Leistung vollbracht. Inspiriert davon strebt der Kanton Zürich danach, bis 2040, spätestens aber bis 2050, Treibhausgasneutralität zu erreichen. Diese Zielsetzung, über die die Zürcher Stimmberechtigten am 28. September 2025 abstimmen werden, ist ein klares Bekenntnis zu einer zukunftsfähigen Klimapolitik. Es geht nicht nur darum, ein Ziel zu definieren, sondern die effektive Reduktion der CO2-Emissionen konsequent voranzutreiben. Ein Unterfangen, das Entschlossenheit und Innovationskraft erfordert.

    Erfolge durch gezielte Massnahmen
    Parallel zum Klimaschutz investiert der Kanton Zürich massiv in den Erhalt und die Förderung der Biodiversität. Durch ökologische Aufwertungen, Renaturierungen und naturnahe Pflege wird Lebensraum für Flora und Fauna zurückerobert. Erfolgskontrollen belegen eindrücklich, wie schnell sich die Natur anpasst und gedeiht. Ein herausragendes Beispiel ist die Aufwertung von Bächen im Rahmen des Programms «Vielfältige Zürcher Gewässer», die zu einer raschen Wiederansiedlung von Libellen führte. Auch der angepasste Unterhalt von Böschungen entlang der Kantonsstrassen zeigt Wirkung. Dort pulsiert das Leben, Insekten und Kleintiere finden wieder einen geeigneten Lebensraum. Diese Erfolge beweisen, dass sich der Einsatz für die Biodiversität lohnt und die Natur mit gezielten Massnahmen schnell reagiert.

    Weichenstellungen für eine nachhaltige Zukunft
    Der Kanton Zürich stellt die Weichen für eine nachhaltige Zukunft durch verschiedene Gesetzesrevisionen und die Einführung neuer Instrumente.

    Lärmschutz-Verordnung
    Bis zum 6. Oktober 2025 läuft die Vernehmlassung zur Revision der Lärmschutz-Verordnung, die am 1. April 2026 in Kraft treten soll. Dies ist eine direkte Folge der im September 2024 beschlossenen Änderungen des Umweltschutzgesetzes.

    GIS-Karte «Kernzonenpläne»
    Eine neue digitale Karte bietet ab sofort einen umfassenden Überblick über die rechtskräftigen Ergänzungspläne «Kernzonen» und deren Elemente, basierend auf dem ÖREB-Kataster.

    CO2-Verordnung
    Der Bundesrat hat die revidierte CO2-Verordnung teilweise rückwirkend zum 1. Januar 2025 in Kraft gesetzt. Sie legt Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen bis 2030 fest und konkretisiert Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sowie Förderungen für klimafreundliche Technologien.

    Bekämpfung invasiver Organismen
    Bis zum 13. Oktober 2025 läuft die Vernehmlassung zu einer Revision des Umweltschutzgesetzes, die den Kantonen mehr Befugnisse im Kampf gegen invasive gebietsfremde Organismen einräumen soll.

    Parkierungsvorschriften
    Mit einer Änderung des Planungs- und Baugesetzes ab 1. August 2025 wird eine Reduktion von Abstellplätzen im Einzelfall möglich, unter der Bedingung, dass keine Verlagerung in den öffentlichen Raum stattfindet.

    ÖKOPROFIT
    Das bewährte Programm unterstützt Unternehmen erfolgreich beim Einstieg ins Umweltmanagement, um Kosten zu senken, Ressourceneffizienz zu optimieren und die Umweltbilanz zu verbessern. Der Kanton Zürich strebt an, weitere Kantone für ÖKOPROFIT zu begeistern.

    Denkmalgeschützte Gebäude
    Eine Gesetzesvorlage, die derzeit in Vernehmlassung ist, zielt darauf ab, das Bauen und die energetische Modernisierung an denkmalgeschützten Gebäuden zu vereinfachen.

    Geologisches Tiefenlager
    Die Rahmenbewilligungsgesuche für das geologische Tiefenlager und die Brennelementverpackungsanlage, eingereicht von der Nagra, sind nach Prüfung und Nachbesserung nun öffentlich zugänglich.

    Ausbau der Grosswasserkraft
    Ein Bericht des Bundesrats vom 13. Juni 2025 beleuchtet das erhebliche Potenzial, aber auch Unsicherheiten bei Erneuerungen und Erweiterungen in der Grosswasserkraft.

    Zürich ist bereit, die Herausforderungen des Klimawandels anzunehmen und die Chancen für eine nachhaltigere Zukunft zu nutzen. Es ist Zeit zu handeln oder wie man in Dänemark sagt «Så kom nu i gang!»

  • Woher der Strom 2050 kommt

    Woher der Strom 2050 kommt

    Damit die Schweiz bis 2050 CO₂-neutral wird, müssen Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie weitgehend elektrifiziert werden. Der heutige Strombedarf von 56 Terawattstunden wird bis 2050 auf rund 75 TWh steigen. Gleichzeitig entfallen 23 TWh aus der Kernenergie. Der nötige Umbau des Energiesystems ist tiefgreifend, technisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.

    Massiver Ausbau von erneuerbarer Energie
    Laut EDGE-Bericht müssen bis 2050 rund 60 % des Stroms durch neue erneuerbare Energien gedeckt werden, konkret 45 TWh jährlich. Möglich wäre das mit 28 TWh aus Photovoltaik, 13 TWh aus Windkraft und 4 TWh aus Biomasse. Dafür müsste die Photovoltaikleistung auf 26,8 GW vervierfacht werden. Die Windkraft bräuchte einen 80-fachen Ausbau auf 8,4 GW, insbesondere für den Winterbetrieb. Ohne starke Subventionen sei das kaum realisierbar, so die Forschenden.

    Begrenzung der Stromimporte verteuert das System
    Das neue Stromgesetz begrenzt die Nettostromimporte im Winter auf 5 TWh. Um diese Vorgabe einzuhalten, wären zusätzlich 80 % mehr Windkraft, 11 % mehr Gaskapazität und 10 % mehr Solarleistung nötig. Damit würden die Stromgestehungskosten um 20 % steigen, die Strompreise könnten sich mehr als verdoppeln.

    Europa bleibt entscheidend
    Würde der europäische Stromhandel stark eingeschränkt, z. B. durch eine 70 %-Reduktion grenzüberschreitender Netzkapazitäten, müsste die Schweiz die Windkraft nochmals um 20 % stärker ausbauen. Die Versorgungskosten würden zusätzlich um 8 % steigen. Eine Umfrage des EDGE-Konsortiums zeigt das Spannungsfeld. 60 % der Bevölkerung wünschen sich Kooperation mit Europa, gleichzeitig wollen 70 % energiepolitische Unabhängigkeit und bevorzugen heimische Energiequellen.

    Investitionen fliessen ins Ausland
    Eine weitere Studie zeigt auf, dass über die Hälfte der jährlichen Investitionen von Schweizer Energieversorgern in erneuerbare Grossprojekte fliessen vor allem nach Deutschland, Frankreich und Italien. Nur 1 % dieser Mittel wird in der Schweiz investiert. Im Inland fehlen geeignete Projekte oder Rahmenbedingungen. So finanziert die Schweiz die Energiewende oft indirekt, aber nicht zu Hause.

    Netto-Null hat ihren Preis
    Zwischen 2020 und 2050 könnten die Lebenshaltungskosten steigen, etwa durch CO₂-Steuern, Emissionshandel oder höhere Produktionskosten. Der jährliche Konsumverlust eines Haushalts könnte 0,63–0,75 % betragen, je nach globalem Klimaschutzpfad. Ohne Kompensationsmöglichkeiten im Ausland könnten die Kosten auf bis zu 1 % steigen. Doch langfristig sei das günstiger als die Folgen eines ungebremsten Klimawandels.

    Die Energiewende ist machbarund herausfordernd
    Eine CO₂-neutrale Stromversorgung bis 2050 ist technisch möglich, wenn Photovoltaik und Windkraft massiv ausgebaut, Importe intelligent genutzt und Investitionen gezielt gelenkt werden. Der Zugang zum europäischen Strommarkt bleibt entscheidend. Gleichzeitig braucht es breite gesellschaftliche Unterstützung und ein Verständnis dafür, dass Nicht-Handeln teurer wird als eine mutige Transformation.

