«Ungeliebter, aber notwendiger Ersatzneubau» überschreibt Raiffeisen Schweiz ihre Studie «Immobilien Schweiz – 2Q 2025»“. Ihr zufolge schaffen Ersatzneubauten im Schnitt für jede abgerissene Wohnung vier neue Wohnungen. «Trotz Kritik ist der Ersatzneubau oft alternativlos, um den Wohnraummangel ohne weitere Zersiedelung zu bekämpfen, da sanftere Verdichtungsformen, wie Umbauten und Aufstockungen, nicht ausreichen, um die Ausnützung der knappen Baulandflächen zu maximieren», wird Raiffeisen Schweiz-Chefökonom Fredy Hasenmaile in einer Mitteilung der Bankengruppe zur Studie zitiert. Er empfiehlt zur Erhaltung der gesellschaftliche Akzeptanz des Ersatzneubaus, «vermehrt auf dessen soziale und ökologische Verträglichkeit» zu achten.
Den Verfassenden der Studie zufolge bleibt die Lage auf dem Mietwohnungsmarkt von einem Nachfrageüberhang gekennzeichnet. Fallende Zinsen könnten die Bautätigkeit zwar verstärken, heisst es in der Mitteilung. «Ob allerdings selbst unter Negativzinsen die hohen Bauniveaus der Vergangenheit wieder erreicht werden können, ist fraglich, dämpfen doch regulatorische Hürden und nur sehr begrenzt verfügbares Bauland unverändert das Potenzial», meint Hasenmaile.
Am Eigenheimmarkt macht die Studie in Folge der fallenden Zinsen einen Anstieg der Nachfrage aus. Zudem haben die Fachleute der Bankengruppe einen steigenden Flächenbedarf an Büroflächen beobachtet. Hintergrund sind Beschäftigungswachstum und erhöhte Büropräsenz. «Nach mehreren Jahren mit eher durchzogenen Aussichten haben sich die Perspektiven für Büroliegenschaften damit jüngst wieder merklich aufgehellt», so Hasenmaile.
Holcims neue Nordamerikagesellschaft Amrize soll am 23. Juni erstmals an der Börse gehandelt werden. Das hat der Zuger Baustoffkonzern jetzt mitgeteilt. Die Genehmigungen dafür lägen jetzt vor.
Dass das Geschäft im Norden des amerikanischen Kontinents abgespalten werden soll, hatte Holcim auf dem Investorentag im März 2025 angekündigt. Hintergrund sind die billionenschweren Investitionsprogramme der US-Regierung für die kommenden acht bis zehn Jahre, deren Potenzial Holcim durch sein in Chicago ansässiges Tochterunternehmen voll ausschöpfen will.
Das Aktionariat erhält pro gehaltener Holcim-Aktie eine Amrize-Aktie. Die Abspaltung soll in der Schweiz steuerneutral und in den USA steuerfrei behandelt werden. Die Amrize-Aktien werden den Handel zum selben Datum sowohl an der New York Stock Exchange als auch in Zürich starten. Dort werden sie in den Swiss Market Index (SMI) und den Swiss Leader Index (SLI) aufgenommen.
Das Unternehmen hat sich den Angaben zufolge eine Fremdfinanzierung in Höhe von 3,4 Milliarden Dollar in Form von Anleihen, eine Kreditlinie von 2 Milliarden Dollar und ein Commercial-Paper-Programm in Höhe von 2 Milliarden Dollar gesichert. Darüber hinaus verfügt Amrize über einen Überbrückungskredit in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar.
Mit über 1000 Standorten und 19’000 Mitarbeitenden wird Amrize zum grössten Anbieter von Baulösungen mit ausschliesslichem Fokus auf den nordamerikanischen Markt. Laut Holcims Strategie NextGen Growth 2030 soll Amrize aus einer geschätzten Gesamtkapazität für Kapitalallokationen in Höhe von 18 bis 22 Milliarden Franken bis 2030 einige kleinere Zukäufe realisieren. Überschüssiges Kapital soll für grosse strategische Akquisitionen und Aktienrückkäufe verwendet werden. Der operative Hauptsitz wird Chicago sein, der Sitz der Gesellschaft bleibt in Zug.
Mit grosser Mehrheit hat der Ständerat am Montag den Vorschlag des Bundesrats zur Änderung des Zivilgesetzbuchs angenommen. Neu sollen Eigentümerinnen und Eigentümer ihr Grundstück innerhalb einer «angemessenen Frist» nach Kenntnisnahme einer Besetzung selbst zurückerlangen dürfen. Bisher galt dafür die Bedingung «sofort». Diese Änderung gibt Eigentümern mehr Flexibilität und Handlungsspielraum bei unrechtmässigen Besetzungen.
Rasche Zwangsräumung auch bei unbekannten Besetzern Zudem soll die zweite zentrale Neuerung im Gesetz dazu führen, dass Hausbesitzer schneller eine Zwangsräumung erwirken können, gerade wenn die Zahl oder Identität der Besetzer unklar ist. Damit soll verhindert werden, dass unrechtmässige Besetzungen langfristig bestehen bleiben und Eigentümer hohe Folgekosten tragen müssen.
Kontroverse Stimmen aus dem Ständerat Die Vorlage war jedoch nicht unumstritten. Carlo Sommaruga, SP-Ständerat aus Genf, kritisierte die Gesetzesverschärfung als überflüssig, da viele Hausbesetzungen ohnehin durch Vereinbarungen zur Zwischennutzung geregelt würden. Viel relevanter seien in diesem Zusammenhang die steigenden Mieten und der Wohnungsmangel, so Sommaruga.
Weiterer Prozess im Parlament Obwohl das Geschäft noch eine kleine Differenz zwischen den beiden Kammern aufweist, ist der Weg für eine stärkere Position von Eigentümern bei Hausbesetzungen grundsätzlich geebnet. Die Vorlage kehrt nun zur Bereinigung zurück in den Nationalrat.
Mit dem Whitepaper «Retrofitting the Future» legt das CRML an der HEC Lausanne gemeinsam mit E4S eine fundierte Grundlage für die Beurteilung der Fortschritte im Gebäudesektor vor. Die Analyse von über 45’000 erteilten Baubewilligungen im Jahr 2024 eröffnet ein präzises Bild davon, wie die Schweizer Immobilienbranche auf dem Weg zur Klimaneutralität vorankommt und wo sie noch auf Hindernisse trifft.
Viel Potenzial, wenig Energieeffizienz Die Untersuchung zeigt, dass sich bedeutende Trends bei der Gebäudesanierung abzeichnen. Doch nur ein kleiner Teil der Renovationen zielt direkt auf die Verbesserung der Energieeffizienz ab. Der Wandel zu emissionsarmen Gebäuden hat zwar begonnen, doch er reicht bislang nicht aus, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen.
Finanzielle Herausforderung für Immobilienfonds Der Bericht hebt auch die Rolle von Immobilien-Investmentvehikeln (REIVs) hervor. Um die Klimaziele bis 2050 umzusetzen, müssten diese durchschnittlich 13 Prozent ihres Nettovermögens, insgesamt 28,3 Milliarden Franken, für energetische Sanierungen mobilisieren. Einige Marktakteure werden dabei weit über diesen Durchschnitt hinaus investieren müssen, wie die Autoren betonen.
Datenbasierte Perspektive für die Zukunft «Durch die Kombination aktueller Daten und detaillierter Projekttypologien schaffen wir eine Brücke von der theoretischen Analyse zur konkreten Handlungsgrundlage», erklärt Dr. Nathan Delacrétaz, Mitautor des Whitepapers. Gemeinsam mit den Professoren Eric Jondeau und Fabio Alessandrini liefert er damit einen entscheidenden Impuls für die dringend benötigte Immobilienwende in der Schweiz.
Im Jahr 2025 ist der durchschnittliche Gewinnsteuersatz für Unternehmen in der Schweiz von 14,6 auf 14,4 Prozent gesunken. Spitzenreiter bleibt der Kanton Zug mit nur 11,85 Prozent, während Bern (20,54%), Zürich (19,61%) und Wallis (17,12%) die oberen Ränge im Steuerranking besetzen. Auf den ersten Blick ein Zeichen für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts, doch die Dynamik ist differenzierter.
Tatsächlich haben einige Kantone ihre Steuersätze sogar leicht erhöht. Genf etwa stieg von 14 auf 14,7 Prozent, Basel-Stadt wird 2026 auf 14,53 Prozent anheben. Hintergrund ist die Einführung der globalen Mindestbesteuerung von 15 Prozent für Unternehmen mit hohen Gewinnen. Kantone, die bislang als Tiefsteuerstandorte galten, passen sich an, um die drohende Ergänzungssteuer abzufedern und Einnahmen selbst zu behalten. Für Investoren bedeutet das, während der steuerliche Vorteil bleibt, ist Flexibilität gefragt, um auf kantonale Unterschiede und die künftigen Anpassungen reagieren zu können.
Standort bleibt wettbewerbsfähig Auch bei den Spitzensteuersätzen für Privatpersonen zeigt sich ein leichter Rückgang. Von durchschnittlich 32,7 auf 32,5 Prozent. Besonders Genf (-1,7 Prozentpunkte) und Schwyz (-0,61) haben die Sätze gesenkt. Doch die Rangliste bleibt stabil. Schwyz (21,98%), Zug (22,68%) und Nidwalden (24,1%) bilden weiterhin die Spitze. Genf, Waadt und Bern bleiben die teuersten Kantone für Top-Verdienende. Für Immobilienentwickler und hochqualifizierte Arbeitskräfte sind diese Standortunterschiede bei der Einkommenssteuer weiterhin ein entscheidender Faktor, insbesondere bei internationalen Projekten.
