Kategorie: Energie

Energie – Aktuelle Immobiliennews zu Energie, erneuerbaren Konzepten, Effizienz & Energietrends in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Standortchancen für die Schweiz im globalen Wandel

    Standortchancen für die Schweiz im globalen Wandel

    Die Weltwirtschaft steht am Beginn eines tiefgreifenden Wandels. Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, bis 2035 einen Wachstumsimpuls von historischer Dimension zu setzen. Global könnten bis zu 15 Prozent zusätzliche BIP-Wachstumsleistung erzielt werden, in Westeuropa bis zu 13,8 %. Doch damit dieser Schub Realität wird, braucht es transparente, ethisch abgestützte Rahmenbedingungen, die Vertrauen in die Technologie schaffen. Unternehmen und Staaten sind gefordert, den gesellschaftlichen und regulatorischen Rahmen aktiv mitzugestalten.

    Der Transformationsdruck steigt
    Die Schweiz ist gut positioniert, um international eine Schlüsselrolle einzunehmen. 84 % der hiesigen CEO’s haben im letzten Jahr KI-Technologien in ihren Unternehmen eingeführt, ein sprunghafter Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass allein 2025 weltweit 7,1 Billionen US-Dollar an Wertschöpfung neu verteilt werden. Für Unternehmen in der Schweiz ist jetzt der Zeitpunkt, um Geschäftsmodelle zu überdenken, Potenziale zu nutzen und innovationsfreundliche Standorte strategisch weiterzuentwickeln.

    Wachstumsfelder entlang menschlicher Grundbedürfnisse
    Wachstum der Zukunft wird nicht mehr entlang traditioneller Branchengrenzen verlaufen. Vielmehr entstehen neue Ökosysteme, etwa in den Bereichen Mobilität, Wohnen, Ernährung, Energie und Kommunikation. In diesen Netzen arbeiten Technologieanbieter, Versorger und Industrieunternehmen gemeinsam an integrierten Lösungen. Wer frühzeitig in diese sektorübergreifende Kooperation investiert, kann neue Wertschöpfungsketten erschliessen und Standortvorteile sichern.

    Klimawandel als Gegenkraft
    Dem positiven Potenzial von KI steht die Belastung durch den Klimawandel gegenüber. Bis 2035 droht ein globaler Rückgang des BIP um bis zu 7 %. Gleichzeitig steigt der Energiebedarf durch datenintensive KI-Anwendungen. Durch gezielte Effizienzsteigerungen, etwa in Gebäuden oder Produktionsprozessen, lassen sich CO₂-Emissionen reduzieren und Ressourcen schonen. Die Herausforderung liegt darin, Klimaschutz und Digitalisierung systemisch zu denken.

    Die Verknüpfung von technologischer Innovation und nachhaltiger Entwicklung entscheidet über die Standortattraktivität von morgen. Wer in vertrauenswürdige KI-Anwendungen investiert, sektorübergreifende Allianzen bildet und zugleich ökologische Verantwortung übernimmt, positioniert sich im Wettbewerb um Zukunftsmärkte. Die Schweiz hat das Potenzial, zu einem global relevanten Innovationsstandort zu werden, wenn Politik, Wirtschaft und Gesellschaft den Wandel aktiv und gemeinsam gestalten.

  • Photovoltaik-System gewinnt Nachhaltigkeitspreis

    Photovoltaik-System gewinnt Nachhaltigkeitspreis

    Die Solnow AG hat in diesem Jahr einen der drei jährlich von Naturpark Beverin, Viamala Tourismus und Region Viamala an der MUMA verliehenen Nachhaltigkeitspreise erhalten, informiert Viamala Tourismus in einer Mitteilung. Konkret wurde das Jungunternehmen aus Zillis-Reischen an der Schau der Gewerbetreibenden aus den Bündner Kreisen Avers, Rheinwald und Schams für sein Photovoltaik-InDach-System mit dem Preis in der Kategorie Innovation ausgezeichnet. Der Preis für Tourismus und der Publikumspreis gingen an das Projekt Bachhuus aus Hinterrhein GR beziehungsweise das Projekt Pumptrack Val Schons in Andeer.

    «Ziegel weg, Solnow drauf», beschreibt die Solnow AG ihr Geschäftsmodell. Das vollständig wiederverwertbare Photovoltaik-InDach-System wird anstelle von Ziegeln oder einer anderen Dachhaut montiert und kann auch unter alpinen Bedingungen betrieben werden. Damit leiste es einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige und regionale Energieversorgung, schreibt Viamala Tourismus in der Mitteilung.

  • Grossflächige Dekarbonisierung durch Fernwärmeausbau in Zürich

    Grossflächige Dekarbonisierung durch Fernwärmeausbau in Zürich

    Die Stadt Zürich will bis 2040 den CO2-Ausstoss auf Netto-Null reduzieren. Um dieses Zeil zu erreichen, sollen thermische Netze und ein Fernwärmeverbund deutlich ausgebaut werden. Wie es in einer Mitteilung heisst, beantragt der Stadtrat den Stimmberechtigten einen neuen Rahmenkredit in Höhe von 2,26 Milliarden Franken. In diesen Kredit fliessen die Mittel der bereits 2021 und 2022 beschlossenen Kredite in Höhe von 330 Millionen Franken und 573 Millionen Franken ein.

    Mit den neuen kreditierten Mitteln soll sowohl der gestiegene finanzielle Bedarf beim Ausbau thermischer Netze als auch deren Ökologisierungsgrad berücksichtigt werden. Derzeit werden 70 Prozent der Energie der bestehenden Verbunde fossilfrei erzeugt, angestrebt werden 100 Prozent.

    «Wir wollen den mit Fernwärme versorgten Teil der Stadt bis 2040 verdoppeln auf rund 60 Prozent des Siedlungsgebiets. Das ist ein Generationenprojekt und setzt einen starken Ausbau der Infrastruktur voraus. Dafür braucht es grosse Investitionen», wird Stadtrat Michael Baumer, Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe, in der Mitteilung zitiert.

    Das gesamte Projekt der Neuorganisation der städtischen Wärmeversorgung einschliesslich der Zusammenführung sämtlicher thermischer Netze im Stadtgebiet soll unter dem Dach des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (ewz) erfolgen.

  • Forscherin untersucht Sonnenreflektion für bessere Erträge

    Forscherin untersucht Sonnenreflektion für bessere Erträge

    SLF-Forscherin Anja Mödl untersucht, wie verschneites Gelände Sonnenlicht reflektiert. Ihre Erkenntnisse sollen Photovoltaikanlagen effizienter machen. Die Messungen finden im Meierhoftälli bei Davos auf rund 2400 Meter über dem Meeresspiegel statt.

    Die Forscherin untersucht das von der Schneedecke zurückgeworfene Sonnenlicht mithilfe von Sensoren. Der Grossteil des Sonnenlichts werde vom Schnee in Einfallsrichtung reflektiert, heisst es in der Mitteilung. Sonnenlicht wird so grösstenteils in Richtung anderer Berghänge reflektiert.

    Die Schneeoberfläche reflektiert verschiedene Wellenlängen verschieden stark. Die Intensität bestimmter Wellenlängen wird so mit der Zeit stärker als im ursprünglich einfallenden Licht. Mödl untersucht, wie sich Spektren an unterschiedlichen Orten unterscheiden.

    Die Messungen sollen eine noch effektivere Stromerzeugung von Photovoltaikanlagen ermöglichen. Optimal platzierte Anlagen sollen dann auch das von benachbarten Hängen reflektierte Licht nutzen können.

    Die Sensoren messen Wellenlängen zwischen 340 und 2500 Nanometern. Photovoltaik nutzt lediglich den Bereich zwischen 500 und 1100 Nanometern. Das grössere Spektrum ermögliche es, weitere Erkenntnisse über Felserwärmung und Schneeschmelze zu ziehen, heisst es von Mödl.

    Messungen sind auch kommende Saison geplant. „Um eine fundierte Aussage zu treffen, muss ich Daten bei verschiedenen Bedingungen aufnehmen“, so die Forscherin.