  • Swiss PV Circle schafft Grundlagen für die Wiederverwendung von Solarmodulen

    Swiss PV Circle schafft Grundlagen für die Wiederverwendung von Solarmodulen

    Rund die Hälfte der Photovoltaikmodule, die aktuell im Abfallstrom landen, sind grundsätzlich noch funktionsfähig. Das Swiss PV Circle-Projektentwickelte daher in den vergangenen eineinhalb Jahren praxisnahe Instrumente, technische Grundlagen, Marktanalysen und politische Empfehlungen, um die Wiederverwendung von PV-Modulen zu fördern, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Hinter dem Projekt stehen SENS eRecyclingSwissolar und die Berner Fachhochschule.

    Politische Empfehlungen konzentrieren sich auf finanzielle Anreize, etwa einen ReUse-Beitrag analog zu bestehenden Recyclingbeiträgen. Ausserdem werden Harmonisierungsmöglichkeiten wie ein schweizweites Label- und Zertifizierungssystem gefordert, um Qualität sichtbar zu machen und Vertrauen in Gebrauchtmodule zu schaffen. Schweizweit harmonisierte Bewilligungsspraxen für den Umgang mit gebrauchten Modulen und systematische Datenerhebungen bei Installation und Rückbau von Solaranlagen bauen weitere Hürden ab, heisst es in der Mitteilung.

    Praxisnahe Instrumente wie ein Plattformprototyp mit zugrunde liegendem Datenmodell ermöglichen die frühzeitige Einschätzung der passenden Kreislaufstrategie für gebrauchte Module. Das Projekt berechnete bis 2050 einen Rücklauf von 23’000 bis 90’000 Tonnen gebrauchter Photovoltaikmodule.

    Die Marktanalyse des Projekts fand heraus, dass die wirtschaftliche Rentabilität wiederverwendeter Module aufgrund niedriger Neupreise noch begrenzt ist. Gebrauchte Module werden aktuell vor allem in kleineren Anwendungen eingesetzt. Um eine breitere Akzeptanz zu erreichen, braucht es also attraktive Preise, geprüfte Qualität und eine hohe Restleistung der Module.

    Das Swiss PV Circle-Projekt will zukünftig Abfallmengen durch eine vermehrte Zweitnutzung von Modulen verringern. Dafür arbeiten SENS eRecycling, Swissolar und Berner Fachhochschule mit Partnern aus der Schweizer PV-Industrie zusammen.

  • AirBattery und CAES als Schlüssel zur Energiewende

    AirBattery und CAES als Schlüssel zur Energiewende

    Wenn Wind und Sonne ausfallen, braucht es verlässliche Reserven. Klassische Batteriesysteme stossen bei grossen Energiemengen und langen Speicherzeiten an Grenzen. Genau hier setzen Druckluftspeicher an. Sie wandeln überschüssige Energie in komprimierte Luft um und speichern sie in unterirdischen Kavernen, über Tage, Wochen oder sogar Monate hinweg. Bei Bedarf wird die Luft wieder entspannt und Strom erzeugt. Die AirBattery und modernisierte CAES-Systeme repräsentieren einen Wendepunkt in der Speichertechnologie.

    Innovative Kombination aus Druckluft und Wasser
    Die AirBattery  nutzt Salzkavernen, um Druckluft bei bis zu 200 bar zu speichern. Die Entspannung der Luft verdrängt Wasser, das eine Turbine antreibt. Ein geschlossener Wasserkreislauf sorgt für hohe Effizienz bei geringem Ressourceneinsatz. Erste Pilotprojekte zeigen Wirkungsgrade von 47 %, in Deutschland soll 2027/2028 die erste industrielle Anlage entstehen.

    CAES mit über 70 % Wirkungsgrad
    Während ältere CAES-Anlagen bei 40–55 % lagen, zeigen neue Entwicklungen wie an der North China Electric Power University, dass mit thermischer Rückgewinnung und Hybridisierung nun bis zu 70 % erreicht werden. Diese Innovation macht CAES erstmals wirtschaftlich attraktiv, mit Stromgestehungskosten zwischen 55 und 120 €/MWh. Gleichzeitig reduziert sich der Rohstoffverbrauch drastisch, da keine seltenen Metalle benötigt werden.

    Das Potenzial ist riesig
    Allein in Europa gibt es sehr viele geeignete Salzkavernen mit einem Speicherpotenzial von zwei Drittel des Jahresstromverbrauchs. In der Schweiz bieten Granitformationen, alte Festungen oder strategische Hohlräume vergleichbare Chancen. Die Nutzung vorhandener Infrastruktur macht CAES besonders nachhaltig und kosteneffizient.

    Wirtschaftlichkeit und Marktpotenzial
    CAES punktet mit Skaleneffekten und langer Lebensdauer. Investitionen rechnen sich besonders bei grossen Anlagen mit Speicherzeiten über 8 Stunden. Die Amortisationszeit liegt bei 6 bis 11 Jahren, der ROI kann bis zu 12 % betragen. Bis 2030 könnten weltweit 10–20 % des Speicherbedarfs durch CAES gedeckt werden, das entspricht einem Markt von über 100 GW Leistung.

    China macht vor, was Europa lernen kann
    China zeigt, wie gezielte politische Steuerung Speichertechnologien voranbringt. Klare Regulierungen, staatliche Zuschüsse und grüne Kreditlinien treiben dort den Ausbau massiv voran. In Europa fehlt bisher ein vergleichbarer Rahmen. Um das Potenzial zu heben, braucht es technologieoffene Förderinstrumente, schnellere Genehmigungen und Anreize für Netzdienstleistungen.

    Klimabilanz und Nachhaltigkeit
    CAES erreicht Lebenszyklus-Emissionen von nur 20–50 g CO₂/kWh, weit unter Gaskraftwerken und oft besser als Batteriesysteme. Dank langlebiger Komponenten, geringer Flächenbeanspruchung und ressourcenschonender Bauweise wird CAES zum Baustein für eine klimaneutrale Energiezukunft. Die Kombination mit Power-to-Gas oder Batteriesystemen bietet zusätzliche Flexibilität.

    Druckluftspeicher werden strategischer Erfolgsfaktor
    AirBattery und moderne CAES-Systeme könnten zum Rückgrat der Energieversorgung von morgen werden. Ihre Fähigkeit, erneuerbare Energie über lange Zeiträume effizient zu speichern, macht sie zu einer echten Alternative, auch wirtschaftlich und ökologisch. Für Versorger, Stadtwerke und Investoren ist jetzt der Zeitpunkt, Pilotprojekte zu realisieren und regulatorische Voraussetzungen zu schaffen. Die nächsten Jahre entscheiden, ob CAES vom Nischenprodukt zum Systembaustein der Energiewende wird.

  • Europas Strommix verändert sich

    Europas Strommix verändert sich

    Deutschland produzierte von Januar bis Juni 2025 rund 40 Terawattstunden Solarstrom, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch Frankreich, Belgien, Dänemark und Polen verzeichneten Zuwächse bei der Photovoltaik. Der Ausbau zeigt Wirkung, doch die parallele Flaute beim Windstrom belastete die Gesamtbilanz. Mit 60,3 TWh lag die Windstromerzeugung rund 18 % unter dem Vorjahr. Damit fiel der Anteil erneuerbarer Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland leicht auf 60,9 % (2024: 65,1 %).

    Europaweiter Trend mit regionalen Unterschieden
    Innerhalb der EU sank die kombinierte Stromerzeugung aus Wind und Sonne im ersten Halbjahr 2025 leicht auf 344,4 TWh, gegenüber 358,1 TWh im Vorjahr. Die Zahlen des Fraunhofer ISE zeigen, während der Solarausbau in vielen Ländern Früchte trägt, machen sich meteorologische Schwankungen wie Windflauten stärker bemerkbar.

    Der Stromhandel passt sich an
    Deutschland importierte im ersten Halbjahr 7,7 TWh Strom , vor allem aus Skandinavien, wo Wind- und Wasserkraft weiterhin günstige Preise ermöglichen. Diese Importe waren preislich attraktiver als heimischer Strom aus fossilen Kraftwerken. Exporte gingen unter anderem nach Österreich, Tschechien und Polen.

    Strompreise steigen leicht – Kundenpreise stabil
    Nach dem Preisrückgang der letzten Jahre stieg der durchschnittliche Börsenstrompreis im ersten Halbjahr 2025 wieder auf 86,64 Euro/MWh. Die höchsten Preise verzeichneten die windarmen Monate Januar und Februar. Mit durchschnittlich 27 Cent pro Kilowattstunde im Juni lagen die Strompreise für Neukunden wieder auf dem Niveau von 2021.