Globale Mindeststeuer Stabilität in der Schweiz, Unsicherheiten international Über 50 Länder weltweit haben die Mindeststeuer von 15 Prozent für grosse Unternehmen bereits umgesetzt. Doch die USA, ursprünglich Treiber der Initiative, haben die OECD-Vorgaben bislang nicht in nationales Recht übernommen. Im Gegenteil, die neue US-Administration stellt das Projekt zunehmend in Frage. Experten wie Stefan Kuhn von KPMG Schweiz betonen, dass diese Unsicherheiten im schlimmsten Fall zu einer Rückkehr des Steuerwettbewerbs oder zu digitalen Sondersteuern führen könnten. Für die Schweiz ist das Signal dennoch klar, die globale Mindeststeuer wird auch hier zur Realität. Die Stabilität der Umsetzung und die Planbarkeit bleiben ein Standortvorteil gegenüber ungewissen internationalen Entwicklungen.
Kantone stärken Standortattraktivität mit gezielten Projekten Parallel zu den Steueranpassungen investieren viele Kantone in Projekte zur Standortförderung. Luzern, Basel-Stadt, Zug und andere haben bereits Programme beschlossen, die ansässige Unternehmen und Neuansiedlungen unterstützen. Für Immobilienentwickler bedeutet das, Chancen für neue Projekte, Anreize für Investitionen in Gewerbeflächen und Wohnraum sowie eine solide Grundlage für langfristig tragfähige Geschäftsmodelle.
Gleichzeitig wird deutlich, nicht die Steuerpolitik entscheidet über die Attraktivität eines Standorts, sondern auch die begleitenden Massnahmen wie Infrastruktur, Fachkräftesicherung und Digitalisierung. Hier entstehen für Entwickler und Investoren neue Räume für innovative Projekte,
gerade auch in einem Marktumfeld, das von wachsenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz geprägt ist.
Industriepolitik und Zölle Neben den Steuern gewinnen internationale Handelsfragen wieder an Gewicht. Die Diskussionen um US-Zölle, bilaterale Handelsabkommen und strategische Industriepolitik treiben weltweit eine Reindustrialisierung voran. Für Schweizer Standorte heisst das, die Nachfrage nach geeigneten Produktions- und Logistikflächen könnte steigen. Gleichzeitig wird der Schutz strategischer Industrien wieder stärker politisch unterstützt, was neue Investitionsfelder im Bereich der Hightech- und Industrieproduktion eröffnen könnte.
Schweiz bleibt stark – Augen auf Irland und Asien Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz weiterhin auf Augenhöhe mit anderen europäischen Top-Standorten. Irland besteuert Unternehmensgewinne mit 12,5 Prozent, Ungarn mit 9 Prozent. Guernsey, die Bahamas und die Cayman Islands bleiben mit null Prozent Tiefsteuerparadiese, für die Schweiz jedoch kein Vergleich. Stattdessen konkurriert der Standort mit attraktiven Metropolen wie Hongkong (16,5%) oder Singapur (17%), die mit zusätzlichen Förderprogrammen locken. Auch China, Indien und Brasilien setzen mit hohen Sätzen (25-34%) weiterhin auf andere Steuerstrategien, bieten aber selektiv tiefe effektive Belastungen für strategische Industrien. Die Schweiz bleibt wettbewerbsfähig und ergänzt diesen Vorteil durch stabile politische und rechtliche Rahmenbedingungen.
Die BLKB Fund Management AG, in Binningen ansässige Tochtergesellschaft der Basellandschaftlichen Kantonalbank (BLKB), hat einen ersten nachhaltigen Immobilienfonds lanciert. Wie es in einer Mitteilung heisst, soll der BLKB (CH) Sustainable Property Fund vor allem in energieeffiziente Immobilien in der Nordwestschweiz und auch in den angrenzenden Regionen Bern, Innerschweiz und Zürich investieren. Angesprochen sind qualifizierte Anleger, die in ein hochwertiges Immobilienportfolio mit überwiegender Wohnbebauung investieren wollen.
Die Erstemission hat ein Volumen von bis zu 160 Millionen Franken. Hier beabsichtigt auch die BLKB, in den Fonds zu investieren. Der Erlös dieser Emission soll für den Erwerb eines Immobilienportfolios mit dem Marktwert von 177 Millionen Franken genutzt werden. Das Portfolio, für welches die BLKB in den vergangenen zwei Jahren bereits sieben der acht Objekte erworben hatte, besteht aus energieeffizienten Liegenschaften an guten Lagen. Es zeichnet sich durch hohen Wohnanteil bei geringem Leerstand aus. Aktuell befinden sich 80 Prozent der Immobilienwerte des BLKB (CH) Sustainable Property Fund in der Nordwestschweiz.
«Die Lancierung des nachhaltigen Immobilienfonds mit Fokus Nordwestschweiz ist ein wichtiger Meilenstein. Der Immobiliensektor bietet attraktive Renditechancen für Investorinnen und Investoren und hat gleichzeitig einen grossen Einfluss auf die insbesondere für die Klimaneutralität relevante Energieeffizienz», wird Michel Molinari, CEO der BLKB Fund Management AG, in der Mitteilung zitiert.
Die Zeichnungsfrist läuft voraussichtlich vom 24. Juni bis 23. Juli 2025 mit Liberierung am 30. Juli 2025.
Das Bundesgericht in Lausanne überprüft nicht, ob der Preisüberwacher für die Annahmepreise von Siedlungsabfall zuständig ist. Es sei gemäss eines Urteils vom 11. April aus prozessualen Gründen nicht auf eine Beschwerde von Limeco eingetreten, schreibt das Limmattaler Regiowerk in einer Mitteilung.
Limeco hatte gegen ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in St.Gallen vom 10. November 2023 Beschwerde eingelegt. Damit hatte das Unternehmen die Zuständigkeit des Preisüberwachers überprüfen lassen wollen.
Das St.Galler Urteil von 2023 hatte Limeco allerdings in der Sache recht gegeben. Der Preisüberwacher habe 2018 seine Verfügung einer Preissenkung auf falsche Berechnungen abgestützt, hatte das Gericht geurteilt. Limeco hatte für die thermische Verwertung 150 Franken pro Tonne Siedlungsabfall verlangt. Der Preisüberwacher reduzierte den Preis in seiner Verfügung auf 102 Franken.
Mit dem jetzigen Entscheid des Bundesgerichts in Lausanne kann der Preisüberwacher auch in Zukunft die Annahmepreise für Siedlungsabfall beurteilen. Er muss sich dabei aber an den Rahmen halten, den das St.Galler Gericht gesetzt hat.
Zu den Limeco-Trägergemeinden gehören Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil a.d.L., Schlieren, Unterengstringen, Urdorf und Weiningen.
Was als US-Zollpolitik unter Donald Trump begann, entwickelt sich zur globalen Bedrohung für offene Volkswirtschaften. Für die exportabhängige Schweiz ist diese Entwicklung mehr als nur ein geopolitisches Störfeuer. Sie trifft den Kern des Geschäftsmodells, internationale Vernetzung, stabile Rahmenbedingungen und verlässliche Märkte.
Laut einer repräsentativen Umfrage unter 800 Schweizer Unternehmen mit Aussenhandelsbezug rechnen 70 Prozent mit negativen Auswirkungen auf das eigene Geschäft. Besonders betroffen sind exportstarke Branchen wie die Pharma-, Uhren- und Maschinenindustrie sowie Zulieferbetriebe in der Immobilienwirtschaft, dem Baugewerbe und der Logistik.
Standortstrategien unter Druck Die Reaktionen der Unternehmen zeigen, dass der Protektionismus längst kein abstraktes Risiko mehr ist. Über 60 Prozent der Befragten erwarten höhere Kosten und Engpässe in der Lieferkette. Jede zweite Firma plant Preiserhöhungen, um die Zusatzkosten weiterzugeben. Gleichzeitig setzen viele auf Effizienzsteigerung und die Suche nach neuen Absatzmärkten.
Besonders Grossunternehmen denken strategisch um. 40 Prozent erwägen den Aufbau eigener Standorte im Ausland, um Handelsbarrieren zu umgehen. Damit entstehen neue Anforderungen an Standortentwicklung, Immobilienprojekte und Investitionsplanung, sowohl im Inland als auch international.
Klare Forderungen an die Politik Die Schweizer Wirtschaft verlangt eine aktive und zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik. Im Fokus stehen, Freihandelsabkommen, insbesondere mit den USA, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern , Regulierungsabbau und steuerliche Entlastung, um die Investitionsbereitschaft im Inland zu stärken.
Forschung und Innovation als Schlüssel Eine breite Unterstützung erfährt auch die Weiterentwicklung der Bilateralen Abkommen mit der EU, insbesondere im Energiesektor. Mehr als 60 Prozent der Firmen sehen hier eine Chance zur Stärkung der Versorgungssicherheit und zur Integration in zentrale europäische Märkte.
Zukunftstechnologien sichern – gemeinsam mit Europa Mit dem wachsenden Protektionismus wächst auch die Sorge, beim Zugang zu Schlüsseltechnologien wie KI, Quantencomputing oder Hochleistungs-Chips abgehängt zu werden. Drei Viertel der befragten Unternehmen sehen hier akuten Handlungsbedarf.
Aus Unternehmerseite wird der Aufbau eigener Kapazitäten in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern empfohlen. Besonders in technologieintensiven Branchen fordern Unternehmen staatliche Impulse, auch wenn dies einen Paradigmenwechsel in der Schweizer Industriepolitik bedeuten würde.