  • Studie zeigt Potenziale für erneuerbare Energie in Frauenfeld

    Studie zeigt Potenziale für erneuerbare Energie in Frauenfeld

    Die Stadtwerke von Frauenfeld, Thurplus, und Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben die Ergebnisse der zweijährigen Studie „Energieperspektiven 2050“ vorgestellt. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, sind in der Studie Szenarien entwickelt worden, die aufzeigen, mit welchen Technologien, Energiebedarfen und Infrastrukturen Netto-Null-Emissionen im genannten Zeitraum zu erzielen wären.

    Laut der Studie werden heute noch 80 Prozent der Gebäude in Frauenfeld mit Öl oder Erdgas beheizt. Eine Dekarbonisierung wäre jedoch mit den bereits heute verfügbaren Technologien wie Fernwärme, Wärmepumpen, Photovoltaik und Batteriespeichern erreichbar. Um die bestehenden fossilen Heizsysteme bis 2040 auszutauschen, müssten jedoch jährlich 250 Gebäude mit erneuerbaren Heiztechniken ausgerüstet werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Fernwärme, doch auch Solaranlagen haben ein hohes Potential. Solarenergie, die heute 18 Prozent des Strombedarfs Frauenfelds abdeckt, könnte bis 2040 um fast das Fünffache gesteigert werden, heisst es in der Mitteilung.

    Die Studie ist gemeinsam mit der Urban Sympheny AG, einer Ausgliederung der Empa, erarbeitet worden. Das Projekt wurde vom Bundesamt für Energie (BFE), dem Amt für Energie des Kantons Thurgau und dem Amt für Hochbau und Stadtplanung der Stadt Frauenfeld unterstützt.

  • Spatenstich für Solargrossprojekt

    Spatenstich für Solargrossprojekt

    Der Badener Energiedienstleister Axpo baut eine Solaranlage oberhalb von Tujetsch, in unmittelbarer Nähe des Stausees Lai da Nalps. Sie erzeugt laut einer Medienmitteilung ab 2028 mit einer Leistung von 8 Megawatt pro Jahr 11 Gigawattstunden Sonnenstrom.

    Ende 2025 sollen mindestens 10 Prozent davon ans Netz angeschlossen werden, um die Vorgaben des Solarexpress zu erfüllen. Die weiteren Bauetappen werden während der Sommermonate der folgenden Jahre abgeschlossen, 2028 soll die Anlage ihre volle Produktionskapazität erreicht haben. Den Solarstrom wird die SBB zur Bahnstromversorgung über 20 Jahre hinweg abnehmen, heisst es. Umgerechnet könnten damit 2000 Haushalte ihren Jahresstrombedarf decken.

    Beim jetzt vollzogenen Spatenstich wurde auf die Bedeutung des Solarprojekts für die Energiewende hingewiesen. «Die Energieproduktion im Winter ist für die Schweiz zentral – alpine Solaranlagen wie NalpSolar leisten einen wichtigen Beitrag, wenn der Bedarf am höchsten ist», wird Antoine Millioud, Leiter Division Solar bei Axpo, zitiert. Von NalpSolar verspricht sich Axpo zudem wichtige Erkenntnisse zur Technologie und Umsetzung von Solargrossprojekten in alpinen herausfordernden Lagen.

    Martin Cavegn, Gemeindepräsident von Tujetsch, unterstrich das Potenzial der Anlage für eine nachhaltige Energiezukunft und die Wertschöpfung in der Region. Der Standort direkt neben dem Nalps-Stausee verbinde bestehende Infrastruktur mit neuer klimafreundlicher Technologie. Dies bringe Vorteile für die lokale Wertschöpfung und mache die Stromversorgung der Schweiz sicherer.

  • Wie effizient arbeiten Wärmepumpen

    Wie effizient arbeiten Wärmepumpen

    Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie für die Energiewende im Gebäudesektor. Doch wie effizient arbeiten sie im Alltag? Forschende der ETH Zürich haben im Rahmen der bisher grössten Feldstudie 1023 Anlagen in zehn europäischen Ländern über zwei Jahre hinweg analysiert. Das Ergebnis zeigt, die tatsächliche Effizienz variiert stark mit etlichen dramatischen Abweichungen von den technischen Standards.

    Fehlkonfiguration und Überdimensionierung
    Zahlreiche Wärmepumpen sind falsch eingestellt oder überdimensioniert. Die Heizkurve ist oft zu hoch angesetzt, Nachtabsenkungen führen zu unnötigem Nachheizen und hohe Heizgrenzen verlängern die Laufzeiten. In der Schweiz wurde bei 41 % der getesteten Anlagen ein überhöhter Temperaturhub festgestellt. 17 % der Luftwärmepumpen in der internationalen Studie lagen sogar unterhalb der geltenden Effizienzstandards.

    Digitale Hilfsmittel als Lösungsansatz
    Die Forschenden fordern europaweit einheitliche Standards für die digitale Überwachung von Wärmepumpen. Intelligente Steuerungssysteme und Algorithmen könnten die Betriebseffizienz kontinuierlich analysieren und Optimierungsvorschläge liefern. Erste Pilotprojekte mit Smart Metern und KI-gestützter Datenauswertung in der Schweiz bestätigen dieses Potenzial.

    Effizienz steigert Akzeptanz
    Ein effizienter Betrieb senkt nicht nur den Stromverbrauch, sondern erhöht auch das Vertrauen in die Technologie. Dies ist entscheidend, um Wärmepumpen als klimafreundliche Lösung flächendeckend zu etablieren. Die ETH-Studien zeigt, die Technik ist bereit, nun braucht es Standards, Kontrolle und mehr Bewusstsein für den Betrieb.

  • Swissgrid investiert in das Netz der Zukunft

    Swissgrid investiert in das Netz der Zukunft

    Das Übertragungsnetz ist die Grundlage der sicheren Stromversorgung in der Schweiz und seine Bedeutung wächst. Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung verändern das Energiesystem grundlegend. Mit dem Projekt „Strategisches Netz 2040“ reagiert Swissgrid auf diese Entwicklungen und identifiziert 31 Schlüsselprojekte, die bis 2040 realisiert werden müssen. Rund 5,5 Milliarden Franken sollen in Ausbau, Modernisierung und Steuerbarkeit des Netzes fliessen.

    Wachsende Anforderungen an das Netz
    Der Umbau der Energieversorgung führt zu neuen Belastungen. Der Stromverbrauch steigt durch Wärmepumpen, Elektromobilität und Rechenzentren stark an. Gleichzeitig nimmt die Einspeisung aus volatilen, dezentralen Quellen zu. Internationale Stromflüsse steigen durch Windparks und Solarfarmen in Europa. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzt Swissgrid auf gezielte Netzverstärkungen, neue Phasenschiebertransformatoren zur Steuerung der Stromflüsse und die umfassende Sanierung bestehender Infrastrukturen.

    Planen mit Weitblick und Rücksicht
    Das NOVA-Prinzip (Netzoptimierung vor Netzverstärkung vor Netzausbau) steht im Zentrum der Strategie. Ein Netzausbau erfolgt nur, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Damit werden Kosten und Umweltbelastungen minimiert. Zugleich wird durch koordinierte Planung mit Kantonen und Partnern sowie frühzeitige Einbindung der Bevölkerung die Akzeptanz erhöht und der Planungsprozess beschleunigt.

    Vernetzung über Landesgrenzen hinaus
    Swissgrid plant nicht nur für die Schweiz, sondern auch für die europäische Energiezukunft. Eine engere Anbindung ans europäische Netz sowie die Integration in ein künftiges Supergrid sollen dazu beitragen, Strom effizienter über Kontinente hinweg zu transportieren. Entscheidend für diese Integration bleibt ein geregeltes Stromabkommen mit der EU.