    CO2-Kosten und Gaspreise steigen wieder
    Parallel zum Strommarkt steigen die CO₂-Zertifikatspreise um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr, auch Erdgas war teurer als im ersten Halbjahr 2024. Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie sensibel der Energiemarkt auf Angebotsschwankungen und politische Rahmenbedingungen reagiert und wie wichtig eine zukunftsfähige, resiliente Energieinfrastruktur ist.

  • Alpine Solaranlage für Zentralschweiz entsteht in Spiringen

    Alpine Solaranlage für Zentralschweiz entsteht in Spiringen

    Die APV Sidenplangg AG, ein Partnerwerk des Urner Energiedienstleisters energieUri AG aus Altdorf und der Grünstromproduzentin aventron AG aus Münchenstein BL, bauen die erste alpine Solaranlage der Zentralschweiz, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Anlage befindet sich im Gebiet Sidenplangg oberhalb des Dorfes Spiringen im Urner Schächental.

    Die alpine Photovoltaikanlage bedeckt eine Fläche von 10,7 Hektar auf einer Höhe von 1800 bis 2000 Metern über dem Meeresspiegel. Die Energieeinspeisung erfolgt durch eine bestehende Trafostation. Die Anlage wird eine Leistung von 8 Megawatt haben und ab 2029 jährlich 12,5 Gigawattstunden erneuerbaren Solarstrom erzeugen. Die Investitionskosten betragen 40 Millionen Franken, davon bleiben laut Mitteilung 31 Millionen Franken in Form von Aufträgen für regionale Firmen im Kanton Uri.

    Projekte der nationalen Solarexpress-Initiative sind laut Mitteilung wesentlich für die Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit der Schweizer Stromversorgung. Die Schweiz ist dafür insbesondere auf den Ausbau ihrer Winterstromproduktion angewiesen. Die Höhenlage und das Produktionsprofil machen alpine Solaranlagen wie in Spiringen für die Winterstromproduktion besonders geeignet, da sie im Winterhalbjahr dreimal so viel Strom erzeugen wie ihre Pendants im Flachland.

    «Wir freuen uns, zusammen mit unserer Partnerin energieUri die erste alpine Solaranlage der Zentralschweiz umzusetzen. Dieses Projekt unterstreicht die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Mittelland und den Bergkantonen sowie das gemeinsame Engagement für die erneuerbare schweizerische Energieproduktion», wird Dominik Baier zitiert, Verwaltungsratspräsident der aventron AG.

  • KI-gestützte Plattform für dynamische Stromtarife

    KI-gestützte Plattform für dynamische Stromtarife

    Exnaton und der Energiekonzern TotalEnergies Power & Gas Belgium sind eine Partnerschaft eingegangen. Dies haben die beiden Unternehmen auf der VivaTech-Messe in Paris im Rahmen einer gemeinsamen Präsentation öffentlich bekanntgegeben. Wie die 2020 gegründete Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich jetzt in einer Mitteilung ausführt, zeige diese Kooperation, wie agile Energie-Start-ups etablierte Versorger bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen für die Energiewende unterstützen können. Exnaton war im vergangenen Jahr Teil des Start-up-Beschleunigers TotalEnergies On.

    Die Abrechnungsplattform von Exnaton ermöglicht es Energieversorgern, dynamische Tarife für erneuerbaren Strom anzubieten. Dabei orientieren sich die Strompreise für Verbrauchende an der je aktuellen Stromnachfrage. Dafür verarbeitet Exnaton mit seiner auf Künstlicher Intelligenz basierenden Softwarelösung pro Kundin oder Kunde im Jahr 35’000 Datenpunkte und stellt stündlich aktuelle und prognostizierte Strompreise bereit.

    Ausserdem können Preissignale an intelligente Geräte wie Ladesäulen für Elektrofahrzeuge oder Energiemanagementsysteme im Haushalt übermittelt werden, sodass der Energieverbrauch automatisch auf günstigere Zeitfenster verschoben werden kann. Die Technologie hilft laut Exnaton, «Netzengpässe infolge der zunehmenden Elektrifizierung zu reduzieren, ermöglicht Verbrauchern spürbare Einsparungen bei den Stromkosten und gibt den Energieversorgern die Möglichkeit, ihr Angebot im Sinne der Energiewende weiterzuentwickeln.»

  • Neue Anlage in Dübendorf erzeugt erneuerbares Methan

    Neue Anlage in Dübendorf erzeugt erneuerbares Methan

    Die Empa hat in Dübendorf die Methanisierungsanlage move-MEGA in Betrieb genommen. Das Projekt demonstriert die von der Empa entwickelte sorptionsverstärkte Methanisierung und soll den Power-to-Gas-Prozess verbessern, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Anlage demonstriert, wie Solarstrom mittels Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und anschliessend durch Zugabe von CO2 zu Methan verarbeitet wird. Das synthetische Methan kann direkt ins Gasnetz eingespeist werden und fossiles Erdgas ersetzen.

    Zentral für die Anlage ist die sorptionsverstärkte Methanisierung, heisst es in der Mitteilung. Zeolith-Pellets nehmen dabei das bei der Reaktion entstehende Wasser auf und verschieben das chemische Gleichgewicht zugunsten der Methanbildung. Dadurch kann das gebildete Methan direkt genutzt oder ins Netz eingespeist werden. «Dank der sorptionsverstärkten Methanisierung und dem Wärmemanagement erreichen wir hohe Umsätze und eine deutlich höhere Lastflexibilität als mit konventionellen Verfahren. Das macht die Technologie besonders attraktiv für die direkte Kopplung mit Photovoltaik- oder Windkraftanlagen», erläutert move-MEGA-Projektleiter Florian Kiefer.

    Die Nutzung von CO2 aus der Umgebungsluft zur Methanisierung ermöglicht durch die Methan-Pyrolyse negative CO2-Emissionen. Das synthetische Methan kann nachgelagert in festen Kohlenstoff und Wasserstoff aufgespalten werden. Der Kohlenstoff findet in Beton oder Asphalt Verwendung.

    «Die Methanisierung in Verbindung mit der Methan-Pyrolyse eröffnet einen Weg, mit dem die Versorgung mit erneuerbarer Energie und die dauerhafte Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre kombiniert werden kann», erklärt Christian Bach, Initiant des move-MEGA-Projekts und Leiter der Abteilung Chemische Energieträger und Fahrzeugsysteme an der Empa.

    Der Fokus des move-MEGA-Projekts liegt neben der Methanisierung auch auf der Nutzung der anfallenden Abwärme. Das Projekt wird vom ETH-Rat, dem Kanton Zürich, Glattwerk, Avenergy Suisse, Migros, Lidl Schweiz, Armasuisse und Swisspower unterstützt.

  • Schweiz gehört bei Wind und Solar zu den Nachzüglern

    Schweiz gehört bei Wind und Solar zu den Nachzüglern

    Die Schweiz belegt in einer neuen Studie der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) einen hinteren Rang bei der Stromproduktion aus Solar- und Windenergie. Ihre Produktion von Solarstrom beträgt pro Kopf 681 Kilowattstunden, von Windstrom 19 Kilowattstunden. Insgesamt kommt sie damit auf 700 Kilowattstunden pro Kopf aus Solar und Wind Im Ranking mit den EU-Mitgliedsstaaten belegt sie damit Platz 22 von 28.

    Schweden ist Spitzenreiter in der Windstromproduktion 3930 Kilowattstunden pro Kopf, gefolgt von Dänemark mit 3448 Kilowattstunden. Selbst Nachbar Österreich kommt auf 1004 Kilowattstunden. Bei der Solarproduktion pro Kopf führen die Niederlande mit 1206 Kilowattstunden pro Kopf, gefolgt von Spanien und Zypern. Doch selbst Österreich kommt auf 941 Kilowattstunden, Deutschland auf 888 Kilowattstunden.

    Die Schweiz konnte innerhalb von fünf Jahren ihre Produktion von Strom aus Wind und Solar von 7,2 Prozent auf 11 Prozent steigern. Andere Länder in Europa erreichten in der gleichen Zeit aber  erreichen allerdings oft höhere Zunahmen von bis zu 20 Prozentpunkten. Im europäischen Vergleich liegen nur noch Malta, Slowenien, Rumänien,Tschechien, Lettland und als Schlusslicht die Slowakei hinter der Schweiz bei der Produktion von Strom aus Wind und Solar pro Kopf.

