Kategorie: immoNews

immoNews – Aktuelle Immobiliennews, Branchenmeldungen & Entwicklungen aus der Schweizer Immobilienwirtschaft auf einen Blick.

  • Politischen Fahrplan zur Klimaneutralität der Schweiz

    Politischen Fahrplan zur Klimaneutralität der Schweiz

    Der Abschlussbericht von POLIZERO nimmt die Schweizer Klimapolitik mit ungewohnter Klarheit ins Visier. Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend für Wirtschaft, Energieversorgung und Gesellschaft. Das Forschungsteam modellierte zahlreiche Pfade. Der Ausstieg aus fossilen Technologien, eine massive Ausweitung von Fernwärme und Solarkapazitäten sowie die zügige Einführung von Elektromobilität bilden das Fundament für das Netto-Null-Ziel.

    Ein Blick nach Europa zeigt, dass gerade in unsicheren Zeiten eine gezielte Harmonisierung mit EU-Standards zum Erfolgsfaktor werden. Besonders die Integration in einen gemeinsamen Energiemarkt und abgestimmte Vorschriften stärken die Versorgungssicherheit und beschleunigen Innovationen.

    Von der Strategie zur Skalierung
    Das Fenster für einschneidende Weichenstellungen schliesst sich. Ab 2035 verschiebt sich der Fokus auf das Hochskalieren klimafreundlicher Technologien. Modellrechnungen belegen, dass Wind- und Bioenergie, synthetische Kraftstoffe sowie CO₂-Abscheidung aus Industrie und Abfall ins Zentrum rücken. Durch Investitionen und verpflichtende Vorgaben, etwa für den Ersatz alter Heizsysteme, kann die Schweiz ihre Abhängigkeit von Energieimporten im Winter verringern und gleichzeitig industriellen Wandel ermöglichen.

    Fördermassnahmen und Innovationsanreize wirken als Starthilfe, werden jedoch im weiteren Verlauf gezielt durch strengere regulatorische Instrumente und den Ausbau des Emissionshandels ergänzt. Standhafte, aber anpassungsfähige Politik bleibt notwendig, um geopolitische Unsicherheiten und technologische Überraschungen aufzufangen.

    Flexible Umsetzung, klare Perspektive
    Die Studie empfiehlt einen ausgewogenen Ansatz statt radikaler Einzelschritte. Gelingt es der Schweiz, glaubwürdige eigene Initiativen mit konsequenter EU-Koordinierung zu verbinden, sind die Chancen auf Erreichen des Netto-Null-Ziels intakt. Entscheidend bleibt, dass jede Strategie flexibel bleibt. Anpassungsfähigkeit gewinnt an Bedeutung, je schneller sich Weltmärkte und Forschung verändern.

    Um Klimaneutralität zu realisieren, braucht es nicht das perfekte Rezept, sondern eine klar definierte Richtung und politisches Durchhaltevermögen. Die entscheidenden Schritte müssen jetzt gesetzt werden. Für eine Schweiz, die in Sachen Klimaschutz und Innovationskraft Europa mitprägt.

  • Alte Technik neu gedacht

    Alte Technik neu gedacht

    Wer heute an modernes Bauen denkt, sieht Glas, Beton und Stahl. Doch ein Baustoff, der schon seit Jahrtausenden existiert, kehrt mit Macht zurück, Stampflehm. Bereits früher entstanden daraus ganze Städte, Burgen und Tempel und viele dieser Bauwerke stehen noch immer.

    Stampflehm kombiniert regionale Rohstoffe, zirkuläre Nutzung und ein gesundes Raumklima. Er speichert Wärme, gleicht Feuchtigkeit aus und benötigt kaum Energie zur Herstellung. Der Baustoff reagiert damit auf zentrale Anforderungen der Bauwende, Ressourcenschonung, Klimaschutz und Wohngesundheit.

    Joschua Gosslar vom Institut für Tragwerksentwurf der TU Braunschweig spricht von einer „Renaissance des Lehms“, die traditionelle Handwerkskunst mit technischer Präzision verbindet.

    Wie Stampflehm funktioniert
    Stampflehm entsteht aus Lehm, Sand, Kies und Wasser. Diese Mischung wird in Schichten in eine Schalung eingebracht und verdichtet. Früher per Hand, heute häufig maschinell. Das Ergebnis sind massive, schichtweise strukturierte Wände mit hoher Wärmespeicherkapazität.

    Durch sein diffusionsoffenes Verhalten trägt der Baustoff zu einem ausgeglichenen Raumklima bei. Ohne baulichen Witterungsschutz jedoch verliert der Lehm an Festigkeit. Grosse Dachüberstände, wasserabweisende Putze oder konstruktive Trennungen sind daher unverzichtbar.

    Forschungsprojekte wie HyRaEarth arbeiten an dauerhaften Lösungen gegen die Feuchtigkeitsanfälligkeit, etwa durch umweltverträgliche hydrophobe Beschichtungen.

    Robotik auf der Baustelle
    Die Verarbeitung von Stampflehm ist mit vielen Arbeitsschritten, hohe Handwerksintensität und lange Bauzeiten aufwendig. Forschende der TU Braunschweig entwickeln deshalb eine robotische Fertigungseinheit, die Lehmwände additiv aufbringt. Schicht für Schicht, präzise und ohne herkömmliche Schalung.

    Das System kombiniert eine mitlaufende Schalung mit einer Verdichtungseinheit, die automatisch nach oben fährt. Ziel ist eine mobile Produktionseinheit, die vor Ort mit Aushubmaterial arbeitet. „Lehm ist vollständig reversibel“, erklärt Gosslar. „Er kann nach hundert Jahren wiederverwendet werden,  als Baustoff für ein neues Haus.“

    Damit überträgt die Forschung Prinzipien des 3D-Drucks auf den Lehm- und Erdbau und schafft so die Grundlage für industrielle und dennoch handwerklich geprägte Bauweisen.

    Internationale Pionierprojekte
    Weltweit zeigen Architekturbüros, was aus Erde entstehen kann. Casa Franca in Paris wurde mit 550 Tonnen Aushuberde zu tragenden Wänden verdichtet, die Klimaanlagen überflüssig machen. Das Bayalpata Hospital in Nepal verwendete lokalen Lehm und senkte so die Baukosten um 40 Prozent und stärkte die regionale Baukultur. Das Ricola-Kräuterzentrum in Laufen von Herzog & de Meuron nutzten vorgefertigte Stampflehmplatten, kombiniert mit Photovoltaik und moderner Haustechnik. Ein Wohnhaus in Desert Wash Home, USA, integriert sich topografisch in den natürlichen Wasserlauf.
    Diese Projekte belegen, dass Lehm längst kein Nischenmaterial mehr ist, sondern weltweit im zeitgenössischen Hochbau angekommen ist.

    Technische Werte und Normen
    Die Materialleistung von Stampflehm ist inzwischen gut dokumentiert. Seine Rohdichte liegt zwischen 1’700 und 2’400 kg/m³, die Druckfestigkeit bei 1,5 bis 2,5 N/mm² – einzelne Versuche erreichen bis zu 10 N/mm². Diese Werte machen ihn statisch tragfähig, erfordern jedoch neue Berechnungsmethoden, da der Elastizitätsmodul deutlich niedriger ist als bei Beton.

    Gesetzlich geregelt sind Lehmbauten durch die Normenreihe DIN 18940 bis 18948 sowie die Lehmbau-Regeln des Dachverbandes Lehm. Sie sichern die Produktqualität, engen die Anwendung aber auch ein.

  • Immobilienbranche zeigt sich vorsichtig optimistisch

    Immobilienbranche zeigt sich vorsichtig optimistisch

    Der aktuelle EXPO REAL Trendindex, eine Umfrage unter 579 Ausstellern und Besuchern der internationalen Fachmesse in München, zeigt ein überwiegend positives Stimmungsbild. 44 Prozent der Teilnehmenden bezeichnen die Lage am internationalen Immobilienmarkt als optimistisch, 35 Prozent als neutral und nur 22 Prozent als zurückhaltend.

    „Die Talsohle ist durchschritten, das Vertrauen kehrt langsam zurück“, sagt Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München. Zwar bleiben das Zinsumfeld, die schwache Konjunktur und zunehmende Regulierung zentrale Themen, doch das ausgewogene Ergebnis zeige, dass die Branche Schritt für Schritt zur Normalität finde.

    Mit Zustimmungsraten von über 89 Prozent, machen die Befragten deutlich, die grossen Einflussfaktoren bleiben Zinspolitik, politische Rahmenbedingungen, Konjunktur und Kapitalverfügbarkeit.

    Bürokratieabbau als Branchenappell
    Den grössten Handlungsbedarf sehen die Marktteilnehmer beim Rückbau administrativer Hürden. 79 Prozent der Befragten wünschen sich weniger Bürokratie. Auf Platz zwei mit 64 Prozent folgt der Wunsch nach besserer Kapitalverfügbarkeit, während harmonisierte Baugesetze und die Transformation des Immobilienbestands deutlich seltener genannt werden.

    Diese Ergebnisse spiegeln den weitverbreiteten Frust über Genehmigungsprozesse und Vorschriften wider, die insbesondere Neubauprojekte und energetische Sanierungen lähmen. Der Ruf nach effizienteren Verfahren wird damit zum zentralen politischen Anliegen der Immobilienwirtschaft.

    Wohnen bleibt wichtigste Anlageklasse
    Bei der Bedeutung der Assetklassen bestätigt sich der Trend der letzten Jahre. Wohnen führt mit 75 Prozent Zustimmung vor Pflegeimmobilien mit 66 Prozent und Datenzentren 63 Prozent. Logistik behauptet sich mit 47 Prozent im Mittelfeld, während Büro, Hotel und Handel mit jeweils rund 10 Prozent weiter an Attraktivität verlieren.

    In der Investorenlandschaft trauen die Befragten vor allem Kapitalverwaltungsgesellschaften 87 Prozent und institutionellen Investoren 83 Prozent, tragende Rollen zu. Crowdfunding und andere innovative Finanzierungsformen bleiben hingegen Randerscheinungen.

    Europa dominiert, USA verlieren an Vertrauen
    Beim Blick auf die internationalen Märkte zeigt sich eine deutliche Verschiebung. Europa bleibt mit 80 Prozent Nennungen klar führend, während die USA von 66 Prozent im Vorjahr auf nur noch 45 Prozent zurückfallen. Damit gewinnen Asien-Pazifik-Räume mit 64 Prozent weiter an Bedeutung. Innerhalb Europas sind Westeuropa, die D-A-CH-Region und Nordeuropa die attraktivsten Regionen.