  • Mit Kupfer und Grips das Schweizer Stromnetz stärken

    Mit Kupfer und Grips das Schweizer Stromnetz stärken

    Mit der gesetzlichen Verankerung des Netto-Null-Ziels bis 2050 hat die Schweiz wichtige Weichen für eine klimaneutrale Energieversorgung gestellt. Der Ausbau erneuerbarer Energien wie Fotovoltaik, Wasserkraft und Windkraft schreitet voran. Doch die bestehende Netzinfrastruktur ist nicht optimal darauf ausgelegt. Die Integration schwankender Einspeisungen erfordert ein flexibles Stromnetz, das Engpässe vermeidet und eine stabile Versorgung gewährleistet.

    Netzausbau grösste Herausforderung
    Die Schweiz verfügt über ein starkes Übertragungsnetz, das für den internationalen Stromhandel von hoher Bedeutung ist. Dennoch sind zwei Drittel der 6700 Kilometer umfassenden Leitungen zwischen 50 und 80 Jahre alt und müssen modernisiert werden. Noch grösserer Handlungsbedarf besteht in den unteren Netzebenen. Lokale Verteilnetze sind zunehmend gefordert, da dezentrale Stromerzeuger wie Hausdach-Solaranlagen oder Elektromobile das Niederspannungsnetz belasten. Die Kapazitäten dieser Netze müssen erweitert und besser gesteuert werden.

    Lösung Kupfer und Intelligenz
    Für eine zukunftsfähige Netzinfrastruktur sind zwei Ansätze entscheidend.
    Klassischer Netzausbau:
    Der physische Ausbau des Stromnetzes durch neue Leitungen, verstärkte Verkabelungen und leistungsfähigere Transformatoren. Dies ist teuer, aber in vielen Fällen unvermeidlich.
    Intelligente Steuerungssysteme:
    Durch Digitalisierung und smarte Technologien lassen sich Stromflüsse effizient regulieren. Dazu gehören beispielsweise flexible Einspeisungssysteme für Fotovoltaik, netzdienliche Heimbatterien sowie ein optimiertes Lastmanagement für Elektroautos und Wärmepumpen. Solche Konzepte reduzieren teure Netzaufrüstungen und machen das System agiler.

    Flexibilität als Erfolgsfaktor
    Ein hochflexibles Netz kann Leistungsschwankungen abfedern und Bedarfsspitzen ausgleichen. Dies gelingt durch eine enge Vernetzung mit Nachbarländern, den Einsatz von Speichersystemen wie Pumpspeicherkraftwerken und intelligenten Steuermechanismen. Forschende der ETH Zürich untersuchen zudem, wie Elektromobilität zur Netzstabilität beitragen kann, etwa durch gesteuertes Laden in Zeiten hoher Stromverfügbarkeit.

    Beides ist notwendig
    Weder der klassische Netzausbau noch intelligente Steuerungssysteme allein reichen aus, um das Schweizer Stromnetz fit für die Energiewende zu machen. Es braucht eine Kombination aus beidem – Kupfer für die physische Infrastruktur und Grips für innovative Steuerungskonzepte. Investitionen in beide Bereiche sind essenziell, um die steigenden Anforderungen der erneuerbaren Energien effizient und wirtschaftlich zu bewältigen.

  • Fernwärme erreicht Schloss auf dem Felsen

    Fernwärme erreicht Schloss auf dem Felsen

    BRUGG Pipes mit Sitz in Kleindöttingen hat im Frühjahr 2025 das Schloss Vaduz in Liechtenstein über sein flexibles Rohrsystem an ein Fernwärmenetz angeschlossen. Wie es in einer Mitteilung heisst, war die logistische Herausforderung das Überwinden der steilen Hanglagen von der Basisstation zum Schloss.

    Bei der Verlegung der 300 Meter langen Leitung musste ein Höhenunterschied von 120 Metern zu dem auf einer Felsterrasse gelegenen Schloss überwunden werden. Die Installation wurde mittels Helikoptern vorgenommen. Die verwendeten FLEXWELL-FHK-Rohre wurden dabei an vorher am Fels verankerten Haltepunkten fixiert. „Diese innovative Methode ermöglichte, die Herausforderungen des Geländes sicher, schnell und effizient zu bewältigen“, wird Daniel Schneider, Verkaufsleiter Fernwärme Schweiz bei BRUGG Pipes, in der Mitteilung zitiert.

    Das Schlossareal und die angrenzenden Gebäude werden künftig mit Fernwärme aus der VfA Buchs versorgt. Die Fernwärme liefert das Kehrichtheizkraftwerk des Vereins für Abfallentsorgung (VfA) in Buchs SG. 2023 sind hier rund 200‘000 Megawattstunden Fernwärmenergie erzeugt und geliefert worden, das entspricht einer Energiemenge aus dem Verbrennen von 12,5 Millionen Litern Heizöl, heisst es in der Mitteilung.

  • Übernahme stärkt Ladeinfrastruktur im E-Mobility-Markt

    Übernahme stärkt Ladeinfrastruktur im E-Mobility-Markt

    Die AVIA VOLT Suisse AG kauft den Ladeinfrastrukturanbieter Plug’N Roll und erweitert ihre Ladeinfrastruktur um 2345 Ladepunkte. Plug’N Roll-Kunden profitieren vom Zugang zu einem europaweiten Netzwerk aus über 850‘000 Ladepunkten. Die Bündner Repower AG, bisherige Eigentümerin von Plug’N Roll, richtet mit Repower E-Mobility ihren Fokus neu aus.

    AVIA VOLT prüft nun laut einer Mitteilung Verträge und Geschäftsprozesse von Plug’N Roll. Deren 24‘600 Kunden werden nahtlos in den AVIA-Verbund integriert.  Die Übernahme ermöglicht eine integrierte Abrechnung elektrischer und fossiler Energie für Plug’N Roll-Flottenbetreiber. Die Systemarchitektur von AVIA VOLT biete Kompatibilität mit den Soft- und Hardwarelösungen vieler Hersteller, heisst es in der Mitteilung.

    Die AVIA VOLT mit Sitz in Frauenfeld ist eine Tochter mehrerer Schweizer AVIA-Unternehmen. Sie sieht die Übernahme als wichtigen Schritt, um sich als führender Service-Anbieter im Bereich Elektromobilität zu etablieren. „Für uns bedeutet die Übernahme eine gezielte Stärkung unserer Position als Anbieterin für verlässliche Ladeinfrastruktur in der Schweiz“, wird Martin Osterwalder, Verwaltungsratspräsident von AVIA VOLT, zitiert.

    Plug’N Roll ist die E-Mobility Abteilung der Repower AG. Die E-Mobility Anbieterin entwickelt seit 2012 Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum, für Unternehmensflotten und für Immobilien. Bis Ende 2025 wird die Marke Plug’N Roll von AVIA VOLT genutzt. Drei Plug’N Roll-Mitarbeitende werden von AVIA VOLT übernommen.

  • Flughafen Zürich testet Solarzäune

    Flughafen Zürich testet Solarzäune

    Die Flughafen Zürich AG in Kloten will mit einem deutlichen Ausbau erneuerbarer Energien ihrem Netto-Null-Ziel für unternehmenseigene Emissionen bis 2040 näher kommen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, sollen dabei die Photovoltaikanlagen deutlich ausgebaut werden. Neben Anlagen auf Dächern und an Fassaden testet der Flughafen nun die Installation von Solarzäunen. Eine erste Anlage wurde neben der Heizzentrale des Flughafens installiert.

    Die senkrecht montierten Paneele bieten mehrere Vorteile. Da sie beidseitig solar bestrahlt werden können, erhöht sich die Stromausbeute um 10 bis 30 Prozent. Die Stromproduktion kann somit auch über den ganzen Tag ausgedehnt werden. Gleichzeitig dienen die Solarpaneele als Sicherheitszaun für den Flughafenbereich.

    „In einem ersten Schritt wollen wir Erfahrungen mit den vertikalen Solaranlagen sammeln und prüfen, ob diese Technologie für weitere Standorte in Frage kommen könnte. Denkbar sind zum Beispiel Parkplätze. Die Testphase wird mindestens ein Jahr dauern, um die Saisonalitäten abbilden zu können“, wird Guido Hüni, Leiter Energie und Dekarbonisierung der Flughafen Zürich AG, in der Mitteilung zitiert.