Auch auf anderen Ebenen, beispielsweise bei der Digitalisierung, ist der Kanton Glarus fortschrittlich. Mit der MINTGL Initiative wird bei Kindern und Jugendlichen die Begeisterung für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gefördert. Die Abdeckung mit UHB-Internet über Mobilfunk oder Glasfaser hat stark zugenommen und wird kontinuierlich ausgebaut. Und die Wirtschaft profitiert von Förderbeiträgen zur digitalen Transformation ihrer Produkte und Geschäftsmodelle.
Raum für die Entwicklung Glarus hat infolge der Gemeindestrukturreform aussergewöhnlich grosse Baulandreserven. Durch die geografische Nähe zu Zürich, St. Gallen, Graubünden oder Liechtenstein haben die Unternehmen Zugang zum Know-how der Hochschulen, zu dynamischen Wirtschaftsräumen und zu Fachkräften.
Die implementierten Nutzungsplanungen in Glarus und in Glarus Nord ermöglichen die zielgerichtete Entwicklung der Schlüsselareale und die unbürokratische Reaktion auf die Bedürfnisse der Bevölkerung und der Unternehmen. Enormes Entwicklungspotenzial bieten die Areale rund um die Bahnhöfe Glarus, Näfels und Ziegelbrücke – in unmittelbarer Nähe zum Zentrum und mit hervorragender Verkehrsanbindung. In den Arbeitszonen stehen 170’000 Quadratmeter Landreserven zur Verfügung. Gleichzeitig sind im Kanton Glarus über 2’000 neue Wohnungen geplant – modernster Wohnraum für rund 6’000 Menschen. Das entspricht etwa 15 Prozent der heutigen Bevölkerung.
Die Kontaktstelle für Wirtschaft unterstützt Investoren bei der Suche nach geeigneten Flächen und Landreserven. Grundlage ist das Arbeitszonenmanagement, das Informationen zu Baureife, Erschliessung und möglichen Naturgefahren liefert. Bei strategisch wichtigen Arealen kann der Kanton selbst aktiv werden – entweder indem er direkt in deren Entwicklung investiert oder als Partner auftritt.
Fachkräfte für den Erfolg Wer Unternehmen ansiedeln will, braucht Platz – auch für Fachkräfte. Genau das bietet Glarus. Hier haben die Menschen die Möglichkeit, dort zu leben, wo sie arbeiten: das Mittagessen mit der Familie zu geniessen, nach Feierabend die Natur zu erleben – und das alles bei tiefen Lebenshaltungskosten, entspanntem Immobilienmarkt und in einem sicheren, gesellschaftlich intakten Umfeld. So verbindet das Glarnerland die wirtschaftliche Stärke der «Greater Zurich Area» mit naturnaher Lebensqualität.
Auch in der Aus- und Weiterbildung zeigt sich der Kanton Glarus engagiert. Mit dem Pilotprojekt Arbeit 4.0 stärkt er gezielt die Arbeitsmarktfähigkeit von Fachkräften, indem er Aus- und Weiterbildungen mitfinanziert. Ergänzt wird das Engagement durch drei kantonale Berufsfachschulen, zwei Höhere Fachschulen in Ziegelbrücke sowie die Nähe zu den Universitäten und Hochschulen in Zürich, Rapperswil, St. Gallen und Chur. Zusammen mit Angeboten in der Erwachsenenbildung, Berufs- und Laufbahnberatung steht den Menschen im Glarnerland nahezu jeder Aus- und Weiterbildungsweg offen. Einen kompakten Überblick über Bildungsangebote, Förderprogramme und Services bietet die Plattform smartglarus.com – ein digitales Schaufenster für alle, die im Glarnerland lernen, arbeiten oder sich weiterentwickeln wollen.
Innovation für die Zukunft Oft heisst es, Innovation entstehe vor allem an Universitäten und Hochschulen. Das stimmt nur zum Teil. Denn Start-ups brauchen mehr als gute Ideen: Sie sind auf Partner aus Industrie und Wirtschaft angewiesen, die mit Erfahrung und Know-how die Produktentwicklung vorantreiben. Genau das bietet die Glarner Wirtschaft. Wenn es darum geht, zu wachsen, zählen praktische Faktoren: bezahlbare Flächen, qualifizierte Fachkräfte und weiterhin der Zugang zu Hochschulen. All das vereint der Kanton Glarus. Und ist damit ein idealer Standort für Start-ups mit Ambitionen.
Innovationsförderung ist im Kanton Glarus breit abgestützt – unter anderem durch die Zusammenarbeit mit starken Partnern wie InnoSuisse und dem Innovationsnetzwerk Ostschweiz (INOS). Start-ups und Unternehmen profitieren von Coachings, Fachwissen und finanzieller Unterstützung für die Entwicklung ihrer Produkte und Dienstleistungen. Ein Beispiel: Der schnell wachsende Drohnenhersteller ANAVIA hat sich bewusst für den Standort Näfels entschieden – ein klares Zeichen dafür, wie innovationsfreundlich das Glarnerland ist.
Kreislaufwirtschaft in der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie
Im Glarnerland wird Kreislaufwirtschaft gelebt – von der Entwicklung energieeffizienter Maschinen über innovative Verpackungslösungen bis hin zur Nahrungsmittelproduktion und zum Recycling: Der Wirtschaftsraum verbindet industrielle Stärke mit ökologischer Verantwortung. So entsteht ein regionales Ökosystem, das Nachhaltigkeit nicht nur denkt, sondern konkret umsetzt.
Am Anfang steht die Netstal Maschinen AG, die Hochleistungs-Spritzgiessmaschinen entwickelt. Diese kommen bei der Resilux Schweiz AG in Bilten zum Einsatz – zusammen mit hochpräzisen Formen der Glaroform AG. Resilux produziert damit sogenannte Preforms, also PET-Vorformlinge, sowie fertige Flaschen. Diese wiederum werden in Elm bei den Mineralquellen abgefüllt.
Nach der Nutzung beginnt der Kreislauf von vorn: Die leeren Flaschen landen im Recyclingwerk von Resilux, wo sie wieder zu hochwertigem Rezyklat verarbeitet werden – bereit für die nächste Produktionsrunde. So entsteht ein regionales Ökosystem, das auf Innovation, Effizienz und Ressourcenschonung basiert. Die Unternehmen profitieren vom gegenseitigen Know-how und treiben so die Kreislaufwirtschaft voran.
Kunststoff neu gedacht Auch die Kunststoff Schwanden AG ist Teil dieses nachhaltigen Netzwerks: Sie entwickelt und fertigt anspruchsvolle Kunststoffteile im Mehrkomponenten-Spritzguss – mit Fokus auf Rezyklate und energieeffiziente Prozesse.
Wo Ideen in Wellkarton Gestalt annehmen, und Papier im Kreis läuft Massgeschneiderte Lösungen liefert die Müller Kartonagen AG. Ihre Wellkartonverpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen werden regional gefertigt – effizient, ressourcenschonend und auf Kundenbedürfnisse, wie beispielsweise Läderach, abgestimmt. Der Rohstoff stammt aus der Papierfabrik Netstal, die jährlich rund 50’000 Tonnen Recyclingpapier produziert – aus Altpapier, das grösstenteils aus der Schweiz stammt, und mit geschlossenen Stoff- und Wasserkreisläufen verarbeitet wird.
Verpackung ist nur der Anfang. Im Glarnerland wird auch der Inhalt mit Verantwortung produziert: In der Nahrungsmittelindustrie treffen regionale Zutaten auf moderne Verarbeitung – nachhaltig und effizient.
Traditionell steht der Glarner Schabziger für die lokale Nahrungsmittelproduktion. Heute ist das Spektrum breiter. Lebensmittel von Schokolade bis Lachs übernehmen den Lead. Vom wachsenden Potenzial der Nahrungsmittelindustrie profitiert die gesamte Region.
Schokoladenkunst mit globalem Erfolg Seit der Erfindung der Truffes-Hohlkugel 1970 hat Läderach stetig expandiert – und ist heute in Europa, Asien und Nordamerika präsent. Die neue Fabrik in Bilten ermöglicht die Kontrolle der gesamten Wertschöpfung – von der Kakaobohne bis zum Endprodukt.
Ebenfalls von Bilten aus vertreibt die GUMA AG die traditionsreiche Stalden-Crème – ein Schweizer Dessertklassiker in vier Sorten mit über 120-jähriger Geschichte.
Mexikanischer Biss mit Glarner Wurzeln MiAdelita produziert seit 1995 frische Mais-Tortillas und Chips – heute als grösste Anbieterin ihrer Art in der Schweiz. Geführt in zweiter Generation, setzt das Unternehmen konsequent auf Regionalität: Der Mais stammt aus der Mühle Landolt im nahen Näfels. Gemeinsam mit dem Delikatessen-Anbieter IMEX entsteht in Bilten ein neuer Produktionsstandort mit rund 40 Arbeitsplätzen.
Nordatlantischer Lachs aus landbasierter Zucht In Mollis plant die Swiss Blue Salmon AG die grösste landbasierte Fischzucht der Schweiz. Mit sieben Prozent Marktanteil soll sie einen wichtigen Beitrag zur klimaschonenden Lebensmittelversorgung leisten. Die Kreislaufanlage wird mit Wasser aus dem Walensee versorgt und passiv gekühlt – ideale Bedingungen für eine nachhaltige Lachszucht. Die Lage im Industriegebiet «Biäsche» bietet zudem eine erstklassige Verkehrsanbindung an Zürich und Chur.
Überfliegerin – die Aviatikbranche im Glarnerland
Im Kanton Glarus hat das Fliegen Tradition. 1939 lockte der erste Flugtag tausende Schaulustige an, um den tollkühnen Männern in ihren fliegenden Kisten zuzuschauen. Heute ist die Aviatik einer der zentralen Entwicklungsschwerpunkte im Kanton Glarus. Mit der Einzonung von zusätzlichem Bauland bietet der Flugplatz Mollis neue Flächen für Unternehmen aus der Luftfahrt.