    Aus der Sicht der SES muss in der Schweiz insbesondere die Windenergie ausgebaut werden, heisst es in einer Mitteilung. Insgesamt 11 Prozent des inländischen Stromverbrauchs werden durch Wind und Solar erzeugt, 7,2 Prozentpunkte mehr als noch vor fünf Jahren. Europäische Nachbarn

    Das neue Stromgesetz zeigt, dass die Schweizer Bevölkerung nachhaltige Stromproduktion zukünftig intensivieren möchte. Politische Instrumente zur Umsetzung des Gesetzes sind bereits aktiv oder werden es ab 2026 sein. Ihre Wirkung wird sich in den kommenden Jahren zeigen, heisst es von der SES.

    Zudem birgt der Stromaustausch mit Nachbarn grosses Potenzial für die Schweiz. Die Schweiz ist in das europäische Stromnetz bereits mit über 40 grenzüberschreitenden Übertragungsnetzen eingebunden. Der europäische Stromhandel sei zentral für die Schweiz, um Winterstrom aus Windenergieanlagen der europäischen Nachbarn zu beziehen, heisst es in der Mitteilung. Das geplante EU-Stromabkommen bilde die Basis für den verstärkten Stromhandel.

  • Solarfassade verbindet Energiegewinnung mit Architektur

    Solarfassade verbindet Energiegewinnung mit Architektur

    Megasol Energie hat gemäss einer Mitteilung die Photovoltaiklösung für das Projekt Bern 131 entwickelt. Die 1605 massgeschneiderten Module schimmern blau dank des eingefärbten Rückglases, das auf die Sonne ausgerichtet ist. Das Frontglas ist transparent. Megasol hat die Module in Zusammenarbeit mit dem Berner Architekturbüro Atelier 5 entwickelt, das das Gebäude entworfen hat.

    Megasol hat ausserdem 468 standardisierte M450-Module für die Dachfläche geliefert. Die gesamte Anlage hat eine Leistung von 504 Kilowattpeak. Jährlich sollen damit rund 341‘238 Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Das entspricht einer Eigenversorgung des Gebäudes von 88 Prozent.

    Bern 131 an der Stauffacherstrasse 131 wurde von Atelier 5 als ein Hybrid aus Stahl und Holz gebaut. Das Holz stammt zu 98 Prozent aus dem Kanton Bern. Das Gebäude ist SNBS Gold-zertifiziert.

    Florian Lünstedt, Architekt und Partner bei Atelier 5, lobt die Zusammenarbeit mit Megasol. «Die Fassade ist nicht nur ein wichtiges, das Gebäude prägendes architektonisches Element, sondern auch ein funktionaler Bestandteil für die Energiegewinnung», wird er in der Mitteilung zitiert. «Die gemeinsame Entwicklung der PV-Module mit Megasol hat es ermöglicht, beide Aspekte auf hohem Niveau zu vereinen.»

  • Räte verlangen Recht auf Ladestationen in Wohnhäusern

    Räte verlangen Recht auf Ladestationen in Wohnhäusern

    Mit 24 zu 18 Stimmen hat der Ständerat am Mittwoch eine Motion von Nationalrat Jürg Grossen angenommen. Der Bundesrat soll verbindliche Vorgaben schaffen, damit der Zugang zu privaten Ladestationen in Miet- und Eigentumswohnungen gewährleistet ist. Die Langsamladestationen seien ein zentraler Hebel für die Mobilitäts- und Energiewende, argumentierten die Befürworter.

    Dekarbonisierung braucht Infrastruktur
    Flavia Wasserfallen betonte, dass fehlende Ladeinfrastruktur einer der Hauptgründe für stagnierende Verkaufszahlen bei Elektrofahrzeugen sei. «Autos müssen dort geladen werden, wo sie stehen», sagte sie. Auch Thierry Burkart plädierte für staatliche Rahmenbedingungen,  «Verbrenner hätten sich auch nie ohne Tankstellen durchgesetzt.»

    Eigentumsrecht versus Klimaziel
    Die Mehrheit der ständerätlichen Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie stellte sich gegen eine gesetzliche Pflicht. Sie warnte vor einem zu starken Eingriff in die Eigentumsgarantie und die Privatautonomie. Daniel Fässler argumentierte, der Markt solle bestimmen, wo welche Ladeinfrastruktur entsteht.

    Bundesrat in der Pflicht
    Auch der Bundesrat hatte sich gegen die Motion ausgesprochen. Im geltenden Miet- und Stockwerkeigentumsrecht sei die Situation unklar geregelt, so die Regierung. Dennoch muss sie nun Vorschläge zur Umsetzung der Forderung ausarbeiten.

    Vergangene Förderansätze gescheitert
    Im Rahmen der letzten Revision des CO₂-Gesetzes wollte der Bundesrat jährlich bis zu 30 Millionen Franken für Ladeinfrastruktur in Mehrfamilienhäusern und auf öffentlichen Parkplätzen bereitstellen. Diese Massnahme scheiterte damals jedoch am Widerstand des Parlaments.

  • Weltrekord-Solarzaun in Basel realisiert

    Weltrekord-Solarzaun in Basel realisiert

    Im Zuge der Trassenerneuerung der BLT-Tramlinie wurde ein neuer Sicherheitszaun notwendig. Statt einer konventionellen Lösung setzt das Projekt auf einen funktionalen Mehrwert. Einen vertikal installierten Solarzaun. Die Kombination von Sicherheitsinfrastruktur mit bifazialen Photovoltaikmodulen nutzt vorhandene Flächen doppelt und ohne zusätzlichen Landverbrauch, ein entscheidender Vorteil im urbanen Raum.

    Hochleistung entlang der Schiene
    Insgesamt werden über 400 bifaziale Hochleistungs-Module installiert, die auf beiden Seiten Sonnenstrahlung aufnehmen und in Strom umwandeln können. Die prognostizierte Maximalleistung beträgt 194 kWp. Die Integration erfolgt auf einem speziell entwickelten Gestellsystem in Basaltgrau, das sich optisch harmonisch in das Stadtbild einfügt. Entwickelt wurde dieses System in Kooperation mit dem Unternehmen Next2Sun, das auf vertikale Photovoltaiklösungen spezialisiert ist.

    Nachhaltige Energie aus dem Zaun
    Die Umsetzung erfolgt etappenweise. Während die erste Bauphase des Zauns bereits abgeschlossen ist, beginnt nun die Montage der Photovoltaikmodule. Das Projekt wird im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen der Solarzaun GmbH, der BLT sowie Alpsteinzaun + Tor AG realisiert. Die Integration in die bestehende Baustelle der Tram-Sanierung ermöglichte eine reibungslose Umsetzung.

    Forschung und Perspektive
    Auch die Wissenschaft begleitet das Projekt. Professor Hartmut Nussbaumer von der ZHAW sieht im Solarzaun ein zukunftsweisendes Modell für urbane Energielösungen. Besonders hervorzuheben sei die Energieproduktion zu Tageszeiten, in denen klassische PV-Anlagen, etwa auf Dächern, weniger effizient arbeiten. Damit ergänzt das System konventionelle Photovoltaikstrategien und verbessert die saisonale Versorgungssicherheit.

    Modell mit Signalwirkung für Städte weltweit
    Mit dem weltweit längsten Solarzaun setzt Basel ein starkes Zeichen für die intelligente Kombination von Mobilitäts- und Energieinfrastruktur. Das Projekt verbindet technische Innovation mit städtebaulicher Integration und wird voraussichtlich als Vorbild für ähnliche Ansätze in anderen Regionen dienen. Für Fach- und Führungskräfte in Stadtentwicklung, Energieplanung und Infrastrukturmanagement bietet dieses Modell konkrete Anregungen für eine nachhaltige Zukunft im urbanen Raum.

  • Bund verzichtet auf neue finanzielle Anreize für Gebäudesanierung

    Bund verzichtet auf neue finanzielle Anreize für Gebäudesanierung

    Energetische Gebäudesanierungen müssen nicht durch weitere finanzielle Anreize zusätzlich zu den bestehenden Finanzierungsmöglichkeiten und Förderprogrammen gefördert werden. Zu diesem Schluss kommt der vom Bundesrat am 6. Juni verabschiedete Bericht zum Postulat «Finanzierungsmöglichkeiten für energetische Gebäudesanierungen». Er zeige auf, dass energetische Gebäudesanierungen nicht vorrangig an fehlenden finanziellen Möglichkeiten scheiterten, erläutert der Bundesrat in einer Mitteilung.