    Das grösste Wachstumspotenzial sehen die Befragten in A-Lagen von B-Städten. Dort, wo hohe Nachfrage auf moderatere Preise trifft.

    Wohnraummangel bleibt zentrale Herausforderung
    Unverändert ist das Thema Wohnraummangel das dominierende Problemfeld. 95 Prozent der Befragten sehen in verbesserten Finanzierungskonditionen den entscheidenden Hebel, um mehr Wohnraum zu schaffen, dicht gefolgt von tieferen Baukosten von 94 Prozent.

    Weitere zentrale Ansätze sind Bauen im Bestand mit 91 Prozent, die Reduktion kostspieliger Baustandards 87 Prozent und serielles beziehungsweise modulares Bauen 86 Prozent. Skepsis herrscht dagegen gegenüber dem von der Bundesregierung angekündigten Bau-Turbo. Nur 13 Prozent bewerten die Massnahmen als zufriedenstellend.

    Europa im Dialog über bezahlbares Wohnen
    Auf der diesjährigen EXPO REAL diskutieren Entscheidungsträgerinnen und Experten aus Politik und Wirtschaft über konkrete Lösungen für bezahlbares Wohnen. Unter den prominenten Gästen sind Mona Keijzer, stellvertretende niederländische Ministerpräsidentin, und Eamon Ryan vom Housing Advisory Board der EU-Kommission. Auch die neue deutsche Bundesministerin für Wohnen, Verena Hubertz, wird teilnehmen.

    Die Messe bleibt damit zentraler Treffpunkt und Stimmungsbarometer der internationalen Immobilienwirtschaft und zeigt 2025 ein vorsichtig optimistisches Bild einer Branche, die wieder an Perspektive gewinnt.

  • Energie 360° und EKZ führen Übernahmegespräche

    Energie 360° und EKZ führen Übernahmegespräche

    Die Stadt Zürich hat bereits 2024 angekündigt, für Energie 360° neue Partnerschaften zu suchen. Nach dem Rückzug aus der städtischen Wärmeversorgung fokussiert sich das Unternehmen zunehmend auf Projekte ausserhalb des Stadtgebiets. Um seine Zukunft langfristig zu sichern, führte die Stadt mit externer Unterstützung Marktabklärungen durch und sprach mit mehreren Interessenten.

    Nun steht fest, Zürich und EKZ führen exklusive Verhandlungen über eine mögliche Übernahme. Die Gespräche sollen gemäss Mitteilung klären, ob der Zusammenschluss beider Energieunternehmen einen Mehrwert für den Kanton und die Stadt schaffen kann.

    Synergien für die kantonale Energiezukunft
    EKZ verfügt über breite Erfahrung im Aufbau und Betrieb komplexer Energieinfrastrukturen und liefert im Strombereich bereits 100 Prozent erneuerbare Energie. Durch einen Zusammenschluss mit Energie 360° könnte der Kanton Zürich künftig grosse Teile der Energieversorgung aus einer Hand steuern.

    Für Energie 360° würde die Integration in EKZ die konsequente Fortsetzung ihrer Transformation bedeuten. Weg vom fossilen Gas hin zu erneuerbaren Energieverbünden, Biogas und Ladeinfrastrukturen für Elektromobilität. Damit würde der Kanton Zürich im nationalen Vergleich einen markanten Schritt Richtung Netto-Null machen.

    Beobachter sehen in dieser Bündelung eine Chance, die regionale Energieproduktion, Netzinfrastruktur und Versorgungssicherheit stärker zu koordinieren. Gleichzeitig bietet die geplante Übernahme die Möglichkeit, Ressourcen und Know-how in einem zunehmend fragmentierten Markt effizienter einzusetzen.

    Entscheid bis Ende 2026 erwartet
    Ob der Zusammenschluss tatsächlich zustande kommt, entscheiden zwei Gremien. Auf Seiten der Stadt der Gemeinderat, auf Seiten von EKZ der Verwaltungsrat. Die Verhandlungen sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

    Für Zürich wäre der Verkauf ein bedeutender strategischer Schritt. Verbunden mit der Abgabe eines wichtigen Energieunternehmens, aber auch mit der Chance, das Ziel der Dekarbonisierung im Kanton vereint voranzutreiben. Sollte die Übernahme gelingen, entstünde im Raum Zürich ein Energieakteur, der Strom, Wärme und Mobilität konsequent auf erneuerbare Grundlagen stellt und damit die Weichen für eine klimaneutrale Zukunft stellt.

  • Neue Dynamik für Immobilienfonds

    Neue Dynamik für Immobilienfonds

    Für Immobilienfonds scheint die Reform auf den ersten Blick unspektakulär. Ihre Liegenschaften werden vermietet, die daraus erzielten Mieterträge sind weiterhin steuerpflichtig, der Eigenmietwert spielte hier nie eine Rolle. Institutionelle Investoren zahlen damit wie bisher auf reale Erträge und nicht auf fiktive Einkommen.

    Ganz anders sieht es bei Eigentümerinnen und Eigentümern von selbst bewohntem Wohneigentum aus. Sie profitieren unmittelbar, sofern ihre Hypothekarbelastung gering ist. Diese Verschiebung stärkt die Attraktivität von Wohneigentum und könnte die Nachfrage nach Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern weiter anheizen.

    Preissteigerungen in einem schwachen Renditeumfeld
    Die Abkehr vom Eigenmietwert fällt in eine Zeit, in der die Renditen von Immobilienanlagen bereits wieder auf ein tiefes Niveau gesunken sind. Die steigende Nachfrage nach eigengenutztem Wohneigentum dürfte die Preise erhöhen. Ein Szenario, das Projektentwickler zusätzlich unter Druck setzt. Ihre Kalkulationen werden enger, während Investoren und Fonds gleichzeitig mit stagnierenden Mietrenditen konfrontiert sind.

    Ein Anstieg der Preise wirkt sich zudem auf die Bewertung von Immobilienportfolios aus. Fonds, die hohe Marktwerte ausweisen, könnten in der Folge tiefere Anfangsrenditen verzeichnen. Eine Entwicklung, die institutionelle Anleger genau beobachten werden.

    Steuerpolitische Gegenmassnahmen denkbar
    Die Abschaffung des Eigenmietwerts wird Schätzungen zufolge zu jährlichen Steuerausfällen von rund 1,8 Milliarden Franken führen. Wovon ein Drittel den Bund und zwei Drittel die Kantone betreffen. Experten wie Emanuel von Graffenried von BN Conseils warnen, dass die Kantone diesen Ausfall teilweise durch neue Abgaben kompensieren könnten.

    Im Gespräch ist insbesondere die Einführung einer kantonalen Grundsteuer. Sollte eine solche Steuer Realität werden, wären nicht nur private Eigentümer betroffen, sondern auch institutionelle Investoren und Immobilienfonds. Damit würde die Reform indirekt doch eine zusätzliche Belastung für den professionellen Immobiliensektor bedeuten, wenn auch zeitversetzt.

    Langfristige Marktfolgen für Fonds
    Auch wenn die Abschaffung des Eigenmietwerts für Fonds kein unmittelbares Steuerthema darstellt, beeinflusst sie das Umfeld, in dem diese operieren. Steigende Wohneigentumspreise, höhere Bodenwerte und ein enger werdender Vermietungsmarkt verändern die Bewertungsgrundlagen von Immobilienanlagen.

    Fachleute erwarten, dass insbesondere Wohnimmobilienfonds mittelfristig Anpassungen in ihrer Portfoliostruktur vornehmen müssen. Gleichzeitig werden steuerpolitische Schritte der Kantone die Attraktivität einzelner Standorte verändern. Ein Aspekt, der künftig auch für Anlageentscheide institutioneller Investoren von Bedeutung sein dürfte.

  • Stadt Zürich zeichnet beste Bauprojekte 2025 aus

    Stadt Zürich zeichnet beste Bauprojekte 2025 aus

    Die ausgezeichneten Projekte, die zwischen 2021 und 2024 realisiert wurden, tragen mit ihrer architektonischen Qualität, einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und einem starken sozialen Bezug zur Identität und Lebensqualität der Stadt Zürich bei. Von Freitag, 3. Oktober, bis zum 9. November 2025 sind die prämierten Bauwerke in der thematischen Ausstellung im Zentrum Architektur Zürich zu sehen.

    Hundert Projekte, zehn Auszeichnungen
    «Die Qualität und Vielfalt der rund hundert eingereichten Projekte war beeindruckend», erklärte Stadtpräsidentin Corine Mauch. Die eingereichten Werke schaffen lebendige Stadträume mit hoher Aufenthaltsqualität, fördern sozialen Austausch und prägen die Identität der Quartiere. Eine interdisziplinäre Fachjury unter dem Vorsitz von Stadtrat André Odermatt wählte aus diesem breiten Spektrum die zehn herausragenden Bauten aus.

    Sozialräumliche und ökologische Verantwortung
    Die Bewertung ging über reine Architektur hinaus. Auch sozialräumliche Aspekte wie Inklusion, Begegnungsmöglichkeiten und der verantwortliche Umgang mit natürlichen Ressourcen flossen in die Entscheidungsprozesse ein. «All diese Projekte verbindet, dass sie Verantwortung übernehmen, für Menschen, Natur und die Identität der Stadt. Sie prägen, wie wir Zürich wahrnehmen und schaffen bleibende Erinnerungen», so André Odermatt.

    Freiraum als Schlüssel zur urbanen Lebensqualität
    Stadträtin Simone Brander hob besonders die Bedeutung auch kleiner und unscheinbarer Freiräume hervor: «Diese Zwischenräume bestimmen massgeblich, wie eine Stadt und ihre Quartiere funktionieren und wie wir sie erleben.»

    Publikumspreis geht an den Neubau des Universitäts-Kinderspitals
    Der Publikumspreis wurde durch ein Online-Voting ermittelt und ging mit rund 300 Stimmen an das Neubauprojekt des Universitäts-Kinderspitals Zürich. Mit seiner modernen Holz- und Betonarchitektur schafft das Gebäude eine warme Atmosphäre und setzt architektonisch sowie funktional neue Standards im Gesundheitsbau.