    Derzeit sind auf zwölf Gebäudedächern Photovoltaikanlagen installiert. In einer Machbarkeitsstudie werden weitere Standorte geprüft. Dabei muss unter anderem die Blendsicherheit für Piloten und Tower gewährleistet werden. Bis 2040 sollen die Photovoltaikanlagen des Flughafens eine Strommenge produzieren, die zum Versorgen von 5000 Haushalten ausreicht.

  • Luzern will Verkehrsinfrastruktur als Solarkraftwerke nutzen

    Luzern will Verkehrsinfrastruktur als Solarkraftwerke nutzen

    Der Kanton Luzern will zur regenerativen Strom- und Wärmeerzeugung mehr Sonnenenergie nutzen und zusätzliche Flächen der kantonseigenen Strasseninfrastruktur als Solarkraftwerke nutzen. Der Kanton sieht vor, etwa Brücken, Tunnel, Galerien, Lärmschutzwände, Fahrbahnen, Böschungen und Stützmauern mit Photovoltaik auszustatten.

    Wie es in einer Mitteilung heisst, könne durch Sonnennutzung an den am besten geeigneten Standorten zehnmal mehr Energie gewonnen werden als heute. Das Photovoltaikpotenzial auf diesen Flächen sei demnach steigerungsfähig, hält der 2024 erschienene Fachbericht „Potenziale der erneuerbaren Energieproduktion im Kanton Luzern“ fest.

    Konkrete Zahlen zum Stromerzeugungspotenzial sollen zwei Pilotprojekte ergeben. Auf der Lärmschutzgalerie in Knutwil und bei der Rontalbrücke bei Buchrain und Dierikon sollen Photovoltaikanlagen installiert werden. Laut Mitteilung lasse sich auf den Flächen 1 Gigawattstunde regenerativer Strom erzeugen.

    Die Anlage auf der Rontalbrücke soll in Jahr 2025 in Betrieb gehen und wird vom Kanton realisiert, der dort Eigenstrombedarf vorsieht. Über die grösste Fläche der untersuchten Objekte verfüge die Lärmschutzgalerie Knutwil. Sie sei so gross wie ein halbes Fussballfeld, die Anlage dort soll planmässig ab 2026 Sonnenstrom liefern. Vor dem Bau der Anlage stehen verschiedene Sanierungsmassnahmen an der Lärmschutzgalerie an.

  • Flughafen testet Wasserspeicher unter eiszeitlicher Rinne

    Flughafen testet Wasserspeicher unter eiszeitlicher Rinne

    Die Flughafen Zürich AG geht den Bau eines zweiten Testbrunnens einer etwa 300 Meter unter dem Flughafengelände liegenden eiszeitlichen Rinne an, informiert die Flughafenbetreiberin in einer Mitteilung. Sie plant, die wasserführende Rinne als Wärme- und Kältespeicher für emissionsfreies Heizen und Kühlen des Flughafengebäudes zu nutzen. Ein im vergangenen Herbst angelegter Testbrunnen hatte bereits erfolgversprechende Resultate geliefert.

    „Die Wassermengen, die gepumpt werden konnten, sowie die Fliessgeschwindigkeit des Wassers stimmen uns weiter zuversichtlich, dass die Rinne als Wärme- und Kältespeicher dienen kann“, wird Guido Hüni, Leiter Energie und Dekarbonisierung der Flughafen Zürich AG, in der Mitteilung zitiert. „Nun braucht es weitere Tests, um festzustellen, in welchem Ausmass dieser Speicher nutzbar ist.“

    Aktuell wird ein geeigneter Standort für den zweiten Brunnen gesucht. Einmal angelegt, soll er für Zirkulationstests mit dem ersten Brunnen verbunden werden. „Mit diesem nächsten Schritt prüfen wir die Effizienz eines solchen Speichers und können bei positiven Resultaten schliesslich den konkreten Ausbau planen“, erläutert Hüni.

    Die Flughafenbetreiberin setzt darauf, über die Rinne den überwiegenden Teil des Heiz- und Kühlbedarfs für das Flughafengebäude decken zu können. Je nach Ergiebigkeit könnte der Wasserspeicher dabei mit Erdsondenfeldern kombiniert werden. Als voraussichtliche Kosten für die Investition werden in der Mitteilung rund 8 Millionen Franken genannt. Dabei kann sich die Flughafen Zürich AG auf finanzielle Förderung durch das Bundesamt für Energie stützen.

  • EPFL-Forschende verbessern mit Rubidium Effizienz von Solarzellen

    EPFL-Forschende verbessern mit Rubidium Effizienz von Solarzellen

    Forschende der EPFL haben laut einer Mitteilung eine Methode zur Reduzierung des Energieverlustes von Perowskit-Solarzellen entdeckt. Perowskit-Solarzellen basieren auf Halbleitern mit breitem Bandabstand, die jedoch häufig unter Phasentrennung leiden, welches mit der Zeit einen Leistungsabfall verursacht. Die Integration von Rubidium (Rb) soll das Material der Halbleiter stabilisieren und gleichzeitig die Energieeffizienz der Solarzelle verbessern. Durch das Ausnutzen der Gitterspannung des Perowskit-Films konnten die Forschenden zudem sicherstellen, dass die Rb-Ionen an richtiger Stelle fixiert sind.

    Die Forschenden um Lukas Pfeifer und Likai Zheng der Gruppe von Michael Grätzel an der EPFL nutzten zudem die Methode der Röntgenbeugung, um diesen Effekt zu verifizieren und zu analysieren. Dabei fanden sie heraus, dass neben der Gitterspannung die Einführung von Chloridionen ebenfalls entscheidend zur Stabilisierung des Materials beiträgt. Die Chloridionen gleichen die Grössenunterschiede zwischen den eingebauten Elementen aus und gewährleisten dadurch eine gleichmässigere Ionenverteilung. Das Ergebnis sei ein gleichmässigeres Material mit weniger Defekten und einer stabileren elektronischen Struktur.

    Die neue Perowskit-Zusammensetzung erreichte mit einer Leerlaufspannung von 1,30 Volt 93,5 Prozent ihres theoretischen Grenzwerts. Dies sei einer der niedrigsten Energieverluste, die jemals bei Perowskit-Halbleitern gemessen wurde. Eine verbesserte Photolumineszenzquantenausbeute weist darüber hinaus auf eine effizientere Umwandlung von Sonnenlicht in Strom hin.

    Die Steigerung der Effizienz von Perowskit-Solarzellen könnte zu effizienteren und kostengünstigeren Solarmodulen führen und damit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren. Perowskite könnten ausserdem für LEDs, Sensoren und andere optoelektronische Anwendungen genutzt werden. Die Ergebnisse der EPFL könnten daher auch die Kommerzialisierung dieser Technologien beschleunigen.

  • Effizienzschub für Wasserstoff

    Effizienzschub für Wasserstoff

    Die Elektrolyse, die Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff mittels Stroms ist ein bewährtes Verfahren, aber energietechnisch noch nicht ausgereizt. Zwar liegt die theoretisch benötigte Spannung bei 1,23 Volt, in der Praxis sind jedoch oft 1,5 bis 1,6 Volt notwendig. Diese Diskrepanz ist kostspielig und bremst die wirtschaftliche Nutzung.

    Ein Forschungsteam um Franz Geiger hat nun eine zentrale Ursache identifiziert. Vor der Sauerstofffreisetzung müssen sich die Wassermoleküle um ihre Achse drehen, um ihre Sauerstoffatome zur Elektrode auszurichten. Erst dann kann die Sauerstoffentwicklungsreaktion erfolgen. Diese Rotation erfordert eine erhebliche Menge  Energie vergleichbar mit der, die Wassermoleküle im flüssigen Zustand zusammenhält.

    Sichtbarmachung durch Lasertechnologie
    Ermöglicht wurde dieser Einblick durch ein neuartiges Analyseverfahren, die phasenaufgelöste zweite harmonische Generation. Mit dieser Lasertechnologie konnten die Forschenden in Echtzeit beobachten, wann und wie viele Moleküle ihre Orientierung ändern. Diese Daten liefern erstmals eine präzise energetische Quantifizierung der Rotation. Ein Meilenstein für die Weiterentwicklung effizienterer Elektrolyseverfahren.