    Zur Förderung von Gebäudesanierungen empfiehlt der Bericht stattdessen grösseren Wert auf Information und Beratung, die Datenqualität zum Zustand der Gebäude, eine nachhaltige Ausgestaltung der Hypotheken und Massnahmen gegen den Fachkräftemangel zu legen. Hinsichtlich Information und Beratung werden Bund und Kantonen ein gutes Angebot attestiert. Die Transparenz zum energetischen Zustand der Gebäude sollte durch das seit 2025 geltende CO2-Gesetz verbessert werden. Darüber hinaus könnte das Sanierungsverhalten zukünftig durch das Klima- und Innovationsgesetz, das revidierte CO2-Gesetz, Weiterentwicklungen der kantonalen Gesetzgebungen und mehr Transparenz bei der Hypothekarvergabe beeinflusst werden.

  • Pionierprojekt: Gewächshaus-Solaranlage nutzt Licht doppelt

    Pionierprojekt: Gewächshaus-Solaranlage nutzt Licht doppelt

    Das Start-up Voltiris aus Epalinges hat laut einer Mitteilung des Kanton Aargau seine bisher grösste Solaranlage auf einem Gewächshaus der Meier Gemüse AG in Rütihof installiert. Die Solaranlage basiert auf einer Filtertechnologie, bei der für die Stromerzeugung genutzte Lichtwellen herausgefiltert und auf ein Solarpanel umgeleitet werden, während das für die Photosynthese benötigte Licht ungehindert ins Gewächshaus gelangen kann. Auf diese Weise können Pflanzen ohne Ertragseinbussen angebaut und gleichzeitig erneuerbare Energie erzeugt werden. Der Kanton Aargau unterstützte die Solaranlage mit 50’000 Franken.

    Die Solaranlage in Rütihof erstreckt sich über eine Fläche von rund einem Hektar und liefert mit etwa 1730 Solarpaneele rund 234 Kilowatt Strom. «Als Schweizer Startup sind wir stolz, dass die erste und weltweit grösste Anlage mit unserer Spektral-AGRI-PV Anlage hier im Kanton Aargau ihren Betrieb aufgenommen hat», wird Dominik Blaser, Chefproduktingenieur und Mitgründer von Voltiris, in der Mitteilung zitiert.

    Durch die Filtertechnologie können die Photovoltaik-Module von Voltiris, anders als herkömmliche Solaranlagen, innerhalb von Gewächshäusern eingesetzt werden, ohne Schatten zu werfen. Durch eine konkave Anordnung des Filters wird das Licht ausserdem gebündelt und kann so mit einer vierfachen Intensität auf das Photovoltaik-Modul treffen. Auf diese Weise kann ein höherer Energieertrag erzielt werden als bei herkömmlicher Sonneneinstrahlung.

    Die Solaranlage steht zudem vor dem Hintergrund der kantonalen Energiestrategie, welche vorsieht das Netto-Null-Ziel 2050 zu erreichen und die Versorgungssicherheit zu stärken.

    «Die vorliegende Anlage zeigt beispielhaft, wie Landwirtschaft und Energieproduktion sinnvoll kombiniert werden können», wird Markus Dieth, Regierungsrat und Landwirtschaftsdirektor, in der Mitteilung zitiert.

  • Bau einer Solaranlage auf 2000 Metern

    Bau einer Solaranlage auf 2000 Metern

    Der Bau des Projekts Madrisa Solar von Repower, den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) und der Gemeinde Klosters hat entsprechend einer gleichlautenden Mitteilung der Partner begonnen. Auf rund 2000 Meter Höhe entsteht oberhalb von Klosters eine Solaranlage mit 12 Megawatt Produktionsleistung. Sie soll pro Jahr rund 17 Gigawattstunden Strom liefern. Über 40 Prozent davon sollen im Winter anfallen. Der produzierte Strom wird von EKZ für die Kundschaft im eigenen Versorgungsgebiet und die Klosters-Madrisa Bergbahnen abgenommen.

    Nachdem sich die Bevölkerung der RGemeinde Klosters im Oktober 2023 für Madrisa Solar ausgesprochen hatte, starteten im Herbst 2024 die ersten Vorarbeiten. Mit der Planung und Umsetzung von Madrisa Solar konnten vorwiegend regional ansässige Unternehmen beauftragt werden. Bis Ende 2025 sollen rund 15 Prozent der Anlage in Betrieb genommen werden. Die vollständige Inbetriebnahme ist für Ende 2027 geplant.

    «Nach einer intensiven Planungsphase und nach einem anspruchsvollen Genehmigungsverfahren mit vielen involvierten Parteien erfüllt uns der Start mit grosser Befriedigung», wird Michael Roth, Leiter Produktion & Netz bei Repower und Mitglied der Geschäftsleitung, zitiert. Paul Sidler, der Leiter Erneuerbare Energien bei EKZ, bezeichnet Madrisa Solar als «ein weiteres Engagement für eine sichere und nachhaltige Stromversorgung in der Schweiz. Zudem leistet dieses komplexe Pionierprojekt einen wichtigen Beitrag für den dringend benötigten Winterstrom.»

  • Gewinnplus dank günstiger Beschaffung und weniger Reservebedarf

    Gewinnplus dank günstiger Beschaffung und weniger Reservebedarf

    Das Stadtwerk Winterthur hat sein Geschäftsjahr 2024 über den Erwartungen abgeschlossen. Die Gründe dafür liegen laut seiner Mitteilung in den gesunkenen Marktpreisen bei der Beschaffung von Gas und einem geringeren Aufwand für die vom Bund verordnete Winterreserve. So wurden 311 Millionen Franken umgesetzt und 26 Millionen Franken Gewinn erzielt.

    Im Wassernetz kam es zu weniger Leitungsbrüchen und der Betrieb der Kehrichtverwertungsanlage verlief weitestgehend unterbruchsfrei. Bei der Fernwärme mussten für die Abdeckung von Verbrauchsspitzen deutlich weniger Öl und Gas eingekauft werden. Zudem stieg die Anzahl der Kundinnen und Kunden, die sich an die Wärmenetze anschlossen. Als Folge der vom Winterthurer Stimmvolk beschlossenen Finanzierung der städtischen Pensionskasse konnten frühere Rückstellungen aufgelöst werden.

    Bezüglich der Herausforderungen in der Gegenwart und der Zukunft nennt das Stadtwerk steigende Kosten für Betriebsmittel und Fremdleistungen in allen Geschäftsfeldern und den zunehmenden Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Gleichzeitig stellt die steigende Eigenproduktion von Solarstrom durch Privatleute und Unternehmen den Angaben zufolge eine Herausforderung dar, weil sie dadurch vom Stadtwerk Winterthur weniger Strom beziehen. Zudem sind die Abnahmemengen schwerer vorhersehbar, weil der Bezug dann stärker vom Wetter abhängt.

    Hohe Kosten kommen auf den Energielieferanten durch die Erneuerung der Kehrichtverwertungsanalge sowie die Umbau- und Erweiterungsprojekte für die Abwasserreinigungsanlage und die Wärmenetze zu. Dazu sei ein grosser Rahmenkredit notwendig, über den voraussichtlich Ende nächsten Jahres abgestimmt werde. Darüber hinaus seien komplexe Vorbereitungen zur rechtlichen und finanziellen Zusammenführung der Wärmenetze in Arbeit. Auch die Kosten für Umweltauflagen und für Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz beschäftigten das Stadtwerk Winterthur zunehmend.

  • Denkmalschutz und Technik im Einklang

    Denkmalschutz und Technik im Einklang

    Das in Schlieren ansässige Bauunternehmen STRABAG AG übernimmt mit seiner Abteilung Hochbau laut einer Mitteilung „zentrale Aufgaben bei der umfassenden Sanierung des Landhauses Solothurn“. Neben Massnahmen zur Modernisierung der haustechnischen Infrastruktur aus Sanitär, Lüftung, Beleuchtung und Bühnentechnik stehe die Modernisierung des Heizsystems im Fokus.

    Dieses wird mittels einer Wärmepumpe auf eine ressourcenschonende Energiegewinnung umgestellt. Wasser der Aare soll als Wärmequelle sowohl das Landhaus als auch angrenzende öffentliche Gebäude wie Jugendherberge, Schulhaus Kollegium und Stadttheater versorgen.