    Ausgezeichnete Projekte
    Büro- und Gewerbehaus Binzstrasse
    Bauherrschaft: Swiss Life Asset Management AG
    Architektur: EM2N Architekten AG
    Landschaftsarchitektur: Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG

    Gesamtinstandsetzung Wohnsiedlung «Im Birkenhof»
    Bauherrschaft: Stadt Zürich
    Architektur: Romero Schaefle Partner Architekten AG
    Landschaftsarchitektur: Westpol Landschaftsarchitektur GmbH

    Gesamtsanierung Hauptbahnhof Zürich Südtrakt
    Bauherrschaft: SBB AG, Immobilien Development
    Architektur: Aebi & Vincent Architekten SIA AG

    Gesamtsanierung Gebäude Q, Werkstadt Areal
    Bauherrschaft: SBB Immobilien AG
    Architektur: Baubüro in situ ag
    Nutzungstransformation: denkstatt sàrl

    Haus im Garten
    Bauherrschaft: Irma Peter
    Architektur: Loeliger Strub Architektur
    Landschaftsarchitektur: Permatur

    Hochhausensemble WolkenWerk und Messeturm
    Bauherrschaft: Leutschenbach AG, Nyffenegger Immobilien AG
    Architektur: Staufer & Hasler Architekten AG, von Ballmoos Partner Architekten AG
    Landschaftsarchitektur: Mavo GmbH

    Kongresshaus und Tonhalle Zürich – Instandsetzung
    Bauherrschaft: Kongresshaus-Stiftung Zürich
    Architektur: ARGE Boesch Diener
    Landschaftsarchitektur: Vogt Landschaftsarchitekten AG

    Neubau Universitäts-Kinderspital Zürich (Publikumspreis)
    Bauherrschaft: Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung
    Architektur: Herzog & de Meuron
    Landschaftsarchitektur: August + Margrith Künzel Landschaftsarchitekten AG

    Provisorische Sportbauten
    Bauherrschaft: Kanton Zürich, Baudirektion Hochbauamt
    Architektur: pool Architekten
    Landschaftsarchitektur: Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG

    Schulanlage Allmend
    Bauherrschaft: Stadt Zürich
    Architektur: Studio Burkhardt – Studio für Architektur ETH SIA
    Landschaftsarchitektur: Ganz Landschaftsarchitekten

    Auch provisorische Sportbauten und Schulgebäude wurden für ihre Nutzung von Holz und nachhaltige Gestaltung gewürdigt.

    Ausstellung und Podium
    Die Ausstellung im ZAZ Bellerive bietet die Möglichkeit, sämtliche ausgezeichneten Bauvorhaben im Detail kennenzulernen. Am 5. November 2025 findet dort zudem ein Podium zum Thema «Weiterbauen: Strategien für den Bestand» statt. Führende Expertinnen und Experten aus Architektur, Planung und Immobilienentwicklung diskutieren Perspektiven für die urbane Nachverdichtung und nachhaltige Nutzung bestehender Bausubstanz.

    Ein Preis mit Tradition und Zukunftssinn
    Die Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Zürich wird nur alle fünf Jahre verliehen und ist der renommierteste städtische Architekturpreis. Durch die bewusste Berücksichtigung nachhaltiger und sozialer Kriterien fördert sie eine Baukultur, die Zürich nicht nur heute prägt, sondern auch für zukünftige Generationen lebenswert macht.

  • Lern- und Unterstützungspassarelle für Lernende KV-Immobilien

    Lern- und Unterstützungspassarelle für Lernende KV-Immobilien

    Seither hat sich ein vielfältiges Unterstützungsangebot etabliert, das laufend weiterentwickelt und an aktuelle Anforderungen angepasst wird – zuletzt auch an die neue KV-Bildungsreform, die seit dem Lehrjahr 2023/2024 gilt. Kern dieser Reform ist der Fokus auf Handlungskompetenzen statt Fächer, um die Lernenden bestmöglich auf eine digitale, vernetzte und agile Arbeitswelt vorzubereiten. Die bisherigen B- und E-Profile wurden durch eine flexible Struktur mit Wahlpflichtbereichen und Vertiefungsmöglichkeiten ersetzt. Die ersten Abschlussprüfungen nach dem neuen Modell finden im Frühjahr 2026 statt.

    Als Antwort darauf hat SVIT Young Zürich eine attraktive Lern- und Unterstützungspassarelle entwickelt, die bei Lernenden, Berufsbildnerinnen und Berufsbildnern sowie bei unseren Mitgliedern grosse Anerkennung findet.

    Kick-Off Immobilien-Lehre
    Endlich raus aus der Schule – hinein ins Berufsleben! Die Lehre ist für viele der erste echte Schritt in Richtung Zukunft. Doch was erwartet dich dabei – und was wird von dir erwartet? Bei uns bekommst du den Überblick. Klar ist: Du bist nicht mehr Schüler, sondern Lernender. Das bedeutet, du wirst weiterhin viel Neues lernen – aber nicht mehr nur im Klassenzimmer, sondern direkt im Berufsalltag. Von dir werden Zuverlässigkeit, Interesse und Eigeninitiative erwartet. Pünktlichkeit, Mitdenken und Verantwortung übernehmen sind dabei die Grundlagen.

    Weitere Infos: https://www.svit.ch/de/svit-zuerich/event/kick-immobilien-lehre-2026

    Lernen während der Lehre
    Die Vorbereitung auf die Praxis und die Abschlussprüfungen umfasst weit mehr als reines Fachwissen. Uns ist wichtig, auch deine mentale Stärke und Resilienz zu fördern. Denn was, wenn eine mündliche Prüfung nicht wie geplant läuft? Wie bleibst du ruhig, fokussiert und souverän? Dazu gehören Themen wie Präsentationstechniken, der Umgang mit Prüfungsangst und Strategien gegen Konzentrationsschwierigkeiten. Auch moderne Herausforderungen wie die ständige Ablenkung durch Smartphone und Tablet nehmen wir auf – denn sie können das Nervensystem belasten und das Lernen erschweren. Mit gezielten Übungen, etwa einem unterstützenden Augentraining, fördern wir deine Aufnahmefähigkeit und helfen dir, Wissen nachhaltig zu verankern.

    Weitere Infos: https://www.svit.ch/de/svit-zuerich/svit-young/lernen-waehrend-der-lehre

    QV-Campus 2026
    Beim viertägigen QV-Campus im Höhenhotel Emmetten (NW) werden Lernende im 3. Lehrjahr optimal auf das betriebliche Qualifikationsverfahren (den Branchenteil der Lehrabschlussprüfung) vorbereitet. Im Fokus stehen Theorie in Immobilien und Treuhand, Fachgespräche, Handlungssituationen, Präsentationstechniken, Auftrittskompetenz und der souveräne Umgang mit Prüfungsangst. Auf Wunsch können auch schulische Themen (ausser Fremdsprachen) gezielt vertieft werden. Alle Teilnehmenden werden bis zur Abschlussprüfung individuell begleitet. Und die Ergebnisse sprechen für sich: Teilnehmer des QV-Campus haben in den letzten Jahren regelmässig überdurchschnittliche Noten erzielt.

    Weitere Infos: https://www.svit.ch/de/svit-zuerich/qv-campus-2026

  • Paradigmenwechsel in der Immobilienplanung

    Paradigmenwechsel in der Immobilienplanung

    Die in den Bereichen Brandschutz, nachhaltiges Bauen und Gebäudesimulation tätige AFC AG stellt das eigens entwickelte LessTech-Konzept vor, das Gebäude auf ihre funktionalen Anforderungen hin analysiert. Damit wolle die Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) mit Sitz im Technopark Zürich einen Paradigmenwechsel in der Immobilienentwicklung erreichen, heisst es in einer Medienmitteilung: weg von überdimensionierten technischen Lösungen, hin zu robusten, wirtschaftlichen und nachhaltigen Gebäuden. Dadurch soll mehr Steuerbarkeit im Bau, eine bessere Planungs- und Investitionssicherheit ermöglicht sowie Betriebskosten reduziert werden.

    Die LessTech-Methode arbeitet dafür mit digitalen Instrumenten wie der thermischen Gebäudesimulation und der CFD-Luftströmungsanalyse, um die Wirkung von Baumassnahmen frühzeitig zu prüfen. Auch beim Kerngebiet Brandschutz bringe LessTech Neuerung: mit frühzeitigen Simulationen und interdisziplinärer Zusammenarbeit kreiert AFC Lösungen, die auf höchste Sicherheit abgestimmt sind, so das Unternehmen. „Wir schaffen mit LessTech einen Paradigmenwechsel in der Gebäudeplanung: Weniger Technik, weniger Komplexität – dafür mehr Wirkung, Stabilität und Rendite. Einfachheit ist der Schlüssel für die Immobilien der Zukunft“, wird Daniel Gubler, CO-CEO der AFC AG, zum Nutzen des Konzeptes zitiert.

    Ergänzend verbessert das LessTech-Präzisionsinstrument auch die ESG (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung)-Konformität von Gebäuden: „Das nachhaltigste Bauteil ist jenes, das gar nicht erst gebaut werden muss“, teilt die AFC AG mit. Mit dem Label-Pre-Check unterstützt AFC Bauherren und Investoren zudem bei der Wahl des passenden Nachhaltigkeitslabels (zum Beispiel SNBS, Minergie, LEEDoder BREEAM).

    Die 1995 gegründete AFC AG entwickelt für Nachhaltigkeits-, Energieeffizienz- und Sicherheitskonzepte zukunftsorientierte und ganzheitliche Lösungen für sichere, energieeffiziente und klimagerechte Gebäude. Auftraggeber sind unter anderem die Flughafen Zürich AG und die SBB.

  • Wellenphysik öffnet neue Einblicke in Brückenstabilität

    Wellenphysik öffnet neue Einblicke in Brückenstabilität

    Die Mondaic AG mit Sitz in Zürich ist ein gemeinsames Projekt mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) eingegangen. Das Unternehmen, eine Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), will mit einer auf Basis der Wellenphysik entwickelten Software die Stabilität und Struktur von Brücken prüfen, heisst es in einer Mitteilung der ETH.

    Bei der Technologie werden von einem Ultraschallgerät Wellen gegen die zu untersuchende Struktur ausgesendet. Eine Art Seismometer empfängt auf der gegenüberliegenden Seite die ankommenden Wellen. In Abgleich mit einem bestehenden Modell werden Abweichungen aufgezeichnet und somit Strukturveränderungen festgestellt. Das bestehende Modell ist ein digitaler Zwilling des zu untersuchenden Objekts, der Brücken, dessen Wellenbild von einer intakten Struktur ausgeht. Weichen die Wellenmuster voneinander ab, lässt dies Rückschlüsse darauf zu, dass es in der Struktur Risse geben muss und wo sich diese befinden.