    Besonderes Augenmerk galt dabei der Hämatit-Elektrode, einem kostengünstigen Eisenoxid, das trotz vielversprechender Eigenschaften bislang unter geringer Effizienz litt. Die neue Analyse legt nun offen, wo Optimierungspotenzial besteht.

    Basischer pH-Wert als Hebel zur Effizienzsteigerung
    Ein weiterer Schlüsselfaktor, der pH-Wert der Lösung. Die Studie zeigt, dass ein basisches Milieu, also ein pH-Wert über 9, die für die Molekülrotation nötige Energie erheblich reduziert. Damit steigt die Effizienz der Sauerstoffentwicklungsreaktion deutlich. Unterhalb dieser Schwelle läuft die Elektrolyse kaum noch ab.

    Diese Erkenntnis eröffnet neue Perspektiven für die industrielle Wasserstoffproduktion. In Kombination mit gezielten Katalysatoren und fortschrittlichen Zellmaterialien lassen sich Elektrolyseanlagen künftig ressourcenschonender und wirtschaftlicher betreiben.

  • Vom Regentropfen zur Stromquelle

    Vom Regentropfen zur Stromquelle

    Wasser, das durch Rohre fällt, kann künftig mehr als nur abfliessen. Es kann Strom erzeugen. An der National University of Singapore haben Forschende eine Methode entwickelt, um mit sogenanntem „Plug Flow“, einer gleichmässigen Tropfenströmung elektrische Energie zu gewinnen. In ersten Laborversuchen konnten bereits 12 LEDs für 20 Sekunden betrieben werden, allein durch künstlich erzeugten Regen. Entscheidend ist dabei die Trennung elektrischer Ladungen beim Aufprall der Tropfen auf eine mit Polymer beschichtete Rohrwand.

    Die Effizienz dieses Systems ist bemerkenswert. Mehr als 10 % der Energie fallender Tropfen wird in Strom umgewandelt. Ein Vielfaches im Vergleich zu herkömmlichen Wassersystemen. Durch Parallelschaltung mehrerer Röhren lässt sich die Leistung skalieren. Ein Ansatz mit Potenzial für urbane Regenmanagement-Konzepte oder als Backup-System in Solaranlagen.

    Strom aus Reibung
    Neben der Strömungstechnologie eröffnet auch der triboelektrische Effekt neue Wege zur Energiegewinnung. Triboelektrische Nanogeneratoren (TENG) wandeln die Bewegungsenergie von Regentropfen in Strom um, durch den Kontakt und die Trennung zweier Materialien. In Solaranlagen lassen sich diese Generatoren auf der Oberfläche integrieren, ohne die Lichtdurchlässigkeit zu beeinträchtigen. So entsteht bei Regen zusätzliche Energie. Eine ideale Ergänzung für sonnenarme Tage.

    Im Labor wurden bereits 50 bis 100 Watt pro Quadratmeter erzeugt, das entspricht rund einem Drittel der maximalen Leistung moderner PV-Module. Laut dem Fraunhofer-Institut steht die Marktreife dieser Technologie kurz bevor.

    Perspektiven für Architektur, Energie und Mobilität
    Die Anwendungen reichen weit über Solardächer hinaus. In Zukunft könnten auch Kleidungsstücke, Schuhe oder Fassaden mit TENG-Beschichtungen Strom bei jeder Bewegung oder jedem Regentropfen erzeugen. Besonders in urbanen Regionen mit hoher Regenfrequenz eröffnet dies neuen Möglichkeiten für dezentrale Stromversorgung, Gebäudetechnik und energieautarke Systeme.

  • Zug als globales Zentrum für Blockchain-Technologie

    Zug als globales Zentrum für Blockchain-Technologie

    Mit einem finanziellen Engagement von rund 40 Millionen Franken unterstützt der Kanton Zug den Aufbau der «Blockchain Zug – Joint Research Initiative». Dieses innovative Kooperationsprojekt zwischen der Universität Luzern und der Hochschule Luzern soll das Crypto Valley zum internationalen Zentrum der Blockchain-Forschung entwickeln. Der Kantonsrat gab im Februar 2024 grünes Licht für das Vorhaben.

    Neues Forschungsinstitut an der Universität Luzern
    Ein zentraler Bestandteil der Initiative ist die Gründung eines Zuger Instituts für Blockchain-Forschung an der Universität Luzern. Mit neun neuen Lehrstühlen wird ein interdisziplinäres Forschungsumfeld geschaffen, das sich mit den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekten der Blockchain-Technologie auseinandersetzt. Die HSLU bringt ihre Expertise aus den Bereichen Informatik, Finance und Technik ein und schafft so eine einzigartige Synergie zwischen technologischer Innovation und humanwissenschaftlicher Perspektive.

    Leuchtturmprojekt mit internationaler Strahlkraft
    Ziel der Initiative ist es, Zug als globales Zentrum für Blockchain-Forschung zu etablieren. Finanzdirektor Heinz Tännler betont die Bedeutung dieses Vorhabens: «Blockchain hat das Potenzial, viele Bereiche unseres Lebens zu transformieren. Mit dieser Initiative stellen wir sicher, dass wir an der Spitze dieser Entwicklung stehen.» Dies ist nicht nur eine Investition in die Zukunftstechnologie, sondern auch eine strategische Massnahme zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Zug.

    Technologie trifft Gesellschaft
    Anders als viele reine Technologieforschungen verfolgt die «Blockchain Zug – Joint Research Initiative» einen breiten Ansatz. Neben den technischen Grundlagen werden auch die Auswirkungen auf Wirtschaft, Politik und Gesellschaft untersucht. Dies unterstreicht den einzigartigen Charakter des Projekts, das nicht nur Innovationen vorantreiben, sondern auch gesellschaftliche Transformationen verstehen und gestalten will.

    Langfristige Perspektive und nachhaltige Finanzierung
    Die Initiative ist langfristig angelegt. Nach der fünfjährigen Anschubfinanzierung durch den Kanton Zug soll das Forschungsnetzwerk auf nachhaltige Finanzierungsgrundlagen gestellt werden. Eine externe Evaluation nach drei Jahren wird über den weiteren Weg entscheiden.

  • ETH Zürich liefert Schlüssel zur Energiewende im Stromnetz

    ETH Zürich liefert Schlüssel zur Energiewende im Stromnetz

    Europas Stromnetz basiert auf Wechselstrom  und einem präzisen Rhythmus, der bislang von Grosskraftwerken mit schweren Turbinen vorgegeben wurde. Mit dem Ausstieg aus Kohle und Atomkraft verschwinden diese Taktgeber zusehends. Was nach einer technischen Randnotiz klingt, ist in Wahrheit eine zentrale Herausforderung der Energiewende. Ohne stabile Frequenz drohen Stromausfälle und Systeminstabilität.

    Weil Wind- und Solaranlagen Gleichstrom liefern, braucht es Wechselrichter, die diesen in netzkompatiblen Wechselstrom umwandeln. Bislang folgen diese passiv dem bestehenden Takt. Doch mit dem Wegfall der traditionellen Kraftwerke braucht es einen Paradigmenwechsel. Wechselrichter müssen künftig selbst netzbildend agieren, eine Herausforderung, der sich die ETH Zürich erfolgreich gestellt hat.

    Algorithmus statt Abschaltung
    Unter der Leitung von Prof. Florian Dörfler hat ein Forschungsteam der ETH Zürich eine revolutionäre Steuerung für Wechselrichter entwickelt. Diese verhindert, dass sich Anlagen bei Netzfehlern wie Spannungseinbrüchen automatisch abschalten. Stattdessen bleiben sie am Netz, stabilisieren aktiv die Frequenz und begrenzen dabei selbständig ihre Stromabgabe. Ein Schutzmechanismus, der Überlastungen vermeidet und zugleich das Netz stützt.

    Die Lösung ist rein softwarebasiert und damit direkt industrietauglich. Erste Praxistests im Labor verliefen erfolgreich. Die neuen Algorithmen sind zum Patent angemeldet und könnten zeitnah in industrielle Steuerungssysteme integriert werden.