Für die bauliche Entwicklung des Areals erarbeitet die Gemeinde Glarus Nord bis Sommer 2025 einen Masterplan. Ebenfalls im Sommer schwingen sich auf dem Flugplatz Mollis für einmal Athleten durch die Lüfte – und landen zielsicher im Sägemehl: Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (ESAF) werden täglich 150’000 Besucherinnen und Besucher erwartet.
Hoch hinaus – mit festem Stand im Glarner Boden Rund um den Flugplatz Mollis dreht sich alles um Präzision und Höhenflüge. Was die hier angesiedelten Unternehmen verbindet: Sie nutzen die Synergien eines spezialisierten Clusters. Allen voran die Kopter Group. Der Helikopterhersteller will sich mit dem einmotorigen AW09 international etablieren. Der Standort überzeugt mit Raum für Testflüge, kurzen Wegen in der Montage und technikfreundlichem Umfeld.
Zu den jüngsten Glarner Aviatik-Unternehmen gehört Anavia. Das Start-up entwickelt unbemannte Helikopter – wie den HT-100, der bis zu sechs Stunden fliegt, 60 Kilogramm trägt und ideal ist für Grenzüberwachung, Infrastrukturinspektionen oder Rettungseinsätze. Gründer und Co-CEO Jon Andri Jörg sagt: «Glarus eignet sich hervorragend für unsere Bedürfnisse. Wir erhalten Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften. Und die Nähe zum Flugplatz Mollis bietet einen idealen Standort sowohl für Produktion als auch für Tests.»
Ein weiteres Start-up hat sich 2025 bewusst für den Standort Glarus entschieden: Marenco Aviation arbeitet an einer neuen Generation leichter Helikopter mit Fokus auf alternative Antriebssysteme. Ein bewährter Player ist die Rega, die seit 2010 in Mollis eine eigene Basis betreibt. Die strategisch günstige Lage erlaubt schnelle Einsätze im alpinen Raum. Der Ausbau zur permanenten Station zeigt, wie zentral der Standort für die Luftrettung geworden ist.
Bereits seit 1972 ist die Heli-Linth AG hier aktiv. Sie fliegt Touristen über Gletscher, versorgt Alphütten, transportiert Material – oder rettet gelegentlich Kühe aus unwegsamem Gelände. Für ein umfassendes Flugzeug-Management sorgt die international tätige Linth Air Service AG, die seit über 20 Jahren am Standort verankert ist. Auch die Flugschule Ecoflight hebt hier ab.
Am Boden bleibt einzig die Sauter, Bachmann AG und das mit gutem Grund: Der Netstaler Spezialist für Zahnräder und Antriebssysteme beliefert auch die Aviatik und profitiert vom direkten Draht zu Partnern am Flugplatz, dem technischen Know-how in der Region und der industriellen Tradition des Glarnerlands.
Gemeinsam setzen diese Unternehmen auf Qualität, Nähe und ein klares Bekenntnis zum Glarnerland. Sie heben ab und bleiben doch geerdet.
Die Zehnder Group AG rechnet damit, Umsatz und Profitabilität im ersten Halbjahr 2025 im Jahresvergleich zu verbessern. Konkret erwartet die Aargauer Spezialistin für Lüftung und Heizkörper ihren Umsatz zweistellig auf 380 Millionen bis 390 Millionen Euro steigern zu können, informiert Zehnder in einer Mitteilung. Bei der Marge auf das Betriebsergebnis (EBIT-Marge) wird ein Zielband von 8 bis 9 Prozent anvisiert. Im Vorjahreszeitraum hat Zehnder eine EBIT-Marge von 6,6 Prozent realisiert.
Bei ihrer Prognose stützt sich die international aktive Unternehmensgruppe auf eine gestiegene Nachfrage für das Angebot von Zehnder im Lüftungssegment in Nordamerika und Europa. Verbesserungen bei Umsatz und Profitabilität wurden zudem von der Akquisition der spanischen Firma Siber im Sommer 2024 gestützt. Der Umsatz im Heizkörpersegment fällt aktuell dagegen schwächer als in der Vergangenheit aus. Dies bestätige «die Strategie der konsequenten Fokussierung auf Lüftungs-Systemlösungen», schreibt Zehnder.
Die Unternehmensgruppe wird die ungeprüften Zahlen für das erste Halbjahr 2025 am 25. Juli kommunizieren. Dabei soll auch ein Ausblick für das Gesamtjahr präsentiert werden. Die Ergebnisse im zweiten Halbjahr hängen nach Ansicht von Zehnder von den Entwicklungen beim Lageraufbau der eigenen Kunden, der Wirkung von Konjunkturprogrammen in wichtigen Märkten und von der US-Zollpolitik ab. Die Auswirkungen allfälliger Zollausweitungen der USA auf die eigene Geschäftstätigkeit schätzt das Unternehmen als gering ein.
Die Flughafen Zürich AG hat in einer Medienmitteilung die Übernahme des Radisson-Blu-Gebäudes bekanntgegeben. Vorbesitzerin Al Maha Real Estate AG hat demnach das Eigentum zum Kaufpreis von 155 Millionen Franken vollständig übergeben. Es sei das letzte Areal innerhalb des Flughafenperimeters, das bisher noch nicht der Flughafen Zürich AG gehört hat.
Für das ab 2005 im Baurecht errichtete und 2008 eingeweihte Gebäude, in welchem die Hotelkette Radisson Blu sowie Büros und ein Tagungs- und Konferenzzentrum beheimatet sind, galt laut Mitteilung ein Baurechtsvertrag bis 2080. Dieser wurde infolge des Heimfalls an die Flughafen Zürich AG vorzeitig beendet. Der Mietvertrag mit Radisson Blu laufe weiter. Der Hotelbetrieb soll weiterlaufen. Zudem werde sich an der bisherigen Nutzung nichts ändern.
Die strategische Idee hinter der vollständigen Eigentumsübernahme seien Entwicklungs- und Wachstumsziele der Flughafen Zürich AG im zentralen Flughafenperimeter.
Der Kauf des 25’500 m² grossen ABB-Areals durch die Stadt Zürich für netto 106 Millionen Franken ist mehr als ein Grundstückserwerb. Er ist der strategische Entscheid mit langfristiger Wirkung. Dank des 2021 abgeschlossenen städtebaulichen Vertrags und der 2025 in Kraft gesetzten Sonderbauvorschriften kann Zürich auf einem zentral gelegenen Stück Stadt Zukunft gestalten. Dies mit hoher Dichte, durchmischten Nutzungen und konsequenter Bürgerbeteiligung.
Transformation durch Teilhabe Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die frühzeitige und transparente Einbindung von Anwohner, Verbänden und Quartierorganisationen. Die Bedürfnisse aus dem Quartier flossen direkt in den partizipativen Strategieprozess ein. So wurde aus einem Industrieareal ein urbanes Entwicklungskonzept mit hoher gesellschaftlicher Akzeptanz. Die Stadtplanung gewinnt damit nicht nur Fläche, sondern Vertrauen.
Nutzungsmix als Innovationstreiber Das Nutzungskonzept sieht drei Neubauzonen und drei Bestandsareale vor. Geplant ist ein Mix aus gemeinnützigem Wohnraum, quartiernaher Versorgung, kreativer Gewerbenutzung und öffentlich zugänglichen Freiräumen. Mit dem Haus für Kultur- und Kreislaufwirtschaft entsteht ein Leuchtturmprojekt für innovative urbane Nutzung. Die Verbindung von Kultur, Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Aktivität macht das Areal zu einem Katalysator für neue Wertschöpfungsmodelle im urbanen Raum.
Zwischennutzung als Impuls für Standortqualität Bevor die Bautätigkeit beginnt, werden Hallen und Freiflächen gezielt zwischengenutzt. Eine Strategie, die Leben ins Quartier bringt, soziale Kontakte fördert und bereits vor Baubeginn Identität stiftet. Zwischennutzungen gelten zunehmend als Erfolgsfaktor für Standortattraktivität und Resilienz in Transformationsräumen.
Public-Private-Partnerschaft mit Vorbildfunktion ABB bleibt mit 500 Arbeitsplätzen in Oerlikon verankert und unterstützt die Entwicklung. Das Projekt zeigt, wie eine vorausschauende Stadtentwicklung mit privaten Eigentümern konstruktiv zusammenarbeitet. Ein Modell, das auf andere urbane Konversionsflächen übertragbar ist. Die Kombination aus städtischer Steuerung und unternehmerischer Kooperationsbereitschaft ist richtungsweisend.
MFO-West ist kein Einzelfall, sondern ein beispielhaftes Modell für die urbane Transformation ehemaliger Industrieareale. Wer in solche Entwicklungsräume investiert, kann neue städtische Qualitäten mitgestalten. Von der sozialen Integration über innovative Nutzungskonzepte bis zur nachhaltigen Wertschöpfung. In Zeiten von Wohnraummangel, Klimazielen und neuen Mobilitätsformen sind Areale wie MFO-West der Schlüssel zur Stadt von morgen.
Das Jahr 2024 war für die Vorsorgeeinrichtungen ein Erfolg. Dank positiver Entwicklungen an den Kapitalmärkten konnte eine durchschnittliche Netto-Vermögensperformance von 7,4 % erzielt werden. Nur noch 0,8 % der Einrichtungen wiesen zum Jahresende eine Unterdeckung auf. Auch die aktiven Versicherten profitieren. Ihre Altersguthaben wurden mit durchschnittlich 3,76 % verzinst, deutlich über dem gesetzlichen Mindestzinssatz von 1,25 %.