    Software und Seismometer wurden an der ETH entwickelt und für die NASA-Mission InSight zur Strukturerkennung des Mars genutzt. „Was uns 2018 ermöglichte, in den Mars hineinzuschauen, hilft uns heute, in Brücken, Flugzeugteile oder andere Materialien hineinzuschauen, ohne sie aufschneiden oder anbohren zu müssen“, wird Christian Boehm, Mitentwickler und heute Geschäftsführer von Mondaic, in der Mitteilung zitiert.

    Mondaic bietet sowohl Software als auch komplette Lösungen für Prüfungen an – inklusive Sensorik, Cloud-Lösungen und Beratung. Damit können auch Nutzende ohne Fachkenntnisse der Wellenphysik die Technologie nutzen.

  • Neue Mietmodelle für dynamische Arbeitswelten

    Neue Mietmodelle für dynamische Arbeitswelten

    Die Marke Lista Office LO der Lista Office Group AG will Flexibilität in dynamische Unternehmen bringen. Dazu hat der Büroausstatter aus Degersheim sein Angebot um ein Mietmodel für Büromöbel erweitert. Mit Furniture as a Service werde der Kundschaft „eine ressourcenschonende und kreislauffähige Lösung für kurzfristige oder sich rasch ändernde Ausstattungsbedürfnisse“ angeboten, erläutert Lista Office LO in einer Mitteilung.

    In der Mitteilung beschreibt das Unternehmen sein neues Angebot als „konsequent bedarfsorientiert“, „konsequent budgetorientiert“ und „konsequent kreislauffähig“. Die Stärkung der Kreislaufwirtschaft steht dabei im Zentrum der Überlegungen. Jedes Mietmobiliar wird bei Lista Office LO nach Rückgabe geprüft, überholt „und in neuwertigem Zustand“ erneut zur Miete angeboten. Nicht mehr nutzbare Stücke werden der Wiederverwertung zugeführt.

    Unter dem Stichwort bedarfsorientiert führt das Unternehmen die Vorteile von Mietmobiliar für temporäre Nutzungen an. Die gewünschte Raumausstattung lässt sich gegen eine monatliche Mietgebühr schnell einrichten und bei Bedarf auch schnell verändern. Für das Unternehmensbudget biete das Mietmodel gegenüber einer Anschaffung von Büroausstattung grösseren wirtschaftlichen Spielraum, schreibt Lista Office LO.

  • Klimafreundliche Wärmeversorgung für Zofingen und Oftringen

    Klimafreundliche Wärmeversorgung für Zofingen und Oftringen

    StWZ Energie AG und Primeo Energie wollen gemeinsam eine nachhaltige Fernwärmeversorgung im unteren Wiggertal schaffen. Dafür haben die Energiedienstleister laut Mitteilung per 19. September 2025 die gemeinsame Gesellschaft Fernwärme Unteres Wiggertal AG (FUWI) gegründet. Dadurch sollen „Infrastruktur, Kundennähe und Energiekompetenz“ gebündelt werden, um die Wärmeversorgung klimafreundlich weiterzuentwickeln.

    Das neue Netz soll aus Abwärme der Kehrichtverwertungsanlage erzo-KVA sowie aus bestehenden dezentralen Energiezentralen von StWZ betrieben werden. Bestehende Wärmeverbünde von StWZ in Zofingen und Primeo Energie in Oftringen sollen integriert werden.

    Ab Sommer 2027 sollen die ersten Haushalte ab dem neuen Netz mit CO2-armer Wärmeenergie beliefert werden. Für den Ausbau sind zwei Etappen vorgesehen. Phase eins soll 2026 ab der Kehrichtverbrennungsanlage erzo-KVA beginnen und in Richtung Oftringen Süd und Zofingen verlaufen. Die zweite Etappe folge frühestens 2030 und hänge vom geplanten Neubau der Kehrichtverbrennungsanlage ab. Hierfür werde die Zustimmung der Oftringer Bevölkerung zur Einzonung eines benötigten Landstücks benötigt. Gehen beide Bauphasen in Betrieb, liessen sich 10’000 Haushalte mit Wärme versorgen und 30’000 Tonnen CO2 einsparen.

    Michael Schneider, Geschäftsführer der Primeo Wärme AG sieht in der Energiewende eine Wärmewende. Mit dem Schritt werde ein „Grundstein für eine langfristig tragfähige Wärmeversorgung im unteren Wiggertal“ gelegt. „Indem wir regionale Energiequellen mit moderner Technik verbinden, reduzieren wir den CO2-Ausstoss gezielt und erweitern das Angebot an verlässlicher, dekarbonisierter Wärme“, wird Paul Marbach, Geschäftsführer der StWZ Energie AG, zitiert.

  • Lukmanierstrasse erhält neue Brücke bei Stgegia

    Lukmanierstrasse erhält neue Brücke bei Stgegia

    Das Tiefbauamt des Kantons Graubünden nimmt an der Lukmanierstrasse im Abschnitt Stgegia umfassende Strassenbauarbeiten vor. Dabei ist auch die Stgegia-Brücke am Lukmanierpass erneuert worden. Das Projekt wurde vom Bauunternehmen STRABAG aus Schlieren unter Leitung von Bauführerin Carina Bessel durchgeführt.

    Für die umfassende Erneuerung der sich direkt neben der Bogenstaumauer Santa Maria auf 1900 Metern Höhe befindlichen Brücke musste deren Fahrbahn für insgesamt drei Nächte vollständig gesperrt werden, informiert STRABAG in einer Mitteilung zum Projekt. Das Team des Schlieremer Bauunternehmens hat dabei zunächst eine Brückenseite entfernt und eine provisorische Hilfsbrücke eingerichtet. An der Baustelle arbeiteten Fachleute der drei STRABAG-Bereiche Spezialtiefbau, Holzbau und Ingenieurbau zusammen.

    Als besondere Herausforderung wird in der Mitteilung die Lage der Baustelle beschrieben. Neben engen Platzverhältnissen und steilen Abhängen werden dort hohe Temperaturschwankungen um bis zu 20 Grad Celsius innerhalb einer Schicht genannt. Allerdings habe die Baustelle „eine traumhafte Kulisse“ geboten, schreibt STRABAG. Zudem sei das Team regelmässig von einer neugierigen Ziegenherde besucht worden.

    „Ich bin sehr stolz auf das Team“, wird Bauführerin Carina Bessel in der Mitteilung zitiert. „Die Kolleg:innen haben unter anspruchsvollen Bedingungen Bemerkenswertes geleistet und das Projekt mit viel Einsatz vorangetrieben und ein Bauwerk geschaffen, das noch viele Jahre Bestand haben wird.“

  • Köniz testet Stromversorgung mit 100 Prozent erneuerbarer Energie

    Köniz testet Stromversorgung mit 100 Prozent erneuerbarer Energie

    Der Berner Energieversorger BKW testet neue Lösungen zur Stromversorgung aus erneuerbaren Energien. Ein über drei Jahre laufendes Pilotprojekt soll dabei Echtzeitdaten über den Strombedarf und -verbrauch im Ortsteil Mittelhäusern der Gemeinde Köniz liefern, heisst es in einer Mitteilung.

    Die Wahl des Testgebiets ging aus einer Machbarkeitsstudie hervor, die die Gemeinde Köniz veranlasst hatte. Der Test liegt dabei seinen Fokus auf die Stromversorgung der 950 Einwohnenden der Gemeinde. In dem zusammenhängenden Versorgungsgebiet soll die Stromversorgung durch erneuerbare Energien realisiert werden. Nach der Testphase haben alle Energiekundinnen und -kunden die Möglichkeit, 100 Prozent erneuerbare Energie zu beziehen, die ökologischer und günstiger ist als bisher, heisst es in der Mitteilung.

    Mittelhäusern könnte die erste Schweizer Ortschaft werden, die ihren gesamten Energiebedarf, also Strom, Wärme, Mobilität und Prozesse, aus erneuerbaren Quellen deckt, so die BKW. Für die Bereiche Wärme und Mobilität ist jedoch noch ein eigenes Folgeprojekt geplant.

    Zentrales Ziel der Studie ist, BKW Power Grid im praktischen Experiment mit Daten und Erfahrungen mit Echtzeit-Sensorik und -Aktorik zu versorgen. Dabei soll allzeit eine stabile und effiziente Stromversorgung gewährleistet sein. Im Effekt soll das Verständnis für ein intelligentes elektrisches Gesamtsystem (Smart Grid) verbessert werden.

  • Agglomeration Zürich braucht Neubauten

    Agglomeration Zürich braucht Neubauten

    Die Agglomeration Zürich ist die einzige in der Schweiz, in der die Bevölkerung schneller wächst als der Wohnungsbestand. Das zeigt eine Studie, die das Zürcher Forschungsinstitut Sotomo im Auftrag von Fürschi Züri erarbeitet hat.

    Der Wohnungsbestand in der Agglomeration Lausanne ist seit 2016 um 10,0 Prozent gewachsen, in Genf um 8,9 Prozent und selbst in Winterthur um 8,5 Prozent. In Zürich waren es nur 7,8 Prozent. Innerhalb der Agglomeration Zürich wuchs der Bestand in der Arbeitsmarktregion Kloten mit 10,9 Prozent, in Uster-Dübendorf mit 8,6 Prozent und im Limmattal mit 8,4 Prozent überdurchschnittlich.

    Die Agglomeration hinkt insbesondere bei den Neubauten mit einem Zuwachs von 3,8 Prozent hinterher. Nur die Agglomeration Basel liegt mit 2,7 Prozent niedriger. Lausanne kommt auf 5,5 Prozent mehr Neubauten, Winterthur auf 5,3 Prozent.

    Dagegen liegt Zürich bei den Ersatzneubauten mit einem Zuwachs von 4,5 Prozent vorn. Allerdings ist Zürich auch diejenige Agglomeration, in der Ersatzneubauten mit dem Faktor 2,8 die geringste Zahl von neuen Wohnungen und mit dem Faktor 3,4 die kleinste neue Wohnfläche schafft. Selbst Winterthur kommt auf einen Faktor 3,4 bei der Wohnungszahl und 3,7 bei der Fläche. Spitzenreiter ist Lausanne mit dem Faktor 6,5 bei der Zahl und 5,9 bei der Fläche, gefolgt von Genf mit 6,1 bei der Zahl und 5,6 bei der Fläche.

    Innerhalb der Agglomeration Zürich gibt es erhebliche Unterschiede. Die Arbeitsmarktregion Kloten kommt auf den Faktor 4,3 bei der Zahl der Wohnungen. Am wenigsten neue Wohnungen werden in Küsnacht-Meilen mit Faktor 2,2 geschaffen. In der Stadt Zürich beträgt der Faktor bei der Wohnungszahl 2,3.