    Fahrplan für die Energiewende
    Der innovative Ansatz der ETH hat das Potenzial, das Rückgrat der zukünftigen Stromversorgung zu werden. Dezentral, flexibel, stabil, ein Stromnetz, das nicht mehr von wenigen zentralen Grosskraftwerken, sondern von tausenden intelligent gesteuerten Solar- und Windkraftwerken getragen wird.

    Industriepartner sind eingeladen, gemeinsam mit ETH-Studierenden an der Umsetzung zu arbeiten, etwa über Masterarbeiten in Unternehmen. Damit entsteht ein direkter Wissenstransfer von der Forschung in die Industrie und letztlich in die Stromnetze Europas.

    Der Beitrag zur Energiewende ist erheblich. Die Lösung erhöht die Netzsicherheit, senkt das Risiko von Blackouts und macht den Übergang zu erneuerbaren Energien technisch realisierbar. Ein zentraler Baustein für eine resiliente, nachhaltige Energiezukunft.

  • DC-Technologie als Schlüssel zur Energiewende

    DC-Technologie als Schlüssel zur Energiewende

    Gleichstrom gewinnt an strategischer Bedeutung. Der OVE DC Day 2025, veranstaltet in Kooperation mit der Technologieplattform Smart Grids Austria, brachte rund 80 internationale Experten zusammen. Zentrale Themen waren unter anderem sogenannte DC-Microgrids, lokale Energienetze, die erneuerbare Energien, Speicher und Verbraucher auf Gleichstrombasis vernetzen.

    Diese Systeme ermöglichen eine deutlich effizientere Energieverteilung, etwa in Gebäuden, Rechenzentren, der Industrie und in autarken Inselnetzen. Auch in der Elektromobilität zeigt sich ihr Potenzial, etwa durch die direkte Kopplung von Ladeinfrastruktur mit erneuerbarer Stromerzeugung.

    Standardisierung und Sicherheit im Fokus
    Neben konkreten Anwendungsfeldern wurden auch technische und normative Aspekte diskutiert. Die Vortragenden präsentierten Erfahrungen aus laufenden DC-Pilotprojekten, neue regulatorische Rahmenbedingungen und Fortschritte in der Normung. Besonders betont wurde, dass parallel laufende Projekte essenziell sind, um belastbare Standards für die DC-Technologie zu schaffen.

    Impulse aus der Industrie
    Mit Keynotes von Yannick Neyret (Schneider Electric) und Friederich Kupzog (AIT) sowie Fachbeiträgen namhafter Unternehmen bot der DC Day einen hochkarätigen Überblick über aktuelle Entwicklungen. Im Zentrum standen praxisnahe Erkenntnisse aus der Industrie sowie der gezielte Austausch unter Experten. Eine ideale Grundlage für beschleunigten Wissenstransfer.

    Gleichstrom als Beschleuniger der Energiewende
    Ein Höhepunkt war die Podiumsdiskussion mit führenden Köpfen der Branche, darunter Vertreter von Siemens, Eaton, AIT, Schneider Electric und dem Fraunhofer Institut. Unter der Moderation von Karl-Heinz Mayer (Eaton) wurde deutlich, DC-Systeme sind bereit für den breiten Einsatz. Vorausgesetzt, Normung und Sicherheit entwickeln sich zeitgleich mit der Technologie.

  • Wärme aus 2000 Metern Tiefe geplant

    Wärme aus 2000 Metern Tiefe geplant

    Das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) hat eine Erkundungsbohrung für ein geplantes Geothermie-Projekt in Magglingen angekündigt. Sofern die erforderliche Kreditbewilligung der Eidgenössischen Räte und die Bohrbewilligungen der Kantonalen Behörden vorliegen, soll in einer Tiefe von rund 1’500 bis 2’300 Metern ein Nachweis von Tiefenwasser gelingen.  

    Laut einer Medienmitteilung werden dort „mehrere potenzielle Tiefenwasserreservoire“ vermutet, welche für eine Geothermieanlage im Nationalen Sportzentrum Magglingen des Bundesamtes für Sport (BASPO) genutzt werden sollen. Die Anlage könnte ab 2029 Wärme dorthin liefern.

    Vorausgegangen waren Untergrunduntersuchungen im Jahr 2023 durch das BBL. Diese sollten helfen, um ein „möglichst präzises geologisches Abbild des Untergrunds“ zu erhalten. Mit dem jetzt bekanntgegebenen Erkundungsschritt soll weiter geklärt werden, ob im Falle eines positiven Nachweises das Tiefenwasser für die wirtschaftliche Nutzung einer Geothermieanlage infrage kommt.

    Seismische Untersuchungen seien Grundlage vieler Geothermie-Vorhaben, zur Klärung der exakten Lage des Tiefenwassers und weil Kennzahlen wie Wassertemperatur, Wassermenge und Fliessrate fehlten. Die vorgesehene Erkundungsbohrung reduziere Unsicherheiten und Projektrisiken.

  • Weniger Hürden für Solaranlagen

    Weniger Hürden für Solaranlagen

    Die Schweiz steht vor einer potenziell bahnbrechenden Änderung im Bau- und Energierecht. Eine eidgenössische Volksinitiative fordert, dass Solaranlagen auf bestehenden Bauten und Anlagen künftig keine Baubewilligung mehr benötigen sollen. Dies soll auch für geschützte Ortsbilder und Landschaften gelten, mit wenigen Ausnahmen wie national bedeutenden Kulturdenkmälern.

    Diese Forderung könnte für Immobilienentwickler, Investoren und Standortförderer neue Perspektiven eröffnen. Denn bislang verzögern Denkmalpflege, Ortsbildkommissionen oder langwierige Verfahren oft dringend notwendige Energieprojekte. Die Initiative, lanciert durch den Verein IG Solaranlagen, reagiert auf diesen Stillstand mit einem klaren Appell, vereinfachen, beschleunigen, umsetzen.

    Verfassungsänderung mit Wirkung
    Die Initiative schlägt einen neuen Verfassungsartikel vor, der klarstellt, für Solaranlagen ist keine Baubewilligung erforderlich, unabhängig vom Standort. Einzige Ausnahmen sind Anlagen auf schützenswerten Kulturobjekten. Sollte die Initiative angenommen werden, hat das Parlament nur ein Jahr Zeit, die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen. Andernfalls tritt automatisch eine bundesrätliche Verordnung in Kraft.

    Diese klare Fristsetzung schafft Rechtssicherheit. Ein wichtiger Punkt für Projektentwicklungen und Investitionsentscheidungen im Bereich nachhaltiger Immobilien.

    Ein Signal für den Standort Schweiz
    Die Initiative trifft den Nerv der Zeit. Der rasche Ausbau der Solarenergie ist zentral für die Versorgungssicherheit, den Klimaschutz und die Zukunftsfähigkeit des Standorts Schweiz. Gleichzeitig eröffnet sie Chancen für die Immobilienwirtschaft. Neue Geschäftsmodelle, Wertsteigerung durch energetische Sanierungen und nachhaltige Quartierentwicklungen rücken in greifbare Nähe.

    Die Initiative ist auch eine klare Botschaft an Politik und Verwaltung. Die Energiewende darf nicht an überholten Prozessen scheitern. Standortattraktivität entsteht dort, wo Innovation nicht behindert, sondern beschleunigt wird.

  • Automatisierte Produktion für nachhaltige Energienutzung

    Automatisierte Produktion für nachhaltige Energienutzung

    Die in Opfikon ansässige Libattion AG hat in Biberist ein neues Werk für die Aufbereitung ausgedienter Batterien aus Elektroautos in Betrieb genommen. Hier werden aus den Batterien modulare stationäre Energiespeicher gefertigt. Laut Unternehmensangaben handelt es sich dabei um Europas grösste Anlage dieser Art. Die Produktionsstätte wurde auf dem Gelände eingerichtet, das auch vom Batterierecylingunternehmen Librec genutzt wird.