Marktrisiken bleiben Trotz des positiven Rückblicks auf 2024 mahnt die OAK BV zur Vorsicht. Marktverwerfungen infolge geopolitischer Spannungen belasten bereits das laufende Jahr. Der Aufbau und Erhalt von Wertschwankungsreserven bleibt daher essenziell, um mögliche Verluste abzufedern und das System langfristig zu stabilisieren. Ein durchgeführter Stresstest zeigt, die Vorsorgeeinrichtungen sind aktuell gut aufgestellt.
Fokus auf Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen Die Oberaufsichtskommission richtet ihr Augenmerk weiterhin auf Sammel- und Gemeinschaftseinrichtungen, die rund 75 % der aktiven Versicherten betreuen. In dieser heterogenen Struktur sieht die OAK BV Risiken durch Interessenkonflikte, Konkurrenzdruck und zu geringe Reserven bei schnellem Wachstum. Neue Vorgaben zur Abgrenzung zwischen Verzinsung und Leistungsverbesserungen sowie zu Geschäften mit nahestehenden Personen sollen Transparenz und Stabilität erhöhen.
Der nächste Entwicklungsschritt Neben der laufenden Aufsicht setzt die OAK BV Impulse zur Weiterentwicklung des Systems. Eine einheitlichere Aufsichtspraxis, klarere Regeln für Vermittlung und Revision sowie eine risikoorientierte Meldepflicht sollen das System zukunftsfähig machen. Die Evaluation der Strukturreform BVG wird zeigen, wo gesetzgeberischer Handlungsbedarf besteht.
Robustes System, wachsam bleiben Die berufliche Vorsorge in der Schweiz präsentiert sich Ende 2024 solide und widerstandsfähig. Doch die Herausforderungen bleiben. Nur mit konsequenter Aufsicht, struktureller Weiterentwicklung und einem klaren Fokus auf die Interessen der Versicherten kann die langfristige Sicherheit gewährleistet werden.
Wer im ersten Quartal 2025 Wohneigentum erworben hat, musste dabei schweizweit etwa 0,7 Prozent mehr bezahlen als im Vorquartal, informiert das Bundesamt für Statistik (BFS) in einer Mitteilung zum aktuellen Schweizerischen Wohnimmobilienpreisindex. Im Jahresvergleich haben die Fachleute des BFS einen Anstieg der Preise für Wohneigentum um 4,1 Prozent beobachtet. Der Schweizerische Wohnimmobilienpreisindex wird vierteljährlich vom BFS erstellt.
Im Berichtsquartal legten die Preise für Einfamilienhäuser mit einem durchschnittlichen Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal vergleichsweise stark zu. Die Preise für Eigentumswohnungen zogen im selben Zeitraum schweizweit nur um 0,1 Prozent an. Im Jahresvergleich fielen die Preise für Einfamilienhäuser schweizweit um 3,6 Prozent, die für Eigentumswohnungen um 4,6 Prozent höher aus.
Nach Gemeindetyp betrachtet fiel der Preisanstieg bei den Einfamilienhäusern in den intermediären Gemeinden mit 3,4 Prozent am stärksten aus. In den städtischen Gemeinden grosser Agglomerationen haben die Fachleute hingegen einen Rückgang der Preise für Einfamilienhäuser um 0,4 Prozent registriert. Bei den Eigentumswohnungen wurde der grösste Anstieg mit 1,2 Prozent in den städtischen Gemeinden mittelgrosser Agglomerationen beobachtet. Für Eigentumswohnungen in den städtischen Gemeinden einer kleinen oder ausserhalb einer Agglomeration gingen die Preise gegenüber dem Vorquartal hingegen um 1,7 Prozent zurück.
Die Schindler-Gruppe hat im ersten Quartal 2025 weltweit Umsätze in Gesamthöhe von 2,73 Milliarden Franken erwirtschaftet, informiert die auf Aufzüge, Rolltreppen und Personenförderbänder spezialisierte Unternehmensgruppe aus Ebikon in einer Mitteilung. Im Jahresvergleich entspricht dies einem Wachstum um 2,5 Prozent in Lokalwährungen. Der Auftragseingang legte im selben Zeitraum um 6,0 Prozent in Lokalwährungen auf 2,95 Milliarden Franken zu.
Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT fiel mit 329 Millionen Franken um 13,4 Prozent in Lokalwährungen höher als im ersten Quartal 2024 aus. Die EBIT-Marge konnte um 1,1 Prozentpunkte auf 12,0 Prozent gesteigert werden. Als Reingewinn wurden 257 Millionen Franken ausgewiesen, gegenüber 232 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum.
„Im ersten Quartal konnten wir mehr Aufträge, gesteigerte Margen und einen höheren Cashflow verzeichnen“, wird Schindler-CEO Paolo Compagna in der Mitteilung zitiert. „Unser Fokus liegt weiterhin auf unseren strategischen Prioritäten, wobei wir gleichzeitig das volatile makroökonomische Umfeld, insbesondere die sich abschwächenden Marktindikatoren für die Region Amerika, im Auge behalten.“ Für das Gesamtjahr geht Schindler von einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Bereich aus. Die EBIT-Marge soll bei etwa 12 Prozent gehalten werden. Mittelfristig will die Gruppe eine EBIT-Marge von 13 Prozent erreichen.
Im Februar 2024 wurde die Zürcher Wohnschutzinitiative mit über 20’000 Unterschriften eingereicht. Initiiert von Mieterverband, SP, Grünen und AL, soll sie Gemeinden künftig mehr Spielraum für Eingriffe in den Wohnungsmarkt geben. Die Abstimmung ist für 2026 geplant. Doch bereits heute sollten Bestandshalter die möglichen Effekte auf ihre Portfolios analysieren.
Flexibler Rahmen mit unklaren Folgen Die kantonale Vorlage beschränkt sich auf Rahmendefinitionen. Gemeinden erhalten das Recht, bei Wohnungsengpässen sowie bei Umbauten, Abbrüchen oder Umwandlungen in Eigentum zeitlich befristete Mietzinsobergrenzen zu definieren. Ob und wie diese umgesetzt werden, liegt im Ermessen der Gemeinden. Jeder kommunale Erlass wäre referendumsfähig. Doch orientiert an Vorbildern wie Basel-Stadt oder Genf dürften viele Gemeinden ähnliche Instrumente übernehmen.
Risiken für Werterhalt und Investitionsdynamik Der potenzielle «Value at Risk» für Immobilienportfolios liegt in Einschränkungen bei Mietzinsanpassungen, Unsicherheit in der Projektentwicklung und sinkender Investitionsbereitschaft. Erfahrungen aus anderen Kantonen zeigen, Mietpreisdeckel dämpfen Neubau- und Sanierungsaktivitäten, was mittelfristig zu Angebotsengpässen und zur Erosion von Wohnqualität führen kann. Besonders betroffen sind Bestandesliegenschaften in angespannten Märkten.
Strategien zur Risikominimierung gefragt Für institutionelle Investoren empfiehlt sich eine differenzierte Szenarioanalyse, die neben möglichen Wertminderungen auch steuerliche und regulatorische Folgewirkungen berücksichtigt. Eine strategische Diversifikation, aktives Asset Management und rechtzeitige Kommunikation mit Gemeinden werden entscheidend sein, um Handlungsspielräume zu sichern.
Die kombinierte Steuerbelastung für Unternehmen liegt in der Schweiz je nach Kanton zwischen 12 und 24 Prozent. Grund dafür ist die Steuerautonomie der Kantone, die im Standortwettbewerb gezielt attraktive Rahmenbedingungen schaffen. Wirtschaftsstarke Kantone wie Zug, Schwyz oder Nidwalden setzen auf niedrige Unternehmenssteuern, um Ansiedlungen zu fördern.
Seit der Steuerreform STAF (2019) profitieren Firmen von weiteren Vorteilen. Dazu zählen die Patentbox, welche Erträge aus Patenten begünstigt besteuert, sowie Abzüge für Forschung und Entwicklung, was besonders relevant für technologieorientierte Unternehmen ist. Auch Holdinggesellschaften profitieren von steuerlichen Sonderregelungen, was die Schweiz für global tätige Unternehmen attraktiv macht.
Steuerliche Rahmenbedingungen für Privatpersonen Privatpersonen profitieren ebenfalls von einer moderaten Steuerbelastung. Die Bundessteuer auf Einkommen beträgt maximal 11,5 Prozent, ergänzt durch kantonale und kommunale Abgaben. Viele Kantone haben eine flache Steuerprogression, wodurch auch höhere Einkommen im internationalen Vergleich gering belastet werden.
Die Vermögenssteuer liegt meist unter einem Prozent. Auf Bundesebene existiert keine Erbschaftssteuer und einige Kantone bieten Regelungen für vermögende Zuziehende. Ausländische Personen ohne Erwerbstätigkeit in der Schweiz können von der Pauschalbesteuerung profitieren.
Mehrwertsteuer als Standortvorteil Mit einem Satz von 8,1 Prozent gehört die Schweizer Mehrwertsteuer zu den niedrigsten in Europa. Ein klarer Vorteil gegenüber Ländern wie Deutschland (19 %) oder Frankreich (20 %).
Internationale Entwicklungen im Blick Der internationale Druck, insbesondere von OECD und EU fordern Anpassungen zur Vermeidung von Steuerwettbewerb. Die Schweiz reagiert mit Reformen, ohne jedoch ihre Standortattraktivität aufzugeben.