    Neubauten nützen unmittelbar vor allem junge Menschen und Familien. Der grösste Anteil der Bewohner von Neubauten kommt aus der Gemeinde (Agglomeration Zürich 41 Prozent, Winterthur 50 Prozent) oder aus der Agglomeration (Zürich 39 Prozent, Winterthur 11 Prozent). Zuziehende aus dem Ausland ziehen vor allem in Bestandswohnungen; in der Agglomeration stellen sie 23 Prozent aller Zuziehenden in Bestandswohnungen.

    Totalsanierte Wohnungen sind in der Regel teurer als Neubauten. Neu bezogene Bestandswohnungen sind an begehrten Lagen ebenso teuer wie Neubauten, in Genf sogar noch teurer. Neubauten treiben auch nicht die Preise der umliegenden Bestandswohnungen.

    Die Agglomeration Zürich ist auf Neubau angewiesen, folgert Studienautor Michael Hermann. „Neubauten sind der Schlüssel, damit Zürich für alle Menschen lebenswert attraktiv bleibt“, wird er in einer Mitteilung von Fürschi Züri zitiert.

    „Die Blockierung von Sanierungen und Neubauten ist kontraproduktiv.“, fügt Raphaël Tschanz hinzu, Direktor der Zürcher Handelskammer (ZHK). „Ohne Neubauten werden junge Erwachsene und Familien verdrängt.“

    Fürschi Züri ist eine Initiative der ZHK und gleichgesinnter Organisationen und Persönlichkeiten.

  • Helikopter-Einsatz für klimafreundliche Energieversorgung

    Helikopter-Einsatz für klimafreundliche Energieversorgung

    Die Clinique Valmont in Montreux ist von BRUGG Pipes mit einer klimafreundlichen Wärmeversorgung ausgestattet worden. Sie besteht aus einer Siemens-Luftwärmepumpe, die über eine Fernwärmeleitung an die Klinik angeschlossen wird, erläutert BRUGG Pipes in einer Mitteilung. Die Heizleistung der Anlage wird dort auf 321 Kilowatt beziffert. Mit der neuen nachhaltigen Wärmeversorgung kann die zum Swiss Medical Network gehörende Klinik künftig jährlich rund 263 Tonnen CO2-Emissionen vermeiden.

    BRUGG Pipes ist bei der Anlieferung der Fernwärmeleitung ungewöhnliche Wege gegangen. „Da die Platzverhältnisse eingeschränkt waren und zwischen Ablade- und Installationsort eine Steigung überwunden werden musste, setzten wir für den Transport der vier jeweils rund 700 Kilogramm schweren Teilstücke einen Helikopter ein“, wird René Hilty, Projektleiter Fachbauplanung des zur BRUUG GROUP AG aus Brugg gehörenden Unternehmens, in der Mitteilung zitiert. Die Siemens-Wärmepumpe weist gar ein Gewicht von 2,8 Tonnen auf. Ihr Transport soll am 30. September mit einem Super Puma-Helikopter durchgeführt werden.

  • Zirkularität als Schlüssel zur klimafreundlichen Bauzukunft

    Zirkularität als Schlüssel zur klimafreundlichen Bauzukunft

    CircularHub, Wissens- und Austauschplattform für zirkuläres Bauen, lädt am 2. Oktober 2025 zur MasterClass Zirkularität im Bau- und Immobiliensektor ein, wie aus einer Ankündigung hervorgeht. Ziel ist es, Fach- und Führungskräfte bei einer aktiven Wandlung des ressourcenintensiven Bausektors zu unterstützen und einen Beitrag zur Erreichung der Schweizer Netto-Null-Ziele zu leisten.

    Im Laufe der Veranstaltung werden etwa die Rolle der Zirkularität in der Nachhaltigkeit und Stärken von zirkulären Design-Strategien und Geschäftsmodellen, Best Practice-Beispiele und vorhandene Schweizer Ansätze diskutiert. Teilnehmende erhalten eine individuelle Vorbereitung mittels eines Briefing-Dokuments und ein optionales Follow-Up-Telefongespräch mit CircularHub-Spezialisten. „Lösungen für eine zirkuläre Wende liegen längst auf dem Tisch. Jetzt geht es darum, das Wissen, Können und Wollen breit in die Praxis zu tragen – und genau dafür ist die MasterClass da“, heisst es von Marloes Fischer, CEO von CircularHub und Hauptreferentin der Veranstaltung. Neben den fachlichen Inhalten ermöglicht die MasterClass eine aktive Vernetzung von Fach- und Führungskräften, die sich mit Experten und Entscheidungsträgern austauschen und Impulse mitnehmen können.

    Die Schweizer Bau- und Immobilienbranche, die hohe CO2-Emissionen und hohen Ressourcenverbrauch aufweist, steht laut CircularHub vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Plattform bemüht sich daher, Branchenakteure bei innovativen Lösungen zu unterstützen und die Bauwirtschaft in Richtung Kreislaufwirtschaft zu transformieren.

  • Nidwalden treibt Angebotsmieten

    Nidwalden treibt Angebotsmieten

    Der vom digitalen Immobilienmarktplatz Homegate in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank monatlich erhobene Mietindex hat Ende August auf dem Stand von 131,2 Punkten geschlossen. Im Vergleich zum Vormonat legte der Index damit um 0,2 Prozent zu, informiert Homegate in einer Mitteilung. Gegenüber dem Vorjahr haben die Fachleute des Immobilienmarktplatzes schweizweit ein Wachstum der Angebotsmieten um 2,6 Prozent registriert.

    Der schweizweite Anstieg im Monatsvergleich wurde dabei hauptsächlich vom Kanton Nidwalden getrieben. Hier legten die Angebotsmieten um 1,5 Prozent zu. Im Jahresvergleich fielen sie um rund 10 Prozent höher aus. Alle anderen Kantone wiesen im Monatsvergleich lediglich geringe Bewegungen in beide Richtungen auf. Im Jahresvergleich sticht der Kanton Schwyz mit einer Zunahme um 8,4 Prozent hervor. Sinkende Angebotsmieten haben die Immobilienfachleute im selben Zeitraum nur im Kanton Graubünden beobachtet.

    Die Angebotsmieten der im Index erfassten acht Schweizer Städte fielen im August durchweg höher als im Vorjahresmonat aus. Im Monatsvergleich hat Lugano mit 1,8 Prozent den grössten Anstieg verzeichnet. Die Angebotsmieten in der Stadt Luzern lagen im August um 2,1 Prozent unter dem Vormonatswert. Im Jahresvergleich legten die Angebotsmieten in Luzern hingegen unter den acht beobachteten Städten am stärksten zu.

    Homegate ist ein Geschäftsbereich der SMG Swiss Marketplace Group AG. In dieser sind die digitalen Marktplätze von TX GroupRingier und Mobiliar vereint.

  • Sanierung der Pérolles-Brücke bei Freiburg läuft

    Sanierung der Pérolles-Brücke bei Freiburg läuft

    Die Walo Bertschinger AG ist in die laufende Sanierung der Pérolles-Brücke zwischen Freiburg und Marly FR involviert. Die 550 Meter lange und bis zu 70 Meter hohe Strassenbrücke über die Saane wird nach Schäden an der Fahrbahndecke instandgesetzt. Dabei übernimmt das Team von Walo Bertschinger derzeit eine Reihe der anfallenden Arbeiten, informiert die in der vierten Generation geführte Baufirma aus Dietikon in einem Beitrag auf Facebook.

    Konkret ersetzt Walo die Fahrbahnfugen und erneuert rund 10’000 Quadratmeter Asphalt. Darüber hinaus saniert das Team von Walo geschädigten Beton und versieht die Brücke mit einer modernen Abdichtung. Während der gesamten Bauarbeiten bleibt die Pérolles-Brücke für den Verkehr von Autos, Bussen, Velos und Fussgängern geöffnet.

  • Projekt Schadenmühle Ost lädt zur öffentlichen Mitwirkung

    Projekt Schadenmühle Ost lädt zur öffentlichen Mitwirkung

    Ein Konsortium aus drei privaten Grundbesitzenden und der Stadt Baden plant die Transformation des Areals Schadenmühle Ost in einen Ort für nachhaltiges, verdichtetes und durchmischtes Leben. Die derzeitige Nutzung des aus Einzelbauten, Parkplätzen und ungenutzten Flächen bestehenden Areals entspreche weder den heutigen Anforderungen noch der aktuellen Bau- und Nutzungsordnung, erläutert das Konsortium in einer Mitteilung. Im Transformationsprojekt Schadenmühle Ost soll ein Stadtareal mit rund 100 Wohnungen, flexiblen Gewerbeflächen, Grünraum und einer unterirdischen Tiefgarage entstehen.

    Am 16. September hat das Konsortium das Projekt und seine Einbettung in die Pläne der Stadt zur Stadtentwicklung Baden an einem Infoanlass vorgestellt. Damit sei eine neue Phase für das Leuchtturmprojekt eingeleitet worden, heisst es in der Mitteilung: Vom 22. September bis zum 21. Oktober können Interessierte nun Stellungnahmen und Vorschläge zum beziehungsweise Einwände gegen den Gestaltungsplan Schadenmühle Ost einreichen. Detaillierte Informationen zum Projekt stellt das Konsortium auf einem Infoportal zur Verfügung.

    „Wir sind in Baden verwurzelt und uns ist es wichtig, das Areal Schadenmühle Ost für die Stadt attraktiv zu gestalten“, wird Beni Schmocker, einer der vier Grundeigentümer, in der Mitteilung zitiert. „Der Einbezug der Bevölkerung ist für die Grundeigentümer selbstverständlich.“

  • Neue Wege gegen Lagerleerstand

    Neue Wege gegen Lagerleerstand

    Mit einer Leerstandsquote von etwa einem Prozent bei Wohnungen ist freier Raum im Schweizer Immobilienmarkt äusserst knapp. Abseits des Wohnungsmarkts jedoch zeigen sich bei Lagerflächen andere Probleme. Gerade Lagerräume mit weniger als 100 Quadratmetern Fläche stehen häufig leer, weil der Aufwand für Besichtigungen, fixe Preisverhandlungen und physische Verträge in keinem Verhältnis zum Ertrag steht. Weder für Eigentümer noch für Verwaltungen lohnt sich die aufwändige Vermietung, da Honorare und Monatsmieten gering ausfallen und die Ressourcen besser für margenstarke Objekte eingesetzt werden sollten.