    Die Lage zwischen Altstadt und dem Fluss Aare erfordere logistische Aufmerksamkeit. So müssten Materialanlieferungen und Entsorgungen vormittags erfolgen, damit die Uferpromenade ab dem Mittag als Flaniermeile genutzt werden kann.

    Zudem gelte es, hohe Anforderungen des Denkmalschutzes zu berücksichtigen. Das denkmalgeschützte Landhaus gleiche einem „verwinkelten Baukunstwerk mit sechs Ebenen, jede mit eigenem Sanierungsbedarf“. Die Vorgehensweise verlange „Fingerspitzengefühl“, um den historischen Charakter und die Bausubstanz zu erhalten. Insbesondere die originalen Solothurner Kalksteintreppen sollen in ihrer Einzigartigkeit erhalten bleiben, heisst es. Dafür seien spezielle Schutzvorrichtungen geschaffen worden.

    Das Solothurner Stimmvolk hatte im Oktober 2023 der Instandsetzung zugestimmt. Seit Januar 2025 laufen die Baustellenarbeiten. Bauende ist für Oktober 2026 geplant. Im Januar soll aus Rücksicht auf die Solothurner Filmtage 2026 der Baustellenbetrieb ruhen.

  • Saubere Energie aus dem Sommer für den Winter

    Saubere Energie aus dem Sommer für den Winter

    Die wachsende Menge an Solarstrom im Sommer birgt ein enormes Potenzial, das bislang in den Wintermonaten ungenutzt blieb. Beim Pilotprojekt in Bassersdorf wird überschüssiger Solarstrom mittels Power-to-X in Methanol umgewandelt und in der kompakten Hybridbox® gespeichert. Diese innovative Energiezentrale stellt im Winter zuverlässig Strom und Wärme bereit, auch dann, wenn konventionelle Heizsysteme an ihre Grenzen stossen.

    Methanol als Schlüssel zur sicheren Energieversorgung
    «Grünes Methanol erlaubt uns, Stromüberschüsse lokal zu speichern und im Winter emissionsarm zu nutzen, ein entscheidender Baustein für eine sichere Energieversorgung», erklärt Boris Meier von der OST. Methanol ist flüssig, leicht lagerbar und klimafreundlich und macht die Hybridbox® zu einem flexiblen Energiesystem, das sich intelligent an die jeweiligen Bedürfnisse anpasst. Durch die Kombination mit Photovoltaik, Batteriespeicher und Wärmepumpe wird eine maximale Effizienz erreicht.

    Notstromversorgung und Kostenkontrolle
    Die Anlage überzeugt auch bei Stromausfall. Das lokal gespeicherte Methanol garantiert eine unterbrechungsfreie Versorgung des Gebäudes. Zudem sorgt die hohe Eigenversorgung für langfristig stabile Betriebskosten, ein deutlicher Vorteil gegenüber steigenden Energiepreisen. Besonders in Gebieten ohne Gas- oder Fernwärmeanschluss bietet das System eine echte Alternative für alte Öl- oder Gasheizungen.

    Erfolgreiche Partnerschaft für nachhaltiges Bauen
    Das Gemeinschaftsprojekt zeigt, wie praxisnahe Kooperation funktioniert. «Die Kombination aus Energieeffizienz, Versorgungssicherheit und CO2-Reduktion macht die Methanol-Hybridbox® zu einer zukunftsfähigen Lösung», sagt Roger Balmer.

    Nachhaltigkeit erlebbar machen
    Gebäude sind für rund ein Drittel der CO2-Emissionen in der Schweiz verantwortlich. Grund genug, neue Wege zu gehen. Das Bassersdorfer Projekt liefert nicht nur eine überzeugende technische Lösung, sondern macht den Energiekreislauf auch für Besucher der neuen Ausstellung «Nachhaltiges Bauen» in der Umwelt Arena greifbar. Bauherrschaften, Investoren und Interessierte können hier erleben, wie klimaneutrales Wohnen von morgen schon heute realisiert wird. Ein Modell, das weit über Bassersdorf hinaus Strahlkraft entfalten kann.

  • ProKilowatt-Ausschreibungen 2025 setzen neue Massstäbe

    ProKilowatt-Ausschreibungen 2025 setzen neue Massstäbe

    Seit November 2024 läuft die Einreichungsphase für Projekte und Programme zur Steigerung der Stromeffizienz im Industrie- und Dienstleistungsbereich sowie in Haushalten. Mit 49 Anträgen allein bis Mitte April 2025 liegt das Interesse rund 30 Prozent über dem Vorjahr. Ein Rekord, der das Potenzial zur nachhaltigen Energieeinsparung unterstreicht.

    Flexibilität für Unternehmen – papierlos und planbar
    Die unkomplizierte, digitale Antragstellung sowie die zeitnahe Bearbeitung innerhalb von nur vier Wochen erleichtern es Unternehmen, Effizienzprojekte passgenau in ihre Betriebsplanung zu integrieren. Auch grössere Projekte mit einem Förderbeitrag von bis zu sechs Millionen Franken können seit diesem Jahr jederzeit eingereicht werden – ein Meilenstein für ambitionierte Vorhaben wie den Austausch grosser Produktionsanlagen oder die Bündelung kleinerer Massnahmen.

    Konkrete Einsparungen
    Ein Projekt im Detailhandel erhielt bereits eine Zusage für bis zu sechs Millionen Franken. Durch den Ersatz bestehender Kühlmöbel werden jährlich Strommengen eingespart, die dem Verbrauch von 4’500 Haushalten entsprechen. Auch in der Industrie reichen die Projekte vom Ersatz von Pressen über die Optimierung von Druckereimaschinen bis hin zu effizienteren Gebläsen in Abwasserreinigungsanlagen.

    Wettbewerbliche Ausschreibungen als Zukunftsinstrument
    Das Programm ProKilowatt wird vom Bundesamt für Energie finanziert und von CimArk SA in Sion umgesetzt. Durch den Förderbeitrag, finanziert über einen Zuschlag auf die Hochspannungsnetze, entstehen Impulse für eine stromsparende und wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die nächste Frist für Projektanträge endet am 2. November 2025. Ein wichtiges Datum für alle Unternehmen, die mit innovativen Massnahmen ihre Energiekosten senken und gleichzeitig zur Energiewende beitragen möchten.

  • BLKB Fund Management AG lanciert nachhaltigen Immobilienfonds

    BLKB Fund Management AG lanciert nachhaltigen Immobilienfonds

    Die BLKB Fund Management AG, in Binningen ansässige Tochtergesellschaft der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB), hat einen ersten nachhaltigen Immobilienfonds lanciert. Wie es in einer Mitteilung heisst, soll der BLKB (CH) Sustainable Property Fund vor allem in energieeffiziente Immobilien in der Nordwestschweiz und auch in den angrenzenden Regionen Bern, Innerschweiz und Zürich investieren. Angesprochen sind qualifizierte Anleger, die in ein hochwertiges Immobilienportfolio mit überwiegender Wohnbebauung investieren wollen.

    Die Erstemission hat ein Volumen von bis zu 160 Millionen Franken. Hier beabsichtigt auch die BLKB, in den Fonds zu investieren. Der Erlös dieser Emission soll für den Erwerb eines Immobilienportfolios mit dem Marktwert von 177 Millionen Franken genutzt werden. Das Portfolio, für welches die BLKB in den vergangenen zwei Jahren bereits sieben der acht Objekte erworben hatte, besteht aus energieeffizienten Liegenschaften an guten Lagen. Es zeichnet sich durch hohen Wohnanteil bei geringem Leerstand aus. Aktuell befinden sich 80 Prozent der Immobilienwerte des BLKB (CH) Sustainable Property Fund in der Nordwestschweiz.

    «Die Lancierung des nachhaltigen Immobilienfonds mit Fokus Nordwestschweiz ist ein wichtiger Meilenstein. Der Immobiliensektor bietet attraktive Renditechancen für Investorinnen und Investoren und hat gleichzeitig einen grossen Einfluss auf die insbesondere für die Klimaneutralität relevante Energieeffizienz», wird Michel Molinari, CEO der BLKB Fund Management AG, in der Mitteilung zitiert.

    Die Zeichnungsfrist läuft voraussichtlich vom 24. Juni bis 23. Juli 2025 mit Liberierung am 30. Juli 2025.