Die PriceHubble AG will neue Massstäbe für die Finanz- und Immobilienbranche setzen. Dazu hat das auf digitale Lösungen für die Finanz- und Immobilienwirtschaft spezialisierte Zürcher Unternehmen drei spezialisierte KI-Agenten lanciert. „Sie vereinen hochwertige Immobiliendaten mit Automatisierung und generativer KI“, erläutert PriceHubble in einer entsprechenden Mitteilung.
Der KI-Agent PriceHubble Companion berät und liefert personalisierte Einsichten in Immobilien. Der PriceHubble Copilot unterstützt Arbeitsprozesse von der Bewertung einer Immobilie bis zur Beantwortung von komplexen Kundenanfragen. Der PriceHubble Analyst ist auf die Erkennung und Interpretation von Trends und Entwicklungen geschult. Jeder der drei Agenten kann individuell angepasst und in bestehende interne Prozesse integriert werden.
Mit den drei neuen Agenten will PriceHubble Banken, Vermögensverwalter, Bewirtschafter, Portfolio-Manager und Immobilienmakler bei der Bewältigung konkreter Herausforderungen unterstützen. „KI Agenten sind der logische nächste Schritt – für uns und für den Markt“, wird Stefan Heitmann, CEO und Gründer von PriceHubble, in der Mitteilung zitiert. „Präzise, transparente Daten in Verbindung mit durchdachten, individuell anpassbaren Lösungen sind der Schlüssel für exzellente Kundenerlebnisse, mehr Effizienz bei der Beratung und echten ROI im Finanz- und Immobilienbereich.“
Die Holcim AG hat im ersten Quartal 2025 weltweit Umsätze in Gesamthöhe von 5,54 Milliarden Franken erwirtschaftet, informiert der Zuger Baustoffkonzern in einer Mitteilung. Im Vorjahreszeitraum hatten die Umsätze mit 5,59 Milliarden Franken auf gleichem Niveau gelegen. Das wiederkehrende Betriebsergebnis auf Stufe EBIT fiel mit 515 Millionen Franken um 3,1 Prozent schwächer als im ersten Quartal 2024 aus. In Lokalwährungen wurde jedoch ein EBIT-Wachstum von 1,7 Prozent erzielt.
„Wir haben im ersten Quartal einen überproportionalen Anstieg des Recurring EBIT erreicht und das Margenniveau gehalten“, wird Holcim-CEO Miljan Gutovic in der Mitteilung zitiert. „Die wachsende Nachfrage unserer Kunden nach unseren nachhaltigen Baulösungen hat dazu beigetragen, dass die Umsatzanteile von ECOPact und ECOPlanet in den jeweiligen Produktlinien neue Höchstwerte erreicht haben.“ Konkret zog der Umsatzanteil des kohlenstoffarmen ECOPact-Betons im Jahresvergleich von 26 auf 32 Prozent an. Der kohlenstoffarme ECOPlanet-Zement verbesserte seinen Umsatzanteil gleichzeitig von ebenfalls 26 auf 29 Prozent.
Vor dem Hintergrund des stabilen Quartalsergebnisses hält Holcim an seinen Zielvorgaben für das Geschäftsjahr 2025 fest. Danach soll ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich in lokaler Währung und ein dazu überproportionaler Anstieg des wiederkehrenden EBIT realisiert werden. Die Ausgliederung des Nordamerikageschäfts von Holcim (Amrize) verläuft nach Plan. Am 25. März habe Amrize seinen ersten Investorentag in New York abgehalten, erläutert Holcim. Im Juni soll die Ausgründung an der NYSE und der SIX Swiss Exchange kotiert werden.
Die Hypothekarbank Lenzburg hat zwei neue Partner für ihr Banking-as-a-Service-Geschäft gewonnen. Die homie AG aus Bern und die arvy AG aus Zürich setzen künftig die bankeigenen Onboarding- und Kontolösung ein, informiert die Hypothekarbank Lenzburg in einer Mitteilung.
Banking-as-a-Service (BaaS) ist ein neuerer Geschäftsbereich der Bank und bindet Drittanbieter von Finanzdienstleistern ohne Banklizenz an die von der Bank entwickelte Open-Banking-Plattform Finstar an. Die neuen Partnerschaften zeigten, „dass unsere BaaS-Angebote in den Bereichen Mietkaution und digitale Vermögensverwaltung gefragt sind und wir im BaaS-Geschäft im Schweizer Finanzmarkt an Breite gewinnen“, wird Reto Huenerwadel, Bereichsleiter Marktleistungen bei der Hypothekarbank Lenzburg, in der Mitteilung zitiert.
Das Fintech homie wird die Lösungen der Hypothekarbank Lenzburg für die Eröffnung und den Betrieb digitaler Mietkautionskonten nutzen. „Gemeinsam mit der Hypothekarbank Lenzburg vereinfachen wir den gesamten Prozess für Immobilienverwaltungen und Mieter spürbar“, wird homie-CEO Arben Lekaj in der Mitteilung zitiert.
Das Fintech arvy wiederum setzt die Lösungen der Hypothekarbank Lenzburg für die eigenen Konten und Wertschriftendepots bei der Hypothekarbank und weitere Dienstleistungen in der digitalen Vermögensverwaltung ein. „Wir wollen, dass unsere Kunden nicht einfach nur investieren, sondern wirklich verstehen, worin sie investieren“, erläutert arvy-Mitgründer Patrick Rissi. „Die Partnerschaft mit der Hypothekarbank Lenzburg ermöglicht es uns, unsere Vision effizient und regulatorisch sauber umzusetzen.“
Das auf KI-gestützte Automatisierungslösungen im Immobiliensektor spezialisierte Start-up Nestermind hat laut Medienmitteilung eine substantiell überzeichnete Pre-Seed-Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen.
Mit dem frischen Kapital sollen die Technologie weiterentwickelt und die nationale und internationale Marktpräsenz nach vorne gebracht werden. Die von Nestermind entwickelte Software Agentic AI ermögliche ein einfacheres Management von Immobilienangeboten, bessere Kundenkommunikation und schnellere Verkaufsprozesse.
„Wir sind stolz, so erfahrene und strategisch wertvolle Partner an unserer Seite zu haben, die unsere Vision teilen, die Immobilienvermarktung auf ein neues Level zu heben“, wird Mitgründer und CEO Lucas Pelloni zitiert.
Die Plattform eröffne Akteuren der Immobilienbranche neue Wege, sich in einem datengesteuerten Ökosystem zu vernetzen. „Damit schaffen wir enorme Effizienzpotenziale und eröffnen den Weg für eine neue Art des Arbeitens in der Immobilienbranche”, wird Mitgründer und CTO Severin Wullschleger zitiert.
Nach Unternehmensangaben sei die Software insbesondere auf die Bedürfnisse kleinerer KMU der Immobilienbranche zugeschnitten. Sie könnten durch die Automatisierung von Aufgaben wie Lead-Generierung und CRM-Management an Effizienz zulegen und Zeit sparen, ohne Investitionen in komplexe Systeme.
Der Abschluss der Finanzierung kam gemäss der Mitteilung unter Beteiligung einer Investorenrunde aus „namhaften Persönlichkeiten aus der Immobilienbranche, renommierten Family Offices sowie führenden Immobilienunternehmen“ zustande. Über die Summe wurde nichts bekanntgegeben.
Der vom digitalen Immobilienmarktplatz Homegate in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank monatlich erhobene Mietindex hat Ende März auf dem Stand von 130,1 Punkten geschlossen. Im Vergleich zum Vormonat legte der Index damit um 0,2 Prozent zu, informiert Homegate in einer Mitteilung. Gegenüber dem Vorjahr haben die Fachleute des Immobilienmarktplatzes schweizweit ein Wachstum der Angebotsmieten um 2,6 Prozent registriert.
Dabei fielen die Entwicklungen innerhalb der Kantone unterschiedlich aus. In sieben Kantonen wurde im Monatsvergleich ein Wachstum von mehr als 1 Prozent registriert, weitere sieben Kantone wiesen einen Rückgang der Angebotsmieten um über 1 Prozent auf. Die stärksten Steigerungen legten dabei die Angebotsmieten in Glarus mit 2,1 Prozent und im Wallis mit 1,3 Prozent vor. Die stärksten Rückgänge verbuchten Nidwalden mit 1,7 Prozent und Graubünden mit 1,1 Prozent.
Auch bei dem im Index erfassten acht Schweizer Städten haben die Fachleute unterschiedliche Entwicklungen beobachtet. Konkret weisen im Monatsvergleich jeweils vier Städte gestiegene beziehungsweise gesunkene Angebotsmieten auf. Die grössten Veränderungen wurden dabei für Bern mit einem Plus von 0,9 Prozent und für Luzern mit einem Minus von 1,0 Prozent registriert.
Der Wohnbausaldo fällt 2025 tiefer aus als erwartet. Ersatzneubauten und Aufstockungen ersetzen zunehmend den klassischen Neubau auf der grünen Wiese. Obwohl die Zahl der Baubewilligungen 2024 anstieg, bleiben Nettozugänge aufgrund von Rückbauprojekten begrenzt. Besonders betroffen ist der Kanton Zürich, wo nur noch 73 % der Neubauprojekte tatsächlich zu mehr Wohnraum führen.
Gleichzeitig ist die Angebotsquote bei Mietwohnungen auf ein historisches Tief von 3.7 % gefallen. Die Nachfrage übersteigt das Angebot in fast allen Regionen deutlich.
Preissteigerungen durch Nachfrageboom Die Zinssenkung und das steigende Nettovermögen der Haushalte beleben die Nachfrage nach Wohneigentum, insbesondere im oberen Preissegment. Die Transaktionspreise ziehen weiter an. In der Zentralschweiz ist die Dynamik besonders ausgeprägt. Für 2025 wird ein Anstieg von 3.6 % bei Eigentumswohnungen und 3.8 % bei Einfamilienhäusern prognostiziert. Die Angebotsmieten steigen ebenfalls, jedoch moderater (+1.7 %), während Bestandsmieten aufgrund des tieferen Referenzzinssatzes leicht rückläufig sein dürften.