    Die neue Anlage verfügt über einen hohen Automatisierungsgrad. „Unsere neue Produktionshalle ermöglicht es uns, flexibel auf die Marktanforderungen zu reagieren und dabei einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung in Europa zu leisten“, wird Stefan Bahamonde, CEO und Mitgründer von Libattion, in der Mitteilung zitiert. „Durch die Automatisierung unserer Produktion können wir nicht nur effizient, sondern auch wirtschaftlich agieren und unsere Kapazitäten präzise an die Nachfrage anpassen.“

    Im Jahr 2022 hat Libattion stationäre Speicher mit einer Gesamtkapazität von 7 Megawattstunden hergestellt, im vergangenen Jahr wurden bereits 27 Megawattstunden Gesamtkapazität erreicht. Bis 2026 will das Unternehmen die Gesamtkapazität auf 500 Megawattstunden steigern. Die Speichersysteme von Libattion sind modular aufgebaut und können Kapazitäten von 97 Kilowattstunden bis zu 60 Megawattstunden aufweisen. Sicherheit stehe dabei an erster Stelle, erklärt Bahamonde: „durch die automatisierte Produktion und strenge Qualitätskontrollen können wir für jeden Speicher höchste Sicherheitsstandards garantieren“.

  • Der 104. immoTable im Zeichen von Energie, Standortattraktivität und Innovation

    Der 104. immoTable im Zeichen von Energie, Standortattraktivität und Innovation

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    Weichenstellungen für starke Standorte
    Samuel Mösle, Co-Leiter der kantonalen Wirtschaftsförderung Zürich, eröffnete mit einem umfassenden Lagebild. Er skizzierte die aktuellen Herausforderungen im globalen Kontext und betonte die Rolle der Bauwirtschaft für die Weiterentwicklung des Standorts Zürich. Themen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und die Sicherung von bezahlbarem Wohnraum spielen dabei eine zentrale Rolle. Ziel ist es, den Kanton Zürich als innovativen und wettbewerbsfähigen Wirtschaftsraum weiter zu profilieren.

    Björn Slawik und Frank Koster vom ewz präsentierten die Perspektiven einer dezentralen und nachhaltigen Energiewelt. Im Fokus standen die dynamische Entwicklung des Schweizer Solarmarktes und neue regulatorische Rahmenbedingungen ab 2026. Mit der Einführung lokaler Elektrizitätsgemeinschaften, etwa durch das Konzept ewz.solarquartier, wird der Eigenverbrauch von Solarstrom auf Quartiersebene gestärkt. Ziel ist es, Überschüsse effizient zu nutzen und den Solarzubau marktorientiert zu fördern.

    Jan Frenzel von SMG veranschaulichte, wie KI-gestützte Systeme die Welt des Customer Relationship Managements revolutionieren. Neben dem Vergleich von CRM- und ERP-Systemen beleuchtete er das Potenzial von SaaS-Lösungen zur Automatisierung von Geschäftsprozessen. Mit intelligenten Tools lassen sich Kundenbedürfnisse künftig noch präziser erkennen – ein Schlüsselfaktor für die Positionierung am Markt.

    Standortentwicklung und Zukunftstrends
    Unter dem Titel «Wie bleiben Standorte attraktiv?» diskutierten Beat Bachmann (Kanton Zug), Jakob Bächtold (House of Winterthur), Marc Lyon (Implenia Schweiz AG) und Albert Schweizer (Stadt Schlieren) über die Zukunftsfähigkeit von Standorten. Die Themen reichten von demografischem Wandel über neue Wohn- und Arbeitsformen bis hin zur Frage, wie Innovation und Nachhaltigkeit konkret in die Arealentwicklung einfliessen können. Die Diskussion zeigte, erfolgreiche Standorte müssen heute mehr bieten als nur Infrastruktur. Sie brauchen Identität, Vernetzung und Zukunftsvisionen.

    Ausblick auf den Real Estate Award 2025
    Mara Schlumpf informierte über den kommenden Real Estate Award, der am 2. Oktober 2025 im Trafo Baden stattfindet. In fünf Kategorien werden herausragende Projekte und Persönlichkeiten der Immobilien- und Bauwirtschaft ausgezeichnet. Der Event verspricht nicht nur eine Gala mit Netzwerkcharakter, sondern auch exklusive Sichtbarkeit für Innovation und Qualität in der Branche.

  • Neue Solaranlage liefert Solarstrom für Sport- und Freizeitbetrieb

    Neue Solaranlage liefert Solarstrom für Sport- und Freizeitbetrieb

    Der Stromproduzent aventron AG mit Sitz in Münchenstein hat laut Medienmitteilung am 27. März seine neue Solaranlage in Näfels eröffnet. Die Anlage befindet sich auf dem Dach der Boulderhalle, die zum Gebäudekomplex der Lintharena gehört. Während der Verein Kletteranlagen Linthgebiet (VKL) das Dach der Boulderhalle für die Solaranlage zur Verfügung stellt, ist die Anlage selbst vollständig im Besitz von aventron.

    Die Solaranlage verfügt über eine Fläche von 660 Quadratmetern und weist eine Leistung von 145 Kilowatt auf. Pro Jahr können somit etwa 124 Megawattstunden Solarstrom erzeugt werden, die vollständig an die Lintharena AG fliessen und rund 10 Prozent ihres Strombedarfs decken sollen. Laut Samuel Leuzinger vom VKL hat die Solaranlage für den Verein einen doppelten Nutzen: „Wir erhalten durch die Dachmiete von aventron Zusatzeinnahmen und tun etwas für den Klimaschutz und die Energiewende“, wird Leuzinger in der Medienmitteilung zitiert.

    Der Bau dieser sowie einer weiteren Solaranlage im benachbarten Mollis wurde durch das Organisationskomitee des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (ESAF) 2025 unterstützt. Aventron ist Energiepartner des ESAF im Glarnerland. Durch diese Partnerschaft vermittelte das ESAF-Organisationskomitee aventron den Kontakt zu geeigneten Dacheigentümern wie dem VKL. „Wir setzen diese Photovoltaikanlage in Kooperation mit unseren Partnern, der Lintharena, VKL und dem ESAF im Glarnerland um“, äusserte sich aventron-CEO Eric Wagner laut Medienmitteilung zu der neuen Anlage. „Dies ist ein wichtiger Schritt für mehr Schweizer Solarstrom und die Umsetzung der Energiestrategie 2050.“

    Aventron erzeugt seinen Strom ausschliesslich aus erneuerbaren Quellen. Das Unternehmen weist nun landesweit eine Solarleistung von rund 65 Megawatt auf. Ziel ist es, diese bis 2027 auf eine Leistung von 100 Megawatt zu erhöhen.

  • Landwirtschaftliche Reststoffe effizient verwerten

    Landwirtschaftliche Reststoffe effizient verwerten

    Die Renergon International AG will neue Massstäbe für die dezentrale Energiegewinnung setzen. Dazu hat die auf Technologien zur Erzeugung von sauberer Energie, organischem Dünger und Kompost aus organischen Abfällen und Reststoffen spezialisierte Firma aus Lengwil eine Mini-Biogasanlage mit Brennstoffzelle entwickelt. Die RSD XS „wurde speziell für landwirtschaftliche Betriebe in der Schweiz entwickelt und bietet maximale Effizienz auf minimaler Fläche“, schreibt Renergon in einer Mitteilung zur Produktlancierung.

    Das Herzstück der Anlage bildet ein 2-Fermenter-System. Hier können jährlich 2800 bis 3500 Tonnen Festmist vergärt werden. Das dabei erzeugte Biogas wird in der Brennstoffzelle mit einem Wirkungsgrad von bis zu 80 Prozent verwertet. Dabei wird neben grünem Strom auch Prozesswärme für den Betrieb erzeugt.

    Jede der beiden Fermenterboxen ist 15 Meter lang, 5,5 Meter breit und 4,5 Meter hoch. Sie beherbergen ein Gasspeicherdach sowie einen Technik- und einen Perkolatkeller. Insgesamt benötigt die Anlage eine Fläche zwischen 750 und 1000 Quadratmeter.