    Digitale Innovation für die Verwaltung kleiner Lagerflächen
    Seit Anfang 2025 setzt das Schweizer Startup storabble auf vollautomatisierte Prozesse, um dieses Problem zu lösen. Das Unternehmen bietet Outsourcing-Lösungen für die Vermietung leerstehender Lagerflächen an und übernimmt alle Verwaltungsaufgaben. Dazu gehören die Mietersuche, Identifikation, Prüfung, Vertragsabwicklung, Schlüsselmanagement sowie das Inkasso. Sogar Risiken wie Inkassoforderungen oder Schäden werden ausgelagert, sodass Eigentümer und Verwaltungen entlastet werden.

    Automatisierte Prozesse für mehr Effizienz
    Das Geschäftsmodell basiert auf einer eigens entwickelten Software und einem digitalen Marktplatz, auf dem schweizweit monatlich rund 12’000 Suchende potenzielle Mietobjekte finden können. Die vollständige Automatisierung reduziert Kosten und Aufwand und ermöglicht es auch, geringwertige Flächen rentabel zu vermieten. Eigentümer namhafter Bestandsportfolios, wickeln bereits Leerstände mit dem Unternehmen ab.

    Wirtschaftliche Relevanz und Ausblick
    Die verpassten Mieteinnahmen durch Lagerleerstände entsprechen jährlich rund 0,02 Prozent des gesamten Portfoliowerts auf dem Schweizer Immobilienmarkt. Angesichts eines Marktwerts von CHF 6 Billionen ergibt sich daraus ein wirtschaftlich relevantes Potenzial für digital effiziente Lösungen. Das Outsourcing-Modell eröffnet Kleinstflächen einen neuen wirtschaftlichen Nutzen und steht beispielhaft für Digitalisierung und Effizienzsteigerung im Immobiliensektor. Die smarte Verwaltung schafft gleichzeitig Entlastung in der Branche und kann als Blaupause für weitere Spezialimmobilien dienen.

  • Kooperationsprogramm Metropolitanraum Zürich 2025–2028

    Kooperationsprogramm Metropolitanraum Zürich 2025–2028

    Die Kooperationsprogramme des Vereins Metropolitanraum Zürich dienen der gezielten Entwicklung von Projekten mit regionalem Mehrwert. Seit der Gründung 2009 wurden drei Programme erfolgreich umgesetzt. Schwerpunktesind der Wachstum, die Digitalisierung und der demografischer Wandel. Die aktuelle vierte Ausschreibung läuft unter den Leitmotiven «Positives Innovationsklima» und «Intelligente Nutzung knapper Ressourcen» und greift damit die neue Vision 2040/50 und die Nutzungsstrategie 2027 auf.

    Das Programm ist offen für Projekte zu einem Themenschwerpunkt oder solchen, die beide Aspekte verbinden. Über das selektive, zweistufige Verfahren wird sichergestellt, dass die eingereichten Konzepte praxisnah, skalierbar und partnerschaftlich in den Mitgliedskantonen, Städten und Gemeinden umsetzbar sind. Die Eingabeschwelle ist bewusst niedrig gehalten. In Stufe 1 genügt eine knappe Skizze der Idee und Organisation, in Stufe 2 wird das Projekt weiter ausgeführt und vertieft.

    Vorteile und Besonderheiten
    Das Programm schafft ein innovatives Forum für den überregionalen Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die fachliche Vernetzung fördert nachhaltige Lösungen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Metropolitanraums als führenden Standort für Forschung und Entwicklung. Kantone, Städte und Gemeinden profitieren auch dann, wenn einzelne Projekte nicht alle gleichermassen tangieren. Vielfalt und innovative Ansätze bleiben Massstab für den strukturellen und funktionalen Raum.

    Praxisnahe Umsetzung und strategische Wirkung
    Die Metropolitankonferenz Zürich setzt mit jedem Programm neue Impulse für den Wandel in Arbeit, Mobilität und Ressourcennutzung. Mit dem aktuellen Fokus werden Projekte unterstützt, die zu mehr Innovationskraft, digitaler Transformation und nachhaltiger Entwicklung beitragen. Regionale und sektorübergreifende Lösungen sollen den Metropolitanraum Zürich als attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum weiter stärken.

  • Altbewährte Baustoffe neu interpretiert

    Altbewährte Baustoffe neu interpretiert

    Nachhaltige Baustoffe wie Lehm, Holz und Stroh überzeugen durch ihre positive Klimabilanz. Während sie wachsen, nehmen sie CO₂ auf und speichern es langfristig. In der Schweiz fallen jährlich rund fünfzig Millionen Tonnen lehmhaltiges Aushubmaterial an, Ein Potenzial, das nur begrenzt genutzt wird, da der Grossteil deponiert wird. Könnte dieser Boden als Baumaterial genutzt werden, liesse sich der Stoffkreislauf direkt schliessen. Ressourceneinsparung, weniger Transportaufwand und geringere Kosten für Entsorgung sind die Folge. Holz ist gleichermassen nachhaltig. Schweizer Wälder liefern einen wachstumsstarken, robusten Baustoff, der inzwischen bis zu siebzehn Prozent der Tragkonstruktionen bei Neubauten ausmacht, vor allem im städtischen Wohnungsbau und bei Aufstockungen.

    Vorfertigung und Hybridbau
    Die moderne Wiederentdeckung traditioneller Materialien basiert auf Hightech-Fertigungsmethoden. Vorgefertigte Module, der gezielte Einsatz von Robotern und die Beimischung von natürlichen Zusatzstoffen erlauben schnellere und effizientere Prozesse. Lehm kann heutzutage als Flüssiglehm wie Beton in Schalungen gegossen oder als Stampflehm mit Armierungen für mehrgeschossige Gebäude verwendet werden. Kombiniert man Lehm und Holz in hybriden Wand- oder Fassadenelementen, entstehen tragfähige und klimafreundliche Strukturen. In der Forschung wird an Materialoptimierungen gearbeitet, damit Lehm und Stroh noch leistungsfähiger werden . Etwa durch natürliche Zuschläge wie Trasskalk oder innovative Armierungen.

    Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven
    Die schweizweite Marktdurchdringung ist bei Lehm und Stroh noch gering, was vor allem an fehlender industrieller Entwicklung, unzureichender Standardisierung und hohen Startkosten liegt. Holz hingegen ist bereits breit akzeptiert, wobei die Forstwirtschaft mit dem Klimawandel hadert. Nadelhölzer geraten unter Druck, Laubhölzer gewinnen an Bedeutung, brauchen aber neue Verarbeitungstechnologien. Gleichzeitig müssen Umweltstandards sichergestellt und Biodiversität in den Wälder gewahrt werden, damit die CO₂-Speicherung erhalten bleibt. Forschungsprojekte untersuchen, wie Holz mittels biologischer Substanzen wie Schellack oder pflanzlicher Gerbstoffe widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse gemacht werden kann.

    Kreislaufwirtschaft, Gesundheit und Akzeptanz
    Innovative Baustoffe bieten nicht nur ökologische, sondern auch gesundheitliche Vorteile. Natürliche Materialien verbessern das Raumklima, reduzieren Allergierisiken und vermeiden Schadstoffbelastungen. Die Produktion ist oft energiearm und die Bauteile können nach dem Lebensende wiederverwertet werden. Webplattformen wie der „Atlas of Regenerative Materials“ vernetzen Unternehmen und Projekte, um die Akzeptanz und Vertrauensbildung in biobasierte Gebäude zu stärken.

    Innovation als Motor
    Die Kombination aus traditionellem Know-how, moderner Forschung und digitaler Vorfertigung schafft neue Chancen für das nachhaltige Bauen. Nur durch die Kopplung von Naturmaterialien, kreislauffähigen Strukturen und ökologischer Verantwortung kann das Bauwesen einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Chancen dafür waren nie besser und der Baustoff der Zukunft liegt im Boden, im Wald und auf den Feldern der Schweiz.

  • Wie der SIA neue Standards im Vergabewesen setzt

    Wie der SIA neue Standards im Vergabewesen setzt

    Projektallianzen gewinnen an Bedeutung und werden nicht nur von Grossauftraggebern wie SBB und ASTRA pilotiert, sondern stehen branchenweit auf der Agenda. Das neue Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) sorgt in Ausschreibungen für mehr Raum der Qualitätsbewertung. Die rein preisgetriebene Konkurrenz tritt langsam in den Hintergrund. Dennoch bleibt der administrative Aufwand hoch und Dumpingangebote sind weiterhin ein Thema, das noch nicht optimal beherrscht wird.

    Marktbeobachtung und Vergabemonitoring
    Ein weiterer Meilenstein ist der Ausbau der Marktbeobachtung und des Vergabemonitorings durch die Kooperation mit Bauenschweiz. Die SIA-Beobachtungsstellen für Wettbewerbe und Ausschreibungen erfassen sowohl quantitative als auch qualitative Daten. Besonders auf Gemeindeebene erleichtert das eigens entwickelte Online-Tool «Planungsbeschaffung» die Umsetzung der neuen Vorgaben und gibt Planungssicherheit.

    Potenzial für den gesamten Sektor
    Pilotprojekte und der Verein pro-allianz.ch markieren den Wunsch der Branche nach partnerschaftlichen und projektzentrierten Organisationsformen. Die SIA fördert aktiv den Wissensaustausch und begleitet neue Allianzen, mit dem Ziel, das gemeinschaftliche Arbeiten und den Projekterfolg über klassische Konkurrenzmodelle zu stellen.

    Wettbewerbsordnungen aktualisiert
    Die Ordnungen SIA 142 und SIA 143 für Wettbewerbe und Studienaufträge wurden umfassend überarbeitet und seit August eingeführt. Neu werden Aspekte wie Urheberrecht, Vergütungsverfahren, Fairness und Transparenz stärker gewichtet. Die Revision wurde gemeinsam mit öffentlichen Bauherrschaften erarbeitet und erhöht die Akzeptanz auf beiden Seiten.

    Nachhaltigkeitskriterien und Vergütung im Mittelpunkt
    Neben ökologischen Aspekten erhalten Posten wie ökonomische, volkswirtschaftliche, soziale und kulturelle Nachhaltigkeit mehr Gewicht in den Beschaffungsprozessen. In Arbeitsgruppen und mit Veranstaltungsformaten wie «Postfossile Wettbewerbe» wird Inhalt, Definition und Umsetzung von Nachhaltigkeit kontinuierlich weiterentwickelt. Ein weiteres priorisiertes Thema ist die angemessene Vergütung von Planungsleistungen. Digitale Plattformen und neue Honorarordnungen sollen Fairness und Transparenz stärken, sodass Planungsbüros künftig marktgerecht und nachvollziehbar entlohnt werden.