  • Geothermie in unterirdischen Bauwerken

    Geothermie in unterirdischen Bauwerken

    Ingenieurinnen und Ingenieure des Labors für Bodenmechanik (LMS) an der EPFL haben laut ihrer Mitteilung die Nutzung von Geothermie in zwei sehr unterschiedlichen Anwendungsfällen untersucht: in einer U-Bahn-Station und in einem unterirdischen Rechenzentrum. Dabei ging es den Forschenden in diesem Innosuisse-Projekt gemeinsam mit dem international tätigen Ingenieursbüro Amberg Engineering aus dem Kanton Zürich um die Optimierung der Klimatisierung durch eine verbesserte Nutzung von energetischen Geostrukturen.

    Dies sind Bauteile von Gebäuden, die sich im Boden befinden und für die Wärmeleitung verwendet werden können. Dazu zählen Energiepfähle, Bodenplatten und Wände von Untergeschossen. Die zwei Studien wurden in der Fachzeitschrift „Tunnelling and Underground Space Technology” veröffentlicht.

    Für die von dem Team entwickelten übertragbaren Modelle wurden entweder die meisten physikalischen Faktoren der unterirdischen Eisenbahninfrastruktur berücksichtigt oder aber neben der Geometrie des Gebäudes und der mechanischen Belüftung auch die Kapazität zur Ableitung überschüssiger Wärme durch geothermische Aktivierung.

    Die Forschenden fanden unter anderem heraus, dass sich ein geothermisches System in einem unterirdischen Rechenzentrum in drei bis sieben Jahren amortisiert. Ersetzt die geothermische Energie die von Gasheizkesseln erzeugte Wärme, könnten die jährlichen CO2-Emissionen am typischen Standort dieser Fallstudie um 45 Prozent gesenkt werden.

    Sofie ten Bosch, Bauingenieurin im LMS und Studienhauptautorin, konnte in diesen beiden Untersuchungen ihre Doktorarbeit in zwei konkreten Anwendungen umsetzen. Sie sagt: „Die Technologie zur Bewertung des Potenzials von Geothermie in einem bestimmten Gebiet ist mittlerweile ausgereift, und wir sehen, dass die Branche bereit ist, neue Möglichkeiten für die optimale Nutzung dieser nachhaltigen Wärmequelle zu erkunden.”

  • sfb-Lehrgang Gebäudeautomation HF steigert Effizienz in Unternehmen

    sfb-Lehrgang Gebäudeautomation HF steigert Effizienz in Unternehmen

    Studierende des Lehrgangs Gebäudeautomation HF der sfb – Höheren Fachschule für Technologie und Management erarbeiten innovative Projekte für die Praxis, die laut Mitteilung nahezu alle umgesetzt werden. Dadurch profitiere die Schweizer Wirtschaft etwa im Rahmen der Energiestrategie 2050 oder anderer Effizienzsteigerungen. Der Lehrgang mit Schwerpunkten auf Energieeffizienz und Gebäudeinformatik vermittelt gemäss sfb Wissen darüber, wie sich die Gewerke in einem komplexen Gebäude möglichst energieeffizient betreiben lassen. 90 Prozent der Abschlussarbeiten hätten einen Praxisbezug, nicht selten gelinge damit ein Karrieresprung. Das belegt zum Beispiel Alumni Fabian Haist, der die Weiterbildung zum diplomierten Gebäudeautomatiker HF abgeschlossen hat und für eine sfb-Interview-Reihe Rede und Antwort stand.

    Auf der Grundlage seiner Erfahrungen als Elektroplaner hat sich Fabian Haist durch die sfb-Weiterbildung auf seinen nächsten Karriereschritt vorbereitet. «Das hat massgeblich dazu beigetragen, meine jetzige Position zu erreichen, da viele Inhalte perfekt zu meinem Stellenprofil passten», wird er zitiert. Als Energie-Ingenieur beim Amt für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt (AUE) geht es bei ihm heute um den Vollzug des kantonalen Energiegesetzes.

    In seiner Diplomarbeit hat er eine energetische Betriebsoptimierung in einem Basler Schulhaus geplant und die Vollzugspraxis weiterentwickelt. Die Analyse hat laut Fabian Haist gezeigt, dass bereits einfache energetische Optimierungen erhebliche Einsparungen ermöglichen: Im Basler Schulhaus sei eine Energieeinsparung von 15 Prozent und eine Kosteneinsparung von 17 Prozent erzielt worden. Die von ihm definierten Massnahmen sollen nun die Nachweise zur Betriebsoptimierung vereinfachen.

    Für die Weiterbildung in Gebäudeautomation sind laut sfb unter der Voraussetzung einer einschlägigen Berufsausbildung sechs Semester bis zur Diplomarbeit angesetzt. Die Modulinhalte umfassen neben Gebäudeautomation etwa Datensicherheit, digitales Bauen, Erneuerbare Energien oder Brandschutz. Zudem werden Kompetenzen in Führung, Kommunikation und Teamarbeit vermittelt. Details gibt es bei Infoveranstaltungen in Präsenz sowie online und bei einer Weiterbildungsberatung. Der nächste Termin für einen Start ist der 13. August 2025.

  • Neues Zertifikat überprüft Energieeffizienz im Betrieb

    Neues Zertifikat überprüft Energieeffizienz im Betrieb

    Der in Basel ansässige Verein Minergie hat am 22. Mai in Bern sein neues Zertifikat Minergie-Betrieb vorgestellt. Es wird an Eigentümerschaften vergeben, die mit einem geringen Energieverbrauch und geringen Betriebskosten einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, erläutert Minergie in einer Mitteilung zur Lancierung. Während der bereits bekannte Minergie-Baustandard bauliche Energieeffizienz attestiert, sollen mit Minergie-Betrieb fehlerhafte oder ineffiziente Einstellungen der Gebäudetechnik vermieden werden.

    „Das neue Zertifikat Minergie-Betrieb schlägt nun die Brücke zwischen Planung, Bau und Betrieb, in dem es die Einstellungen der Gebäudetechnik und den damit verbundenen Energieverbrauch anhand von automatisch erfassten Energiedaten und Auswertungen prüft und zertifiziert“, wird Sabine von Stockar, Leiterin Bildung und Entwicklung bei Minergie, in der Mitteilung zitiert. „So wird sichergestellt, dass das Potenzial der Energieeffizienz im laufenden Betrieb gewährleistet ist.“

    Erstmals kann Minergie-Betrieb nach mindestens einem Jahr Betrieb der Gebäudetechnik vergeben werden. Das Zertifikat richtet sich insbesondere an „Immobilienbesitzende mit grossen Portfolios und nachhaltigen Ambitionen“, erläutert Minergie. In Ergänzung zum Minergie-Baustandard könne der Zertifizierungsprozess für Minergie-Betrieb über das gesamte Portfolio hinweg Energie-Einsparungen von 15 Prozent bringen. Der Verein empfiehlt eine Rezertifizierung nach drei Jahren.

  • Strategieanpassung bringt personelle Veränderungen

    Strategieanpassung bringt personelle Veränderungen

    Jacques Mauron zieht die Konsequenzen aus dem strategischen Umbau von Groupe E und tritt als Generaldirektor zurück. Der Verwaltungsrat hat laut einer Mitteilung Alain Sapin, den Direktor Elektrische Energie des Freiburger Energieversorgers, zum Generaldirektor ad interim ernannt. Mauron war seit 2004 bei der Groupe E tätig, seit November 2019 als Generaldirektor.

    Groupe E hatte im April mitgeteilt, dass es seine Aktivitäten im Bereich Photovoltaik und Wärmepumpen im eigenen Kanton und anderen Teilen der Westschweiz überprüfen will. Das Unternehmen reagierte damit auf einen seit 2023 anhaltenden Absatzrückgang in diesem Bereich. Es will nun die Struktur der Direktion Technik und Infrastruktur anpassen, so dass die einzelnen Niederlassungen mehr Selbstständigkeit erhalten.

    Dieser strategische Umbau ist mit einem Stellenabbau verbunden. Das Unternehmen ging im April noch von einer Entlassung von 188 der 2600 Mitarbeitenden aus. Die Zahl der Entlassungen konnte im Mai nach einer Konsultation mit den Sozialpartnern auf 168 verringert werden.

    Der bisherige Chef der Direktion Technik und Infrastruktur, Michel Beaud, hat die Groupe E inzwischen verlassen. Seine Nachfolge wird jetzt interimistisch von Johann Ruffieux übernommen, dem Leiter Beschaffung und Handel.