Büroflächenmarkt stabil mit regionalen Impulsen Im Bürosegment verläuft die Entwicklung verhaltener. Nach einem moderaten Beschäftigungswachstum von 1.1 % in 2024 wird 2025 mit einer leichten Dämpfung der Flächennachfrage gerechnet. Zwar stieg die Bautätigkeit nominal um 51.5 %, jedoch beruhte dies auf wenigen Grossprojekten. Das flächendeckende Wachstum ist deutlich geringer.
Die Angebotsmieten legten durchschnittlich um 2.4 % zu, in Grosszentren sogar um 4.4 %. In Zürich und Genf gingen die Spitzenmieten leicht zurück, während Bern mit einem Plus von 5.3 % zulegte.
Hochbau Trendwende und Umbau als Schlüssel Nach sechs rückläufigen Jahren setzt 2024 eine neue Wachstumsphase im Hochbau ein, mit einem erwarteten Plus von knapp 5 % im Jahr 2025. Vor allem der Umbausektor entwickelt sich zum Wachstumsmotor (+7.2 %), getrieben durch Baulandknappheit, die Energiewende, steuerliche Anreize und den hohen Sanierungsbedarf.
Investitionen in Mehrfamilienhäuser steigen deutlich, während der klassische Einfamilienhausbau weiter zurückgeht. Die Investitionstätigkeit konzentriert sich zunehmend auf innerstädtische Verdichtung, Bestandes Erneuerung und energetische Sanierungen.
Zwischenspurt mit Unsicherheiten Das wirtschaftliche Umfeld bleibt volatil. Die Schweizer Wirtschaft wächst 2025 voraussichtlich um 1.3 %, getragen von Konsum und Bauinvestitionen. Der globale Handel leidet weiterhin unter geopolitischen Spannungen und Zollkonflikten, was die Exportindustrie belastet mit Ausnahme des Pharmasektors.
Die Inflation bleibt tief (+0.3 %), die Leitzinssenkung auf 0.25 % unterstützt die Konjunktur, könnte jedoch deflationäre Tendenzen verschärfen. Gleichzeitig kühlt sich der Arbeitsmarkt ab. Das Bevölkerungs- und Haushaltswachstum verlangsamt sich, was sich mittelfristig auf die Wohnraumnachfrage auswirken könnte.
Seit der Verschärfung globaler Handelskonflikte unter der aktuellen US-Administration rücken Fragen zur wirtschaftlichen Resilienz wieder stärker in den Fokus. Eine neue Untersuchung der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich beleuchtet, wie verletzlich die Schweizer Volkswirtschaft gegenüber internationalen Verwerfungen tatsächlich ist.
KOF-Co-Direktor Hans Gersbach bringt es auf den Punkt und sagt, die Schweiz ist zugleich robust und anfällig. Während kurzfristige Schocks meist gut abgefedert werden können, drohen bei langanhaltenden Handelskonflikten dauerhafte BIP-Verluste von über einem Prozent pro Jahr. Besonders hart träfe es Schlüsselbranchen wie Maschinenbau, Pharma oder Präzisionsindustrie Branchen, die auch für den Wirtschaftsstandort Schweiz und die Immobilienmärkte eine zentrale Rolle spielen.
Szenarien zeigen Gefahren für Standort und Stabilität Die Analyse basiert auf dem neuen «KOF Handelsmodell». Einem innovativen Gleichgewichtsmodell, das globale Lieferketten, Preisveränderungen und Nachfrageeffekte detailliert abbildet. Die Simulationen zeigen, dass nahezu alle untersuchten Szenarien für die Schweiz negativ ausfallen, vor allem wenn protektionistische Massnahmen ganze Handelsblöcke betreffen.
Besonders kritisch wäre eine Eskalation zwischen den USA und Europa, in deren Folge auch die Schweiz von Gegenzöllen betroffen wäre. In diesem Fall wären Wachstumsrückgänge über ein Prozent BIP pro Jahr möglich. Ein schwerwiegender Einschnitt, insbesondere für exportorientierte Branchen und deren Standortumfeld.
Risiken früh erkennen und Resilienz gezielt stärken Die Studie nennt auch konkrete Handlungsfelder. Freihandelsabkommen und eine strategische Diversifikation von Import- und Exportmärkten gehören zu den wichtigsten Hebeln, um die Resilienz der Schweizer Wirtschaft zu stärken. Ebenso entscheidend sind stabile Rahmenbedingungen für Investitionen in Schlüsseltechnologien sowie ein innovationsfreundliches Umfeld.
Vorausschau statt Alarmismus Die KOF-Studie zeigt, die Schweiz ist auf globaler Ebene verwundbar, verfügt aber über Instrumente zur Risikominimierung. Eine kluge Handelspolitik, strategische Innovationsförderung und stabile institutionelle Rahmenbedingungen stärken nicht nur die Volkswirtschaft, sie machen auch den Wirtschaftsstandort krisenfester und attraktiver für langfristige Investitionen.
Der Bau- und Immobiliendienstleister Implenia AG hat laut Medienmitteilung erfolgreich eine Anleihe über 220 Millionen Franken platziert. Die festverzinsliche, nicht nachrangige Anleihe wurde zum Nennwert mit einer Laufzeit von vier Jahren und einem Zinssatz von 2,50 Prozent emittiert. Die Anleihe soll an der SIX Swiss Exchange zum Handel zugelassen und kotiert werden.
Das Settlement der Anleihe, der verpflichtende Beitritt der Investoren, werde voraussichtlich am 30. April stattfinden, heisst es weiter. UBS AG, Commerzbank Aktiengesellschaft, Raiffeisen Schweiz Genossenschaft und Zürcher Kantonalbank fungierten bei der Emission als Joint Lead Manager (JLM) und Bookrunner oder Konsortialführer. JLMs sind für die Vermarktung der Verbriefung an Investoren und für termingerechte und budgetgerechte Abwicklung der Transaktion verantwortlich.
Der Emissionserlös werde für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet, heisst es in der Mitteilung. Dazu gehört auch die Refinanzierung bestehender Schulden, wie die Rückzahlung der am 26. November 2025 fälligen Anleihe über 175 Millionen Franken und des am 9. Juni fälligen Schuldscheins über 30 Millionen Euro. Die erfolgreiche Emission ermöglicht es Implenia, die Finanzierungsstruktur des Unternehmens weiter zu stärken, heisst es in der Mitteilung.
Als Bau- und Immobiliendienstleister entwickelt, realisiert und bewirtschaftet Implenia Lebensräume, Arbeitswelten und Infrastruktur für künftige Generationen in der Schweiz und in Deutschland, heisst es vom Unternehmen.
Implenia mit Hauptsitz in Opfikon beschäftigt demnach europaweit über 9000 Mitarbeitende und erzielte 2024 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Franken.
Die Schweiz steht vor neuen Herausforderungen, doch ihre wirtschaftliche Stärke beruht auf klaren Erfolgsfaktoren wie Eigenverantwortung, Dezentralität, Innovationskraft und internationale Vernetzung. Diese Kernpunkte stellte Wirtschaftsminister Albert Rösti in seiner Keynote eindrücklich heraus. Mit dem Verweis auf historische Wurzeln und aktuelle Risiken machte er deutlich, Wohlstand ist kein Selbstläufer. Statt auf Etatismus zu setzen, brauche es ordnungspolitische Klarheit und die Rückbesinnung auf bewährte Prinzipien wirtschaftlicher Freiheit.
Zollschocks und Verhandlungsgeschick Staatssekretärin Helene Budliger Artieda gewährte Einblicke in die weltwirtschaftlichen Verhandlungen und betonte: «Die jüngsten US-Zölle kamen überraschend. Doch die Schweiz bleibe handlungsfähig, weil sie ihre Handelsbeziehungen breit diversifiziert und aktiv pflegt.» Offenheit gegenüber Partnern wie der EU, den USA und China sei nicht Beliebigkeit, sondern strategische Notwendigkeit. Die Resilienz der Schweizer Wirtschaft gründe auf dieser breiten Basis und einem klaren Blick für geopolitische Realitäten.
Robuste Fundamente, kluge Zurückhaltung In mehreren Panels wurde deutlich, die Schweiz verfügt über starke institutionelle Rahmenbedingungen, doch sie muss wachsam bleiben. Ökonom Gunther Schnabl und Ex-Finanzdirektor Serge Gaillard warnten vor einem Aufweichen der Schuldenbremse und mahnten zu fiskalischer Disziplin. Gleichzeitig lobten sie das Niveau der politischen Debatten in der direkten Demokratie, die breite Beteiligung an wirtschaftlichen Grundsatzfragen ermögliche.
Wirtschaftsmodell zwischen Globalplayern und KMU Die Schweizer Stärke liegt nicht nur in multinationalen Konzernen, sondern ebenso in regional verwurzelten KMU. Diese Kombination, so Historiker Tobias Straumann, sorge für Innovationskraft und Stabilität. Vertreterinnen wie Suzanne Thoma (Sulzer) und Urs Furrer (SGV) forderten praxisnahe Lösungen für die Fachkräftesicherung und weniger regulatorische Hürden. Die neue Verhandlungsbasis mit der EU biete Chancen, müsse aber klug umgesetzt werden.