  • Bundesrat vereinfacht Bauverfahren

    Bundesrat vereinfacht Bauverfahren

    Bislang verzögern sich viele Bauprojekte und Stadtentwicklungen wegen der starren Direktanwendung des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder (ISOS). Besonders in Zürich sind Tausende Wohnungen blockiert, wie das Beispiel Brunaupark zeigt. Mit einer Neuregelung will der Bundesrat die Behandlung und Bewilligung von Wohnprojekten vereinfachen und beschleunigen. Die ISOS-Vorgaben sollen in Zukunft nur in jenen Fällen direkt greifen, in denen tatsächlich das Ortsbild betroffen ist. Damit sinkt die Zahl der komplexen Verfahren deutlich und zahlreiche Projekte können rascher realisiert werden.

    Kantone und Gemeinden erhalten künftig mehr Spielraum und klare Abgrenzungen, wann eine Direktanwendung von ISOS wirklich notwendig ist. Die Erhaltungsziele des Inventars werden offener formuliert, was die Siedlungsentwicklung nach innen ermöglicht und die Baukultur dennoch schützt.

    Solaranlagen werden einfacher bewilligt
    Die neuen Massnahmen erleichtern auch die Installation von Solaranlagen auf Neubauten. Künftig ist eine ISOS-Prüfung nur bei bestehenden Gebäuden erforderlich. Damit trägt der Bund den Anforderungen der Energiewende Rechnung und stärkt die Planungs- und Rechtssicherheit für zukunftsorientierte Bauvorhaben.

    Konsens am runden Tisch
    Die Reform entstand bei einem breit abgestützten runden Tisch mit Vertreterinnen und Vertretern von Bund, Kantonen, Städten, Gemeinden, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die regulatorischen Anpassungen sollen bis Herbst 2026 erfolgen. Parallel werden die Prozesse für die Anwendung des ISOS-Inventars verbessert, damit Konflikte schon früh erkannt und gelöst werden können.

    Prominente Kritiker und Befürworter aus Politik und Heimatschutz begrüssen die Neuregelung. Sie sei ein vernünftiger Kompromiss zwischen Schutz und Entwicklung. Die Direktanwendung bleibt für bedeutende Denkmäler möglich, verhindert aber künftig keine wichtigen Innovationsprojekte mehr.

    Neue Dynamik für Wohnungsbau
    Die neuen Regeln geben Kantonen und Gemeinden die nötige Flexibilität, Ressourcenschutz und Baukultur miteinander zu verbinden. Wohnungsbauprojekte wie der Brunaupark könnten künftig deutlich schneller bewilligt und realisiert werden. Das Bundesamt für Kultur, Umweltdepartement und Wirtschaftsdepartement sind mit der Umsetzung der neuen Grundlagen beauftragt, um die gestiegene Nachfrage nach Wohnraum und die Herausforderungen der Energiewende ganzheitlich zu adressieren.

  • Aufstocken und Anbauen leicht gemacht

    Aufstocken und Anbauen leicht gemacht

    Die Weiterentwicklung bestehender Bauten bietet klare Vorteile. Sie spart Ressourcen, verringert die CO2-Emissionen und reduziert das Bauabfallvolumen. Im Gegensatz zum Abriss bleibt das Quartierbild erhalten und oft entstehen niedrigere Neuvermietungen, was für günstigen Wohnraum sorgt. Auch die lokale Baukultur profitiert davon, denn gewachsene Strukturen und identitätsstiftende Elemente bleiben erhalten, was das Gemeinschaftsgefühl stärkt.

    Hohe Hürden hemmen Umbauten
    Aktuell erschweren veraltete Vorschriften, komplexe Verfahren und mangelnde Rechtssicherheit zahlreiche Erweiterungsprojekte. Gerade ältere Gebäude entsprechen nicht den neuesten Regelwerken, sodass viele Eigentümer vor dem Aufwand zurückschrecken und lieber neu bauen.

    Gesetzesrevision bringt Erleichterungen
    Die neue Vorlage der Baudirektion sieht gezielte Vereinfachungen vor. Das Herzstück ist die Erleichterungsbestimmung, § 220a E-PBG.: Sie erlaubt den Eigentümern, von bestimmten Vorschriften abzuweichen, etwa bei Grenzabständen, Fassadenhöhe und Anzahl Vollgeschosse. Ziel ist, das weiterentwickelte Gebäude besser in die bestehenden Bauordnungen einzupassen, mehr Spielraum beim Umbau zu schaffen und gleichzeitig Rechtssicherheit zu bieten.

    Verdichtung und bessere Ausnützung
    Gerade in Wohnbauten wird es leichter, zusätzliche Wohneinheiten zu realisieren. Die Regelung fördert, dass Grundstücke ihr gesamtes Potenzial gemäss Gemeinde-Zonenordnung ausschöpfen können, ohne den Bestand zu verlieren. Das ist ein wichtiger Schritt zu mehr Verdichtung und smarter Flächennutzung in Stadt und Land.

    Weitere Vereinfachungen und Aktualisierungen
    Die Revision greift auch Forderungen des Kantonsrats auf. So werden Verfahren für Solaranlagen und Treppenlifte vereinfacht. Überholte Vorschriften bei Brandschutz und Mindesthöhen sollen gestrichen werden. Das erleichtert die Umnutzung von Bürogebäuden zu Wohnungen und setzt Impulse für innovative Bauprojekte.

    Chance für Zürich
    Die geplanten Erleichterungen beim Umbau und der Erweiterung bestehender Gebäude ermöglichen nachhaltige Stadtentwicklung, ökologisch, sozial und kulturell. Die Gesetzesrevision schafft Klarheit und motiviert Eigentümer, Potenzial im Bestand zu nutzen statt neu zu bauen.

  • PFAS im Bauschutt

    PFAS im Bauschutt

    Jährlich entstehen in der Schweiz rund 7,4 Millionen Tonnen mineralische Bauabfälle mit Abbruch, Sanierung und Neubau wachsen die Mengen weiter. Nicht nur Asbest und PCB sind problematisch, sondern auch PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Diese Chemikalien gelten als krebserregend und reichern sich im menschlichen Körper an.

    Eine Studie der Universität Bern weist in 20 Proben von Abbruchmaterial bis zu sieben PFAS-Substanzen nach, teils in Konzentrationen bis zu 5 Mikrogramm pro Kilogramm. Obwohl die Mengen als gering bewertet werden, empfiehlt das Forschungsteam weitergehende Untersuchungen. Deponien sind meist nicht abgedichtet, PFAS können ausgewaschen werden und so ins Grundwasser gelangen, wo sie die Nahrungskette und das Trinkwasser belasten.

    Messungen und neue Standards
    Der Baustoff-Verband Kreislauf Schweiz sowie das Bundesamt für Umwelt arbeiten gemeinsam mit Kantonen und unabhängigen Laboren an der Ermittlung der PFAS-Belastung in Kieswerken, Betonwerken und bestehenden Gebäuden. Die Untersuchung steht kurz vor dem Abschluss. Erkenntnisse sollen in einen Praxisleitfaden für den Umgang mit PFAS einfliessen. Der Bund plant bis 2026 Grenzwerte für PFAS in Altlasten und Abfällen, die Bauunternehmen künftig einhalten müssen.

    Im Tiefbau hat das Bundesamt für Strassen empfohlen, PFAS-haltige Stoffe vorerst zu meiden. Wegen noch fehlender Gesetzesgrundlagen kann Astra bislang keine Verbote durchsetzen, arbeitet aber an Checklisten für PFAS-freie Bauprodukte.

    Gesundheitsgefahr und Kreislaufwirtschaft
    Das Bundesamt für Gesundheit  beobachtet die PFAS-Problematik in Innenräumen und warnt vor deren Hartnäckigkeit. PFAS binden sich lange an Materialien und werden beim Abschleifen und Inhalieren problematisch, sind aber im Wohnumfeld bislang weniger relevant, denn die Hauptquelle bleibt das Essen. Laut Behörden ist die Gefahr der Belastung durch Bauschutt und Deponien  grösser. Denn Regenwasser schwemmt PFAS ins Grundwasser und damit in die Nahrungskette. Sickerwasser wird zwar technisch gereinigt, das Risiko unkontrollierter Belastungen bleibt jedoch bestehen.

    Der Baustoff-Verband betont, dass die Wiederverwertbarkeit von Abbruchmaterial durch die neuen Grenzwerte gefährdet ist. Gleichzeitig will die Branche die Chemikalien aus dem Kreislauf fernhalten. Fachgerechte Entfernung und Entsorgung sind möglich, fordert aber klare und umsetzbare Vorgaben vom Bund.

    PFAS in Schweizer Böden
    Eine aktuelle Schweizer Studie zeigt, dass PFAS mittlerweile in allen Oberböden nachweisbar sind, selbst in abgelegenen Wald- und Berggebieten. Punktquellen wie Löschübungsplätze und Galvanikbetriebe erhöhen lokal die Belastung. Besonders landwirtschaftlich genutzte Böden enthalten hohe PFAS-Werte, oft durch Klärschlamm als Düngemittel verursacht. Die Vielzahl von Anwendungen macht die Herkunft schwer nachvollziehbar.

    Politische Debatte um PFAS
    Nach PFAS-Nachweisen im Fleisch aus dem Kanton St. Gallen und ersten Verboten hat auch das Parlament die Problematik aufgenommen. Behörden und Branche arbeiten gemeinsam an einem Massnahmenmix zum Schutz der Bevölkerung und Umwelt. Umweltminister Albert Rösti bekräftigt den Ernst der Lage. Die Regierung will mit Grenzwerten, Leitfäden und gestraffter Kontrolle reagieren.

  • Eigenmietwert adieu

    Eigenmietwert adieu

    Die Annahme der Vorlage zur kantonalen Liegenschaftssteuer für Zweitwohnungen markiert das Ende des Eigenmietwerts. Der Wechsel greift aber frühestens in zwei bis drei Jahren und wird den Alltag vieler Betroffener grundlegend verändern. Nicht nur Besitzer von selbstgenutzten und vermieteten Immobilien merken die Auswirkungen, sondern auch Haushalte mit Schulden ohne Immobilienbesitz.

    Vereinfachungen und Ausnahmen
    Mit dem Wegfall des Eigenmietwerts werden auch die Unterhaltskosten und Schuldzinsen nicht mehr steuerlich abziehbar. Um den Erwerb von Wohneigentum dennoch zu erleichtern, gelten für die ersten zehn Jahre nach dem Kauf Sonderregeln. Schuldzinsen bis zu CHF 10’000 bei Ehepaaren und CHF 5’000 bei Alleinstehenden sind noch abziehbar, der verbleibende Maximalbetrag sinkt pro Jahr um zehn Prozent.