  • Neue Grossaufträge stärken Infrastrukturprojekte im DACH-Raum

    Neue Grossaufträge stärken Infrastrukturprojekte im DACH-Raum

    Die Implenia AG wird in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich mehrere Aufträge in den Bereichen Datacenter, Energie- und Verkehrsinfrastruktur sowie Gesundheit durchführen. Das Gesamtvolumen der Projekte belaufe sich auf über 150 Millionen Franken, informiert die im Opfiker Stadtquartier Glattpark ansässige Bau- und Immobiliengesellschaft in einer entsprechenden Mitteilung. Zudem entsprächen sie „der strategischen Ausrichtung der Gruppe auf grosse und anspruchsvolle Projekte sowie der sektorenorientierten Spezialisierung auf Bereiche mit hoher Nachfrage“.

    In Deutschland ist Implenia in den Neubau des Heidekreis-Klinikums in Bad Fallingbostel involviert. Hier wird Implenia Fassadenbau die Fassade beisteuern. In Österreich hat die Gruppe zusammen mit zwei Partnerfirmen das Hauptbaulos für das Wasserkraftwerk Imst-Haiming bekommen. Es umfasst unter anderem einen 14 Kilometer langen Triebwasserweg, die Kaverne und das Unterwasserbecken für das Kraftwerk am Inn.

    Die übrigen Aufträge betreffen Projekte in der Schweiz. So wird Implenia für den Datenzentren-Anbieter Green ein weiteres Hochleistungsrechenzentrum auf dem Metro-Campus Zürich West in Lupfig realisieren. In Basel ist Implenia Teil der ARGE USB K2, die vom Universitätsspital Basel mit den Baumeisterarbeiten für den Neubau es Klinikums 2 beauftragt wurde. Ebenfalls im Zusammenspiel mit Partnerfirmen wird Implenia eine neue Tramlinie im Kanton Genf realisieren. Für die SBB saniert die Gruppe den Hagenholztunnel im Kanton Zürich. Das Bundesamt für Strassen hat Implenia mit der Neugestaltung der Verzweigung Versoix in Bellevue GE betraut.

  • Unternehmensgebäude wird zum Kraftwerk der Zukunft

    Unternehmensgebäude wird zum Kraftwerk der Zukunft

    Energie 360° hat seinen Hauptsitz in Zürich zu einem grünen Kraftwerk umgebaut, informieren der schweizweit aktive Energieversorger und die Stadt Zürich in einer gemeinsamen Mitteilung. Bei den nun abgeschlossenen Umbau- und Instandsetzungsarbeiten wurde dafür eine grossflächige Photovoltaik-Fassade realisiert. Ihre insgesamt 1600 Module sollen jährlich etwa 325 Megawattstunden Strom erzeugen.

    „Künftig produziert Energie 360° rund die Hälfte des jährlichen Energiebedarfs ihres Gebäudes selbst“, wird Michael Baumer, Vorsteher der Industriellen Betriebe der Stadt Zürich und Verwaltungsratspräsident von Energie 360°, in der Mitteilung zitiert. Der erzeugte Solarstrom soll unter anderem auch die eigene E-Autoflotte betreiben. Für die Zulassung der Anlage hatte Energie 360 nachweisen müssen, dass sich ein Brand der Module nicht über mehr als zwei Stockwerke ausbreiten kann.

    Bis 2040 will Energie 360° seinen Direktabsatz ausschliesslich auf Erneuerbare umstellen. Das Unternehmen sei auf gutem Kurs das für Ende 2025 gesteckte Zwischenziel von 30 Prozent zu erreichen, informiert Energie 360° in einer weiteren Mitteilung. Im am 30. September 2024 abgeschlossenen Geschäftsjahr wurde ein Anteil von 27 Prozent erreicht. Konkret stammten 1238 von insgesamt 4590 abgesetzten Gigawattstunden Energie aus erneuerbaren Quellen. „Wir spüren die breite Unterstützung und Anerkennung für unsere Transformation – bei Mitarbeitenden, Partnerunternehmen und Kund*innen“, wird Energie 360°-CEO Jörg Wild in der Mitteilung zitiert.

  • Investition in Tiefe spart Kosten und verbessert Klimabilanz

    Investition in Tiefe spart Kosten und verbessert Klimabilanz

    Pistor zieht eine erste positive Bilanz des ersten Winters mit seinem neuen Erdwärmespeicher: „Das klappt derart reibungslos, dass wir bislang keinen Tropfen Heizöl verheizen mussten“, wird Michael Waser, Pistors Verantwortlicher für Infrastruktur, in einer Unternehmensmitteilung zitiert.

    Pro Jahr spare Pistor dadurch an seinem Hauptsitz in Rothenburg über 100’000 Liter Heizöl und verhindere die Freisetzung von 330 Tonnen CO2. Dieses Menge werde etwa bei mehr als 200 Direktflügen von Zürich nach Tokio freigesetzt. Waser erwartet, „dass uns der Erdspeicher mittelfristig Geld sparen wird“.

    Für die Bauarbeiten hat Pistor 1 Million Franken investiert. Dabei wurden in einer Tiefe von 250 Metern 75 Bohrungen vorgenommen. Entstanden ist einer der grössten Erdwärmespeicher der Zentralschweiz, so das Handels- und Dienstleistungsunternehmen für die Bäckerei- und Confiseriebranche sowie für Gastronomie und Pflegeeinrichtungen.

    Die Pistor-Genossenschaft reagiert nach den Worten von Waser damit auf die Wünsche der Kundschaft, die vermehrt Ansprüche an möglichst sozial- und umweltverträgliche Lieferketten stelle: „Wir erfüllen sie.“ Dazu trügen auch die zwölf elektrischen Lastwagen der Flotte und Renovierungen mit nachhaltigen Materialien bei.

    Ausserdem transportiere Pistor seine über 27’000 Produkte per Zug von einer Verteilzentrale zur anderen. Dank dieses Bahntransports würden jährlich zusätzlich 785 Tonnen CO2 eingespart.

  • Digitale Karte für Speicherlösungen aus erneuerbarer Energie

    Digitale Karte für Speicherlösungen aus erneuerbarer Energie

    Das Swiss Power-to-X Collaborative Innovation Network (SPIN) möchte Informationen über laufende und geplante Power-to-X (PtX)-Projekte leichter zugänglich machen. Deshalb arbeitet das Netzwerk nun mit der Koalition für grüne Energie und Speicherung (CGES) zusammen. Die CGES wurde 2023 von den Eidgenössischen Technischen Hochschulen Zürich (ETH) und Lausanne (EPFL) zusammen mit dem Paul Scherrer Institut (PSI) und der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) ins Leben gerufen, um mit der Industrie skalierbare Lösungen für ein klimaneutrales und unabhängiges Energiesystem zu entwickeln.

    Das SPIN führt seit eineinhalb Jahren eine umfassende Liste von PtX-Projekten in der Schweiz. Sie zeigt, wo und von wem an der Umwandlung von erneuerbaren Energien in speicherbare Energieträger wie Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe oder Methan gearbeitet wird. Diese Datenbank soll einen Überblick schaffen und dabei helfen, Akteure aus Forschung, Industrie, Politik und Verwaltung miteinander zu vernetzen.

    Im Rahmen der nun vereinbarten Kooperation von SPIN und CGES soll ein interaktiver PtX-Tracker entwickelt werden. Dafür wird SPIN die Daten zur Verfügung stellen und CGES die Projekte auf einer digitalen Karte visualisieren. Beide versprechen sich davon neben einer erhöhten Sichtbarkeit auch eine Erleichterung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Initiativen und Interessengruppen. Zudem soll sie Entscheidungsträgerinnen und -träger bei der Anpassung von Rechtsrahmen unterstützen. Investierenden soll sie ermöglichen, neue Geschäftsmöglichkeiten zu erkennen.

    Diese Plattform werde auch die Öffentlichkeit für die Bedeutung vpn PtX sensibilisieren, so das SPIN. Die ersten Ergebnisse der Zusammenarbeit werden voraussichtlich im Sommer 2025 vorgestellt.