Wachsamkeit ist kein Widerspruch zu Stärke Die Schweiz steht auf einem starken Fundament, doch dieses verlangt Pflege. Institutionelle Stabilität, hohe Innovationsfähigkeit, aussenwirtschaftliche Offenheit und politische Souveränität machen den Standort zukunftsfähig. Das Wirtschaftspodium sendet ein klares Signal, Selbstvertrauen ja, Selbstzufriedenheit nein. Wer die Schweiz stärken will, muss Spielräume klug nutzen, statt auf vermeintliche Sicherheiten zu bauen.
Das Zürcher Technologieunternehmen ABB hat laut Medienmitteilung den Verkauf eines «bedeutendem städtischen Entwicklungsareals» an die Stadt Zürich abgeschlossen. Die Stadt plant auf dem rund 25‘500 Quadratmeter grossen Gelände in Zürich Oerlikon eine gemischte Nutzung einschliesslich preisgünstigem Wohnraum, gewerbliche und soziokulturelle Nutzungen sowie die Schaffung von Aussenräumen. Das Baugebiet befindet sich in der Nähe des globalen Hauptsitzes von ABB. Der am 27. März abgeschlossene Verkauf war 2021 in einem städtebaulichen Vertrag zwischen beiden Parteien vereinbart worden, heisst es in der Mitteilung.
ABB wird im ersten Quartal 2025 einen operativen Veräusserungsgewinn von rund 120 Franken vor Steuern ausweisen und Netto-Barmittel von rund 90 Millionen Franken erhalten. In diesen Beträgen enthalten ist der Effekt des Mehrwertausgleichs von fast 17 Millionen Franken aus der Bebauungsplanänderung und eine Entschädigung für die zonenweise Verlagerung von bezahlbarem Wohnraum in Höhe von rund 22 Millionen Franken, die ABB laut dem Vertrag zu leisten hatte.
ABB unterstützt mit der Transaktion die Stadt Zürich nicht nur beim Bau von zusätzlichem preisgünstigem Wohnraum, sondern auch bei der Weiterentwicklung des Quartiers Neu-Oerlikon, heisst es in der Mitteilung von ABB. Im Rahmen des Vertrags bleibt die ehemalige ABB-Produktionsstätte und heutige Veranstaltungsstätte Halle 550 langfristig erhalten.
Die Konzernzentrale von ABB in Zürich-Oerlikon und das historische ABB-Gebäude bleiben von dem Verkauf unberührt.
Mit der per 1. Oktober 2025 in Kraft tretenden Verordnungsänderung reagiert der Bundesrat auf die anhaltende Kritik an der Intransparenz bei der Festlegung des Anfangsmietzinses. Neu müssen bei Neuvermietungen in Formularpflicht-Kantonen die zuletzt gültigen Werte des Referenzzinssatzes sowie des Landesindexes der Konsumentenpreise auf dem Formular ausgewiesen werden.
Ziel ist es Mieter sollen einfacher erkennen können, ob ein Mietzins gerechtfertigt oder anfechtbar ist. Dies stärkt nicht nur das Vertrauen in den Mietwohnungsmarkt, sondern auch die Planbarkeit für Investoren und institutionelle Vermieter.
Betroffen sind insbesondere urbane Zentren Die Änderung betrifft Kantone mit Formularpflicht wie Zürich, Genf, Basel, Luzern und Zug. Regionen, in denen ein Grossteil der neuen Mietverhältnisse abgeschlossen wird. Dort müssen die amtlichen und privaten Formulare bis spätestens 1. Oktober 2025 angepasst und genehmigt werden. Bei Nichtbeachtung könnte der Mietvertrag hinsichtlich des Anfangsmietzinses als ungültig eingestuft werden. Ein rechtliches Risiko, das professionell bewirtschaftende Eigentümer nicht ignorieren sollten.
Gleichzeitig schafft der Bundesrat administrative Entlastung bei Staffelmieten. Neu genügt eine einfache schriftliche Mitteilung der Mietzinserhöhung, ein amtliches Formular ist nicht mehr erforderlich.
Fundament für ein zukunftsfähiges Mietzinsmodell Das bestehende Berechnungsmodell für Mietzinsanpassungen, das aus den 1980er Jahren stammt, soll grundlegend überarbeitet werden. Damit reagiert die Politik auf Studien, die das heutige Modell als nicht mehr zeitgemäss beurteilen. Der Fokus liegt künftig auf realistischen Kostenannahmen für Kapital, Unterhalt und Verwaltung, ebenfalls eine Entwicklung, die insbesondere für institutionelle Investoren und Projektentwickler von grosser Bedeutung ist.
Der internationale Steuerwettbewerb wird durch die OECD-Mindestbesteuerung neu justiert und trifft Luzern ins Mark. Der bisherige Vorteil tiefer Unternehmenssteuern für international tätige Konzerne fällt weg. Die Folge könnten abwandernde Firmen, sinkende Investitionen und massive Ausfälle bei den Steuereinnahmen sein. Über eine Milliarde Franken stehen für Bund, Kanton und Gemeinden auf dem Spiel – ein Szenario, das Luzern nicht tatenlos hinnehmen will.
Wirtschaftsstandort stärken, Lebensqualität sichern Der Regierungsrat reagiert mit einem weitreichenden Standortförderungsprogramm, das jährlich rund 300 Millionen Franken umfasst. Rund zwei Drittel davon sollen direkt in Massnahmen zur Förderung von Innovation, Digitalisierung, Wirtschaftsflächen und einer unternehmensfreundlichen Verwaltung fliessen. Auch für Immobilienentwickler und Investoren entstehen dadurch neue Chancen. Insbesondere in der Planung und Realisierung zukunftsweisender Gewerbe- und Infrastrukturprojekte.
Das restliche Drittel ist der Lebensqualität gewidmet. Die Massnahmen reichen von steuerlicher Entlastung über Familienfreundlichkeit bis zur Förderung von Kultur und digitaler Teilhabe, zentrale Standortfaktoren, wenn es darum geht, Talente zu binden und neue Arbeitskräfte anzuziehen.
Partizipativ und zukunftsgerichtet Die Erarbeitung des Programms erfolgte in enger Abstimmung mit Wirtschaft, Gemeinden und Sozialpartnern. Bis zum 9. Juni 2025 läuft die öffentliche Vernehmlassung über das Tool «E-Mitwirkung». Der finale Entscheid liegt beim Volk. Im September 2026 wird über das Paket abgestimmt, Inkrafttreten ist für den 1. Oktober 2026 geplant.
Mit dieser Vorlage setzt Luzern ein starkes Signal. Standortförderung ist nicht mehr Kür, sondern strategische Pflicht – und sie erfordert klare, langfristige Investitionen.
Trotz moderater Preisentwicklung im Vergleich zur übrigen Deutschschweiz bleibt Wohneigentum in der Region Basel begehrt. Insbesondere in ländlichen Gemeinden steigen die Preise deutlich, was potenzielle Käufer zunehmend dazu bewegt, ihren Suchradius zu erweitern. Laut Marco Pirelli von der Basellandschaftlichen Kantonalbank hat der Rückgang der Hypothekarzinsen in den vergangenen zwei Jahren die Nachfrage zusätzlich angeheizt. Allerdings bei gleichzeitig wachsender Tragbarkeitsproblematik. Während Einfamilienhäuser preislich stabil blieben, legten Eigentumswohnungen leicht zu. Die Folge ist eine Zunahme der Hypothekaranfragen um 35 Prozent innerhalb eines Jahres.
Frühzeitig finanzielle Möglichkeiten prüfen Pirelli rät Kaufinteressierten, sich frühzeitig mit der Finanzierung auseinanderzusetzen. «Die Wahl der Hypothekenprodukte und Laufzeiten ist individuell verschieden. Eine rechtzeitige Abklärung des finanziellen Spielraums mit der Bank schafft Planungssicherheit.» Für viele sei dies heute entscheidend, um im angespannten Marktumfeld überhaupt noch erfolgreich zu sein.
Trotz Wohnschutz steigen die Preise Auch auf dem Mietmarkt zeichnet sich in Basel eine Fortsetzung der Teuerung ab. Fabian Halmer von der Holinger Moll Immobilien AG verweist auf strukturelle Ursachen wie einen veralteten Gebäudebestand mit hohem Sanierungsbedarf. Trotz Wohnschutz steigen die Mietpreise weiter, insbesondere in Basel-Stadt, wo 84 Prozent der Bevölkerung zur Miete wohnen. Zwar ist die Lage nicht so angespannt wie in Zürich oder Genf, doch die geringe Leerstandsquote von 0.7 Prozent signalisiert eine akute Wohnungsnot.
Engpass durch zu wenige Baugesuche Besonders alarmierend ist die Anzahl der eingereichten Baugesuche im Kanton Basel-Stadt ist stark rückläufig. Während von 2014 bis 2020 jährlich durchschnittlich 784 Baugesuche verzeichnet wurden, sank der Wert zwischen 2021 und 2023 auf lediglich 190. Halmer sieht im neuen Wohnraumfördergesetz eine Mitursache. Es schützt Bestandsmieter, behindert jedoch neue Bauprojekte und erschwert Zuzug oder Umzüge. Der dadurch entstehende Angebotsengpass dürfte zu weiter steigenden Mietpreisen führen.
Reformbedarf in Gesetzgebung und Planung Die Experten sind sich einig, ohne gezielte Anpassungen im Wohnraumfördergesetz und beschleunigte Bewilligungsverfahren droht der Wohnungsmarkt in Basel weiter unter Druck zu geraten. Entwicklungsareale wie Klybeckplus oder Dreispitz Nord könnten Entlastung schaffen. Vorausgesetzt, sie werden konsequent verfolgt. Eine nachhaltige Wohnbaupolitik muss nicht nur auf Bestandsschutz setzen, sondern auch künftiges Wachstum aktiv mitdenken.
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