  • STRABAG baut Werkleitungen in Arbon

    STRABAG baut Werkleitungen in Arbon

    Das in Schlieren ansässige Bauunternehmen STRABAG AG baut laut einer Mitteilung neue unterirdische Leitungen in Arbon. Die Werkleitungen der Amriswiler- und Egnacherstrasse in Arbon befanden sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand, heisst es in der Firmenmitteilung. Diese Werkleitungen für Wasser, Elektrizität, Gas und die Datenkabel der Swisscom werden von Grund auf erneuert. Im Zuge der Arbeiten entstehe zudem ein neuer Regenabwasserkanal.

    Das Projekt zeichne sich durch die Zusammenarbeit von Gemeinde und Versorgungsunternehmen aus, heisst es von STRABAG. Die Baukosten werden gemeinsam getragen.

    Die letzte Sanierung der Werkleitungen liegt laut STRABAG Jahrzehnte zurück. Bei den Arbeiten seien deshalb Überraschungen programmiert gewesen. So mussten die Mitarbeitenden beispielsweise Starkstromleitungen händisch freilegen. Bei dem Vorgang hätte ein Fehler zur Stromabschaltung in der gesamten Umgebung geführt.

    Gleichzeitig galt es, Verkehrsfluss und die Interessen von Anwohnenden im Blick zu behalten. Besonders heikel war ein Knotenpunkt zu einem Landmaschinenpark, weil es dort keine Umleitungsmöglichkeit gab. Doch das Team von Ivo Schlappritzi fand eine Lösung und eine vollständige Sperrung konnte vermieden werden, ohne die Bauarbeiten zu verzögern.

    «Die Herausforderungen auf dieser Baustelle konnten wir dank sorgfältiger Planung und in enger Zusammenarbeit mit der Innoplan Bauingenieure AG erfolgreich meistern. Gemeinsam im Team haben wir dafür gesorgt, dass die neuen Werkleitungen planmässig im Herbst 2025 an die Gemeinde Arbon übergeben werden können», wird Schlappritzi zitiert, STRABAG-Bauführer für Tiefbau und Strassenbau im Bereich Mittelland.

    Innoplan Bauingenieure AG ist ein Ingenieursbüro für Hoch- und Tiefbau mit Sitz in Arbon.

  • Neue Energiezentrale bringt klimafreundliche Energie

    Neue Energiezentrale bringt klimafreundliche Energie

    Die Regionalwerke AG Baden geht den Ausbau von Fernwärme und -kälte in Wettingen an. Seit April vergangenen Jahres produziere die Energiezentrale Terrassenbad von RWB erfolgreich Wärme, informiert das Unternehmen in einer Mitteilung. Zudem hat die Gemeinde Wettingen RWB die Konzession für den Ausbau von Fernwärme und -kälte entlang der Seminarstrasse in Wettingen erteilt. Damit wollen Gemeinde und Unternehmen einen Beitrag zu dem Ziel leisten, die Treibhausgasemissionen in Wettingen bis spätestens Ende 2025 auf Netto-Null zu senken.

    Bereits in diesem Sommer soll mit den Netzbauarbeiten begonnen werden. Der Auftakt wird beim Bahnhof-Areal und an der Brückenstrasse gemacht. Ende 2026 will RWB den Anschluss an die Energiezentrale Terrassenbad realisieren. Laut Mitteilung hat das Unternehmen im Gebiet rund um das Terrassenbad bereits mehrere namhafte Grosskunden gewonnen. In ausgewählten Geschäfts- und Gewerbegebieten will RWB zudem ein Fernkältenetz für die effiziente Gebäudekühlung aufbauen.

  • Bund wählt fünf Reservekraftwerke

    Bund wählt fünf Reservekraftwerke

    Der Bundesrat wird nach seiner Sitzung am 14. Mai 2025 Verträge mit Energiedienstleistern zum Betrieb von fünf Reservekraftwerken abschliessen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, hat das Bundesamt für Energie (BFE) im Vorfeld Direktverhandlungen mit möglichen Anbietern geführt. Nach Beendigung der Ausschreibung im Februar 2025 hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) entschieden, fünf Projekte mit einer Gesamtleistung von 583 Megawatt (MW) auszuwählen.

    Zu den ausgewählten Projekten gehören das Reservekraftwerk Monthey VS mit 55 MW von CIMO, das Reservekraftwerk Sisslerfeld 1 in der Gemeinde Eiken AG mit 13 MW von Getec, das Reservekraftwerk Stein AG mit 44 MW von Getec, das Reservekraftwerk Sisslerfeld 2 in Eiken AG mit 180 MW von Sidewinder sowie das Reservekraftwerk Auhafen in Muttenz BL mit 291 MW von Axpo. Alle fünf Anlagen werden mit CO2-neutralem Brennstoff gefahren, heisst es in der Mitteilung.

    Die fünf Projekte sollen im Zeitraum zwischen 2027 und 2030 einsatzbereit sein. Für den Übergang arbeitet das UVEK derzeit an Varianten aus Wasserkraft, Notstromaggregaten und Verbrauchsreserven.

  • Stromabkommen mit EU löst Öffnung des Strommarktes aus

    Stromabkommen mit EU löst Öffnung des Strommarktes aus

    Das geplante Stromabkommen der Schweiz mit der EU sieht eine Öffnung des Strommarktes auch für die Endverbrauchenden vor. Der Bundesrat hat deshalb laut einer Mitteilung am 14. Mai Eckpunkte für diese Öffnung vorgelegt.

    Die Eckpunkte des Bundesrates sehen vor, dass die Endverbrauchenden wahlweise in der Grundversorgung des lokalen Anbieters mit seinen regulierten Preisen bleiben als auch ihren Stromversorger frei wählen können. Sie können zudem frei zum Grundversorger zurückkehren, auch während des Jahres. Die Grundversorger können für den Aus- oder Wiedereintritt in die Grundversorgung eine Gebühr erheben.

    Parallel dazu sollen Massnahmen für den Konsumentenschutz eingeführt werden. So soll ein Vergleichsportal eine Übersicht über die Angebote schaffen. Eine Ombudsstelle bietet Schlichtungsmöglichkeiten. Die Verträge mit den anbietenden Unternehmen müssen bestimmte Anforderungen erfüllen. Die Eidgenössische Elektrizitätskommission wird den Markt beobachten.

    Der Strommarkt ist in der EU seit 2007 geöffnet. Eine Öffnung des Schweizer Strommarktes scheiterte 2002 in einer Volksabstimmung. Seit 2009 ist der Markt für Grosskunden mit einem Verbrauch von mindestens 100‘000 Kilowattstunden pro Jahr geöffnet.

  • Solarfaltdach-Technologie nimmt Kurs auf den deutschen Markt

    Solarfaltdach-Technologie nimmt Kurs auf den deutschen Markt

    Die dhp Technology AG hat laut Medienmitteilung ein Tochterunternehmen im deutschen Stuttgart gegründet. Die Anbieterin des «weltweit einzigartigen Solarfaltdachs» unterstreiche damit ihre Ambitionen, die Energiewende mit innovativen Photovoltaiklösungen auch in Deutschland voranzutreiben, heisst es weiter. Mit der Gründung der dhp Technology Deutschland GmbH lege das Unternehmen den Grundstein für eine langfristige Präsenz im deutschen Markt.

    «Die Expansion nach Deutschland ist eine logische Konsequenz der stark gestiegenen Nachfrage nach unserer innovativen Photovoltaik-Lösung», wird Mitgründer und CEO Gian Andri Diem zitiert. In Deutschland sei das Marktpotential für Solarfaltdächer riesig, insbesondere mit Blick auf Kläranlagen, Parkplätze und Logistikflächen.

    Die Niederlassung in Stuttgart wird von Gian Andri Diem, CEO der dhp Technology, und Torsten Brandstetter als Geschäftsführer geleitet. Brandstetter ist Wirtschaftsingenieur und bringt Erfahrung in der Energiewirtschaft und technologischen Innovation mit.

    dhp Technology ist Entwickler und Anbieter von Solarfaltdächern. Diese sind speziell für die Installation über versiegelten Flächen und bestehenden Infrastrukturen konzipiert. Je nach Wetter falten sie sich automatisch auf oder zusammen. Dies ermöglicht es Gemeinden und Unternehmen, lokal und nachhaltig Strom zu produzieren ohne zusätzliche Bodenfläche zu beanspruchen.

    Schon jetzt sind in drei deutschen Klärwerken Solarfaltdächer von dhp Technology in Betrieb. Weitere zehn Anlagen sind in der Ausführungsphase und sollen noch in diesem Jahr ans Netz gehen, heisst es in der Firmenmitteilung.