    Die Steuerdeklaration wird einfacher, die Steuerlast für viele Eigenheimbesitzer sinkt im aktuellen Zinsumfeld. Werterhaltende und wertvermehrende Kosten sollten sauber dokumentiert werden, da sie künftig nur noch bei der Grundstückgewinnsteuer, also beim Verkauf, geltend gemacht werden können.

    Mehr Einschränkungen beim Schuldzinsabzug
    Eigentümerinnen und Eigentümer von Renditeobjekten trifft die Reform besonders. Schuldzinsen können neu nur noch anteilsmässig gemäss dem Wert der Immobilie zum Gesamtvermögen abgezogen werden. Das erhöht die Steuerbelastung und schränkt die bisherigen Vorteile deutlich ein.

    Steuerpflichtige ohne Liegenschaften
    Auch Haushalte ohne Immobilien sind betroffen. Private Schuldzinsen, zum Beispiel für Darlehen oder Kleinkredite, dürfen künftig nicht mehr steuermindernd verrechnet werden. Das stellt die bisherige Praxis auf den Kopf und kann zu höheren Steuerzahlungen führen.

    Unsicherheiten und kantonale Kompetenz
    Die Kantone erhalten die Möglichkeit, eine besondere Liegenschaftssteuer auf Zweitwohnungen zu erheben. Besonders für tourismusstarke Regionen ist dies ein heikles Thema, da neue Steuern die Attraktivität des Marktes beeinflussen können. Wie die konkreten Bemessungsgrundlagen aussehen und welche Kantone die neuen Möglichkeiten nutzen, bleibt offen.

    Bis 2050 können die Kantone weiterhin temporäre Abzüge für energetische Sanierungen und Umweltschutzmassnahmen erlauben. Welche Kantone dies anbieten, ist aktuell noch nicht bekannt.

    Strategien für Hypotheken und Investitionen
    Die Reform beeinflusst nicht nur die Steuerquote, sondern auch die persönliche Finanzstrategie. Die Frage, wie hoch Hypotheken künftig angesetzt werden und ob Amortisationen sinnvoll sind, gewinnt an Bedeutung. Wer Kapital für eine Amortisation nutzt, bindet es in der Immobilie und verliert Liquidität für andere Zwecke wie Altersvorsorge oder neue Investitionen. Die Entscheidung über die optimale Finanzierung verlangt deshalb eine individuelle Betrachtung.

    Auswirkungen auf den Immobilienmarkt
    Ob die Reform die Preise beeinflusst, hängt vor allem von der Situation neuer Käufer ab, die mehrheitlich hoch belehnt sind. Laut Statistik der SNB sind 40 Prozent der neu gekauften Eigenheime mit über 74 Prozent des Werts finanziert. Gerade ältere Immobilien verlieren durch die eingeschränkten Abzugsmöglichkeiten weiter an steuerlichen Vorteilen. Neue Eigentumswohnungen im Kanton Zürich sind durchschnittlich 20 Jahre alt, Einfamilienhäuser sogar rund 50 Jahre. Die grundsätzlichen Herausforderungen, hohe Preise und knappe Mittel beim Erwerb, bleiben durch die Reform ungelöst.

    Die Abschaffung des Eigenmietwerts fördert den Preisunterschied zwischen Neubauten und älteren Immobilien. Zweitliegenschaften werden durch die neue Liegenschaftssteuer vermutlich weniger attraktiv, dennoch erwarten Experten keine Preisrückgänge bei Ferienwohnungen, zu gross ist die Angebotsknappheit.

    Die Preise für Schweizer Eigenheime könnten dieses Jahr und im kommenden Jahr um jeweils 4 Prozent steigen, im Kanton Zürich sogar um 4,5 Prozent. Sanierung und Werterhalt alter Gebäude werden wichtiger denn je, nicht jede Investition zahlt sich jedoch aus. Hauseigentümer müssen ein scharfes Auge auf die langfristige Strategie richten: Lohnt die Sanierung oder steht ein Ersatzneubau bevor?

    Reform als Gemeinschaftsprojekt
    Die Neuerungen beruhen auf einer engen Verknüpfung von Gesetzes- und Verfassungsänderung. Die Abschaffung des Eigenmietwerts tritt nur in Kraft, wenn die Volksabstimmung über die neue Liegenschaftssteuer auf Zweitwohnungen erfolgreich ist. Das Parlament diskutierte über Monate intensiv über Reichweite und Ausgestaltung. Besonders in Tourismuskantonen ist die Skepsis gross, ob Mindereinnahmen durch neue Steuern ausgeglichen werden können. Die Gesetze treten gemeinsam in Kraft, eine Reform mit vielen Facetten.

    Steuerliche und finanzielle Auswirkungen im Überblick
    Das Hypothekarzinsniveau entscheidet, ob Eigentümer profitieren. Bei tiefen Zinsen sinkt die Steuerlast für die Mehrheit. Bei hohen Zinsen steigen die Steuern, weil Schuldzinsen kaum mehr abgezogen werden können. Für die öffentliche Hand könnte die Reform Mindereinnahmen von 1,8 Milliarden Franken verursachen. Ab 3 Prozent Hypothekarzins sind gesamtstaatlich hingegen Mehreinnahmen möglich. Die tatsächlichen Auswirkungen bleiben wegen verschiedener Unsicherheiten vorerst offen.

  • Holz im Mittelpunkt: 1500 Gäste bei Event in Worb

    Holz im Mittelpunkt: 1500 Gäste bei Event in Worb

    OLWO, nach eigenen Angaben zentraler Produktions- und Handelsdienstleister in der Schweizer Holzbranche, hat am 12. und 13. September 2025 rund 1500 Gäste in seinem Sägewerk in Worb empfangen. Die Firma wandelte dafür das Areal mit Festzelt und Schwingplatz in einen Ort der Begegnung für Familien, Fachleute und Holzinteressierte um, heisst es in einer Mitteilung. Jungschwinger unter den Holzinteressierten freuten sich ausserdem über den Überraschungsbesuch des ehemaligen Schwingerkönigs Christian Stucki.

    Die Tage des Schweizer Holzes 2025, in deren Rahmen die Veranstaltung stattfand, wurden vom Dachverband Lignum Holzwirtschaft Schweiz und seinen angeschlossenen Unternehmen aus der Wald- und Holzbranche organisiert. Ziel der gesammelten Veranstaltungen war es, für Schweizer Holz und für eine zukunftsfähige Bauwirtschaft, die auf regionale Ressourcen und nachhaltige Wertschöpfung fokussiert, zu werben.

    OLWO, als Familienunternehmen in vierter Generation geführt, verfügt über ein proprietäres Säge- und Hobelwerk und ein umfassendes Sortiment an Holzwerkstoffen für Handwerker, Architekten und Bauherren. Am Firmensitz in Worb wird Kunden neben regionalen Hölzern und Werkstoffen eine lösungsorientierte Verkaufsberatung durch rund 30 Holzspezialisten geboten.

  • Zürich investiert in Grossbatteriespeicher für mehr Versorgungssicherheit

    Zürich investiert in Grossbatteriespeicher für mehr Versorgungssicherheit

    Der Stadtrat von Zürich hat dem Gemeinderat einen Rahmenkredit in Höhe von 20 Millionen Franken beantragt. Laut einer Mitteilung soll der Kredit für den Ausbau von freistehenden Grossbatteriespeichern des Elektrizitätswerks der Stadt Zürich (ewz) dienen.

    Die eigenständig betriebenen Anlagen dienen dem Speichern grosser Energiemengen, wie sie zum Beispiel von erneuerbaren Quellen wie Solar- oder Windenergie erzeugt werden. Zusätzlich zu den bestehenden Kraftwerken können die Grossspeicher in Spitzenzeiten Energie in das Netz einspeisen und somit einen Beitrag zur Stabilität des Energiesystems und zur Versorgungssicherheit liefern. Insbesondere unter den Anforderungen einer zunehmende Elektrifizierung, wie etwa die Umstellung auf Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen, kann hier ein wichtiger Beitrag geleistet werden.

    Wie es in der Mitteilung weiter heisst, kann der Stadtrat innerhalb dieses Rahmenkredites Projekte des ewz eigenständig bewilligen und damit Entscheidungswege deutlich verkürzen. Für das ewz bedeutete dies, mit dem zügigen Abwickeln auch grösserer Projekte in wettbewerbsintensiven Geschäftsfeldern konkurrenzfähig zu bleiben.

  • Mobile Forschungsfabrik optimiert Betonbau für Hyperloop-Testanlage

    Mobile Forschungsfabrik optimiert Betonbau für Hyperloop-Testanlage

    Die EuroTube-Stiftung hat am 16. September die Eröffnung ihrer innovativen Forschungsanlage für nachhaltige Infrastruktur auf dem Gelände des Innovation Park Zürich (IPZ) gefeiert, informiert die Stiftung in einer Mitteilung. Die Smart Mobile Factory stellt Betonkomponenten für die im IPZ entstehende Hyperloop-Testanlage DemoTube her. Die innovative Fabrik wurde von der EuroTube-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, der Technischen Universität Delft, der Technischen Universität Eindhoven und der Freien Universität Bozen entwickelt.

    Die neue Fabrik verdient die Bezeichnung intelligent, da ihre Bausteuerung über Sensordaten an einen digitalen Zwilling gekoppelt ist, schreibt EuroTube. Auf diese Weise können Materialströme, Prozesse und CO2-Emissionen während des Baus kontinuierlich optimiert werden. Die in wenigen Standardcontainern eingerichtete Fabrik lässt sich zudem bewegen und kann entlang von Infrastrukturprojekten flexibel aufgestellt werden.

    Im IPZ soll die Smart Mobile Factory nicht nur Bauteile für DemoTube herstellen, sondern auch anderen Forschenden und Jungunternehmen zur Verfügung stehen, die eigene Technologien direkt auf einer aktiven Baustelle entwickeln und erproben wollen. Dafür hat die EuroTube-Stiftung das Bildungsprogramm Real Labor für Infrastrukturbau lanciert. „Wir sind stolz, als Forschungspartner des Innovation Park Zürich Projekte, Start-ups und Unternehmen bei der Entwicklung neuer Produkte für den Wandel zu nachhaltigen Mobilitätsinfrastrukturen zu unterstützen“, wird Antoine Juge, Managing Director der EuroTube-Stiftung, in der Mitteilung zitiert.